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Die „Next Eleven“ - IHK Regensburg

Die „Next Eleven“ - IHK Regensburg

Titel28 WIKO I 9 I

Titel28 WIKO I 9 I 2013

Next ElevenDer Ausbau der Infrastruktur wird auch inNigeria notwendig werden. Die zweitgrößteafrikanische Volkswirtschaft südlich derSahara besitzt durch seine Öl- und Gasvorkommenzwar erhebliche Reichtümer,ist in weiten Teilen des Landes aber unterentwickelt.Ein Schwerpunkt der Wirtschaftsbeziehungenzwischen Deutschlandund Nigeria ist die Zusammenarbeitin der Stromproduktion – vor allem durcherneuerbare Energien. Insbesondere dieGaswirtschaft wird sich voraussichtlich zueinem der wichtigsten Wirtschaftszweigeentwickeln. Mehr zu Nigeria auf Seite 22.Auch Mexiko gehört zu den größten Ölexporteurenund ist eine bedeutende Volkswirtschaftin Lateinamerika. „Mexiko istein idealer Brückenkopf für Unternehmen,um sich die Märkte in den USA, Kanadaund Südamerika zu erschließen und näherbei den Kunden zu sein“, sagt Huber. DerHandelsaustausch mit Mexiko erreichte2011 ein Volumen von rund 17 MilliardenUS-Dollar. Insbesondere in der Chemie-,Pharma- und Elektroniksparte sowie derAutomobilindustrie ist Deutschland derwichtigste Handelspartner Mexikos in derEU.Eine Ausnahmestellung unter den „NextEleven“ nehmen die Türkei und Südkoreaein. „Gefühlt“ gehört die Türkei längst zumeuropäischen Wirtschaftsraum und in Südkoreaentsprechen Industrialisierung undInfrastruktur schon fast den Industrienationen.Das Land hat sich in den vergangenenJahren als Partner auf Augenhöhe inChiptechnik, Elektronikindustrie und alsAutomobilstandort etabliert.Insgesamt ist der Handel mit den „NextEleven“-Staaten bisher von Maschinenbau,chemischen Erzeugnissen und Fahrzeugtechnikgeprägt. Der Bedarf an Industriegüternund Infrastruktureinrichtungenwird in all diesen Ländern sicher noch steigen.Auch die Landwirtschaft spielt in denSchwellenländern eine große Rolle und bietetPotenzial für Agrartechnik. Außerdemwächst in den Staaten der „Elfer-Liste“ein Mittelstand mit hoher Konsumbereitschaft.Die RisikenDas Wachstumspotenzial der „Next Eleven“ist beeindruckend, ein wirtschaftlichesEngagement in diesen Ländern birgtaber auch Risiken. Das aktuelle BeispielÄgypten zeigt, wie schnell sich das Blattwenden kann. Lange Zeit galt Ägypten alsder solideste und stabilste Wirtschaftspartnerin Nordafrika. Nach dem Sturzvon Präsident Mubarak sah es zunächstso aus, als würde sich Ägypten schnell wiederstabilisieren. Doch die jüngsten Ereignissezeigen, dass die politischen undgesellschaftlichen Verwerfungen tiefereWurzeln haben. Infolge der Unruhen nachdem Sturz von Präsident Mursi zogen ausländischeInvestoren ihr Kapital ab, staatlicheFörderprojekte wurden eingefrorenund Bauprojekte stillgelegt. In Ägyptenhatte das kaum jemand erwartet, in anderenLändern sind gesellschaftliche Spannungenund politische Auseinandersetzungenein Dauerthema.Beispiel Iran. Allein 2012 ging das bilateraleHandelsvolumen zwischen Deutschlandund dem Iran um 27 Prozent zurück.Hauptgrund sind die Sanktionen der UNund der EU infolge der Auseinandersetzungenum das iranische Atomprogramm.Handelsbeschränkungen prägen die industrielleEntwicklung. Wann der Konflikt beigelegtwerden kann, ist völlig offen.Ein anderes Beispiel ist Pakistan. Dort bestehtein riesiger Bedarf bei Ausbau undErneuerung der Stromversorgung, dochdie Gefährdung durch terroristische Anschlägeund Entführungen ist in einigenLandesteilen sehr hoch. Ohne akribischeVorbereitung und Sicherheitsvorkehrungenist eine Reise nach Pakistan kaummehr möglich.Mit ganz anderen Problemen hat dagegenBangladesch zu kämpfen. Bangladeschist zwar einer der größten Textilexporteure,doch der Einsturz einer Textilfabrikim April dieses Jahres, bei dem mehrals 1.000 Menschen ums Leben kamen,machte deutlich, dass Bangladesch nochweit von den Mindeststandards einer Industrienationentfernt ist. 52 MillionenMenschen leben dort unter der Armutsgrenze,obwohl das Land ein jährlichesWirtschaftswachstum von sechs bis siebenProzent verzeichnet. Die Infrastruktur istnur schwach ausgebildet, Korruption weitverbreitet.FazitDie „Next Eleven“ sind für Unternehmenein wichtiger Hinweis, wo sich neueattraktive Märkte entwickeln und wo essich lohnt, genauer hinzusehen. Ein Engagementin diesen Ländern ist aber keinSelbstläufer, sondern bedarf einer gutenVorbereitung. „Wirtschaft konkret“ hat diewichtigsten Punkte zusammengefasst, dieein Unternehmen beachten sollte, wennes in einem der „Next Eleven“-Staaten investierenwill. Weitere Infos und Kontaktegibt es auf den nächsten Seiten. ■PodcastDen Audiobeitrag können Sie downloaden:www.ihk-regensburg.de/podcastWIKO I 9 I 2013 29

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