Bericht - Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre, insb ...

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Bericht - Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre, insb ...

Partner berücksichtigt. Neben den Einkommen, die sich aus den tatsächlich beobachtetenEntscheidungen ergeben, werden auch andere Möglichkeiten simuliert. So wirdbeispielsweise berechnet, welches Einkommen ein Haushalt hätte erzielen können,wenn die Partner nicht 40 und 20 Wochenstunden, sondern beide 40 Wochenstundengearbeitet hätten, oder wenn beide Partner nicht erwerbstätig gewesen wären. Dasgenaue verfügbare Einkommen hängt unter anderem von den Stundenlöhnen und denKinderbetreuungskosten ab.Die Simulation berücksichtigt die zahlreichen Interaktionen im Steuer-Transfer-System. Beispielsweise schlagen sich Erhöhungen des Kindergeldes nicht eins zueins im verfügbaren Einkommen aller Haushalte und entsprechend in den staatlichenAusgaben nieder, weil für einen Teil der Haushalte durch das höhere Kindergeld dieAnsprüche etwa auf Leistungen der Grundsicherung zurückgehen.2.2. VerhaltensmodellDie Wirkungsanalyse berücksichtigt, dass die Haushalte auf die von der Politik gesetztenAnreize reagieren. Das hat Folgen auch für die fiskalischen Kosten der Leistungenund Maßnahmen. Im Zentrum der Studie stehen die Anpassungen im Erwerbsverhalten.Daneben werden die durch die Leistungen und Maßnahmen bewirkten Veränderungenbei der sozialen Teilhabe und der Zeitverwendung der Familien abgeschätzt.Das Verhaltensmodell versucht zu erklären, warum sich die Haushalte für die tatsächlichbeobachtete Wochenstundenkombination entschieden haben. Dazu wird ein ökonomischesModell mit zahlreichen Parametern spezifiziert, die unter anderem angeben,welches Gewicht die Haushalte dem verfügbaren Einkommen und ihrer „Freizeit“ (genauer:der nicht mit Erwerbsarbeit verbrachten Zeit) beimessen. Das Modell berücksichtigt,dass die Gewichtung nicht für alle Haushalte gleich ist, sondern unter anderemvon der Anzahl und dem Alter der Kinder abhängt. Über einen Fehlerterm wird außerdemberücksichtigt, dass kein Modell sämtliche Entscheidungsvariablen erfasst. Dasbedeutet, dass die Wirkungsanalyse lediglich Wahrscheinlichkeitsaussagen liefernkann.Mithilfe eines statistischen Verfahrens werden Parameterwerte ermittelt, mit denen sichdas im SOEP beobachtete Verhalten des Jahres 2009 möglichst gut erklären lässt. Ineinem ersten Schritt wird dann das Verhalten derselben Haushalte unter dem Rechtsstanddes Jahres 2010 vorausgesagt. Dieser Rechtsstand bildet den Ausgangspunktfür die eigentliche Wirkungsanalyse. Der vorbereitende Schritt ist erforderlich,weil zum Zeitpunkt der Analysen die SOEP-Welle von 2010 noch nicht vorlag.iii

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