Prof. Dr. Rudolf Tippelt - Bildungsbericht Ruhr

bildungsbericht.ifs.dortmund.de

Prof. Dr. Rudolf Tippelt - Bildungsbericht Ruhr

Gliederung• Auftrag der Bildungsberichterstattung• Differenzierende Prinzipien und Zieldimensionen• Indikatoren und Bildungsplanung• Steuerung und Bildung• Steuerung als zweckrationales Handeln• „Educational Research meets Educational Planning“• Steuerung als Orientierung und AufklärungProf. Dr. Rudolf TippeltInstitut für Pädagogik


Auftrag der Bildungsberichterstattung• Hohe Qualität und Durchlässigkeit des regionalen und nationalenBildungsraums• Basis für politische Entscheidungen anhand systematischer, wissenschaftlichgestützter und auf Dauer angelegter Beschaffung, Aufbereitung undAuswertung von Informationen über den regionalen Bildungsraum unddessen UmfeldProf. Dr. Rudolf TippeltInstitut für Pädagogik


Bildungsmonitoring in Regionen• Kooperation und gemeinsame Steuerung durch Bund, Land undKommunen• Erstellung und Prozessleitung des Bildungsberichts Ruhr durch das Institutfür Schulentwicklungsforschung TU Dortmund (Hauptkriterium: empirischkompetent und ungebunden/neutral)Prof. Dr. Rudolf TippeltInstitut für Pädagogik


Nationale und internationale Bildungsberichte (z.B.)• Bildungsbericht Ruhr• Nationale Bildungsberichte in Deutschland (2006, 2008, 2010, 2012), Schweiz,Großbritannien, Kanada, Niederlande, Österreich, USA, etc.• OECD: Education at a Glance• Large-Scale-Assessments (z.B. PISA; PIAAC - Programme for the InternationalAssessment of Adult Competencies)• Bildungspanel• AES (Adult Education Survey)Prof. Dr. Rudolf TippeltInstitut für Pädagogik


Differenzierende Prinzipien• sozioökonomischer Hintergrund, Migration, Geschlecht, Bildung• Kommunen, Regionen, Länder• Regionaler und Internationaler Vergleich• Zeitreihe: Sozialer Wandel, Kohorten- und PeriodeneffekteProf. Dr. Rudolf TippeltInstitut für Pädagogik


Zieldimensionen undInterventionsfelder(siehe Bildungsberichterstattung 2006)• individuelle Regulationsfähigkeit (Problemlösung)• gesellschaftliche Teilhabe und Chancengleichheit• Humanressourcen (Qualifikationen und Kompetenzen)Prof. Dr. Rudolf TippeltInstitut für Pädagogik


Steuerung und IndikatorenZu klären sind die BegriffeIndikatorenundSteuerungProf. Dr. Rudolf TippeltInstitut für Pädagogik


Indikatorengestützte problemorientierte Analyse des Bildungswesens (Lebenslanges Lernen/Bildung im Lebenslauf)• frühkindliche Bildung• allgemein bildendes Schulwesen• berufliche Ausbildung• Hochschulbildung• Weiterbildung (beruflich, allgemein, politisch)• außerschulische JugendbildungProf. Dr. Rudolf TippeltInstitut für Pädagogik


Indikatoren sind (1)• empirisch relevante und belastbare Informationen über jeweilige Bereiche desBildungswesens• in Zeitreihen fortschreibbare Datensätze• international, länderspezifisch oder regional vergleichbarProf. Dr. Rudolf TippeltInstitut für Pädagogik


Steuerungsrelevante Informationen für Bildungspolitik, -planung und -praxisRahmenbedingungen (input)Verlaufsmerkmale (process)Ergebnisse (output)längerfristige Erträge (outcome)Prof. Dr. Rudolf TippeltInstitut für Pädagogik


Indikatoren für formales, non-formales und informelles Lernen• unterschiedliche Lern- und Bildungsorte (z.B. Schule, Weiterbildungseinrichtungen vs.Familie, Arbeitsplatz)• formales Lernen in Institutionen vs. alltägliches und informelles Lernen• kognitive Kompetenzen vs. soziale und emotionale Kompetenzen•Priorität formaler und non-formaler BildungsorteProf. Dr. Rudolf TippeltInstitut für Pädagogik


Steuerung und Bildung (1)• pädagogische Forschung in pragmatischer, nicht in ‚kontemplativer‘ Absicht (H.Albert, kritischer Rationalismus)• Keine Utopien, keine evolutionäre Entwicklung, keine absolut sicheren Prognosen –Aber: rational kontrollierte Planung („Stückwerktechnologie“ im Sinne von K. Popper)• Transformation theoretischer und empirischer Systeme (deskriptive und explikativeAussagen) in sozialtechnologische AussagenProf. Dr. Rudolf TippeltInstitut für Pädagogik


Steuerung und Bildung (2)Einige Einschränkungen:• sachlich empirisch gehaltvolle Information und Freiheit der praktischen undpolitischen Zwecksetzung• kein naturalistischer Fehlschluss• Komplexität der Bildungsplanung und -praxis (Technologiedefizit pädagogischenWissens)• Vielfalt der Antecedensbedingungen• dichte Deskription, kein nomothetisches KausalwissenProf. Dr. Rudolf TippeltInstitut für Pädagogik


Steuerung und Bildung (3)Indikatorengestützte Berichterstattung auf verschiedenen Ebenen:‣ Makroebene: nationale und regionale Bildungsplanung‣ Mesoebene: evidenzbasierte Leistungsebene von Bildungsinstitutionen( Bildungsstandards)‣ Mikroebene: Bedeutung für Professionalisierung der pädagogischen Praktiker(Lehrende, Planer) Gefahr des „trägen“ Wissens zumBildungssystem - Transfer indikatorenbasierten pädagogischen Wissens?Prof. Dr. Rudolf TippeltInstitut für Pädagogik


Steuerung als „zweckrationales Handeln“ (1)„Zweckrational handelt, wer sein Handeln nach Zweck, Mitteln und Nebenfolgen orientiert,und dabei sowohl die Mittel gegen die Zwecke, wie die Zwecke gegen die Nebenfolgen, wieendlich auch die verschiedenen möglichen Zwecke gegeneinander rational abwägt: alsojedenfalls weder affektuell (und insbesondere nicht emotional) noch traditional handelt“(Weber 1964, 13).Prof. Dr. Rudolf TippeltInstitut für Pädagogik


Handlungstypen bei M. WeberHandlungstypen , Typen der Herrschaft und der BildungLegale Herrschaft Traditionale Herrschaft CharismatischeHerrschaftProf. Dr. Rudolf TippeltInstitut für Pädagogik


Steuerung als „zweckrationales Handeln“(3)Also:Zwecke bleiben kritischen Reflexionen zugänglichProf. Dr. Rudolf TippeltInstitut für Pädagogik


Steuerung als „zweckrationales Handeln“(4)Steuerung bedarf der Ziel- und Zwecksetzung:Wer setzt Zwecke für bildungspolitisches und planendes Handeln?‣ Primat der Politik (demokratisch legitimiert)‣ Einfluss der Erziehungswissenschaft und BildungsforschungProf. Dr. Rudolf TippeltInstitut für Pädagogik


Prozess des Bildungsmonitorings (Wissensmanagement)Wissensmanagement: Generierung, Speicherung, Kommunikation, TransferAuswertungProgramm– Sammeln von Stellungnahmen– Folgerungen aus dem Bericht– Erkenntnislücken schließen– Datenlücken schließen– Bezüge zur Berichterstattung anderer Länder– Abstimmung der Produkte und Prozesse unter den beteiligten Akteuren undVerbreitung der ErgebnisseNächster BildungsberichtProf. Dr. Rudolf TippeltInstitut für Pädagogik


Steuerung (ausgewählte Fragen)Wirkungen:Nutzt Bildungsplanung und -politik bislang indikatorenbasiertes pädagogischesWissen?Wie kann Bildungsplanung und -politik dieses analytisch deskriptive Wissenintensiv nutzen?Prognosen:Sind Voraussagen von Wirkungen alternativer bildungspolitischer und -praktischer Maßnahmen zur Realisierung erwünschter Effekte möglich?Prof. Dr. Rudolf TippeltInstitut für Pädagogik


Steuerung (ausgewählte Fragen)Zwecke und Ziele:Beeinflusst Bildungsberichterstattung die bildungs- politische Zwecksetzung(Steuerung durch Orientierungswissen) oder beeinflussen bildungs-politische Zieledie Bildungsberichterstattung (Auftragsforschung)?Kann man auf der Basis indikatorenbasierten empirischen Wissens ein bestimmtesbildungspolitisches und -praktisches Handeln empfehlen (‚Ableitung‘ sicher nichtmöglich)?Prof. Dr. Rudolf TippeltInstitut für Pädagogik


„Educational research meets educational planning“1. Frühe Förderung ausbauen2. Zukunftsorientiertes schulisches Lernen: Solides Fachwissen und fachübergreifende Kompetenzen, Bildungsstandardseinführen3. Ganztagsschule stärken4. Duale und vollzeitschulische Berufsausbildung behaupten5. Studierenden- und Akademikerquote erhöhen6. Lernen, ein Leben lang: Weiterbildung/Erwachsenenbildung stärken7. Das pädagogische Personal: Schlüssel für die Bildungsentwicklung8. Gleiche Teilhabe von Frauen und Männern als durchgängiges Leitprinzip9. Ausgrenzung vermeiden und abbauen, Inklusion fördern und drop out reduzieren10. Migrantinnen und Migranten bilden und qualifizieren11. Lernorte öffnen und verknüpfen, Bildung auf nationaler und regionaler Ebene entwickeln12. Mehr Eigenverantwortlichkeit für Bildungseinrichtungen, Lernen aus Evaluationen, Qualität sichernProf. Dr. Rudolf TippeltInstitut für Pädagogik24


Steuerung (ausgewählte Fragen)Welcher Begriff der Steuerung ist adäquat?• Orientierung• Aufklärung• Keine Sozialtechnologie, aber Rationales HandelnProf. Dr. Rudolf TippeltInstitut für Pädagogik


Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!Prof. Dr. Rudolf TippeltInstitut für Pädagogik

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine