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Sonntag ‚Jubilate' 21. April 13 // Predigt von Theo Enzner Predigttext ...

Sonntag ‚Jubilate' 21. April 13 // Predigt von Theo Enzner Predigttext ...

Liebe Gemeinde,sicher

Liebe Gemeinde,sicher haben Sie schon mal so gestaunt über die Schöpfung – egal an welcher Stelle.Sind es die Blumen im Frühling, sind es brillante Sonnenauf- oder – untergänge, sind es paradiesische Landschaften,sind es Strukturen und Ordnungen im Mikrokosmos u.a..Sicherlich haben sie auch letzten Sonntag gestaunt: Was für ein herrliches Sommerwetter und mit welcherLebenslust waren alle Menschen unterwegs..Unser Problem ist dabei, dass wir alles für so selbstverständlich halten oder vereinnahmen oder als machbarerklären – dass wir das Staunen und die Dankbarkeit und darum auch die Achtsamkeit gegenüber der Schöpfungverlernen…Diese Schöpfungsgeschichte im ersten Buch Mose lehrt uns das Staunen und Danken. Sie ist nicht – auch wenn sieam Anfang der biblischen Bücher steht – zu Anfang geschrieben worden, sondern in einer Zeit, wo Gottesauserwähltes Volk enorm geschüttelt war. Im babylonischen Exil wurden diese Texte verfasst, d.h. in einer Zeit, inder viele fragten, ob der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs noch alles richtig im Griff hat.Die Schöpfungsgeschichte ist kein wissenschaftlicher Beitrag zur Sammlung der vielen Weltentstehungstheorien.Sondern es ist eine Botschaft an schwer traumatisierte Juden im Exil, denen das Unfassbare widerfahren ist, nämlichdie Zerstörung des Tempels – dem Symbol der Gegenwart und Wohnung Gottes.Darum die stumme Frage vieler Menschen damals: Hat Gott wirklich noch alles im Griff?Ja, sagt diese Geschichte, denn er hat alles erschaffen, er trägt und hält die Welt auch jetzt. DieSchöpfungsgeschichte ist eine Trostgeschichte, die einige markante Aussagen hat (und sich damit auch von anderenSchöpfungsgeschichten der damaligen Welt abhebt). Vier Gedanken zum Geheimnis der Schöpfung:Gottes Licht gegen alles Tohuwabohu // Gottes Ebenbild im Menschen /Der Sabbat als krönender Abschluss // Die neue Kreatur in Christus1. Gottes Licht gegen alles TohuwabohuDas erste Wort Gottes ist: ‚Es werde Licht!‘Ein Wort gegen das Chaos, das Wirrwar, das Durcheinander, die Finsternis.„Die Erde war wüst und leer“ – im Hebräischen steht hier ‚tohu‘= wüst, wirr; wa = und; bohu = leer. Es ist eingeflügeltes Wort im Deutschen geworden: Tohuwabohu.Das ist das große Durcheinander, das Chaos und Wirrwar am Anfang aller Zeit.Gott schafft mit seinem schöpferischen Wort Ordnung und Unterscheidung.Das Tohuwabohu wird verbannt - und übrig bleibt Licht, Klarheit, Ordnung.Und so geht die Schöpfungsgeschichte Tag für Tag weiter: Gott spricht sein Wort – und das Gute tritt ausdem Durcheinander hervor: der Himmel, das Festland, die Sterne, die Sonne, die Tiere u.s.w.. Gott, der Schöpfer,gebietet – und schon geschieht es so.Und alles fängt mit dem Licht an. Wir wissen, was für eine Wohltat das Licht ist. Licht bewirkt Leben. Wer nachtsschlecht schlafen kann und sich in dunkler Nacht im Bett hin und her wälzt, die Glockenschläge der Kirchturmuhrzählend, der weiß, wie schön es ist, wenn das erste Morgenlicht durch das Fenster dringt. ‚Morgenlicht leuchtet, reinwie am Anfang..‘ so haben wir vorhin gesungen.Das Licht vertreibt auch unser seelisches Tohuwabohu im Kopf, die Sorgengedanken, die besonders gut im Dunkelngedeihen; die Angst, die sich gerne im Finstern zuhause fühlt; die Unruhe, die einen aus dem Bett, zur Toilette undwieder zurück treibt.. Zwischen den Glockenschlägen der Kirchturmuhr scheint für die Schlaflosen eine Ewigkeit zuliegen.Aber der neue Morgen ist dann ein Lichtblick und vertreibt das Seelendunkel.Mit dem Licht wird also das Leben aus dem Wirrwar der Unordnung herausgerufen, in eine gute göttlicheOrdnung hinein. Nach jedem Schöpfungstag heißt die Bilanz: Und es war gut!Liebe Gemeinde, unsere Schöpfung ist gut, ja sehr gut – auch wenn sie so oft zerstört, ausgebeutet, missachtet wird.Auf die Schöpfung hat Gott das Copyright, die Schöpfung trägt seine Handschrift.„Die ganze Schöpfung trägt Gottes Fingerabdrücke“, sagte Jemand.Der Wissenschaftler Johannes Kepler sagte einmal: „In der Schöpfung greife ich Gott gleichsam mit den Händen.“Und von Hildegard von Bingen kommt der Satz: „Gott kann nicht (direkt) geschaut werden, sondern wird durch dieSchöpfung erkannt“.Die Schöpfung ist das Bilderbuch der Macht und Güte Gottes – gerade jetzt im Frühling wird es uns auffällig vorAugen geführt. Wie gut, dass wir einen Schöpfer haben!

2. Gottes Ebenbild im MenschenInteressant ist weiter, dass Gott sein Wort über die Dinge, die geschehen sollen, spricht; dass aber Gott direkt anden Menschen sein Wort richtet.V.28ff: er segnete sie und sprach zu ihnen..V.29: … ich habe euch gegeben…Der Mensch ist zum „Du“ bestimmt. Ich bin Gottes Gegenüber! Sein Ebenbild! Er hat mich als Geschöpf gewürdigt,weil er mich angesprochen hat. Auch in der Not bleibe ich sein Gegenüber, das er nicht vergessen will. Ich bleibe sein„Du“. Er redet zu mir und ich darf ihm alles sagen, was mich belastet, ich darf ihm Antwort geben.Im eben zitierten Psalm von David heißt es: V.6 Du hast ihn wenig niedriger gemacht als Gott, mit Ehre undHerrlichkeit hast du ihn gekrönt.Das ist eine gewaltige Aussage: Der Mensch ist Gottes Ebenbild. Gott will ihm seine Ehre, seine Würde geben. ImGesicht des Menschen soll sich etwas von der Art Gottes widerspiegeln.Die lateinische Übersetzung des Alten Testaments schreibt an dieser Stelle ‚eikon‘ (für das hebräische Wort Bild), dasist verwandt mit dem griechischen Wort ‚Ikone‘, was nichts anderes als Bild bedeutet. Und wer sich in derorthodoxen Frömmigkeit etwas auskennt, der weiß, dass die Ikonen so etwas wie ein Fenster zwischen derhimmlischen und der irdischen Welt sind. Schaue ich eine Ikone an, dann schaue ich gleichsam durch sie hindurchauf die göttliche Welt. Darum sind die Ikonenbilder auf Goldgrund gemalt.Der Mensch: ein Bild, ein eikon, eine Ikone Gottes.Im Gesicht des Menschen ist etwas von der göttlichen Welt sehen.Wenn der Mensch ein Ebenbild Gottes ist, dann ist in ihm auch eine letzte Würde. Daher die Menschenwürde! Ichdarf dieses Leben nicht auslöschen.- Daher verbietet sich Todesstrafe – weil wir uns nicht über den Schöpfer stellen dürfen.- Daher sollen wir auch im Gesicht eines aggressiven, oder egoistischen Menschen immer noch diese letzte Würdeerkennen! Wenn wir eine solche Sicht auf die Mitmenschen haben, dann ändert sich vielleicht unsere Einstellung zumanchen sehr unsympathischen Zeitgenossen! Stellen Sie sich einen Menschen vor, den sie nicht mögen, dem sieaus dem Weg gehen möchten … und auch für diesen Menschen gilt, dass er eine letzte göttliche Würde hat,zumindest ein bisschen davon…- Wenn wir mit diesen Gedanken uns selbst ansehen – meinetwegen morgens im Spiegel, wenn wir uns gar nichtgefallen, dann sollen wir das trotz allem ‚Ja, aber‘ aushalten … und vielleicht auch genießen. Trotz allem, wasschlecht und faul und fehlerhaft an mir ist:Ich bin und bleibe Gottes Ebenbild, sein Gegenüber – auch wenn das Bild noch so verbogen ist.Ich bin es wert, dass Gott mich mit ‚Du‘ anspricht – und ich darf auch Du zu meinem Schöpfer sagen… Jeder Menschein Bild zu Gott hin, eine Ikone Gottes!3. Der Sabbat als krönender AbschlussInteressant ist, dass der Schöpfungsbericht nicht mit der Erschaffung des Menschen aufhört. Man sagt, der Menschsei die ‚Krönung der Schöpfung‘; aber das stimmt nicht ganz. Die Vollendung der Schöpfung gipfelt in der Ruhe, imSabbat.Darum ist das biblische Sabbatgebot auch das ausführlichste unter den 10 Geboten. Darum ist im Judentum derSabbat ein hoher Feiertag – jede Woche!Für uns ist dagegen Samstag oder Wochenende manchmal eine Verlegenheit.Für uns heißt es nur: Feiertag heiligen! – und damit haben wir oft unsere Schwierigkeiten.Der 7. Schöpfungstag ist nicht ein Tag der Er-schöpfung, als ob Gott die Puste ausgegangen wäre, und er jetzt malrichtig ausschlafen müsste. Es ist auch keine Leerstelle, es ist nicht ‚Nichts‘ – sondern an diesem Tag hat einbesonderer Schöpfungsakt stattgefunden: die Ruhe wurde erschaffen!Das war die Vollendung, der krönende Abschluss.Zum Schaffen, Gestalten, Leisten kommt schlussendlich die Ruhe.Unsere Welt ist ja wesentlich vom schaffenden, vom leistungsstarken, arbeitenden Menschen geprägt. Darum ist füruns Krank- und Schwachsein etwas, was wir schnell wegbekommen wollen. In der Arbeit bekommen wir unsreAnerkennung. Aber es gibt noch etwas Anderes als Arbeit und Anstrengung, nämlich dieses Zur-Ruhe-Kommen unddie festliche Freude dabei.

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