Sprache - JOVIS VERLAG Architektur Fotografie Berlin

jovis

Sprache - JOVIS VERLAG Architektur Fotografie Berlin

Sprachen

des

Futurismus

Kuratiert von Gabriella Belli

Literatur

Malerei

Skulptur

Musik

Theater

Fotografie


Dank

Das Museo di Arte Moderna e Contemporanea di Trento e Rovereto, das Italienische Kulturinstitut

Berlin und der Martin-Gropius-Bau danken den Museen, Galerien und Sammlern, die mit ihren

Leihgaben die Ausstellung großzügig unterstützen:

Berlin, Berlinische Galerie, Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur

Berlin, Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz

Frankfurt am Main, VAF–Stiftung

Mailand, Civiche Raccolte d’Arte Moderna

Rovereto, Musei Civici

Verona, Fondazione Domus per l’arte moderna e contemporanea

sowie denjenigen, die nicht namentlich genannt werden möchten.

Außerdem danken wir allen, die in vielfältiger Weise zum Gelingen der Ausstellung

und des Kataloges beigetragen haben:

Andrea und Paolo Accornero

Paolo Biasi

Birgit Bucher

Ralf Burmeister

Angelo und Silvia Calmarini

Anna Cappanera und Daniele Pescali Jr

Gino Castiglioni

Aurelio und Rossana Cazzaniga

Lino Dainese

Massimo Di Carlo

Franco Farsetti

Volker Feierabend

Carla Ferro

Dino Facchini

Elisabetta Franchi

Alessandra und Daniel Franchina

Giulio Fiz

Paolo Frugoni

Ippolita Gaetani

Gertraude Grassi

Giovanni Lista

Regina Mahlke

Antonia Meiners

Jörn Merkert

Riccardo Michaelles

Eef Overgaauw

Martina Palaoro

Elio Pinottini

Massimo Prampolini

Ursula Prinz

Elisabetta Seeber

Paolo und Lorenza Spreafico

Jost Heino Stegner

Simona Stufler

Giulio Tega

Besonderer Dank gilt Massimiliano Finazzer Flory, Kulturreferent der Stadt Mailand, und Marina

Pugliese, Verantwortliche für das Projekt Museo del Novecento in Mailand, für ihre grundlegende

Unterstützung zur Realisierung der Ausstellung.

6 Grußwort

Botschaft von Italien

6 Grußwort

Autonome Provinz Trient und

Museo di Arte Moderna e Contemporanea

di Trento e Rovereto

7 Grußwort

Italienisches Kulturinstitut Berlin

8 Vorwort

Berliner Festspiele

10 Der italienische Futurismus

Protagonisten und Ereignisse

Gabriella Belli

30 Vorboten des Futurismus

Ester Coen

42 Futuristen in Berlin

Ursula Prinz

54 Katalog Futuristen in Berlin

Literatur

56 Ohne Leitfaden

Die „lyrische Besessenheit der Materie“

in der Theorie der Freien Worte von Marinetti

Giorgio Zanchetti

60 Katalog Lautmalerische Sprache und

Worte in Freiheit

86 Katalog Publikationen

Malerei

112 Die Ursprünge der futuristischen Malerei

Beatrice Avanzi

116 Katalog Malerei

Skulptur

168 Skulptur

Das Kräftespiel zwischen

konkreter Form und Stoff

Giovanni Lista

174 Katalog Plastische Dynamismen

Musik

192 Musik

Franco Tagliapietra

196 Katalog Die Geräuschtöner

Theater

202 Das Theater als entgrenzter

szenischer Raum

Giovanni Lista

208 Katalog Szenografie

228 Katalog Futuristischer Flugtanz

Fotografie

244 Die Fotografie als Kunst und

als Mittel im Kampf

Giovanni Lista

250 Katalog Fotocollage

256 Katalog Futuristische Kompositionen

260 Katalog Das futuristische Porträt

282 Biografien

300 Chronologie

Beatrice Avanzi

310 Impressum

311 Bildnachweis


42 43

Futuristen in Berlin

Ursula Prinz

Futurismus und Berlin – das sind zwei Begriffe, die eng miteinander

verbunden sind, auch wenn die erste intensive

Begegnung schon fast ein Jahrhundert zurückliegt, also

beinahe ebenso lange wie die Publikation des ersten futuristischen

Manifestes des theoretischen Begründers des

Futurismus, Filippo Tommaso Marinetti (Abb. 1). In Paris hatte

es schon kurz nach seiner Entstehung am 20. Februar 1909

in französischer Sprache auf der Titelseite des Le Figaro gestanden

und in Mailand war es vom Autor in großen roten

Buchstaben auf 1 x 3 Meter großen Plakaten verteilt worden,

wie sogar die Frankfurter Zeitung und die Vossische Zeitung

in Deutschland zu berichten wussten. Im Jahr 1912 schließlich

hatte das futuristische Manifest seine Premiere in Berlin.

Der Auftritt des Futurismus war ein weit über die Grenzen des

Ursprungslandes hinaus beachtetes und von Skandalen begleitetes

Ereignis. Das lag nicht nur am Inhalt des elf Punkte

umfassenden Manifestes, sondern auch an der publikumswirksamen

Verbreitung futuristischer Aufrufe durch seinen

Urheber, der auch nicht davor zurückschreckte, Flugblätter

von der Spitze des Mailänder Doms flattern zu lassen und

vom Campanile an der Piazza San Marco in Venedig herunterzuschreien:

„Wir verwerfen das antike Venedig, erschöpft

und entkräftet von den uralten Genüssen, wir verwerfen das

Venedig der eleganten Liebhaber des Snobismus und der

universellen Blödheit.“ 1

Laut, irritierend und provozierend – bürgerschreckhaft sollte

das Auftreten der Futuristen auch in Zukunft bleiben und

nicht selten kam es zu Schlägereien nach ihren Veranstaltungen.

Der Futurismus propagierte einen revolutionären

Bruch auf kulturellem und künstlerischem Gebiet. Er wandte

sich gegen das „Ewiggestrige“, künstlerisch und gedanklich

Rückwärtsgewandte und das Spießbürgertum. Seine

Anhängerschaft bestand zunächst vor allem aus Dichtern

und Schriftstellern, zu denen Marinetti selbst gehörte. Aber

sehr schnell beschränkte sich der Futurismus nicht mehr nur

auf das Wort, sondern erfasste bald alle Kunstsparten, vor

allem Malerei und Bildhauerei, aber auch Musik, Architektur,

Theater, Film, Fotografie, Tanz etc. Schließlich zielte der Futurismus

auf die Einheit von Kunst und Leben.

Bereits am 8. März 1910 schleuderten die futuristischen Maler

ihr von Umberto Boccioni, Carlo Carrà, Luigi Russolo,

Giacomo Balla und Gino Severini unterzeichnetes Manifest

von der Rampe des Theaters Chiarella in Turin, wobei es

zu tätlichen Übergriffen kam. Es folgten zahlreiche weitere

dieser für die Futuristen so charakteristischen Publikationen,

die von ihren Urhebern als Kunstwerke verstanden wurden.

Marinettis politische Forderungen wurden allerdings von

den Malern inhaltlich nicht immer mitgetragen. Zu den provozierenden

Sätzen des ersten Manifestes von Marinetti

ge hörte zum Beispiel folgender: „Ein aufheulendes, wie ein

Geschoß davonjagendes Automobil ist schöner als die

Nike von Samothrake“. 2 Oder: „Wir wollen den Krieg preisen

– diese einzige Hygiene der Welt – den Militarismus, den

Patriotismus, die zerstörende Geste der Anarchisten, die schönen

Gedanken, die töten, und die Verachtung des Weibes“. 3

Natürlich erhob sich ein allgemeiner Sturm der Entrüstung,

auch bei denjenigen, die der Gruppe und den Intentionen

der Futuristen nahestanden, und es gab darob einigen Dissens.

Allen Futuristen gemeinsam war aber der Wille zur Erneuerung,

zum Blick nach vorn, zum Leben in der Großstadt

mit seiner Dynamik und Geschwindigkeit, mit Gerüchen

und Geräuschen, mit der neuen Maschinenästhetik, aber

auch mit dem sozialen Umfeld der Industriearbeit und der

Gestaltung der Zukunft durch den unbeugsamen Willen des

Menschen. Friedrich Nietzsches „Übermensch“ und Henri

Bergsons „Elan vital“ bilden den Hintergrund dieser Haltung.

Den Malern ging es nicht so sehr um die Darstellung des

Gegenstandes, sondern vor allem um das Sichtbarmachen

der ihm innewohnenden Energie und der Kraftlinien, die zwischen

dem sich bewegenden Objekt und seiner Umgebung

wirksam sind. Dabei spielt die Empfindung des Künstlers wie

des Betrachters, der sich wie im Mittelpunkt des Geschehens

bzw. des Bildes fühlen soll, eine große Rolle. Der Weg in die

Abstraktion stand damit offen.

Als der Futurismus schon bald nach seiner Entstehung 1912

mit einer Kunstausstellung nach Berlin kam, war er durchaus

nicht unbekannt, allerdings kaum durch Anschauung

als vielmehr durch geräuschvolle Skandale. Es hatte eine

größere Ausstellung in Mailand gegeben und der theo re-

tische Kopf der Maler, Umberto Boccioni, hatte eine Futuris-

tenkonferenz in Rom veranstaltet. Die Berliner Ausstellung

war zuvor vom 5. bis zum 27. Februar 1912 in der Galerie

Bernheim Jeune in Paris und anschließend vom 1. März

bis zum 4. April 1912 in der Sackville Gallery in Lon don –

wenngleich sehr kritisch besprochen – mit großem Erfolg

gezeigt worden. Nun übernahm sie Herwarth Walden

(Abb. 3) in seine soeben eröffnete Galerie Der Sturm in

der Tiergartenstraße 34a, der zum Abriss bestimmten Villa

des Likörfabrikanten Gilka. Dort waren 35 Bilder der italienischen

Futuristen Umberto Boccioni, Carlo Carrà, Luigi

Russolo und Gino Severini vom 12. April bis zum 31. Mai

1912 zu sehen. Schon die Titel der Bilder verkünden das

Programm, wie zum Beispiel Das Leben der Straße dringt

in das Haus, Die erwachende Stadt (von Boccioni), Die rüttelnde

Droschke, Die Straße mit den Balkonen (von Carrà),

Zug in voller Fahrt, Revolution (von Russolo), Der „Pan-Pan“

Tanz in Monico, Ruhelose Tänzerin, Die Stimme meines

Zimmers (von Severini). 4 Die Ausstellung wurde durch zahlreiche

Arbeiten anderer Künstler ergänzt, unter anderem

von Robert Delaunay (ein Eiffelturmbild), Wassily Kandinsky,

George Braque, Oskar Kokoschka, Maurice de Vlaminck. 5

Es war die zweite Ausstellung in der Galerie nach der ersten

mit den Künstlern des Blauen Reiter, Oskar Kokoschka und

anderen.

Walden war damals Anfang dreißig und besaß bereits den

gleichnamigen Verlag, in dem auch die Zeitschrift Der Sturm

erschien. Nachdem sich seine Interessen anfänglich mehr

der Musik, der Schriftstellerei und dem Theater zugeneigt hatten,

wandte er sich nach der Trennung von seiner ersten Frau,

der Dichterin Else Lasker-Schüler, und seiner erneuten Heirat

mit der schwedischen Malerin Nell Roslund zunehmend der

bildenden Kunst zu.

Im künstlerischen und geistigen Leben der Stadt waren

Zeit schrift und Verlag Herwarth Waldens zu einer Institution

ge worden. Leidenschaftlich darauf bedacht, die Kunst

der Avantgarde zu fördern, beschränkte Walden sich keineswegs

auf die bildende Kunst, sondern dehnte seine

Aktivitäten auf alle verwandten Kunstsparten aus, wie zum

Beispiel das Theater. Er schrieb und komponierte selbst

und beteiligte sich als Autor in seiner Zeitschrift an heftigen

Kontroversen um die Kunst. Die Bandbreite seiner Aktivitäten

deckte sich mit derjenigen Marinettis, ohne allerdings einer

bestimmten Kunstrichtung derart eng verbunden zu sein

wie der Italiener und anfangs auch ohne dessen politische

Ambitioniertheit.

In den 10er Jahren war der Expressionismus für Herwarth

Walden die Kunst der Avantgarde schlechthin. Allerdings fasste

Walden den Begriff nicht so eng, wie das heute üblich ist. Er


44 Futuristen in Berlin

Ursula Prinz 45

zählte zum Beispiel auch die Futuristen zu den Expressionisten,

was ihm dann jedoch von beiden Seiten verübelt wurde.

Außer Herwarth Waldens Galerie gab es weitere promi nen te

Ausstellungsorte im damaligen Berlin, wie die Galerien von

Paul Cassirer, Fritz Gurlitt und I.B. Neumann. Aber in kei ner

von ihnen war in dem Maße das Gespür für die Kunst der

Avantgarde und die Kraft der internationalen Ver netzung

anzutreffen, wie dies für Herwarth Walden so charakteristisch

war. Als größtes und bedeutendstes Resultat dieses

Ge spürs sollte die Ausstellung Erster Deutscher Herbstsalon

im Jahr 1913, kurz vor dem Ersten Weltkrieg, gelten. Walden

hatte – insbesondere auch durch sein frühes Eintreten für die

Futuristen – wesentlichen Anteil daran, dass Berlin zur internationalen

Kunstmetropole in Deutschland überhaupt aufstieg,

noch vor München und Düsseldorf.

Der ersten Ausstellung der italienischen Futuristen in

Deutsch land war im März 1912 die Publikation der futuristischen

Manifeste in der Zeitschrift Der Sturm vorangegangen,

zunächst das Manifest der Maler und dann auch

das erste Manifest von Marinetti. Die im Vergleich zu heutigen

Kunstkatalogen sehr kleinformatige und dünne

Aus stellungsbroschüre enthielt die aus dem englischen

Katalog übersetzten Erläuterungen zu jedem Kunstwerk,

1 Filippo Tommaso Marinetti bei der Eröffnung

der Ausstellung Erster Deutscher Herbstsalon in

der Galerie Der Sturm, Potsdamer Straße 75,

Berlin, am 20. September 1913 vor seinem Porträt

von Gino Severini (verschollen)

Archivi Giovanni Lista, Paris

das Manifest von Marinetti (Abb. 5–9), das Manifest der

futuristischen Maler und das von Boccioni schon für den

Londoner und den Pariser Katalog verfasste Vorwort „Die

Aussteller an das Publikum“, das so kernige Sätze enthält

wie: „Die Gleichzeitigkeit der Seelenzustände, das ist der

berauschende Zweck unserer Kunst“. Es „muß das Bild die

Zusammenstellung dessen sein, an das wir uns erinnern

und dessen, was wir sehen.“ Es wird konstatiert, „dass der

Beschauer von nun an in der Mitte des Bildes stehen solle.“

Und hier findet sich auch der berühmte Satz: „So haben wir

unsere Behauptung verwirklicht, von dem laufenden Pferd,

das nicht vier, sondern zwanzig Füße hat.“ 6 (Abb. 12)

Die deutschen Kritiker waren sich bereits vor der Eröffnung

der Ausstellung im Verriss der Futuristen einig gewesen: „Sie

sind nicht Fanatiker der Wahrheit, sondern Fanatiker des

lauten Erfolges um jeden Preis. Nicht jugendlicher Sturm

und Drang steht hinter ihrer Malerei, sondern ein recht

übles Menschentum“, schrieb zum Beispiel Karl Scheffler. 7

Besonders in der neben dem Sturm bedeutendsten

Wochenschrift, der von Franz Pfemfert redigierten Die Aktion,

gab es polemische Kritik unter anderem von Walter Serner,

besonders gegen die Manifeste, aber auch gegen die

Malerei. 8

2 0.6 Autograf von Filippo Tommaso

Marinetti, vom 13. Oktober 1913 im Gästebuch

der Galerie Der Sturm

Zur Ausstellungseröffnung in Berlin war von den Futuristen

nur Boccioni anwesend, und obwohl man vorher Reproduktionen

der Bilder verteilt hatte, blieb die Reaktion der Öffentlichkeit

zunächst weitgehend aus, was möglicherweise auch

auf das schlechte Wetter zurückzuführen war, wie Boccioni

vermutete. Boccioni hängte die Ausstellung erst einmal um

und rief dann Marinetti zu Hilfe, der sich damals in Hamburg

aufhielt und sofort mit Tausenden von Flugblättern herbeieilte,

um diese gemeinsam mit Boccioni unter das Volk zu streuen.

Walden druckte danach noch einmal weitere Flugblätter,

über deren Verteilung Nell Walden in ihrem Erinnerungsbuch

berichtet: „Wir trafen uns also jeden Abend um sechs Uhr

in der Ausstellung, die dann geschlossen wurde und zogen

nun, immer zu viert (Herwarth Walden, Marinetti, Boccioni und

ich) nach einem kleinen italienischen Lokal an der Bülowstraße

– ‚Dalbelli‘ – wo wir zu Abend aßen. Es waren hinreißende

Stunden voll Glut, Enthusiasmus, südlicher Verve und

Freundschaft.

Die beiden waren immer sehr elegant gekleidet, in Havelock

und Smoking, und es ging hoch her mit Rufen ‚Evviva Garibaldi‚

und ‚Evviva l’amore‘ und jeden Abend wurden die

Weingläser nach dem letzten Schluck an die Wand geschmissen.

(…) Eines Abends zogen wir zu viert los, jeder mit einem

3 0.14 William Wauer: Büste von Herwarth Walden

Sturm­Postkarte

großen Plakat von Futuristen-Manifesten, welche jede Nacht,

so lange die Ausstellung dauerte, an die Litfaßsäulen geklebt

wurden. Also, wir zogen los, nahmen ein offenes Auto und

fuhren langsam durch die Leipziger- und Friedrichstraße,

alle vier im Wagen stehend und die Plakate auf die Straße

werfend, mit dem Rufe ‚Evviva Futurista‘. Das war Reklame im

Sinne der Futuristen und Herwarth Waldens.“ 9

Die anfangs so schlecht besuchte Ausstellung zählte nun

täg lich 1000 Besucher und schließlich gehörte es zum guten

Ton, dabei gewesen zu sein, wie Nell Walden berichtet. 10 Zum

Schluss waren alle 35 ausgestellten Werke der italienischen

Futuristen verkauft. Acht Bilder hatten schon in den vorangegangenen

Ausstellungen den Besitzer gewechselt. Von den

restlichen wurden nun 24 vom Berliner Bankier Borchardt

erworben für insgesamt 11.650,- Reichsmark, allerdings mit

Teilzahlung, wobei die gesamte Rechnung wohl niemals

ganz beglichen wurde. (Abb. 13–15) Diese Vermutung liegt

nahe, weil Carrà später seine Arbeiten wegen Nichterfüllung

des Vertrages zurückforderte. (Abb. 16) Der Bankier stellte

noch im gleichen Jahr 1912 gemeinsam mit Walden eine

Wanderausstellung aus den erworbenen Arbeiten zusammen,

die er auch zum Verkauf anbot. Damit waren Marinetti

und Boccioni keineswegs einverstanden, zumal wiederum

4 0.11 Gino Severini: Die Modistin

Sturm­Postkarte


46 Futuristen in Berlin

Ursula Prinz 47

nicht-futuristische Künstler mit in die Ausstellung aufgenommen

worden waren. (Abb. 17, 18) Dennoch fand die Tournee

statt. Sie führte unter anderem nach Brüssel, Den Haag,

Amsterdam, Hamburg, Frankfurt, Wiesbaden, Karlsruhe,

Köln, München (Galerie Thannhauser), Dresden und Leipzig.

Walden druckte einen dreisprachigen Katalog dazu: Die

Futuristen – Gesellschaft zur Förderung moderner Kunst

mbH mit einer Einleitung von Boccioni und dem Futurismus-

Manifest von Marinetti. Die beteiligten Künstler hielten

begleitende Vorträge. Auch in Berlin setzte sich Walden weiterhin

für die Futuristen ein. Marinetti hielt in der Galerie Der

Sturm einen Vortrag über den Futurismus – wie zumeist in

französischer Sprache. Etliche Bilder wurden auch als Sturm-

Postkarten vertrieben und pro Stück für 20 Pfennig angeboten.

(Abb. 4, 12)

Der Berliner Ausstellung war schließlich doch eine große

Resonanz beschieden, und sie bekam neben vielen Verrissen

auch positives Echo. Im Maiheft des Sturm veröffentlichte

Alfred Döblin einen begeisterten Text. (Abb. 19) Auch Franz

Marc setzte sich im Sturm für die Futuristen ein: „Wir werden

Italien noch um seine Söhne beneiden und ihre Werke in

unseren Galerien aufhängen.“ 11 (Abb. 20) Der Kritiker Max

Deri schrieb in der Zeitschrift Pan12 : „Berlin und die Berliner

5–7 0.16 Filippo Tommaso Marinetti:

Manifest des Futurismus

Ausstellungskatalog Die Futuristen der

Galerie Der Sturm, Berlin 1912

müssen Walden wahrhaft dankbar sein, dass wieder einmal

diese im Intellektuellen so führende Stadt dem aufmerksamen

Betrachter die Möglichkeit gab, Phänomene zu sehen,

die dem weitaus größten Teil der Menschheit dauernd unbekannt

bleiben.“

Aber mehr als die Kritiker waren die Künstler von den Futu

ris ten beeindruckt und auch beeinflusst. Noch in sei-

nen 1955 eschienenen Erinnerungen Ein kleines und ein

großes Nein beschrieb George Grosz den Eindruck, den

Berlin auf ihn machte, als er im Frühjahr 1912 hier eintraf:

„In Berlin gab es wunderbare Theater, einen Riesen zir kus,

Kabaretts und Revuen, Bier paläste, so groß wie Bahn hofs-

hallen, Weinpaläste, die durch vier Etagen gingen, Sechstagerennen,

futuristische Ausstellungen (…) Das war Berlin,

als ich dort ankam.“ 13

Einen weiteren bedeutenden Auftritt in Berlin hatten die Futu

risten – nach der Einzelausstellung des in Paris leben den

Gino Severini im Sommer 1913 – in der großen Ausstellung

Erster Deutscher Herbstsalon (20. September bis 1. Dezember

1913, Eintritt: 1 Reichsmark) in Waldens Galerie, die in

die Potsdamer Straße 75, Ecke Pallasstraße umgezogen

war. (Abb. 2, 11) Der Erste Deutsche Herbstsalon war eine

Gegenveranstaltung zur Sonderbundausstellung, die 1912

in Köln stattgefunden hatte und in der vor allem die französische

Avantgarde und van Gogh gezeigt wurden. August

Macke und Franz Marc unterstützten Walden dabei, und der

Sammler Bernhard Koehler half finanziell. Im Ersten Deutschen

Herbstsalon traf sich die europäische Avantgarde,

90 Künstler aus Amerika, Deutschland, Holland, Österreich,

Frankreich, Italien, Russland und der Schweiz. Darunter hatten

die italienischen Futuristen einen konzentrierten Auftritt mit insgesamt

zwölf Bildern von Giacomo Balla, Umberto Boccioni,

Carlo Carrà, Luigi Russolo, Gino Severini und Ardengo Soffici.

Von Boccioni war außerdem ein frühes Beispiel futuristischer

Plastik zu sehen: Aufsteigende plastische Konstruktion bzw.

Spiralförmige Ausdehnung von Muskeln in Bewegung14 .

(Abb. 10) Auch dieser Ausstellung war in der Kritik im wesentlichen

Hohn und Spott beschieden. Besonders ein Porträt

Severinis von Marinetti mit aufgeklebtem Schnurrbart erregte

die Gemüter. (Abb. 1) Heute gilt Waldens Herbstsalon als die

visionäre Ausstellung, und die dort ausgestellten Werke hängen

in den bedeutendsten Museen der Welt. Der Künstler

und Experimentalfilmer Hans Richter berichtet über die

Eröffnung: „Das war es also! Die Fauves! Picasso, Braque,

die Futuristen. Marinetti las sein futuristisches Manifest vor!

(Ich wurde mit dem ehrenvollen Auftrag bedacht, dieses

8–9 0.16 Filippo Tommaso Marinetti:

Manifest des Futurismus

Ausstellungskatalog Die Futuristen der

Galerie Der Sturm, Berlin 1912

an die Droschkenkutscher am Potsdamer Platz in Berlin verteilen

zu dürfen. Andere Leute nahmen es nicht, und die

Droschkenkutscher schimpften.)“ 15

Noch 1914 gab es eine weitere, in der Öffentlichkeit aber

kaum beachtete Ausstellung mit schon bekannten Arbeiten

der Futuristen in der Sturm-Galerie.

Stilistisch und inhaltlich sind vor allem im Frühwerk vieler

deutscher Maler futuristische Elemente zu entdecken. Die

gegenseitigen Beeinflussungen italienischer, deutscher und

französischer Künstler wurden vor dem Ersten Weltkrieg vor

allem durch Reisen der Künstler gefördert und eben auch

durch Ausstellungen, besonders die von Herwarth Walden

organisierten.

An erster Stelle ist Ludwig Meidner in Berlin zu nennen,

der mit seiner Gruppe der Pathetiker (mit Jacob

Steinhardt und Richard Janthur) im November 1912 in der

Galerie Der Sturm ausstellte. Wahrscheinlich stand die

Gruppengründung sogar im Zusammenhang mit der ersten

Futuristenausstellung. Meidners Frühwerk weist eine große

Nähe zur Dynamik, zur Emotionsgeladenheit und explosiven

Dramatik der Futuristen auf. Dies zeigt sich vor allem

in seinen Apokalyptischen Landschaften, in denen er den

Ersten Weltkrieg vorauszuahnen scheint. Seine Themen sind

10 Umberto Boccioni: Expansion spiralique

des muscles en mouvement, 1913

Fotografie aus dem Fotoalbum von Nell Walden

Die Skulptur (zerstört) befand sich in der Ausstellung

Erster Deutscher Herbstsalon in der Galerie Der Sturm, 1913

Staatsbibliothek zu Berlin ­ Preußischer Kulturbesitz, Dep. 41, Bl. 28v


48 Futuristen in Berlin

Ursula Prinz 49

der Schrecken und die Angst vor dem Weltuntergang bzw.

dem Krieg, sowie der Mensch in der Großstadt: Ich und die

Stadt, so einer seiner Bildtitel. Er selber beschreibt seinen

damaligen Zustand: „ (…) und ein schmerzhafter Drang

gab mir ein, alles Gradlinig-Vertikale zu zerbrechen. Auf

alle Landschaften Trümmer, Fetzen und Asche zu breiten.

Wie baute ich immer auf meine Felsen die Häuserruinen,

klagevoll gespalten, und der Weheruf der kahlen Bäume

zackte zu den krächzenden Himmeln hinauf. Wie rufende,

warnende Stimmen schwebten Berge in den Hintergründen;

der Komet lachte heiser, und Aeroplane segelten wie höllische

Libellen im gelben Nachtsturm.“ 16 Alles ist Gefühl,

Geschwindigkeit, Geräusch und Eruption. (Abb. 21)

Auch George Grosz, der die Futuristen in seinen Erinnerungen

erwähnt, zeigt sich von ihnen beeinflusst. Ihn faszinierten

vor allem die in den Manifesten geforderte und auch

ge malte Simultaneität (die Gleichzeitigkeit) sowie die Bewegt

heit. In seinen frühen Grafikmappen mit Motiven des

Großstadtlebens kann man dies nachvollziehen. Er gibt zum

Beispiel ein Mietshaus wieder, indem er die Wände transpa

rent gestaltet, sodass die Räume auf den unterschiedlichen

Geschossen einsehbar werden und das gleichzeitig

Geschehende für den Betrachter zu verfolgen ist.

11 0.17 Ausstellungskatalog Erster

Deutscher Herbstsalon der Galerie Der

Sturm, Berlin 1913

Einflüsse des Futurismus lassen sich bei sehr vielen Künstlern

nachweisen: bei bedeutenden wie Franz Marc, August

Macke, Lyonel Feininger, Paul Klee, Otto Dix, Max Ernst, Hans

Richter, Rudolf Belling, aber auch bei weniger berühmten wie

Rudolf Bauer, Fritz Stuckenberg, Oswald Herzog, Moriz Melzer,

Otto Möller (Abb. 22), William Wauer, Max Dungert. Selbst Kurt

Schwitters und der Dadaismus verdanken dem Futurismus

etwa die Collage, die Assemblage, das Lautgedicht, die

Verwendung von Buchstaben und Schrift im Bild, die anarchis

tische Grundhaltung. Raoul Hausmann wird von Marinetti

in einem Brief aus dem Jahr 1921 als „mon cher confrère“

angeredet. 17 (Abb. 23)

Marinetti hatte im Mai 1912 sein Technisches Manifest der

Li te ra tur in der Zeitschrift Der Sturm publiziert, in dem er die

Befreiung der Sprache von der Syntax forderte, die Abschaf

fung der Deklination, der Konjugation, des attributiven

Adjektivs und der Zeichensetzung. Die Substantive sollten willkürlich

angeordnet werden, Verben nur im Infinitiv gebraucht

und die Interpunktion durch mathematische Zeichen ersetzt

werden. In diesem Sinn schuf er seine Worte in Freiheit und

be einflusste dadurch auch Dichter in Deutschland, allen

voran August Stramm. Eine neue Typografie bildete sich heraus.

So lieferte der Futurismus auch eine Grundlage für die

12 0.13 Giacomo Balla: Eine Leine in Bewegung

Sturm­Postkarte

Entwicklung der grafischen Gestaltung des Gedichtes und

für das Lautgedicht. Noch Alfred Döblins 1929 erschienener

Roman Berlin Alexanderplatz ist nicht ohne den Einfluss der

futuristischen Neuerungen denkbar.

Es gab aber auch noch eine andere Szene, die dem Futurismus

eine eher belustigte Beachtung schenkte: Theodor

Däubler berichtet 1919: „Futurismusveranstaltungen wurden

überall, besonders gern in Universitätsstädten veranstaltet.

Studenten und Schauspieler verkleideten sich als Marinetti,

Papini, Carrà, Boccioni, Tavolato und lockten eine große

Menge Publikum ins Theater oder in den Saal, wo dann ein

Höllenlärm losging. Meistens brachte so ein gefälschter Fu turistenabend

ein nettes Taschengeld ein. Die Beteiligung der

Bevölkerung, besonders der Jugend, war bei echten und unechten

Veranstaltungen recht groß. Kinder führten überhaupt

in jener Zeit anstatt Indianerschlachten Futuristenkämpfe

auf. Die meisten Jungen wollten dabei lieber Futuristen als

Antifuturisten sein.“ 18

Für die Futuristen war nach dem Krieg die Novembergruppe

von größerer Bedeutung. In der allgemeinen Aufbruchstim

mung mit weltanschaulichen, politischen und sozialen

Zielen im Jahr 1919 gegründet, wurde die Novembergruppe

in den 20er Jahren immer mehr zum Treffpunkt nahezu aller

13 0.20 Telegramm von Filippo Tommaso

Marinetti an Herwarth Walden, 15. Mai 1912

14–15 0.23 Postkarte von Umberto

Boccioni an Herwarth Walden, 15. Juli 1913

Avantgardekünstler der Zeit – welcher Kunstrichtung auch immer

– und war daher ein idealer künstlerischer Schmelztiegel.

Enrico Prampolini war ein wichtiger Vermittler. Schon im

Grün dungsjahr trat er der Künstlervereinigung bei, beteiligte

sich an deren Ausstellungen und organisierte im Jahr

1922 ihre erste Auslandsausstellung in Rom. Prampolini hielt

auch Kontakt zu den Dadaisten, die ebenfalls die von der

Novembergruppe veranstalteten Abende besuchten, die keineswegs

nur der bildenden Kunst gewidmet waren.

Auch Herwarth Walden knüpfte nach dem Krieg wieder internationale

Beziehungen und besann sich auf seine Futuristen.

Er veröffentlichte nochmals seinen Nachruf auf Boccioni von

1916 und ließ auch Marinetti wieder zu Wort kommen. Die

futuristischen Bilder zeigte er zum Beispiel in der hundertsten

Ausstellung der Sturm-Galerie 1921, einer Rückschau auf die

vergangenen Jahre. Allerdings waren dort keine neuen, sondern

nur die schon aus der ersten Futuristenausstellung 1912

bekannten Arbeiten zu sehen.

1922 erschien eine italienische Sondernummer des Sturm.

Walden hatte jetzt einen neuen Mitarbeiter, den aus Sizilien

stammenden Poeten und Dramatiker Ruggero Vasari, der

aus Italien nach Berlin gekommen war und hier eine eigene

Zeitschrift, Futurismus, herausgab, von der aber nur acht


50 Futuristen in Berlin

Ursula Prinz 51

Hefte im Jahr 1922 erschienen. Dort wurden weitere futuristische

Manifeste veröffentlicht, auch das von Marinetti und

F. Gangiullo herausgegebene Manifest des synthetischen

Theaters und das Manifest der musikalischen Improvisation

von Mario Bartoccini und Aldo Mantia. 19 Daneben unterhielt

Vasari eine Galerie in der Kaiser-Friedrich-Straße 27, in der

er futuristische Künstler ausstellte. Im gleichen Jahr organisierte

er die Große Futurismusausstellung im Graphischen

Kabinett Neumann, die jedoch stilistisch sehr unterschiedlich

orientierte, bedeutende und weniger bedeutende

Künstler verschiedener Nationalitäten versammelte. Als

einziges Gründungsmitglied der Futuristen war Boccioni

vertreten.

Vasari veröffentlichte noch 1926 im Sturm eine futuristische

Dichtung auf Berlin. Darin beschreibt er unter anderem

den Kurfürstendamm: „Du bist der Priap von ganz Berlin/

Du wirst einst mein Grab sein/Tagsüber umschwirren mich

die Autos mit der Musik ihrer Motoren/Des Nachts entzünden

mir die Huren eine Perlenkette aus elektrischen

Lampen …“ 20

Eine wirklich bedeutende Futurismusausstellung hat es

zu dieser Zeit in Deutschland nicht mehr gegeben, aber

es sollte vor der endgültigen Durchsetzung der national-

16 0.26 Brief von Carlo Carrà an Herwarth Walden,

30. April 1914

sozialistischen Kunstdoktrin doch noch zu einer weiteren

Veranstaltung kommen.

Nach dem Ende des Sturm im Jahr 1932 übersiedelte

Herwarth Walden aus ökonomischen wie auch aus politischen

Gründen nach Moskau. Von dieser Zeit an versuchte

Vasari, sich als faschistischer Futurist dem nationalsozialistischen

Regime anzunähern und stieß vor allem bei den Mitgliedern

des NS-Studentenbundes auf positives Echo. Man

war bemüht, die moderne, futuristische Kunst als die Kunst

der neuen Bewegung, der faschistischen wie der nationalsozialistischen,

zu definieren. Vasari veröffentlichte 1934 eine

Anthologie Junges Italien, die er Hermann Göring widmete,

und in seiner Schriftenreihe Italien in Vergangenheit und

Ge genwart erschien sein Aufsatz „Flugmalerei – Moderne

Kunst und Reaktion“, den er auch als Eröffnungsrede zur

Aus stellung Italienische Futuristische Luft- und Flugmalerei

hielt, die am 28. Februar 1934 im Hamburger Kunstverein

und am 25. März in der ehemaligen Galerie Flechtheim am

Lützowufer 13 in Berlin eröffnet wurde. (Abb. 24)

Die Kunst des Futurismus konzentrierte sich in den 30er

Jahren auf das Erlebnis des Fliegens in modernen

Motorflugzeugen. Marinetti, der 1929 zum Mitglied der

Accademia d’Italia ernannt worden war, verfasste dazu

17–18 0.21 Brief von Filippo Tommaso Marinetti

an Herwarth Walden, 15. November 1912


52 Futuristen in Berlin

Ursula Prinz 53

ein Erstes italienisches Aereo-Wörterbuch und ein grundlegendes

Manifest, mit dem er an bereits 1909 geäußerte

Gedanken anknüpft. Bei der Ausstellung handelte es sich

um eine hochoffizielle Veranstaltung, die das deutsch-itali -

enische Bündnis feiern sollte. Auf italienischer Seite wa ren

Marinetti, der italienische Botschafter Vittorio Cerruti und

Vasari, auf der deutschen Hermann Göring als Minister prä-

sident von Preußen, Propagandaminister Joseph Goeb bels

und der Kultusminister Bernhard Rust unter den Schirm her-

ren. Auch der Präsident der Reichskammer der Bilden den

Künste, Eugen Hönig, der Direktor der Natio nal galerie,

Eberhard Hanfstaengl, und August Wilhelm von Hohen zol-

lern waren beteiligt. Die Parteispitzen erschienen allerdings

nicht zur Eröffnung. Auf Intervention von Alfred Rosenberg

war am Morgen des Eröffnungstages ein Ar tikel im Völki-

schen Beobachter veröffentlicht worden, der sich unter anderem

gegen Vasari und Marinetti als Anarchisten richtete.

Zur Eröffnung sprachen außer Vasari und Marinetti auch

der zum engen Sturm-Kreis gehörende Rudolf Blümner.

Man war bemüht, die Aeropittura als eine Kunstform zu

deklarieren, die mit der faschistischen und nationalsozialistischen

Revolution konform sei. Am nächsten Abend

gab es einen offiziellen Empfang der Union Nationaler

19 0.31 Der Sturm, Jg. 3, Nr. 110, Mai 1912

Titelseite mit einem Text von Alfred Döblin:

„Die Bilder der Futuristen“

20 0.32 Der Sturm, Jg. 3, Nr. 132,

Oktober 1912

S. 7, Franz Marc: „Die Futuristen“

Schriftsteller, dessen Vizepräsident Gottfried Benn war, im

Haus der Deutschen Presse, Tiergartenstraße 16. Zu dieser

offenbar gespenstischen Veranstaltung erschienen unter

anderem Marinetti und Vasari, NS-Funktio näre und Künstler,

Gottfried Benn, der eine berüchtigte Rede auf den Künstler

und Faschisten Marinetti hielt, Sibyl und László Moholy-

Nagy, Kurt Schwitters, der sein Gedicht Anna Blume rezitierte

und Rudolf Blümner, dessen jüdische Frau zu Hause

ge blie ben war. Benn äußerte dort die Hoffnung, Marinetti

werde in Rom darüber berichten, „dass die neue deutsche

Gesinnung die beste alte in sich aufgenommen hat und unter

der bedeutenden Führung berufen ist, an dem untheatralischen,

an dem großartig kalten Stil mitzuarbeiten, in

den Europa hineinwächst.“ 21

Im September 1934 erklärte Hitler auf dem Parteitag in Nürn -

berg die „Kubisten, Futuristen, Dadaisten“ zu den „traditions

feindlichen Kunstverderbern“, die „die nationalsozia-

listische Kunstentwicklung bedrohen.“ Dennoch kam es im

November 1937 unter großen Schwierig- und Peinlichkeiten

noch zu einer weiteren italienischen Kunstausstellung – mit

382 Werken von 181 Künstlern des frühen 19. Jahrhunderts

bis zur Gegenwart – in der Preußischen Akademie der

Künste in Berlin, an der auch Marinetti, ziemlich enttäuscht,

21 Ludwig Meidner: Bombardement einer

Stadt, 1913, Tusche, Bleistift, Tempera, 45 x 56 cm,

Berlinische Galerie, Landesmuseum für Moderne

Kunst, Fotografie und Architektur

organisatorisch beteiligt war. Selbst der gar nicht erfreute

Adolf Hitler besuchte diese Ausstellung kurz vor Schluss am

12. Dezember und nahm als Gruß und Geschenk Mussolinis

1___Zitiert nach Feierabend, Volker W.:

„Futurismus in Deutschland“. In: Lista, Giovanni:

Futurismo. Mailand 2008, S. 87/88

2___Ebd. S. 71

3___Zitiert nach Demetz, Peter: Worte in Freiheit.

Bonn 1990, S. 175

4___Eine vollständige Liste der ausgestellten

Werke findet sich zum Beispiel in Eltz, Johanna:

Der italienische Futurismus in Deutschland

1912–1922. Bamberg 1986, S. 40–42

5___Pirsich, Volker: Der Sturm. Herzberg 1985,

S. 671

6___Zitiert nach Der Sturm, Zweite Ausstellung:

Die Futuristen. Berlin 1912 (Ausst.-Kat.)

22 Otto Möller: Straßenlärm, 1920,

Öl auf Leinwand, 62 x 75,5 cm

Berlinische Galerie, Landesmuseum für

Moderne Kunst, Fotografie und Architektur

7___Zitiert nach Eimert, Dorothea: Der Einfluß

des Futurismus auf die deutsche Malerei. Köln

1974, S. 114

8___Vgl. Demetz, Peter, a.a.O., S. 64

9___Walden, Nell/Schreyer, Lothar (Hg.): Der

Sturm, Ein Erinnerungsbuch an Herwarth

Walden und die Künstler aus dem Sturmkreis.

Baden-Baden 1954, S. 14/15

10___Ebd. S. 11

11___Der Sturm, 3. Jg., Oktober 1912, Berlin, S.

187

12___Pan, Nr. 2, 1912, S. 818

13___Grosz, George: Ein kleines und ein gro-

23 0.27 Brief von Filippo Tommaso

Marinetti an Raoul Hausmann, 1921

eine Luxusausgabe der Göttlichen Komödie von Dante

entgegen. Eine weitere geplante Ausstellungsstation in

München kam dann allerdings nicht mehr zustande.

ßes Nein. Sein Leben von ihm selbst erzählt.

Hamburg 1955, S. 94

14___Siehe die Liste der ausgestellten Bilder der

Futuristen in Eltz, Johanna, a.a.O., S. 50–52

15___Ebd. S. 53

16___Eimert, Dorothea, a.a.O., S. 127

17___Der Brief befindet sich im Hannah Höch

Archiv der Berlinischen Galerie.

18___Zitiert nach Eimert, Dorothea, a.a.O.,

S. 116

19___Siehe Eltz, Johanna, a.a.O., S. 260 ff.

20___Zitiert nach Demetz, Peter, a.a.O., S. 376

21___Ebd. S. 149

24 0.5 Filippo Tommaso Marinetti und

Ruggero Vasari bei der Eröffnung der

Ausstellung Italienische Futuristische Luft-

und Flugmalerei in Berlin 1934


54

Futuristen in Berlin

0.1

Guignoni und Bossi,

Mailand

Filippo Tommaso Marinetti,

1912

Fotografie mit Widmung

für die Zeitschrift Der Sturm

aus dem Fotoalbum von

Nell Walden

Staatsbibliothek zu Berlin

Preußischer Kulturbesitz

Hdschr. 118, Bl. 73

0.2

Gino Severini: „Pan-Pan“

Tanz in Monico

Farbreproduktion des

Gemäldes, aus dem

Fotoalbum von Nell

Walden. Das Gemälde

(zerstört) befand sich in der

Ausstellung Die Futuristen

in der Galerie Der Sturm,

1912.

Staatsbibliothek zu Berlin

Preußischer Kulturbesitz

Hdschr. 121, Bl. 78r

0.3

Herwarth Walden

betrachtet seine

Porträtbüste von William

Wauer, um 1918

Fotografie aus dem

Fotoalbum von Nell

Walden

Staatsbibliothek zu Berlin

Preußischer Kulturbesitz

Dep. 41a, Bl. 63v

0.4

Umberto Boccioni: Die

Macht der Straße

Fotografie des Gemäldes

aus dem Fotoalbum von

Nell Walden

Das Gemälde befand

sich in der Ausstellung

Die Futuristen in der

Galerie Der Sturm, 1912.

Staatsbibliothek zu Berlin

Preußischer Kulturbesitz

Dep. 41a, Bl. 67v

0.5 (Abb. 24)

Filippo Tommaso Marinetti

und Ruggero Vasari bei der

Eröffnung der Ausstellung

Italienische Futuristische

Luft- und Flugmalerei in

Berlin, 1934

Fotografie

Berlinische Galerie,

Landesmuseum für

Moderne Kunst, Fotografie

und Architektur

BG­Ar1­2001, 2

0.6 (Abb. 2)

Gästebuch der Galerie

Der Sturm 10. Mai 1913–

17. Februar 1920

Eintrag von Marinetti vom

13. Oktober 1913 „Gloire

au Futurisme!“

Staatsbibliothek zu Berlin

Preußischer Kulturbesitz

Hdschr. 119, Bl. 8v­9r

0.7

Fotoporträt

Umberto Boccioni, um

1912

Sturm­Postkarte

Staatsbibliothek zu Berlin

Preußischer Kulturbesitz

Hdschr. 125, Bl. 10

0.8

Umberto Boccioni: Der

Abschied

Sturm­Postkarte

Das Gemälde befand

sich in der Ausstellung

Die Futuristen in der

Galerie Der Sturm, 1912.

Staatsbibliothek zu Berlin

Preußischer Kulturbesitz

Hdschr. 124, Bl. 47

0.9

Luigi Russolo: Zug in voller

Fahrt

Sturm­Postkarte

Das Gemälde (vermutlich

zerstört) befand sich in der

Ausstellung Die Futuristen

in der Galerie Der Sturm,

1912.

Staatsbibliothek zu Berlin

Preußischer Kulturbesitz

Hdschr. 124, Bl. 28

0.10

Gino Severini: Ruhelose

Tänzerin

Sturm­Postkarte

Das Gemälde befand

sich in der Ausstellung

Die Futuristen in der

Galerie Der Sturm, 1912.

Staatsbibliothek zu Berlin

Preußischer Kulturbesitz

Hdschr. 124, Bl. 29

0.11 (Abb. 4)

Gino Severini: Die Modistin

Sturm­Postkarte

Das Gemälde befand

sich in der Ausstellung Die

Futuristen in der Galerie

Der Sturm, 1912.

Staatsbibliothek zu Berlin

Preußischer Kulturbesitz

Hdschr. 124, Bl. 30

Foto: Berlinische Galerie,

Landesmuseum für

Moderne Kunst, Fotografie

und Architektur, Künstler­

Archive

0.12

Gino Severini:

Dynamisches Hieroglyph

vom Ball Tabarin

Sturm­Postkarte

Staatsbibliothek zu Berlin

Preußischer Kulturbesitz

Hdschr. 124, Bl. 10

0.13 (Abb. 12)

Giacomo Balla: Eine Leine

in Bewegung

Sturm­Postkarte

Das Gemälde befand sich

in der Ausstellung Erster

Deutscher Herbstsalon

in der Galerie Der Sturm,

1913.

Berlinische Galerie,

Landesmuseum für

Moderne Kunst, Fotografie

und Architektur, Künstler­

Archive

0.14 (Abb. 3)

William Wauer:

Monumentalbüste

(Herwarth Walden)

Sturm­Postkarte

Staatsbibliothek zu Berlin

Preußischer Kulturbesitz

Hdschr. 124, Bl. 20

0.15

William Wauer:

Monumentalbüste 2

(Nell Walden)

Sturm­Postkarte

Staatsbibliothek zu Berlin

Preußischer Kulturbesitz

Hdschr. 124, Bl. 21

0.16 (Abb. 5­9)

Die Futuristen

Ausstellungskatalog der

Zweiten Ausstellung der

Galerie Der Sturm, Berlin

1912

Staatsbibliothek zu Berlin

Preußischer Kulturbesitz

Nachlass Nell Walden

73099R

Foto: Riproduzione

integrale a cura dello

studio per edizioni scelte,

Firenze [1977]

0.17 (Abb. 11)

Erster Deutscher

Herbstsalon

Ausstellungskatalog der

Galerie Der Sturm, Berlin

1913

Staatsbibliothek zu Berlin

Preußischer Kulturbesitz

Sturm­Archiv, 73098 R. 5.1

0.18

Expressionisten, Futuristen,

Kubisten. Gemälde und

Zeichnungen

Ausstellungskatalog der 43.

Ausstellung der Galerie Der

Sturm, Berlin 1916

Staatsbibliothek zu Berlin

Preußischer Kulturbesitz

Nachl. Muche Nr. 6

0.19

Brief von Umberto Boccioni

an Herwarth Walden vom 8.

Mai 1912

Zwei Doppelblätter

Staatsbibliothek zu Berlin

Preußischer Kulturbesitz

Sturm­Archiv, Boccioni, Bl.

1­3

0.20 (Abb. 13)

Telegramm von Filippo

Tommaso Marinetti an

Herwarth Walden vom 15.

Mai 1912

Staatsbibliothek zu Berlin

Preußischer Kulturbesitz

Sturm­Archiv, F.T. Marinetti,

Bl. 6

0.21 (Abb. 17­18)

Brief von Filippo Tommaso

Marinetti an Herwarth

Walden vom 15. November

1912

Zwei Doppelblätter

Staatsbibliothek zu Berlin

Preußischer Kulturbesitz

Sturm­Archiv, F.T. Marinetti,

Bl. 8­9 und Bl. 10­11

0.22

Brief von Gino Severini an

Herwarth Walden vom

29. Juni 1913

Einzelblatt

Staatsbibliothek zu Berlin

Preußischer Kulturbesitz

Sturm­Archiv, Gino Severini,

Bl. 12

0.23 (Abb. 14, 15)

Postkarte von Umberto

Boccioni an Herwarth

Walden vom 15. Juli 1913

Staatsbibliothek zu Berlin

Preußischer Kulturbesitz

Sturm­Archiv, Boccioni, Bl. 4

0.24

Brief von Gino Severini an

Herwarth Walden vom

18. September 1913

Doppelblatt

Staatsbibliothek zu Berlin

Preußischer Kulturbesitz

Sturm­Archiv, Gino Severini,

Bl. 13­14

0.25

Brief von Gino Severini an

Herwarth Walden vom

9. März 1914

Doppelblatt

Staatsbibliothek zu Berlin

Preußischer Kulturbesitz

Sturm­Archiv, Gino

Severini, Bl. 16­17

0.26 (Abb. 16)

Brief von Carlo Carrà an

Herwarth Walden vom

30. April 1914

Doppelblatt

Staatsbibliothek zu Berlin

Preußischer Kulturbesitz

Sturm­Archiv, Carlo de

Carrà, Bl. 1­2

0.27 (Abb. 23)

Brief von Filippo Tommaso

Marinetti an Raoul

Hausmann, 1921

Berlinische Galerie,

Landesmuseum für

Moderne Kunst, Fotografie

und Architektur

BG­HHE II 3.4

0.28

Der Sturm, Wochenschrift

für Kultur und die Künste,

Kraus Reprint, Nendeln/

Liechtenstein 1970

Jg. 3, Nr. 103, März 1912

Aufgeschlagen S. 4–5,

Manifest der Futuristen

Staatsbibliothek zu Berlin

Preußischer Kulturbesitz

Zsn 12 361­2 1911/

12=57/104 2°

0.29

Der Sturm, Wochenschrift

für Kultur und die Künste,

Kraus Reprint, Nendeln/

Liechtenstein 1978

Jg. 3, Nr. 104, März 1912

Aufgeschlagen S. 2–3,

Filippo Tommaso Marinetti:

Manifest des Futurismus

Berlinische Galerie,

Landesmuseum für

Moderne Kunst, Fotografie

und Architektur

BG­Hb 2159/91K­2/1911

0.30

Der Sturm, Wochenschrift

für Kultur und die Künste,

Kraus Reprint, Nendeln/

Liechtenstein 1978

Jg. 3, Nr. 108, April 1912

Titelseite

Berlinische Galerie,

Landesmuseum für

Moderne Kunst, Fotografie

und Architektur

BG­Hb 2159/91K­3/1912

0.31 (Abb. 19)

Der Sturm, Wochenschrift

für Kultur und die Künste,

Kraus Reprint, Nendeln/

Liechtenstein 1970

Jg. 3, Nr. 110, Mai 1912

Titelseite mit einem Text

von Alfred Döblin: „Die

Bilder der Futuristen“

Staatsbibliothek zu Berlin

Preußischer Kulturbesitz

Zsn 12 361­

3.1912/13=105/153 2°

Foto: Staatsbibliothek

zu Berlin – Preußischer

Kulturbesitz, Sturm­Archiv,

Zsn 12361

0.32 (Abb. 20)

Der Sturm, Wochenschrift

für Kultur und die Künste

Jg. 3, Nr. 132, Oktober 1912

Aufgeschlagen S. 7, Franz

Marc: „Die Futuristen“

Staatsbibliothek zu Berlin

Preußischer Kulturbesitz

Sturm­Archiv, Zsn 12361

0.33

Der Sturm, Wochenschrift

für Kultur und die Künste,

Kraus Reprint, Nendeln/

Liechtenstein 1970

Jg. 4, Nr. 172/173, August

1913

Aufgeschlagen S. 2 mit

einem Text von Adolf

Behne: „Gino Severini“

Staatsbibliothek zu Berlin

Preußischer Kulturbesitz

Zsn 12 361­4.1913/

14=154/203 2°

0.34

Der Sturm, Wochenschrift

für Kultur und die Künste,

Kraus Reprint, Nendeln/

Liechtenstein 1979

Jg. 4, Nr. 194/195, Zweites

Januarheft 1914

Aufgeschlagen S. 6 mit

einem offenen Brief von

Robert Delaunay

Berlinische Galerie,

Landesmuseum für

Moderne Kunst, Fotografie

und Architektur

BG­Hb 2159/91K­4/1913

0.35

Der Sturm, Wochenschrift

für Kultur und die Künste,

Kraus Reprint, Nendeln/

Liechtenstein 1970

Jg. 13, Juli/August 1922,

Aufgeschlagen S. 97 mit

einem Text von Herwarth

Walden: „Umberto

Boccioni“

Staatsbibliothek zu Berlin

Preußischer Kulturbesitz

Zsn 12 361­13.1922, Nr 1/12


0.36

Der Sturm, Wochenschrift

für Kultur und die Künste,

Kraus Reprint, Nendeln/

Liechtenstein 1970

Jg. 13, Juli/August 1922,

Aufgeschlagen S. 98 mit

einem Text von Herwarth

Walden: „Umberto

Boccioni“ und S. 99 mit

einer Abbildung von

Umberto Boccioni: Quelli

che restano

Berlinische Galerie,

Landes museum für

Moderne Kunst, Fotografie

und Architektur

BG­Hb 2159/91K­13/1922

0.37

Raoul Hausmann (Hrsg.)

Der Dada, Nr. 1, Berlin, Juni

1919

Faksimile

Berlinische Galerie,

Landesmuseum für

Moderne Kunst, Fotografie

und Architektur

BG­HHE I 12.30

55


108

Literatur

Publikationen

1.44c 1.44d 1.44e

1.44f 1.44g

Fortunato Depero

Futuristischer Depero

Ausgaben Dinamo-Azari,

Mailand, 1927

109


166 Malerei

167

2.43

Tullio Crali

Sich in das Wohngebiet

einschneisen, 1939


212 Theater

Szenografie

213

5.3 5.4 5.5

Fortunato Depero

Kostüme für „Le Chant du

Rossignol“, 1917


190 Skulptur

Plastische Dynamismen 191

3.21

Renato Bertelli

Unendliches Profil, 1933


262 Fotografie

Das futuristische Porträt 263

6.9

Fortunato Depero

Selbstporträt mit Grimasse,

11. November 1915

6.10

Fortunato Depero

Selbstporträt mit Faust,

24. März 1915

6.11

Fortunato Depero

Zynisches Lachen,

April 1915


266 Fotografie

Das futuristische Porträt 267

6.14

Mario Castagneri

Deperos Hände: Klarheit

und Wille, ca. 1930

6.15

Studio Abeni & Co.

Fortunato Depero

zwischen den leuchtenden

Glühbirnen eines

Umkleideraums (Depero,

Maler und Dichter), 1927


268 Fotografie

Das futuristische Porträt 269

6.16

Tato

Flugselbstporträt, ca. 1930

6.17

Tato

Fantastisches Flugporträt

von Mino Somenzi, 1934

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine