PDF kostenfrei herunterladen - IJAB

ijab.de
  • Keine Tags gefunden...

PDF kostenfrei herunterladen - IJAB

ImpressumInhaltHerausgeber:IJAB –Fachstelle für Internationale Jugend arbeitder Bundesrepublik Deutschland e.V.Godesberger Allee 142-148D-53175 BonnTel.: +49 (0)228-95 06-0Fax: +49 (0)228-9506-199E-Mail: info@ijab.deInternet: www.ijab.deVerantwortlich:Marie-Luise DreberRedaktion:Christiane Reinholz-Asolli,Christian HerrmannBildnachweis:Benny Folkmann, Gunnar Grüttner,Miriam Wolters, Gertrud Gandenberger,Antoine Walter, Amine GhrabiGestaltung:blickpunkt x, Köln4 ..........Tunesien: Jugend und Jugendarbeit im AufbruchChristiane Reinholz-Asolli8 ..........Programm9 ..........Teilnehmende10..........„Wie nach der DDR!“Benny Folkmann11..........Ben Ali und die vierzig TrabelsisIrinell Ruf13..........Jugendbeschäftigung – Schlüssel zu einemerfolgreichen TransformationsprozessGunnar Grüttner15..........Jugendverbandsarbeit in Tunesiengestern und heuteMiriam Wolters17..........Ein Ministerium im Dienst der JugendBenny Folkmann18..........Alte und neue Jugendorganisationenim revolutionären TunesienGertrud Gandenberger19..........Zwei Gesichter des arabischen FrühlingsGertrud Gandenberger und Irinell RufGefördert vom21..........AMEDD: Demokratie und Hoffnung in DouzMiriam Woltersi22..........20 % der Gäste sind internationalGunnar GrüttnerDer Study Visit nach Tunesien und dieseDokumentation wurden gefördert vom2Study Visit Tunesien


Tunesien: Jugend undJugendarbeit im AufbruchErgebnisse eines Study Visits im Dezember 2011Christiane Reinholz-AsolliDie arabische Jugend erhält derzeit eine nie dagewesene Aufmerksamkeit. Mit Spannungverfolgen wir seit Dezember 2010 die dramatischen Umbrüche, die mit der Revolution inTunesien ihren Ausgang nahmen und noch lange nicht beendet sind. In großen Teilen derarabischen Welt begehren die Menschen gegen ihre Regime auf. Allen voran haben jungeMenschen damit begonnen, ihr Recht auf ein Leben in Würde und Freiheit, gesellschaftlicheTeilhabe und politische Gestaltungsräume zu erkämpfen.Was hat sich getan in Tunesien seitdem Sturz des alten Regimes? Wiegestaltet sich der politische Wandel vorOrt konkret? Welchen Einfluss habenjunge Leute auf die Entwicklungen?Welche Möglichkeiten nutzen sie, umsich Gehör zu verschaffen? Eine kleineGruppe von Vertreterinnen und Vertreternder Deutschen Sportjugend, desArbeitskreises deutscher Bildungsstätten,der Deutschen Schreberjugend, derBundesvereinigung kulturelle Jugendbildungund des Deutschen Jugendherbergswerksmachten sich auf Einladungvon IJAB – Fachstelle für InternationaleJugendarbeit der BundesrepublikDeutschland vom 4. - 9. Dezember 2011auf den Weg, um diesen und anderenFragen nachzugehen. Gemeinsames Zielwar es, sich über die aktuellen Entwicklungenim Jugendbereich in Tunesien zuinformieren, maßgebliche Akteure derNGO-Szene und auf staatlicher Ebenekennen zu lernen und erste Kontakte fürzukünftige Kooperationen zu knüpfen.Der Plan für diesen von IJAB entwickeltenund durchgeführten Study Visit nachTunesien entstand aufgrund des großenInteresses der IJAB-Mitgliedsorganisationenan der Kooperation mit Nordafrika.Seit dem 17. Dezember 2010, dem Beginnder Revolution in Tunesien, erhaltendie Ereignisse in der arabischenWeltgroße Aufmerksamkeit. Aufgrundder zentralen Rolle, die junge Menschenbeim Sturz der diktatorischen Herrschersowohl in Tunesien als auch in Ägyptenspielten, besteht besonders bei dendeutschen Jugendorganisationen Inte-resse an den aktuellen Entwicklungenund der Wunsch nach einem Ausbau derKontakte in die Region. Mit finanziellerUnterstützung des Auswärtigen Amtesergab sich die Chance zur Realisierungeiner „Fact-Finding-Mission“ nach Tunesien.An dieser Stelle gilt unser herzlicherDank dem Auswärtigen Amt für dieErmöglichung eines enorm spannendenStudy Visits und die finanzielle Unterstützungdieser Dokumentation.Informationen über die politischen Ereignissein Tunesien finden sich zurZeit überall. Wenig ist jedoch über dieneuen Jugendorganisationen Tunesiensbekannt, über den Grad der Reformierungund Neuausrichtung der alten Jugendstrukturenund über die aktuellenThemen, mit denen sich beide befassen.Diese Dokumentation will die hierzu imletzten Dezember gesammelten Eindrückeund Erfahrungen einem größerenKreis von interessierten Trägern undEinzelpersonen zugänglich machen, umso den Aufbau von Kontakten zwischendeutschen und tunesischen Jugendorganisationenzu unterstützen und zu fördern.Tunesien befindet sich zur Zeit ineiner historischen Situation. Es bestehtdie große Chance, den demokratischenWandel zu gestalten; aber dieser Wandelkommt nicht von selbst, ein Prozess derKlärung und Aushandlung des richtigenWegs vollzieht sich zurzeit. Dabei kannTunesien von Deutschland sinnvoll unterstütztwerden. Dies gilt in erster Liniefür die dringend nötige Unterstützungbei der Entwicklung von wirtschaftlichenPerspektiven für die jungen Tunesierinnenund Tunesier, wie sie bereitsim Rahmen der Transformationspartnerschaftbegonnen wurde. Aber deutlichwar vor Ort auch zu spüren, dass der Respekt,die Solidarität und der Dialog mitden deutschen Gästen den tunesischenGesprächspartnern Kraft und Energie fürdie Aufgaben geben kann, die noch vorihnen liegen. Auch in diesem Sinne istdie internationale Zusammenarbeit imJugendbereich – neben konkreter Hilfezur Verbesserung der Lebensbedingungen- von großer Bedeutung für die Entwicklungeiner pluralen, demokratischenund gleichberechtigten Zivilgesellschaftin Tunesien.Die Dokumentation setzt sich aus denErfahrungsberichten der Teilnehmerinnenund Teilnehmer am Study Visit zusammen.Jeder Text ist einem Gesprächoder einem Besuch im Rahmen des Programmszugeordnet. IJAB unterstütztgerne bei der Kontaktaufnahme zu dentunesischen Gesprächspartnerinnen und–partnern des Study Visit.Tunesische Jugendorganisationenals PartnerInnerhalb kurzer Zeit ließ sich einegroße Anzahl von tunesischen Jugendorganisationenfür ein Gespräch mitder deutschen Gruppe gewinnen. DieGruppe ist in den Tagen in Tunesien mitüber 20 verschiedenen Organisationenund Institutionen in Kontakt gekommen.Auf beiden Seiten war das Interesse amAustausch groß; viele Gesprächspartnerkamen zur Weiterführung der Gesprächenoch einmal abends ins Hotel. DasProgramm fand in Tunis und Umgebungstatt. Die meisten Organisationen sind4Study Visit Tunesien


terinnen und Vertreter der deutschenJugendorganisationen waren durchwegangetan von diesem Gespräch. Der zentraleSatz „Wir folgen der Jugend – dieJugend folgt nicht mehr uns“ stand fürdie Deutschen synonym dafür, dass dieBotschaft der Revolutionäre im Ministeriumangekommen ist. Obwohl die Personendie alten waren, vermittelten dieGesprächspartner den Aufbruch in eineneue Zeit. Es bleibt zu hoffen, dass sichdiese Strömung im Jugendministeriumauf Dauer durchsetzen kann.Spektrum der tunesischenJugendorganisationenWährend des Study Visits lernten diedeutschen Teilnehmerinnen und Teilnehmerein breites Spektrum unterschiedlicherJugendorganisationen kennen. Zumeinen gibt es die großen, schon vor derRevolution etablierten Jugendorganisationen.Diese Organisationen arbeitenlandesweit und verfügen über eine guteInfrastruktur. Einige von ihnen sind auchinternational sehr erfahren und schonseit vielen Jahren Partner im deutschtunesischenJugendaustausch. Sie verstehensich als unpolitisch und eherals Anbieter von Freizeitaktivitäten fürKinder und Jugendliche. Doch auch siesuchen nach neuer Orientierung.Weiterhin gibt es kleinere Organisationen,die zum Teil schon vor der Revolutionexistierten, zum Teil neu gegründetwurden, aber dennoch zur alten Bildungselitegehören und durch diesesNetzwerk über guten Zugang zu Fördermittelnverfügen. Die inhaltlichen Zieleund Arbeitsschwerpunkte dieser Organisationensind ebenso unterschiedlichwie ihre Arbeitsweisen und Strukturen.Häufig sind sie aktiv im Bereich Kultur.Einige von ihnen sehen sich als Teil dertunesischen Zivilgesellschaft, nutzen dieneuen Entfaltungsmöglichkeiten undbieten jungen Leuten eine Plattform, umsich auszuprobieren und ihre Vorstellungenzu verwirklichen.Daneben entstanden im letzten Jahrviele neue Initiativen und Vereine als direkteKonsequenz der revolutionären Bewegung.Junge Leute, die sich nicht vonden bestehenden Organisationen vertretenfühlten und in ihnen keine Möglichkeitenzu demokratischer Teilhabesahen, gründeten eigene Strukturen, umsich selbstbestimmt für politische Veränderungenund soziale Gerechtigkeiteinzusetzen.Die Bandbreite der nun in Tunesienvorhandenen Jugendorganisationen imweitesten Sinn ist so groß, dass deutscheTräger dort einen Partner finden können,der sowohl zu den inhaltlichen Zielen alsauch der Größe und Struktur der jeweiligenOrganisation passt. Natürlich sinddie Förderstrukturen für internationaleJugendarbeit erst im Entstehen begriffen.Tunesien ist zwar Teil des Euromed-Programms, es ist aber zur Zeit nichtdavon auszugehen, dass alle Nichtregierungsorganisationenin Tunesien überZugang zu Fördermitteln verfügen. DerLeiter von Euromed Jeunesse ist jedochsehr aktiv in der Unterstützung tunesischerTräger und war der Gruppe enormhilfreich bei der Herstellung von Kontakten.Notwendigkeit einer Unterstützungder demokratischen Kräfte inTunesienDeutlich wurde während des Aufenthaltes,dass sich fast ein Jahr nach der Revolutiondie verschiedenen politischenStrömungen sehr unversöhnlich gegenüberstehen. Die moderat islamisch auftretendeNahda-Partei hat sich bei denWahlen als stärkste Kraft durchsetzenkönnen. Bis jetzt ist aber nicht deutlichgeworden, welchen Kurs sie einschlagenwird. Die Nahda profitiert wie anderereligiös orientierte Parteien auch vondem Verbot und der Verfolgung, der sieunter dem alten Regime ausgesetzt war.Die frühere Verfolgung verschafft ihnenin den Augen vieler Menschen einenVertrauensvorsprung. Die religiös orientiertenParteien gelten als integer undunbelastet von Verstrickungen mit denkorrupten Machthabern von einst.Die jungen Revolutionäre, die gegendas Ben-Ali-Regime auf die Straße gegangensind, beurteilen den Wahlerfolgder islamischen Partei als Ergebnis derersten freien Wahlen, das als Entscheidungdes tunesischen Volkes akzeptiertwerden muss. Gleichzeitig wird jedocheine schleichende Islamisierung der6Study Visit Tunesien


Programm 04. bis 09. Dezember 2011Sonntag, 4. Dezember 2011AnreiseMontag, 5. Dezember 2011Tunesien nach der Wahl – eine Einschätzungaus Sicht deutscher AußenpolitikGespräch in der Botschaft der BundesrepublikDeutschlandManuel Sänger, Referat Kultur und wirtschaftlicheZusammenarbeitwww.tunis.diplo.deKurze Orientierung in der StadtDer Arabische Frühling in TunesienVortrag von Prof. Dr. Khaled Chaabane,Universität Tunis – La Manoubawww.uma.rnu.tnDienstag, 6. Dezember 2011Jugendarbeit in Tunesien gestern und heute– Einführung in die Strukturen und aktuelleThemenGespräch mit ONET – Organisation Nationalede l‘Enfance TunisienneChedly Srarfi (Vorstand) und Hafedh Slimani(Öffentlichkeitsarbeit)onet@planet.tnwww.onet-tunisie.comSchwerpunkte der tunesischen Jugendpolitiknach der WendeGespräch im Ministerium für Jugend und SportMohtar Bram, Vize-Abteilungsleiter Jugendmjsep@jeunesse-sport.tnwww.jeunesse-sport.tnJugendbeschäftigung – Schlüssel zu einemerfolgreichen TransformationsprozessGespräch mit der Deutschen Gesellschaft fürInternationale Zusammenarbeit (GIZ) und ihremtunesischen Partner UTSS über ihr regionalesProgramm zur Förderung der JugendbeschäftigungEllen Michel, GIZ-Projektverantwortlichewww.giz.deMohsen Ben Abdallah, UTSS –L‘Union Tunisienne de Solidarité Socialeutss@planet.tnwww.utss.org.tnMittwoch, 7. Dezember 2011Internationaler Jugend- undFachkräfteaustausch im Rahmen desEUROMED Jugend-ProgrammsGesprächsrunde mit Mohsen Hakiri, Leiter EuromedJeunesse Tunisie, und am Jugendaustauschinteressierten NGOswww.euromedyouth.net/Tunisiewww.jeunesse.tnDie tunesische Jugend nach der Revolution:Engagiert für Selbstbestimmung, Demokratieund Menschenrechte> > Gespräch mit Ahmed Chedli und HaythemBen Ammar, Gründungsmitglieder des VereinsAMEDD (Association Maghrébine EuropéenneDialogue Démocratique)> > Gespräch mit Youssef Tlili und Amine Barkallah,Mitbegründer des Forum des Jeunes pour laCitoyenneté et la Creativité und des VereinsSawtyDonnerstag, 8. Dezember 2011Leben abseits der Hauptstadt:Fahrt nach BizerteKleiner Stadtrundgang und Besuch derJugendherberge RimelGespräch mit der Association Tunisienne desAuberges et Tourisme de Jeunes (ATATJ)Mongi Baklouti, Ehrenpräsident von ATATJataj@planet.tnwww.atatj.planet.tnAbschlussauswertung des ProgrammsFreitag, 9. Dezember 2011Heimreise8Study Visit Tunesien


TeilnehmendeBenjamin FolkmannDeutsche Sportjugendwww.dsj.deGertrud GandenbergerArbeitskreis Deutscher Bildungsstätten,Internationales Forum Burg Liebenzellwww.internationalesforum.dewww.adb.deGunnar Grüttner Deutsches Jugendherbergswerk –Hauptverband e.V.www.jugendherberge.deIrinell RufBundesvereinigung KulturelleKinder- und Jugendbildung,BAG Spiel und Theater,crearTAT e.V.www.creartat.dewww.bag-online.dewww.bkj.deMiriam WoltersDeutscher Bundesjugendring,Deutsche SchreberjugendBundesverband e.V.www.deutsche-schreberjugend.dewww.dbjr.deChristiane Reinholz-AsolliIJAB – Fachstelle fürInternationale Jugendarbeit derBundesrepublik Deutschland e.V.www.ijab.deStudy Visit Tunesien 9


„Wie nach der DDR!“Tunesien im ersten Jahr nach der Revolution aus Sicht derdeutschen Botschaft in TunisBenny FolkmannErste Station des Study Visits war die deutsche Botschaft. Hier wurde die sechsköpfigeDelegation vom dritten Botschaftssekretär Manuel Sänger empfangen. Zum Einstieg insProgramm gab es Informationen über die politische und gesellschaftliche Lage in Tunesien.Die Botschaft zeigte sich sehr interessiert an den Bereichen, die die Verbände und Organisationender Delegationsteilnehmer/-innen repräsentieren. Insbesondere die möglichenSchnittstellen für eine Zusammenarbeit mit tunesischen Institutionen wurden erörtert.Am 23.10.2011 fanden die erstenfreien Wahlen in Tunesien statt. Dieanfänglich bekanntgegebene Wahlbeteiligungvon 90 Prozent wurde letztendlichauf 50 Prozent nach unten korrigiert.Außerdem waren rund 30 Prozentaller abgegebenen Stimmen ungültig –wohl aufgrund der Unerfahrenheit derWähler, die nicht wussten, wie sie dieStimmzettel ausfüllen sollen. Nichtsdestotrotzwaren auch die internationalenBeobachter sehr zufrieden mitdem Verlauf der Wahlen. Sie verliefenfair und transparent. Großer, für vieleüberraschender Gewinner war mit rund40 Prozent der Stimmen die Nahda-Partei, eine islamische Partei. Dies lagvor allem an deren weit ausgebautemNetzwerk sowie enormer finanziellerUnterstützung aus arabischen Staaten.Entgegen den ersten Befürchtungenscheint es aber im Moment so, als ob diePartei einen gemäßigten Kurs einschlagenwerde. Allerdings wird sich dieserst in den ersten Monaten nach derRegierungsbildung sicher sagen lassen.Die Nahda-Partei wird den Premierministerstellen. Parlamentspräsident undStaatspräsident werden von den beidenanderen an der Regierung beteiligtenParteien „Kongress für die Republik“(CPR – Mitte-Links) und Ettakatol (Sozialdemokraten)gestellt.»Großer, für viele über raschenderGewinner war mit rund 40 Prozentder Stimmen die Nahda-Partei,eine islamische Partei.Interessant ist, dass nur rund 14 Prozentaller Wahlberechtigten die Nahda-Parteigewählt haben, berücksichtigt man dieungültigen Stimmen und die Nichtwähler.Trotz dieser schwierigen Übergangsphasefunktionieren Regierung und Staatsapparatlaut der deutschen Botschaftsehr gut. Im Staatsapparat wurden vieleführende Funktionäre und Beamten desBen-Ali-Regimes entfernt und teilweiseangeklagt, außerdem fand und findet insbesondereauf den unteren Ebenen eineArt Selbstreinigungsprozess statt – ehemaligeregimetreue Mitarbeiter 0wurdenvon ihren Kollegen „aus dem Amt getrieben“.„Ganz wie nach der DDR“ im OstenDeutschlands nach der Wende, schilderteHerr Sänger plakativ diesen Prozess.Was die internationalen Beziehungen Tunesiensangeht, hat sich insbesondere diefranzösische Regierung durch ihre Politikwährend des Revolutionsprozesseskeine Freunde gemacht. AußenministerinAlliot-Marie musste im Zusammenhangmit Geschäften ihrer Familie und derNähe zu Ben-Ali sogar zurücktreten.Laut der deutschen Botschaft sind dieBeziehungen zur Bundesrepublik aufgrundder Unterstützung der Zivilgesellschaftin Tunesien in den letzten zehnJahren sehr gut.Was die Situation der Jugend in Tunesienangeht, so bestimmt die hohe Jugendarbeitslosigkeitunter jungen Akademikerndie Diskussionen. Offiziell liegt diese bei18 Prozent, ist aber laut Schätzungen inden Regionen abseits der reicheren Küstenstreifenweit höher.»NGOs schießen aus dem Boden,die Bloggerszene wächst undpolitische Rapper sind zurzeit„en vogue“Mehrere Geberstaaten versuchenLangzeitprojekte für mehr Jugendbeschäftigungzu etablieren. Deutschlandtut dies unter anderem mit einem 8Millionen-Projekt der GIZ, die Beratungund technische Unterstützungleisten will. Außerdem gibt es ein Gemeinschaftsprojekt„SEQUA“, bei demder Bundesverband der Deutschen Industrie,der Deutscher Industrie- und10Study Visit Tunesien


Handelskammertag und die DeutscheGesellschaft für Internationale Zusammenarbeit(GIZ) Berufszentren schaffenwollen. Vor allem die Bereiche NeueMedien und Tourismus sollen im Mittelpunktder Förderung stehen.Zur weiteren Entwicklung der jugendverbandlichenSzene lagen der Botschaftnoch keine verlässlichen Informationenvor. NGOs schießen aus dem Boden,die Bloggerszene wächst und politischeRapper sind zurzeit „en vogue“. Im Sportgibt es ein vom Auswärtigen Amt gefördertesProgramm, im Rahmen dessentunesische Sporttrainer an das Sportinstitutder Uni Leipzig gehen können.Es gibt kleinere Schüleraustausche,außerdem leben einige Städtepartnerschaften(zum Beispiel Köln-Tunis) imRahmen eines GIZ-Programmes zur Stär-kung der Kommunen (www.comun.de)wieder auf und werden gefördert.Insgesamt ein spannender Einstieg indas Programm in Tunesien, der einenguten ersten Überblick über die Lage imLand verschafft hat. •Benny Folkmann, 5.12.2011Vorstandsmitglied Deutsche Sportjugend , zuständigfür Interna tionales, Sprecher des Deutschen Nationalkommittesfür Internationale Jugendarbeit (DNK)„Ich bin tief beeindruckt von den Erlebnissen undGesprächen hier. Besonders der Besuch beimMinisterium für Jugend und Sport war für michsuperspannend, ich habe es als sehr authentischempfunden.“Ben Ali und die vierzig TrabelsisDr. Khaled Chaabane gab einen Einblick in die Geschichte der tunesischenRevolution und die aktuellen politischen StrömungenIrinell RufAm zweiten Tag ihres Aufenthaltes konnte die deutsche Gruppe die Auseinandersetzungzwischen islamisch geprägten und säkularen Strömungen hautnah mitverfolgen: Ursprünglichstanden ein Besuch der Universität von La Manouba und ein Gespräch mit Germanistikstudentinnenund -studenten auf dem Programm. Ein Besuch der Universität war jedochnicht möglich. La Manouba war von einer Gruppe Salafisten besetzt worden, die gewaltsameine Aufhebung des an der Universität geltenden Verbots des Niqab (Vollverschleierung desGesichts) und geschlechtergetrennten Unterricht durchsetzen wollte. Dr. Khaled Chaabanesuchte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Study Visit daher in ihrem Hotel auf undreferierte über die jüngste tunesische Geschichte.Nach 75 Jahren französischen Protektoratseroberte die tunesischeFreiheitsbewegung 1956 die Unabhängigkeit.Präsident Habib Bourguibaerrichtete eine Präsidialregierung, aufihn als Person und Entscheidungsträgerzugeschnitten. Er verstaatlichte Betriebeund investierte in besonderem Maße indie Entwicklung des Bildungssystems fürdie gesamte Bevölkerung. Gerade Mädchenwurden in diesen – für die damaligeZeit ungewöhnlichen – Bildungsprozessintegriert, Stipendien wurden fürStudierende eingerichtet. Die Zugehörigkeitzu sozialen Eliten war nicht mehrVoraussetzung für akademische Bildung.Junge Tunesierinnen und Tunesier erzieltenhervorragende Abschlüsse, sprachenmehrere Sprachen fließend und warenan den Universitäten der USA und imWesteuropa der 60er und 70 er Jahreherzlich willkommen. So lebte unser GesprächspartnerKhaled Chaabane selbst13 Jahre in Münster und lehrte dort ander Universität Soziologie und Philosophie.Study Visit Tunesien 11


1987 übernahm Ben Ali die Macht,schnitt die Gesetzeslage auf seine Personzu, orientierte sich am Neoliberalismus,privatisierte die Staatsbetriebe – Phosphat,Öl, VW-Zulieferbetriebe, weiterverarbeitendeIndustrie – schränkte dieRechte der Gewerkschaften ein und verringertedie Ausgaben für das Bildungssystem.Im Polizeistaat Tunesien wurdemit Folter und Repression jede Oppositionunterdrückt. Korruption, die Erpressungvon Schutzzöllen, Intrigen und Denunziationengehörten zum alltäglichenGeschäft. (Siehe auch Sihem Bensedrineund Omar Mestiri: Despoten vor EuropasHaustür, München 2005)»Am 14. Januar 2011 floh Ben Aliaus dem Land. Seine Frau LeilaTrabelsi schaffte drei Tage davor1,5 Tonnen Gold nach Dubai undtransferierte 10 Milliarden Euroauf ausländische Konten. Das demtunesischen Staat geraubte Geldwird dringend für die Übergangszeitbenötigt.Im Dezember 2010 erhob sich das tunesischeVolk zum wiederholten Mal – esgab hier wie in Ägypten immer wiederBrotaufstände – nachdem MohamedBouazizi sich vor der Präfektur von SidiBouzid angezündet hatte und wenigeTage später seinen Verbrennungen erlag.Er hatte sich in sein Schicksal gefügt,Gemüse verkauft statt seiner Qualifikationentsprechend zu arbeiten undwurde von der Polizei durch mehrfacheLizenzzahlungen gedemütigt und durchOhrfeigen entwürdigt. Sein Tod hatte dastunesische Volk aufgerüttelt und auf dieStraße geholt. Jeden Tag demonstriertenMenschen aus allen Schichten und Regionengegen den Polizeistaat und dieAllgegenwart der herrschenden Partei,für Freiheit und Menschenrechte. DieTunesier revoltierten für die Würde desMenschen. Sie wendeten sich gegen diekorrupten Machenschaften Ben Alis undseiner Frau Leila Trabelsi, die die Wiedersprüchezwischen Arm und Reichzuspitzten, die Neureichen begünstigtenund deren Politik 20 % der Bevölkerungunterhalb der Armutsgrenze leben ließund dazu führte, dass die Arbeitslosigkeitunter jungen Akademikern um 30% lag.Die Revolutionsbewegung setzte sichaus verschiedenen gesellschaftlichenBewegungen zusammen: Die Gewerkschaftsbewegung,bereits 1945 gegründet,die Mittelschichten und Menschenrechtsgruppen,zivilgesellschaftlicheOrganisationen und die Jugend, die sichvor allem in den Städten im Norden imJanuar 2011 über Facebook und Twittervernetzte. Das Regime versuchte dieseBewegung einzuschüchtern und zu kontrollieren.Informatiker aus Kalifornienund Kanada wurden eingeflogen um dieInternet-Netzwerkarbeit zu zensierenund zu kontrollieren. Es kam zu Verhaftungen.300 junge Menschen starben indiesen Tagen.Am 14. Januar 2011 floh Ben Ali aus demLand. Seine Frau Leila Trabelsi schafftedrei Tage davor 1, 5 Tonnen Gold nachDubai und transferierte 10 MilliardenEuro auf ausländische Konten. Das demtunesischen Staat geraubte Geld wirddringend für die Übergangszeit benötigt.Der Staat droht handlungsunfähig zuwerden, zum Teil können keine Gehälterausgezahlt werden. Finanzielle Mittelfür den Wiederaufbau fehlen.Nach der Flucht Ben Alis wurde eineprovisorische Regierung gebildet, die dieGeschäfte weiterführte und das zivileLeben regelte. So hat der Übergangsministerfür Wissenschaft und ForschungWahlen in allen wissenschaftlichen Institutenund Abteilungen eingeführt, dieUnion Générale des Etudiants Tunisiensgestärkt und die alten Parteizellen aufgelöst.Die Universitätspolizei wurdeabgeschafft. So entstanden neue Räumefür die Auseinandersetzung mit Freiheitund Demokratie. Seit Januar 2011 entstandenviele neue NGOs und 108 Parteien.Die weitere Entwicklung ist derzeit unklar.Die Salafisten, eine islamisch-fundamentalistischorientierte Strömung,finanziell unterstützt durch Saudi-Arabien,versuchen an Einfluss zu gewinnen.Sie störten unter anderem gewalttätigden Betrieb der geisteswissenschaftlichenFakultät an der Universität La Manoubain Tunis, sodass der Dekan im Einvernehmenmit seinen Kolleginnen undKollegen am 6. Dezember 2011 den Betriebin der Prüfungszeit bis auf weitereseinstellte. Die Polizei wurde bewusstnicht zur Lösung des Konflikts hinzugezogen.Das Innenministerium wurde umeine Stellungnahme gebeten. Diese Bitteblieb während unseres Aufenthaltes unbeantwortet.Am 23. November 2011 fanden aufgrundder erfolgreichen und relativ gewaltfreienbürgerlichen Revolution die erstenfreien Wahlen in Tunesien mit demZiel statt, eine verfassungsgebende Versammlungeinzuberufen und eine demokratischgewählte Regierung zu bilden.Wahlgewinner ist die Nahda-Partei, dieverschiedene Strömungen der Islamistenin sich vereinigt, unter anderem einenkonservativen Flügel. Sie erhebt An-12Study Visit Tunesien


Ein Ministerium im Dienstder JugendEin Besuch im Sport- und Jugendministerium offenbartden Veränderungsprozess im LandeBenny FolkmannDie Jugend Tunesiens hat maßgeblich zum Sturz der Diktatur beigetragen. Das hat Folgenfür die Jugendpolitik und Jugendarbeit. Sie soll dezentraler und demokratischer werden. Undman wünscht sich mehr internationalen Austausch – auch mit Deutschland.Mitten im „Olympiapark“ von Tunisliegt etwas abseits des Stadtzentrumsdas Ministerium für Sport undJugend, in dem die Delegation vomStellvertreter des Generaldirektors fürJugend Mokhtar Bram zu einem Informationsgesprächempfangen wurde.Die Generaldirektion Jugend ist einevon drei Gliederungen (Sporterziehung,Sport und Jugend) des Ministeriums undbefindet sich seit der Revolution in einemspannenden Veränderungsprozess.Zurzeit werden neue Richtlinien für dasMinisterium erarbeitet, die mit der Ernennungdes neuen Kabinetts möglichstschnell verabschiedet und umgesetztwerden sollen.Hierbei wird sich die Schwerpunktsetzungin der Jugendpolitik und Jugendarbeitim Vergleich zu Zeiten Ben Alis völligverschieben. An dieser Stelle seien einigeder neuen Schwerpunkte genannt:> > Beschäftigungsförderung /Berufseingliederung> > Gesundheitsprävention> > Partizipation> > Mobilität im Inland und Ausland> > Neue Medien> > Förderung selbstständigen Bürgertums(„active citizenship“)> > Förderung sozio-kultureller und-pädagogischer Initiativen> > Freiwilligenarbeit> > interkulturelle Öffnung> > GleichberechtigungViele dieser Themenfelder werden auchschon jetzt aktiv vom Ministerium gefördert.Eine große Rolle spielen hierbeidie ca. 300 sogenannten Jugendhäuserin ganz Tunesien, in denen Jugendlichezu Aktivitäten aller Art zusammenkommen.Diese Häuser standen bisher unterrecht enger Kontrolle des Ministeriums.Hier sollen nun von den jeweiligenMitgliedern vor Ort gewählte „Vereinsvorstände“die Leitung der Häuser übernehmen.Zwar gibt es immer noch gewisseVorgaben des Ministeriums („keineParteipolitik, keine Religion“), aber es istein deutlicher Wille zur Dezentralisierungund größeren Selbstständigkeit zuspüren.»Wir folgen der Jugend –die Jugend folgt nicht mehr uns.Das Ministerium sieht sich „im Diensteder Jugend“. „Wir folgen der Jugend – dieJugend folgt nicht mehr uns“, wurde esim Gespräch beschrieben.In einer spannenden Diskussion wurdeauch auf Nachfrage noch einmal deutlich,dass insbesondere in den Jugendhäusernein großer Schwerpunkt auchauf Demokratiebildung gelegt wird. Diesvor allem auch aufgrund der Schwierigkeiten– 30% ungültige Stimmzettel –bei den Wahlen im Oktober. Allerdingswird dies völlig parteipolitisch neutralgeschehen.Abschließend bedankte sich das Ministeriumfür die Unterstützung ausDeutschland in den letzten Jahren undes wurde mehrfach der Wunsch ausgesprochen,die 2003 von deutscher Seiteabgebrochenen bilateralen Beziehungenzwischen den Jugendministerien wiederherzustellen. •Benny Folkmann, 7.12.2011Study Visit Tunesien 17


Alte und neue Jugendorganisationenim revolutionären TunesienBesuch bei Euromed Jeunesse Tunisie und Gespräch mit Vertreter(inne)ntunesischer NGOs, die am Jugendaustausch interessiert sindGertrud GandenbergerNicht nur die Vielfalt von Jugendarbeit in Tunesien beeindruckte die Teilnehmer/-innendes Study Visits, sondern auch das große Interesse am Austausch mit Deutschland. MancheVertreter/-innen von Jugendvereinen nahmen eine Tagesreise auf sich, um bei dem zweistündigenTermin anwesend zu sein.Um den Tisch in der ehrwürdigenBibliothek des Alumni-Vereins vonSadiki, eines der ältesten Gymnasienvon Tunis, sitzen wir mit erfahrenen undsichtbar jugendlichen Vertreterinnen undVertretern tunesischer Jugendbildungsarbeitund Jugendarbeit. Kein Platz vonden zwanzig möglichen bleibt frei. MohsenHakiri, Leiter der Euromed JeunesseTunisie, der Organisator des Treffens ist,führt in die Vorstellungsrunde ein. Under ist sichtlich erfreut, dass die deutscheDelegation von der Vielzahl der Jugendaktivitätenüberrascht ist.»Ihnen allen ist es wichtig, unsmitzuteilen, dass sie keine Regierungsorganisationensind, dass dieVorstände demokratisch gewähltsind, aber dass sie natürlich teilweisevon Geldern des Jugendministeriumsabhängig sind.Die meisten der Anwesenden sind ehrenamtlichengagiert, sie haben sichfür das Gespräch Urlaub genommen,manche von ihnen sind eigens fürdie zwei Stunden aus dem Süden desLandes angereist, um uns von ihrerJugend(bildungs)arbeit zu berichten.Allein diese Tatsache ist schon ein Beweisdafür, dass es ein großes Interesseund ein überdurchschnittliches Engagementvon tunesischen Jugendvereinengibt, mit deutschen Organisationen zukooperieren. Ihnen allen ist es wichtig,uns mitzuteilen, dass sie keine Regierungsorganisationensind, dass die Vorständedemokratisch gewählt sind, aberdass sie natürlich teilweise von Gelderndes Jugendministeriums abhängig sindbzw. die Vorgaben erfüllen mussten.Aufgrund der Gründungsdaten der Vereineist ohnehin klar, dass sie nur mitder Duldung oder Unterstützung des„ancien régime“ ihre Jugendarbeit realisierenkonnten.Die vielfältigen Aktivitäten der Vereineund Organisationen reichen von derklassisch-kulturellen (Tanz- und Musikfestivals)über sportliche (Fußballturniere),gesundheitsorientierte (zumBeispiel zum Thema AIDS), ökologische(Klimawandel und Küstenschutz) unddemokratische Bildungsveranstaltungen(Menschenrechte und Antidiskriminierung)bis hin zu Einzelprojekten, wie zumBeispiel eine filmische Dokumentationüber die Revolutionen in Tunesien undÄgypten, eine wissenschaftliche Studieüber die Motivation von legal und illegalausgereisten tunesischen Jugendlichenund Informationen über Gewalt gegenFrauen. Auch die naturwissenschaftlichenBegabungen von Jugendlichenwerden von einem der anwesendenVereine weiterentwickelt. Allen gemeinist, dass sie neben den Erfahrungen mittunesischen Jugendlichen seit JahrenAustauschprojekte mit arabischen, europäischen,asiatischen und amerikanischenLändern pflegen und diese gernum deutsche Partner erweitern würden.Während der Revolution oder im Vorfeldder Wahlen haben einige von ihnen ihreKontakte und die Zusammenarbeit mitJugendlichen genutzt, um über die Wahlenund demokratische Strukturen aufzuklären.Ausgehend von ihren eigentlichenAktivitäten möchten die meistender Vertreterinnen und Vertreter demokratischeBildung und grundsätzlich dasBewusstsein der Jugendlichen im Sinneder „citoyenneté“ (Bürgerschaft) stärken.Aufgrund der Kürze des Austauscheskonnten wir leider keine intensive Debattedarüber führen, was sie darunterverstehen bzw. welche Formen und Me-18Study Visit Tunesien


thoden sie anwenden oder einführen, umdies umzusetzen. Das muss in bilateralenGesprächen vertieft werden. Kontaktadressenwurden eifrig ausgetauscht.Am Ende sprach Alaa Soltani, verantwortlichfür die Novellierung des Vereinsgesetzesin der Staatskanzlei undehrenamtlicher Präsident des tunesischenJugendherbergsverbandes. Erschilderte die wesentlichen Veränderungendes Vereinsgesetzes:1. Vereine, die ihren Antrag an dasMinisterium senden, gelten schon alsgegründet.»2. Vereine dürfen neben ihrer besonderenAktivität ihre Meinung undPositionen zu gesellschaftlichen undpolitischen Themen äußern.3. Der Staat darf keine inhaltlicheKontrolle über die genehmigten Aktivitätenausüben bzw. diese verhindern(Abwehrrechte). Verboten seien:Aufrufe zur Gewalt, Xenophobie undDiskriminierungen jeglicher Art.Insgesamt eine vielfältige und inspirierendeRunde, die zeigte, dass es vieleAnknüpfungspunkte für unsere Jugendbildungsorganisationengibt. •Allen gemein ist, dass sie neben den Erfahrungen mit tunesischen Jugendlichenseit Jahren Austauschprojekte mit arabischen, europäischen, asiatischenund amerikanischen Ländern pflegen und diese gern um deutsche Partnererweitern würden.Gertrud Gandenberger, 7.12.2011Studienleiterin des Internationalen Forums BurgLiebenzell und Mitglied in der Kommission Internationaleund europäische Bildungsarbeit des Arbeitskreisesdeutscher Bildungsstätten (AdB)„Ich beschäftige mich in meiner Bildungsarbeitmit politischen Umbrüchen, von daher war esunglaublich interessant für mich, Gespräche mitden Menschen hier vor Ort zu führen. Die Dynamikund das Engagement der jungen Leute habenmich sehr beeindruckt. Für den AdB und seineMitglieder gibt es viele Anknüpfungspunkte.“Zwei Gesichter des arabischen FrühlingsJunge Tunesier/-innen engagieren sich in beeindruckender Weise fürDemokratie und Jugendpartizipation in ihrem LandGertrud Gandenberger und Irinell RufZwei junge politisch engagierte Tunesier, Amine Barkallah und Youssef Tlili, sitzen vor unsund berichten von ihren Aktivitäten während der Revolutionszeit und den ersten demokratischenWahlen. Beide studieren Jura an der Fakultät in Tunis. Sie gehören zu den jungenTunesier/-innen, die Facebook und andere Online-Dienste genutzt haben, um sich zu organisierenund die Revolution mitzugestalten. Beide junge Männer waren auch schon unter demBen-Ali-Regime politisch aktiv. Sie sind Gesichter des in Europa vielbewunderten „arabischenFrühlings“ und Mitbegründer von zwei nach der Revolution entstandenen Jugendorganisationen.»„Man kann kein Land demokratischführen, das an den Ideendes 19. Jahrhunderts festhält. DieÖffnung und Modernisierung derGesellschaft ist unabdingbar, umeinen Rückfall in die Diktatur zuverhindern“, sagt Youssef.Amine, Youssef und weitere Jugendlichegründen am 14. Januar 2011einen Verein mit dem sprechenden Titel„Meine Stimme“ (Sawty). Sie möchtenden jungen Tunesier/-innen während derRevolution die Möglichkeit geben, ihrenGedanken eine hörbare Stimme zu geben.Der Verein Sawty verfolgt das Ziel, politischeBildung für Jugendliche anzubieten.Es geht um Aufklärung – zumBespiel über Demokratie und Wahlenoder Umweltbewusstsein, aber auch umThemen, die für Jugendliche besonderswichtig sind, wie Bildung in Schulen,Chancengleichheit in der Bildung undzwischen den Geschlechtern.Study Visit Tunesien 19


Vor den Wahlen organisierte Sawtyeinen mobilen Bürgerbus, der Informationenüber die Wahlen, Parteienund die Kandidat(inn)en vermittelte.Die Aktivisten des Vereins engagierensich für den direkten Dialog zwischenden Politiker(inne)n, Jugendlichen undBürger(inne)n und setzen sich dafür ein,dass die Wünsche und Vorstellungen derjungen Gesellschaft in die zukünftigePolitik einfließen können.„Man kann kein Land demokratisch führen,das an den Ideen des 19. Jahrhundertsfesthält. Die Öffnung und Modernisierungder Gesellschaft ist unabdingbar,um einen Rückfall in die Diktatur zuverhindern“, sagt Youssef. Im Sinne dieserErneuerung fordern sie, dass sich dasNiveau der Lehrenden an der Universitätverbessern muss; ebenso muss sichdie Lernkultur weg vom „esprit répétitif“(auswendig lernen) zum „esprit attentif“(aufmerksam, offen) entwickeln. Darinsehen die beiden eine große Chance, derGesellschaft neue Impulse zu geben.Der Verein Sawty ist über die Grenzenhinweg aktiv. Er arbeitet mit Gleichgesinntenaus anderen arabischen Ländernzusammen und verfolgt die große Ideeeines „dictionnaire de la citoyenneté“(Wörterbuch/Handbuch zur demokratischenStaatsbürgerschaft), um dieDemokratisierung der Gesellschaft zufördern.Forum des Jeunes pour lacitoyenneté et CréativitéDas Forum des Jeunes ist ein Zusammenschlussvon regierungsunabhängigenVereinen. Seit 2008 arbeiten Youssefund Amine für diese Plattform. Am17.1.2011 hielten sie ein erstes öffentlichesDiskussionsforum ab. Im Forum de-battieren junge Tunesier/-innen über dieGrundlagen und Strategien für eine realePartizipation der Jugend an der weiterendemokratischen Entwicklung. Forum desJeunes wurde gegründet, weil sich diejungen Leute in anderen Organisationen,denen sie angehörten, z.B. den Gewerkschaften,nicht repräsentiert fühlten unddort keinen Einfluss hatten.Beide Initiativen sind international vernetztund erhalten auch internationaleFörderung. Sawty kooperiert beispielsweisemit den Botschaften von Frankreichund Belgien sowie mit der OpenSociety Foundation von George Soros.Das Forum des Jeunes führt Projekte mitder Friedrich-Ebert-Stiftung durch.Zentrales Anliegen sind sowohl YoussefTlili als auch Amine Barkallah der Dialogund die Auseinandersetzung überpolitische Themen, sie wollen und wünschensich eine plurale demokratischeGesellschaft. Sie wollen die Interessenund Bedürfnisse der Jugendlichen an diegesamte Gesellschaft und die politischAktiven weitergeben und junge Erwachsenedazu motivieren, selbst die neueGesellschaft und die Politik mitzugestalten,also zum Beispiel bei den Wahlen zukandidieren. Sie unterstützen Initiativenan der Universität, die eigene Wahllistenaufstellen wollen.»Die Arbeit erledigen sie ehrenamtlich– „der politische Wandelist unser Motor und Lohn“, sagtAmine.Die Arbeit erledigen sie ehrenamtlich– „der politische Wandel ist unser Motorund Lohn“, sagt Amine. Mit dieserEinstellung und ihrem persönlichen Engagementhaben sie in kurzer Zeit vielrealisiert und wollen noch mehr erreichen.Wir sind tief beeindruckt von den Berichten,es wirkt noch lange nach, wieund was die beiden uns über ihr ehrenamtlichesEngagement für die Demokratieentwicklungin ihrem Land erzählthaben. Es könnte auch beispielhaft füruns sein.Die Kooperation mit deutschen Partnernist erwünscht und gewünscht. Wir könnennur profitieren. •Gertrud Gandenberger undIrinell Ruf, 7.12.2011Tunesische Teilnehmende:Zayneb Dhibe, Association Pour leDéveloppement Durable et laCoopération InternationalKhalifa Othmani, Organisationnational „Jeunesse Scolaire“Lasaad Arfaoui, Organisation„Jeune Science“Farouk Meddeb, Jeunesse OlympiqueTunisienneAhmed Taabi, Association des Anciensde Bir el BeySami Essid, Club culturel Ali BelhaouanMohamed Boutaleb, Fédération Tunisiennedes Clubs UnescoNouha Ben Salem, Association desJeunes Méditerranées por lesEchanges CulturelAicha Khenissi, Association „NessEl Fen“Alaa Soltani, Association Tunisiennedes Auberges de Jeunesse20Study Visit Tunesien


AMEDD:Demokratie und Hoffnung in DouzJunge Menschen haben die tunesische Revolution gemacht,jetzt fordern sie Demokratie einMiriam WoltersAMEDD ist ein maghrebinisch-europäischer Verein, der für den demokratischen Dialog inAlgerien, Libyen, Mauretanien, Tunesien und Marokko eintritt. AMEDD steht für AssociationMaghrébine Européenne Dialogue Démocratique. Achmed Chedli und Haythem Ben Ammarsprachen mit der deutschen Delegation über die Zukunft der Demokratie in Tunesien.Auslöser der Revolution in Tunesienwaren Jugendliche mit geringempolitischem Hintergrund. AMEDDmöchte sie über ihre Rechte und Möglichkeitenaufklären, denn nur etwa 10% Jugendliche beteiligten sich an denWahlen im Oktober 2011. Jugendlichensoll die Chance gegeben werden, dietunesische Gesellschaft und Zukunftmitzugestalten. Dazu gründet AMEDDgerade eine Bibliothek und ein Institutmit Materialien zur politischen Bildung.Zu den Aktivitäten gehören auch Vorträge,Seminare, Veröffentlichungen undOnline-Aktivitäten zu Menschenrechtenund Demokratie. Der Verein möchte soviele junge Menschen wie möglich anPolitik heranführen, das politische Bewusstseinstärken und Jugendlichen dieMöglichkeit geben, sich besser zu organisierenum für ihre Rechte einstehen zukönnen.»Die Menschen, die die Revolutionbegonnen und vorangetriebenhaben, wollen über ihre Zukunftmitentscheiden und nicht nur fürFotos posieren.Noch ist der Verein weder anerkanntnoch finanziell abgesichert. Dennochsind die jungen Aktivisten von AMEDDhochmotivierte Leute, die Kontakte insAusland suchen, um von diesen Erfahrungenzu profitieren und sie weiter gebenzu können. Denn die Menschen, diedie Revolution begonnen und vorangetriebenhaben, wollen über ihre Zukunftmitentscheiden und nicht nur für Fotosposieren.Unterwegs e.V., Mitglied in der BundesvereinigungKulturelle Kinder- und Jugendbildung(BKJ), ist der deutsche Partnervon AMEDD. Der Kontakt entstandüber einen tunesischen Professor an derUniversität in Hannover. In Deutschlandwurde ein Verein mit gleichen Zielengegründet, da Ausländer nicht Mitgliedin einem tunesischen Verein seindürfen. Bisher hat er 15 Mitglieder: 11Jugendliche und vier erwachsene Ehrenmitglieder.Ziel ist die Schaffung einesdemokratischen Verständnisses und dieAbsicht in jedem Land der Region einenVerein zu gründen.Achmed Chedli und Haythem Ben Ammarerläutern die Leitlinien der AMEDD.Ihre vier D stehen für Demokratie, Dialog,Douz und Deutschland.Warum Douz? Die Deutschen Partnerwählten den Ort, weil die Stadt einerevolutionäre Geschichte hat: Währendder Herrschaft Frankreichs gab es 1944eine Revolte, die zum bewaffnetenKampf gegen die Kolonialmacht führte.Auch 1984 gab es von dort ausgehendwieder Unruhen, die „Brotrevolution“,die sich gegen die Verdoppelung desBrotpreises richtete. Außerdem ist inDouz am 12.01.11 Dr. Hatem Bettaharerschossen worden, ein Informatiker,der an Universitäten in Frankreich undTunesien lehrte und über eine doppelteStaatsangehörigkeit verfügte. Ein tunesischerGastprofessor erzählte seinenStudierenden in Deutschland wasin Tunesien passierte und was mit Dr.Bettahar geschehen war. Danach suchtendie deutschen Studierenden denKontakt mit jungen Tunesier(inne)n. ImSommer 2011 kam es in Douz zur erstendeutsch-tunesischen Begegnung. Beidiesem ersten Seminar befasste sich dieGruppe unter anderem mit dem Islam,Study Visit Tunesien 21


Demokratie, den Rechten der Frauenin der tunesischen und der deutschenGesellschaft sowie der tunesischen Revolutionund deren Grenzen.Während unseres Aufenthalts kam esin Le Bardo, einem Stadtteil von Tuniszu Protesten gegen Funktionäre des altenRegimes auf neuen Posten und zueiner Jugendbewegung in Douz gegenKorruption. AMEDD ist der Meinung, dieRevolution gehe in die falsche Richtungund bedürfe einer Korrektur durch dieJugendlichen, die sie begonnen haben.Nach Meinung des Vereins geht dieDemokratie vor allem von den Schulenaus. Darum sei es wichtig, das Niveauder Universität und Schulen zu erhalten.Es soll reflektiert und nicht reproduziertwerden. Das zu mindestens wünschensich die Aktivisten.»Am Ende des Gesprächs steht eindenkwürdiger Schlusssatz der jungenAktivisten: „Ehrenamt ist derMotor unserer Arbeit!“. Hoffen wir,dass dieser am Laufen bleibt –damit aus dem arabischen Frühlingkein arabischer Winter wird.Momentan arbeiten sechs Personen imBüro des Vereins, der bereits 65 Mitgliederhat. Darüber hinaus gibt es 150 interessierteStudierende, die sich AMEDDanschließen möchten. Wichtig ist dieZusammenarbeit mit anderen Vereinen,gerade interkulturell, um die politischeBildung zu stärken. Bald wollen sie einenBürgerbus auf die Beine stellen,mit dem sie vor Ort Leute ansprechenkönnen, zum Beispiel zu ökologischenFragen und nicht nur zu wahlrelevantenThemen. Auch eine Kooperation mitder Friedrich-Ebert-Stiftung zum ThemaPartizipation wird gerade angestrebt.Das Team von AMEDD möchte einenRückfall in die Diktatur verhindern. AmEnde des Gesprächs steht ein denkwürdigerSchlusssatz der jungen Aktivisten:„Ehrenamt ist der Motor unserer Arbeit!“.Hoffen wir, dass dieser am Laufen bleibt– damit aus dem arabischen Frühlingkein arabischer Winter wird. •Miriam Wolters , 7.12.201120 % der Gäste sind internationalTunesische Jugendherbergen bieten Besuchern den gewohnten Standardund sogar etwas LuxusGunnar GrüttnerAm letzten Tag des Aufenthalts verließen die Teilnehmer/-innen des Study Visit die tunesischeHauptstadt, um in der Hafenstadt Bizerte die dortige Jugendherberge zu besichtigen.Nach dem durch die Revolution bedingten Einbruch der Übernachtungszahlen hofft mannun auf den Aufschwung.Die Idee der Jugendherbergen – vorrund 100 Jahren von Deutschlandausgegangen – hat sich zu einem rund70 Länder umspannenden weltweitenNetzwerk entwickelt. In Tunesien gibt esseit 1958 einen Jugendherbergsverband,die Association Tunisienne des Aubergeset Tourisme de Jeunes (ATATJ). Inden neun Jugendherbergen des Landeswurden im Jahr 2010 rund 32.000 Übernachtungengezählt.Die Jugendherberge in Bizerte am Mittelmeer,rund 65 km nördlich von Tunis,erscheint frisch renoviert. Im Jahr 2003wurde der Komplex, der aus mehrerenkleinen Gebäuden besteht, auf 50 Bettenerweitert. Eine Plakette am Eingangkündet von der Eröffnungsveranstaltungmit internationaler Prominenz. DieWände der Bettenhäuser sind mit großenBildern bemalt, das kann allerdingskaum zwei Jahre her sein. Im Schlaftraktfinden sich die auch aus Deutschlandbekannten Etagenbetten, in der Regelschlafen vier bis sechs Jugendliche ineinem Zimmer. Stolz ist man auf einigebarrierefreie Zimmer, die auch gehandicaptenJugendlichen den Aufenthaltermöglichen. Die meisten Gäste würden22Study Visit Tunesien


Halb- oder Vollpension buchen, aberauch eine Selbstversorgerküche stehtbereit. Die Klimaanlagen in den Räumen,die der Delegation sofort auffallen, seienallerdings kein Standard in tunesischenJugendherbergen – nur Bizerte und Tuniswürden diesen Luxus bieten, erklärtder Herbergsleiter. Um den dadurch erhöhtenStrombedarf umweltfreundlicherund kostensparender decken zu können,ist eine Solaranlage auf den Dächern derJugendherberge geplant.»Stolz ist man auf einige barrierefreieZimmer, die auch gehandicaptenJugendlichen den Aufenthaltermöglichen.Schon auf dem Weg nach Bizerte warenuns zahlreiche Windkraftanlagenaufgefallen, die jüngst errichtet wordenzu sein scheinen bzw. gerade im Bausind. Das Thema regenerative Energienscheint also nicht ganz unbekannt zusein; auch wenn manche Einheimischeaufgrund der vergleichsweise niedrigenGas- und Ölpreise wenig Sinn in diesenteuren Investitionen sehen, wie sie freimütigzugeben.Doch zurück zur Jugendherberge Bizerte:Im Stuhlkreis auf dem Außengelände,nur 100 Meter vom Strand entfernt,erläutert der Ehrenpräsident vonATATJ Mongi Baklouti die jüngsten Entwicklungen.Jugendherbergen in Tunesienwerden in erster Linie (zu 80 %) voneinheimischen Gruppen besucht: Schulklassen,Universitätskurse und Gruppenverschiedenster Jugendorganisationen,die zu Wochenendseminaren anreisen.Eigene Programme bieten die tunesischenJugendherbergen in der Regelnicht an, sie sind den Gruppen aber beider Buchung von Besichtigungen undsportlichen Aktivitäten behilflich. DieJugendherberge Bizerte hat eine eigenekleine Bühne zum Theaterspielen, derFußballplatz der benachbarten Hochschulefür Fischerei könne dank einerKooperation mit ATATJ auch von Gästender Jugendherberge genutzt werden.»Ausländische Gäste machen in tunesischenJugendherbergen rund ein Fünftelder Besucher/-innen aus. Sie kommenmehrheitlich aus Frankreich, Deutschlandund Großbritannien. Die Auswirkungender Revolution seien deutlich spürbar gewesen,erklärt Baklouti – während 2009rund 3.100 Übernachtungen in der JugendherbergeBizerte gebucht wurden,waren es im laufenden Jahr erst 1.100.Erst jetzt, nach den Wahlen zur verfassungsgebendenVersammlung, seien wiedersteigende Reservierungszahlen vor allemtunesischer Gruppen zu verzeichnen.Die Auswirkungen der Revolution seien deutlich spürbar gewesen, erklärtBaklouti – während 2009 rund 3.100 Übernachtungen in der Jugendher bergeBizerte gebucht wurden, waren es im laufenden Jahr erst 1.100.Internationale Begegnungsmaßnahmenmit Beteiligung ATATJs gibt es mitden Jugendherbergsverbänden aus denUSA, Marokko, Ägypten, Frankreich undDeutschland. Auch für das Jahr 2012haben der tunesische Verband und dasDeutsche Jugendherbergswerk (DJH)eine gemeinsame Jugendbegegnungvereinbart. •Gunnar Grüttner, 8.12.2011Study Visit Tunesien 23


IJAB – Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V. ist auf den Gebieten derinternationalen Jugendarbeit, internationalen Jugendpolitik und Jugendinformation tätig. Die Fachstelle arbeitetim Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der Europäischen Kommission,ihrer Mitgliedsorganisationen und anderer zentraler Träger der Jugendarbeit. Bei IJAB ist JUGEND für Europa,die deutsche Nationalagentur für das EU-Programm JUGEND IN AKTION angesiedelt.

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine