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Pfarrblatt Nr. 3 - Pfarrei Heitenried

Pfarrblatt Nr. 3 - Pfarrei Heitenried

ThemaVon daher lassen

ThemaVon daher lassen sich als Kernbestandteile des Osterfestesfesthalten:• Eine 40-tägige Buss- und Fastenzeit zur Vorbereitungauf Taufe oder Wiederaufnahme in die Kirche mitstrengem Fasten, das auch Eierspeisen und z.T. Milchprodukteeinschloss. Eine Nachtfeier mit Lichtsymbolik(Exodus 13, Feuersäule, Christus das Licht der Welt).• Taufen nach Vorbereitungszeit, festgemacht u.a. anExodus 14 (daraus ergeben sich dann verschiedeneBräuche um das Wasser).• Eine Morgenfeier mit anschliessendem Fastenbrechen,Speisensegnung einschliesslich Eierweihe, Osterlamm(Genesis 22, Exodus 12, Passionsgeschichte).• Acht Tage Ostern (Joh. 20, 19-29) („Weisse Woche“).• Eine 50-tägige Festzeit (bis Pfingsten = „50 Tage“).Alle heutigen Osterbräuche sind aus den Riten dieser Festzeitenabgeleitet.Gesegnete EierWährend des Fastens vor Ostern – in einer guten Legezeitder Hühner – waren Eier reichlich angefallen. Sie wurdenaufgehoben und konserviert als Soleier (in Salzlake) oderin kühlender Erde und Sägespänen. Am Ende der Fastenzeitwurden die Eier – wie heute noch in orthodoxen undrömisch-katholischen Kirchen – in den Ostergottesdienstgebracht und in einer besonderen Zeremonie gesegnet.Die zu Ostern in der Kirche gesegneten Eier waren hartgekochtund gefärbt. Zusammen mit dem Osterfladen undder Osterbutter wurden sie endlich zum Fastenbrechengegessen. Durch die byzantinischem Brauch folgende Färbung(in Deutschland existiert diese Sitte spätestens seitdem Beginn des 13. Jahrhunderts) liessen sich die gesegnetenEier von den ungeweihten unterscheiden. Seit vielleichtachthundert Jahren gibt es bei uns solche „Ostereier“.Auch das „Eierpecken“ ist keine deutsche oder germanischeErfindung. Mit dem Ruf „Christus ist auferstanden“schlägt man bis heute bei den serbisch-orthodoxen Christendie Ostereier gegeneinander. Wer es schafft, das Ei desanderen zu knacken, darf es aufessen. Das Ei, das als dashärteste übrig bleibt, hebt man da und dort bis zum nächstenJahr auf – als Erinnerung an Ostern. Übrigens lässt sichschon in frühchristlicher Zeit das Färben und Verschenkenvon Eiern in Armenien nachweisen.Zinseier und SchenkeierWie an manch anderem Festtermin, (z.B. an Martini, 11.November) wurden auch zu Ostern (genauer: am Gründonnerstag)Zins- und Pachtzahlungen für Grund und Bodenfällig, die nach altem Brauch unter anderem auch in EiernBrauchtum – FamilienfestIn einigen französisch-sprachigen Gegenden der Schweiz fliegen in derWoche vor Ostern die Kirchenglocken nach Rom. Wenn sie an Ostern zurückkehren,bringen sie die Ostereier mit.In den meisten Landesteilen ist es jedoch der Osterhase, der die Eier bringt.Er versteckt sie, zum Beispiel im Garten, wo die Kinder sie finden sollen.Dieser Brauch reicht bis ins 18. Jahrhundert.12erstattet wurden. Auch andere Zahlungen erfolgten anOstern in Naturalien – was kleine Leute in kleiner Münze,nämlich ebenfalls in Form von Eiern erledigten. In der Bedeutungdes zu Ostern abzuliefernden Zinseies lässt sichdas Wort Osterei im Deutschen seit dem 15. Jahrhundertnachweisen. (Im Niederdeutschen gibt es auch noch dieBezeichnung Paskeier von Passah = Ostern).Zugleich waren Zinstage stets auch Heischetage, also Zahltageund Unterstützungstage für Gesinde und Arme, diedas Recht, darum zu bitten, zum Teil aber sogar Anspruchauf die betreffenden Leistungen hatten. Auch diese Leistungenerfolgten in Naturalien, unter anderem in Formvon Eiern und Gebäck. Als die Naturalabgaben durch Geldzahlungenabgelöst wurden, erhielten sich die Bräuche alsGeschenkbräuche vor allem für Kinder, die besondere Eiergeschenkevon ihren Taufpaten erhielten.Das Eiersuchen selbst hat keinen besonders tiefen Sinn,sondern ist, wie jede Bäuerin weiss, eine der täglichen„Freuden“ und Pflichten bei artgerechter Hühnerhaltung.Dass man nun auch besonders die frischen Eier zur gutenVerwendung sucht und sammelt, ist klar. Dass den Kinderndie Eier versteckt werden, ist Ausdruck der städtischen,frühbürgerlichen „kindgemässen“ Ausgestaltung desFestes.Bedeutung der OstereierEier haben in vielen Kulturen symbolische Bedeutung alsFrühlings- und Fruchtbarkeitssymbol. Das Christentumkennt das Ei aber zunächst aus der jüdischen Sedermahlzeitan Passah, wo ein Teller auf den Tisch gestellt wird mit Kräutern,Nüssen, Äpfeln, Gemüse, Geflügelfleisch und einemhartgekochten Ei. Eigentlich ist das Ei in diesem Zusammenhangein Zeichen der Trauer. Jedoch bot es sich auchzu allegorischen Deutungen auf die Auferstehung Christian; es ist ja auch ein Lebenssymbol.Als „rotes Ei“ wurde es zum Zeichenfür den auferstandenen Christus undsein Blut. So wurde es auch zum Bestandteildes Osterbrauchtums – erstin den orthodoxen Kirchen Griechenlands,Russlands, Serbiens, dann seitdem 12. und 13. Jahrhundert auch inDeutschland. Interessant ist, dass sich

Themazeichen für die Häuser der Kinder Israel in Ägypten gewesenist, damit der Todesengel an ihren Wohnungen vorübergeht.„Auch wir haben ein Passahlamm, das ist Christus,der geopfert ist“ (1. Kor. 5,7) und dessen vergossenes Blutuns schützt. Das Opferlamm ist für die Christen aber vonAnfang an auch das Siegeslamm (Offenbarung 14,1 ff, 22,3u.a.).Wer sich kein Lamm zu Ostern leisten konnte, wolltewenigstens ein aus süssem Teig gebackenes Osterlamm habenoder einen Osterfladen, gelegentlich auch mit einemeingebackenen Osterei. Und wenn Jesus das wahre Osterlammund das Himmelsbrot ist, dann ist dies ja eine richtigeVeranschaulichung. Abendmahlsdarstellungen zeigen,dass Osterlamm und Abendmahlsbrot zusammengehören.der Brauch um die gefärbten Ostereier besonders bei denSorben in der Lausitz und im Spreewald in Sachsen undBrandenburg erhalten und ausgeweitet hat. Der einst nursorbische Brauch, die zum Kuchenbacken ausgeblasenen,dann bemalten Ostereier an Zweige zu hängen, ist inzwischenüber ganz Deutschland verbreitet, wobei inzwischenauch bunte Plastikeier verwandt werden.OstermontagDer Ostermontag ist der letzte Rest der einst ganz arbeitsfreienOsterwoche (Oster-Oktav: Festwoche von Ostersonntagbis Quasimodogeniti). In Anlehnung an das Osterevangeliumvon den Emmausjüngern (Lukas 24, 13-35) machtman am Ostermontag die ersten Ausflüge ins Grüne, früherauch zu Waldkapellen, benachbarten Kirchen usw. („Emmausgang“).OsterfeuerDie Osternacht ist die Nacht des Lichtes. In der Kirche warenalle Lichter am Gründonnerstag gelöscht worden. Ostern erscheintdas Licht neu. Dabei wird angeknüpft an Genesis 1:Gott schafft Licht, an Exodus 13: Gott, weist seinem Volk inder Feuersäule auch in der Dunkelheit den Weg, an Christusals das Licht der Welt. Vor der Kirche wird ein Feuerentzündet, möglichst aus Stein geschlagen. Daran wird dieOsterkerze entzündet, mit der Licht in die Kirche gebrachtwird. Dreimal ziehen die orthodoxen Christen mit demOsterlicht um ihre Kirche oder den ganzen Häuserblock, bevorsie mit dem Licht in die Kirche einziehen. In der alten LiturgieOsterwasserZweimal im Jahr wurden in der Frühzeit des ChristentumsErwachsene getauft: vor allem zu Ostern und auch nocheinmal zu Pfingsten. Sichtbar geweiht wurde das Wasser inder Osternacht durch das Kreuz oder durch die Osterkerze.Das gesegnete Wasser galt als besonders wirkmächtig undwurde gern auch nach Hause mitgenommen, um denen,die nicht in der Kirche dabei waren, den Segen mitzuteilen.Allerhand Wasserbräuche (Osterwasser, Weihwasser) habensich später angeschlossen; selbst wenn manche dies heuteals abergläubisch bewerten, sind diese Wasserbräuche auschristlichem Taufbrauch, nicht aber aus dem Heidentumder Heiligen Osternacht heisst es: „Dies ist die Nacht,die das Dunkel der Sünde durch dashervorgegangen.Autor: Thomas GandowLeuchten der Feuersäule verscheuchtNeueres Brauchtumhat. Dies ist die Nacht, die heute aufIn Nyon werden an Ostern die Brunnen geschmückt. Der Brauch ist erstder ganzen Erde alle, die an Christusetwa 30 Jahre alt, aber kaum jemand der heutigen Organisatoren kann sichglauben, den Lastern der Welt undder Sündennacht entreisst, der Gnadezurückgibt, den Heiligen einreiht.Dies ist die Nacht, in der Christus dieBande des Todes zerriss und siegreichvom Grabe erstand. ... Dies istdie Nacht, von der geschrieben steht:‚Nacht wird lichthell wie der Tag‘, ‚Finsternisist wie das Licht‘!“Osterlamm und OsterfladenDas Verspeisen eines Osterlammes gehörtzu den Osterbräuchen, die direktaus dem jüdischen Passahbrauchtumkommen. Biblischer Bezug ist das 12.Kapitel des Exodus (2. Buch Mose), wodie Geschichte aufgezeichnet ist, wieerinnern, woher die Idee eigentlich kam. Jedenfalls hat sich das Brunnen-Schmücken als Touristen-Attraktion etabliert – mit einem Wettbewerb undsogar geführten Touren.Rougemont im Kanton Waadt kennt eine einzigartige Tradition, die es erstseit 2001 gibt. Jedes Jahr werden 12 Rieseneier zu einem bestimmten Themageschmückt und im Dorf ausgestellt.Eine Tradition, die Höhen und Tiefen erlebt hat, ist das „Eiertütschen“, dashäufig zu Hause gepflegt wird. In der Stadt Bern wird das „Eiertütschen“öffentlich ausgetragen, an einem Ort in der Altstadt.Eine andere Variante, das „Zwänzgerle“, wird in Zürich gepflegt, wo KinderErwachsene herausfordern: Der Erwachsene versucht, ein Zwanzigrappen-Stück so zu werfen, dass es im hart gekochten Ei stecken bleibt. Prallt dieMünze ab, erhält das Kind die Münze, ansonsten darf der Werfer das Ei haben.Dieser Brauch ist Jahrhunderte alt. Er geriet ins Vergessen und wurdein den 1930er-Jahren wieder belebt.das Blut der Passahlämmer ein Schutz-13

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