2. Teil [1,63 MB] - Kaufmännisches Berufskolleg Oberberg

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2. Teil [1,63 MB] - Kaufmännisches Berufskolleg Oberberg

Kaufmännisches Rechnen, Buchführung undHandelsrecht. In der 2. Hälfte des 20. Jahrhundertsbildeten sich dann immer mehr kaufmännischeLernberufe heraus, u. a. der Industriekaufmann.Das Berufsbild wandelte sich zunächstnur langsam, denn während derRationalisierungseffekt in der industriellenProduktion in der ersten Hälftedes 20. Jahrhunderts bei etwa 1400%lag, betrug er im gleichen Zeitraum inder kaufmännischen Verwaltung nur20%, d. h. das Tätigkeitsbild 1950 wichnur wenig von dem des Jahres 1900ab.gekommen, die Ausbildung wird attraktiver, abernicht unbedingt einfacher. Wissen ist Basis undtritt gegenüber Kompetenzerwerb in den Hintergrund- die Komplexität in der Ausbildungsteigt.Dies änderte sich jedoch dramatisch inden 70er Jahren mit der Erfindung desPC und ein weiteres Mal mit der rasantenVerbreitung des Internet in den spätenNeunzigern. Die Lehrer in der kaufmännischenBerufsschule wurdengleichzeitig zu Lehrenden und Lernendenund insbesondere bei den neuenTechnologien hatten viele Mühe, mit ihrenSchülern Schritt zu halten.Hier ein Beispiel für den Wandel desLehrstoffes im Fach Organisationslehre/Informatik.1975: Die Zentraleinheit/Peripherie(Lochkarte!), 1980: BASIC auf dem Commodore64, 1985: MS-DOS, Programmieren mit Pascal,1990: Bürosoftware (Schreibprogramme,Multiplan), 1995: MS-Office wird zum Maß allerDinge, 2000: Netze, Internetführerschein, 2004:Das Fach ist abgeschafft, Computer, Internet,Problemlösungen mit Standardsoftware sindselbstverständlich in den sonstigen Unterrichtintegriert.Mit derselben Rasanz änderten sich auch dieArbeitsumgebungen in den Betrieben. DieFunktionsbereiche wachsen zu Informationsnetzenzusammen, Hierarchien werden geschleift,Orientierung in der Organisation an denProzessketten, Zusammenwachsen von Lieferant,Hersteller, Kunde zu Wertschöpfungsketten,vernetzt über das weltumspannende Internet,Globalisierung der Märkte. Unsere Auszubildendenwachsen mit Begriffen wie SupplyChain Management, Change Management,Balanced Scorecard heran. Begriffe, die vor 10Jahren bestenfalls Diplomkaufleuten geläufigwaren. Das Veränderungsrad ist in SchwungSchon äußerlich zeigt sich nach der Neuordnungdes Ausbildungsberufs 2002 und demdamit verbundenen Lehrplan das neue Denken:Die kaufmännischen Fächer heißen nicht mehrBetriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehreoder Rechnungswesen, sondern Geschäftsprozesse,Wirtschafts- und Sozialprozesse,Steuerung und Kontrolle. Die Handlungskompetenzder Schüler soll erweitert werden durchUnterricht in Lernsituationen, die sich aus typischenbetrieblichen Handlungsfeldern ableiten.Projektmanagement im Team und Präsentationsfähigkeitergänzen das geforderte Leistungsspektrum.Mit der neuen Ausbildung zum Industriekaufmann/zur Industriekauffrau wurde ein modernerDienstleistungsberuf geschaffen, der dieAuszubildenden fit machen soll für die Bewältigungder permanenten Veränderung. Die Berufsschulewill und wird auch in Zukunft ein flexiblerund unverzichtbarer Partner der Industrieim dualen Ausbildungssystem sein. Dafürsteht unser Bildungsgang-Team!Dietmar Schwartmann37

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