September 2010 - Der Monat

dermonat.li

September 2010 - Der Monat

september 10

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walsertreffen: Stolze Einwanderer aus dem Wallis

kunst: Ich glaube, ich bin zum Sammler geworden

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Dankeschön an die

aufmerksame Leserschaft

Panorama 4

walsertreffen

stolze einwanderer aus dem Wallis 6

wirtschaft

einsatz für den Wirtschaftsstandort

Liechtenstein 10

koPf des monats

Josef eberle – einsatz für die Walser 12

uno-jubiläum

Die UNO – Liechtensteins tor zur Welt 14

briefmarken

schweizer briefmarken hergestellt in

Liechtenstein 16

berufsausbildung

100pro! Ausbildung in partnerschaft 18

zeitgeschehen

8. september 1985: papst Johannes paul II.

besucht Liechtenstein 20

originale

«Onkel Herbert» –

ein origineller Unternehmer 22

kunst

Ich glaube, ich bin zum sammler geworden 24

biodiversität

Lebensraum für eisvögel, mensch und

schwertlilie 26

rätsel-sPass 28

schlussPunkt 30

wir freuen uns auch über kritische

bemerkungen aus der leserschaft

Jeden Monat erreichen uns ein paar lobende Zuschriften,

Telefonate, E-Mails. Solche Reaktionen

aus der Leserschaft freuen uns natürlich sehr und

ermuntern uns, Monat für Monat

nach interessanten Themen

zu suchen. Wir freuen uns natürlich

auch über kritische Bemerkungen,

die ab und zu ebenfalls eintreffen. Weniger

erfreulich ist, dass uns auch Fehler unterlaufen.

Aufmerksame Leserinnen und Leser machen uns

jeweils darauf aufmerksam. Ein

solcher Fehler passierte uns in

der letzten Ausgabe. Unter dem

Titel «Nationalfeiertage in anderen

Ländern» haben wir geschrieben,

dass der liechtensteinische

Staatsfeiertag auf ein Datum festgelegt

wurde, das im Zusammenhang

mit dem Geburtstag

von Fürst Franz Josef II. und mit

dem kirchlichen Feiertag Christi

Günther Meier

Himmelfahrt stehe. Der 15. Au-

Redaktion «Der Monat»

gust ist jedoch, wie Leserinnen

und Leser richtig festgestellt haben, nicht das Fest

Christi Himmelfahrt, sondern Maria Himmelfahrt.

Wir bedanken uns bei unseren aufmerksamen

Leserinnen und Lesern und hoffen, dass uns

bei dieser Ausgabe kein Fehler unterlaufen ist.

imPressum: 4. Jahrgang, Nr. 51, september 2010, 18 000 exemplare

herausgeber: Alpenland Verlag AG, Feld kircher strasse 13, FL-9494 schaan,

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redaktion: Günther meier, tel. +423 380 09 30, Fax +423 380 09 31, redaktion@dermonat.li

anzeigen: tel. +423 239 50 23, Fax +423 239 50 51, annoncen@dermonat.li

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online: «Der monat» im Internet: www.dermonat.li

titelbild: Der riese von Guflina beim Walser sagenweg. (Foto: marco Nescher)

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september 2010

3


4

5

entwicklungszusammenarbeit

Liechtenstein vergab unter dem titel «Internationale Humanitäre

Entwicklungszusammenarbeit» im vergangenen Jahr 27,5 mio. Fr.

Diese summe soll nach den sparplänen der regierung bis 2015 auf

19,4 mio. Fr. gesenkt werden. Von den sparmassnahmen wird auch

der Liechtensteinische entwicklungsdienst (LeD) betroffen, der 2009

noch 17,9 mio. Fr. aus der staatskasse erhielt. Die regierung plant,

diesen staatsbeitrag in den nächsten fünf Jahren um 5 mio. Fr. zu

verringern.

Panorama

Finanzjahr 2011: 17,6 mio. Finanzjahr 2012: 16,9 mio.

Finanzjahr 2013: 15,6 mio. Finanzjahr 2014: 14,3 mio.

Finanzjahr 2015: 12,9 mio.

UNO-Generalsekretäre

in Liechtenstein

Liechtenstein feiert am 18. September 2010

die 20-jährige Mitgliedschaft in der UNO. Schon

am 1. September wird UNO-Generalsekretär Ban

Ki-moon unserem Land einen offiziellen Besuch

abstatten. Ban Ki-moon ist erst

der zweite Generalsekretär der

Vereinten Nationen, der nach

Liechtenstein kommt. Vor ihm

hielt sich 1991 sein Vorgänger

Javier Perez de Cuellar (im Bild

bei der Ordensübergabe durch

Fürst Hans-Adam II. auf Schloss

Vaduz) zu einem dreitägigen Besuch

in Liechtenstein auf. Ban Ki-moon wird einen

Vortrag zum Thema «Global Governance» halten

und die Rolle der UNO im Verhältnis zu anderen

wirtschaftlichen und politischen Entscheidungsgremien

erörtern. Ausserdem sind Treffen mit

Mitgliedern der Regierung sowie mit Fürst Hans-

Adam II. vorgesehen. Javier Perez de Cuellar besichtigte

damals die historischen Ausgrabungen

auf dem Kirchhügel in Bendern und die Ausstellung

«Josef Wenzel von Liechtenstein». Ausserdem

besuchte er das Liechtensteinische Landesmuseum,

das damals eine Sonderausstellung über Tibet

präsentierte.

Foto: Landesarchiv / eddy risch

Foto: marco Nescher

60 Jahre Liechtensteiner

radfahrerverband

Aus Anlass des 60-jährigen Jubiläums hat der

Liechtensteiner Radfahrerverband einen Bildband

herausgegeben. Auf 76 Seiten (Format 22 x 22 cm)

wird die Geschichte des Radsportes in Liechtenstein

in eindrücklichen Duplex-Bildern aufgezeigt.

Welcher Radsportbegeisterte mag sich nicht an die

legendären Sechstagerennen mit Roman und Sigi

Hermann oder etwa an die Tour de Suisse-Etappe

1976 mit dem Aufstieg nach Gaflei erinnern? Daneben

sind in diesem Werk viele weitere Episoden mit

Persönlichkeiten aus der 60-jährigen Geschichte

des Liechtensteiner Radfahrerverbandes in Bildern

festgehalten. Das Buch kann für 38 Franken (inkl.

Versandkosten) bezogen werden beim Liechtensteiner

Radfahrerverband, Postfach 458, 9494 Schaan,

www.lie-cycling.li und president@lrv.li.

Finanzeinbürgerungen

in der Geschichte

Vermögende Ausländer wurden in der Vergangenheit

in Liechtenstein zu moderaten Bedingungen

eingebürgert. Diese Finanzeinbürgerungen

hatten den Zweck, Geld in die Gemeindekassen

und die Staatskasse zu bringen. Der Historische

Verein befasst sich derzeit mit «Einbürgerungs-

normen und Einbürgerungspraxis in Liechtenstein

vom 19. bis 21. Jahrhundert». Interessant wird die

Veröffentlichung des Teilprojekts «Finanzeinbürgerungen

in Liechtenstein 1919 bis 1955» sein. Dabei

ging es nicht nur um die Bewertung der Finanzeinbürgerungen

an sich, sondern auch um die Folgen.

Die Nachkommen sahen sich offenbar mit Forderungen

nach einer jährlich zu entrichtenden Neubürger-Steuer

konfrontiert.

september 2010


EWR-Nachhilfe

für die schweiz?

Liechtenstein und die Schweiz gingen verschiedene Wege in der

Integrationspolitik. Liechtenstein feiert 2010 die 15-jährige Mitgliedschaft

im EWR, während in der Schweiz eine Debatte über die künftige

EU-Politik begonnen hat. Dabei gibt es Kreise, die für einen EWR-

Beitritt der Schweiz plädieren, unter ihnen Carl Baudenbacher, Präsident

des EFTA-Gerichtshofes. In einem Interview mit dem Liechtensteiner

Vaterland meinte Baudenbacher, Liechtenstein sollte der

Schweiz die Vorteile des EWR-Beitritts erklären. Immerhin könne

Liechtenstein von einer 15-jährigen Erfahrung mit dem Europäischen

Wirtschaftsraum ausgehen.

Internationales Netzwerk

für Unternehmer

Liechtenstein gehört zu den Ländern mit einem aktiven Unternehmertum,

was die Firmenneugründungen sogar während der Finanz-

und Wirtschaftskrise beweisen. Am 9./10. November 2010 findet

in Liechtenstein eine internationale Veranstaltung für Unternehmer

unter dem Titel «European Venture Market» statt. Schauplatz der

Veranstaltung, zu der 200 – 300 Unternehmer und Investoren aus Europa

erwartet werden, ist die Hochschule Liechtenstein. Im Frühjahr

hatte ein European Venture Market in Berlin stattgefunden. Mit dem

European Venture Market in Vaduz stellt das KMU-Zentrum an der

Hochschule Liechtenstein den Unternehmern in Liechtenstein und

Umgebung eine innovative Plattform zur Verfügung, um ihre Vorhaben

vorzustellen und intensive Gespräche mit Investoren zu führen.

Spital Vaduz

bewegt die Gemüter

Sanierung des bestehenden Spitals Vaduz oder

ein Neubau? Skeptisch zeigte sich Fürst Hans-Adam

II. am Staatsfeiertag in einem Interview mit dem

Liechtensteiner Volksblatt: Liechtenstein sei umgeben

von erstklassigen Krankenhäusern, die Transportzeiten

dahin seien kürzer als

in mancher Stadt – da stelle sich

die Frage, ob man wirklich ein

neues Spital brauche in einer Zeit,

in der man sparen müsse. Erbprinz

Alois hatte am Staatsfeiertag

zur Frage des Spitals kritisch

angemerkt, bei einem Neubau

gelte es auch die Folgekosten für

die Zukunft genau zu bedenken.

Foto: marco Nescher

Foto: marco Nescher

Schönste Briefmarke

aus Liechtenstein

Die schönste Briefmarke Liechtensteins im

Ausgabenjahr 2009 zeigt die Kapelle St. Mamerta

in Triesen mit der fotogenen Umgebungslandschaft

und der Bergwelt im Hintergrund.

Die Auswahl getroffen haben die Teilnehmer am

Wettbewerb, den die Philatelie Liechtenstein jedes

Jahr ausschreibt. Jeder Bezüger der Briefmarken-Broschüre,

die jeweils in schöner Aufmachung

und mit Hintergrundtexten die neueste

Ausgabe bekannt machen, erhält die Gelegenheit,

an der Erkürung der schönsten Briefmarke

Liechtensteins teilzunehmen. Die Philatelie

Liechtenstein verschickt rund 44'000 Briefmarken-Broschüren

in alle Welt, versehen mit der

Einladung, bei der Ermittlung der schönsten

Briefmarke mitzumachen. Die der Briefmarke

zugrunde liegende Fotografie stammt von Marco

Nescher, Herausgeber des MONAT und begeisterter

Fotograf, der von der Philatelie Liechtenstein

den Auftrag erhielt, Landschaftsfotografien

für Briefmarken zu machen. Hintergrund

dieses Auftrags war die Abmachung einer

Reihe kleiner europäischer Postverwaltungen,

drei Briefmarken mit einem besonders schönen

Ausschnitt ihres Landes zum gleichen Zeitpunkt

herauszugeben. Im 2007 erfolgte die erste Ausgabe,

wobei Marco Nescher das bekannte Panorama-Bild

Liechtensteins beisteuerte. Zwei Jahre

später erschien die Fotografie mit der Kapelle

St. Mamerta, die nun auch zur schönsten Briefmarke

Liechtensteins erkürt worden ist. Die

letzte Briefmarke dieser Trilogie wird nächstes

Jahr erscheinen – mit einem Sujet aus dem Liechtensteiner

Unterland. Marco Nescher hat bereits

Landschaftsaufnahmen zur Auswahl bei der

Philatelie abgeliefert. Informationen: www.philatelie.li

und www.sepac.com


6

7

Von Günther Meier

walsertreffen

Stolze Abenteuerspielplatz

Einwanderer

aus rund dem um Wallis den Walensee

not, krankheiten oder naturkatastrophen veranlassten bewohner des heuti-

gen schweizer kantons wallis zur auswanderung. die «walser» liessen sich

auch in liechtenstein nieder. als walsergemeinde organisiert triesenberg

dieses jahr das internationale walsertreffen.

Robuste Leute mussten es gewesen

sein, die vom Oberwallis über die Bergkämme

stiegen, um anderswo nach Siedlungs- und Lebensraum

zu suchen. Historiker gehen davon aus, dass

erste Auswandergruppen schon vor dem Jahr 1200

den Simplon überschritten und

das ausgeprägte freiheits-

italienische Hochtäler besiedelten.

Etwas später stiessen andere

bewusstsein der walser in das französische Savoyen nach.

strömt heute noch

Mit der Überwindung des nördlichen

Gebirgszuges kamen Wal-

im blut der triesenberger liser in das Berner Oberland. Im

12. Jahrhundert brachen Bewohner

des Oberwallis in Richtung Osten auf, überquerten

Furka, Oberalp und folgten dem Rhein

flussabwärts. Um die Mitte des 14. Jahrhunderts

versiegten die Auswanderungen aus dem Wallis,

die sich bis nach Liechtenstein und Vorarlberg ausgedehnt

hatten. Die Auswanderungen der deutschsprachigen,

von den Alemannen abstammenden

Walliser, die im allgemeinen Sprachgebrauch als

Walser bezeichnet werden, geben heute noch Rätsel

auf. Ihre Vorfahren dürften sich im 8. Jahrhundert,

von Norden her einwandernd, im Berner Oberland

niedergelassen haben. Die Besiedlung des Wallis,

wahrscheinlich über die heute noch bekannten

Pässe, erfolgte kurze Zeit später. Den Einwanderern

aus dem Berner Oberland und den späteren Auswanderern

aus dem Oberwallis scheint gemeinsam

zu sein, dass sie mit grossem Unternehmergeist und

mit viel Gottvertrauen ihre Heimat verliessen, um

in unbekannten Gebieten eine neue Existenz mit

mühseliger Kultivierungsarbeit aufzubauen. Weil

Urkunden fehlen, bleibt die Frage ungeklärt, welche

Beweggründe die Walser zur Auswanderung trieben:

Waren es grosse Kinderzahlen, die zu einer

Überbevölkerung führten? Waren es die Klimaveränderungen,

die aufgrund der damals warmen Zeit-

epoche für Trockenheit und Nahrungsmangel sorgte?

War es der Drang von Abenteurern, in unbekannte

Räume vorzustossen? Gesichert ist, dass

sich die Einwanderer überall in den Bergtälern


ansiedelten, oft hoch über dem Talboden, wie in

Triesenberg. Historiker und Walserforscher haben

herausgefunden, dass spätestens 1355 im Malbun

schon Alpwirtschaft betrieben wurde, weil in Urkunden

beispielsweise der Begriff «Walser Malbun»

aufscheint. Aus Urkunden lässt sich auch ableiten,

dass die Einwanderung der Walser im heutigen

Triesenberg um das Jahr 1280 erfolgt sein muss,

also noch vor der Erbteilung der Grafen von Werdenberg.

Einige Gebiete rund um Triesenberg dürften

schon vor der Einwanderung der Walser bewirtschaftet

worden sein, doch Wohnsiedlungen

auf dieser Höhe gab es damals noch nicht. Erst die

Walser, die wahrscheinlich nicht direkt aus dem

Wallis eingewandert waren, sondern aus dem Kreis

der Walser von Davos zuwanderten, begannen mit

der Besiedlung der Sonnenterrasse. Allerdings erfolgte

die Besiedlung nicht durch Zufall, wie der

Walserforscher Engelbert Bucher, der frühere Pfarrer

in Triesenberg, vermutet: «Die Walser sind nicht

einfach eines Tages unverhofft eingewandert oder

gar als Kriegshorden zu uns gekommen. Im Gegenteil,

vorgängig wurde mit ihnen das Siedlungs-

gebiet besprochen und ihnen zugewiesen, wie das

andernorts auch geschah.»

Walserrecht ist Kolonistenrecht

Die Walser wurden von den Feudal-

und Grundherren somit nicht als Eindringlinge

angesehen, sondern als Kolonisten, die bereit

waren, auf bisher unwirtlichen Höhen das Land zu

kultivieren. Dass sich die Einwanderer in Triesen-

Fotos: marco Nescher

Die Triesenberger konnten ihren

Dialekt und wesentliche Teile ihres

Brauchtums über Jahrhunderte

bewahren.

berg niederliessen, hängt also

weniger mit dem Zufall zusammen

als mit dem Ansinnen der

damaligen Landesherren, neues

Kulturland zu gewinnen. Um Kolonisten zu gewinnen,

hatten Walser schon anderswo besondere Besitz-

und Nutzungsrechte zugestanden erhalten. Es

ist anzunehmen, dass diese Rechte bei der Besiedlung

von Triesenberg sowohl den Einwanderern als

auch den Landesherren bekannt waren. Pfarrer Engelbert

Bucher gebraucht in seinem Buch «Walsersiedlungen

in Liechtenstein» dafür den Begriff

Walserrecht – und schreibt weiter: Walserrecht ist

Kolonistenrecht! Wer rodete, Sümpfe trockenlegte,

durch mühsame Arbeit neues Kulturland gewann,

wurde für seine Leistungen durch Gewährung von

Freiheiten und Nutzungseigentum belohnt. Zu diesen

Rechten gehörten persönliche Rechte, wie die

Freizügigkeit, im Unterschied zu den Untertanen

ohne Erlaubnis des Landesherrn das Land zu verlassen,

sowie die Freiheit von jeglicher Abgabe.

Ausgeprägtes Freiheitsbewusstsein

Die Freiheiten hätten die Einwanderer

zweifellos angespornt, meint Engelbert

Bucher, das Waldgebiet einzudämmen, das Kulturland

zu vergrössern, auch wenn die Kolonisten-Arbeit

zweifellos ein hartes Los gewesen sei. Der frühere

Triesenberger Pfarrer, der seine «Schäfchen»

wohl sehr gut kannte, vermutet diese Rechte als

Grundstein für das ausgeprägte Freiheitsbewusstsein,

das noch heute im Blut der Walser weiterströme.

Die Walser-Kolonisten konnten ihre Freiheiten

und Rechte über längere Zeit behalten, doch bröckelten

diese Vorteile im Lauf der Jahrhunderte ge-

september 2010


8

walsertreffen

genüber den Bewohnern im Tal langsam ab. Als

Beispiel sei hier die Steuerfreiheit erwähnt, die bis

1513 galt. In jenem Jahr verlangten die vier Dörfer

Vaduz, Schaan, Triesen und Balzers von Graf Rudolf

von Sulz eine neue Steuerordnung. Die Walser

hatten durch Rodungen und den Zukauf von Alpen

ihren Besitz stetig vergrössern können, während

die Talgemeinden zunehmend unter den Abgaben

litten. Der Landesherr verordnete im Jahre 1513

die Aufhebung der Steuerfreiheit für die Bewohner

von Triesenberg, deren Verpflichtungen damit den

übrigen Bewohnern gleichgestellt wurden. Mehr

walsertreffen 2010 in triesenberg

Im Abstand von drei Jahren treffen sich seit 1962 die Walser zu einem grossen Walsertreffen. Aus allen Walserregionen

der Alpenländer kommen Walserinnen und Walser zu einer farbenfrohen Begegnung mit Brauchtum, Musik und Trachten

zusammen. Die Walser sind mit dem Treffen 2010 schon zum dritten Mal Gast in Triesenberg.

Das 17. Internationale Walsertreffen findet von Freitag, 10. september bis sonntag, 12. september statt. Die Walser auf trie-

senberg haben ein abwechslungsreiches programm vorbereitet, in dessen mittelpunkt die Generalversammlung der Interna-

tionalen Vereinigung für Walsertum (IVfW) steht. Nachstehend ein Auszug aus dem Festprogramm, der aufzeigt, wie sich die

Walser um die erhaltung ihrer eigenart und ihres brauchtums bemühen.

Freitag, 10. September

• Führung durch den WalserSagenWeg

• Eröffnung der Sonderausstellung «Blickpunkt Walser»

• Konzert mit Walliser Mundart-Rockgruppen

Samstag, 11. September

• Generalversammlung der Internationalen Vereinigung für Walsertum

• «Fest der Begegnung» im und um das Triesenberger Dorfzentrum

• Offizieller Walserabend im Festzelt auf der Sportanlage Leitawis

Die Internationale Vereinigung für Walsertum, die 1962 gegründet wurde, hat ihren sitz in brig. Am zweiten Walsertreffen, das

1965 in triesenberg stattfand, gab sich die Vereinigung ihre satzungen. Zweck der Vereinigung ist gemäss diesen statuten

die erforschung, Förderung und belebung des Walsertums. Dem Verein gehören über 1500 mitglieder an, die zweimal im Jahr

mit der Zeitschrift «Wir Walser» über Kultur, Geschichte, Brauchtum und besondere Ereignisse aus den verschiedenen

Walsergebieten informiert werden. triesenberg als Gastgeber des 17. Walsertreffens besitzt mit dem Walsermuseum, dem

alten Walserhaus Hag Nr. 19 und dem WalsersagenWeg über zwei treffpunkte, die auch von Nicht-Walsern gerne besucht

werden.

Weitere Informationen unter www.walsertreffen.li

september 2010

Erfolg hatten die Einwanderer mit der Erhaltung

ihrer Walser Mundart, die nicht erst heute den Gefahren

der Angleichung an andere Dialekte oder

Sprachen ausgesetzt ist. Mit der besonderen Pflege

des Walsertums, nicht zuletzt durch die Erhaltung

des alten Walserhauses und durch die Errichtung

des Walsermuseums, blieb der unverkennbare Triesenberger

Dialekt die lebendige Umgangssprache.

Genauso, wie es der frühere Gemeindevorsteher

Hans Gassner gefordert hatte: «Siid iifrig bimüad,

ünscha Walsar- und Bäärgär-Dialäkt suubar und

unvarfelscht z arhaalta». |

Sonntag, 12. September

• Ökumenischer Wortgottesdienst im Triesenberger

Dorfzentrum

• Farbenprächtiger Umzug aller Walsergruppen


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Nachdruck

2. Aufl age


10

11

Von Martin Meyer

wirtschaft

Einsatz für den Wirtschafts-

standort Liechtenstein

Die LIHGA gilt als Schaufenster

der Wirtschaft, insbesondere der KMU, die sich

den Besuchern als innovative und initiative Unternehmen

der Produktions-, Handels- und Dienstleistungsbranche

präsentieren. Eine Ausstellung

wie die LIHGA, die seit über drei

Jahrzehnten in den Köpfen der Un-

als kleinstaat müssen wir

ternehmer verankert ist, ist gleich-

im internationalen wettzeitig auch ein Treffpunkt für den

Austausch von Informationen und

bewerb besser sein als andere

Ideen. Nicht zuletzt will die LIHGA

über ein attraktives Rahmenprogramm

verschiedene Gelegenheiten bieten, dass

Unternehmer aus Liechtenstein und der Region

ihre Netzwerke aufbauen oder erweitern können.

Die LIHGA übt damit nicht nur verschiedene Funktionen

aus, sie ist auch eine Plattform für Diskussionen

und Erörterungen der

Die Festhalle für die LIHGA Wirtschaftslage und der künfti-

wird farbenfroh mit Fahnen gen Ausrichtung des Wirtschafts-

geschmückt.

standorts Liechtenstein.

die wirtschaft zeigt wieder, nicht nur in liechtenstein, deutliche anzeichen

für eine erholung aus der krise. die lihga erfüllt in einer solchen situation

eine zweifache rolle – schaufenster der wirtschaft und treffpunkt erfolgrei-

cher unternehmer.

Foto: marco Nescher

Die Krise hat strukturelle

Defizite aufgezeigt

Liechtensteins Wirtschaft wächst

wieder, die Stimmung in den meisten Branchen ist

besser als noch vor Jahresfrist, der Konjunktur-

barometer zeigt in die freundlichere Richtung. Die

Erholung in anderen Volkswirtschaften wirkt

sich posit iv au f u n s ere Wi r t s cha f t au s , i ndem d ie

Warenexporte wieder angestiegen sind und die

Banken wieder Zuwachs an Kundengeldern registrieren.

Allerdings wäre es verfehlt, jetzt nur die positiven

Seiten zu sehen. Die Finanz- und Wirtschaftskrise

wird noch längere Zeit nachwirken,

die zusätzliche Verschuldung vieler Länder aufgrund

der Hilfs- und Konjunkturprogramme

dürfte den wirtschaftspolitischen Handlungsspielraum

für eine gewisse Zeit einengen. Auch Liechtenstein

kann sich trotz positiver Anzeichen nicht

einfach zurücklehnen und mit Befriedigung feststellen,

dass die Krise gar nicht so schlimm gewesen

sei. Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat auch

strukturelle Defizite aufgezeigt und die Belastungen

für den Staatshaushalt stellen uns auf eine harte

Probe. Und nicht zu vergessen, der ausländische

Druck auf den Finanzplatz wird anhalten, weil

viele Länder mit hoher Verschuldung dringend auf

Finanzmittel aus Steuergeldern angewiesen sind.

Nicht der Finanzplatz allein, sondern Liechtenstein

steht vor grossen Herausforderungen, die nicht einfach

zu bewältigen sind. Mit der Liechtenstein-

Erklärung haben wir der Welt zwar signalisiert,

dass wir gewillt sind, internationale Standards zu

übernehmen oder einzuhalten. Die Nagelprobe

kommt mit der Umsetzung dieser Erklärung und

mit unserer Reaktion auf mögliche weitere Forderungen

anderer Staaten.


Regierungschef-Stellvertreter

Martin Meyer am

Puls der Wirtschaft.

Als Kleinstaat müssen wir im

internationalen Wettbewerb besser

sein als andere, weil uns der

Heimmarkt fehlt. Was für Finanzplatz

und Industrie auf globaler

Ebene gilt, hat auf regionaler

Ebene seine Gültigkeit für die

Klein- und Mittelunternehmen. Auch sie müssen

sich dem Wettbewerb stellen, müssen besser sein

als die Konkurrenz im grösseren Nachbarland, um

bestehen zu können. Gerade das Gewerbe, das an

der LIHGA besonders zahlreich vertreten ist, zeigte

in der Krise erstaunliche Flexibiltät, sich den veränderten

oder gar verschlechterten Gegebenheiten

anzupassen. Auch im Zusammenhang mit den

Auswirkungen des EWR-Beitritts 1995 überzeugte

die gewerbliche Wirtschaft in den vergangenen Jahren

mit hoher Anpassungsfähigkeit, stellte sich den

Herausforderungen aufgrund der verstärkten Konkurrenzsituation

mit den sich öffnenden Grenzen.

Auch in der jüngsten Wirtschaftskrise glänzte das

Gewerbe mit einer erstaunlichen Elastizität, mit

Kreativität und Innovation. Diese unternehmerischen

Eigenschaften braucht es aber nicht nur in

der Krise, sondern auch auf dem Weg in die Zukunft.

Für den Wirtschaftsstandort Liechtenstein,

den wir neu ausrichten müssen, braucht es innovative

Ideen, schöpferische Kraft und viel Einfallsreichtum.

Die Politik kann bei diesem Prozess nur

gestalterisch mithelfen, kann die Rahmenbedingungen

anpassen und Impulse geben für die Entfaltung

des Unternehmertums. Wie verschiedene

Massnahmen in letzter Zeit gezeigt haben, sind wir

daran, das Entwicklungspotenzial für die liberalere

und wirtschaftsfreundlichere Ausgestaltung der

Rahmenbedingungen auszuschöpfen.

Foto: ressort Wirtschaft

Weitere Förderung des Unter-

nehmertums

Wenn die Wirtschaft den regionalen

und internationalen Konkurrenzkampf und

Standortwettbewerb erfolgreich bestehen will,

braucht es Wachstum. Nicht einfach nur an Stückzahlen,

sondern qualitatives Wachstum mit Rücksicht

auf Ressourcen und Umwelt. Dieses Ziel können

wir erreichen, wenn wir die Rahmenbedingungen

entsprechend ausrichten, wenn das Unternehmertum

weiter gefördert wird, wenn unserer Jugend

die bestmögliche Ausbildung ermöglicht wird, damit

die Dynamik des Wirtschaftsstandortes Liechtenstein

erhalten bleibt. Auch die LIHGA 2010, davon

bin ich überzeugt, wird wieder einen Einblick

in die Dynamik, in die Innovationskraft und das

Unternehmertum in unserem Land geben. Oft ist

es möglich, die Kraft für die Zukunft aus der Vergangenheit

zu schöpfen: Erinnern wir uns daran,

wie es unseren Vorfahren gelungen ist, Liechtenstein

aus einem Agrarstaat und einem Billig-Lohn-

Land für Textilien zu einem Industrie- und Dienstleistungsland

zu formen. |

zur Person

Dr. Martin Meyer ist regierungschef-stellvertreter. Zu seinen res-

sorts gehören Wirtschaft, Verkehr und bauwesen.

september 2010


12

koPf des monats monats

Josef Eberle

einsatz für die Walser

Wenn die Walser zum 17. Internationalen

Walsertreffen in Triesenberg eintreffen, werden sie

von den Triesenberger Gastgebern mit einem abwechslungsreichen

Programm empfangen. Das eigentliche

Treffen der Walser, die

aus den verschiedenen Walserregionen

in der Schweiz, Italien,

Österreich und Frankreich anreisen,

findet von Freitag, den 10.

September bis Sonntag, 12. September

2010 statt. Das 17. Internationale Walsertreffen

ist schon die dritte derartige Veranstaltung,

die in der liechtensteinischen Walsergemeinde

Triesenberg stattfindet. Und jedes

Mal war Josef Eberle mit dabei.

Bei der ersten Durchführung

im Jahre 1965, erinnert er sich,

fiel ihm als junger Lehrer die Rolle

zu, beim Festgottesdienst auf

Masescha das Opfer einzuziehen:

«Zusammen mit meinem Lehrerkollegen

Rudolf Schädler musste

ich mit der Opferbüchse von Teilnehmer

zu Teilnehmer gehen,

was ich nicht gerade besonders

gerne machte.» Als Triesenberg

im Jahre 1980 wieder das Walsertreffen

organisieren durfte, war

Josef Eberle

der gebürtige Walser und Wal-

Leiter der Arbeitsgruppe

serpublizist Josef Eberle wieder

Programm des Internationalen mit dabei, als Mitglied des Orga-

Walsertreffens

nisationskomitees. Seit dem 2.

Walsertreffen in Triesenberg vor

30 Jahren engagiert sich Josef Eberle auch im Vorstand

der Internationalen Vereinigung für Walsertum

IVfW, die 1962 im Wallis gegründet wurde.

Seit seiner Wahl zum Vizepräsidenten vor zwei Jahren

ist er bei allen vier jährlichen Sitzungen im Wallis

dabei, trifft sich mit den Vertretern der Walser

aus den weit im Alpenraum verstreuten Walserregionen

und leistet damit einen wichtigen Beitrag

zur Erforschung, Förderung und Belebung des Walsertums.

Auch gehört Josef Eberle der Redaktion

Foto: Roland Korner

september 2010

josef eberle hat schon 1965 eine arbeit über das alte

walsermuseum verfasst und war bereits beim ersten

walsertreffen 1965 in triesenberg aktiv mit dabei.

der Zeitschrift «Walserheimat in Vorarlberg, Tirol

und Liechtenstein» an, die sich um die Erhaltung

von Walserbrauchtum und Walserkultur bemüht.

Eine bedeutende Wegmarke im Leben des Walsers

Josef Eberle war das Jubiläum «650 Jahre Walser am

Triesenberg». Für diesen Anlass im Jahre 2005 war

er mit viel Einsatz tätig und publizierte unter anderem

in der Zeitschrift «Eintracht». Festanlass war

vor fünf Jahren die erste urkundliche Erwähnung

von «Wallisern», die sich am Triesenberg niedergelassen

hatten. «Diese älteste Urkunde ist auf den 29.

Oktober des Jahres 1355 datiert», schrieb Josef Eberle

in der «Eintracht» und führte aus, weshalb es zu

dieser Urkunde kam: Es ging um einen Streit zwischen

Schaanern und Walsern um Güter im Alpengebiet.

Der Schiedsspruch, der damals gefällt wurde,

zeigt eine interessante Episode der liechtensteinischen

Geschichte auf: «Die Schaaner geben den

genannten sieben Wallisern die Güter, nämlich ihren

Teil von Malbun, den die Walliser vormals gehabt

haben, Gamswald und Stafiniel, zu einem

rechten Erblehen um 8 Pfund Pfennig jährlichen

Zins, welchen sie auf Martini den Kirchenpflegern

der Kirche zum heiligen Laurentius in Schaan zu

entrichten haben.» Wenn das Walsertreffen in Triesenberg

stattfindet, werden solche Geschichten aus

früheren Zeiten lebendig. Die Nachfahren der Walser

am Triesenberg, unter ihnen Josef Eberle, bemühen

sich ununterbrochen, Brauchtum und Geschichte

der Einwanderer aus dem Wallis lebendig

zu halten – durch die Erhaltung des alten Walserhauses,

mit den Bemühungen um das Walsermuseum

und mit der Pflege des Walser Dialektes. |


Kennenlernen, netzwerken,

präsentieren

PublirePortage

European Venture Market erstmals

in Liechtenstein

Der Wirtschaftsstandort Liechtenstein zeichnet sich durch Dynamik und eine

hohe Diversifizierung aus. In einer sich rasch verändernden Weltwirtschaft sind Kreativität

und Innovation gefragt, um im harten Standort- und Produktwettbewerb bestehen

zu können. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die Unternehmen im Kleinstaat besser

sein müssen, um im globalen Wettbewerb erfolgreich zu sein. Die Zukunft wartet

mit noch unbekannten Herausforderungen, die nur bewältigt werden können, wenn die

Weichen frühzeitig richtig gestellt werden.

Der European Venture Market, der bereits an verschiedenen Orten in Europa mit

Erfolg durchgeführt wurde, wird im November erstmals in Liechtenstein durchgeführt.

Beim European Venture Market handelt es sich um eine Plattform für Unternehmer

und Investoren, die sich bei Präsentationen und Workshops treffen und gemeinsam

mögliche Formen der Zusammenarbeit und Kooperationen ausloten.

Präsentieren, kennenlernen, netzwerken – der European Venture Market bietet

den optimalen Rahmen für Unternehmer, die sich bereits am Markt etabliert haben und

auf der Suche nach Kapital für Investitionen und zur Finanzierung ihres Wachstums

sind. Der European Venture Market eignet sich aber auch für Start-ups, die für die

Umsetzung ihrer innovativen Geschäftsideen nach Investoren suchen. Schliesslich ist

der European Venture Market interessant für Financiers, die Ausschau halten nach neuen

Investments.

Der Fokus des European Venture Market in Liechtenstein liegt auf Clean Tech, ICT

und High Tech, also auf zukunftsträchtigen Branchen, die im «Entrepreneur Valley

Rheintal» mit ihren Hochschulen und Forschungszentren eine ausgezeichnete Basis

vorfinden. Die Veranstaltung ist nicht allein auf die Region Liechtenstein-Rheintal ausgerichtet,

sondern versteht sich als pan-europäische Plattform für Unternehmer und

Investoren. Die Teilnehmer treffen in einer entspannten, aber professionellen Atmosphäre

aufeinander, um ihre Kontakte zu knüpfen, Netzwerke zu pflegen und gemeinsame

Geschäftsideen zu entwickeln.

Unternehmer + Investoren

Die internationale Veranstaltungsreihe european Venture market findet am 9. und

10. November 2010 erstmals in Liechtenstein statt. Die zweitägige Veranstaltung

wurde auf Initiative des KMU Zentrums an der Hochschule Liechtenstein und dem

ressort Wirtschaft der regierung ins Land geholt.

informationen: www.europeanventuremarket.com

«mit dem european Venture market, der

erstmals in Vaduz stattfindet, steht den

Unternehmern aus Liechtenstein und

der Umgebung eine innovative platt-

form zur Verfügung, um ihre Geschäfts-

ideen vorzustellen und Gespräche mit

Investoren zu führen. Liechtenstein wird

damit international als attraktiver Wirt-

schaftsstandort in den mittelpunkt ge-

rückt. Die erste derartige Veranstaltung

2010 fand in berlin statt. Dass Vaduz

nach berlin als Veranstalter auftreten

kann, ist eine besondere Auszeichnung

für den Wirtschaftsstandort Liechten-

stein.»

martin meyer

regierungschef-stellvertreter

und Wirtschaftsminister


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15

Von Aurelia Frick

uno-jubiläum

Die Abenteuerspielplatz

UNO

Liechtensteins rund um den Walensee tor zur Welt

«Ich rufe die Generalversammlung

zur Behandlung des Tagesordnungspunktes

‹Aufnahme neuer Mitglieder› auf und verweise auf

die positive Stellungnahme des Sicherheitsrates zur

Aufnahme des Fürstentums Liechtenstein. Aufgrund

der positiven Empfehlunzum

uno-jubiläum wird

gen des Sicherheitsrates schlage

ich vor, den Aufnahmeantrag

uno-generalsekretär durch Akklamation anzunehmen.»

Die liechtensteinischen

ban ki-moon persönlich

Beobachter in der UNO haben

nach liechtenstein kommen damals, am 18. September 1990,

den Atem angehalten, als der Präsident

der 45. Generalversammlung, Guido de Marco

aus Malta, über den Aufnahmeantrag unseres

Landes abstimmen liess. Die UNO-Delegierten

klatschten, anstelle einer Abstimmung wurde das

Fürstentum Liechtenstein mit Beifall in die Vereinten

Nationen aufgenommen – als 160. Mitgliedland,

45 Jahre nach Gründung der UNO.

Eines der wichtigsten Ziele, wenn

nicht das wichtigste Ziel der liechtensteinischen

Aussenpolitik überhaupt, war damit erreicht. Liechtenstein

hatte nun Sitz und Stimme in den Vereinten

Nationen, die Souveränität des Kleinstaates

Liechtenstein wurde von der Weltgemeinschaft anerkannt.

Noch weniger als grössere Staaten ist ein

Kleinstaat wie Liechtenstein in der Lage, sich in

allen Bereichen der globalen Politik zu engagieren

am 18. september 1990 wurde liechtenstein als 160. mitgliedland in die

vereinten nationen aufgenommen. dieses jahr kann die 20-jährige mitglied-

schaft gefeiert werden. höhepunkt ist der besuch von uno-generalsekretär

ban ki-moon.

zur Person

Dr. Aurelia Frick ist mitglied der regierung Liech-

tenstein und zuständig für die ressorts Aussen-

politik, Justiz und Kultur.

und eine aktive Rolle zu spielen. Aufgrund der begrenzten

finanziellen und personellen Ressourcen

sind für die UNO-Aktivitäten gewisse Prioritäten

gesetzt worden. Liechtenstein engagiert sich seit

dem Beitritt in der Menschenrechtspolitik, bei der

Weiterentwicklung des Völkerrechts, in der Entwicklungszusammenarbeit

und in einzelnen Bereichen

des Umweltschutzes. Man darf die UNO-Mitgliedschaft

aber nicht isoliert sehen, sondern im

Kontext mit anderen internationalen Organisationen,

bei denen Liechtenstein ebenfalls Mitglied ist

und als verlässlicher Partner aktiv mitarbeitet: Im

Europarat, in der Organisation für Sicherheit und

Zusammenarbeit in Europa OSZE, in der Euro-

päischen Freihandelsassoziation EFTA, im Europäischen

Wirtschaftsraum EWR und in der Welthandelsorganisation

WTO.

Die Aufnahme Liechtensteins

1990 als Vollmitglied in die Vereinten Nationen ist

von langer Hand vorbereitet worden, nachdem sich

gegen Ende der 1960er-Jahre eine harte Opposition

unter den UNO-Mitgliedern gegen die Aufnahme

von Kleinstaaten breit gemacht hatte. Die «Mikro-

Staaten-Debatte» und die Tatsache, dass auch das

Nachbarland Schweiz nicht der UNO angehörte,

liess es während längerer Zeit als opportun erscheinen,

die UNO-Frage nicht in die politische Agenda

aufzunehmen. Fürst Hans-Adam II. führte ungeachtet

dieser Konstellation in seiner Funktion als

Erbprinz schon in den 1970er-Jahren inoffizielle

Sondierungsgespräche am UNO-Sitz in New York.

Der UNO-Beitritt Liechtensteins hängt denn auch

wesentlich mit dem Engagement des Fürsten zusammen,

dessen Rolle im Buch «Die UNO – Aufgaben,

Strukturen, Politik» mit den folgenden

Worten gewürdigt werden: «Der politische Auf


Aussenministerin Aurelia Frick vor

der UNO-Generalversammlung.

bruch Liechtensteins in die Vereinten

Nationen ist zweifellos das

Verdienst eines Mannes, seiner

Weitsicht, politischen Dynamik

und Beharrlichkeit: Fürst Hans-

Adam II.» Zur Profilierung Liechtensteins

innerhalb der UNO hat

zweifellos auch der von Fürst

Hans-Adam II. persönlich in der

46. Generalversammlung eingebr

achte Vors ch l a g z u r Neu i nter pre t at ion u nd

Kodifizierung des Selbstbestimmungsrechts der

Völker beigetragen. Der damals unterbreitete Vorschlag

des Fürsten zur Ausarbeitung einer Selbstbestimmungskonvention

führte vor dem Hintergrund

des Auseinanderbrechens einer Reihe von Staaten

im Osten Europas zu kontroversen Debatten. Die

UNO setzte die Initiative formell von der offiziellen

Tagesordnung ab, doch wird die Frage des Selbstbestimmungsrechts

der Völker und der Konfliktvermeidung

seit dem Jahr 2000 in einem vom Fürsten

finanzierten Forschungsinstitut an der renommierten

Princeton University weiter behandelt.

Auch in der Frage der UNO-

Reform engagierte sich Liechtenstein in den letzten

Jahren. Für das Schlussdokument des Weltgipfeltreffens

2005 wurden wesentliche inhaltliche

Beiträge zu den Themen Menschenrechte und

Rechtsstaatlichkeit durch unseren UNO-Botschafter,

Christian Wenaweser, geleistet. Nachdem sich

Christian Wenaweser stark für eine Reform des

UNO-Sicherheitsrates eingesetzt hatte, damit die

Arbeitsmethoden verbessert und die Nichtmitglieder

des Sicherheitsrates besser in die Entscheidungsprozesse

eingebunden werden könnten,

stammte der Abschnitt über die Sicherheitsrats-

Foto: presse- und Informationsamt

reform aus seiner Feder. In enger Verbindung mit

Christian Wenaweser und damit mit dem UNO-

Mitgliedsland Liechtenstein steht auch der Internationale

Strafgerichtshof ICC.

Unser UNO-Botschafter wurde

2007 für drei Jahre zum Präsidenten der Versammlung

der ICC-Vertragsstaaten gewählt, womit die

erste Revisionskonferenz in Uganda in diesem

Frühjahr unter der Leitung des liechtensteinischen

UNO-Vertreters durchgeführt wurde – eine der bedeutendsten

internationalen Auszeichnungen für

den Kleinstaat Liechtenstein.

Als Aussenministerin freue ich

mich besonders, dass zu unserem UNO-Jubiläum

der UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon persönlich

nach Liechtenstein kommen und einen Vortrag

halten wird. Mir persönlich liegt auch die Initiative

«Frauen, Frieden und Sicherheit» am Herzen, die

zum Schutz der Frauen in bewaffneten Konflikten

zu einer Implementierung einer diesbezüglichen

UNO-Resolution auf internationaler Ebene führen

soll. Das Jubiläum «20 Jahre Mitgliedschaft in der

UNO» gibt uns Gelegenheit, vertieft über diese

wichtige Resolution nachzudenken und – als verlässlicher

Partner der Staatengemeinschaft – einen

nachhaltigen Akzent zu setzen. |

september 2010


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17

Von Günther Meier

briefmarken

Schweizer Abenteuerspielplatz Briefmarken

hergestellt rund um den in Liechtenstein

Walensee

Das Fürstentum Liechtenstein

liess seine Briefmarken bis 2009, beinahe 100 Jahre

lang, im Ausland herstellen. Spezialisierte Druckereien

in der Schweiz, Österreich, Holland und England

besorgten den Druck der «gezähnten Botschafter

des Landes». 2009 wird in die Geschichte

der liechtensteinischen Philatelie eingehen, denn

zum ersten Mal wurde eine Brief-

gutenberg – mit dem briefmarke ausschliesslich in Liechtenstein

selbst produziert – von

marken-druck in die «königs-

der Idee bis zum Druck. Ausserklasse

der druckereien» dem handelte es sich bei diesen

Briefmarken nicht um Postwert-

aufgestiegen

zeichen mit der üblichen Gummierung

zum Aufkleben, sondern

um eine Weltneuheit im Selbstklebe-Verfahren.

Die Druckerei Gutenberg AG in Schaan hat in

Zusammenarbeit mit der Philatelie Liechtenstein

ein Verfahren entwickelt, das ein äusserst einfaches

Ablösen der Briefmarken von den lochperforierten

Bögen erlaubt und gleichzeitig das Frankieren von

Briefen ohne Spucke ermöglicht.

die sondermarke der schweizerischen Post zum 100. todesjahr von rotkreuz-

gründer henry dunant wurde in liechtenstein gedruckt. seit der innovativen

idee mit der selbstklebe-briefmarke erhält die druckerei gutenberg anfragen

aus verschiedenen ländern.

Schweizer Persönlichkeiten –

gedruckt in Liechtenstein

Die Weltneuheit, die insbesondere

in Fachzeitschriften auf grosse Resonanz stiess,

blieb auch den Post-Organisationen nicht verborgen.

«Wir haben Anfragen aus verschiedenen Ländern

erhalten», freut sich Remi Nescher, Geschäftsleiter

der Gutenberg AG. Eine der Anfragen erreichte

die Gutenberg, die mit der Weltneuheit den Beweis

für den einwandfreien Druck von Briefmarken

geliefert hat, aus der Schweiz. Die Schweizer Post

liess die Sondermarke zum 100. Todesjahr von Rot-

Kreuz-Gründer Henry Dunant und Gustave

Moynier sowie die Sondermarke zum Gedenken an

den 100. Geburtstag der Philosophin Jeanne Hersch

erstmals in Schaan drucken, was Remi Nescher als

besondere Auszeichnung für die Qualität von

Druck und Druckerei deutet. Allerdings wollte die

Schweizer Post die beiden Jubiläumsmarken nicht

als Selbstklebe-Briefmarken herausgeben, sondern

mit der herkömmlichen Gummierung auf der

Rückseite. Die Gutenberg AG ist damit in den Kreis

jener spezialisierten Druckereien aufgestiegen, die

traditionelle Briefmarken herstellen können. Beide

Sondermarken sind ab dem 3. September 2010 an

den schweizerischen Post- und Verkaufsstellen erhältlich.

Grosses Interesse für die

Selbstklebe-Weltneuheit

Die Nachfrage für die Selbstklebe-Briefmarken

besteht nach Auskunft von Remi

Nescher weniger für Sondermarken, sondern für

Dauerserien, die für das Frankieren von Briefen


verwendet werden. Die echte Lochperforation und

Schlitzung der Vorderseite ermöglichen ein komfortables

Ablösen jeder einzelnen Briefmarke vom

Trägerpapier. Nicht nur regelmässige Benutzer von

Briefmarken schätzen, dass das mühsame Befeuchten

der Gummierung wegfällt und sich die abgelösten

Marken leicht auf Briefe, Ansichtskarten und

Pakete kleben lassen. Zur Freude der Sammler, die

anfangs der Selbstklebe-Weltneuheit etwas skeptisch

gegenüberstanden, können

die Briefmarken je nach Wunsch

als Einzelmarken, in Streifen

oder in Viererblocks bei der

liechtensteinischen Post oder

Philatelie bezogen werden. Die

Skepsis der passionierten Sammler

ist auch deswegen verschwunden,

weil sich die Selbstklebe-

Briefmarken wie herkömmliche

Postwertzeichen im warmen

Wasserbad von Briefen lösen lassen.

Die Briefmarken können

wie Abziehbildchen von der Unterlage

gelöst werden, sind aber

Fotos: marco Nescher

keine Abzieh-Briefmarken, sondern

vollständige Briefmarken,

die sich in einem Sammleralbum

nicht von herkömmlichen Vorgängern

unterscheiden. Der 7.

September 2009, der Erscheinungstag der ersten

Selbstklebe-Briefmarken in Liechtenstein, ist für

die Druckerei Gutenberg AG ein historisches Datum

in der nun über 80-jährigen Firmengeschichte.

Mit dem Briefmarken-Druck sei die Gutenberg AG

in die «Königsklasse der Druckereien» aufgestiegen,

freut sich Geschäftsleiter Remi Nescher. Mehr noch

– nun können Briefmarken auch in Liechtenstein

selbst gedruckt werden. Der neue Geschäftszweig

der Gutenberg ist gleichzeitig eine Auszeichnung

für den Wirtschaftsstandort Liechtenstein, für dessen

Attraktivität innovative Betriebe notwendig

sind. Andere Staaten befassen sich ebenfalls mit der

Herausgabe von Selbstklebe-Briefmarken. «Aus

verschiedenen Ländern sind bereits Anfragen bei

uns eingegangen», bestätigt Remi Nescher. Es müssen

nicht unbedingt selbstklebende Marken sein,

die künftig in Schaan gedruckt werden – wie das

Beispiel der Schweiz beweist. |

Die Sondermarke der Schweiz

zum 100. Todesjahr von Henri

Dunant und Gustave Moynier

wurde in Liechtenstein gedruckt.

september 2010


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19

Von Günther Meier

berufsausbildung

100pro!

Ausbildung in partnerschaft

mit «100pro! berufsbildung liechtenstein» bietet die wirtschaftskammer liech-

tenstein ein neues dienstleistungsangebot für lehrbetriebe und lernende an.

drei lernende haben anfangs august ihre lehrzeit in der verbundausbildung

begonnen.

«Einmannbetriebe können nicht

ausbilden», antwortet ein Gewerbetreibender auf

die Frage nach Lehrlingsausbildung. «Ich habe zu

wenig Zeit für die Ausbildung», wehrt ein anderer

ab. «Mein Betrieb ist zu speziagut

ausgebildete berufs-

lisiert», ist oft zu hören, wenn

es um die Aufnahme und Ausleute

sind das kapital für bildung von jungen, künftigen

Fachkräften im Gewerbe geht.

die wirtschaftliche zukunft

Die Argumente sind verständ-

liechtensteins lich, die Ablehnung in den meisten

Fällen auch begründet, für

die Erhaltung der Attraktivität des Wirtschaftsstandortes

und Ausbildungsplatzes Liechtenstein

aber eine fatale Situation. Die Wirtschaftskammer

Liechtenstein sann auf Abhilfe und packte den Stier

bei den Hörnern: In enger Zusammenarbeit mit

dem Ressort Wirtschaft der Regierung sowie dem

Amt für Berufsbildung und Berufsberatung wurde

die Initiative «100pro! berufsbildung liechtenstein»

gestartet. Auf einen kurzen, prägnanten Nenner

gebracht, lautet die Hauptbotschaft: Förderung von

Lehrberufen in Liechtenstein durch Unterstützung

Foto: marco Nescher

von Lernenden und Lehrbetrieben. Über die Dienstleistungen

von «100pro!» können sich Lehrbetriebe

von administrativen Aufgaben entlasten, während

gezielte Hilfen das Potenzial von Lernenden fördern.

Neben diesem Lernenden-Coaching und

dem Betrieb-Coaching ist auch eine Verbundausbildung

ins Leben gerufen worden, welche die Ausbildung

in Lehrbetrieben erlaubt, die allein nicht in

der Lage wären, die Lernenden in der geforderten

Breite und Tiefe in einem Beruf auszubilden.

Kapital für die wirtschaftliche

Zukunft

Die Wirtschaftskammer sei ein

Wirtschaftsverband, betont Präsident Noldi Matt,

der gerne Nägel mit Köpfen mache. Gut ausgebildete

Berufsleute seien das Kapital für die wirtschaftliche

Zukunft Liechtensteins: «Ziel des neuen

Verbundsystems und des Lehrbetriebscoachings

ist es, durch intensive Betreuung und Unterstützung

von Lernenden und Lehrbetrieben die Qualität

der Ausbildung zu erhöhen.» Über die Verbundausbildung

werde es auch für Kleinbetriebe und

spezialisierte Unternehmen möglich, ganzheitliche

Ausbildungsplätze anzubieten. Der Startschuss

wurde am 2. August gegeben, als die neuen Lernenden

Emanuel Risch, Lukas Majal und Ronny Dürr

pünktlich um 8 Uhr bei der Geschäftsstelle der

Wirtschaftskammer eintrafen und dort von Ivan

Schurte eingehend über das Ausbildungssystem informiert

wurden. Alle drei Lernenden sind von der

Wirtschaftskammer für die Berufsausbildung angestellt,

doch die praktische Ausbildung erfolgt jeweils

in zwei verschiedenen Unternehmen: Emanuel

Risch erhält die Berufskenntnisse als Printmedienverarbeiter

in den beiden Druckereien Guten-


Ivan Schurte instruiert einen

Jugendlichen über das neue

Ausbildungssystem.

berg AG und Matt Druck AG,

Lukas Majal nahm seine Berufslehre

als Zimmermann in den

zwei Lehrbetrieben Näscher Allroundservice

& Innenausbau Est.

und Franz Hasler AG auf, Ronny Dürr absolviert

seine Lehrzeit als Gipser bei der Tschütscher Gipserei

AG und bei Bürzle AG Gipsergeschäft.

«100pro!» als Leitorganisation

Bevor die drei Jugendlichen die

ersten Handgriffe in den drei ausgewählten Berufen

machen konnten, waren intensive Abklärungen

notwendig. Ivan Schurte erstellte ein Ausbildungskonzept,

beantragte beim Amt für Berufsbildung

und Berufsberatung die erforderliche Ausbildungserlaubnis

für «100pro!» und half mit, aus einer Reihe

von Bewerbungen die Lernenden auszuwählen.

Die Abmachungen wurden mit den Ausbildungspartnern

in Leistungsvereinbarungen und Verbundverträgen

fixiert, die zusammen zur Bildungserlaubnis

führten. «100pro!» bildet die Leitorga-

nisation für diesen Ausbildungsweg, die alle admi-

nistrativen Aufgaben erledigt, angefangen bei der

Betriebsunfallversicherung über die Krankenkasse

bis zu der Anmeldung in den Berufsschulen. Dass

das Verbundsystem mit drei Lernenden in drei verschiedenen

Berufen und an sechs verschiedenen

Ausbildungsplätzen gestartet werden konnte, liegt

nach Angaben von Ivan Schurte über den Erwartungen.

Bereits liegen weitere Anfragen und Ideen

vor, dieses Verbundsystem mit anderen Berufen

und anderen Lehrbetrieben zu erweitern. Dies betrifft

vor allem Berufe, die bei der Jugend stark nachgefragt

sind, die aber über wenige Ausbildungsplätze

verfügen, weil die Betriebe zu stark spezialisiert

Foto: michael Zanghellini

sind, wie IT-Unternehmen oder Verwaltungen im

KV-Bereich. Geplant ist aber auch, das Angebot an

Lehrstellen in den Handwerksberufen zu erweitern,

damit künftige Berufsleute die Möglichkeit haben,

aus der ganzen Breite des gewerblichen Berufsspektrums

den passenden Beruf – den Fähigkeiten und

Neigungen entsprechend – auszuwählen.

Förderung des Wirtschafts-

standortes Liechtenstein

Der Anfang ist gemacht, die Perspektiven

für die Zukunft stimmen optimistisch.

Mit der Verbundausbildung schaffen wir für junge

Menschen noch mehr Möglichkeiten, sich den

Herausforderungen der Zukunft zu stellen und sich

selbst zu verwirklichen», unterstreicht Regierungschef-Stellvertreter

Martin Meyer, der als Ressortinhaber

Wirtschaft die Idee der Verbundausbildung

sofort nach Bekanntwerden unterstützte. Das

Verbundsystem reiht sich ein in die verschiedenen

Initiativen zur Förderung des Wirtschaftsstand-

ortes Liechtenstein. |

checkpoint lehre

Wer braucht Hilfe für die bewerbung für eine Lehrstelle? experten

geben an der LIHGA am stand 22 der Wirtschaftskammer Liechten-

stein Auskunft und geben tipps für eine bewerbung.

mittwoch, 8. september von 15 – 17 Uhr und samstag, 11. septem-

ber von 12 – 14 Uhr.

september 2010


zeitgeschehen

20 8. September 1985

papst Johannes paul II. besucht Liechtenstein

Eine riesige Menschenmenge «Eure Heiligkeit! Ihr Besuch ist der

empfing Papst Johannes Paul II. bedeutendste, den Kirche und

zur Messe auf dem Sportpark Land von Liechtenstein je erleben

Eschen-Mauren.

durfte». Mit diesen Worten begrüsste

Fürst Franz Josef II. am 8.

September 1985 Papst Johannes Paul II. im Sportpark

Eschen-Mauren. Der Papstbesuch vor 25 Jahren

ist den zahlreichen Gläubigen im Gedächtnis geblieben,

die aus einem weiten Umkreis angereist waren,

um mit dem Heiligen Vater die Messe zu feiern. Bleibendes

Andenken an den Papstbesuch sind die Gedenkstätte

im Sportpark sowie der Feiertag: Der 8.

September – Kirchenfest Maria Geburt – wurde ein

Jahr später vom Landtag zum gesetzlichen Feiertag

erklärt. Der eintägige Pastoralbesuch von Papst Johannes

Paul II. in Liechtenstein kam auf Einladung

von Fürst Franz Josef II. zustande. Der Fürst hatte

1983, anlässlich der liechtensteinischen Pilgerfahrt

nach Rom, den Papst nach Liechtenstein eingeladen:

«Unserer kleinen Gemeinschaft können Sie, Heiliger

Vater, viel zu ihrer geistigen Erneuerung geben, und

wir würden Sie mit Freude willkommen heissen.»

Als der Papst um 10 Uhr auf dem Sportpark

Eschen-Mauren eintraf, wurde er von einer riesigen

Menschenmenge begeistert begrüsst. Der Heilige

Vater war von Rom mit einer Linienmaschine der

Al Italia nach Zürich geflogen und von Kloten mit

einem Helikopter zum Sportpark gebracht worden.

september 2010

Kaum dem Helikopter entstiegen,

kniete das Oberhaupt der katholischen

Kirche nieder und küsste –

wie bei allen anderen Pastoralbesuchen

– die liechtensteinische

Erde. In seiner Ansprache erklärte

der Papst diese Geste als Wertschätzung

gegenüber dem Land,

gleichzeitig aber auch als Zeichen

der Achtung vor der von Gott geschaffenen

Erde. Nach dem Abspielen

der päpstlichen und liechtensteinischen

Hymne fuhr der

Papst mitten durch die Menge der

Gläubigen zum Altar, wo das katholische

Oberhaupt gemeinsam mit Landesbischof

Johannes Vonderach und dem liechtensteinischen

Klerus die heilige Messe zelebrierte. Fürst Franz Josef

II. begrüsste Papst Johannes Paul II. mit herzlichen

Worten und wies auf die Mission des Papstes hin, in

die Welt hinaus zu gehen: «Sie haben uns im Laufe

Ihres Pontifikates immer wieder gezeigt, dass Ihnen

keine Mühe und Gefahr zu gross und niemand Ihnen

zu gering oder zu schlecht ist, um Ihren apostolischen

Auftrag zu erfüllen. Ihrem Besuch kommt so

vor allem ein pastoraler Charakter zu, der uns Christen

dazu auffordert, in Demut und mit offenem Herzen

dem Nachfolger Petri zuzuhören. Unserer Landeskirche,

unseren Pfarrgemeinden, unseren Familien

und jedem Einzelnen von uns kann dieser Tag,

wenn wir Gott und nicht uns selbst in den Mittelpunkt

stellen, ein Tag der Umkehr und Erneuerung

sein.» Das dicht gedrängte Programm umfasste auch

ein Zusammentreffen mit dem Klerus im Pfarrhaus

in Bendern und auf Schloss Vaduz mit Fürst Franz

Josef II. und Fürstin Gina sowie dem Erbprinzenpaar,

den Mitgliedern der Regierung und des Landtags. In

der Pfarrkirche Vaduz hielt der Papst einen Wortgottesdienst,

an dem Kranke, Betagte und Behinderte

teilnahmen. Zum Abschluss seines Besuches traf sich

Papst Johannes Paul II. auf Dux mit der liechtensteinischen

Jugend, die ihn nach seiner Begrüssung «Hoi

zemma» wie einen Popstar empfing. |

Foto: Landesarchiv


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22

23

Von Markus Meier

originale

«Onkel Herbert»

ein origineller Unternehmer

Und keiner würde dem sympathischen

älteren Herrn mit dem breitkrempigen

Hut, den jeder Schüler im Land als «Onkel Herbert»

kennt, auf Anhieb zutrauen, im Laufe von 50

Jahren ein Nahrungsmittelunternehmen mit rund

1800 Mitarbeitenden aufgebaut

nach dem entzug des führer- zu haben. Aus dem Nichts, wohlgemerkt.

Und darauf ist Herbert

scheins stieg «onkel herbert» Ospelt besonders stolz. Der 1929

auf einen traktor um

geborene Metzgersohn stammt

aus einfachen Verhältnissen. Der

Vaduzer Bürger wuchs in Schaan

auf, lernte wie seine Vorfahren Metzger und übernahm

1958 die Metzgerei-Filiale seines Vaters in

Vaduz. Damit begann die Erfolgsgeschichte seiner

Wurstwarenfabrik. Das Lebenswerk des Metzgermeisters

wurde mehrfach ausgezeichnet und anlässlich

seines achtzigsten Geburtstags erfuhr Herbert

Ospelt zahlreiche Ehrungen. Im Rahmen der

es versteht wohl keiner so gut, sein fachwissen, sein ausgeprägtes marke-

ting-gespür und seine originalität derart wirksam und erfolgreich unter seinen

markanten hut zu bringen wie herbert ospelt, gründer und grand-Patron der

herbert ospelt anstalt.

Reihe «Originale» wollen wir aber weniger den erfolgreichen,

ja genialen Unternehmer Herbert Ospelt

porträtieren, als vielmehr den Menschenfreund

beleuchten, den Lebenskünstler, den Humoristen,

den Geniesser, den Unberechenbaren,

den Einzigartigen – kurz das «Original».

Spektakuläre Aktionen

Denn mit «Onkel Herbert» werden

auch Anekdoten in Verbindung gebracht, die

von spektakulären und ungewöhnliche Aktionen

berichten, durch die der ruhelose Unternehmer

immer wieder von sich reden macht. So sei es ihm

auf sehr unkonventionelle Weise gelungen, seine

Produkte einem späteren Grosskunden schmackhaft

zu machen. Mit zwei grossen Sporttaschen

ausgestattet stand Herbert Ospelt eines Tages im

Büro des Chefs. Unangemeldet! Dieser war überrascht

ob seines Besuchs in aller Herrgottsfrühe

und liess den eigenartigen Liechtensteiner sein Anliegen

vorbringen. «Onkel Herbert» holte aus der

einen Tasche das von ihm produzierte Hundefutter

und aus der anderen zwei kleine Hündchen

(Chiwawa), die sich umgehend auf das Futter stürzten.

Wie lange die Tiere nichts zu fressen hatten, ist

nicht bekannt, jedenfalls aber hatte diese Vorstellung

bei seinem Gegenüber einen bleibenden Eindruck

hinterlassen, so dass sich daraus eine lange

und erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen dem

Grossverteiler und der Ospelt-Gruppe entwickelte,

die bis heute anhält.

Das Geld ausgegangen

Herbert lernte seine spätere Frau

Blanca Hildenbrand 1956 beim Tanzen in Buchs

kennen und verliebte sich Hals über Kopf in die


hübsche junge Frau. Blanca aber flog schon bald

nach London, wo sie einen längeren Sprachauf-

enthalt geplant hatte. Dem «Onkel Herbert» passte

das natürlich nicht in den Kram und so holte er

seine Auserwählte schon ein paar Tage später wieder

zurück.

Seine Hochzeitsreise führte Herbert

Ospelt 1958 mit einem VW Käfer nach Rom.

Gemeinsam mit seiner Frau Blanca verbrachte er

einige schöne Tage im sonnigen Süden. Geplant

war ein Ferienaufenthalt von einer Woche. Doch

plötzlich drängte Herbert auf die Heimreise. Er

habe viel zu tun, müsse dringend ins Geschäft.

Später stellte sich heraus, dass dem Jungvermählten

das Geld ausgegangen war.

Mit dem Traktor auf der

Autobahn

«Onkel Herbert» – und dazu

steht er auch – ist ein Geniesser. Einer, der schon

mal ein Glas trinkt, wenn ihm danach ist. Und so

musste ihm eines Tages der Führerschein entzogen

werden. Dies hatte zur Folge, dass Herbert kurzerhand

auf das «Mopedli» als Fortbewegungsmittel

umstieg und sich später sogar einen Traktor zulegte.

Dessen Lenkung war damals ohne Führerschein

möglich. Mit dem Traktor soll Herbert angeblich

auch vor dem Regierungsgebäude und auf der Autobahn

gesichtet worden sein. «Onkel Herberts»

Auftritt anlässlich eines Fürsten- «Onkel Herbert» ist überall

festes bleibt unvergessen. Wäh- mit seinem breitkrempigen Hut

rend andere Metzger Cervelats

bekannt.

und Bratwürste verkauften,

überraschte der innovative Herbert Ospelt mit einem

ganzen Ochsen am Spiess. Der Episoden gäbe

es noch unzählige mehr. Diese alle zu schildern

würde den Rahmen dieses Beitrags bei Weitem

sprengen. Wer also das Glück hat, den «Onkel Herbert»

persönlich zu erleben, dem sei empfohlen, es

zu nutzen.

Sportler, Unternehmer und

Botschafter

Herbert Ospelt hat sich den Platz

in den Reihen der Liechtensteiner Originale längst

gesichert. Er ist und war Zeit seines Lebens ein

«Hans Dampf in allen Gassen». Kaum etwas, das er

nicht betrieben oder zumindest ausprobiert hätte.

Er war ein ausgezeichneter Sportler und ist ein erfolgreicher

Geschäftsmann, der nach wie vor als

«Aushängeschild» seines Unternehmens gilt, obwohl

er sich aus dem aktiven Berufsleben zurückgezogen

hat. Darüber hinaus ist «Onkel Herbert»

auch Botschafter unseres Landes, der keinerlei Berührungsängste

kennt. Aber eben auf seine Art:

einzigartig, unverblümt, authentisch und oftmals

unerwartet originell. So halt, wie man es von einem

Original erwartet. |

september 2010


24

25

Von Günther Meier

kunst

Ich Abenteuerspielplatz

glaube, ich bin

zum rund sammler um den Walensee geworden

Fürst Hans-Adam II. wurde früher

oft mit dem Satz zitiert, eigentlich verstehe er

gar nichts von Kunst. Diese Selbsteinschätzung

stand im Gegensatz zur Bedeutung der Fürstlichen

Sammlungen, die zu den gröss-

Über 700 hochkarätige ten und bedeutendsten Kunstsammlungen

der Welt gehören.

ankäufe sind seit 1977

Im Gegensatz zur Selbsteinschät-

durch die fürstlichen zung zählt auch der Umstand,

dass der Fürst in den letzten Jah-

sammlungen getätigt worden

ren eine rege Ankaufstätigkeit

entwickelte, um die Sammlungen

zu ergänzen und zu erweitern, aber ebenso, um

Kunstwerke zurückzukaufen, die vom Fürstenhaus

nach dem Zweiten Weltkrieg aus finanziellen Gründen

verkauft werden mussten. «Er konnte die

Sammlung aus dem Scherbenhaufen, den er übernehmen

musste, in neue Höhen führen», schreibt

der Direktor des Liechtenstein Museum Wien, Johann

Kräftner, im Katalog zur

Ausstellung «Der Fürst als Sammler»,

die nun in etwas verkleinerter

Form im Kunstmuseum

Liechtenstein gezeigt wird. Kräftner

führt weiter an, dass unter

Fürst Hans-Adam II. das Liechtenstein

Museum in Wien eröffnet

werden konnte, dass die

Sammlung gewachsen sei und

weitere Projekte vor der Verwirklichung

stünden – so etwa die Restaurierung

des Stadtpalais in

Wien, das am 29. November 2012

als Biedermeier-Museum eröffnet

werden soll. Weil die letzte

Entscheidung über die Ankäufe

fürst hans-adam ii. hat die sammlertätigkeit seiner vorfahren fortgesetzt

und die sammlungen des fürstenhauses in den letzten jahren erweitert. eine

ausstellung im kunstmuseum liechtenstein gibt einen Überblick über die

ankäufe des fürsten.

der Fürstlichen Sammlungen bei Fürst Hans-Adam

II. liegt, musste sich der Fürst in den letzten Jahren

intensiv mit Kunst und Kunstwelt auseinandersetzen,

so dass ihm laut Kräftner schon mehrmals der

Satz entschlüpft ist: «Ich glaube, ich bin zum Sammler

geworden.» Die Sonderausstellung im Kunstmuseum

Liechtenstein gibt einen Überblick über

die Neuerwerbungen des Fürsten, dessen erster Ankauf

die Skizze zu «Mars und Rhea Silvia» von Peter

Paul Rubens im Jahre 1977 war. Johann Kräftner

meint, es könnte ein prägendes Erlebnis für den

Fürsten gewesen sein, zähle es doch zum Schönsten

im Leben eines Sammlers, den Entwurf zum realisierten

Gemälde zu besitzen. Die Skizze schlägt

auch den historischen Bogen zu Fürst Johann Adam

Andreas, der an der Schwelle zum 18. Jahrhundert

mehr als 50 Gemälde von Rubens erworben und

damit einen wesentlichen Grundstein für die Fürstliche

Sammlung gelegt hatte. Der Fürst sieht seine

intensive Sammeltätigkeit, wie er in einem Interview

zur Eröffnung der Ausstellung in Wien erwähnte,

eher von der pragmatischen Seite: «Als es

mir dann in den 1970er-Jahren gelungen ist, das Familienvermögen

zu reorganisieren und wieder neue

aufzubauen, habe ich meinem Vater vorgeschlagen,

Kunstwerke so weit wie möglich zurückzukaufen

oder neue Stücke zu erwerben, um die Lücken, die

entstanden sind, zu füllen.» Der Direktor der Fürstlichen

Sammlungen, Johann Kräftner, glaubt neben

diesem rationalen Gesichtspunkt in der Sammeltätigkeit

von Fürst Hans-Adam II. auch etwas

Irrationales zu erkennen: «Zur Verpflichtung, das,

was seine Ahnen immer getan haben, fortzusetzen

und zu bewahren, kam allmählich ein hohes Mass

an Freude und Begeisterung, am Gefüge der Sammlung

zu schmieden und ihr selbst für einige Zeit den


Das Badminton Cabinet gehört

zu den Lieblingsobjekten von

Fürst Hans-Adam II.

Stempel aufdrücken zu können.» Über 700 hochkarätige

Ankäufe sind seit 1977 durch die Fürstlichen

Sammlungen getätigt worden. Damit konnten die

Bestände an Gemälden, Skulpturen, Porzellan und

Möbel ergänzt und erweitert werden. Viele der Verluste

aufgrund von Verkäufen in 1950er- und

1960er- Jahren konnten durch die Neuerwerbungen

kompensiert werden. Vor allem die Skulpturen-

Sammlung wurde wesentlich erweitert, was laut

Kräftner darauf zurückzuführen ist, dass Bronzen

den Fürsten besonders faszinieren: «Beim Gang

durch das Schloss Vaduz, wo sie wunderbar platziert

auf die Hand des Besitzers warten, der sie gerne

ergreift und mit ihnen mehr als nur die Augenfreude

verbindet, kann man das bemerken.» Ein

weiterer Sammlungsblock, Biedermeier, ist ebenfalls

durch den Ankauf von Meisterwerken ergänzt

und zum früheren Glanz erweitert worden. Fürst

Johann II. hatte mit Schenkungen an Wiener Mu-

Fotos: Kunstmuseum Liechtenstein

seen zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Biedermeier-Sammlung

geschwächt, doch gehört sie nun laut

Johann Kräftner wieder «zu den schönsten Sammlungen

des Wiener Biedermeier».

Eine der faszinierendsten Eigenschaften

der Fürstlichen Sammlung ist für Kräftner,

dass sie niemals abgeschlossen sein werde:

«Lauern nicht schon wieder mehrere kapitale Stücke

und warten auf das wohl vertraute Auge des

Kenners?» Auch Fürst Hans-Adam II. hat verschiedene

Kunstwerke im Visier, wie er einem Interviewer

anvertraute: «Natürlich würde ich gerne den

Leonardo zurückkaufen, aber das wird leider kaum

möglich sein.» Bei Leonardo da Vinci handelt es

sich um das «Porträt der Ginevra de Benci», das von

Fürst Franz Josef II. im Jahre 1967 an die National

Gallery of Art in Washington verkauft wurde. |

ausstellung in vaduz

Die Ausstellung «Der Fürst als sammler. Neuerwerbungen unter

Hans-Adam II. von und zu Liechtenstein» ist ab 24. september 2010

im Kunstmuseum Liechtenstein zu sehen. Die Ausstellung dauert bis

zum 16. Januar 2011. Die Vernissage findet am Donnerstag, 23.

september 2010 statt.

september 2010


26

27

Von Andreas Götz

biodiversität

Lebensraum für Eisvogel,

mensch und schwertlilie

Es ist ein kurzes, scharfes «Ti-it».

Dort wo der Liechtensteiner Binnenkanal in den

Rhein fliesst, in Ruggell, ist es in den letzten Jahren

öfters zu hören, das «Ti-it, ti-it». Der Eisvogel, spatzengross,

türkisblau mit rost-

Ökologische korridore erbraunem Bauch und auf der Roten

Liste der bedrohten Arten,

leichtern es tieren und

hat im Fürstentum wieder ein

Pflanzen, wie auf «zebra- Zuhause gefunden. Und dort wo

der Eisvogel singt, da ist das Ökostreifen»

zwischen den

system im Gleichgewicht: Auf

schutzgebieten zu wandern rund 1,8 Kilometern schlängelt

sich der zuvor kanalisierte Binnenkanal

nun mit mehreren Armen an Sandbänken

vorbei und durch einen Auenwald. Seit den

1990er-Jahren wird der Kanal stückweise renaturiert,

also in den ursprünglichen

Zustand zurückgebaut. Seitdem

tummeln sich in Ruggell nicht

nur mehr, sondern auch mehr

verschiedene Fische: In den

1980er-Jahren hat man vier Arten

gezählt, heute sind es sechzehn.

Vogelarten brüten inzwischen

beinahe doppelt so viele.

Der Liechtensteiner Binnenkanal

ist Beispiel für einen ökologischen

Korridor. Solche, zwar

kleinräumig begrenzte, aber naturnahe

Flächen erleichtern es

Tieren und Pflanzen zwischen

den Schutzgebieten zu wandern –

ähnlich einem Zebrasteifen, der

zwei Fussgängerzonen miteinander

verbindet. In den Alpen gibt

es rund 900 grossflächige Schutz-

Foto: pixelio.de

tiere wandern – zum fressen, schlafen und lieben. sie halten sich dabei

weder an grenzen von staaten noch von schutzgebieten. daher braucht es

zebrastreifen für flora und fauna, «ökologische korridore». nicht nur für

mehr biodiversität, sondern auch für das wohlbefinden des menschen.

gebiete. Die meisten sind nicht miteinander vernetzt

und damit für viele Lebewesen wie Inseln, auf

denen sie langfristig nicht überleben können. Denn

wie sich fortpflanzen, wenn der passende Partner

in einem anderen Naturpark hinter einer unüberwindbaren

Strasse, einer grossen Monokultur oder

einer lauten Siedlung lebt?

Viele Fischarten wandern, um

Nachwuchs zu zeugen. Aale schwimmen dazu sogar

vom Rhein viele tausend Kilometer bis in die

Nähe der Bahamas. Doch die vom Mensch gebauten

Hindernisse wie Kraftwerke oder Staustufen

behindern ihre Reise – oder machen sie gar unmöglich.

Fledermäuse wiederum orientieren sich an

Bäumen und Sträuchern entlang von Gewässern.

Werden diese abgeholzt, verlieren die Fledertierchen

ihre Peilung, können zum Schlafen und Fressen

weniger weit fliegen und pflanzen sich irgendwann

nur mehr innerhalb der eigenen Gruppe fort.

Die Artenvielfalt nimmt durch Inzucht ab, das

Ökosystem wird instabil.

Natur vor dem und für den

Menschen bewahren

Ökologische Netzwerke werden

bisher vor allem lokal eingerichtet – und funktionieren

sogar im eigenen Garten: Nisthilfen und

Winterquartiere machen Waldkauz und Igel zum

Nachbarn. Blumenwiesen mit einheimischen

Pflanzen anstelle eines englischen Rasens bringen

ein Stück bunte Heimat, einen seltenen Schwalbenschwanz

oder Wiesenknopf-Ameisenbläuling

als Gast. Schwimmteich und Trockenmauer sind,

statt Swimming Pool und Drahtzaun, Lebens-

räume für Kleintiere. Viele nutzen diese «Raststätten»

auf ihrer Wanderung. Und auch der Mensch


profitiert davon: Natur, der mehr Raum, Vielfalt

und Ursprünglichkeit gegeben wird, ist schöner –

und sicherer. Die Renaturierung des Binnenkanals

gibt zum Beispiel den Zuflüssen des Rheins mehr

Platz und damit dem Menschen mehr Sicherheit bei

Hochwasser. Im schweizerischen Rüthi wurde der

Binnenkanal aus diesem Grund auf bis zu 60 Meter

verbreitert – und zum beliebten Nahhererholungsgebiet.

Ökologische Netzwerke schützen

die Natur vor uns, aber auch für uns. Das will auch

das Entwicklungskonzept «Natur- und Landwirtschaft»

des Fürstentums Liechtenstein: Der Wildtierkorridor

durchs Rheintal soll Reh und Hirsch

den Weg vom Liechtensteiner Hangfuss über Grünbrücken

und Strassenunterführungen nach St. Gallen

erleichtern, aber auch die unverbauten Tallandschaften

vor Überbauung bewahren und Landwirtschaftsgebiete

revitalisieren.

Lebensraum Alpen verknüpfen

Den gesamten Alpenraum ökologisch

zu vernetzen, das ist ein Ziel der Internationalen

Alpenschutzkommission, CIPRA. Seit 2002

arbeitet der alpenweite Dachverband mit Sitz in

Schaan mit dem Wissenschaftlichen Komitee der

Alpenforschung ISCAR, dem Netzwerk Alpiner

Schutzgebieten und dem Alpenprogramm des

WWF zusammen. Das gemeinsame und bisher für

die Alpen einzigartige Programm «Initiative Ökologisches

Kontinuum» will nicht nur Lebensräume,

sondern auch Menschen zusam- Ökologische Netzwerke schützen

menbringen: Im Bretscha in

die Natur vor uns, aber

Schaan, an der Bahnlinie zwi-

auch für uns.

schen Feldkirch und Buchs, laufen die Fäden zusammen,

man tauscht sich aus, gibt Informationen

weiter. Die Projektpartner in den sieben Alpenländern

kennen meist dieselben Probleme, wollen voneinander

lernen. Die konkreten Ideen von Wissenschaftlern,

Praktikern und Entscheidungsträgern

werden dann über «Econnect», ein EU-Projekt unter

Mitarbeit der CIPRA, umgesetzt. Es ist ein langfristiger

Prozess mit ersten kleinen Erfolgen für

Mensch und Tier: Vor drei Jahren wurde zum Beispiel

Weiss-bach in der Pilotregion Berchtesgaden-

Salzburg zum Naturpark. Die Bauern bekommen

seither dreimal mehr für ihre Milch als die Konkurrenz

im Tal: Gewinn also für Natur und

Mensch!

Bis das «Ti-it» des Eisvogels auch

wieder über Ruggell hinaus zu hören ist, sind noch

viele Unterführungen, Brücken und Zebrastreifen

für Pflanzen und Tiere zu bauen. Und es ist noch

viel Überzeugungs-, Vernetzungs- und Koordinationsarbeit

zu leisten. In Liechtenstein und in den

anderen Alpenländern. |

zur Person

Andreas Götz ist Geschäftsführer der Internationalen Alpenschutz-

kommission CIPRA. Kontakt: international@cipra.org, www.cipra.org

september 2010

Foto: Cipra


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Che fare? Arte povera – Die historischen Jahre

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Das Kunstmuseum Liechtenstein präsentiert die historischen

Jahre der Arte povera mit über 130 Werken, darunter zahlreiche,

bisher selten gezeigte Arbeiten.

Kimsooja. Mumbai: A Laundry Field

9. Juli bis 3. Oktober 2010

Veranstaltungen (Auswahl)

Donnerstag, 2. September, 18 Uhr

Führung und Gespräch

Die Arte Povera

mit Nike Bätzner, Kunsthistorikerin,

und Christiane Meyer-Stoll,

Konservatorin Kunstmuseum Liechtenstein

Samstag, 4. September, 13 bis 23 Uhr

Sonderveranstaltung

Gemeindetag Vaduz

Der Kulturtag der Gemeinde Vaduz im Kunstmuseum

Sonntag, 5. September, 11 Uhr

Führung zum Kunstwerk des Monats

David Reed. #313-2, 1992-95

Eintritt Frei

Donnerstag, 23. September, 18 Uhr

Vernissage

Der Fürst als Sammler. Neuerwerbungen unter

Hans-Adam II. von und zu Liechtenstein

Das gesamte Veranstaltungsprogramm unter www.kunstmuseum.li

Städtle 32, 9490 Vaduz

Tel +423 235 03 00

www.kunstmuseum.li

KUNSTMUSEUM

LIECHTENSTEIN


30

schlussPunkt

Günther Wohlwend

Wir müssen uns öffnen

Die LIHGA gibt einen Einblick in unsere Wirtschaft. Eine Ausstellung

wie die LIHGA dient aber auch als Treffpunkt, als Treffpunkt für Diskussionen

über die Situation der Wirtschaft. Werden die aktuellen

Zahlen über den Wirtschaftsverlauf betrachtet, so neigt man zur Feststellung,

dass der Wirtschaftsabschwung

beendet, die Talsohle ich glaube, die schmerzgrenze ist bei uns

durchschritten ist. Für den Aufschwung

sprechen die Ergebnis- noch nicht angekommen

se der Banken, die gute Auslastung

mancher Gewerbebetriebe, die Aufhebung der Kurzarbeit in der

Industrie. Aber die konjunkturelle Lage bildet nur eine Seite ab. Die

andere Seite ist das strukturelle Problem unserer Wirtschaft. Ein wesentlicher

Erfolg unseres «Wirtschaftswunders» in der Nachkriegszeit

hängt mit dem Treuhandwesen zusammen. Doch

diese Branche ringt im Moment um ihre Zukunft,

um ein neues Geschäftsmodell, das in Übereinstimmung

mit internationalen Standards ausgestaltet

ist und trotzdem attraktiv für ausländische

Kunden wirkt. Ich möchte nicht schwarz malen,

aber ich glaube, die Schmerzgrenze ist bei uns noch

nicht angekommen. Was können oder müssen wir

tun für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandortes?

Wir müssen uns öffnen, wir müssen mit der

Welt mitmachen. Das bedeutet, nicht nur die Gren-

Günther Wohlwend

zen öffnen für ausländische Fachkräfte für alle Sek-

Gründer und Organisator der toren der Wirtschaft, sondern aktive Standortpoli-

LIHGA

tik betreiben. Unser Land muss sich öffnen für ausländische

Unternehmer, die Arbeitsplätze schaffen,

im Land selbst Wohnsitz nehmen und hier die Steuern bezahlen. Das

Bildungswesen ist stärker auf die Bedürfnisse der Wirtschaft auszurichten,

so dass Spitzenpositionen auch von einheimischen Fachkräften

eingenommen werden können. Das sind ein paar Ansätze für eine

Diskussion, die wir hoffentlich während und auch nach der LIHGA

führen werden. Zusammen mit meinen Partnern habe ich die LIHGA

zu einem Zeitpunkt ins Leben gerufen, als die wirtschaftliche Stimmung

im Gefolge der Ölkrise nicht sehr gut war. Wir wollten mit der

LIHGA-Gründung ein positives Zeichen setzen, uns selbst und den

Nachbarn zeigen, was bei uns alles gemacht wird und dass Potenzial

für die Zukunft vorhanden ist. Ein solcher Aufbruch scheint mir heute

wieder notwendig. Vor allem müssen wir von anderen lernen. An

der LIHGA tritt die Schweizer Bundespräsidentin Doris Leuthard auf

und spricht über die Herausforderungen der globalisierten Wirtschaft

– ein Anfang für die Diskussion wird damit gemacht. |

Foto: LIGHA

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SA / SO 11 – 21 Uhr

MO – FR 14 – 21 Uhr

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SA / SO 11 Uhr – Polizeistunde

MO – FR 14 Uhr – Polizeistunde

Schlusstag 11 – 01 Uhr

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