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History [ 100 Jahre Abarth ]> Text: Franz Steinbacher > Fotos: Archiv Steinbacher100 Jahre Carlo AbarthHeuer jährt sich der hundertste Geburtstag von Carlo Abarth. Der Wienerglänzte vorerst als Motorrad-Rennfahrer und später als Begründer von Abarth.Von 1956 bis 1971 holten sich die Skorpione unglaubliche 7.300 Siege.Die frühen JahreCarlo Abarth erfolgreich bei Motorrad-Rennen.Mit 16 wechselte Karl Abarth gewissermaßenfliegend, von derSchule in die Wiener Feinmechanik-WerkstätteCastagna & Co.Nach kurzem Zwischenspielbeim Wiener Fahrradhersteller„Degen“ ist Karl Abarth mit 19am Ziel seiner Jugendträume. Erwechselt als Mechaniker in diedamals renommierte Motorrad-Fabrik MT (Motor Thun) desTrentiner Grafen Max von Thun.1929 erfüllt sich Karl Abarth seinenersten Lebenstraum, indemer sein erstes Motorrad mit 250ccm konstruiert und baut. Im Zugeerscheint der Schriftzug „Abarth“zum ersten Mal. Davor, imFrühling 1928, erreicht Karl Abarthbeim Großen Preis vonÖsterreich für Motorräder, als Ersatzfahrerder MT-Werksmannschaft,die Trainingsbestzeit. ImRennen kam aber leider das früheAus nach einem technischen Defekt.Die kurze Vorstellung beeindruckteallerdings dermaßen,dass er ab sofort im Sattel einerWerks-DKW saß und siegte.1930 beendete ein schwererRennunfall, mit Serienbrüchenan den Beinen, vorübergehendseine Karriere. Dennoch kehrteer 1932 mit einer selbst umgebautenSunbeam-Sport 90TT mitBeiwagen, auf die Rennbahn zurück.1935 folgte die Königsidee,Karl Abarth erfindet den gelenktenBeiwagen, und fährt damitvon Sieg zu Sieg.Unmittelbar nach dem Kriegübernimmt er gemeinsam mitIng. Rudolf Hruska, dank der Vermittlungdurch Tazio Nuvolari,die Leitung für das von Porschekonstruierte Cisitalia GP-Projektdes Turiner Industriellen PieroDusio. Beim 360 GP handelt essich für damalige Zeiten um einsensationelles, vierradgetriebenesGrand Prix Auto mit einem1.500 ccm, Zwölfzylinder Mittelmotormit Kompressor und rund400 PS. Aus Geldmangel konntedas Projekt leidernie finailisiert werden.Zwei Exponatehaben allerdings dieZeit überdauert: Einesfindet sich imPorsche Museumund eines im Motormuseumin Donnington-Park.Darüberhinauskümmert sich „Carlo“,wie er sich jetztBis 1949 überwacht Carlo Renneinsätze als Partner von Cisitalia.nennt, um die Renneinsätze deskleinen Cisitalia-MonopostoD46. 1949 scheidet Carlo Abarthallerdings bei Cisitalia aus undgründet mit Hilfe der Industriellen-FamilieScagliarini die „ SocietaAbarth & Co.“ in Turin.Die Squadra Abarth hebt abTazio Nuvolari zu Besuch bei Carlo Abarth mit dem Sport 204.Von nun an geht es Schlag aufSchlag, Taruffi gewinnt mit demD 46 als „Squadra Carlo Abarth“den italienischen Formel 2 Titelund Guido Scagliarini gewinntmit dem Sport 204 die Sportwagen-Meisterschaftbis 1100 ccm.Am 10. April 1950 gewinnt TazioNuvolari das Bergrennen Palermo– Monte Pellegrino.1952 präsentierte Abarthauf dem Turiner Salon,mit dem „Biposto-1500“auf Basis des Fiat 1400 dieabsolute Sensation. Dasvon Franco Scaglione gezeichneteund bei Bertonegebaute Coupé wirktemit drei Scheinwerfernund aggressiver Frontpartiewie vom anderen Stern. DiePackard Motor Car Companykaufte das Auto vom Salon wegund schipperte es in die USA.Diese Aktion wurde in den italienischenMedien heiß disskutiert.Biposto 1500: Design wie vom anderen Stern.Aufstieg der Zauberröhren1953 werken bei Abarth über 70Mitarbeiter und die Produktionder Spezial-Auspuffanlage, imVolksmund „Zauberröhren“ genannt,übersteigt erstmals die45.000 Stück Grenze. 1955 wirdauf dem New Yorker Autosaloneiner der elegantesten Rennsport-Roadsteraller Zeiten, derTyp 207-A, präsentiert. Gleich-94 AUTO AKTUELL[3·2008]


Zauberflöten: Abarth Auspuffanlagen.zeitig bricht die junge Firma Abarthu. Co. in ein neues Zeitalterauf, denn auf dem Genfer Salonerschien mit dem 600er eines dererfolgreichsten Fiat-Modelle.Die Fiat-ConnectionIn den folgenden Jahren wird derFiat 600 zur historischen Grundlagevon Abarth u. Co. ErstmalsLegendärer Roadster: Typ 207-A.widmen die PS-Zauberer rundum Carlo Abarth, einem Großserien-Fahrzeugihr ganzes Können.Sozusagen Lichtjahre vordem Golf-GTI baute man mitdem Fiat-Abarth-750 die italienischeVersion des Volkssportlers.Über ein Jahrzehnt diente der Fiat600 als Basis für unterschiedlichsteAbarth-Variationen undmit Fiat konnte man sich auf einenstarken Partner stützen.Das Zauberwort BialberoDie Kombination „Fiat-Abarth“wird vom Start weg, zu einer einzigartigenund unglaublichen Erfolgsstory,angefangen von derBerlina-750 über den 850 TC,Fiat-Abarth kommt in Gang: 850 TC.Das Kraftpaket aus dem Hause Abarth, der 1000 Bialbero mit atemberaubender Zagato-Karosserie.den 1000 TC und TCR, über den750 Bialbero, bis hin zum „Kraftpaket“,dem „1000 Bialbero“.Und mit dem 1960 auf dem TurinerSalon gezeigten, von Zagatomit einer atemberaubenden Karosserieeingekleideten „1000-Bialbero“gewinnt Abarth erstmalsauch einen WM-Titel in der kleinenGran Turismo Kategorie bis1.000 ccm. In der Zeit von 1956bis 1971 wurden mit Abarth´s,zum überwiegenden Teil auf Fiat-Basis, weltweit über 7.300 Siegeerrungen. Die wohl unglaublichste,über 15 Jahre andauernde,„Sieges-Story“ auf dem Planeten.Und in dieser Zeit gaben sich diebedeutendsten Rennfahrer undKonstrukteure am Turiner CorsoMarche die Türschnalle in dieHand. Mittlerweile schraubten440 Mitarbeiter für die SportundRennwagenschmiede, undAbarth galt als die Inn-Markeschlechthin. Ab der Rennsaison1962 war die „Scuderia Abarth“praktisch ein Fixstern auf EuropasRennstrecken und mit demauf Basis des Simca 1000 neu entwickeltenAbarth-Simca 1300 GTmit völlig eigenständigem 1300-DOHC-Motor, regnete es auchSeriensiege in den größeren Hubraumklassen.Am 23. März 1962 erlebte Abarthmit dem 1000 Bialbero beim „3Stunden-Rennen von Sebring“einen seiner größten Erfolge:Rennlegende Stirling Moss gingvom Start weg mit einem Werks-Austin-Healey Sprite in Führungund erst fünf Minuten vor Rennendeübernahm Neo-RennfahrerBruce McLaren, gefolgt vonWalt Hansgen, die Führung undAbarth erntete so einen grandiosenDoppelsieg.Siege, nichts als SiegeAbarth Rennwagen eilten Wochefür Woche, von Sieg zu Sieg, egalob am Circuito di Monza, amNürburgring oder beim „Montede la Lure-Bergrennen“. Von nunan gab es kein Rennen, an demnicht zumindest ein Abarth, meistensaber gleich mehrere, als Siegerabgewunken wurden.Die Premiere für die Rennsaison1963 fand am 17.Februar auf der berühmtenRennstrecke von Daytonastatt. Abarth nannte mitHans Herrmann und MauroBianchi, beide auf Abarth-Simca1300 GT, zweiWerksautos für den erstenWM-Lauf der Saison. Herrmannwurde sensationellerneunter im Gesamtklassementund holte einenüberlegenen Klassen-Siegbis 1.300 ccm.Knapp vier Monate später gab esbeim „Großen Preis von Wien“auf der Traditionsstrecke amAsperner Flughafen, ein einzigartigesAbarth Feuerwerk. Das flotteDuo Herrmann und Bianchi,siegte de facto in allen Klassen.Darüber hinaus erlebte Wien dieWeltpremiere des neuen Fiat-Abarth2000 Sport Spider.Aber auch die Großserie kamnicht zu kurz, neben dem neuen„Fiat-595“ wurde auch der „Simca-Abarth1150“ einem breiterenKlientel präsentiert.Abarth-Simca 1300Auto-Rennen im 3/4 Takt1964 präsentiert Abarth neue Sportwagen in Wien-Aspern.Wien-Aspern entwickelte sichimmer mehr zur Lieblingsstreckevon Carlo Abarth und so war esdenn auch nicht verwunderlich,dass die Weltpremiere von Abarth´sFormel-2 Monoposto imApril 1964 in Wien stattfand.Hans Herrmann steuerte den vonMario Colucci konstruierten Gitterrohrrahmen-Boliden,der ausknapp einem Liter Hubraum sensationelle120 PS bei 9.500U/min quetschte, auf Anhieb aufPlatz vier. Später wurde diesesProjekt aber leider wieder fallengelassenbzw. wurde zu einemFormel 3 Auto umgebaut.1964 war aber auch die Story desFiat Abarth „OT 1600“, das fürdie damalige Zeit einem Wahnsinns-Projektglich. Abarth verpflanztedem biederen Fiat 850einen reinrassigen 1.600er-Rennmotormit 155 PS. Der „OT 1600“Fiat-Abarth OT 1600www.autoaktuell.at 95


History [ 100 Jahre Abarth ]> Text: Franz Steinbacher > Fotos: Archiv SteinbacherAuftritt von Abarth bei TurinerMotorshow 1966.schaffte 220 km/h Spitze undgalt forthin als echter Wolf imSchafspelz.Lichtjahre vor dem Golf GTI1966 folgte mit dem Fiat-Abarth„OT 2000“ ein weiterer, gewaltigerKnalleffekt. Kein Wunder,den mit dem 185-PS-starken 2-Liter-Motorrannte das Fiat 850Coupé sagenhafte 240 km/h.Als technische Sensation ausdem Hause Abarth galt allerdingsder 2-Liter-Achtzylinder-V-MotorTyp 239 mit vier obenliegendenNockenwellen. Auch rennmäßigkonnte es besser nicht laufen,der neu verpflichtete JohannesOrtner aus Villach, siegte inParis Monthlery beim „Cup deParis“ mit dem Fiat-Abarth 2000Spider Tubolare vor dem 4,4 LiterP2 Werks-Ferrari von Lucien Bianchi,dem Fiat-Abarth OT 1600Spider von Jean Guichet, JoSchlesser auf dem Ford GT 40und einer ganzen Armada vonPorsche 904 GTS. Mit insgesamt904 Siegen, entpuppte sich 1966als erfolgreichste Saison.Das Le Mans-Projekt T1401967 wurden Gerüchte über denAbarth Prototyp T140 bekannt. Essollte das größte und ehrgeizigstewerden: Ein Prototyp mit einem6-Liter-V-12-Zylinder-Motor mitgeplanten 610 PS bei 6.700U/min, was beim ersten Anlaufmit Anhieb erreicht werdenkonnte. Der T 140 sah beeindrukkendaus, und Carlo Abarth verfolgtepersönlich sämtliche Entwicklungsstufen.Ende 1967 solltenbereits der erste Probe-Renneinsatzstattfinden. Doch dannkam das böse Erwachen, denn96 AUTO AKTUELL[3·2008]Prototyp T140 für Le Mans mit 610 PS.nach den 24 Stunden von LeMans begrenzte die FIA den Hubraumder Prototypen auf 3.0 Liter.Abarth stoppte das Projekt natürlichsofort.Premiere für acht ZylinderStattdessen fand am 6. Oktoberbeim Donaupokal-Rennen inWien-Aspern, die große Premieredes neuen 3-Liter-V8 Gruppe 7-Wagens, den Fiat Abarth „3000Sport Spider“, statt. 1969, PeterSchetty war mittlerweile zu Ferrariübergewechselt, konzentrierteman sich bei Abarth ganz aufdie Europäische Bergmeisterschaft.Hinter dem erfolgreichenGespann Schetty/Ferrari reichtees am Berg in dieser Saison abernur zu Achtungserfolgen in Formvon Klassensiegen und zweitenPlätzen. Umso sensationeller derGesamtsieg von Merzario beimGrand Prix von Mugello vor allenWerks-Alfa´s Tipo 33 unddem Porsche 908. Am Ende derSaison 1969 gewann Abarth denTitel in der Europäischen-Tourenwagenmeisterschaftund denSportwagen-Titel in der europäischenBergmeisterschaft.Berg-ChampionJohannes OrtnerAm 5. März 1970 kam es dannam „Campo Volo“, unmittelbarneben der Fabrik am Corso Marche,zum großen Show Down.Abarth ließ alle Modelle in Reihund Glied für die gesamtenationale und internationalePresse auffädeln.Angefangen vom Fiat Abarth„3000 Prototipo“ bis hinzum „595SS“ Corsa. Und dieRennsaison 1970 wurde das Jahrdes Johannes Ortner. Der Österreichersiegte am Mont Ventouxund am Dobratsch und platziertesich in den restlichen Läufenjeweils so gut, dass er den Europameisterschafts-Titelmit großenPunkte-Vorsprung holte.Für die Saison 1971 stand dasFlaggschiff, der neue Fiat Abarth3000 Prototipo (SE 020) mit neuemFahrwerk und neuer Karosseriezur Verfügung. Der Motorhatte über den Winter eine Radikalkurüberstanden, und leistetemit den neuen Doppelnocken-Zylinderköpfen, Lucas-Einspritzungund Dinoplex-Zündung,mittlerweile 365 PS.Das große FinaleTrotz aller Erfolge ging die Saison1971 für Abarth mit 344 Siegen,dem Europäischen Bergtitel undTourenwagenmeisterschaft jäh zuEnde. Die Abarth-Rennabteilungwurde aufgelöst und übersiedelteab dem Spätsommer, Step by Stepin die kleine Werkstätte von EnzoOsella. Mit übersiedelt wurdenzwei 3000 Prototipi, sechs ZweiliterSport und 10/1000 SP, sowieAntonio Tomaini und ein gutesDutzend Techniker undMechaniker. Mitte Augusthat der Fiat-Konzerndie angeschlagene Abarthu. Co. übernommen.Das Abarth-Logo einst und jetzt.Warum eigentlich ein Skorpion? Die einfachsteErklärung: Es war Carlos Sternzeichen.Außerdem sind Skorpione klein und giftig und daspasste einfach wie angegossen auf die Abarth-Modelle.Carlo Abarth´s Boliden warenüber viele Jahre, tausendfach infast allen Rennklassen, beginnendmit dem 15. April 1949 biseinschließlich Sommer 1971,siegreich. Unter Fiat´s Kommando,siegten die Abarth´s dannnoch bis 1979 in den unterschiedlichstenRenn-Kategorien.Heute plant Fiat mit einzigartigenAutomobilen, wie dem neuenCinquecento, ganz im Stile desCarlo Abarth in gesetztem Alter. Er zelebrierte geradezuden großen Lebensstil.Carlo Abarth, ein grandioses Comebackfür die Skorpion-Marke.Carlo Abarth hat sich nach demVerkauf seines Lebenswerkes1971, in seine Heimatstadt Wienzurückgezogen, wo er am 23. Oktober1979, für immer von uns gegangenist. Zurückgeblieben sindtausende Rennsiege auf allen Pistendieser Welt und ein Name,der für alle Zeiten, mit dem Rennsportverbunden bleibt. ●


MOTOR SPORT[ Abarth Race Day ]> von Xxxxxx > Fotos: XxxxxxFranz Steinbacher (links) war von 1962 bis1967 Rennmechaniker bei Abarth.Zum AutorFranz Steinbacher, Jahrgang 1944, warvon Herbst 1962 bis Ende 1967 bei Abartham Turiner Corso Marche 38, alsRenn-Mechaniker beschäftigt.Auf persönlichen Wunsch von SignorCarlo Abarth, durchlief Franz Steinbacher,vor allem während der rennlosenWintermonate, angefangen vom Motoren-und Getriebebau, bis hin zum Leistungsprüfstand,praktisch alle Spezial-Abteilungen der Turiner Edelschmiede.Heute betreibt Franz Steinbacher, gemeinsammit seiner Frau Riki, einer ehemaligenCastrol Werbe- und Presse-Ladyein Sachverständigen-Büro in Wien, mitSpezialisierung auf den nat. und intern.Oldtimerbereich und, wie könnte es beidieser Vergangenheit auch anders sein,mit einem großen Fokus auf die Rennsportwagender Nachkriegszeit. Seitknapp 20 Jahren publiziert Franz Steinbacherauch regelmäig in einschlägigenMotor-Magazinen zum Thema „Beurteilungund Bewertung von historischenFahrzeugen”.2008 legt Steinbacher immer noch Hand an:Hier am Motor eines Abarth Sport Spider 2000.www.autoaktuell.at 97

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