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www.immobilienwirtschaft.de 10 l 2013FRANKFURTam MainDie Stadt der kurzen WegeHochhausentwicklungDie Skyline aufWachstumskursBüroimmobilienDie Finanzdienstleisterkehren zurückMesseWeltmarktplatzmit Tradition


MESSE MÜNCHENHALLE C1, STAND 230LEITTHEMA 2013:GREEN DEVELOPMENTBESUCHEN SIE FRANKFURT AM MAIN MIT SEINEN 29 STANDPARTNER-UNTERNEHMEN VOM 07. – 09.10.2013 IN MÜNCHENUnter dem Leitthema GREEN DEVELOPMENT präsentiert sichdie Stadt Frankfurt am Main bei der diesjährigen Expo Real.In Gesprächspodien, Diskussionsrunden und Vorträgen werdenunterschiedliche Aspekte der nachhaltigen Umnutzung undRevitalisierung von Bestandsimmobilien und -flächenbeleuchtet. Weitere Informationen zum Auftritt der Stadt Frankfurtam Main und das ausführliche Veranstaltungsprogammfinden Sie auf unserer Webseite:www.frankfurtatexporeal.comIHR ANSPRECHPARTNER ZUR EXPO REAL 2013Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH, E-Mail: immobilienwirtschaft@frankfurt-business.netVERANSTALTERPREMIUM-PLUS-PARTNERCORPUS SIREOREAL ESTATEPREMIUM-PARTNERhjGrontmijLOGO-PARTNERAS&P -Albert Speer & Partner GmbHArchitekten, PlanerMEDIEN-PARTNER


5S. 18BüromarktInterview mit Oliver Barthvon BNP Paribas Real Estate.S. 19ABriss und NeubauBestandsgebäude werdendurch moderne Büros ersetzt.S. 21EinzelhandelFrankfurt ist alsShopping-Standort starknachgefragt.S. 22FinanzierungDie Ausrichtung der Finanzierungin Boomzeiten: EinInterview mit Helaba-Vorstand Jürgen Fenk.S. 23WohnungsmarktFrankfurt ist beliebt,dadurch fehlen Wohnungenam Markt.S. 27MarktplatzInterview mit Messe-Geschäftsführer Uwe Behm.S. 29HotelmarktGeschäftsleute im Fokus.S. 30FlughafenDrehkreuz und Angelpunkt.S. 32MarketingPremiumprojekte platzieren.30Das dritte Terminal am Frankfurter Flughafen soll 35.000 Quadratmetergrößer ausfallen als zunächst geplant.S. 33Expo RealAussteller auf einen Blick.S. 34Stadtgeflüster...... über den Hauptbahnhof.DIE UNTERNEHMERANWÄLTE& NOTARE IM IMMOBILIENRECHTpersönlich.strategisch.effizient.bhp - BÖGNER HENSEL & PARTNERD-60487 Frankfurt am Main | Zeppelinallee 47Telefon +49 (0)69 79405-0 | www.bhp-anwaelte.de


Region Report FraNkfurtStadtentwicklungDrei Fragen an ...Die Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main bietet attraktive Arbeitsplätze und ist internationaler Knotenpunkt fürGüter, Dienstleistungen, Finanz- und Informationsströme. Dazu weist sie eine hohe Lebensqualität auf. Im Mittelpunktder Region stehen Frankfurt, Offenbach und Hanau mit starker Wirtschaftskraft und hohem Wachstumspotenzial.Verantwortlich für die zukunftsfähige Entwicklung ihrer Kommunen sind die Oberbürgermeister ...Peter Feldmannist Oberbürgermeisterder Stadt Frankfurt.Claus Kaminskisteht als Oberbürgermeisterder Stadt Hanau vor.Horst Schneidergestaltet als Oberbürgermeisterdie Geschicke der Stadt Offenbach.1 2Die Herren Oberbürgermeister, derWettbewerb unter den Kommunennimmt zu. Elfenbeinturm oder Vernetzung– wie sieht Ihre Strategie aus?Feldmann: Ganz klar: Zusammenarbeitund ein Umgang auf Augenhöhe.Gerade im Hinblick auf die Eingangsfragekann beispielsweise die Wohnungssituationnicht allein auf kommunaler,sondern nur auf regionaler Ebene angegangenwerden – schließlich ist auch dieRegion als Ganzes davon betroffen. WerGewerbe ansiedeln und Jobs schaffenwill, muss auch Wohnmöglichkeiten undderen Verkehrsanbindung sicherstellen.Erste Kooperationsprojekte mit derNachbarstadt Offenbach sind angelaufenund das ist der Weg, auf dem wir weitervorangehen müssen.Schneider: Konkurrenz belebt das Geschäft:Die historisch gewachsene undstark ausgeprägte dezentrale Strukturdes deutschen Föderalismus mit starkenund selbstbewussten Kommunen ist eineKraftquelle Deutschlands. Wo eine interkommunaleZusammenarbeit möglichund sinnvoll ist, sollte dies gefördert undunterstützt werden. Das reale Potenzialverstärkter Zusammenarbeit sollte abernicht überschätzt werden. SymbolischePolitik führt hier nicht weiter. DasZiel, gleichwertige Lebensbedingungenim ganzen Land anzustreben, bleibtgrundgesetzlich verankerte Aufgabe desBundes. In den Metropolregionen stehtdie Schaffung neuer administrativerStrukturen, die den wirtschaftlichen undsozialen Gegebenheiten entsprechen, aufder Agenda. Das bedeutet: Abschaffungder Landkreise und Regierungspräsidien,Bildung von Regionalkreisen.Kaminsky: Wer im Wettbewerb steht,strengt sich an – das ist zunächst maldurchaus positiv zu bewerten. Wenn jedeKommune ihre eigenen Stärken herausarbeitet,um sich zu positionieren, könnendavon letztlich aber alle profitieren.Denn im Wettbewerb um Kunden, Bürgerund Unternehmer kann langfristignur eine regional vernetzte Strategie erfolgreichsein. Die Stärken des Einzelnenkommen dann allen zugute.Bezahlbarer Wohnraum wird knapp.Soll der Staat es richten?Feldmann: Sicherlich nicht alleine,aber der Staat sollte steuernd eingreifen,indem er das Wohnungsangebot verbessert.In Frankfurt haben wir massiveAnstrengungen für den Wohnungsbauunternommen. Die Stadt Frankfurt undihre Wohnungsgesellschaften geben inden nächsten Jahren rund zwei MilliardenEuro für den Wohnungsneubau aus.Jeder, der hier leben will, muss dies auchkönnen. Natürlich wäre es schön, wenndas Land Hessen und der Bund diesenKraftakt der Stadt ihrerseits unterstützenwürden, um bezahlbaren Wohnraum zuschaffen. Unabhängig von staatlichenAnstrengungen brauchen wir auch denprivaten Wohnungsbau.Schneider: Es gibt aktuell in Deutschlandeinen gespaltenen Wohnungsmarkt,mit Leerständen in vielen ländlichenFotos: Die Städte Frankfurt, Hanau, Offenbach, Gabriele Bobka


7Regionen und wachsendem Druck aufdie Wohnungsmärkte der wachsendenRegionen. Das anhaltende Bevölkerungswachstumdurch Zuzug in dieGroßstädte erfordert eine angemesseneAntwort. Hierzu gehört zum einen dieMietpreisbremse, die Ausweitung desAngebots an Wohnungen durch Bebauungvon Baulücken, die Ausweisung vonneuen Baugebieten und die Umnutzungin Wohnraum. Dazu gehört aber auchdas verstärkte Engagement im sozialenWohnungsbau, um für die unteren Einkommensbezieherbezahlbaren Wohnraumzu schaffen.Kaminsky: Der Staat – oder gar dieKommune – kann dies gar nicht richten,denn primär regelt sich der Markt auchfür bezahlbaren Wohnraum über dasVerhältnis von Angebot und Nachfrage.Von staatlicher Seite können nur begünstigendeRahmenbedingungen gestaltetwerden. So konnte in Hanau durch dieoffensive Entwicklung vorhandener Konversionsflächenund die Schaffung ganzunterschiedlicher Angebote im BereichWohnen im Rahmen des Stadtumbaustrotz eines erheblichen Bevölkerungszuwachsesder Mietpreis insgesamt stabilgehalten werden.3Der Filialisierungsgrad steigt. Verlierendie Innenstädte an Authentizität?Feldmann: In der Tat werden die Geschäftszeilender Großstädte sogar imeuropäischen Vergleich immer austauschbarer.Man mag das bedauern,aber offensichtlich ist es das, was sich dieKunden wünschen. Schon bald werdensich Einzelhandel, Immobilienwirtschaftund damit letztlich auch die Stadtplanerallerdings mit sehr viel gravierenderenEntwicklungen wie der zunehmendenAbwanderung des Einzelhandels in dasInternet und deren Folgen für die Geschäftslagenbeschäftigen müssen.Schneider: Der Kunde erwartet, in denGroßstädten die großen Ketten zu finden.Er erwartet aber vor allem ein besonderesEinkaufserlebnis. Authentizität erhält dieStadt dann, wenn das Gesamterlebnis einehohe Aufenthaltsqualität bietet. Das ist derGrund, warum wir in Offenbach mit demWochenmarkt, dem gastronomischen Angebotam Wilhelmsplatz, der Aufwertungder Innenstadt gemeinsam mit dem Handelüber das INGE-Projekt, dem Projekt„Aktive Kernbereiche“ und anderen an derAuthentizität der Offenbacher Innenstadtarbeiten.Kaminsky: Die richtige Balance ist dasGeheimnis des Erfolgs. Inhabergeführte,individuelle Laden-Konzepte haben inunseren Innenstädten allerdings nurdann eine reelle Chance, wenn eine gewisseGrundfrequenz an Kundschaft inder Stadt vorhanden ist. Diese wiederumwird unstrittig gerade auch durch dasVorhandensein der bekannten Marken,sprich Filialen, erreicht. Im ergänzendenWechselspiel beider Aspekte können sichidentitätsstiftende Gebäude, Räume oderAngebote entfalten und so eine eigeneauthentische Strahlkraft schaffen. Gabriele BobkaFrankfurt ist die Kernstadt der Rhein-Main-Region,in der 5,5 Millionen Menschen leben. Trotz ihres internationalenFlairs ist sie eine Stadt der kurzen Wege – auch in die Natur.


REGION REPORT FrankfurtInterviewNachhaltig, vielfältig,attraktivFrankfurt übt als Finanz- und Handelsmetropole eine hohe Anziehungskraft aus.Die Stadt der kurzen Wege hat sich Klimaschutz und Schaffung von Wohnungenauf die Fahnen geschrieben. Olaf Cunitz über Förderprogramme für Wohnraum,die Mietpreisbremse und den Plan für ein nachhaltiges Gewerbegebiet.Zur PersonOlaf Cunitz führt seit Anfang 2012 das Dezernat für Planen und Bauen. Am Herzen liegen dem1968 in Frankfurt geborenen, studierten Historiker neben dem Klimaschutz die städtebaulicheQualität und die soziale Ausgewogenheit.In Frankfurt fehlen nach wie vor Wohnungen. Welche Strategieverfolgt die Stadt, um den Mangel zu beseitigen?Cunitz: Frankfurt erfreut sich seit Jahren eines stetigen Bevölkerungswachstums.Dies bestätigt die hohe Attraktivitätder Stadt, führt aber auch zu einer starken Nachfrage aufdem Wohnungsmarkt. Mangel herrscht vor allem im Segmentder preisgünstigen Mietwohnungen. Zur Schaffungvon neuem Wohnraum setzen wir auf Mehrgleisigkeit. Zumeinen umfasst dies die Intensivierung von Bebauungsplanverfahren,eine verstärkte Ausweisung von Bauland, dieKonversion von Brachen und Umnutzungen von Gewerbe-in Wohnraum. Wir rechnen damit, auf diese Weisein den kommenden zwei Jahren den Bau von rund 7.000Wohnungen auf den Weg zu bringen. Eine zweite Schienebeschreiten wir mit der Wohnungsbauförderung, sowohldurch den Ankauf von Belegungsrechten als auch mit Förderprogrammenfür den Neubau. Das Mittelstandsprogrammfür Familien gehört ebenso in diese Rubrik wie spezifischeFörderprogramme für studentisches Wohnen oderseniorengerechten Wohnraum. Als wachsende Stadt könnenwir die Schaffung von Wohnungen nicht ausschließlichdem Markt überlassen. Daneben geben wir über die Kooperationmit dem Umland Impulse für zusätzlichen Wohnungsbau.Die hessische Landesregierung befürwortet eine Ausweitungder Kappungsgrenze für Mietpreissteigerungen bei Wohnungen.Wie steht die Stadt solchen Forderungen gegenüber?Cunitz: Wir stehen einer Senkung der Kappungsgrenzevon 20 auf 15 Prozent offen gegenüber. Allerdings gilt esabzuwägen, wie viel Eingriffe der Markt verträgt, ohne dasses zu Investitionshemmnissen kommt. In Frankfurt befindensich rund zwei Drittel aller Wohnungen im Eigentumkleiner privater Vermieter, die eine angemessene Renditebenötigen, da die Erträge zum Beispiel der Altersvorsorgedienen. Andererseits ist in Frankfurt der Druck auf denWohnungsmarkt so stark, dass eine befristete Begrenzungzumindest im Bestand vertretbar erscheint. Mietpreisbremsenim Neubau schätze ich dagegen als problematisch ein.In diesem Bereich sind Impulse und Förderung wichtigerals ordnungspolitische Maßnahmen.Eine zukunftsfähige Stadtentwicklung lässt sich ohne aktiveLiegenschaftspolitik nur schwer verwirklichen. Wie siehtdiese in Frankfurt aus?Cunitz: Im Grundsatz halten wir unser Portfolio zusammenund arrondieren dieses in Segmenten, in denen essinnvoll und möglich ist. Hier agiert die Stadt durchausnach den Prinzipien privater Asset Manager. Mithilfe einerstädtischen Gesellschaft soll ein Liegenschaftsfonds entstehen,der es uns ermöglicht, den Zugriff auf mindergenutzteGrundstücke zu bekommen und diese privaten Investorenfür städtebaulich wünschenswerte Vorhaben zur Verfügungzu stellen. Das Stadtplanungsamt hat bereits mehrere 100solcher Brachflächen identifiziert. Letztlich setzt sich eineerfolgreiche Wohnungspolitik aus vielen Aktivitäten zusammen.Die Umsetzung unserer städtebaulichen Ausrichtungerfolgt vor allem über Vorgaben im Planungsrecht undüber städtebauliche Verträge.Die Infrastruktur trägt wesentlich zur Wettbewerbsfähigkeiteines Standorts bei. Entpuppt sich Frankfurts angespannteHaushaltslage als Hemmschuh umfassender Entwicklungen?Cunitz: Wie viele andere Kommunen auch muss Frankfurtbei jeder Ausgabe deren Sinnhaftigkeit und Wirtschaftlichkeitüberdenken. Unsere Einnahmen hängen stark vonder Entwicklung der Gewerbesteuer ab. Dennoch ist undbleibt die Stadt eine Wachstumsmetropole mit der Pflicht,


9die hierfür erforderliche Verkehrs- und Sozialinfrastrukturzu schaffen. Dies wird sicherlich Investitionen im dreistelligenMillionenbereich erfordern. So bedarf es angesichtsder angespannten Verkehrssituation eines leistungsfähigenÖPNV- Systems. Immer mehr Menschen drängt es in dieStadt, da sie die urbane Infrastruktur benötigen und hoheMobilitätskosten scheuen. Diese Konzentration auf dieZentren wird sich durch den demografischen Wandel weiterverstärken. Frankfurt muss daher kompakter werden,eine Stadt der kurzen Wege sein.Die Altstadtrekonstruktion wird voraussichtlich teurer undspäter fertiggestellt. Kritiker fordern, die Anzahl der 15 geplantenRekonstruktionen zu reduzieren. Wie sieht die Haltungder Stadt aus?Cunitz: Der geplante Zeitrahmen wird eingehalten und dieKosten bleiben in einem vertretbaren Rahmen. Zudem giltes, Kosten für Sanierungsanteile wie die Arbeiten an derTiefgarage oder die Ertüchtigung von Schirn und Ostzeile,die unabhängig von dem Projekt Rekonstruktion angefallenwären, getrennt zu betrachten. Bei größeren Projektenist zudem immer mit zuvor nicht absehbaren Sanierungserfordernissenzu rechnen, die erst während des Prozessessichtbar werden. Bei diesem Projekt stehen generell nichtdie ökonomischen Aspekte, sondern die Erinnerungsfunktion,die Stadtreparatur im Vordergrund. Bürger und Stadthaben sich bewusst für dieses Projekt entschieden. Es gibtdaher keinen Grund, die geplanten Rekonstruktionen zu reduzieren.Das Bahnhofsviertel galt lange Zeit als Rotlichtviertel. Greifthier die Strategie der Stadt, einen Imagewandel durch Umnutzungenin Wohnungen zu forcieren?Cunitz: Absolut. Das Bahnhofsviertel ist geradezu einParadebeispiel dafür, wie ein gut durchdachtes Förderprogrammzur Aufwertung eines Viertels beitragen kann.Der Einsatz öffentlicher Gelder zieht hier ein Vielfaches anprivaten Investitionen nach sich. Sichtbar wird dies an dersignifikant gewachsenen Bevölkerung und der steigendenZahl von Wohnungen. Dennoch ist darauf zu achten, dassder Strukturwandel in einer sozial verträglichen Form stattfindet,Alteingesessene nicht verdrängt werden und dieVielfalt im Viertel erhalten bleibt.Der Frankfurter Hochhausrahmenplan wurde schon mehrmalsüberarbeitet. Sind angesichts des Postulats Innen- vorAußenentwicklung künftig umfangreichere Verdichtungendenkbar?Cunitz: Hochhäuser sind in Frankfurt eine anerkannteBauform. Die Skyline ist unser Wahrzeichen. Die im Hochhausrahmenplanvon 2008 vorgegebene Höhenentwicklungorientiert sich an der lokalen Charakteristik der Bebauung.Wir sehen uns als Hüter der von den Stadtverordnetengenehmigten Festlegungen. Allerdings könnten sich dieBedürfnisse der Stadtentwicklung ändern und eine Fortschreibungdes Rahmenplans anstoßen. Im Falle einer Neuplanungwäre zu diskutieren, ob man die Höhen weiterhinnur für einzelne Standorte festlegt oder die Entwicklung aufeinzelne Areale oder Cluster bezieht. Entsprechende Änderungenmüssten allerdings in Ruhe diskutiert und von denStadtverordneten beschlossen werden.Im vergangenen Jahr setzten Investoren verstärkt auf Studentenwohnungen.Manifestiert sich hier ein neuer Trend?Cunitz: Ja, früher haben private Investoren sich in diesemBereich gar nicht engagiert. Die klassischen Bauherren warendie Kommunen, die Kirchen und die Studentenwerke.Die Privaten schaffen dabei ein zusätzliches Angebot, da sieein Segment von Studierenden abdecken, denen mehr Geldzur Verfügung steht. Diesen eher hochpreisigen Angebotenstehen die Stadt als Förderer und das Studentenwerk als Anbieterpreiswerten Wohnens gegenüber.Die Stadt möchte ein „nachhaltiges Gewerbegebiet“ entwickeln.Was ist konkret darunter zu verstehen und wie siehtder aktuelle Stand aus?Cunitz: Hier stehen wir eher noch am Anfang. Im vergangenenJahr wurde zu diesem Thema ein Arbeitskreis ins Lebengerufen, der auch die Expertise externer Fachleute mitins Boot holt. Als Kriterien für ein nachhaltiges Gewerbegebiethaben sich nach den ersten Gesprächen ein niedrigerFlächenverbrauch, der Einsatz unschädlicher und wiederverwendbarerMaterialien beim Bau, ein geringer Energieverbrauchder Betriebe und geringe Emissionen und Immissionenergeben. Eine entsprechende Machbarkeitsstudiewird derzeit vorbereitet. Gabriele BobkaMit der Neugestaltung des Dom-Römer-Areals soll Frankfurts alteMitte mit neuer Identität wiedererstehen. Einige Häuser werden alstypische Exponate möglichst originalgetreu rekonstruiert.


REGION REPORT FrankfurtHochhausentwicklungDie Banken prägen die Skylineim Zentrum des internationalenFinanzplatzes Frankfurt.HochhausentwicklungDemHimmelSo nahDie Hochhaus-Skyline desBankenviertels gehört zuFrankfurts Wahrzeichen.Für Projektentwickler gilt es,beim Bau besondere Auflagenzu berücksichtigen. RobertBambach zu den Merkmalendieser Immobilien.Herr Bambach, für Hochhäuser gelten besondere baurechtlicheAuflagen. Welche Anforderungen ergeben sich dadurchbei der Projektentwicklung?Bambach: Im Bebauungsplan sind die rechtlichen Grundlagenfür den Bau von Hochhäusern nur selten vorgegeben.Diese müssen dann erst gemeinsam mit der Stadt alsGenehmigungsbehörde und der Politik erarbeitet werden.Angesichts der Auswirkungen auf die Umgebung verlangenviele Städte einen Nachweis über die Verträglichkeit. Dabeispielen Themen wie Standorteignung, Schattenwurf, Thermik,Abstandsflächen, städtebaulich-gestalterische Einbindungoder Qualitätssicherung eine wesentliche Rolle. SpezielleAuflagen gelten ganz besonders für den Brandschutzund sonstige Sicherheitsaspekte wie beispielsweise Rettungs-und Fluchtwege. Auch Bestimmungen für die Statik,Erschließung und Versorgung erhöhen die Anforderungen.Mit welcher wirtschaftlichen Nutzungsdauer ist bei einemBürohochhaus zu rechnen und wie häufig stehen umfassendeSanierungen an?Bambach: Für den Betrieb ist eine besonders aufwendigeGebäudesteuerung notwendig. Vollgestopft mit Technik,ist genau jene die Achillesferse. Bei guter Wartung mag siemindestens 30 Jahre ihren Dienst tun, aber sie veraltet ebendoch schneller als eine Wand, eine Fassade oder ein Dach.Auf der anderen Seite kennen wir Hochhäuser aus den1990er Jahren, die in Sachen Energieverbrauch, Flächenef-fizienz und Komfort bereits heute weit hinter den Standardszurückliegen. Die vielen Nebenflächen und die hohen Betriebskostenlassen sie im Vergleich zu einer üblichen Büroimmobiliealt aussehen. Eine generelle Nutzungsdaueraber gibt es nicht. Letztendlich ist es, wie bei allen anderenGebäuden auch, ein Rechenexempel.In Zeiten zunehmender Flächenknappheit gewinnen Revitalisierungenan neuem Glanz. In welchem Fall rechnet sichdies für ein Hochhaus und wo liegen die Kostentreiber?Bambach: Bei einer lichten Höhe von 2,50 Metern ist dasHochhaus als Bürogebäude praktisch nicht mehr zu vermieten.Alternativen sind dann nur andere Nutzungen oderDer Frankfurter Hochhausrahmenplan 2008Im Jahr 1999 wurde erstmals eine umfassende Rahmenplanungzur Fortentwicklung der Hochhauslandschaft beschlossen, die 2008fortgeschrieben wurde. Der Hochhausentwicklungsplan 2008 bereitet23 neue Hochhäuser ab 60 Metern Höhe auf 16 Standorten vor, wasim Ergebnis einem Flächenzuwachs von etwa 800.000 QuadratmeternBruttogeschossfläche entspricht. Für vier der Standorte sieht der Planerstmals Wohnhochhäuser vor. Sämtliche Hochhausstandorte erfordernin einem zweiten Schritt die planungsrechtliche Sicherung mittelsnachfolgender, konkretisierender Bebauungsplanverfahren. Bei derkonkreten Einzelfallprüfung gilt es, zahlreiche Auflagen zu erfüllen.


Region Report FRANKFURTBANKENSTANDORTQuo vadis Bankenwelt?Frankfurt ist als Finanzplatz international bekannt. Die Eurokrise, die verschärften Regulierungen durch Basel IIIund das KAGB stellen Finanzierer von Gewerbeimmobilien, Fondsmanager und Verwalter vor Herausforderungen.Anni Hönicke, Torsten Knapmeyer und Ulrich Bäcker von der DekaBank geben Einblicke in die Bankenpraxis.Anni Hönicke: „Aus heutiger Sicht istdie Erfüllung der hinsichtlich Höhe undQualität verschärften Eigenkapitalanforderungenfür unsere gewerblicheImmobilienfinanzierung kein geschäftsbegrenzenderFaktor. Wir gehen davonaus, dass der Anlagedruck Richtung RealEstate Assets anhält. Insgesamt stellendie Immobilienfinanzierungsaktivitätennur einen kleinen Teil der Aktivitätender DekaBank-Gruppe dar, der nur einenniedrigen einstelligen Prozentsatzdes Kapitals bindet. Wir müssen bei derGeschäftsplanung nicht mit dem spitzenBleistift rechnen, ob wir weiter Kredite– und damit nach Basel III relevanteRisikoaktiva – generieren können. DenBanken bleibt für einige Aspekte, wiezum Beispiel beim Leverage Ratio, bis2018 Zeit, ihre Bilanzen zu restrukturieren.Wir rechnen damit, dass der eineoder andere Wettbewerber Risikoaktivaabbauen muss, die uns interessierenkönnten, weil dahinter gute Immobilienund somit gute Kredite stecken.“Torsten Knapmeyer: „Aus unsererSicht gibt es gute Argumente für Neuanleger,auch nach dem Inkrafttreten desKapitalanlagegesetzbuches in bestehendeOffene Immobilienfonds zu investieren.So verfügen die Offenen Immobilienfondsder DekaBank zum Beispiel durchihr Volumen und die jahrelange Präsenzauf den weltweiten Immobilienmärktenüber eine breite Risikostreuung. Sie sindeine langfristige Anlageform und als solcheauch weiterhin attraktiv. Wie sich dieÄnderungen auf die Nettomittelzuflüssein unsere drei Retailfonds auswirken,können wir derzeit noch nicht abschätzen.Hintergrund ist, dass die Kontingentefür den Deka-ImmobilienEuropaund den Deka-ImmobilienGlobal bereitsvor dem Inkrafttreten des Kapitalanlagegesetzbuchesausgeschöpft waren. Fürden WestInvest InterSelect gab es nocheinen kleinen Restbestand. Aus unsererSicht bleiben Offene Immobilienfondseine wichtige Beimischung in gut diversifiziertenAnlageportfolios.“Ulrich Bäcker: „Analog zu Preissteigerungenin den privaten Haushaltensteigen auch seit Jahren die Kosten fürdie Vermietung von Flächen, derenAusbau und Unterhalt. Dem begegnenwir mit Maßnahmen wie gezieltenNeuausschreibungen oder Bündelungenzur Effizienzsteigerung von Prozessenund Dienstleistungen. Oberste Prioritätist die Sicherstellung von Qualität undMieterzufriedenheit. So haben wir dieStromversorgung unserer deutschen Gebäudeneu ausgeschrieben und beziehennur noch Strom über einen Anbieter,statt Verträge mit mehreren zu unterhalten.So konnten wir die Kosten senken,den Prozess verschlanken und den MieternÖkostrom anbieten. Eine weitereHerausforderung sind stagnierende oderleicht rückläufige Mieten in Nebenlagen.In den Core-Lagen sind Nachfrage undAngebot in einer akzeptablen Bandbreitevorhanden, in den Nebenlangen müssenFlächen jedoch durch regelmäßige Investitionenattraktiv gehalten werden.“Anni Hönicke,Leiterin gewerblicheImmobilienfinanzierungTorsten Knapmeyer,GeschäftsführerDeka ImmobilienUlrich Bäcker,GeschäftsführerDeka Immobilien


Leuchtturmprojekte13Glanzvolle ArchitekturDer kernsanierte Silvertower punktet mit EnergieeffizienzMit seinen 166 Metern war der Silvertowerim Frankfurter Bahnhofsviertelvon 1978 bis 1990 das höchste GebäudeDeutschlands. Bis 2008 diente dasGebäude mit seiner charakteristischenAußenfassade aus silbernem Aluminiumzusammen mit dem benachbartenHochhaus Gallileo und dem siebenstöckigenVorstandsgebäude Gallusanlage 8als Konzernzentrale der Dresdner Bank.Mit einer Kernsanierung passte das Architektenbüroschneider+schumacherBau- und Projektmanagement an moderneenergietechnische Standards an.Die aufgearbeitete Fassade wurde auf derInnenseite gedämmt. Der Energieverbrauchpro Jahr konnte so um 30 Prozent,der Wärmeverbrauch um 55 Prozent undder CO₂-Ausstoß um 35 Prozent gesenktwerden. Das Gebäude erhielt das DNGB-Zertifikat in Silber. Die Deutsche BahnAG mietete die gesamten Büroflächenlangfristig für ihre Systemdienstleister-Tochter DB Systel an.Die charakterisitische Alu-Fassade blieb erhalten.Opernturm erhält goldDie Mitarbeiter des Hauptmieters UBS arbeiten „kulturnah“ mit Blick auf die Oper.Der nach Plänen von Architekt Christoph Mäckler erbaute 170Meter hohe Opernturm im Frankfurter Westend verfügt über67.200 Quadratmeter Nutzfläche und 42 Etagen. Zum Opernplatzhin rundet ein siebenstöckiges Podium-Gebäude das Gesamtensemblemit seiner sandfarbenen Natursteinfassade ab.Als einer der ersten Bürohochhaus-Neubauten Europas erhieltder Opernturm das Zertifikat Leed Gold für nachhaltiges Bauen.Die ökologische Architektur, der bewusste Umgang mit Materialienund die durchdachte Gebäudetechnik sorgen für einengeringen Energiebedarf und niedrige Emissionen. Hauptmieterist die UBS Deutschland. Mehr als die Hälfte des Grundstückswurde in einen öffentlichen Park umgestaltet, der den bestehendenRothschildpark vergrößert.Ordnungsamt Stadt Frankfurt wertet Gallusviertel aufAuf dem ehemaligen Werksgelände vonMesser Griesheim entstand für rund 84Millionen Euro ein neues Ordnungsamt.Das Gebäude greift die Kurvenbewegungder benachbarten Bahngleise auf und ermöglichtdurch seine Spiral-Bandstruktureine Kombination von Verdichtungund Transparenz. Die rund 39.000 QuadratmeterBruttogeschossfläche verteilensich über ein Untergeschoss, sechs Obergeschossesowie ein Staffelgeschoss fürdie Technik. Das Gebäude ist mit mo-dernster Energietechnik ausgestattet undwird über 112 Erdwärmesonden beheizt.Der Nord-Süd-Bereich ist mit Brückenverbunden, um die Wege zu verkürzen.Der Projektentwickler OFB hatte Ende2005 ein Gutachterverfahren ausgelobt,bei dem sich unter sieben Teilnehmerndas Büro Meixner Schlüter Wendt mitseinem Vorschlag durchsetzen konnte.Die Stadt Frankfurt mietete gut 88 Prozentder Mietfläche über einen Mietvertragmit 20-jähriger Laufzeit.Transparenz und Verdichtung, harmonisch vereint.


Region Report FRANFKURTKONVERSIONRedevelopmentImWandelder ZeitMit „Saint-GobainBuilding DistributionDeutschland“zieht nach demWohnen auchGewerbe in denHafen Offenbach.Flächenknappheit machterfinderisch. Mit denrichtigen Konzepten sindRevitalisierungen ein Gewinnfür die ganze Region.Im Zeitalter der Globalisierung konkurrierenStädte weltweit um Investitionen,Einwohner und Arbeitsplätze. In denvergangenen Jahren dienten insbesondereGroßprojekte dazu, die Attraktivitätder Metropolregionen zu steigern. Ganzim Sinne der politischen Vorgabe „Innen-vor Außenentwicklung“ entstehendie meisten Großquartiere auf Konversionsflächen.Die Planung und Realisierungerstrecken sich meist über vieleJahre. In knapp drei Vierteln der Fällesind Wohnen, Arbeiten, Versorgen undErholen im quartierbezogenen Zusammenhangkonzipiert. Bei den gewerblichenNutzungen überwiegen Handelund Dienstleistungen, die sich aufgrundder weniger störenden Nutzungen gutin bestehende Siedlungsstrukturen integrierenlassen.Arbeiten und Wohnen am FlussIm Frankfurter Westhafen entstand inden vergangenen 15 Jahren auf 125.000Quadratmetern Landfläche und 45.000Quadratmetern Wasserfläche unter demMotto „Wohnen und Arbeiten am Fluss“ein modernes, urbanes Stadtviertel mitganz eigenem Charakter und ungewöhnlichenPerspektiven. Neben Raum für biszu 3.500 Arbeitsplätzen und rund 1.600Einwohnern bietet der Westhafen einehochwertige, moderne Gebäudearchitekturund ansprechende Freiflächen mitPromenaden, Plätzen und Grünflächenin einem maritimen Umfeld. Das neueEinst diente der Frankfurter Westhafen demGüterumschlag. Heute verbinden sich in einem urbanenQuartier am Wasser Wohnen, Arbeiten und Gastronomie.


15Stadtquartier liegt etwa fünf Minutensüdlich des Hauptbahnhofs. Der 1886eingeweihte Westhafen war lange Zeitfür Frankfurt ein wichtiger Güterumschlagplatz.Gegen Ende des vergangenenJahrhunderts aber hatte der wasserbezogeneGüterumschlag am Westhafenkeine Bedeutung mehr.optimale Umgebung für moderne Unternehmenund ist ein Umfeld, in demsich Mitarbeiter wohlfühlen und effizientarbeiten können“, bestätigt Daniela Matha,Geschäftsführerin der OPG OffenbacherProjektentwicklungsgesellschaft.Der Hafen Offenbach wurde im OktoberErstes Unternehmen Dockt anNach der Wohnbebauung zieht mit Saint-Gobain Building Distribution Deutschlandab 2014 das erste Unternehmen inden Offenbacher Hafen. Groß & Partnerwird hier ab Herbst für den MieterSaint-Gobain Building Distribution dieneue siebengeschossige Unternehmenszentralemit rund 6.500 QuadratmeternNutzfläche bauen. Das Bürogebäude inL-Form soll Ende des nächsten Jahresfertiggestellt sein. Parkplätze entstehenin unmittelbarer Nähe auf mehreren„Der Hafen Offenbach bietet die optimale umgebung fürmoderne unternehmen, in der sich Mitarbeiter wohlfühlen“Daniela Matha, OPGParkdecks. Ferner gibt es Überlegungen,im Erdgeschoss des neuen Bürogebäudeseine Kantine einschließlich eines öffentlichenBereichs einzurichten. „Neue Entwicklungsflächendirekt am Main sindselten. Der Entschluss der Kommune,attraktives Wohnen und Arbeiten direktam Wasser zu schaffen, geht in diegleiche Richtung anderer erfolgreicherEntwicklungsprojekte wie die Hafenentwicklungin Hamburg: Lebensqualitätdort, wo früher Industrie und Transportmaßgeblich waren“, stellt Jürgen Groß,Geschäftsführer von Groß & Partner,fest. „Der Hafen Offenbach bietet die2011 von der Deutschen Gesellschaft fürNachhaltiges Bauen (DGNB) mit dem(Vor-)Zertifikat in Gold der KategorieStadtquartier Neubau ausgezeichnet, diedamit die an nachhaltigen Kriterien ausgerichteteGesamtkonzeption des neuenStadtviertels zum Arbeiten, Wohnen undLeben würdigt. Gabriele BobkaSO DEFINIEREN WIRFREI-HEIT.DAS BÜROLOFT FÜR VORAUSDENKERSmart und flexibel. Offen für innovative Raumkonzepte undnachhaltige neue Arbeitswelten. Mitten in der neuen Büro-,Geschäfts- und Wohnlage blvd Mitte bietet The Brick Qualität undurbanes Leben. Mit Bus und künftig mit Stadtbahn vor der Tür.+49 [0] 6196. 5232 242www.blvd-mitte.de


REGION REPORT FrankfurtRedeveleopmentMit dem Boulevard Mitte entstehtim Europaviertel entlang der 60Meter breiten Europa-Allee einvernetzter Business-Standort.Er kombiniert urbanes Lebenmit kurzen Wegen ins Grüne.InterviewEuropa in FrankfurtEin Paradebeispiel für die gelungene Revitalisierung einer Infrastrukturbrache ist das Europaviertel.Auf dem Gelände des ehemaligen Güter- und Rangierbahnhofs im Stadtteil Gallus entstehen biszum Jahr 2025 urbane Quartiere mit unterschiedlichem Charakter.Herr Zajac, ob Wohnungen, Büros oderden – im Europaviertelsind viele Projekte bereits bei Baubeginn zu einemhohen Anteil vermietet oder verkauft. Was erklärt den Reizdes Standorts und welche Kapazität besteht noch?Zajac: Vom gesamten Nettobauland im Europaviertel Westsind noch etwa 16 Prozent verfügbar. Das sind rund 53.000Quadratmeter für gewerbliche Nutzungen. Attraktiv für diekünftigen Nutzer – und damit für Investoren und Projektentwickler– ist der urbane Charakter des Europaviertels.Es ist innenstadtnah und lebendig, aber nicht hektisch, miteinem 60 Meter breiten Boulevard und zahlreichen Grünflächen,die an den Frankfurter Grüngürtel angebundensind. Vor allem profitieren Anwohner und Berufstätige vonden kurzen Wegen, die sich aus der Mischung von Arbeitenund Wohnen, dem neuen Shoppingcenter und der gutenverkehrlichen Anbindung ergeben.


17Welche Konzept-Bausteine haben sich bei der Entwicklungdes Europaviertels bewährt?Zajac: Der Vermarktungserfolg belegt die bedarfsgerechteVermarktung. Bewährt hat sich auch das Nachhaltigkeitskonzept,das mit dem DGNB-Zertifikat in Gold ausgezeichnetwurde. Verändert haben wir, in Abstimmung mit derStadt, die Nutzungsverteilung. Aufgrund der großen Nachfragenach Wohnungen haben wir rund 150.000 Quadratmetermehr Wohn- anstelle von Bürofläche ausgewiesen.Außerdem ist die ursprünglich geplante U-Bahn einer teilsoberirdisch geführten Stadtbahn gewichen. Beide Veränderungenkonnten ins städtebauliche Konzept gut integriertwerden. Neue Wege gehen wir mit dem Einzelhandelskonzeptfür das Quartier Boulevard Mitte: Darin skizzieren wirEmpfehlungen für die Einzelhandels- und Gastronomieflächen,um die Belebung der Erdgeschosszonen zu stärken.Weiterentwickelt haben wir die Machbarkeitsstudien fürzwei gewerblich genutzte Bauprojekte. Wir planen im Europaviertelden Bau des Bürolofts „The Brick“ sowie das BüroundGeschäftshaus „Office 27“. Dafür suchen wir derzeitnoch Mieter.Das Europaviertel zeichnet sich durch eine anspruchsvolleFreiraumgestaltung aus. Welche Leitidee steckt dahinter undwie nehmen die Bewohner die öffentlichen Räume an?Zajac: Die Leitidee ist einfach: Ein hochwertiges Quartiererfordert hochwertigen öffentlichen Raum. Im Europaviertelfindet sich dies bei den Grünflächen, beim Boulevardund auf den Plätzen. Die Grünflächen sind aufwendig gestaltet– von den Bodenbelägen über die Bepflanzung biszu Spielzonen für Erwachsene mit öffentlichen Fitnessgerätenund Spielplätzen für Kinder. Der Boulevard als Alleemit sieben Meter breiter Flanierzone auf jeder Seite ist einwichtiges Alleinstellungsmerkmal. Schon heute werden dieParks auch von Bewohnern der benachbarten Stadtteile gutangenommen. Das haben wir bewusst gefördert, indem wirauf einem bisher freien Baufeld eine Minigolfanlage mitgastronomischen Angeboten eingerichtet haben und imEuropagarten in Kürze die sogenannte Urban Lounge eröffnenwerden.Nach mehr als 13 Jahren hat das Stadtparlament nun einenU-Bahn-Anschluss für das Europaviertel beschlossen. DieUmsetzung wird möglicherweise weitere sechs Jahre dauern.Wie geht Aurelis als Landentwickler mit derart langen Planungs-und Realisierungsphasen um?Zajac: Da sind wir flexibel dank des robusten städtebaulichenKonzepts. Den Schwenk von der U-Bahn zur Stadtbahnbegrüßen wir als modernes städtisches Verkehrsmittelund sichtbar belebendes Element. Die Gesamtzeit derEntwicklung bis zur Fertigstellung des Quartiers wird sichohnehin nicht verlängern. Der Stadtbahnanschluss wirdjetzt nur als Letztes realisiert, lässt sich aber gut in die nochausstehenden Bauarbeiten am Boulevard West und im Europagarteneinfügen.In Frankfurt sind Wohnungen knapp und teuer. Stadt undInvestoren setzen daher verstärkt auf dieses Segment. Bedrohtdies nicht die Ausgestaltung lebendiger Stadtquartiere?Zajac: Nicht unbedingt. Frankfurt hat Nachholbedarf anWohnraum. Deutlich mehr als die Hälfte der Beschäftigtenpendelt täglich aus dem Umland. Das ist vermutlich nichtimmer eine freiwillige Entscheidung. Wichtig ist es aber,auch in Wohnquartiere belebende Elemente zu integrieren,zum Beispiel durch Gastronomie und Einzelhandel. Durchdie Verschiebung von Gewerbe zu Wohnen, beispielsweisein bisher monostrukturellen Bürovierteln wie Frankfurt-Niederrad, kann das Prinzip des gemischt genutzten Quartierssogar gestärkt werden. Wir haben nun auch in unseremQuartier Boulevard Mitte, das ursprünglich nur fürGewerbe vorgesehen war, die Struktur stärker gemischt. Gabriele BobkaZur PersonThaddäus Zajac ist seit November 2008 bei Aurelis Real Estatefür den Regionalbereich Mitte verantwortlich. Das Unternehmenplant im Europaviertel den Bau des Bürolofts „The Brick“ sowiedas Büro- und Geschäftshaus „Office 27“.


REGION REPORT FrankfurtInterviewFinanzdienstleisterim AufwindDer Frankfurter Büromarkt präsentiert sich stabil und mit guten Perspektiven.Banken und Finanzdienstleister dominieren die Nachfrage und legten beimFlächenumsatz um elf Prozent zu. Der hohe Anteil großvolumiger Core-Dealshat die traditionell starke Position der City noch weiter gestärkt. Mehr als 82Prozent des Transaktionsvolumens wurden hier umgesetzt.Zur PersonOliver Barth ist Geschäftsführer der BNP Paribas Real Estate GmbH und Niederlassungsleiterin Frankfurt. In Deutschland ist das Beratungshaus in den vier Geschäftsbereichen Transaction,Consulting, Valuation und Property Management aktiv.Herr Barth, d er Büroflächenumsatz sank im ersten Halbjahr gegenüberdem Vorjahreszeitraum um 13 Prozent. Wie sieht IhreErklärung für diesen Rückgang aus und wie wird sich dieNachfrage entwickeln?Barth: Dies hängt in erster Linie von der niedrigeren Anzahlder Großabschlüsse ab. Im vergangenen Jahr gab esfünf solcher Transaktionen mit einem Flächenvolumen voninsgesamt 75.000 Quadratmetern, in diesem Jahr nur zwei,auch wenn diese 60.000 Quadratmeter Fläche ausmachen.Der Anteil kleinerer Flächen bis 1.000 Quadratmeter amUmsatz stieg zwar um zehn auf 38 Prozent, konnte aber dasgeringere Volumen der Großabschlüsse nicht ausgleichen.Dabei zeigt der Markt durchaus Bewegung. Zahlreiche Unternehmenwie beispielsweise die Allianz haben sich allerdingsnach einer umfassenden Prüfung für einen Verbleibim aktuellen Objekt entschieden. Für das zweite Halbjahrzeichnet sich eine steigende Nachfrage ab. Hierfür sprechennicht nur einige größere Gesuche, sondern auch das weiterhinlebhafte Marktgeschehen im kleinteiligen Segment.Im Core-Segment entwickelt sich ein deutlicher Nachfrageüberhang.Der Leerstand dürfte – mit Ausnahme von Bürosmit moderner Ausstattungsqualität – noch längere Zeit aufdem aktuellen Niveau verharren.In Frankfurt haben sowohl die Spitzen- als auch die Durchschnittsmietenzugelegt. Wird dieser Trend anhalten undwelche Stadtteile sind besonders gefragt?Barth: Die Spitzenmiete ist um vier Prozent auf aktuell37,50 Euro pro Quadratmeter gestiegen. Erzielt wird sie imBankenviertel. Die Höchstmiete im Westend liegt dagegenunverändert bei 36,00 Euro pro Quadratmeter. Bei der Spitzenmieteist ein weiterer leichter Anstieg nicht auszuschließen.Der leichte Anstieg der Durchschnittsmiete resultiertaus dem hohen Anteil von Mietvertragsabschlüssen mitmoderner Ausstattungsqualität. Hier ist eher eine stabileEntwicklung zu erwarten.Die Finanzkrise brachte zahlreiche Banken in die Schieflage.Wie sieht die aktuelle Lage am Bankenstandort Frankfurtaus?Barth: Der Finanzplatz Frankfurt hat sich auch in denwirtschaftlich schwierigen Zeiten als überdurchschnittlichstabil gezeigt. Nicht zuletzt der Großvertrag der Commerzbankhat dazu beigetragen, dass Banken und Finanzdienstleisterdas Ranking der Branchen mit einem Anteil von gut37 Prozent deutlich anführen. Die Frankfurter Leitbrancheverzeichnet damit gegenüber dem Vorjahreszeitraum einenZuwachs um elf Prozentpunkte. Der von einigen Institutenangekündigte Stellenabbau findet nicht nur in den Zentralenstatt.Stichwort Investmentmarkt: Wie sieht hier die Situation imersten Halbjahr aus?Barth: Mit einem Transaktionsvolumen von knapp 1,73Milliarden Euro und damit fast doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraumausgesprochen gut. Ausländische Investorentätigten dabei rund 35 Prozent des Investitionsvolumensund traten zu 38 Prozent als Verkäufer auf. Vor allem einigegroßvolumige Core-Deals haben zu diesem sehr guten Resultatbeigetragen und unterstreichen, welch hohen StellenwertFrankfurt bei den Investoren genießt. Mit einem Anteilvon gut 78 Prozent am gesamten Transaktionsvolumenhaben Großdeals über 50 Millionen Euro mit Abstand ammeisten zum außergewöhnlich hohen Umsatz beigetragen.Gerade eigenkapitalstarke Core-Anleger setzen weiter aufdie Stabilität und Liquidität der Bankenmetropole, wobeiauch die Internationalität des Standorts eine wichtige Rollespielt. Gabriele Bobka


Büroimmobilien19DevelopmentInvestoren folgendem Lockruf der CityNeue Büros entstehen vor allem imBankenviertel und in erstklassigen City-Lagen.Häufig werden hierzu Bestandsgebäudeabgerissen und durch neue Formate ersetzt.Das frühere Bürogebäude der HVB an der Mainzer Landstraße 23 soll umfassendrevitalisiert werden und als VAU in neuem Glanz erstrahlen.Foto: Bilfinger Real Estate ArgoneoFrankfurts Investmentmarkt boomt.„Das erste Halbjahr ist mit 1,7 MilliardenEuro Transaktionsvolumen nach 2007das stärkste Umsatzhalbjahr Frankfurtsund Spitzenreiter in Deutschland. DreiViertel des Volumens davon entfielen aufBüroimmobilien, zwei Drittel des Trans­aktionsvolumens auf deutsche Investoren“,berichtet Jürgen Schmid, DirectorInvestment bei Savills in Frankfurt.Investoren gingen verstärkt auf Core+,jedoch ohne Abstriche bei der Lage zumachen. „In den Top-Lagen Bankenviertel,Westend und City erwarten wir wei­ter sanft sinkende Renditen, während dieRenditen in den Randlagen etwas steigendürften“, so Schmid.GutachterverfahrenHochtief Projektentwicklung will dieGrundstücke Taunusanlage neun undThe City. The People. The Business.Als Innenstadtentwickler von anspruchsvoll gestaltetenImmobilien realisiert HOCHTIEF Projektentwicklung einneues Büro- und Geschäftshaus in der Frankfurter City.Urban, repräsentativ und wirtschaftlich: Auf zirka 3 800Quadratmeter Mietfläche bietet das „Börsentor“ modernenArbeitsraum für neue Perspektiven. Zwei Dachterrassenmit weitem Blick über die Frankfurter Skyline ergänzen dieStandortvorteile dieser exklusiven Büroadresse.Lassen Sie sich inspirieren unter www.boersentor.de undsichern Sie sich Ihr Wunschbüro oder Ihre Ladenfläche.HOCHTIEF Projektentwicklung GmbH · NiederlassungRhein-Main · Bockenheimer Landstr. 24 · 60323 Frankfurtwww.hochtief-projektentwicklung.de


Region Report FrankfurtBüroimmobilienzehn neu entwickeln. Das Unternehmenveranstaltet hierzu bis Mitte Septemberein nicht anonymes, einstufigesGutachterverfahren. Die Wettbewerbsergebnissesollen dann die Grundlagefür ein sich direkt anschließendes Bebauungsplanverfahrenbilden. UnterBerücksichtigung der besonderen Lagein Frankfurt besteht die Aufgabe darin,ein herausragendes Gebäudeensemblemit mindestens 60.000 QuadratmeternBruttogrundfläche in einem oder mehrerenBaukörpern zu planen, darunter einHochhaus mit höchstens 50.000 Quadratmetern.Vorgesehen sind mindestenszwei eigenständige Bauteile, die eine realeGrundstücksteilung zulassen und dieAufteilung in mindestens zwei Bauabschnitteermöglichen. Die Gebäudehöhewird auf 140 Meter über Oberflächenkantebegrenzt. Das Immobilienprojektsoll vorrangig der Büronutzung dienen.Erschließung und Kernbereiche müssenTeilmieteinheiten ab 400 QuadratmeterFläche zulassen sowie die flexible Gebäudenutzunginnerhalb der Gebäudestrukturund Regelgeschosse ermöglichen.Sono West kommt neu„sono west“ nennen OFB Projektentwicklungund Patrizia Immobilien ihrgemeinsames Projekt, das ab 2015 an derBockenheimer Landstraße 55 entstehenDer Entwurf für das im Passivhausstandard gebaute House of Logistics & Mobility stammt von Albert Speer &Partner. Hinter dem Projekt stehen das Land Hessen, die Stadt Frankfurt und der HOLM-Verein.Der Entwurf für das achtgeschossige Büro- und Geschäftshaus „sono west“ stammt von JKS Architekten.Entwickelt wird das für eine Gold-Zertifizierung vorgesehene Gebäude von OFB und Patrizia Immobilien.soll. Nach Abbruch des bisherigen Bestandsgebäudesbauen die Partner aufdem etwa 1.860 Quadratmeter großenGrundstück ein achtgeschossiges BüroundGeschäftshaus mit rund 8.200 QuadratmeternBruttogeschossfläche. DerEntwurf stammt von JSK Architekten.Angestrebt wird eine Zertifizierung nachLEED in der Kategorie Platin. „Der Bedarfan hochwertigen Büroflächen inCity-Lagen ist nach wie vor groß. Durchdie LEED-Zertifizierung wird das Gebäudeauch im Bereich Nachhaltigkeitden größten Ansprüchen gerecht“, soJürgen Kolper, Geschäftsführer der PatriziaProjektentwicklung.Vau statt HVBBilfinger Real Estate Argoneo will daseinst von der Hypovereinsbank genutzteBürohaus an der Mainzer Landstraße23 revitalisieren. Das „VAU“ genannteProjekt erhält mit seiner umfassendenSanierung eine neue, attraktive Glas-Naturstein-Fassademit einer markanten, abgerundetenGlasrotunde in Richtung AlteOper. Die zwölf Obergeschosse bietenhochwertigen, modernen Standard undverfügen teilweise über Terrassen. Als besonderesHighlight ist ein 13-geschossigesAtrium vorgesehen. Der Investor strebteine LEED-Zertifizierung in Gold an.House of Logistics & MobilityIn Gateway Gardens baut Lang & Cie bisEnde des Jahres für 50 Millionen Eurodas Forschungs- und Lobbyzentrum fürdie Logistikbranche House of Logistics& Mobility. In das achtgeschossige Gebäudemit rund 20.000 QuadratmeternGeschossfläche wird die Lehr- und ForschungseinrichtungHOLM einziehen. Gabriele BobkaFotos: Lang & Cie Real Estate, Patrizia Immobilien


Retail21LadenlokaleShoppen, unddas Flair istinternationalDie Zeil ist die traditionell stärkste Einkaufsstraße in Frankfurt, auf der die starkeNachfrage und das geringe Angebot die Spitzenmiete weiter steigen lassen.Der Einzelhandel in der CityFrankfurts profitiert sehr voneiner hohen Kaufkraft. DieA-Lagen werden auch weiterstark von internationalenMarken nachgefragt.„Frankfurt hat mit der Zeil eine traditionellstarke Einkaufsstraße mit bedeutendenKaufhäusern und zeitgemäßenModeanbietern. Mehreren hundert Flächengesuchenfür die Eins-a-Lage stehennur wenige Neuvermietungen gegenüber“,berichtet Stephan Jung, Director/Head of Retail Consultancy Savills Germany.„Damit finden immer wieder Anmietungenstatt, die die Höchstmietennoch etwas weiter nach oben schieben.“Das führe zu einem Ausweichen in Einsb-Lagen,wie die Vollvermietung des MAeindrucksvoll zeige. „Hier kommt hinzu,dass eine neue und sympathische Positionierunggelungen ist. Die Eröffnung desSkyline Plaza wird eine attraktive Einkaufsalternativefür den Kunden bietenund man wird die Effekte zu beobachtenhaben“, so Jung.Spitzenmiete steigt weiterDie frequenzstarke Zeil ist bei Retailernsehr begehrt. Hier wird nach Zahlenvon BNP Paribas Real Estate (BNPPRE)auch die Frankfurter Spitzenmiete von320 Euro pro Quadratmeter für einenidealtypischen 100-Quadratmeter-Standardshoperreicht. In der Goethestraßeliege die Höchstmiete bei 270 Euro proQuadratmeter. Die Fressgasse folgt mitmaximal 250 Euro pro Quadratmeternur knapp dahinter. Durch die starkeNachfrage von nationalen und internationalenBrands bleibe „key money“ fürdie vorzeitige Ladenaufgabe ein Themain den begehrtesten A-Lagen. Darüberhinaus schließen die Researcher weitersteigende Spitzenmietpreise nicht aus.Zeil 123 wird neu bebautDie Gertler-Gruppe errichtet auf demAreal des ehemaligen Hako-Hauses nacheinem Entwurf des ArchitekturbürosMSM aus Darmstadt ein neues Ladenzentrummit rund 5.500 QuadratmeternMietfläche. Büros sind in den Obergeschossenvorgesehen. Das Bestandsgebäudewurde schon abgerissen. Ankermieterwerden die Drogeriekette dm undder Uhren- und Schmuckanbieter Fossil.Neben einigen Gastronomieflächen undBüros soll noch eine dritte Ladenflächeentstehen. Gabriele BobkaNach zwei Jahren Gesprächen und Diskussionenüber einen Neubau an der Stelle des ehemaligenHako-Hauses an der Hauptwache wurde Ende Junider Grundstein für das neue Ladenzentrum mitsechs Ober- und zwei Untergeschossen gelegt.


Region Report FrankfurtFinanzmarktMehr Akteure am MarktDer Frankfurter Investmentmarkt boomt. Das durchschnittliche Volumenpro Deal liegt bei 44 Millionen Euro. Bei großvolumigen Transaktionen agierenBanken zunehmend im Verbund mit anderen Finanzierern. Jürgen Fenk zurAusrichtung der gewerblichen Immobilienfinanzierung.Zur PersonJürgen Fenk ist als Mitglied des Vorstands der Hessen-Thüringischen Landesbank (Helaba)verantwortlich für den Immobilienbereich. Beim Neugeschäft der Immobilienkredite legte dasInstitut im ersten Halbjahr bei zufriedenstellenden Neugeschäftsmargen um 18 Prozent auf3,9 Milliarden Euro zu. Je nach Projekt entwickelt das Institut neben klassischen Finanzierungsformenauch komplexe oder strukturierte Finanzierungen.Herr Fenk, Frankfurt gilt in Deutschland als Bankenstandortpar excellence. Nun haben einige Banken einen umfangreichenStellenabbau angekündigt. Wird der Leerstand imBürosektor entsprechend steigen? Fenk: Wir erwarten keinen weiteren Anstieg des Büroleerstandsin Frankfurt. Der angekündigte Stellenabbau derBanken wird sich nach unserer bisherigen Kenntnis eher inZweigstellen über das Land verteilt niederschlagen. Weiterhinist anzumerken, dass die Fertigstellungen in 2012gegenüber dem Vorjahr um 66 Prozent gesunken sind. Einweiterer positiver Impuls wird die Übernahme der Aufsichtüber die europäischen Banken durch die EZB mit Sitz inFrankfurt sein.Im ersten Halbjahr wurden mit rund 13 Milliarden Euro 37Prozent mehr in deutsche Gewerbeimmobilien investiertals im Vorjahreszeitraum. Dennoch scheint die gewerblicheImmobilienfinanzierung für viele Banken nicht mehr rentabel.Welche Strategie verfolgt die Helaba?Fenk: Für die Helaba ist die Finanzierung von Gewerbeimmobilienunverändert ein Kerngeschäftsfeld mit einerstabilen Rendite. Auch in den Krisenjahren der jüngerenVergangenheit hat die Helaba dieses Geschäft unverändertmit Erfolg weiter getätigt. Dies soll auch in Zukunft so sein.Gewerbeimmobilien sind je nach Nutzungsart und Standortsehr anfällig für Werteinbrüche. Wie schätzen Sie als Finanziererdie Situation des Frankfurter Markts ein?Fenk: Frankfurt zählt zu den stabilsten Märkten inDeutschland. Insbesondere gut vermietete Büroobjekte sindstark nachgefragt. Da das Mietniveau seit Jahren gefestigtund der Büroleerstand rückläufig ist, erwarten wir angebotsbedingtkeinen Abschwung. Das Transaktionsvolumenwird nach unserer Einschätzung zwar etwas zurückgehen,gleichwohl bleibt die Nachfrage nach Immobilien mangelsderzeit fehlender Anlagealternativen hoch.Versicherungen und Pensionskassen haben im ersten Halbjahrihre Investitionen um knapp 150 Prozent gesteigert. Entstehtden Banken hier eine ernst zu nehmende Konkurrenz?Fenk: Seit etwa zwei Jahren findet auch auf dem deutschenMarkt ein zunehmender Wettbewerb durch den Nicht-Bankensektorstatt. Auslöser dieses Wandels sind mangelndeAnlagealternativen, insbesondere im Versicherungssektorals große Kapitalsammelstelle. Die bisherige Entwicklungzeigt eine wachsende Wahrnehmung der Nicht-Banken imdeutschen Gewerbeimmobilienfinanzierungsmarkt. Diesbetrifft vor allem die Einwerbung von Investorenmitteln.Auf der Basis getätigter Finanzierungsabschlüsse relativiertsich diese Betrachtung jedoch insofern, dass die umgesetztenFinanzierungsvolumen im Verhältnis zum Gesamtwertnoch überschaubar sind. Bei der Finanzierung größererProjekte treten Versicherungsgesellschaften allerdings auchzunehmend als Konsortialpartner auf.Investments von mehr als 100 Millionen Euro werden fastnur noch als Club-Deals finanziert. Spiegelt dies auch dieHaltung der Helaba?Fenk: Grundsätzlich ist das auch die Haltung der Helabamit Ausnahmen der Finanzierung sogenannter Core-Immobilienund größerer Portfolien, bei denen höhere Beträgedenkbar sind. Hierbei spielt auch eine Rolle, dass sich derSyndizierungsmarkt langsam wieder öffnet. Wir sehen hierein steigendes Interesse der Sparkassen, die bereit sind, sichan Finanzierungen mit einem guten Risiko-Ertragsanteil zubeteiligen. Im Rahmen unseres Verbundbankgeschäfts istdie Anzahl potenzieller Partner weiter gestiegen. Gabriele Bobka


Wohnen23ResidentialPerspektivenwechselBis 2020 wird Frankfurt weiter wachsen. Wohnraum ist knapp.Größere Neubauflächen sind ausgereizt. Brachen und Nachverdichtunggewinnen dadurch an Attraktivität, ganze Viertel verändern ihr Gesicht.In den vergangenen Jahren nutzten zahlreicheStädte in Metropolregionen dieGelegenheit, mit Umnutzungen nichtmehr benötigter Fläche ihre Attraktivitätzu steigern. Ganze Viertel verändern ihreStruktur und mausern sich vom ungeliebtenArbeiter- oder Industriequartierzu Standorten, in denen die Menschenwieder gerne wohnen, arbeiten und einkaufen.Die Planung und Realisierungerstrecken sich über viele Jahre und werdendabei von vielen zum Teil veränderlichenFaktoren beeinflusst. Dies erforderteine hohe Anpassungsfähigkeit derbestehenden Stadtstrukturen, eine flexibleBauleitplanung, überzeugende Nutzungskonzepte,langfristig orientierteInvestoren, starke Finanzierungspartnerund innovative Versorgungsmodelle. DieEinbindung der Bürger in die Planungsprozesseund das Quartiersmanagementbestimmen zunehmend über den langfristigenErfolg der Entwicklungen.Aufwertung für das GallusviertelKonversion und Revitalisierung bescherendem Frankfurter Gallusviertel1.500 neue Wohnungen, 600 Studentenapartments,zwei Kitas und einigeNahversorger. Das einstige Arbeiterviertel,in dem der Ausländeranteil heutenoch bei knapp 42 Prozent liegt unddas Ende 2001 in das Bund-Länder-Programm „Soziale Stadt“ aufgenommenwurde, soll damit neben dem Europaquartiereine weitere Aufwertungerfahren. Vier Projektentwickler – PDIProperty Development Investors, OperaNeuer Wohnraum im GallusOne, Hochtief Solutions formart unddie Patron-Capital-Advisers-TochterMain Asset Management – nutzen dabeiBrachflächen ehemaliger Gewerbeunternehmen,International Campus bautdas ehemalige Ordnungsamt der StadtFrankfurt zu Studentenapartments um.„Durch die neuen Wohnbauvorhabenentlang der Mainzer Landstraße, an derFrankenallee, Lahnstraße und Kleyerstraßekönnen wir relativ kurzfristig aufdie gesteigerte Anfrage reagieren“, sagteFrankfurts Baubürgermeister Olaf Cunitz.Aufgrund der zentralen Lage zurBis 2030 besteht in Frankfurt ein prognostizierter Wohnungsbedarf für rund 30.000neue Bewohner. „Indem wir zusätzlichen Wohnraum in innerstädischen Lagenschaffen, sorgen wir für eine sozialverträgliche Durchmischung und Aufwertung desViertels. Aufgrund der zentralen Lage hat das Gallus viel Potenzial, zu einem beliebtenWohnort für neue Frankfurter Bürger zu werden“, so Baubürgermeister Cunitz.


Region Report FrankfurtWOHNENInnenstadt und der sehr guten Verkehrsanbindungbiete das Gallus viel Potenzial,zu einem beliebten Wohnort für neueFrankfurter Bürger zu werden. Die Konzepteseien in enger Zusammenarbeitmit der Stadt entwickelt und passten sichan die im Gallusviertel vorherrschendeverdichtete Bebauungsweise an, betonendie Projektentwickler übereinstimmend.Auflockerung entstehe durch die Grünflächen,die besonders im Bereich derEigentumswohnungen vorgesehen seien.Auf dem ehemaligen Holz-Fiedler-Areal entstehen mit den Gallus Gärten mehr als 250 Wohnungenmit vorgelagerten Loggien für Alt und Jung.Markt für studentisches WohnenIn unserer Analyse „MarktreportStudentisches Wohnen“ haben wir fürFrankfurt einen Bedarf von mehr als2.100 Einzelapartments ermittelt.Bei einer durchschnittlichen Apartmentgrößevon 25 Quadratmetern und Gesamtinvestitionskostenfür einen institutionellen Endinvestorvon 3.500 Euro pro Quadratmeter entsprichtdies einem Investitionsvolumen vongut 184 Millionen Euro, erläutert Dr. HenrikBaumunk. Frankfurt gehört neben Münchenund Hamburg zu den Standorten mit demgrößten Potenzial für langfristige, erfolgreicheInvestitionen. Die Mainmetropole erreicht mit7,66 von maximal zehn Punkten den drittenPlatz unter den Top-10-Standorten. Hier geheein angespannter Wohnungsmarkt einhermit einer niedrigen Unterbringungsquoteder Studenten in Studentenwohnheimen.Verbunden mit einem vergleichsweise hohenstudentischen Einkommen und stabilenEntwicklungsperspektiven sei daher von einerweiterhin hohen Nachfrage nach gehobenenstudentischen Unterkünften auszugehen.Auch hinsichtlich der sozioökonomischenRahmenbedingungen wie Kaufkraft undBevölkerungsprognose befindet sich Frankfurtunter den zehn Städten mit den für Investorenbesten Bedingungen.Dr. Henrik Baumunk,Head of Residential Valuation Germanybeim Immobiliendienstleister CBRE.Kauf- und Mietpreise im Gallus„In Frankfurt ist seit 2010 ein deutlicherAnstieg der Miet- und Kaufpreise imNeubau zu verzeichnen“, erläuterte SvenCarstensen, Frankfurter Niederlassungsleitervon BulwienGesa. Die Durchschnittsmietelag 2012 bei 12,10 Euro proQuadratmeter und damit 24 Prozent höherals noch 2007. Die Kaufpreise stiegenim gleichen Zeitraum um 25 Prozent aufdurchschnittlich 3.550 Euro pro Quadratmeter.In einem ähnlichen Preisniveaubewege sich das Gallusviertel. Hierlagen die Mieten 2012 im Durchschnittbei 11,50 Euro bis maximal 14,80 Europro Quadratmeter, die Kaufpreise fürEigentumswohnungen bei 3.650 Euro biszu 4.500 Euro pro Quadratmeter. Im oberenBereich dieses Korridors wollen sichauch die vier Projektentwickler bewegen.Die The-Fizz-Studentenapartments sollenab 490 Euro All-inclusive-Miete angebotenwerden. „Damit können wir diegeforderte Rendite bei veranschlagtenBaukosten von 50.000 bis 60.000 Europro Apartment verwirklichen“, so International-Campus-VorstandAlexanderGulya.Lahn’sche Höfe und Studio EinsHochtief Solutions formart Rhein-Mainrealisiert mit den Lahn’schen Höfen einegemischte Bebauung aus Miet- und Eigentumswohnungenmit 350 Einheitenund einer Kindertagesstätte. Unterschiedlichgestaltete Fassaden teilen denRiegel optisch in kleinere Einheiten. Imsüdlichen Teil des 11.700 Quadratmetergroßen Grundstücks sind zudem dreiPunkthäuser vorgesehen. Die 237 Mietwohnungensowie die Kindertagesstätte


25sind an die Aberdeen Immobilien KAGverkauft. Auf einem 2.690 Quadratmetergroßen Baufeld baut das Unternehmen224 Full-Service-Apartments mit75 Tiefgaragen. Zielgruppen sind nebenStudenten auch junge Berufstätige undBerufspendler. „Neu ist hier die Mietpool-Konzeption,sagt Iris Dilger, NiederlassungsleiterinHochtief Solutionsformart Rhein-Main. Diese sehe vor,dass Instandhaltung, Mietausfälle undVandalismus von allen Eigentümern gemeinsamgetragen werde.The Fizz – Die Studenten kommenNach umfangreicher Kernsanierungund Umbau wird aus dem ehemaligenOrdnungsamt bis zum Wintersemester2014/2015 ein Studentenwohnhaus mitrund 390 voll möblierten Einzel-Apartmentssowie Gewerbeflächen im Erdgeschoss.„Das Frankfurter Gallusviertelbietet aufgrund seiner Innenstadtlage,der guten Anbindung zu allen Universitäts-und Fachhochschuleinrichtungenund der gewachsenen urbanen Strukturenideale Rahmenbedingungen fürStudenten“, so Gulya.Gallus Gärten ersetzen Holz-FiedlerAuf dem ehemaligen Holz-Fiedler-Arealentstehen auf einer Grundstücksflächevon 8.000 Quadratmetern die GallusGärten mit rund 300 Zwei- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen. UnterschiedlicheDachhöhen und vorgelagerte Loggienverleihen der Fassade zur Mainzer Landstraßehin ein markantes Erscheinungsbild.„Die positive Entwicklung desStandorts hat eine Eigendynamik entwickelt,die die Nachfrage nach neuemWohnraum im Gallus weiter vorantreibt.Schon jetzt ist der angebotene Wohnraumsehr gefragt“, so Ralph Jerey, Vorstandsvorsitzendervon OperaOne.Aus Holzmann wird AdlerDie Adler Quartiere in der Kleyerstraßeauf dem ehemaligen Holzmann-Geländebilden mit 18.670 Quadratmetern dasgrößte Grundstück im Gallus, das derzeitbebaut wird. In vier Bauabschnittenentsteht eine Mischung aus Miet- undEigentumswohnungen. Zwei davon bebautdie Düsseldorfer PDI Gruppe mitinsgesamt 224 Mietwohnungen, einerTiefgarage und einer Kita, die die AWObetreibt. Die ersten Baumaßnahmen beiden Projekten „Louis am Park“ sowie„Harry’s Lofts & Houses“ haben begonnen,so PDI-Geschäftsführer MathiasDüsterdick. Die Fertigstellung ist fürEnde 2014 oder Anfang 2015 geplant.>> Ideen für die ZukunftStadt- und Projektentwicklungmit interdisziplinärer Expertise>> Besuchen Sie uns auf der EXPO REAL.07. - 09. Oktober 2013, Messe München.Sie finden uns in Halle C1 / Stand 440.EINE MARKE DER UNTERNEHMENSGRUPPENASSAUISCHE HEIMSTÄTTE | WOHNSTADTwww.nh-projektstadt.de


Region Report FrankfurtWOHNENIm Europaviertel baut die Nassauische Heimstätte 94Eigentumswohnungen. Im Erdgeschoss des neuenQuartiers „Harmonie West“ entstehen zudem Gewerbeeinheitenmit bis zu 205 Quadratmetern.Die beiden anderen Baufelder hat PDIveräußert; die Firmen Bauwens undRealconcept werden dort mehr als 200Eigentumswohnungen bauen. Am westlichenEnde des Grundstücks wird eineöffentliche Grünfläche mit Kinderspielplatz,Bolzplätzen und Aufenthaltsflächeangelegt.Patron Lepo I statt OpelAuf dem alten 15.700 Quadratmetergroßen Opelgelände entwickelt MainAsset Management eine fünf- bis achtgeschossigeBlockrandbebauung mit306 Mietwohnungen und Einzelhandelsflächenzur Mainzer Landstraße hin.Hauptmieter sind Rewe und Aldi.Harmonie im EuropaviertelDie Nassauische Heimstätte (NH) plantüber ihre Marke NH ProjektStadt an derEuropa-Allee im Quartier „HarmonieWest“ 94 Eigentumswohnungen mit Flächenvon 62 bis 156 Quadratmetern. Zudemwerden im Erdgeschoss sechs Gewerbeeinheitenmit Größen zwischen 95 und205 Quadratmetern und eine Tiefgaragefür 119 Autos realisiert. Die Fertigstellungist für Februar 2015 geplant. Die Vermarktungdes Projekts erfolgt durch dasImmobilienberatungsunternehmen NAIapollo living.Wohnen auf alten GleisenIn Frankfurt-Sachsenhausen realisierender Wohnentwickler formart von HochtiefSolutions und Wilma Wohnen Süddas Wohnquartier Holbeinviertel. Sachsenhausenist einer der größten und gefragtestenStadtteile Frankfurts. Auf demrund 27.600 Quadratmeter großen Arealdes ehemaligen Güterbahnhofs Süd entstehenbis Sommer 2014 in fünf Bauabschnitten196 Wohnungen mit 21.700Quadratmetern Wohnfläche. Alle Gebäudewerden nach dem KfW-Effizienzhaus-55-Standarderrichtet und erhaltenein Gründach. Die Wohnungen werdenüber ein Blockheizkraftwerk, bei dem zueinem hohen Anteil Biogas eingesetztwird, mit Energie versorgt. Die Zufahrtzum Quartier erfolgt aus östlicher Richtung.Hier entsteht auch der Kindergarten.Zum Westen hin ist das Quartier fürden Autoverkehr geschlossen. Innerhalbdes Holbeinviertels sind Privatstraßenfür den Anwohnerverkehr vorgesehen. Gabriele BobkaIn den Lahn‘schen Höfen entsteht eine gemischte Bebauung aus Miet- und Eigentumswohnungenund eine Kindertagesstätte. Unterschiedlich gestaltete Fassaden teilen den Riegeloptisch in kleinere Einheiten. Daneben entstehen Full-Service-Apartments.


Interview27InternationalerMarktplatz mit TraditionSeit mehr als 800 Jahren ist Frankfurt als Messeort bekannt. Im vergangenenJahr veranstaltete die Frankfurter Messegesellschaft hier 35 Messen mit über41.400 Ausstellern und rund 1,5 Millionen Besuchern.Zur PersonDer Maschinenbau- und Wirtschaftsingenieur Uwe Behm ist seit 2006 Geschäftsführer der MesseFrankfurt. Die Messe sieht er als internationalen Marktplatz, aber auch als Industriebetrieb, derso perfekt zu führen ist, dass die unzähligen Prozesse im Hintergrund von den Ausstellern undBesuchern gar nicht wahrgenommen werden.Herr Behm, die Messe Frankfurt ist aufWachstumskurs. Das operative Auslandsgeschäftfährt bereits ein knappesDrittel des Umsatzes ein. Wie sieht diePosition der Messegesellschaft im internationalenWettbewerb aus?Behm: Die Messe Frankfurt ist inmehr als 150 Ländern sehr erfolgreichtätig. Von den 2012 erzieltenca. 537 Millionen Euro Umsatz wurdenrund 170 Millionen Euro imAusland erzielt. Die Messe rangiert,gemessen am Umsatz, weltweit inder Spitzengruppe der Branche. DieEntscheidung zur Erweiterung desMessegeschäfts ins Ausland vor rund25 Jahren war zukunftsweisend undhat entscheidend zur Sicherung derMesse und des Standorts Frankfurtbeigetragen, weil das Messegeschäftam Standort nicht beliebig erweiterbarist. Die Stärkung des StandortsFrankfurt erfolgt über eine Optimierungder Auslastung des Geländesdurch eine höhere Veranstaltungsdichte,den Ausbau des KongressundServicegeschäfts, aber auchdurch eine hohe Prozess- und Kosteneffizienz.Im Oktober geht in Frankfurt mit derMesse „Zukunft Lebensräume“ erstmalsein interdisziplinäres Projekt anden Start. An wen richtet sich die Mes-se und welche Themen stehen im Mittelpunkt?Behm: Antworten auf den Umgangmit dem demografischen Wandellassen sich nur in der Zusammenarbeitaller Akteure finden. Am 29.und 30. Oktober bieten wir daherdem Wohnungs-, dem Bau- unddem Pflegesektor erstmals im Rahmeneiner interdisziplinären Kongressmessedie Möglichkeit, sich mitnachhaltigen Baukonzepten, Barrierefreiheit,generationenübergreifendenWohnformen, aber ebenso mitBetreuungs- und Servicekonzeptenzu beschäftigen. Experten der jeweiligenBranchen werden Best-Practice-Beispieleund Kooperationenzwischen den Branchen vorstellen.Ergänzend ist eine Ausstellungge plant. Wir waren angenehmüberrascht von der erfreulichenZustimmung seitens der gro ßenBranchenverbände. Neben diesenVertretern erwarten wir Bauträger,Projektentwickler, Investoren, Stadtplaner,Architekten und Vertretersowohl des Handwerks als auch derGesundheits- und Pflegewirtschaft.Mit dem bis Mitte 2014 entstehendenKongresshaus Kap Europa will die MesseFrankfurt eines der nachhaltigstenKongresszentren weltweit schaffen.Wie verbindet sich dieser hohe ökologischeAnspruch mit der Ökonomie?Behm: Mit dem Kap Europa erweiternwir unser aktuell ausgebuchtesRaumangebot für Kongresse, Tagungenund Events mit kleineremFlächenbedarf. Neben der Frage nachder architektonischen Qualität stelltsich für uns beim Bau neuer Gebäudeimmer auch die Frage nach demauf einen blick• Die Messe Frankfurt ist die weltweitgrößte Messegesellschaft mit eigenemGelände.• Im Jahr 2012 wurden insgesamt109 Messen, davon 68 im Ausland,durchgeführt.• Anteilseigner sind die Stadt Frankfurtmit 60 Prozent und das Land Hessenmit 40 Prozent.• Im Jahr 2012 kamen über 41.400Aussteller und rund 1,5 MillionenMessebesucher nach Frankfurt.• Am 29. und 30. Oktober geht mitder Messe „Zukunft Lebensräume“erstmals ein interdisziplinäresProjekt an den Start.


REGION REPORT FrankfurtMesseökologischen Fußabdruck, der damiterzeugt wird. Beim Kap Europa handeltes sich um das erste Kongressgebäudeweltweit, welches nach demDGNB-Standard bereits in der Planungsphasemit Gold vorzertifiziertwurde. Der neue Standard für Kongressgebäudewurde auf die Initiativeder Messe Frankfurt hin gemeinsammit der DGNB und anderen Kongressveranstalternentwickelt und liefertden Kriterienkatalog für künftigeZertifizierungen dieser Nutzungsart.Er berücksichtigt den gesamten Lebenszyklusdes Gebäudes von derumweltschonenden und abfallarmenBaustelle über den energieeffizientenBetrieb bis zum Rückbaukonzept.Jedes Gebäude des Frankfurter Messegeländes besitzt einen eigenen architektonischen Charakter und unterscheidetsich in Höhe, Größe und Stil.Messeveranstaltungen sind vorallem für den Wirtschaftsraum ihresStandorts von großer Bedeutung. Wiesieht es mit der Umwegrentabilität derMesse Frankfurt aus?Behm: Die Messe sichert nach einerErhebung des Ifo-Instituts indirektetwa 18.700 Arbeitsplätze in Frankfurtund über 30.000 Arbeitsplätzedeutschlandweit. Durch Messeaktivitätenwerden allein in Frankfurtdurch Aussteller und Besucher Umsätzein Höhe von rund 1,6 Milli-arden Euro ausgelöst, insgesamt inDeutschland sind es 3,1 MilliardenEuro. Die Stadt nimmt durch dievon der Messe erzeugten wirtschaftlichenEffekte jährlich 29 MillionenEuro Steuern ein. Durchschnittlich450 Euro gibt jeder Messebesucheretwa für Übernachtung, Einkäufeim Einzelhandel und Reisekostenin der Mainmetropole aus. Hinzukommen die Ausgaben der Ausstellervon durchschnittlich rund 38.700Euro. Andererseits verursachen wirals Messeindustrie auch Emissionen,vor allem durch Zu- und Abfahrtenvon Lieferanten, Ausstellern und Besuchern.Bei uns werden jährlich 1,5Millionen Tonnen Material bewegt,100.000 Fahrzeuge abgefertigt undnachts bei Licht auf- und abgebaut.All dies gehört zu einem funktionierendenund erfolgreichen Messeplatz. Gabriele BobkaDas Kap Europa ragt mit einermarkanten Spitze 33 Meter indie Höhe und bietet ab Juni 2014Platz für bis zu 2.400 Personenund zahlreiche Möglichkeiten fürverschiedenste Veranstaltungen


Hotelimmobilien29ÜbernachtungenDreiProzentMehrIm Flughafenquartier Gateway Gardens bietet das Element Hotel derStarwood Gruppe inmitten von viel Grün 133 Studios und Ein-Zimmer-Suiten.Der Frankfurter Hotelmarktentwickelt sich positiv.Besonders stark hat er dieBusinesskunden im Blick.Der Tourismus in Frankfurt befindet sichauch im ersten Halbjahr auf Wachstumskurs.Die Zahl der Übernachtungen stiegnach Angaben der Stadt um 3,3 Prozentauf 3,6 Millionen. Die Bettenauslastungder Hotels lag bei 48 Prozent, was einerdurchschnittlichen Zimmerauslastungvon circa 68 Prozent entspricht. Die Verweildauerbetrug 1,68 Tage und ist leichtgestiegen. „Die Mainmetropole hat ihrenAufwärtstrend als klassische Geschäftsreisedestinationweiter gestärkt und wirdgleichzeitig bei Städtereisenden immerbeliebter“, sagt WirtschaftsdezernentMarkus Frank. Mit Blick auf die zweiteJahreshälfte zeigte sich Stadtrat MarkusFrank abwartend, denn „die weitereEntwicklung wird davon abhängen, wiesich der Geschäftsreiseverkehr durch dieFolgen der Euro- und Finanzkrise weiterentwickeln wird“. Für das Gesamtjahrrechne er mit Zuwächsen von gut dreiProzent. „Der schwächelnde Büromarktmacht innerstädtische Hotelentwicklungennicht nur im Luxusbereich, sondernauch im preisgünstigen Segmentmöglich“, sagt Martina Fidlschuster,geschäftsführende Gesellschafterin derHotour Hotel Consulting. Auch im Städtetourismushabe Frankfurt seine Potenzialenoch nicht ausgeschöpft. Inzwischenstiegen auch am Wochenende dieAuslastungen um zwei bis fünf Prozent.Starwoods kommt an den FlughafenIm neuen Stadtteil Gateway Gardenserrichten OFB Projektentwicklung undGroß & Partner das „Element FrankfurtAirport Hotel“ der Gruppe StarwoodHotels & Resorts Worldwide. Der achtgeschossigeNeubau mit 7.200 QuadratmeternBruttogeschossfläche sieht einenFleming’s zeigt FlaggeLuxushotels, insbesondere zentrumsnah,sind in Frankfurt gefragt. Das inder Frankfurter City gelegene Fünf-Sterne-Hotel „Fleming’s Deluxe“ wirdfür rund 26,5 Millionen Euro um 100auf insgesamt 206 Zimmer erweitert. Ergänzendwerden acht Konferenzräume„Die Mainmetropole hat ihren Aufwärtstrendals klassische geschäftsdestination weiter gestärkt.“Wirtschaftsdezernent Markus FrankV-förmigen Grundriss vor, der sich zurRückseite in Richtung des zentralenParks verjüngt und somit Platz für zweiTerrassen bietet. Es entstehen 133 Studiosund Ein-Zimmer-Suiten. Zudemwird das Hotel über ein Restaurant, eineEspresso-Bar, einen Fitnessraum sowieAufenthalts- und Besprechungsräumeverfügen. Der Entwurf für das Hotelgebäudestammt von Neumann Architektenaus Frankfurt. Vor dem Gebäudeentreewird ein rund 1.000 Quadratmeter großeröffentlicher Platz angelegt. Für dasGebäude wird eine Zertifizierung nachdem Nachhaltigkeitsstandard LEED angestrebt.Die Fertigstellung des Platzes istzeitgleich mit dem Gebäude für Sommer2014 vorgesehen.mit Ballsaal und luxuriösem Boardroomauf über 750 Quadratmetern Fläche geschaffen.In der neuen 130 Quadratmetergroßen Lobby, die Bestandsgebäudeund Neubau verbindet, erwartet Gästezukünftig ein Wasserbrunnen und eineKaffeestation. Auch der Wellness- undFitnessbereich mit Sauna wird neu konzipiertund vergrößert. Die Fertigstellungsoll bis Herbst 2014 erfolgen. „Mit dieserErweiterung in bester Innenstadtlage reagierenwir auf die steigende Nachfrageim Übernachtungssegment, wollen abergleichzeitig mit dem Konferenzbereichneue Kundensegmente erschließen“, soHartmut Schröder, Geschäftsführer derHotel Management & Servicegesellschaft(HMG). Gabriele Bobka


REGION REPORT FRANKFURTInterviewInfrastrukturLuft undBodeneINTAKTENDer Flughafen Frankfurt isteines der größtenLuftverkehrsdrehkreuze inEuropa. Das Management derfür den Flugbetrieb nötigenInfrastruktur und Immobilien istäußerst komplex. Anke Giesenüber das „Ground Handling“des Betreibers.Frau Giesen, die Segmente Einzelhandel und Immobilientragen mit steigenden Anteilen zum Unternehmenserfolgbei. Wie erklären Sie sich diesen Trend?Giesen: Im Geschäftsfeld „Retail & Real Estate“ generierenwir rund die Hälfte unseres Konzern-EBITs. MaßgeblicheKennzahl ist der erzielte Retailerlös pro Passagier. Dieserhat sich besonders durch die Terminalerweiterung A-Plusmit zusätzlichen 12.000 Quadratmetern Retailflächen inzwischenauf 3,56 Euro gesteigert. Darüber hinaus entstehtrund um den Flughafen seit Jahren ein pulsierenderBusiness-Standort, der schon heute zu den größten Europaszählt. Mit unseren Partnern investieren wir erfolgreich inden Ausbau dieser „Airport City“. Dessen ungeachtet bleibtdas Flughafenmanagement unsere Hauptaufgabe, dennohne einen reibungslosen Flugbetrieb wären die Erfolge imImmobilien-, Gastronomie- und Retailgeschäft unmöglich.Das dritte Flughafen-Terminal soll rund 35.000 Quadratmetergrößer ausfallen als zunächst geplant. Welche Faktorentreiben dieses Wachstum?Giesen: Die mittel- und langfristigen Prognosen für denweltweiten Luftverkehr zeigen unverändert nach oben. Be-„Wir sind weiterhin daran interessiert,unser Engagement über den Heimatstandorthinaus international auszubauen.“gründet durch diese Entwicklung erfolgt der Bau des Terminalsbedarfsorientiert, damit die zusätzliche Kapazitätgenau dann bereitgestellt wird, wenn sie benötigt wird. Diejüngsten Planungsanpassungen haben keinen Einfluss aufdie Kapazität des Terminals, sondern sind rein bautechnischenUrsprungs. So wurden die vorgesehenen Fluggastbrückenals Hochbauwerke definiert anstatt als technischeAnlage. Die Entstehung eines energieeffizienten Gebäudesund die Berücksichtigung von verstärkten Luft-Sicherheitsmaßnahmenwaren weitere Faktoren. Es ist eine modulareBauweise vorgesehen: In der ersten Phase realisieren wirzwei Flugsteige mit einer Kapazität von 14 Millionen Passagierenim Jahr. Zwei weitere Flugsteige können später ergänztwerden, die Gesamtkapazität steigt dann bis auf 25Millionen Passagiere.Fotos: Fraport


31Zur PersonAnke Giesen ist VorstandGround Handling der FraportAG. Ihr sind die strategischenGeschäftsbereiche„Handels- und Vermietungsmanagement“und „Bodenverkehrsdienste“sowie derZentralbereich „PersonalFührungskräfte In-/Ausland“zugeordnet.Umfangreiche Lärmschutzmaßnahmen und ein umfangreichesNachtflugverbot – schwächt dies den Standort Frankfurtim internationalen Wettbewerb?Giesen: Wir stellen als Betreiber des größten deutschenFlughafens eine gut ausgebaute Verkehrsinfrastruktur bereit.Als Wirtschaftsmotor ist der Flughafen für die Rhein-Main-Region von enormer Bedeutung. Gleichzeitig sind wiruns bewusst, dass der Flugbetrieb mit Belastungen für dieAnwohner einhergeht. Wir stellen uns der Verantwortung,indem wir kontinuierlich in Maßnahmen des aktiven undpassiven Schallschutzes investieren. Frankfurt hat diesbezüglichseit jeher eine Vorreiterrolle eingenommen. UnserEngagement ist eine Daueraufgabe: Aktuell setzen wir die 19Maßnahmen der „Allianz für Lärmschutz“ um.Weltweit ist eine Übernahmewelle von Flughäfen zu beobachten.Woher rührt dieser Boom und mit welchen Besonderheitenkönnte der Flughafen Frankfurt punkten?Giesen: Fraport konnte mit seinem internationalen Beteiligungsportfolioan der positiven Entwicklung in Wachstumsmärktenmitwirken, während Deutschland und Europabereits ein hohes Niveau erreicht haben. Neben unseremHeimatstandort Frankfurt hat sich unser internationalesGeschäft mit zwölf Flughäfen auf vier Kontinenten sehrerfolgreich entwickelt und wir erwirtschaften inzwischenfast ein Drittel unseres Konzern-EBITs im Geschäftsbereich„External Activities & Services“. Wir sind weiterhin daraninteressiert, unser Engagement über den Heimatstandorthinaus stärker auszubauen, um zukünftig am Wachstumder internationalen Luftverkehrsmärkte weiter teilzuhaben.Wie trägt Fraport als Flughafenbetreiber der wachsendenNachfrage der Logistikbranche nach Ansiedlungsflächen imFlughafenumfeld Rechnung?Giesen: Die CargoCity Frankfurt, die bereits über 200 Airlines,Speditionen und andere Dienstleister nutzen, ist aufgrundihrer zentralen Lage ein wichtiger weltweiter Frachtumschlagepunkt.Kurze Wege, die Bereitstellung nötigerRessourcen und Spezialeinrichtungen sowie die Existenzvon Dienstleistungs- und Distributionszentren sind für globalagierende Logistikunternehmen extrem bedeutend. Fürdie prognostizierte Steigerung des Luftfrachtvolumens amhiesigen Flughafen soll die CargoCity Süd auf einer Flächevon 27 Hektar sukzessive bis 2020 weiterentwickelt werden. Gabriele BobkaMehr als 11.600 Mitarbeiter bei über 200 Airlines, Speditionen,Expressdiensten und anderen Dienstleistern sorgen in derCargoCity für eine effiziente Abfertigung von Gütern aller Art.


REGION REPORT FrankfurtInterviewDie Traum-WerkstattDie Vermarktung von Premium-Objekten muss Begehrlichkeiten wecken undderen Einmaligkeit unterstreichen. Als Instrumente dienen klingende Namen,gute Storys und aufwendige Visualisierungen.Zur PersonMarc Kömmerling hat Psychologie und Architektur studiert. Mit seiner Firma Cadman organisierter Real Estate Marketing für Projektentwickler, Bauträger und Makler. Zum Kerngeschäft gehörenauch Animationsfilme, die in aufwendiger Drei-D-Technik herstellt werden. Zu den Projektengehören „The Squaire“ in Frankfurt, der „Marco-Polo-Tower“ in Hamburg oder der „Kö-Bogen“in Düsseldorf. Schon zwei der betreuten Projekte gewannen den Mipim-Award in Cannes.Herr Kömmerling, wie wird aus einem umbauten Raum eineunverwechselbare Markenimmobilie?Kömmerling: Marken verkörpern Lebenswelten, Kulturen,Personenkreise und sind Anker für bestimmte Botschaften,die die Anbieter mit ihrer Leistung verbindenwollen. Durch eine eindeutige Positionierung kann eineImmobilie zu einem besonderen Objekt mit einer ganz eigenenIdentität und Persönlichkeit werden – ganz egal, obes sich um einen Neubau oder eine Bestandsimmobilie,ein Wohn-, Büro- oder ein Einzelhandelsprojekt handelt.Markenimmobilien sind mehr als Objekte mit klangvollenNamen. Sie erzeugen vielmehr Werte, Begehrlichkeiten undAttraktivität für spezifisch anvisierte Zielgruppen. Wer Premium-Immobilienvermarkten will, muss daher wissen, wieman deren Zielgruppe nachhaltig beeindruckt. Der Nameund die Story für eine Immobilie ergeben sich meist aus derArchitektur, der Lage oder bei einem Refurbishment ausder Geschichte des Orts.Marketing stützt sich auf Erkenntnisse der Psychologie. Wiesieht Ihr Methodenkoffer aus?Kömmerling: Menschen brauchen auch Märchen undMagie. Mit diesen umgeben wir die Immobilie und präsentierensie in aufwendig produzierten Kurzfilmen. Dabeinutzen wir die Methode des Limbic Marketing, das dieZielgruppen in verschiedene Psychotypen unterteilt. Dervon uns begleitete Marco-Polo-Tower etwa ist ein typischesProjekt für Performer. Im Mittelpunkt der Geschichte standein Zitat des venezianischen Händlers und Entdeckers. „Ichhabe nicht die Hälfte von dem erzählt, was ich gesehenhabe, weil niemand mir geglaubt hätte“, sagte Marco Polonach seiner Rückkehr aus China. Er galt als Pionier undVordenker und so fühlten sich auch die Menschen, die dorteine Wohnung gekauft haben.Die Vermarktung projektierter Gebäude stellt das Marketingvor Herausforderungen. Mit welchen Instrumenten inszenierenSie für Investoren und Käufer ein Kopf-Kino, das Begehrlichkeitweckt?Kömmerling: In aufwendigen Visualisierungen präsentierenwir die Premium-Immobilie wie eine Marke in Formvon dreidimensionalen Animations-Filmen oder gedrucktenHochglanzbroschüren. Sie veranschaulichen die Vision,die mit der Immobilie verknüpft werden soll. So bekommtder Kunde schon vor dem Kauf einen umfassenden Eindruckdavon, wie er später leben, arbeiten oder einkaufenwird und wie seine künftige Umgebung aussieht. Allerdingsgilt dabei immer zu beachten, dass Marketing zwar viel versprechen,aber nie lügen darf. Die Kunden dürfen am Endenicht enttäuscht sein. Das Produkt muss sichtbar alles widerspiegeln,was es verspricht.Sie haben sich auf das Premium-Segment spezialisiert. Wasmacht für Sie den besonderen Reiz dieser Immobilien aus?Kömmerling: Zum einen faszinieren Premium-Immobilienaufgrund ihrer Einmaligkeit am jeweiligen Standortsowie der besonderen Architektur und stellen zudem durchdie Vielfalt der erklärungsbedürftigen Leistungen wie XXL-Stellplätze, Concierge-Service, Hundewasch-Salon, spezielleTechnikelemente eine echte Herausforderung für dieVermarktung dar. Zum anderen bedürfen unsere aufwendigenVisualisierungen eines gewissen Budgets, das in derKonsumgüterindustrie zwar normal, in der Immobilienbrancheallerdings vornehmlich im Premium-Segment eingesetztwird. So betragen allein die Produktionskosten derFilme nicht selten mehr als 80.000 Euro. Neues Terrain inSachen Vermarktung haben wir über unsere Tochter LeadingBuildings mit der Eröffnung unserer Showrooms inDüsseldorf und Neu-Ulm beschritten. Gabriele Bobka


33Gemeinschafts-MessestandFrankfurt AUF DER EXPO REALDer 480 Quadratmeter große Gemeinschaftsstand der Stadt Frankfurt am Main und ihrerStandpartner befindet sich in diesem Jahr in Halle C1, Stand 230.Premium-Plus-PartnerCORPUS SIREO Holding GmbH & Co KGAachenerstraße 18650931 KölnTel. +49 221 399000http://www.corpussireo.comDIC – Deutsche Immobilien ChancenEschersheimer Landstraße 22360320 Frankfurt am MainTel. +49 69 27403371http://www.dic-ag.deFraport AGFrankfurt Airport Services Worldwide Services 60547Frankfurt am MainTel. +49 69 69029322http://www.airportcity-frankfurt.deGrundstücksgesellschaftGateway Gardens GmbHSpeicherstraße 5560327 Frankfurt am MainTel. +49 69 360095145http://www.gateway-gardens.deGroß & Partner GrundstücksentwicklungsgesellschaftmbhBockenheimer Landstraße 4760325 Frankfurt am MainTel. +49 69 360095145http://www.gross-partner.deTishman SpeyerTaunustor 260311 FrankfurtTel. +49 69 975410http://www.tishmanspeyer.com/Premium-Partneraurelis Real Estate GmbH & Co. KGMergenthalerallee 15-2165760 EschbornTel. +49 619 65232244http://www.aurelis-real-estate.deCAPERA Immobilien Service GmbHMartin-Behaim-Str. 1263263 Neu-IsenburgTelefon: +49 6102 815440http://www.capera-immobilien.deData Room Services GmbHEschersheimer Landstraße 660322 Frankfurt am MainTel. +49 69 478640281http://www.dataroomservices.comFay Projects GmbHWilhem-Leuschner-Straße 7960329 Frankfurt am MainTel: +49 69 450019500http://www.fay.deFrankfurter SparkasseNeue Mainzer Straße 47-5360311 Frankfurt am MainTel. +49 69 26412748http://www.frankfurter-sparkasse.deGrontmij GmbHFriedrich-Mißler-Straße 4228211 BremenTel: +49 421 20326http://www.grontmij.deHOCHTIEFProjektentwicklung GmbHBockenheimer Landstraße 2460323 Frankfurt am MainTel. +49 69 2575350http://www.hochtief-projektentwicklung.deINOVALIS Asset Management GmbHDüsseldorfer Str. 960329 Frankfurt am MainTel. +49 69 714019511http://www.inovalis.comLechner GroupLechner Group GmbHAltenhöferallee 13360438 Frankfurt/MainTel. +49 69 90557720http://www.lechnergroup.comOPG OffenbacherProjektentwicklungsgesellschaft mbHSenefelderstraße 16263069 OffenbachTel. +49 69 840004605http://www.opg-of.deMAZARSTheodor-Stern-Kai 160596 Frankfurt am MainTel. +49 69 967650http://www.mazars.deQuadro ImmobilienentwicklungsgesellschaftmbHIn der Grobach 2261197 FlorstadtTel. +49 6032 967750http://www.quadro-online.de/Logo-PartnerAS&P – Albert Speer & Partner GmbHArchitekten und PlanerHedderichstraße 108-11060596 Frankfurt am MainTel. +49 69 6050110http://www.as-p.deAWARO by AirITSystemsWiesenhüttenstraße 1660329 Frankfurt am MainTel. +49 69 43053622http://www.airitsystems.deHitzler IngenieureGutleutstraße 9660329 Frankfurt am MainTel. +49 69 219338890http://www.hitzler-ingenieure.deInfraserv GmbH & Co. Höchst KGIndustriepark Höchst65926 Frankfurt am MainTel. +49 69 3056767http://www.infraserv.comStadt EschbornWirtschaftsförderungRathausplatz 3665760 EschbornTel. +49 6196 490107http://www.eschborn.deMOW ArchitektenOlschok Westenberger + PartnerGrillparzerstraße 1560320 Frankfurt am MainTel. +49 69 9450780http://www.mow-architekten.deStandortinitiative Neues Niederradc/o FuP GmbHAugust-Schanz-Str. 8060433 FrankfurtDeutschlandTel. +49 69 9543160http://www.lebendige-buerostadt.deStandortinitiativeMertonViertel Frankfurt am Mainc/o Agentur STERNBierstadter Straße 9a65189 WiesbadenTel. +49 611 3956920http://www.mertonviertel-frankfurt.dePROPROJEKT Planungsmanagement& Projektberatung GmbHHedderichstraße 108-11060596 Frankfurt am MainTel. +49 69 605011400http://www.proprojekt.deMedien-PartnerFrankfurter Allgemeine ZeitungHellerhofstraße 2-460327 Frankfurt am MainTel. +49 69 75912525http://www.faz.netProperty EUP.O. Box 754851070 AL Amsterdam+31 20 5753317http://www.propertyeu.info


Region Report FrankfurtStadtgeflüsterInfrastrukturDer Jubilar ist fitfür die ZukunftIn der Mainmetropole startete am 18. August 1888 der„Centralbahnhof Frankfurt“ mit 18 Gleisen als größte Zugstationauf dem Kontinent. Der heutige Hauptbahnhof gehört nach 125Jahren zu den wichtigsten Drehscheiben in Europas Gleisverkehr.Am 18. August 1888 war es endlich soweit: Nach fünf Jahren Bauzeit fuhr dieerste Dampflok in den neuen „CentralbahnhofFrankfurt“ ein. Tausende vonMenschen strömten vor die Tore derStadt, um den mit 18 Gleisen größtenBahnhof Europas mit eigenen Augen zubewundern. Für dessen Gestaltung hattedie Preußische Akademie für Bauwesenals Novum für ein Bahnhofsgebäude imJahr 1880 einen Architektenwettbewerbausgeschrieben, aus dem der StraßburgerHermann Eggert als Sieger für das Bahnhofsgebäudeaus 55 Einreichungen hervorging.Die Stahlkonstruktion des 28Meter hohen Tunnelgewölbes der Bahnhofshallesetzte der Berliner ArchitektJohann Wilhelm Schwedler um. Dekoriertwurde die repräsentative Stadtfassademit allegorischen Darstellungen zumThema Eisenbahnverkehr. 1924 wurdendie Arbeiten an den beiden Erweiterungshallenim Norden und Süden abgeschlossenund der Bahnhof auf 24 Gleiseerweitert. 1978 kam der Tiefbahnhof mitvier S-Bahn-Gleisen hinzu. Heute fahrentäglich über 1.800 Züge des Fern- undNahverkehrs ober- und unterirdischden Hauptbahnhof an. 350.000 Reisendeund Besucher gehen täglich durch denBahnhof und mit 128 Millionen im Jahrhat der Hauptbahnhof mehr als doppeltso viele Reisende und Besucher wie derFrankfurter Flughafen.„Die freie Bürger-, Messe- undKrönungsstadt Frankfurt hat schon immervon ihrer verkehrsgünstigen Lageprofitiert. Fluss, Mainquerung und alteeuropäische Handelsstraßen brachtenWaren, Menschen und Informationenvon überall her. Frankfurter Dienstleistungsmentalitätund Geschäftssinnmachten daraus Gewinn und Wohlstand,was wiederum die Grundlage für denerfolgreichen Börsen- und Finanzplatzwar. Ergänzt um Internet-Infrastruktur,Flughafen und die Frankfurter Bahnhöfefunktioniert das Frankfurter Geschäftsmodellbis heute hervorragend“, stelltOberbürgermeister Peter Feldmann begeistertfest.Intensive ModernisierungIn den vergangenen Jahren wurde intensivan der Modernisierung des Jubilarsgearbeitet. Von 2002 bis 2006 wurden für117 Millionen Euro die Dächer der fünfBahnsteighallen im laufenden Betriebkomplett erneuert. Insgesamt wurdenrund 50.000 Quadratmeter Dachflächen– davon 30.000 Quadratmeter Glasflächen– erneuert und 5.000 Tonnen Stahlausgetauscht. 2005 wurde für 130 MillionenEuro das Elektronische Stellwerk fürden Hauptbahnhof in Betrieb genommen.In den vergangenen Jahren wurdenfür neun Millionen Euro die Fußbödenund die Verkleidungen der Treppenabgängeim Bereich der Haupthalle und desQuerbahnsteigs einheitlich mit schwarzemGranit belegt. In die Erneuerungvon 38 Rolltreppen im Hauptbahnhofwurden elf Millionen Euro investiert.Derzeit wird die 2.500 Quadratmetergroße Sandsteinfassade des Hauptportalsfür 1,4 Millionen Euro unter denkmalpflegerischenAspekten saniert. Gabriele BobkaDas imposante Tunnelgewölbe der Bahnhofshalle begeistert die Reisenden noch heute.Nach zahlreichen Modernisierungen leistet der Bahnhof noch heute seine Dienste.Fotos: Deutsche BahnAG/Roland Horn

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