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art info

Kunstmagazin für die Regionen Karlsruhe und Rhein-Neckar - 2. Jahrgang, Ausgabe 2, März / April 2008

Dirk Skreber in der Kunsthalle Baden-Baden


inhalt

KunSttitel

Dirk Skreber in Baden-Baden

KunStgeSpräch i

Interview mit Dr. Emslander

KunStgeSpräch ii

Interview mit Dirk Skreber

KunStportrait

Corinne Wasmuht

KunStKalenDer

Veranstaltungen und Ausstellungen

in der Region Karlsruhe/Mannheim

KunStereigniS

Martin Eder in Mannheim

KunStereigniS

High Times, Hard Times im ZKM

KunStereigniS

Erwin Gross in Karlsruhe

KunStanKünDigungen

Hristova, Allsop in Mannheim, Götze in

Karlsruhe; Fiorelli in Karlsruhe, Witte in

Mannheim, Flexer in Ettlingen; Stamer

in Karlsruhe, Young-Hee in Heidelberg

KunStereigniS

Robert Schad in Mannheim

KunStBuch

Architektur in der Region

KunStereigniS

XIII. Galerientage in Mannheim

KunSträtSel

KunStaDreSSen

impreSSum

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Seite 28-30

Seite 30

art info

Kunstmagazin für die Regionen Karlsruhe und Rhein-Neckar - 2. Jahrgang, Ausgabe 1, Januar / Februar 2008

Dirk Skreber in Baden-Baden

art info

Kunstmagazin für Stuttgart und die Region - 5. Jahrgang, Ausgabe 1, Januar / Februar 2008

tim eitel in der Kunsthalle tübingen

Titelseite dieser Ausgabe:

Dirk Skreber:

Ohne Titel (Blutreifen), 2007,

Öl auf Leinwand, 340 x 680 cm

aus der Ausstellung in der

Kunsthalle Baden-Baden

Titelseite der

Stuttgarter Ausgabe:

Tim Eitel, Asphalt,

aus der Ausstellung

'Die Bewohner' in der

Kunsthalle Tübingen

art info erScheint

in Den regionen

KarlSruhe /

rhein-necKar unD

Stuttgart.

Die themen der

aktuellen ausgabe in

Stuttgart:

Tim Eitel in Tübingen /

Im Gespräch mit Frieder

Burda / liftgalerie am

Stuttgarter Marienplatz /

Karl-Heinz Bogner im

Portrait / Noh Suntag im

WKV /Liebe auf den ersten

Blick in Künzelsau /

Mahmut Celayir in der

Städt. Galerie in Kornwestheim

/ Neue Freunde im

Museum Ritter /

„China macht Druck“ in

der Städt. Galerie

Bietigheim-Bissingen

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Oder schriftlich an:

art info, Olgastraße 58/A,

70182 Stuttgart

Liebe Leserin, lieber Leser,

Baden-Baden entwickelt sich so langsam zum (Kunst)Nabel der

Region... dabei spielen die Kunsthalle Baden-Baden und das unmittelbar

benachbarte Museum Burda einander die Bälle zu. So ist es fast

zwangsläufig, dass wir nun zum zweiten Mal nacheinander eine Ausstellung

aus der Kurstadt auf dem Titel haben: der deutsche Superstar

Gerhard Richter in der vergangenen und Dirk Skreber in der aktuellen

Ausgabe. Die nächsten Ausstellungen winken bereits, im Museum Burda

wird nach einem kurzen Sammlungs-Intermezzo ab dem 05. Juli mit

einer Skulpturen-Ausstellung erneut eine große Schau zu sehen sein.

Die Kunsthalle zeigt mit Nairy Baghramian eine iranische Künstlerin.

Baden-Baden ist also in aller Munde... kein Wunder mag da mancher

denken, mit dem Sammler Frieder Burda im Rücken lässt sich auch

leicht klotzen. Sicher ist der bedeutende Sammler der Gegenwartskunst

ein Argument. Aber auch der beste Wind bringt ein Schiff nur dann

voran, wenn die richtigen Matrosen an Bord sind. In dieser Hinsicht

können beide Museen dankbar sein, dass sie personell bestens aufgestellt

sind. Die Öffentlichkeitsarbeit des Museum Burda mit Horst Koppelstätter

ist genauso beispielhaft wie die der Kunsthalle Baden-Baden

mit Herrn Dr. Dirk Teuber... kongenial ergänzt durch seinen Kuratorkollegen

Dr. Fritz Emslander. Allen drei Badenern sei an dieser Stelle in

aller Öffentlichkeit von zwei Schwaben ein herzliches Dankeschön zugerufen...

Dank für die äußerst angenehme, absolut konfliktfreie und insgesamt

sehr befruchtende Zusammenarbeit.

Bereits in der letzten Ausgabe konnten Sie das Ergebnis der Zusammenarbeit

sehen. In dieser Ausgabe bieten wir mit einem langen Artikel und

zwei unterschiedlichen Sichtweisen auf einen Künstler den vielleicht

intensivsten Blick auf eine Ausstellung - und Sie werden sehen, der

zweite Blick in diese Ausgabe und die Fahrt nach Baden-Baden lohnen

sich. Dirk Skreber ist in der Kunsthalle noch bis zum 13.04., Gerhard

Richter im Museum Burda bis zum 27.04. zu sehen.

Ihre Herausgeber

Cornelia Rieder Götz Gußmann

Seite 3


KunSttitel

Keine hunde und Katzen, nirgendwo

Dirk Skreber in der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden

„Jede Ausstellung ist die wichtigste

meiner Karriere“ sagt Dirk Skreber. Die

Ausstellung 2000 im Hamburger Bahnhof

dürfte diese Maßstäbe gesprengt

haben und wenn alle Ausstellungen

für den Künstler gleich sind, dann war

diese etwas gleicher. Dirk Skreber hat

sich im Hamburger Bahnhof mit Katharina

Grosse, Olafur Eliasson und Christian

Jankowski gemessen. Alle vier

Künstler waren im Rahmen der ersten

Vergabe des Preises der Nationalgalerie

für junge Kunst in Berlin aus insgesamt

110 Künstlern ausgewählt

und durften in das Finale gehen. Mit

offenem Visier, Jeder gegen Jeden. Viele

Beobachter sahen bereits Eliasson als

Gewinner, der in der Ausstellung mit

vier Videos überzeugte, in denen professionelle

Festredner jeweils eine fiktive

Laudatio auf jeden Künstler hielten.

Am Ende hat aber Dirk Skreber den mit

100.000 DM dotierten Preis gewonnen.

Überraschend, denn er war damals der

Unbekannteste unter den Künstlern,

die Wetten standen angeblich 100:5

gegen ihn. Durchgesetzt hat sich Skreber

mit seiner realistischer Malerei. Zu

einer Zeit allerdings, als die Junge Leipziger

Schule noch nicht einmal in den

Kinderschuhen steckte und auch sonst

noch nicht jeder Künstler, der den Pinsel

halbwegs unfallfrei über die Leinwand

führen konnte, sich im Abmalen

von Hunde und Katzen den Lebensunterhalt

verdient.

Hunde und Katzen sind in den Bildern

Seite 4

von Dirk Skreber nicht zu sehen und

es besteht überdies auch keine Gefahr,

dass diese in seinen Bildern hinter der

nächsten Hausecke auftauchen. Und

dies liegt nicht nur daran, dass es überhaupt

schwierig ist, Hausecken auf den

Bildern von Skreber auszumachen. Die

Häuser von Dirk Skreber stehen nämlich

häufig in vollkommen überflutete

Landschaften, lediglich die Hausgiebel

ragen aus der ansonsten urfriedlichen

Wasseroberfläche. Die Apokalypse hat

es dem Künstler angetan und neben

Überschwemmungsszenarien scheint

Dirk Skreber auch Gefallen an Autounfälle

zu haben. Unfälle, die in der Phantasie

eines Stephen King ihren Ursprung

zu haben scheinen. Nur mühsam noch

als Autos zu erkennende Fracks, die

sich äußerst kunstvoll um Leitplanken

oder Laternenmasten wickeln oder

vollkommen zerfetzte Wohnwagen. Die

Vermutung liegt schon fast nahe, dass

der Künstler Gewaltphantasien auf der

Leinwand auslebt oder aber versucht,

ein traumatisches Erlebnis künstlerisch

zu verarbeiten. Die Wahrheit liegt

aber woanders. Skreber antwortet auf

die Frage nach dem Unfallort, „dass

es ihn nicht gebe. Der Unfallort ist die

Leinwand“. Also keine einschneidende

Erlebnisse als Motiv, einschneidend

sind die Bilder in seinem Leben aber

dennoch, bilden sie doch einen Wendepunkt

in seinem künstlerischen Schaffen.

Bis vor etwa sechs, sieben Jahren

war dem Künstler lediglich das Malen als

Akt sowie die Farben wichtig. Daran hat

Na(h)tanz 4.0, 2006, Tesamoll und Öl

auf bedrucktem Vinyl, 350 x 280 cm

sich zwar nichts geändert, die Malerei

nimmt auch heute noch einen herausragenden

Stellenwert in dem Werk des

Künstlers ein. Viele Zitate sind in seinem

Werk zu finden, am augenscheinlichsten

sind die Anleihen an die Op-Art,

die in seinen sog. Streifenbildern zu finden

sind. Mit den persönlichen, politischen

und Naturkatastrophen hat aber

das Motiv angefangen, sich zunehmend

in den Vordergrund zu schieben. Der

Reiz, Grenzsituationen und Ausnahmezustände

auf der Leinwand umzusetzen,

bestimmt heute das Werk des

Künstlers. „Was“ und „Wie“ haben in

den Arbeiten heute einen gleichberechtigten

Platz nebeneinander. Dies ist aber

kein „Nebeneinander“ im Sinne einer

Gleichgültigkeit zueinander, sondern

befruchten sich gegenseitig. Motiv und

Malerei laden sich im Zusammenspiel

auf und bilden ein harmonisches Miteinander.

Der 1961 in Lübeck geborene Künstler

zählt heute zu den wichtigsten Künstlern

der Gegenwart. Nach seinem Studium

an der Düsseldorfer Kunstakademie bei

Alfonso Hüppi hatte er in Deutschland

verschiedene Ausstellungen. Der Durchbruch

gelang dem Künstler 2000 mit

dem Gewinn des Preises der Nationalgalerie

für Junge Kunst. Auf die Frage,

welche Bedeutung der Preis für seine

Karriere war, meint er in einem Interview

mit der Berliner Zeitung, „dass er auf

jeden Fall er ein wichtiger Faktor war.

Das war einfach viel Geld, auch wenn es


nachher schnell weg war. Für

eine Weile fällt einfach der

ganze tägliche Kleinscheiß

weg. Sorgen über Rechnungen

oder die nächsten Einkäufe.“

Skreber ging 2004 in die USA,

wo er auch heute noch lebt

und arbeitet. Sein Lebensmittelpunkt

in den USA trug

dazu bei, dass er in den Vereinigten

Staaten wesentlich

bekannter ist als hierzulande.

Er hatte bedeutende Einzelausstellungen

in Los Angeles,

Omaha/Nebraska, Aspen und

in seiner Heimatstadt New

York, wo er in South Brooklyn

mit seinen Assistenten in

einem großen Atelier arbeitet.

Ein großes Atelier braucht er

bei den Riesenformaten, mit

denen er sich beschäftigt. Die

Leinwände spannt er schon

mal auf zwei mal vier Meter

großen Keilrahmen auf. Seine

Motive findet Skreber häufig

in Bildern aus den Massenmedien.

Für seine „Na(h)tanz“-

Serie beispielsweise hat er

Luftaufnahmen aus dem iranischen

Natanz, 200 km südlich von

Teheran, verwendet. Fünf Fabrik- und

ein Verwaltungsbau sind zu erkennen, in

denen der Iran nach Angaben der USA

versucht, Kernwaffen herzustellen. Konzentrische

Kreise, mit denen der Künstler

die Luftbilder übermalt, scheinen die

Explosion der Zerstörung der Anlage vorwegzunehmen,

ein eng umschlungenes

Paar tanzt im Vordergrund. Über allem

schwebt der Geist John Lennons mit

seinen Worten: „Love ist the answer“.

Bei solchen Bildern liegt der Verdacht

nahe, dass Skreber dem Kriegstreiben

der USA Einhalt gebieten möchte. Auch

die Bilder seiner Serie „Air Force One“

scheinen den Gedanken zu bekräftigen.

Skreber hat sich in dieser Serie mit den

Befürchtungen der Amerikaner ausein-

C.A.C.T.U.S. 2.0, 2004, Öl auf bedrucktem Vinyl, 350 x 280 cm

andergesetzt, dass die Präsidentenmaschine

eines der geplanten Ziele des

11. September gewesen sein könnte.

In den Bildern sieht man das halb zerstörte

Flugzeug des amerikanischen

Präsidenten und der Künstler beantwortet

so die Frage, ob die Terroristen

das Flugzeug hätten treffen können: „Ja

sie könnten es!“ Ein politischer Künstler

ist Skreber aber dennoch nicht. Er

beschreibt lediglich einen Zustand als

dass er Antworten anbieten möchte.

Wie bei dem Bild „Na(h)tans“ sind es

allenfalls Alternativen, die er in den

Raum stellt. Antworten muss sich der

Betrachter selber suchen, manchmal

hat er aber schon Probleme, die Frage

zu finden. Die großformatige Insel Ohne

Titel (C.A.C.T.U.S.) von 2004, die auf

den ersten Blick einem Südseeparadies

gleicht, erweist

sich - folgt man der im Titel

gegebenen Spur - als Teil

des radioaktiv verseuchten

Eniwetok-Atolls, wo die Vereinigten

Staaten seit 1952

wiederholt Kernwaffentests

unternommen haben. Auch

die in der letzten großen

Ausstellung des Künstlers

in der Region zu sehende

Luftaufnahme eines großen

Gebäudekomplexes (o.T.

Ultra violence, 1999) entpuppt

sich erst nach erklärenden

Worten als Schule,

die der Schauplatz eines

Amoklaufes war.

Die nun in Baden-Baden

zu sehende Ausstellung ist

Skrebers erste große Einzelausstellung

in Deutschland.

Die Ausstellung umfasst 20

großformatige Gemälde der

letzten acht Jahre sowie

eine für Baden-Baden konzipierte,

sich über mehrere

Räume erstreckende Installation.

Der Kurator, Dr. Fritz Emslander

hat im Zusammenspiel mit dem Künstler

die besten Arbeiten aus diesen letzten

acht Jahren zusammengesucht. Es

ist eine konzentrierte Ausstellung, die

einen guten Blick über einen Künstler

gibt, von künftig in Deutschland sicherlich

mehr zu sehen sein wird.

Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher

Katalog in deutscher und englischer Sprache,

mit einführenden Essays und großem Abbildungsteil.

Die Ausstellung wird in veränderter

Form ab Anfang Juli im museum franz gertsch,

Burgdorf zu sehen sein.

Katalog: „Dirk Skreber. Blutgeschwindigkeit

/ Blood Speed“: ca. 160 Seiten, ca. 120

Farbabbildungen Verlag der Buchhandlung

Walther König, Köln, ca. 30 €

Dirk Skreber, Blutgeschwindigkeit - 09.02.08

- 13.04.08, Staatliche Kunsthalle Baden-

Baden; Di -So 11 - 18, Mi 11-20 Uhr

KunStgeSpräch i

ungläubiges Staunen angesichts

von ausnahmesituationen

art info im Gespräch mit dem Kurator der Ausstellung, Herrn Dr. Fritz Emslander

art info: in welchem Verhältnis stehen

motiv und malerei im Werk von

Dirk Skreber?

Fritz Emslander: Dirk Skrebers Motivspektrum

hat sich in den letzten Jahren

deutlich erweitert, insbesondere um brisante

Themen, die auch politische und

aktuelle Aspekte streifen. Die Motive

kreisen auf unterschiedlichen Ebenen

um das Thema Katastrophe: persönliche

und globale Katastrophen, Natur- und

Unfallkatastrophen. Dabei werden diese

Inhalte auf sehr intelligente Weise in der

Malerei umgesetzt - zum Teil mit neuen

Techniken, die sich Dirk Skreber in den

letzten Jahren erschlossen hat. In einer

Art Streifenbildtechnik beispielsweise

schichtet er verschiedene Bildebenen

übereinander und konfrontiert ganz

unterschiedliche Motive miteinander,

wodurch sich neue Deutungsperspektiven

eröffnen.

Welchen Stellenwert hat die malerei

in seinem Werk?

Dirk Skreber ist sich der Geschichte der

Malerei bewusst, geht sehr souverän mit

unterschiedlichen Malerei-Traditionen

um - immer im Ringen um eine Antwort

auf die Frage, wie man denn heute

überhaupt noch malen kann. Er verweist

beispielsweise in den flimmernden Tesamoll-Bildern

der „Superhero-Series“

bewusst auf die Op-Art. In einer monumentalen

Meereslandschaft in Öl auf

Leinwand, welche für den großen Oberlichtsaal

der Kunsthalle entstanden ist,

gibt es stellenweise „Drippings“, die wie

eine Hommage an Jackson Pollock wirken.

passt da auch die Verwendung neuer,

ungewöhnlicher materialien ins Bild?

Ja, die Verwendung von Materialien

aus dem Baumarkt auf der Suche nach

neuen Wegen der Bildfindung lässt die

Arbeiten, etwa die „Streifen-Bilder“

der Comic-Helden oder der „Na(h)

tanz“-Serie immer objekthafter werden.

Wenn Dirk Skreber zwischen den

aufgeklebten Tesamoll-Streifen dicke

Farbstege einstreicht und dann die

Tapes wieder abzieht, bekommt das

einen ganz stark reliefartigen Charakter.

Da entfernt er sich schon deutlich

von der Zweidimensionalität der klassischen

Leinwandmalerei. Schon fast

konsequent erscheint es dann, dass er

sich in den letzten Jahren zunehmend

mit Skulpturen beschäftigt und begehbare

Installationen schafft, wie ja auch

für unsere Ausstellung.

Kommen wir zurück zum motiv -

sehen Sie Dirk Skreber als „politischen

maler“?

Dirk Skreber ist heute sicherlich politischer,

als er das noch in den neunziger

Jahren war. Der Begriff würde allerdings

seine Arbeit nicht präzise beschreiben.

Er ist kein politischer Maler in dem

Sinne, dass er politische Argumente in

Bilder umsetzt. Er ist nicht didaktisch,

er ist nicht dogmatisch und er macht

sich nicht zum Sprachrohr irgendeiner

partei- oder (um)weltpolitischen Richtung.

Er ist aber insofern politisch, als

er mit seinen Bildern Fragen evoziert:

provokante Fragen nach einer Welt im

Zustand ihrer Amerikanisierung - aber

auch nach dem Zustand der Kunst, welche

von dieser Welt handelt oder die

medialen Spiegelungen dieser Welt kritisch

beleuchtet.

Woher kommt die faszination des

Seite 6 Seite 7


Künstlers für Katastrophen?

Es sind immer wieder Grenzsituationen,

Entgleisungen von natürlichen oder

menschlichen Energien, als Unwetter,

Unfall, in Akten des Übermuts,

des Heldentums oder Fanatismus, die

Dirk Skreber faszinieren. Zunächst ihn

selbst - ich denke, vor jedem Kalkül

hinsichtlich der Betrachterwirkung wird

meist ein persönlicher Impuls gestanden

haben, ein ungläubiges Staunen

angesichts von Ausnahmesituationen,

mit denen man im eigenen Leben oder

durch die Medien vermittelt konfrontiert

wird. So sind die Landschaften

und Situationen, denen der Betrachter

gegenübersteht, meist menschenleer,

und gerade dadurch ergibt sich ein

Identifikationspotential mit diesen Bildern,

in die man sich hineinprojiziert

- Identifikation nicht mit bestimmten

Figuren, die dort handeln würden. Eher

in dem Sinn, dass wir uns diesen verheerenden

oder explosiven Szenerien

gegenübersehen und uns auf sie beziehen:

als potenziell Handelnde, als mögliche

Opfer oder in Sorge um diejenigen,

welche die Katastrophe besonders hart

getroffen haben könnte.

Sie haben vorher das dreidimensionale

Schaffen von Dirk Skreber angesprochen

- was hat es mit der eigens

für die ausstellung konzipierten

Skulptur auf sich?

Die Installation könnte auf den ersten

Blick durchaus den Eindruck eines Vergnügungsparks

machen. Dieser erste

Blick wird aber relativ schnell verdrängt

durch Bedenken, die einen beschleichen.

Die Kanäle und Wasserbecken,

welche die Installation durchziehen,

sind innen in einem ästhetisch ansprechenden,

aber doch auch alarmierenden

Signalrot gestrichen. Dieses Rot findet

man in allen drei Räumen der Installation

in Sprungbrettern wieder, die auf den

schwarzen Architekturmodellen immer

auf der gleichen Höhe angebracht sind.

Diese Absprungrampen erreicht man als

fiktiver Insasse der Szenerie über viele

Leitern, die einen von Ebene zu Ebene

nach oben bringen - um von dort den

Sprung in die Tiefe zu unternehmen.

Die markierte Höhe entspricht proportional

derjenigen der Golden Gate Bridge

in San Francisco, die wegen unzähliger

Selbstmörder im Ruf steht, die „tödlichste

Brücke der Welt“ zu sein. Dirk

Skreber hat recherchiert, dass es eine

winzige Chance gibt, den Sprung aus

diesen 67 Metern Höhe zu überleben.

Die rot markierte Höhe zeigt den Punkt

an, an dem die Faszination für todesmutige

Klippenspringer umschlägt in die

Verzweiflung der Lebensmüden. Als eine

Art Handlungsmodell führt die dreidimensionale

Installation den Betrachter

als Akteur innerhalb einer imaginären

Extremsituation an einen Scheideweg.

Vielleicht gibt es ja doch Alternativen

zum finalen Sprung.

Wenn wir Sie auffordern würden, ein

wenig die Werbetrommel zu rühren -

warum sollte sich ihrer ansicht nach

ein Kunstfreund keinesfalls die ausstellung

in Baden-Baden entgehen

lassen?

Sie zeigt einen Künstler, den viele von

uns zu kennen glauben, der sich aber

in dieser Ausstellung von ganz neuen

Seiten zeigt: mit verschärften inhaltlichen

Ansätzen, die in ungewöhnlichen,

neuen Techniken und in teils überwältigenden

Formaten umgesetzt werden.

Dazu kommt eine spektakuläre, emotional

berührende Installation, die sich

im Dialog mit den ausgestellten Bildern

wie eine Ausweitung von Dirk Skrebers

Bildwelten in den Raum darstellt. In der

Zusammenführung und Gegenüberstellung

von malerischem und skulpturalem

Werk sowie als pointierter Überblick über

das Schaffen der letzten acht Jahre stellt

die Ausstellung Werke vor, die größtenteils

in Deutschland noch gar nicht zu

sehen waren und vielfach eigens für

Baden-Baden entstanden sind.

herr Dr. emslander, vielen Dank

für das gespräch.

KunStgeSpräch ii

nur zu Besuch

Dirk Skreber im Gespräch

art info: Von ihnen stammt die

aussage, nur die malerei, die farben

sind wichtig, die motive treten

dahinter zurück. Wie passt diese

aussage zu ihren Bildern?

Dirk Skreber: Das würde ich so heute

nicht mehr stehen lassen, es hat sich

im Laufe der letzten Zeit verändert.

Das gibt sich heute mehr die Hand,

ich würde die Malerei und das Motiv

eher als gleichberechtigt nebeneinander

sehen - wobei meine Motive nie etwas

erklären wollen.

Sie werfen also fragen auf,

ohne auch antworten anbieten zu

wollen?

Ja, wenn Sie so wollen - jedenfalls eher

als umgekehrt. Stellvertretend sind das

die Fragen, die ich mir selber stelle und

die ich mir dann im Laufe der Zeit auch

beantworten kann. Aber dies braucht

Zeit und es ist ein langer Prozess. Vielleicht

helfen mir die Bilder dabei, Antworten

auf meine Fragen zu finden.

ihre Bilder von den Katastrophen -

sind diese Bilder in einer zeit entstanden,

als das motiv angefangen

hat, wichtiger zu werden?

Das kann man durchaus so sehen. Als

ich angefangen habe, die Bilder über

Flutkatastrophen zu malen, hat sich

das Motiv ein bisschen in den Vorder-

grund geschoben bzw. ist intensiver

geworden.

Wo finden Sie ihre motive?

Ich habe es am liebsten, wenn ich die

Bilder in meiner direkten Umgebung

finde. Ich habe sehr viele Reifen in der

Umgebung meines Ateliers. Mein Atelier

befindet sich derzeit in Brooklyn,

in einem harten Industriegebiet und

immer wenn ich von meiner Wohnung

da hinlaufe, muss ich an tausenden von

geparkten und fahrenden Autos vorbei.

So habe ich mit den neuen Bildern

angefangen, in denen Reifen zu sehen

sind. Vielleicht ist dies die Antwort auf

diesen täglichen Stress von Draußen.

Das finde ich am Schönsten, wenn die

Motive direkt von Draußen kommen.

Aber ich suche mir auch viele Motive

aus dem Internet oder blättere Magazine

durch. Ich habe beispielsweise

etliche Vorlagen im „Spiegel“ gefunden.

Es geht jedenfalls nicht darum,

dass ich Motive finde, die niemand

kennt oder so etwas. Meine Vorlagen

dürfen nicht zu speziell sein, sondern

müssen auch für andere Menschen

zugänglich sein.

mit den Bildern „na(h)tanz“ und „air

force one“ haben Sie zwei themenaspekte

aufgegriffen, die insbesondere

auch die amerikaner sehr stark

geprägt und die gesellschaft verändert

haben. War das nun nur zufall,

dass Sie ausgerechnet auf diese

motive gestoßen sind?

Seite 8 Seite 9


Nein, sicher nicht. Insbesondere die Stadt

Natanz war so intensiv in der Presse, dass

ich gar nicht mehr anders konnte, als mich

mit dem Thema künstlerisch auseinander

zusetzen... und dann hatte ich die Idee

von dem Wort und früher oder später musste

ich dann diese Bilder machen.

Sind diese Bilder als Kritik zu

verstehen?

Ich habe nichts dagegen, wenn der

Betrachter in dem Bild kritische Ansätze

sieht, weil es ein sehr kritisches Thema

ist. Aber die Kritik an sich liegt in der

Sache - es ist ein kritischer Moment, wenn

die Welt erfährt, dass im Iran Atomwaffen

hergestellt werden, und es ist ein ebenso

kritischer Moment, wenn man sich fragt

ob das denn überhaupt stimmt, ob man

diesen öffentlichen Verlautbarungen aus

Politik und Presse trauen darf. Niemand

weiß bis heute, was in Natanz genau passiert

und ob diese Luftaufnahmen überhaupt

echt sind. Mein Bild beruht im

Kern auf der ganz simplen Auffassung,

dass man, solange man sich zu schöner

Musik in den Armen liegt, sicher nicht

die Zeit haben wird, Atombomben zu entwickeln.

aber nach dieser Sichtweise stellen Sie

doch mehr als nur fragen - Sie bieten

auch eine antwort an.

Ja, in diesem Fall ist das sicher eine der

möglichen Antworten. Aus meiner Sicht

ist diese Antwort aber nicht direkt, es ist

mehr so wie John Lennon singt „Love is

the answer“.

Sehen Sie sich als politischen

Künstler?

Sicher ist Natanz ein hochpolitisches und

auch ein zeitgeschichtliches Thema. Als

politischen Künstler sehe ich mich aber

nicht. Ich will keine Lösung anbieten,

keinen Ausweg. Die Idee zu den „Na(h)

tanz“-Bildern ist auch mehr aus einem

Wortspiel geboren. In Natanz liegt diese

Anlage ja wirklich, und dann sind da die

beiden nah tanzenden Menschen. Alles

andere bleibt Interpretation, auch von mir

selber. Ich bin insofern auch mein eigener

Zuschauer.

Welche rolle spielt die architektur in

ihren Bildern?

Es gibt Bilder, in denen die dargestellte

auf realer Architektur gründet, beispielsweise

bei dem Bild „Ultra Violence“

(1999). In vielen anderen Bildern ist die

Architektur rein fiktiv oder aus Erinnerungsstücken

zusammengesetzt.

Bei „ultra Violence“ ist eine Dachlandschaft

zu sehen, die sich mit etwas

hintergrundwissen als ein Schulgebäude

entpuppt, in dem ein amoklauf

stattgefunden hat. haben alle ihre

Bilder eine solche oder eine ähnliche

geschichte?

Nein. Ich habe beispielsweise einmal eine

Dachlandschaft gemalt. Dies war einfach

ein Ausblick von einem Hotelzimmer in

Las Vegas, und da gibt es dazu keine

Geschichte. Jedenfalls im Moment noch

nicht, aber vielleicht wird es irgendwann

einmal eine Geschichte dazu geben.

ihre Bilder, die architekturen, sind

menschenleer, wirken künstlich. Blenden

Sie den menschen bewusst aus?

Die abgebildeten Dinge laden sich ohne

den Menschen intensiver auf. Wenn ich

mir vorstelle, dass in meinen neuen Reifen-Bildern

Menschen wären, würde das

einen ganz anderen Aspekt bekommen.

Dann wäre der Mensch im Mittelpunkt,

und so wie die Bilder jetzt sind, steht

mehr das Fehlen des Menschen im Mittelpunkt.

Überdies: Wo Menschen sind,

werden meist auch Geschichten erzählt,

und das will ich nicht.

Sie sind 2004 in die uSa übergesiedelt

- wie unterscheidet sich das leben

eines Künstlers in den uSa von dem in

Deutschland?

Ich kann es nur aus der Sicht des Fremden

sagen. Man bleibt in den USA eigentlich

immer ein Fremder und man wird

immer wieder auf sich und seine Herkunft

zurückgeworfen. Man ist keinesfalls

Amerikaner oder ein Mitglied einer großen

multikulturellen Familie. Vielleicht ist

das in New York noch etwas anders, aber

im Rest von Amerika bleibt man immer

irgendwie nur ein Besucher. Es gibt ein

schönes Zitat aus einem Film mit Robert

de Niro, wo ein amerikanischer Agent

einem alten Mafia-Boss, der seit seinem

zweiten Lebensmonat in den USA lebt,

mit Abschiebung droht, wenn er nicht für

ihn arbeite. Der Italiener ist daraufhin fassungslos

und hält im vor, dass die Italiener

die Familie und die Kirche haben, der Ire

seine Heimat, der Jude seine Tradition...

und dann den Agenten fragt, was denn die

Amerikaner haben. Daraufhin der Agent:

Die Vereinigten Staaten von Amerika, ihr

Anderen seit doch nur zu Besuch. Und

das ist auch heute noch so.

aber für einen Künstler ist es nicht

irgendwie einfacher oder schwieriger?

Es ist überall schwierig, aber für den amerikanischen

Künstler ist es in Amerika

möglicherweise noch etwas schwieriger

als für einen Deutschen in Deutschland.

Es ist vielleicht überall gleich: Etwa 1%

von denen, die es versuchen, schaffen es.

In den USA gibt es aber einfach mehr,

die es versuchen. Der Traum, ein Künstler

zu werden ist ein großer Traum in den

USA.

Wie waren ihre anfänge als Künstler?

Sie haben als gegenständlich malender

Künstler angefangen, als der zeitgeist

noch durchgängig abstrakte Kunst verlangte.

81 mph (Körperhafen), 2008, Installation: Holz, Beton, Wasser, Filzfasern,

weißer Eding, Sprühfarbe, Lack, ca. 250 x 670 x 2050 cm

Die gegenständliche Kunst war schon

immer mein Ding und ich habe mich da

auch nicht beirren lassen. Ich habe an

mich geglaubt. Es gab zwar durchaus

auch kritische Momente, aber ich hatte

insgesamt ein gutes Gefühl. Mir blieb

aber eigentlich auch gar nichts anderes

übrig, da ich mir den Rückweg verbaut

habe. Ich habe die Schule abgebrochen

und habe auch deswegen immer weiter

gemacht.

in den uSa haben Sie großen erfolg -

was bedeutet es ihnen, dass sich

dieser erfolg so langsam auch in

ihrem heimatland einstellt?

Ehrlich gesagt ist es völlig abstrakt.

Andere Dinge sind wichtiger. Die Ausstellung

hier in Baden-Baden ist ein

tolles Gefühl, der Aufbau ist fast abgeschlossen,

aber ob die Ausstellung jetzt

in Deutschland ist oder anderswo... wenn

es der Sache dient, ist jede Ausstellung

ein Erfolg.

Wie dienlich war ihrer Sache der erste

preis der Berliner nationalgalerie für

junge Kunst im jahr 2000?

Es hat sehr vieles erleichtert - es war

so eine Art Ritterschlag, so habe ich es

jedenfalls empfunden. Es macht das

Leben auf der eine Seite leichter und

einfacher, auf der anderen Seite nimmt

der Druck zu. Es ist ganz entscheidend,

wie man damit umgeht.

Woher kommt ihre hinwendung zu

der Skulptur?

Der letzte Schritt war die Ausstellung vor

der Preisvergabe im Hamburger Bahnhof.

Ich war dort gezwungen, mir sozusagen

eigene vier Wände für meine Bilder

zu bauen. Ich habe vom Modell bis zur

Ausführung einmal alle Schritte durchgemacht.

Es war eine tolle Sache, eine

unheimliche Befreiung, die am Ende

auch noch funktioniert hat. Ich habe

dann gleich in der nächsten Ausstel-

lung, in der Galerie Kerstin Engholm,

meine erste große Skulptur gebaut und

bin dabei geblieben.

Sie bauen in Baden-Baden eine

begehbare Skulptur - was erwartet

den Besucher da?

Es ist begehbar, weil es einen Boden hat,

aber die eigentliche Skulptur ist nicht

unbedingt begehbar. Es hat mehr einen

Modellcharakter und ist ein Kanal-Wasser-System,

was sich über drei Räume

erstreckt. Das Herz ist eine imaginäre

Linie, die sich von dem dritten bis zum

ersten Raum durchzieht. Das Ganze hat

einen hohen malerischen Aspekt, weil

das Poolsystem rot gefärbt ist, es gibt ein

paar grüne Flächen, ein grünes Fußballfeld

und die dunkle, schwarze Architektur.

Das Ganze ist so eine Art tiefsinniger,

symbolischer Park.

2002 gab es eine ausstellung im

freiburger Kunstverein - wie unterscheidet

sich die jetzige ausstellung

von der damaligen ausstellung. Wie

haben Sie sich ihrer ansicht nach in

der zwischenzeit entwickelt?

Das ist ganz interessant, weil das erste

„Car Crash“-Bild in Freiburg gezeigt worden

ist, und vielleicht konnte man in

Freiburg anhand dieses Bildes so eine Art

Bruch in meinem künstlerischen Schaffen

erkennen. Neben der viel größeren

Ausstellungsfläche ist aber vor allem die

Konzentration in Baden-Baden viel intensiver,

da lediglich Arbeiten aus den letzten

acht Jahren zu sehen sind. Wir haben

versucht, das Beste aus den letzten acht

Jahren zusammenzubekommen und die

Bilder kommen teilweise von sehr weit

her. Ich bin sehr zufrieden mit der Ausstellung

und bin gespannt, wie es dem

Publikum gefällt.

herr Skreber, herzlichen Dank für das

gespräch.

Seite 10 Seite 11


KunStportrait

in den archiven der entschleunigung

Corine Wasmuht

Selten dürften sich die Stimmen vom

Deutschen Ärzteblatt bis zum Bundeskanzleramt

so einig sein, wenn es

überhaupt zwischen diesen beiden

Referenz-Positionen je eine andere

Verbindung gab als diese, dass Corinne

Wasmuht zu den spannendsten Malerinnen

der jüngsten Jahrhundertwende

gehört. Feierte die schreibende Ärztezunft

Wasmuhts Präzision, die ihrem

Seite 12

eigenen Berufsstand so eigentümlich

ist, so war man wohl im Haus

des (Ex-)Kanzlers Schröder von dem

unermüdlichen Durchsetzungswillen

angetan. Und wenn man noch die Aufbruchmythen

verschiedener Jahrhundertwenden

vergleichsweise bemüht,

standen die Jahre um und nach 1900

im Zeichen des wachsenden Tempos,

während sich aus dem Turbodreh bis

Siempre es hoy, 2007, Öl auf Holz, 261 x 434 cm Pathfinder, 2002, Öl auf Holz, 243 x 324 cm

zum Jahr 2000 hin eine Entschleunigungswelle

breit gemacht hat, die

dem scheinbaren Stillstand eines bis

zur Raserei angetriebenen Rades nahe

kommt.

Im Schaffen Corinne Wasmuhts sind

Raum und Zeit aus dem Häuschen

geraten. Während sie in schillernden

Farben Raupen- und Krötenviecher

wie hinter einer Zauberbühne in sich

selbst spiegeln und reproduzieren

lässt und so einen schillernden Mikrokosmos

entwirft, entfaltet sie zugleich

in surreal anmutenden (Stadt-)Landschaften

und feinmalerischen Tableaus

einen Makrokosmos, der alle Grenzen

sprengt.

Der Philosoph Paul Virilio hat hierfür

das Bild des Astronauten verwendet,

der aus dem Bezugspunktsystem

hinauskatapultiert worden sei. Und tatsächlich

findet sich unter Wasmuhts

Arbeiten auch ein Bild mit dem Titel

„Astronauten“ aus dem Jahr 1999. Ist

das Zufall? Im Cyberspace werden die

Bezüge wie Tages- und Nachtzeiten,

Jahreszeiten, ja überhaupt die Zeit

irrelevant. Auf die Frage, ob sie ein

durchgängiges Thema in ihrer Kunst

habe, erwiderte Wasmuht, es sei „die

Welt, die über meinem Kopf schwebt,

wenn ich schlafe. Das ist eine Parallelwelt,

die einfach da ist, die erfinde ich

nicht“. So könnte sich das Surrealistische

Manifest im Informationszeitalter

anhören, wo es eben nicht mehr

reicht, ein Schild an die Schlafzimmertür

zu hängen mit der Aufschrift:

„Bitte nicht stören, der Dichter - (resp.

der Künstler) - arbeitet.“ Die Künstlerin

selbst hat da einen ganz anderen

virtuellen Zugang. Geboren 1964 in

Dortmund, wuchs die Ingenieurstochter

in Argentinien auf, wo sie ihren

mathematisch-klaren Verstand weniger

den Rechen- als den freien Künsten

widmete. Fernab von Europa,

von Beuys & Co., entdeckte sie für

sich die klassischen Techniken, denen

sie dann auch in Deutschland treu

blieb. In Düsseldorf studierte sie bei

Alfonso Hüppi, aus dessen Meisterschule

etwa auch Holger Bunk, Vera

Leuthoff und Dirk Skreber hervorgingen,

die eine ganz andere figurative

Richtung begründeten wie die Leipziger

Kollegen. Niemand ging jedoch

so weit wie Corinne Wasmuht, für die

Abstraktion und Gegenständlichkeit

Seite 13


keine Frage des Sowohl-als-auch, sondern

erklärtermaßen eine des Wedernoch

ist. Inzwischen lehrt sie an der

Kunstakademie von Karlsruhe, pendelt

jedoch nebenbei zwischen Berlin

und Buenos Aires. Doch anstatt das

pulsierende Leben dieser Metropolen

mit gestischem Schwung auf den Malgrund

zu übertragen, bannt sie es in

einer lebhaften Langsamkeit, die Virilio

vielsagend als „Fluchtgeschwindigkeit“

bezeichnete: Kaum mehr als vier

Bilder schafft die Malerin im Jahr, so

akribisch verschreibt sie sich ihrem

Werk. Dazu mahnt die gemächlich

trocknende Ölfarbe schon im malerischen

Ansatz zur Geduld.

Noch einmal Paul Virilio. Wenn er das

wesentliche Merkmal der Renaissance

in der Entdeckung der Perspektive

und deren revolutionäre Umsetzung

in der Malerei sieht, so beschreibt

er die gegenwärtige Aufgabe damit,

sie wieder los zu werden. Die Räume

in Corinne Wasmuhts Arbeiten sind

Caleta Los Laureles 206, 2005, Öl auf Holz, 247 x 384 cm

allein mit Oben und Unten nicht mehr

zu definieren, in Anlehnung an das

world wide web haben sie ihre drei

Dimensionen überschritten und versammeln

Figuratives und Gegenständliches

in einem abstrakten Datenraum

ohne Horizont und ohne so etwas

wie eine Echtzeit - Überlagerungen

hebeln auch den Zeitraum aus den

Fugen. Irritationen kommen dadurch

hinzu, dass die einzelnen Elemente

eine nicht selektierte Präsenz haben

- was in unserer realen Wahrnehmung

durchs Raster fällt, damit überhaupt

ein brauchbares Bild im Gehirn entsteht,

lässt Wasmuht gnadenlos durch

die Ölgalaxie auf einer Holzplatte treiben.

Den soghaften Fliehkräften stellt

sich so ein Zufallsraster in verschiedenen

Raumebenen entgegen, was

den Bezugsverlust verschärft. Vorder-

und Hintergrund verlieren ihre Gültigkeit,

konkrete Motive büßen ihre Form

ein, wie sich Abstraktes selbstbewusst

in Szene wirft.

Die makroskopische Überlagerung

räumlicher und zeitlicher Gegebenheiten

hat in den letzten Jahren

das Werk Corinne Wasmuhts deutlich

bestimmt. Davor dominierte der

mikroskopische Blick: Ausgehend von

einem unerschöpflichen Archiv mit

Bildvorlagen von Steinen, Schlangen,

Insekten, Körpergewebe oder Haaren

collagiert sich die Malerin ornamentale

Themenbilder zusammen, die den

Betrachterblick zunächst umwerben,

um ihn dann ins Bodenlose zu ziehen.

Schnell müssen wir zugeben, dass die

Wahrnehmung uns konstant reinlegt

und letztlich ein Chaos in unsrem

Gehirn ablegt, was im Grunde nichts

anderes ist als die Ordnung, die wir

zu finden hofften. Das oben erwähnte

Ärzteblatt stellte fest, dass die histologischen

Schnitte, bestehend aus Muskelgewebe,

Sehnen, Blutbahnen und

anderem mehr, „den Anforderungen

eines medizinischen Lehrbuchs durchaus

entspricht“ (1997).

Nur dass die „Mikroskopische Anatomie“

(1994), auf die sich derartige

Äußerungen beziehen, im Kleinen

ebenso wenig zu durchschauen ist

wie die Städte- oder Eisgrottenlandschaft

im Großen. Was uns an diesen

Arbeiten fesselt, ist die Strahlkraft, die

von der fast altmeisterlichen Behandlung

herrührt, und die positive Gewissheit,

dass man dem beunruhigenden

Unvermögen, das Stückchen Welt vor

unseren Augen je wirklich begreifen zu

können, im Rausch überforderter Sinneseindrücke

begegnen kann, der sich

schließlich ohnehin in bewegungsloser

Leere auflöst. (gb)

Corinne Wasmuht ist ständig in der

Städtischen Galerie Karlsruhe vertreten.

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KunStKalenDer: märz KunStKalenDer: april

06.03.2008

06.03.

21.00 Uhr, Bad. Kunstverein,

Karlsruhe: Begleitprogramm: Jacques

Palminger feat. Rica Blunck und Viktor

Marek

07.03.2008

07.03.

19.00 Uhr, Kunstraum Oggersheim,

Ludwigshafen: Marianne Seyl, Temporäre

Orte, 08.03.08 - 07.05.08

08.03.2008

08.03.

19.00 Uhr, PENG - Raum für Kunst,

Mannheim: Veronika Witte, Wenn

ich ‚ich‘ sage lüge ich, 08.03.08 -

19.03.08

12.03.2008

12.03.

19.00 Uhr, projektraum4,

Mannheim:Michael Reiter, Installation

4x4x4, 12.03.08 - 12.04.08

13.03.2008

13.03.

19.00 Uhr, Galerie Pfaffengasse 13,

Heidelberg: Kim Young-Hee, Fotografie

und Skulpturen aus Papier,

13.03.08 - 07.05.08

14.03.2008

14.03.

19.00 Uhr, Kustverein Speyer:

Ulrich Wagner, Raum, Licht, Papier,

14.03.08 - 13.04.08

19.00 Uhr, Galerie Meyer Riegger,

Karlsruhe: Anne Collier, Roe Ethridge,

Melanie Schiff, Anette Kelm, Eileen

Quinlan, 15.03.08 - 19.04.08

Kunstverein Heidelberg: Raumlabor

Berlin, 15.03.08 - 18.05.08

15.03.2008

15.03.

18.00 Uhr, Kunsthalle Mannheim:

Martin Eder, Fotografien, 15.03.08 -

12.05.08

16.03.2008

16.03.

11.00 Uhr, GFJK Baden-Baden:

Paolo Maggis, Tohuwabohu,

16.03.08 - 24.04.08

17.03.2008

17.03.

19.00 Uhr, projektraum4,

Mannheim:Douglas Allsop, Fenster,

17.03.08 - 12.04.08

18.03.2008

18.03.

20.00 Uhr, Ferenbalm-Gurbrü

Station, Karlsruhe: Wolfgang Lugmair,

„und beendet, am schönsten im

Sommer“19.03.08 - 19.04.08

22.03.2008

22.03.

21.00 Uhr, Bad. Kunstverein,

Karlsruhe: Begleitprogramm: Konzert

zum neuen Album „Jinx“: Kammerflimmer

Kollektief

27.03.2008

27.03.

19.00 Uhr, Bad. Kunstverein,

Karlsruhe: Begleitprogramm: Präsen- Präsentation

von Emma Hedditch und Irene

Revell / ELECTRA

21.00 Uhr, Bad. Kunstverein,

Karlsruhe: Begleitprogramm: Perfor- Performance

„Duett #2 (Violetas)“: Discoteca

Flaming Star

28.03.2008

28.03.

19.00 Uhr, Galerie Merz,

Mannheim:Yves Popet, Bilder und

Pastelle, 28.03.08 - 26.04.08

19.00 Uhr, ZKM Karlsruhe: High

Times, Hard Times: New York Painting

1967–1975, 29.03.08 - 01.06.08

29.03.2008

29.03.

16.00 Uhr, ZKM Karlsruhe: Kura- Kuratorengespräch

zur Ausstellung High

Times, Hard Times mit David Reed,

Katy Siegel, Joan Snyder und Peter

Weibel

03.04.2008

03.04.

19.00 Uhr, Galerie Knaus, Frankfurt:

Ralf Peters, 24 Hours, 03.04.08 -

17.05.08

04.04.2008

04.04.

19.00 Uhr, ZKM Karlsruhe: Rom –

offene Malerei. Das Materialbild im

Italien der 1950er und 1960er Jahre,

05.04.08 - 24.08.08

05.04.2008

05.04.

19.00 UhrRegion Rhein-Neckar:

Lange Nacht der Museen

06.04.2008

06.04.

11.30 Uhr, Künstlerhaus, Karlsruhe:

Gustavo Alàbiso, Alle Wege führen

nach Rom, 08.04.08 - 27.04.08

15.00 Uhr, GEDOK Karlsruhe: Emanuela

Fiorelli, NUMEN VI· IV·MMVIII,

09.04.08 - 04.05.08

20.00 Uhr, Bad. Kunstverein,

Karlsruhe: Begleitprogramm:

Konzert zum 12. Album „Freiwillige

Selbstkontrolle“: F.S.K.

11.04.2008

11.04.

ab 19.00 Uhr, Kunstverein Mannheim:

Galerientage, 11.04.08 -

13.04.08

17.04.2008

17.04.

18.00 Uhr, Kunsthalle Mannheim:

Masterdiplom der FH Mannheim,

17.04.08 - 08.06.08

19.00 Uhr, Bad. Kunstverein,

Karlsruhe: Rom - zeitgenössische

Perspektive auf die Stadt,

18.04.08 - 15.06.08

18.04.2008

18.04.

18.00 Uhr, Galerie Knecht, Karls- Karlsruhe:

Stipendiaten der Villa Massimo,

18.04.08 - 07.06.08

23.04.2008

23.04.

20.00 Uhr, Ferenbalm-Gurbrü Sta- Station,

Karlsruhe: Rebecca Thomas,

24.04.08 - 24.05.08

26.04.2008

26.04.

19.00 Uhr, Galerie Meyer Riegger,

Karlsruhe: Franz Ackermann,

27.04.08 - 07.06.08

30.04.2008

30.04.

19.00 Uhr, Galerie Knecht, Karlsruhe:

Begleitprogramm: ausgewählte Kurzfilme

von Jochen Kuhn

Alle Angaben ohne Gewähr Weitere Kunstereignisse finden Sie unter www.artinfo-magazin.de


KunStereigniS

martin eder: Die armen

Fotografien in der Kunsthalle Mannheim

Auch wenn man Martin Eder vielleicht

gedanklich nicht auf Anhieb zuordnen

kann, seine Bilder sind jedem Kunstfreund

bekannt. Kitschige Bilder

sind es, die in Erinnerung

bleiben. Mit schwülstigen Szenerien

von Kätzchen und Kindfrauen,

die erst auf den zweiten

oder dritten Blick abgründig

wirken, ist der 1968 in der

Nähe von Augsburg geborene

Künstler bekannt geworden.

Martin Eder schaffte seinen

Durchbruch auf der art cologne

Anfang des Jahrtausends

und spätestens seit seiner

Verbindung mit dem Galeristen

Harry Lybke hat sich

Martin Eder auch international

etabliert. Ein für beide

Seiten lohnendes Geschäft,

kosten seine Bilder doch

inzwischen bis zu 70.000

Euro. In der Schwülstigkeit

sind seine Kunstwerke aber

nahezu perfekt. Martin Eder

malt seine Bilder häufig nach

Fotos und dann meist erst als

Aquarell, bevor er an die Leinwand

geht. „Ich trainiere mich

darauf hin, möglichst wenige

Fehler auf der Leinwand zu

machen“, sagt Eder. „Was

natürlich unmöglich ist. Aber

anstatt zwei Stunden Schrott

zu malen und dann zwei Stunden lang

den Schrott auszubessern, lasse ich

diese vier Stunden weg und denke in

der Zeit darüber nach.“

Angesichts seiner Vorliebe, nach Fotos

zu malen, ist es gar nicht so überraschen,

welche Arbeiten von Martin

Les Nus #0253, 2006, c-print, 240 x 160 cm

Eder nun in der Kunsthalle Mannheim

zu sehen sind. Präsentiert werden in

einer Einzelausstellung ein Zyklus von

großformatigen Fotografien, Frauen-

akte um genau zu sein. Der Hinweis,

dass das Sujet gleich geblieben ist

und der Künstler lediglich das Medium

getauscht hat, wird der Sache

dabei nicht gerecht. Kitschig

sind die Bilder nicht, ganz im

Gegenteil. Durch die Darstellung

von Körpern, eingerahmt

von dem schwarzem Hintergrund

und dadurch der Realität förmlich

entrissen, gelingt es Martin

Eder den Protagonistinnen seiner

Bilder ein Gefühl von Kraft

und versteckter Bedrohung zu

verleihen. Mit dieser besonderen

Ästhetik bewegen sich seine

Bilder an der Grenze zwischen

Verführung und Obsession.

Durch die Reinheit dieser sehr

farbreduzierten Großformate

und die Loslösung des Hintergrunds,

verschwimmt die Linie

zwischen Portrait und Akt, was

wir hier sehen, wirkt wie Charakterisierungen

von Seelenlandschaften.

Martin Eder gelingt

es, seine Protagonistinnen für

sich selbst sprechen zu lassen,

sie werden mehr als ein bloßer

Akt, sie werden die Verkörperung

einer Obsession. Martin

Eders Interesse gilt dem Zyklus

von Entfaltung und Zerstörung,

einem ständigem Prozess, dem

schon George Bataille in der

Literatur Ausdruck verliehen hat.

Kunsthalle Mannheim, Friedrichsplatz 4,

68165 Mannheim; 15.0308.-12.05.08

Di-So 11-18 Uhr

Protestbewegung, politischer Wandel

und der Bruch mit Konventionen, die

´68er waren eine Zeit, die nicht nur

in der Politik ihre Spuren hinterlassen

hat. Auch die Kunst wurde zur Plattform

für einen sozialkritischen

Aufbruch und die

Hoffnung auf eine neue

Gesellschaft. Die Ausstellung

High Times, Hard

Times: New York Painting

1965-1975 versammelt

etwa fünfzig Arbeiten

von vierzig in New York

lebenden Künstlern.

Ihre Werke verkörpern

den revolutionären Geist

und die aufrührerische

Stimmung dieser Zeit

und transportieren den

Kampf um Toleranz und

den Traum von Freiheit

in die Gegenwart. Themen,

wie Frauenbewegung

und die Befreiung

aus gesellschaftlichen

Zwängen suchten sich ihren Weg in die

damalige New Yorker Kunstszene und

äußerten sich im Zuwachs an ausländischen

und vor allem weiblichen Künstlern.

Die bekanntesten Vertreter dieser

Zeit waren Elizabeth Murray, Mel Bochner,

Yayoi Kusama, Blinky Palermo und

Richard Tuttle. Heute weniger bekannt

aber ebenso maßgeblich für ihre Zeit:

Dan Christensen, Harmony Hammond,

Ree Morton und Alan Shields. Neue

Medien und Vorbilder sprengten die vorgegeben

Konventionen und eröffneten

den Künstlern aufregende Möglichkeiten

ihren Visionen Ausdruck zu verleihen.

Die Malerei lässt sich nicht mehr

bändigen, sie überwindet die Leinwand

ergießt sich in den Raum und erobert

ihn mit Farben, Formen und experimentellen

Installationen. Ein Beispiel

dafür findet sich unter anderem in der

Body Collage von Carolee Schneemann.

Der Körper wird zur Performance und

die Video-Kunst zur raumgreifenden

Aktion. Die Freiheit des Denkens überträgt

sich auf die Freiheit der Medien

in der Kunst. High Times, Hard Times

zeigt die Verbindung von Zeitgeist mit

den medialen Neuerungen der Künstler.

Darunter experimentelle Projekte, wie

das grobmaschige aus Quadraten beste-

KunStereigniS

high times, hard times

New York Painting 1965-1975 im ZKM Karlsruhe

Yayoi Kusama, Self-Obliteration, 1967, Film auf DVD übertragen, Ton (23 min.)

hende Netz, der afro-amerikanischen

Künstlerin Howardena Pindell, das sich

großzügig durch den Ausstellungsraum

spannt. Die Ausstellung unterteilt sich

in drei Teile, beginnend mit den späten

´60er Jahren. In Form

und Gestalt gleichen

die Bilder konventionellen

großformatigen

Leinwänden, provozieren

aber durch psychedelische

Farben und

Motive einen Widerspruch

zwischen Form

und Inhalt. Der zweite

Teil der Ausstellung

verkörpert einen Prozess

der Loslösung von

Bild und Leinwand.

Die Motive ragen in

den Raum hinein oder

lösen sich vollständig

von der Wand. Die dritte

Künstlergruppe lässt

die Malerei hinter sich

und bedient sich weitestgehend

der neuen Medien und der

Performance-Kunst. Alle drei Bereiche

trennen und verbinden gleichzeitig traditionelle

Kunstformen und moderne

Techniken und Gedanken der Künstler.

Die Ausstellung will einen Überblick

geben über Künstler und ihren

Werken, die Wegbereiter für eine freie

Kunst waren, die sich nicht mehr durch

Konventionen einengen ließ. (ew)

High Times, Hard Times: New York Painting

1965-1975, vom 29.03.08 bis zum 01.06.08

im ZKM

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KunStereigniS

natur Schau Spiel

Karlsruhe zeigt Bilder von

Erwin Gross aus 25 Jahren

Die pure Natur interessiere ihn nicht,

bekannte Erwin Gross vor dem Hintergrund

seiner Malerei, die ihr Sujet

selbst in der kühnsten Abstraktion

kaum verbergen kann. „Ich bin ein ausgesprochener

Landschaftsmaler“, lautet

denn auch die Selbsteinschätzung

des Künstlers. Den Widerspruch, den

man hier vermuten könnte, löst Gross

auch sogleich auf: Die „gemachte

Landschaft“, wie sie uns etwa in Parks

oder im Landschaftsgarten begegnet,

hat es ihm angetan - und weil die Betonung

auf dem „gemacht“ liegt, wundert

es nicht, dass er seine Bilder im

Atelier malt. Damit greift er die längere

Tradition des Genres auf, denn

die Landschaftsmalerei unter freiem

Himmel ist mit grob geschätzten 150

Jahren vergleichsweise jung (und sie

ersetzte die Ateliermalerei keineswegs

ganz).

Aber wie das Leben so spielt, verhält

es sich alles nicht so einfach. Zum

Glück, denn bei näherer Betrachtung

erweist sich der 1953 geborene Erwin

Gross, der 1982 zur Documenta 7 eingeladen

wurde, als einer der interessantesten

Maler, die die Landschaft

o.T. (nach Ruisdael „Naarden“), 1999, Pigment, Acryl auf Baumwolle, 155,5 x 289,5 cm

im zeitgemäßen Kontext behandeln,

ohne von herkömmlichen Techniken

Abschied zu nehmen. Dass Gross, seit

2000 Rektor der Karlsruher Kunstakademie,

wesentlich mit Zitaten beziehungsweise

Paraphrasen arbeitet, ist

ein Reflex auf die Postmoderne; er

geht aber mit leichter Hand darüber

hinaus: Sein Thema ist, wie gesagt,

die erfundene Natur in der Malerei

und da besonders der Übergang vom

erkennbaren zum nicht mehr erkennbaren

Motiv, von gegenständlicher zur

abstrakten Kunst.

Greift man ein paar charakteristische

Elemente in seinen Arbeiten auf, sieht

man Bilder, die ausdrücklich eine

bestimmte Vorlage zitieren, andere,

die eher eine Komposition als ein Vorlagenwerk

paraphrasieren, und nicht

zuletzt Bilder, die den Bezug „ohne

Titel“ verweigern (wenn auch nicht

ausschließen).

Eine Arbeit von 1999 zeigt eine mit

Pigment und Acryl gemalte grob rechteckige,

bedrohlich gelbe Wolke, welche

die Leinwand aus Baumwolle

bestimmt; waagerecht aufgetragene

Grauflächen im unteren Bildviertel

steuern die Landschaftsassoziation,

die im Titelverweis in Klammern bestätigt

wird: Gross bezieht sich auf den

„Blick auf Naarden“ des Niederländers

Jakob van Ruisdael (1628-82),

dessen Farbpalette zwar realistischer

wirkt, der aber auch überlagert wird

von einer schräg hochgezogenen, fast

kantigen Wolkenform. Ein andres Werk

von 2002 greift ebenfalls ein Gemälde

Ruisdaels inklusive des holländischen

Titels „Duinlandschap nabij Haarlem“

auf - Gross verbrachte die Jahre

1980-82 in dieser Region -, das er

in wildem Gestus auf reiner Flächenquantifizierung

in ein abstraktes Bild

transferiert. Von der Komposition her

könnte es genauso gut das Ruisdael-

Bild „Landhaus und Heuhaufen am

Fluss“ umschreiben. Wieder andere

Arbeiten belassen es bei der teils

heftig-destruktiven, teils zaghaft-zärtlichen

Farbgestaltung, die einen Blick

auf ein Bild vom Bild einer Landschaft

eröffnet. (gb)

Städtische Galerie Karlsruhe, Lorenzstr. 27,

beim ZKM, bis 01.06.08

pepa hriStoVa

fremDe im eigenen lanD.

ZEPHYR - Raum für Fotografie!

24. Februar 2008 - 20. April 2008

Auf der Suche nach einem europäischen

Werteverständnis nähert sich die heute

in Deutschland lebende Fotografin Pepa

Hristova in poetischen Fotografien der

muslimischen Minderheit in ihrem

Heimatland Bulgarien. Hristova lenkt

unsere Aufmerksamkeit auf eine Gruppe

von Menschen auf dem Balkan, deren

Schicksal ebenso unbekannt wie bemerkenswert

ist: In den 1980er Jahren

erzwang die kommunistische Regierung

von ihrer muslimischen Bevölkerung in

einer „Bulgarisierungskampagne“ die

Aufgabe ihres Glaubens und somit auch

ihrer nationalen und religiösen Identität.

Damals erhielten etwa eine Million

Muslime bulgarische Namen. „Für die

meisten Betroffenen war dies mit tiefen

Depressionen verbunden - schließlich

steht der Name eines Menschen für

seine Identität, seinen Glauben, seine

Werte.“ (Pepa Hristova)

ZEPHYR - Raum für Fotografie, C4, 9 68159

Mannheim; Di - So 11-18 Uhr

moritz götze: Die Ver-

SchlüSSelte BotSchaft

Neue Kunst Gallery - Michael Oess

14.3.08-19.4.08

Mit der Dreistigkeit der Pop Art unterzieht

Moritz Götze die Kunstgeschichte

einem radikalen Relaunch, indem er die

Vorlagen in frühmittelalterlicher Manier

ihrer Räumlichkeit entledigt. Dass dies

nicht nur eine Masche ist, zeigt der ganz

eigene, eigenwillige Stil des aus einer

DDR-Künstlerfamilie stammenden Hallensers,

der sich weder einer neurealistischen

Schule anbiedert noch einer

Abstraktion das Wort redet. Mit feiner

Ironie, unbändiger Phantasie und technischer

Festigkeit hat sich Götze zwischen

naiver Malerei und Comic-Idyll

eingerichtet. (gb)

Neue Kunst Gallery - Michael Oess, Gablonzer

Str. 2-4, 76185 Karlsruhe, Di, Mi, Fr 16-19,

Sa 11-14 Uhr

DouglaS allSop

fenSter

Projektraum4, Mannheim

17.03.08-12.4.08

KunStanKünDigung

Der in London lebende Douglas Allsop

(*1943 London) bezieht sich in seinen

Arbeiten häufig auf die spezifische Raumsituation,

in der die Arbeiten gezeigt werden.

Raster, die von Deckenstrukturen oder

Fenstern im Raum vorgegeben sind, greift

er auf - so entstehen Korrespondenzen

der Arbeiten mit dem umgebenden Raum.

Gleichzeitig erhalten diese Arbeiten ihren

Charakter als eigenständige Werke auch

in anderen räumlichen Kontexten. Die

Reflexionen des Raumes, der Fenster und

der Betrachter in den schwarzen Acrylglas

Arbeiten von Douglas Allsop verändern die

Wahrnehmung der Arbeiten und des sie

umgebenden Raumes. Der Blick sowohl

für das Kunstwerk selbst, für den durch

die Ausschnitte suggerierten, dahinter liegenden

Raum als auch für das Bild des

sich im Werk spiegelnden, gegenüberliegenden

Raumes wird geschärft.

projektraum4 Augartenstraße 68, 68165

Mannheim, Öffnungszeiten: Do, Fr 17-21,

Sa 12-16 Uhr

Seite 20 Seite 21


KunStanKünDigung

emanuela fiorelli

numen Vi iV·mmViii

Gedok, Karlsruhe

09.04.08 - 04.05.08

Emanuela Fiorelli, gebürtige Römerin,

realisiert in ihrer (ersten deutschen)

Einzelausstellung die Rauminstallation

„Numen“. Numen waren in der Antike

römische Gottheiten und unbestimmte

Ur-, bzw. Naturkräfte. Diese Urkraft

ist für Emanuela Fiorelli symbolisiert

durch ihr bevorzugtes Konstruktionsmaterial:

Faden. Die Fäden werden

bewusst in kraftvoller Spannung gehalten,

die gemeinsam eine fast lebendige,

durchlässige Haut ergeben und damit

Licht- und Luftkörper umschließen.

Inspiriert von den Gegebenheiten der

Galerieräume der GEDOK Karlsruhe,

verbindet Fiorelli in ihrer Arbeit für die

EKT 2008 nicht nur typische italienische

und deutsche Baustile, sondern

auch diverse Elemente der beiden Kulturen

- mit einem Netz aus gespannten

den.

GEDOK Künstlerinnenforum Karlsruhe, Markgrafenstr.14,

76131 Karlsruhe; Mi-Fr 17-19,

Sa 14-16, So 11-14 Uhr

Seite 22

VeroniKa Witte

Wenn ich 'ich' Sage lüge ich

PENG, Raum für Kunst

08.03.08 - 19.03.08

Witte stellt in ihren Arbeiten die Frage

nach der persönlichen Identität in

Zeiten von Bio- und Gentechnologie. In

der Ausstellung kombiniert Witte eine

Lichtinstallation mit einer fließenden

LED-Schriftarbeit, die speziell für den

Raum konzipiert ist und die sich mit

Identitätskonstruktionen auseinandersetzt.

Eine andere Arbeit 'Discode' ist

eine motorbetriebenen Spiegelkugel,

auf deren Oberfläche eine Sequenz

ihres genetischen Codes eingearbeitet

wurde. Jeder der 4500 Einzelspiegel

trägt einen Buchstaben der variierenden

Basenfolgen 'A'C'T'G. Durch das weiße

Licht werden die Buchstaben zurück in

den Raum gespiegelt. Eine scheinbar

unendliche Folge von vier Buchstabenkombinationen

wandert über Wände,

Gegenstände und Menschen und legt

sich wie ein fließendes flüchtiges immaterielles

Netz über den Raum.

PENG! raum für Kunst, Pflügersgrundstr. 22,

Mannheim; Sa 12.00 - 15.00, Mi 17.00 - 20.00

iriS flexer

malerei unD grafiK

Kunstraum12

04.04.08 - 17.05.08

Iris Flexer, Jahrgang 1952, arbeitet aus

dem Verborgenen heraus. Oft genug ist

in ihrem Werk die Leinwand farbig grundiert,

was die Künstlerin Schicht um

Schicht wieder zurücknimmt, indem

sie weiße Felder und schwarze, ansatzweise

geometrische Zeichen darüber

legt, die in ihrem ausschnitthaften

Charakter ein Stück Wirklichkeit ahnen

lassen. In anderen Arbeiten mischt sie

die Techniken, kombiniert monochrom

reduzierte Malerei mit der intensiven

Linearität der Radierung. So hält Flexer

ihre poetisch verdichteten Arbeiten

in der Schwebe zwischen Figuration und

Abstraktion. (gb)

KUNSTRAUM 12, Leopoldstr. 12, 76275

Ettlingen. Di 14-18.30, Mi-Fr 12-18.30,

Sa 10-14.30 Uhr

meiK Stamer

ateliereinBlicKe 2008

EnBW Karlsruhe

07.03.08-09.05.08

Der 1978 geborene Künstler studierte in

den Jahren 2001 bis 2006 Malerei an

der Staatlichen Akademie der Bildenden

Künste Karlsruhe und schloss das Studium

2006/07 als Meisterschüler bei Prof. Silvia

Bächli ab. Die Bildobjekte von Meik Stamer

wirken durch große Flächen, strenge

Linien und reduzierte Zeichen präzise,

klar strukturiert und übersichtlich. Wer

genauer hinschaut, entdeckt merkwürdige

Unregelmäßigkeiten, Abweichungen, Unebenheiten,

die den konstruktiv-abstrakten

Arbeiten des jungen Künstlers einen nachhaltigen

Reiz verleihen. Besonders interessant

ist in diesem Zusammenhang die

wiederkehrende Verwendung von Wollfäden

als ungewöhnlichem „Mal- und Zeichenmaterial“:

Meik Stamer spannt die

den dicht an dicht über den Bildgrund

und erschafft mit Hilfe der schnurgraden

Linien sonore farbige Räume von hohem

ästhetischen Reiz.

EnBW AG, Durlacher Allee 93, 76131 Karlsruhe;

Mo - Fr 10-18 Uhr

Kim Young-hee: fotografie unD

SKulpturen auS papier

Galerie Pfaffengasse 13

13.03.08 - 07.05.08

Ausschließlich aus Maulbeerpapier

bestehen die überlebensgroßen

Papierskulpturen der Künstlerin. Das

Papier wird in mehreren Lagen übereinandergeklebt,

wobei die Künstlerin

die Papierstücke nicht schneidet,

sondern mit ihren Händen zerreißt. Ist

die Figur ganz hart und stabil, wird sie

koloriert und oftmals ein Teilausschnitt

fotografiert, der dann weiter mit Pinsel

und Farbe bearbeitet wird. Viele der

Figuren und Fotoinstallationen zeigen

Momentaufnahmen des Alltags, reduziert

auf die notwendigen Elemente,

die den Betrachter zum verweilen und

nachdenken anregen. In ihrer Werkserie

„Living Sculpture“ löst Kim Young-Hee

sich erstmalig von Papierskulpturen und

verwendet stattdessen lebende Modelle,

die sie zusammen mit Papierobjekten zu

Szenarien voller Poesie und Skurrilität

inszeniert.

Galerie Pfaffengasse 13, 69117 Heidelberg;

Di-Sa, 1 -19 Uhr


KunStereigniS

tanzpartner

Stahl

Neue Plastiken von

Robert Schad in

Mannheim

Der zuweilen tonnenschwere Vierkantstahl

verwandelt sich unter den

Händen von Robert Schad, Jahrgang

1953, zu federleichten Standbildern.

Wie geschaffen sind seine Arbeiten für

den öffentlichen Raum und dort auch

kaum mehr wegzudenken; sie zieren den

Landtag von Baden-Württemberg, die

Botschaften der Bundesrepublik in Moskau

und Kathmandu sowie das Literaturarchiv

in Marbach oder die Universität

in Regensburg und entfalten bei aller

materiellen Härte eine nahezu schwerelose

Transparenz. In Linien scheinen die

teilweise im Feuer geschwärzten Stahlstränge

wie aus dem Handgelenk heraus

in den Raum gezeichnet zu sein, als

tanzten sie. Ganz aus der Luft gegriffen

ist dies nicht: Robert Schads Plastiken

waren bereits Objekte der tänzerischen

Pose: Für den Choreographen Gerhard

Bohner, Mitbegründer des deutschen

Tanztheaters, war Schads Werk genauso

von Interesse wie die Stücke Heiner

Müllers, die „Company Susanne Linke“

am Berliner Hebbel-Theater nahm sich

der Plastiken an, wie auch Fine Kwiatkowski

in atemberaubendem Körpereinsatz

diese Kunstwerke selbst zum

Tanzen brachte (unterstützt von Klängen

des Komponisten Willehad Grafenhorst);

und nicht zuletzt der spanische

Altersgenosse Cesc Celabert machte

Schads Kunst zur Protagonistin seiner

Choreographie.

Dass Robert Schad die großen Töne

genauso anstimmen kann, wie er die leisen

Klänge beherrscht, zeigt die Schau

in der Galerie Zimmermann. Erstmals

sind hier auch kleine Formate zu sehen

sowie Lack- und Bleistiftzeichnungen.

Kleinplastik und Zeichnung werden

dabei als Kommunikationspartner

gesehen - Schad arbeitet für gewöhnlich

ohne Vorzeichnung, versteht die

Papierarbeiten mehr als „Notate“. Und

wenn er im großen Rahmen die Stahllinie

als „Bewegungslinie im Raum“, als

Lebenszeichen und „Oszillograph von

Emotionen“ sieht, gewinnen die kleinen

Formate - die nie bloße Verkleinerungen

sein wollen - an Zartheit im filigranen

Linienspiel. Sie haben eine ganz andere

Qualität wie die größeren Pendants oder

gar die Großplastiken, die ihre scheinbare

Unbeschwertheit öffentlich zur

Schau zu tragen. Dagegen muss sich

die Light-Version keine derartige Gedanken

machen, sie ist sich selbst genug,

ummantelt von einer Aura der Intimi-

tät. Was das Werk Robert Schads eint:

ihre plastische Natur ist das Ergebnis,

nicht der Beweggrund der Arbeiten.

Im Vordergrund steht hier vielmehr die

skulpturale Zeichnung, die sich selbst

erzählende Linie.

Tatsächlich bezeichnet, um-schreibt

der Bildhauer mit seinen Plastiken

ausdrücklich Utopien des Denkens,

Urgründe des Seins: So ist die Linie

das, „was Leben ausmacht, ... Metapher

und Spiegel von Vehemenz, Ruhe

und Rationalität sowie der freien Aleatorik

des Handelns, die nötig ist, um

alle Zwänge hinter sich zu lassen“. Aus

dieser Zufälligkeit des Handelns, sozusagen

der Stahl gewordenen Freihandzeichnung,

schafft Schad bewusst ein

virtuelles Theater, auf dessen Bühne

die Linie agiert mit einem Stück über

Geburt, Leben und Tod. (gb)

Galerie Zimmermann, Leibnizstr. 20,

68165 Mannheim, 8.3. bis 12.4.2008

KunStBuch

architektur in der region

moDern architecture

An die zehn Kilogramm Buch sind zwar

nicht geeignet, es mal geschwind in die

Hand zu nehmen, um einen Namen

nachzuschlagen - und das wäre bei der

lexikalischen Anlage des Werkes naheliegend.

Doch wer denkt beim Blättern in

einem solchen Prachtband schon an den

Anlass, es als Lexikon aufzuschlagen.

Nein, man kann nicht anders, als dieses

monumentale Werk, das sein Gewicht

immerhin auf zwei Bände verteilt, auf

den Tisch zu legen und zu schmökern,

besser noch: zu staunen. „Allzu lange“,

so Rudolf Schwarz, „haben wir uns

bemüht, der Welt durch Begriffe habhaft

zu werden, und darüber vergessen,

daß die Bilder stärker, wirklicher und

genauer sind.“ Kein gewöhnliches Lexikon

könnte ein so sensationelles Foto

wie das vom Blur Building in Yverdon

(Schweiz, Diller + Scofidio) auf einem

Querformat von 58,4 auf 36,5 cm präsentieren.

Rund 560 Architekten sowie

zig Stilbegriffe sind alphabetisch versammelt

mit sinnfälligen Zitaten und

kurzessayistischen Beschreibungen,

opulent begleitet von über 5000 Abbildungen,

die nichts vermissen lassen -

die Auswahl reicht bis zu Herzog und

De Meurons noch im Bau befindlichem

Stadion für die Olympischen Spiele

in Peking und die Elbphilharmonie in

Hamburg. Das lexikalische Nebeneinander

der Architekten vom 18. Jahrhunderts

an ist gewöhnungbedürftig (eine

nach Geburtsjahren sortierte Ordnung

hätte zugleich eine einzigartige Architekturgeschichte

in Bildern ergeben),

fördert aber das von Neugierde und Faszination

getriebene Erblättern zahlloser

Entdeckungen. (gb)

Peter Gössel (Hrsg.): Moderne Architektur

A-Z. Zwei Bände im Schuber. Köln:

Taschen, 2007. 1071 Seiten, ISBN

978-3-8228-0835-1

neue architeKtur

oBerrhein

Die Touristikbranche ist längst dahinter

gekommen, dass Architektur so attraktiv

sein kann wie die Natur, wenn nicht

sogar manche Region mittlerweile lieber

mit neuen Bauten als mit einer beeinträchtigten

Umwelt oder schlechter Luft

wirbt. Der Trend war erstmals in Städten

spürbar (Basel) und weitete sich auf

ganze Landstriche aus (Vorarlberg). Nun

gibt es auch für die Region des Oberrheins

- von Karlsruhe und Baden-Baden

über Straßburg, Freiburg und Weil am

Rhein bis nach Basel beziehungs-

weise Liestal - einen informativen, mit

Farbabbildern, Grundrisszeichnungen

und Plänen versehenen Führer, der mit

nüchternen Daten den „Steckbrief“

wichtiger Einzelbauten erschließt und

um Informationen zu den Architekten,

Ideen und zur weiterführenden Literatur

erweitert. Mit 45 ausführlich behandelten

Bauten ist der Band nicht allzu

umfangreich - für diesen doch langgezogenen,

länderübergreifenden Kulturraum.

Die hinten im Stakkatostil

angefügten 55 Nennungen machen

zwar die runde Hundertzahl voll. Doch

hätten hier weitere Abbildungen - und

wären sie in Briefmarkengröße gewesen

- einen brauchbareren Anhang ergeben,

der den faktenreichen und auf Reisefieber

gestimmten Hauptteil besser

ergänzt hätte. Dennoch sollte das praktische

Handbuch einen Besuch in der

Region begleiten. (gb)

Ines Goldbach (Hrsg.): Neue Architektur

Oberrhein. Basel: Merian, 2007. 216 Seiten,

ISBN 978-3-85616-318-1

Seite 24 Seite 25


KunStereigniS

hip hop hurra!

XIII. Galerientage im Mannheimer Kunstverein

Zum 13. Mal finden die diesjährigen

Galerientage im Mannheimer Kunstverein

statt. Aber keine Sorge: Die 13 dürfte

nicht gleich schwarze Katzen über das

Parkett schleichen lassen. Es sei denn,

dahinter verbirgt sich der Pantomime

Jörn, der die Vernissage am Freitag

Abend bestreitet. Getragen wird die Veranstaltung

von sieben Galerien, die sich

für 2008 den Titel „Ohne Titel“ ausgeguckt

haben. Im Einzelnen sind das die

Galerien Sebastian Fath Contemporary,

Kasten, Keller, Bernhard Knaus, die märz

galerien, Josef Nisters sowie die Galerie

Peter Zimmermann. Und diese sind mit

rund zehn Künstlern stark genug, dem

offenen Motto einen gebührenden Halt zu

geben. Allesamt sind sie gestandene Persönlichkeiten,

der Holzbildhauer Armin

Göhringer und die farbsensible Malerin

Claudia Desgranges sind mit etwa Mitte

50 die Nesthäkchen, das Gros der Teilnehmer

an den Galerientagen ist in den

30er, 40er Jahren geboren. Die Bandbreite

ihres Schaffens bewegt sich zwischen

geometrisch-nüchterner Strenge

(Jean-François Dubreuil, *1946) und

reduziert-expressiver Variabilität (Michael

Morgner, *1942). Dabei ist der Grundtenor

abstrakt bis konzeptionell, außer den

Genannten sind auch Rolf Rose (*1933),

Joachim Bandau (*1936), Ben Muthofer

(*1937) und Yoshihisa Sankawa (*1941)

einen Besuch wert.

Der Galeristenverband setzt damit eine

Tradition fort, zwanglos unter dem

Dach des Kunstvereins in Mannheim

die gezielte Möglichkeit zum Plaudern

anzubieten. Doch während das Thema -

anders wie in den Jahren davor -, denkbar

breit angelegt ist, sind die eingeladenen

Gäste nun umso konkreter. Am Samstag

Abend, ab 18 Uhr, stellen einige Hip-

Hop-Kids ein paar Szenen aus dem Musical

„Changes/Chances“ vor, das dann am

17. Juni im Mannheimer Capitol Premiere

haben wird. Für Kim Behm, Mitarbeiterin

bei der Galerie Zimmermann,

ist diese Darbietung der eigentliche

Clou der Gemeinschaftsveranstaltung,

die im kunstsinnigen Ambiente auch

selbst einen Beitrag zur Förderung der

Jugendkultur leistet. Gerburg Maria

Müller (Regie), Ümit Dugan (Choreographie)

und Christine Rogozanu (Produktion;

Jugendhaus Erlenhof) studieren

zur Zeit das HipHopical mit rund 50

Jugendlichen ein, das sich drängenden

Problemen wie Mobbing und Gewalt in

der Schule genauso widmet wie der Orientierungslosigkeit

und Frustration unter

den Heranwachsenden.

Mit den Galeristentagen koppeln sich

die beteiligten Galerien weitgehend von

der Langen Nacht der Museen ab, die

eine Woche früher die Städte-Troika

Mannheim, Heidelberg und Ludwigshafen

illuminiert. Kim Behm ist überzeugt,

dass die Kombination von einer

ansonsten wenig gepflegten Galeristenharmonie

und „Special Events“ ein interessierteres

Publikum ansprechen kann.

Außerdem, so verweist sie auf den September,

haben die Galeristen ihre eigene

„Kurze Nacht der Galerien“. (gb)

Mannheimer Kunstverein, Augustaanlage 58,

68165 Mannheim, 11.4. bis 13.4.2008.

Die einzelnen Galerien haben in dieser Zeit

geschlossen.

KunSträtSel

Kunstwerke die jeder kennt - wirklich jeder?

Wer erklärt Deutschland zur Bananenrepublik?

Die geliebte Südfrucht hat dem

Künstler viele Strafanzeigen und sogar

Verhaftungen eingebracht. Einmal auf

den Geschmack gekommen, drehte er

aber weiter krumme Dinger. Und auch

wenn er einige Male in den sauren Apfel

beißen musste, hat sich die Banane in

der internationalen Kunstszene durchgesetzt

und gilt nun als kultiviertes

Obst. Trotzdem hat sie ihre Wurzeln

nicht vergessen und die waren von

Anfang an unkommerziell. Denn für den

Künstler sind die Früchte seiner Arbeit

nach wie vor unverkäuflich.

Mitte der ´80er Jahre setzte er den

Sproß, der später weltweit seine

Früchte tragen sollte. Es handelt sich

also nicht um ein seltenes, aber dafür

ein exquisites Obst. Die Banane wächst

nur dort, wo der Künstler fruchtbaren

Boden für seine Werke findet. Rund

4000 Kunstvereine, Galerien und

Museen in Deutschland, New York,

London, Paris und Moskau kamen in

ihren Genuß. Ihren Ursprung hat die-

ser gelbe Hingucker nicht in einem

tropischen Urlaubsland, sondern im

schönen Reinberg/Niederrein. Hier

tauchten die Früchtchen auch das erste

Mal auf. Der Straßenszene entwachsen,

haben sie sich mit einem Düngemittel

aus Kreativität und Erfolg prächtig entwickelt.

Inzwischen gibt es die Banane

auch in verschiedenen Geschmacksrichtungen,

Öl, Acryl und Siebdruck,

aber auch in der klassischen Sprayversion.

Aber über Geschmack lässt

sich bekanntlich streiten, dass ist bei

Bananen nicht anders. An den Werken

dieses Künstlers scheiden sich die Geister,

die Einen halten es schlicht für

Bananenmus, die Anderen erkennen

Ausdruck und Kontrast von Gelb und

Schwarz.

Um dem Künstler auf die Schliche zu

kommen reicht es jedoch nicht den

nächsten Supermarkt aufzusuchen

oder mal am Obststand nachzufragen.

Wer auf den Geschmack gekommen

ist muss sich auf die Suche machen,

zum Beispiel an der Stuttgarter Staats-

galerie oder der ebenfalls in Stuttgart

beheimateten Ifa-Galerie. Hier prangt

es das ganze Jahr auch ohne Sonne,

hmm lecker...

Wie heißt der Künstler, der die Welt

in eine Bananenplantage verwandelt?

Schreiben Sie uns den Namen auf eine

Postkarte und schicken diese bis zum

15. April 2008 an: art info, Stichwort

Kunsträtsel, Olgastraße 58/A, 70182

Stuttgart oder mailen Sie die Lösung

an: info@artinfo-magazin.de.

unter allen geWinnern VerloSen

Wir 2 x 1 jahreS-DoppelaBonnement

für Die art info

auSgaBen Stuttgart unD KarlSruhe/rhein-necKar.

In der letzten Ausgabe suchten wir die Stolpersteine

des Kölner Künstlers Gunter Demnig.

Gewusst und gewonnen haben Frau

Rehard (Mannheim) und Herr Böhm (Gingen).

Beide Gewinner können sich über jeweils ein

Doppel-Jahresabonnement von art info für

die Regionen Stuttgart und Karlsruhe/Rhein-

Neckar freuen.

Seite 26 Seite 27


KunStaDreSSen

BaDen-BaDen

geSellSchaft Der

freunDe junger KunSt

BaDen-BaDen

Altes Dampfbad

Marktplatz 13

76530 Baden-Baden

07221/26261

Di-Fr 15-18, Sa, So 11-17 Uhr

paolo maggiS:

tohuWaBohu 16.03.-24.04.

muSeum BurDa

Lichtentaler Allee 8b

76530 Baden-Baden

07221/398980

Di-So 11-18 Uhr

gerharD richter: BilDer

auS priVaten Sammlungen

bis 12.05.

Staatl. KunSthalle

Lichtentaler Allee 8a

76530 Baden-Baden

07221/300760

Di-So 11-18, Mi 11-20 Uhr

DirK SKreBer, bis 13.04.

Bretten

KunStVerein

Untere Kirschgasse 5

75015 Bretten

Di 11-13, 14-18, Mi-Fr 14-18,

Sa 10-13 Uhr

norBert huWer bis 22.03.

ettlingen

galerie emilia Suciu

Pforzheimer Straße 120

76275 Ettlingen

07243/38693

Di-Fr 16-19 Uhr

KunStVerein WilhelmShöhe:

Schöllbronnerstraße 86

76275 Ettlingen

Do 15-20, FR, Sa 15-18, So

11-18 Uhr

franKfurt

BernharD KnauSS fine

artS

Niddastraße 84

60329 Frankfurt

069/24450768

Di-Fr 13-18, Sa 11-15 Uhr

cecilia WeSterBerg: malerei,

animation bis 21.03.

ralf peterS: 24 hourS

03.04-17.05.

heiDelBerg

artinfo_171_36 17.12.2007 14:26 Uhr Page 1

Rotebühlplatz 31

70178 Stuttgart

Fon 0711 - 65 67 70 48

Fax 0711 - 65 67 70 53

Seite 28

HOLZCONNECTION

galerie marianne heller

Friedrich-Ebert-Anlage 2

69117 Heidelberg

06221/619090

SuKu parK, Wouter Dam bis

13.04.

galerie pfaffengaSSe 13

Pfaffengasse 13

69117 Heidelberg

06221/7295543

Di-Sa 11-19 Uhr

Kim Young hee: fotografie

unD SKulpturen auS

papier 13.03.-07.05.

KunStVerein

Hauptstraße 97

69117 Heidelberg

06221/184086

Di-Fr 12-19, Sa, So 11-19 Uhr

KünStlergruppe forum 79

bis 09.03.

raumlBor Berlin

15.03.-18.05.

KarlSruhe

BaDiScher KunStVerein

Waldstraße 3

76133 Karlsruhe

Di-Fr 11-19, Sa/So 11-17

pop! goeS the WeaSel bis

06.04.

julia BranDeS, BaStian

goecKe: on the Spot # 2 bis

06.04.

enBW ag

Durlacher Allee 93

76131 Karlsruhe

Mo-Fr 10-18 Uhr

meiK Stamer: atelierein-

BlicKe 2008 07.03.-09.05.

galerie alfreD Knecht

Baumeisterstraße 4

76137 Karlsruhe

0721/9374910

Di-Sa 11-13, Di-Fr 16-19 Uhr

StipenDiaten Der Villa

maSSimo 18.04.-07.06.

galerie BoDe

Ettlinger Straße 2 A

76137 Karlsruhe

0721/3548435

Mi-Fr 15-18.30, Sa 11-14 Uhr

galerie clemenS thimme

Schützenstraße 19

76137 Karlsruhe

0721/3548245

Mi-Fr 14-18.30, Sa 11-14 Uhr

DirK haupt: laKe 49° 01’n

08° 19’0 - BilDer unD zeichnungen

bis 29.03.

gaBriele StrauB: aquarelle

unD collagen

04.04.-10.05.

galerie ferenBalm-

gurBrü Station

Passagehof

76133 Karlsruhe

0721/1516916

Mi, Fr 15-20, Sa 11-14 Uhr

REGALE

Eines

sind wir!

Wolfgang ganter, tim

roDa: orBiS tertiuS

bis 12.04.

Salomé Bäumlin: l’âme De

paix bis 15.03.

Wolfgang ganter, tim

roDa: orBiS tertiuS bis

05.04.

Wolfgang lugmair: unD

BeenDet, am SchönSten im

Sommer bis 19.04.

reBecca thomaS bis 24.05.

galerie iriS KaDel

Viktoriastraße 3-5

76133 Karlsruhe

0721/9091672

Mi 14-19, Do-Fr 12-18, Sa

11-14 Uhr

galerie meYer-riegger

Klauprechtstraße 22

76137 Karlsruhe

0721 / 821292

Di-Fr 11-19, Sa 11-14 Uhr

anne collier, roe

ethriDge, melanie Schiff,

anette Kelm, eileen quinlan,

15.03.-19.04.

franz acKermann

27.04.-07.06.

galerie rottloff

Sophienstraße 105

76135 Karlsruhe

0721/843225

Di-Fr 14.30-19 Uhr

galerie SchraDe

Markgrafenstraße 25

76131 Karlsruhe

0721/6258966

Di 18-21 Uhr

lanDSchaftS- unD figurenBilDer

Von Walter

BecKer unD erich hecKl

bis 25.03.

der wenigen

Regalsysteme, die nicht

nur in der Breite Platz

bieten, sondern auch

jede Raumhöhe nutzen.

Maßanfertigung in über

70 Farben & 17 Hölzern.

250x200x29 cm

ab 298,-

Abholpreise / Don Quijote

galerie Seuren

Waldstraße 42

76133 Karlsruhe

0721/1616907

Di, Mi 15-19, Do, Fr 15-20,

Sa 11-18 Uhr

galerie Supper

Ebertstraße 14

76137 Karlsruhe

0721/5695577

Di-Fr 14-19, Sa 12-16 Uhr

rolanD SchaulS:

toDSünDen unD anDere

tugenDen bis 08.03.

geDoK

KünStlerinnenforum

Markgrafenstraße 14

76131 Karlsruhe

0721/ 374137

Mi-Fr 17-19, Sa 14-16, So

11-14 Uhr

gina plunDer: Der imaginäre

raum - malerei unD

zeichnung bis 23.03.

emanuela fiorelli: numen

Vi· iV·mmViii 09.04.-04.05.

KunStaKaDemie

Rheinhold-Frank-Straße 67

76133 Karlsruhe

KünStlerhauS

Am Künstlerhaus 47

76131 Karlsruhe

guStaVo alàBiSo: alle

Wege führen nach rom

08.04.-27.04.

orgelfaBriK Durlach

Amthausstraße 17

76227 Karlsruhe

0721/401443

Do, Fr 17-20, Sa,

So 11-16 Uhr

Staatl. hochSchule

f. geStaltung

Lorenzstraße 15

76135 Karlsruhe

0721 / 8203-2285

Mi-So 11-21 Uhr

Staatl. KunSthalle

Hans-Thoma-Straße 2-6

76133 Karlsruhe

Di-Fr 10-17, Sa/So 10-18 Uhr

malte Spohr: am horizont

bis 14.03.

KW-AZ-ArtInfo.qxd 12.02.2008 10:15 Uhr Seite 1

ab 2. märz: jeden mittwoch und sonntag von 11–16 uhr

und nach vereinbarung | telefon: 0 70 42-37 69 5 66

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HÄNGUNG #2 – MALEREI

ola billgren | martin dammann | jane hammond

franziska holstein | christian hoischen

susanne kühn | les levine | thomas locher

li luming | sigmar polke | arnulf rainer

dag seemann | martin schnur | eva wagner u.a.

KUNSTWERK sammlung

alison und peter w.

klein

Staatl. majoliKa

manufaKtur

Ahaweg 6-8

76131 Karlsruhe

0721/9123770

Di-So 10-13 Uhr

rolf Behm, joachim czichon,

heiKo herrmann, bis

27.04.

StäDt. galerie

Lorenzstraße 27

76135 Karlsruhe

Mi-Fr 10-18, Sa/So 11-18 Uhr

erWin groSS: malerei 1982

- 2007 bis 01.06.

zKm

Lorenzstraße 19

76135 Karlsruhe

0721-8100-1210

Mi-Fr 10-18, Sa/So 11-18 Uhr

paul theK: WerKShoW bis

30.03.

high timeS, harD timeS:

neW YorK painting

1967-1975, 29.03.-01.06.

luDWigShafen

KunStraum oggerSheim

Schillerplatz 2

67071 Ludwigshafen

0621/ 68 55 411

Mi-Fr 16-19 Uhr, Sa 14-17 Uhr

marianne SeYl: temporäre

orte 08.03.-07.05.

KunStVerein

Bismarckstraße 44-48

67059 Ludwigshafen

0621/528055

Di-Fr 12-18, Sa, So 11-18 Uhr

ruDolf-Scharpf-galerie

Hemshofstraße 54

67063 Ludwigshafen

0621/5291968

Di-Fr 12-19, Sa 10-19, So

13-18 Uhr

axel heller: fotografien

auS inDien unD rumänien

bis 06.04.

Wilhelm-hacK-muSeum

Berliner Straße 23

67059 Ludwigshafen

0621/5043411

Di 12-18, Mi-So 10-18 Uhr

Derzeit Wegen renoVierung

geSchloSSen

Susanne Kühn: Katja wandert (Detail), 2006, Pigment, Dispersion, Acryl auf Leinen, 2-teilig, 220 x 340 cm


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franKe. neue arBeiten

08.03.-19.04.

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Elisabethstraße 7

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Di-Fr 14-19, Sa 10-16 Uhr

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29.03.

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KunSthalle

Friedrichsplatz 4

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Di-So 11-18 Uhr

im BlicKpunKt SKulptur

bis 12.05.

henri cartier-BreSSon:

the earlY WorK bis 08.06.

martin eDer: fotografien

15.03.-12.05.

KunStVerein

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68165 Mannheim

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Vera molnar: Brechungen

- BilDer bis 15.03.

YVeS popet: BilDer unD

paStelle 28.03.-26.04.

peng! raum für KunSt

Pflügersgrundstraße 22

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Mi 17-20, Sa 12-15 Uhr

Danielle Scheuer: mäzen

bis 05.03.

VeroniKa Witte: Wenn

ich 'ich' Sage lüge ich

08.03.-19.03.

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armin göhringer/KlauS

prior: holzSKulpturen,

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SiegfrieD Kreitner: minimalKinetiK

- oBjeKte bis

08.03.

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inStallation 12.03.-12.04.

DouglaS allSop:

fenSter 12.03.-12.04.

jenS guSSeK: neue

arBeiten auS glaS

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raum für fotografie

C4, 9

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Di-So 11-18 Uhr

SpurenSuche: polizeifotografie

auS mannheim

1946-1971 bis 06.04.

pepa hriStoVa: fremDe

im eigenen lanD. muSlimiSche

minDerheiten

in Bulgarien bis 20.04.08

SpeYer

galerie niSterS

Bahnhofstraße 7

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KunStVerein

Flachsgasse 3

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ulrich Wagner: raum,

licht, papier 14.03.-13.04

zell a.h.

Villa haiSS

Am Park 1

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Mi, Fr-Sa 12-17, Do 18-22, So

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