angebote – wünsche – kontakte - Rudolf Steiner Schule Basel

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angebote – wünsche – kontakte - Rudolf Steiner Schule Basel

Nr. 196: Ostern 2011

M I T T E I L U N G E N


2 Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Schwerpunkt: 150 Jahre Rudolf Steiner

Interview: Der grosse Unbekannte 6

Standing Ovation für Steiner 10

Und so ging es mit der Schule weiter 13

Ein Mann der Tat 14

Lektürehinweise zum Thema 17

Rudolf Steiner in der persönlichen Begegnung 18

Wirtschaft anders denken 21

Schule aktuell

8. Klassstück: «Das Gespenst von Canterville» 24

Heute Insel Schule: Lyrikepoche der Klasse 10a 28

Aufgefallen 30

Konzert in der Elisabethenkirche 31

Projekt Schulerweiterung/Landkauf 32

Familiengärten: Problem Schulerweiterung 33

Tag der offenen Türen 34

Elternrat: Es hat noch Plätze 35

Bazar: Ein guter Jahrgang 36

Waldspielgruppe: Wie die Zwerge im Wald 38

Schule intern

Dank aus Berlin 42

Auf Wegen zur Qualität 45

Trauerspende statt Blumen 46

Bereitschaft zur Mitarbeit 47

Sonntagshandlungen 49

Anschlagbrett 52

Vorstand des Schulvereins 55

Konferenzleitung 57

Impressum 58


Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser,

Wenige Wochen nach der Eröffnung der Stuttgarter Waldorfschule

wurde Rudolf Steiner von Erziehungsrat Fritz Hauser gebeten, zu

den Basler Lehrern zu sprechen. Der gleiche Regierungsrat erteilte

die Betriebsbewilligung für die neue Schule. Somit kann behauptet

werden, dass die Gründung der Rudolf Steiner Schule Basel vom kantonalen

Erziehungsdepartementsvorsteher durchaus erwünscht war.

Eine Strasse trägt den Namen dieses sozial engagierten, weitblickenden

Politikers. Sie befindet sich auf dem Bruderholz ganz in der Nähe

vom Jakobsbergerholzweg und dem Rudolf Steiner-Weg.

Im Zusammenhang mit Rudolf Steiners Geburtstag am 27. Februar

wurden in 25 Ländern 200 Anlässe veranstaltet*. Seine Pädagogik

wurde dabei besonders gewürdigt. Es war spannend zu verfolgen,

wie die Medien in Bild, Wort und Ton über «uns» Waldorfschulen

berichtet haben. Aus den Printmedien stammt zum Beispiel ein bunter

Strauss interessanter, denkwürdiger Überschriften: «Eine Schmiede

guter Menschen», «Die mit den farbigen Schulzimmern», «In der

Gesellschaft angekommen», «Werkstatt für Persönlichkeit», «Der

Menschenfreund».

Und wie haben wir den Geburtstag unseres Schulgründers gefeiert?

Am Freitag, 25. Februar versammelte sich die ganze Schule im grossen

Saal und hörte eine mit Cellomusik würdig eingerahmte Ansprache

(Seite 14). Am darauffolgenden Donnerstag wurde in der Lehrerkonferenz

auf Steiners Leben und Werk zurückgeblickt. Darüber

finden Sie hier einen sehr lesenswerten Beitrag (Seite 18). Weitere

Veranstaltungen folgen, insbesondere anfangs Juni eine Projektwoche

zu Steiners Idee von der Dreigliederung des sozialen Organismus. Die

«Mitteilungen» berichten zu gegebener Zeit darüber.

Ich wünsche Ihnen eine angenehme Lektüre, erholsame Osterferien

und ein frohes Osterfest !

Für die Redaktion

Jean-Marc Petit

* Quelle: www.rudolf-steiner-2011.com > Presse > Pressespiegel

Editorial

3


4 Zum Titelbild

Zum Titelbild

Digitale Verarbeitung eines popartigen

Siebdrucks von Mirco Kämpf

«Rudolf Steiner» 2008

Dieses im Stil von Andy Warhol bearbeitete

Fotoportrait von Rudolf Steiner ist ein

Abschiedsgeschenk von Mirco Kämpf, als

Dank für all die schönen Jahre, die er an

unserer Schule verbracht hatte. Der Zwölftklässler

schuf dieses Werk im Rahmen seiner

Abschlussarbeit zum Thema «Pop Art»,

in welcher er behauptete, dass Steiner auch

zu einem Thema der Pop Kultur werden

könne und sich zur «Pop Ikone» eigne (wie

eine Suppenbüchse, Mao, Beuys, Liz Taylor,

ein elektrischer Stuhl oder eine Flasche

Cola). Auf dem fotographischen Dokument,

das diesem Bild zugrunde liegt und nach

dem gleichen Siebdruckverfahren, das auch

Warhol benutzte, verarbeitet wurde, kann

die abgebildete Person sofort wiedererkannt

werden, obwohl Farb- und Formgebung

alles andere als realistisch sind. Voraussetzung

ist natürlich, dass man weiss, um

wen es sich handelt. Das kostbare Geschenk

wurde aufbewahrt, und nach einigen Jahren

scheint die Zeit Mirco doch Recht zu geben:

der momentane Rummel in Zeitungen,

Fernsehen, Büchern, Ausstellungen um

seinen Geburtstag macht Steiners Portrait

allmählich zu dem, was dieses Werk voraussetzte,

nämlich zu einer Pop Ikone, denn

das Bild erscheint ziemlich überall in den

Medien, wird dadurch in der Öffentlichkeit

immer bekannter, volkstümlicher und somit

POPulär. Adrien Jutard


Im Denken Klarheit

Im Fühlen Innigkeit,

Im Wollen Besonnenheit:

Erstreb’ ich diese,

So kann ich hoffen,

Dass ich zurecht

Mich finden werde

Auf Lebenspfaden

Vor Menschenherzen

Im Pflichtenkreise.

Denn Klarheit

Entstammt dem Seelenlichte,

Und Innigkeit

Erhält die Geisteswärme

Besonnenheit

Verstärkt die Lebenskraft.

Und alles dies

Erstrebt in Gottvertrauen,

Lenket auf Menschenwegen

Zu guten, sicheren Lebensschritten.

Rudolf Steiner, März 1921

Gedicht

5


6

Schwerpunkt: 150 Jahre Rudolf Steiner

Der grosse Unbekannte

Welche Bedeutung hat der Geburtstag von Rudolf Steiner für unsere

Schulgemeinschaft? Zehn Fragen an Christian Breme.

1. Welche Rolle spielt der Geburtstag

von Rudolf Steiner für die

Steinerschulen in der Schweiz?

Uns war lange im Voraus klar, dass

unsere Schulen im Jahr 2011 verstärkt

ins Blickfeld der Öffentlichkeit

geraten werden. Werden wir dann

unseren Beitrag zu den Erziehungsfragen

und Bildungsaufgaben deutlich

machen können, fragten wir uns.

Es gab an vielen Orten Initiativen

und öffentliche Veranstaltungen, die

auf diesen Geburtstag Bezug genommen

haben. Sicher hat aber auch der

Schulalltag immer wieder etwas von

diesem Genius Tempi mitbekommen.

Im Februar haben unsere Schüler

fast täglich Bilder «ihres» Schulgründers

in den Medien gesehen, haben

vielleicht am Frühstückstisch schon

darüber diskutiert und in der Schule

dann gefragt. Ich habe viele solcher

Situationen erlebt. Da kam es

zu Gesprächen, die es früher eher

selten gab… Ich glaube, dieses Jahr

hat unser Bewusstsein für den Kulturimpuls

geschärft, den wir Rudolf

Steiner verdanken.

2. Können Sie Beispiele für solche

Initiativen nennen?

Am 6. Januar war ein Oberstufentag

mit Vorträgen und Workshops. Es

ging um Fragen der Weltwirtschaft.

Hilfsprojekte in Krisengebieten, bei

denen Jugendliche mitarbeiten können,

wurden vorgestellt. Das war der

Auftakt zum Jubiläumsjahr.

Am 25. Februar, zwei Tage vor Rudolf

Steiners Geburtstag, hatten wir eine

kurze Feier im Saal mit der ganzen

Schule. Claudia Zäslin erzählte aus

dem Leben Rudolf Steiners. Auch das

hat wieder Fragen geweckt. Und nun

bereiten wir die Projektwoche vor.

Thema: Wirtschaft anders denken. Es

ist auch an einen öffentlichen Vortrag

in dieser Zeit gedacht.

3. Der Geburtstag wurde von den

Medien aufgegriffen. Wie haben

Sie die Berichterstattung erlebt?

Das war sehr unterschiedlich. Es ging

ja um Rudolf Steiner als historische

Person auf der einen Seite und um die

heute unübersehbaren Früchte seiner

Philosophie auf der anderen Seite:

Die 2000 Schulen und Kindergärten,

die nach seiner Pädagogik arbeiten,

wurden immer genannt, die Medizin,

die Landwirtschaft, die besonderen

Banken. Die Wirksamkeit seiner

Ideen wurde ja in der Regel von allen

auch den kritischen Kommentaren

uneingeschränkt anerkannt. An der

Philosophie selbst, ja auch an der Person

Rudolf Steiners schieden sich die

Geister. Das darf ja auch so sein. Aber


BILD: CREATIVE COMMONS

es gab da doch interessante Unterschiede:

Bei den grösseren Zeitungen

war es beim Lesen oft wie beim Blick

in einen Hohlspiegel: Alles erscheint

verzerrt und hat wenig mit der eigenen

Wahrnehmung und mit dem

eigenen Lebensempfinden zu tun…

Das Vorurteil hinter der bissigen

Feder einiger Schreiber war nicht zu

übersehen. Ich habe da manchmal

an unsere Elternschaft gedacht und

gehofft, dass sie nicht an ihren eigenen

Wahrnehmungen und Erkenntnissen

zweifeln.

Schwerpunkt: 150 Jahre Rudolf Steiner

Rudolf Steiner um 1905

Bei kleineren regionalen Zeitungen

fand ich herrliche unvoreingenommene

Begegnungen mit Rudolf Steiner

und dem Dornacher Hügel. Ich

erinnere mich auch an ausgezeichnete

Reportagen auf DRS 1, in denen

ich das Leben, das wir tatsächlich in

unserer Schule haben, in bester Weise

gespiegelt sah.

4. Gegner und Befürworter zitieren

Steiner. Er hat ein riesiges

Werk hinterlassen. Wie verlässlich

sind einzelne Sätze daraus?

7


8

Schwerpunkt: 150 Jahre Rudolf Steiner

Das Problem ist weniger die Verlässlichkeit

der Quelle ich glaube, die

Schriften sind sehr sorgfältig editiert

als die Grösse des Vortragswerkes.

Jeder weiss, dass Urteile, die sich

auf isolierte Zitate stützen, mit Vorsicht

zu geniessen sind. Alle, die ein

wenig mehr Steiner gelesen haben,

auch Menschen, die in anthroposophischen

Einrichtungen arbeiten,

fragten sich bei der Lektüre solcher

radikalen Verrisse in den vergangenen

Wochen, wie es möglich ist,

dass jemand so sehr am Wesentlichen

eines Textzusammenhanges vorbeilesen

kann. Es ist offensichtlich, dass

manche Kritiker ihre Zitatsammlung

von elektronischen Suchmaschinen

durch Eingabe von Stichworten

zusammengestellt haben. Das heisst,

sie haben nicht viel gelesen. Mit

dem Kontext geht natürlich der Sinn

verloren.

5. Warum ist Rudolf Steiner nach

Basel gekommen?

Das ist einfach zu beantworten: er

bekam von einem Basler Arzt das

Dornacher Grundstück geschenkt,

auf dem dann das Goetheanum

erbaut wurde. Dieses war ursprünglich

in München geplant. Doch dort

hatte man ihm die Baugenehmigung

verweigert. Man kann immer noch

staunen über die Weltoffenheit des

Dornacher Gemeinderates.

6. Abgesehen von äusseren Fakten

hat Basel eine spezielle Beziehung

zu Rudolf Steiner?

Basel ist eine alte Universitätsstadt,

ist eine Reformationsstadt, Stadt der

Humanisten, Paracelsus, Nietzsche,

ein ungeheuer reicher Kulturboden.

Dazu ist es Grenzstadt, liegt an einem

Fluss… Das spricht für eine eher

offene, weitblickende Gesinnung.

Nur so kann man sich erklären, dass

der damalige Regierungsrat Hauser

Rudolf Steiner eingeladen hat, in

Basel einen Kurs für die Pädagogen

der städtischen Schulen zu halten

und ihm dann die Genehmigung zur

Gründung einer eigenen Schule in

Basel erwirkt hat. Das war wieder

Weltoffenheit im besten Sinne.

7. Mit dem Goetheanum, den

Steinerschulen, Weleda, der Ita

Wegmann Klinik und anderen Institutionen

ist die Anthroposophie

hier sehr präsent. Welche Folgen

hat das für die Schule?

Die genannten Einrichtungen waren

in der Vergangenheit eng mit der

Schule verbunden. Die Schule hatte

viele Mitarbeiterkinder von diesen

Institutionen. Die Ausbildung

des Rudolf Steiner Lehrerseminars

heute Hochschule für anthroposophische

Pädagogik wurde weitgehend

von Dozenten getragen,

die selbst Lehrer an unserer Schule

waren. Dieses Milieu hat die Schule

bis in die 80er Jahre sehr geprägt:

Die Dornacher Kinder gehen heute

vornehmlich in die Birseckschule.

Wir sind seitdem mehr stadtwärts

orientiert. Das heisst, wir haben eine

anders geartete Elternschaft.


8. Wie präsent ist Rudolf Steiner in

der Schule?

Es hängt ein Bild von ihm im Saal

aber für viele Schülerjahrgänge blieb

er ein Unbekannter. Das haben die

Schüler in der 12. Klasse in dem

Moment, wo sie realisieren, dass ihre

Zeit hier zu Ende geht, oft beklagt.

«Wir wissen eigentlich gar nicht,

nach welchen Ideen wir in dieser

besonderen Schule erzogen wurden.»

Natürlich hat man dann versucht, für

diese Fragen noch Raum zu schaffen.

9. Würde Rudolf Steiner «seine»

Schule wiedererkennen?

Hm, eine gute Frage! Ich glaube nicht,

dass er ein Abziehbild der damaligen

Schule suchen würde. Wir wissen,

dass er schon vier Jahre nach der

Gründung über den eigenen Ansatzpunkt

kritisch dachte. Er sagte: «wenn

ich heute diese Schule noch einmal

begründen könnte, so würde ich das

Steuer um 180 Grad herumreissen:

nach dem Künstlerischen hin.» Ich

ahne, was er sagen wollte. Er meinte

nicht: mehr malen, mehr modellieren

etc., sondern alles auch und

vor allem die Wissensgebiete sollten

noch künstlerischer durchdrungen

werden. Ich kann das nur andeuten.

Wenn er mit solchen Ideen, wie er sie

damals vermutlich hatte, als er diesen

Ausspruch tat, heute käme, weiss ich

allerdings nicht, ob wir ihn erkennen

würden. Er würde unter den bedeutend

schwereren Zeitumständen vermutlich

wieder revolutionäre, das

heisst sehr hohe Anforderungen an

Schwerpunkt: 150 Jahre Rudolf Steiner

die Schule, an das Lehrersein, an die

Selbständigkeit der Schüler stellen,

was noch intensivere Vorbereitung

für die Lehrer voraussetzt. Die Bereitschaft

zu einem solchen Umbruch

sehe ich im Moment, wenn ich ehrlich

sein darf, noch nicht. Das mag

daran liegen, dass sehr viele Kräfte

abgezogen werden durch die Anpassungen

an die sich verändernden

Aus- und Weiterbildungswege, die

enormen Verwaltungsarbeiten, die

von uns gefordert werden. Natürlich

gibt es überall individuell Ansätze

für das Neue, auch in unserer Lehrerausbildung.

Aber es ist noch nicht

Schulkultur.

10. Wie lernt man Steiners Werk

am besten kennen?

Es ist gerade im Futurum Verlag eine

Almanach herausgekommen: «Weisheit

und Liebe». 365 kleine Texte von

Rudolf Steiner durch das Jahr. Darin

kann man sicher den Punkt finden,

den man vertiefen möchte. Für ein

weitergehendes Studium gibt es

unterschiedliche Wege und Ansätze.

Man findet für jedes Lebensgebiet,

auf dem Rudolf Steiner impulsierend

tätig war, Textsammlungen von ihm.

Bei allem gilt wie so oft: Zusammen

lesen geht leichter, der Austausch

der Erfahrung ist spannend und man

gewinnt im gemeinsamen Forschen

schneller Boden unter den Füssen.

9


10 Schwerpunkt: 150 Jahre Rudolf Steiner

Standing Ovation für Steiner

Rudolf Steiner und die Rudolf Steiner Schule Basel: Wie unsere Schule

gegründet wurde.

Wenige Wochen nach der Eröffnung

der ersten Waldorfschule in Stuttgart

im September 1919 hat Erziehungsdirektor

Fritz Hauser Rudolf

Steiner eingeladen für die Lehrer an

den öffentlichen Schulen des Kantons

Basel Stadt einen einführenden

Vortrag über die neue Pädagogik zu

halten. Dieser Vortrag über «Geisteswissenschaft

und Pädagogik» fand

am 27. November 1919 statt und

hatte, wie die Basler Nationalzeitung

berichtete, ein «warmes Interesse

gefunden». Eine Gruppe von über

60 Lehrern bat Rudolf Steiner, eine

ausführlichere Darstellung der Pädagogik

zu geben. Die gesamte Lehrerschaft

von Basel und Umgebung

wurde dazu eingeladen. Das Erziehungsdepartement

stellte dazu die

Aula des De Wette-Schulhauses in

Basel zur Verfügung. Die 14-teilige

Vortragsreihe «Die Erneuerung der

pädagogisch-didaktischen Kunst

durch Geisteswissenschaft» begann

am 20. April 1920 (jeweils um 17.15h)

und endete am 11. Mai 1920. Die

grosse Dankbarkeit für die pädagogischen

Anregungen wird in den

Dankesworten von Herrn Weber am

Schluss der Vortragsreihe deutlich:

«Meine Kolleginnen und Kollegen,

wir kennen nun Herrn Dr. Steiner,

den seelenguten, grundgütigen

Mann. Nein, den lassen wir nicht aus

der Schweiz herausekeln! Wir haben

ihn nötig. Er hat uns vieles, vieles zu

sagen! Mit diesen Worten, mit herzlichem

Dank an Herrn Dr. Steiner

möchte ich Sie bitten, sich zu seinen

Ehren für das, was er geboten hat,

von den Sitzen zu erheben».

In dieser Zeit bildete sich innerhalb

des «Schweizer Bundes für Dreigliederung

des sozialen Organismus»

ein Arbeitsausschuss, der sich initiativ

für die Gründung einer freien

Schule in Basel einsetzten wollte.

Dem Ausschuss gehörten an: Albert

Steffen, Dornach, Schriftleiter der

Wochenschrift «Das Goetheanum»,

Dr. Ernst Blümel, Arlesheim, als Vertreter

der anthroposophischen Lehrervereinigung,

Direktor Arnold Ith,

Basel, als Vertreter der Futurum AG,

Rolf Gering, Basel, als Vertreter der

Anthroposophischen Gesellschaft in

der Schweiz, Willy Stokar, Dornach,

als Vertreter des Bundes für anthroposophische

Hochschularbeit, und

Willy Schorrer, als Vertreter des

«Bundes für Dreigliederung des sozialen

Organismus». Aus der Zusammensetzung

dieses Ausschusses geht

deutlich hervor, dass der Impuls für

diese Schule breit abgestützt war.

Erstmals hat wohl Willy Storrer am

11. Januar 1922 mit Rudolf Steiner


ausführlich über die Initiative zu

einer Schulgründung in Basel gesprochen.

Rudolf Steiner war «mit einer

solchen Gründung einverstanden …

unter gewissen Bedingungen ... (Freiheit

in der Gestaltung von Lehrziel

und Lehrplan jeweilen für mindestens

drei Jahre).» Am 2. Januar 1923

wurde dann der Verein «Schulverein

für ein freies Erziehungs- und Unterrichtswesen

in der Schweiz» mit Sitz

in Basel gegründet. «Mitglieder des

Vorstandes sind: Vorsitzender: Herr

Friedrich Widmer, Lehrer, Zofingen.

Schwerpunkt: 150 Jahre Rudolf Steiner 11

Rudolf Steiner um 1916

Stellvertreter: Herr Dr. Rudolf Steiner

in Dornach, Schriftführer: Herr

Albert Steffen, Redaktor, Dornach,

Rechnungsführer: Herr Dr. Ernst Blümel,

Arlesheim.» Aus dem kurzen

Geschäftsbericht vom 1. Juli 1923

geht hervor, dass der Verein schon

nach wenigen Monaten 406 Mitglieder

und durch die Beiträge und

einmaligen Spenden ein Vermögen

von ungefähr Fr. 10‘000 hatte.

Im Laufe des Jahres 1923 wurde an

den Regierungsrat des Kantons Basel

Stadt ein Gesuch zur Eröffnung einer


12 Schwerpunkt: 150 Jahre Rudolf Steiner

solchen freien Privatschule in Basel

eingereicht. Im Beschluss des Regierungsrates

des Kantons Basel Stadt

vom 13. November 1923 wird die

Eröffnung grundsätzlich bewilligt,

was im Schreiben vom 15. November

1923 von Regierungsrat Dr. Fritz

Hauser an den Vorstand des Schulvereins

mitgeteilt wurde mit der Bitte

«uns im gegebenen Zeitpunkt noch

die näheren Angaben über Wahl der

Schullokalitäten und des Lehrkörpers

zu übermitteln.» Im Brief des

Vereinsvorstandes vom Dezember

1923 an die Mitglieder des Schulvereins

wird «die Bewilligung zur Gründung

einer Waldorfschule in Basel

von Regierungsrat…» mitgeteilt. Am

16. März 1924 fand in Dornach eine

Mitgliederversammlung des Vereins

gemeinsam mit den Delegierten der

Zweige der Anthroposophischen

Gesellschaft in der Schweiz statt, in

der der Name des Vereins ausführlich

diskutiert wurde. Unter anderem

fiel von Günther Wachsmuth

der Vorschlag: «Steiner Schulverein».

«Das geht nicht», war die spontane

Antwort von Rudolf Steiner, so kam

es zum Namen: «Goetheanum Schulverein».

Am 28. April 1924 besprachen

sich Rudolf Steiner und Albert

Steffen mit Regierungsrat Dr. Fritz

Hauser über die Eröffnung der Schule.

Durch die Krankheit und den Tod

von Rudolf Steiner am 25. März 1925

verzögerten sich die Aktivitäten um

die Gründung der Schule. Im Schreiben

vom 22. August 1925 teilte Emma

Ramser, die in der Zwischenzeit den

Vorsitz des Goetheanum Schulvereins

übernommen hatte, dem Sekretariat

des Erziehungsdepartements die

Verschiebung der Eröffnung auf das

Frühjahr 1926 mit. Anfang Februar

1926 konnte der Goetheanum Schulverein

das Haus Lindenhofstrasse 9

in Basel kaufen.

Am 26. April 1926 konnte dann die

kleine Schule an der Lindenhofstrasse

mit 30 Kindern eröffnet werden.

Auf «Anregung von Marie Steiner,

die mit einigen Mitgliedern des Vorstandes

am Goetheanum anwesend

war» erhielt die Schule den Namen

«Rudolf Steiner-Schule», als erste

aller späteren Gründungen im In-

und Ausland.

Andres Studer


Und so ging es mit der Schule weiter

1931: Die wachsende Klassen- und

Schülerzahl macht den Erwerb eines

grösseren Hauses nötig, das an der

Engelgasse 9 gefunden und im Früh-

jahr1931 bezogen wird.

1944: Dank tatkräftiger Hilfe durch

die Elternschaft kann 1944 das an-

grenzende Gebäude Lange Gasse 33

gekauft werden.

1952/54: Der Erwerb der Häuser Lan-

ge Gasse 35 (1952) und Engelgasse 7

(1954) verhilft zu weiteren Unter-

richtsräumen.

1960 wird die Oberstufe bis zur 12.

Klasse geführt.

1961 findet eine grosse Schulfeier

zum 100. Geburtstag Rudolf Steiners

im Saal der Mustermesse statt. Dem

Vorsitzenden des Schulvereins gelingt

es dank der Unterstützung durch den

Regierungsrat das Gelände der Chris-

toph Merian-Stiftung auf dem Ja-

kobsberg zu sichern, die Finanzierung

wird u.a. durch den Verkauf der bis-

herigen Liegenschaften ermöglicht.

1967: Am 15. August 1967 wird das

neue Schulhaus feierlich bezogen.

1973 wird die Schule durchgehend

von der 1. bis 12.Klasse doppelt

geführt und umfasst einschliesslich

Kindergärten über 800 Kinder und

Jugendliche.

1975 entsteht der Anbau für zwei

Schwerpunkt: 150 Jahre Rudolf Steiner 13

Eurythmiesäle, zwei Klassenzimmer,

Heileurythmieraum und Büro.

1976 entsteht in der Region eine

zweite Rudolf Steiner Schule, die

nachmalige Rudolf Steiner Schule

Mayenfels in Pratteln. Das Birseck

erhält eine eigene Rudolf Steiner

Schule, zunächst in Dornach, später

bei Aesch.

1985: Nach kurzer Bauzeit findet im

November 1985 die festliche Einwei-

hung eines grossen Musiksaals, eines

Singsaals und eines Besprechungszim-

mers statt.

1989: Der sich von Jahr zu Jahr stei-

gernde Andrang von Kindern für

die ersten Klassen, welcher zu zahl-

reichen Rückweisungen zwingt, führt

1989 zur Gründung der Neuen Rudolf

Steiner Schule Basel, die 1993 nach

Münchenstein zieht und ihren Na-

men ändert in Rudolf Steiner Schule

Münchenstein.

1994 wird der Gemeinschaftsraum

links vom Schuleingang eröffnet.

2011 braucht die Rudolf Steiner

Schule wieder dringend mehr Platz,

um der wachsenden Nachfrage nach

familienergänzenden Tagesbetreu-

ung gerecht zu werden (siehe auch

Bericht und Aufruf Seite 32/33)

Jean-Marc Petit


14

Schwerpunkt: 150 Jahre Rudolf Steiner

Ein Mann der Tat

Ansprache von Claudia Zaeslin zu Rudolf Steiners Geburtstag,

gehalten anlässlich der Schulfeier vom 25. Februar 2011

Liebe Schülerinnen, liebe Schüler

Diese Schule ist schon über 80 Jahre

alt. Sie ist die erste Schule, die den

Namen: «Rudolf Steiner Schule»

bekommen hat. Die Erst- und Zweitklässler

machen sich natürlich noch

keine Gedanken, warum ihre Schule

so heisst. Im Laufe der Schulzeit

mag sich aber doch der eine oder die

andere die Frage stellen: Wer war

eigentlich Rudolf Steiner? Was war

das für eine Persönlichkeit, über die

gerade jetzt so viel in den Zeitungen

geschrieben wird?

Vor einigen Wochen stiess ich auf

einen Fragebogen in dem sich Rudolf

Steiner selber als junger Student charakterisiert.

Da heisst es zum Beispiel

auf die Frage: «Wann möchtest Du

gelebt haben?» «In Zeiten, wo was

zu tun ist.» oder: «Deine Idee von

Unglück?» «Nichts zu tun zu wissen.»

Oder: «Dein Temperament?“

„Wandelbarkeit.» «Wo möchtest Du

leben?» «Das ist mir gleichgültig.»

Der Ort, wo er lebte, war ihm nicht

wichtig, Steiner war Weltbürger, die

Aufgabe war wichtig, er war ein

Mann der Tat mit einer unglaublichen

Energie. Er brauchte nur ganz wenige

Stunden Schlaf und verbrachte die

übrige Zeit als tätiger und arbeitender

Mensch.

Rudolf Steiner war ein Mensch, der

schon als Kind seinen Weg alleine

gehen musste. Sein Vater arbeitete bei

der Bahn. Er war Bahnhofvorsteher

und Telegrafist. Durch diesen Beruf

wurde er immer wieder versetzt, so

dass die Familie oft zügeln musste.

So war Rudolf Steiner immer wieder

ein «Fremder» in der Dorfgemeinschaft,

einer, der nicht dazugehörte,

einer der nicht bei den anderen Kindern

im Dorf, sondern ausserhalb bei

der Bahnstation lebte.

Steiner selbst beschreibt das so:

Es gab in seinem Dorf eine Allee mit

vielen Nussbäumen. Jeden Herbst

bewarfen die Kinder des Dorfes die

Bäume mit Steinen, um die Nüsse herunterzuholen.

Wer am meisten Nüsse

ergattern konnte, war der angesehenste.

So gab es eine strenge Rangordnung.

Ganz zuunterst war Rudolf

Steiner, der als «Fremder» im Dorf

nicht das Recht hatte, an einer solchen

Rangordnung teilzunehmen.

Aber nicht nur durch die äusseren

Umstände, auch durch seine inneren

seelischen Erlebnisse wurde er zum

Einzelgänger. Er lernte früh, dass man


Steiner als Student

über gewisse Dinge und Erfahrungen

des Lebens besser schweigt, weil die

anderen Menschen sie nicht verstehen.

Ein besonders eindrückliches Erlebnis

hatte er mit sieben Jahren. Da sass er

mit seinen Eltern in einem Bahnhofwartesaal.

Plötzlich sah er eine Frau

eintreten, die seine Eltern nicht wahrnehmen

konnten. Als der Knabe darüber

mit ihnen reden wollte, sagten sie

Schwerpunkt: 150 Jahre Rudolf Steiner 15

nur: «Bist ein dummer Bub». Kurze

Zeit später aber stellte es sich heraus,

dass es sich bei dieser Frau um eine

nahe Verwandte handelte, die zu eben

diesem Zeitpunkt, als Steiner sie im

Wartesaal erlebte, auf tragische Weise

ums Leben gekommen war.

So lebte Rudolf Steiner schon früh in

zwei Welten. Als Sohn eines Bahnhof-


16 Schwerpunkt: 150 Jahre Rudolf Steiner

beamten wurde er bald vertraut mit

der Welt der Technik. Am Stationstelegraphen

lernte er die Gesetze der

Elektrizitätslehre kennen. Auch telegrafieren

konnte er schon als Knabe.

Damals kamen noch nicht so viele

Züge vorbei. Wenn ein Zug ankam,

war das eine Sensation für das ganze

Dorf. Da kamen die Leute, um zu

schauen: Der Lehrer, der Pfarrer, der

Dorfschreiber, ja sogar der Bürgermeister.

Steiner interessierte sich sehr für die

Technik, doch auf der anderen Seite

hatte er seine inneren Erlebnisse und

viele Fragen, die ihm niemand beantworten

konnte. Mit neun Jahren, also

als Drittklässler schenkte ihm ein

Hilfslehrer ein Geometriebuch. Steiner

las das Buch mit grösstem Interesse, er

studierte den Satz des Pythagoras und

alle die Dinge, die wir eigentlich erst

in der 7., 8. Klasse oder in der Oberstufe

unterrichten. Steiner schreibt

dazu in seinen Lebenserinnerungen.

«Ich weiss, dass ich an der Geometrie

das Glück zuerst kennengelernt

habe». Wie ist das zu verstehen? In

der Beschäftigung mit der Geometrie

erlebte Steiner zum ersten Mal, dass

es möglich war, in einer rein gedanklichen

Welt zu leben, in einer Welt,

die nicht die äussere, sichtbare Welt

zum Inhalt hatte, sondern rein geistige

Gesetzmässigkeiten. Dies bedeu-

tete für ihn höchste Befriedigung und

Glück.

Steiner hatte einen prophetischen

Blick. Er erkannte die Nöte und

Gefahren der Zeit. Viele 12. Klässlerinnen

und 12. Klässler haben sich in

ihren Abschlussarbeiten der letzten

Jahre mit Themen wie Klimaerwärmung,

Umweltschutz, Ausbeutung

oder Forschung am Embryo beschäftigt.

Steiner sah diese Entwicklung

voraus und zeigte Wege wie man

diese Herausforderungen bewältigen

konnte. Lange vor der ökologischen

Biobewegung entwickelte er die biologisch

dynamische Landwirtschaft

zur Belebung der Erde. Aber auch auf

anderen Gebieten, wie z.B. Medizin,

Pädagogik, Heilpädagogik, Architektur,

Malerei oder Musik gab er neue

Impulse.

Er sah, dass der einseitige Materialismus,

der nur das gelten lässt, was

gewogen und gemessen werden

kann, dass dieser Materialismus in

einer Sackgasse enden musste. Nicht

stille stehen, Mut zum Wandel haben,

das war sein Lebensmotto und gerade

deshalb können wir auch heute

noch wo Rudolf Steiner 150 Jahre alt

geworden wäre immer wieder von

ihm lernen.


Lektürehinweise zum Thema

Peter Selg: Rudolf Steiner und die

Waldorfschule

Verlag Freies

Geistesleben, 1.

Auflage 2011,

ISBN 978-3-7725-

1920-8

Die Studie be-

schreibt den

geistigen Kern

der Waldorf-

schule und ihre

Entfaltung zu Lebzeiten Rudolf Stei-

ners. Entgegen vieler zeitgenössischer

Tendenzen, die Waldorfschule von

der Person und dem Lebenswerk Stei-

ners zu trennen, wird aufgezeigt, wie

existentiell und wegweisend dessen

Einsatz für die Schule war, was seine

geistige Präsenz und konzeptionelle

Kraft für die Entwicklung der Schule

bedeutete und wie sein Verhältnis zu

den Lehrern und Schülern beschaffen

war. Die Pädagogik der Waldorf-

schule ist in methodischdidaktischer

Hinsicht in sich selbst begründet; ihre

Schöpfung aber verdankt sie der an-

throposophischen Geisteswissenschaft

Rudolf Steiners, mithin Steiner selbst,

der der nach dem Ersten Weltkrieg

eröffneten Stuttgarter Schule verbun-

den war und blieb als ihr Leiter und

unermüdlicher Förderer.

Peter Selg: Der geistige Kern der

Waldorfschule

Verlag des Ita

Wegman Insti-

tuts (2009), ISBN

978-3-9523425-

6-5

Schwerpunkt: 150 Jahre Rudolf Steiner

17

Aus der vielfältigen Auswahl zum Thema hat Angelika Torrie zwei

Werke ausgesucht, die sich speziell auf Rudolf Steiner und die Waldorfschule,

respektive Rudolf Steiner Schule, beziehen.

Der von Peter

Selg in der

Waldorfschule

Lübeck gehal-

tene und aufgezeichnete Vortrag

thematisiert zentrale Intentionen

der Waldorfschule, ihre Beziehung

zu Rudolf Steiner und ihre therapeu-

tischen, heilenden Akzente nicht

nur im Hinblick auf die körperliche

wie seelische Gesundheit der Kinder

und Jugendlichen, sondern auch für

den Erwerb von Sozial- und Friedens-

fähigkeiten, für die Menschenbildung

im humanistischen Sinne.

Nicht zuletzt die Ereignisse von Win-

nenden zeigen die absolute Relevanz

dieser pädagogischen Zielsetzungen

erneut auf, damit auch die Aktualität

der Waldorfschulen, ihrer Gegen-

warts- und Zukunftsaufgaben.


18 Schwerpunkt: 150 Jahre Rudolf Steiner

Rudolf Steiner in der persönlichen Begegnung

Ein persönlicher Bericht aus (fast) erster Hand.

Am Sonntag, den 27. Februar, fand

im Goetheanum anlässlich des 150.

Geburtstags von Rudolf Steiner ein

Podiumsgespräch mit sehr prominenten

Gästen aus ganz verschiedenen

Zusammenhängen der heutigen

Kultur statt und das Thema

war: Menschlichkeit heute. Alle

Redner gingen in ihren Beiträgen auf

die besondere Qualität der Menschlichkeit

ein, die dort entstehen kann,

wo im Sinne Rudolf Steiners in der

Begegnung zwischen Menschen die

Achtung vor der anderen Individualität

empfunden wird, wo man

sich selbst im anderen erkennt. Ein

Redner erwähnte Rudolf Steiners

Autobiografie «Mein Lebensgang»,

in der kaum von ihm selbst, aber von

unzähligen Menschenbegegnungen

die Rede ist. Und es wurde deutlich,

dass immer dort, wo versucht

wird, diese besondere Qualität einer

Menschlichkeit aus Menschenerkenntnis

zu leben, die Anthroposophie

ihre positive Wirkung hat oft

auch unausgesprochen. Und es war

eindrücklich, dabei auf den Menschen

Rudolf Steiner und nicht auf

ein bestimmtes Werk zu blicken und

man konnte erleben, wie er das in

der Art, wie er auf Menschen zuging,

selbst vorlebte.

Begegnungen mit ihm sind ja viele

beschrieben worden und viele später

Geborene haben vielleicht manchmal

Mühe damit, wie da von dieser ausserordentlichen

Ausstrahlung, dieser

oft überwältigenden Wirkung auf die

Menschen, sei es bei einem Einzelgespräch

oder vom Rednerpult aus,

berichtet wird. Man stellt sich möglicherweise

vor, es habe sich dabei um

subjektive, kritiklose Schwärmerei

von Anhängern einem Guru gegenüber

gehandelt, wie man es immer

wieder bei den verschiedensten

Gruppierungen erlebt.

Ich selber habe von meinem Pflegevater

Lothar Linde (1899-1979) immer

wieder direkt gehört, wie unmittelbar

einschneidend, zutiefst beeindruckend

und wegweisend für sein weiteres

Leben seine erste persönliche

Begegnung mit Rudolf Steiner war

und ihm war jede Schwärmerei,

jede Sentimentalität völlig fremd. Ich

zitiere jetzt aus seinen Erinnerungen

an das Jahr 1919, die er 1941 für

meine Mutter aufschrieb:

(Eine schwere Magenkrankheit war

der Anlass, dass der 19-Jährige zu

Tante und Onkel nach Dornach

kam.)

«Die Schreinerei war überfüllt mit

Menschen. Viele interessante Köpfe

erregten meine Aufmerksamkeit,

doch stockte plötzlich alles in mir in

einer jähen Überraschung, als mein

Blick auf einen Menschen fiel, der


mir anders erschien als alle, die ich

je gesehen. Neben ihm wirkten alle

eben noch so bedeutend aussehenden

Menschen wie undeutlich und

unentwickelt. Es konnte nur Dr. Steiner

sein, wusste ich gleich. Er stand

ruhig im Gespräch; ein ungeahnt

tiefes Zuhören und Interesse ging

von ihm aus und eine heitere Güte

lebte in dem Gesichtsausdruck. Er

begrüsste meine Tante und meinen

Onkel und auch ich wurde vorgestellt.

Sein Blick schien wie über mich

wegzugehen, hatte er mich überhaupt

gesehen?»

(Er ging dann zu dem Vortrag und

bald vermittelte der Onkel ein

Gespräch für den Neffen, Grund war

seine offenbar schwer zu behandelnde

Krankheit.)

«Ich zögerte zunächst, so gerne ich

es auch wollte, weil Dr. Steiner doch

sicher Wichtigeres zu tun hatte. Aber

ich nahm das Anerbieten dann doch

an und wurde in sein Atelier bestellt.

Ich sass etwas beklommen auf dem

Bänkchen vor der Tür und überlegte,

wie ich ihm meinen Krankheitszustand

am kürzesten schildern könne.

Ich wollte ihn auf keinen Fall lange

beanspruchen. Bald tat sich die Tür

auf Dr. Steiner verabschiedete sich

von dem Besuch kam dann auf

mich zu machte eine kleine Verbeu-

Schwerpunkt: 150 Jahre Rudolf Steiner

Rudolf Steiner um 1919

gung und fragte in liebenswürdigem

Ton: «Was verschafft mir die Ehre?»

Ich war vollkommen sprachlos über

diesen Empfang, stotterte etwas und

wurde von Dr. Steiner, der sich über

meine Verlegenheit amüsiert haben

mag, hineingenommen. Er bot mir

einen Stuhl an, ich konnte die Christusstatue

von meinem Sitz aus sehen.

Nun erkundigte er sich noch ein-

19


20 Schwerpunkt: 150 Jahre Rudolf Steiner

mal nach meinem Anliegen und ich

brachte es etwas unzusammenhängend

heraus. Währenddessen verlor

ich alle Verlegenheit und Fremdheit,

erst später wusste ich, dass es durch

die Art Dr. Steiners kam zuzuhören.

Ich war und bin nie ähnlichem

begegnet. Es war, wie wenn er das

tiefste Verständnis den wenigen Sätzen

entgegenbrachte, bis in die feinsten

Nuancen hinein, die ganze Seele

Aufnahmeorgan. Alle Fremdheit

wich vor dieser Menschlichkeit. Was

auch dem besten Freunde sich sonst

noch verschliessen mag, hier tauchte

das Gefühl auf, diesem Menschen

kannst du alles anvertrauen, du wirst

innigstes Verständnis finden.»

(Dann sprachen sie über die Krankheit

und Rudolf Steiner gab ihm Ratschläge,

nachdem er betont hatte, er

sei kein Arzt.)

«Zu allem liess Dr. Steiner sich viel

Zeit. Ich hatte den Eindruck, dass er

sich in aller Ruhe mit meiner Angelegenheit

befasste, und doch wusste

ich ja, dass jede Minute des Tages für

ihn ausgefüllt war. Er verabschiedete

sich auf das Freundlichste, riet mir

noch, die Meditation durch lange

Zeit hindurch zu machen: Bis wir uns

wiedersehen.

Hier war ich einem Menschen gegenübergestanden,

der aus wirklicher

Erkenntnis sprach, nicht aus Erfahrung

und Routine. Er wusste um die

Zusammenhänge des lebendigen

Organismus mit den Naturreichen

und dem Kosmos, und aus dieser

Erkenntnis heraus gab er seinen

Rat. Unaufdringlich und sachlich,

so wie man sonst spricht von etwas,

das einem in allen Einzelheiten gut

bekannt ist.»

Angelika Feind-Laurents


Wirtschaft anders denken

Anlässlich des 150. Geburtstages von

Rudolf Steiner wurde an der Rudolf

Steiner Schule Basel ein Arbeitskreis

zu Wirtschaftsfragen für interessierte

Oberstufenschüler und Lehrer ins

Leben gerufen. Bereits am 17. Dezember

fand eine erste Veranstaltung

zum Thema «Wirtschaft anders denken»

mit Herrn Ulrich Roesch, Sozialwissenschafter

und Unternehmer,

statt. Am 11. Februar wurde zu einer

Betriebsbesichtigung bei der Firma

Optiswiss auf dem Dreispitzareal

also in Schulnähe geladen. Vom 6.

bis 10. Juni findet eine Projektwoche

zur gleichen Thematik statt, wo insbesondere

Steiners Idee der sozialen

Dreigliederung behandelt werden

soll. JMP

Schwerpunkt: 150 Jahre Rudolf Steiner

Zufriedene Gesichter nach einer Führung

durch die OptiSwiss AG: Hier werden Brillengläser

für den Schweizer Markt und

den Export in nahe und ferne Länder

produziert.

FOTO: SYLVAIN RISSER, OPTISWISS AG

21


Musikalisches Cellospiel als

seelischer Ausgleich

«In der Hochkultur Chinas

vor gut 3000 Jahren

war es Pflicht jedes Menschen,

ein Musikinstrument

zu erlernen oder

sich in Gesang zu bilden.

Schon damals wusste

man, dass musizieren die

Seele belebt und Gutes im

Gefühls- und Empfindungsleben

bewirkt. Es

bringt linke und rechte

Gehirnhälfte in Harmonie.

www.ponyhof-popp.de

Tel.: 0049/7765/91018

Diese uralte Weisheit hat

auch heute ihre Gültigkeit.

Darum empfiehlt es sich

besonders für kopflastige

Zeitgenossen die Seele

mit Musik zu beleben!

David Knäble ist diplomierter

Cellolehrer mit

Unterrichts- und Konzerterfahrung.

Sein Studium

hat er bei Marek Jerie und

Stanislav Apolin an der

Musikhochschule Luzern

absolviert. Durch pädagogisches

Geschick beim

Unterrichten und der

Fähigkeit, kompetent mit

Geduld und Einfühlungsvermögen

auf die Bedürfnisse

des Schülers einzugehen,

vermag er sowohl

beim Jugendlichen als

auch beim Erwachsenen

die Begeisterung am Cellospiel

zu wecken.

Im Vordergrund seiner

künstlerischen Tätigkeit

steht das Metrumgefühl

und die musikalische

Interpretation. Sie bestimmen

das cellistische Handwerk.

Sie können auch

noch mit 60 Jahren anfangen,

Cello zu spielen.

Telefon 061 601 45 43.

Reiterferien und Reitwochenenden für Mädchen

in Grenznähe bei Bad Säckingen (Stein)

In unserem Luftkurort Rickenbach bieten wir ihnen:

- Dressurunterricht für Anfänger und Fortgeschrittene

- gut ausgebildete Reitponys und Pferde überwiegend aus elterlichem Gestüt

- artgerechte Tierhaltung mit viel Weidegang

- sie lernen den Umgang mit den Tieren von Grund auf wie Pflege, Führen,

Satteln, Trensen, Fütterung usw.

- Betreuung der Kinder in unserem familiären Betrieb


Interne Beratungsstelle für Sucht- & Präventionsfragen

Catherine Englert Stöckli,

lic.phil. Psychologin

Tel: 061 421 52 63 / 079 354 25 05

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Legasthenie-Werkstatt Monika Bieli, Holbeinstrasse 62, 4051 Basel

Beratung und Einzelförderung für Kinder und Jugendliche mit einer Legasthenie

Zielorientierte Begleitung bei schulischen Krisen und Lernschwierigkeiten

Supervision beim Erstellen von schriftlichen Arbeiten und Referaten

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24

Schule aktuell

Zusammengeschweisst

«Das Gespenst von Canterville»von Oscar Wilde, eine sehr amüsante

Komödie, die auch während der Proben viel zu lachen gab, wurde von

der Klasse 8a am 17./18./19./20. Februar 2011 aufgeführt.

Seraina, Lara, Hannah, Lamina, Jeremias,

Noah, Zeno und Botond haben

aufgeschrieben, was das Theaterprojekt

ihnen und der Klasse gebracht

hat. Damit gewähren sie uns einen

Einblick in die Höhen und Tiefen

ihrer Arbeit am Klassenspiel. Hier

eine Auswahl längerer und kleinerer

Auszüge aus ihren Aufsätzen.

Nach den Weihnachtsferien begannen

wir mit unserem Achtklassspiel. Das

Stück hatten wir schon vor den Ferien

ausgesucht und «Das Gespenst von

Canterville» hatte sich gegen «Die

Räuber» und «Ein Sommernachtstraum»

durchgesetzt… Ich fand dieses

Stück sehr geeignet für die Klasse,

weil es viele Rollen hatte und man

nicht nur als Hauptrolle hervorstand.

Als wir dann ans Proben kamen,

merkten wir, dass auch Schüler, die

sonst nicht so hervorstechen, sehr

gut in die Rolle eintauchten… Fünf

Wochen lang fiel der Hauptunterricht

aus und wurde durch Kulissen malen,

Kostüme schneidern und Proben

ersetzt. Manchen Leuten aus meiner

Klasse hat es die Chance gegeben sich

zu entfalten…

Nach den Weihnachtsferien konnten

wir unsere Rollen einigermassen auswendig.

Die Gruppen, die gemacht

worden sind, fand ich deshalb sehr

toll, als dass wir mit ganz anderen

Leuten in Verbindung traten. So lernte

ich Kollegen von ganz anderen Seiten

kennen. Es gab immer wieder heftige

Diskussionen und Zusammenstösse.

Es gab auch Zeiten, in denen wir uns

fragten, warum wir das eigentlich

machen. Am Ende rauften wir uns

dann immer wieder gut zusammen.

In diesen Wochen hat sich die Klasse

im Sozialen sehr positiv verändert…

Am Anfang des Projekts ging entweder

die A- oder B- Besetzung auf die

grosse Bühne, um einzelne Szenen mit

Herrn Everwijn zu proben. Die anderen

gingen in die Garage, um Kulissen

in der richtigen Grösse zu finden, die

später bemalt wurden. Beim Malen

mit Herrn Wenger wurden nicht alle

Schüler gebraucht, also gingen ein

paar zu Herrn Lardon in die Werkstatt

(eine Türe und eine Treppe mussten

gebaut werden) und wieder andere

waren in der Kostümgruppe bei Frau

Kaiser und nähten oder flickten die

Kostüme. Das Anpassen der Kleider

war nicht so einfach, aber schlussendlich

hatten alle schöne, passende

Kleider im 50er-Jahre Stil, für den wir

uns entschieden hatten…

Ich begann das Klassenspiel mit etwas

Unmut, da mich das Stück nicht so


überzeugt hatte. Der Unmut verflog

allerdings rasch, da das Proben und

vor allem der Bau der Kulissen sehr

Spass gemacht hat. Bei den verschiedenen

Kulissenarbeiten, kam ich

öfters an den Punkt, wo ich einfach

alles schmeissen wollte. Es wurde

trotzdem weitergemacht. Diesen

Punkt zu überschreiten fällt mir jetzt

in vieler Hinsicht etwas leichter. Ich

denke, der Klasse ist während des

Stückes auch klar geworden, dass wir

auch unter Druck relativ gut arbeiten

können…

Es hat der Klasse sehr gut getan einmal

nicht nur den Kopf zu brauchen,

sondern auch die Mimik und die

Sprache. Nun können wir sozusagen

Schule aktuell

25

FOTOS: MZ


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das kleine Einmaleins des Schauspielerns…

Wir haben gelernt, wie es sich anfühlt,

(fast) allein auf der Bühne zu reden

und zu singen. Das braucht viel

Geduld für Schüler und Lehrer! Beim

Stück wurden auch innere Werte und

Talente entdeckt, die vorher versteckt

waren.

…Vor allem war es wichtig mit allen

eng zusammenzuhalten, mit den Lehrern

und mit den Schülern. Es war

auch wichtig, dass das Konkurrenzdenken

zwischen Mädchen und Jungs

wie ausgeschlossen wurde. Es war

aber auch wichtig einander zu vertrauen,

ob z.B. die Requisiten am richtigen

Ort waren und ob, wenn man

den Faden verlor, die anderen halfen,

ihn wieder zu finden. Für mich war es

wie ein Neuanfang, ein neuer Versuch

Kameradschaft zu gewinnen…

Während die Proben immer wieder

kleine Fortschritte machten, kamen in

der Garage bei den Kulissen prächtige

Bilder zum Vorschein. Als dann am

Montag der Woche, in der die Hauptproben

stattfanden, die Kulissen und

Requisiten auf der Bühne standen,

waren wir stolz auf unsere Arbeit

und die Bühne sah einfach fantastisch

aus!…

Dann kam die erste Aufführung,

eine Schüleraufführung. Wir wurden

geschminkt, frisiert und dann standen

wir schon bald auf der Bühne… Am

Donnerstag war der gleiche Verlauf.

Schule aktuell

27

Trotz Nervosität liefen beide Aufführungen

gut. Am Freitag und Samstag

waren die Abendaufführungen.

Am Freitag gab es sehr viele Pannen;

doch wie man aus den Feedbacks

hören konnte, hat man die gar nicht

immer gemerkt, erst recht nicht, wenn

man das Stück nicht kannte. Dann am

Samstag lief, bis auf kleine Pannen,

alles sehr gut. Eine tolle Aufführung

zum Abschluss, das ist toll!

Rückblickend ist man traurig, dass

es schon vorbei ist, denn es war

eine schöne Zeit, die uns viel Spass

gemacht hat. Wir wurden auf die

Probe gestellt, kamen manchmal bis

an unsere Grenzen und haben schlussendlich

eine sehr tolle Aufführung

auf die Beine gestellt. Es war nicht

leicht, uns in die Rolle einzufühlen,

die wir spielen mussten. Es brauchte

viel Geduld und Übung, mit der Zeit

fiel uns das immer leichter und wir

konnten immer mehr mit Freude spielen

und nicht nur für uns alleine, sondern

MIT den anderen spielen. Das ist

sehr wichtig, denn ab diesem Moment

fiel es auch uns leichter! … Ich denke,

dass das Projekt uns als Klasse zusammengeschweisst

hat.

… Nach den Aufführungen, ging es

nochmals an die Arbeit. Wir räumten

die Bühne am Samstagabend vollständig

auf…

Die Zeit war lehrreich und jetzt freu’

ich mich schon auf das 12. Klassstück.


28 Schule aktuell

Heute Insel Schule

Lyrikepoche der Klasse 10a

Im Rahmen der Lyrikepoche veranstalteten

die Schülerinnen und Schüler

der Klasse 10a zum Abschluss einen

Lyrikwettbewerb. Zu zweit oder alleine

präsentierten sie ihre Gedichte, die

sie im Laufe der Epoche geschrieben

hatten. Die Themen waren:

Heute Insel Schule

Es war spannend zu hören, was die

jungen Lyrikerinnen alles zu erzählen

und welche Formen sie dafür gefunden

hatten! Stellvertretend hier die

Gedichte von Anna, Aron, Nora, Saskia

und Seraina.

Corina Lanfranchi

Fragen

Was wäre der Frühling

ohne den Winter?

Was wäre der Winter

ohne den Herbst?

Was wäre der Herbst

ohne den Sommer?

Was wäre der Sommer

ohne den Frühling?

Ergänzend,

verschieden,

nie allein,

wie alles in der Welt,

ein Ja und ein Nein.

Und doch:

Was wäre der Frühling

ohne den Winter?

Was wäre der Winter

ohne den Herbst?

Was wäre der Herbst

ohne den Sommer?

Was wäre der Sommer

ohne den … ?

Nora

Wenn Träume sterben

So kostbar wie Leben,

Ein eigener Traum,

Ein Ziel ohne Grenzen,

Und Zeit und Raum.

Ich fahre durch Strassen

Auf glatt-grauem Pflaster

Und fühle mich einsam,

Verfangen im Raster.

Seh’ so viele Menschen,

Die leuchten im Schein,

Doch hinter den Wänden

Sind viele allein.

Es ist wie ein Friedhof

Gestorbener Träume,

Zerbrochener Ziele

Unfüllbarer Räume.

Wenn Träume sterben,

Hörst du sie wimmern,

Brechen zu Scherben,

In deinem Innern.

Ich träume von Welten,

Wo Menschen noch träumen,

Und Träume noch leben,

In inneren Räumen.

Anna Monnerat


Die Insel

Ich will in den Urlaub, auf ne Insel,

Also mal ich sie mit meinem Pinsel.

In der Südsee, chillen und grillen,

Dann fisch ich Fische und werde sie killen.

Ich bin allein, hab Hunger, will Fleisch,

Ich hol, was ich will, die Insel ist mein Reich.

Ich schlag mir auf die Brust, nimm den

Jagdspeer raus.

Ich jage nen Affen, den brat ich in meinem

Lehmhaus.

Kein Hunger mehr, ich geh jetzt schwimmen.

Ich hab zuviel Meer um mich, ich will der

Insel entrinnen.

Egal, darum scher ich mich später.

Ich bin wahnsinnig, hör die Stimmen, meines

Verräters.

Mir geht’s schlecht, hab rissige Haut, meine

Lippen sind trocken.

Meine Haut juckt, ich kriege Windpocken.

Ich bin alt und schwach, bin klinisch fast

Tot.

Ich schleife mich weiter durch den Sand,

Und überlebe die Not.

Ich kann nicht mehr denken. Ich werde

zum Tier.

Mir ists egal, ob ich meinen Körper verlier.

Meine Augen schärfen sich, bin ich zum

Löwen geworden?

So wird mich niemand mehr finden,

auf der Insel verborgen.

Ich will Fleisch, rohes Fleisch, und das

werde ich kriegen.

Ich mutiere langsam, nur mein Hirn ist

Mir geblieben.

Mein Verstand verdreht sich, ich

krieche am Boden

Ich würde am liebsten in den Flammen

Der Sonne dahinlodern.

Kurz gesagt: Ich geh nie auf

Eine Insel.

Lieber steh ich vor meiner Staffelei

Und male sie mit meinem Pinsel.

Aron

KOPFSALAT

Salat, Salat

Kampf mit dem Salat

Kopf im Salat

Salat im Kopf

Salatsieb im Kopf

Kopfsalat

Salat im Kopf

Englisch im Kopf

Mathe im Kopf

Französisch im Kopf

Man gebe Salz dazu

Mayonnaise und Senf

Rühre einmal kräftig

Und hat den Salat im Kopf

Suche ohne Ziel

Anfang ohne Ende

Kabelsalat

Salat im Kopf

Erinnerungen im Kopf

Kopf als Gedächtnis

Sieb als Kopf

Salat im Kopf

Laufen ohne Füsse

Fliegen ohne Flügel

Gedanken ohne Sinn

Vergangenheit im Kopf

Zukunft im Bauch

Salat im Mund

Klarheit.

Saskia und Seraina, 10a

Schule intern 29


FOTOS: JMP

30

Schule aktuell

Aufgefallen…

Basel, am gleichen Tag, oben am

Spalenberg: Zwei japanische Touristinnen;

die eine Dame trägt am

Mantelkragen, wie es sich gehört,

die «Fasnachts Blaggedde». Sie

wurde dafür mit einem Mimosazweig

belohnt. Angstvoll blickt sie

auf, während ihre Nachbarin noch

in der Lektüre der neuesten Ausgabe

einer Abendzeitung vertieft

ist. Die Nachrichten aus der fernen

Heimat sind Besorgnis erregend:

«Strahlen-Alarm» steht auf der

Titelseite.

Hier die Leichtigkeit des Seins, dort

schwere Sorgen um das Überleben

vieler Menschen…

Zwei Fotos, aufgenommen am

gleichen Tag, in der gleichen Stadt

und doch zwei Welten, die 20’000

Kilometer voneinander trennen

so fern und doch so nah!

Basel, Dienstag, 16. März, Mittlere

Rheinbrücke: Zwei Einzelmasken

lassen sich von der warmen Sonne

eines sehr milden Fasnachtsdienstags

anstrahlen. Regungslos

sitzen sie auf ihren Thonetstühlen.

Tun, als ob sie mitten im Menschengewimmel

schliefen und

geniessen die belustigten Blicke

der anderen Fasnächtler und Passanten.


In der bis zum letzten Winkel berstend

vollen Elisabethenkirche (trotz

oder wegen? der gleichzeitig

laufenden Museumsnacht!) präsentierten

die Schülerinnen und Schüler

der Oberstufe wiederum ein hochstehendes

Programm, einstudierung

und geleitet von Katrin Felber, Jürg

Gutjahr und Klaus Jacobeit. Es begann

das Blasorchester der Oberstufe mit

drei swingigen-stimmigen Stücken,

Charles Gounods Petite Symphonie,

Thomas Trachsels Passacaglia op.111

und Goff Richards’ Atlantic Quest.

Dann folgte das Streichorchester mit

dem Konzert für Violine und Orchester

A-Dur KV219 von W. A. Mozart,

hinreissend gespielt von Orchester

und Solist Renato Wiedemann

(12. Klasse). Und zum grossartigen

Abschluss hörte man Luigi Cherubinis

Requiem in c-Moll für gemischten

Chor und Orchester. Eine insgesamt

beeindruckende Darbietung! Das so

zahlreiche Publikum würdigte auch

alle Beiträge mit viel Beifall und verzichtete

nicht auf eine Zugabe. Die

Freude am Erlebten schlug sich als

grosszügige Gabe im Spendenkorb

am Ausgang nieder, wo nach dem

Konzert stolze Fr. 5‘394.05 als Kollekte

verbucht werden durften! Ein

grosser Dank an alle Beteiligten für

dieses schöne Konzert wir freuen

uns schon auf die Ausgabe 2012!

Angelika Torrie

Schule aktuell

Konzert Elisabethenkirche

31

FOTOS: R. BREITENSTEIN


32

Schule intern

Projekt Schulerweiterung/Landkauf

Kurzbericht No. 5 Stand Februar 2011.

«Fast nichts Neues» im Zusammen-

hang mit der Beantwortung der

Frage, was, wo und wie hoch gebaut

werden könnte. Etwas konkreter

bedeutet dies, dass infolge der hän-

gigen Familiengarten-Initiative im

Moment das Baudepartement keine

Entscheidungen bezüglich unserer

Pläne treffen kann. Wegen dieser

Angelegenheit bleiben wir leider seit

mehr als einem halben Jahr in den

Startlöchern stecken.

Nach wie vor an der Arbeit ist die

«Raumprogramm-Gruppe». Die

Raumbedürfnisse für die Kindergär-

ten und das Jakobshüttli liegen vor.

Bei der Oberstufe sind nur noch weni-

ge Fragen offen, noch fehlen aber die

Bedürfnisse der Unterstufe und die-

jenigen des Projekts Frühe Kindheit

sowie des Gemeinschaftsraumes.

Soviel in Kürze. Allfällige Fragen und

Anregungen richten Sie bitte direkt

an Rolf Schwindl (rolf@schwindl.ch).

Die Mandatsgruppe:

Vincent Hoehn, André Reymond,

Andres Studer, Rolf Schwindl, Klaus

von Roëll


Schule aktuell

Problem Schulerweiterung

Zur kantonalen Abstimmungsvorlage vom 15. Mai 2011 Erhalt

der Familiengärten

Liebe Eltern und Freunde der Schule

Wer von Ihnen in Basel wohnt, hat

in den letzten Wochen vermutlich

das Seilziehen um die Initiative zum

Erhalt sämtlicher jetzt bestehender

Familiengärten mitverfolgen können.

Wie Sie vermutlich ebenfalls gehört

haben, hat sich das Initiativkomitee

nun dazu entschieden, zwar den

Gegenvorschlag der Regierung anzunehmen,

die Initiative aber dennoch

nicht zurückzuziehen. Am 15. Mai

dieses Jahres kommt es deswegen in

Basel zur kantonalen Abstimmung in

dieser Frage.

Wir möchten Sie darüber informieren,

dass wir als Schulgemeinschaft vom

Abstimmungsergebnis unmittelbar

betroffen sein werden: Wie wir Ihnen

verschiedentlich mitgeteilt haben,

befindet sich die Schule im Baurecht

auf Boden, der der Christoph Merian

Stiftung (CMS) gehört. Die Familiengärten

direkt neben der Schule gehören

zum gleichen Grundstück. Dieses

Land wurde bei der letzten Zonenplanänderung

umgezont, um Raum

für eine allfällige spätere Erweiterung

der Schulanlage offenzuhalten.

Nun hat uns die CMS das gesamte

Grundstück vor einiger Zeit zum Kauf

angeboten. An diesem Kauf sind wir

sehr interessiert, da wir hinsichtlich

unseres Raumbedarfs «aus allen Nähten

platzen» und das Gebäude dringend

erweitern können sollten.

Bei einer Annahme der Familiengarten-Intiative,

die den «Erhalt sämtlicher

jetzt bestehender Gärten am

heutigen Standort» fordert, wären die

Erweiterungsmöglichkeiten für die

Schule auf dem zum Kauf stehenden

Gelände selbstverständlich hinfällig

eine Schulentwicklung, die den

Bedürfnissen der Gegenwart angepasst

wäre, zum Beispiel mit Erweiterung

der familienergänzenden Tagesstrukturen,

modernem Mittagstisch

(entsprechend grosser Küche, Mensa

u.v.a. mehr) könnte baulich nicht verwirklicht

werden und zwar langfristig

nicht.

Wir möchten Sie als Basler Stimmbürgerinnen

und Stimmbürger bitten,

diese Konsequenz in Ihre Entscheidung

miteinzubeziehen.

Mit freundlichen Grüssen

aus dem Vorstand des Schulvereins

Christine Jost

33


FOTO: JMP

34

Schule aktuell

Tag der offenen Türen

Was der Tag der offenen Türe der Steinerschule bringt.

Unsere Fahne.

Seit drei Jahren öffnen

die Rudolf Steiner

Schulen der Region

Basel jeweils im Januar

ihre Türen der interessierten

Öffentlichkeit.

Dies wird einerseits

von Eltern, deren Kinder

bereits bei uns sind,

für einen Einblick in

den Unterricht ihrer

Kinder genutzt, oder

um zu sehen, wie es

in den oberen Klassen

sein wird. Anderseits

schnuppern jeweils

auch viele interessierte

und möglicherweise

zukünftige Eltern

«Steinerschulluft» in

diversen Schulzimmern.

Die Redaktion

wollte wissen, wie sich

diese Aktion tatsächlich

in Zahlen niederschlägt

und erhielt für den 27.

Januar 2011 folgenden

Kurzbericht:

Die Möglichkeit den

Unterricht zu besuchen

haben 48 «bestehende»

Elternteile und 52

externe, d.h. potentielle

«neue» Elternteile

genutzt. Viele interes-

sierte haben sich nebst Schulbesuch

auch bei einem offerierten Kaffee am

Stand der Kommission für Öffentlichkeit

weiter informiert.

Der Tag der offenen Türe hat der

Schule am selben Tag 3 Anmeldungen

beschert, weitere 4 Anmeldungen

erfolgten innerhalb einer Woche und

es wurde viel Interesse für Plätze ab

der 5. Klasse geäussert, die jedoch

bereits jetzt teilweise lange Wartelisten

haben.

Da diese Möglichkeit offensichtlich

ein Bedürfnis ist, wurde in unserer

Schule bereits am 5. April ein weiterer

«TdoT» angeboten. Sie haben diesen

verpasst? Bei Interesse informieren

Sie sich bitte auf unserer Homepage

über TdoT-Daten im Herbst sowie

viele weitere Veranstaltungs-Termine

www.steinerschule-basel.ch


Es hat noch Plätze

Schule aktuell

Elternrat: zu viele Vakanzen bei den Kindergärten und

in der Oberstufe

Im Gespräch mit Gudrun Brüstle

Schramm, Mitglied der dreiköpfigen

Leitungsgruppe des Elternrates, wird

deutlich, dass dieser zu Zeit zu viele

Vakanzen im Bereich der Kindergärten

und der Oberstufe hat.

Denn, wie heisst es in der «Aufgabenbeschreibung

Elternrat»: «Der ER

setzt sich zusammen aus (möglichst)

2 delegierten Eltern pro Klasse und

Kindergarten.» Und: «Die einzelnen

Mitglieder werden im Elternabend

von den Klasseneltern gewählt.»

Woran liegt dieses Desinteresse bei

den Kleinsten und den Grössten?

Vordergründig sind sicher viele Kin-

35

dergarten-Eltern noch nicht ganz auf

dem Sprung in die Rudolf-Steiner

Schule (sollen wir?) und die Oberstufen-Eltern

sind schon auf dem

Sprung zu anderen Institutionen

(müssen wir noch?).

Nicht desto trotz ist der ER ein langsam

integrierter Bestandteil der

Schule geworden, wie Frau Brüstle

betont, ein anerkannter Partner, vor

allem in der Unterstufe. Ähnlich wie

im Schulorganismus drehen sich die

Diskussionen im ER auch immer

wieder um organisatorische Abläufe

und effiziente Führung, um einen

Kräfteverschleiss der Beteiligten zu

vermeiden. Es sind Bestrebungen

im Gange, das Vorstellen des ER an

den Elternabenden zu Professionalisieren;

so soll ein Delegierter des ER

zusammen mit einem Schulvertreter

in den 1. Klassen die Wahl durchführen.

Matthias Klausener

Gudrun Brüstle Schramm (51), geboren

und aufgewachsen bei Stuttgart, ist Pflegefachfrau,

Heileurythmistin und praktische

Pädagogin; sie arbeitet bei einer

privaten Pflegeinstitution, ist verheiratet

und hat zwei Töchter (14 und 16) an der

Rudolf Steiner Schule Basel.


36

Schule aktuell

Ein guter Bazar-Jahrgang

Rückblick auf den Bazar 2010

Wie viele fleissige Hände haben

dazu beigetragen, dass am Samstag

um 10 Uhr der Bazar mit Musik

eröffnet werden konnte! Die ganze

Woche vorher wurde Material angeschleppt

und verteilt, bis am Freitag

nach dem Schulschluss um halb

zwölf Uhr der Startschuss für die

Verwandlung des Schulhauses in

einen festlich geschmückten Weihnachtsmarkt

beginnen konnte. Allen

Initianten, Eltern, Lehrerinnen und

Lehrern sowie den zahlreichen Schülerinnen

und Schülern, die aufstellten,

einräumten, Kabel verlegten,

dekorierten und noch vieles mehr

taten, sei ganz herzlich

gedankt. Nicht zu vergessen

sind die Mitarbeitenden

im Schulbüro,

die den Umgang

mit dem Geld planen

und organisieren, denn

der Zweck des Bazars

ist ja, der Schule über

die Elternbeiträge hinaus

zusätzlich Geld

zukommen zu lassen.

Über dem Bazar lag

eine freudig-friedliche

Stimmung. Nie

herrschte ein unangenehmes

Gedränge, es

war Zeit, zu schauen,

zu suchen, zu kaufen

und mit Bekannten zu

schwatzen, zu essen

und zu trinken und die vielen hervorragenden

Veranstaltungen zu

besuchen.

Das Besondere und Unerwartete

war der heftige Wintereinbruch am

Samstagnachmittag. Plötzlich brach

der Zustrom an Menschen ab. Wer

da war, blieb. Während das finanzielle

Ergebnis am Samstagabend nichts

Gutes erwarten liess, hat es sich

am Sonntag wieder ausgeglichen.

Da war der Zustrom enorm nicht

nur wegen des total ausverkauften

Matinée-Konzerts, sondern auch, um

doch noch zu seinem Adventskranz

zu kommen und seine Einkäufe zu


Kollegiums-Dank für die Elternspende

von Weihnachten 2010

Liebe Eltern und Freunde

Von ganzem Herzen danke ich im

Namen des Kollegiums allen Spende-

rInnen für den hochwillkommenen

Zustupf, den wir durch Frau Henriette

Koechlin Limacher und Herrn Urs

Limacher-Koechlin noch vor den

Fasnachtsferien entgegennehmen

durften.

Durch diese traditionelle Elternakti-

on ist in diesem Jahr ein Betrag von

CHF 23‘500 zur Verteilung gelangt.

Wie bis anhin wurde die Summe

entsprechend den Pensen auf alle

MitarbeiterInnen verteilt was Beträge

zwischen CHF 50 und CHF 280 in 120

tätigen. Auch wenn die Abrechnung

des Bazars noch nicht ganz fertig

gestellt werden konnte, bedingt

durch die Schwierigkeiten mit der

neuen Software auf dem Schulbüro,

so zeichnet sich doch ein Ergebnis im

Rahmen des letzten Jahres minus des

Ertrags aus der Verdoppelungsaktion

ab leider scheint diese Möglichkeit

zu spenden kein Echo zu finden bei

all denjenigen, die nichts Materielles

brauchen, aber dennoch die Schule

unterstützen wollen. Die genauen

Zahlen werden wir in den nächsten

Mitteilungen veröffentlichen.

Couverts «gespült» hat.

Wir verstehen diese nicht selbstver-

ständliche Geste zugleich als Aner-

kennung und Ansporn für unsere

tägliche Arbeit für und mit Ihren

Kindern und mit Ihnen.

Mit nochmaligem herzlichem Dank

und den besten Wünschen für ein

weiteres lebendiges, zugleich zeit-

gemässes und zukunftsorientiertes

Zusammenwirken in unserer Schulge-

meinschaft und einem freundlichen

Gruss

Für das Kollegium

André Reymond

Zu sagen ist noch, dass wir nun so

weit sind, den nächsten Bazar mit

eigenen Marktständen zu bestücken!

Und nicht unterlassen will ich den

dringenden Aufruf, dass wir einen

Abwaschkoordinator oder besser ein

-Koordinationsteam suchen. Dieser

wichtige Posten ist vakant und muss

dringend besetzt werden!

Noch einmal einen ganz herzlichen

Dank an alle, die in irgendeiner Weise

zum Gelingen des Bazars beigetragen

haben, und bis zum nächsten Mal.

Christoph Zwahlen, Bazarkoordination

bazar@steinerschule-basel.ch

Schule aktuell

37


38

Schule aktuell

Wie die Zwerge im Wald

Rückblick auf eineinhalb Jahre Waldspielgruppe Waldzwärgli

Im Oktober 2009 startete ich an einem

Montagmorgen mit drei Kindern,

später fünf, eigentlich noch keiner

richtigen Gruppe. Wir erforschten

Stück für Stück den Wald und den

Schrebergarten, backten Brötchen auf

dem Feuer, genossen unseren Znüni

unter freiem Himmel und am Ende

jeden Morgens gab’s eine Geschichte.

Bald wurde es sehr nass. Oft regnete

es immer gerade am Montag. Ich

sagte mir jeweils am Morgen: „Es gibt

kein schlechtes Wetter, nur schlechte

Kleidung.“ Die Kinder schien der

Regen nicht zu stören, ihnen war

jedes Wetter willkommen.

Am 11. November 2009 machten

wir zusammen mit der Spielgruppe

Schwalbennest einen Laternenumzug.

Wir gingen zusammen von

der Spielgruppe Schwalbennest mit

unseren Laternen in den Schrebergarten,

teilten Brötchen und Tee miteinander

und wanderten gemeinsam

zurück in die Spielgruppe Schwalbennest.

Dort erzählten wir den Kindern

und Eltern die Geschichte vom

Laternenmädchen. Das Wetter spielte

auch mit. Am Tag zuvor hatte es noch

geregnet, doch an diesem Tag war es

trocken. Man hörte das Laub unter

den Füssen rascheln.

Kurz vor Weihnachten kam der erste

Schnee. Die Kinder hatten grosse

Freude, den Schnee in kleinen Töp-

fen für ihre Zwergensuppen auf dem

Feuer zu schmelzen. Trotz des kalten

und nassen Wetters im Dezember

2009 kamen viele neue Anfragen

für die Waldspielgruppe. Fast jeden

Montag war eine Mutter oder Vater

zum Schnuppern dabei. So füllte sich

die Montagsgruppe auf (12-13 Kinder)

und es wir konnten ab Januar

2010 einen zweiten Morgen mit Mittagessen,

den Donnerstag, mit fünf

Kindern anfangen. Nun brauchte ich

auch rasch eine Praktikantin oder

einen Praktikanten. Es war gar nicht

einfach, in so kurzer Zeit jemanden

zu finden, der bereit war, bei jedem

Wetter draussen zu arbeiten. Doch

ich hatte Glück, noch vor der Weihnachtsfeier

mit meiner Familie fand

sich jemand. So konnte ich beruhigt

die Ferien geniessen.

Das Mittagessen war jeweils ein richtiges

Abenteuer. Wir mussten das

Wasser in Flaschen von der Schule

hoch tragen. Die warme Bouillon

vor jeder Hauptmalzeit gab allen

die nötige Wärme und neue Kraft.

Wir assen in der kleinen Hütte im

Schrebergarten. In der Hütte steht

ein Holzofen. In ca. 15 Minuten wird

es warm. Durch die wohlige Wärme

des Holzofens und das gemütliche

Kerzenlicht war das Mittagessen

immer sehr gemütlich. Die Kinder

hatten einen guten Appetit. Nach

dem Essen ging es noch einmal raus


Asco, der Therapiehund, zu Besuch.

in die Kälte, Töpfe putzen, aufräumen

und noch ein bisschen spielen,

bis Mama oder Papa kamen.

Vor den Fasnachtsferien machten wir

zusammen mit dem Schwalbennest

einen kleinen Fasnachtsumzug. Wir

trafen uns auf dem Schlangenweglein

und assen zusammen einen Znüni

im Schrebergarten. Die Kinder hatten

grosse Freude trotz Schnee und

Kälte. Es hatte an diesem Tag -7°C.

Die Kinder konnten für den Znüni

nur schnell einen Handschuh ausziehen,

sonst wären ihre kleinen Finger

erfroren.

Nach den Fasnachtsferien war ich

überzeugt, dass die Zeit mit Schnee

und Kälte vorbei sei. Dies war ein

Irrtum: Es schneite und wurde nochmals

richtig kalt. So machte ich es

wie die Kinder: Ich nahm meine warmen

Kleider wieder aus dem Schrank

und genoss die Weisse Pracht. In den

folgenden Wochen wurde ich überhäuft

mit Anfragen von Eltern, die

Ihre Kinder in die Waldspielgruppe

schicken wollten. Fast jeden Morgen

war ein Mutter, ein Vater und ein

Kind zum Schnuppern dabei. Einige

wollten die kommende Woche gleich

Schule aktuell

39

FOTO: CR


40 Schule intern

wieder kommen. So waren die zwei

Tage, Montag und Donnerstag, bald

voll. Ende Mai 2010 waren alle Plätze

von Montag bis Donnerstag für nach

den Sommerferien besetzt. In einer

Gruppe sind 12 Kinder.

Im Frühling wollte es lange Zeit nicht

recht warm werden. Die warmen

Kleider waren ständige Begleiter, wie

auch die Regenhosen und Jacken.

Doch nach den Frühlingsferien

konnten wir erstmals wieder draussen

Mittagessen, nun bereits an beiden

Tagen. Die Ruhe während dem

Essen war vorbei. Es gab so vieles zu

beobachten, man konnte das Essen

beinahe vergessen.

Vor den Sommerferien organisierte

ich ein Sommerfest mit Mittagessen

im Wald, wozu auch die Eltern eingeladen

waren. Von den 20 Kindern

kamen drei in den Kindergarten, zwei

davon in die Steinerkindergärten auf

dem Bruderholz. Die restlichen 17

Kinder kamen nach den Sommerferien

weiterhin in die Waldspielgruppe.

Bis zu den Sommerferien fand ich

auch einen neuen Praktikanten.

Nach den Sommerferien durfte ich

mit den 17 Kindern, die schon da

waren, und 16 neuen beginnen. Die

ersten drei Tage wurden wir verwöhnt

mit warmem, sonnigen Wetter.

Am Donnerstag in der 1. Schulwoche

regnete es nicht, nein, es goss. Es war,

als würde man zu Hause unter der

Dusche stehen. Für die neuen, teils

noch sehr kleinen Kinder war es sehr

hart. Diejenigen Kinder, die seit Januar

in der Waldspielgruppe waren,

spielten unbeirrt weiter. Wir konnten

so die Regenhosen und Jacken auf

ihre Tauglichkeit testen. Es hielt nicht

alles Stand.

Um 12.00 Uhr musste ich 12 Kindern

trockene Kleider anziehen. Aus den

Gummistiefeln kam einiges Wasser

raus. Nachdem wieder alle trockene

Kleidung hatten, lies der Regen

etwas nach und wir kochten unser

Mittagessen wie üblich auf dem

Feuer. Die nasse Zeit, die folgte, hatte

auch ihre gute Seite. Die Kinder sammelten

Würmer und Schnecken im

Wald haufenweise. Mit der Zeit wollte

jedes Kind am meisten Schnecken

und Würmer in seinen Kindertöpfen

haben. Am liebsten würden die Kinder

die Schnecken und Würmer am

Ende eines Morgens mit nach Hause

nehmen.

Kurz vor den Herbsferien kam der

Kaminfeger und putzte das Ofenrohr.

Nun waren die Waldzwärgli

bereit für die kalte Jahreszeit.

Mitte November 2010 erhielten wir

Besuch von Frau Benkler mit Ihrem

Goldenretriever Asco. Er ist ausgebildet

als Therapiehund (Sozialhund).

Da wir im Wald und um den

Schrebergarten immer wieder mit

Hunden zusammen treffen und einige

Kinder Angst haben, bot sich die

Gelegenheit mit dem Therapiehund

Asco auf spielerische Art den richtigen

Umgang mit Hunden zu lernen

und gleichzeitig Ängste abzubauen.

Die Kinder durften Asco streicheln,

bürsten und spazieren gehen im

Wald. Es war ein Riesenerfolg. Die


Kinder wollten ihn am liebsten in der

Spielgruppe behalten.

Im Winter 2010/11 kämpften wir

gegen die eisige Kälte an. Doch wie es

in meinem Zwergenlied heisst: „Ob

Schnee, ob Wind, s‘gfallt jedem Kind.“

Dreimal durften wir schlitteln. Dankbar

sind wir über unsere kleine Hütte

und den Holzofen, so durften wir unser

Znüni und Mittagessen in der Wärme

bei Kerzenlicht geniessen.

Christine Rufli

Ehemaliger Schüler der Schule

bietet als Masseur seine Dienste an:

Massagen und

Narbenbehandlungen

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auf Anfrage möglich)

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Registriert als med. Masseur FA.

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Richtpreis pro Behandlung

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42

Schule intern

Dank aus Berlin

Wie 40 Tische und 60 Stühle unserer Schule nach Berlin kamen.

Manche von Ihnen werden sich noch

an die Klassenlehrerin Britta Hackbusch

erinnern, wenn ihre Tätigkeit

an unserer Schule auch nur von kurzer

Dauer war und durch Ihren Mutterschaftsurlaub

abgelöst wurde. Vor

wenigen Wochen drang ein Lebenszeichen

durch ihren Partner Andreas

an uns. Er ist ebenfalls Waldorflehrer

und war ein Jahr als Praktikant an

unserer Schule. In einem Telefonat

schilderte er mir die Pioniersituation

der Waldorfschule Mahlsdorf die

sie ins Leben gerufen haben, verbunden

mit der Anfrage, ob wir ausrangierte

Schulmöbel loswerden wollten.

Er sei auf mit einem Kleinlaster

auf „Sammeltour“ in die Schweiz

unterwegs. Nach Rücksprache mit

den Hausmeistern konnte ich seine

Anfrage positiv beantworten. Wir

konnten ca. 40 Tische und 60 Stühle

zur Verfügung stellen, die die nun,

anstatt zu verstauben noch einmal

zum Geschenk werden durften. Im

Dankesmail erfahren wir noch etwas

über die ersten Entwicklungsjahre

der Waldorfschule Mahlsdorf.

Thomas Trefzer

Liebe Steinerschule Basel,

zuerst noch einmal ganz lieben Dank

für die Möbel, unserer kleinen Schule

hat das schon sehr geholfen. Ein Teil

ist schon in Benutzung, den anderen

brauchen wir nach den Sommerferien,

wenn es zwei neue Klassen gibt.

Also nun zu uns. Wir sind eine kleine

seit ca. zweieinhalb Jahren bestehende

Schule ganz im Osten von Berlin

im Ortsteil Mahlsdorf. Das liegt

direkt an der Grenze zu Brandenburg

und ist auch landschaftlich nicht

schlecht, es gibt zwei kleine Badeseen

und einen kleinen Wald ganz in

der Nähe.

Im September 2008 habe ich mit zwei

Kindern in einer Wohnung angefangen.

Im Januar waren es dann vier

Kinder und da die Schule auch hier

erstmal 5 Jahre nicht staatlich unterstützt

wird und damit wir wenigstens

Gelder vom Senat für die Nachmittagsbetreuung

bekommen wollten,

mussten wir in ein „ordentliches“

Schulgebäude umziehen. Dort mieteten

wir dann von Januar bis Juli 2009

zwei Zimmer plus Toiletten und im

Sommer waren es dann 12 Kinder.

Nach den Sommerferien im August

2009 konnten wir in unser jetziges

Gebäude einziehen, wo wir hoffentlich

auch bleiben werden. Es hat

jedenfalls Platz für 12 Klassen und


den Hort. Im August ist dann Andreas

mit einer ersten Klasse eingestiegen,

die 7 Kinder hatte und ich hatte

eine kombinierte 3./4./5. Klasse mit

19 Kindern. Dazu kamen stundenweise

Eurythmie-, Musik-, Spanisch-,

Handarbeits-, Werken- und Musiklehrer.

Für den Hort hatten wir erst

zwei, später dann drei Betreuer. Auch

Gartenbau haben wir von Anfang

an anbieten können, da unser einer

Hortner Gärtner war.

Inzwischen ist die Schule recht

gewachsen. Insgesamt haben wir 85

Kinder in 6 Klassen. Ich habe mir

immer gewünscht, einmal in einer

Schule mit kleinen Klassen zu unterrichten

und nun haben wir es wahr

gemacht. Keine Klasse wird mehr als

16 Kinder haben.

Liebe Grüsse, Britta Hackbusch und

Andreas

www.waldorf-mahlsdorf.de

Schule intern 43

FOTO: JMP


44 Schule intern


Auf Wegen zur Qualität

Nachdem in den Herbstmitteilungen

kurz und anlässlich der Schulvereinsversammlung

im September 2010

detailliert über das Resultat des Diagnose-Audits

informiert worden ist,

wurde in den letzten Monaten vor

allem an der Bereinigung der im Audit-

Bericht festgehaltenen zertifizierungsrelevanten

Empfehlungen gearbeitet.

Zwei Meilensteine dabei sind sicher

einerseits die Zusammenarbeitsvereinbarung

zwischen Vorstand und

Schulführungskonferenz mit den entsprechendenAufgaben-/Mandatsbeschreibungen

für Vorstand, Schulführungskonferenz

und Konferenzleitung

sowie zum zweiten die fast abgeschlossene

Integration des Elternrates in den

Schulorganismus. Das Resultat unserer

Bemühungen wurde am 15. Februar

2011 anlässlich des Ergänzungsaudits

mit dem Vertreter der Stiftung Confidentia,

Herr Klaus Fischer, angeschaut

und auf dem Hintergrund des Verfahrens

bewertet. Viele MitarbeiterInnen

und auch Eltern und SchülerInnen

hatten vor knapp einem Jahr Gelegenheit

im Rahmen des Diagnose-Audits

persönlich die respektvolle Spiegelungskultur

unserer Audit-Instanz

wahrnehmen zu können. In gleicher

Atmosphäre hat auch dieses zweite

Audit stattgefunden. Unser Auditor

war insbesondere beeindruckt von der

Zusammenarbeitsvereinbarung.

Insgesamt gehen wir davon aus, dass

wir die Zertifizierung erhalten werden

(Entscheid Confidentia etwa im Mai

2011). Es soll an dieser Stelle nochmals

erwähnt werden, dass «Wege zur Qualität»

ein Entwicklungsinstrument ist

und kein normenbasiertes QM-System.

Das bedeutet, dass wir als Anwender

dieses Verfahrens laufend unser

Bewusstsein bezüglich der Ausübung

unserer Tätigkeit im Kerngeschäft wie

auch bei der Weiterentwicklung der

Sozialgestalt unserer Schule schärfen

und weiterentwickeln sollen. Der

Bericht zum Diagnose-Audit beinhaltet

über 50 weitere Empfehlungen und

Anregungen, an welchen wir arbeiten

sollten, dies nicht für eine externe Instanz,

sondern für eine gesunde Entwicklung

unserer Schulgemeinschaft.

Der nächste konkrete Schritt, den

wir intern machen müssen, ist die

Umwandlung der «Steuergruppe

Schulentwicklung» in eine Verantwortungsgruppe

für das Verfahren «Wege

zur Qualität». Die Steuergruppe wird

sich dieser letzten Aufgabe neben dem

Abschluss des Mandates zusammen

mit Herrn Fuchs annehmen. Das nächste

Audit mit der Stiftung Confidentia,

am 16. Februar 2012, wird das Thema

«Rückblick» zum Inhalt haben.

Zum Schluss sei darauf hingewiesen,

dass «Wege zur Qualität» zutiefst mit

dem Impuls der Dreigliederung des

sozialen Organismus verbunden ist

und dieser Praxisbericht damit direkt

das Schwerpunktthema dieses Heftes

ergänzt.

Für die Steuergruppe, André Reymond

Schule intern

45


46

Schule intern

Trauerspende statt Blumen

Bei einem Trauerfall wird auf Wunsch der verstorbenen Person oder der Hinter-

bliebenen oft auf Kränze und Blumen verzichtet und dafür einer gemeinnützigen

Organisation gedacht. Dies kann auch die Rudolf Steiner Schule Basel sein.

Mit dem Verzicht auf Blumen und Kränze zugunsten einer Spende unterstützen Sie

junge Menschen und helfen dabei, den Kindern und Jugendlichen eine nachhal-

tige Grundausbildung zu ermöglichen.

Mit einer Gedenkgabe danken die Hinterbliebenen eindrücklich für das vergan-

gene irdische Dasein. Sie erweitern das Vermächtnis des geliebten Menschen. Licht

und Leben lassen Sie so über dessen Leben hinaus weiter fliessen.

Wenn Sie die Trauerfamilie sind und ihren Lieben Gedenkgaben an die

Schule empfehlen wollen…

… vermerken Sie bitte auf Ihrer Todesanzeige folgendes Spendenkonto:

Im Gedenken an den Verstorbenen unterstützen Sie bitte die Rudolf Steiner Schule

Basel, Jakobsbergerholzweg 54, 4059 Basel, PC 40-6024-5.

Gerne senden wir Ihnen jeweils die aktuelle Liste der eingetroffenen Spenden bzw.

der Spende.

Wenn Sie eine Gedenkspende machen wollen…

… benachrichtigen wir die Trauerfamilie in einem Beileidsschreiben von Ihrer Ge-

denkgabe. Wenn dies in Ihrem Sinne ist, dann notieren Sie bitte den Namen des

verstorbenen Menschen sowie die Traueradresse auf dem Mitteilungsfeld des Ein-

zahlungsscheins:

«Andenken an Anna Muster-Mann Basel, Mutter von Armin M.- Müller, Bin-

ningen».

Benutzen Sie bitte stets einen rosa Einzahlungsschein, der das Feld für

Mitteilungen bietet.


zur Netzwerkarbeit.

Anfang Jahr haben alle Eltern via

Schülerpost einen Fragebogen erhalten,

mit der Bitte diesen auszufüllen

und zu retournieren. Das Ziel der

Umfrage war, auf einem einfachen

Weg Kontakte zu möglichen Mitgliedern

für eine schulinterne «Lobby-»

oder «Netzwerk-Kerngruppe» zu

erhalten. Die Auswertung der retournierten

Formulare:

Total Retouren:......................................77

Absagen: ................................................41

Bereitschaft zur passiven Mitarbeit: ....28

Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit: ........8

Diese Zahlen sind nicht berauschend

aber immerhin reicht es für die Einberufung

einer «Lobby-Kerngruppe».

Wir brauchen diese Arbeitsgruppe

um sicher zu stellen, dass die Schule

als bedeutende Bildungsinstitution

wahrgenommen wird. Dazu müssen

wir unsere Beziehungen zu Behörden,

Politikern und Medien aktiv pflegen

und auf diesem Weg unsere Position

festigen und ausbauen. Die Hauptaufgabe

der Arbeitsgruppe wird sein,

die Beziehungen zu Vertretern aus

Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Verwaltung

und Kultur zu pflegen. Sie

soll Türen öffnen und Kontakte für

jene Personen aus der Schulgemeinschaft

vermitteln, die sich mit Sachthemen

beschäftigen und auf externe

Unterstützung angewiesen sind.

Weitere Ziele der Netzwerkarbeit

beinhalten:

• die Präsenz und Akzeptanz in Politik

und Wirtschaft zu erhöhen

• an politischen Entscheidungen im Bildungsbereich

aktiv teilzunehmen

• die Zusammenarbeit mit Behörden in

den Kantonen Basel-Stadt, Baselland,

Solothurn und Aargau auszubauen

• die Schulinteressen in wichtigen politischen

und wirtschaftlichen Gremien

zu vertreten

Bevor diese Aufgaben angegangen

werden können, muss die Arbeitsgruppe

alle für die Schule relevanten

Themen zusammentragen und gewichten.

Danach soll zu jedem Sachthema

eine Person als Botschafter

gefunden werden, die sich aktiv mit

dem Thema beschäftigt. So erreichen

wir, dass die Schule automatisch indirekt

in verschiedensten Gremien und

Verbänden vertreten ist. In einzelnen

Fällen wird zusätzlich eine direkte

Vertretung angestrebt werden müssen.

Ist diese aufbauende Phase der

Netzwerkarbeit abgeschlossen, wird

die «Lobby-Kerngruppe» den Informationsaustausch

zwischen Schule,

Botschaftern und Interessenvertretern

gewährleisten. Es gibt viel zu

tun. Wir sind auf Hilfe angewiesen.

Wenn Sie sich also bereits in einer für

die Schule wichtigen Position befinden

oder jemanden kennen, der sich

als Botschafterin oder Botschafter zur

Verfügung stellen würde, melden Sie

sich bitte.

Schule intern

Bereitschaft zur Mitarbeit

Bericht aus dem Fundraising-Ausschuss: Resultate der Elternumfrage

47


Inserat_130x55 22.6.2009 22:32 Uhr Seite 1

Biographiearbeit

Standortbestimmung

Neuorientierung

Maarten de Hoog

Herzwerk

Life Coaching

Entscheidungshilfe

Visionsarbeit

www.dehoog.ch 079 425 49 11


Sonntagshandlungen

Daten der Sonntagshandlungen

bis August 2011. Sie beginnen wie

immer um 10.00 Uhr,

am Donnerstag 7.30 Uhr.

Sonntag, 08. Mai 2011

Donnerstag, 12. Mai 2011

Sonntag, 22. Mai 2011

Donnerstag, 16. Juni 2011

Sonntag, 26. Juni 2011

Sonntag, 21. August 2011

Schule aktuell

gestaltet Ihr und Gärtner pflegt seit Gärten

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49


Die Kommission für Öffentlichkeit sucht auf August 2011

ElternvertreterIn

ProtokollantIin

Werbefachkraft regionale Medien

KoordinatorIn «Ehemaligen-Netzwerk»

Die «KfÖ» strebt danach, die Wahrnehmbarkeit der Schule nach aussen

und die Effektivität der Öffentlichkeitsarbeit nach innen zu verbessern und der

Schule kommunikativ ein einheitliches wieder erkennbares Gesicht zu geben.

Wir treffen uns max. 1 x pro Monat, um die diversen Massnahmen zu

koordinieren und möglichst vorausschauend zu planen.

Unterstützung in den oben genannten Bereichen wird dringend benötigt.

Unser aufgestelltes, kreatives, aber leider zu kleines Team freut sich auf Ihr

Angebot oder Ihre Fragen an oeffentlich@steinerschule-basel.ch.


52

Schule aktuell

ANGEBOTE WÜNSCHE KONTAKTE

Senden Sie uns maximal acht Zeilen an: redaktion@steinerschule-basel.ch oder per Post an: Rudolf

Steiner Schule Basel, Redaktion Mitteilungen, Jakobsbergerholzweg 54, 4059 Basel. Vergessen Sie

dabei nicht, Ihre eigenen Kontaktdaten anzugeben.

Suche günstige helle Wohnung

in der Nähe der Schule.

Angebote oder Hinweise bitte

an Sophia Galsterer, 061 681

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32 32.

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und Interessierte: Beginn: nach

den Sommerferien, genauer

Termin muss noch festgelegt

werden. Dauer: 8 Mal, Zeit:

18.30 20.30 Uhr, Kosten: SFr.

180.—, Anmeldung bei: Sophia

Galsterer 061 681 05 82.

Feuervogel: Spiel- und Kunstgruppe

für Kinder von 2 ½4

und von 59 Jahren. Musikalische

Früherziehung Bewegungsspiele

und Eurythmie

Rhythmusspiele Märchen

Malen mit Pflanzenfarben.

Zeiten: 14.30 17.30 Uhr ab

Januar 2011. Ort: Löwenbergstrasse

6h, 4059 Basel (in

den Räumen der Spielgruppe

«Schwalbennäscht»). Kosten:

SFr. 80.-- bis 100.-- pro Kind/

Woche bei 4 Nachmittagen.

Info und Anmeldung: Renata

Peliskova, 061 281 19 15.

Gesucht: Zur Erweiterung

unserer Oberstufen-Eurythmiegarderobe

suchen wir

gebrauchte Eurythmiekleider

und Schleier! Welche/r Eurythmist/in

kann sich von alten

Nebentöne…?

Schätzen trennen? Wir wären

sehr dankbar! Für das Eurythmiekollegium,

B.Rohrer. Tel.

061 331 03 34.

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2 Kindern (5 und 7 Jahre) sucht

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Neubad, Gundeldinger Quartier,

Bachletten, Bruderholz,

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Mob. 079 843 57 49.

Waldspielgruppe Waldzwärgli

sucht günstig oder gratis

Brennholz, um das Essen auf

dem Feuer kochen zu können.

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Rufli, Tel. 061 702 01 66

Alle singen, doch einer schweigt.

«Was soll denn das?» ruft Herr Jacobeit.

«Entschuldigung, mir fiel nur plötzlich ein,»

antwortet ihm Herr Everwijn,

«der Januar ist doch bald zu Ende,

wann kommt denn das Geld von der

Weihnachtsspende?»


Auf 15. August 2011 suchen wir eine(n)

Schule intern

Schulische(n) Heilpädagogin/Heilpädagogen

Mit Kenntnis der anthroposophischen

Pädagogik 80 100%

Wir starten im August 2011 mit unserer ersten Integrationsklasse (1.Klasse). Als Schulische(r) Heil-

pädagogin/Heilpädagoge unterrichten Sie in Zusammenarbeit mit der Klassenlehrerin und sind vor

allem für die heilpädagogischen Kinder verantwortlich. Fühlen Sie sich durch unser Pilotprojekt ange-

sprochen, freuen wir uns auf Ihre vollständige, aussagekräftige Bewerbung. Weitere Informationen

finden Sie auf unserer Web-Seite: www.steinerschule-basel.ch .

Unterlagen senden an:

Anstellungskommission, Rudolf Steiner Schule Basel, Jakobsbergerholzweg 54, 4059 Basel

Tel. +41 (0)61 331 62 50, E-Mail: info(at)steinerschule-basel.ch

53


Vorstand des Schulvereins

Vorstand Schulverein

Schule intern

Schaffner, Dieter (Vorsitz) 6, rue des Champs, F-68220 Leymen 0033 389 681 714

Breitenstein, Corinne (EBK) Weinbergstrasse 16, 4102 Binningen 061 560 80 42

Cuendet, Nicolas (Vizepräsident) Rainweg 18, 4143 Dornach 061 701 12 51

Eugster Stamm, Stefan (ER) Im Langen Loh 212, 4054 Basel 061 302 49 36

Jost, Christine In den Ziegelhöfen 125, 4054 Basel 061 301 70 64

Leibundgut, Bruno (FIKO) Erlenstrasse 18, 4127 Birsfelden 061 312 43 45

Meier, Guido (ER) Spitalholzweg 4, 4144 Arlesheim 061 411 20 25

Reymond, André (Admin./FIKO) Dammerkirchstrasse 12, 4054 Basel 061 560 80 43

Schwindl, Rolf (Bauverwaltung) Oberer Batterieweg 74, 4059 Basel 061 361 11 91

EBK: Elternbeitragskomission, ER: Elternrat, FIKO: Finanzkomission

Aufruf - Patenschaft

Für viele Menschen ist das wirt-

schaftliche Umfeld schwierig ge-

worden und ihre Familienformen

haben sich verändert. So stehen wir

immer wieder vor der Situation,

dass Kinder unsere Schule nicht

mehr besuchen oder gar nicht hier-

her kommen können. Mit einer Pa-

tenschaft von monatlich 50 bis 100

(oder mehr) Franken helfen Sie

einem Kind, auf das minimale

Schulgeld zu kommen, und ermög-

lichen ihm damit den Schulbesuch.

Möchten und können Sie sich an

diesen sozialen Anliegen beteiligen,

so bitten wir Sie, sich bei Frau Corin-

ne Breitenstein im Büro der Schule

Tel. 061 331 62 50 zu melden.

Diese Mitteilungen wurden mit freundlicher

Unterstützung von Weleda AG gedruckt.

55


Konferenzleitung

Schule intern

Hunziker, Roland Grellingerstrasse 67, 4052 Basel 061 312 00 03

Karnieli, Emanuel 8,rue de la Fontaine F-68220 Leymen 0033 389 70 83 19

Kohler, Urs Sempacherstrasse 66, 4053 Basel 061 362 09 88

Müller, Karin Hechtweg 11, 4052 Basel 061 311 18 70

Schaffner, Dieter 6, rue des Champs, F-68220 Leymen 0033 389 681 714

Zaeslin, Claudia Kleinriehenstrasse 104, 4058 Basel 061 601 23 55

Die Konferenzleitung

Ansprechorgan des Lehrerkollegiums ist

die Konferenzleitung. Sie steht sowohl

Eltern, Schülerinnen und Schülern, Mit-

arbeitenden als auch der Öffentlichkeit

für deren Anliegen oder Fragen gerne

zur Verfügung. Sie nimmt Anliegen und

Fragen entgegen und vermittelt diese

bei Bedarf an die zuständigen Stellen.

Sie erreichen die Konferenzleitung über

das Sekretariat (Tel. +41 61 331 62 50,

info@steinerschule-basel.ch) oder di-

rekt über E-Mail (vorname.nachname@

steinerschule-basel.ch) oder privat per

Telefon.

Anliegen an einzelne Lehrpersonen sind

wenn möglich direkt an diese zu richten

57


58 Impressum

Rudolf Steiner Schule Basel Mitteilungen

Herausgeber:

Lehrerkollegium und Schulverein

Redaktion:

Jean-Marc Petit (JMP), Tel. 0033 389 685 833

Angelika Torrie, angelika@torrie.ch

E-Mail: redaktion@steinerschule-basel.ch

Inserate:

Senta Fosanelli, Tel. 061 331 62 50 oder

info@steinerschule-basel.ch

Produktion/Layout:

mz@matthiaszehnder.ch

Adresse:

Rudolf Steiner Schule Basel

Redaktion Mitteilungen

Jakobsbergerholzweg 54

4059 Basel

www.steinerschule-basel.ch

Postcheck: 40-6024-5

Druck:

OKT Offset- & Kopierdruck AG

Erscheint: vierteljährlich

Abonnement: Fr. 40.

(für Eltern im Schulgeld inbegriffen)

Die Mitteilungen erscheinen im Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter.

Die Verantwortung für die einzelnen Artikel tragen die Verfasser.

Redaktionsschluss: 5. Februar, 5. Mai, 15. August, 5. November.


Öffnungszeiten Schulsekretariat

Unser Schulsekretariat ist telefonisch unter der

Nummer 061 331 62 50 erreichbar.

Montags, dienstags, mittwochs und freitags

von 07.30 Uhr bis 12.00 Uhr

14.00 Uhr bis 17.00 Uhr

donnerstags

von 07.30 Uhr bis 12.00 Uhr

14.00 Uhr bis 15.00 Uhr

Die Öffnungszeiten sind

von 09.00 Uhr bis 11.30 Uhr

14.30 Uhr bis 17.00 Uhr

(donnerstags bis 15.00 Uhr)

Ausserhalb der Öffnungszeiten erreichen Sie uns per Fax oder per E-Mail:

Fax 061/331 62 55, E-Mail: info@steinerschule-basel.ch



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