BKK Service 2-2009 PDF - DNBGF

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Betriebliches GesundheitsmanagementMit 500 EUR pro Mitarbeiterfördert das neueJahressteuergesetz Maßnahmender betrieblichenGesundheitsförderung.Was bedeutet das in derPraxis?Jahressteuergesetzfördert betrieblichesGesundheitsmanagementIm Jahr 2007 wurden nach Schätzungendes Präventionsberichtes 2008rund 617.000 Beschäftigte von Maßnahmender betrieblichen Gesundheitsförderungerreicht, dazu kommenrund 1,9 Mio. Versicherte in Präventionskursen.Nach dem Willen des Gesetzgeberssollen diese Zahlen in dennächsten Jahren deutlich steigen.500 EUR Steuerfreiheit pro Mitarbeiterfür BGM-MaßnahmenNach § 3 Nr. 34 EStG sollen rückwirkendab 1.1.2008 Maßnahmen des Arbeitgeberszur betrieblichen Gesundheitsförderungbis zu 500 EUR proBeschäftigtem steuerfrei bleiben. Damitsoll die Bereitschaft der Arbeitgebererhöht werden, die betrieblicheGesundheitsförderung zu stärken. Unterdie Steuerbefreiung fallen auchBarleistungen (Zuschüsse) des Arbeitgebersan seine Arbeitnehmer, diediese für externe Maßnahmen aufwenden.Bisherige RegelungMaßnahmen der Gesundheitsförderungund Prävention konnten bereits inder Vergangenheit vom Arbeitgebersteuerlich geltend gemacht werden.Dabei war zu berücksichtigen, dassdiese im Prinzip einen geldwerten Vorteildarstellten, der im weitesten Sinneals Gegenleistung für die dem Arbeitgebergeleistete Arbeit angesehenwerden konnte. Sie stellten nur dannkeinen geldwerten Vorteil dar, wenn■■der Arbeitnehmer nicht bereichertwurde oderdie Leistung im ganz überwiegendbetrieblichen Interesse lag.Der Arbeitgeber hatte daher den Nachweiszu erbringen, dass es sich bei derMaßnahme nicht um einen geldwertenVorteil handelte. Mit den neuenRegelungen im Jahressteuergesetzentfällt der aufwendige Nachweis. Diebisherigen Regelungen werden jedochnicht aufgehoben, sondern bleibenzusätzlich bestehen.Steuerbefreiung für Gesundheitsmaßnahmenab dem Jahr 2008Durch die Steuerbefreiung (§ 3 Nr. 34EStG) sollen Arbeitgeber ihren BeschäftigtenMaßnahmen auf derGrundlage der gesundheitsfachlichenBewertungen der Krankenkassen anbieten.Hierunter fallen Leistungen,die im Leitfaden „Gemeinsame Handlungsfelderund Kriterien der Spitzenverbändeder Krankenkassen zur Umsetzungvon § 20 Abs. 1 SGB V und§ 20a SGB V“ für die Leistungen derbetrieblichen Gesundheitsförderungaufgeführt sind. Dort sind folgendeHandlungsfelder genannt:■arbeitsbedingte körperliche Belastungen(Vorbeugung und Reduzierungarbeitsbedingter Belastungendes Bewegungsapparates),12


Betriebliches Gesundheitsmanagement■■■gesundheitsgerechte betrieblicheGemeinschaftsverpflegung,psychosoziale Belastung, Stress(Förderung individueller Kompetenzender Stressbewältigung amArbeitsplatz, gesundheitsgerechteMitarbeiterführung),Suchtmittelkonsum (Rauchfrei imBetrieb, Nüchternheit am Arbeitsplatz).Darüber hinaus fallen auch Leistungender Primärprävention (Kurse) unter dieSteuerbefreiung. Hierbei gelten diefolgenden Handlungsfelder des Leitfadensder gesetzlichen Krankenversicherung:■■■■■■■Reduzierung von Bewegungsmangeldurch gesundheitssportlicheAktivität,Vorbeugung und Reduzierungspezieller gesundheitlicher Risikendurch geeignete verhaltensundgesundheitsorientierte Bewegungsprogramme,Vermeidung von Mangel- undFehlernährung,Vermeidung und Reduktion vonÜbergewicht,Förderung individueller Kompetenzender Belastungsverarbeitungzur Vermeidung stressbedingterGesundheitsrisiken,Förderung des Nichtrauchens,Gesundheitsgerechter Umgangmit Alkohol/Reduzierung des Alkoholkonsums.Unter die Steuerbefreiung fallen auchBarleistungen (Zuschüsse) des Arbeitgebersan seine Arbeitnehmer, diediese für externe Maßnahmen aufwenden.In der Gesetzesbegründung zum Jahressteuergesetz2009 wird allerdingsdarauf hingewiesen, dass die Übernahmebzw. die Bezuschussung vonMitgliedsbeiträgen an Sportvereineund Fitnessstudios nicht unter dieneue Steuerbefreiung fallen und deshalbnicht begünstigt sind. Für diegenannten Leistungen können dieSteuerbefreiungen bereits für dasKalenderjahr 2008 gewährt werden.Präventionsdatenbank EASY!Bei der Suche nach qualifizierten Anbieternhelfen die Betriebskrankenkassen.So enthält die KursdatenbankEASY! eine deutschlandweite Auflistungvon zertifizierten Anbietern.Beitragsfreiheit in derSozialversicherungFür zertifizierte Gesundheitsmaßnahmennach § 20 bzw. 20a SGB V ab2009 gilt, dass diese bis 500 EUR imKalenderjahr je Mitarbeiter nicht zumArbeitsentgelt zählen und daher beitragsfreiin der Sozialversicherungsind, wenn sie zusätzlich zum Lohnoder Gehalt gewährt werden. FürMaßnahmen aus dem Jahr 2008 giltdies allerdings nicht!FazitMit § 3 Nr. 34 EStG wurden Regelungengeschaffen, die es den Arbeitgebernerleichtern sollen, Leistungen derGesundheitsförderung und Präventionsteuerlich geltend zu machen. Mit denBetriebskrankenkassen haben die Arbeitgeberstarke Partner, die sie beider Auswahl geeigneter Anbieterunterstützen und mit denen sie bei derUmsetzung kooperieren können. Fürdie Arbeitnehmer bietet sich die Chance,mehr für die eigene Gesundheit zutun.Bei Fragen zur betrieblichen Gesundheitsförderungsprechen Sie bitte uns,Ihre BKK, an.@Den Leitfaden „GemeinsameHandlungsfelderund Kriterien der Spitzen -verbände der Kranken -kassen zur Umsetzungvon § 20 Abs. 1 SGB Vund § 20a SGB V“ findenSie unter www.bkk.de im Bereich „Gesundheit“unter „GesundheitsförderungimBetrieb“.■Beispiele für die praktischeUmsetzungDer Gesetzgeber sieht die Steuerbefreiungfür Leistungen desArbeitgebers vor, nachfolgenddrei Beispiele:Beispiel 1:Der Arbeitgeber Salzmann AGbietet in seiner Kantine auf eigeneKosten Aktionstage zurgesunden Ernährung an. DieMitarbeiter erhalten an 30 Tagenein Vollwertgericht zum Preisvon 7 EUR und zusätzlicheine Ernährungsberatung. Dergeldwerte Vorteil von 280 EURjährlich ist nach § 3 Nr 34 EStGsteuer- und beitragsfrei.Beispiel 2:Der Arbeitgeber Hüttenwerkebezuschusst ein während derArbeitszeit stattfindendes Seminarzur Raucherentwöhnung.Die Seminargebühr beträgt proArbeitnehmer 320 EUR. JederTeilnehmer hat einen Eigenanteilvon 100 EUR zu übernehmen.Die Differenz zwischen den tatsächlichenKosten und dem Teilnehmerbeitragin Höhe von 220EUR ist nach § 3 Nr. 34 steuerundbeitragsfrei.Beispiel 3:Zur Vorbeugung und Reduzierungarbeitsbedingter Belastungenam Bewegungsapparatnimmt ein Mitarbeiter in seinerFreizeit an einem Rückenkurseines Sportvereins teil, derdie Anforderungen des SGB Verfüllt. Die Kosten in Höhe voneinmalig 100 EUR werden ihmvon seinem Arbeitgeber erstattet.Die Kostenübernahme desArbeitgebers in Höhe von100 EUR ist nach § 3 Nr. 34EStG steuer- und beitragsfrei.BKKService 2/200913

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