Unser Werk - Johanneswerk

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Unser Werk - Johanneswerk

nser Werk

ZEITSCHRIFT FÜR FREUNDE UND FÖRDERER DES EVANGELISCHEN JOHANNESWERKES E.V. NR.2 JUNI 2006

10 Jahre

Hospizarbeit

Da sein und begleiten


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der bewusste Umgang mit Sterben, Tod und Trauer ist ein wichtiges Thema in der heutigen Zeit. Immer mehr Menschen erreichen

ein hohes Alter und sind auf Grund dessen oft stärker gesundheitlich beeinträchtigt. Gleichzeitig können viele nicht mehr

oder nur noch unzureichend von Angehörigen betreut werden. Bereits seit zehn Jahren füllt die Hospizarbeit des Ev. Johanneswerkes

diese Lücke mit engagierter und qualifizierter Begleitung schwerkranker und sterbender Menschen und deren Angehörigen.

Damals, im Gründungsjahr 1996, waren wir die ersten, die Hospizarbeit in Alteneinrichtungen angeboten haben. Gleichzeitig

begleiten wir sterbende Menschen im Krankenhaus und zu Hause. Dabei verdankt die Hospizarbeit einen Großteil ihres Erfolges

dem unermüdlichen Einsatz der vielen ehrenamtlichen Begleiterinnen und Begleiter. Mit zahlreichen Aktionen, die von einer

großen Feier im November über eine Kooperation mit dem Lichtwerk-Kino bis zu einer neuen Themen-Broschüre reichen,

möchten wir im Jubiläumsjahr auf unsere Arbeit aufmerksam machen und uns bei allen Beteiligten bedanken. Denn eines ist gewiss:

Aufgrund der demographischen Entwicklung wird die Hospizarbeit in Zukunft noch wichtiger werden, immer mehr Menschen

werden auf unsere und Ihre Unterstützung angewiesen sein.

Interessantes zur Hospizarbeit und zu aktuellen Themen im Johanneswerk finden Sie in dieser Ausgabe von Unser Werk. Ich

wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Lesen.

Mit herzlichen Grüßen

Pastor Dr. Udo Krolzik

Vorsitzender des Vorstandes

Liebe Freunde

und Förderer unseres Werkes,


TITELFOTO: WERNER KRÜPER

TITEL „Niemand soll

unbegleitet sterben“

In diesem Jahr feiert die Hospizarbeit

des Ev. Johanneswerks

ihr zehnjähriges Bestehen.

Mit zahlreichen Veranstaltungen

stellen die Mitarbeiter

und Ehrenamtlichen ihre engagierte

Arbeit der Öffentlichkeit

vor (6-7). Diese Arbeit, in deren

Mittelpunkt Tod und Trauer

steht, richtet sich auch an junge

Menschen (4-5).

UNSER WERK Juni 2006

Der 53-jährige Malli kann kaum

sprechen, aber beim Trommeln

drückt er sich wunderbar aus.

Dieter Malinkowski hat das

Down-Syndrom und spielt in

der Band Feuer und Flamme.

Die Band der Einrichtung Waldheimat

feiert die ersten Erfolge.

12-13

Bildung

Ausbildungshaus ist kein Gebäude 8-9

Examen bestanden 9

Chance für junge Arbeitslose 10-11

Abschied vom Fachseminar 27

Neue Fachhochschule der Diakonie 30-31

Altenarbeit

Richtfest in Beckum 14

Ein Jahr Generationentreff 15

Neue Leitung im Wichern-Haus 16

Hommage an Künstlerin Homilius 16

Alzheimer Gesprächskreis 20-21

Schlüsselübergabe in Herford 21

Kommunikationsraum im Karl-Pawlowski-Haus 24

Offene diakonische Arbeit

Beckmann spielt gegen Kälte 15

Unterstützung für GANG 25

Interkulturelle Kurse für Mitarbeiter 26

Stiftung mitLeidenschaft

Berliner Schüler beim Sozialpraktikum 17-18

Stiften statt Spenden 18

Lebendes Bauwerk 19

Garten der Sinne auf dem Stiftsgelände 22-23

Behindertenarbeit

Ferien am Möhnesee 28

Unser Werk auf dem Weg 29

Marketing

Marketing-Club OWL zu Gast 32

Personal

Personalien 33-35

Impressum 36

UNSER WERK JETZT UNTER WWW.JOHANNESWERK.DE

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10 Jahre

Hospizarbeit

Nicole Nöding (l.) und Manuela Heine beim Abendessen

Eine junge Frau begleitet Gleichaltrige in der Zeit von Trauer und Schmerz

Weil der Tod

zum Leben gehört

BIELEFELD. „Ups. Ich glaub eine Tablette ist im Salat verschwunden“, Nicole

Nöding schaut auf ihren Teller. Manuela Heine nimmt eine Gabel,

sucht im Salat und fischt die letzte der fünf Tabletten heraus, die Nicole

Nöding jeden Abend mit ihrem Essen einnimmt. Die beiden jungen Frauen

kichern. Nicole Nöding schluckt die Tablette, die Manuela Heine ihr reicht,

herunter, und die beiden führen ihr allwöchentliches Gespräch fort. Wie

immer reden sie über Alltagsdinge, Freunde, Probleme, Krankheit, Tod

und Trauer.

FOTOS: WERNER KRÜPER

Manuela Heine ist ehrenamtliche Mitarbeiterin der Hospizarbeit im Ev. Johanneswerk.

Die 34-Jährige begleitet schwer kranke und sterbende Menschen und unterstützt

Angehörige in dieser schwierigen Zeit und bei dem Umgang mit Trauer. Ihr

Engagement ist etwas Besonderes, denn die meisten Menschen, die hier ehrenamtlich

arbeiten, sind wesentlich älter. Gerade deshalb verbindet sie mit der 29jährigen

Nicole Nöding eine ganz besondere Geschichte.


FORTBILDUNG FÜR EHRENAMTLICHE

„Vor vier Jahren habe ich eine Möglichkeit gesucht, mich in der Hospizarbeit zu engagieren“,

erinnert sich Manuela Heine, die in Bad Salzuflen wohnt. „Über die gelben

Seiten bin ich auf das Johanneswerk gestoßen und habe dort einen Info-

Abend besucht. Das hat mir so gut gefallen, dass ich danach einen Fortbildungskurs

für Ehrenamtliche gemacht habe“, erzählt die gelernte Heilpraktikerin für

Psychotherapie. Danach hat sie knapp zwei Jahre in der Johanneswerk-Alteneinrichtung

Bethesda in Bad Salzuflen ältere Menschen besucht, hat ihnen vorgelesen

oder ist mit ihnen spazieren gegangen. Eine ältere Dame hat sie bis zu deren Tod

begleitet.

„Dann kam ein Anruf von den Koordinatoren der Hospizarbeit. Sie suchten eine jüngere

ehrenamtliche Begleitung für einen 28-jährigen Mann, der mit einer schweren

Krankheit im damaligen Ev. Johannes-Krankenhaus lag“, erzählt Manuela Heine.

„Das war Mirko Nöding, Nicoles Bruder. Eineinhalb Jahre habe ich ihn durch eine

schlimme Zeit begleitet, dann ist er mit 30 Jahren gestorben. Danach braucht man

als Ehrenamtliche erst einmal eine Zeit lang Abstand.“

Als sie später zu einem Nachgespräch im Büro der Koordinatoren war, saß der Zufall

mit am Tisch. Eine Bekannte von Nicole Nöding rief genau in diesem Moment

an und bat um Trauerbegleitung für die junge Frau, die der Tod ihres Bruders und

zudem der Tod eines guten Freundes schwer getroffen hatte. Zudem brauchte sie

Unterstützung bei den vielen Problemen, die sie täglich bewältigen muss, da sie an

der gleichen Krankheit wie ihr Bruder leidet. Das war vor einem Jahr. Seitdem besucht

Manuela Heine Nicole Nöding einmal die Woche abends.

„Als ich sechs Jahre alt war, traten die ersten Symptome wie Störungen des Gleichgewichts

und der Motorik auf“, erinnert sich Nicole Nöding. „Seit dem 15. Lebensjahr

sitze ich im Rollstuhl. Erst als ich 27 war, haben die Ärzte festgestellt, dass

mein Bruder und ich an der seltenen Erbkrankheit Friedreich-Ataxie litten“, erzählt

die so lebensbejahende Frau, der das Sprechen schwer fällt.

„Von Nicole und ihrem Bruder habe ich schon so viel gelernt“, sagt Manuela Heine.

„Ich bewundere, wie die beiden ihr Leben meistern, bis zur letzten Minute war Mirko

ein humorvoller Mensch.“ Trotz ihrer Behinderung, hat Nicole Nöding vor zweieinhalb

Jahren beschlossen, eigenständig zu leben, und ist in eine Einrichtung für

Betreutes Wohnen gezogen, in der sie eine eigene kleine Wohnung hat. Vier halbe

Tage in der Woche arbeitet die gelernte Bürokauffrau in einer sozialen Einrichtung,

gibt dort Daten in den PC ein und bearbeitet Korrespondenz.

„Es ist toll, dass ich jemand Gleichaltriges gefunden habe, mit dem ich über meine

Probleme reden kann“, freut sich Nicole. „Manuela kann so gut nachvollziehen, wie

es mir geht“, sagt die junge Frau mit der positiven Ausstrahlung, die so gerne Besuch

hat.

Auch Manuela Heine ist froh, den Schritt in die ehrenamtliche Arbeit gewagt zu haben.

Mittlerweile leitet sie zudem eine Trauergruppe für Angehörige im Ev. Johanneswerk,

außerdem hat die freiberufliche Heilpraktikerin gemeinsam mit einer Kollegin

den Verein „Sterntaler - Trauerbegleitung für Kinder in Bielefeld“ gegründet.

„Ich glaube, dass die Begleitung von schwer kranken und sterbenden Menschen

auch gerade für junge Leute eine große persönliche Bereicherung ist. Besonders

wichtig ist dies in einer Zeit, in der Themen wie Tod und Trauer aus dem Alltag verdrängt

worden sind.“ [AK]

„ICH BEWUNDERE DIE BEIDEN“

Weitere Informationen erhalten Sie

bei den Koordinatoren der Hospizarbeit

im Ev. Johanneswerk Corinna

Eimkemeier und Bernd Vinke, Tel.

0521.801-2660/-2662 und unter:

www.johanneswerk.de

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Hospizarbeit des

Ev. Johanneswerks feiert zehnjähriges Bestehen

„Niemand soll

unbegleitet sterben“

BIELEFELD. In diesem Jahr feiert die Hospizarbeit des

Ev. Johanneswerks ihr zehnjähriges Bestehen. „Damals

waren wir die ersten, die Hospizarbeit in Alteneinrichtungen

angeboten haben“, beschreibt Pastor

Dr. Udo Krolzik, Vorstandsvorsitzender des Ev. Johanneswerks

und Geschäftsführer der Hospizarbeit, die

Gründungssituation im Jahr 1996. „Denn in unseren

Einrichtungen soll niemand unbegleitet sterben.“

ZAHLREICHE VERANSTALTUNGEN

Stellen im Jubiläumsjahr die engagierte

Udo Krolzik (l.) sowie die beiden Koor-

„Seinerzeit befand sich die stationäre Altenarbeit in einer Umbruchsituation“, erklärt

Pastor Rolf Gräfe. „Die älteren Menschen in den Einrichtungen waren immer

stärker gesundheitlich beeinträchtigt, viele konnten nicht mehr von ihren Angehörigen

betreut werden und gleichzeitig war das Pflegepersonal aufgrund von Einsparungen

immer mehr belastet“, beschreibt der Leiter des Pastoralen Dienstes, warum

es wichtig wurde, Ehrenamtliche in Ergänzung zum Pflegepersonal einzusetzen.

Später wurde im damaligen Ev. Johannes-Krankenhaus eine Palliativ-Station

für die Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen eingerichtet, die auf

die Unterstützung der Hospizarbeit angewiesen ist. Hinzu kam im Lauf der Zeit

auch die ambulante Betreuung zu Hause.

„Damals haben sich viele Menschen gemeldet, die als Ehrenamtliche sterbende

Menschen begleiten wollten, ohne dass wir Werbung gemacht hatten“, beschreibt

Gräfe den umgehenden Erfolg der Hospizarbeit. Bis heute ist die Zahl der ehrenamtlichen

Mitarbeiter ständig gestiegen. Allein im letzten Jahr waren rund 40 ehrenamtliche

Mitarbeiter knapp 2.000 Stunden eingesetzt, um sterbende Menschen in

stationären Einrichtungen und zu Hause zu begleiten. Die ehrenamtlichen Hospizhelferinnen

und -helfer werden für die verantwortungsvolle Aufgabe vorbereitet und

während ihrer Einsätze betreut. Darüber hinaus bietet die Hospizarbeit Trauerarbeit

für die Angehörigen sowie Beratung zum Umgang mit Patientenverfügungen an.

Im Jubiläumsjahr stellen die Mitarbeiter und Ehrenamtlichen der Hospizarbeit ihre

engagierte Arbeit mit zahlreichen Veranstaltungen der Öffentlichkeit vor. Im Februar

begann eine Vortragsreihe in der Johannesstiftskapelle in Bielefeld, die Dr. Krolzik

mit einem Beitrag zum Thema „'So will ich nicht sterben' - Ethische Überlegungen

zur neuerlichen Diskussion über ein selbstbestimmtes Sterben“ eröffnete. Am 14.

Juni, um 19 Uhr wird Prof. Dr. Klaus Dörner, ehemaliger Leiter der Westfälischen


Arbeit der Hospizarbeit in zahlreichen Veranstaltungen vor: Geschäftsführer Pastor Dr.

dinatoren Corinna Eimkemeier und Bernd Vinke

Klinik für Psychiatrie in Gütersloh, zu dem Thema „Depression im Alter“ referieren.

Am 30. August, um 19.30 Uhr halten Pastor Rolf Gräfe und die Seelsorgerin Antje

Petersen einen Vortrag zu „Seelsorge und Demenz“.

Im Herbst werden die Hospizarbeit und das neue Lichtwerk-Kino im Ravensberger

Park in Bielefeld kooperieren. Eine anspruchsvolle Filmreihe wird sich mit den Themen

Sterben, Tod und Trauer beschäftigen. Danach, Anfang November, gibt es eine

Zusammenarbeit mit dem Alarm-Theater.

Mit einem Garten der Erinnerung wird im Laufe des Jahres

2006 auf dem Johannesstifts-Gelände ein Ort der Einkehr

entstehen. Der Garten ist Teil eines Stiftsgartens auf dem Gelände

des Johanneswerks in Bielefeld. Eine Begleiterin der

Hospizarbeit, gelernte Garten- und Landschaftsarchitektin,

wird den Garten ehrenamtlich gestalten.

Am 17. November findet in der Johannesstiftskapelle eine

große Jubiläumsfeier statt. Gastredner wird u.a. Prof. Dr. Fulbert

Steffensky sein. Steffensky ist emeritierter Theologe und

Religionspädagoge. Er war Professor an der Universität Hamburg

und Gastprofessor am Union Theological Seminary in

New York. Neben zahlreichen Publikationen hat er auch zusammen

mit seiner verstorbenen Frau, Dorothee Sölle, mehrere

Bücher veröffentlicht. Steffensky wird am 17. November

auch den Garten der Erinnerung einweihen. [AK]

FOTOS: WERNER KRÜPER

10 Jahre

Hospizarbeit

Weitere Informationen erhalten Sie

bei den Koordinatoren der Hospizarbeit

im Ev. Johanneswerk Corinna

Eimkemeier und Bernd Vinke, Tel.

0521.801-2660/-2662 und unter:

www.johanneswerk.de

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Ev. Bildungszentrum geht neue Wege in der Altenpflegeausbildung

Die Kompetenzen sinnvoll bündeln

Dr. Martin Sauer und Marita Heimann

(Leiterin der Schulen im Johannesstift)

bei der Auftaktveranstaltung fürs

Ausbildungshaus im Gespräch mit

Prof. Dr. Barbara Knigge-Demal

BIELEFELD. „Mit dem Projekt Ausbildungshaus wollen wir die Qualität in

der Altenpflegeausbildung kontinuierlich steigern“, beschreibt Dr. Martin

Sauer, Geschäftsführer des Ev. Bildungszentrums für Gesundheitsberufe,

das neue Modellprojekt. „Ein solches Vorhaben im Bereich der Altenpflege

ist unseres Wissens nach das erste seiner Art in Deutschland. Mit

Unterstützung der Fachhochschule Bielefeld werden wir das Projekt drei

Jahre lang wissenschaftlich begleiten lassen und auf seine Effizienz überprüfen.“

Die Altenpflegeausbildung besteht zu

fast gleichen Teilen aus Theorie und

Praxis. Zur Zeit absolvieren die einzelnen

Auszubildenden den Praxisteil in

unterschiedlichen Einrichtungen der Altenhilfe,

wo sie bei ausgebildeten Praxisanleitern

lernen. „In Zukunft wollen

wir die praktische Ausbildung konzentrieren.

Das Ausbildungshaus wird kein

reales Gebäude sein, sondern sich aus

auf Ausbildung spezialisierten Wohnbereichen ausgewählter Alteneinrichtungen zusammensetzen“,

erklärt Sauer. „So kann der Kontakt zwischen der Schule, den

Praxisanleitungen und den ausbildenden Einrichtungen intensiviert werden. Durch

die Bündelung von Kompetenzen kann die Ausbildung außerdem systematischer

und mit höherer Intensität stattfinden“.

Darüber hinaus versprechen sich die Verantwortlichen, dass durch die Zusammenarbeit

mehrerer Auszubildender in unterschiedlichen Ausbildungsphasen eine lebendige

Atmosphäre entsteht, von der auch die älteren Menschen in der Einrichtung

profitieren. Geplant ist, dass sechs oder mehr Auszubildende gleichzeitig, außer

wenn sie ihren theoretischen Unterricht absolvieren, in einem Bereich als Team

arbeiten. So können die Fortgeschrittenen bereits die anderen unter Aufsicht des

Fachpersonals anleiten.

WISSENSCHAFTLICHE

BEGLEITUNG DURCH FACHHOCHSCHULE

„Wir hoffen, dass wir durch die Einrichtung eines solchen Ausbildungshauses die

Schülerinnen und Schüler noch besser auf die ständig steigenden Anforderungen

in der Altenpflege bei den gleichzeitig immer enger werdenden finanziellen

Ressourcen vorbereiten können“, sagt Sauer. Die Ausbildung wird in den Johanneswerk-Alteneinrichtungen

Jochen-Klepper-Haus, Marienstift, Lutherstift und Dietrich-Bonhoeffer-Haus

in Bielefeld, Matthias-Claudius-Haus in Steinhagen, Simeonsstift

in Vlotho und Bethesda in Bad Salzuflen stattfinden.


Am 1. April startete der neue Ausbildungsgang. Seitdem absolvieren die ersten

acht Auszubildenden ihre Praxisphase in Ausbildungshäusern bzw. -wohnbereichen;

weitere Teilnehmer werden ausgebildet wie bisher. Die Zahl wird halbjährlich

mit Beginn jedes Ausbildungsganges steigen. Studenten der Fachhochschule Bielefeld

unter Leitung von Prof. Dr. Barbara Knigge-Demal vom Fachbereich Pflege

und Gesundheit werden die beiden Gruppen, die unter unterschiedlichen Bedingungen

ausgebildet werden, über drei Jahre wissenschaftlich begleiten, evaluieren

und die Ergebnisse vergleichen. „Alle sieben Monate erhalten wir einen Zwischenbericht

und können so laufend Verbesserungen durchführen, wenn Bedarf besteht“,

erklärt Sauer. „Nach drei Jahren gibt es einen Abschlussbericht. Wenn dieser

so positiv ausfällt, wie wir hoffen, werden wir weitere Ausbildungsbereiche für

Schülerinnen und Schüler einrichten.“

Das Ev. Bildungszentrum für Gesundheitsberufe ist entstanden durch die Zusammenlegung

der Ausbildungsstätten der von Bodelschwingh'schen Anstalten

Bethel und des Ev. Johanneswerks. Dazu gehören neben den beiden Fachseminaren

für Altenpflege mit Vollzeit- und Teilzeitausbildung mit insgesamt 250 Ausbildungsplätzen,

Gesundheits-, Kranken- und Kinderkrankenpflegeschulen, die Schule

für Diätassistenten und Ergotherapie. [AK]

Patrick Alinde

Arzu Alkis

Nicole Bambach

Thomas Gretenkord

Thomas Henrichs

Lilia Herber

Markus Hofbauer

Petra Kornfeld

Katharina Mattick

Diana Pribanic

Wohnbereichsleiterin Kati Fuhrmann

kann die Schülerinnen jetzt gezielter

ausbilden

Ausbildung erfolgreich abgeschlossen

BIELEFELD. Folgende Schülerinnen und

Schüler des Fachseminars für Altenpflege

im Ev. Johanneswerk haben ihr Examen

bestanden:

Melanie Reuter

Liselotte Schäfer

Swetlana Schitow

Sebastian Schmidt

Maria Tölle

Tanja Troschew

Julia Ulrich

Jost Wellige

Vanessa Wiegmann

FOTO: WERNER KRÜPER

FOTOS: WERNER KRÜPER

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Elena Schaulo (l.) liest gemeinsam mit

Ilse Päsler in der Alteneinrichtung

Dorothee-Sölle-Haus

Ev. Johanneswerk kooperiert mit Arbeitplus für junge Arbeitslose

Wieder Licht

am Ende des Tunnels

BIELEFELD. „Ob 1,50 Euro oder 10 Euro – ich hätte auf jeden Fall mitgemacht.“

Marion Junker ist 23 Jahre alt. Sie ist alleinerziehende Mutter eines

zweieinhalbjährigen Sohnes. Der Kleine war auch der Grund, warum

sie damals kurz vorm Examen die große Altenpflegeausbildung abbrechen

musste. „Was damals nicht so toll war, wendet sich jetzt ins Gute“,

so die junge Mutter, die ihre Arbeitslosigkeit nie einfach so hinnehmen

wollte. „Wir alle hier haben den Platz in der Maßnahme bekommen, weil

wir arbeiten wollten“, sagt sie und schaut selbstbewusst in die Runde. Die

anderen Frauen nicken. Alle haben an der ersten Gruppenmaßnahme mit

dem internen Kürzel „GZA U 25“ (Gemeinnützige zusätzliche Arbeit unter

25 Jahren) teilgenommen, die das Ev. Johanneswerk für die arbeitslosen

Jugendlichen organisiert hat.

Finanziert wird die Maßnahme von der

Arbeitplus in Bielefeld, um auf diesem

Weg die jungen Arbeitslosengeld II

Empfänger in Ausbildungsplätze bzw.

neue Schulperspektiven und Arbeit zu

vermitteln. Dafür nehmen alle auch Entbehrungen

in Kauf. So wie Darja Tissen,

die vor fünf Jahren aus Russland

nach Deutschland kam, hier ihre Fachoberschulreife

machte und mit der Eingliederungsmaßnahme

die Zeit bis zum

ersten Ausbildungsplatz im Karl-Pawlowski-Haus,

einer Alteneinrichtung

des Ev. Johanneswerks, überbrückt.

Am 1. April begann die 19-Jährige ihre

Ausbildung zur Krankenschwester. „Zu

Hause sitzen und einfach nur Geld in

Empfang nehmen, das geht ja wohl

nicht“, sagt sie deutlich. Und wieder nicken

alle. Für Darja war es wichtig,

schnell Deutsch zu lernen und Schulabschlüsse

zu beenden. Ihre Noten, ihre

Einsatzbereitschaft – da geraten

auch die Stations-Kollegen ins

Schwärmen.

Elena Schaulo, die 23-jährige Ukrainerin, begann am 1. März ihre Ausbildung zur

Altenpflegerin. Für ihren sechs Jahre alten Sohn, der gehörlos ist, hat sie alles in

Bewegung gesetzt, sogar einen integrativen Kindergartenplatz gefunden. Die alleinerziehende

Mutter, deren Fachhochschulstudium in Deutschland noch anerkannt

werden muss, hat im Dorothee-Sölle-Haus mitgearbeitet. „Wir haben beim Essen

und Tischdecken geholfen, sind mit den älteren Menschen spazieren gegangen,

haben uns mit ihnen beschäftigt.“ Ganz nebenbei haben sie auch mitbekommen,

wie hoch die Anforderungen in der Altenpflege sind und „wissen nach dem halben

Jahr, auf was sie sich in diesen Berufen einlassen“, sagt Michael Kopmann, der das

Projekt im Ev. Johanneswerk betreut.


Darja Thissen freut sich über ihren Einsatz im Karl-Pawlowski-Haus

Gemeinsam mit Herbert Sternitzke-Vinke von Arbeitplus hat er das Projekt umgesetzt.

„Die Fallmanager von Arbeitplus kümmern sich jetzt um alle Belange einer arbeitssuchenden

Person, das ist für junge Arbeitslose eine große Chance“, sagt

Kopmann. Eine Biografie könne so kontinuierlich betreut und auch richtig für den

Arbeitsmarkt eingeschätzt werden. Der Fallmanager erstellte die Vorschlagsliste für

das Projekt, Kopmann führt die Vorgespräche und wählte die 14 jungen Erwachsenen

für die Gruppenmaßnahme aus. „Wichtig war auch, die Schwerpunkte jedes

Einzelnen zu berücksichtigen“, so Kopmann. Nicht jeder habe technisches Interesse,

nicht jeder sei für die Altenpflege oder die Krankenpflege geeignet. Dass so viele

Frauen an der Maßnahme teilgenommen haben, erstaunt den Sozialpädagogen,

der seit zwölf Jahren im Johanneswerk arbeitet, nicht wirklich. „Nicht wenige bringen

aus ihrem familiären Umfeld bereits Pflegeerfahrungen mit und sehen in Teilzeitjobs

die Möglichkeit, Familie und Beruf dauerhaft befriedigend zusammenbringen

zu können.“

Kopmann ist sehr zufrieden über den ersten Durchlauf. Zehn Frauen und vier Männer

unter 25 Jahren hat er nach einem Schnuppertag für die Arbeit in den Einrichtungen

des Ev. Johanneswerks gewinnen können – für 1,50 Euro die Stunde. „Und

es ist das genaue Gegenteil von dem eingetreten, was befürchtet wurde: Die jungen

Leute waren keine Last, sondern in jeder Beziehung eine Bereicherung.“ Auf

vielen Stationen haben sie mitbekommen, wie hart die Pfleger arbeiten, wie wenig

Zeit sie oft haben – „da waren wir schnell die gute Fee auf der Station“, sagt auch

Beatrix Kranzmann. Die 24-Jährige sieht nach vierjähriger Arbeitslosigkeit endlich

Licht am Ende des Tunnels. Sie holt ihren Hauptschulabschluss nach und will Altenpflegerin

werden. Auch sie legt die Eingliederungsmaßnahme jedem ans Herz,

der nach oder während der Schulzeit einen Hänger hat. Und noch Mal sind sich alle

einig: „Du darfst auf nichts warten und musst den ersten Schritt zum Fall- bzw.

Vermittlungsmanagement schon selbst machen.“ Das, so sagen sie, könnten auch

die, die Arbeit haben, von ihnen erwarten. [SH]

FOTOS: ANDREAS ZOBE

CHANCE AUF EINEN NEUANFANG

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Integrative Band des Ev. Johanneswerks feiert Erfolge

„Feuer und Flamme“ –

voll entbrannt für die Musik

Die Feuerwehrfans proben mit eingeschaltetem

Blaulicht

KIERSPE. Den gelben Lego-Baustein lässt er nicht los. Er trommelt, er

singt, aber den gelben Baustein behält er immer in der Hand. Malli hat das

Down-Syndrom. Und er ist Teil der integrativen Band „Feuer und Flamme“.

Eigentlich heißt er Klaus Dieter Malinowski. Als einer von fünf Bandmitgliedern

mit geistiger Behinderung macht Malli seit zwei Jahren Musik

in der Waldheimat, einer Einrichtung des Ev. Johanneswerks. Der 53-Jährige

kann kaum sprechen, doch beim Trommeln findet er den Rhythmus

und eine Möglichkeit sich auszudrücken.

Das musikalische Repertoire der Band setzt sich aus bekannten und aus selbst

komponierten Liedern zusammen. Die fünf Musiker mit geistiger Behinderung

schreiben Stücke von Liebe, Hobbys und den Dingen des Alltags, die sie beschäftigen.

Benny, der 18-jährige Sänger, schrieb ein Lied über seine Freundin und Michael,

Schlagzeuger und leidenschaftlicher Bodybuilder, hatte die Idee zu einem

Lied über seinen Sport. In der Umsetzung unterstützt werden sie von Axel Buhse

(53), Bandleader und Betreuer in der Waldheimat, und Eckhard Hoos (50), dem

Wohnbereichsleiter des Wohnverbands Kierspe. Die beiden Hobbymusiker spielen

in der integrativen Band E-Gitarre und Bass.

Den Ton geben die behinderten Musiker an. Sie suchen sich die Lieder und Melodien

aus. Herausgekommen ist eine bunte Mischung von Schlager bis Punkrock.

Unsere Sänger Benny und Wolfgang sind richtige Show-Talente. Sie heizen das

Publikum richtig an, machen Scherze und improvisieren auf der Bühne“, erzählt

Buhse. Der gelernte Altenpfleger betreut die Seniorengruppe in der Waldheimat.

Zusätzlich hat er eine zweijährige berufsbegleitende Zusatzausbildung „Zertifikat

InTakt - Musik und Menschen mit Behinderung“ abgeschlossen.

Angesichts der Begeisterung mit der sie Musik machen, ist es leicht zu vergessen,

wie viel Mühe und Fleiß hinter der Performance steckt. Benny kann zwar lesen,

doch der 45-jährige Wolfgang muss alle - vereinfachten - Liedtexte im Kopf behalten.

Dietmar am Keyboard ist Spastiker und lebt seit 34 Jahren in der Waldheimat.

Ihm markieren Buhse und Hoos die zu spielenden Tasten farbig, bis er sie auswendig

kann und kleine Solos einbaut.


„Durch die Band sind alle selbstbewusster geworden“, hat Buhse bemerkt. Aber

am besten findet er, dass mit der Zeit ein gemeinschaftliches Band-Gefühl entstanden

ist. „Am Anfang ging es immer nur darum, der Lauteste zu sein. Doch sie lernen

immer mehr, aufeinander zu hören. Sie spielen zusammen statt gegeneinander.“

Seit zwei Jahren üben die Jungs einmal

die Woche nach ihrer Arbeit in einer der

Behinderten-Werkstätten des Ev. Johanneswerkes.

Das erfordert viel Konzentration

von den Künstlern mit geistiger

Behinderung. Die ersten Musikinstrumente

sponserte der Förderverein

der Waldheimat, nicht ahnend, was für

einen Erfolg die Band haben würde.

Erstmals öffentlich spielten sie in der

Alten Schule, der integrativen Kulturwerkstatt

des Ev. Johanneswerks in

Lüdenscheid. Bald darauf folgten Auftritte

auf Dorffesten und bei „In Takt“,

einem integrativen Band-Treffen an der

Universität Dortmund.

Aufgeregt seien sie noch vor jedem

Auftritt, sagen alle. Doch „auf der Bühne

ist alles vergessen und dann legen

wir richtig los“, versichert Wolfgang.

Jetzt haben sie sogar ein eigenes Musik-Video

und sie träumen davon, Aufnahmen

in einem Ton-Studio zu machen,

noch häufiger vor „normalem“

Publikum aufzutreten und einen größeren

Probenraum zu finden - Zukunftsmusik.

Keine Angst vorm Mikro hat Malli

FOTOS: WERNER KRÜPER

Der nächste Auftritt von Feuer und

Flamme findet am 24. Juni auf dem

Campus-Fest der Universität Dortmund

statt. Mehr Information und

Kontakt zur Band bei Axel Buhse, Tel.:

02269.929 8035. [MD]

Er hat den Rhythmus im Blut: Keyboarder

und musikalisches Multitalent

Dietmar

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Richtfest für neues Altenhilfezentrum in Beckum

„Wir werden

das Haus mit Leben füllen“

BECKUM. In unmittelbarer Nähe zur Innenstadt von Beckum eröffnet das

Ev. Johanneswerk im Herbst 2006 in enger Kooperation mit der Diakonie

Gütersloh ein modernes Altenhilfezentrum. Am 12. April wurde das Richtfest

gefeiert in Anwesenheit des Beckumer Bürgermeisters Dr. Karl-Uwe

Strohmann. Er bezeichnete die Einrichtung als eine Bereicherung für die

Stadt Beckum sowohl aus städtebaulicher Sicht als auch durch die Schaffung

neuer Arbeitsplätze und neuer Pflegeplätze.

Das Altenhilfezentrum zeichnet sich dadurch aus, dass ein breites Beratungs- und

Hilfeangebot unter einem gemeinsamen Dach in Anspruch genommen werden

kann. So entstehen hier eine Tagespflege, Servicewohnen in eigenen Appartements,

ein ambulanter Pflegedienst, eine Kurzzeitpflege sowie vollstationäre Pflegebereiche

in sechs Hausgemeinschaften.

„Wir werden dieses Haus bald mit Leben füllen“, verspricht Peter-Christian König,

Geschäftsführer der Region Gütersloh. Ab Oktober leben hier jeweils neun bis zwölf

pflegebedürftige ältere Menschen in den einzelnen Hausgemeinschaften. Den

Mittelpunkt jeder Hausgemeinschaft bildet eine Wohnküche, in der der Alltag gemeinsam

gestaltet wird. Insgesamt verfügt das Haus im vollstationären Bereich

über 68 Plätze.

Weiterführende Informationen zu unseren Angeboten in Beckum und eine Beratung

erhalten Sie bei Katja Grzybinski, Tel. 05241.99879-0.

[SIEGFRIED WOLFF, MARKETINGBEAUFTRAGTER REGION GÜTERSLOH]

Freuen sich auf das vielfältige Angebot unter einem Dach: Pfarrer Christian Heine-Göttelmann (Vorstand

Diakonie Gütersloh), Peter-Christian König, Dr. Karl-Uwe Strothmann und Rainer Koch (Part AG)

FOTO: WOLFGANG KROGMEIER


Beckmann spielte gegen die Kälte

BIELEFELD. „Musik ist eine unbezwingbare Macht des Guten – das Cello dient

den Ärmsten der Armen“, sagt Thomas Beckmann. Der renommierte Düsseldorfer

Cellist gab ein Benefizkonzert in der Altstädter Nicolaikirche. Das Bielefelder Konzert

zugunsten obdachloser Menschen wurde gemeinsam von dem Verein Gegen

Kälte e.V. und dem Ev. Gemeindedienst (EGD) im Ev. Johanneswerk organisiert.

„Gemeinsam gegen Kälte“ ist seit 1996

das Tourneemotto und gastiert dieses

Jahr in 50 Städten. Beckmann unterstützt

mit den Erlösen seiner Konzerte

die Arbeit der ökumenischen Bahnhofsmission

in Bielefeld, ein gemeinsames

Projekt des Caritas Verbandes und

des EGD. Das Konzert stand unter der

Schirmherrschaft des Bielefelder Oberbürgermeisters

Eberhard David und

des Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers.

Die warmen Klänge und die berührende

Virtuosität öffneten die Augen der

Konzertbesucher, Obdachlosigkeit als

Mahnung gegen mitmenschliche Kälte

zu verstehen. Wo die Sprache aufhört,

fängt die Musik an: Beckmann bewegte seine Zuhörer, zu den Erlösen aus den Eintrittsgeldern

an diesem Abend noch weitere 1.620 Euros zu spenden. [JULIA HINZ]

Generationen-Treff feiert ersten Jahrestag

Netzwerk von Bürgern für Bürger

Thomas Beckmann musiziert seit

Jahren für Obdachlose

BIELEFELD. Im April 2005 startete das neue Angebot für die Bürgerinnen und Bürger

in Bielefeld-Mitte in den Räumen der Tanzschule Teubner-Schneider in der

Falkstraße 14. Ein Angebot, das jeder mitgestalten kann: Geselligkeit, soziale Hilfestellungen,

Information und Beratung sollen dazu beitragen, dass die (nicht nur) älteren

Menschen im Stadtteil aktiv bleiben und Kontakte knüpfen.

Der Generationen-Treff Bielefeld lädt alle interessierten Bürger ein, ein informelles

Netzwerk mit zu entwickeln, wo das Prinzip von Senioren für Senioren sinnvoll umgesetzt

werden soll. Es gilt hier, Strukturen aufzubauen, die sich an den Wünschen

der Menschen orientieren, indem neben der vielfältigen Informationsmöglichkeit

auch die Begegnung mit den dazu gehörigen sozialen Kontakten nicht zu kurz

kommen sollen und daraus wiederum neue soziale Netzwerke entstehen. Somit

können den Bürgern als Experten ihrer eigenen Situation möglichst umfangreiche

Informations- und Gestaltungsspielräume eröffnet werden.

Das Ziel ist es, langfristig die Lebensqualität in Bielefeld-Mitte zu bewahren und

möglicherweise neue Lebensperspektiven zu zeigen. Diese Idee des Generationen-

Treffs beruht auf der Selbstorganisation der interessierten Bürger. Von Sprach- und

Computerkursen, einem Tanzcafé bis zu Wander-, Rad- und Theatergruppen sowie

Tagesausflüge – die Liste der selbst organisierten Angebote wird immer länger. Zur

Zeit sind 253 interessierte Bürger in der Kartei derer, die jeweils schriftlich über die

neuesten Angebote informiert werden. Das jüngste Glanzlicht ist die Organisation

eines „Triathlon light“: Wandern, Radfahren und Badminton im August und September,

zu dem man sich noch anmelden kann. Informationen unter 0521. 3 29 83

68. [GÜNTER NIERMANN, EHRENAMTLICHER ORGANISATOR DES GENERATIONEN-TREFFS]

FOTO: WERNER KRÜPER

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„Sie ist ein echter Schatz“

Regionalgeschäftsführer Dr. Arnulf

Husmann begrüßt Meike Holzemer

herzlich

FOTO: EBERHARD FRANKEN

Beeindruckt von der Künsterlin: (v.l.)

Lore Friztsche, Christel Bartling, Heide

Papakonstantinou, Margrit Kliesch

FOTO: CHRISTEL HEERMANN

BOCHUM. Meike Holzemer heißt die neue Leiterin des Wichern-Hauses. Sie wurde

am 6. März im Rahmen einer kleinen Feierstunde von Pastor Dr. Arnulf Husmann,

dem Geschäftsführer der Region Bochum/Herne des Ev. Johanneswerkes, in ihr

neues Amt eingeführt. Viele Freunde der frisch gebackenen Heimleiterin waren gekommen,

um mit ihr und den Menschen im Wichern-Haus das Ereignis zu feiern.

Bis vor kurzem noch war Holzemer Wohnbereichsleiterin und stellvertretende Pflegedienstleiterin

in Lüdenscheid. Diakonin Silke Noll-Druffel hatte nach der Begrüßung

und dem Lied „Hilf, Herr meines Lebens“ zur biblischen Besinnung eingeladen,

Susanne Baumgart und Inga Schulze-Steinen erfreuten die Besucher mit den

Klängen ihrer Querflöten und Gitarre. Heimbeiratsvorsitzende Marie-Luise Joswig

gab launig der Überzeugung Ausdruck, dass man schon sehr gut miteinander auskommen

werde, und Mitarbeitervertreterin Ute Maeß heftete Samen an eine Pflanze:

Ausdruck des Wunsches, dass noch so mancher emotionale Samen im Wichern-

Haus aufgehen möge, um gute menschliche Beziehungen wachsen zu lassen.

Holzemers alte Chefin, Oberin Marianne Anschütz vom Diakoniewerk Ruhr, bat die

Anwesenden, nett zu ihrer neuen Heimleiterin zu sein, „denn sie ist ein echter

Schatz.“ Und sie riet: „Passen Sie auf, dass sie nicht zu spät nach Hause geht.“

[EBERHARD FRANKEN]

Hommage an Bildhauerin Helene Homilius

Perthes-Haus zeigt Dokumentation

über die dort lebende Künstlerin

BIELEFELD. Es ist schon fast dunkel

im Speisesaal des Perthes-

Hauses, eine Alteneinrichtung des

Ev. Johanneswerks in Bielefeld.

Bewohnerinnen und Bewohner,

Angehörige und Interessierte warten

gespannt auf den Start des angekündigten

Films. Es handelt sich

um ein Portrait ihrer Mitbewohnerin,

Helene Homilius, einer bekannten

Bildhauerin und Objektkünstlerin,

die seit sechs Jahren

im Perthes-Haus lebt.

Zu deren 95. Geburtstag im vergangenen

Jahr hatte das Frauenkunstforum

Ostwestfalen-Lippe eine retrospektive

Ausstellung in der Universität Bielefeld

und in diesem Jahr in Halle organisiert.

Im Rahmen dieses Projekts entstand

auch der Film von Christel Heermann

über das Leben und Werk von Helene

Homilius. Elisabeth Unterlinner, Hausleiterin

des Perthes-Hauses, lag viel

daran, diesen Film erstmals im Perthes-Haus einem Publikum zu zeigen, das Frau

Homilius persönlich, aber eben nicht als die bekannte Künstlerin kennt. Nach der

45-minütigen Vorführung stand die Filmemacherin Christel Heermann den interessierten

Zuschauern zum Gespräch zur Verfügung. Dieser besondere, unterhaltsame

Abend mit umfangreichen Informationen zu einem außergewöhnlichen Menschen

klang gesellig aus. [MARION PLAß, MARKETINGBEAUFTRAGTE REGION BIELEFELD ALTENHEIME]


mitLeidenschaft

Die Stiftung mitLeidenschaft wurde

2001 gegründet als Stiftung des Ev.

Johanneswerks zur Förderung und

Unterstützung innovativer Projekte in

der Diakonie. Die Stiftung hilft vor allem

älteren Menschen und Familien,

die in Armut leben müssen. Sie fördert

Projekte für Kinder und Menschen mit

Behinderung sowie Projekte auf dem

Gebiet der Demenz. Vorsitzender des

Vorstands ist Pastor Dr. Udo Krolzik,

sein Stellvertreter Karsten Gebhardt.

Geschäftsführerin der kirchlichen Stiftung

ist Ulrike Posch.

FOTO: WERNER KRÜPER

Der 74-jährigen Erwin Knoop freut sich über die Gesellschaft des Schülers

Manuel Wesemann aus Berlin

Berliner Schüler beim Sozialpraktikum der Stiftung mitLeidenschaft

„Diesen wichtigen Teil

des Lebens kennen lernen“

BIELEFELD. In der Küche von Wohnung 1 ist Palaver: Manuel hat die Küchenmaschine

angeschmissen und versucht sich im Kuchenbacken. Wendelin

kümmert sich um Erwin Knoop, der ihm gerade eine Geschichte aus

seinem Leben erzählt. Andere Bewohner der Wohngruppe 1 im Dorothee-

Sölle-Haus, einer Alteneinrichtung des Ev. Johanneswerks, sitzen am

Tisch und trinken Kaffee. Die Bewohner stört der Lärm nicht, den die Jugendlichen

in der Küche veranstalten – ganz im Gegenteil: „Jetzt ist mal

richtig was los hier“, sagt Erwin Knoop und fährt mit seinem Rollstuhl

schwungvoll über den Flur.

Wendelin Kammermeier und Manuel Wesemann besuchen die elfte Klasse des Ev.

Gymnasiums Zum Grauen Kloster in Berlin-Wilmersdorf. Die beiden sind mit ihren

Mitschülern für zehn Tage in Bielefeld und machen mit bei LIFE, dem Sozialpraktikum

der Stiftung mitLeidenschaft des Ev. Johanneswerks. Denn: An ihrer Schule,

der ältesten Schule Berlins, wird Wert gelegt auf die Prägung eines christlichen

Menschenbildes. „Und dass die Jugendlichen im Praktikum auch die Realität des

hohen Alters kennen lernen, ist ein gewollter Effekt“, sagt Christoph Otte, promovierter

Latein- und Griechischlehrer. In diesem Sinne hat das Praktikum Tradition.

„Seit mehr als 30 Jahren gibt es das Angebot“, sagt Wendelin Kammermeier und

die elften Klassen können dabei zwischen Jugend- und Altenarbeit wählen. Ist das

nicht einfach uncool, in einer Küche zu stehen oder den Menschen beim Essen zu

helfen? Manuel,17, und Wendelin, 16 Jahre alt, schütteln heftig den Kopf. „Ich glau-

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be, dass das, was wir hier erleben, ganz wichtig für unser soziales Verhalten ist“,

sagt Wendelin Kammermeier und es klingt nicht auswendig gelernt. Er habe auch

eine Oma, die in einem Altersheim lebe, und ihm sei es wichtig, dass sie dort gut

umsorgt sei.

VOR DER ARBEIT DES

PFLEGEPERSONALS HABEN SIE VIEL RESPEKT

Manuel Wesemann findet es gut, mit Themen in Berührung zu kommen, „die draußen

ziemlich ausgespart werden.“ Demenz, psychische oder physische Behinderungen

bei Menschen im Alter, Pflegebedürftigkeit und Bettlägerigkeit, das seien

doch Themen, die im normalen Leben „am liebsten gar nicht stattfinden.“ Hier habe

er die Gelegenheit, mit Bewohnern zu sprechen, sie, ihr Leben, ihre Eigenarten kennen

zu lernen. Alt würde ja schließlich jeder mal, „eigentlich kann man das Thema

nicht so aussparen“. Auch Manuel erlebt zum ersten Mal, auf verwirrte Menschen

zu zugehen, die „ihre Lebensgeschichte durchaus drei Mal hintereinander erzählen“.

Gefragt sind Geduld, Zuwendung, Fürsorge – Qualitäten, die Jugendliche sicher

nicht früh genug ausbilden können.

Die Schüler pendeln jeden Tag mit dem Bus vom Senneheim in die Stadt, um Punkt

neun Uhr betreten sie das Dorothee-Sölle-Haus. Von Bielefeld haben sie noch nicht

allzu viel gesehen, „das finden wir aber nicht so schlimm“, sagen sie. Sie genießen

es, auf ihren Stationen gebraucht zu werden. „Hier gibt es immer was zu tun“, sagt

Wendelin, der seinen Rührteig in die Form einfüllt und damit seinen ersten Kuchen

fast gebacken hat. „Entweder spreche ich mit den Bewohnern, ich helfe beim Essen

oder ich begleite jemanden nach draußen.“ Vor der Arbeit, die das Pflegepersonal

macht, haben sie viel Respekt. Wendelin überlegt, Zivildienst zu machen, und

sieht das Praktikum als hervorragende Vorbereitung. „Jetzt weiß ich, was da von

mir erwartet wird.“

„Die Jungs sind eine große Hilfe“, sagt Daniela Niesen, Präsenzkraft in der Alteneinrichtung.

Das Pflegepersonal achte darauf, dass sie viel mitkriegen, viel machen

dürfen und dabei doch nicht überfordert werden. „Wir haben die jungen Leute gerne

hier, sie bringen Leben und Abwechslung in unsere Wohnungsgemeinschaften“,

so Niesen. Wenn Wendelin und Manuel nach Berlin-Wilmersdorf zurückkehren,

werden sie ihre Erfahrungen an ihre jüngeren Mitschüler weitergeben, die dann im

nächsten Jahr ins Johanneswerk kommen dürfen. Und sicher auch von Erwin

Knoop erzählen und seinem Leben in Bielefeld. [SH]

Stiften statt Spenden

Einmal zustiften heißt dauerhaft helfen

BIELEFELD. Je größer das Grundstockkapital einer Stiftung ist, desto mehr Menschen

und Projekte können aus den Kapitalerträgen gefördert werden.

Die Stiftung mitLeidenschaft unterstützt Menschen in Armut, benachteiligte Kinder,

Menschen mit Behinderungen, Demenzkranke, und sie engagiert sich für deren

Zukunftsperspektiven in der Gesellschaft. Ausschüttungen aus den Kapitalerträgen

geben hierfür dauerhaft Sicherheit.

Sollte eine Zuwendung so groß sein, dass die Erträge eigenständige Projekte komplett

finanzieren können, kann eine treuhänderisch verwaltete Stiftung unter dem

Dach der Stiftung mitLeidenschaft gegründet werden. Den genauen Verwendungszweck

der Zinserträge bestimmt der Zustifter. Er kann Namensgeber der durch die

Stiftung mitLeidenschaft treuhänderisch verwalteten Stiftung sein oder ihren Namen

auswählen. [SO]

mitLeidenschaft

Wenn auch Sie

sich als Stifter engagieren wollen:

Stiftung mitLeidenschaft, Konto: 888

888 888, KD-Bank, BLZ: 350 60 190.

Auf dem Überweisungsträger genügt

der Zusatz „ Zustiftung“ als Verwendungszweck.

Weitere Informationen:

Ulrike Posch (Geschäftsführerin der

Stiftung mitLeidenschaft), Tel.: 0521.

136 44 44.


Außergewöhnlicher Weidenpavillon für den „Demenzgarten“

Lebendes Bauwerk für das

Jochen-Klepper-Haus

BIELEFELD. „Ich begeistere mich nicht schnell für etwas, aber so einen

Weidenpavillon wollte ich unbedingt für unseren neuen Garten haben.“

Gudrun Neumann, Hausleiterin des Jochen-Klepper-Hauses, überzeugte

mit ihrer Begeisterung für das ungewöhnliche Projekt auch die Stiftung

mitLeidenschaft des Ev. Johanneswerks. Die hat das ökologische Bauwerk

für die Bewohner jetzt mit 3.000 Euro gefördert.

Das Jochen-Klepper-Haus ist ein Wohnort für Menschen mit fortgeschrittener Demenz.

Die Angebote und die Ausstattung des Hauses sind auf dieses Krankheitsbild

ausgerichtet. Jetzt soll auch der großzügige Garten entsprechend den Bedürfnissen

der Bewohner vollständig umgestaltet werden. Aus Süddeutschland brachte

Gudrun Neumann die Idee des Weidenpavillons für den Demenzgarten mit. Er soll

eine grüne Oase im Garten werden, die zum Aufenthalt im Freien verlockt und in

der man trotzdem in geborgener Atmosphäre verweilen kann, ein heimeliger Schattenspender

unabhängig vom Stand der Sonne. Das ist vor allem wichtig für Bewohner,

die sich nicht mehr selbstständig fortbewegen können. Im ersten Jahr nach

dem Bau treiben die Weidenruten aus und bilden dichte grüne Wände. Die Lebensdauer

eines solchen Pavillons beträgt etwa 80 Jahre. An seinem sich verändernden

Aussehen können die Bewohner den Lauf der Jahreszeiten gut verfolgen.

Das Bauwerk im Jochen-Klepper-Haus hat eine in Ostwestfalen-Lippe ungewöhnliche

Dimension: Immerhin fünf Meter Innendurchmesser hat das Gerüst, um das die

von der Biologischen Station Ravensberg geschnittenen Weidenruten von dem eigens

aus Süddeutschland angereisten Baumeister Reinhard Schieber gesetzt werden.

Im Sommer, wenn die Gartenumgestaltung weiter fortgeschritten ist, soll mit

einem großen Fest die Einweihung des Demenzgartens mit dem dann grünen Weidenpavillon

gefeiert werden. Nähere Informationen und Rückfragen bei Gudrun

Neumann Tel.: 0521. 80004-20. [MARION PLAß, MARKETINGBEAUFTRAGTE REGION BIELEFELD AL-

TENHEIME]

Reinhard Schieber verschnürt fachgerecht aus einzelnen Weidenruten den Pavillon

FOTOS: WERNER KRÜPER

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Alzheimer Gesprächskreis im Ev. Gemeindedienst unterstützt pflegende Angehörige

„Hier kann ich

meiner Seele mal Luft machen“

Alzheimer-Patienten leben in ihrer

eigenen Welt

FOTOS: WERNER KRÜPER

BIELEFELD. „Also, ich gehe da wieder hin“, sagt Elfriede Seidler*, nickt

energisch mit dem Kopf und meint damit den Alzheimer-Gesprächskreis.

„Da kann ich meiner Seele mal richtig Luft machen.“ Seit sechs Jahren

kümmert sich die Bielefelderin um ihren an Alzheimer erkrankten Mann.

Sie wäscht ihn, sie zieht ihn an, sie geht mit ihm spazieren – „solange ich

kann, werde ich mich um ihn kümmern“, sagt die 70-Jährige. Gut also,

dass der Gesprächskreis für pflegende Angehörige seit Ende Mai in seine

nächste Runde gegangen ist.

Regelmäßig ein Mal im Monat treffen sich die Angehörigen, um von Pflegefragen

bis hin zu Fragen über gesetzliche Betreuungen oder Patientenverfügungen Klarheit

über ihre Situation zu bekommen. Dazu, vor allem aber zum Austausch von Erfahrungen

im Umgang mit den Erkrankten animiert auch Jutta Fehse-Neubauer,

Sozialarbeiterin in der Offenen Altenarbeit im Ev. Gemeindedienst des Ev. Johanneswerks.

Sie weiß aus langjähriger Erfahrung, wie belastend Demenz für Angehörige

sein kann.

DER KRANKE HAT KEINE KRANKHEITSEINSICHT

„Wir haben doch immer alles gemeinsam gemacht“, erzählt Elfriede Seidler. Gartenarbeit,

Sportverein und den Kinderwagen schieben – „mein Mann war immer dabei.“

Dann kam die Rente und: „Seit er zu Hause war, fiel mir auf, dass er anders

war als sonst.“ Der ehemalige Vertriebskaufmann und gelernte Papiermacher wirkt

zerstreut. So richtig wird Elfriede Seidler dann im Januar 2000 aufmerksam. „Wir

waren gemeinsam beim Friseur.“ Und plötzlich war ihr Mann verschwunden. „Er

war einfach weggelaufen“, erinnert sich Elfriede Seidler. Sicher, es hatte neuerdings

viel Streit gegeben. Das war auch neu. „Mein Mann vergaß plötzlich so viel, er sollte

Kartoffeln und Eier aus dem Keller holen und brachte nur Kartoffeln mit, das hat

mich geärgert“, erzählt sie. Seit 47 Jahren ist sie jetzt mit ihrem Mann Klaus-Peter

verheiratet, zwei Söhne haben sie groß gezogen, leben in Hillegossen, haben sich

ein Wohnmobil gekauft und wollten auf Reisen gehen, wie Tausende andere Rentner

auch. Doch seit dem Vorfall beim Friseur ist bei den Seidlers alles anders.

„Der erste Arzt, bei dem wir waren, wollte meinem Mann nur eine Beruhigungsspritze

geben“, erzählt Gertrud Seidler. Bis zur richtigen Diagnose dauert es ein Jahr

und nur der Hartnäckigkeit von Elfriede Seidler ist es zu verdanken, dass ihr Mann

zu den Ärzten mitkommt. Typisches Phänomen beim Beginn der Alzheimerkrankheit:

Der werdende Kranke hat keinerlei Krankheitseinsicht. Er überspielt seine Defizite,

die ihm in der Regel durchaus bewusst sind. Auch die Computertomographie

des Gehirns hatte bei Klaus-Peter noch keine Klarheit gebracht. Erst eine Ärztin in

einer Bielefelder Fachklinik stellt nach psychometrischen Tests, bei denen Gedächtnis,

Sprach- und Reaktionsvermögen getestet werden, die richtige Diagnose:

Morbus Pick. Von dieser speziellen Form der Demenz sind rund zwei Prozent der

eine Millionen Alzheimer-Kranken betroffen. Pick-Demenz-Patienten erkranken relativ

früh – der Anteil der etwa 60-Jährigen ist deutlich höher als beim klassischen

Alzheimer-Typ.

Klaus-Peters Krankheitsverlauf entspricht dennoch dem, was über Alzheimer nachzulesen

ist: In der ersten Phase vergisst er Dinge, dann auch Worte, verwechselt

Menschen, wird unruhiger, ist teilweise aggressiv. In dieser Zeit schnappt sich El-


FOTO: SIEGHARD SAHRHAGE

friede Seidler ihren Mann immer noch, und fährt mit ihm an die Ostsee auf den

Campingplatz. „Da ist er dann wieder weggelaufen“, erzählt die resolute kleine

Frau, „die Polizei hat ihn letztlich wieder gebracht.“ In der mittleren Phase ist die

Krankheit nicht mehr zu verbergen. Vergangenheit und Gegenwart lassen sich nicht

mehr unterscheiden, Sprach-, Schreib- und Rechenvermögen lassen deutlich

nach. Klaus-Peter sitzt in seinem braunen Sessel, scheint unserem Gespräch zu

lauschen, lacht zwischendurch, springt auf, läuft in der Wohnung hin und her. Dann

sitzt er wieder und schaut förmlich durch alle Menschen hindurch.

Der 71-Jährige ist jetzt, im sechsten Jahr der Krankheit ins dritte Stadium eingetreten.

Alzheimer kennt keine Schübe, alles geschieht schleichend, stetig und unaufhaltsam.

Das weiß auch Elfriede, seine Frau. „Er spricht gar nicht mehr, er liest nicht

mehr, er spielt nicht mehr“, erzählt sie. Er ist jetzt komplett auf die Hilfe anderer angewiesen.

Inkontinenz, Ess-Enthemmung, Ruhelosigkeit und unkontrollierte Lachanfälle

- Stück für Stück nimmt Alzheimer der Ehefrau den Partner, macht die

Krankheit aus dem lebenslustigen und geselligen Mann einen Pflegebedürftigen.

ICH KANN JA NICHT AUCH NOCH KRANK WERDEN

Wie kommt man damit zurecht? „Ich gehe sehr offen mit der Situation um“, sagt Elfriede

Seidler. Familie, Nachbarn, Verwandtschaft, alle wissen Bescheid. Außerdem

hat sie sich zur Entlastung Hilfe durch Pfleger geholt, und sie fährt in Urlaub – allein

mit dem Wohnmobil und ohne Schuldgefühle. Klaus-Peter wird während der Zeit in

der Kurzzeitpflege betreut. „Es nützt ihm ja nichts, wenn ich auch noch krank werde.“

Sie will sich nicht zurückziehen, nicht vergraben. Im August fährt sie an die

Nordsee, macht mit ihren Kindern und Enkelkindern Urlaub – nicht mit, sondern

vom Partner. Auch das ist Alzheimer. „Deswegen bin ich über jeden Termin beim

Gesprächskreis froh“, sagt sie und fügt hinzu: „Es tut einfach gut, mit all dem nicht

allein zu bleiben.“ Ab Juni findet der Gesprächskreis jeweils am 1. Montag im Monat

von 17 Uhr bis 18.30 Uhr im Tageshaus, Wilbrandraße 19a in Bielefeld statt. Telefonische

Anmeldung bitte bei Jutta Fehse-Neubauer unter 0521. 801-4063. [SH]

Bewohnerin Hildegard Eymer fühlte sich beim Umzug gut

betreut

*Name der Redaktion bekannt

Feierliche Schlüsselübergabe in Herford

HERFORD. Am 31. März erhielt Sieghard Sahrhage, Regionalgeschäftsführer

der Region Herford des Ev. Johanneswerks,

den Schlüssel des Marie-Schmalenbach-Haus in Herford.

Das Marie-Schmalenbach-Haus ist eine der ersten Einrichtungen

in Herford, nach dem zur Zeit innovativsten Konzept

zur Betreuung alter und pflegebedürftiger Menschen in

Hausgemeinschaften. 84 Bewohnerinnen und Bewohner leben

in insgesamt 8 Wohnungen mit jeweils 10 oder 11 Personen

in einer familienähnlichen Gemeinschaft. Hier kann nach

Lust und Laune gemeinsam gelacht und gearbeitet werden,

z.B. kochen oder Wäsche waschen.

Spannend war der 1. April: Aufgrund bevorstehender Umbauarbeiten

im Johannes-Haus haben knapp 40 Bewohnerinnen

und Bewohner im Marie-Schmalenbach-Haus ihr neues Zuhause

gefunden. Gemeinsam mit dem Deutschen Roten

Kreuz Herford und einem Umzugsunternehmen sowie vielen

ehrenamtlichen Helfern und Mitarbeitenden des Ev. Johanneswerks

war dieser, für alle Beteiligten aufregende Tag bis

ins Detail geplant. [SANDRA KNOP, MARKETINGBEAUFTRAGTE]

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Das Ev. Johanneswerk verschönert sein Gelände mit einem Stiftsgarten

Die Sinne anregen

und in der Natur entspannen

BIELEFELD. „Was ich nicht sehe, macht mich neugierig“, sagt Gundel

Schönbrunn. Die 62-Jährige ist das, was man einen kreativen Geist nennt

– und der kommt bekanntermaßen nicht in die Jahre. Neugier erschaffen,

das ist ihr Ding ebenso wie die Natur ihr Element ist. Wege, Sträucher,

Blumen, Bäume – das Tolle an der Natur sei, sagt sie, dass alles da sei,

man müsse es nur richtig einsetzen. Jahrelang hat Schönbrunn als Freiberuflerin

für ein großes Bielefelder Architekturbüro gearbeitet und auch

für diverse Einrichtungen des Ev. Johanneswerks Gärten gestaltet. Seit

einem Jahr in Ruhestand, hat sie jetzt ehrenamtlich einen Entwurf vorgelegt

für das 4000-Quadratmeter große Gelände, das zwischen dem Ev.

Krankenhaus Bielefeld und dem Dorothee-Sölle-Haus zum Stiftsgarten

werden soll.

Patienten, Bewohnerinnen und Bewohner, Krankenhausbesucher, Gäste, Mitarbeiter

und Kinder der Kindertagesstätten sollen zukünftig hier entspannen und auch

spielen können, Motto: im Garten der Sinne.

(v.l.) Martin Möller-Rost, Umweltmanagement im Ev. Johanneswerk, und Landschaftsarchitektin Gundel Schönbrunn vor dem

Gelände des zukünftigen Stiftsgartens


FOTO: WERNER KRÜPER

„Der Garten soll ja alle Besuchergruppen auf dem Gelände bereichern“, sagt die

Architektin über ihre Zielvorgaben. So sollte es neben Spielgelegenheiten für Kinder

auch Abwechslungsreiches für Erwachsene geben sowie Ruhezonen und Rükkzugsplätze.

Außerdem muss es ein Wegenetz geben, dass die einzelnen Bereiche

des Gartens miteinander verbindet. „Natürlich gehe ich beim Planen von dem aus,

was ich örtlich vorfinde“, erläutert Schönbrunn.

NEUE DURCHBLICKE

UND AUSBLICKE SCHAFFEN

Im Fall des Johannesstifts sind das: Das flache neue Gebäude des Dorothee-Sölle-

Hauses mit seinen neugestalteten Außenanlagen wie das des älteren, gelben und in

die Höhe gebauten Ev. Krankenhauses. Schönbrunn hat in einer kleinen und einer

großen Acht die Wege durch den Garten geschwungen. Im hinteren Bereich grenzt

eine Pergola eine halbschattige Ruhezone mit Bänken und Blumenbeten ab. „Neue

Durchblicke und Ausblicke zu schaffen für den Gast, der durch den Garten wandelt,

das war mein Ziel“, so die Architektin. Und so findet sich laut Plan hinter jeder

Biegung eine Überraschung: Ein Barfußweg macht Lust zum Laufen auf verschiedenen

Materialien, Skulpturen werden Sinnesanregungen bieten, Hochbeete und

Sitzterrassen sollen zum Ausruhen einladen. Nicht nur die Kleinen können im

Matschbereich spielen und auf Holzgeräten turnen – erwachsene Müßiggänger lassen

auf der extra angelegten Boulebahn den Kugeln ihren Lauf.

Dass überhaupt ein Gelände für einen Garten frei wurde, ist einer bauplanerischen

Entscheidung zu verdanken: Dort, wo vor zwei Jahren die neue Psychosomatischen

Klinik entstehen sollte und schon eine Baugrube war, entsteht jetzt der

Stiftsgarten - die Klinik wird zur Zeit an anderer Stelle auf dem Gelände gebaut.

„Plötzlich waren 4.000 Quadratmeter Platz da“, sagt Umweltbeauftragter Martin

Möller-Rost vom Johanneswerk. Seit einem Jahr schmiedet eine „Arbeitsgruppe

Grünanlagen“ Pläne für die Nutzung. „Es gab einen Konsens über die systemische

Planung aller Grünanlagen, Wege und Gestaltung des Geländes“, so Möller-Rost.

Nach und nach wird das Gelände des Johanneswerks neue Beleuchtung, neue

Pflasterung und einheitliche Bänke und Wege erhalten. Doch ganz aktuell steht das

Projekt Stiftsgarten im Mittelpunkt. „Die verantwortliche Geschäftsführerin der Region,

Gabriele Walczak, hat auch die Ideen und Wünsche der Mitarbeiter des Johanneswerks

an einen solchen Garten abgefragt“, so Möller Rost. Das Ergebnis der

Umfrage sei in die Planung des Erlebnisgartens eingeflossen, „und Gundel Schönbrunn

hat die Vorschläge und Ideen optimal im Plan umgesetzt“, so Möller-Rost

weiter. „Wir werden auch die Anregungen des Hospizvereins berücksichtigen“, so

Schönbrunn, „wie man einen Teil des Gartens zum Gedenken an Verstorbene nutzen

kann.“

Noch ist all das Zukunftsmusik. Drei Jahre hat die AG für die Umsetzung des Stiftsgartens

eingeplant. Als erstes müssen Wege angelegt werden, bevor Beete und

Rasenflächen vorbereitet und dann nach und nach Büsche oder Bäume gepflanzt

werden können. Schönbrunn will das Projekt vom ersten Spatenstich bis zum Aufstellen

der letzten Bank begleiten. „Eine Herzensangelegenheit“, sagt sie. Der

nächste Schritt des Projektes ist jetzt die Finanzierung. Einen Teil wird das Johanneswerk

selbst investieren, aber ein erheblicher Teil der Kosten muss über Sponsoren

abgedeckt werden. Auch da hat die Arbeitsgruppe Pläne wie Pflanz-Aktionen

mit Sponsoren und den Stifts-Markt, eine Art Flohmarkt für Angestellte, dessen

Einnahmen ebenfalls dem Garten zugute kommen und der schon zwei Mal stattfand.

Die Johanneswerker sind zuversichtlich. „Im Herbst soll es losgehen“, haben

Möller-Rost und Schönbrunn als Zeitpunkt der Realisierung im Visier. Mit tatkräftiger

Unterstützung müsse jetzt die Grundlage für den Garten gelegt werden – der

Rest wachse dann fast von selbst. [SH]

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Genießen den neuen Raum gemeinsam:

(v.l.) Jonas Römer, Klaus Ockert

und Christa Brizius

Der Kommunikationsraum

des Karl-Pawlowski-Hauses ist das neue Zentrum

Mehr Licht

und Raum zum Leben

Unser Ziel war es, ihn zum zentralen Lebensraum umzufunktionieren“, sagt Diplom-Sozialpädagogin

Adelheid Stanko. Nach fast vier Monaten Umbauzeit ist das

Konzept aufgegangen: Jetzt wird hier nicht nur gefrühstückt und Mittag gegessen –

jetzt begegnen sich hier Angehörige, Bewohner und die Kollegen der Pflege und

des Servicepersonals regelmäßig zum Gespräch, zu Feiern und zu Andachten.

„Natürlich gab es immer schon Angebote zur Beschäftigung, doch jetzt haben wir

ein rundes Konzept, dass von Woche zu Woche Abwechslung, Bewegung, Kreativität

verspricht.“ Mitmachen müssen jetzt nur noch die Bewohner. „Wir wollten

nicht nur Gemeinschaft und Geselligkeit fördern, sondern auch helfen, den eigenen

Tag zu strukturieren.“ Viele haben sich heute für das Basteln entschieden. Täglich

gibt es Angebote für die verschiedenen Geschmäcker: von der morgendlichen Zeitungsrunde

mit einem ehrenamtlichen Vorleser über kreative Nachmittage mit einer

Kunsttherapeutin bis hin zum viel geliebten Liederkreis.

Ein neues Kommunikationsangebot soll die Anbindung auch für die Angehörigen

der Bewohner erweitern: Am Donnerstag, 4. Mai, begann eine Angehörigengruppe.

Treffpunkt ist um 18.30 Uhr im Karl-Pawlowski-Haus zum gemeinsamen Kochen.

Zukünftig gibt es alle zwei Monate an einem solchen Abend die Möglichkeit, sich

über alle Fragen zum Thema Pflege wie Betreuungsrecht, sozialrechtliche Fragen

und Vorsorgemöglichkeiten zu unterhalten. Anmeldungen nimmt Adelheid Stanko

unter 0521. 801-2856 entgegen. [SH]

BIELEFELD. „Also, mir gefällt das so sehr gut hier“, sagt Margarete Heinrichsdorf

und lächelt. Die 70-Jährige schaut zwar beim Basteln nur zu,

aber das macht sie besonders gern. „Ich genieße die Gesellschaft der anderen“,

sagt sie und schaut über ihren Brillenrand zum Nachbartisch, an

dem Mensch-Ärger-Dich-Nicht gespielt wird. Die Bewohner des Karl-

Pawlowski-Hauses, einer Alteneinrichtung des Ev. Johanneswerks, kennen

sich und ihre Einrichtung. Trotzdem ist seit kurzem alles anders: Der

Speisesaal erstrahlt in neuem Glanz, ist hell und freundlich und in modernen

Farben eingerichtet.

FOTO: WERNER KRÜPER


Spende sichert Fortbestand des Anti-Gewalt-Trainings

Rotary-Club

Bielefeld-Süd hilft GANG-Projekt

BIELEFELD „Ich heiße Andrej und bin Gewalttäter,“ so beginnt das Interview

des 25-Jährigen, der zurzeit eine 14-monatige Haftstrafe in Bielefeld

absitzt. Der junge Mann spricht fließend deutsch, wirkt sympathisch und

freundlich – doch immer wieder schlug er zu. Nun hat er gelernt, mit seinen

Aggressionen umzugehen, dank GANG.

Hand in Hand gegen Gewalt: Dr. Wolf Ebmeyer, Birgit Konopka (JVA), Uwe Nelle-

Cornelsen und Christian Bakemeier

GANG – Gewaltig Aber Nicht Gewalttätig – ist ein Anti-Gewalt-Training, mit dem der

Ev. Gemeindedienst, das Institut für Kirche und Gesellschaft in Iserlohn und die JVA

Bielefeld-Brackwede II gemeinsam auf den wachsenden Bedarf nach sozialen Verhaltenstrainings

für Gewalttäter reagieren. Die Seminare werden innerhalb des

Strafvollzugs und auch außerhalb der Gefängnismauern angeboten. Sie leisten einen

wichtigen Beitrag zu einer wirksamen Resozialisierung von Gewalttätern und

somit mittelbar zum Opferschutz.

Unterstützt wird GANG durch den Rotary-Club Bielefeld-Süd, der in diesem Jahr

2.750 Euro spendet und damit den Fortbestand des Projekts sichert. Der Präsident

des Rotary-Clubs Bielefeld Süd, Dr. Wolf Ebmeyer, überreichte die Spende an den

Abteilungsleiter Integrative Hilfen des Ev. Gemeindedienstes, Christian Bakemeier,

und den Leiter der JVA Bielefeld-Brackwede II, Uwe Nelle-Cornelsen. Anlässlich

der Spendenübergabe Ende März wurde das Projekt vorgestellt. [AK]

FOTO: ANDREAS ZOBE

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Die Mitarbeiterin des Ev. Gemeindedienstes,

Steffi Benyahya, (l.) im Gespräch

mit einer türkischen Klientin

FOTO: WERNER KRÜPER

Johanneswerk bietet interkulturelle Kurse für Mitarbeiter an

Damit sich

die Kulturen besser verstehen

BIELFELD. „Wir wollen das Verständnis unserer Mitarbeitenden für die

vielschichtigen kulturellen Hintergründe unserer Klienten verbessern“, erklärt

Christian Bakemeier, warum der Ev. Gemeindedienst im Ev. Johanneswerk

interkulturelle Kurse für die Mitarbeiter anbietet. „Wir wollen die

Hemmschwellen abbauen, die es Migranten erschweren, unsere Hilfeangebote

wahrzunehmen. Darauf wollen wir unsere Mitarbeiter adäquat vorbereiten“,

so der Leiter der Abteilung Integrative Hilfen im Ev. Gemeindedienst.

Die viertägige Fortbildungsmaßnahme wird vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert.

Sie ist Bestandteil der Maßnahmen zur Umsetzung des neuen Zuwanderungsgesetzes

und der fraktionsübergreifenden Integrationsoffensive des Landes NRW.

Das Zuwanderungsgesetz setzt seit Anfang 2005 neue Rahmenbedingungen für

die Integration von Zuwanderern. Seitdem haben Neuankömmlinge in Deutschland

das Recht und die Pflicht einen Sprachkurs und einen gesellschaftlichen Orientierungskurs

zu besuchen.

„Die bisherigen Angebote für Migranten werden in diesem Zusammenhang neu

überdacht und deren Förderung zurückgefahren“, erklärt Bakemeier. Stattdessen

sollten sogenannte Regeldienste wie Ehe- und Lebensberatung, Schuldner- oder

Suchtberatung, die bisher überwiegend von Einheimischen wahrgenommen werden,

zunehmend von Migranten genutzt werden. „Fachleute sind zu dem Schluss

gekommen, dass muttersprachliche Beratungsangebote, die sich überwiegend an

Angehörige bestimmter Nationalitäten richten, die Integration nur bedingt fördern“,

so Bakemeier. „Befürchtet wird, dass diese den Verbleib im bisherigen kulturellen

und sprachlichen Umfeld eher verfestigen.“

LÖSUNG FÜR PROBLEME IM

MULTIKULTURELLEN KONTEXT FINDEN

Migranten zögern, die Regeldienste wahrzunehmen. Trotz langsam steigender

Nachfrage sind sie weiter unterrepräsentiert. „Tatsächlich müsste ihre Zahl erheblich

größer sein, weil sie oft stärkeren sozialen Belastungen ausgesetzt sind“, betont

Bakemeier. „So sind z.B. junge Zuwanderer gegenüber ihren einheimischen Altersgenossen

sozial stark benachteiligt.“ Obwohl der Anteil der Migranten an der

Bielefelder Bevölkerung 14 Prozent beträgt, haben 27 Prozent der Schüler an den

Sonderschulen einen Migrationshintergrund, an den Hauptschulen sind es sogar 40

Prozent. Unter diesen Voraussetzungen gestaltet sich die Suche nach einem Arbeitsplatz

sehr schwierig, ein Grund dafür, warum die Arbeitslosenquote unter den

Ausländern in Bielefeld ca. 25 Prozent beträgt.

„Deshalb sind wir gefordert, den Migranten den Zugang zu unseren Hilfeangeboten

zu erleichtern. Das ist das Ziel der Fortbildung ‚Interkulturelle Kompetenz'“, so Bakemeier.

Die Fortbildung richtet sich an die Mitarbeiter der Region Johannesstift,

die in einer multikulturellen Umgebung arbeiten. Dabei sollen die Teilnehmer u.a.

sensibler für die eigene und fremde Kulturen werden, Lösungen entwickeln für Probleme

in multikulturellem Kontext oder den konstruktiven Umgang mit Konflikten

erlernen. Am Ende soll die gegenseitige Akzeptanz stehen. „Sollte diese erste Fortbildungsreihe

ein Erfolg werden, dann werden wir diesen Kurs regelmäßig für unsere

Mitarbeiter anbieten“, verspricht Bakemeier. [AK]


FOTO: INGRID DIESTELHORST

Abschied vom Fachseminar für Altenpflege in Bad Berleburg

Ein volles Haus zum

Fest „besonderer Art“

BAD BERLEBURG. „Außer zu Silvesterkonzerten ist in meiner Zeit das

Bürgerhaus noch nie voll gewesen!“: So versuchte der Hausmeister unsere

Befürchtungen zu zerstreuen, allen geladenen Gäste auch wirklich einen

Platz bieten zu können.

Am 30. März 2006 füllten auf Einladung der Region Wittgenstein des Ev. Johanneswerks

450 Menschen das Bürgerhaus in Bad Berleburg. So viele Kolleginnen und

Kollegen – auch aus Bielefeld – und Bewohner aus den umliegenden Altenheimen

waren gekommen, ein Fest „besonderer Art“ zu feiern. Das hatte nicht nur den

Hausmeister gewundert.

Anlass war die vorläufigen Einstellung des Fachseminars für Altenpflege und damit

die Verabschiedung der letzten Ausbildungsgruppe. Dem Team vom Fachseminar

und dem letzten Ausbildungskurs war es besonders wichtig, ein gutes Ende zu gestalten.

„Uns bei all denen zu bedanken, die Ausbildungsarbeit in Berleburg in den

letzten Jahren möglich gemacht haben,“ so die Aussagen der Beteiligten bei der

Planung.

Es gab noch einen weiteren wichtigen Grund, eine Veranstaltung in

größerem Rahmen auszurichten. Die Kolleginnen und Kollegen sollten

darauf aufmerksam gemacht werden, dass in Bad Berleburg ein

„Haus der Bildung“ entsteht. Hier sollen die bestehenden Fort- und

Weiterbildungsangebote der Region zusammengefasst und ausgebaut

werden. Die Themen Alter, Pflege und Gesundheit sollen dabei die

Schwerpunkte bilden. Das Angebot wird unter anderem Weiterbildungsangebote

für Pflegekräfte in der Psychiatrie und Lehrgänge als Alltagsbegleiter für

Ehrenamtliche und Angehörige älterer Menschen umfassen.

Da im Mittelpunkt der Arbeit des Fachseminars neben den Auszubildenden der alternde

Mensch stand und die Altenarbeit einen wesentlichen Teil der Region ausmacht,

lag es nahe, für das kulturelle Programm dieser „Übergangsfeier“ ein Altentheater

zu engagieren.

Fast 30 Schauspieler des freien Werkstatttheaters Köln im

Alter zwischen 60 und 92 Jahren öffneten in „Ewig jung“ die

Schatztruhe des Alters, gefüllt mit Träumen, Wissen und Erlebnissen.

Ein fulminantes Theatererlebnis für Alt und Jung,

das sicher lange in Erinnerung bleiben wird.

Die Schauspieler des freien Werkstatttheaters Köln bleiben

auf der Bühne „Ewig jung“

Nach dem Stück ist es bei Getränken und Gebäck noch

mehr als eine Stunde zu einer Feier mit intensiven Gesprächen

zwischen Publikum und Schauspielern gekommen. Ein

Ereignis, das einen Teil der besonderen Atmosphäre der Veranstaltung

ausmachte.

Mit diesem symbolischen Geschenk (der Eintritt war frei) war

es dem Ev. Johanneswerk in Vertretung durch Thomas Sopp

Personal-Geschäftsführer des Ev. Johanneswerks, den Geschäftsführern

der Region Thomas Dörr, Ulf Helmrich und Dr.

Bernhard Janta sowie der Leiterin des Seminars Ingrid Diestelhorst

möglich, sich bei einem großen Teil der Kooperationspartner

und deren Mitarbeitern für die Zusammenarbeit

der letzten 21 Jahre zu bedanken und für das zukünftige Miteinander

zu werben. [INGRID DIESTELHORST]

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28|

Ferien am Möhnesee mit Familienunterstützendem Dienst

Abenteuer Urlaub

RECKLINGHAUSEN. Der Familienunterstützende

Dienst (FuD) wurde

vor fünf Jahren für Kinder und

Erwachsene mit Behinderung gegründet.

Jetzt konnte er endlich in

ein eigenes Büro in die Bochumer

Straße 97 in Recklinghausen Süd

ziehen.

Der FuD bietet vielfältige individuelle Entlastungs- und Unterstützungsangebote in

der Eltern-, Angehörigen- und Gemeindearbeit an. So gehören zu seinen Angeboten

u.a. Wohnberatung oder Haushaltshilfen. Er unterstützt Familien in Notsituationen

oder fördert die Selbstständigkeit und trainiert lebenspraktische Fähigkeiten.

So wird ein aktives Miteinander in Einzelbetreuungen und differenzierten Gruppen

kontinuierlich angeboten und aktuelle Bedarfe berücksichtigt.

Endlich konnte zum ersten Mal auch eine Freizeitmaßnahme durchgeführt werden.

Die Ferienfreizeit führte neun Teilnehmer und drei Betreuerinnen am Ende des vergangenen

Jahres zum Möhnesee in ein geräumiges Ferienhaus. Die Teilnehmer

kannten sich zwar schon aus der Kinder- bzw. Stammtischgruppe des FuD, waren

es aber nicht gewohnt, eine ganze Woche lang unter einem Dach zu wohnen und

ein Stück Alltag miteinander zu erleben, was für alle auch ein kleines Abenteuer bedeutete.

Vor diesem Hintergrund war es natürlich besonders wichtig, gleich am ersten

Abend gemeinsam ein paar Regeln für das Miteinander festzulegen und einen Wochenplan

für die Freizeitgestaltung zu erstellen. So standen eine Bootsfahrt auf

dem Möhnesee, der Besuch eines altertümlichen Bauernmarktes in Körbecke,

Spaziergänge sowie die Besichtigung Arnsbergs und Soests oder Schwimmen auf

dem Programm. Ein Highlight war der 18. Geburtstag einer Teilnehmerin, welchen

wir mit viel Gesang und jeder Menge Spaß ausgiebig gefeiert haben.

In besonderer Erinnerung wird wohl die Nachtwanderung durch die Felder hinter

unserem Ferienhaus bleiben. Für das entsprechende Gruselgefühl sorgte eine Herde

„Geisterkühe“, die wie aus dem Nichts neben uns auftauchte. Aber traumlose

Nächte hatte dank der Geschichte zum Schutz gegen Gespenster, die eine Betreuerin

vorbereitet hatte, niemand zu befürchten.

Alles in allem war unsere erste Ferienfreizeit für alle Beteiligten ein voller Erfolg, und

die Erfahrungen sollen mit ins nächste Jahr genommen werden. Besonders bedanken

möchten wir uns bei Aktion Mensch, die uns im Rahmen der Projektförderung

„5000 x Zukunft“ finanziell unterstützt hat. Mit dieser Hilfe konnte der Teilnehmerbeitrag

relativ gering gehalten werden, so dass auch Kinder aus einkommensschwachen

Familien mitfahren konnten.

[ANJA GROßE-FRINTROP, JULIA SLIWINSKI, MITARBEITERINNEN FUD]

Urlaubsfreuden am Möhnesee

FOTO: SINA TESCH


FOTOS: WERNER KRÜPER

So kommt

Unser Werk zu Ihnen

LÜDENSCHEID. Unser Werk liefert Ihnen vierteljährlich Informationen und

Interessantes aus dem Johanneswerk frei Haus. Damit unser Magazin

auch rechtzeitig bei Ihnen ankommt, legen sich die Mitarbeitenden der

INTEGRA in Lüdenscheid mächtig ins Zeug.

Gruppenleiter Sascha John bringt Unser Werk auf den richtigen

Weg in Ihren Briefkasten

„Hier erfahren Menschen berufliche und persönlichkeitsbildende

Förderung, die auf dem normalen Arbeitsmarkt keine

Chance haben“, erklärt Sascha John. Als einer von zwei

Gruppenleitern des Lettershops der INTEGRA überwacht er

die korrekte Adressierung von Unser Werk.

30 Mitarbeiter mit psychischen Erkrankungen bekleben und

versenden Unser Werk. Ziel der Beschäftigung in einer der

Märkischen Werkstätten ist die Wiedereingliederung in den

normalen Arbeitsmarkt.

Alles richtig sortiert? Klaus Handke (50) überprüft mit einem

letzten kritischen Blick, ob alles seinen korrekten Gang geht.

Ab in die Post und schon auf dem Weg zu Ihnen. Viel Spaß

beim Lesen! [MD]

Die INTEGRA, eine Werkstatt für Menschen mit psychischen

Erkrankungen bzw. Behinderungen, ist ein Zweigbetrieb der

Märkischen Werkstätten des Ev. Johanneswerks. Im Lettershop

der INTEGRA werden nicht nur Zeitschriften wie Unser

Werk versandt, sondern auch Handbücher hergestellt vom

Druck bis zur Bindung und Werbebriefe sowie Einladungen

gestaltet, gedruckt und versandt.

Ein letzter kritischer Blick von Klaus Handke

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Fachhochschule der Diakonie eröffnet Dimensionen im Bereiche Gesundheitsberufe

Berufstätig sein

und trotzdem studieren

BIELEFELD. Es geht nebeneinander: Berufstätig sein und studieren. Das

Studienangebot der neu gegründeten Fachhochschule der Diakonie in

Bielefeld, an der das Ev. Johanneswerk als Gesellschafter beteiligt ist,

macht es möglich. Die FH der Diakonie, kurz FHdD, bietet berufsbegleitende

Studiengänge an für Leitung und Management, für Beratungs- und

Anleitungsaufgaben (Mentoring) im Sozial- und Gesundheitsbereich oder

für den Beruf der Diakonin und des Diakons. Das Besondere: Nur für etwa

20 Prozent der Studienzeit besteht Präsenzpflicht am Studienort.

FOTO: PETRA BLUMENTHAL

Die Kooperationspartner: (v.l.) René Reinshagen (BIG - Bildungsinstitut im Gesundheitswesen), Inge Bergmann-Tyacke (FH

Bielefeld), Professorin Dr. Barbara Knigge-Demal (FH Bielefeld), Dr. Walburga Freitag (HIS Hochschul-Informations-System),

Jens Albrecht (Bildungszentrum für Berufe im Gesundheitswesen am Franziskus Hospital), Barbara Hobbeling (Ev. Johanneswerk),

Silvia Marienfeld (maxQ - Berufsbildungswerk des DGB), Ella Schembecker (maxQ), Kerstin Hoberg-Krumme (Bildungszentrum

für Berufe im Gesundheitswesen am Franziskus Hospital) und Ulrich Barlag (Kath. Bildungsstätte für Gesundheitsberufe

am Marienhospital Osnabrück)


Experten gehen davon aus, dass sich unter dem Kostendruck, unter dem der soziale

Bereich und das Gesundheitswesen stehen, auch die Struktur der Mitarbeiterschaft

nach und nach verändern wird. Die Zahl der Fachkräfte wird insgesamt zurückgehen,

die der Mitarbeitenden ohne Fachausbildung ansteigen. Das bedeutet,

dass die Anforderungen an Leitungskräfte und Mitarbeiter in Funktions- und Stabsstellen

steigen wird.

Besonders herausgefordert sind dabei die Mitarbeitenden auf der unteren und mittleren

Leitungsebene – Gruppen-, Stations-, Abteilungs- und Bereichsleitungen sowie

die Funktionsstellen, die mit Anleitung und Beratung, Qualitätssicherung und

Projektleitung zu tun haben – Mitarbeitende, die meistens einen Berufsabschluss

auf Fachschulebene haben, als Krankenschwester und -pfleger, Altenpfleger, Erzieher,

Heilerziehungspfleger sowie Physio- und Ergotherapeuten.

MENTORING IST EIN VÖLLIG NEUES ANGEBOT

Sozialmanagement als Studiengang richtete sich bisher kaum an diese Zielgruppe.

Mentoring ist ein völlig neues Angebot, das insbesondere für Studierende von

Interesse ist, deren Aufgabe Anleiten, Begleiten, Coachen von Gruppen und Einzelnen

ist oder die Leitung von Projekten sowie die Sicherung von Qualität sein wird.

Das neue Studienangebot der Fachhochschule der Diakonie zielt genau in diese

Lücke: In enger Verbindung von Praxis und Wissenschaft, berufsbegleitend und an

christlichen Werten orientiert, werden hier Studiengänge mit dem international anerkannten

Abschluss Bachelor of Arts (B.A.) angeboten. Sie dauern im Regelfall vier

Jahre, können aber auch individuell verkürzt werden. Über eine Zugangsprüfung

können auch Interessierte ohne Fachhochschulreife zum Studium zugelassen werden.

Studiert wird in einem interessanten Mix unterschiedlicher Lernformen: ein Teil geschieht

am häuslichen PC oder in Form von Fachlektüre, ein Teil in regionalen Lerngruppen,

ein Teil in Form von Praxisaufgaben am Arbeitsplatz. In jedem Studienhalbjahr

finden außerdem in Bielefeld eine Studienwoche sowie fünf bis acht zweitägige

Studienblöcke (Freitag/Samstag) statt.

Die Fachhochschule der Diakonie wird von 15 großen diakonischen

Unternehmen und Werken getragen. Das Johanneswerk

hat zusammen mit den v.Bodelschwinghschen Anstalten

Bethel die Initiative zur Gründung dieser FH ergriffen und

ist nun auch einer der Gesellschafter. Durch die Nähe zu diesen

Werken und diakonischen Unternehmen sind Bedarfsorientierung

und Praxisnähe der Studiengänge garantiert.

[DR. MARTIN SAUER, PROJEKTLEITER FÜR DEN AUFBAU DER FHDD]

INFORMATIONEN gibt es unter www.fh-diakonie.de.

Dort sind auch die drei Studiengänge ausführlich beschrieben.

Anmeldung und Beratung über 0521.144-5977 oder

studieninfo@fh-diakonie.de. Auskünfte erteilt Dr. Martin

Sauer, Tel. 0521.801-2203 (martin.sauer@johanneswerk.de).

Anmeldungen für die im Oktober 2006 beginnenden

Studiengänge sind bis zum 1. August 2006 möglich.

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Marketing für einen sozialen Träger -

ein ungewöhnliches Thema für die

Marketing-Experten

FOTOS: WERNER KRÜPER

Der Marketing-Club OWL zu Gast beim Ev. Johanneswerk

Gutes vermarkten

BIELEFELD. „Dezentrale Unternehmensstrukturen erfordern eine zentral

gesteuerte Kommunikation“, erklärte Ulrike Posch, Leiterin der Presseund

Öffentlichkeitsarbeit sowie Zentrales Marketing des Ev. Johanneswerks.

Rund 40 Mitglieder des Marketing-Clubs OWL Bielefeld e.V. waren

am 24. April gekommen, um mehr über die Strategische Unternehmenskommunikation

(corporate communications) des diakonischen Trägers zu

erfahren. Posch und ihre Abteilung koordinieren die Kommunikation von

16 Marketingbeauftragten für mehr als 70 Einrichtungen. Darüber hinaus

ist Posch die Geschäftsführerin der Stiftung mitLeidenschaft des Ev. Johanneswerkes.

Pastor Dr. Udo Krolzik, Vorstandsvorsitzender Ev. Johanneswerk, Ulrike Posch.

Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Hubert von Schnakenburg, Vorstandsmitglied

Marketing-Club, Susanne Schaefer-Dieterle, Präsidentin des Marketing-Clubs,

und Karsten Gebhardt, Stellv. Vorstand Ev. Johanneswerk

„Kommunikation ist ein schwieriges Thema in einem Mischkonzern

wie dem Ev. Johanneswerk“, so Posch. Das Aufgabenfeld

reiche von Alten- und Behindertenarbeit über

Psychosomatische Kliniken, einer heilpädagogischen Einrichtung

für Kinder bis zur offenen diakonischen Arbeit in Bielefeld.

„Die Herausforderung ist, hier eine gemeinschaftliche

Botschaft zu finden, mit der sich auch alle Mitarbeiter identifizieren

können.“ Eine Herausforderung, mit der sich die renommierte

Agentur Jung von Matt ebenfalls konfrontiert sah, als sie pro bono eine

Image-Kampagne für das Ev. Johanneswerk erstellte. Doch nicht nur für die kreative

Leistung musste der soziale Träger kein Geld ausgeben. „Zeitungen und Magazine

wie der Stern, Focus und die FAZ haben diese Anzeigen kostenlos für uns gedruckt.

Insgesamt hätten diese Freianzeigen schon einen Gegenwert von 37.000

Euro“, so Posch. Eine Zahl, die die anwesenden Marketing-Experten aus verschiedenen

Branchen der freien Wirtschaft sichtlich beeindruckte.

Nach dem Vortrag hatten die Teilnehmer

die Gelegenheit, die Historische

Sammlung über die Anfänge des Johanneswerks

in der Mitte des 19. Jahrhunderts

vorab zu besichtigen, die in

diesem Sommer eröffnet wird. Mit original

Bildern und Dokumenten aus der

Zeit erzählt die Sammlung lebendig

und anschaulich vom „Rettungshaus

zu Schildesche“ für gefährdete Kinder,

das Johann Hinrich Volkening und Clamor

Huchermeier im Jahr 1852 gründeten.

Der Marketing-Club OWL Bielefeld e.V.

hat mehr als 300 Mitglieder. Er hat es

sich zur Aufgabe gemacht, das Ansehen

des Marketings in der Öffentlichkeit

zu stärken, das Marketing-Wissen

zu verbreiten und eine Plattform für Erfahrungsaustausch

im Marketing zu

schaffen. [MD]


Impressum

Unser Werk

Zeitschrift für Freunde und Förderer

des Ev. Johanneswerks e.V.

Postfach 10 15 53; 33515 Bielefeld

Herausgeber: Pastor Dr. Udo Krolzik (v.i.S.d.P.)

Redaktion

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Ev. Johanneswerks

Ulrike Posch [UP] (Leiterin)

Anne Kunzmann [AK] (Redakteurin)

Sabine Ohnesorge [SO] (PR-Redakteurin)

Meike Delang [MD] (Volontärin)

Susanne Hillens [SH] (Freie Mitarbeiterin)

Herstellung

Fotos: Petra Blumenthal, Ingrid Diestelhorst, Eberhard Franken,

Christel Heermann, Wolfgang Krogmeier, Werner Krüper,

Sieghard Sahrhage, Sina Tesch, Andreas Zobe

Grafik und Satz: Wienold deSign

Druck: Werbedruck Zünkler

Versand: Lettershop Integra, Lüdenscheid

Redaktionsanschrift: Ev. Johanneswerk e.V.,

Schildescher Straße 101-103, 33611 Bielefeld

Telefon 0521. 801-2563; Telefax 0521. 801-2569

E-Mail oeffentlichkeitsarbeit@johanneswerk.de

www.johanneswerk.de

Beratender Redaktionskreis: Burkhard Bensiek, Susanne

Haber, Ulf Helmrich, Eckehard Herwig, Ditha Menzel, Pastor

Günter Niemeyer, Jürgen Puhlmann, Richard Raatz, Sieghard

Sarhage, Katja Schwekendiek, Bärbel Thau, Anja Zimmermann

Unser Werk steht allen Lesern für Beiträge und Meinungsäußerungen

offen. Anonyme Beiträge können nicht veröffentlicht

werden. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor. Aus

Gründen der Lesbarkeit wird bei den meisten geschlechtsspezifischen

Bezeichnungen die männliche Form gewählt.

Sie können das Johanneswerk durch Spenden an die Stiftung

mitLeidenschaft unterstützen. Spendenkonto KD-Bank

Münster: 888 888 888 (BLZ 350 60 190). Spenden anlässlich

eines Geburtstags, Jubiläums oder aufgrund eines Trauerfalls

helfen uns sehr. Bei Fragen zu Spenden oder Vermächtnissen

können Sie sich mit Geschäftsführerin Ulrike Posch in

Verbindung setzen, Tel. 0521. 801-2560.

Wie kommt Unser Werk in Ihren Briefkasten? Dank der Mitarbeiter von INTEGRA, eine Werkstatt des Ev. Johanneswerks für

Menschen mit psychischen Erkrankungen. Mehr dazu lesen Sie auf Seite 29

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