INS GESPRÄCH BRINGEN: Loslassen - Franz Sales Verlag

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INS GESPRÄCH BRINGEN: Loslassen - Franz Sales Verlag

2März/April2011ISSN 0171-5518 - 98. JahrgangD i e S a l e s i a n i s c h e Z e i t s c h r i f tINS GESPRÄCH BRINGEN:LoslassenLicht 2/201111


„Wir müssen die Loslösung lieben lernen;dazu führt unsdie Betrachtung ihrer Schönheit.“(Franz von Sales, DASal 2, 112)Licht 2/201133


denen Menschen vertrauensvoll die Freiheitgeben. Es macht ihn glücklich, wenn er von sichabsehen und für andere da sein kann. Auch lebter ohne Furcht vor der Zukunft, denn er weiß,es kommt, wie es kommt, und es ist gut. Er lebtsein Leben mit einer fröhlichen Leichtigkeit,wissend, dass Gott im Himmel auf einem Stuhlsitzt, lächelnd, ganz entspannt und zufrieden.Die Welt ist schön und gut. Oder anders gesagt:sie wird schön und gut, wenn man vertraut undliebt.Kein einfacher WegFreilich, das ist nicht einfach. Ich finde es oftschwer zu vertrauen, weil ich selbst zu oftverwundet wurde. Wenn ich von klein aufsehr geliebt worden wäre und großes Vertrauenerfahren hätte, nie verletzt und enttäuschtworden wäre, dann würde es mir leichter fallen,zu vertrauen. Wenn ich nie Tränen der Schamund der Reue vergossen hätte, würde ich wahrscheinlichgerne glauben, dass alles in Ordnungist, dass das Leben schön ist und ich gut bin.Aber ich lernte von Kindesjahren an, mich zuverteidigen und mir Sorgen zu machen, wiemich die anderen sehen oder ob sie schlechtüber mich reden. Bis heute bin ich mir oft nichtsicher, ob ich verstanden werde und ob ich derLiebe und Zuwendung anderer überhaupt wertbin. Deshalb will ich keine Schwäche zeigen;ich will vielmehr attraktiv sein, talentiert, intelligent,verantwortlich, geschätzt, verehrt undobendrein noch ein wenig cool.Das ganze Leben befinde ich mich in diesemaussichtslosen Wettkampf, wer wohl der Bessereist, wer mehr weiß, wer stärker und wer schönerist …Mein ganzes Leben, alle meine Begegnungenund all mein Hab und Gut tanzen nur mehr umden Vergleich mit anderen. Und wie selbstverständlichwird es immer wieder jemanden ge-Die Welt wird schön und gut, wenn man vertraut und liebtLicht 2/201155


Zum Themaben, der noch feiner gekleidet, noch mehr Geldbesitzt, noch belesener ist, noch besser predigtund frommer sich benimmt …Die wahren WerteAus diesem tödlichen Kreislauf komme ich nurheraus, wenn ich begreife, dass alles gut ist. Ichdarf vertrauensvoll Schwäche und Offenheitzeigen, ohne dass mir etwas von meinem Wertgenommen wird. Ich brauche mich nicht ängstlichan mein Haus, meine Titel und Bücher,mein Aussehen, mein Auto, … und mein Lebenzu klammern, da ich auch ohne all diese WerteLeben haben werde. Aber das ist ganz schwer.Und so falle ich immer wieder zurück in das„ich“ und „du“, in das „mein“ und „dein“, inden Vergleich, in ein Besitzdenken, in unsinnigeHahnenkämpfe und in viele Sorgen.Es würde sich allerdings lohnen, den Weg derHingabe und des Vertrauens zu gehen. Es istkein einfacher Weg, und selbst den Weg zuwissen, bedeutet noch lange nicht, dass manam Ziel auch ankommt …nP. Josef Költringer istOblate des hl. Franz vonSales. Er ist Hausoberer,Ausbildungsleiter undÖkonom im SalesianumRosental in Eichstätt,Bayern.Brich auf in ein fremdes LandWenn Gott ruft, Vertrautes zu verlassenImmer wieder fordert Gott Menschen dazu heraus, eingefahrene Wegeaufzugeben und neue zu betreten. Franz von Sales sah in dieser Bereitschaftloszulassen, die große Chance, frei für Gott zu werden. P. Hans WernerGünther OSFS berichtet im Folgenden von seinen Erfahrungen damit.nd der Herr sprach zu Abram: Geh aus„Udeinem Vaterland und von deiner Verwandtschaftund aus deines Vaters Haus in einLand, das ich dir zeigen will.“ (vgl. Gen 12,1)Das ist schon sehr viel verlangt! Vaterland,Verwandtschaft, Vaterhaus – alle drei verlassenund aufbrechen in ein Land, das nur Gottkennt. Warum nur? Warum aus allem Vertrautenaufbrechen? Eine gute Frage! Muss das dennsein? Wenn Gott mit Abraham etwas vorhat,warum macht er das nicht an Ort und Stelle?6Warum alles verlassen und aufbrechen in dieFremde?Wenn Gott etwas vorhatImmer wieder, wenn Gott etwas vorhatte, hater Menschen aus dem Gewohnten, Vertrautenherausgerufen auf einen völlig ungewohnten,fremden Weg:Amos wurde vom Acker hinweggerufen,durfte nicht länger Bauer sein, wie gewohnt,Licht 2/2011


wurde als Prophet zum Königgeschickt, hatte Israel Gerichtzu predigen und das Volk zurUmkehr zu rufen.Jesus verließ Nazareth,das gewohnte Dorf, als seinbesonderer Auftrag begann.Ab da war er unterwegs, heimatlos,ohne festen Wohnsitz.Und er berief Jünger herausaus ihrer gewohnten Berufsarbeit.Petrus konnte nicht längerFischer sein; abgesehen voneiner kurzen Unterbrechungist er nie mehr zurückgekehrtin seinen Beruf. Seine galiläischeHeimat hat er irgendwannendgültig verlassen, imweit entfernten Rom hat erschließlich sein Leben hingegeben und dort liegter begraben.Ein Gott, der Neues schafftWarum immer wieder der Ruf Gottes herausaus dem Vertrauten, Gewohnten? Warum istimmer wieder ein Verlassen gefordert? Warumimmer wieder Neu-Aufbruch, Aufbruch infremdes Land?Das Vertraute, Gewohnte, unser normalesLebensumfeld, unsere Familie und unsereUmgebung – das alles prägt uns normalerweisesehr stark. In diesen vertrauten Bahnen lebenwir, denken wir, planen wir, handeln wir. Dasist ja auch gar nicht schlecht. Aber Gott ist einGott, der Neues will und schafft! Gott ist anders,immer wieder anders, als wir es gewohntsind. Gott ist eben nicht die religiöse Verlängerungdessen, was wir schon immer gedachtund gelebt haben. Das könnte uns vielleicht sopassen. „Einen Glauben muss der Mensch jahaben“, sagen wir. Und so setzen wir Gott nochauf unser gewohntes Leben oben drauf. Gottals die religiöse Spitze des Gewohnten. Gott,eingepasst in unsere Lebenssysteme, wie es unsGott lässt sich nicht in unsere Lebenssysteme einpassengefällt. Und so geht alles seinen Gang wie schonimmer. Wir machen, was wir schon immer gemachthaben. Wir leben, wie wir schon immergelebt haben. Wir denken, wie wir schon immergedacht haben. Wir glauben, wie wir schonimmer geglaubt haben. Wir sterben, wie wirschon immer gestorben sind. Das Leben gehtseinen gewohnten Gang. Aber Gott ist anders,immer wieder anders, als wir es gewohnt sind.Der lebendige Gott ist unvergleichlich, vollerPhantasie und Kreativität, das zeigt schon dieunendliche Fülle der Schöpfung: Vorher gab esdas noch nicht! Gott ist einer, der Gewohntesimmer wieder durchbricht. Der Wege führt,die noch keiner gegangen ist. Der Wunder tut,wie sie noch keiner erlebt. Aber dafür musst duloslassen könne, z. B. gerade die Dinge, die unsMenschen am tiefsten prägen und bestimmen:„Vaterland, Verwandtschaft, Vaterhaus“. So wares hier bei Abraham! Das bedeutet ein dreifachesLoslassen für ihn. Ein dreifaches Abschneidenvon Gewohnheiten. Das war nicht leicht,sogar schmerzhaft.Aber Abraham lässt los, verlässt Vaterland,Verwandtschaft, Vaterhaus. Er hat nichts in derHand außer einem Wort Gottes, einer bloßenLicht 2/201177


Im vergangenen Jahr 2010 feierteder Orden der Heimsuchungsein 400jähriges Jubiläum. Dazuhat auch Papst Benedikt XVI. einGrußwort verfasst, gerichtet andie Ehrwürdige Mutter Oberin desersten Klosters der Heimsuchungin Annecy und an den ganzenOrden:In diesem Jahr, da der Orden derHeimsuchung Mariä 400 Jahreseiner Gründung feiert, ist es mireine Freude mich in Gedankenund im Gebet mit dem Dank allerSchwestern zu vereinen, die aufder ganzen Welt ein Leben desGebetes und der Arbeit nach demGeist des hl. Franz von Sales undder hl. Johanna Franziska vonChantal führen.Alles aus LiebeFranz von Sales, der in Annecy1610 ein neues Modell des geweihtenLebens stiftete, wollte„Gott Töchter des Gebetes und soinnerliche Seelen schenken, dasssie würdig erfunden werden, seinerunendlichen Majestät zu dienenund ihn anzubeten im Geistund in der Wahrheit“ (Brief 1094).Das Streben nach Heiligkeit inden täglichen Beschäftigungen,auf Güte und Demut gegründet,auf Einfachheit und Frieden desHerzens, wo „alles aus Liebe,nichts aus Zwang“ geschieht, istdas Herz, das Innerste der Spiritualitätder Heimsuchung Mariens.Dieses vom hl. Franz von Salesund der hl. Johanna Franziskavon Chantal hinterlassene Erbe istfür die heutige Welt von großerAktualität, wo sich die Männerund Frauen immer mehr unterLicht 2/2011Seien Sie Zeuginnender Liebe Gottes!Päpstliche Grußbotschaft zum Jubiläum400 Jahre HeimsuchungPapst Benedikt XVI. besuchte am 14. Dezember 2010 die siebenHeimsuchungsschwestern, die seit 2009 im Kloster „Mater ecclesiae“mitten im Vatikan leben.dem gewaltigen Gewicht derSelbstbehauptung um jeden Preiserdrückt fühlen, der Karriere, desReichtums, des Egoismus und desHedonismus, die die Menschen,vor allem die jungen, anfällig undwehrlos machen.Güte, Demut, EinfachheitIch wünsche, dass dieses JubiläumIhnen die Frische Ihrer kontemplativenBerufung erneuernmöge! Bezeugen Sie unablässigim Schweigen und verborgenenLeben, wie sehr die totale HingabeIhrer Selbst an die LiebeGottes das Herz des Menschenausfüllen kann. Das Gebet unddie Suche des Angesichtes desHerrn seien die Seele und dasFundament Ihrer Klöster!Dem Beispiel der HeiligenGründer des Ordens folgend,mögen die Schwestern auf demWeg der Heiligkeit in der Güte,Demut und Einfachheit fortschreiten,damit das Band derLiebe die Einheit der Herzenunter den Schwestern und unterden Klöstern erhalte, um besserder Kirche zu dienen.Indem ich den Orden derHeimsuchung Mariens, jedesseiner Klöster und jede einzelneder Schwestern der Fürspracheder Seligen Jungfrau Maria, deshl. Franz von Sales und der hl.Johanna Franziska von Chantalanvertraue, sende ich Ihnen einenliebevollen apostolischen Segen,sowie allen Personen, die geistlichmit Ihren Klöstern verbundensind.nAus dem Vatikan, 17. Juni 2010gez. Benedikt XVI.99


Jugend meintDie schwierigsteLektion im LebenLeo SchlampZunächst dachte ich immer, dass die Suchenach dem Glück das schwierigste sei, aberirgendwie bin ich dann doch auf den Entschlussgekommen, dass das eine nicht ohne das anderegeht. Nämlich „LOSLASSEN“ und das Glück.Unbewusstes LoslassenZunächst dachte ich auch, dass diese Prozedurimmer bewusst geschieht. Verständlich, dasseine Mutter, wenn ihrletzter Sohn aus demHaus geht, Problemehat, den sogenannten„Abnabelungsprozess“zu verdauen und zuverarbeiten. Doch das„Loslassen“ passiertauch unbewusst. Ichschaute die Geburtstagsfotosvon meinemPapa an, der sechzigwurde, und begriff,dass man, wenn manälter wird, von der JugendAbschied nimmtund auch loslässt.Meine Freundin, dieKrankenschwester inDer Rucksack mit der VergangenheitDas bewusste „Loslassen“ finde ich jedoch nochschwieriger als das abrupte, welches man nichtweiß. Die negativen Teile unserer Vergangenheitloslassen, damit wir Raum schaffen für Neues,damit wir uns von unnötiger Last befreien. Ich,wir, Sie, sind alle unterwegs. Jeder mit seinemeigenen Rucksack aus der Vergangenheit. Jeschwerer dieser ist, desto schwieriger ist es, vor-einem Spital in Wienist, hat mir erzählt,Um besser vorwärts zu kommen, müssen wir Dinge aus dem Rucksackmit unserer Vergangenheit auspacken.dass sich unser Körperalle sieben Jahre erneuert, das heißt: Die Zellen wärts zu kommen. Wir stolpern, fallen, verletzenuns mit etwas, das nicht mehr veränderbarerneuern sich. Ich lebe in einem Körper, dersich „selbst loslässt“. Die Umwelt lässt auch los, ist. Darum, loslassen! Einfacher gesagt als getan.warum tun wir uns dann so schwer?Wenn wir unseren Rucksack auspacken, müssen10Licht 2/2011


wir ja entscheiden, was wir hinter uns lassen.Die Gefühle der Vergangenheit holen uns ein,und viele haben davor Angst.Da fällt mir eine alte Geschichte aus demZen-Buddhismus ein: In Asien ist es Brauch,dass die buddhistischen Mönche über längereZeit auf Wanderschaft gehen. So geschah es,dass zwei Mönche auf ihrer Wanderschaft zueiner Straßenkreuzung kamen und dort eineFrau in einem schönen Kleid am Straßenrandstehen sahen. Sie traute sich nicht auf die andereStraßenseite, weil da eine große SchlammundWasserlache war. Als einer der Mönchedies sah, ging er zu der Frau, nahm sie auf denArm und trug sie, ohne ein Wort zu sagen, aufdie andere Straßenseite. Dann wanderten diebeiden Mönche weiter. Es vergingen Stunden,ohne dass einer von ihnen sprach. Plötzlich sagteder eine Mönch zu dem anderen: „Du, wasdu da vorher gemacht hast, verstehe ich nicht.Du weißt doch, dass es uns verboten ist, Frauenzu berühren. Und du hast diese Frau sogar aufdie Arme genommen. Ich verstehe es nicht.“Darauf antwortete der andere Mönch: „Ichhabe diese Frau dort am Straßenrand stehengelassen. Du aber trägst sie immer noch!“Ein Gesamtbild, das Kraft gibtWenn wir gut mit unserer Vergangenheitabschließen wollen, sollten wir dies HIER undJETZT tun. Aus vielen Puzzleteilen der Vergangenheitbauen wir ein großes Bild, mit schönenund weniger schönen Teilen, aber das Gesamtbildist es, an das wir uns gerne erinnernund woraus wir Kraft schöpfen, dass wir vielEreignisreiches erlebt, aber viel KraftraubendesDURCH-lebt haben. Dies kann uns Kraft gebenfür kommende, schwere Zeiten, frei nach demMotto meines drei Jahre alten Neffen: „Wirschaffen das!“Jeder Augenblick ist ein Schnittpunkt vonVergangenheit und Zukunft. Wenn wir etwasSchönes erleben, ist es in der nächsten Sekundeschon wieder Vergangenheit. So kreierenwir unsere eigene Vergangenheit. Immer wennLicht 2/2011wieder ein neues Jahr begonnen hat, machtman sich Vorsätze und gestaltet so aktiv seine(vergangene) Zukunft im Hier und Jetzt. Beispielsweisekann uns schon etwas bereichern,wenn wir geduldiger sind, andere Menschenloben, wenn wir Dankbarkeit empfinden, wennwir gesund sind und wir dankbar sind, weil wireine gute Beziehung haben, einfach im „Statusquo“ zufrieden sind.Am Anfang habe ich die These aufgestellt,dass Glück und Loslassen eins sein sollen/müssen.Was hat das eine mit dem anderen zu tun?Franz Xaver Gernstl, ein bayrischer Moderator,der seit über fünfundzwanzig Jahren mit seinemroten Bus durch Bayern und durch die Weltfährt, versuchte in seinem Kinofilm „Auf derSuche nach dem Glück“ die Frage zu beantworten,ob er das Glück schon gefunden hat. AmEnde des Filmes kommen seine zwei Reisegefährtenund er darauf, dass sie eigentlich schon,seitdem sie auf Reise sind, ihr Glück gefundenhaben, nämlich, dass sie sich gefunden haben.Man soll „loslassen“ von dem Gedanken,das Glück ein Objekt ist, das man einfangenkann. Für Gernstl ist Glück „in uns“ etwa beimWeißwurstfrühstück oder beim Spielen mit derTochter, einfach im Miteinander. Glück wohntin uns und lässt uns auch los, wenn wir loslassenan dem Gedanken, dass es uns schon verlassenhat.So wünsche ich Ihnen, dass Sie immer wiederin Ihrem Lebensrucksack das Glück entdeckenund die Kraft haben, von alten stinkenden Sockenin Ihrem Leben Abschied zu nehmen. nLeo Schlamp studiertWirtschaftspädagogikan der Universität in Wien,Österreich1111


Im Licht der FrauAugen geschlossenund hopp … !Katharina Grabner-HaydenAuch mich hatte erst kürzlich die asiatische„Schweinevogelgrippenpest“, oderwie immer dieses hinterhältige Virus heißt,ins Bett geworfen. Schweißgebadet und vonKälte geschüttelt lag ich unter zehn Decken mitWärmeflaschen (fünf an der Zahl), teilweisemit besorgten Kindern, aber immer mit zweihemmungslos schnurrenden Katzen im Bett undkämpfte gegen Fieber und fast unerträglicheKopfschmerzen.Nachdem das Fieberthermometer in bedrohlicheHöhen geklettert war und ich nur noch dasBedürfnis hatte, friedvoll, nur nicht frierend zusterben, beschloss mein Mann die Dienste einesNotarztes in Anspruch zu nehmen.Dieser war auch gleich zur Stelle und versuchtemühevoll – ich schlotterte immer nocham ganzen Leib – mir eine Nadel in die Venezu schieben. Nach sechs Versuchen und einemerschöpften „Geschafft“ saß die Nadel anihrer Stelle und konnte meinem geschundenenKörper die Medikamente zuführen, die er sodringend brauchte. In Sekundenschnelle wirkteder Cocktail aus schmerz- und fiebersenkendenMedikamenten. Ein paar Gramm Beruhigungsmittelließen Herz und Atmung nicht mehrrasen und machten mich zur ruhigsten Frau derWelt. Ich war das erste Mal in meinem Leben„high“, was die Kinder sichtlich amüsierte undihnen den vergangenen Schock nahm.„Mama, du bist ja voll zugedröhnt“, schnappteich noch auf, als mich zwei Sanitäter in denRettungswagen schoben. Mit letzter Kraft bäumteich mich auf und befahl bereits etwas lallend,aber immer noch verständlich: „Felix, lerneheute noch für die morgige Matheschulaufgabe!“,dann fiel ich erschöpft in mein Kissenzurück.Als mich der nette Notarzt fragte, ob mir dasZauberwort LOSLASSEN et was sagen würde,wusste ich sofort, dass es sich nicht um einenPsychotest handelte, sondern um eine Verhaltenskritik,denn es war eine schmerzhafteTatsache: Ich konnte einfach nicht loslassen.Nicht von ihnen, den Kindern, von der Arbeit,von Verpflichtungen, von Gedanken, die esnicht wert sind, weiterzudenken, von Freunden,die sich entfernen oder nähern.Ich konnte nicht loslassen und tue mich immernoch schwer damit.Waren da nicht so viele unglückliche undunverständliche Schicksalsschläge im Lebenpassiert, die uns die unselige Erfahrung machenließen, die Dinge lieber selbst in die Hand zunehmen, als sie von Gott oder dem Schicksalgegeben hinzunehmen?Diese geistige Enge, die ich durch dieses„Nichtloslassenkönnen“ anfänglich als Freiheitund nun als Zwang empfunden habe, war dasder Preis für das trotzig-menschliche Verhalten,das Wesen der Welt im Kleinen wie im Großennicht einfach hinzunehmen, sondern es selbstzu gestalten? Doch woher kam diese Enge? Ichspürte sie als junge Frau nicht.Ich lehrte meine Lieben gehen, langsam undwackelig, und fallen, vorsichtig und möglichstschmerzfrei. Ein Festhalten und Loslassen.Beim Schwimmen hatte ich ihnen tausendmalunter die Arme gegriffen, sie geschützt12Licht 2/2011


Meine kleine eingebildete Freiheit, die sich Selbstbestimmung nennt, hat michin eine Sackgasse geführt, weil ich mein Vertrauen verloren habeund ihnen die Gefahren der Tiefe gezeigt. EinEinatmen und Ausatmen.Radfahren, Skifahren, Schule, das Leben – einEinatmen und Ausatmen, ein Festhalten undLoslassen.Als Kinder spielten wir oft dieses Vertrauensspiel.Ein Kreis aus Freunden, und der, der inder Mitte stand, musste die Augen schließen.Nie wusste man, in welche Richtung sich derBlinde fallen ließ, und doch, es verletzte sichniemand, immer ging es sich aus. Spannung,ein Lachen und dann die unsägliche Erleichterung,ein kurzes Glücksgefühl.nicht dieser Notarzt sein,der einem eine Nadel setzt,die einen in andere Ebenen,in eine Freiheit führt, wohltuendund berauschend?Meine kleine eingebildeteFreiheit, die sich Selbstbestimmungnennt, hat mich ineine Sackgasse geführt, weilich mein Vertrauen verlorenhabe.Eine salesianische Weisheitsagt: „Schau auf Gottund überlass ihm alles, erwird für dich sorgen“.Eine sehr mutige Aussagein einer Zeit, in der zumindestin Europa alles nachSicherheit und Wohlstandstrebt. Ja, Mut ist es, denFranz von Sales von uns einfordert,Mut, wieder mehrzu vertrauen, in sich, in denNächsten, ins Leben undauch in Gott.Ich spüre erstmals wieder warme Beineunter der Decke und antworte dem besorgtenNotarzt: „Ich kenne das Zauberwort, es ist nurmanches Mal so schwer.“Ich schließe die Augen, und während ichseicht vor mich hin döse, stehe ich im Kreismeiner Freunde, die Augen geschlossen, inglücklicher Erwartung auf mein Loslassen … nDas Loslassen ist eine Frage des persönlichenVertrauens, ins Leben oder vielleicht in Gott.Dieses Festhalten-müssen ist eine Vertrauensfrage,deren Antwort immer schmerzhafter undbelastender wird, je mehr man sich eingestehenmuss, dass man dieses Urgefühl, das Urvertrauenin Gott verloren hat. Warum kann GottKatharinaGrabner-Hayden istverheiratetund hat vier Söhne.Licht 2/20111313


Wunderbarer GottLass dich fallenin die EwigkeitP. Peter Lüften egger OSFSEin Unbekannter – er muss wohl mit dieserAussage unter die Dichter gereiht werden.Die Aussage ist so einfach, vielsagend aus derNatur genommen, bodenständig, hoffnungsvoll:dabei vorher die Blätter des alten Jahres abfallen.Frischer Wind beschleunigt dies.Es beginnt klein und unansehnlich.„Im Herbst, bei kaltem Wetter, da fallen vomBaum die Blätter. – Donnerwetter !! Sieh malan: im Frühling sind sie wieder dran.“Da steht die sichere Hoffnung geschrieben,dass das Winter-Eis dasWiedererblühen der Bäume undBlumen nicht aufhalten kann. Eskommt das nächste Leben! „Nachjedem Dezember folgt wieder einMai …“ singt es seit Weihnachten,seit der Wintersonnenwendein den Wind. Die Sonne steigtwieder. Auch wenn es stürmt oderschneit: Es ist der Frühling nichtweit – auch in uns. Ein ewigerFrühling. Nach der Fastenzeitkommt Ostern/Auferstehung –gültig für alle Menschen. DerChrist weiß es, das ist der Unterschied.„Lasst euch eure herrlicheHoffnung nicht nehmen!“, mahntPaulus.Auch wenn die Blätter fallen, dreht sich dieErde ruhig weiter und wir alle drehen uns mit– auch wenn wir es nicht spüren, wir wissenes, sie dreht sich, und dreht sich dem Lichtentgegen. Die Erde dreht sich nur vorwärts, nierückwärts. So ist es auch mit der Zeit. Sollte unsdie Auferstehung Christi nicht auf einen ewigenFrühling hinausschieben?! Ja. Es müssen auchDas Samenkorn ist das göttliche Muster, es hatden ganzen Baum in sich: Fällt es nicht in dieErde, bleibt es allein. „Gesät wird in Schwachheit,auferweckt in Stärke; was gesät wird, istDer Mensch muss sich vom Baum des irdischen Lebens auf den Bodender Ewigkeit fallen lassenarmselig, was auferweckt wird, ist herrlich; gesätwird ein verweslicher Leib, auferweckt ein herrlicher.Der erste Leib ist irdisch, der folgendestammt vom Himmel. Zuerst kommt das, wasirdisch, verweslich, schwach und vergänglichist – damit niemand sich rühme. Ist der ersteAdam sterblich, der zweite, Jesus Christus, istLeben spendender Geist geworden“ (vgl. 1 Kor15,42ff).14Licht 2/2011


Meditationloslassenvon allem, was mich gefangen hältdurchlässig seinfür Gottes Freiheitsspureneinander Freiraum schenkenloslassenvon allem, was mich am Leben hindertdurchlässig seinfür Gottes Lebensatemeinander Lebensraum schenkenloslassenvon allem, was Macht über mich hatdurchlässig seinfür Gottes erbarmende Barmherzigkeiteinander Erbarmen schenkenloslassenvon allem, was mich ängstigtdurchlässig seinfür Gottes liebende Gegenwarteinander Mut schenkenloslassenvon allem, was Unfriede bringtdurchlässig seinfür Gottes Friedensbundeinander Frieden schenkenUte Weiner16Licht 2/2011


LICHT-Aktion 2011Die LICHT-Aktion 2011 unterstütztein Projekt, um Straßenkindernin Brasilien zu helfen. Bereitsüber 6.000 EUR haben wir fürdiese Aktion an Spenden erhalten.Im folgenden Text erfahren Siemehr über dieses Projekt.Der Sozialdienst der PfarreiSanta Isabel (Pfarrei HeiligeElisabeth von Thüringen) – ASSI –betreut seit 1963 Kinder, Jugendlicheund Familien in schwierigensozialen Umständen im StadtteilSanta Isabel der Stadt Viamao.In diesen 47 Jahren hat er demLeben und der Menschenwürdegedient.Zurzeit sind es mehr als 450Kinder und Jugendliche, diein unseren vier Sozialzentrendurch verschiedene Bereiche derSeelsorge und die verschiedenenDienste betreut werden. Die Ausbildungszentrenvon ASSI bietendie Möglichkeit, dass Kinder undHeranwachsende ihre Talenteund Fähigkeiten entwickeln.Heute kann man feststellen, dassMenschen, die vor zehn Jahrenals Kinder betreut wurden, einenfesten Platz im sozialen Gefügeeinnehmen. Es gibt Familien,von denen alle Geschwister inunseren Sozialzentren betreutwerden: die jüngeren im SozialzentrumMae da Esperanca(Mutter der Hoffnung) oder imSozialzentrum Scalbrini, Heranwachsendeund Jugendliche imZentrum für Alternative AusbildungCEASI. Ihre Mütter nehmenauch am „Dienst der MenschlichenFörderung“ in CEASI teil. Aufdiese Weise erreicht und fördertman die ganze Familie.22Ein Projekt,das dem Leben dientLICHT-AKTION 2011Für Straßenkinder in BrasilienErgänzende ErziehungDie sozialpädagogischen Kursegeben den Kindern und Heranwachsendendie Möglichkeit,mit Würde ihren Prozess dermenschlichen Entwicklung zuleben.Dafür gibt es Computerkurse,Musik, Tanz, Hausaufgabenbetreuungund Sport.Alle Kurse haben als Basis dasfriedliche Zusammenleben unddie Pflege der Persönlichkeitsbildung,der Selbstständigkeit unddes Bewusstseins der eigenenWürde und Rechte und jene derAndern.„Für Straßenkinder in Brasilien“Wenn Sie den Straßenkindern in Santa Isabel, Brasilien, helfen wollen,richten Sie Ihre Spende bitte an folgende Konten:Für Deutschland: Kongregation der Oblaten deshl. Franz von Sales, Verwendungszweck: „Brasilien“, LIGA-BankEichstätt (BLZ 750 903 00) Kontonummer: 10 760 23 08Für Österreich: Kongregation der Oblaten des hl. Franz vonSales, Verwendungszweck: „Brasilien“, Raiffeisenbank für NÖ/Wien (BLZ 32000) Kontonummer: 96-02.747.962Licht 2/2011


Zugang zum ArbeitsmarktDas Projekt Garoto Vivo (Garoto:Junge; Vivo: die Organisation,die das Projekt unterstützt), dasim Alternativen Ausbildungszentrumverwirklicht wird, fördertund integriert Heranwachsendedurch die Vermittlung technischerKenntnisse, die eine Anstellungin Bereich der Kommunikationstechnikermöglichen,Das Projekt hat folgende Ziele:l Tätigkeiten erlernen, die dieintellektuelle und sozialeEntwicklung fördern, undden Zugang zu Berufstätigkeitermöglichen.l Grundlagen für „Staatsbürgertugenden“,Ethik, Kommunikationund Berufsethoseinüben.l Grundlegende Kenntnisse fürdie Anwendung der wichtigstenComputerprogrammevermitteln.l Die Jugendlichen auf dieSchwierigkeiten vorbereiten,die das Berufsleben mit sichbringt.Licht 2/2011l Durch sozial-pädagogischeTätigkeiten menschlicheWerte und soziales Verhalteneinüben.l Aktionen durchführen, diedie Organisation in mitmenschlichenGruppen einüben,und körperliche undsprachliche Kommunikationfördern.Das Projekt Garoto Vivo hat inden letzten zwei Jahren jeweilssiebzig Jugendlichen die Möglichkeitgegeben, in die Berufswelteinzutreten.Digitales ZentrumDas Projekt, das 2009 begonnenhat, möchte Jugendlichen undErwachsenen den Eintritt indas Zeitalter des Computersermöglichen.Die Kurse fanden 2010 vonApril bis Dezember statt. Aufdem Lehrplan stand das Paket:Microsoft Office, Excel, PowerPoint, Outlook, Word und auchOrientierung im Internet. Seitdem Bestehen des ProgrammsAuch die musische Erziehung kommt nicht zu kurzLernen am Computerhaben mehr als 100 Teilnehmerdiesen Computer-Grundkursabgeschlossen.Geld verdienenDas Projekt wird von der Aktion„Solidarische Ökonomie“organisiert. Frauen, die schon inden Projekten der Finanzierungder Sozialzentren tätig waren,führen dieses Projekt durch. Zielist, den Familien unserer Kinderund Jugendlichen Verdienst,Versorgung und Würde zu bieten.Dafür werden ökologisch korrekteReinigungsmittel, Wasch- undSpülmittel und Seife hergestellt,als Rohstoff dient Pflanzenöl.Damit die Projekte weitergeführtwerden können, brauchtdie ASSI Förderer, die an dasBestehen einer Zivilisation undeiner Welt des Friedens glauben,die durch Erziehung undAusbildung entsteht. Sie sindeingeladen mitzuhelfen, damitdie Projekte unserer Sozietät fürdie Weiterbildung von Kindernund Jugendlichen in sozialerKrisensituation weitergeführtwerden können.n2323


Nachrichten aus der salesianischen WeltOffiziell endete das 400-jährige Gründungsjubiläumder Heimsuchungsschwestern am13. Dezember 2010, dem Todestagder hl. Johanna Franziskavon Chantal.Franz von Sales undVinzenz von Paul„Herz“-licheBegegnungBegegnungstag mit Kardinal Wetterim Heimsuchungskloster ZangbergDer abschließende Höhepunktfür die Schwestern im KlosterZangberg war der Begegnungstagam 2. Dezember mit KardinalFriedrich Wetter und den BarmherzigenSchwestern aus demMutterhaus in München. Auchsie begingen ein Jubiläumsjahr:den 350. Todestag ihrer heiligenGründer Vinzenz von Paul undLuise von Marillac (†1660).Im trauten Schwesternkreisbeim Gottesdienst in der Kapellesprach Kardinal Wetter in seinersehr persönlichen Predigt überdie Freundschaft und tiefe geistlicheVerbundenheit unserer heiligenGründer und Gründerinnen.Um 1620 übergab der hl. Franzvon Sales in Paris dem hl. Vinzenzvon Paul die geistliche Begleitungder Ordensgründerin JohannaFranziska von Chantal. TiefeFreundschaft verbindet unserebeiden Ordensgemeinschaftenauch heute.Gelebte GemeinsamkeitenDer Tag war geprägt von derEinfachheit und „Herz“-lichkeit,die in beiden Spiritualitäten einegroße Rolle spielt. Dies war denganzen Tag über erfahrbar: beimEssen im Refektorium, bei derVorstellung der Gemeinschaften,24Kardinal Wetter beim Einzug in die Kapelleder Führung durch das Haus,beim Kaffee im Fürstensaal. ZumAbschluss wurde die Vesper imIm November 2010 durfteOttilie Bauer im Säkularinstitutdes hl. Franz von Sales ihr 60.Weihejubiläum feiern. Ottilieprägte die Anfänge der GruppeBayern im Institut entscheidendmit. In einer kleinen Feierstundemit einigen Gästen – darunterder am 19. Dezember 2010verstorbene P. Franz Wehrl, P.Gottfried Prinz, Br. Michael Karmannund einige Mitschwesternaus der Gruppe Bayern – wurdedas Jubiläum in großer Freudebegangen.Chor gesungen und alle jubelten:Magnificat, Magnificat, Magnificat!n60 Jahre beim Säkularinstitutdes heiligen Franz von SalesJubilarin Ottilie BauerWir wünschen Ottilie BauerGottes Segen und sind froh umihr Wirken in unserem Säkularinstitut.nLicht 2/2011


Licht 2/2011FaszinierendeBriefliteraturChantal-Briefe im Mittelpunkt der Tagungder AG Salesianische StudienNachdenken über Mutter Chantal: Tagung der AG Salesianische StudienVom 14. bis zum 15. Januar2011 fanden im EichstätterSalesianum der Studientag unddie Mitgliederversammlung derArbeitsgemeinschaft für SalesianischeStudien statt.2800 Briefe übersetztIm Mittelpunkt des Studientagesstand dieses Mal die Übersetzungder sechs Bände umfassendenBriefkorrespondenz von JohannaFranziska von Chantal, mit derunter der Leitung von P. GottfriedPrinz im Jahr 1998 begonnenwurde. Dazu mussten mehr als2800 Briefe der Heiligen insDeutsche übersetzt werden.Für den Herausgeber und seineMitarbeiter, die zumeist ehrenamtlichan der Übersetzung undan der Erfassung der Texte für denComputer mitgewirkt hatten, gabes viel Lob und von Provinzial P.Thomas Vanek herzliche Dankesworte.Zudem wurde auch eine ersteFrucht dieser Übersetzungsarbeitvorgestellt: In dem Buch „MitGOTT auf DU und DU mit JohannaFranziska von Chantal“ sindausgewählte Zitate aus den Briefengesammelt. Darin vermitteltMutter Chantal einen wirklichenGlauben zum Leben, spendetTrost, und ermutigt, sich immertiefer auf den menschenfreundlichenGott einzulassen. Nebender Gottesbeziehung Johannasgibt das Buch auch Zeugnis vonder Christusliebe der Heiligenund zeigt, wie sie aus der Haltungdes Glaubens heraus ihr Lebengemeistert hat.Durch Kurzreferate zum Thema,die einige der Teilnehmerinnenund Teilnehmer vorbereitethatten, wurde die Thematikab gerundet.Gedenken und NeuwahlGedacht wurde bei der Tagungauch des langjährigen Vorsitzendender Arbeitsgemeinschaft P.Franz Wehrl, der im Dezember2010 verstorben ist. Außerdemstanden Neuwahlen an. So wurdeP. Johannes Haas OSFS zumneuen Vorsitzenden gewählt. SeinStellvertreter ist Pfarrer StefanHauptmann, Leiter des PfarrverbandesFranz von Sales in MarktIndersdorf bei Dachau (ErzdiözeseMünchen) und Sekretär istRaymund Fobes.Die nächste Mitgliederversammlungwird vom 25. bis 26.November 2011 stattfinden unddas Kirchenbild des heiligen Franzvon Sales zum Thema haben. nRaymund Fobes2525


Nachrichten aus der salesianischen WeltAm Montag, 24. Januar 2011,dem Gedenktag des heiligenFranz von Sales, wurde DominikNguyen OSFS in der Seminarkapelleder Spätberufenenschulein Fockenfeld bei Konnersreuth,Bayern, durch Weihbischof Johannes Kreidler zum Diakongeweiht.Franz von Sales neuzum Klingen bringenDominik Nguyen OSFS zumDiakon geweihtDienst an den MenschenIn seiner Festpredigt verwiesder Weihbischof der DiözeseRottenburg-Stuttgart auf einsehr schönes Wort des heiligenFranz von Sales: „Zwischen demgeschriebenen Evangelium unddem Leben der Heiligen ist keinanderer Unterschied als zwischeneiner Musik in Notenschrift undeiner gesungenen Musik“ (DASal12,33). Dann meinte er zum Weihekandidatengewandt: „Sie sindeine Saite oder ein Instrument,das durch Ihren Dienst als Diakonden heiligen Franz von Sales neuzum Klingen bringen kann.“Hierauf ging der Weihbischofauf das Amt des Diakons ein. DieDiakonenweihe bringt zum Ausdruck,dass jedes kirchliche Amtals Dienst an den Menschen zubetrachten ist. Für diese Aufgabewird der Weihekandidat durchdie Kraft des Heiligen Geistesgestärkt. Um diesem Dienst mitganzer Kraft folgen zu können, bedarfes einer lebendigen Herzensbeziehungzu Jesus Christus, wasauch für den heiligen Franz vonSales die Mitte seines Glaubensgewesen ist und im Wahlspruchder Oblaten des heiligen Franzvon Sales zum Ausdruck kommt:Tenui nec dimittam – ich habeIHN (Gott) gepackt und lasse nicht26Der Weiheakt: Weihbischof Kreidler(re.) und Dominik Nguyen (li.) .mehr los (Hld 3,4).Der Weihbischofging in seiner Predigt auchauf die wesentliche Aufgabe derOrdensleute heute ein. Er meinte,dass Ordensleute zunächst nichtdazu berufen sind, dieses oderjenes zu TUN, sondern in derheutigen Welt und der gegenwärtigenKirche ein profetischesZeichen für die Gegenwart JesuChristi und seiner Liebe zu denMenschen zu SEIN.Dank an die Familie NguyenDer Festgottesdienst wurde vonden Schülern von Fockenfeldunter der Leitung von P. ThomasMühlberger OSFS musikalischlebendig und eindrucksvollgestaltet. Viele Mitbrüder ausDeutschland und Österreichnahmen an diesem Berufungsfestteil. P. Provinzial Thomas Vanekbetonte in seiner Ansprache nachdem Mittagessen, dass die Bereitschaftzum Dienen nicht etwasSelbstverständliches ist, sondernwachsen muss. Er bedankte sichnicht nur bei Dominik Nguyen,dass er diese Berufung in sichwachsen ließ, sondern auch beider anwesenden Familie Nguyen,in der Dominik, der noch zwölfGeschwister hat, den Dienst fürden anderen von Grund auf erlernendurfte. Diakon Dominikselbst bedankte sich bei Gottund seiner Familie mit einem vietnamesischenLied, in dem zumAusdruck kommt, dass man niedie Quelle vergessen soll, wennman Wasser trinkt, also dass manbei allem, was man ist, nie vergessensoll, woher man kommt.Dominik Nguyen wird abFebruar 2011 als Diakon in derPfarrei St. Joseph der Don BoscoSalesianer sowie im Don-Bosco-Haus in Chemnitz seinen Dienstfür die Menschen tun und sein.Die Licht-Redaktion wünschtihm dazu alles Gute und GottesSegen.nP. Herbert Winklehner OSFSLicht 2/2011


SalesianischesPatronatNeue Franz-von-Sales-Kirchegebaut, der übrigens schon demheiligen Franz von Sales geweihtworden war. Dann dauerte esnoch 43 Jahre, bis 2009 der ersteSpatenstich für den Kirchenbaugemacht wurde. Ende 2010 wurdedie Kirche vollendet, die Mittelpunkteines Seelsorgezentrumsist, zu dem auch Gebetsräumesowie ein Aufbahrungsraum fürVerstorbene gehören. Außerdemgibt es einen Pfarrsaal, der sowohlfür Versammlungen wie auch fürliturgische Feiern genutzt werdenkann.Das neue Seelsorgezentrum Franz von SalesBereits seit mehr als 50 Jahrenbetreuen die Sales-Oblatendie Pfarrei Pöstlingberg-Lichtenbergin der oberösterreichischenLandeshauptstadt Linz, seit neuesterZeit gibt es hier auch eineFranz-von-Sales-Kirche. Am 12.Dezember 2010, dem Dritten Adventssonntag,weihte der LinzerBischof Dr. Ludwig Schwarz SDBdas neue Gotteshaus ein. Mit gefeierthaben auch die Seelsorgeram Pöstlingberg P. Josef PichlerOSFS und P. Georg Grois OSFSsowie P. Bernhard Lauer OSFS,der von Februar bis September2010 in der Pfarrei mitarbeiteteund danach ins Eichstätter Salesianumübersiedelte.Jubiläum der Sales-OblatenNicht nur aufgrund der Fertigstellungdes SeelsorgezentrumsLichtenberg hatten die Sales-Oblaten vom Pöstlingberg Grundzu feiern. Ebenfalls konnten sieauf 50 Jahre Seelsorgetätigkeit inder Pfarrei zurückblicken. Im Jahr1960 war P. Norbert Schachinger(†2003) als erster Sales-Oblatezum Pfarrer an der traditionsreichenWallfahrtskirche überden Dächern von Linz ernanntworden.nSales-Oblaten der Schweizfeiern Franz von SalesRaymund FobesAm Anfang ein PfarrsaalMehr als fünfzig Jahre hat es gedauert,bis sich der Wunsch nacheiner eigenen Pfarrkirche für dieGemeinde Lichtenberg erfüllthat. 1967 wurde ein PfarrsaalLicht 2/2011Die vier Sales-Oblaten der Schweiz (v.li: P. Albert Rebmann, P. JosephHuber, P. Johannes Föhn und P. Konrad Haußner) feierten zusammen mitden Oblatinnen des hl. Franz von Sales in Bern den heiligen Franz vonSales. Der Gottesdienst fand in der Hauskapelle der Oblatinnen statt, dievon Br. Benedict Schmitz OSFS gestaltet wurde. Das Foto schickte uns Sr.Marthe-Françoise Bammert OSFS.2727


Nachrichten aus der salesianischen WeltSeit dem 1. Mai 2010 hat dieDiözese Eichstätt mit IsidorVollnhals einen neuen Generalvikar,und das Salesianum konntesich freuen, dass er schon jetzt,nicht einmal ein Jahr nach seinerAmtseinführung, die Einladungannahm, dem Festgottesdienstbeim Franz-Sales-Fest vorzustehen.Am Sonntag, 23. Januar,einen Tag vor dem Festtag desHeiligen, fanden die Feierlichkeitenim Salesianum statt.Frohmachender GlaubenIn seiner Predigt näherte sichVollnhals Franz von Sales ausder Perspektive des VölkerapostelsPaulus und stellte einebemerkenswerte Parallele heraus.Paulus sei es wichtig gewesen,nicht sich selbst, sondern JesusChristus und seine Botschaft zuverkündigen. Genauso habe auchFranz von Sales die Tugend dermenschenfreundlichen Zurückhaltungbesessen. Er sei zu denMenschen mit der Botschaft desliebenden Gottes gekommen.Im Zeitalter der Reformationhabe der Heilige das Schöne desGlaubens herausgestellt.Doch sei Franz von Sales allesandere als ein „Weich-Ei“gewesen. Die Grundlagen desGlaubensgutes habe er nie inFrage gestellt, gleichwohl diesenGlauben als etwas Frohmachendesverkündet.Musikalisch gestaltet wurdeder Gottesdienst in bewährterWeise vom Chor der EichstätterPfarrei „Heilige Familie“ unter derLeitung von Wolfgang Hentschel.Und ebenfalls in bewährter Weisegab es nach dem GottesdienstBegegnung undGedächtnisFranz-Sales-Fest 2011 in EichstättHans Schermer (1962-2011)wieder bei einem Imbiss dieGelegenheit zur Begegnung.Gedenken an Hans SchermerSo sehr das Franz-Sales-Fest einFest schöner Begegnungen war, sowar es doch auch von einem tragischenEreignis gezeichnet. Am15. Januar, nur eine Woche zuvor,war der langjährige Koch undHausmeisters des SalesianumsHans Schermer mit gerade einmal48 Jahren tödlich verunglückt.Rektor P. Josef Költringer erinnerteam Anfang der Messfeier an denverdienten Mitarbeiter, und einPortrait von ihm stand währenddes Gottesdienstes, mit Blumengeschmückt, vor dem Altar.Hans Schermers plötzlicherTod hat tiefe Erschütterung hervorgerufen– nicht zuletzt auchdeswegen, weil seine Arbeit imSalesianum für ihn unendlichmehr war als bloßer Gelderwerb.Man spürte, dass sein Dienst alsKoch und Hausmeister echteBerufung war – und er damit ganzkonkret einen Appell des heiligenFranz von Sales verwirklicht hat:„Blühe, wo du gepflanzt bist.“nRaymund Fobes(v. li.) P. Josef Költringer OSFS, Domkapitular Reiner Brummer, GeneralvikarVollnhals, Dompropst Klaus Schimmöller, Domkapitular Josef Blomenhofer28Licht 2/2011


P. Franz Wehrl OSFS †verstarb am 19. Dezember 2010im 79. Lebensjahr. Er wurde am19. Oktober 1932 in Illschwang,Diözese Eichstätt, geboren. Nachdem Zweiten Weltkrieg kam erin die Spätberufenenschule derOblaten des hl. Franz von Salesnach Eichstätt und Hirschbergund legte in Ried im Innkreis,Oberösterreich, das Abitur ab.Von 1951 bis 1952 absolvierte erdas Noviziat in Eichstätt. Am 28.August 1955 entschied er sichin der Ewigen Profess endgültigfür unsere Ordensgemeinschaft.Von 1953 bis 1958 studierte erTheologie an der Universität inEichstätt. Am 29. Juni 1958 empfinger die Priesterweihe. Seineersten Priesterjahre verbrachteer als Lehrer in der Spätberufenenschulein Fockenfeld. Dannstudierte er in Wien Geschichteund Germanistik und promoviertezum Dr. phil. Von 1968bis 1971 folgten weitere Jahreals Lehrer und Hausoberer inFockenfeld. Von 1972 bis 1996dozierte er an der KatholischenUniversität Eichstätt zuerst alsLehrbeauftragter und später alsProfessor für Kirchengeschichtean der religionspädagogischenFakultät. Außerdem widmete ersich intensiv der Erforschung undVerbreitung von Leben, Lehreund Werk des hl. Franz von Sales.Seit 1996 leitete er das SalesianischeInstitut in Eichstätt und von1996 bis 2008 war er der Vorsitzendeder Arbeitsgemeinschaftfür Salesianische Studien. Von1973 bis 2010 war er Generalassistentdes Säkularinstitutes deshl. Franz von Sales, von 1983 bis2008 der Regionalassistent derdeutsch sprachigen Föderationder Schwestern von der HeimsuchungMariens. Wir danken Gottfür P. Wehrl und all seine Dienste,die er für unsere Gemeinschaftund die salesianische For schunggetan hat.n.........................................................................................................................................................................B e s t e l l s c h e i nJA, ich bestelle die Zeitschrift Licht zum Bezugspreis vonEUR 13.- / sFr 26,- (inklusive Porto) pro Jahr.Name/Vorname:_________________________________________________Straße: _________________________________________________________Postleitzahl/Ort:__________________________________________________für mich selbst für ein Jahr bis auf Widerruf.Ich schenke ein Licht-Abonnement für ein Jahr bis auf Widerrufzu meinen Kosten an:Name/Vorname:_________________________________________________Straße: _________________________________________________________Postleitzahl/Ort:__________________________________________________Datum/Unterschrift:....................................................................................Bitte senden Sie mir den besonders gestalteten Gutschein für mein Geschenkabonnement zu.Ich möchte für LICHT werben und benötige ____ kostenlose Probeexemplare zur Weitergabe.Licht 2/2011An dieLICHT-RedaktionP. H. WinklehnerRosental 1D-85072 EICHSTÄTT2929


Wir gedenken derverstorbenenLicht-Leserinnen und Leser:AUGSBURG: Ruissing, Lucia;DILLINGEN: Einberger, Maria;DÜSSELDORF: Eckartz, Hermann;EBENSFELD: Kotschenreuther, Anna;EICHSTÄTT: Domk. Rupprecht, Ernst;HILPOLTSTEIN: Krotter, Xaver;KUNREUTH: Will, Georg;MARXHEIM: Kaufmann, MariaViktoria;MÜHLENBACH: Vetter, Verena;MÜNCHEN: Fuss, Maria;NIEDERNBERG: Hartlaub, Hanne;PETERSBUCH: Schermer, Hans;PLEYSTEIN: Rewitzer, Maria;SCHWÄBISCH GMÜND: Holl,Hermann;ST. JOHANN/PONGAU: Denk,Annemarie;TÜSSLING: Blümhuber, Elisabeth;WEIDEN: Wolfinger, Maria;WIEN: Herold, Friedrich Josef;WOLNZACH: Schreistetter, Notburga;ZANGBERG: Geisberger, Maria;HERR,VOLLENDE SIEIN DEINER LIEBELicht - Die Salesianische ZeitschriftImpressumHerausgeber:Kongregation der Oblaten des hl. Franzvon Sales – Deutschsprachige Provinz(Deutschland-Österreich-Schweiz)Redaktion:P. Herbert Winklehner (Chefredakteur);Raymund Fobes; Br. Georg OkonAnschrift der Redaktion:Rosental 1, D-85072 EichstättTelefon: (0 84 21) 93 489 31Fax: (0 84 21) 93 489 35E-Mail: licht@franz-sales-verlag.deInternet: www.zeitschrift-licht.deVerlag und Vertrieb:Franz-Sales-Verlag, D-85072 EichstättInternet: www.franz-sales-verlag.deHerstellung:Schödl Druck, D-85137 Rapperszell;www.schoedl-druck.deLicht erscheint sechsmal jährlich.Jahresabonnement: EUR 11.- / SFr 22.-(zzgl. EUR 2.- / SFr 4.- Versand) Einzelheft:EUR 1,90 / SFr 3,80 (zzgl. Versand).Abbestellungen gelten für das Ende desJahrganges. Höhere Gewalt schließt Ansprüchean den Verlag aus. Artikel, diemit dem Namen oder den Initialen desVerfassers gezeichnet sind, stellen nichtunbedingt die Meinung des Herausgebers,der Redaktion oder des Verlages dar.Licht ist Mitglied des Katholischen Medienverbandes.Konten:DEUTSCHLAND/ÖSTERREICH:Liga Eichstätt (BLZ 750 903 00)Kto. Nr. 760 30 10, BIC: GENODEF1M05,IBAN: DE74 7509 0300 0007 6030 10;Sparkasse Eichstätt (BLZ 721 513 40)Kto. Nr. 2014 BIC: BYLADEM1EISIBAN: DE42 7215 1340 0000 0020 14;SCHWEIZ: Aargauische Kantonalbank,Konto 16 5.002.623.12 Konto-KorrentFotos (Seite): Archiv Franz-Sales-Ver lag(20, 25, 26, 28ob, 29); Raymund Fobes(28un); Valdir Formentini OSFS (22, 23);Heimsuchung Rom (9); HeimsuchungZangberg (24ob); I. und C. Mitterecker(Titel); Pfarre Pöstlingberg (27ob); Pixelio/Dietmar Meinert (21); Pixelio/SusanneSchmich (13); Pixelio/Rainer Sturm (10);Pixelio/Karin Tessner (17); Pixelio/Zoom(7); Vreni Riedacher SI (24un); Franz vonSales Schmid (19); Alfons Wittmann (3,5);Gerhard Wagner (14, 30);„Gebt ihnen einige gute Gedanken mit,die ihnen Freude bereiten.“(Franz von Sales, Geistliche Gespräche, DASal 2,344)Licht - Die Salesianische Zeitschrift30Licht 2/2011


G. Griesmayr /S. LiesenfeldChiara LuceBadano64 Seiten,broschurEUR 8,90Verlag Neue StadtPetrus CeelenDen Abschiedbuchstabieren166 Seiten,gebundenEUR 14,90KatholischesBibelwerkBücherJeanMonbourquetteVergeben lernenin zwölf Schritten198 Seiten,PaperbackEUR 14,90Grünewald VerlagAm 25. September 2010 wurde dieNorditalienerin Chiara Luce Badanoselig gesprochen. Ihr irdisches Lebendauerte nur neunzehn Jahre. Siestarb infolge einer schweren Krebserkrankung.In diesem Buch wird ihrkurzes, aber intensives und vor allemvon Gott berührtes Leben ergreifendund mit Fotos umrahmt geschildert.Für viele Menschen hinterließ dieselige Chiara eine Spur des göttlichenLichtes, das uns alle darauf hinweist,dass Gott uns liebt - trotz allem.Nachdenken über den Tod … mancheschieben dieses Thema weg,so gut es geht. Doch dann trifft essie doch, bei einer Beerdigung, beieiner Krankheit, manchmal früher,manchmal später. Petrus Ceelen gibtImpulse zum Nachdenken: Von A wieAbschied bis Z wie Zweifel buchstabierter Themen, die mit Sterben undTod zusammenhängen und damitdas Zeitliche segnen. Ein gutes Buch,um sich mit dem Unvermeidlichenauseinanderzusetzen.Was ist das überhaupt: Vergebung?In diesem Buch wird ausführlich aufdieses Thema eingegangen. Dabeiwerden einige falsche Vorstellungenentlarvt, die mit dem Thema Vergebungzusammenhängen. Außerdemwird in zwölf Etappen beschrieben,wie man echte Vergebung Schrittfür Schritt einüben kann. Sich aufdas Abenteuer der Vergebung einzulassen,zahlt sich jedenfalls aus.Es schenkt inneren Frieden mit sichselbst und seiner Umwelt.R. Bäumer /M. Plattig (Hg.)Die Gabeder Tränen136 Seiten,PaperbackEUR 16,90Grünewald VerlagDorothee BossDie Gesichterder Engel120 Seiten,gebundenEUR 12,-Echter VerlagEgon KapellariIn und Gegen464 Seiten,gebunden, FarbfotosEUR 24,95Styria VerlagTränen und Weinen sind nicht immergleich. Gefragt werden muss, wasTränen überhaupt und grundsätzlichsind, wodurch sie ausgelöst werden,was sie wann bedeuten. Es istdurchaus interessant, sich mit diesemThema sowohl theologisch als auchpsychologisch und medizinisch zubeschäftigen. In diesem Buch wirddies getan: Theologen, Psychotherapeutenund Mediziner fragen nachder Bedeutung der Tränen und desWeinen. Literatur und Kunst kommtdabei ebenfalls zur Sprache.Was sind Engel? Gibt es sie wirklichoder sind sie nur Produkte dermenschlichen Vorstellungskraft. Bossliefert eine sehr gute Zusammenstellungdarüber, was in der Bibel undim Christentum tatsächlich über Engelgesagt wird und geht kritisch auf somanche Verirrungen des „Engelglaubens“ein. Dass Engel wieder „in“sind, steht dabei außer Frage. Umsowichtiger ist eine sachliche Auseinandersetzungmit diesem Thema …und das geschieht in diesem Buchauf ausgezeichnete Weise.Der Grazer Diözesanbischof EgonKapellari trug in diesem Buch seinePredigten, Interviews, Stellungnahmenund Vorträge zusammen, umseine Leserinnen und Leser zu mehrChristsein im Alltag anzuregen. Erspricht Themen über Gott, Menschund Welt an und macht deutlich, dassdas Christentum zwar „in“ der Weltsteht, zuweilen aber auch „gegen“diese und vor allem ein Zeichendarüber hinaus darstellen soll. DasBuch ist durch Maler des späten 16.bis 18. Jahrhunderts illustriert.Licht 2/20113131


B 4577FRANZ-SALES-VERLAGRosental 1, 85072 EichstättNeu imFranz-Sales-VerlagRosental 1 • D-85072 EichstättTel (08421) 93489-31 • Fax (08421) 93489-35e-mail: info@franz-sales-verlag.deDeutsche Ausgabe der Werke des hl. Franz von Sales,Bd. 2: Geistliche Gespräche, 390 Seiten, Leinen,EUR 22,90; SFr 39,60; ISBN 978-3-7721-0001-7Die „Geistlichen Gespräche“ atmen den „Geist deshl. Franz von Sales“, den Reiz des Unmittelbaren, derungeschminkten Wahrheit; denn sie berichten, wasdie ersten Schwestern der Heimsuchung Mariä ausden Unterredungen mit ihrem Gründer mitgeschriebenhaben, die der Heilige mit seinen geistlichenTöchtern in den Jahren nach der Gründung hielt. DieSchwester fragten ihn, und er antwortete spontan,ohne Vorbereitung, aus der Fülle dessen, was in ihmlebte und „brannte“.Gottfried Prinz (Hg.), Mit GOTT auf DU und DU mitJohanna Franziska von Chantal, 64 Seiten,broschur, 8 Farbfotos, EUR 7,90 / SFR 14,50;ISBN 978-3-7721-0304-9Die heilige Johanna von Chantal war Ehefrau, Mutter,Witwe, Gefährtin des heiligen Franz von Sales,Gründerin und Oberin des Ordens der HeimsuchungMariens. Diese Sammlung von lebenspendendenWeisheiten aus ihren Briefen möchte zum Nachdenkeneinladen: über eine Gottesbeziehung, die dem Lebeneine größere Tiefe gibt, eine Chris tusbeziehung vonHerz zu Herz und über ein erfülltes Leben, das ausder unendlichen Quelle der Liebe Gottes Kraft schöpft.Zeitschrift LICHT und Franz-Sales-Verlag im Internet:www.zeitschrift-licht.de und www.franz-sales-verlag.de32Licht 2/2011

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