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Psychotherapeutenjournal 3/2013 (.pdf)

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Weiterbildungsschwerpunkt „Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie“ wäre stark gefragtim Wintersemester 2012/2013 im Master-,Bachelor- oder Diplomstudiengang Psychologieimmatrikulierten Studierendenvor. Auf Grundlage dieser Informationenkonnte ermittelt werden, dass durchschnittlich24.1% (Range: 2.9% bis67.3%) der an den sieben Universitätenimmatrikulierten Psychologiestudierendenan der Umfrage teilnahmen. Zwar musseinschränkend darauf hingewiesen werden,dass die Teilnahmequote in einigenUniversitäten gering ausfiel, gleichwohl beruhendie Befunde auf einer großen Anzahlvon Studierenden (n = 2.890) aus 43psychologischen Instituten an Universitätenin Deutschland.LiteraturAbbildung: Prozentuale Häufigkeit der Wahl der Ausbildung entsprechend der aktuellenRechtslage bzw. des Altersschwerpunktes unter der Prämisse eines „Ein-Beruf-Modells“(N = 2890).lung eines einheitlichen fachlichen Niveaus,welches mit einem Direktstudiumder Psychotherapie für die AltersschwerpunkteKinder, Jugendliche und Erwachseneerreicht werden könnte.LimitationenFür sieben der kontaktierten Psychologieinstituteliegen Angaben über die Anzahlder zum Zeitpunkt der Online-BefragungBundespsychotherapeutenkammer (2010).Entwurf für ein Gesetz über die Reformder Psychotherapeutenausbildung(Psychotherapeutenausbildungsreformgesetz– PsychThARG). Verfügbarunter: www.bptk.de/fileadmin/user_upload/Themen/Aus_Fort_und_Weiterbildung/Ausbildung/20101208_Gesetzentwurf_PsychThARG.pdf[31.07.2013]Deutsche Gesellschaft für Psychotherapie(DGPs, Kommission Psychologie undPsychotherapie) (2012). ModellvorschlagDirektausbildung Psychotherapie(Version 3). Verfügbar unter: www.klinische-psychologie-psychotherapie.de/dateien/Direktausbildung_Psychotherapie_DGPs_Vers_3_2012-04-02.pdf [31.07.2013]Ruoß, M., Ochs, M., Jeschke, K. & Peplau,L. (2012). Berufssituation, Zufriedenheitund Zukunftsperspektiven von NeuapprobiertenPP/KJP. Ergebnisse einerUmfrage aus dem Jahr 2011. Psychotherapeutenjournal,11 (2), 105-114.Korrespondenzadresse:Prof. Dr. Thomas FydrichZPHU – Zentrum für PsychotherapieInstitut für PsychologieHumboldt-Universität zu BerlinKlosterstr. 6410179 Berlinfydrich@hu-berlin.deDr. Theresa Unger, Dipl.-Psych., arbeitetebis August 2013 als wissenschaftlicheReferentin beim Verbund universitärerAusbildungsgänge für Psychotherapie(unith) sowie in der Fachgruppe KlinischePsychologie und Psychotherapie der DeutschenGesellschaft für Psychologie. Siebefindet sich in der Ausbildung zur PsychologischenPsychotherapeutin mit demSchwerpunkt Verhaltenstherapie. Ihre wissenschaftlichenInteressensschwerpunkteliegen im Bereich der Versorgungsforschung.Dr. Thomas Fydrich ist Professor für Psychotherapieund Somatopsychologie ander Humboldt-Universität zu Berlin, Sprecherder Fachgruppe Klinische Psychologieund Psychotherapie der DeutschenGesellschaft für Psychologie (DGPs), Vorstandsvorsitzenderdes Verbundes universitärerAusbildungsinstitute für Psychotherapie(unith), Sprecher des Ausschusses„Wissenschaft, Forschung und Qualitätssicherung“der PsychotherapeutenkammerBerlin und Mitglied im WissenschaftlichenBeirat Psychotherapie.274 Psychotherapeutenjournal 3/2013

Gesetz zur Stärkung eines aktiven Schutzesvon Kindern und Jugendlichen – ein Themafür Psychotherapeuten?Jörg HermannZusammenfassung: Das am 1. Januar 2012 in Kraft getretene Bundeskinderschutzgesetzpräzisiert und erweitert den staatlichen Auftrag, Kinder zu schützen und Eltern beiBedarf frühzeitig passgenaue Hilfen bei der Umsetzung ihres Erziehungsauftrages anzubieten.Dabei ist das Ziel der präventiven Maßnahmen, ebenso das kindliche Wohl zusichern wie geeignete, die kindliche Entwicklung fördernde Rahmenbedingungen zugewährleisten. Neben der Etablierung diverser darauf abzielender Programme fordertder Gesetzgeber für einen effektiven Kinderschutz verbindliche Netzwerke über dieGrenzen der Sozialversicherungssysteme hinaus. Von den Berufsgruppen, die mit Kindernund ihren Bezugspersonen in Kontakt sind, wird eine hohe Sensibilität für das Wohlder Kinder erwartet. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, eröffnet er diesen Fachgruppen,zu denen auch Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten zählen, einAngebot, sich beraten zu lassen, sollten sie im Rahmen ihrer Berufstätigkeit Hinweise füreine Gefährdung eines Kindes wahrgenommen oder darüber Kenntnis erhalten haben.Ausgeführt werden im Gesetz ebenso die Bedingungen, wann die Befugnis gegeben ist,trotz bestehender Schweigepflicht Informationen an das zuständige Jugendamt weiterzugeben,und wie dies unter Abwägung der verschiedenen Rechtsgüter und Interessenzu handhaben ist.Am 1. Januar 2012 ist das Gesetz zur Stärkungeines aktiven Schutzes von Kindernund Jugendlichen (Bundeskinderschutzgesetz,BKiSchG) in Kraft getreten. Schon mitEinführung des § 8a SGB VIII (8. Buch Sozialgesetzbuch– Kinder- und Jugendhilfe)im Jahr 2005 hatte der Gesetzgeber denSchutzauftrag der Jugendhilfe präzisiert.Erhebungen weisen darauf hin, dass dieZahl der von Vernachlässigung bedrohtenKinder und Jugendlichen in unserer Gesellschaftstetig zunimmt. Die Anzahl der inObhut genommenen bzw. aus der Familieherausgenommenen Kinder steigt seit2005 kontinuierlich an. Bei Kindern bis zudrei Jahren hat sie sich nahezu verdoppelt(Bundesamt für Statistik, Statistiken derKinder- und Jugendhilfe 2012).Der staatliche oder gesellschaftliche Schutzeines Kindes beginnt natürlich nicht erstmit seiner Herausnahme, wenn es sonsteiner akuten oder anhaltenden Gefahr derMisshandlung oder Vernachlässigung ausgesetztwäre, sondern erheblich früher.Kinderschutz ist der eine Pol eines Kontinuums,an dessen anderen Ende sich diversePräventionsprogramme (primäreund sekundäre, siehe Kasten 1) befinden,die eine Unterstützung der Eltern bei derWahrnehmung ihres Erziehungsauftrageszum Ziel haben. Unter dem Titel „FrüheHilfen“ gibt es eine breite Palette an Interventionsansätzen,die die elterlichen Kompetenzenzur Förderung einer gesundenEntwicklung ihres Kindes erweitern sollenund Hilfen anbieten, um dafür einen geeignetenRahmen zu schaffen. Diese Angebotefinden sich inzwischen in großerVielfalt in den unterschiedlichen Regionendes Bundesgebietes. Zum Teil handelt essich um lokale zeitlich befristete Projekte,andere sind bereits dauerhaft etabliertworden. Der Einsatz von Familienhebammensoll auf Grundlage des Bundeskinder-Beispiele von Präventionsprogrammen, die sich an alle Eltern richten (primärePrävention):• Elternbriefe: Informationsschreiben für Eltern zu speziellen Themen des jeweiligenEntwicklungsalters des Kindes• Baby-Begrüßung: Zusendung eines Begrüßungsschreibens nach der Geburt des Babysmit dem Angebot eines Hausbesuchs und Übergabe von Informationsmaterialund einem GeschenkBeispiele von Präventionsprogrammen, die sich aufgrund vorhandenerBelastungen oder Risiken (z. B. Teenager-Mütter, soziale oder psychischeBelastungsfaktoren, Suchterkrankungen) an ausgewählte Eltern richten(sekundäre Prävention):• Einsatz von Familienhebammen: aufsuchende Betreuung von Eltern und Kind durchbesonders qualifizierte Hebammen bis zum vollendeten 1. Lebensjahr des Kindes• STEEP: kombiniertes Gruppen- und aufsuchendes videogestütztes Einzelangebot fürEltern mit dem Ziel der Etablierung einer sicheren Bindung bis zur Vollendung des 2.Lebensjahres des KindesKasten 1: Beispiele für primäre und sekundäre PräventionsprogrammePsychotherapeutenjournal 3/2013275

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