Aufrufe
vor 2 Jahren

Psychotherapeutenjournal 3/2013 (.pdf)

Psychotherapeutenjournal 3/2013 (.pdf)

Mitteilungen der

Mitteilungen der PsychotherapeutenkammerBaden-WürttembergProgramm in der Lage ist, bei den Teilnehmerinnenund Teilnehmern gesundheitsrelevanteParameter zu verbessern. Über200 Psychotherapeuten aus ganz Baden-Württemberg hatten als Moderatoren ander Studie mitgewirkt, wofür Prof. Bauerherzlich dankte.Dirk ScholtysikDirk Scholtysik, Referatsleiter bei der DeutschenGesetzlichen Unfallversicherung(DGUV), Berlin, ging in seinem Beitrag aufdas Leistungsspektrum und Reha-Managementder DGUV bei psychischen Störungenein. Wie er ausführte, gewinnen psychischeGesundheitsstörungen nach Arbeitsunfällenund Berufskrankheiten fürdie DGUV zunehmend an Bedeutung. Dasgelte für die „rein“ psychischen Traumatisierungen(z. B. Überfahrtraumen bei Lokführern,Raubüberfälle in Handel und Banken)genauso wie für Unfallopfer mit (gravierenden)körperlichen Verletzungen, diepsychische Folgestörungen erleiden. DieDGUV habe 2008 Empfehlungen zur Präventionund Rehabilitation von psychischenStörungen herausgegeben. Am Anfangstehe eine detaillierte Gefährdungsbeurteilungund die schnelle Hilfe im Vordergrund.Ausführlicher stellte DirkScholtysik das sogenannte „Psychotherapeutenverfahren“mit seinen unfallversicherungsspezifischenZulassungsanforderungendar. Im Falle (drohender) manifesterpsychischer Störungen und zur Vermeidungvon Chronifizierungen könne eineschnelle und adäquate Behandlung sichergestelltwerden (fünf Stunden probatorischeSitzungen plus zehn Stunden störungsspezifischePsychotherapie), wobeivon Anfang an auch die enge Vernetzungvon Versicherten, Therapeuten, Arbeitgebernund Unfallversicherungsträger (UVT)mit dem Ziel einer schnellen beruflichenWiedereingliederung im Fokus der Behandlungstehe.Michael Ziegelmayer, Institut für persönlicheund soziale Entwicklung (IPSE), Freiburgsprach zum Thema „Mobbing undArbeitsplatzkonflikte“. Der Referent warmehrere Jahre für die Mobbing-HotlineBaden-Württemberg tätig. Er führte aus,dass Arbeitsprobleme, speziell Arbeitsplatzkonflikte,immer häufiger als Hintergrundoder Auslöser psychischer Erkrankungenwirksam würden. Mobbing stellegegenüber „normalen“ Konflikten am Arbeitsplatzeine qualitativ andere Stufe derBelastung dar und verlange andere Formender Konfliktlösung, sofern diese überhauptmöglich sei. Die Abgrenzung zwischenMobbing und „normalem“ Arbeitsplatzkonflikterfolge zum einen überMichael Ziegelmayerden Zeitaspekt (längerer Zeitraum), zumanderen über die Zielrichtung auf eine bestimmtePerson. Hilfsmittel für eine Diagnostikvon Mobbingprozessen seien vorallem eine differenzierte Anamnese, derEinsatz von entsprechenden Screening-Fragebögen sowie die Kooperation mit Experten(z. B. der Mobbing-Hotline). Konsequenzenfür die psychotherapeutischeBehandlung ergeben sich zum einen inder Differenzialdiagnostik (Mobbing alsHintergrund der psychischen Erkrankung),zum anderen sei für den Psychotherapeutenzumindest partiell ein Rollenwechselnötig. Ggf. seien Interventionen erforderlich,die die Grenzen herkömmlicher Psychotherapieüberschreiten würden (v. a.bei aktiver Unterstützung notwendigerSchritte am Arbeitsplatz).Im letzten Hauptreferat sprach Dr. AndreaWittich, Psychologische Psychotherapeutinund Organisationspsychologin am UniversitätsklinikumFreiburg, zum „ArbeitsplatzKrankenhaus“. In den Krankenhäusernseien in den letzten Jahren Leistungenmassiv ausgeweitet worden, währendsich die stationäre Verweildauer der Patientendeutlich verkürzt habe. Gleichzeitigseien Stellen abgebaut worden – vor allemin der Pflege. Folge sei, dass immer mehrMitarbeiterinnen und Mitarbeiter an derGrenze ihrer Belastbarkeit seien. Viele berichteten,nach dem Dienst nicht mehrentspannen zu können, litten unter Schlafstörungenoder anderen psychosomatischenBeschwerden und fürchteten, dassihnen in der Arbeit Fehler unterlaufenkönnten, durch die Patienten zu SchadenDr. Andrea Wittichkommen könnten. Als Ansätze zur Kompensationund Reduktion psychischerPodium v. l. n. r: M. Ziegelmayer, Dr. A. Wittich, D. Scholtysik, Dr. G. Bort und Dr. D. Munz292 Psychotherapeutenjournal 3/2013

Baden-WürttembergBlick ins PlenumFehlbelastungen hätten sich, so Dr. Wittich,einerseits Angebote „on“ oder „nearthe job“ bewährt – z. B. psychotherapeutischeund psychosomatische Sprechstundenam Arbeitsplatz, Supervisionen undCoachings für Einzelne und für (interprofessionelle)Teams sowie niederschwelligeKriseninterventionen nach traumatischenarbeitsbezogenen Ereignissen. Darüber hinausstellten ambulante Psychotherapienfür viele Beschäftigte des Gesundheitsdiensteseine wertvolle Ressource dar. Ausarbeitspsychologischer Sicht empfehle essich, arbeitsbezogene Gesichtspunkte dabeisystematisch mit zu berücksichtigen,d. h. neben den sozialen Beziehungen amArbeitsplatz auch die jeweilige Arbeitsaufgabe,Arbeitsorganisation und Arbeitsumgebungbewusst zu reflektieren. Zur Ergänzungder subjektiven Wahrnehmung desPatienten könne es zudem auch hilfreichsein, sich mit dem jeweiligen betriebsärztlichenDienst in Verbindung zu setzen.Gleichzeitig sei die Stärkung der individuellenResilienz durch Psychotherapie wesentlich,um zu verhindern, dass Fehlbelastungenaus der Arbeit sich in psychischenErkrankungen niederschlügen.In der anschließenden, von Dr. Munz geleitetenPodiumsdiskussion mit den Referentenwurde in den engagierten Beiträgenaus der Zuhörerschaft deutlich, dass dasThema Psyche und Arbeitsplatz in der psychotherapeutischenAlltagsarbeit, sowohlin der ambulanten Psychotherapie alsauch bei Psychotherapie im institutionellenRahmen, z. B. in Beratungsstellen undRehabilitationskliniken, eine wesentlicheRolle spielt. Wie auch aus der Evaluationder Tagung hervorgeht, wurde u. a. auchdie interdisziplinär gestaltete inhaltlicheZusammenstellung und die Auswahl derReferenten ausgesprochen positiv beurteiltund angeregt, das Thema weiter undggf. auch vertiefend im Blickfeld zu behalten.Dem Wunsch vieler Teilnehmer entsprechendhaben wir die Präsentationen derReferenten auf unserer Kammerhomepageunter www.lpk-bw.de/fachportal/fachbeitraege/fb_lpk_tag13.htmlzur Verfügunggestellt. Besten Dank an die Autoren! Dortfinden Sie auch einen ausführlicheren Berichtsowie eine Bildergalerie.Baden-WürttembergStand der BeschwerdeverfahrenEine bedeutende Aufgabe der Landespsychotherapeutenkammersind Fortbildungenin Rechtsfragen, die Themen der beider Kammer eingehenden Anfragen undBeschwerden von Patienten beispielhaftaufgreifen und rechtlich erläutern. DieKammer bot hierzu im letzten Jahr gemeinsammit den Kammeranwälten vierFortbildungen an, die guten Zuspruch fanden.Eingehende Beschwerden werden inZusammenarbeit mit den Kammeranwälten,Kristiane Göpel als zuständigem Vorstandsmitgliedund Stephanie Tessmer,Juristin und Ressortleiterin Recht der LPK-Geschäftsstelle, bearbeitet.Zusätzlich bietet die LPK die Möglichkeit eineranonymen Patientenhotline. Sie wirdvon ca. zehn Ratsuchenden pro Woche inAnspruch genommen. Darüber hinaus kommenper E-Mail und Telefon wöchentlich ca.15 bis 20 Anfragen und Beschwerden vonPatienten sowie ca. 25 bis 50 Anfragen vonKammermitgliedern zum Berufsrecht an.Mehr als die Hälfte der Anfragen der Kammermitgliederbetrifft Probleme mit derSchweigepflicht. Die häufigsten Beschwerdenvon Patienten betreffen Ausfallhonorare,die Verletzung des Abstinenzgebotes, unangemesseneÄußerungen gegenüber Patientenoder Schwierigkeiten bei der Suche nacheinem Behandlungsplatz. Als besonderssensibel stellen sich immer wieder Psychotherapienmit Kindern und Jugendlichen heraus,z. B. die Behandlung eines Kindes ohneEinwilligung beider Sorgeberechtigter.In den letzten zehn Jahren gingen insgesamt290, in den letzten drei Jahren jeweils 20 bis25 schriftliche Beschwerden von Patientenund Dritten ein. Nachdem zwischenzeitlicheine leichte Abnahme der Beschwerden zuverzeichnen war, sind in diesem Jahr bereitsjetzt zur Jahresmitte so viele Beschwerdeneingegangen wie im gesamten Jahr 2012.Interview mit Dr. Munz in der Stuttgarter ZeitungIn der Wochenendausgabe der StuttgarterZeitung vom 15. Juni 2013 wurde ein fastganzseitiges Interview mit KammerpräsidentDr. Dietrich Munz zum Thema psychischeErkrankungen und psychotherapeutischeVersorgung abgedruckt. Die StuttgarterZeitung hat uns freundlicherweise erlaubt,das Interview auf der Kammerhomepagezu veröffentlichen. Sie finden es unterwww.lpk-bw.de/presse.htm – Pressespiegelbzw. unter Aktuelles vom 30. Juni2013.Psychotherapeutenjournal 3/2013293

Psychotherapeutenjournal 2/2006 (.pdf) - medhochzwei Verlag GmbH
Psychologische/n Psychotherapeut - Psychotherapeutenjournal
journal Psychotherapeuten - Psychotherapeutenkammer NRW
Gemeinsame Weiterbildung FL-VE/2013 (PDF, 3 MB)
sportINSIDER 3/2013 PDF - Freizeitalpin
Ausgabe 2013-3 als PDF herunterladen - BKK Rieker . Ricosta ...
Zeitschrift Familie, Ausgabe Dezember 2013 PDF 3 - Familienbund
Ärzteblatt Baden-Württemberg 07-2013 [PDF] - Landesärztekammer ...
Ausgabe 3-2013 - IGZ
Trendreport 3/2013 als PDF zum Download - FORBA
TVAktuell 2013-3.pdf - TV Arbergen
Evergislusbote 3/2013 als PDF zum Herunterladen - Sankt Evergislus
handlungs:plan-Magazin Ausgabe 3-2013 - PDF-Version