Das Naturerbe bewahren Bizarre Felsen – wilde Schluchten - Bahn.de

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Was uns... Anlaß zu Hoffnung geben kann, das ist... die wunderbare Selbstbehauptung der Natur. Lassen wir sie darin gewähren, zumindesthier und da eine Landschaft hervorzubringen, die ihr entspricht; die Naturlandschaft. Man kann sie auch Wildnis nennen.Siegfried LenzNationalpark der Natur ihre Freiheit lassenFreiheit und Würde sind Grundrechteder Menschheit. Gilt dasauch für die Natur?Fast ausnahmslos nutzen, gestaltenund schützen wir Naturnach unseren eigenen, menschlichenBedürfnissen und Maßstäben.Natur praktisch aus zweiterHand. Dies betrifft die Land- undForstwirtschaft ebenso wie Jagdund Fischerei. Hinzu kommt, dasswir infolge unseres eigenen Tuns(z. B. Waldschäden, Klimawandel)Natur immer mehr als Pflegefall betrachten,dem wir in guter Absichthelfen wollen. Aber die Natur istnicht statisch, sondern verändertsich ständig nach ihren eigenen Gesetzen. Diese Dynamik lässtsich durch Landnutzung und Pflege nicht ersetzen.In Nationalparken soll der Natur ihre Freiheit und Würde zurückgegebenwerden. Nationalparke haben den gesetzlichen Auftrag,Natur auf möglichst großer Fläche frei nach ihren eigenen Gesetzenentwickeln zu lassen und auf Nutzung und Pflege bewusst zuverzichten. Es gilt der Grundsatz „Natur Natur sein lassen”.Nationalparke sollen somit beitragen, Natur um ihrer selbstwillen als nationales und internationales Naturerbe für heutige undkünftige Generationen zu bewahren. Dies ist auch eine ethischeHerausforderung.Weltweit umfasst die Nationalpark-Familie rund 2.200 Mitgliederauf fünf Kontinenten. Unser Nationalpark ist einer von vierzehn inDeutschland, in der Tschechischen Republik gibt es vier. Die beidenNationalparke im Elbsandsteingebirge befinden sich weitestgehendin Staatsbesitz.Im öffentlichen Interesse verzichtet der Freistaat Sachsen imNationalpark auf eine wirtschaftlich ausgerichtete Nutzung der Naturgüter(z. B. Holz, Wasser, Wildtiere). Dahinter steht die Erkenntnis,dass das Kreislaufprinzip in der belebten Natur nur funktionierenkann, wenn ihr nicht ständig Bestandteile entzogen werden.Auch lenkend soll in Naturabläufe künftig nur noch eingegriffenwerden, wenn die Sicherheit von Personen, erheblichen Sachwerten(z. B. Häuser, Straßen, angrenzende Privatflächen) oderWaldbrand dies zwingend erfordert.Freiheit für die Waldentwickung bedeutet, dass Wälder überdie sonst üblichen Entwicklungsphasen Verjüngen, Wachsen undReifen hinaus alt werden können. Sie dürfen selbst zusammenbrechen,zerfallen und sich über das Recycling der Natur wiederverjüngen. Dafür benötigen sie jedoch enorm viel Zeit etwa 400bis 600 Jahre.Diese Freiheit gilt auch für eine allmähliche Wiederbewaldungvon nicht mehr durch Mahd oder Weide offen gehaltenenWiesen oder die Entwicklung der Fließgewässer.Natur kennt keine Katastrophen. Ebenso wie Felsstürzemüssen Windwurf und Schneebruch in Wäldern oder Massenvermehrungvon Insekten als natürliche Prozesse und wirkungsvolleReparaturmechanismen der Natur anerkannt werden. Alte, absterbendeund tote Bäume im Nationalpark sind somit nicht Zeicheneiner unfähigen Forstwirtschaft, sondern Markenzeichen auf demWeg vom Forst zum Naturwald.

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