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Psychotherapeutenjournal 3/2013 (.pdf)

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Mitteilungen der

Mitteilungen der Psychotherapeutenkammereiner Abteilung müsse Facharzt sein, dieStellvertretung solle Facharzt sein und einedritte Person müsse den Facharztstandardsicherstellen können.Das Ministerium habe Anregungen derPTK NRW in das Konzept übernommen.Der Hinweis auf die fehlende Definitionvon „schwer psychisch und psychosomatischKranken“ solle aufgegriffen und klarstellenddurch die Formulierung „psychischund psychosomatisch Kranke mit komplexemHilfebedarf“ ersetzt werden. Des Weiterensolle die Notwendigkeit des engenZusammenwirkens aller an der VersorgungBetroffener beteiligten Berufsgruppen stärkerherausgestellt werden.In der anschließenden Diskussion äußertenzahlreiche Mitglieder der KammerversammlungKritik daran, dass die Psychotherapeutenkammernicht zu den „Beteiligten“der Krankenhausplanung (§ 15Krankenhausgestaltungsgesetz) gehöre,wohl aber die Ärztekammern. Außerdemmüsste eine Lösung dafür gefunden werden,dass auch mit der Approbation als PPund KJP eine Leitungsfunktion möglich sei,da diese dem Facharztstandard entspreche.Krankenhausplan veröffentlicht– Klarstellung zur LeitungsfunktionDer Krankenhausplan wurde inzwischenam 23. Juli vom NRW-Gesundheitsministeriumveröffentlicht. Darin wird im Zusammenhangmit der Notwendigkeit einer fachärztlichenLeitung aus beiden Fachgebieten(Psychiatrie und Psychosomatik) ausdrücklichauf den Satz § 31 Abs 2 des KHGG verwiesen:„Für Abteilungen, die Patientinnenund Patienten behandeln, bei denen Psychotherapieangezeigt ist, können nebender Abteilungsärztin oder dem AbteilungsarztPsychologische Psychotherapeutinnenoder -therapeuten sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutinnenoder -therapeutenbestellt werden, die bei der Untersuchungund Behandlung dieser Patientinnenund Patienten eigenverantwortlich undselbstständig tätig sind.“Jetzt müssen Krankenhausträger und Krankenkassendarüber verhandeln, wie derPlan regional in den 16 Versorgungsgebietenumgesetzt wird. Dabei geht es nichtnur um die zusätzlichen Betten in Psychiatrieund Psychosomatik, sondern um denAbbau von ca. 13.000 Betten in den organmedizinischenFächern, sodass wohllangwierige Verhandlungen bevorstehen.Einkommensabhängige Beitragsordnung diskutiertNordrhein-WestfalenVizepräsident Hermann Schürmann stellteauf der Kammerversammlung den Rohentwurffür einen einkommensabhängigenBeitragssatz vor. Der bisherige einheitlicheRegelsatz von 350 Euro habe zu zahlreichenBeschwerden von Kammermitgliedernmit niedrigem Einkommen geführt.Außerdem gebe es zahlreiche Rückgabender Approbation aus finanziellen Gründen.Deshalb sei der Vorstand von der Kammerversammlungbeauftragt worden, mehrereModelle einer Beitragstabelle zu berechnen,die Berechnungen seien den Mitgliedernder Kammerversammlung zugegangen.Der Vorstand schlage nun ein Modellvor, bei dem alle Mitglieder der PTK NRWden gleichen Prozentsatz vom Einkommen(„Hebesatz“) als Beitrag zahlen. Die weiterenEckpunkte des Modells seien: Beim Einkommenwerde allein auf die Einkünfte auspsychotherapeutischer Tätigkeit abgestellt.Einkünfte aus psychotherapeutischer Tätigkeitbis zu 10.000 Euro blieben beitragsfrei.Es werde ein Höchstbeitrag für Einkünfteüber 100.000 Euro festgesetzt. Die Grundlageder Beitragsveranlagung sei das vorvergangeneJahr. Bei Einkünften aus selbstständigerTätigkeit (z. B. Praxisgewinn) würdenpauschal 20% abgezogen, entsprechenddem Arbeitgeberanteil bei Angestellten.Jeder Kammerangehörige erhalte Anfangdes Kalenderjahres die Aufforderung,sich hinsichtlich der Beitragshöhe anhandder Beitragstabelle selbst einzustufen. DieSelbsteinstufungen der Kammerangehörigenwürden stichprobenweise oder bei begründetemVerdacht überprüft.Die Konsequenzen einer einkommensabhängigenBeitragsordnung seien, so Schürmann:Kammerangehörige, die aufgrundfamiliärer Verpflichtungen weniger arbeitenkönnen, würden entlastet. Niedergelassene,die geringe Einkünfte aus psychotherapeutischerTätigkeit erzielen (z. B. beiPrivatpraxis, Existenzgründung, bei hälftigemVersorgungsauftrag) würden entlastet.Kammerangehörige, die im geringenUmfang selbstständig zum Rentenbezughinzuverdienen, müssten keinen bzw. nureinen geringen Kammerbeitrag zahlen.Kammerangehörige, die im geringen Umfangselbstständig zu einer angestellten/beamteten Teilzeittätigkeit hinzuverdienen,würden je nach Höhe der Einkünfte entlastet.Kammerangehörige mit höherem Einkommenwürden stärker belastet.Die Diskussion über das vom Vorstand vorgeschlageneModell für eine neue Beitragsordnungverlief kontrovers. Themen warenunter anderem, ob der Arbeitsaufwand füreine einkommensabhängige Beitragsordnungfür die Geschäftsstelle, aber auch fürdie Mitglieder, nicht höher sei als der Aufwandfür einen einheitlichen Regelbeitrag,ob der Höchstbetrag nicht höher als bishergeplant sein müsse, um auch Mitglieder miteinem sehr hohem Einkommen angemessenzu beteiligen, und ob Kinderfreibeträgezu berücksichtigen seien. Mehrere Delegiertebetonten, dass sie einen einheitlichenBeitragssatz für jüngere Kolleginnenund Kollegen für ungerecht halten und einRegelsatz von 350 Euro für diese zu hochsei. Der Vorstand wird in der Kammerversammlungim Dezember einen Entwurf zurneuen Beitragsordnung vorlegen.Hermann Schürmann,Vizepräsident PTK NRW322 Psychotherapeutenjournal 3/2013

Nordrhein-WestfalenKammerversammlung diskutiert Aufgaben und Selbstverständnis der PTK NRWDie Diskussion um ein Leitbild der PsychotherapeutenkammerNRW geht in dieEndphase. Das Leitbild soll das heutigeVerständnis der Funktion und Hauptaufgabender Kammer beschreiben sowieeine einheitliche Grundlage für die Handlungsorientierungder Kammer in denkommenden Jahren schaffen.Der Vorstand hat auf der Grundlage derbisherigen Diskussionen den Delegiertender Kammerversammlung einen Entwurfvorgelegt, der am 14. September 2013beraten wurde. (Einen Bericht finden Sieauf der Homepage der PTK NRW unter„Aktuelles“. Wegen des frühen Redaktionsschlussesfür die Länderseiten desPTJ ist ein Bericht an dieser Stelle leidernicht möglich). Die Verabschiedung desLeitbildes ist für die nächste Kammerversammlungim Dezember vorgesehen.Im Folgenden dokumentieren wir denEntwurf des Leitbildes, wie er der Kammerversammlungvorgelegt wurde.und tragen mit ihrer Tätigkeit zur seelischenGesundheit in der Bevölkerung bei.1.2 Sie arbeiten wissenschaftlich fundiertund verwenden wissenschaftlich anerkannteMethoden, nutzen klinische Expertiseund gestalten die Beziehung zum Patientenprofessionell.1.3 Sie achten die Würde ihrer Patientenund üben ihren Beruf zum Wohle der Patientengewissenhaft aus. Sie respektierendie Autonomie ihrer Patienten und gestaltenihr Handeln nachvollziehbar in einemsicheren Rahmen.2. Die PsychotherapeutenkammerNRW2.1 Als berufliche Vertretung der Psychotherapeutinnenund Psychotherapeuten inNRW setzt sich die PsychotherapeutenkammerNRW für angemessene gesellschaftliche,gesetzliche und ökonomischeRahmenbedingungen der Berufsausübungein und unterstützt die Kammerangehörigenin beruflichen Angelegenheiten.3.4 Sie formuliert Positionen des Berufsund vertritt diese gegenüber Behördenund Politik, in Gesetzgebungsverfahrenund gegenüber anderen Organisationen.3.5 Sie setzt sich für leistungsfähige Versorgungsstrukturenund die berufsübergreifendeZusammenarbeit ein.3.6 Sie arbeitet eng mit anderen Kammernzusammen und pflegt einen regen Austauschmit Organisationen des Gesundheitswesensin Gremien und Initiativen.4. Die Organisation4.1 Als Körperschaft des öffentlichen Rechtsist die PTK NRW demokratisch verfasst.Sie handelt auf der Grundlage von Rechtund Gesetz, Satzungen und Ordnungen.4.2 Sie strebt eine breite Beteiligung derKammerangehörigen an der Meinungsbildungzu wichtigen beruflichen Themen,die klare Formulierung der jeweiligenInteressen und Positionen und eineoffene, kollegiale Diskussion an.Wenn Sie sich als Kammerangehörige andieser wichtigen Diskussion beteiligenmöchten, können Sie sich mit Rückmeldungenan die Delegierten oder an denVorstand wenden.Präambel0.1 Die Psychotherapeutenkammer (PTK)NRW ist die Selbstverwaltung der mehrals 8.000 Psychologischen Psychotherapeutinnenund Psychotherapeuten undder Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutinnenund -psychotherapeuten inNRW mit Sitz in Düsseldorf.0.2 Mit diesem Leitbild wollen wir eineeinheitliche und nachvollziehbare Orientierungfür Mandatsträger, Kammerangehörige,Mitarbeiterinnen und Mitarbeiterund Öffentlichkeit schaffen.0.3 Dabei sind wir uns unserer Verantwortungund unserer Einflussmöglichkeitenauf den Beruf und die Berufsausübungder Psychotherapeutin und desPsychotherapeuten bewusst.1. Der Beruf1.1 Psychotherapeutinnen und Psychotherapeutensind Experten für psychischeGesundheit und psychische Erkrankungen2.2 Sie engagiert sich für die Berücksichtigungder Belange psychisch kranker Menschenund ein ausreichendes und hochwertigespsychotherapeutisches Versorgungsangebot.2.3 Sie legt die Standards der Berufsausübungfest und entwickelt sie kontinuierlichunter Beachtung des Versorgungsbedarfs,der wissenschaftlichen Erkenntnisseund des Berufsbilds weiter.2.4 Sie informiert die Öffentlichkeit zu Themender psychischen Gesundheit und derpsychotherapeutischen Behandlung und fördertdas Vertrauen zu Psychotherapeutinnenund Psychotherapeuten in der Gesellschaft.3. Die Hauptaufgaben3.1 Die Psychotherapeutenkammer NRWsorgt für eine hochwertige Fort- und Weiterbildungund angemessene Qualitätssicherung.Sie setzt sich kontinuierlich füreine höchsten Ansprüchen genügendeAusbildung ein.3.2 Sie sichert die Erfüllung der Pflicht zursorgfältigen Berufsausübung.3.3 Sie informiert die Kammerangehörigenin berufsbezogenen Belangen und bietetdazu Beratung und Dienstleistungen an.4.3 Sie ist der Qualität und Professionalitätihrer Arbeit besonders verpflichtet. Wissenund Erfahrung bilden das Fundament derArbeit. Dies setzt in der Geschäftsstellekompetente, engagierte und leistungsbereitesowie adäquat vergütete Mitarbeiterund Mitarbeiterinnen voraus.4.4 Die gewählten Ehrenamtlichen steuernund kontrollieren die Ausrichtung unddas Handeln der Kammer über die Kammerversammlungund den Vorstand. DieZusammenarbeit von Hauptamtlichenund Ehrenamtlichen ist getragen von gegenseitigerWertschätzung und respektiertdie unterschiedlichen Zuständigkeiten.4.5 Klare Strukturen, eine funktionaleAufgabenteilung und die Bereitstellungder notwendigen Ressourcen sind dieGrundlage für einen leistungsfähigen Betriebder Kammer.4.6 Die Psychotherapeutenkammer NRWstrebt in ihrem Organisationshandeln dieVerwirklichung der Grundsätze guter Verwaltungspraxisan (siehe beispielsweiseden Europäischen Kodex für gute Verwaltungspraxis).Nordrhein-WestfalenPsychotherapeutenjournal 3/2013323

ptj_2014-3
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Ausgabe 3-2013 - IGZ
Trendreport 3/2013 als PDF zum Download - FORBA
TVAktuell 2013-3.pdf - TV Arbergen
3|2013 - Prisma-Online