März 2010 - Der Monat

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März 2010 - Der Monat

März 10

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Was wurde aus der

Liechtenstein-Erklärung?

Panorama 4

titelthema

Ausländischer Druck scheibchenweise 6

deutschland

Paradigmenwechsel konsequent vorbereitet 10

schweiz

Verschiebungen zur Servicequalität 11

w a s h i n g t o n

Verlässlicher Partner in amerikanischen

Augen 12

jahr der biodiversität

Landschaften bestimmen Vielfalt der Arten 14

koPf des monats

Klaus Näscher – Führer der Wissensarbeiter 16

verkehr und umwelt

Industriezubringer mehr als eine Strasse? 18

zeitgeschehen

27. März 1985:

Erbprinz Hans Adam plädiert für UNO-Beitritt 20

ausbildung

Lehrstellen: Der Kampf um die Besten 22

innovation

Briefmarken kleben ohne abschlecken 24

energie

Wir brauchen eine neue Energiepolitik 26

rätsel-sPass 28

schlussPunkt 30

in sachen steuerrecht herrscht

Das Bankgeheimnis in der Schweiz und in Liechtenstein

galt lange Zeit als unantastbar. Der Druck

aus dem Ausland nimmt zu, das Bankgeheimnis

bröckelt ab. Liechtenstein hat vor

einem Jahr versucht, mit einer

Vorwärtsstrategie den Druck zu

mindern. Ein Stück weit ist es gelungen,

zumindest scheint Liechtenstein nicht mehr

auf der «grauen Liste» der OECD auf, weil die erforderliche

Anzahl von Steuerabkommen unter Dach

und Fach gebracht werden konnte.

Wer aber glaubt, das Ende der

Fahnenstange sei damit erreicht,

dürfte sich wohl täuschen. Derzeit

steht die Schweiz unter massivem

Druck. Auch die Schweiz

hat nachgegeben, das Bankgeheimnis

steht mehr oder weniger

nur noch auf dem Papier. Liechtenstein

und die Schweiz wollen

jetzt noch Amtshilfe bei geklau-

Günther Meier

ten Daten verweigern. Wie lange

Redaktion «Der Monat»

kann man dem Druck standhalten?

Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt, aber

die Hoffnung schwindet. Derzeit herrscht das Recht

des Stärkeren.

das recht des stärkeren

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redaktion: Günther Meier, Tel. +423 380 09 30, Fax +423 380 09 31, redaktion@dermonat.li

anzeigen: Tel. +423 239 50 23, Fax +423 239 50 51, annoncen@dermonat.li

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titelbild: Lehrlinge und Lehrverträge – ein Thema in diesem Magazin.

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März 2010

3


4

5

Panorama

Konjunkturforscher

sehen einen Silberstreifen

Die Weltwirtschaft erlebte im Jahre 2009 eine

grosses Rezession. Welthandel und Industrieproduktion

sind im Vergleich zu den Vorjahren eingebrochen.

Liechtenstein wurde von dieser globalen

Krise, ausgelöst durch die globale Finanzkrise,

ebenfalls betroffen. Die Konjunkturforschungsstelle

Liechtenstein (KOFL) stellte

für 2009 einen Rückgang bei

den Direktexporten von 27,4 Prozent

gegenüber dem Vorjahr fest.

Das Bruttoinlandprodukt (BIP)

verringerte sich um 4,6 Prozent

im Vergleich zu 2008, das im laufenden

Jahr um real 1,3 Prozent

zunehmen dürfte. Die KOFL ist

ausserdem optimistisch, was die Industrie betrifft,

und rechnet mit einem zaghaften Anstieg der direkten

Exporte um 1,3 Prozent, worin die Ausfuhren

in die Schweiz nicht enthalten sind. Die Beschäftigungslage,

die im vergangenen Jahr erstmals

seit vielen Jahren rückläufig war, wird nach der

KOFL-Prognose in diesem Jahr wieder leicht um

0,3 Prozent ansteigen.

Gewisse Risiken allerdings bestehen bei diesen

Prognosen, wie die KOFL festhält: «Die Erholung

der Liechtensteiner Wirtschaft hängt vor allem

von der Entwicklung des internationalen Umfeldes

ab.»

Foto: Presse- und Informationsamt

die gesundheitskosten im budget 2010

Seit Jahren wird auf der politischen Ebene über die Kostenexplosion

im Gesundheitswesen debattiert und gestritten. Wenn die zahlen im

Budget 2010 angeschaut werden, scheinen die Sparanstrengungen

noch keine Früchte zu tragen.

■ Staatsbeitrag Spitäler:

21,5 Mio. Franken – im Vorjahr 18,0 Mio. Franken

■ Staatsbeitrag Krankenkassen:

65,6 Mio. Franken – im Vorjahr 60,0 Mio. Franken

■ Prämienverbilligungen:

6,2 Mio. Franken – im Vorjahr 5,8 Mio. Franken

Foto: Marco Nescher

LIBA 2012 geplant

zum Briefmarken-Jubiläum

Grosse Ereignisse werfen ihre Schatten voraus.

Im Jahre 2012 werden es 100 Jahre her sein, dass

Liechtenstein eigene Briefmarken herausgibt. Schon

jetzt steht fest, dass zum Jubiläum eine Internationale

Briefmarken-Ausstellung in Liechtenstein stattfinden

wird: Die LIBA 2012! Liechtenstein hinkte

bei der Herausgabe eigener Briefmarken anderen

Ländern hinterher. Seit dem Staatsvertrag mit Österreich

im Jahre 1852 waren Briefmarken des Kaiserreiches

im Umlauf, das gleichzeitig auch den

Postdienst in Liechtenstein besorgte. Als die Postdienste

mit Österreich 1911 vertraglich geregelt wurden,

beharrte Liechtenstein auf eigenen Briefmarken.

Den gleichen Erfolg hatte Liechtenstein, als der

Postvertrag 1921 mit der Schweiz abgeschlossen

wurde.

Winter-Jugendfestival 2015

in Steg und Malbun

Das Europäische Olympische Winter-Jugendfestival

2015 soll in Vorarlberg und Liechtenstein

stattfinden. Die Sportminister aus Vaduz und Bregenz

sind sich einig, dass dieser sportliche Jugendanlass

gemeinsam in der Region durchgeführt wird.

Nun hat die Regierung auch den finanziellen Rahmen

für dieses Ereignis bekannt gegeben und dem

Landtag einen Kreditantrag von rund 1 Million

Franken unterbreitet. Die Gesamtkosten für das

Winter-Jugendfestival werden auf 3 Millionen

Franken veranschlagt, wovon Liechtenstein einen

Drittel zu tragen hat. Vorgesehen ist, dass in Malbun

der Slalom und der Riesenslalom ausgetragen

wird, während in Steg der Langlauf stattfinden

soll.

März 2010


Unternehmertag 2010

mit Harti Weirather

Der Unternehmertag vom 15. März der Hochschule Liechtenstein,

steht unter dem Motto «Unternehmerisch zu neuen Erfolgen».

Die Teilnehmer sollen sich von den Referenten für die eigene Erfolgsstory

inspirieren lassen. Träger dieser Wirtschaftsplattform für regionales

Unternehmertum sind die Hochschule Liechtenstein und die

Regierung des Fürstentums Liechtenstein. Zum Auftakt des hochkarätigen

Treffens stehen liechtensteinische Themen an: Wirtschaftsminister

Martin Meyer wird den Unternehmertag mit seinem Streifzug

durch die aktuelle Wirtschaftslage eröffnen, dann folgt der Talk

mit Harti Weirather, dem Entrepreneur of the Year 2009 Liechtenstein».

Hochkarätig nachher Nestlé-Chef Peter Brabeck und Roland

Mack, Geschäftsführer des Europaparks Rust.

Neue Lehrgänge

aus der Massschneiderei

Liechtensteins akademische Institutionen zeichnen sich zunehmend

dadurch aus, dass sie massgeschneiderte Lehr- und Studiengänge

anbieten, die auf die Bedürfnisse der Wirtschaft zugeschnitten sind.

Im März beginnt an der Privaten Universität in Liechtenstein ein Weiterbildungslehrgang

für Führungskräfte, der für die Teilnehmer den

nächsten Karriereschritt erfolgreich gestalten soll: «Leadership und

Research Management». Der Lehrgang richtet sich an Führungskräfte

aus den Bereichen Forschung, Gesundheitswesen, Industrie oder Verwaltung,

die ein Institut, eine Abteilung oder ein Projekt leiten.

Keine Abwrackprämie

weniger neue Autos

Die Konjunkturlage und die gewissen Unsicherheiten

über die Wirtschaftsentwicklung haben

die Liechtensteiner davon abgehalten, so viele Autos

wie im Vorjahr neu zu kaufen. Hinzu kam, dass

Liechtenstein keine Abwrackprämie ausrichtete,

was mancherorts die Neuwagenkäufe in die Höhe

schnellen liess. Insgesamt wurden

im vergangenen Jahr 1620

Personenwagen in Verkehr gesetzt,

was gegenüber dem Vorjahr

mit 2005 Neuzulassungen

einem Rückgang von fast 20%

entspricht. Dafür wurden 18 Personentransportfahrzeuge

dem

Verkehr übergeben, während es

im Vorjahr nur 11 waren.

Foto: Marco Nescher

Foto: Marco Nescher

Ruggell – wie es

spielt, singt und tanzt

Musik, Gesang und Tanz haben immer

schon dazu beigetragen, Feste und Feiern zu verschönern,

aber auch schlimme Zeiten und tragische

Ereignisse zu meistern. So auch im nördlichsten

Teil unseres Landes, wo kürzlich eine

«Dokumentation über Popularmusik und Tanzmusikwesen

in Ruggell» in Buchform erschienen

ist. In langjähriger Forschungsarbeit hat

Werner Büchel ein für Ruggell umfassendes

Zeitdokument für die Jahre 1883 bis 2006 erstellt,

in dem die Tanzmusik als wertvolles Kulturgut

und die Ausübungen als verdienstvolle

Vermittler dieser Kultur dargestellt werden.

Der Autor hat bei seiner Forschungsarbeit

herausgefunden, dass früher viel mehr frei musiziert,

getanzt und gesungen worden sei. Tanzveranstaltungen,

die heute fast gänzlich aus der

Mode geraten sind, gab es bis ungefähr 1970 (natürlich

ausser der Fastenzeit) fast an jedem Wochenende

im Jahr. Alle Musikgruppen, von den

Ein-Mann-Unterhaltern bis zum Musikverein

Frohsinn, werden von Werner Büchel in Wort

und Bild vorgestellt, dazwischen die verschiedenen

Tanzkapellen, die in Ruggell entstanden

sind oder in denen Ruggeller mitspielten. Dazu

die Einflüsse der US-Musik wie Blues, Jazz,

Rock’n’Roll und Pop sowie des deutschen Schlagers

und der Volksmusik. Werner Büchel «gschpelt,

gsunga und tanzt. Dokumentation über

Popularmusik und Tanzmusikwesen in Ruggell

von 1883 bis 2006». Herausgeber: Gemeinde

Ruggell. Gestaltung, Satz und Druck: Gutenberg

AG, Schaan. Einband: Buchbinderei Thöny, Vaduz.

Erhältlich bei der Gemeinde Ruggell.


6

7

Von Günther Meier

titelthema

Ausländischer Abenteuerspielplatz Druck

scheibchenweise

rund um den Walen-

«Liechtenstein bekennt sich zum

OECD-Standard in Steuerfragen und will bilaterale

Steuerabkommen mit einzelnen Staaten abschliessen»,

lautete der Haupttitel für die Pressemitteilung

der Regierung, die am 12. März 2009 zur

«Liechtenstein Erklärung» in alle

die forderungen der oecd Welt verschickt wurde. Die Reaktionen

darauf waren, wie könnte

und einiger länder nach es anders sein, geteilt. Während

einem automatischen aus jenen Ländern, die Steuerflüchtlinge

zur Rechenschaft zie-

informationsaustausch stehen hen wollen, der Tenor vorherrsch-

weiterhin im raum

te, man müsse nur genügend internationalen

Druck ausüben,

dann würden die Steueroasen

schon weich und kooperationsbereit, ertönte aus

anderer Ecke Lob für die Vorwärtsstrategie Liechtensteins.

Inzwischen wird im Rahmen der beinahe

weltweiten Steuerdebatte der liechtensteinische

Weg mit dem Etikett Vorbild versehen.

Als wegleitend für andere

Länder, insbesondere für die

Schweiz, wird hervorgehoben,

was der damalige Regierungschef

Otmar Hasler kurz vor seinem

Ausscheiden aus der Regierung

sagte: «Entscheidend ist für uns,

dass die Privatsphäre und damit

das Bankgeheimnis in seinem

Kern bestehen bleibt. Dies ist

möglich, gerade wenn eine effektive

Zusammenarbeit in Steuerfragen

erfolgt. Das Bankgeheimnis

dient dem Schutz der finanziellen

Privatsphäre, es bezweckt

nicht, Steuervergehen zu schüt-

Fotos: Presseamt

die «liechtenstein erklärung» vom 12. märz 2009 hat dem

land und finanzplatz liechtenstein eine verschnaufpause

verschafft. liechtenstein gilt seither als modell. der druck

hat nachgelassen, wird aber sicher wieder verstärkt.

zen.» Auf Beifall stiess auch Erbprinz

Alois mit seiner Bemerkung,

mit der künftigen Kooperation

in Steuerfragen werde gesichert,

«dass unseren Handelspartnern keine

Finanzmittel durch mangelnde zwischenstaatliche

Kooperation entgehen».

Bankgeheimnis oder

Informationsaustausch?

Die Forderungen der OECD und

einiger Länder, insbesondere Deutschland, nach einem

automatischen Informationsaustausch stehen

weiterhin im Raum, auch ein Jahr nach der «Liechtenstein

Erklärung». Aber Liechtenstein ist im Moment

etwas aus der Schusslinie geraten, während

der Nachbar Schweiz stark unter Beschuss aus dem

Norden steht. Die Wortwahl aus Berlin hat zwar etwas

zivilisierte Formen angenommen, indem die

Schweiz nicht mehr mit einem Haufen Indianer

verglichen wird, dem nur ordentlich Angst angejagt

werden müsse, aber in der Sache scheint die

neue Regierungskoalition im alten Fahrwasser zu

segeln.

Die Ankündigung des derzeitigen

deutschen Finanzministers, man werde das

Bankgeheimnis in Europa aushebeln, könnte auch

von seinem Vorgänger stammen. Wie Deutschland

mit den in der Schweiz gestohlenen und zum Millionen-Verkauf

angebotenen Bankdaten umgeht,

deutet auf nicht auf eine Änderung hin. Im Gegenteil,

während sich der Staat Deutschland beim «Kieber-Deal»

noch schamhaft hinter dem Geheimdienst

versteckte, obwohl es sich auch dort um Steuergelder

handelte, tritt die Regierung offiziell als

Käuferin auf. Skeptische Stimmen, vor allem aus


der Wissenschaft und dem Justizbereich, werden

mit dem Hinweis gekontert, nach dem Liechtenstein-Deal

könne die Schweiz nicht anders behandelt

werden. Versuche, das Bankgeheimnis aus den

Angeln zu heben und durch einen automatischen

Informationsaustausch zu ersetzen, finden damit

nicht nur auf Verhandlungsebene statt.

Keine Amtshilfe bei Datendiebstahl?

Über den Umgang mit gestohlenen

Daten herrschen verschiedene Auffassungen,

es gibt dem Vernehmen nach sogar verschiedene

Rechtsauffassungen. Bei den OECD-konformen

Steuerabkommen vereinbaren die Vertragsstaaten

Amtshilfe beim begründeten Verdacht auf Steuerhinterziehung

oder Steuerbetrug, wobei nur noch

Liechtenstein und die Schweiz diese Unterscheidung

machen. Wird diese Amtshilfe auch geleis-

tet, wenn die Bankdaten auf illegalem Weg in die

Hände ausländischer Steuerbehörden gelangt

sind?

Die Fortschrittliche Bürgerpartei

(FBP) hat kürzlich Regierungschef Klaus Tschütscher

aufgefordert, explizit die Amtshilfe zu verweigern

und diese Position bei den Doppelbesteuerungsabkommen

zu verankern, wenn es sich um

entwendete Bankdaten handelt. Ob die Antwort

der Unterhändlerin, die Verweigerung von Amtshilfe

sei bereits in den OECD-konformen Steuerabkommen

enthalten, im konkreten Falle ausreichen

wird, bleibt abzuwarten. Die Drohgebärden aus

Erbprinz Alois erläuterte mit Otmar

Hasler und Klaus Tschütscher am

12. März 2009 die «Liechtenstein

Erklärung»

dem Norden haben bereits die

Schweiz veranlasst, das Bankgeheimnis

mehr oder weniger zu

b e erd igen, obwoh l e s no c h vor

einem Jahr laut Bundesrat als «unverhandelbar»

galt. Ob sich Liechtenstein dem deutschen Druck

erfolgreich entgegenstellen könnte, darf vorerst

einmal angezweifelt werden.

In die Zukunft denken statt

Pflichterfüllung?

«OECD erkennt Liechtensteins

Umsetzung des internationalen Steuerkooperationsstandards

an». Mit dieser Schlagzeile verkündete

die Regierung am 11. November 2009, dass Liechtenstein

von der «grauen OECD-Liste» der in Steuerfragen

nicht kooperierenden Länder gestrichen

worden sei. «Ich bin angetreten, um die Reputation

unseres Landes mit aller gebotenen Konsequenz

wieder herzustellen», liess sich Regierungschef

Klaus Tschütscher in dieser Mitteilung zitieren.

Voraussetzung für die Streichung von der Liste war

der Abschluss von mindestens 12 Steuerkooperationsabkommen.

Inzwischen mehren sich innerhalb

und ausserhalb unseres Landes Stimmen, die ein

Fragezeichen hinter diese Steuerabkommen setzen.

Als störend wird empfunden, dass unter den 14 Abkommen

nicht weniger als 6 Vereinbarungen mit

Ländern sind, die gar nicht der OECD angehören,

schlimmer noch, die von der OECD teilweise – zumindest

bisher – als Steueroasen bezeichnet wurden.

Mitte Februar gab Frankreich eine «schwarze

Liste» von «nicht kooperativen Ländern» heraus:

Darunter Saint Vincent, Saint Kitts und Nevis, mit

denen Liechtenstein die Kooperation in Steuerfragen

beschloss. Werden San Marino, Monaco und

März 2010


8

8

kaPitelti-

Titel

titel

Andorra als europäische Kleinstaaten

noch als Verhandlungspartner

akzeptiert, mit denen

Doppelbesteuerungskommen (DBA) ausgehandelt

werden könnten, so wird die Frage gestellt, welchen

DBA-Nutzen für liechtensteinische Unternehmen

die karibische Inselwelt wohl bringen werde. Ferner

steht die Befürchtung im Raum, die OECD könnte

in absehbarer Zeit die Schraube wieder andrehen:

Weg von der reinen Zahl, hin zur Qualität der Abkommen!

«Die neue Regierung will die Banken

und Treuhand-Gesellschaften ermutigen», erklärte

Klaus Tschütscher vor einem Jahr, als er sich vor

dem Sprung auf den Chefsessel befand, «ihre Kunden

in der freiwilligen Offenlegung von allfälligen

«liechtenstein erklärung»

nicht deklarierten Geldern zu unterstützen.» Inzwischen

herrscht nicht nur Ermutigung auf dem

Finanzplatz Liechtenstein, viele Akteure sind noch

verunsichert und stellen sich die Frage, was innerhalb

eines Jahres in dieser Beziehung gelaufen sei.

Vielleicht brauche es einfach mehr als ein Jahr,

meint einer aus der Finanzbranche, die es im Moment

vorzieht, anonym zu bleiben. Vielleicht brauche

es einfach länger, bis das von Tschütscher genannte

Ziel erreicht sei – nämlich «den Finanzplatz

als integren, qualitativ hochstehenden sowie innovativen

Finanzplatz zu positionieren.» |

Liechtenstein verpflichtet sich, als Mitglied der globalen Gemeinschaft verantwortungsvoll zu handeln und die globalen Bemü-

hungen zur Förderung der langfristigen wirtschaftlichen Prosperität und des allgemeinen Wohlergehens zu unterstützen. Die

zentrale Lage Liechtensteins in der Mitte Europas, seine Einbindung in den Europäischen Wirtschaftsraum und in die globale

Gemeinschaft sowie die Offenheit der Märkte, nicht nur im Finanzdienstleistungsbereich, ermutigen Liechtenstein, eine umfassende

zusammenarbeit in Steuerfragen entsprechend den OECD-Standards und darüber hinaus anzustreben, um den

Bedürfnissen anderer Staaten, seiner Investoren und seines Finanzplatzes besser entsprechen zu können.

Liechtenstein ist bereit, verstärkt an den internationalen Bemühungen mitzuwirken, mit denen der Nichteinhaltung von steuerlichen

Deklarationspflichten in einer global integrierten Finanzgemeinschaft, begegnet werden soll, in dem es gewillt ist, durch

den Abschluss bilateraler Abkommen zum Informationsaustausch in Steuerfragen sowie Doppelbesteuerungsabkommen, die

zusammenarbeit mit anderen Staaten zu vertiefen.

Liechtenstein bekennt sich zu den durch die OECD entwickelten globalen Standards der Transparenz und des Informationsaustausches

in Steuerfragen und verpflichtet sich, diese Standards auch umzusetzen. Liechtenstein ist zudem bereit, über

diese Standards hinauszugehen, um den Anliegen und Steueransprüchen anderer Staaten besser zu entsprechen. Das ziel

der regierung ist es ferner, den legitimen Bedürfnissen der Investoren rechnung zu tragen, die rolle des Finanzplatzes als

einen steuerkonformen Standort zu stärken und seine Transparenz und Verantwortlichkeit zu erhöhen. Darüber hinaus ist

Liechtenstein bereit, die Verhandlungen über ein Betrugsbekämpfungsabkommen mit der EU fortzuführen und Verhandlungen

über eine Erweiterung des Anwendungsbereichs des zinsbesteuerungsabkommens mit der EU aufzunehmen.

Unter Berücksichtigung der legitimen Bedürfnisse seiner Kunden und seines Industriesektors ist Liechtenstein bereit, bilaterale

Abkommen über den Informationsaustausch in Steuerfragen sowie weitere Abkommen abzuschliessen, welche auch über

die OECD-Standards hinausgehen können. Auszug aus der «Liechtenstein Erklärung» vom 12. März 2009


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10

deutschland

Paradigmenwechsel

konsequent vorbereitet

Prinz Stefan von Liechtenstein Seit dem 12. März 2009 ist nun

Liechtensteins Botschafter rund ein Jahr vergangen. Die

in Berlin

«Liechtenstein-Erklärung» war

ein entscheidender Schritt Liechtensteins.

Historisch, gewiss. Vom Ausland her gesehen

muss man aber in Abwandlung des Ausspruchs

von Neil Armstrong anlässlich seiner ersten

Schritte auf dem Mond 1969 leider sagen, es war

ein «grosser Schritt für Liechtenstein, aber vielleicht

doch ein nicht so grosser Schritt für die

Menschheit».

Wer erinnert sich heute noch, dass sich Liechtenstein

bereit erklärte, im Verkehr mit dem Ausland

über einen Rechtsgrundsatz hinwegzusehen

und ein im Inland nicht strafrechtlich verfolgtes

Vergehen grenzüberschreitend amtshilfefähig zu

machen? In Deutschland wissen zwar viele, dass

Liechtenstein seit einiger Zeit zu Kooperation bereit

ist. Aber nur eine Handvoll Leute kennt die

Tragweite der Erklärung. Einige davon sitzen im

ehemaligen Reichsluftfahrtministerium an der

Wilhelmstrasse in Berlin, dem heutigen Bundesministerium

der Finanzen. Tränen der Rührung

hatte aber am 12. März 2009 auch dort niemand in

den Augen. Ich erinnere mich, dass man uns diesen

Schritt vielerorts sogar nicht abnehmen wollte.

Die eventuellen Zweifel wurden aber schnell

zerstreut. Nur einen Tag später begannen die Ge-

März 2010

Foto: Botschaft Berlin

spräche mit Deutschland. Das hat einige verblüfft;

zumal man den Beginn von substantiellen Gesprächen

zwischen zwei Staaten mit so unterschiedlicher

Rechtsordnung ja nicht von heute auf morgen

planen kann.

So war zumindest den mit der Materie vertrauten

Personen klar, dass Liechtenstein den Paradigmenwechsel

seit Monaten konsequent und

verlässlich vorbereitet hatte. Die Vorgespräche

führten zu formellen Verhandlungen ab Ende Mai

2009. Der Druck der Medien flaute langsam ab.

Der Druck in den Verhandlungen stieg. Dennoch

konnten die Verhandlungen noch vor der Sommerpause

abgeschlossen werden.

Am 2. September 2009 wurde das Abkommen

zum Austausch von Steuerinformationen unterzeichnet.

Das eigentlich Spannende an der Liechtenstein-Erklärung

aber, unseren Vorschlag einer

wirklich umfassenden Lösung des komplexen Themas,

konnten wir mit Deutschland in den letzten

zwölf Monaten noch nicht umsetzen.

Wie weiter? Die Liechtenstein-Erklärung

steht für eine pragmatische Haltung und will die

Türen öffnen zu einem Aufeinanderzugehen von

Bürgern und Staaten. Das Ziel ist die Umsetzung

der OECD Standards zur Kooperation und Transparenz,

aber auch – von Staat zu Staat unterschiedlich

– eine pragmatische und sinnvolle Lösung für

all jene, die ihr Verhältnis mit ihrem Heimatstaat

noch korrigieren müssen.

Einfache und verständliche Verfahren der

Selbstdeklaration gehören sicher dazu, um mit der

Vergangenheit ins Reine zu kommen. Die Staaten

andererseits haben Anspruch auf die ihnen zustehenden

Steuern. Insbesondere bei Staaten, die ein

System einer Abgeltungs- oder Zahlstellensteuer

bereits kennen, wie z.B. Deutschland, liegt es nahe,

diese Modelle auch grenzüberschreitend zu prüfen.

Für die Zukunft und auch im Sinne eines Lösungsansatzes

für die Vergangenheit. Es gibt also auch in

den kommenden Monaten genügend Gesprächsstoff,

um die Liechtenstein-Erklärung mit Leben

zu erfüllen. |


schweiz

Verschiebungen

zur Servicequalität

Die «Liechtenstein-Erklärung»

vom 12. März 2009, mit welcher

der OECD-Standard in Bezug

auf das Bankgeheimnis übernommen

wurde, ist ein historisches

Datum. Erst die Zeit wird

weisen, welche Veränderungen

sie letztlich gebracht hat. Die

währungspolitische Verbundenheit

mit der Schweiz, die intensiven

Geschäftsbeziehungen im

Bankensektor und die vergleichbare

Steuerphilosophie bedeuteten

für beide Länder eine ähnliche

Ausgangssituation in Finanzund

Steuerfragen, wie auch ähnliche Reaktionen

im Verhalten angesichts der internationalen Herausforderungen

der Fiskalpolitik.

Der Beschluss, des Schweizer Bundesrats zur

Erweiterung der Schweizer Amtshilfepolitik gemäss

dem OECD-Standard, erfolgte fast zeitgleich,

nämlich am 13. März 2009. Der weitere Weg zur

Umsetzung dieses Entscheids weist im Detail zwar

Unterschiede zum «Liechtensteiner Weg» auf, aber

im Kern wurden die gleichen Regeln übernommen.

Der Schweizer Finanzminister, Bundesrat Hans-

Rudolf Merz, hat Ende Januar 2010 Rückschau auf

die Ereignisse gehalten: «Wenn ich heute zurückblicke,

bin ich nach wie vor überzeugt, dass der Entscheid

des Bundesrates richtig war und vor allem

auch zum richtigen Zeitpunkt erfolgte. Es ist nicht

– wie ursprünglich befürchtet wurde – zu einem

substantiellen Abfluss von Vermögenswerten bei

Schweizer Banken gekommen. Das ist vor allem

auch darauf zurückzuführen, dass der Bundesrat

den Zeitpunkt der Ankündigung auf parallele Entwicklungen

in Konkurrenzstandorten abstimmte.

Auch kann ich feststellen, dass die Umsetzung der

neuen Politik bislang erfolgreich war. Wir haben es

geschafft, in Rekordzeit eine beträchtliche Zahl von

Doppelbesteuerungsabkommen mit wichtigen

Partnerländern zu revidieren. Dabei haben wir

nicht nur die Amtshilfe auf einem für uns akzepta-

Foto: Botschaft Bern

blen Standard definiert. Es ge-

Dr. Hubert Büchel

lang uns vielmehr auch, wichtige Liechtensteins Botschafter in Bern

Verbesserungen für unsere Wirtschaft

zu erreichen. Auch von der ominösen‚ grauen

Liste’ wurde die Schweiz gestrichen, was wiederum

unserer Wirtschaft zugute kommt.»

Diese Äusserungen von Bundesrat Merz geben

die derzeitige Situation treffend wieder. In der

Schweiz wie in Liechtenstein ist eine gute Basis gegeben,

um ohne internationalen Druck und mit allgemein

geltenden Regeln neue Geschäftsmodelle

für die einschlägigen Branchen anzustreben. Doch

im gemeinsamen Frankenwährungsgebiet wurde

die globale Finanzkrise, im internationalen Vergleich,

gut gemeistert. Die Zukunftschancen bleiben

grundsätzlich intakt, die Währung und die

Politik beider Länder sind stabil und verlässlich.

Besonders herausgefordert sind aber selbstverständlich

alle Geschäftszweige des Finanzdienstleistungssektors.

Die Wettbewerbsfaktoren verschieben

sich von steuerlichen Aspekten zu Kompetenz

und Zuverlässigkeit, Spezialwissen sowie

Produkt- und Servicequalität. Der adäquate Schutz

der Privatsphäre der Kunden bleibt wichtig. Liechtenstein

und die Schweiz werden sich bei den kommenden

Entwicklungen der Weltwirtschaft und

der globalen Finanzmärkte auf weiterhin vergleichbaren

Pfaden bewegen. |

März 2010

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washington

Verlässlicher Partner

in amerikanischen Augen

Claudia Fritsche

Als die Liechtenstein-Erklärung

Liechtensteins Botschafterin am 12. März vergangenen Jahres

in Washington

der Presse vorgestellt wurde, informierte

die Botschaft in Washington

mittels eines Schreibens des Regierungschefs

gleichentags das amerikanische Aussen- und

das Finanzministerium. In einer persönlichen Unterredung

mit dem für Liechtenstein zuständigen

Referat im Aussenministerium (State Department),

konnten die Beweggründe der Regierung zur Verabschiedung

der Liechtenstein-Erklärung darlegt

werden. Ich brachte gleichzeitig die Hoffnung und

Erwartung zum Ausdruck, dass diese weit gehenden

Verpflichtungen Liechtensteins objektiv beurteilt

werden, dass sie beitragen zu einer fairen Behandlung

und schlussendlich zur Entfernung

Liechtensteins von der grauen OECD-Liste.

Die Steueraffäre vom 14. Februar 2008 hatte

Liechtenstein in ein sehr negatives Licht gerückt.

Ein erster Ausgleich wurde geschaffen, als Ende

2008 das Steuerinformationsaustausch-Abkommen

(TIEA) mit den USA unterzeichnet werden

konnte.

Liechtenstein hat in Washingtoner Regierungskreisen

mittlerweile den Ruf eines vertrauenswürdigen

und zuverlässigen Partners: «Liechtenstein

hält was es verspricht». Sowohl das Abkommen

über die gegenseitige Rechtshilfe in Straf-

März 2010

Foto: Botschaft Washington

sachen (MLAT), als auch das TIEA konnten in

zügigen Verhandlungen zum Abschluss gebracht

werden, und die Umsetzung erfolgte ebenfalls plangemäss

und ohne jegliche Verzögerung. Der Abschluss

von weiteren 13 TIEAs seit Verabschiedung

der Liechtenstein-Erklärung und die innert kurzer

Zeit bewerkstelligte Streichung von der grauen

OECD-Liste, beeindruckt in Washington und

stärkt die Legitimität Liechtensteins in Bezug auf

weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit in

Steuerfragen. Die Erklärung vom 12. März und deren

Umsetzung werden als Beweis angesehen, dass

nicht mehr länger von Liechtenstein als «problematischem

Finanzplatz, welcher Steuerhinterziehung

erlaubt oder sogar fördert» die Rede sein kann.

Die Liechtenstein-Erklärung kam zu einem

Zeitpunkt grosser, unvermeidbarer Veränderungen

im regulatorischen Bereich der amerikanischen

Banken. Präsident Obama stand auch nach seiner

Wahl zur Position, die er als Senator eingenommen

hatte, nämlich die Steuerhinterziehung mit allen

notwendigen Mitteln zu bekämpfen. Zwischenzeitlich

erlassene Gesetze zeigen, dass er im Kongress

die dafür notwendige Unterstützung hat.

Die Haltung gegenüber Liechtenstein in den

relevanten Regierungkreisen und insbesondere im

Kongress, vor der Verabschiedung der Liechtenstein-Erklärung,

kann als sehr skeptisch bezeichnet

werden, was die Einschätzung der Bereitschaft und

Fähigkeit betraf, den mehrfach bekundeten Ausbau

der Zusammenarbeit in Steuerangelegenheiten zu

gewährleisten.

Sicherlich sind nicht alle Zweifel ausgeräumt,

und der Druck in Richtung automatischer Informationsaustausch

wird auch von US-Seite nicht

nachlassen. Wenn wir jedoch heute in Washington

mit den Exponenten im Justiz-, Aussen- und Finanzministerium

sowie im Kongress sprechen, geht

es nicht mehr länger nur darum, die auf dem Finanzplatz

Liechtenstein erfolgten Veränderungen

zu erklären, sondern bereits um die Diskussion, wie

die Zusammenarbeit in Steuerfragen erweitert

werden kann. |


Effiziente Verwaltung

PublirePortage

Schneller zu einer Firmengründung

Eine effiziente und unbürokratische Verwaltung trägt zur Leistungsfähigkeit

und Dynamik der Volkswirtschaft bei, indem die Zusammenarbeit

zwischen Privatwirtschaft und öffentlichen Ämtern

vereinfacht und beschleunigt wird. Vereinfachung und Beschleunigung

sind die zwei Stichworte, die bei Firmengründungen und auch

bei Änderungen in einem bestehenden Unternehmen von grosser

Bedeutung sind.

Kurze Wege und effiziente Geschäftsabwicklung

Das Ressort Wirtschaft der Regierung und das Amt für Volkswirtschaft

arbeiten derzeit an einer optimalen Lösung für Firmengründungen.

Die Zielsetzung der Reorganisation hat Wirtschaftsminister

Martin Meyer klar definiert: «Es muss in unserem Land möglich

sein, innerhalb von zehn Tagen eine Firma zu gründen.» Kurze

Wege, kompetente Ansprechpartner und die effiziente Abwicklung

von Geschäften in der Verwaltung zählen zu den wichtigen Standortfaktoren,

die im internationalen und regionalen Wettbewerb zunehmend

an Bedeutung gewinnen.

Künftig ein Online-Tool für zentrale Datenabwicklung

Bei einer Firmengründung in Liechtenstein sind heute mindestens

sechs Ämter der Landesverwaltung involviert. Bei jedem Amt

sind Formulare auszufüllen, die jeweils zu einem grossen Teil die

gleichen Angaben – wie Personalien, Adresse, Zweck der Firma – verlangen.

Das Amt für Volkswirtschaft arbeitet an einer effizienten Lösung,

die über einen einheitlichen Ansprechpartner verläuft. Künftig

wird ein Online-Tool zur Verfügung stehen, der alle relevanten

Daten erfasst und zentral abwickelt.

Service bei Gründung oder Änderung von Betrieben

Der Firmengründer hat über diesen Online-Tool nur einmal

seine Angaben zur Person und zur Firma zu machen. Die Verteilung

an die zuständigen Ämter samt Beglaubigungen übernimmt der

Kundenservice, was für die Unternehmer eine enorme Zeiteinsparung

bringt. Der Kundenservice gilt aber nicht nur bei Neugründungen,

sondern kann auch von bestehenden Unternehmen in Anspruch

genommen werden. Geplant ist, dass der unternehmerfreundliche

Online-Tool schon in der zweiten Jahreshälfte 2010 angeboten wird.

Ressort Wirtschaft der Regierung


14

15

Von Moritz Rheinberger

jahr der biodiversität – artenvielfalt

Landschaften Abenteuerspielplatz bestimmen

die rund Vielfalt um den der Walensee Arten

was haben artenvielfalt und landschaften miteinander zu tun? vieles, denn

in gleichförmigen landschaften ist die artenanzahl eher klein und in struk-

turreichen landschaften mit unterschiedlichen lebensräumen, finden sich

tendenziell mehr verschiedene arten.

Was versteht man unter den Begriffen

Artenvielfalt und Landschaft? Die Artenvielfalt

ist ein Teil der Biodiversität. Sie ist ein Mass

für die Vielfalt der biologischen Arten innerhalb eines

geographischen Gebiets oder Lebensraum und

somit für das Vorkommen von verschiedenen Pflanzen,

Tieren, Pilzen und Mikroorganismen. Aber

nicht nur die reine Artenzahl, sondern auch die relative

Häufigkeit der jeweiligen Arten wird damit

beschrieben. Unter dem Begriff Landschaft versteht

man ein geographisches Gebiet, welches sich durch

verschiedene Merkmale von anderen Gebieten abhebt.

In der Kulturlandschaft dominieren von Menschen

gemachte Strukturen wie Häuser, Strassen

und Ackerland, während in Naturlandschaften der

Einfluss des Menschen relativ gering ist.

Landschaften sind gewissermassen

Patchworks von Mikrolebensräumen. Eine

Berglandschaft kann auf den ersten Blick wie ein

monotoner Makrolebensraum wirken, birgt aber

sehr viele kleinere Habitate in sich. So herrschen

zum Beispiel auf den verschiedenen Höhenstufen

eines Gebirges verschiedene klimatische Bedingungen,

je nach Exposition der Lage scheint die Sonne

an manchen Stellen länger auf den Fels als an anderen

Orten und je nach Gesteinsart unterscheidet

sich auch der pH-Wert des darauf liegenden Substrates.

Viele Arten sind auf einen einzigen Lebensraum

spezialisiert und können dementsprechend

auch nur dort vorkommen, wo dieser Lebensraum

vorhanden ist. Folglich wird die Anzahl an Arten

massgeblich von der Anzahl an verschiedenen Lebensräumen

und somit auch Landschaften bestimmt.

Artenvielfalt und Landschaften

in Liechtenstein

Das Land Liechtenstein ist, relativ

zu seiner Grösse, sehr reich an verschiedenen

Landschaften und Arten. Grob lassen sich drei

Naturräume unterscheiden: die Rheintalebene, die


Das Land Liechtenstein ist,

relativ zu seiner Grösse,

sehr reich an verschiedenen

Landschaften und Arten.

rheintalseitigen Hanglagen und

das Berggebiet. In diesen drei

Naturräumen kommen ca. 5500

nachgewiesene Arten vor: Säugetiere, Vögel, Reptilien,

Amphibien, Fische, Bienen und Wespen,

Grossschmetterlinge, Spinnen, Schnecken und Muscheln

sowie Pflanzen. Dazu gesellen sich unzählige

weitere Arten, welche entweder schwierig zu bestimmen

sind (z. B. Mikroorganismen) oder aber

noch nicht entdeckt wurden. Vor allem vier verschiedene

Faktoren tragen zur hohen Vielfalt an

Landschaften/Lebensräumen und somit auch Arten

in Liechtenstein bei: die Nutzung der Naturräume,

die Geologie, das Klima und die Exposition.

Die Rheintalebene im Westen des Landes umfasst

den Agrar- und Siedlungsraum mit einer intensiv

genutzten Landschaft, daran schliessen sich die

rheintalseitigen Hanglagen mit ihren bewaldeten,

steilen Berghängen an und ganz im Osten des Landes

befindet sich das Berggebiet mit den alpinen

Hochtälern. Dieses Relief trägt wesentlich zur

Landschaftsvielfalt bei. Ebenso liegt der tiefste

Punkt Liechtensteins bei 430 (Ruggeller Riet) und

der höchste Punkt auf 2599 (Grauspitz) m ü. M., so

dass Pflanzen und Tiere sämtlicher Höhenstufen,

von kollin bis alpin, vorkommen können. Zudem

liegt Liechtenstein an der Grenze zwischen den

West- und Ostalpen, so dass die Berge bei uns von

fünf verschiedenen geologischen Einheiten aufgebaut

werden (Alpenvorland, Helvetikum, Flysch,

Lechtaldecke und Falknisdecke). All diese Gesteine

enthalten eine unterschiedliche Zusammensetzung

an Mineralien, so dass sie von verschiedenen Arten

genutzt werden können. Als Übergangszone zwischen

dem ozeanischen und kontinentalen Klimabereich

wird die Vielfalt an Arten in Liechtenstein

Fotos: Marco Nescher

durch die Wechselwirkungen der klimatischen Bedingungen

ebenfalls gefördert.

Artenvielfalt ist in Gefahr

Die Hauptursache für die Gefährdung

der Artenvielfalt in Liechtenstein sind

sicher Lebensraumzerstörungen und Veränderungen.

In Liechtensteins «Rote Listen» werden 25%

der Pflanzen, 40% der Vögel, 71% der Fische

sowie je 67% der Reptilien und

Amphibien geführt. Um ihnen die hauptursache für die

ein Auskommen zu ermöglichen, gefährdung der artenvielfalt

müssen wir die noch bestehenden

Lebensräume wieder besser in liechtenstein sind

vernetzen und durch Pufferzo-

lebensraumzerstörungen

nen vor dem Einfluss des Menschen

schützen. Nur Populatio- und veränderungen

nen, die in einer steten Wechselwirkung

mit anderen stehen, also vernetzt sind, haben

langfristig Aussichten zu bestehen. Unsere

Artenvielfalt fördern, heisst also vor allem grosse

zusammenhängende Landschaften zu bewahren,

diese untereinander möglichst gut durch Trittsteine

zu vernetzen und eben auch die menschlichen

Nutzungsansprüche verstärkt zu hinterfragen und

einzuschränken. |

zur Person

Moritz Rheinberger ist Geschäftsführer der Liech-

tensteinischen Gesellschaft für Umweltschutz

(LGU). Kontakt: info@lgu.li, www.lgu.li

März 2010


16

koPf des monats monats

Klaus Näscher

Führer der Wissensarbeiter

Wissenschaftsstandort Liechtenstein, Wissensregion

Rheintal – Projekte in dieser Richtung

gibt es viele in den Köpfen. Bei der Umsetzung der

Ideen steckt dann oft der Teufel im Detail, der verzögert,

verhindert oder verunmöglicht.

Liechtenstein befinde

sich, wie andere Länder, auf dem

Weg von der Industriegesellschaft

zur Wissensgesellschaft,

stellte Klaus Näscher schon vor Jahren fest. Der

Rektor der Hochschule Liechtenstein verfolgt diesen

Weg mit Konsequenz. Die Hochschule entwickelte

sich in wenigen Jahren von der Liechtensteinischen

Ingenieurschule zu einer

in Liechtenstein und der Region

verankerten, aber

international ausgerichteten Bildungsinstitution.

Schneller als

andere Hochschulen und Universitäten

setzte die Hochschule

Liechtenstein die Bologna-Reform

mit Bachelor- und Master-

Klaus Näscher

Studien um und kann inzwi-

Rektor der Hochschule Liechschen in Wirtschaftswissentenstein

und Vorstandsmitglied schaften und Architektur eine

der Internationalen Bodensee- vollständige akademische Aus-

Hochschule IBH

bildung bis zum Doktoratsstudium

anbieten.

Klaus Näscher hat als Rektor die Hochschule

Liechtenstein schon vor vielen Jahren in die Internationale

Bodensee-Hochschule IBH gebracht,

in der sich 29 Hochschulen und Universitäten

rund um den Bodensee zur Zusammenarbeit zusammengefunden

haben. Das Jahr 2010 stellte die

IBH, in deren Vorstand Klaus Näscher gewählt

wurde, unter das Motto «MenschenWissenschaft-

Zukunft».

Am 10. März ist Klaus Näscher mit der Hochschule

Liechtenstein der Gastgeber für eine IBH-

Konferenz, die unter dem spannenden Titel steht:

«Produktive Wissensarbeit(er): Antworten auf die

Managementherausforderung des 21. Jahrhundert».

In Übereinstimmung mit der Ausrichtung

März 2010

Foto: Hochschule Liechtenstein

die hochschule liechtenstein ist gastgeberin für jubiläums-

veranstaltung der internationalen bodensee-hochschule

der Hochschule Liechtenstein als Denkfabrik mit

starkem Bezug zur Wirtschaft, werden sich Experten

mit Fragen von Wissensarbeit und Produktion

in der Unternehmenswelt beschäftigen.

Dass ausgerechnet die Hochschule Liechtenstein

am 10. März als Gastgeberin für die IBH-Jubiläumsveranstaltung

ausgewählt wurde, kommt

nicht rein zufällig. Rektor Klaus Näscher hat mit

Stefan Güldenberg einen Professor an die Hochschule

geholt, der für den Bereich der Wissensarbeit

zu den Besten seines Fachs gehört. Der Leiter

des Instituts für Entrepreneurship, der gleichzeitig

auch Inhaber des Lehrstuhls für Internationales

Management an der Hochschule Liechtenstein

ist, habilitierte an der Wirtschaftsuniversität Wien

mit einer Arbeit zur strategischen und wissensorientierten

Unternehmensführung.

«Produktive Wissensarbeit(er) heisst der Titel

seines Buchs, das sich mit den Management-

Herausforderungen des 21. Jahrhunderts befasst.

Kein Wunder, dass das Manager Magazin Güldenberg

die Auszeichnung «CEO of the Future» an die

Brust heftete.

Dass wir uns mitten im Aufbau der Wissensgesellschaft

befinden, teilte Rektor Klaus Näscher

den erfolgreichen Studienabsolventen an der Diplomfeier

2009 mit: Der Wettbewerb um die besten

Köpfe und der besten Ideen sei voll entbrannt. Seine

These stützte er mit dem Zitat von Peter Drucker,

der als «Management-Guru» gilt: «Erfolg in

der heutigen Wissensgesellschaft kommt jenen zu,

die sich selber kennen – ihre Stärken, ihre Werthaltungen

und wie sie am besten schöpferische

Leistung erbringen.» |


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18

19

Von Günther Meier

verkehr und umwelt

Industriezubringer

mehr als eine Strasse?

der landtag genehmigte am 18. november 2009 mit mehr-

heitsbeschluss den kredit für den bau des industriezubrin-

gers schaan. vor der abstimmung über das referendum, am

14. märz, tobt der kampf für oder gegen das Projekt.

«Die Gemeinde Schaan hat – ähnlich

wie die übrigen Gemeinden des Landes – in den

letzten Jahrzehnten vor allem im Bereich der Arbeitsplätze,

aber auch im Bereich der Wohnbevölkerung,

eine enorme Entwicklung

ist industriezubringer eine vollzogen. In Schaan laufen zudem

die grossen Verkehrsachsen

lokale strassenverbindung

des Landes an der Lindenkreu-

oder wird diese strasse zung zusammen. Durchschnittlich

befahren täglich über 20'000

regionale «transitschleuse»?

Fahrzeuge die Lindenkreuzung.

Das Zentrum von Schaan weist

damit eher einen städtischen als dörflichen Verkehr

auf. Die Quartierstrassen werden zunehmend als

Schleichwege zur Umfahrung des Zentrums genutzt.»

So lautete die Begründung der Regierung für

den Kreditantrag an den Landtag zum Bau des Industriezubringers,

der in Zukunft das Zentrum und

die Wohnquartiere vom Durchgangsverkehr entlasten

soll, weil dieser neu geplante Strassenabschnitt

direkt in das Industrie- und Gewerbegebiet Schaan

führt. Das Projekt war schon in der Vorphase, dann

im Landtag umstritten – und nun, vor der Volksabstimmung

findet ein massiver Schlagabtausch für

und gegen das Projekt statt.

Die Argumente der Gegner

Die Gegner des neuen Strassenabschnitts,

die das Referendum ergriffen haben,

befürchten eine «Salamitaktik»: Der Industriezubringer

bilde nur den ersten Teil der insgeheim geplanten

Umfahrungsstrasse. Es wird auch argumentiert,

die Gemeinde Schaan müsste für die Kosten

des Industriezubringers aufkommen, weil es

sich um eine Gemeindestrasse handle. Der Grosskreisel,

der im Zentrum von Schaan bald dem Ver-

kehr übergeben werden kann,

werde die Wohnquartiere entlasten,

weil die Lastwagen dann

nicht mehr die Lindenkreuzung

blockierten. Als Gegenargument

wird ferner angeführt, dass das

Schaaner Riet als Erholungs- und Freizeitgebiet genutzt

werde. Der Industriezbringer schränkt nach

Auffassung der Gegner den Erholungswert dieses

Gebietes drastisch ein: «Auch wenn ein Fuss- und

Radweg parallel zu einer Strasse gut gestaltet wird,

geht oder fährt es sich gesünder und erholsamer abseits

vom Verkehr.» Aus etlichen Leserbriefen an

die Zeitungen ist ersichtlich, dass die Gegner beim


Foto: Marco Nescher

Industriezubringer den ersten Teilabschnitt einer

«Transitschleuse» befürchten. Zwischen den Rheintal-Autobahnen

gebe es keine direkte Verbindung,

weshalb der Weg über Feldkirch und Liechtenstein

eine beliebte Transitroute sei: «Durch den Bau der

Südumfahrung Feldkirch (Letzetunnel), der

schnelleren LKW-Abfertigung in Schaanwald und

der Umfahrung Schaan wird diese Strecke noch beliebter

werden.»

Die Argumente der Befürworter

Die Befürworter des Projektes,

die sich in der Interessengemeinschaft «Pro Industriezubringer

Schaan» formiert haben, sprechen

sich für den Industriezubringer aus, weil dieser

neue Strassenabschnitt das Industrie- und Gewerbegebiet

direkt an das Landstrassennetz anbinde.

Ein erheblicher Teil des heutigen Verkehrs von

20'000 Fahrzeugen im Zentrum von Schaan könnte

über den Industriezubringer direkt in das Industrie-

und Gewerbegebiet gelangen und würde damit

das Zentrum entlasten, insbesondere vom

Schwerverkehr. Der Grosskreisel bringe keine direkte

Entlastung, weil sich die Zahl der Fahrzeuge

deswegen nicht verringere. Der Industriezubringer

dagegen werde zu einer Entlastung der Wohnquartiere

führen, weil ein erheblicher Teil des Verkehrs,

aufgrund der regelmässigen Stauungen bei der Lindenkreuzung

durch die eigentlich verkehrsberuhigten

Wohnquartiere, jetzt noch ausweiche. Eine

Mit dem Industriezubringer soll

das Industrie- und Gewerbegebiet

direkt von der Landstrasse erschlossen

werden.

Entlastung des Zentrums verflüssige

dort den Verkehr und

verleite jene Verkehrsteilnehmer,

die Richtung Vaduz fahren müssen,

weniger zum «Schleichverkehr»

über die südlichen Wohnund

Quartierstrassen. Insgesamt, so die Befürworter,

bringe der Industriezubringer mehr Wohnqualität

und mehr Sicherheit in die Wohnquartiere. Ins

Feld geführt wird auch das Argument, der Industriezubringer

diene der direkteren Erreichbarkeit

des Industrie- und Gewerbezentrums für den Güterverkehr

und die Zupendler, was zu Erhöhung der

Standortattraktivität beitrage. Das Abstimmungsergebnis

wird für Befürworter wie Gegner zu einem

Testlauf für die Zukunft. Lehnt das Volk den

Industriezubringer ab, werden die Gegner darin

Gründe sehen, bei jedem neu geplanten Strassenabschnitt

den Finger drauf zu legen und auf ihre Interpretation

des Abstimmungsresultates zu verweisen:

Keine neuen Strassen mehr in Liechtenstein!

Die Seite der Befürworter müsste wahrscheinlich

alle Projekte, die zu einer direkten Anbindung der

Industrie- und Gewerbegebiete an das bestehende

Strassennetz führen sollten, für absehbare Zeit, als

undurchsetzbar im Volk auf die Seite legen.

Foto: Tiefbauamt

Überlegungen für die Zukunft

Stimmt das Volk dem Industriezubringer

zu, so wird es darum gehen, dass alle jetzt

genannten Vorzüge auch tatsächlich zu Vorteilen

werden: Für die Lebensqualität und Sicherheit der

Bewohner in den Quartieren, für die Erhöhung der

Attraktivität des Wirtschaftsstandortes und für die

Lösung des Verkehrsproblems im Zentrum von

Schaan. |

März 2010


zeitgeschehen

20 27. März 1985

Erbprinz Hans Adam plädiert für UNO-Beitritt

Fürst Hans-Adam II. als Erbprinz «Bevor ein Staat irgendwelche

bei seiner Thronrede zum UNO- Aufgaben übernehmen kann,

Beitritt.

muss er existieren und längerfristig

funktionieren. Allzu oft

wird die Existenz des Staates als eine Selbstverständlichkeit

oder ein Geschenk des Himmels betrachtet»,

sagte Erbprinz Hans Adam am 27. März

1985, als er in seiner Thronrede den Beitritt Liechtensteins

zur UNO forderte. Mit dabei sein im Konzert

der Länder, so seine Argumentation, bedeute

auch Mitsprache. Es gehe für Liechtenstein nicht

nur um die Mitwirkung bei Lösungen für Probleme

, s onder n l a ng f r i s t ige d iene d ie s e A r t der

Aussenpolitik dazu, die Existenz Liechtensteins

und das Selbstbestimmungsrecht des Volkes abzusichern.

«Der Beitritt Liechtensteins zur UNO ist

ein weiterer logischer Schritt auf dem eingeschlagenen

Weg», betonte der Erbprinz, wohl wissend, dass

noch viel Überzeugungsarbeit notwendig sei, um

eine Mehrheit zu überzeugen. Die damals regierenden

Kreise verfochten noch die Idee, wie später bei

der EWR-Frage, dass Liechtenstein erst dann der

UNO beitreten sollte, wenn die Schweiz diesen

Schritt gemacht habe.

Was vor 25 Jahren noch für kontroverse Diskussionen

sorgte, ist heute bereits eine Selbstver-

März 2010

Foto: Landesarchiv

ständlichkeit. Der Erbprinz blieb bei seiner Auffassung

und plädierte bei jeder Gelegenheit für den

UNO-Beitritt, den er am 18. September 1990 als

Fürst Hans-Adam II. mit Genugtuung zur Kenntnis

nehmen konnte. So warb er an der Jungbürgerfeier

1984 für den Beitritt zur UNO und setzte sich

am 3. Juni 1985 in ein Klassenzimmer des Liechtensteinischen

Gymnasiums, um mit den Schülern

über die Vorteile eines liechtensteinischen UNO-

Beitritts zu diskutieren. Bei dieser lebhaften Diskussion

verhehlte der Erbprinz nicht, dass die UNO

nicht alle Ziele erreicht habe und erreiche, aber

nicht, weil die UNO eine schlechte Organisation sei,

sondern nur das Abbild der Welt. Liechtenstein

könne nicht abwarten, bis sich die UNO gebessert

habe, erklärte der Erbprinz den Schülern, sondern

sollte möglichst bald beitreten, damit die Position

Liechtensteins gehört werde: In der Vollversammlung

der UNO habe Liechtenstein genau gleich viel

Stimmrecht wie die USA, die Sowjetunion und

China.

Dass Fürst Hans-Adam II. schon als Erbprinz

überall Überzeugungsarbeit leisten musste, um

Liechtenstein in die UNO zu bringen, blieb auch im

Ausland nicht verborgen. Günther Unser schreibt

in seinem Buch «Die UNO», das als ständig aktualisiertes

Standardwerk über die Vereinten Nationen

gilt: «Der politische Aufbruch Liechtensteins in die

Vereinten Nationen ist zweifellos das Verdienst

eines Mannes, einer Weitsicht, politischen Dynamik

und Beharrlichkeit: Fürst Hans-Adam II. von

und zu Liechtenstein.» Bereits 1974 habe Hans

Adam als Erbprinz die ersten inoffiziellen Sondierungsgespräche

am UNO-Sitz in New York geführt,

doch erst um die Jahreswende 1984/85 habe die

Regierung in einem Arbeitspapier die Chancen und

Risiken einer UNO-Mitgliedschaft geprüft. Günther

Unser verrät in seinem Buch auch, wie schwer

sich die damalige Regierung mit dem UNO-Beitritt

tat: «In einem umfangreichen, zunächst vertraulichen

zweiten Bericht an das Parlament schwenkte

die Regierung auf die Linie des Erbprinzen ein und

befürwortete nachdrücklich den Beitritt. |


Alles im grünen Bereich

Honda Insight mit Hybridantrieb

Dass modernste Hybridtechnik

bei einem Auto den Preis

nicht in obere Kategorien schnellen

lassen muss, beweist Honda

mit dem Insight. Zwei verschiedene

Motoren, ein traditioneller

Verbrennungsmotor mit 1.4 Liter

und ein Elektromotor, werkeln

unter der schmucken Haube.

Durch das perfekte Zusammenspiel

beider Motoren wird Motorenergie

zurückgewonnen, gespeichert

und bei Bedarf wieder abgegeben.

Mit diesem Prinzip spart der Honda Insight

wesentlich beim Treibstoff und senkt damit die

Emissionen. Der Elektromotor steuert bis zu 14 PS

extra Kraft hinzu, ohne einen Tropfen Benzin zu

verbrauchen. Das serienmässige stufenlose Automatikgetriebe

sorgt für die optimale Kraftstoff-Ausnutzung.

Geldbeutel und Umwelt werden zudem geschont,

wenn der Honda Insight nicht fährt: Hält

man an einer Ampel, so schaltet sich der Verbrennungsmotor

dank der Auto-Stopp-Funktion selbständig

ab. Schaltet die Lichtanlage auf Grün, nimmt

der Motor augenblicklich wieder seine Funktion

auf. Der sparsame Verbrennungsmotor, der Einsatz

des Elektromotors, die Start-Stopp-Funktion – das

alles läppert sich zu einem sensationell niedrigen

Benzinverbrauch zusammen: Laut Werkangaben –

innerorts und ausserorts kombiniert – zwischen 4,4

bis 4,6 Liter auf 100 Kilometer. Die wesentlichsten

Charakterzüge des Honda Insight sind Sparsamkeit

und Innovation. Aber in punkto Sicherheit bleibt

der Insight sehr konservativ, wobei alles vorhanden

ist, was fortschrittliche Sicherheit heute verlangt. So

sorgen das serienmässige Stabilisierungsprogramm

VSA, ABS mit elektronischer

Bremskraftverteilung und der

Bremsassistent für gute Strassenlage

und optimale Reaktion auch

bei schwierigen Manövern. Darüber

hinaus bieten die aktiven

Kopfstützen vorn sowie die ins-

Foto: Honda

auto

gesamt sechs Airbags höchstmög- Der Honda Insight macht als

liche Sicherheit für die Insassen. erschwinglicher Hybrid Furore.

Die Plattform des Insight wurde In den Startlöchern steht bereits

speziell entwickelt, um maximale

eine Sportversion.

Flexibilität im Innenraum zu ermöglichen.

Dabei wurden beispielsweise die Kontrolleinheit

und die Batterie des Hybridantriebs verkleinert.

Sie sitzen nun tief im Boden des Kofferraums.

Dadurch bietet der 5-Türer Raum für bis zu

fünf Passagiere. Das Gepäck findet im 408-Liter-Laderaum

bequem Platz. Zudem ermöglicht die im

Verhältnis 60:40 umklappbare Rückbank viel Flexibilität

beim Transport grosser und sperriger Gegenstände.

Im Innenraum des Insight waren die Designer

konsequent innovativ. Dem Fahrer wird nicht

nur höchstmöglicher Komfort geboten, er hat stets

auch einen optimalen Überblick über die Technologie.

Deshalb befindet sich die Geschwindigkeitsanzeige

besonders nah im Blickfeld des Fahrers, separat

über den anderen Anzeigen. Wer es sportlicher

haben möchte mit dem Hybrid-Honda, muss sich

noch ein wenig gedulden. Der sportliche CR-Z

Hybrid mit kombiniertem Benzin-/Elektroantrieb

wird erst im Sommer eintreffen.

Das neuartige Coupé mit 2+2

Plätzen und einer atemberaubenden

Linienführung wird die

reichhaltige Hybrid-Modellpalette

Hondas mit sportlichen Fahreigenschaften

ergänzen. |

März 2010

21


22

23

Von Günther Meier

ausbildung

Lehrstellen

Der Kampf um die Besten

Jedes Jahr zeige sich das gleiche

Bild: Spätestens ab August beginne der Wettlauf

um die besten Schülerinnen und Schüler, ebenso

um die begehrtesten Lehrstellen. Ein ganzes Jahr

vor dem Lehrbeginn, findet die «ArbeitsGruppe IndustrieLehre»,

sei zu früh für die

ein grund für die vielen

Entscheidung. Die in der AGIL

zusammengeschlossenen Betrie-

fehlgriffe in der berufswahl be sowie ein paar andere Industriebetriebe

hatten sich vor Jahren

ist der steigende druck

auf den einheitlichen Termin 1.

bei der lehrstellensuche November festgelegt. Andere Unternehmen

hingegen machen

Zusagen, wenn sie einen Schulabgänger finden, der

nach ihrer Auffassung in den Betrieb passt und die

notwendigen Fähigkeiten besitzt. Der freie Markt

führte allerdings dazu, dass der «Kampf um die

Besten» immer früher eröffnet wurde. Die Absprache

auf den 1. November manövriert die Unternehmen

ins Abseits.

«Die AGIL-Lehrbetriebe haben

bis zu diesem 1. November bereits viele Absagen

von interessierten Schülerinnen und Schüler erhalten,

da beispielsweise Banken, Treuunternehmen,

lehrstellen werden oft ein jahr vor lehrbeginn vergeben. einige industriebe-

triebe einigten sich darauf, keine zusagen vor dem 1. november zu machen.

nun gibt es eine initiative, die lehrstellen-zusagen einheitlich auf den 1. märz

festzulegen.

einige Gewerbebetriebe und viele Konkurrenzbetriebe

auf der Schweizer Seite teilweise schon ab August

ihre Lehrstellen besetzten und fixe Lehrstellen-Zusagen

erteilen – ein Jahr vor Lehrbeginn»,

kritisiert die Arbeitsgruppe der Industrie- und

Handelskammer.

Den Markt spielen lassen oder

vereinheitlichen?

Was tun? Entweder den Markt

voll spielen lassen oder eine einheitliche Regelung

anstreben. Die AGIL entschied sich für die Einführung

eines einheitlichen Datums und möchte die

Lehrstellen-Zusage noch weiter bis auf den 1. März

hinausschieben. Der Grund dafür: «Schülerinnen

und Schüler sollen wieder ausreichend Zeit für ihre

Lehrstellensuche erhalten, damit sie sich bewusst

mit ihrer Berufswahl auseinandersetzen, in verschiedene

Lehrberufe und Lehrbetriebe hineinschnuppern,

sich schulisch gezielt auf ihren künftigen

Beruf vorbereiten und sich mit Elan der Lehrstellensuche

widmen können.»

Was meinen die Schülerinnen

und Schüler dazu? Die AGIL hat ein paar Argumente,

die für das Hinausschieben der Lehrstellen-

Zusage sprechen, in einem Prospekt zusammen-

gefasst: Der Zusagetag am 1. März hätte uns viel

erleichtert, schreiben dort Jugendliche, weil wir

noch sehr unsicher waren, ob

■ wir die richtige Lehre ausgewählt hatten,

■ wir in der Schule ab Lehrstellenzusage im November

fast nichts mehr getan haben,

■ es schwer ist, sich so früh für einen Beruf zu entscheiden,

■ wir gerne noch mehr Zeit für unsere Berufswahl

gehabt hätten.


Auch Werner Kranz, Leiter Amt

für Berufsbildung und Berufsberatung, findet:

«Der neue Zusagetag wäre ein bedeutender Zeitgewinn

für Jugendliche in der persönlichen Entwicklung

und in der Berufwahl sowie für Lehrbetriebe

bei der Selektion.» Berufsberater Georg Kaufmann

pflichtet ihm bei, dass der Zeitaufschub «ein wichtiger

Mosaikstein für einen optimalen Berufswahlprozess»

wäre. Lehrer bestätigen, dass Schülerinnen

und Schüler mit einer Lehrstellen-Zusage oft

den Lernaufwand reduzierten und schwerer für

schulische Belange zu motivieren seien.

Schulabgänger sollten mehr

Zeit haben

Eine frühe Lehrstellen-Zusage

bringe nur unnötigen Druck und Stress, überhastete

Zusagen und in letzter Konsequenz sogar Lehrabbrüche.

Der Abbruch einer Lehre kann verschiedene

Gründe haben, doch glauben Fachleute, dass

der frühe Termin für die Lehrstellen-Zusage einer

der Hauptgründe ist. Aus Zürich, wo fast ein Zehntel

der Lehrlinge ihre Ausbildung nicht abgeschlossen

haben, kam im vergangenen Jahr der deutliche

Hinweis: Ein Grund für die vielen Fehlgriffe in der

Berufswahl ist der steigende Druck bei der Lehrstellensuche!

AGIL sieht überall Hektik und

Stress: Den Jugendlichen werde nicht zugestanden,

sich Zeit für die Berufswahl zu nehmen, zu schnuppern,

zu überlegen und dann zu entscheiden. Die

Eltern hätten sogar beim Stichtag 1. November

Stress, weil die Jugendlichen be- Zuviel Stress und falsche Entscheireits

nach den Sommerferien von dungen bei der Berufswahl durch

einem Informationsnachmittag zu frühe Lehrstellen-Zusage.

zum anderen rennen müssten

und dann gerade mal acht Wochen Zeit hätten, sich

überall zu bewerben, reinzuschnuppern, sich zu informieren

und zu entscheiden. In den Schulen herrsche

in dieser Zeit Sonderbetrieb, weil die Klassen

von den Sommerferien bis zu den Herbstferien

kaum einmal vollständig seien. Ein weiterer wichtiger

Grund für das möglichst lange Hinausschieben

der Lehrstellen-Zusage stellen für die AGIL die

Schulnoten dar: Immer wieder werde die Erfahrung

gemacht, dass Schülerinnen und Schüler erst

dann bemerkten, wie wichtig ihre letzten Semesternoten

waren, wenn die Schulnoten dem Bewerbungsschreiben

beigelegt werden müssen. Wenn

der Stichtag auf den 1. März festgelegt werde, so

könnten die Noten des ersten Semesters des letzten

Schuljahres herangezogen werden, die anfangs Februar

ausgegeben werden.

Ziel ist Lehrstellen-Zusagetag

am 1. März

All die Gründe haben die AGIL

dazu bewogen, nicht nur am bisher gemeinsamen

Ziel 1. November festzuhalten, sondern als Ziel für

die Zukunft den 1. März als Lehrstellen-Zusagetag

einheitlich für alle festzulegen. Die AGIL hat den

Stein ins Wasser geworfen und hofft nun, dass er

schon für den nächsten Jahrgang weitere Kreise

zieht – nicht nur in der Industrie.. |

März 2010

Fotos: Marco Nescher


24

25

Von Günther Meier

innovation

Briefmarken kleben

ohne abschlecken

Fast 100 Jahre schon gibt Liechtenstein

eigene Briefmarken heraus. Kurz vor dem

Jubiläum, das 2012 gefeiert wird, hat die Gutenberg

AG mit einer Innovation auf sich aufmerksam gemacht,

welche die traditionelle

die selbstklebe-briefmarke Briefmarken-Herstellung revolutioniert.

Die Selbstklebe-Brief-

ist kein abziehbildchen,

marke ist kein Abziehbildchen,

sondern dank einer beson- sondern dank einer besonderen

Herstellungstechnik eine vollderen

herstellungstechnik

wertige Briefmarke, die von

eine vollwertige briefmarke Briefschreibern geschätzt und

von Sammlern gelobt wird. Die

spezielle Produktionsart, die von der Gutenberg

AG mit einem deutschen Maschinenhersteller entwickelt

wurde, ermöglicht das einfache Ablösen der

einzelnen Briefmarke vom Trägerpapier. Die Selbstklebe-Briefmarken

sind nicht nur eine Weltneuheit,

die grosse Beachtung und Anerkennung in den

Fachmedien gefunden hat, sondern auch die ersten

Briefmarken, die in der bald hundertjährigen Ge-

die dauermarken des fürstentums liechtenstein erscheinen seit einem jahr

als selbstklebe-briefmarken. die revolutionäre herstellertechnik beeindruckt

auch andere länder. beim Publikum kommen die «briefmarken ohne spucke»

sehr gut an.

schichte der Liechtenstein-Philatelie vollständig im

Land selbst produziert wurden – von der Idee über

die Entwürfe bis zum Druck.

Tadelloses Kleben der Brief-

marken

Bei den Selbstklebe-Briefmarken

handle es sich um eine «bahnbrechende Neuheit»,

teilte eine deutsche Fachzeitschrift dem fachkundigen

Publikum mit. Selbstklebe-Briefmarken, hiess

es anfänglich in weniger gut bewanderten Kreisen,

gebe es in verschiedenen Ländern schon seit Jahren.

Die Fachwelt korrigierte jedoch, dass es sich um

eine Selbstklebe-Briefmarke mit echter Perforation

handle, deren geschlitzte Vorderseite das einfache

Ablösen ermögliche. Die Postkunden, die noch

Briefmarken auf ihre Briefe kleben wollen, verlangen

zum überwiegenden Teil nach den selbstklebenden

Postwertzeichen: Damit entfällt das Befeuchten

der Briefmarken mit der Zunge, was nicht

alle als angenehm empfinden. Wer eine grössere

Anzahl von Briefen zu bekleben hat, kann auf das

Angebot des feuchten Schwämmchens auf der Post

verzichten. Die Postkunden loben die einfache

Handhabung: Die Marken können einzeln oder in

Bögen gekauft, in Streifen getrennt oder als Block

geordnet werden – das Ablösen vollzieht sich immer

problemlos. Zudem kleben die Briefmarken tadellos

auf den Briefen, keine Ecke steht hoch, weil alle

Zäckchen genau gleich mit Klebstoff versehen sind.

Wieder mehr Briefmarken für

Briefe

Die Fachpressse lobte Norbert

Hasler, den Leiter der Philatelie Liechtenstein, schon

bei der ersten Selbstklebe-Ausgabe. Ihm sei es ge-


Die Dauermarken werden als lungen, zusammen mit der Firma

Selbstklebe-Briefmarken auf Gutenberg AG eine Lösung zu

den Markt gebracht, gedruckt finden, die den Postkunden eben-

bei der Gutenberg AG.

so dienlich sei wie den Sammlern,

die häufig die Briefmarken nicht

einzeln oder in Bögen, sondern in Varianten wie

horizontale Streifen oder Viererblocks bei der Philatelie

orderten. Den ersten lobenden Worten folgten

in den letzten Monaten die Bestätigungen aus

verschiedenen Ländern. Die Reaktionen aus Sammler-Kreisen

seien durchwegs positiv, bestätigt Norbert

Hasler. Geschätzt werde von den Sammlern,

dass sich nichts geändert habe: Die selbstklebenden

Briefmarken lassen sich aufgrund der speziellen

Gummierung genau so einfach vom Papier ablösen

wie herkömmliche Postwertzeichen. Damit gab es

bei der Philatelie Liechtenstein keine Änderungen

bei den Bezügern. Auch für postfrische Ware, direkt

ab Hersteller ins Briefmarkenalbum, sind keine

Verhaltensänderungen notwendig, weil die Briefmarken

zusammen mit dem Trägerpapier eingeordnet

werden können. Wie Norbert Hasler von

Poststellen weiss, frankieren die Postkunden wieder

mehr mit Briefmarken. Oft werde sogar auf die

Sondermarken verzichtet, weil diese noch auf herkömmliche

Art befeuchtet werden müssen. Zu beobachten

sind auch Unternehmen, die wieder auf

Briefmarken umgestellt haben, seit es Selbstklebe-

März 2010

Briefmarken gibt. Andere überlegen sich, auf die

Frankiermaschine zu verzichten, um die Adressaten

wieder mit Briefmarken zu beglücken – und das

alles, weil es so einfach geht!

Ausländische Nachfragen für

Selbstklebe-Druck

Ausgestattet mit hohem Lob der

Fach- und Briefmarkenpresse, freute sich Remi

Nescher bei der Präsentation der ersten Serie: Nun

sei dem Unternehmen der Einstieg in die «Königsklasse

der Druckereien» gelungen. Der Geschäftsführer

der Gutenberg AG hat in der Folge die Bestätigung

für den Mut zu einer Innovation gefunden.

Die Philatelie Liechtenstein hat beschlossen, die

Dauermarken künftig als Selbstklebe-Briefmarken

herauszugeben. Auch zeigten andere Länder Interesse

an der neuen Technik, womit in absehbarer

Zeit schon ausländische Postwertzeichen bei der

Gutenberg AG in Schaan gedruckt werden könnten.

Ein ganz spezielles Weihnachtsgeschenk, das nur

die Schaaner Druckerei herstellen konnte, machte

der Bund deutscher Philatelisten seinen 60'000

Mitgliedern: Der Entwurf einer deutschen und einer

liechtensteinischen Briefmarke, hergestellt wie

die echten Selbstklebe-Briefmarken – eine besondere

Anerkennung der revolutionären Gutenberg-

Idee. |

Fotos: Marco Nescher


26

27

Von Hans Frommelt

energie

Wir brauchen

eine neue Energiepolitik

In den Nachbarländern wird die

energiepolitische Zukunft, im speziellen bei der

Stromversorgung, neu eingestellt. So meinte die

deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel kürzlich,

dass sie sich sehr für die Nutzung der Erneuerbaren

Energien und für die Elektromo-

die stromzwischenbilität engagieren werde. Die

energiepolitische Zukunft wurspeicherung

über stunden und

de in Deutschland im Koaliti-

tage wird zu einer onsvertrag festgeschrieben. Dort

heisst es: «Wir wollen den Weg in

bedeutenden angelegenheit

das regenerative Zeitalter gehen

und die Technologieführerschaft

bei den Erneuerbaren Energien ausbauen. Die Potenziale

für Innovation, Wachstum und Beschäftigung

beim Umbau unseres Energiesystems sind gewaltig.»

Interessant ist das Bekenntnis, dass die Solarenergie

eine wichtige Zukunftstechnologie am

Standort Deutschlands werden soll. Eine technologieoffene

und nachhaltige Energieforschung ist für

Deutschland der Schlüssel zum Erfolg. Über die

derzeit importiert liechtenstein über drei viertel des stromverbrauchs aus

der schweiz und Österreich. Praktisch der gesamte verbrauch an fossilen

brenn- und treibstoffen wird importiert. liechtenstein braucht eine neue

energiepolitik.

Kombination Elektromobilität und Erneuerbare

Energien soll die Verschwendung an Energie und

somit der CO 2 -Ausstoss massgebend reduziert werden.

Dies alles kommt aber erst zum Tragen, wenn

sich die intelligente Netztechnik weiterentwickelt.

Dieser Punkt wird auch die liechtensteinische energiepolitische

Zukunft verändern. Autos mit neuen

Antriebstechnologien auf Elektromotorbasis werden

den Markt erobern, die Solarzellen werden billiger

und folglich wirtschaftlicher. Die Akkumulatoren

zur Stromspeicherung werden wesentlich

leistungsfähiger. Für die Häuser werden neue Isolier-

und Wärmespeichermaterialien entwickelt.

Strompolitische Zukunft

Liechtensteins

Auf Liechtenstein übertragen bedeutet

der deutsche Koalitionsvertrag, dass auch

wir bezüglich der Haustechnik, der Bautechnik, der

Stromnetztechnik, der Elektromobilität und bezüglich

der Energiespeichertechnologien einen

Entwicklungsprozess einleiten

müssen. Die gesetzliche Vorgabe,

einen möglichst hohen Eigenversorgungsgrad

des Landes Liechtenstein

anzustreben, war eigentlich

schon immer ein Promotor

für die Integrierung neuer Stromproduktionsmöglichkeiten.

Mit

der massiven Förderung der Photovoltaik,

seit ein paar Jahren,

wurde ein toller Neuanfang gemacht.

Dazu kommt in Zukunft

die Windenergienutzung. Die

Wasserkraftnutzung ist seit dem

Bau des Lawenakraftwerkes, des


Saminakraftwerkes und weiteren kleineren Wasserkraftwerken

im letzten Jahrhundert bereits fest

verankert. Alle genannten Technologien benötigen

Speichertechnologien, die über ein intelligentes

Stromversorgungsnetz vernetzt werden müssen.

Zwischenspeichern elektrischer

Energie

Im Winter ist der Strombedarf

höher als im Sommer, die Lichter brennen länger.

Im Sommer regnet es mehr als im Winter. Deshalb

muss das Wasser in den Speicherseen für den

Strombedarf im Winter aufgehoben werden. Solche

Speicherseen können die sehr unterschiedliche

Stromproduktion der kleineren Wasserkraftwerke,

Solar- und Windkraftwerke, die vielfach innerhalb

weniger Stunden oder Tage schwanken, nicht vollumfänglich

ausgleichen. Die Pumpspeicherwerke

müssen deshalb mit kleineren, dezentral funktionierenden

Stromspeichern erweitert werden. Die

zukünftige Elektromobilität wird dazu einen wichtigen

Beitrag liefern. Das Stromspeichern in Speicherseen,

ob Solar-, Wind- oder Wasserkraftstrom,

kann nur in Ländern mit gebirgigen Landschaftsformationen

erfolgen. Länder ohne Berge müssen

die fluktuierende Stromproduktion aus Erneuerbaren

Energien mit anderen Stromspeichertechnologien

ausgleichen. Beispiele sind: Akkumulator

bzw. Batterie in Elektrofahrzeugen, Gyrator oder

Druckluft in Kavernen. Die Batterien von Elektrofahrzeugen

bzw. Hybridfahrzeugen bieten für das

kurzzeitige Zwischenspeichern von elektrischer

Fotos: Marco Nescher

Länder mit Speicherseen,

wie Liechtenstein, haben die

Möglichkeit, Strom bei Bedarf

zu produzieren.

Energie die interessanteste Option

für Länder ohne Berge, wo

keine zusätzlichen Speicherseen

gebaut werden können. Was bedeutet dies nun für

Liechtensteins energiepolitische Zukunft, insbesondere

für die Stromversorgung? Die Stromzwischenspeicherung

über Stunden und Tage wird zu

einer bedeutenden Angelegenheit.

Intelligentes Stromnetz für

Liechtenstein

Die neuen, intelligenten Stromnetze

werden nicht ausgelegt, um an zentralen Stellen

den Strom zwischenzuspeichern. Das Stromleitungsnetz,

ob Kabel- oder Freileitungsanlagen,

müsste dazu wesentlich erweitert werden. Vielmehr

möchte man das kurzzeitige Stromspeichern, wenn

beispielsweise der Wind sehr stark bläst, auf viele

kleine Stromspeicher verteilen. Solches kann meistens

über bereits bestehende Stromleitungen erfolgen.

Das Stromversorgungsnetz ist intelligenter zu

machen. Das Stromversorgungsnetz muss immer

wissend sein, wo überschüssiger Strom für ein paar

Stunden oder Tage zwischengespeichert werden

kann. Unter anderem wird deshalb eine Markterschliessung

mit Elektroautos angepeilt, bei welchen

der Strom für Stunden oder Tage in seinen Batterien

zwischengespeichert werden kann. Eine solche

Markterschliessung kann nur erfolgen, wenn

gleichzeitig das Stromversorgungsnetz intelligent

gemacht wird. Ein Faktum, welchem wir so wenig

ausweichen können, wie der Einführung der Glasfaserkabeltechnik

bis in unsere Wohnungen. Die

Elektromobilität wird uns in ein neues Zeitalter

führen, so wie das Internet unsere Kommunika-

tion grundlegend verändert hat. |

März 2010


28

rätsel-sPass

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schlussPunkt

Karlheinz Heeb

Die ewig gleichen Themen

«Auf dem Finanzgebiete leitet die Regierung ihre

Tätigkeit durch ein Gesetz gegen die Steuerflucht ein… Mit (diesem)

hofft man, die Steuerflucht aus dem Reiche zu dämmen… Die Steuerflucht

des Kapitals aus dem deutschen Vaterland wird erst dann

aufhören, wenn es dem Kapital

wieder wohnlich in Deutschland der automatische informationsaustausch

gemacht wird (Welch schöne

Formulierung!)… Mit Verord- bereits als lösungsvariante diskutiert

nungen kann hiergegen nichts

getan werden. Gegen diese Steuerflucht ist das einzige Mittel die Festigung

des Vertrauens in den Kapitalmarkt, die Vermeidung aller unnützen

Experimente an der Volkswirtschaft… Wer es (das Kapital)

aus der Volkswirtschaft vertreibt, der vertreibt es aus dem Lande. Die

besten Verordnungen gegen Steuerflucht sind dann

zwecklos.» Hätten Sie gedacht, dass dies aus der Feder

von Hermann Zickert stammt, dem deutschen

Börsenpionier mit Wahlheimat Liechtenstein. Wohl

nicht. Zickert schrieb diese Sätze unter dem Titel

«Steuerflucht» am 27. November 1918 im «Ratgeber

für den Kapitalmarkt». Seine Aussagen zur Steuerflucht

haben nichts an Aktualität eingebüsst. Wenn

man «Reich» durch «Bundesrepublik Deutschland»

ersetzen würde, könnte man die zickertschen Ausführungen

von 1918 unverändert als Leserbeitrag

Karlheinz Heeb

in heutigen Zeitungen übernehmen.

Früherer Direktor der Liechten-

Im Zuge der Steueraffären und dem Datensteinischen

Landesbank

klau fordern Politiker aktuell wieder neue Vorschriften,

ja sogar den automatischen Informationsaustausch

bei Steuerbetrug und Steuerhinterziehung, welcher aus

meiner Sicht unbedingt verhindert werden muss. Zu meinem Erstaunen

wird der automatische Informationsaustausch bereits als eine Lösungsvariante

diskutiert, obwohl die «Liechtenstein Erklärung» vom

12. März 2009, in der sich Liechtenstein verpflichtet hat, eine umfassende

Zusammenarbeit in Steuerfragen anzustreben – entsprechend

den OECD-Standards – erst in der Umsetzungsphase ist (Umsetzung

bis 32. 12. 2010).

Unser Land hat sich bereit erklärt, nur auf der Basis eines präzise

formulierten Ersuchens, Amtshilfe zu leisten. Sogenannte «fishing

expeditions» sind gemäss der «Liechtenstein Erklärung» nicht erlaubt.

Was den zeitlichen Anwendungsbereich betrifft, so gilt das Abkommen

frühestens für die Steuerjahre 2010 und folgende. Und jetzt soll

dies schon wieder Schnee von gestern sein. Mir geht dies alles viel zu

schnell. |

März 2010

Foto: Michael zanghellini


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Die MACH-Consumer-Studie 2009

der WEMF (AG für Werbemedienforschung)

zeigt, dass über 82% der

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