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Mukoviszidose und Beruf • Teil 3 - Lisa

Mukoviszidose und Beruf • Teil 3 - Lisa

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adults onlyCF-Erwachsene2Mensch zu Hause wohnt odernicht und auch vom Alter unabhängig.Diese Förderung ist fürBehinderte also vorteilhafter.Es gibt zudem auch noch dasAusbildungsgeld. Das wird zumBeispiel gezahlt, wenn man eineAusbildung im Berufsbildungswerkmacht oder wenn maneine behindertenspezifischeAusbildung macht, die spezielleRegelungen hat.Es gibt dann noch Übergangsgeld…also es gibt da eineMenge an Förderungen.Man kann sagen, Gott sei Dankist es so, dass im Behindertenbereichdie Förderung umfangreicherist. Es gibt höhere Freibeträgefür die Eltern und esgibt ganz einfach auch mehr anFördermöglichkeiten.Im allgemeinen Bereich gibt esnur die Berufsausbildungsbeihilfeund die ist seit einigen Jahrenauch etwas eingeschränkt.B. F.: Ist das Arbeitsamt an bestimmteBudgets gebunden,durch die Fördermaßnahmenbegrenzt werden bzw. Fördergelderlimitiert sind?S. S.-M.: Ja und nein. Es gibt alsoLeistungen, da hat jedermannein Anrecht darauf. Die sindnicht begrenzt, man kann dannalso nicht mangels Geld ablehnen.Es gibt zum Teil Kann-Leistungen.Das sind zum Beispiel dieseAusbildungszuschüsse an Firmen.Da gibt es schon malJahre, da haben wir also einenbestimmten Etat, wo wir sehenmüssen, wie wir klar kommen.B. F.: Hieran würde sich dannauch die Frage anschließen:Wann nehme ich denn zum erstenMal Kontakt auf mit demArbeitsamt oder mit der Reha-Beraterin/dem Reha-Berater?S. S.-M.: So früh als möglich. Ambesten sollte man wirklich schonin der vorletzten Klasse mit demReha-Berater Kontakt aufnehmen.Einerseits hat man dannwirklich Zeit, um in Ruhe allesmachen zu können, auch nochmal selber zu überlegen undsich zu informieren.Zweitens bringt es uns bei bestimmtenBerufen nicht in soarge Bedrängnis. Wir haben alsoBerufe, die sowohl auf demfreien Markt als auch in Berufsbildungswerkenäußerst gefragtsind. Wir müssen hier sehr frühin die Startlöcher gehen, damitwir Chancen haben und damitjemand auch nahtlos vonSchule in Ausbildung übergehenkann.Gerade zum Beispiel im kaufmännischenBereich sind dieBerufsbildungswerke zum Teilauf Jahre im Voraus belegt. Undda müssen wir also immer sehrfrüh in die Startlöcher gehen.Deshalb ist es uns sehr, sehrrecht, wenn die jungen Leutesehr früh kommen.Und deshalb auch der Hinweisan Lehrer, wenn ein Kind in derKlasse ist, dass man frühzeitighier anruft oder die Eltern informiertund ihnen rät, bei unsanzurufen.B. F.: Inwieweit sind auch behinderteAkademiker mit Ihrem Beratungsangebotangesprochen?S. S.-M.: Wir haben bis vor kurzemspezielle Berater für Abiturientenund Hochschüler gehabt,die also behinderte junge Menschenberaten haben. Das istjetzt organisatorisch etwas umgestellt.Es ist jetzt so, dass dieBerater aus dem allgemeinenBereich „Abiturienten undHochschüler“ die erste Beratungmachen. Und wenn sie feststellen,es sind Reha-Leistungennotwendig, schalten sie unsdann ein. Es gibt also aucheinen Beratungsdienst hier imHause für Abiturienten undHochschüler.B. F.: Ziehen Sie in einem Beratungsprozesseventuell auch inBetracht, einen Klienten wiederan die herkömmliche, allgemeineBerufsberatung zurückzuschicken?S. S.-M.: Ja, das kommt vor, abernicht bei der Mukoviszidose. Dawürde ich in jedem Fall sagen,Und wo findet Ihr weiteren Rat?Buchtippzur Berufs- undStudienwahlin unserer Literaturlisteunter www.cf-bv.de(auch diesem Klopfzeichenbeigelegt)In den Berufmit Mukoviszidose (CF)Ein Ratgeber für Jugendlicheund ErwachseneZu Fragen dieses Artikels:Benedikt FlöckHirtenstraße 10 · 56073 KoblenzTel. 02606/961003E-Mail: floeck@uni-koblenz.deAus der Liste unsererThematischen Ansprechpartner:Thomas MalenkeRhenusallee 25 · 53227 BonnTelefax 0228/4223526E-Mail: ThomasMalenke@aol.comes sind besondere Hilfen derReha notwendig. Das habe ichalso auch bei Kollegen noch nieerlebt.Das ist mal der Fall, wenn es umden weiten Begriff der Lernbehinderunggeht. Oder wennjemand eine andere, innere Erkrankunghat, zum Beispieleinen sehr gut eingestelltenDiabetes, wo es keine Problemegibt, mit einem Top-Schulzeugnis,im kaufmännischen Beruf.Aber bei der Mukoviszidosedenke ich, ist es notwendig.B. F.: Auch im Bereich der Mukoviszidosegibt es durchaus Fälle,wo die Betroffenen in einemsehr guten gesundheitlichenZustand sind. Da würde ich mirdie Frage stellen, ob die Beratungim Reha-Bereich überhauptnotwendig ist. Odersagen Sie einfach, wir klärenalles zur Sicherheit ab undsagen dann, es sind keineweitergehenden Förderungennötig.S. S.-M.: Ja, abgeklärt hätte iches dann schon gerne. Ich würdees also jedem empfehlen.Ich meine, die Endentscheidunghat der junge Mensch und seineFamilie ja selber. Ich würdesagen: Klären wir es doch ab.Schauen wir mal, unabhängigvon Ihrer Meinung und vonmeiner Meinung, was sagenAußenstehende und Fachleutedazu. Und dann kann man jaimmer noch entscheiden. Ist eswirklich nicht notwendig, um sobesser.Man kann ja auch schrittweisevorgehen, dass man sagt: Gut,wenn das jetzt im Moment so istund unser Arzt auch sagt „Ja,alles wunderbar“, dann gehenwir das mal ganz normal an.Und wenn sich irgendwie eineVerschlechterung ergeben sollteoder andere Dinge dazukommen,dann kann man immernoch ins Reha-Verfahren einsteigen.Das ist auch möglich.B. F.: Also insofern halten Sie esschon grundsätzlich für sinnvoll,für Mukoviszidose-Betroffenedirekt bei der Reha-Beratunganzufragen?

S. S.-M.: Also Sie würden hier imHause, wenn Sie bei der Berufsberatunganrufen, gleich dieEmpfehlung bekommen, zurReha-Beratung zu gehen.B. F.: Integrationsfachdienste ()kommen jetzt immer mehr insGespräch. Wie sieht da die Kooperationaus? INFO: Integrationsfachdienstesind Einrichtungen, die zum Beispielvom Arbeitsamt beauftragtwerden können und die bei derEingliederung schwer behinderterMenschen ins Arbeitslebenunterstützen.S. S.-M.: Die ist eigentlich sehreng. Das ist eine sehr enge Kooperation.Wir haben da eingroßes Interesse dran, was dannauch die Vermittlung in Arbeitsstellenangeht. Da haben wiralso hier vor Ort keine Probleme.Wir haben also darüber hinausauch noch Beratungsstellen, wie„Perspektiva“ zum Beispiel oderauch „Reaktiv“ von der Stadt,wo man also auch noch Unterstützungkriegen kann.Wir sind eigentlich um jedenfroh, der uns bei der Berufswahlund bei dem ganzen Prozessdann auch hilft.Das gilt auch bei anderenBehinderungen, zum Beispielbei den Hörbehinderungen. Dahaben wir einen psychosozialenDienst in Neuwied mit Gebärdendolmetscher,auf den manda auch zurückgreifen kann.Das ist hier vor Ort ein gut ausgebautesNetz.B. F.: Wie sieht das zum Beispielmit Arbeitsassistenz () aus?Kommt die auch von einemIntegrationsfachdienst? INFO: Bei der Arbeitsassistenzhandelt es sich um einen konkretenHelfer, der Behinderte imArbeitsleben zur Seite steht undsie – den Beeinträchtigungenentsprechend – unterstützt. EinBeispiel wäre ein Gebärdendolmetscherfür Hörbeschädigte.Im Bereich der Mukoviszidosefindet die Hilfsmöglichkeit derArbeitsassistenz vermutlich jedochweniger Anwendung, istaber gegebenenfalls an Ort undStelle zu erfragen.S. S.-M.: Das ist noch ein rechtneues Thema für uns hier. Daskommt zum Teil auch vondiesen Integrationsfachdiensten.Das ist ja auch mit dem neuenSGB IX ausgeweitet worden undwir sammeln da alle noch Erfahrung.B. F.: Also diese Dinge steckennoch alle in den Kinderschuhen?S. S.-M.: Auch diese Servicestellen,die ja im SGB IX enthaltensind. Es macht keine Fortschritte.Diese Stellen müssen in derLage sein, eine Entscheidung sovorzubereiten, dass der Kostenträgernur noch unterschreibenmuss. Also das muss rechtsverbindlichwasserdicht sein.Es soll von den Trägern derRehabilitation – also LVA, BFA,Genossenschaften, uns – eigentlichkostenneutral zur Verfügunggestellt werden. Und daswird auch große Probleme ergeben.Weil wir uns praktischdie Leute – wir sind schonknapp an Leuten – aus demeigenen Fleisch schneiden müssen.Das ist also noch sehr zögerlich.Also es genügt nicht ein Handyund ein Schild an der Tür: „Wirsind die Servicestelle“.B. F.: Das wären also gesonderteStellen, die eingerichtet werden?S. S.-M.: Es soll eine gesonderteServicestelle eingerichtet werden.Die muss man nicht in Anspruchnehmen, sondern diekann man.Man kann also dort hingehenund sagen: „Ich habe eine Behinderungund möchte umgeschultwerden.“ – mal als Beispiel.Und dann muss man dortdie Entscheidung vorbereitenkönnen, muss also uns oder derLVA sagen können: „Hier, sosieht es aus.“Aber man kann auch wie bisherdirekt zu seinem Arbeitsamtgehen oder man weiß, man hatschon 15 Jahre gearbeitet, direktbei der LVA einen Antrag stellen.Sie können auch zu irgendeinemder Träger gehen undder muss es dann innerhalbeiner recht kurzen Frist entsprechendan den Zuständigen weiterleiten.Also diese Servicestelleist etwas Zusätzliches.B. F.: Also da soll praktisch allesvernetzt sein?S. S.-M.: Es soll alles vernetzt sein,aber es hat noch, wie gesagt,tausend Haken und Ösen.Wenn Sie sich vorstellen, dasswir alle im Hause unsere Computerprogrammehaben, undda soll das alles zusammenlaufen.Es ist mit heißer Nadelgestrickt.Der Gesetzgeber hat uns aucheine Frist gesetzt. Wenn wir es inder Zeit nicht geschafft haben,wird es also dann per Gesetz inirgendeiner Form erlassen.B. F.: Ich denke, das war an Informationsehr viel und bedankemich ganz herzlich.S. S.-M.: Ich danke auch.Wir danken dem Mukoviszidosee.V., Frau Stitz, für denAbdruck des obigen Artikels.Quelle: www.muko.info3

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