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Die „Next Eleven“ - IHK Regensburg

Die „Next Eleven“ - IHK Regensburg

HochschuleSchneller

HochschuleSchneller wollten sie schon sein... in diesem Punktwar sich das Formula Student Team der HochschuleRegensburg zu Beginn der Saison einig. Ihr Ziel nach denguten Platzierungen vom Vorjahr: Mit dem Elektroauto indie Top Ten, mit dem Verbrenner in die Top 15 –bei weltweit mehreren hundert Startern.Wer macht das Rennen?Formula Student bringtKarriere in GangSponsoren gewinnenFachnachwuchsvon Julia KuhlesZwei Rennwägen, innerhalb eines Jahresvon 70 Studenten gebaut. Planung,Design, Finanzierung, Konstruktionliegen in ihrer Hand, wie ineinem richtigen Unternehmen. CarolinUllmann und Denis Bachmeier gehörenzum harten Kern der Truppe. „Viel Arbeit,eigentlich wollte ich nach dem letzten Sommeraufhören. Aber viele sind dabeigeblieben.Da steigt die Wahrscheinlichkeit, dasswir mit dem nächsten Fahrzeug noch mehrErfolg haben“, rechtfertigt sich Denis. EineSaison Formula Student kostet ihn ein Semesterseines Mechatronik-Studiums. Für Hauptverantwortlichewie Denis und Carolin ist esein Vollzeit-Job. Das Team arbeitet jetzt anGewicht und Zuverlässigkeit. Batterie, Fahrgestell,Antriebsstrang, Motor... Es gibt etlicheSchrauben an denen die angehenden Ingenieuredrehen können.Kosten und Karriere im GriffDoch sind die möglichen Lösungen auch finanzierbar?Um diese Frage kümmert sichCarolin. Das Auto soll am Ende nicht nurschnell, sondern günstig sein. WirtschaftlicheAspekte machen beim Wettbewerb ein Drit-36 WIKO I 9 I 2013

tel der Punkte aus. In einer Serie von 1.000Stück produziert, würde das Elektroauto ausRegensburg 27.000 Euro kosten, „ohne Arbeitszeit“,betont Carolin. Im Prototyp selbststeckt mehr Geld, etwa 150.000 Euro. DieHochschule Regensburg steuert rund 20.000Euro bei, den Rest müssen die Studenten überSponsoring organisieren, meist in Form vonMaterial.Der Autozulieferer Continental in Regensburgunterstützt die Studierenden seit 2008mit Teilen wie Sensoren, ABS-Systemen, Reifen,aber auch mit Tipps. Martina Fischer vomHochschulmarketing schätzt das Engagementder Studenten: „Sie bringen Herzblut mit fürihr Projekt und arbeiten sehr teamorientiertund innovativ.“ Solche Leute brauche Continental.Standort- und Werkleiter ThomasEbenhöch und Personalleiter Michael Staabhaben die Studentenaktion im Blick. „LetztesJahr haben wir zwei Absolventen des Formula-Student-Teamseingestellt. Darauf sindwir sehr stolz, weil wirklich viele Firmen umdiese Leute werben.“ Auch wenn das Studiumdurch die Formula Student etwas länger dauert- Continental sieht das positiv. „Das isteine zusätzliche Qualifikation.“Denis weiß, dass sich sein Einsatz am Endeauszahlen wird. Momentan ist er aber kurzvor dem Verzweifeln: Nicht nur etliche Teammitglieder,auch ein Lieferant ist abgesprungen.Jetzt muss er eine Firma finden, die dasnötige Bauteil noch schnell herstellt, damitdas Auto zur Präsentation fertig ist. Dafür liefertdie KMH Kunststoff Metallhandel GmbHaus Regensburg gerade den neuen Batterie-Container an. Und das pünktlich, obwohl dasFormula-Student-Team die Firma unter Zeitdruckbrachte. KMH-Geschäftsführer MarioFuchs nimmt das Projekt ernst. Ihm gefällt,dass die Studenten in ihrer Freizeit lernen,wie ein Unternehmen funktioniert. Er wirdkeinen der Formula-Students einstellen können:„Überqualifiziert“, sagt er. Mit seinemSponsoring knüpft er aber Kontakte zu denFührungskräften von morgen.Autos wie BabysZu den beiden Rennwagen: Der RP13c mitVerbrennungsmotor und der RP13e mit Elektroantrieb.Es hat wieder geklappt. Pünktlichzum Doppel-Rollout im Sommer wurdenbeide Boliden fertig. Ein Höhepunkt der Saison!„Der Blick der Jungs, wenn das schwarzeTuch von den Autos gezogen wird: Sie guckenwie auf ihre Babys.“ Carolin freut sich jedesMal auf diesen Moment. Die Fahrzeuge sind50 Kilogramm leichter als im Vorjahr und damithoffentlich schneller. Auf alle Fälle beschleunigensie schneller als ein Porsche: VonNull auf 100 in weniger als vier Sekunden.Die europaweite Rennsaison startet noch diesenSommer. Das erste Rennen in Silverstone,Großbritannien, verläuft für die RegensburgerStudenten nicht ganz optimal. Problemebei der Batterie und der Motorsteuerung, dasElektroauto muss in der Box bleiben, nur derVerbrenner kann starten. Beim Beschleunigungsrennenschafft es der RP13c auf denachten Platz. Bei der Endurance, dem Langstreckentest,ist nach dem Fahrerwechsel leiderSchluss: Benzinpumpe defekt. Dann heißtes: Zurück ins Labor... Das wichtigste Rennender Saison ist drei Wochen später auf dem Hockenheimring.Probleme rechtzeitig erkennenFormula StudentDie Formula Student ist ein internationalerWettbewerb, bei dem Studierende in Teamarbeiteinen Rennwagen selbst entwerfen, konstruierenund fertigen. Damit treten sie beijährlich stattfindenden Events gegen Teamsaus der ganzen Welt an. Bei der FormulaStudent gewinnt nicht einfach das schnellsteAuto, sondern das Team mit dem bestenGesamtpaket aus Konstruktion, Rennperformance,Finanzplanung und Verkaufsargumenten.Von der Hochschule Regensburg gehenzwei Teams an den Start: Der Dynamics e.V.mit einem Verbrennungsmotor und der Regenicse.V. mit einem Elektromotor.Sebastian Kleppe kennt diesen Druck. Bis vorkurzem noch selbst Formula Student, entwickeltder junge Ingenieur heute bei Continental.Wichtiger als Fachwissen sind für ihn imProjekt erworbene Soft Skills, etwa Fehlerrechtzeitig eingestehen, ein Problem nicht alleinelösen wollen. „Wenn Probleme zu spätans Licht kommen, macht man sich keineFreunde - weder in der Formula Student, nochin der Industrie.“ Kontakt zur Formula Studenthat Kleppe weiterhin. Als technischerAnsprechpartner ist er Schnittstelle zwischenEntwicklern bei Continental Regensburg undStudenten. Er will Teile schnell liefern, damitdie Autos pünktlich fertig werden.Alles umsonst?Das Elektroauto RP13e läuft noch immernicht ganz rund. Trotzdem zum Hockenheimringfahren, aber 2.000 Euro für Fahrt undTeilnahmegebühr womöglich umsonst ausgeben?Obwohl beide Teams beim deutschenWettbewerb dabei sein wollen, siegt die Vernunft:Der RP13e bleibt zu Hause.Nur der Verbrenner tritt an und sorgt für eineÜberraschung im Beschleunigungsrennen.Auf dem Hockenheimring schafft das Autoim zweiten Versuch die 75 Meter in nur 4,09Sekunden und lässt den Weltranglistenerstenhinter sich. Nur der Rennstall Esslingenist noch schneller: 4,08 Sekunden. Der dritteund letzte Versuch für die Regensburger: Miteinem Hundertstel Vorsprung, in 4,07 Sekunden,rast der Regensburger Dynamics e.V. aufPlatz Eins beim Acceleration.Der Sieg tröstet das Team über den wenigererfolgreichen Langstreckentest hinweg. Kurzvor Ende mussten die Studenten den RP13cnachbessern, testen und ab zum nächstenRennen. Dann wird durchgefahren! Selbstwenn es dort wieder nicht klappt, gewonnenhaben die Studenten immer und zwar an Erfahrung.Denis Bachmeier beschreibt es so:„In der FH lernen wir Theorie, bei der FormulaStudent das echte Leben kennen.“ ■WIKO I 9 I 2013 37

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