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Psychotherapeutenjournal 3/2013 (.pdf)

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Mitteilungen der

Mitteilungen der PsychotherapeutenkammerSchleswig-HolsteinLiebe Kolleginnen und Kollegen,turnusgemäß hatte die PKSH die Leitungder vergangenen vier Länderratssitzungen(Foto), deren zentrale Diskussionendie Zukunft der Ausbildung und Reformdes Psychotherapeutengesetzes betraf.In ihrer Pressemitteilung vom 24. Mai2013 fordert unsere BPtK im Hinblick aufdie Bundestagswahl eine bessere Politikfür psychisch kranke Menschen. Sie könnenmit Ihrem Wahlverhalten am 22.September 2013 auch mitbestimmen,wie die psychotherapeutische Versorgungweiterentwickelt werden soll.Aktuelles zur NeuropsychologischenTherapie und zurKostenerstattunglesen Sie im Folgenden.Einen freundlichenHerbst wünschtJuliane DürkopPräsidentinv. l.: J. Dürkop, B. Schäfer und M. Wohlfarth (Foto: M. Klett)Aus der Kammerversammlung – Oder: Eine Geschichte zurNeuropsychologischen TherapieSchleswig-HolsteinEinen vorläufigen Abschluss fand in derKammerversammlung am 21. Juni 2013die 15 Monate währende Beschäftigungmit einer möglichen Weiterbildungsregelungzur Neuropsychologischen Therapie.Wir berichteten an dieser Stelle kontinuierlichdarüber, deshalb die Vorgeschichte imZeitraffer:• Im November 2011 hat der G-BA dieNeuropsychologische Therapie sozialrechtlichanerkannt, was bedeutete,dass fortan Neuropsychologische Therapiezu Lasten der GKV im ambulantenSystem erbracht werden kann.• Die Kammerversammlung in Schleswig-Holsteinhatte daraufhin im März2012 einen einstimmigen Beschlussgefasst: Der Fort- und Weiterbildungsausschussder Kammer sollte eine Weiterbildungsordnungfür die NeuropsychologischeTherapie ausarbeiten, dieim Vergleich zur Musterweiterbildungsordnung(MWBO) der Bundespsychotherapeutenkammerdeutlich reduzierteWeiterbildungsinhalte und zeitlicheUmfänge definiere. Hintergründe dieserEntscheidung waren:a) ein fachlich nicht begründet erscheinenderWeiterbildungsumfang in derMWBO,b) das Wissen darum, dass es in denLandeskammern, die die Regelungender MWBO z. T. schon seit 2006auf Landesebene übernommen hatten,unter den Approbierten bislangabsolut keine Nachfrage nach dieserWeiterbildung gibt undc) dass in Schleswig-Holstein das HeilberufekammergesetzRegelungenzu Weiterbildungen durch die Kammernnur unter der Voraussetzungvorsieht, dass sie für eine angemesseneVersorgung der Bevölkerung„erforderlich“ sind (d. h. im Umkehrschluss:Eine Weiterbildung, die keinermacht, kann nicht erforderlichsein für eine angemessene Versorgung,behindert diese im Gegenteileher und ist daher nicht zulässig).• Der Ausschuss erarbeitete Eckpunktefür fachlich begründete Weiterbildungsumfängein einer zukünftigen Weiterbildungsordnungin Schleswig-Holstein.• Im März 2013 wurden diese Eckpunkteim Rahmen einer Expertenanhörung inder Kammerversammlung ausführlichdiskutiert. Am Ende dieser Diskussionbekräftigte die Kammerversammlungmehrheitlich den Beschluss aus demMärz 2012 und beauftragte den Ausschuss,die begonnene Arbeit unterEinbeziehung der Diskussionsergebnissefortzuführen und zur nächsten Kammerversammlungeinen abstimmungsfähigenEntwurf einer Weiterbildungsordnungzur NeuropsychologischenTherapie zu erstellen.Der Ausschuss legte der Kammerversammlungam 21. Juni 2013 einen detailliertausgearbeiteten und juristisch geprüftenEntwurf einer Weiterbildungsordnungvor. Dieser kam inhaltlich den Kritikern derUmfangsreduktion in einem wichtigen Punktnoch einmal erheblich entgegen, indem338 Psychotherapeutenjournal 3/2013

Schleswig-HolsteinUmfang der Weiterbildung „Klinische Neuropsychologie“:Gegenüberstellung MWBO und Entwurf des Fort- und Weiterbildungsausschussesder PKSH:Vorgesehener Umfang MWBO Entwurf der PKSHPraktische klinische Weiterbildungszeit:der Umfang der klinischen Tätigkeit von einemhalben Jahr (Eckpunkte) auf ein ganzesJahr verdoppelt wurde. Möglichkeiten,Teile der praktischen Weiterbildungszeit ineigener Praxis abzuleisten, waren klarerdefiniert. Übergangsregelungen waren differenzierterund konkreter ausgearbeitetworden als bislang in der MWBO.Insbesondere für lange im Bereich Neuropsychologiepraktisch tätige Kammermitgliedersollten damit die formellen Nachweiseihrer Qualifikationen deutlich vereinfachtund damit unnötige Bürokratie vermiedenwerden (vgl. auch Tabelle:Weiterbildungsumfänge MWBO vs. Entwurfdes Ausschusses der PKSH).Die Aussprache zum Entwurf beschränktesich erstaunlicherweise auf die Beantwortungnur einer einzigen Frage, mit der klargestelltwurde, dass die Kammer mit derWeiterbildungsordnung nur regeln könne,unter welchen Bedingungen die „Zusatzbezeichnung“zur Berufsbezeichnung geführtwerden dürfe, grundsätzlich abernicht Einschränkungen der Tätigkeitsmöglichkeitenberufsrechtlich vornehmen könne.Weder die definierten Weiterbildungsumfängenoch die vom Ausschuss neuerarbeiteten Übergangsregelungen wurdendiskutiert. Änderungsanträge wurdenkeine gestellt, neue Argumente nicht vorgebracht.Gleichwohl fand die Vorlage andiesem Sitzungstag keine Mehrheit undwurde damit abgelehnt.Psychotherapeutenjournal 3/20132 Jahr Vollzeittätigkeit, davonmind. 1 Jahr in zugelassenerstationärer EinrichtungFallbezogene Supervision: 100 Stunden 50 StundenTheoretische Weiterbildung:Anzahl Kasuistiken undBegutachtungen:400 Stunden, davon mind.200 Stunden in externenzugelassenen Weiterbildungsstätten5 differenzierte Falldarstellungen,davon mind. 2 inGutachtenform1 Jahr Vollzeittätigkeit, davonmind. 0,5 Jahre in zugelassenerstationärer Einrichtung,mind. 40 ambulante Behandlungsstunden150 Stunden3 differenzierte Falldarstellungen,davon mind. 1 inGutachtenformDer Vorstand bedankt sich an dieser Stellebei den Mitgliedern des Ausschusses fürdas große Engagement und die geleisteteArbeit. Er bedauert sehr, dass diese Arbeit,die aus seiner Sicht großen Respekt verdient,von der Kammerversammlung nichthonoriert wurde und hofft, dass die Lust ander aktiven Mitwirkung dadurch keinen irreparablenSchaden genommen hat (sieheauch Kommentar zu diesem Thema).Was bedeutet nun dieseEntwicklung in Schleswig-Holstein?Zunächst steht fest, dass es in Schleswig-Holstein bis auf Weiteres keine Weiterbildungsordnunggibt. Das ist keine Veränderungzum bisherigen Zustand.Für die Kammermitglieder bedeutet das,dass sie die Zusatzbezeichnung „KlinischeNeuropsychologie“ in Schleswig-Holsteinweiterhin nicht erwerben können undauch nicht führen dürfen. Wie weiter obenschon beschrieben, besteht in anderenLändern z. T. seit Jahren absolut keine Bereitschaft,aktiv eine Weiterbildung mit denUmfängen gem. MWBO aufzunehmen. Esbestand daher die Hoffnung, dass bei denzur Abstimmung vorgelegten Regelungensowohl frisch approbierte KollegInnen,aber auch bereits länger in eigener Praxisniedergelassene und an der Neuropsychologieinteressierte KollegInnen sich hätteneher vorstellen können, eine solche Weiterbildungzu durchlaufen. Diese KollegInnendürften ebenso enttäuscht sein vonder Entscheidung wie jene, die hofften,über klarere und unbürokratischere Übergangsregelungendie Erlaubnis zum Führender Zusatzbezeichnung erlangen zukönnen.Die Versorgung der relevanten Patientengruppenhat sich durch den Beschluss derKammerversammlung nicht verschlechtert.Solange es in Schleswig-Holstein keineWeiterbildungsregelung gibt, könnenKollegInnen, die die Qualifikationen gem.MWBO nachweisen können, selbstverständlich,wie bisher auch, bei der KVSHdie Abrechnungsgenehmigung für neuropsychologischeLeistungen beantragen.Hierfür ist es also zunächst völlig unerheblich,ob die Kammer eine Weiterbildungsordnungbeschlossen hat oder nicht.Die Versorgung wird sich aber dadurch, andersals erhofft, leider auch nicht verbessern.Die Anzahl der KollegInnen, die theoretischeine Abrechnungsgenehmigungper Übergangsbestimmungen gemäßMWBO erhalten könnten, liegt in Schleswig-Holsteinim einstelligen Bereich. Nachseriösen Schätzungen würde es in Schleswig-Holsteinaber ca. 40 Leistungserbringerbrauchen, die im ambulanten Sektor inVollzeit ausschließlich neuropsychologischeTherapie durchführen, damit der vorhandeneBedarf gedeckt werden könnte.Ohne dass bürokratische Hürden bei denÜbergangsregelungen reduziert und dieWeiterbildungsumfänge auf ein realistischesMaß reduziert werden, wird sich zukünftigvermutlich wenig an der Zahl derzur Verfügung stehenden qualifizierten BehandlerInnenverändern, zumal es keinerleiwirtschaftliche Anreize dafür gibt, diesezusätzliche Abrechnungsgenehmigung übereine zeit- und kostenintensive Weiterbildungzu erwerben, da die Stunde neuropsychologischeTherapie nicht höher vergütetwird als die gemeine genehmigungspflichtigePsychotherapiestunde.Vor dem Hintergrund bestehen grundsätzlicheZweifel, ob mit den Regelungen derMWBO und den darauf Bezug nehmendensozialrechtlichen Beschlüssen desG-BA ein angemessene Versorgung derBevölkerung mit neuropsychologischerTherapie zu erreichen ist.339Schleswig-Holstein

Psychotherapeutenjournal 2/2006 (.pdf) - medhochzwei Verlag GmbH
Psychologische/n Psychotherapeut - Psychotherapeutenjournal
journal Psychotherapeuten - Psychotherapeutenkammer NRW
Gemeinsame Weiterbildung FL-VE/2013 (PDF, 3 MB)
sportINSIDER 3/2013 PDF - Freizeitalpin
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Zeitschrift Familie, Ausgabe Dezember 2013 PDF 3 - Familienbund
Ausgabe 3-2013 - IGZ
Trendreport 3/2013 als PDF zum Download - FORBA
TVAktuell 2013-3.pdf - TV Arbergen
Evergislusbote 3/2013 als PDF zum Herunterladen - Sankt Evergislus
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