INTERVIEW ARCHITEKTUR Marlen Dittmann im Gespräch mit ...

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INTERVIEW ARCHITEKTUR Marlen Dittmann im Gespräch mit ...

François J. V. ValentinyMarlen DittmannFährt man in Schengen über die Moselbrücke,dann erscheint unübersehbareine Bauskulptur im Blickfeld, ein Gebäude,das, einer Erdscholle ähnlich, aus demBoden herausgebrochen scheint oder wieein gestrandetes Schiff vor Anker liegt.Hier, in den Weinbergen an der deutschluxemburgischeGrenze, hat FrançoisValentiny die Weinkellerei Rupperterrichtet und damit seinen Besuchernauf heimatlichen Boden einen eindrucksvollenEmpfang bereitet. Von nun anentdeckt man überall auf dem kurzenWeg bis zu seinem Büro in Remerschendie Spuren des Architekten. In der weitenHafflandschaft an der Mosel renaturierteer die Baggerseen. Den Ortseingangdes kleinen Ortes markiert eine Gruppevon Reihenhäusern, den Straßenverlaufbegleiten Hausumbauten, ein Restaurantlädt zum Besuch ein. Schule, Kindergartenund Jugendherberge stehen engbeieinander, sind jeweils eigenständigeGebäude und gehören dennoch zusammen.An all diesen Häusern erkennt mantypische Valentiny-Details. Im erstenMoment scheinen sie ein Fremdkörper ineinem heterogenen alten Ortsbild zu sein,bei genauerer Betrachtung aber bindensich die Bauten ein durch Proportionen,Giebel- oder Traufständigkeit, durchFensterformate und verputzte Fassaden.Aus Kalkzement und Moselsand wird derortstypische Putz der Häuser seit je gemischt.Dieses Material stellt die Harmonieher zu den Nachbarbauten.Am Ortsrand verbirgt sich in einem fastverwunschenen Garten das BürohausValentiny mit einer neuen Architektursprache,ein Skelett aus Stahl, allseitsverglast, bekrönt von einem Satteldach.Dies durchsichtige Baugerüst wiederholtdie Kubatur eines rot verputzten Altbaus.Eine Loggia verbindet beide zu einemlanggestreckten Komplex. Abseits davonrichtete sich Valentiny in einem Pavillondas eigene Atelier ein. Der kleine Glasbauzeigt sich weniger offen, denn ein Netzaus roten Stahlbändern legt sich umihn, übernimmt statische Funktionen,ist Schattenspender. Wie im Bürohausstehen und hängen auch hier großformatige,farbintensive, von Valentiny gemalteBilder neben den Fotografien der Bauten,reihen sich Modelle aneinander undlassen den Schaffensprozess des Architektenvon der gemalten Idee bis hin zumfertigen Bau erkennen.In dieser ländlich geprägten Umgebunglebt und arbeitet ein weltweit gefragterArchitekt. Hier wurde er vor sechzigJahren in eine alte Tischlerfamilie hineingeboren, hier wuchs er auf. Der frühmorgendlicheHahnenschrei weckt ihnseit seiner Kindheit. Den Tag beginntValentiny mit Gartenarbeit. Erklärt sich ausdieser Naturerfahrung die Sinnlichkeit undBodenständigkeit seiner Architektur? Auchsein Bedürfnis nach Harmonie? Denn dieLandschaft mit ihrer bezaubernden, aberunendlich vielfältigen Mannigfaltigkeit istein Lehrstück der Harmonie. „Ich braucheHarmonie“ sagt Valentiny, „täglich, in derUmwelt, in meinen Bauten.“Architektur stand nicht am Anfang seinerBerufsausbildung, sie wurde ihm erstnach langem Suchen zur Profession.Zunächst trat François Valentiny in dieFußstapfen von Vater und Großvater undlernte das Tischlerhandwerk, ließ sich anschließendzum Tiefbauingenieur ausbildenund wollte eigentlich Maler werden,was ihm der Vater ausredete. So wandteer sich der Architektur zu. Er begann mitdem Studium in Nancy, wechselte aberbereits nach einem Jahr an die Architekturabteilungder Kunsthochschule Wien.Dort genoss er eine eher künstlerischorientierte Ausbildung und gewann Überzeugungen,die bis heute sein Denkenund sein Werk prägen.Dazu kommen die künstlerischen Fähigkeiten.Ein gemaltes Bild oder eineZeichnung ist bei Valentiny kein autonomesKunstwerk, sondern schon vorausgedachteArchitektur.3


Seite 4-7:Architekturbüro Valentiny, Remerschen, 1984-85,im Garten Skulpturen von François ValentinyEr beginnt jeden Auftrag mit einer Zeichnung,zumeist in wenigen Minuten gefertigt,als Basis des Entwurfs, ohne Rücksichtauf die geforderten Funktionen. Diesewerden erst in einem späteren Planungsstandeingepasst und überprüft. Er denkein Harmonien, nicht in Funktionen, meintValentiny. Nach dem Studium gründeteer mit dem Freund Hubert Hermann einArchitekturbüro in Wien, bis heute dieStadt seiner Träume. Später, als Aufträgeauch in Luxemburg vergeben wurden, kamzwingend die „Zweigstelle“ Remerschenhinzu. Inzwischen konzentrieren sich seineBauten – Schulen und Schwimmbäder,Verwaltungen und Geschäfte, Wohnungenund Kulturbauten – auf Luxemburgund den Großraum. Doch nicht erst seitdem spektakulären Luxemburger Expo-Pavillon 2010 in Shanghai sind Werke vonihm in China zu finden. Gerade baut erin Brasilien ein Konzerthaus, eine Arenaam Meer. Der Expo-Ausstellungsbau ausrostigem Corten-Stahl war geformt aussich durchdringenden spitzwinkligenDreiecksplatten. Das Material Stahl wareine Hommage an die Industrie seinesLandes. Ein ähnliches Werk, als begehbarerAussichtsturm, „Turm der Sehnsüchte“konzipiert und ebenfalls aus Stahlplattenkonstruiert, war Luxemburgs Beitrag 2004auf der Landesgartenschau in Trier und istbis heute eine Besucherattraktion auf demPetriberg.Das Material ist erstes Entwurfskriterienseiner Architektur, erst dann folgenForm, Licht und Farbe. Immer wiedernutzt Valentiny Materialien wie Betonund Putz, Holz, Glas und Stahl. Nun istStahl sowohl in einer von der Eisenindustriebestimmten Umwelt wie in einerländlichen Umgebung, wo mit eisernenoder blechernen Gerätschaften gearbeitetwird, ein gewohntes und bekanntesMaterial. Konsequenterweise kann dannauch die Fassade eines Einfamilienhausesaus Stahlplatten gefügt sein, ohne dieHarmonie zu stören.Ein solches Haus steht in dem WeinortWormeldange, umgeben von Weinbergenmit Blick auf die Mosel. RostroteCorten-Stahlelemente umklammernLängsfassaden und Dach, dazwischenspannen sich schmale Glasfugen. Dieübliche Kubatur eines giebelständigenHauses mit Satteldach lässt sich ablesen.Ein weiteres frei vor die gläserne Giebelfrontgestelltes Stahlelement dient demSicht- und Sonnenschutz und markiertals optische Schwelle den Übergangvon Innen nach Außen. Die Übergangszonezwischen dem unbegrenzten, freiflutenden Außenraum und dem allseitsumgrenzten Innenraum hat bei den BautenValentinys immer eine ganz eigene,jeweils neue Qualität und charakterisiertseine Architektur. Weite Dachüberständenehmen wie Vogelflügel den Außenraumunter ihre Fittiche, Aus,- Auf- und Einbuchtungenmachen ihn zu einem Teildes Hauses. So beim Riehl-Haus Trier,beim Informationszentrum Schengen,bei einem Wohnhaus am Moselufer.Auch durch geführte Blickbeziehungenleitet er den Zusammenhang, indem einescheinbar aufgeschnittene Fassade denEinblick herausfordert, den Innenraumwie in einem Schaufenster präsentiert,und hochgeklappt gleichzeitig Schutzbieten soll. So liest sich der Entwurf fürdas Theater am Ring in Saarlouis.Ausgeprägtes Schichtendenken charakterisiertdie Fassaden von Valentiny. Siesind nicht nur eine schlichte Beton- oderMauerwerkswand, sondern im einfachstenFall überzogen mit dem ortsüblichenPutz, mit einem Schleier aus Streckmetalloder einem Rankgerüst, mit vorgespanntenhölzernen Schiebeelementen.Mehr und mehr lösen sich die Schichtenvoneinander, sind konstruktiv eigenständig,bleiben jedoch ein harmonischesGanzes aus Kleid und Baukörper. Aufdem Kirchberg in Luxemburg entsteht dieHauptverwaltung von KPMG. Die Außenhaut,ein Geflecht aus selbsttragenden,X-förmigen Stahlelementen, umschließtden eigentlichen Baukörper, der mit einerVorhangfassade hindurch schimmert. Ineinem Wald zerlegen Blätter und Stämmedas einfallende Licht in Flecken, die sich inder Bewegung wieder zu einem Ganzenzusammensetzen, ähnlich wirken auchdiese architektonischen Kleider.Sie schließen nicht ab, sie verschleiernnicht, sie spielen mit Licht und Schattenund mit Durchblicken. Die Wiederbelebungeiner ehemaligen Eisenhütte inEsch-sur-Alzette zur Universitätsbibliothekgelingt durch das Überstülpeneiner Außenhülle, deren einzelne Gliederpyramidenförmige Kunststoffelementesind. Ausschnittweise erkennt man dasentkernte Innere mit den neu eingezogenen,scheinbar schwebenden, dennochgenau fixierten Ebenen.6


Die Bauten seiner Frühzeit prägten strengrechtwinklige kubische Formen. Sie wurdenzunehmend organischer, formen sichzu naturähnlichen Gebilden, Dächer wieWellen und Wogen, Säulen wie Pflanzenstengel,Wölbungen und Öffnungen wieBaumkronen, Einzüge wie Grasbüschelusw. Vergleiche ließen sich viele anstellen.Klarer und deutlicher noch zeigen sie sichin seiner Malerei, in der ein Bau schonvor- und mitgedacht ist.Ein Credo Valentinys ist die Verpflichtung,ästhetisch ansprechende Außenfassadenzu schaffen, denn sie sind immer dasoptische Gegenüber jeden Betrachters.Übertragen auf den Umgang mit einemFluss bedeutet dies, beidseitig die Ufer zugestalten. Valentiny vermisst in Saarbrückendas Bekenntnis zum Fluss undfordert einen liebevollen Umgang. Dievor wenigen Jahren nach seinen Plänengeschaffene Esplanade am Moseluferin Schengen zeigt, wie sich ein Ortsbildverändern kann.François Valentiny ist mit LeidenschaftArchitekt und strebte nie eine ordentlicheHochschul-Professur an, obwohl er immerwieder kurzfristige Lehraufträge annahm.Aber seiner Meinung nach könne mannur eines machen, entweder Bauen oderArchitektur lehren, beides zusammengehe nicht, wie viele Kollegen glauben.Zwingend nötig ist in seinen Augenjedoch eine Neudefinition der Architekturlehre.So ist sein Lehrauftrag in Chinaauch verbunden mit Praxiserfahrung derStudenten, mit Entwurf und Realisationeines Wohnbauprojektes.In dem folgenden Interview, an mehrerenWintertagen 2012 geführt, äußertsich François Valentiny über Architekturgrundsätzlich und über seine Bauten insbesondere.Dabei konnte aus Raumgründennur eine geringe Anzahl der neuerenWerke aus dem hiesigen Großraumerwähnt werden.7


Keiweschplatz, Remerschen, 2005Herr Valentiny, ich falle mit der Tür insHaus und frage Sie, warum und wie wurdenSie Architekt?Ach, über Umwege. Eigentlich wollte ichMaler werden. Zuerst habe ich in einerTischlerei gelernt, dann eine Ausbildungals Tiefbauingenieur abgeschlossen unddanach wollte ich malen. Meine Elternmeinten aber: „Malerei, das ist nichts“,und so habe ich Architektur studiert.Zuerst in Frankreich, und nach einem Jahrin Nancy bin ich nach Österreich gefahren,habe mir die Architekturabteilung ander Hochschule für Angewandte Kunstin Wien angesehen, mich beworben, dasAufnahmeexamen gemacht und wurdeangenommen. So bin ich doch über Umwege,ich sage mal, in eine künstlerischeArchitekturausbildung gerutscht.Ich vermute, das entsprach Ihren Interessenmehr als das Studium an einer TechnischenHochschule, etwa in Darmstadtoder Karlsruhe, denn das wäre doch aucheine Möglichkeit gewesen.Das wäre eine Möglichkeit gewesen.Eigentlich wollte ich nach Aachen gehen,aber es hat sich auf Wien lokalisiert. Es istnicht so, dass mich diese ganzen Ausbildungsfächernicht interessierten, ich liebeMathematik, ich habe Physik gemochtund Statik, also im Gegenteil, sie habenmich sehr interessiert. Es ist nicht so, dassdie „Kunst“ eine Flucht gewesen wärevor dieser Ausbildung. Nein. Auch heutenoch amüsiere ich mich gerne damit, beibestimmten Sachen mit Ingenieuren zuwetteifern.Wenn man Ihr Werk betrachtet von 1980,als Sie anfingen, bis heute, stellt mangroße Unterschiede fest.Ja, ich hoffe doch!Es sind Welten dazwischen. Nichtnur, weil damals Ihre Bauten von derPostmoderne beeinflusst waren, sondernes waren auch sehr strenge, rechteckigeBauten. Obwohl Sie schon damals versuchten,die Rasterfassade zu überspielen,aber jetzt bauen Sie ja Skulpturen.Es ist wie eine Schrift, die sich verändert,oder wie der Geschmack für Wein, so entwickeltman sich über die Zeit. Währenddes Studiums hat mir mein Meister gesagt,dass Architektur ein „senior job“, also einJob für alte Männer sei. Mit der Begründung,dass man als junger Mensch zwarschon gute Architektur machen kann,aber erst im späteren Alter das Wissenund die Erfahrung hat, um Architektur inihrer Gesamtheit anzuwenden. Architekturtangiert alle Bereiche einer Gesellschaftund aus diesem Grund sollte man, umausreichende Erfahrungen zu sammeln,sehr jung mit dem Bauen beginnen. Umein weites Band an Betrachtungsweisen zubekommen, ist es von großer Wichtigkeitandere Kulturen und andere Menschenkennen zu lernen. Nicht nur eine Betrachtungsweise,sondern viele sind wichtig.Um es kurz zu sagen, man muss seininneres Spießertum überwinden und daskann man nur mit sehr viel Kenntnis vonanderen Menschen und anderen Kulturen.Erst dann ist man fähig, freier zu arbeiten.Ich ärgere mich zwar heute immer überEinschränkungen jedweder Art, aber esliegt in der Natur des Menschen, dass ersich dagegen auflehnt, wenn man ihmsagt, „tue dieses, tue jenes“. Nur, die Verbotebeinhalten ein großes Potential. Manmuss erst lernen, dass es so funktioniert.Sie sagten einmal, alles was Sie bauen,trügen Sie schon in sich, wenn ich dasrichtig interpretiere. Sie hätten schon füralles eine Idee in sich, die Sie dann versuchen,umzusetzen.Ja, ich habe Ihnen jetzt die erste Regelgegeben. Die zweite Regel war, dass manuns sagte, man müsse alles vor seinemdreißigsten Lebensjahr gedacht haben.8


Keiweschplatz mit Gaststätte, Remerschen, 2005Das ist so in den Wissenschaften, in derLiteratur und in der Kunst. Das heißt,alles ist in jungen Jahren erdacht, nichtimmer gelöst, aber erdacht. Diese Gedankensind eingeordnet in so etwas wieSchubladen oder Regale und wenn späterdann das Thema kommt, zieht man dieSchublade auf und nimmt die Idee heraus,transformiert sie mit Sicherheit undwendet sie an. So glaube ich, funktioniertdas für mich. Ähnlich verhält es sich beieinem Klavierspieler, der schon in sehrjungen Jahren so viel erlernen und übenmuss, damit er später die verschiedenstenKonzerte souverän spielen kann. Schwervorstellbar, dass er die Technik und diePartituren erst mit fünfzig erlernen will.Das ist wie Tennis spielen oder schwimmenoder radfahren. Aber ist das grundsätzlichbei jedem Beruf so? Auch beijemandem, der sich mit Kunst beschäftigtund ständig neue Bilder sieht, er muss jaauf das Neue eingehen.Da haben Sie Recht, es ist ja nicht so, dassSie die fertige Lösung aus der Schubladenehmen, nein. Darin liegen ja nur Grundgedankenund diese können auch nichteins zu eins umgesetzt werden. Es kannschon sein, dass dem aus der SchubladeGenommenen eine komplett andere Ideezu Grunde liegt, doch das ist unwesentlich.Wichtig ist die Anregung, die Ideeoder, wenn Sie wollen, die Inspiration auseinem Fundus, die dann transformiertwird.Das würde ja auch mit Ihrer Aussageübereinstimmen, dass Sie, wenn Sie einenneuen Auftrag erhalten haben, zunächstnicht unbedingt auf den Bauplatz gehen,sondern als erstes die Idee vorschlagenund danach dann den Bauplatzbesichtigen.Ja, das wäre katastrophal. Das ist soeinschränkend und so hemmend, wennman die konkrete Welt sieht und mansoll dazu einen Gedanken haben. Zuerstreagiert man ja auf das Programm desKlienten oder Auftraggebers, der sagt:„ich möchte gerne dieses Objekt habenmit jener Funktion.“ In dem Moment, woer das ausspricht, entsteht schon ein Bildbei mir. Das kann gut sein oder schlecht.Aber ich kann mich nicht dagegenwehren, dass gleich ein Bild entsteht.Und dieses Bild ist so falsch nicht, weilder Mann oder die Frau, die mir gegenübersitzt, etwas ausstrahlt, einenWunsch, eine Vorstellung, Wünsche überFunk tionen usw. formuliert, und diesesGefühl, diese Spannung zwischen unserzeugt gleich ein Bild in mir. Käme jetztauch noch die Situation eines Bauplatzeshinzu, würde dies schon wieder verändert.Es wäre eine Überlagerung von meineranderen Situation. Das kann passieren,aber ich lasse mir das erste Bild nicht„verderben“ durch die Situationsstudie.Das mache ich in einer zweiten Ebene. Dagibt es eine Überlagerung und das kannwieder dazu führen, dass sie das erste inFrage stellt oder sogar Besseres vorsieht,weil sie das erste Bild verändert. Oft bestehtein Missverständnis. Viele glauben,wenn ein Architekt viel zeichnet undauch zeichnen kann, sei er ein Formalist.Natürlich ist man ein Formalist. Jeder istein Formalist. Die Funktion allein, außeres handelt sich um eine sehr komplizierteFunktion oder ein nicht sehr repräsentativesBauwerk, kann man sehr schnell imKopf zerlegen und in Formen umsetzen.Architekten, die nur die Funktion bearbeitenkönnen, sollten Bäcker werden. DieseArchitekten malen die Funktion auf undsuchen Lösungen über die Funktion. Dasist mir sehr fremd, weil bei mir alles sehrschnell passiertSie haben zuerst den komplexen Bau undpassen die notwendigen Funktionen ein?Ja, ich vergleiche es, etwa mit einemMotorrad. Sie haben die Form und Sie9


Schule, Remerschen, 2000kennen auch die einzelnen Funktionsgegenstände,in die beispielsweise derMotorblock zerlegt ist. So sehe ich einbisschen das Gebäude. Somit entscheidetdie Funktion sehr wohl auch über dieForm, nur nicht so flach und direkt.Das ist aber eine Herangehensweise, diekaum ein anderer Architekt verfolgt.Oh doch, das gibt es schon. Ich glaube,es gibt schon einige, die diese Betrachtungsweisehaben. Nur viele äußernsich nicht dazu, weil es als zu „billig“angesehen wird oder als zu simpel odernicht komplex genug. Und ich wehremich gegen die Knoten im Hirn, also, sichmit dem linken Fuß hinter dem rechtenOhr kratzen, das kann ich nicht nachvollziehen.Dieses Leiden, sich ein Resultatmit Schweiß und Blut zu erarbeiten, daskommt sowieso. Es kommt ja noch dieUmsetzung. Soll das erdachte Objekt denVorstellungen gerecht werden, müssensich während des Bauprozesses alle Energiendarauf konzentrieren. Diese Anstrengungensind in der Realisierungsphase,bedingt allein schon durch die großeAnzahl der Mitwirkenden, auch notwendig.Dass ich aber das „Leiden“ schon imEntstehungsprozess der Konzeption habe,kenne ich nicht. Für mich sind der Entwurfund die Lösungsfindung eine sehrharmonische und schnelle Sache.Sie bekommen den Auftrag, setzen sichhin und zeichnen.Es gibt Bauwerke, die hatte ich in zehnSekunden im Kopf. Der „Turm der Träumeund Sehnsüchte“ in Trier, das ist ein Bild,in zwei Minuten hingezeichnet. DiesesBild, oder diese Vision, ist fast exakt sospäter in Stahl errichtet worden. Es istnatürlich ein fast funktionsloses Objekt.Ich habe längere Zeit gebraucht, dasModell in Karton zu bauen, als die Ideezu formulieren. Eine Ausnahme sicher,aber die Skizze geht schnell und folgt denGedanken. Ich arbeite ja nicht mit demComputer, er ist zu langsam, aber dieSkizze ist immer noch etwas, was sehrschnell passiert, so, wie man schreibt.Man kann fast so schnell schreiben wieman denkt. Es gibt immer noch einenVerlust, je nachdem wie schnell manschreibt. Der Gedanke ist immer nochschneller. Zeichnet man, und je nachdem,welchen Stift man hat und auf welchesPapier man zeichnet, dann passiert ja etwas.Und aus diesem Passieren entstehenGrundrisse, entstehen Schnitte. Wennes im Kopf nicht schon eine fertige Formist. Dadurch, dass ich ja nebenbei auchviel male und zeichne, sind die Formen,die ich so male, gleich ein Bild. Wenn ichauf einem Stück Papier einfach nur sovor mich hinzeichne, entstehen nicht nurFormen, sondern ich stelle mir vor, was essein könnte, so etwas und so etwas. Undumgekehrt, wenn dann so etwas kommt,habe ich gleich eine Antwort.Sie denken auch beim freien Zeichnenund Malen eigentlich ständig in Architektur,an die Umsetzung in Architektur,nicht an ein Kunstwerk, ein Bild etwa?Ja, genauso ist es. Insofern ist es ein sehrkonzeptionelles Denken, auf das wollteich nämlich hinaus.Und bei vielen Ihrer Projekte bauen Siezunächst auch ein Modell?Ja, zum Beispiel das hier. Es ist vonmeinem großen Opernhaus in Südkorea.Zuerst habe ich ja eine Form im Kopf,aus der ich zum Beispiel eine Dreiteilungablese. Das muss ich nun aber umsetzen.Hier entstanden zwei große Bögen fürdie Säle, und oben, auf dem größerenBogen, sitzt noch ein Probenraum. Dieendgültige Form wird nicht am Computerentwickelt, sondern über Zeichnungenund Modelle. Ich knete dannam Modell herum. An einem Styropor-Modell erarbeite ich zuerst die richtigen


Jugendherberge, Remerschen, 2004Abmessungen der Opernsäle, so dass dieProportionen stimmen. Daran kann ichmeine Form anpassen, weiß dabei aber,dass dieser Saal groß genug ist für 2000Leute. Das andere, die „Nebenräume“kriegt man auch noch hinein, weil sieam Saal ja schon immer mit dranhängen.Meine Mitarbeiter messen die entstandeneForm ab, geben die Maße in denComputer ein, und dann kann man dasgenerieren und ein bisschen verzierenusw. Das heißt, es ist einerseits ein sehrexaktes Vorgehen, auf der anderen Seiteaber auch eine sehr empirische Sache.Das hat sich aber erst im Laufe der Jahreso entwickelt und war nicht von Anfangan vorhanden? Damals konnten Sie sichergut mit Herrn Hermann zusammen arbeiten.Können Sie das auch heute noch?Wir haben miteinander studiert und dieersten zehn Jahre ging das sehr gut, esgeht auch heute noch sehr gut. Aber wirarbeiten jetzt getrennt. Damals war dieSituation eine andere. Keiner von unshatte eine Familie, wir konnten zwischenWien und Remerschen hin und herpendeln,so wie es uns gefiel. Und wirmachten die Sachen gemeinsam. Überdie Jahre, es sind jetzt über dreißig Jahre,entwickelt sich alles anders. Wir habennatürlich auch viel mehr Aufträge alsfrüher, und man kann sich nicht mehrum alle Aufträge gleichgut kümmern.Man muss Prioritäten setzen, das hat dieGeographie für uns geregelt.Aber es ist trotzdem erstaunlich, dass Sienach Luxemburg und hier nach Remerschenzurückgekommen sind.Ich wollte nie nach Luxemburg zurückkommen.Mir hat die große Welt gutgefallen und überhaupt Wien. Deshalbfühlte ich mich hier nicht mehr wohl.Dann kamen aber in Luxemburg Aufträge,und ich war gezwungen, wiederhier anwesend zu sein.11


Haus Riehl, Trier, 200612


Haus Marxen, Machtum, 2003So stellte sich die Frage nach dem Büro inLuxemburg. Aber wo? Die Stadt Luxemburgkam für mich nicht in Frage, dennvon Wien nach Luxemburg zu gehen, istunmöglich, in eine Kleinstadt, auch wennsie eine Hauptstadt ist. Auf dem Land,das geht, aber von Wien nach LuxemburgStadt oder auch Saarbrücken, das gehtnicht. Und dann habe ich mich hier solangsam ausgebreitet.Ist das hier eigentlich Ihr Elternhaus?Ja, meine Großeltern haben hier schon gewohnt,auch meine Eltern. Mein Vater hattehier eine Tischlerei, sein Vater auch schon.Ich bin hier aufgewachsen. Manchmal, imSommer schlafe ich hier in meinem Atelier.Dann höre ich die Hühner und den Hahn,den ich schon immer gehört habe, nichtden gleichen natürlich. Ich wurde schonimmer um fünf Uhr in der Früh von denHühnern geweckt. In meinem Leben hatsich eigentlich nichts geändert.Nein, nein, Sie sind nur an Ihren Ausgangspunktzurückgekehrt und habendie zweite Regel beachtend, im Geisteschon alles verarbeitet. Jetzt sind Siewieder hier und beschäftigen sich mitLuxemburg und dem Saarland. BekommenSie hier die schöneren Aufgabenoder würden Sie doch lieber weiterhin inWien arbeiten?Sagen wir es mal so. Weil ich sehr vielin der Welt rumkomme, kann man eshier aushalten. Aber ich möchte immernoch gerne in einer Stadt wie Wien lebenoder in einer noch größeren, Shanghaivielleicht. Ich unterrichte ein bisschen inChina und habe dadurch die Möglichkeit,zeitweise in einer großen Metropole zuleben. Aber ich liebe auch das Land, denGarten, in dem ich jeden Tag arbeite,bevor ich ins Büro komme, und genauso liebe ich die Geräusche der Stadt, dieGerüche der Stadt, die Anonymität, allesdas ist grandios.Meiner Überzeugung nach braucht jedergute Architekt diese Stadtatmosphäre,die er einsaugen muss.Auf jeden Fall. Hier auf dem Land kannman nur produzieren und für den ländlichenRaum arbeiten. Gestern habe icheine neue Stadterfahrung gemacht. Ichwar zwei Tage in Hamburg und bin mitdem Fahrrad durch die Stadt gefahren,was ich seit Studienzeiten in Wien nichtmehr gemacht habe. Ich bin seit dreißigJahren nicht mehr mit dem Rad durcheine Stadt gefahren. Hamburg ist einesehr menschenfreundliche Stadt, wo mangut radfahren kann. Das war grandios.Herr Valentiny, beeindruckend sind IhreBauten auf dem Kirchberg und die Plänefür die Universität in Esch-sur-Alzette.Aber mehr noch erstaunen mich IhreEinfamilienhäuser. Das sind Häuser, dieSignale setzen. Machen das die Bauherrenmit?Ja doch, sonst hätte ich ja keine Aufträge.Nicht jeder will sich von mir einHaus bauen lassen, das ist ja normal. Ichhabe eine gewisse Einstellung zu diesemMoseltal. Die ist sicher noch nicht anihrem Höhepunkt, nicht an ihrem Ziel. Ichversuche, noch einfacher zu bauen, aberdoch sehr harmonisch und meine Bautenim Material ziemlich ähnlich zu halten.Materialien wie Holz und Putz, Moselsandund Kalkzement, und eigentlichmöchte ich das noch weiter entwickeln.Das ist möglich in einer kleinen Struktur.Dadurch, dass sich die Bauten alle, zwarnicht in der Form, aber durch das Materialgleichen und damit bodenständigsind, verstehen es die Leute. Jemand, derin einem Dorf aufgewachsen ist, wo dieWege nicht asphaltiert wurden, sondernaus gestampfter Erde bestanden und alleFassaden mit dem gleichen Sand verputztwaren, spürt, dass es harmonisch ist. Erfühlt sich zu Hause, wenn er so etwassieht.Ja, aber eines Ihrer Einfamilienhäuser istaus Corten-Stahl.Ja, aber denken Sie daran, die Steine unddie Erde und die Pflüge und diese ganzenGerätschaften waren immer rostig, weilsie auch im Winter draußen standen. JedesObjekt, mit dem man auf dem Landarbeitete, wurde naturbelassen, nichtgestrichen. Alles, was man im Dorf ausStahl, aus Blech gesehen hat, war rostigund so im Bewusstsein der Menschenverankert. Dadurch ist auch der rostigeCorten-Stahl auf dem Land nicht fremd.Erst heute streicht man oder macht esfeuerverzinkt, damit verändert man aberdas Bild. Man kann das genauso auchumdrehen.13


Neubauten und Umbauten in der alten Ortsbebauung,Schengen14


Haus Wurth, Wormeldange, 2006Wenn Sie zum Beispiel verwittertes Holzsehen, die verwitterten Holzschuppenhier oder in den Alpen die verwittertenHolzbauten, dann strömen sie eine gewisseKraft aus und sind Charakteristikumdieses Ortes, dieser Geografie. BauenSie ein Haus in der Stadt aus Holz, dannpervertieren Sie den Stadtgedanken. VerstehenSie, da ist es falsch am Platz, dasmeine ich. Und heute ist es noch nichteinmal ein Holzhaus, sondern ein Hausaus Beton, das mit Holz verkleidet wurde.Das Holz ist nur noch eine Klammer, dasnenne ich Ökokitsch, das ist Ökoopportunismus.In einer ländlichen Umgebungkann man archaischer, in der Stadt mussman städtisch bauen.Deshalb sehen Ihre Bauten in Wien auchganz anders aus. Es sind Stadthäuserund haben eine andere Aussage alsdie Einfamilienhäuser. Oder die großenWohnungsbauten auf dem Kirchbergerrichtet, mit schräg angeschnittenen,dann noch mit Aluminium abgedecktenBalkonen, die die Sonnenstrahlen reflektierenund auch viel mehr Sonne einfangen.Durch diese Balkone und das großeweit herüber gezogene Dach wirken dieGebäude skulptural, aber im Grunde sindes immer noch mehr oder weniger traditionelleHäuser.Wohnbau ist ein eigenes Thema. In derRegel entwickeln wir Wohnungen fürunbekannte Menschen. Dabei würdeich mir wünschen, einmal ein Stadthausfür einen Klienten zu bauen, der auchselbst darin wohnt. Damit Wohnungenfür anonyme Nutzer verkauft werdenkönnen, heißt der Auftrag, so flexibel wiemöglich bauen. So dürfen diese Bauten inihrer Konzeption sowie in ihrer Erscheinungauch nicht zu gewagt sein. Daswäre ein Risiko und ein Bauträger will eskaum eingehen. Er möchte ohne großenAufwand verkaufen, so dass die Mehrheitder Wohnbauten überall gleichausschaut.16


Haus Hirtt, Wellenstein, 199917


Quartier Grünewald, Kirchberg, Luxemburg, 200418


Wohnanlage Avalon, Kirchberg, Luxemburg,ab 199419


Wohnanlage Avalon, Kirchberg, Luxemburg, ab 1994Aber ich mache trotzdem weiterhinWohnungsbau und warte optimistischauf eine bessere Zeit. Dabei bleibe ichRealist, denn in unserer Region ist dasziemlich kompliziert. Die Skandinavierund die Südländer sind schon weiter,weil ihre Einstellung zum Gemeinschaftswohnenoffener ist. Das gesellschaftlicheZusammenleben ist ein Anderes als inMitteleuropa.Man könnte sich ja auch einen innovativenWohnungsbau vorstellen, mit neuenGrundrissen.Mit Grün, mit Loggien, mit Höfen. Es gibtda viel, das könnte man alles probieren.Dafür sind aber die Baureglements auchzu restriktiv. Sie basieren auf Verbotenund nicht auf Visionen, für die esnatürlich Mut bräuchte. Und so sindwir eigentlich beim Hauptthema dereuropäischen Architekturproblematikangelangt. Politisch opportune Parametersowie übermäßige und langwierigeGenehmigungsprozeduren verteuernohne jeglichen kulturellen Mehrwert dasBauen. Wir leben den demokratischenTraum, doch birgt dieser erheblicheSchwächen. Victor Hugo, ein wahrerDemokrat, stellte in seinem Roman „DerGlöckner von Notre Dame“ schon fest,dass in demokratischen Zeiten für allesGroße kein Platz mehr sei und somitdas Leben Schritt für Schritt ästhetischverarme. Im Kapitel „Dieses wird jenestöten“ bearbeitet er das Verhältnis vonVergangenheit und Zukunft. Um etwasNeues zu schaffen, muss oft auch Alteszerstört werden. Eine neue und offeneDemokratie braucht neben neuen Regelnauch Aufklärung und Verständnis. L‘ Artpour l‘ Art in der Politik ist eine Fehlentwicklung,mit der wir leben müssen.Zumindest solange, bis wir Europäerbegriffen haben, dass wir, angesichts derrasanten Entwicklungen in Asien undSüdamerika, neue Wege finden müssendamit wir, neben der ästhetischen, doch20


S. 21-23Kongresshalle, Saarbrücken, Renovierung, 2006wenigstens der wirtschaftlichen Verarmungentgehen.Bitte, Herr Valentiny, sprechen wir dochüber ein Saarbrücker Projekt. Sie habendie Saarbrücker Kongresshalle umgebaut.Wie sah die Aufgabe aus, und welcheVorstellungen an die Architektur hattenSie dabei?Na ja, es kam die Anfrage, ob wir inkurzer Zeit mit einem bestimmten Budgetdie Kongresshalle verbessern könnten. Dahabe ich „Ja“ gesagt. Wir haben die Halledann für dieses Budget und in dieserZeit umgebaut. Die Konzert-Akustik warschlecht, weil die Bühne zu breit und zutief war. Das haben wir geändert, indemwir um die Bühne Wände gestellt unddarüber eine Galerie eingezogen haben.Damit konnten wir die Akustik korrigieren.Wir haben die Saalform und dieVerkleidung gelassen, nur ein bisschenstrukturiert und die Farbe verändert.Wäre bei etwas mehr Zeit und etwasmehr Geld etwas Anderes und Besseresentstanden?Ja, aber man hätte sagen müssen „bittebauen Sie die ganze Kongresshalle umund nicht nur den Saal“. Es gibt nämlichnicht nur das Problem Saal, sondern dieWechselwirkung mit den Foyers und denanderen Funktionsräumen ist ebensoproblematisch. In meinen Augen wärees nötig gewesen, das Ganze zu transformieren.Jetzt erfüllt die Kongresshallebestimmte Funktionen und diese scheinenja, zumindest was die Wirkung desSaales anbelangt, erfüllt zu sein. Insofernist das schon gut gelungen, betrübthat mich aber, dass es keine kompletteSanierung sein konnte. Es war dennochein wunderbares Erlebnis. Der Saalumbauin Saarbrücken gehört zu den schönstenErfahrungen in meinem Architektenleben.Kleines Budget, kurze Bearbeitungszeitund eine noch kürzere Bauzeit.21


Kirchberg23


Theater am Ring, Saarlouis, UmbauComputeranimation, ab 2006Man hätte einfach gar nichts machensollen?Weder die Seite mit der Straße, das liegtin der Natur der Sache, noch die gegenüberliegende Seite nehmen zur Kenntnis,dass da ein Wasser läuft, mit dem auchnoch der Stadtname zu tun hat. DasWasser könnte auch zugekippt sein, undSteine könnten da liegen, es hat keinenBezug. Es gibt kein Gebäude, das auf dasWasser ausgerichtet ist, keines.Es sind hermetisch abgeschlosseneBauten.Und alle, von den höchsten Entscheidungsträgernbis zu den einzelnenFirmen, haben mitgezogen. Hier habe ichsaarländisches Handwerkertum schätzengelernt.Schade, dennoch hätte ein wenig mehrpassieren können. Obwohl die Akustikviel besser und auch die Atmosphäreangenehmer geworden ist.Ja, die Atmosphäre entsteht aber erst,wenn Sie auf Ihrem Stuhl sitzen, dieFoyers entsprechen dem Anspruch beiweitem nicht. Wir hätten den Umbauweiter führen sollen bis auf den Platzhinaus. Ich habe noch die Bäume und dieLorbeerhecken pflanzen lassen, um denPlatz zu fassen. Das war das Äußerste,was wir machen durften. Ich konnte dasnicht weiter beeinflussen. Nach meinerDenkweise muss ein Saal bis auf denAußenraum wirken. Deshalb habe ichdiese Bäume und Hecken gepflanzt undmich mit der Uferphilosophie der Stadtbeschäftigt. Dann denke ich: „Naja ausder Fliege einen Elefanten machen.“Aber letztendlich ist das Problem vonSaarbrücken tatsächlich diese Uferverbauungder Saar. Ich weiß nicht, ob es mitgroßen architektonischen Eingriffen zulösen wäre. Ich glaube, eher nicht. Manmuss sich einfach zu diesem Fluss bekennen,was man nicht tut. Man muss mitLiebe und Gefühl dieses Ufer behandeln.Beides ist in dieser Stadt nicht erkennbar.Nehmen wir mal an, jeder von uns hättehundert Meter Ufer an der Saar. Dannwürden die Ufer sicher nicht so ausschauenwie jetzt. Die Berliner Promenade waran sich schon eine Korrektur falscherEntscheidungen. So geht man nicht miteinem Fluss um.Wie würden denn Sie mit einem Flussumgehen?Ja, mit Liebe, mit Atmosphäre. Manbraucht nur ein Geschichtsbuch aufzuschlagen,in dem irgendein Bild voneiner Stadt am Wasser zu finden ist. Dannsieht man es. Man muss nur umsetzen,was da ist. Man muss nicht suchen,jedes Suchen ist falsch. Es gibt keine dreiBetrachtungsweisen, wie man am Wasserlebt.So ist es. Sie stehen entweder auf einerMauer oder sie haben keinen Ausgangzur Saar, auch keine Terrasse. Es ist so, alswürde man das Wasser ignorieren. Nurdas Theater steht da sehr schön. Und dasMuseum ist von innen wenigstens aufSichtbezug angelegt. Aber die anderen,auch das Museum außen, haben keinenKontakt zum Wasser, die Musikhochschuleist eine Katastrophe. Das Theaterjedoch steht freudig am Wasser.Das wäre bei der Kongresshalle dochauch möglich. Vor dem Foyer gibt eseine große Terrasse, sie wird nur nichtgenutzt.Sie kann nicht genutzt werden, weil siekeine Funktionen hat. Das Restaurant istim ersten Stock, das andere Bistro ist seitlichangeordnet. Warum seitlich und nichtam Wasser? Das heißt, es ist konzeptuellnicht richtig. Man kann das irgendwieerklären, aber es wäre genügend Platzvorhanden gewesen. Das Restaurant imTurm und die Hallenerweiterung, das hatfunktionale Gründe, alles verständlich.Für mich liegt das Problem darin, manbekennt sich nicht zum Fluss. Wenn ichein Gebäude auf den Fluss ausrichte, dannstellt sich die Frage: „Was habe ich auf deranderen Seite?“ Die Autobahn ist kein Gegenüber.Daher ist zu verstehen, dass sich24


Wasserturm in Luxemburgdie Bauten zur Seite ausrichten. Das Uferist eigentlich verbaut. Jetzt könnte mandamit anfangen, diese Stadtautobahn einzugrünenund so für die andere Seite eineattraktive Sicht schaffen. So müsste mandas angehen. Immer vom Blick ausgehen.So mache ich das bei anderen Aufträgenauch. Zuerst stelle ich mir vor, was ichbeim Rausschauen sehe. Ich baue zwar etwasNeues, aber worauf schaue ich? Wasich sehe, ist entscheidender als das, wasich selbst baue. Denn was ich selbst baue,ist nur wichtig für die anderen, die wiederumauf mich schauen. Für mich selbst istes egal wie ich ausschaue. Insofern bin ichden anderen, die auf mich sehen, etwasschuldig. Aber sie wiederum sind mir auchschuldig, etwas Besonderes zu sehen. Ichdenke in Harmonien und nicht in Funktionen.Und wenn man in Harmonien denkt,kommen die Funktionen von allein und dieFunktionserfüllung geschieht von selbst.Da muss man nichts suchen. Ich weißaber, das wird nicht von jedem so gesehen,Politiker oder Wirtschaftsleute sehendas nicht so. Es sind die Schwachen, dienichts verstehen. Aber alle, die es verstandenhaben, wissen, dass man einfach nurden Geist vom Vorhandenen herausarbeitenmuss und nicht etwas Neues erfinden.Also wenn ich zu den Eskimos komme,kann ich mich nicht gegen das Eis wehren;wenn ich mit einer Kiste Sand komme, binich fehl am Platz. Und das sehe ich heuteüberall in der Politik, der Wirtschaft. Mankommt mit den falschen Gegenständen zuden falschen Leuten.Aber gerade beim Saarbrücker Ufer stellteman sich auf der einen Seite das steinerneUfer und gegenüber, auf der anderenSeite, das grüne Band vor. Aber dieseIdee könnte scheitern, wenn die Autobahnnicht eingetunnelt wird. Wäre danndas Konzept auch noch tragfähig?Dann muss man überlegen, wie manetwas ohne Tunnel eingrünt. Der Tunnelist ein Teil der Lösung, aber er ist nicht dieLösung. Ich bin jetzt viel in Brasilien. Dortfährt man auf der Autobahn durch Tunnelaus Pflanzen. Nun ist die Vegetationdort zwar üppiger, aber man könnte auchdas Ufer eingrünen. Damit beginnen, woes möglich ist, und es dann sukzessiveweiter führen. Aber diese Denkweise istschwierig durchzusetzen. Ich habe dasGefühl, heute müsse man alles bis aufden letzten Punkt durchdacht haben,bevor man den ersten Schritt macht. Dasist falsch.Weil man nicht anfängt, wird es auf denSt. Nimmerleinstag geschoben?Das entspringt noch nicht einmal einemschlechten Willen. Ich glaube einfach,diese Denkweise ist antiquiert, weil eineabgerundete Sache heute nicht mehrmöglich ist. Die Budgets sind zu eng.Herr Valentiny, Sie haben am Wettbewerbfür den „Vierten Pavillon“ derModernen Galerie in Saarbrücken erfolglosteilgenommen. Den Wettbewerbfür den Umbau des Theaters am Ring inSaarlouis haben Sie aber gewonnen.Unser Wettbewerbsbeitrag für denVierten Pavillon war eine eher organischeArchitektur. Beim Theater am Ring hat essehr lange gedauert, bis wir den Auftragbekamen. Ich glaube, wir sind dort seitfünf Jahren zugange. Jetzt machen wirgerade die Ausführungsplanung undbeginnen mit dem Umbau vom Turm.Dieses Theater war ursprünglich ja einsehr schöner Bau. Die Säle – es gibt einengroßen Saal, einen kleineren Veranstaltungssaalund dann noch zwei kleinereRäume – sind im Design sehr stimmigund gut gemacht. Aber in den 1980erJahren wurden die Foyers umgeändert.Das Problem besteht seitdem darin, dasses verbaut ist. Man geht in das Gebäudehinein und hat kein großes Foyer. Dadurchist die Nutzung eingeschränkt. Man kannnatürlich Wände öffnen oder schließen,aber man hat nicht das Gefühl, vor denSälen einen Mittelpunkt zu haben. Das istfür ein Theater schlecht. Als erstes mussman schon gut hineinkommen. Früherging man ein halbes Geschoss hinunter,dort gab es ein Vestibül, man konnte seineGarderobe abgeben und ist nach obengegangen. Jetzt geht man hinauf, hatkeinen richtigen Ort mehr für die Garderobeund verliert auch noch Platz für denFoyerbereich. Das ist also ein funktionalesVerbauen. Dann stellte sich die Frage, obman den zweiten Saal nicht vergrößernund auch funktional verändern könnte.Dieser Saal hat eine Galerie, die aberkaum zu nutzen ist. Zwei Meter von derBrüstung entfernt, sieht man nicht mehrnach unten. Wir haben diesen Saal sokonzipiert, dass man um das Geschehenherum sitzen kann, als U-Form, und vonjedem Platz aus das Geschehen sieht. Wirwollen den Raum auch vergrößern, indemwir die vorhandene Tragstruktur freilegen.Sie besteht aus Bindern, da arbeiten wirnoch Volumen heraus.25


Bibliothek der Universität Luxemburg,Esch-sur-Alzette, Computeranimation, ab 2011Damit können wir den Saal von obenbelichten und gleichzeitig auch nochmehr Luftvolumen produzieren.Das hat den Vorteil, dass die Akustiksofort verbessert wird. Natürlich verändernwir auch das Foyer. Wir stellen denSaal frei, so dass das Foyer diesen Saalumspült, mit dem Vorteil, zwei Veranstaltungengleichzeitig durchführen zukönnen. Ins Untergeschoss kommt dieStadtbibliothek. Damit erhält dasBauwerk auch noch eine zusätzlicheNutzung. Jene Gebäude, die für dasPublikum nur in der Nacht funktionieren,verschwenden zu viel Raum für zu wenigMenschen. Jetzt bekommen wir alsNutzungen die Volkshochschule, dieBibliothek und dann die Säle, welchemit einem vorgelagerten Foyer zusammengefasstwerden. So wird es nunmöglich sein, aus diesem Theater einenstädtischen Mittelpunkt zu schaffen,allein durch hinzukommende weitereFunktionen.Der Turm wird aufgestockt?Nein, oder nur insofern aufgestockt, daich diese verunglückte Dachsituationschließe. Mich stören diese zurückgesetztenGeschosse enorm.Die sogenannten Staffelgeschosse warenin den 1950er Jahren üblich.Sie sind heute noch üblich. Jede Bauordnungsieht vor, das oberste Geschosszurückzusetzen. Warum eigentlich? Dasgibt keinen Sinn und ist eine Katastropheim Stadtbild. Die Bauten sehen sounfertig aus.Weil das große Dach fehlt?Oder irgendein anderer Abschluss.Deshalb installieren wir dort oben denSchriftzug „Theater am Ring“Und wie sieht die neue Fassade aus?Die wird wie das weit auskragende Dachaus Holz oder Shotcrete. Und Sie sehen inden Innenraum. Meine Denkweise ist folgende:Stellen Sie sich vor, Sie nehmen inder Stadt die Fassaden weg, dann sehenSie das Innenleben. So ist das. Das Dachsteht über, das Vordere fehlt und dannsehe ich in diesen Bau hinein.Die vordere Fassade wird durchsichtigund man kann reinsehen. Dieses Prinziphaben Sie ja schon mehrfach angewendet.Hier in Ihrem Atelier zum Beispielauch.Das Thema ist daraus entstanden. Sowie ich vorhin bei der Uferpromenadeargumentiert habe, so ist es bei Bautenauch. Bauten sollten flexibel sein. Esgibt eine pragmatische Flexibilität, andie ich glaube. Es muss heute möglichsein, in einem Büro über Nacht ein paarMauern umzustellen. Diese Flexibilitätist einfach Standard. Aber ansonsten zuargumentieren, wie es in der Moderneimmer verkauft wurde, dass die Bauteneine gewisse Funktionsflexibilität habenmüssen, das geht nicht. Doch kann dieArchitektur so konzipiert werden, dasseine gebaute Hülle, je nach Budget, Funktionserweiterungenohne große Imageveränderungzulässt. Ich denke,das ist eher zukunftsorientiert. Wennman den anderen Weg geht und einenBaukörper neben den anderen setzt, erhältman eine zu heterogene Geschichte.Weil der Prozess oft Jahrzehnte dauert,geht die ursprüngliche Idee verloren.Häufig sind dann sowohl die Planerals auch die Entscheider andere undes entsteht ein zusammengewürfeltesKonglomerat. Das schlimmste Beispielsind Flughäfen. Die sind, zumindest inEuropa, kaum mehr anzuschauen. Eswäre gescheiter, an eine Schale mit mehrRaumvolumen zu denken, in der nacheinanderdie Funktionen erweitert werden.Grandios die Beispiele in Shanghaiund Beijing.26


Bibliothek der Universität Luxemburg,Esch-sur-Alzette, Computeranimation,FassadendetailDas würde aber bedeuten, Sie lasseneinen Teil des Gebäudes einfach leerstehen.Genau. Das kann man nutzen als offenenoder gedeckten Platz. Ich könnte mirgut vorstellen, für einen gedecktenAußenraum Funktionen zu finden, diegebraucht werden. Unser Klima ist janicht so, dass wir uns jeden Tag draußenaufhalten können. Bei Schulen ist einAußenraum für Regenwetter ungemeinwichtig.Herr Valentiny, wir haben über diesaarländischen Projekte gesprochen, abernoch nicht über die Luxemburger Aufgaben,die Ihnen am Herzen liegen.Dazu gehört die Bibliothek für die Universitätin Esch-sur-Alzette. Meine Meinungzu dieser Universität ist zwiespältig. Ichbin mit dem Gesamtkonzept nicht einverstanden.Es ist antiquiert und nicht sehrzukunftsweisend, aber die Entscheidungwurde so getroffen. Unser Bestrebenwar, ein Gebäude zu entwickeln, das indiese alte Eisenhütte hineinpasst, nichtetwas Austauschbares, das auch irgendwoanders stehen könnte. Damit kennenSie auch schon meine Kritik an einigenBauten in dieser Umgebung. Sie sindaustauschbar und könnten anderswostehen. Sie haben keinen Bezug zu dieserSituation. Das ist schade. Dann hätte mansich die Mühe gar nicht machen müssen,in diesem Umfeld etwas zu bauen. Wennich in eine Industrieruine etwas hineinsetze,dann sollte man diesen Gedankennutzen und etwas daraus machen.27


Beethovenhalle, Bonn, Wettbewerbsentwurf, 200828


Beethovenhalle, BonnDas ist meine Betrachtungsweise.Unsere Bibliothek funktioniert auch indem vorher besprochenem Sinne: Es gibteine Hülle und darin fixierte und schwebendeEbenen, so dass der Großraumnoch irgendwie erkennbar und spürbarist.Weiter sind wir dabei, in Brasilien einKonzerthaus zu bauen. Da passierengerade der Aushub und die Fundamente.Dieser Auftrag ist ganz einfach entstanden.Wir haben dort letztes Jahr einephemeres Bauwerk für Konzerte erstellt.Der Erfolg war so groß, dass es nun inBeton gebaut wird. Einerseits, um esöfter und andererseits, um es auch beitropischem Regen nutzen zu können.Aus diesem Grund haben wir einenzweiten Saal unter das offene Auditoriumgeschoben. Es steht in Bahia am Meer, ineinem dünn besiedelten Gebiet.Mit dem Bau von Konzerthäusern habenSie ja viel Erfahrung. Vielleicht bauen Sieja auch die Beethovenhalle in Bonn. Istdie Entscheidung schon gefallen?Konzerthäuser mache ich gerne. In Bonnläuft das Verfahren noch immer. Es istnoch keine hundert prozentige Entscheidunggetroffen, weder, wer baut, noch,ob überhaupt gebaut wird. Das ist nochin der Schwebe. Es ist schade, wennetwas so zerredet wird, das liegt auch andiesem furchtbaren Beispiel in Hamburg.Darauf beruft sich jeder, obwohl daseine mit dem anderen nichts zu tun hat.Wenn im Land ein Bauwerk unter einemsolch schlechten Image steht, werdenRückschlüsse auf Parallelbauten gezogen.Es wird übertragen und löst Ängsteaus. „Wir dürfen uns dies nicht leisten,das nicht leisten.“ Das passiert nur inDeutschland, es ist ein sehr ängstlichesVolk, finde ich.Ja, es gibt so unendlich viele Verordnungen,die eingehalten werden müssen.Und es gibt immer wieder Kläger.Das ist das eine, aber es gibt Schlagwortewie „Elb-Philharmonie“, es gibt „Stuttgart21“, den „Flughafen Berlin“. Damitschürt man sofort ein Angstpotential.Oder die Elbbrücke in Dresden. Dort wurdeein Projekt von mir gekippt, mit derBegründung, es sei zu sichtbar. Das wärevorher nie ein Thema geworden. Aberdiese Angst, die sich gleich wieder zeigt,baut die Argumentationen dagegen auf.Das ist schade, weil das eine mit demanderen nichts zu tun. Aber Sie werdenkeinen Saal in Deutschland mehr bauen,bevor nicht das Thema Elbphilharmonievom Tisch ist.Sie haben auch für Warschau ein Konzerthausentworfen? Und Sie beteiligtensich am Wettbewerb für die Philharmoniein Luxemburg.Warschau war auch ein Wettbewerb, inLuxemburg kamen wir nur auf den drittenoder vierten Platz.Trauern Sie solchen nicht verwirklichtenAufgaben nach?Ja, manchmal schon. In Warschau zumBeispiel ist eine „Katastrophe“ entstanden,während mir die Philharmonie inLuxemburg sehr gut gefällt, vor allemder kleine Saal und auch das Foyer sindsehr gut. Ich hätte den großen Saalanders gemacht, aber der kleine istwunderschön mit einer guten Akustik.Ich gehe gerne in die Philharmonie. Es istsehr angenehm, mit einem vorzüglichenProgramm.Für uns ist der Besuch besonders im Winterschwierig, weil man noch abends spätmit dem Auto nach Saarbrücken zurückfahren muss.Ich glaube, es ist die größte Sünde, diewir hier in der Großregion gemacht haben.Es gibt keine oder zumindest keinevernünftigen Zugverbindungen zwischenSaarbrücken, Trier, Thionville, Lüttichund Luxemburg. Eigentlich müsste es siegeben. Wir in Luxemburg haben Infrastrukturen,Sie im Saarland haben welcheund man kann sie nicht nutzen, weilsie nur mit dem Auto zu erreichen sind.Wenn man sich doch in denZug setzen könnte! Wegen dieserschlechten Kommunikation wird nurüber Saar-Lor-Lux geredet, aber nichtgehandelt.29


Theater in Trancoso, Bahia, Brasilien, ab 200930


Domaine Henri Ruppert, Weinkellerei Schengen,2009Bitte erzählen Sie doch etwas über dievon Ihnen gebauten Weinkeller. Die ersteKellerei entstand schon in den 1980erJahren und sieht aus wie ein Tempel, dieandere kragt aus der Erde heraus.Wir ergänzen die Weinbauten geradenoch mit einem Weinmuseum in Ehnen.Aber die Weinkellerei ist nach dem Prinzipgebaut, als ob Sie etwas aus der Erdeherausschneiden und nach oben klappen.Das war die Idee. Die Kellerei befindetsich in der Erde. Darüber ist Wasserzum Kühlen. Nur das Wohnhaus ist vonweitem sichtbar. Als Zeichen. Am bestenkonzipiert man eine Kellerei so, dass manwenige Pumpen braucht, indem man dasnatürliche Gefälle und die Schwerkraftausnutzt. Die Trauben fallen einfach indie Presse und bewegen sich über ihrSchwergewicht nach unten ins Fass. Dieneue Weintechnologie wird ja schon imWeinberg gemacht, danach erst bei derVerarbeitung des Weines. Entscheidendist, wie Sie mit der Traube umgehen,wenn sie in die Kellerei kommt. Mankann sie entstilen und anschließend erstpressen. Das Ganze soll von oben nachunten ablaufen und bei jedem Funktionsschrittdarauf geachtet werden, dassder Most nicht oxydiert. Wenn man dieseVerarbeitung allerdings auf einer Ebenemacht, dann müssen die Trauben, dieMaische, mit Hilfe von Pumpen bewegtwerden. Jeder Pumpvorgang, jede Verarbeitungvon dieser Mixtur beinhaltetdie Gefahr der Oxydation. Sauerstoffverändert das Produkt. Das Prinzip heißtSchonung der Maische.Die Weinkellerei ist ein spannender Bau.Und wo werden Sie das Weinmuseumbauen?In Ehnen, das liegt bei Wormeldangeund ist nicht weit von dem rostigen Hausentfernt. Dort gibt es bereits ein „Weinmuseum“,das den Namen aber nichtverdient.32


Weinmuseum Ehnen, 2012Es ist eine Ansammlung von Gegenständen.Um das Museum zu aktivieren,sollte es umgeplant werden. Ob es einUmbau oder ein Neubau wird, weiß ichnoch nicht. Ich muss das Konzept ersteinmal überarbeiten. Den Auftrag habeich schon länger, aber jetzt soll es trotzBudgetkürzung realisiert werden. Damuss ich noch einen Weg finden, um dasProgramm umzusetzen.Springen wir wieder zurück auf den Kirchberg,zur Commerzbank. Sie bauen dortauch für KPMG. Deren Sitz am FrankfurterFlughafen ist ja, obwohl von bekanntenArchitekten erbaut, einfach schrecklich.Geplant haben wir die Commerzbankfür die damals bestehenden Fonds. Dasgrundsätzliche Problem großer Gesellschaftenist, dass so viele Menschen mitreden,und dazu kommt zusätzlich nocheine große Fluktuation von Entscheidungsträgern.Die Entscheidungen fallenüber die Angst, ja nichts verkehrt zumachen. So entsteht aber kein richtigesErgebnis. Allerdings haben wir das Glück,sowohl bei der Commerzbank wie auchbei KPMG, dass einige Leute die Projekteverstanden haben und gut fanden. Aberjetzt, im Realisierungsprozess merke ich,wenn es um Innenausbauten und alldiese Feinheiten geht, dass die Angst dasTagesgeschäft bestimmt. Freiheiten gibtes dort dann nicht mehr.Die Fassade von KPMG hat eine Flechtstruktur,eigentlich wie hier in meinemAtelier, aber dort geht sie über mehrereGeschosse. Hier habe ich die Ecken ausprobiertmit der offenen Flechtstruktur,in der die X-Formen die Stützen sind unddie Last nach unten abtragen. Die RaumbegrenzendeFassade, das Abschließendeist zurück hinter die Stützen gesetzt.Hinter diese X-förmigen Stützen spanntsich eine ganz normale Vorhangfassade.Die Stützen sind aus rostigem Stahl. Wirhaben versucht, einen etwas anderenBürobau zu zeichnen.33


KPMG Luxembourg, Kirchberg, Luxemburg, ab 2010S. 34-35 und rechts: Commerzbank Luxembourg,Kirchberg, Luxemburg, 2000Weg von den anonymen Bürobauten, dieüberall gleich ausschauen. Da KPMG eineherausgehobene Position hat auf demBoulevard neben der Deutschen Bank,wollten wir einen Bau entwickeln, der mitder Bank und dem Boulevard spricht undkein anonymes Eigenleben führt.Und wie sieht die Fassade der Commerzbankaus?Das ist eigentlich das gleiche Prinzip.Auch sie ist außen tragend, aber dieStruktur ist aus Beton gefertigt. WeißeBetonfertigteile tragen die Geschossebenen.Es gibt keinen Kassenbetrieb,aber eine große Halle mit Rezeption undBeratungszimmer.Die Bibliothek ist wieder aus einem anderenMaterial, einer Neuentwicklung?Es ist ein Kunststoffprodukt aus Holland,das recycelt wurde. Damit können wirkomplizierte Anschlüsse vereinfachen.Eine Ansammlung von Pyramidenformenbestimmt die Fassade. Wenn Siediese dreidimensionalen Formen, die jasehr komplex sind, aus Stahl oder Eisenmachen wollten, wäre das sehr kompliziertzu realisieren. Aus diesem Kunststoffhier können wir in einem PressverfahrenGelenke herstellen, die dann eingesetztwerden. Sie erhalten eine rötlich-brauneFarbe, die dem industriellen Kontext, derja auch rostig ist, entgegen kommt, dazuaber durch die glänzende Oberfläche imKontrast steht. Man wird die Industriehalleimmer nur teilweise, aber bei verschiedenenDurchblicken wahrnehmen, so, alsob Sie durch Bäume blickten. Man siehtimmer ähnliche Formen und ähnlichesMaterial und kann sich daraus die Halleals Ganzes vorstellenDurch diese Auskragungen in der Fassadewird es sicher ein sehr spannendes Gebäude.Ein- und Auskragungen sind ein Gestaltungsthema,das Sie ja oft anwenden.Ja, das mache ich gerne, ich mag es,durch solche Elemente die Formen zuverändern.Sie arbeiten auch sehr viel mit Farbe.Ein Beispiel wäre die Schule Lallange inEsch-sur-Alzette.In Gebäuden eigentlich nicht. Aber dieSchule ist ganz rot, das stimmt. Mit derFarbe ist das so eine zwiespältige Geschichte.Manchmal verwende ich Farbeund dann muss sie kräftig sein oder ichlasse sie ganz. Die Schule war ein Bauaus den 1950er Jahren, in einem sehrtrostlosen Viertel. Davon mussten Teilezunächst stehenbleiben, waren aber füreinen späteren Abriss vorgesehen. Es wareine einhüftige Schule, wir habensie durch eine zweite Hüfte ergänzt.Und da wir dieses Prinzip mit großerBedachung erst in einer zweiten Phaseangingen, haben wir uns entschieden,das Haus farbig anzustreichen. Da wirviel Bambus um diese Schule herumgepflanzt haben und in der Straßeschöne Bäume stehen, kam nur Rot inFrage. Denn Rot geht sehr gut mit Grün.Den abzureißenden Teil haben wir gelbgestrichen, um dieser Schule das Grauezu nehmen. Das ist natürlich too much,das Gelb und das Rot zusammen. Aber esist nur für eine gewisse Zeit, darum hat esmich nicht gestört.Nach den Abbildungen in ihren Büchernhaben Sie viele farbige Projekte. Wasbedeutet Farbe für Sie?Farbe ist wichtig, wenn es mit der Naturzusammenhängt, im Grünen kann manschon mit einer kräftigen Farbe arbeiten.Aber wenn ich so zurückblicke, binich doch mit Farben sehr sparsam. Beider Schule habe ich es getan, um einEnsemble zu schaffen. Ursprünglich wares nicht vorgesehen. Ich sehe die Objektenicht in Farbe, diese Überlagerung kommtvielleicht später.36


Schule, Lallange, Esch-sur-Alzette, 2003Was ist denn für Sie das Wichtigste aneinem Bau?Die Form im Zusammenhang mit demMaterial. Ich finde, das Material ist fastentscheidender als die Farbe. StellenSie sich vor, eine griechische Insel unddie weißen Konstruktionen auf diesergebrannten Erde. Stellen Sie sich vor,die hätten unterschiedliche Farben undwären aus unterschiedlichen Materialien.Grauenvoll, es sieht aus wie eine Favela.Aber dadurch, dass alles mit Kalk weißgetüncht ist und manchmal nur die Lädenblau oder in einer anderen Farbe gestrichensind, entsteht ein Ensemble. Dasheißt, das Heterogene verschwindet undwird harmonisch durch das Material undin dem Fall die Farbe. Das will ich hier inden Dörfern so machen. Ich verwendenur einen Putz und immer das gleicheHolz, dann kann ich in der Form anderswerden, aber es wird nicht heterogen, esbleibt harmonisch. Harmonie ist für michdas wichtigste. Es geht mir einfach aufdie Nerven, wenn mich jemand in meinerHarmonie stört.Dann müssten Sie sich in einem Ort wieRemerschen ganz unwohl fühlen. Dennhier ist keine Harmonie zu finden, außervielleicht durch das Baumaterial.Ich bewege mich ja auch nur hier. Ichgehe selten vor die Tür. Es gibt schonharmonische Orte, aber nur Harmonie istauch langweilig. Doch es muss schon diemeiste Zeit des Tages harmonisch sein.Adolf Loos meinte zu dem Vorwurf, seineArchitektur sei ungemütlich: „Gemütlichbin ich selbst.“ Nun, für mich ist es, wasdie Harmonie anbelangt, nicht so.Herr Valentiny, für jeden Architekten istdie Lichtführung in einem Gebäude wichtig.Wie gehen Sie damit um?Das stimmt nicht. Sie ist nicht für jedenArchitekten wichtig, aber jene, denen das38


Licht wichtig ist, setzen es überlegt ein.Sie beschäftigen sich mit einer sehr komplexenMaterie, die aber einen großenAnteil an der Architektur hat. Für mich istdie Reihenfolge beim Entwurf: Material,Form, Licht. Das Licht kann man natürlichpoetisch behandeln, man muss sichaber über gewisse Gesetzmäßigkeiten imKlaren sein. Wenn man heute über Lichtin der Architektur spricht, wird sofort anBelichtung, an Anstrahlen, an das technischMögliche gedacht. Das meinen wirzwei aber sicher nicht.Nein, ich denke an das natürlicheTageslicht, mit dem man ein Gebäudemodelliert.Man kann die Gegensätze nehmen,Las Vegas am Tag und Las Vegas inder Nacht, das eine ist langweilig, dasandere vielleicht schrecklich aber einetotale Illusion, Räume gebildet durchLicht wie auf einer Theaterbühne. Damithat die normale Lichtführung nichts zutun. Aber es spielen trotzdem ähnlicheÜberlegungen mit. Die Ausstrahlungen,die Reflexionen, den Kegel, dies nimmtman zwar wahr am Licht, aber muss esnicht wissenschaftlich beherrschen, nurwissen, was es bedeutet, wenn Lichtauf eine Fläche fällt. Welches Materialreflektiert und wie reflektiert es? Waswird absorbiert? usw. In dem Buch „Lobdes Schatten“ spricht der japanischeAutor über das Licht so wie man über dieSinne spricht. Was sieht man, hört man,fühlt man? Es gibt wunderbare Beispiele,die nicht nur die Poesie des Lichteserklären, sondern daraus lassen sich auchnoch funktionale und konzeptionelleAnregungen für den Entwurf gewinnen.Lichtreflektionen auf einem patiniertenoder einem geputzten Löffel sind zweiverschiedene Erfahrungen. Gold wurdeeingesetzt, um in den dunkelstenRäumen Reflexionen zu erzeugen, umim tiefsten Dunkel noch den kleinstenTageslichtstrahl aufzufangen. Man findetes noch in orthodoxen Klöstern. Das istdie Welt der Poesie. Und man denke anLe Corbusier, bei ihm ist das Größte dieLichtführung, so subtil, so durchdachtführt er das Licht in Ronchamp. Eigentlichhat er nur marokkanische oder algerischeKonstruktionen kopiert. Er hat einfachnur die Augen aufgemacht und geschaut,was es gibt und dies wunderbar umgesetzt.Es geht leider verloren, denn wowir enger leben, will man auf einmalAusblicke haben. Wir haben uns vongeschlossenen Räumen befreit, wollenAusblicke haben. Wir haben die ganzeWand aus Glas entdeckt und man kannraus sehen. Wir wollen mehr draußenleben, können es aber wegen unseresKlimas nicht. Deshalb behelfen wir unsmit der Glaswand.Ihr Bürohaus hier hat rundum wunderbareGlaswände, aber wenn Sie die weitüberstehenden Dächer bauen, verschattendiese doch oder verhindern denLichteinfall? Sie setzen vor eine Glaswandeine Flechtstruktur, die verhindert dochden Ausblick, filtert das Licht? Das istdann wieder ein anderer Effekt.Hier das möchte ich für mich als Lektionverstanden wissen, für mich. Wenn danicht diese alten Tannen, die mein Vatergepflanzt hat, stünden, hätte ich essicher nicht aus Glas gemacht. Warum?Das Haus ist nach Süden ausgerichtet,hätte volle Südeinstrahlung, die ich dannwieder abschirmen müsste. Jetzt habeich hier einen Ausblick und auch eineFilterung des Lichtes und der Sonne,aber durch die Natur. Früher hatte mandie schweren Vorhänge und zusätzlichdavor auch noch dünne Stores gegen denEinblick. Durch die Tannen kommt hierein ganz besonderes Licht rein. Durch dieüppige Vegetation finde ich es in Brasilienwieder.Sie sehen die Flechtstruktur vor den Fassadenvon KPMG als Ersatz für die Natur?Einerseits, andererseits finde ich eseinfach doof, alles aus Glas zu machenund von außen zu sehen, was drinnenpassiert. Es fasziniert mich schon, aus derFassade ein Stück wegzunehmen, umin das Innere eines Hauses zu schauen.Eigenartiger Weise findet man Glaswändenur bei Bürobauten, wo mangar nicht rausschauen kann. Denn manbraucht eine Vorrichtung, um sich gegendie Sonne zu schützen und innen nocheine weitere, um Reflexionen auf demDeskop zu verhindern. Diese Glaswändesind also komplett an der Funktion vorbeigeplant. In einer Wohnung könnte ichdas ja noch verstehen. Doch die werdenmit kleinen Fenstern gebaut, wie eh undje, auch noch in der vierten Etage. Manschaut nicht raus, sondern gegen eineWand mit einem Loch drin, das könnteaber auch ein Bauernhof sein. MeineFlechtstrukturen sind also kein Ersatz fürNatur, sondern ich verstehe sie als Filter,aber nicht als Licht- sondern als Sichtfilter.Es lässt sich vergleichen mit den früherenDamenhüten. Die hatten Schleier, dievielleicht auch ein Lichtschutz waren, vorallem aber waren sie eine Barriere. Die istwichtig.Das würde bedeuten, eine Glasfassadekann nur in geschützten Bereichengebaut werden? Wenn es eine natürlicheBarriere gibt?Ich sehe das nicht so dogmatisch.Denken Sie an diese in Saarlouis geplantenAusschnitte. Nicht einfach nur dasGlas trennt von innen nach außen, sondernvor dem Glas gibt es noch eine weitereEbene. Sonst wäre alles Gescheheninnen von außen wahrnehmbar. Etwasanderes ist es, wenn die Landschaftzu einem Bild wird, wie ein Bild vonder Architektur gerahmt wird, dannist jedes Element davor zu viel. Diegewünschte oder notwendige Intimitätmuss man mit dem Bau erzeugenkönnen.39


Turm der Träume und Sehnsüchte, Trier, 2003Der Schleier hat natürlich auch Einflussauf die Lichtführung im Inneren?Ich glaube, die Lichtführung wurde inden von mir als Beispiele genanntenBauten nicht geplant. Die Lichtlösung istdurch die Sonne entstanden oder durchEin- und Ausblicke. Dies führte dannzwangsläufig zu einer besonderen Lichtführung.Le Corbusier hat für das KlosterLa Tourette, das ja eigentlich abgeschlossen,nicht einsehbar sein soll, wie auchfür Ronchamp Raster und Filter gesucht,oder Niemeyer für seine Wohnbauten. Siemachten das mit Beton, weil dieses Materialdamals zu ihrer Architektursprachegehörte. Die Zeit war weniger technoid,sie haben sich mit diesem layer begnügt.Aber dadurch ist etwas Wunderbaresentstanden. Auch die Architekten in dennordafrikanischen Ländern, wo es heiß istund wo ein warmer Wind weht, musstenLösungen finden, um in den Häusern sowohlfrische Luft zu haben, als auch keinedirekte Einstrahlung der Sonne. Dadurchsind alle Lösungen aus funktionalenGründen entstanden, aus nutzungstechnischen,ausgenommen sind die religiösenBauten.Das war das natürliche Licht. Aber fürdas künstliche, für das Anstrahlen, erhieltich sicher eine große Lektion durch dasBühnenbild für Trier bei den Antiken-Festspielen. Unvorstellbar, was mitScheinwerfern alles möglich ist.Man kann mit ihnen malen wie manwill, jede Farbmischung herstellen. Ichkann bis heute nicht mehr als damals,aber ich habe verstanden, dass es daungeheure Möglichkeiten gibt. Diebeherrscht nur ein Fachplaner. Aber seineMöglichkeiten werden stark beschnitten,weil es heute genaue Vorschriften gibtfür die Ausleuchtung eines Raumes. Unddas führt dazu, alles wird gleichmäßigbeleuchtet.Der Gestaltungsspielraum wirdgenommen?DIN-Normen verhindern verschiedene Zonierungenin einem Raum oder einer Halle.Überall herrscht die gleiche Lichtstärke,es gibt keine Differenzierungen mehr.Alles wirkt wie tot und jedes Gebäudesieht heute gleich aus. Aber ich möchtedoch in München oder Saarbrücken nichtdie gleiche Suppe essen wie hier.In Trier steht der, wie ich finde, wunderschöne„Turm der Sehnsüchte“, eineAussichtsplattform, die mich ein bisschenan nicht gebaute expressionistische Architekturenerinnert hat. Sie haben Utopieumgesetzt.Das hat mir auch sehr viel Freude gemacht.Der Expo-Pavillon in Shanghaiwar dann auch eine Fortsetzung diesesGedankens, wie man geometrischeMuster verändern kann. Weiter habenwir die Esplanade in Schengen sowie dasdazugehörige Empfangszentrum nachden gleichen Prinzipien realisiert. Jetztplanen wir dort weiter, nämlich einenschwimmenden Ponton, wo Produkte ausder Region verkauft werden.Die Esplanade ist als Umgang mit demFlussufer eigentlich ein vergleichbaresBeispiel zur Berliner Promenade inSaarbrücken.Mit der Esplanade öffnet sich der Ort zurMosel. Früher gab es keine Straße und dieHäuser drehten der Mosel den Rücken zu.Der Fluss lief hinter den Häusern entlang.Da war ein Feldweg, sonst hat es dortnichts gegeben. Jetzt gibt es da eine Straßeund die Leute bewegen sich eigentlichim hinteren Bereich. Das Schengen-Phänomenist ja eigentlich ein virtuelles Phänomen.Aber sonntags kommen immersehr viele Menschen, und so mussten wireine gewisse Infrastruktur schaffen, damitdie Besucher aus aller Welt irgendwieaufgefangen werden. Aus der Sicht vonder deutschen Seite bildet die Esplanadedas neue Gesicht von Schengen.41


S. 42-45Esplanade, Schengen, ab 2003Damit hat dieses Dorf ein neues Imagebekommen. Noch ergeben die vielenHäuser mit ihren Rückansichten das Bild.Weil aber auch nicht mehr die ursprünglicheNutzung da ist, werden jetzt einigeHäuser ersetzt und umgebaut. Damitwird das Bild verfremdet, so dass es nötigwar, eine neue Idee vorzulagern.Das ist ein Projekt im Außenraum.Haben Sie weitere davon?Ja, die Baggerseen hier haben wirrenaturiert.Sie leben hier ja so richtig in den Bäumen,umgeben von Natur. Wenn man inIhrem Atelier sitzen und in Ihren Gartenschauen darf, kann man Sie beneiden.Er strahlt die Harmonie aus, die Sie zumLeben und Arbeiten brauchen.Ja, in dieser Jahreszeit schlafe ich auchhier. Ich brauche die Geräusche, wennich nachts aufwache, weil ich nicht vielschlafe.Herr Valentiny, darf ich Sie noch nachIhren weiteren Tätigkeiten fragen? Siehalten in China Vorlesungen? Auchhatten oder haben Sie noch eine Gastdozenturin Leipzig? Gehört das zu denAufgaben eines Architekten?Ja, in China gibt es eine Akademie,die einige Leute aus westlichen Ländernverpflichtet hat, unter anderen auchmich, dort zu lehren. Ich bin geradedabei, die Kurse vorzubereiten.Ich unterrichte auf Englisch und kann esnicht gut, aber es geht. Die Gast dozenturin Leipzig habe ich aufgegeben, undeigentlich dachte ich auch, damit seiSchluss, weil ich das nicht mehrso mag. Aber nachdem mich dieChinesen gefragt haben, ist das eineganz andere Geschichte. Ich vergrößeredamit meinen Aktionskreis über denGarten hier hinaus.44


Ich fliege alle zwei Monate hin, jeweilsfür vierzehn Tage oder drei Wochen undkomme dann wieder zurück. Die Lehredort ist an eine Arbeit mit eigenen Projektengebunden.Was machen Sie dort?Im Moment haben wir Wohnungsbaugeplant, darüber hinaus noch nichts.Eine ganz „normale“ Lehrtätigkeit alsProfessor mit Lehrstuhl haben Sie niemalsangestrebt?Nein. Ich habe das schon mal erwogen,vor zwanzig oder auch noch vor zehnJahren. Ich mache das jetzt in China nicht,weil ich die Ambition auf eine Lehrtätigkeithabe, sondern weil es mir ermöglicht,mehr von der Welt kennen zu lernen.Aber ich finde, die Lehre der Architekturmüsste von Grund auf neu definiertwerden. Und das ist eine große Aufgabe.Ich bin nämlich nicht damit einverstanden,wie Architektur gelehrt wird. Da bestehtein enormer Realitätsverlust bei vielenProfessoren und an den Universitäten.Es interessiert mich eigentlich nicht.Was müsste Ihrer Meinung nach ge ändertwerden?Die Studenten lernen eigentlich keinHandwerk mehr. Damit ist schon allesgesagt. Und die Professoren sindschuld, da sie kein Handwerk lehren.Man muss da nicht um den heißenBrei herumreden. Es sind in der großenZahl die drittklassigen Architekten, dieProfessoren werden. Und die bestimmendann, wo es lang geht. Das kannja nicht sein. Wenn sie aber erstklassigeArchitekten sind, dann kommen sie ihrenVerpflichtungen nicht nach, sind seltenanwesend und sehen die Studenten einzweimalim Jahr. Das heißt, wir lebenin einer pervertierten Situation. Das istschwer.45


Expogebäude Luxemburg, Shanghai, 200947


Basic Housing Project Shahe University Town,Beijing, China, 2011Die jungen Architekten, die von derHochschule kommen, müssen erst mal inden Büros lernen, wie man Architekturmacht. Eine Klage, die man immer wiederhört.Ja, unter Handwerk oder Pragmatismusverstehe ich nicht, dass sie gleicheingesetzt werden können, um irgendwieeinen Bau hochzuziehen. Es geht mir umein handwerkliches Verständnis. Es gehtmir darum, dass sie verstehen, was andereMenschen auf dem Bau umsetzen.Und dazu gehört eben, dass man Einblickehat und auch ein Verständnis vonTischlerei, von Metallbearbeitung und,und, und. Das wird nur sehr nachlässiggelehrt. Oder es wird gar nicht mehrgelehrt. Damit bilden wir Designer aus,die an Computern arbeiten. Und so wirddann auch die Architektur. Das wäre auchnoch in Ordnung. Aber wenn ich Gebäudenur über diesen Computer entwickleund selbst keinen Einfluss nehmen kann,weil ich das Handwerkliche nicht beherrsche,sondern es Ingenieuren oder Leuten,die sich damit auskennen, überlasse,gebe ich ja Verantwortung ab. Das ist dasProblem. Die Architekten sind nicht mehrdie Leader eines Projektes. Und wenn sienicht mehr die Leader sind, verlieren sieimmer mehr an Einfluss. Und irgendwannsind sie nur noch Fassadenzeichner. Siewerden aussterben. Die kulturelle, sozialeund politische Aufgabe, die ein Architekterfüllen muss oder erfüllen sollte, entfälltkomplett. Nur weil ein paar mittelmäßigeHochschullehrer der Ausbildung denStempel aufdrücken.Ja, die wirklich guten Architekten sindnur selten anwesend.Ich kenne welche, die lassen die Studenteneinfliegen. Nur, um nicht auf dieSchule zu gehen.Oder sie lassen die Arbeit von Assistentenmachen. Das war schon zu meinerStudentenzeit so. Aber entweder manist Professor, dann hat auch die Lehre imVordergrund zu stehen, oder man ist eingroßartiger Architekt. Das ist eine andereAufgabe. Beides zu vermengen, ist nichtgut.Ich habe für mich entschieden, dass daszusammen nicht geht.Sie haben auch an der Gründung derArchitektenkammer hier in Luxemburgmitgewirkt?Nein. Ich war mal Präsident der Fondationd‘Architecture. Das ist vergleichbarmit dem BDA. Es ist eine Fondation, diesich um den kulturellen Teil der Architekturkümmert. Sie wird immer noch vonArchitekten geriert, aber um beides zumachen auch dafür hat meine Energienicht ausgereicht. Nach einem Jahr habeich aufgehört. Einerseits zerreißt einen soein Amt, auf der anderen Seite hat manaber, wie auf den Hochschulen auch,gleich Gegner. Wenn es gelingen soll, diedann mitzureißen, muss man auch vielmehr tun. Und das geht nicht.Gibt es in Luxemburg so etwas wie beiuns, den BDA oder den Werkbund?Beides gibt es nicht. Es gibt die Fondation.Sie wurde gegründet, als meineGeneration von den Schulen kam. Wirhaben uns getroffen. Da es hier inLuxemburg keine Universität gab, fehlteuns der künstlerisch-kulturelle Austausch,und so ist diese Fondation entstanden.Die Entstehungsgeschichte und auchdie Entwicklung ist ganz honorabel. Ichglaube, sie besteht jetzt zwanzig Jahre.Die Basis ist eine sehr junge, kleine,enge, nicht vergleichbar mit BDA undWerkbund. Eine große architektonischeVergangenheit wie in Deutschland habenwir in Luxemburg ja nicht. Auch da sindwir heterogen, von vielen Seiten beeinflusstund sehr jung. Aber die Fondationist sicher eine notwendige Plattform.Ich glaube, so etwas ist dringend nötig.Und wenn auch gar nicht so vielespassiert, ab und zu wird ja doch etwaslaufen.Ja, ja. Es gibt auch noch die Kammer, fürmich ist alles ein Entwicklungsprozess.Auch die Kammer ist jung, vielleichtfünfundzwanzig, maximal dreißig Jahre.Also auch nicht sehr alt. Es gibt danndoch sehr viele Überlappungen, obwohles eigentlich getrennt sein sollte. Ansich würde ich mir wünschen, dass dieKammer mehr gewerkschaftlich oderberufsbezogen orientiert ist, aber es istnoch so ein bisschen Kultur dabei. Dashängt davon ab, dass es ein kleines Landist und die selben Personen aktiv sind.Was halten Sie von Gestaltungsbeiräten?Na ja, ich war in dem Gestaltungsbeiratin Salzburg. Das war der erste undauch der Allerbeste. Weil er gesetzlichverankert war. Und wir konnten Entscheidungentreffen über die Politikhinaus. Alle anderen, in denen ich späterwar, konnten das nicht. Inzwischen gibtes viel zu viele auf dieser Erde, um es malso auszudrücken.48


Es gibt zu viele Leute, die sich in vieleseinmischen. Und wenn ich jetzt einenGestaltungsbeirat nehme, der an sichkeine rechtlichen Entscheidungen treffenkann, dann reduziert sich das Ganze aufGeschmacksfragen und das kann es janicht sein. Und es kann auch nicht sein,dass zwei oder drei gute Architektenoder Stadtplaner, die in einem solchenBeirat sind, dann die Entwürfe von nichtso guten Architekten korrigieren. Undda haben wir uns manchmal gefragt,was tun wir da eigentlich? Jetzt habenwir hier vier Bauwerke in zwei Stundenverbessert. Das ist aber nicht unser Job.Wir haben aufgezeichnet, „mach es so.“Aber Sie fragten, was da anders war inSalzburg? Erstens war es ein Gremiumbesetzt mit einer Mischung aus Kunsthistorikern,Architekten, Journalisten.Dann gab es die klare Vorgabe, zumWohle der Stadt zu agieren. Es musstemöglich sein, wenn ein Investor etwasbauen möchte, sein Projekt nicht nur zuverbessern, sondern daraus ein Projektzum Wohle der Stadt zu machen. Mankann ihn ja nicht zwingen, aber mankann ihm einen Vorschlag machen, dener nicht ablehnen kann. Man kann ihmsagen: „Du kannst mehr verbauen, aberdafür musst du dieses oder jenes ändern“,ein Fachwerk machen oder was weiß ich.Das heißt, er muss Freiheit preisgeben,bekommt aber auch etwas. Nur so kannman mit solchen Leuten agieren, um fürdas Wohl der Stadt etwas zu erreichen.Allein mit Verboten oder mit Ratschlägen,mit Besserwisserei geht das nicht.Und dafür muss man die richtigen Leutehaben. Wenn man so egomanische Leutein diesem Gremium hat, führt das nur zurSelbstbeweihräucherung unter Koryphäenund so. Das bringt doch nichts.Sie müssen also gesetzlich verankert sein,anderenfalls sind sie überflüssig?Ja, wenn man überhaupt welche braucht.Ich bin eher der Meinung, man muss dieArchitekten mehr in die Pflicht nehmenund sie bei schlechten Bauten nicht mitweiteren Aufträgen bedenken. Manmüsste einfach die Rolle des Architektenwieder öffentlicher machen, so dass erviel exponierter dasteht. Und wenn erexponierter dasteht, muss er sich aucheiner Kritik stellen.Das würde aber bedeuten, dass einewirkliche Architekturkritik entstehenmuss.Ja, die entsteht auch. Wenn ich einenStadtteil mit einem riesigen Bauwerk belaste,das sich nicht einfügt, und die Menschenpersonifizieren ihre Kritik daranmit demjenigen, der das gebaut hat undnicht mit irgendeinem Investoren-Namen,sondern mit dem, der das gebaut hat.Der Name des Architekten wird ja unterschlagen,meistens gar nicht genannt.Eigentlich wäre es ja sinnvoll, einen Bau,noch bevor er überhaupt gebaut wird,öffentlich vorzustellen.Ja, aber die meisten Menschen könnenPläne nicht lesen und sich das nicht vorstellen.Ich habe lange darüber nachgedacht,es ist keine ideale Lösung in Sicht.Aber ich glaube, wenn diese Architektenund diese Ingenieure, die die großenKatastrophen zu verantworten haben, ausder Anonymität genommen werden, müssensie tiefer in die Materie einsteigen. Siestehen dann mit ihrem Namen da.Sie geben auch die Zeitschrift „adato“heraus.Ja, das ist so eine Geschichte. Einermeiner Mitarbeiter und jetziger Partner,Kirchner, hatte immer schon die Idee,eine Zeitschrift zu machen, und irgendwannwar die Konstellation so, dass ichnicht mehr nein sagen konnte. Und dannhaben wir diese Zeitschrift gemacht. Sieist jetzt zehn Jahre alt. Es war noch in derZeit, als ich gedacht habe, Lehre, für dieZeitung schreiben, in der Fondation mitmischen,dass alles zusammen noch geht.Aber wir machen sie weiter. Nur meininput ist sporadisch an dieser Zeitung. Ichkann das alles nicht machen, es ist mirtoo much.Verständlich, bei Ihrem Arbeitspensum.Und außerdem sind Sie ja auch ständigauf Achse.Auf Achse sein, bedeutet eigentlichFreiheit. Wenn man lange im Flugzeugsitzt, kann man lesen, kann man nachdenken.Es ist nicht das übliche Tagesgeschäft.Man könnte eigentlich diese Zeitnutzen, um einen Artikel zu schreiben,sich darum kümmern. Aber man tut esnicht. Ich ernähre mich ja auch von denGeschehnissen um mich herum, indemich sie aufnehme. Freiheiten habe ichauch in China oder Brasilien. Es wird allesum mich herum organisiert, ich muss mirdarum keine Gedanken machen. Das istvon großem VorteilGibt es eigentlich einen Architekten, denSie sehr bewundern?Es gibt schon einige, die grandios waren.Wenn man einen Corbusier nimmt, dersteht über allem. Auch von der Materialität,die er verwendet und vor allem,wie er mit dem Licht umgeht. Das istschon bewundernswert. Aber es gibteine Menge anderer. Ich finde, jeneArchitekten sind Vorbild, welche dieArchitektur im Gesamten sehen, welchesehr materialbezogen arbeiten und dannvor allem diejenigen, die ihre Meinungsagen und nicht angepasst arbeiten. Esgibt welche, die haben einen Namen,Corbusier, Louis Kahn und wieder andere,die haben keinen Namen, sind anonym,oder kaum bekannt und machen aucheine komplette Architektur mit Materialund Form. Kahn habe ich genau studiert,seine Bauten und seine Grundrisse.49


Festspielhaus, Salzburg, 2001hat, das finde ich so was von grandios.Das ist sehr poetisch. Und er ist ein phantastischerZeichner.Und Böhm arbeitet auch mit Modellen. Erlässt sie sogar in Bronze gießen.Das hat mich sehr inspiriert und so macheich das auch. Aber in Eisen. Auch einArchitekturmodell kann ein Kunstwerkwerden.Ja, insbesondere bei einer so poetischen,sehr plastischen Architektur wie derIhren, Herr Valentiny. Nicht nur Modelle,auch einige Ihrer Bauten wirken wieSkulpturen. Ich danke Ihnen für dasGespräch.Es ist erstaunlich, wenn man mit jungenStudenten spricht, kennen sie diesenArchitekten gar nicht.Es ist auffällig, dass sie von Architekturgeschichteund das ist ja neuesteGeschichte, überhaupt keine Ahnunghaben. Kann man bauen, ohne Kenntnisder Architekturgeschichte?Nein, man sollte schon ein bisschenBescheid wissen. Ich habe in Leipzigimmer einen Test gemacht, habe sie eineListe schreiben lassen mit den Namenihnen bekannter Architekten. Das gingvon zehn bis maximal dreißig. Das warerstaunlich. Die meisten waren nochlebende, heute noch bauende, vor allemdie bekannten Stararchitekten.Aber wir sind ja nicht da und vor uns warnichts, die Architektur baut auf etwasauf, man hat doch ein Fundament. Wenndas nicht vorhanden ist, kann man danngute Architektur machen?Wir sind damit wieder beim Handwerklichen.Dazu gehört auch die Architekturgeschichte.Aber um ehrlich zusein, ich beschäftige mich nicht mitStararchitekten, außer mit den mir persönlichbekannten. Ich bekomme das soein bisschen mit, aber beschäftige michnur mit Geistesverwandten. MassimilianoFuksas zum Beispiel würde ich geistesverwandtnennen, vom Handwerk undseiner Herangehensweise ist er mir sehrnahe. Er ist ein Freund, weil ich weiß, wieer denkt und fühlt. Gehry ist mir fremd.Zumthor interessiert mich vom Materialvielleicht. Bei mir spielt das Persönlicheeine große Rolle. Jetzt sage ich mal einfach,ein Fuksas ist mir als Mensch näher.Und damit ist alles gesagt.Am Anfang unseres Gesprächs erwähntenSie Aachen als möglichen Studienort.Damals war Gottfried Böhm in Aachen.War er der Grund? Ich glaube nämlich,die Herangehensweise von Böhm ist derIhren ähnlich.Nein, so weit war ich damals noch garnicht. Der Grund war ein Freund, derdort Architektur studierte. Böhm habeich erst später kennen gelernt. Nein, nein,diese Verbindung mit großen Namen ist,wenn man vom Land kommt, gar nichtvorhanden. Zumindest was Böhm in denfünfziger und sechziger Jahren gemacht50


Werkverzeichnis1980 Restaurant „Leo“ in Mödlingbei Wien, A1981-1982 Restaurant „Phoenix“in Luxemburg-Stadt, L1981-1986 Stadtvilla in der Rauchstraßefür die I.B.A. Berlin, D1981-1992 Rond Point Schumann,Luxemburg-Stadt, L1983-1985 Haus Hermann mit AtelierHermann & Valentiny in Wien, A1984 Markusturm bei Schengen, L1984-1985 Haus Ruppert in Schengen, L1984-1985 Haus Müller in Wintrange, L1984-1985 Atelier Hermann & Valentinyin Remerschen, L1984-1986 Tunnel St Esprit in Luxemburg1984-1987 Zollstation auf der AutobahnLuxemburg-Trier1985-1986 Turm Mont St Jeanbei Dudelange, L1985-1987 Haus Reuter in Bech-Kleinmacher, L1985 Schule für Wirtschaft, Wien, A1985 Wohnhaus und öffentlicher Raum,Wien, A1985-1993 Diverse Möbelentwürfe undObjekte1986-1988 Feuerwehrzentrale in Itzig, L1986-1992 Mühle Bestgen in Schifflange, L1987 Pavillon Galgenberg in Esch/Alzette, L1987-1988 Haus Aistleitner in Wien, A1987-1990 Umbau der Schuhfabrik in Kayl, L1987-1991 Gemeindezentrum SchloßCollart in Bettembourg, L1988-1989 Tutesall Luxemburg-Stadt(Umbau des alten Männergefängnisvon Luxemburg), L1988-1989 Haus Maglica in Remich, L1988-1989 Haus Bortuzzo in Bereldange, L1988-1989 Haus Valentiny-Zucca in Aspelt, L1988-1990 Wohnbau in der Erlachgasse inWien, A1989-1990 Haus Hoffmann in Boulaide, L1989-1990 Frisiersalon in Wien, A1989-1990 Haus in Brunn / Gebirge A1989-1991 Haus Brandstätter in Wien, A1990-1992 Haus Kvasnicka in Wien, A1991-1992 Wohnungen für Bedürftigein Grevenmacher, L1991-1994 Gesamtschule in Wien 15, A1991-1994 Sozialer Wohnungsbau inGrevenmacher, L1991-1994 Dorferneuerungsprojektin Bascharage, L1992 Revitalisierung + Erweiterung SchlossMannswörth, 120 Wohneinheiten inSchwechat Wien, A1992-1993 Anna-Haus in Remerschen, L1992-1995 Hotel & Dienstleistungskomplexin Halle an der Saale, D1993-1995 Luxemburger Botschaftin Wien, A1993-1995 Haus am Josefssteig inKlosterneuburg, A1993-1995 Zubau und Platzgestaltung amStädtischen Theater in Luxemburg-Stadt, L1993-1995 Wohntürme in Halle an derSaale, D1993-1995 Büro und Wohnhaus,Schweglerstraße in Wien, A1993-1995 Feuerwehrhaus in Schengen, L1993-1996 Gemeindehaus in Bech-Kleinmacher, L1993-1997 Wohnanlage in Dudelange, L1993-1997 Siedlungsprojekt Dessau-Ziebigk, D (Einzelhäuser, Doppelhäuser,Wohnblöcke1993-1998 Sporthalle für Lyzeum in Diekirch, L1993-2005 Umbau Gymnasium in Diekirch, LSiedlungsprojekt Dessau-Ziebigk, D1994-1995 Weinkellerei Moos-Vesquean der Luxemburger Mosel, L1994-1996 Wohnhausanlage in BerlinKirchsteigfeld Potsdam, 2 u. 3 BA, D1994-1998 Wohnanlage Avalon inLuxemburg-Kirchberg, L1995-1996 Galerie Clairefontainein Luxembourg-Stadt, L1995-1996 Geschäftslokal Thun-Hohenstein in Wien, A1995-1997 Wohnanlage in Berlin-Karow,Block 25/30/31, D1995-1998 Kindertagesstätte inBettembourg, L1995-1999 Umkleideräume und Bistrofür Sportanlage in Remerschen, L1996 Wohnanlage in Berlin Weißensee, D1996 Sozialer Wohnbau in Wien, A52


1996-1997 Haus am Seitwegin Klosterneuburg, A1996-1997 Haus Ierace in Sanem, L1996-1997 Realisierung ”Leben undArbeiten”, MA 24 in Wien, A1996-1997 Realisierung ”familiengerechte-und zeitgemäße Reihenhäuser”,Familienhilfe in Wien, A1996-1997 Einfamilienhaus Wien, A1996-2000 Seniorenresidenz / Hotel”Am Dom”, Köln, D1997 Einfamilienhaus Dr. Karlas-Pichlerin Wien, A1997 Umbau Einfamilienhaus Fam.Maderbacher/Foidl in Baden bei Wien, A1997-1999 Einfamilienhaus Dr. Natichin Wien, A1997-1999 Lager, Büro, Wohnung undOrdination Fa. LAWI in Wien, A1997-1999 Wohnhäuser Dernjacgasse /Perfektastraße, Gesiba, Wien, A1997-1999 Haus Vandenberg in Remich, L1997-2000 Umbau ehemalige Brotfabrik,Wohnen und Büro, Restaurant in Wien, A1997-2000 Geschäftskomplex und KinoHalle-Neustadt, Fassaden u. Mall, D1997-2000 Seniorenresidenz ”An derGroßen Bleiche”, Mainz, D1998-1999 Gemeindehaus in Dalheim, L1998-1999 Umbau Bürohaus ehemaligeLederfabrik in Büro H & V, Wien 4 A1998-2000 Neubau Verwaltungsgebäude”Ciments S.A.” in Esch-sur-Alzette1998-2000 Neubau Verwaltungsgebäude”Materiaux S.A.” in Luxembourg-Stadt, L1999 Nutzungskonzept KraftwerkWehrden, D1999-2000 Umbau Biedermeierhaus inWien 3, A1999-2000 Lackerhof, Liftstation, NÖ, A1999-2000 Haus Hirtt in Wellenstein, L1999-2000 Doppelhaus Klein-Kurtin Kopstal, L2000-2001 Kuntsgalerie Rackey inBad-Honnef, DSeit 1999 Bebauungsplan Luxembourg –Kirchberg, L1999-2000 Bebauungsplan Kopstal –Op der Schanz, L1999-2000 Geschäftshaus FavoritenstraßeWien, A1999-2000 23Wipro-Café Wien, A1999-2000 Industrieanlage-WerkWöllersdorf bei Wien, A1999-2000 Zu- und Neubau einesWohnhauses, Pragerstraße in Wien, A1999-2000 Neubau eines Wohnhauses,Anton Boschgasse in Wien, A2000 Nutzung Weltkulturerbe Völklingen,D2000-2001 Restaurant Wasserkühlerin Saarbrücken, D2000-2003 Schulkomplex in Remerschen, L2000-2003 Neubau EinfamilienhausAtteneder, Scherbangasse in Wien, A2002 Jugendherberge in Remerschen, L2002-2005 Neubau einer Brasserie undUmgestaltung des öffentlichen Raumes fürdas Theater Municipal in Luxembourg, L2002-2003 Erweiterung Schule Lallangein Esch-sur-Alzette, LAb 2002 Zentrum zur Entdeckung derNatur „Haff Remich“ in Remerschen,LuxemburgAb 2002 Bebauungskonzept und NeubauMehrfamillienhäuser in Remich,2002 Wohnung- und Bürogebäudein Luxembourg, L2002-2006 Umbau des KleinenFestspielhauses in Salzburg, AAb 2003 Umbau der alten SchuleWintrange in einen Kindergarten, L2003 Luxemburger Turm /Landgartenschau in Trier, D2003 Wohnbau Grundäckergasse, Wien, A2003 Wohnbau Hustergasse, Wien, A2003-2006 Bebauung D und J, Kabelwerk,Wien, A2003-2014 Neubau eines Mutterhauses fürdas Krankenhaus in Luxembourg, L2004 Wohnbau und AltenzentrumHellerfabrik, Wien, A2004-2006 Umbau Haus Jankowitz inBech-Kleinmacher, L2004-2006 Neubau einer Schule inWellenstein, L2004-2006 Neubau EinfamilienhausMarxen in Machtum, L2004-2007 Schwimm- und Freizeitkomplex„Les Thermes“ in Strassen, L2004-2005 Infocenter zum SchengenerAbkommen in Schengen, L2005 Wohn und Geschäftsbau,Einsiedlerplatz, Wien, A2005 Wohnung Brotfabrik, Wien, A2005 Einfamilienhaus Mergen-Steinin Luxemburg2005 Gestaltung Keiweschplatz undEckwirtschaft in Remerschen, L2005 Neubau Wohnungsgebäude inRemich, L2004-2006 Erweiterung EinfamilienhausMergen-Stein in Liefrange, L2005-2006 Werwaltung undIndustriegebäude English-Dekor in Wien, A2005-2007 Wellnessbereich HotelSt Nicolas in Remich, L2005-2007 Neubau von 6 Residenzen„Bei Woiwer“ in Differdange, L2005-2008 Alten und PflegeheimAtzgendorf, A2006 Neugestaltung Vorplatz Caves duSud in Remerschen, L2006-2007 Renovierung Congresshalle inSaarbrücken2006-2007 Erweiterung Haus Urhausen inRemerschen, L2006-2007 Neubau Verwaltung-Produktionsgebäude Firma Hase in Trier, D2006-2007 Neubau Haus Goedert inMamer, L2006-2007 Neubau Einfamilienhaus Riehlin Trier, D2006-2007 Neubau TiefgarageSchwimmbad Luxembourg-Bonnevoie, L2006-2007 Neubau Gerätehalle „Schapp“in Remerschen, L2006-2007 Neubau Einfamilienhaus Wurthin Wormeldange, L2006-2007 Neubau Kellerei Ruppert inSchengen, L2006-2008 Residenz „A Spunjesch“,Remerschen, L2006-2008 Neubau Pflegeheim „Elysis 2“in Remerschen, L2006-2009 Neubau Marina in Baku,Azerbaïdjan53


2006-2009 Städtebauliche Entwicklungeines Boulevards in Baku, Azerbaïdjan2006-2009 2 Villen Aliyev in Baku,Azerbaïdjan2006-2014 Neugestaltung Theateram Ring in Saarlouis, D2006-2015 Weinmuseum in Ehnen, L2007-2008 Neubau Bürogebäude BCEEin Grevenmacher, L2007-2010 Maison Relais Lallange, L2007-2010 Luxemburger Pavillon Expo2010 in Shanghai2007-2012 Wohnanlage WagnerRemerschen, L2007-2014 Kleiderraum Theater Am RingSaarlouis, D2007-2015 Geburtenklinik in Luxembourg, L2008-2010 Umbau eines Wohnhauses undNeubau 2 Reihenhäuser „A Steegaas“,Remerschen, L2008-2010 Wohnanlage QuartierGrünewald, L 2008-2010 WohnanlagePretemer2008-2010 Projekt Donnerpark,Erschließung und Planung einesWohngebiets inSaarlouis, D2008-2011 Restaurant und Renaturazingdes Weihers in Remerschen, L2008-2014 Universitätsbibliothek „LaMaison du Livre“, Esch-Belval in Esch-sur-Alzette, L2008-2014 Ökologiezentrum Remerschen, L2008-2014 Wohnanlage Bertrange2009-2010 Wohnanlage WiltziusRemerschen, L2009-2011 Wohnbauten WohnbautenSteegaas Remerschen, L2009-2011 Esplanade Schengen, L2009-2012 Schulzentrum Purkersdorf, A2009-2013 Wohnanlage WollefskaulRemerschen, L2009-2014 Konzerthaus Trancoso Bahia,Brasilien2010-2011 Wintergarten Molitor Hellange, L2010-2012 Apotheke GoedertLuxembourg, L2010-2013 Basic Housing Projekt, ShaheUniversity Town, Beijing2010-2013 Kindertagesstätte CHLLuxembourg, L2010-2014 Sozialer Wohnungsbauin Bertrange2010-2014 Wohnanlage Les Jardinsde Schengen, L2010-2015 Wohnanlage Am DoelchenRemerschen, L2010-2016 Kulturhaus und SeebühneInsenborn L2011-2012 Kulturhaus in Neunhausen, L2011-2012 Wintergarten WagnerSchengen, L2011-2013 Wohnhaus Tondt Walferdange, L2011-2014 Verwaltungsgebäude KPMG, L2011-2014 Pontonboot Schengen, L2011-2014 Wohnhaus Schmit-Lauer2011-2015 Sozialer WohnungsbauGrevenmacher, L2011-2016 StudentenwohnheimEsch sur Alzette, L2012 Verwaltungsbau RotarexLuxembourg, L2012-2013 Vinothek und RestaurantSteinhäuser Schengen, L2012-2014 Wohn und GeschäftshausWagener Schengen, L2012-2016 Sporthalle Lallange,Luxembourg2013- Umbau der ÖsterreichischenBotschaft in Brasilia2013- Zahn Universität Krems, A2013- Konzertsaal, Attersee, A2013- Umbau Theater Yunfeng, Beijing2013-2014 Koch Haus Schengen, L2013-2014 Wohnhaus Obertinin Wellenstein, L2013-2016 Esplanade Remich, L54


Wettbewerbe 1979– Honorable Mention „a house for K.F.Schinkel“ Japan Architect1980Rauchstraße Berlin, 2. Preis IBA 19801981Feuerwehrhaus in Mödling bei Wien,2. Preis1984– Schulzentrum in Wien, Ankauf– Aussichtsturm in Dudelange,Luxemburg, 1. Preis– Anhalterbahnhof Berlin1985– Handelsakademie in Wien– Wettbewerb „Place de l‘Etoile“,in Luxemburg– Wettbewerb „Place Clairefontaine“in Luxemburg– Wohnungsbau und Platzgestaltungin Wien– Umgestaltung des Schlosses Collartin Bettemburg, Luxemburg, 1. Preis1986– Capital area in St. Paul, Minesota, USA1987– Feuerwehr Salzburg1988– Wohnlage in Linz, Österreich, Ankauf– Auszeichnung (Zollstation AutobahnLuxemburg - Trier) für die schönsteStahlkonstruktion : CBLIA Staalprijs- Bruxelles1989– Kuranlage Tatzmanndorf/ Burgenland– Österreicher Pavillon für die Weltausstellungin Sevilla1990– Luxemburger Pavillon für die Weltausstellungin Sevilla, 2. Preis– Wohnbau in Rémerwé in Luxemburg,1. Preis– Wohn- und Geschäftszentrumin Saarbrücken– Wohnanlage auf dem Kirchbergin Luxemburg, 1. Preis1991– Gestaltung der Fußgängerzone vor demGrossherzöglichen Palais in Luxemburg-Stadt, 1. Preis– „Centre Mondial de la Paix“ in Verdun,Frankreich, 2. Preis– Wohnanlage in Wien, Österreich,Ankauf– Krematorium in Hamm, Luxemburg,2. Preis– Hotel & Dienstleistungskomplex Dessau,D, 5. Preis1992– Kinderhaus in Trier, D, Ankauf– Wohn und Geschäftshaus,Luxemburg-Stadt– Städtebaulicher IdeenwettbewerbFolsterhöhe, Saarbrücken, D, 5. Preis– Städtebaulicher IdeenwettbewerbCents, Luxemburg– Internationaler IdeenwettbewerbHauptstadt Berlin - Spreebogen, D– Eingeladener Ideenwettbewerb Expo2000, Hannover, D1993– Eingeladener Wettbewerb DortmunderUnion Brauerei, D– Eingeladener Wettbewerb HindenburgplatzMünster, D– Städtebaulicher IdeenwettbewerbStadterweiterung, Süßenbrunn, Wien1994– Eingeladener Städtebaulicher Ideenwettbewerb„Wohnen und Arbeiten“,MA 24, Wien– Eingeladen am Internationalen WettbewerbMuseum Simeonstift in Trier, D– Staatspreis für Consulting 1994 imBereich Entwurf und Gestaltung55


1995– Realisierungswettbewerb zur Errichtungeines Abgeordneten- und– Ministerialdienstgebäudes in Mainz– Luxemburger Architekturpreis füröffentliche Gebäude– Architekturpreis Sachsen-Anhalt– Bauträgerwettbewerb - Kragan/West- Wien,1996– Sozialer Wohnbau - ehem. Schmiedstahlwerke- Favoriaten - Wien, A, 2. Preis– Gastürme Wien Simmering- Bauträgerwettbewerb– Schule Prandaugasse - Wien, A– Pflegeheim in Wasserbillig, L– Realisierungswettbewerb RegierungsstandortHeinrich-Mann-Allee,Potsdam, D– Internationaler WettbewerbÖsterreichische Botschaft in Berlin, D– Bauträger-Wettbewerb ”Franz JonasPlatz”, Wien, A– Bauträger-Wettbewerb ”AutofreiesWohnen”, Wien, A– Bauträger-Wettbewerb”Perfektastraße”, Wien, A, 1. Preis– Fassadenplanung Ekazent,Halle-Neustadt, D, 1. Preis1997– Geladener Wettbewerb Philharmonie,Luxembourg-Kirchberg, L, 5. Preis– Architekten-Wettbewerb ”MultifunktionelleHalle”, Wien, A– Städtebaulicher Ideenwettbewerbehem. Kasernengelände, Münster, D– Architekten-Wettbewerb ”MuséeNational d’Histoire et d’Art”,Luxembourg-Stadt, L, 3. Preis– Verwaltungsgebäude für die S.E.Sin Betzdorf, L– Wiederaufbau des Schloß Bensbergin Köln, D– Wohnungen in Köln, D– Musikhaus Linz Linz, A– Geladener Wettbewerb „Dr. Vogler“in Zell/See Salzburg, A1998– Realisierungswettbewerb Neubau Verwaltungsgebäudefür die Ciments S.A.,Esch/Alzette, L– Ideenwettbewerb Sozialer WohnbauWien 23, Rösslergasse, Wien, A– Ideenwettbewerb STADT 2000, Wien12, KDAG-Gründe, Ankauf, Wien, A– SCS Cableliner, NÖ, A– Einfamilienhaussiedlung in Purkersdorfbei Wien, A– Luxemburger Architekturpreis für diebeste Realisierung aus Beton1999– Geladener Städtebaulicher RealisierungswettbewerbNEUSS HESSENTOR, Neuss, D– Gutachten – Testprojekt KDAG Stadt 2000– Studie Linienamtsgasse Wien, A– Studie Modecenterstraße Wien, A– Expertenverfahren Höchstädtplatz,Wien 20, Wien, A– Schwimmbad in Luxembourg-Bonnevoie, L, 1. Preis2000– Geladener Wettbewerb Werkstatt undTagesförderungszentrum für Behindertein Neuwied, D– Geladener Wettbewerb NeubauGeschäfts- und Wohngebäude Ernest-Thun-Straße in Salzburg, A– Geladener Wettbewerb Umbau und Erweiterungdes Wohnstiftes in Soleuvre, L– Mautner – Markthof, Wien, A– Geladener Wettbewerb Werkstatt undTagesförderungszentrum für Behindertein Flammersfeld, D– Gutachten – Überarbeitung TestobjektKDAG Stadt 2000 Wien, A– Geladener Wettbewerb städtebauliche Erweiterungdes Bahnhofsbereiches in Esch, L– Geladener Wettbewerb Linz, Oper, A– Geladener Wettbewerb CommerzbankAm Kirchberg Luxembourg 1. Preis, L– Geladener Wettbewerb Wohnheim fürSenioren Château Heisdorf, L, 1. Preis– Experimentverfahren BrauereiLiesing, A, 2. Preis2001– Eingeladen zum Wettbewerb UmbauFestspielhaus in Salzburg, A, 1. Preis– Eingeladen zum RealisierungswettbewerbNietsche-Dokumentations-Zentrum Naumburg– Eingeladen zum RealisierungswettbewerbNeubau Schule und Kantine inStrassen, L– Eingeladen zum Wettbewerb ViaducPulvermühle in Luxembourg, L2003– Wettbewerb für den Neubau einesMutterhauses für das Krankenhausin Luxembourg, L, 1. Preis– Wettbewerb für Realisierung undRenovierung des Centre du Rhamin Luxembourg– Wettbewerb Anbau Konrad- AdenauerHaus für das EU-Parlament inLuxembourg– Wettbewerb Opernhaus in Stavanger,Norwegen– Wettbewerb Neubau einer Polizei-Stadtin Luxembourg, L2004– Wettbewerb für die Europäische Schule,Mamer, L– Wettbewerb für Errichtung einesSchwimm- und Spaßbades «LesThermes», Strassen, L, 1. Preis.– Wettbewerb Wohnungen à Luxembourg-Kirchberg,Quartier Grünewald,L, 1. Preis– Wettbewerb Hotel Ibis Belval-Ouest,Esch-sur-Alzette, L– Wettbewerb - Campus UniversitätWestend, Frankfurt am Main, D2005– Wettbewerb für die Gestaltung einesneuen Sitzes der OAI (Architektenkammer),Luxembourg– Wettbewerb Land- und AmtsgerichtDüsseldorf, Deutschland– Wettbewerb Konzerthalle in Wroclaw, PL– Wettbewerb Kulturzentrum in Aachen, D56


2006– Wettbewerb CIPA in Belvaux, L– Wettbewerb Büro- und GeschäftsgebäudeQuartier Grünewald Lot 8ain Luxembourg Kirchberg– Wettbewerb Verwaltungsgebäude„Centre Guilaume II in Luxembourg– Wettbewerb Neubau Thermalbadin Rilchingen, D– Wettbewerb UniversitätsgebäudeCité des Sciences à Belval-Ouest,2. Preis2007– Wettbewerb Neubau deutsch-luxemburgischesLyzeum in Perl, D– Wettbewerb Neubau technisches undlandwirtschaftliches Lyzeums in Gilsdorf, L– Wettbewerb Abriss und NeubauBürogebäude BCEE in Grevenmacher, L– Wettbewerb „Galerie der Gegenwart“in Saarbrücken, D– Wettbewerb Neubau Schule in Sanem, L– Wettbewerb Luxemburgisches PavillonExpo 2010 in Shanghai, 1. Preis– Wettbewerb Frei- und HallenbadMemmingen, D2008– Geladener Wettbewerb Beethovenhallein Bonn, D– Wettbewerb Abriß und Neubau einesadministrativen Bankgebäudes BCEE,– Grevenmacher, L– Wettbewerb Bau der Universität AntonBruckner, Linz, A– Wettbewerb Bau eines Hotels inLemberg, Urkaine– Wettbewerb „Maison du Livre“, Universitätsbibliothek,Esch-Belval, L, 1. Preis2009– Wettbewerb Wiederaufbau desTheaters „Theater am Ring“,Saarlouis, D, 1. Preis– Wettbewerb Bau der InternationalenSchule in Luxemburg, L– Wettbewerb Bau eines Aussichtsturmsin Koblenz, D– Wettbewerb Bau des Broelmuseumin Kortrijk, B– Wettbewerb Bau des Hauptgebäudesder Hochschule für Technik und Wirtschaft(HTW), Saarbrücken, D2012– Wettbewerb für die Konstruktion einerWohnanlage im Quartier Belval-Nord, L2013– Wettbewerb für die Gestaltungeines Wasserturms in an derClôche d‘Or Ban de Gasperich,Luxembourg, 3. Preis– Wettbewerb für Sozialer Wohnbauam Limpertsberg, LAusstellungen1975 Kleine Galerie, Wien, A1980 Architektenkammer Österreich;Sommerakademie, Salzburg, A1981 Sommerakademie, Salzburg, A1982 École d’Architecture de Nancy, F;École d’Architecture de Strasbourg, F1983 Cercle municipal de Luxembourg, L;Forum Stadtpark, Graz, A;IBA, Gropiusbau, Berlin, D;Architekturmuseum Frankfurt, D1986 Kulturtage in Karlsruhe, D;Max Protech-Gallery, New York, USA1989 Architektenkammer, Wien, A;Cercle municipal de Luxembourg, L1990 Sommerakademie, Luxemburg, L;Galerie Clairefontaine, Luxemburg, L1991 Vertreter Luxemburgs bei derArchitektur-Biennale, Venedig, I;Galerie Clairefontaine, Luxemburg, L1994 Malerei und Skulptur, Galerie Luger,Wien, A;„Spatial Poetry“ – Initiative Architektur,Salzburg, A1995 Galerie Clairefontaine, Luxemburg,L; Triennale, Mailand, I1996 Banque du Luxembourg, L;École d’Architecture de Nancy, F1998 Gruppenausstellung GalerieClairefontaine, Luxemburg, L2001 „Architektur in Luxemburg“, Ausstellungszentrumim Ringturm, Wien, A2002 „Parcours de l’art“, Aix-en-Provence,F;„Bilder & Skulpturen“, Galerie Clairefontaine,Luxemburg, L;„Neue Bauten in Halle“, Kunsthalle VillaKobe, Halle, D2003 „5.000.000 m 3 Wien“, ÖsterreichischesKultur-Forum, New York, USA;„Die neuen Großprojekte“, ArchitekturzentrumWien, A2004 „Hermann & Valentiny“, UniversitätBratislava, SK2005 „Vom Frust zur Lust – Die Leidenschaftdes Bauens“, Saarlouis, D;„Inspirations Luxembourgeoises“, PalaisNostitz, Prag, CZ2006 „Housing in Vienna, Architecturefor Everyone“, Museum of EstonianArchitecture, Tallinn, EE;„Kabelwerk-Gründe“, Otto WagnerStädtebaupreis, Österreichische Postsparkasse,Wien, A2007 Ausstellung „Vom Frust zur Lust“,Botschaft Luxemburg, Berlin, D;„Bentz & Friends“, Kellerei Bentz, Remich, L;Ausstellungsbeteiligung Europalia 2007,Brüssel, B57


François J.V. Valentiny1953 geboren in Remerschen, Luxemburg1975-80 Studium der Architektur an derÉcole d‘Architecture de Nancy und an derUniversität für angewandte Kunst Wien1980 „Magister architecturae“ in derMaster-Klasse von Prof. Holzbauer an derUniversität für angewandte Kunst WienBüro der Architekten Hermann & Valentinyin Luxemburg und Wien gegründet1987-92 Gastdozent an der FachrichtungArchitektur, Hochschule Trier1991 erster Vertreter Luxemburgs an derArchitektur-Biennale, Venedig1991-94 Mitglied des Designberatungsausschussesder Stadt Salzburg1997-2006 Mitglied des städtischenBeratungsausschusses der Stadt Trier2000-05 Mitglied des Beratungsausschussesdes Deutschen Architekturmuseums,Frankfurt1997 Gründung von Hermann & Valentinyund Associés SARL2000-03 Professor an der Hochschule fürTechnik, Wirtschaft und Kultur, Leipzig2002 Gründung der ersten LuxemburgerArchitektur-Zeitschrift „Adato“2003-07 Mitglied des Regierungskomiteesder Fondation de l‘Architecture et del‘Ingénierie Luxembourg2004 und 2006 Luxemburgs Beauftragterfür die Architektur-Biennale, Venedig.2006/2007 Präsident der Fondationde l‘Architecture et de l‘IngénierieLuxembourg2006 Goldenes Ehrenzeichen fürVerdienste um die Republik Österreich2007 Luxemburger Architektur-Preis2008 Ehre für seine architektonischeArbeit im Großherzogtum Luxemburgund im Ausland2009 Mitglied der „Academia Scientiarumet Artium Europaea“, Salzburg,ÖsterreichSeit 2011 Master of Community Planningand Green Architectural Design, DeTaoMasters Academy (DTMA), Beijing2011 Mitbegründer der „Música em Trancoso(MeT)“, Brasilienwww.valentinyarchitects.comPublikationen– Hermann & Valentiny. Architects. Vorwortvon Wilhelm Holzbauer, Zeichnungen,drawings / Städtebau, Urbanarchitecture / öffentliche Bauten, Publicbuildings / Wohn-, Ausstellungs- undAdministrationsgebäude, Residential-,exhibition- and administration buildings/ Einfamilienhäuser, Zeichenateliers,Onefamily-houses, studios / Innenausbauten,Interior decorations / Nachwort,Epilog / Biographie, Biography / MitarbeiterCollaborators. Stuttgart 1991– Hermann & Valentiny. Texte und Interviews:Amber Sayah. Hg. WolfgangBachmann. übers.: Almuth Seebohm.Positionen und Projekte. Text engl. unddeutsch. Wohnhäuser: 1990/92 Hausin Brunn am Gebirge, 1992/93 Anna-Haus, Remerschen, 1993/95 WohnanlageKirchsteigfeld, Potsdam, 1993/95Wohntürme, Halle, 1993/95 Wohnanlage,Dudelange, öffentliche Bauten:1991/93 Gesamtschule Schweglerstraße,Wien, 1992/94 LuxemburgischeBotschaft, Wien, 1993/95 Gemeindehaus,Bech-Kleinmacher, 1993/95 Hotel-und Dienstleistungskomplex, Halle,Wettbewerbe: 1993 StädtebaulicherIdeenwettbewerb Dortmunder UnionBrauerei, Dortmund, 1992 StädtebaulicherIdeenwettbewerb, Hauptstadt Berlin-Spreebogen,1993 StädtebaulicherIdeenwettbewerb, Hindenburgplatz,Münster, 1994 Realisierungswettbewerb„Wohnen und Arbeiten MA 24“,Wien, 1995 RealisierungswettbewerbAbgeordneten- und Ministerialdienstgebäude,Mainz, Werkverzeichnis,Mitarbeiter, Biografien. München 1995– Waechter-Böhm, Liesbeth; O‘Donovan,Roderick J. [übers.]. Jetzt. Hermann &Valentiny and Partners = Now. Basel/Boston/Berlin 2001– Waechter-Böhm, Lisbeth (Hg. / Ed.):Hermann & Valentiny and Partners.Codes. Vorwort v. / Foreword by IngeborgFlagge. Basel, Boston, Berlin 200858


Marlen Dittmann1940 in Kiel geboren1960-65 Studium der Architekturan der RWTH Aachen, Dipl.-Ing.Vorsitzende des Städtebau beiratsin der Landeshauptstadt Saarbrücken,des Deutschen Werkbundes Saarlandund des dwb e.V.ab 1984 freie Mitarbeiterin in der Kulturredaktionder Saarbrücker Zeitung1993-2004 Mitglied im Landesdenkmalratseit 2008 Redaktionsmitglied des Kulturmagazins„Opus“Beiträge zur heutigen Architektur, zurStadtplanung, zur Baugeschichte undzum DenkmalschutzAufsätze in Zeitschriften, Ausstellungskatalogenund Sammel bänden, im Internetunter www.künstlerlexikon-saar.de undwww.kunstlexikon-saar.dezahlreiche VorträgePublikationen– Karl Hanus. Bauten und Projekte 1957-1993. Saarlouis 1994– Saarbrücken, eine Stadt vor 100 Jahren.Bilder und Berichte. München 1998– Otto Zollinger. Ein Schweizer Architekt imSaar gebiet 1924-1944. Walsheim 1999– Interview – Architektur:Marlen Dittmann im Gespräch mit:Bernhard Focht, Hanns Schönecker,Rudolf M. Birtel, Alois Peitz,Dieter Heinz, Günther Mönke, JohannPeter Lüth. Saarbrücken 2001-2012– Marlen und Lorenz Dittmann:Karl Prantl. Große Steine und Bildhauersymposien.Saarbrücken 2007– Die Baukultur im Saarland 1904-1945Saarland Heft 3. Hg. Heinz Quasten.Saarbrücken 2004– Die Baukultur im Saarland 1945-2010.Saarland Hefte 4. Saarbrücken 2011– Marlen Dittmann, Dietmar Kolling:Georges-Henri Pingusson und derBau der Französischen Botschaft inSaarbrücken. Saarbrücken 2012– Die katholische Pfarrkriche St .Michaelin Saarbrücken. Saarbrücken 2013Aufsätze (Auswahl)– Der Neunkircher Hüttenpark. Industrierelikteverbinden Stadt und Natur.In: werkundzeit Perspektiven 2 – NeueLandschaft. Walldorf 1994– Wettbewerbe als Beitrag zur Baukultur.In: 50 Jahre Architektenkammer desSaarlandes, Saarbrücken 1998– Erziehung durch Baukunst. Architekturund Stadtplanung als Bedeutungsträger.In: Grenzenlos. Lebenswelten in derdeutsch-französischen Region an Saarund Mosel. Dillingen 1998– Steine als Kunst im öffentlichen Raum.In: Paul Schneider. Werke 1949-1998.Saarbrücken 1998– Stadtentwicklung und Wohnen. In:Geschichte der Stadt Saarbrücken,Bd. 2, Saarbrücken 1999– Die Saarbrücker Stadtgärten. In: Gartenkunstin Saarbrücken. Worms 1999– Architektur und Kunst im öffentlichenRaum – drei Beispiele. In: Kunst imöffent lichen Raum. Saarland. Bd. 2.Saarbrücken 1999– 150 Jahre Baustelle. Die Gebäude amSaarbrücker Hauptbahnhof und ihrstädtebauliches Umfeld. In: AnkunftSaarbrücken Hauptbahnhof. 150 JahreEisenbahn an der Saar. Hg. Staatskanzlei,Landesarchiv in Zusammenarbeitmit dem Historischen Museum Saarund dem Stadtarchiv Saarbrücken.Saarbrücken 2002– Das Baukunstwerk Bergwerksdirektion.Denkmal des Bergbaus – Identifikationsmalin der Stadt. Das Gästehaus derRAG Saarberg – auch ein Dokumentbürgerlicher Wohnkultur des 19. Jahrhunderts.In: Zwischen Tradition undModerne. Gebäude der RAG SaarbergAG im Wandel der Zeit. Hg. Vorstandder RAG Saarberg AG, Essen 2003– Häuser im Dienste der Kunst. Die Baugeschichteder Saarbrücker Museen. In:Ein Bild der Kultur. Die Geschichte desSaarlandmuseums. Hg. Ralph Melcher,Christof Trepesch, Eva Wolf. Blieskastel2004– Architektur und Stadtplanung inNeunkirchen von 1920 bis 2000. In:Neunkircher Stadtbuch. Hg. im Auftragder Kreisstadt Neunkirchen von RainerKnauf und Christof Trepesch. Neunkirchen2005– Hoffmann – Loos – Behrens. In: Bildersind nicht fiktiv, sondern anschaulich.Festschrift für Christa Schwinn. Hg.Ingeborg Besch, Hans-Caspar Graf vonBothmer, Yvonne Schülke, ChristofTrepesch. Saarbrücken 2005– Helmut Striffler – Bauen mit Licht.In: Sprachen der Kunst. Festschrift fürKlaus Güthlein zum 65. Geburtstag.Hg. Lorenz Dittmann, Christoph Wagner,Dethard von Winterfeld. Worms200759


ImpressumHerausgeberJo EnzweilerRedaktionOranna Dimmig, Claudia MaasGestaltungNina JägerAbbildungsnachweis:Archiv Dittmann: S. 59Archiv François J.V. Valentiny: S. 4-33,36-51, 58Frank Deinhard: S. 34/35Institut für aktuelle Kunst im Saarlandan der Hochschuleder Bildenden Künste SaarChoisyring 1066740 SaarlouisFon 06831/460530e-mail info@institut-aktuelle-kunst.dewww.institut-aktuelle-kunst.dewww.kunstlexikon-saar.dewww.künstlerlexikon-saar.deDie Publikation wurde ermöglichtdurch die finanzielle Förderungdes Ministeriums für Bildung und Kulturdes Saarlandes© François J.V. Valentiny,Marlen Dittmann, Institut für aktuelleKunst im Saarland, SaarlouisVerlagVerlag St. Johann GmbH, SaarbrückenISBN 3-938070-78-1Druck und LithografieKrüger Druck+Verlag GmbH & Co. KG,MerzigAuflage: 800Saarbrücken 2013

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