Aufrufe
vor 3 Jahren

Dramen unterrichten – Marbach 2009 - Fachverband Deutsch

Dramen unterrichten – Marbach 2009 - Fachverband Deutsch

Autor: Wolfgang Rzehak,

Autor: Wolfgang Rzehak, LV Baden-Württemberg 30.08.2009Dramen unterrichtenMarbach 2009 6es mit einer Jugend zu tun, die mit Internet und Handy und deren implikativenKommunikationsformen groß geworden und durch diese mit sozialisiert wordenist.Die Interdependenzen zwischen Gewaltspielen und -darstellungen einerseitsund Gewalthandlungen bis hin zum Amoklauf sind vielfach diskutiert worden –und nach Winnenden wieder außerordentlich virulent geworden.Erwachsenwerden in Zeiten von Internet und Videohandys bedeutet, dass Kinderund Teenager im Internet neben ihrer liebsten Freizeitbeschäftigung, demChatten, u.a. auch auf die Seiten von YouPorn gehen und damit die freie Auswahlunter Clips der verschiedensten Art haben. Wie kürzlich in einem Aufklärungsreportin „Die Zeit-Wissen“ herausgestellt wurde, stehe das Schlagwort der „GenerationPorno“ für ein komplexes Phänomen in unserer Gesellschaft. Der ChefredakteurJan Schweitzer stellt dazu im Vorwort zu selbiger Ausgabe fest: „Am erschreckendstenaber ist, dass sich hierzulande kaum jemand des Themas annimmt.Geforscht wird wenig, die Lehrer werden allein gelassen, und die Elternwissen oft nicht, was ihre Kinder so treiben – geschweige denn, wie sie ihreSprößlinge richtig aufklären sollen.“ 6Es liegen bislang noch keine zuverlässigen Studien vor, wie sich die frei zugänglicheInternetpornographie auf die Jugendlichen und ihr späteres Lebenauswirkt. Gleichzeitig träumen aber viele Jugendliche, vor allem Mädchen, nachwie vor von der großen romantischen Liebe. Wie sonst lässt sich erklären, dassdie „Bis(s)-Romane“ von Stephenie Meyer zu absoluten Bestsellern gewordensind? In der „Twilight“-Reihe geht es um die ‚wahre Liebe‘ zwischen einem Mädchenund einem Vampir, die aber – u.a. aus naheliegenden Gründen – vor derHochzeit körperlich nicht vollzogen wird.Zum erfolgreichsten Computerspiel aller Zeiten sind inzwischen „Die Sims“aufgestiegen. Die „Sims“ simulieren das normale Leben: es wird gearbeitet, dasHaus möbliert, die Karriere vorangetrieben... Auf spielerischer Seite warben dieMacher für die im Juni herausgekommene neue Version vorab vor allem mit der6 Vorwort von Jan Schweitzer.- In: Die Zeit-Wissen, H. 3 (März/April) 2009; S. 5. Vgl. dazu auchdie entsprechende Reportage: Neudeker, Sigrid; Maier, Josephina; Heinser, Michael: Zwischen Pornound erster Liebe.- In: Die Zeit-Wissen; H. 3 (März/April) 2009; S. 12-24.

Autor: Wolfgang Rzehak, LV Baden-Württemberg 30.08.2009Dramen unterrichtenMarbach 2009 7Entwicklung eines völlig neuen „Persönlichkeitssystems“ 7 , das dem Nutzer dieErschaffung realistischer Charaktere im Sims-Universum erlauben soll. Dabeikönnen einer Spielfigur mehrere Wesensmerkmale mit auf den Lebensweg gegebenwerden – von humorvoll über charismatisch bis hin zu neurotisch. Wobei vorallem die Kombination dieser Eigenschaften für interessante Verwicklungen sorgensoll.Der Zuschauer-Spieler handelt, inter-agiert, indem er nachahmt, simuliert,Rollen ausprobiert, experimentiert – um dann doch wieder im Alltagsdrama zulanden. In der chinesischen Internet-Sitcom „Sufei’s Diaray“ platzieren Firmenwie Estee Lauder und Sony ihre Produkte und ermöglichen dem interagierendenZuschauer – ad hoc – in den Plot einzugreifen. Und zwanzig Millionen Chinesenmelden über Blog-pods und E-Mail zurück, ob Sufei beispielsweise jetzt Karaokesingen oder einen netten Jungen besuchen soll. 8Ins Positive gewendet – und dabei sind die didaktischen Implikationen undKonsequenzen noch nicht einmal ansatzweise ausgeleuchtet, gibt es Computerspielewie „Façade“, von Michel Mateau und Andrew Stern konzipiert, die denSpieler (hier: in einem dramatischen Einakter) – interaktiv – in einen eskalierendenEhestreit eines befreundeten Paares verwickelt. Wie Jörgen Schäfer, der inden „Mitteilungen“ vorigen Jahres darüber berichtet hat, 9 mitteilt, habe es derSpieler selbst in der Hand, im retardierenden Teil, dem sogenannten „therapygame“ durch seine Äußerungen dazu beizutragen, den Streit entweder weitereskalieren zu lassen oder durch Beschwichtigungsversuche und erfolgreiche „therapeutische“Gesprächsführung zu einer Deeskalation beizutragen. 10Was können und was sollen Pädagogen und Didaktiker in diesem Zusammenhang,in einer solchen Situation tun? Wie können Lehrer an den Medieninteressenund -erfahrungen von Jugendlichen pädagogisch sinnvoll anknüpfen?7 Vgl. dazu: „Die Sims leben weiter“.- In: Schwäbische Zeitung vom 25.02.2009.8 Feng, Sue: Clinique, Sony star in Web sitcom.- In: The Wall Street Journal, Friday-Sunday,March 27-29, 2009; S. 5.9 Schäfer, Jörgen: Spielbare Konflikte. Gattungsstrukturen und Spielhandlungen im interaktivenDrama.- In: Mitteilungen, H. 3/2009 (55. Jg.) S. 288–302. „Façade“ ist ein Computerspiel, in dem derSpieler nicht etwa ein umfangreiches Abenteuer in aufeinander folgenden Levels bestehen muss,sondern in einen Ehestreit eingreifen soll. Ein Spieldurchlauf dauert 15 bis 20 Minuten; nach sechs bissieben Durchläufen hat der Spieler einen erschöpfenden Überblick über die Variationen der Handlung.„Façade“ kann gratis von der Website http://www.interactivestory.net heruntergeladen und sowohl aufWindows als auch auf Mac-Computern installiert werden.10 Vgl. dazu Schäfer, S. 297.

„Marbach ... frei nach Schiller“ - Schillerjahr 2009
Einladung Schule ist mehr als Unterricht - Fachverband Deutsch
„Begegnungen mit Fremden“ - Fachverband Deutsch
15.-17. Mai 2009 - Fachverband Deutscher Heilpraktiker
Wintertreffen „Team Jeunesse“ - Fachverband Deutscher Floristen ...
„Das erste Mal“ von Michal Walczak. - Fachverband Deutsch
Fachverband Deutsch „Arm in Arm mit dir“
„Förderung in der deutschen Sprache als Aufgabe des Unterrichts in
Kindergarten – Erzieher (in) (Deutsch- und DaF-unterricht) ((Die ...
Deutscher Lehrerpreis – Unterricht innovativ - auf der Startseite
Kompetenzorientierter Unterricht für „Deutsch, Lesen ... - Bifie
Kompetenzorientierter Unterricht für „Deutsch, Lesen ... - Bifie
A 10. August 2009, 19.00 - Direkt aus Europa auf deutsch