Dokumentation (1.25mb) - Sadhyo Niederberger

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Dokumentation (1.25mb) - Sadhyo Niederberger

Studienauftrag 2008Raiffeisenbank ZufikonSadhyo NiederbergerSadhyo NiederbergerSchönenwerderstrasse 405000 Aarau062 822 27 43078 830 33 44sadhyo@artefact.li


Generelles GestaltungskonzeptAusgangslage:Ausgangslage bilden die Pläne und das Materialisierungskonzept der Architekten EdelmannKrell, sowie der Wunsch der Bauherrschaft Raiffeisenbank Zufikon, die Räumekunden- und mitarbeiterfreundlicher zu gestalten.Stellungnahme:Das Material- und Gestaltungskonzept ist gut durchdacht. Die Materialien weisen einenstarken Bezug zur Natur (Stein, Holz) und zur Umgebung auf (Durchlässigkeit, FensterundFassadengestaltung).Die Tonalitäten der Materialien sind gut aufeinander abgestimmt und bekommen durchverschieden verarbeitete Oberflächen einen besonderen Reiz.Glatte und raue Oberflächen, durchlässige und geschlossene Wandstücke, verschiedeneTaglichtquellen und offene und gedeckte Raumstücke ergänzen sich und werden demBesucher und den Mitarbeitenden auf lange Sicht immer wieder neue Sinneseindrückevermitteln.Mein Gestaltungskonzept baut auf der Arbeit der Architekten auf. Welche Elemente sindnotwendig, um diese Bank, die auf Familien und KMU‘s ausgerichtet ist, der Kundschaftentsprechend zu gestalten und die Bedürfnisse der Mitarbeitenden zu befriedigen?


Folgende Elemente sind von Bedeutung:Kommentar:Tageslicht: - grosse Fenster als Gemälde- Oblicht fällt durch drei Geschosse,bildet einen Lichthof- Oblicht fällt durch das Dach insSizungszimmer- Eingang, Glastüre- durchbrochene Fassade ergibt je nachSonnenstand wechselndeLichtspieleaussergewöhnlichspannendes und vielfältigesSpiel mit Licht, daseine angenehme Athmosphärevermittelt.Diese Qualität kann füreine künstlerische Interventionoder für dasInszenieren von Einrichtungsgegenständengenutzt werden.Kunstlicht:funktionale Leuchtenzusätzliches Licht, dasden Lichthof bei Dämmerungund nachtsbeleuchtet, ist notwendigHalle - zementöser Gussbodenkünstlerische Interventionwird vorgeschlagen- Eichenholz geölt(Eichenrahmentüren, Schaltermöbel)geätzte Glasfüllung / Holzgitterwerk(in Eichenrahmentüren)warm und edel- hinterleuchteter Naturstein (evt fürSchaltermöbel)spannend, muss aber mitkünstlerischer Interventionabgestimmt werden- Bronze (Schlosserarbeiten)edel, ungewohnt- Kalksteinbeton mit Alba Weisszement,glatt und rau (Wandstücke)warm, angenehm, eignetsich für künstlerischesProjekt


Büros - textiler Bodenbelag- weisslackierte Holzwerkstoffplatten- transluzide Türeinbauten- teilweise durchbrochene FassadenLichtspiel und Fensteröffnungenals wichtigeGestaltungselemente.Beratung: Kunst undFarbeLiftvorraumtextile Materialiengelb monochromFarbberatungTreppegelb monochromFarbberatungFunktionbereicheGussbodenmonochrome FarbigkeitFarbberatungmögliche Orte der Intervention:ganzer Bodenbereich Eingangs- und KundenhalleWandstücke im KundenbereichWände in den SitzungszimmernTreppenbereichSchalterbereich


Meine Interventionen betreffen folgende Bereiche:1. Wärme und Ausstrahlungskraft des Bodens:künstlerische Intervention2. Wandstücke im Kundenbereich3. Materialwahl der Möblierung: Beratung4. Farbgebung der Räume: Beratung1. Wärme und Ausstrahlungskraft des BodensDie Bodenfläche im Kundenbereich steht architektonisch imLicht: das aus dem Oblicht fallende Tageslicht fällt auf dieim Schalterraum angelegte Wartelounge. Von allen oberenEtagen steht dieser Raum im Mittelpunkt der Sicht nachunten.Zeichnung oder Farbgebungaus dieser PerspektiveberücksichtigenDer Boden nimmt aber schon vorher den Kunden in Empfang:über den Hartbelag, an Sitzbank und Laubbaum vorbei,kommt der Kunde auf den Haupteingang zu. Im Innernnimmt ihn der geschliffene Terrazzoboden in Empfang undleitet ihn zu den Beratungsschaltern in der Schalterhalle. Das Bodenmaterial, die Farbe und die Zeichnungsind bedeutende Elemente, um dem Kunden die Inhaltedes Unternehmens zu vermitteln.Bodenbearbeitung vomAussenraum in den InnenraumführenEine Bank soll: Vertrauen schaffen, Solidität vermitteln,Schwellenangst abbauen, für alle Bevölkerungsschichteneinladend sein.Die Ausstrahlung soll den Werten und dem Stellenwert derBank in der Region angepasst sein.Terrazzo als gut gewähltesGrundmaterial.Mit einer erweiterten Gestaltungwerden die Inhaltesinnlich vermittelt.Der vorgesehene zementöse Gussboden erfüllt diefunktionalen Ansprüche des Kundenbereichs und stellt mitdem verwendeten Kalkstein einen Bezug zu den weiterenvorgesehenen Materialien dar.Er wirkt trotz der warmen Farbkomponente etwas kühl underinnert an Mittelklasse-Bauten aus den 70-er Jahren.Diesen Eindruck breche ich durch folgende gestalterischeMassnahmen (3 Varianten):


Variante 1: IntarsienDie im Haus verwendete Bronze (Schlosserarbeiten) wird füreine zeichnerische Arbeit im Bodenbereich verwendet. DieZeichnung verändert sich je nach Standort (im Raum, vonder Galerie in den OG).Variante 2: Überraschungenzusätzliche Zuschlagstoffe sorgen für Überraschung: Fundstückewerden mitgegossen und abgeschliffen, das könnenfarbige Steine, Metalle, Plastikstücke seinVariante 3. Ornament und Farbeein traditionelles Muster in traditionellen Farben (hellblau,gelb, rostrot, dunkelgrau) wird fragmentarisch in den Bodeneingebaut. Der Raum wird strukturiert, bekommt warme Felder,Linien, Formen


Intarsien können partiell eingesetzt werden oder sich über die ganze Bodenfläche verteilen.Intarsien, Kreise partiell


Intarsien, Kreise durchgehend


Bodenmuster, Farbfelder


2. WandstückeDie Architekten schlagen in ihrem Materialisierungskonzept geschliffene und glatteWandstücke aus Kalksteinbeton vor. Diese Idee greife ich auf, da durch dieunterschiedliche Oberflächenbearbeitung ein diskretes und spannendes Lichtspielentstehen kann.Ich sehe in diesem Bereich eine filigrane Oberflächenbearbeitung, die in klarem Kontrastzur formal potenten Architektur steht. Wandstücke wie zB die ganze Fläche, diesich vor dem Lift über zwei Geschosse erstreckt oder auch das Eckstück gegenüberbieten sich für eine Bearbeitung mit ornamentalen Bildmotiven an. Diese können sichaus geometrischen Mustern oder pflanzlichen Elementen zusammensetzen.


3. Beratung Materialien und EinrichtungEbenso wichtig wie die Gestaltung des Bodens selber, ist die Verwendung weiterer Materialien.Hier wird besonders empfohlen, ein zusätzliches weiches Material zu verwenden. Die Architektenschlagen einen grossen Teppich in der Wartelounge vor, es kann aber auch ein zusätzlichesRaummaterial sein. Die Wahl der Möbel, der Deckenbeleuchtung, der Ständerlampe, sowie dieEntwürfe für das Schaltermöbel sind von entscheidender Wichtigkeit.4. Beratung Farbgestaltung der RäumeIch finde die monochrome Farbigkeit als konzeptuellen Gedanken der funktionalen Räume einegute Basis. Diese Räume werden als Körper wahrgenommen, was ihrem fensterlosen Wesenentspricht. Durch eine wiederkehrende Farbigkeit ergibt sich eine klare Trennung zwischen deneinzelnen Funktionen der Räume.Ich würde jedoch eine neue Farbpalette vorschlagen, die auf der Farbigkeit der bestehendenMaterialien aufbaut und sich in warme Erd- und Naturtöne entwickelt.So könnten die Räume zum Beispiel aufgeteilt werden:TreppeLiftvorraum:Kinderraum unter der Treppe:Lagerräume, Tagesarchive etc:Toiletten:Elfenbeinhelles, gebrochenes Gelbzartes Blattgrünultramarin hell (blau)dunkelviolett oder rostorangeDie Farben werden satt und klar aufgetragen. Ich empfehle die warme Farbpalette von Le Corbusierals Basis.Ich begrüsse auch die weissen Büroräume und Sitzungszimmer. Sie sind somit sehr luftig, diegrossen Fensterausschnitte und die Lichtspiele kommen zum Tragen. Wände können mit Originalbildernoder schön gerahmter Druckgrafik oder Plakaten unterschiedlich geschmückt werden.Vor allem für Sitzungszimmer und Gemeinschaftsbüros ist es jedoch unablässig, ein Grundkonzeptzum Hängen von Kunst zu erarbeiten.Falls in den Büros Farbe gewünscht wird, würde ich diese auch im Bereich der textilen Bodenbelägeauswählen.


Material- und Farbstimmung


Bodengestaltung von aussen nach innen


Bodengestaltung von aussen nach innen


Bodengestaltung von aussen nach innen

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