Nr. 3 / März 2010 - KV Schweiz

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Nr. 3 / März 2010 - KV Schweiz

29. 3. 2010Heft 3Das Magazin für Bildung und BerufUlrich ThielemannDer Wirtschaftsethiker überMoral und falsche AnreizeFreiwilligenarbeitDie Schweiz profitiert von unzähligenehrenamtlich TätigenSchwerpunkt JugendVorbereitung auf die LAP – fürLernende und Berufsbildner


EditorialInhaltIm Büro Yogyakarta, Indonesien 5Unbürokratisch 6Leserbriefe, KV in den Medien, Webrating 7Politik und Wirtschaft 8Auf den ersten Blick scheint die Zahlbeinahe unmöglich hoch zu sein: Rund700 000 000 Stunden jährlich werden inunserem Land unentgeltlich gearbeitet.Doch wer diese 700 Millionen Stundendurch die 52 Wochen eines Jahres und dierund 3 Millionen Menschen teilt, die dieseArbeit leisten, kommt tatsächlich auf denhalben Tag pro Woche, den ehrenamtlichTätige im Durchschnitt laut Statistik aufwenden.Ohne Zweifel: Freiwilligenarbeit istgesellschaftlich und volkswirtschaftlichvon enormer Bedeutung. Denn wer solltedas bezahlen, wenn all die Betreuungen,Pflegen, Trainings, Sitzungen, Sammlungenund weiteres mehr entschädigt werdenmüssten? Eben. Einmal abgesehenvom grossen finanziellen Aufwand, denniemand zu leisten bereit oder in der Lagesein dürfte, haben wohl auch jene recht,die vor einer Professionalisierung der bisherfreiwillig geleisteten Arbeit warnen,weil diese ihren Charakter verlierenwürde, sobald eine reguläre Entlöhnungim Spiel ist. Denn wer anderen (fast) ohneEntgelt Gutes tut, steigert auch das eigeneSelbstwertgefühl.Trotzdem: Eine bessere Wertschätzungdes Ehrenamts tut not. Denn dieVergleiche mit früheren Jahren weisendarauf hin, dass die Bereitschaft zur Freiwilligenarbeiteher rückläufig ist. Einmögliches Gegenmittel gibt es bereits:Mit dem sogenannten Sozialzeitausweiskann das unentgeltliche Engagement belegtund bei Bedarf auch ausgewiesenwerden. Noch aber fehlt vorab in der Wirtschaftdas Verständnis oder nur schondas Interesse, diesen Ausweis als Ausdruckvon ausserberuflich erworbenenFähigkeiten oder Kompetenzen auchernst zu nehmen. Angesichts des enormenAusmasses der Freiwilligenarbeitsollte sich das schleunigst ändern.Thomas HeebAuftakt Elternurlaub/Personenfreizügigkeit/SozialversicherungenKolumne Von Mario Fehr 9Präsentismus Wenn Angestellte trotz Krankheit arbeiten 10Monatsinterview Ulrich Thielemann über soziale Marktwirtschaft 12Dossier Freiwilligenarbeit 16Ehrenamtliches Engagement hat einen hohen StellenwertPeter Thalmann, Fussballclub Horw 17Rita Gut, Besuchsdienst Lenzburg 18Frau Margrit, Dargebotene Hand Zürich 20Emmy Notter, SP Basel 21Martin Kümmerli, Feuerwehr Zug 23Beruf und Bildung 24Auftakt KV Schweiz auf Youtube/Bildungsstudie/WeiterbildungsgesetzKolumne Von Astrid van der Haegen 25Schwerpunkt JugendIn der JBS proben Jugendliche die Selbstständigkeit 26LAP – Tipps für Lernende und Berufsbildende 29Leben Martin Scholl – vom KV-Stift zum Banken-CEO 32Ratgeber Büroalltag/Bildung/Recht/Jugend 36KV Aktuell/Sektionen Veranstaltungen und Informationen/Personen im KV 38Impressum 44Rätsel SBB-Tageskarten zu gewinnen 45Cartoon Von Ruedi Widmer 46Titelbild/Dossier: Martin Kümmerli ist Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Zug(Foto Titelbild: Priska Ketterer).context 3 – 2010


4 Bachelor-Studiengänge Sport und Studium– Bau und Gestaltung– Betriebsökonomie– Informationswissenschaft– Multimedia Production (nur Vollzeit)– Systemtechnik NTB– Tourismus (nur Vollzeit)Bestellen Sie die detaillierteStudieninformation unterwww.htwchur.ch.Pimp your life?StudienbeginnHerbst 2010An der HTW Chur eine idealeKombination, auch für Leistungssportler.Die meisten Studiengängekönnen in Teilzeit oder berufsbegleitendabsolviert werden. Zudembietet das Hochschulsportprogrammüber 20 verschiedene Sportartenan wie Lauftraining, Krafttraining,Schwimmen, Kickboxen,Fussball, Unihockey, Spinning etc.HTW ChurHochschule für Technik und WirtschaftPulvermühlestrasse 57, CH-7004 ChurTelefon +41 (0)81 286 24 24E-Mail hochschule@htwchur.chMitglied der FHOFachhochschule Ostschweiz


Im Büro5Kasongan, Yogyakarta, IndonesienSri Yekti Pratiwi Sari arbeitet als Marketing-Assistentinbei einem Familienunternehmenin Kasongan, einem Vorort derindonesischen Kulturmetropole Yogyakarta,der für sein Kunsthandwerk berühmtist. Die Firma produziert KeramikundHolzobjekte.Interview und Fotos Christina SchottHatten Sie als Kind einen Traumberuf?Als Kind wollte ich Hebamme werden.In meinem Dorf gab es keinen Arzt, sodass die Hebamme die kranken Leutepflegte. Ich wollte später auch krankenMenschen helfen können.Welchen Beruf übten Ihr Vater/IhreMutter aus?Meine Eltern waren beide Grundschullehrer.Was arbeiten Sie?Ich arbeite als Marketing-Assistentinim Kunsthandwerksunternehmen P.T.Timboel, dem grössten hier in der Gegend.Welche Ausbildung haben Sie gemacht?Mit meiner Ausbildung hat mein Jobnicht sehr viel zu tun: Ich habe Soziologiestudiert.Seit wann sind Sie hier tätig?Seit zehn Jahren.Was produziert Ihre Firma?P.T. Timboel stellt vor allem KeramikundHolzprodukte her – zum Beispiel Vasen,Statuen, Lampen und andere Einrichtungsgegenstände.Wir haben hier inKasongan mehrere Läden und Show-Räume, aber wir exportieren auch, nachAustralien und Europa zum Beispiel.Wie lange brauchen Sie von IhremWohn- zu Ihrem Arbeitsort?Ich brauche zehn Minuten zu Fuss,mit dem Moped geht’s natürlich schneller.Was schätzen Sie an Ihrem Beruf?Dass ich so viele Menschen treffenkann. Am meisten Spass macht mir, unterschiedlicheStrategien zu entwickeln,um Kunden aus anderen Regionen undLändern für unsere Produkte zu interessieren.Woran stören Sie sich?Wenn die Leute in der Hochsaisonkaufen wie verrückt, ohne nachzudenken,und sich hinterher dann die Reklamationenhäufen, weil sie die Waren eintauschenwollen.Arbeiten Sie hauptsächlich im Teamoder allein?Ich arbeite ausschliesslich im Team.Wie viele Stunden pro Wochearbeiten Sie?Eigentlich muss ich sieben Stundenam Tag arbeiten, sechs Tage die Woche,aber oft werden es dann doch mehr.Wie oft machen Sie Ferien?Ich nehme mir einmal im Jahr eineWoche Urlaub, um Weihnachten bei meinenEltern zu feiern.Wie viel verdienen Sie pro Jahr?Ich verdiene (umgerechnet) 1620 Euroim Jahr – inklusive Bonus.Würden Sie gerne mehr verdienen odersind Sie zufrieden?Eigentlich bin ich zufrieden. Ein bisschenmehr Geld wäre immer gut, aber mirist wichtiger, dass mir mein Job Spassmacht. Und wenn es mal brennt, dannhilft der Chef aus.Waren Sie je arbeitslos?Ich war einmal länger als ein Jahr arbeitslos,weil ich eine langwierige Krankheithatte. Das war keine schöne Zeit.Reden Sie mit Ihrem Partner über dieArbeit?Nein, zumindest nicht zu Hause, dasist eine Abmachung. Dort soll die Familieim Mittelpunkt stehen!Haben Sie Kinder? Was soll aus dieseneinmal werden?Ich habe einen sechsjährigen Sohn.Es ist mir sehr wichtig, dass er eine guteAusbildung erhält. Später soll er arbeiten,was immer er will – Hauptsache ist, dasser glücklich wird.Steckbrief LandStadt Kasongan, Yogyakarta,IndonesienEinwohner 240 MillionenArbeitslosenquote 8 ProzentDurchschnittseinkommen umgerechnetca. 160 Euro im MonatGewerkschaftlicher Organisationsgrad3% der Erwerbstätigen und 10% der imformalen Sektor Beschäftigten sind inGewerkschaften organisiertWichtigste Exportartikel Öl, Gas,Elektrogeräte, Sperrholz, Textilien,KautschukSteckbrief PersonName Sri Yekti Pratiwi SariAlter 40Zivilstand verheiratetWohnform EinfamilienhausWohnort Kasongan, Yogyakarta,Indonesiencontext 3 – 2010


6UnBürokratischOliver Pahud, Mitarbeiter bei swissrent a sport, gibt in der Filiale Flumserberg Ausleihdaten in den PC ein. Foto: Atelier MFM/Ex-Presscontext 3 – 2010


PersonenfreizügigkeitMissbrauch bekämpfenDer Bundesrat hat seine Vorschläge präsentiert,wie er Missbräuchen bei der Personenfreizügigkeitvorbeugen will.Kaum stiegen die Arbeitslosenzahlenim letzten Jahr an, flammte auch die Diskussionüber Sinn und Unsinn der Personenfreizügigkeitauf. Im Zentrum standdie Frage, ob entlassene EU-Bürger/innenunsere Arbeitslosenversicherungmissbrauchen, und einzelne bürgerlichePolitiker forderten gar die Kündigung derbilateralen Verträge.Nun liegt die Antwort des Bundesratesauf diese Debatte vor. Darin hält er fest,dass die Personenfreizügigkeit derSchweiz unter dem Strich «grossen Nutzen»bringe und dass die Zahl der erteiltenJahresaufenthaltsbewilligungen umrund einen Drittel abgenommen habe.Gleichzeitig schnürte er ein Massnahmenpaket,um gegen «allfällige künftigeMissbrauchsfälle konsequent vorgehenzu können», wie es in der Medienmitteilungdes Bundes heisst. Die wichtigstenMassnahmen sind:> Fälle, in denen sich EU-Bürger wenigerals einen Monat nach ihrer Einreise beider Arbeitslosenversicherung (ALV)Fünf Jahre nach der Einführung der Mutterschaftsversicherungwird jetzt über derenAusbau nachgedacht. Der KV Schweiz istMitorganisator einer entsprechenden Veranstaltung.Erwerbstätige Frauen haben in derSchweiz seit dem 1. Juli 2005 vierzehn Wochenbezahlten Mutterschaftsurlaub. Väterbekommen ein paar Tage frei, wennihr Kind zur Welt kommt. Die Rollenverteilungin Familie und Beruf ist damit vorgespurt.Wenn auch Männer eine längere bezahlteAuszeit nehmen könnten, würdensie sich stärker in der Familie engagieren?Das Beispiel Deutschland zeigt, dass demso ist. Dort hat das neue Elterngeldzeit-Gesetz positive Wirkung: Dank der Partnermonatebeteiligen sich Väter auchspäter selbstverständlicher an Familienaufgabenund Kinderbetreuung.Darüber referiert Svenja Pfahl vom Institutfür sozialwissenschaftlichen Transferin Berlin anlässlich der Veranstaltung«Zeit für Elternurlaub» am 10. Mai um19 Uhr im Kaufleuten in Zürich. Im nachfolgendenPodiumsgespräch diskutierenmelden, werden konsequent auf Rechtsmissbrauchgeprüft.> Ist eine Person mit AufenthaltsbewilligungB während mindestens 12 Monatenarbeitslos, wird die Aufenthaltsbewilligungnur noch um ein Jahrverlängert. Ist sie danach immer nocharbeitslos, hat sie keinen Anspruchmehr auf Verlängerung.> Die Arbeitslosenversicherung soll denAusländerbehörden automatisch Informationenzur Verfügung stellen, welcheaufenthaltsrechtliche Folgen haben.> Durch verstärkte Kontrollen bei denflankierenden Massnahmen sollen missbräuchlicheStellenantritte und SozialundLohndumping verhindert werden.> Die Scheinselbstständigkeit soll bekämpftwerden, weil sie oft dazu benutztwird, Mindeststandards bezüglichLohn und Arbeitsbedingungen zuunterlaufen.Hansueli Schütz vom KV Schweiz findetdie geplanten Massnahmen «grundsätzlichbegrüssenswert». Vor allem dieStärkung der flankierenden Massnahmenund die Bekämpfung der Scheinselbstständigkeitseien sehr sinnvoll. iboEs ist Zeit für ElternurlaubRuth Derrer Balladore vom SchweizerischenArbeitgeberverband, SP-NationalrätinJacqueline Fehr, René Hoppeler, LeiterPersonal Zürcher Kantonalbank, undMarkus Theunert, Präsident männer.ch,über einen Ausbau der Mutterschaftsversicherungin der Schweiz. Organisiertwird der Anlass von der Fachstelle fürGleichstellung der Stadt Zürich zusammenmit dem KV Zürich und dem KVSchweiz.Auch in anderen LändernNebst Deutschland kennen übrigens auchandere Länder Europas einen Elternurlaub:In Schweden gibt es 15 Monate Urlaub,wobei der Vater mindestens einenMonat nehmen muss. In Finnland erhaltenFrauen 21 Wochen Mutterschaftsurlaubund weitere 31 Wochen können siesich mit ihren Partnern aufteilen. 28 Wochensind es in Dänemark, wovon der Vater10 Wochen nehmen kann. In Islandstehen Vater und Mutter je 3 Monate zu,den Rest der 9 Monate können sich freiaufteilen. Luxemburg gibt den Eltern zusammen6 Monate. pdKolumneMehr Fairness!Von Mario FehrDas Volk hat gesprochen und dies mehrals nur deutlich: Das klare Nein derStimmberechtigten zur Senkung des Umwandlungssatzesin der Zweiten Säule isteine direkte Folge der Weigerung vonBundesrat und Parlament, in der beruflichenVorsorge faire Rahmenbedingungenzu schaffen. Es ist ein Auftrag,endlich Transparenz bei den Verwaltungskostenzu schaffen und die Überschussbeteiligungder Lebensversicherereinzuschränken. Der KaufmännischeVerband erwartet jetzt rasche Schritte indiese Richtung.Das Nein ist aber auch ein deutliches Signalgegen Sozialabbau. Die Politik inBundesbern muss dieses Signal ernstnehmen und zwar schnell. Mit dem Neinzur BVG-Revision hat sonst nur die ersteeiner Serie von Sozialabbau-VorlagenSchiffbruch erlitten. Leistungskürzungenfür Angestellte drohen auch in derAHV, der Arbeitslosen- und der Unfallversicherung.Immerhin hat der Nationalratnach der BVG-Abstimmung einen Teilseiner radikalen Kürzungsbeschlüsse beijungen Arbeitslosen zurückgenommen.Wir vom KV Schweiz müssen aber wachsambleiben. Ein Abbau bei der Arbeitslosenversicherungist weder eine gute nocheine faire Antwort auf steigende ArbeitslosenzahlenEs braucht vielmehr gezielteInvestitionen in die Aus- und Weiterbildung.Bildungsgutscheine, mehr Bildungsurlaubeund mehr Mittel für die Berufsbildung– das alles sind Massnahmen,die mithelfen, dass Angestellte arbeitsmarktfähigbleiben und die SchweizerWirtschaft rasch aus der Krise findet. DerKV wird sich auch in Zukunft für einegute Aus- und Weiterbildung seiner rund55 000 Mitglieder und gegen den Sozialabbauzur Wehr setzen.Mario Fehr ist Nationalrat undPräsident des KV Schweiz.mario.fehr@kvschweiz.ch9context 3 – 2010


10Krank zur ArbeitPolitik und WirtschaftPräsentismus. In der Krise fürchten immer mehr Angestellte um ihren Jobund erscheinen krank zur Arbeit oder markieren eine Scheinpräsenz.Dieses Phänomen hat schwerwiegende Auswirkungen auf die Gesundheitund die Unternehmung. Von Elias KopfArbeiten, wenn man eigentlich ins Bett gehörte – in der Krise ein häufiges Phänomen.Schon 2009 wehte den Schweizer Angestelltenein rauer Wind ins Gesicht,und im Januar 2010 erreichte die Arbeitslosigkeitmit 4,5 Prozent den höchstenStand seit zwölf Jahren. Kein Wunder,geht in den Betrieben das Gespenst derKündigung um. In der Folge wagen immerweniger Arbeitnehmer, ihrem Chef einArztzeugnis vorzulegen. Stattdessen erscheinensie krank am Arbeitsplatz –Fachleute sprechen von Präsentismus.«Herrscht erhöhter Druck im Unternehmen,tritt auch Präsentismus vermehrtauf», konstatiert Christian Feldhausen,Sprecher der KrankenkassengruppeGroupe Mutuel.Die Statistiken bestätigen den Zusammenhang.So drückte die Krise den Krankenstandetwa in Deutschland im letztenJahr auf den niedrigsten Wert seit 40 Jahren.Für die Schweiz liegen zwar erst dieZahlen für 2008 vor. Doch sie zeigen gegenüberdem Vorjahr bereits einen Rückgangder Jahresabsenzen pro Vollzeit-stelle um fünf Stunden auf rekordtiefe 67Stunden an.Tricks sind gefährlichHauptursachen für Präsentismus sindeinerseits Angst um den Arbeitsplatz,andererseits übertriebener Teamgeist.Allerdings tritt gelegentlichnoch eine weitere Spielart auf, dieman als Scheinpräsenz bezeichnenkönnte: Mitarbeiter, die mit viel Raffinessebloss so tun, als wären sie amarbeiten – etwa indem sie nach Feierabendhäufig das Licht brennen lassenoder ihre Jacke in der Garderobevergessen. Oder Kollegen, die jedeMittagspause durchrackern und immereine dicke Mappe voller Dossiersmit ins Wochenende nehmen.Solche Eulenspiegeleien kämen zwardurchaus vor, erklärt Barbara Gisi,Leitern Angestelltenpolitik beim KVSchweiz: «Es gibt auch Personen, diemit viel Brimborium Aufgaben an sichreissen, mit denen sie dann regelmässigüberfordert sind.» Damit bringeman aber nicht nur das Team gegensich auf, auch die Vorgesetzten fielennur selten auf die Masche herein.Denn es sehe rasch nach Überforderungaus, wenn jemand in 16 Stundennicht mehr leiste als andere an einemnormalen Arbeitstag. «Personen, diesich mit solchen Tricks Vorteile erschleichenwollen, vergiften das Arbeitsklima.Wenn das Phänomen umsich greift und die halbe Abteilungbloss noch Schaumschlägerei betreibt,ist die Unternehmenskulturkrank. Dann sollte man sich überlegen,ob nicht ein Stellenwechsel angezeigtist», rät Gisi.Typische KrisenproblemeAngst um die Stelle, Konflikte am Arbeitsplatzund physische oder psychische Leidensind allerdings nicht die einzigen Ursachenfür Jobpräsenz ohne Konzentration,Effizienz und Leistung, wie StefanBoëthius, Geschäftsleitungsmitglied derBeratungsfirma ICAS in Wallisellen/ZH,erklärt: «Auch ernste private Sorgen könnendas Leistungsvermögen von Mitarbeitendenüber Wochen und Monate starkreduzieren.»Zu den Dienstleistungen von ICAS gehörtdeshalb die externe telefonische Beratungsolcher Mitarbeiter im Auftrag vonFirmen. «Wir spürten den krisenbedingtenAnstieg des Präsentismus im letztenJahr durch die Zunahme unserer externenMitarbeiterberatung um einen Viertel»,erklärt Boëthius. Meist gehe es dabeium Probleme, wie sie für eine Wirtschaftskrisetypisch seien: Entlassung, Schulden,Stress, Depression, Burnout und zwischenmenschlicheSpannungen am Arbeitsplatz.Darüber hinaus ziehe die Kriseauch das Privatleben in Mitleidenschaft.Boëthius: «Wir stellen eine erhebliche Zunahmevon Trennungen und Scheidungenfest.» Werden solche Probleme in dentelefonischen Beratungsgesprächen the-context 3 – 2010


11Was ist Präsentismus?Präsentismus im engen Sinn heisst,am Arbeitsplatz zu erscheinen, obwohles der Gesundheitszustand eigentlichnicht erlaubt. Grund sindphysische, psychische, chronischeoder sporadische Erkrankungen. Imweiteren Sinn bezeichnet Präsentismusauch die verminderte LeistungsundKonzentrationsfähigkeit infolge> Müdigkeit oder Ablenkung durchprivate oder berufliche Probleme;> Stress oder zu vielen Überstunden;> Motivationsverlust und «innererKündigung».matisiert, versucht das ICAS-Team, Handlungsmöglichkeitenaufzuzeigen. Besonderswichtig ist Boëthius zufolge dieKommunikation: «Viele trauen sich nicht,mit ihrem Chef zu reden. Würden sie estun, sähen sie oft, dass ihre Sorgen umsonstwaren. Unsere Spezialisten coachensolche Mitarbeiter und helfen ihnen, sichauf das Gespräch mit dem Vorgesetztenvorzubereiten.»Absenzenrückgang ist WarnsignalGefordert ist allerdings auch die Unternehmensführung.Denn ein Absenzenmanagement,das auf Angst und Kontrollebasiert, verstärkt den Präsentismus.Ein plötzlicher starker Rückgang der Absenzenist somit kein Grund für den Chef,sich auf die Schulter zu klopfen, sonderneher ein Warnsignal. Als Gegenmassnahmeempfiehlt die Groupe Mutuel einmodernes HR-Management, das Präsentismusdurch einen proaktiven Führungsstilverhindert. Flankierend fordert dieKrankenkassengruppe individuelle Unterstützungsmassnahmenfür Mitarbeitermit privaten oder beruflichen Problemen.Ohne solche Gegenmassnahmenkann Präsentismus zu einem Dauerproblemwerden, wie verschiedene Studienzeigen. So verdoppelt sich einer holländischenUntersuchung zufolge der Prozent-satz der Mitarbeitenden, die trotz Krankheitarbeiten, mit dem Druck amArbeitsplatz. Im Extremfall betreiben biszu 90 Prozent der Belegschaft Präsentismus.Und eine amerikanische Studiezeigt, dass bei Schmerzen und Depression75 bis 80 Prozent der insgesamt verlorenenArbeitsstunden auf Präsentismusentfallen und nur 20 bis 25 Prozent auf effektiveAbsenzen zurückzuführen sind.Je nach Arbeitstätigkeit kann Präsentismusauch indirekte Folgen haben, dieein Unternehmen teuer zu stehen kommen:«Die Qualität der Arbeitsausführungund Entscheidungen leidet. Fernerkann Präsentismus die Heilung oder dienötige Erholungsphase beeinträchtigenund damit neue Arbeitsausfälle verursachen,die dann noch viel länger andauern»,betont Christian Feldhausen vonGroupe Mutuel. Statistische Angaben, inwieweitPräsentismus darüber hinausauch zu einer Zunahme von Arbeitsunfällenführt, sind nach Auskunft der Suvazwar nicht verfügbar. «Dass dieser Zusammenhangbesteht, ist in der Literaturaber unbestritten», erklärt Suva-SprecherErich Wiederkehr. Insbesondere die Vorgesetztenseien deshalb gefordert, beimUmgang mit den Mitarbeitenden die nötigeUmsicht walten zu lassen. Wiederkehr:«Eine Kultur des Dialogs ist langfristigsicher die bessere Lösung als eineKultur des Drucks.»Zuviel Pflichtbewusstsein ist ungesundObwohl Präsentismus nicht nur einzelneMitarbeiter, sondern langfristig das ganzeUnternehmen in Mitleidenschaft zieht,wird das Thema in den meisten Betriebennoch stiefmütterlich behandelt. Eine Ausnahmeist das Textilunternehmen JakobMüller AG in Frick/AG. Zwar setzte dieFirma anfänglich eher beim Absentismusan, doch nun sollen Mitarbeitende undVorgesetzte weiter sensibilisiert werden,damit sie auch das umgekehrte Problemdes Präsentismus erkennen. «Wir wünschen,dass unsere Mitarbeitenden eigenverantwortlichhandeln. Dazu gehört,dass Krankheiten möglichst vollständigauskuriert werden, bevor man die Arbeitwieder aufnimmt», erkärt PersonalleiterDaniel Büchi.Elias Kopf ist Journalist imBasler Pressebüro Kohlenberg.kopf@kohlenberg.chcontext 3 – 2010


12Monatsinterview«Der Gewinn allein kann nichtdie Massgabe sein»Für Ulrich Thielemann würde die Schweiz in Sachen Bank geheimnis am bestenfahren, wenn sie erklären würde, man habe früher Fehler gemacht. Der Wirtschaftsethikeran der Universität St. Gallen plädiert für eine soziale Marktwirtschaftmit klaren Regeln. Interview Ralph Hug / Foto Jorma MüllerContext: Nach der Finanzkrise ist derGlaube an die Allmacht des freien Marktesweit herum erschüttert. Sind dieMarktgläubigen jetzt am Aussterben?Ulrich Thielemann: Wer glaubt, nachder Finanzmarktkrise sei eine Art Einkehrvorhanden, sieht sich getäuscht. Dasist nicht so. Es gibt zwar gewisse Anzeichenfür ein Umdenken, etwa den «Codeof Conduct» der UBS, der eine Abkehr vonder reinen Gewinnmaximierung andeutet.Doch im Gesamten scheint sich nochnicht sehr viel geändert zu haben. Wir habenbereits vor Jahren in einer Studiefestgestellt, dass die Marktgläubigkeitund der Ökonomismus gerade in der Finanzbranchetief verwurzelt sind. Dieseist vom Prinzip der Gewinnmaximierungdurchtränkt. Der Nachwuchs bekommtdies schon im Studium eingetrichtert.Was ist denn schlecht am Gewinne machen?Weniger der Gewinn selbst als seineMaximierung. Gewinnmaximierungheisst, alles daran zu setzen, dass möglichsthohe Gewinne realisiert werdenund dass alles andere diesem Ziel unterzuordnenist. Ein solches Handeln ist untergar keinen Umständen rechtfertigungsfähig.Und warum nicht?Weil dann alle Beteiligten – Mitarbeitende,Kunden und so weiter – zu Mittelndegradiert werden. Dies verletzt das Moralprinzipunmittelbar und frontal.Und worin besteht die Marktgläubigkeit?Lassen Sie mich Lloyd Blankfein, denPräsidenten der Investmentbank GoldmanSachs, zitieren. Er wurde kürzlichgefragt, ob die gigantischen Gewinneund Boni, die seine Bank eingefahren hat,nicht zu hoch ausgefallen seien. SeineAntwort war: «I am just a banker doinggod’s work.» Damit will er sagen: Wirschaffen doch Werte, gleichsam wie auscontext 3 – 2010


Ulrich Thielemann, 48, ist Lehrbeauftragter für Wirtschaftsethik an der UniversitätSt.Gallen und Vizedirektor des Instituts für Wirtschaftsethik. Er stammt ausRemscheid (D) und promovierte 1996 an der HSG mit einer Dissertation zumThema «Das Prinzip Markt». In den Brennpunkt einer politischen Kontroversegeriet er vor einem Jahr, als er sich kritisch zu Bankgeheimnis und Steuerhinterziehungäusserte und feststellte, in der Schweiz fehle ein Unrechtsbewusstseinin dieser Frage. In seinem jüngsten Buch «System Error. Warum der freie Marktzur Unfreiheit führt» plädiert er dafür, den Markt gesellschaftlich und politischeinzubinden.13dem Nichts, und das ist gut für alle undsteigert den Wohlstand. Genau dies istdie Hintergrundideologie der Marktgläubigkeit.In dieser Optik gibt es überhauptkeine Gewinne, die zu hoch ausfallenkönnten, denn der Markterfolg des Einzelnenist immer gut für die ganze Gesellschaft.Wird mit dieser Kritik nicht die ganzeMarktwirtschaft in Frage gestellt?Nein. Eine Marktwirtschaft ist alternativlos,aber es muss eine gemässigtesein. Wir brauchen eine in Regeln eingebetteteWirtschaft. Was wir nicht brauchen,ist eine Überhöhung der Marktlogik.Auf welches Niveau müssten dann, sagenwir einmal, anständige Gewinne zurückgeschraubtwerden?Der Gewinn ist eine Frage des Masses.Dieses Mass zu bestimmen, ist nicht Sacheder Wirtschaftsethik, sondern einepolitische Frage, also eine praktische, diein der konkreten Debatte entschiedenwerden muss. Ich als Wissenschafterhabe nicht die Kompetenz, dies zu entscheiden.Wer es verstanden hat, dass derGewinn nicht die oberste und alleinigeMassgabe wirtschaftlichen Handelnssein kann, wird ganz anders zu denkenbeginnen. Er wird zum Beispiel den Andernnicht mehr nur als Produktionsfaktoroder als wandelndes Portemonnaiesehen, sondern auch als Person und alsMitmensch, mit dem fair umzugehen ist.Diese Worte klingen gut, doch die Unternehmenbefinden sich in einem realenKonkurrenzkampf und haben nicht dieFreiheit, die Welt nach ihrem Gutdünkeneinzurichten.Nach ihrem Gutdünken sollen sie dieWelt auch nicht einrichten. Doch hat im –heute globalen – Wettbewerb das verantwortungsvollgeführte Unternehmenrasch das Nachsehen. Die Antwort daraufist im Prinzip einfach: Es ist die vernünftigeRegulierung und die Begrenzungdes Wettbewerbs durch Regeln.UBS-Präsident Kaspar Villiger hat diesesProblem aufgezeigt, indem er sagte, dasser zwar gerne eine gemässigter agierendeBank hätte, doch die Aktionäre und dieInvestmentbanker wollten das eben nicht.Die UBS sei – jedenfalls für kurze Zeit –die einzige Bank, welche die Boni reduzierthabe, und sie sei dafür «gestraft worden».Warum nur kam Villiger nichtgleich in den Sinn: Offenbar müssen dieRegeln geändert werden? Natürlich istdas eine gigantische ordnungspolitischeHerausforderung. Denn der ordnungsethischeRahmen muss heute ein globalersein. Der Sinn besteht darin, dafür zusorgen, dass der Verantwortungsvolle imWettbewerb nicht der Dumme ist.Die Notwendigkeit einer globalen Neuordnungder Märkte wird oft betont, aberes scheint auf diesem Weg noch keingrosser Fortschritt erzielt worden zu sein.Es gibt Hunderte von Begründungen,wieso man am Status quo festhaltenmüsse: Wenn wir etwas ändern, läuft unsdas Kapital weg, wenn wir nicht dabeisind, dann sind es einfach andere. Diesalles unterstreicht doch nur, dass es eineglobale Lösung dieses Problems geben«Der Sinn besteht darin, dafür zu sorgen,dass der Verantwortungsvolle im Wettbewerbnicht der Dumme ist.»muss. Das ist eigentlich kein schwierigerGedanke, aber man findet ihn noch sehrwenig in der politischen Diskussion.Wir haben die Erfahrung einer grossenFinanzmarktkrise hinter uns. Wann stehenwir vor der nächsten Blase und wiekönnen wir sie verhindern?An der nächsten Blase wird jetztschon gebastelt. Hier gibt es keine andereLösung, als dass Kapital vernichtet werdenmuss. Es geht sozusagen darum, dieLuft kontrolliert aus dem System abzulassen.Da sind ja viele Billionen an Gelderninvolviert. Ich möchte behaupten,dass wir in den letzten Jahren eine riesigeInflation, das heisst eine Kapitalwert-Inflationerlebt haben, an der die Bankerund Kapitaldienstleister gearbeitet haben.Die Realwirtschaften waren nicht inder Lage, die dem enorm angewachsenenKapital korrespondierenden Renditen zuerwirtschaften. Man wusste gar nichtmehr, wohin mit dem vielen Geld. Dannhat man die Finanzmarktinstrumenteerfunden, die diesem Kapital neue Anlagemöglichkeitenboten, und es beganndie Spekulation mit solchen Papieren.Doch genauer betrachtet, ist dies allesnichts anderes als ein Nullsummenspielzwischen den Kapitalmarktakteuren.War es den Akteuren nicht bewusst, dasssie ein höchst gefährliches Spiel treiben?Ich glaube, die Grossen wussten, dassdieses Spiel irgendwann ein Ende habenmuss. Es gibt E-Mails zwischen Bankern,die sagen: «Lass uns hoffen, dass wir allereich und pensioniert sind, wenn diesesKartenhaus zusammenbricht.» Ich vermute,die führenden Banker und Investorenwussten auch, dass die Finanzwirtschaftso stark mit der Realwirtschaftverbunden ist, dass man sie nicht kollabierenlassen kann und dass der Staat sieim Krisenfall retten muss. So entstanddie Situation, in der die Steuerzahler vonden Banken und vom Kapital in Geiselhaftgenommen wurden und nichts anderstun konnten, als für die Rettung derGrossbanken zu bezahlen. Der tiefereGrund für diese Krise lag im gewachsenenDruck des Kapitals auf die Realwirtschaft.context 3 – 2010


16Dossier FreiwilligenarbeitAus freiemWillenDie Statistiken zeigen es: Menschen jeden Alters leisten unzähligeStunden Freiwilligenarbeit. Was motiviert sie dazu? Fünf ehrenamtlich Tätigeerläutern die Gründe für ihr Engagement.Von Therese Jäggi und Thomas Heeb/Fotos Priska KettererDie Zahlen* allein sind eindrücklich:In der Schweiz geht jede vierte Personab 15 Jahren mindestens einer unbezahltenTätigkeit im Rahmen von Organisationenoder Institutionen nach, dassind 1,5 Millionen Menschen. Und lautdem «Freiwilligen-Monitor 2007»** sindweitere 37 Prozent der Bevölkerung informellfreiwillig tätig. Dazu zählen etwaNachbarschaftshilfe, Kinderbetreuungund Dienstleistungen sowie die Betreuungund Pflege von Verwandten und Bekannten,die nicht im selben Haushalt leben.Auch wenn die Freiwilligenarbeit inden letzten Jahren eher rückläufig war,wenden die ehrenamtlich Tätigen imSchnitt beinahe einen halben Arbeitstagpro Woche für ihr Engagement auf. Allesin allem ergibt das laut den Statistiken eingeschätztes Gesamtvolumen von knapp700 Millionen Stunden pro Jahr.* «Freiwilligenarbeit in der Schweiz», Bundesamt fürStatistik, Neuchâtel 2008.** «Freiwilligen-Monitor Schweiz», Seismo Verlag,Zürich 2007.Am meisten davon profitieren könnenbei der institutionalisierten Freiwilligenarbeitdie Sportvereine, in denen sichMänner und Frauen am häufigsten engagieren.Danach gehen die Interessen aberauseinander. Während Männer eher inkulturellen Vereinen und Interessenverbindungenaktiv sind, kommen bei denFrauen sozial-karitative Organisationenund kirchliche Institutionen an zweiterund dritter Stelle. Am geringsten ist dieBeteiligung von Männern und Frauen beiden politischen Parteien und den öffentlichenÄmtern.Unterstützende FachstellenZwar sind diese Zahlen durchaus beeindruckend.Die wahre Bedeutung der unbezahltenArbeit wird wohl aber erst inder Praxis deutlich, beispielsweise inkirchlichen Organisationen. «In der Kirchekommt praktisch kein Bereich ohneFreiwilligenarbeit aus», sagt Lotti Isenring,Fachmitarbeiterin Freiwilligenarbeitder reformierten Kirche des KantonsZürich. Freiwillige engagieren sich imGottesdienst, in der Diakonie, Asylantenbetreuung,Entwicklungshilfe oder imZusammenhang mit Seniorenferien oderJugendlagern. Zwar höre sie immer wiedervon Vertretern aus den Kirchgemeinden,dass sich zu wenige Freiwillige meldeten,doch wenn sie an einem Anlass sei,staune sie doch immer wieder, wie vielesich unentgeltlich engagierten. «Was esheute sicher weniger gibt, sind Leute, dieein Leben lang im gleichen Projekt mitmachen.»Die Engagements sind kürzerund richten sich tendenziell mehr nacheigenen Interessen und Lebensumständen.Hier sieht Lotti Isenring denn aucheinen Wandel. «Früher handelte manmehr aus moralischer Verpflichtung denMitmenschen gegenüber, heute darf auchmal gesagt werden, dass Freiwilligenarbeitnicht unbedingt selbstlos sein muss.»Wer also zur Lebensqualität anderer beiträgt,tut auch sich selber etwas Gutes.Die Fachstelle bietet zahlreiche Weiterbildungen,Veranstaltungen und Kursefür Freiwillige und Verantwortliche, unteranderem auch einen Jahreskurs fürcontext 3 – 2010


17Peter Thalmann, 50, trainiert die C-Junioren beim Fussballclub Horw.Als einst aktiver Zehnkämpfer wolltePeter Thalmann eigentlich auchseine fünf Kinder für die Leichtathletikbegeistern. Doch mit einer Ausnahmewollten alle Fussball spielen, auch diezwei Töchter. Und weil der FC Horw damalseinen Juniorenobmann suchte, übernahmer den aufwendigen Job. Der FCHhat 24 Mannschaften, darunter FrauenundMädchenteams sowie über ein DutzendJuniorenmannschaften. Heute, zehnJahre später, trainiert er noch die C-Junioren,zusammen mit zwei Kollegen.Die Freiwilligenarbeit gehört für PeterThalmann zur gesellschaftlichen Verantwortung.«Gerade im Sport basiert unserSystem auf den Vereinen und würde ohneehrenamtliches Engagement schlichtnicht funktionieren.» Seine Frau hat diesenAufwand stets mitgetragen, und ermöchte auch den eigenen Kindern einVorbild sein, denn es werde zunehmendschwieriger, Leute für den Trainerjob zumotivieren. Ein Haupttrainer einer Juniorenmannschaftwendet mindestens 10Stunden pro Woche auf, hinzu kommt dieWeiterbildung. Die Tätigkeit wird mit einemkleinen Spesenbeitrag entschädigt.Sein Gewinn liege anderswo: «Es isteine sinnvolle Freizeitgestaltung, bei derich einiges zurückbekomme, von zufriedenenKindern und dankbaren Eltern.»Mannschaftssport sei zudem ein gutes Sozialtraining,sagt Thalmann, der einewechselvolle Berufslaufbahn hinter sichhat. Nach einer kaufmännischen Ausbildungwurde er Psychiatriepfleger und Sozialarbeiter,war lange für den KinderundJugendpsychiatrischen Dienst desKantons Luzern tätig und koordiniertheute die Schulsozialarbeit in der StadtLuzern. «Von meinem Engagement imSport haben immer beide Seiten profitiert»,sagt er. Von Berufes wegen sei ersich den Umgang mit herausforderndenJugendlichen gewohnt. Andererseits tuees ihm gut, im Klub meist mit «ganz normalenKindern» zu trainieren. thecontext 3 – 2010


18Rita Gut, 58, engagiert sich im Besuchsdienstder Lenzburger Kirchen.Dossier FreiwilligenarbeitMan muss nicht immer alles mitGeld vergolten bekommen», sagtRita Gut. «Ein Dankeschön ist als Anerkennungebenso wertvoll.» Die 58-jährigeLenzburgerin, die Teilzeit auf dem Sekretariatder reformierten Kirche arbeitet,weiss dies schon lange. Die Nachbarnkennen und ihnen in Notlagen helfen, denOnkel im Altersheim besuchen, ehrenamtlicheArbeiten – diese Dinge sind fürsie seit je selbstverständlich. Als die katholischeund die reformierte Kirche zusammenmit der Stadt Lenzburg einen Besuchsdienstaufbauten, entschloss siesich deshalb, dort mitzuarbeiten.Das war vor 14 Jahren. Seit da besuchtRita Gut regelmässig alte Menschen undversucht, etwas Abwechslung in derenmitunter tristen Alltag zu bringen. Zeitweisehatte sie bis zu drei Mandate gleichzeitig.Ihrer ersten Klientin hat sie bisheute die Treue gehalten. «Bei unseremEngagement geht es ganz klar nicht umPflege oder die Besorgung des Haushalts»,grenzt sich Rita Gut von der kostenpflichtigenSpitex und anderen Betreuungsdienstenab. Wenn sie auf Besuch geht,dann mit dem Ziel, den Menschen einpaar unbeschwerte Stunden zu schenken.«Oft unterhalten wir uns einfach, spazieren,bei schönem Wetter unternehmenwir auch einmal einen Ausflug», sagt sie.Natürlich komme es vor, dass man aucheinmal Einkäufe erledigt, aber das seinicht ihre Hauptaufgabe.Rita Gut freut sich auf die Besuche beiden Betagten. «Sie sind offen und neugierigund haben in ihrem Leben viele interessanteDinge erlebt. Mir tut die gemeinsameZeit mit ihnen wohl mindestens sogut wie ihnen.» Nicht immer sind die Beziehungenzwischen Besucherinnen undBesuchten aber so harmonisch. Oft erlebtman im Lauf der Jahre den Verfall einesMenschen mit, und nicht selten verbringtman gegen Ende eines Lebens die Besuchszeitan einem Pflegebett. Mitunterkann das ziemlich belastend sein. Umüber die gemachten Erfahrungen zu redenund das Wissen über Alterserkrankungenwie beispielsweise Demenz zu erweitern,trifft sich das 15-köpfige Team desBesuchsdienstes deshalb alle paar Wochenzum Erfahrungsaustausch. ibocontext 3 – 2010


19Frauen, die sich sozial engagieren undvielseitig weiterbilden möchten. Den Jahreskursgibt es bereits seit 30 Jahren. Neuist, dass er auch Männern zugänglich ist.Weiter bietet die Fachstelle auch Unterstützungfür Verantwortliche für Freiwilligenarbeitin den Kirchgemeinden.Len Michel hat in seinem Leben schonviel unbezahlte Arbeit geleistet. Das Spektrumreicht von der Pfadi, dem Drittweltladenüber das Nicaragua-Komitee undden Förderverein für Umweltschutzpapierbis zu Schulkommission und Tourismus-Verein.Er habe dieses Engagementjedoch nie als Freiwilligenarbeit bezeichnet,sagt Michel. «Sie waren einfach Teilmeines Lebens.»Seit zehn Jahren arbeitet Len Michelbei der Kontaktstelle Freiwilligenarbeitder Stadt Zürich. Zürich ist die einzigeSchweizer Stadt mit einer solchen Fachstelle.Laut Michel ist dies eine «öffentlicheWertschätzung der Freiwilligenarbeit»und das Verdienst der früherenDepartementsvorsteherin Monika Stocker.Michel hat sich immer wieder mitdem «Wert» von unbezahlter Arbeit befasst.Was er für sich selber beschreibt,trifft seiner Meinung nach auf einengrossen Teil der Freiwilligen zu: «ManIm Lauf ihrer langen Geschichte hatdie SGG eine Reihe von gemeinnützigenOrganisationen gegründet. Dazu zählendie Pro Juventute, die Pro Senectute, diePro Familia, die Schweizerische Berghilfeoder die Pro Mente Sana. 1859 kaufte siedie Rütliwiese und bewahrte sie so vor einerÜberbauung. 1960 schenkte sie dieseder Eidgenossenschaft, besorgt aber nochheute die Verwaltung.Die SGG wurde 1810 von verantwortungsvollenBürgern gegründet, welcheetwas tun wollten gegen soziale Not undArmut. Ihren Fokus richteten sie auf dieArbeiterschaft. Fabriken hielten sie für«Brutstätten der Bedürftigkeit und der Rachitis».Einen wesentlichen Grund für das«Arbeiterelend» sahen sie in den schlechtenErnährungsgewohnheiten. Kartoffelschnapswar billiger als Brot und Milch,und Fleisch kam in Arbeiterfamilien nichtauf den Tisch. Diese Fakten legte der GlarnerArzt Fridolin Schuler 1882 in einemReferat vor der SGG auf den Tisch. In Zusammenarbeitmit der SGG beauftragte erden Unternehmer Julius Maggi, ein Spezialmehlaus protein- und eiweissreichenHülsenfrüchten zu entwickeln. Damitliess sich in kurzer Zeit eine nahrhafteund günstige Suppe kochen.«Am besten lassen sich neue Freiwillige nochimmer mit anspruchsvollen Projekten finden.»hängt sein Engagement nicht an die grosseGlocke.» 2011 wird das EuropäischeJahr der Freiwilligenarbeit werden. «Dadurchrückt ehrenamtliche Tätigkeit auchwieder vermehrt ins öffentliche Interesse»,hofft Len Michel.200 Jahre gemeinnützigDiese Aufgabe hat sich die SchweizerischeGemeinnützige Gesellschaft (SGG)auf ihre Fahnen geschrieben, die heuer200 Jahre alt wird. Sie fördert die Forschungzum Thema Freiwilligkeit undpubliziert den Freiwilligenmonitor mitstatistischen Daten. Im Projekt «Seitenwechsel»bietet sie eine Weiterbildung fürFührungskräfte an, die eine Woche einSozialpraktikum absolvieren, und «JobCaddie» richtet sich an junge Erwachsenemit Schwierigkeiten in Lehre oder Beruf.2010 steht mit verschiedenen Aktivitätenganz im Zeichen des Jubiläums, unter anderemfindet im Juni die Übergabe des1. Freiwilligenpreises statt.Die gesunde Ernährung steht heutenicht mehr im Mittelpunkt der unbezahltenTätigkeiten. In der Stadt Zürich zumBeispiel ist die Nachfrage nach Freiwilligenin den Bereichen Migration und Altersbetreuungam grössten. In der Altersbetreuungleisten momentan rund 1000Leute Freiwilligeneinsätze. In diesem Bereichwird Freiwilligenarbeit in dennächsten Jahren an ihre Grenzen stossen,glaubt Len Michel von der Kontaktstelle.«Der steigende Betreuungsaufwand fürBetagte verlangt klar nach einem Ausbauder bezahlten Arbeit in der internen undexternen Pflege.»Einen Wandel sieht Michel auch aufgrundder technischen Entwicklung:«Das Internet hat Vieles verändert in derFreiwilligenarbeit.» Ganz allgemein istdie Rekrutierung und Betreuung der Freiwilligenseiner Meinung nach professionellergeworden. An der Berner FachhochschuleSoziale Arbeit kann gar seitkurzem ein Nachdiplomstudium in Sup-context 3 – 2010


20Dossier Freiwilligenarbeitport von Angehörigen und Freiwilligenabsolviert werden. Len Michel findetdiese Entwicklung zwar positiv, hat aberauch Vorbehalte gegen eine Verberuflichungder Freiwilligenarbeit. Er ist überzeugt:«Am besten lassen sich neue Freiwilligenoch immer mit lust- undanspruchsvollen Projekten finden.»Freiwilliger SpassEs sind denn auch exakt diese Motive,welche laut Statistik die meisten Menschendazu bringen, sich freiwillig zu engagieren.Denn anders als man vielleichterwarten könnte, stehen dafür nicht nuruneigennützige Gründe zuoberst, sonderneine Mischung aus gemeinnützigenund selbstbezogenen Motiven: Rund 84Prozent der Freiwilligen geben an, dassihnen die Tätigkeit Spass macht. Für 74Prozent ist das Engagement eine guteMöglichkeit, mit anderen Menschen etwasbewegen zu können, und immerhin69 Prozent möchten damit anderen Menschenhelfen.Die Statistiker kennen auch das Profilder Menschen, die sich am meisten in derFreiwilligenarbeit engagieren. Im institutionalisiertenBereich sind es vor allemhöher Gebildete, in einem Beruf sowie imHaushalt Tätige und Personen, die in einemPaarhaushalt mit Kindern leben. Dastrifft auf Männer und Frauen gleichermassenzu, wobei letztere tiefere Beteiligungsquotenaufweisen. Es handelt sichum Personen, die gesellschaftlich gut integriertsind und die aufgrund ihres Altersund ihrer Familien- und Erwerbssituationdie entsprechenden Qualifikationenmitbringen. In der informellen unbezahltenTätigkeit sind hingegen die Frauenstärker vertreten; sie betreuen am häufigstenKinder auf dem Verwandten- undBekanntenkreis.Was die Altersgruppen angeht, so istin Vereinen und Organisationen die Beteiligungunter den 40- bis 54-Jährigen amgrössten. Es sind also nicht in erster Liniejene Bevölkerungsgruppen am aktivsten,die über relativ viel Zeit verfügen, wiezum Beispiel Erwerbslose oder Rentnerinnenund Rentner. Im informellen Bereichhingegen steigen die Beteiligungsquotenstetig an bis zu den jungenRentnerinnen und Rentnern, die am häufigstensolche Dienste übernehmen.Gefragter SchreibdienstIn einer komfortablen Situation befindetsich Sylvia Oehninger: «Bei uns meldenFrau Margrit*, 64, engagiert sich bei der Dargebotenen Hand (Foto Reto Schlatter).Da isch die Dargebotene Hand, guteTag». So meldet sich Frau Margritam Telefon. Heute hat sie um 8 Uhr begonnen.Jetzt, um 13 Uhr, übergibt sie denArbeitsplatz mit dem Telefon einem Kollegen.Wir befinden uns in den hellenfreundlichen Räumen einer Altbauwohnungim Zentrum von Zürich. Von hieraus führen 90 freiwillig Mitarbeitende imTurnus rund um die Uhr Gespräche mithilfesuchenden Anrufenden. Heute Morgensprach Frau Margrit mit einer Frau,die über den schwierigen Umgang mit ihreman Alzheimer erkrankten Mann redenwollte. «In diesem Gespräch ging eshauptsächlich darum, dieser Frau zuzuhören.»Die Anruferin habe denn auch betont,wie gut es ihr getan habe, mit jemandemreden zu können.Frau Margrit ist seit 1995 für die DargeboteneHand tätig. Ihre drei Kinder kamendamals ins Jugendlichenalter und sowar sie auf der Suche nach einer neuenHerausforderung. Als sie in der Zeitungeinen Artikel über die Mitarbeit bei derDargebotenen Hand las, war ihr sofortklar: «Das isch es». Und so absolvierte sienach einem Auswahlverfahren den einjährigenAusbildungskurs.Bei der Dargebotenen Hand meldensich Menschen jeden Alters, hauptsächlichaber 40- bis 60-Jährige. In den Gesprächengeht es häufig um Alltagsbewältigung,Beziehungen, Einsamkeit. FrauMargrit erzählt auch von einer an MultipleSklerose erkrankten Frau, deren Lebendurch die fortschreitende Krankheitzunehmend eingeschränkt ist und diesich immer wieder meldet. «Für mancheAnrufer ist ein Gespräch mit uns der einzigeKontakt zur Aussenwelt.»«Ich gebe in jedem Gespräch meinBestes», sagt Frau Margrit. Und sie betont,dass sie dafür auch sehr viel bekommt,etwa wenn sie höre, dass ein Anrufer extranochmals angerufen hat, um sich fürdas Gespräch mit ihr zu bedanken. Bereicherndempfindet sie auch Diskussionenmit den Kolleginnen und Kollegen sowieGruppengespräche in Anwesenheit einerSupervisorin. «Da lerne ich noch immerviel Neues dazu.» tj* Telefonnamecontext 3 – 2010


21sich immer wieder Freiwillige, so dass wirsogar eine Warteliste führen können»,sagt die Stellenleiterin der VermittlungsstelleBenevol Winterthur. Ihre Dienstleistung:Der Schreibdienst. Jeden Montagvon 14 bis 16 Uhr bieten Freiwillige inden Räumen der Geschäftsstelle an derPalmstrasse Schreibhilfe an. Auch dieZahl der Ratsuchenden nimmt ständig zu:Im Jahr 2009 suchten den Schreibdienstinsgesamt 634 Personen auf und beanspruchten1017 Dienstleistungen. Mit Abstandam meisten gefragt ist Unterstützungbeim Verfassen von Bewerbungenund Lebensläufen. Diese Ratsuchendenwerden mehrheitlich vom RAV an Benevolweiterverwiesen. Gewünscht wird oftauch Hilfe mit privater Korrespondenz,beim Formulare ausfüllen sowie Unterstützungzum Verständnis von Texten.«Wie schreibe ich eine Wohnungskündigung?»Das ist laut Sylvia Oehninger einKlassiker. Benevol erfasst die Herkunftder Ratsuchenden nicht. Unterschiedenwird zwischen Menschen mit deutscherund nicht-deutscher Muttersprache. Hierbeträgt das Verhältnis 110 zu 524.Eine weitere Dienstleistung von BenevolWinterthur ist «Ordnung im Privatbüro».Unterstützt werden Jugendliche,die den Überblick über ihre private Administrationverloren haben. Ein anderesTeam von Freiwilligen zeigt ihnen, wie sieihre Korrespondenz beispielsweise mitKrankenkasse, Versicherungen, Vermieternund Telefonanbietern zweckmässigaufbewahren können. Beim Schreibdienstbesteht das Team der Freiwilligenaus 5 Frauen und 5 Männern. Daruntersind Berufstätige, Mütter und Pensionierte.Sie stellen sich zur Verfügung, weilihnen die Tätigkeit Freude bereitet, Abwechslungbietet und Befriedigung verschafft.Anerkennung mit Sozialzeit ausweisDoch in einer Gesellschaft, die immermehr die messbare persönliche Leistungin den Vordergrund stellt, haben es solcheMotive zunehmend schwer. Es sei denn,die freiwillige Leistung lasse sich in irgendeinerForm «gewinnbringend» fürdas eigene Fortkommen oder die Karrierenutzen. Die Zürcher SP-Nationalrätin JacquelineFehr möchte deshalb die Freiwilligenarbeitbelohnen, und zwar mit bezahlterWeiterbildung. In einer Motionzeigt sie ein mögliches Modell dafür auf:Wer nachweislich 300 Stunden informelleFreiwilligenarbeit geleistet oder mindes-Emmy Notter, 68, ist ehrenamtlich für die SP tätig.Am Internationalen Frauentag setztesich Emmy Notter auf den BaslerBarfüsserplatz und strickte an dem Schalmit, der später Regierungspräsident GuyMorin übergeben wurde. «Ich bin mir solcheAktionen gewohnt, habe so meineKniffs, wie ich mich warm halten kann»,sagt sie. Abends sass sie an der Kasse imBegegnungszentrum Union, wo der BaslerFrauentag ausklang.Seit Jahrzehnten engagiert sich die inzwischenpensionierte Direktionsassistentinehrenamtlich für Frauenrechte, dieSP und Amnesty International. «Ich kannnicht Mitglied sein und nichts machen.Ich will nicht nur Sympathisantin sein,sondern etwas bewegen», erklärt sie ihreMotivation. Ohne zu zögern trat sie deshalbdem Vorstand der SP Gundeldingen-Bruderholz bei, als sie angefragt wurde.Seither betreut und verwöhnt sie die Mitglieder.Dazu ist die in Basel gut vernetzteFrau prädestiniert.Bevor ihre Gehbehinderung sie zusehr beeinträchtigte, war Emmy Notterbei Unterschriftensammlungen undWahlkämpfen auf der Strasse anzutreffen.Heute agiert sie vermehrt von zuHause aus. Sie ist nämlich auch «Telefonzentrale»der Gruppen Basel von AmnestyInternational. Dabei schlägt sie sich –in vielen Sprachen – mit vielfältigstenAngelegenheiten herum, geht aber immerallem auf den Grund: «Ich bin eine sorgfältigeFrau und schliesslich geht es umMenschenrechte.»Stapel von Dokumenten zeugen vonihrem Kampf für einen «verschwundenen»Algerier. Daneben liegen Flyer fürdie nächste Kampagne und Socken fürden Bazar. Emmy Notter strickt, wann immermöglich, ob sie am PC auf eine Mailwartet oder während einer Sitzung. «DasStricken hilft mir, Probleme zu lösen.»Sie scheint rund um die Uhr ehrenamtlichtätig zu sein. Es seien aber nur 50Prozent, sagt sie. Wie hat sie dies jahrelangmit ihrem Berufsleben vereinbart?Bis 50 hatte sie einen toleranten Chef,durfte «private» Telefonate erledigen undblieb einfach länger. Nachher wurde esschwieriger: «Bettelbriefe geschriebenund Kuchen gebacken habe ich um 2 Uhrnachts. Der Tag hat ja 24 Stunden.» ajmcontext 3 – 2010


22Dossier Freiwilligenarbeittens zwei Jahre in einem Vorstand mitgearbeitethat, soll einen Weiterbildungsgutscheinvon mindestens 1000 Frankenpro Jahr erhalten. Zwar ist der Vorstoss imNationalrat noch nicht behandelt. DerBundesrat aber lehnt das Ansinnen ab, dadie Abgabe solcher Gutscheine nicht zielgerichtetsei.Bereits seit zehn Jahren erhältlich isthingegen der Schweizer Sozialzeitausweis.Dabei handelt es sich um ein Instrumentzur Dokumentation des unentgeltlichgeleisteten Engagements. LautBarbara von Escher, Präsidentin von BenevolSchweiz, dem Verein Fach- und Vermittlungsstellenfür Freiwilligenarbeit,sind während dieser Zeit 300 000 Exemplareverkauft worden. Sie findet es schade,dass der Sozialzeitausweis viel zu seltenden Bewerbungsunterlagen angefügt unddeshalb noch immer nicht sehr bekanntist. «Vielen Menschen fehlt das Bewusstsein,dass ihr Engagement bei einem Bewerbungsverfahreneine Rolle spielenkönnte.»Eine Befragung vor ein paar Jahrenhat ergeben, dass seitens von HR-Fachleutendurchaus ein Interesse besteht.Wenn jemand zwischen drei fachlichgleich starken Kandidierenden wählenmüsse, könne ein freiwilliges Engagementdurchaus entscheidend sein, meintvon Escher. Und es gibt denn auch konkreteBeispiele von Organisationen wiebeispielsweise die Stadt Bern, wo ausserberuflicheTätigkeit für die Erfahrungs-stufe relevant ist, oder der Kanton Bern,wo Lehrpersonen ein Jahr Familienarbeitals ein halbes Jahr im Beruf geltend machenkönnen.Ursprünglich entstand die Idee desSozialzeitausweises für Wiedereinsteigerinnennach einer Familienphase, und fürJugendliche, die sich ihre ausserberuflicherworbenen Kompetenzen bei der Suchenach einer Lehrstelle oder einer erstenArbeitsstelle zunutze machen wollten.Nun erteilt Barbara von Escher Kurse fürVerantwortliche für Freiwilligenarbeit,damit sie den Sozialzeitausweis vermehrtnutzen und weiterverbreiten.Weitere Informationen:www.stadt-zuerich.ch/freiwillige: Beratung undVermittlungwww.forum-freiwilligenarbeit.ch: Plattform derSozialzeitausweis-Trägerschaftwww.sozialzeitausweis.ch: Informationen zumProduktwww.benevol.ch: Verein Fach- und Vermittlungsstellenfür Freiwilligenarbeitwww.freiwilligenjob.ch: Jobbörse für freiwilligeund ehrenamtliche Arbeitenwww.sgg-ssup.ch: Schweizerische GemeinnützigeGesellschaftwww.zh.ref.ch/freiwillig: Fachstelle Freiwilligenarbeitder Ev.-ref. Kirche des Kantons ZürichTherese Jäggi ist Context-Redaktorin.therese.jaeggi@kvschweiz.chThomas Heeb ist Context-Redaktor.thomas.heeb@kvschweiz.chPriska Ketterer ist Fotografin in Luzern.priska.ketterer@bluewin.chCorporate VolunteeringViele Unternehmen in der Schweiz engagierensich in der Freiwilligenarbeit.Die Info-Schrift «Corporate Volunteering»enthält Beispiele vonUnternehmen und Mitarbeitenden,die sich in diversen Einsatzfeldernbetätigen, und beschreibt Projekte,Motive, Kosten, Rahmenbedingungenund Erfolgsfaktoren. Zudem sindeine Checkliste und der Hinweis aufverschiedene Organisationen enthalten,die Sozialeinsätze vermittelnund Unternehmen bei der Planungvon Projekten unterstützen.Info-Schrift «CorporateVolunteering», 15 Franken.Bezug: KV Schweiz,Info-Schriften, Postfach1853, 8027 Zürich, oderbestellungen@kvschweiz.ch.Mitgliedererhalten ein Exemplarkostenlos.YOURIT HEARTBEAT«Die bei iSource zentralisiertePlattform trägt erheblich dazubei, dass uns massgeschneiderteIT Services zu transparentenPreisen zur Verfügungstehen. Wir haben heute eineoptimale IT-Basis für diekontinuierliche Unterstützungvielfältiger Businessanforderungensowie unserer Wachstumsstrategie.»Marco FauschIT & project managerStarbucks CoffeeSwitzerland & AustriaOUTSOURCING SERVICESCONSULTING ENGINEERINGIT SERVICE CENTERZahlreiche Kunden aus den unterschiedlichstenBranchen verlassen sich täglich auf dielangjährige Erfahrung und die ausgewiesenenSpezialisten von iSource. www.isource.chcontext 3 – 2010


23Martin Kümmerli, 46, präsidiert die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Zug (FFZ).Wer sich in der Schweiz an einemneuen Wohnort integrieren will,wird Mitglied in einem Verein. Das warauch bei Martin Kümmerli so, als sich derselbstständige Architekt und gebürtigeSolothurner vor 15 Jahren der FreiwilligenFeuerwehr der Stadt Zug anschloss. Erwollte Leute kennenlernen und fand inder FFZ einen «schönen Querschnitt, wasHerkunft, Beruf oder familiäre Situationangeht». Mittlerweile ist Martin Kümmerliseit sieben Jahren Präsident der FFZ,die als Verein organisiert und in ihrer Artdie einzige noch existierende freiwilligeFeuerwehr der Schweiz ist: Der Feuerwehrdienstund alle damit verbundenenAktivitäten werden ohne Sold oder sonstigeEntschädigung geleistet.Die Stadt Zug stellt die Infrastrukturzur Verfügung, hat aber der FFZ bereitsvor 132 Jahren das Löschwesen übertragen.Dazu gehören heute auch Öl- undChemiewehr, Einsätze auf Autobahnenoder die Seerettung. Die entsprechendenAusbildungen sind laut Atemschutz-FeuerwehrsoldatKümmerli anspruchsvoll,aber stets interessant und herausfordernd:«Mir war es in 15 Jahren noch an keinerÜbung langweilig.»Zwar müssen einzelne der genanntenSpezialeinsätze von Gesetzes wegen verrechnetwerden, und zu den knapp 170FFZ-Angehörigen (darunter 18 Frauen) gehörenauch einige Festangestellte, die dasMaterial warten oder die Administrationim Griff haben. Doch auch so kamen 2009laut vereinseigener Statistik immer nochfast 22 000 Stunden Freiwilligenarbeit zusammen,die zu Gunsten der Allgemeinheitgeleistet werden.Ein Grund für den grossen ehrenamtlichenEinsatz dürfte der zweite Vereinszwecksein: Die Pflege der Kameradschaft.Wer dabei an Feste und Feierndenkt, liegt nicht ganz falsch. Die siebenLöschzüge und Korps der FFZ sind ihrerseitsals Vereine organisiert und pflegeneigene gesellschaftliche Aktivitäten. Aberdas ist nicht reiner Selbstzweck. Eine guteKameradschaft ist im Feuerwehrdienstauch lebenswichtig, betont Martin Kümmerli:«Alle müssen sich im Ernstfall zu100 Prozent auf die anderen verlassenkönnen.» thecontext 3 – 2010


24Nach der Ausbildung ins AuslandBeruf und BildungBildungsstudie. Eine Aus- oder Weiterbildung sollte zwei bis drei Jahre dauern.Und: immer mehr Ausbildungswillige wollen nachher ins Ausland.Dies sind zwei zentrale Ergebnisseder vor kurzem vorgestellten Bildungsstudie2009. Sie wurde zum zweitenMal vom Institut für Qualitätsmanagementund Angewandte Betriebswirtschaftan der FHS St.Gallen zusammenmit dem APV-Verlag durchgeführt; rund3600 Personen beteiligten sich daran,heisst es in einer Mitteilung. Ziel sei es,den Institutionen in der beruflichen AusundWeiterbildung Hinweise für die Ausrichtungihrer Angebote zu liefern.Die Studie ist aufgeteilt in die BereicheSekundarstufe (Berufs- und Berufsmaturitätsschule,Fach-, Handels- WirtschaftsundInformatikschule, Gymnasium) undTertiärstufe (Universität, Fachhochschule,Höhere Fachschule und Eidg. Fachweis).Einig sind sich die Teilnehmenden ausbeiden Stufen, was die Dauer der AusoderWeiterbildung angeht: Sie liegt imIdealfall zwischen zwei und drei Jahren.Sozial- versus FachkompetenzUnterschiedliche Gewichtungen sind beiden Zielen festzustellen. Auf der Sekundarstufeerhielten die Sozial- und Selbstkompetenzim Vergleich zur ersten Studieeine deutlich stärkere Gewichtung; siesind für die Teilnehmenden bereits gleichbedeutend wie die methodischen Kompetenzen.Auf der Tertiärstufe hingegen stehendie Methoden- und Fachkompetenzenklar im Vordergrund. Für 70 Prozent derTeilnehmenden auf dieser Stufe kommtzudem nur eine berufsbegleitende Ausbildungin Frage. Die Unternehmen solltensich deshalb die Frage stellen, wie solcheMassnahmen gefördert werdenkönnen, halten die Studienverfasser fest.Auf der Sekundarstufe geben fast 60Prozent der Befragten an, sie könnten sicheinen Auslandaufenthalt im Anschlussan ihre Ausbildung durchaus vorstellen.Vorab international tätigen Bildungsunternehmenwird deshalb empfohlen, solcheMöglichkeiten anzubieten. Dochscheinen die Absolventinnen und Absolventenmit ihrer Ausbildung grundsätzlichzufrieden zu sein: knapp 75 Prozentder Teilnehmenden fühlen sich jedenfallsfür die künftige berufliche Tätigkeit genügendvorbereitet. theBund macht vorwärtsDie einen sagen Klebestreifen, dieanderen sprechen vom Klebeband.Im Dialekt heisst das Ding auch«Chläbi» oder «Chlöupi». Und alsTesafilm hat es sogar den Weg in denDuden gefunden, als einer von wenigenMarkennamen. Dabei stand amAnfang ein Misserfolg: Die Firma Beierdsdorfin Hamburg wollte ein Wundpflasterentwickeln, doch die Klebemassereizte die Haut zu sehr. Alsowurde daraus ein Klebeband für dasFlicken von Veloschläuchen. 1935 entwickelteman den transparentenKlebe film, der noch immer in keinemHaushalt und den wenigsten Bürosfehlt. Der Name Tesa übrigens ist einKunstprodukt und geht auf die SekretärinElsa Tesmer zurück. Sie war von1903 bis 1908 Leiterin der Schreibstubebei Beiersdorf. «Chläbi» dürftesie also noch nicht benutzt haben.Der Bundesrat hat eine Expertenkommission«Weiterbildungsgesetz» gewählt.Die Verbände sind nicht ganz glücklich darüber.Nachdem der Schweizerische Verbandfür Weiterbildung in Zusammenarbeitmit dem KV Schweiz Ende 2009 einenEntwurf für ein neues Weiterbildungsgesetzvorgelegt hat, ist endlich doch Bewegungin die Angelegenheit gekommen.Seit 2006 nämlich schon besteht ein Verfassungsauftragfür ein solches Gesetz.Nun hat Bundespräsidentin Doris Leuthard,Vorsteherin des eidgenössischenVolkswirtschaftsdepartements die Mitgliederder Expertenkommission «Weiterbildungsgesetz»ernannt. Sie werden ihreArbeit am 5. Mai aufnehmen.Unter der Leitung von Ständerat undRechtsanwalt Hansruedi Stadler soll diezehnköpfige Kommission bis Ende derLegislaturperiode 2011 einen Vernehmlassungsentwurffür ein Weiterbildungsgesetzerarbeiten. Vizepräsidentin ist UrsulaRenold, Direktorin des Bundesamtesfür Berufsbildung und Technologie. Dieanderen acht Mitglieder vertreten denBund, die Kantone sowie den Weiterbildungsbereich.Verbände und Gewerkschaften wieauch Arbeitgeber und Gewerbe bleibenaussen vor. Als prompte Reaktion daraufhaben Travailsuisse, Gewerbeverbandund Arbeitgeberverband Doris Leuthardeinen Brief geschrieben. Darin mahnensie laut «Sonntag», dass die Vorteile desschweizerischen Bildungssystems, wiedie Praxisnähe und die Ausrichtung aufden Arbeitsmarkt, nicht verloren gehendürfen.Michèle Rosenheck, Leiterin Berufsbildungbeim KV Schweiz, sagt: «Der KVwird sich über verschiedene Kanäle einbringen.Sein Hauptanliegen ist dieGleichbehandlung der verschiedenen Bildungswege.Die höhere Berufsbildungsoll nicht aus dem Berufsbildungsgesetzgetrennt werden.»Wie es in der Medienmitteilung desBundes zur Expertenkommission heisst,soll das Weiterbildungsgesetz die Eigenverantwortungfür das lebenslange Lernenstärken, die Chancengleichheit beimZugang zur Weiterbildung verbessernund die Kohärenz in der Bundesgesetzgebungsicherstellen. Zudem muss die Kommissionvertieft prüfen, wie Transparenz,Qualität und Mobilität im Weiterbildungsbereicherhöht werden können.Versprochen wird, dass Zwischenergebnisseder Kommissionsarbeit sowiesach- und fachspezifische Fragestellungenregelmässig mit interessierten Fachkreisendiskutiert werden. ajmcontext 3 – 2010


KOLUMNE25YoutubeMit Humor zum ZielAuf ungewöhnliche Weise macht der KV Schweizauf die Ungleichheit der Löhne von Frauen undMännern aufmerksam – und erhielt dafür Lob.Mit seinem ironischen Video* zum EqualPay Day auf Youtube hat der KV Schweizeinen für den Verband ganz ungewöhnlichenKampagnenweg eingeschlagen.Über 800 Personen haben sich den Filmangeschaut – nicht nur in der Schweiz,sondern auch in Deutschland, Grossbritannien,Schweden und Spanien. Aufgenommenwurde das Video zudem im Blog«polithink.ch» mit der Bemerkung «A proposZynismus…»«Die Reaktionen auf das Video warendurchaus positiv», sagt Barbara Gisi, LeiterinAngestelltenpolitik beim KVSchweiz. Lob erhielt sie dafür, dass dasThema für einmal anders angegangenworden ist, auf humoristische Art. Vor allemauch Männer priesen den guten Ansatz:Sie sagten, endlich sei mal nicht gejammertworden. Männer wie Frauenbestätigten Barbara Gisi, sie seien durchdas Video wachgerüttelt worden.Barbara Gisi sagt: «Das Video hat seinenZweck erreicht. Es wurde als das erkannt,was es ein sollte und es hat Signalwirkunggehabt.» Das Thema sei durch dieKrise nach hinten gerutscht und niemandwolle sich zurzeit damit auseinandersetzen.Das Video habe gerade auch jungenFrauen die Augen geöffnet. Für den KVSchweiz war nämlich wichtig, dass dieSurfer/innen via Video auf die wahrenAnliegen des KV Schweiz aufmerksamwurden und diese auf der KV-Homepageanklickten. Was sie auch taten.Dort fordert der Verband, dass die Ursachenfür die sachlich nicht erklärbarenLohnunterschiede von rund 40 Prozentbeziehungsweise für die dahinterstehendenLohndiskriminierungen rasch eruiert,diskutiert und in Gesamtarbeits- wieEinzelarbeitsverträgen eliminiert werdenmüssen. Und: Unternehmen sollen sichdieser Thematik stellen und die bereitsvorhandenen Instrumente wie den Selbsttestzur Lohngleichheit anwenden. DieKV-Mitglieder werden aufgefordert,Lohndiskriminierungen nicht hinzunehmenund an deren Beseitigung mitzuarbeiten.ajm* Link aufs Video: www.kvschweiz.chTod im NetzVon Astrid van der HaegenDie Social Networks leben vom lebendigenund permanenten Austausch derMitglieder. Was aber passiert mit Verstorbenenin Online-Communities wie Facebookoder Twitter?Hans teilt in seinem Online-Netzwerk regelmässigdie aktuelle Befindlichkeit mit.Hans, heisst es da von Mal zu Mal, «freutsich auf Ferien in Tunesien», «postet jetztauch mit dem neusten I-Phone Mitteilungen»,«sucht sich eine neue Wohnung inSolothurn», «ist ein Fan von Lady Gaga».Was jedoch, wenn auf seiner Internet-Pinwand plötzlich steht: «Hans ist tot»?Auf «Kommentieren» klicken? Oder etwaauf «Gefällt mir»? Nein, in diesem Fall habendie gesetzlichen Erben das Testamentoder die Sterbeurkunde bei Facebookeingereicht und den «memorialized»-Statusfür das Profil erworben.Die sozialen Internetdienste sind nochrecht jung und erst teilweise auf Sterbefälleeingerichtet. Neben Facebook bietenauch die VZ-Portale einen entsprechendenService an und bei Paypal kann gargegen Urkunde und Bearbeitungsgebührein allfälliges Guthaben des Verstorbeneneingefordert werden.Wie sollen Angehörige mit dem virtuellenLeben ihres verstorbenen Lieblings umgehen?Können Social Communities garzur Trauerverarbeitung eingesetzt werden?In Amerika gibt es bereits erste Anbieterfür virtuelle Bestattungsdienstleistungen.Sie verwalten gegen Entgelt dendigitalen Nachlass. So gesehen, gehörenab sofort sämtliche Zugangsdaten insTestament.Selbstverständlich auch die Wünsche,wie mit dem digitalen Nachlass umzugehenist, und ob ein Spiel wie «World ofWarcraft» von den Erben weitergespieltwerden muss, bis das höchste Level erreichtist und der Verstorbene in den digitalenSpielhimmel einziehen kann.Mit Witz auf ein ernstes Thema hinweisen: KV-Video zur Lohnungleichheit.Astrid van der Haegen ist Kommunikationsberaterin.context 3 – 2010


26Schwerpunkt JugendLernende proben dieSelbstständigkeitPraxis. In der Junior Business School befassen sich Lernende miteigenen Business-Ideen. Context hat die Genossenschaft besucht.Von Therese Jäggi und Andrea Mašek / Fotos Reto SchlatterDaniel Hongler, ein früherer Absolventder KV Zürich Business School,hat aus der Junior Business School (JBS)heraus einen Olivenöl-Handel gegründet.Das Fussballturnier sowie der Schleuderkurs,die bei der Schülerschaft letztes Jahrgut ankamen, gingen ebenfalls auf dasKonto der JBS. Wer in Kürze den Antistresskursbelegt oder sich im Mai in Intensivkursenauf die Abschlussprüfungvorbereitet, hat dies ebenfalls der JBS zuverdanken.Gegründet im Jahr 2005, hat die JBSden Zweck, der Schülerschaft der KV ZürichBusiness School Dienstleistungenund Produkte anzubieten, die der Ausbildungsförderungund der Freizeitgestaltungdienen. Bereits seit 2006 ein festerProgrammpunkt ist das Tutorialsystem,bei dem leistungsstarke Lernende anderefür wenig Geld unterstützen.Die Organisation und Durchführungvon Vorbereitungskursen auf die LAP istdas wichtigste Standbein der JBS – und jenerBetriebsteil, mit dem ein Umsatz vonjährlich rund 20 000 Franken gemachtwird. Als Genossenschaft ist die JBS nichtgewinnorientiert. Eigentliches Ziel ist dieFörderung der Selbstständigkeit. Die Projektteilnehmendenwerden unterstütztund gecoacht von den beiden W&G-LehrernArno Bopp und Samuel Mösli. Entstandenist das Projekt auf Initiative desheutigen Leiters Roland Reichenbach.Die JBS kann ab dem 3. Semester währendzwei Semestern als Freifach von Lernendender KV Zürich Business Schoolbelegt werden. Die Teilnehmenden übernehmenfür die Genossenschaft dieAdministration der LAP-Vorbereitungskurse.Dabei walten sie zum Beispiel alsAbteilungsleiterin Marketing oder alsSachbearbeiter Finanzen oder Dienstleistungen.Daneben sind sie immer auch miteigenen Projekten beschäftigt. Das könnenIdeen für einen Event oder für eine eigeneGeschäftsidee sein. Einige Projekteerwiesen sich im Laufe der Zeit als unrealistisch.So wurden beispielsweise diePlanung einer Eisdisco oder die Übernahmeeiner Burger-King-Filiale im Fran-Nam Lai (20) und Deborah Raso (20) 3. und 2. LehrjahrLehrbetrieb: ISS Schweiz AG«Let’s bubble your life and drink your passion– das ist der Werbeslogan für unsereGeschäftsidee, den Bubble Tea. Wir kamenin die JBS, weil wir ein Werbekonzept erstellenwollten. Der Bubble Tea, ein Getränkaus Tee, Sirup, Milch, Eis und Tapioka-Perlenhat in Asien, den USA undAustralien Kultstatus. Wir möchten ihngerne in der Schweiz einführen. Inzwischenhaben wir ein Werbekonzept ausgearbeitetund sind nun am Abklären, wie teuer dieBecher kommen.Von den Lehrern haben wir gratis Unterstützungbekommen. Allerdings wurdein der Kursbeschreibung auch etwas zuvielchising-System eine Weile verfolgt undwieder aufgegeben. Kein Problem – gelerntwurde trotzdem eine ganze Menge.Weitere Informationenwww.jbschool.chversprochen. Zum Beispiel ist es praktischunmöglich, in unserem Alter einen Kreditaufzunehmen. Doch wir fanden, das Ganzekönne nicht schaden. Wir haben einen Einblickins Berufsleben gewonnen. Und fürdie Bewerbungsunterlagen ist es sicher förderlich.Gelernt haben wir vor allem Teamworkund Zeitmanagement. Wir wissen nun, wielange es geht, bis man etwas erreicht hat,wie wichtig die Planung ist und wie vielFleiss man hineinstecken muss. Die zweiStunden pro Woche genügen übrigensnicht, man muss auch Freizeit investieren– wenn man dazu bereit ist.»context 3 – 2010


27Jan Fehr (19) 3. LehrjahrLehrbetrieb: Erdöl-VereinigungLino Fusco (18) 2. LehrjahrLehrbetrieb: MetallpfisterLuca Kubli (18) 2. LehrjahrLehrbetrieb: Immobilien AG Riesbach«Ich suchte eine Herausforderung undwollte Verantwortung übernehmen, deshalbkam ich zur Junior Business School.Hier führe ich nun meine eigene Abteilung:Für das JBS-Kursprojekt bin ich für denKundenkontakt zuständig. Ich nehme Anmeldungenentgegen, beantworte Anfragenund beschäftige mich mit Reklamationen.In meiner Lehrfirma arbeite ich auchim Verkauf, aber hier bin ich selbstständiger.Ich kann mich einbringen und Neuesanstossen. Das macht mir Spass. Zudemerweitere ich meinen Horizont. Für mich istes ein guter Ausgleich zur Lehre.Was ich hier lerne, ist aber auch vonNutzen für die Arbeit in meiner Lehrfirma.Am Anfang war die Tätigkeit sehr intensiv.Wir lernten, Prioritäten zu setzen und wasgutes Zeitmanagement ist. Wichtig ist auchdie Arbeit im Team – jeder muss seinen Jobgut machen, nur so funktioniert es. Es solltendeshalb nur Leute dieses Freifach wählen,die klare Ziele haben, motiviert sind,etwas zu bewegen und Eigeninitiative entwickeln.»«Ich habe nicht genau gewusst, was michhier erwartet. Es wurde Selbstständigkeitversprochen, und da ich diese im Sinnhatte, erhoffte ich mir dafür Unterstützung.Und die bekomme ich auch.Meine Idee war ursprünglich, Bier fürjunge Leute zu brauen. Doch der Aufwandneben der Lehre wäre zu gross gewesen.Deshalb betreibe ich jetzt Marktforschung.Das heisst, ich studiere die Werbung undVerkaufsstrategien von Bierproduzenten.Zum Beispiel interessiert mich das neue«Premium» von Feldschlösschen. Ich versucheherauszufinden, wie etwas Neues aufden Markt und an die Kunden gebrachtwird.Obwohl mein Projekt nicht zustandekam, habe ich doch gelernt, wie eine Firmaaufgebaut wird und ich weiss über Budgetsund Strategien Bescheid. Ich habe praktischeKenntnisse erworben, nicht nur Theoriegelernt wie in der Schule. Ob ich späteraus diesem Wissen etwas machen werde,entscheide ich spontan. Selbstständigkeitbleibt eine Option, aber nur neben einemfesten Job.»«Ich fand die Idee spannend, in der Praxiseine Firma zu führen oder eine Businessideezu verwirklichen. Ursprünglich belegteich das Freifach, weil ich einen Eventmitplanen wollte. Es dauert lange, bis wirdie Idee einer Eisdisco hatten. Es sollte ebenetwas Spezielles sein, das es noch nicht gab.Doch das Projekt starb schnell, weil alleinschon die Fixkosten zu hoch gewesen wären.Gelernt habe ich daraus dennoch einiges,zum Beispiel, was alles für Abklärungengetroffen werden müssen.Nun bin ich in der JBS für die Administrationzuständig. Ich stelle Rechnungenaus, buche Zahlungen, schicke Mahnungen,mache die Ablage. Ich sehe, was für einadministrativer Aufwand hinter einerFirma steckt. Ich schätze die kompetentenLehrer und die lockere Atmosphäre. DiePraxiserfahrung, die ich hier mache, wirdmir in Zukunft sicher zugute kommen.Denn ich will aufsteigen, eine Kaderpositionerreichen und Leute führen.»KeineLehrstelle?KV CollegeKaufmännische Berufsschule für Büround Verkauf mit Praktikumsvermittlung.www.hso.chHSO.CH HANDELSSCHULORGANISATIONSCHWEIZThun Bern Zürich Luzern St. GallenWitercho mit HSO.context 3 – 2010


28Schwerpunkt JugendDavid Zumbrunn (17) 2. LehrjahrLehrbetrieb: Fundus TreuhandThushiya Varatharasasingam (23) 3. LehrjahrLehrbetrieb: Finanzdirektion des Kantons ZürichPatrick Landis (19) 3. LehrjahrLehrbetrieb: Gemeindeverwaltung Oetwil am See«Auf die Idee mit der Eisdisco kam ich aufder Lenzerheide. Mein Kollege und ich erstelltenein ungefähres Budget, danachfragten wie bei Eisbahnen in Winterthurund Zürich an. Als wir erfuhren, dass nurschon die Miete und Reinigung der Eisbahnrund 8000 Franken kosten würden, warschnell klar, dass diese Rechnung nie undnimmer aufgehen konnte.Mein jetziges Projekt: Ich entwickle einenFragebogen, der über den Bekanntheitsgradder JBS unter den Lernenden anunserer Schule Aufschluss geben soll. DieFragebogen werden von Lehrern verteiltund wir machen dann die Auswertung. Ichkönnte mir gut vorstellen, später einmalselbstständig im Treuhandbereich zu arbeiten,vielleicht sogar zusammen mit meinemKollegen. Sein Spezialgebiet sind dieImmobilien. Wir würden uns also gut ergänzen.»«Ich möchte mich gerne im Gastrobereichselbstständig machen. Das liegt bei uns inder Familie. Meine Eltern betrieben ein indischesRestaurant in Zürich. Ich abermöchte etwas anderes. Meine Idee war,eine Burger-King-Filiale im Franchising-System zu übernehmen. Als erstes erstellteich einen Businessplan und nahm dannmit einem Vertreter von Burger King Kontaktauf. Es war ernüchternd, weil für michfinanziell viel zu wenig herausschauenwürde. Nach etwa zwei Monaten gab ichdie Idee auf.Was mir jetzt vorschwebt, ist eine Bar-Lounge. Das Konzept steht. Jetzt suche icheinen geeigneten Standort. Da ich die Lehremit Berufsmatura mache, habe ich auchnoch eine andere Option. Ich könnte berufsbegleitendBetriebsökonomie studierenund die Selbstständigkeit noch etwas in dieZukunft verschieben.«Ich bin ein begeisterter Pokemon-Spielerund habe es darin bereits zweimal zumSchweizermeister gebracht. Meine Geschäftsideewar deshalb naheliegend: Ichwollte Pokemon-Karten aus Amerika undJapan importieren und hier weiterverkaufen.Im Rahmen eines Businessplans legteich fest, wo ich einkaufe und wie ich anKunden gelangen würde. Meine Ideen wurdenvon den Lehrern gefördert, aber auchkritisch hinterfragt. Ich habe mit dem Verkaufein bisschen Geld verdient. Geradeweil ich ja im Nonprofit-Bereich die Lehremache, war es für mich spannend zu sehen,wie man Profit erwirtschaftet, so wie es inder Privatwirtschaft ja auch üblich ist. DerHandel mit Pokemon-Karten ist sicher keinBeruf für später. Nach der Lehre möchte ichzunächst die Berufsmatura machen unddann allenfalls an einer Fachhochschuleein Studium beginnen.kompetent dynamisch vernetztKaufleute - Mediamatik - Informatik10 Jahre aktive Berufsbildungserfahrungderzeit über 90 Lernendeindividuelle BetreuungPraxiseinsätze in verschiedenen Firmenüber 140 Partner aus der Zuger Wirtschafteinzigartig: KV Business English pluswww.bildxzug.chLehrbetrieb des Vereins Zuger Berufsbildungs-Verbundcontext 3 – 2010


LAP – so klappt’s29Die Lehrabschlussprüfung steht vor der Tür. Kein Grund zur Nervosität –sofern die Vorbereitung stimmt. Von Thomas HeebNoch ein paar Wochen, und danngeht’s los: Ende Mai starten auchim kaufmännischen Bereich die erstenLehrabschlussprüfungen. Wer bis jetztnoch nicht mit dem Lernen begonnen hat,sollte sich langsam auf die Socken, beziehungsweisehinter die Bücher machen.Die Vorbereitung auf die Prüfung kannmit der Situation eines Sportlers oder einerSportlerin vor einem wichtigen Wettkampfverglichen werden: Eine WocheTraining dürfte dafür nicht ausreichen.Auch beim Lernen sind verschiedenePhasen sinnvoll: Zunächst wird der gesamteStoff durchgearbeitet, Zusammenfassungenund Lernkarten werden erstellt.Danach wird in einer zweiten Phaseder Stoff repetiert und anhand der Kartenund Zusammenfassungen intensiv gelernt.Kurz vor der Prüfung sollte mansich auf das Repetieren beschränken undkeinen neuen Stoff mehr lernen.Portionieren beim LernenAndrea Ruckstuhl, Ressortleiter Jugendbeim KV Schweiz, hat dazu konkreteTipps: «In Fächern, in denen vor allem diegrossen Zusammenhänge wichtig sind,kann man auch mal zwei oder drei Stundendranbleiben. Wo es darum geht, etwasauswendig zu lernen, reichen kleinerePortionen von 20 Minuten am Stück,dafür sollten es mehrere solche Einheitenpro Woche sein.»Seiner Erfahrung nach lohnt es sich,diese Lernphasen möglichst intensiv zugestalten und sich nicht unterbrechen zulassen. «Pro Stunde braucht es aber mindestensfünf Minuten Pause», sagt Ruckstuhl,«und wer insgesamt drei oder mehrStunden lernt, hat nach zwei Stundenmindestens 15 Minuten Pause verdient.»Noch ist es also nicht zu spät, mit denVorbereitungen zu starten. Das zeigenauch die Aussagen von einigen erfolgreichenLAP-Absolventinnen, die von Contextnach ihrem Erfolgsrezept befragtwurden (siehe context 10/2009). Sie habensich beispielsweise einen eigenen Lernplanerstellt, so dass der Berg an zu lernendemStoff nicht zu gross war. MehrereAbsolventinnen bezogen zudem regelmässigFrei- oder Ferientage, um ungestörtlernen zu können. Bei manchen wares hin und wieder ein freier Nachmittag,andere nahmen gleich eine Woche amStück frei, um ungestört zu lernen und repetieren.Eine gute Idee ist es auch, sich bei denletzten Prüfungen vor der LAP selber zubeobachten: Wie habe ich gelernt? Wieviel Zeit habe ich dafür gebraucht? Washat mich abgelenkt, was besonders motiviert?Was kann daran geändert werden?Wurde ich an der Prüfung selbst nervös?Falls ja, warum?Als nächster Schritt werden alte LAP-Aufgaben gelöst, und zwar in Echtzeit. Diemündlichen Prüfungen, zum Beispiel ineiner Fremdsprache, können zudem gutsimuliert werden, «mit jemandem imLehrbetrieb oder mit jemandem, der diePrüfung vor kurzem gemacht hat», empfiehltAndrea Ruckstuhl. «Anschliessendwird gemeinsam besprochen, was gutund was nicht so toll war – und wie manes im Ernstfall besser machen kann.»Vielleicht ist auch das Lernen in einerGruppe sinnvoll. Dazu gilt es zu beachten,dass ein Team nicht mehr als drei bis vierMitglieder mit ungefähr gleichem Lernrhythmushaben sollte. Zu den Grundregelngehört, dass sich alle gleich gut vorbereitensollten; erst in der Gruppe zulernen, bringt wenig. Dazu ist ein Arbeitsplannützlich – sofern er eingehalten wird.Zudem bieten auch verschiedene Schulenund KV-Sektionen Kurse und Seminarezur Vorbereitung auf die LAP an.Der Countdown läuftAuch wenn jetzt noch genügend Zeit vorhandenist – plötzlich dauert es nur nochein paar Tage bis zum ominösen Datum.Deshalb hier noch ein paar Tipps für dieZeit unmittelbar vor der ersten Prüfung.> Gutes Timing: Mit den Prüfungsvorbereitungensoll man nicht nur rechtzeitigbeginnen, sondern auch beizeiten wiederdamit aufhören. Spätestens amSpätnachmittag vor der Prüfung istSchluss mit Lernen.> Geregelter Tagesablauf: Vor den Prüfungensoll der normale Rhythmus im Alltagnicht geändert werden. Das gilt vorallem auch für das Schlafen: Das Gehirnruht sich aus und speichert das Gelernterichtig ab.> Gestärktes Selbstvertrauen: Wer meint,vieles nicht zu wissen, wird nervös. Wersich hingegen in Erinnerung ruft, wassie oder er alles weiss, stärkt das eigeneSelbstvertrauen.> Gezügelte Einflüsse: Am Abend vor derPrüfung ist Entspannung angesagt:Kein schweres Essen, kein Alkohol, dafürein heisses Bad oder ein Spaziergang.> Geordnete Dinge: Wer am Vorabend allesbereit legt, inkl. bequeme Kleider,kann eine Hetzerei am Prüfungsmorgenvermeiden – und hat dafür Zeit fürein ruhiges Frühstück (keine Prüfungmit leerem Magen). Schlafmützen stellenbesser zwei Wecker!> Genutzte Strecke: Auch für den Weg anden Prüfungsort haben die Besten 2009einen Tipp: Wer die Strecke oder einenTeil davon zu Fuss zurücklegt, kann sodie Nervosität bekämpfen oder wird zumindestdefinitiv wach.Beim KV Schweiz sind verschiedene Broschürenund Info-Schriften zu den Themen Lehre und LAPerhältlich, darunter auch «Prüfung OK!». Siekönnen unter www.kvschweiz.ch bestellt werden.Unter www.kvschweiz.ch/jugend finden sich auchDownloads von Übungsserien und Reglementenzur LAP.Thomas Heeb ist Context-Redaktor.thomas.heeb@kvschweiz.chIhr Ergonomie-Fachgeschäftwww.sitz.chcontext 3 – 2010


30Beim Organisieren helfenSchwerpunkt JugendLernende sind bei den Vorbereitungen auf die LAP nicht auf sich gestellt,Berufsbildner/innen sollten ihnen unter die Arme greifen. Von Andrea MašekEs gehört zu den Pflichten der Berufsbildner/innen,die Lernenden aufdie Lehrabschlussprüfung (LAP) vorzubereiten.Deshalb ist die LAP auch Themaim Berufsbildnerkurs, der für jeden angehendenBerufsbildner obligatorisch ist.Dazu Bruno Nett, Berufsinspektor beimBerufsbildungsamt Zürich: «Im Kurs wirdden Teilnehmerinnen und Teilnehmerngeholfen, sich in der äusserst komplexenMaterie des Qualifikationsverfahrens zurechtzufinden.»Erklärungsbedürftig sei weiter dieSystematik der Prüfungselemente, soNett. Das heisst, die Teilnehmenden lernen,was wann und wie lange geprüftwird. Gilbert Roos, Leiter Berufsbildungder Stadt Luzern, bekräftigt, dass Berufsbildner/innendie einzelnen Prüfungselementegut kennen respektive kennen lernenmüssen, nur so könnten sie sich unddie Lernenden richtig vorbereiten.Nebst der Theorie gibt es in der Ausbildunglaut Bruno Nett aber auch praktischeTipps zu Lernhilfen. Besonders geeignetseien etwa die Lernkarten, diegratis aus dem Internet unter www.kauffrau-kaufmann.ch.heruntergeladen werdenkönnen (siehe Box).LernkärtchenFür die Vorbereitung auf die betrieblicheLAP wird den Berufsbildner/innenauf www.kauffrau-kaufmann.chdie Lernbox «Praxiskunde» empfohlen.Sie enthält Lernkärtchen zu 24verschiedenen Gebieten, angefangenbeim «Ziele setzen und erreichen»über «Unterlagen ablegen» bis «Kundenmahnen und betreiben». Insgesamtbeinhaltet die Lernbox «Praxiskunde»um die 500 Kärtchen.«Auch auf soziale Aspekte wird in derAusbildung eingegangen», sagt Nett. DenBerufsbildner/innen wird ans Herz gelegt,die Lernenden während der Vorbereitungenzur LAP zu motivieren. Es brauche ermunterndeWorte wie «Du bestehstschon».Gilbert Roos wirft ein, die Berufsbildner/innenmüssten andererseits dieErnsthaftigkeit der Prüfungen kommunizieren.Die betriebliche Prüfung zum Beispielwerde nach wie vor zu leger genommen.Die Folge sei, dass Lernende diePrüfung zunehmend nicht schaffen.Gut zu wissenWie viel Zeit soll man den Lernendenfür die Vorbereitung auf die LAP währendder Arbeitszeit zur Verfügungstellen? Ein Anspruch besteht nicht.Das kann man mit Lernenden frei abmachen.Sinnvoll ist es, den Lernendenbei der Vorbereitung des berufspraktischenTeils der Prüfung zuhelfen.Und wie ist es an Prüfungstagen? DasGesetz gibt vor, dass der Betrieb die«zur Teilnahme an der LAP erforderlicheZeit ohne Lohnabzug freizugeben»hat. Das umfasst die Prüfungszeitwie auch den Weg an denPrüfungsort und/oder retour. ZusätzlicheErholungszeit kann eine sinnvolleUnterstützung in der stressigenLAP-Zeit sein.Quelle: «Leitfäden für Berufsbildnerinnenund Berufsbildner» des KV Schweiz.www.kvschweiz.chStrategie entwickelnKonkret helfen können die Berufsbildner/innen den Jugendlichen vor allem in derOrganisation der Vorbereitung – denn damithaben diese oft Schwierigkeiten. Esempfiehlt sich, zusammen mit den Lernendeneine Strategie festzulegen, die individuellauf die Jugendlichen zugeschnittenist.Die Strategie basiert auf einer Standortbestimmung,die am besten rund dreiMonate vor der LAP gemacht wird. DerLernende soll dabei nicht nur vom Berufsbildnerbeurteilt werden (aufgrund derhalbjährlichen Bildungsberichte, Zeugnisseund Rückmeldungen von überbetrieblichenKursen), sondern sich auchselber einschätzen: Wo fühlt er sich sicher?Wo ortet er Handlungsbedarf?Darauf aufbauend kann ein Fahrplanerstellt werden: Er legt fest, wann welcheThemen wie repetiert werden. Der Plansollte an einem zentralen Ort gut sichtbaraufgehängt werden. Der Lernende musssich aber in eigener Verantwortung daranhalten. Der Berufsbildner kann allenfallsdie Funktion eines Coachs ausüben. «DasControlling der Leistungsziele ist wichtig»,sagt Gilbert Roos. Und der Berufsbildnerkann sich mit anderen Betriebenkurzschliessen, um mit den Lernendenrund einen Monat vor dem PrüfungsdatumPrüfungen durchzuspielen. «Damitdiese nicht erschrecken, was auf sie zukommt»,meint Roos.Kommunikation übenBruno Nett weiss, dass die Vorbereitungenje nach Branche einfacher oderschwieriger sind: «Ein Schreiner hat keineProbleme, weil er mit dem Lernenden zusammenMöbel macht und dieser auch ander Prüfung Möbel machen muss.» BeimKV sei es problematischer. Die betrieblichePrüfung dauere da gerade mal dreissigMinuten.Die zweimal fünfzehn Minuten könnenaber lang sein, weiss Gilbert Roos.Er sagt, die Berufsbildner/innen «müssendafür sorgen, dass die Lernendenim Kommunikationsbereich vorbereitetsind». Er rät ihnen, unbedingt Beratungsgesprächemit den Lernenden zu üben.Zudem würde er sie für den Modelllehrgangsensibilisieren.Dieser enthält die Grundlagen und Instrumentefür die betrieblichen Teile derAusbildung und das Qualifikationsver-context 3 – 2010


31fahren. Jeder Berufsbildner sollte sich darinvertiefen.Sich weiterbildenDer KV Schweiz rät in seinen «Leitfädenfür Berufsbildnerinnen und Berufsbildner»in jedem Fall zu Weiterbildungskursen.Hier bietet etwa die Berufsbildner AGKurse unter dem Titel «Qualifikationsverfahrenvorbereiten und durchführen» an– unter anderem auch speziell für den KV-Bereich. Darin lernen Berufsbildner/innen,wie Prüfungen ablaufen, was sie dabeibeachten müssen, welches dieAnforderungen sind und wo sie die Ler-nenden gezielt unterstützen können. ZurSprache kommen auch Themen wie Prüfungsangstund -stress, Qualifikation vonExperten oder Einsprache- und Rekursmöglichkeiten.Die theoretischen Inputs sind dabeikurz, dafür wird anhand praktischer Fällegeübt. In Rollenspielen können Prüfungssituationensimuliert und trainiert werden– unter Einbezug von Lernenden. Zudemerhalten die Teilnehmenden genugZeit für den Erfahrungsaustausch.Nicht nur im Vorfeld, auch am Prüfungstagselber sind die Berufsbildner/innengefordert: Findet die betrieblichePrüfung nicht im Lehrbetrieb statt, könntensie mit den Lernenden zusammenhinfahren. Ihre Aufgabe ist es dann in ersterLinie, Ruhe auszustrahlen, damitdiese sich auf die Lernenden überträgt.Wertvolle Links:www.berufsbildner.chwww.berufsbildner-z.ch/kurse/weiterbildung.htmlwww.igkg-tg.chwww.kv-lehrmeister.chwww.kmu-bs.chAndrea Mašek ist Context-Redaktorin.andrea.masek@kvschweiz.chSTUDIEREN SIEINFORMATIKAN DER HSR.UND MAN REISST SICH UM SIE.WERBEANSTALT.CHKaufmännische Berufsmatura bestanden?Wir bieten Ihnen:direkten Zugang ohne PraktikumBachelor of Science in Informatik in 3 JahrenMathematik-Aufbaukurs ohne zusätzlichen ZeitaufwandStudieren direkt am See, nur 35 S-Bahn-Minutenvon Zürich entferntwww.hsr.ch/informatik/kvMitglied der FHO Fachhochschule Ostschweizcontext 3 – 2010


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Vom Escher-Wyss-Platz an dieBahnhofstrasse – und zurück33Martin Scholl, 48, ist CEO der drittgrössten Schweizer Bank, der ZürcherKantonalbank. Begonnen hat er seine Karriere als Lehrling in der ZKB-Filialein Zürich Wipkingen. Von Ingo Boltshauser/Foto Trix NiederauIrgendwie passt Martin Scholl nicht sorecht in diese Umgebung. Für einenSchüler ist er eindeutig zu alt, und für einenLehrer im dezenten dunklen Anzugmit rosa gestreiftem Hemd und dazu passenderKrawatte viel zu gut gekleidet.Und doch sind die Wege von Schollund der KV Zürich Business School untrennbarmiteinander verknüpft, auchwenn die Schule zu seiner Zeit noch keinenso hochtrabenden englischen Namentrug, sondern schlicht «das KV» hiess, wieer amüsiert anmerkt. Hier hat er währendder Lehre vor gut 30 Jahren die Schulzeitverbracht, und hier hat er danach währenddrei Jahren berufsbegleitend auf denAbschluss als eidgenössisch diplomierterBankbeamter gebüffelt. «Alles», sagt erund lässt den Blick prüfend durch dieAula gleiten «sieht heute noch genaugleich aus wie damals.»Dann erzählt er, dass er genau in diesemRaum seine Abschlussarbeit zur Prüfungals Bankbeamter geschrieben habe,auf einer elektrischen Kugelkopfschreibmaschine.In Erinnerung geblieben istihm sein Banknachbar, der kurz vorSchluss aus Versehen ein FläschchenTipp-Ex über seinen Blättern ausgekipptund verzweifelt versucht hatte, in der verbliebenenZeit alles noch einmal zuschreiben. «Ich weiss gar nicht, ob SieTipp-Ex überhaupt noch kennen», sagt erin den Saal hinein.Die Bemerkung ist durchaus berechtigt.In der Aula haben sich an diesemMittag 330 Lernende versammelt, umdem «Talk über Mittag» zwischen RektorRené Portenier und Martin Scholl, CEOder Zürcher Kantonalbank, zu lauschen.Die meisten dürften in ihrem Leben nochkeinen Satz mit einer Schreibmaschinegetippt, geschweige denn irgendwelcheSchreibfehler überpinselt haben.Eine Sechs in BranchenkundeScholl hat die jugendliche Menge schnellin seinen Bann geschlagen. Vor allemliegt das daran, dass sich der Erfolgsmanagerbetont locker gibt, ohne sich allerdingsbei der Zuhörerschaft anbiedern zuwollen. Zu Beginn etwa zückt er die Stempelkarteder Verkehrsbetriebe Zürich, umzu beweisen, dass er heute mit dem gleichenTram gekommen ist wie seine Zuhörer.«Hier, abgestempelt um 11 Uhr 32 amParadeplatz.» Nur um im nächsten Satzhinzuzufügen: «Ich hätte es für unpassendgehalten, hierher mit dem Chauffeurzu kommen.»Dann wird das Fähigkeitszeugnis vonScholl an die Aula-Wand projiziert, dasPortenier in den Tiefen des Archivs ausgegrabenhat. In Korrespondenz hatte ereine Vier, in Branchenkunde eine glatteSechs, die restlichen Noten pendeln umFünf. Im Durchschnitt gibt das eine 5,1.«Ganz anständig Briefe schreiben kannich inzwischen aber auch», kommentiertScholl und erntet dafür einige Lacher.Anekdotisches aus seiner Schulzeitlässt sich Scholl nur wenig entlocken, dafürseien seine Erinnerungen zu verblasst.Auch sein Werdegang vom Stift der ZKB –«damals durfte man noch Stift sagen» – zuihrem CEO tönt relativ unspektakulär:33 Jahre beim gleichen Arbeitgeber, nurzwei Unterbrüche. Einer für einen Stagebei der Swiss Bank Corporation in NewYork, einer für eine einjährige Führungsausbildungin Stanford. Ansonsten habeer einfach intern Chancen ergriffen, wennsie sich ihm geboten hätten. «Ich habe nieKarriereplanung gemacht», sagt er. «Michinteressierten einfach spannende, neueAufgaben.» Dass ihn der Weg schliesslichbis ganz nach oben an die Spitze der Bankgeführt habe, dabei sei Glück ein nichtGlück sei ein nicht unwesentlicher Faktor gewesen.«Man muss die richtigen Vorgesetzten haben,die einen fördern, es müssen zum richtigen Zeitpunktdie richtigen Stellen vakant sein und so weiter.»unwesentlicher Faktor gewesen. «Manmuss die richtigen Vorgesetzten haben,die einen fördern, es müssen zum richtigenZeitpunkt die richtigen Stellen vakantsein und so weiter.»Imposanter FilialleiterEs liegt in der Natur solcher Veranstaltungen,dass sie nicht sehr in die Tiefe gehenkönnen, denn eine halbe Stunde Talk vorgrossem Publikum und abschliessendeine Fragerunde lassen dafür zu wenigRaum.Später am Tag treffen wir deshalbScholl in seinem Büro im vierten Stockdes ZKB-Hauptsitzes in der ZürcherBahnhofstrasse: Die Möbel sind zeitlosmodern aus edlem Holz, Schreibtischund Ablagen penibel aufgeräumt. Hinterdem Arbeitsplatz von Scholl sind ein paarkleine Familienbilder aufgestellt, ansonstenverrät der Raum kaum etwas über denMann, der täglich bis zu zwölf Stundenhier verbringt.Wenn Martin Scholl von seiner beruflichenLaufbahn erzählt, wird klar, dassZufall und Glück bereits bei der Stellen-context 3 – 2010


34Lebenwahl Regie führten. Bewehrt mit einemeher schlechten Sekundarschulzeugnis(«Ich hoffe, meine Kinder bekommen esnie zu Gesicht, sonst verliere ich meineganze Autorität.») ging er zum Berufsberater,und dieser riet ihm, entweder Lebensmittelingenieurzu werden oder dasKV zu machen. Da seine Eltern beideKaufleute waren, entschied er sich für diezweite Empfehlung. Das war 1977, in einerZeit, in der es noch relativ einfach war,eine Lehrstelle zu finden, und am Schlusskonnte er zwischen zwei Stellen wählen.Er entschied sich gegen eine Anstellungbei einer Maschinenfabrik und für dieLehre bei der ZKB-Filiale in Zürich Wipkingen,nur wenige hundert Meter von derkaufmännischen Schule am Escher-Wyss-Platz entfernt. Ausschlaggebend dafürwar nicht etwa die Branche, denn Schollhatte damals noch keine klaren Vorstellungen,was er einmal werden wollte, sondernder Filialleiter, der ihn eingestellthat. «Dieser Mann hat mir sehr imponiert.Während der Lehrzeit hatte ich dann genügendGelegenheit, auch seine Schattenseitenkennenzulernen», sagt Schollheute lachend. Angesprochen auf seineVorbilder wird klar, dass er es immer sogehalten hat: «Ich hatte viele gute Vorgesetzte,aber niemand ist perfekt. Ich habeimmer versucht, von deren Qualitäten zulernen und das andere besser zu machen.»Eine halbe Million im PlastiksackDrei Jahre lang fuhr Scholl mit der Linie13 zur Schule – mit derselben Linie, dieihn an diesem Mittag zum Vortrag in derKV Zürich Business School gebracht hat.Einige dieser Fahrten sind ihm in lebhafterErinnerung geblieben. Zu den Aufgabender Lehrlinge gehörte es nämlich damals,das Geld von den Filialen in denHauptsitz an der Bahnhofstrasse zu bringen– bis zu einer halben Million Franken,verpackt nur in einem Plastiksack. «Anfangsmachte mich das schon etwas nervös»,gibt er zu, «aber ich merkte schnell,dass sich niemand sonderlich für einen«Anfangs machte mich das schon etwas nervös»,gibt er zu. «Aber ich merkte schnell, dasssich niemand sonderlich für einen Jugendlichenmit Plastiksack interessiert.»Jugendlichen mit Plastiksack interessiert.»War er mit seinen 440 Franken Stiftenlohnnie in Versuchung, in die Tüte zugreifen? «Keine Sekunde», antwortetScholl bestimmt. Dann wechselt er in dieRolle des CEO zurück: «Wir bilden jedesJahr etwa hundert Lernende aus, und inmeiner ganzen Zeit bei der ZKB ist mirkein einziger Fall bekannt geworden, indem ein Lehrling der Versuchung nichthat widerstehen können. Geld ist unserArbeitsmaterial, und jeder hier weiss,dass dies dem Kunden oder der Bank gehört.»Allerdings: Mit Plastiksäcken vollerGeld fahren die Lernenden schonlange nicht mehr durch die Gegend.Schon im ersten Lehrjahr löste sichbei Scholl der Knoten, und er begann sichernsthaft für das Bankfach zu interessieren.Was dann folgte, war abgesehen vonden erwähnten und mit seinen Vorgesetztenabgesprochenen Unterbrüchen eineklassische Schritt-für-Schritt-Karriere:Einsätze im Filialbereich, Kreditsachbearbeiter,Assistent des Leiters Kommerz,Leiter Kommerz, Leiter Kreditmanagement,Leiter Geschäftseinheit Firmenkunden,Leiter Privatkunden. Dann, imFebruar 2007, ernannte ihn der Bankratzum CEO der ZKB. Im Sommer desselbenJahres trat er die Nachfolge von Hans FelixVögeli an.Bodenhaftung behaltenIst diese Ochsentour durch die Hierarchiender richtige Weg, um bei der ZKBKarriere zu machen? Scholl relativiert:«Das Banking ist heute enorm komplexgeworden, dazu braucht es neben berufspraktischemvermehrt auch fundiertestheoretisches Wissen.» Scholl verstehtsich als Teamplayer. Ein Unternehmen seidann am erfolgreichsten, wenn es in derLage sei, Menschen mit verschiedenen,sich ergänzenden Fähigkeiten zusammenzubringen.Letztlich hänge es dannE+S ASWSeit 25 Jahren auf Erfolg programmiertWas vor fünfundzwanzig Jahren als Idee begann, ist heute die führende SchweizerBusiness Software. 35‘000 Kunden mit mehr als 76’000 installierten Software-Modulen sprecheneine deutliche Sprache. ABACUS ERP-Software – modernste Internet-Technologie – Qualität, dieüberzeugt und Kontinuität, die Vertrauen schafft. Heute und in Zukunft. www.abacus.chcontext 3 – 2010


von den konkreten Stellenanforderungenab, ob eine Führungsposition mit einemerfahrenen ZKB-ler oder mit einem Uni-Absolventen besetzt werde. «Uns ist einegute Durchmischung auf allen Hierarchiestufenwichtig. Das bewahrt uns davor,die Bodenhaftung zu verlieren.»Bodenhaftung – das ist ein Wort, dasMartin Scholl gerne und oft in den Mundnimmt. Für ihn bedeutet das zum Beispiel,auch kleine Kunden nicht von obenherab zu behandeln. «Wenn ein Bankberaterim 7er-BMW und mit der Rolex amHandgelenk zum Gewerbetreibendenfährt, dann hat er etwas Grundlegendesnicht begriffen.» Scholl nennt keine Namen,aber es ist klar, dass er mit dieser Bemerkungauf die Konkurrenz abzielt, dienur hundert Meter weiter oben am Paradeplatzresidiert.In der Finanzkrise, die ein knappesJahr nach Scholls Amtsantritt über dieWelt hereinbrach, zeigte sich dann, dassdiese Bodenständigkeit neben der Staatsgarantieein enormer Wettbewerbsvorteilist. Die ZKB kam nicht nur nahezu unbeschadetdurch die Krise, sie konnte sogarmassiv zulegen. Allein 2008 betrug derNeugeldzufluss 16 Milliarden Franken,2009 kamen noch einmal rund 3 Milliardendazu. Ein Grund zu Euphorie besteheaber nicht, warnt Scholl. «Natürlich verspürenwir Befriedigung, dass wir dieKrise so gut gemeistert haben. Aber wirdürfen deswegen nicht selbstzufriedenwerden. Ich bin lange genug im Geschäft,um zu wissen, dass die Absturzgefahrdann am grössten ist, wenn man es amwenigsten erwartet.»Keine Blackberry-KulturAuch privat ist ihm Bodenhaftung wichtig.Als Kind aus mittelständischem Elternhaus,das mit drei Geschwistern aufgewachsenist, wurde sie ihm gleichsamin die Wiege gelegt. Heute versuchen erund seine Frau den eigenen 12- und 15jährigenKindern diese Werte weiterzugeben.«Sie sollen lernen, dass für sie keine Privilegiengelten, auch wenn ihr Vater beruflicherfolgreich ist», sagt er. Und fügt an:«Das ist aber nicht immer einfach zu vermitteln.»Ansonsten hält er sich zu seinemPrivatleben ziemlich bedeckt: «EineHomestory in der Schweizer Illustriertenwird man über mich nie lesen.»Wieder zurück in der kaufmännischenBerufsschule. Wie gross die Arbeitsbelastungfür einen CEO denn sei,will ein Lernender in der Fragerunde wissen.«Ich nehme fünf bis sechs WochenFerien pro Jahr», antwortet Scholl undfügt an: «Bei uns in der ZKB herrschtkeine Blackberry-Kultur.» Will heissen:Niemand soll gezwungen sein, rund umdie Uhr erreichbar zu sein, auch der CEOnicht. «Wir haben auf allen Stufen guteStellvertreter mit allen Entscheidungsbefugnissen.»Auch für sich selber reklamiert er eineausgewogene Work-Life-Balance: «Wenn«Wenn ein Bankberater im 7er-BMW und mit der Rolexam Handgelenk zum Gewerbetreibenden fährt, dann hater etwas Grundlegendes nicht begriffen.»ich arbeite, dann mit Vollgas, aber ichkann auch aufhören. Unter der Wochewill ich möglichst um sieben zu Hausesein, wenn nicht noch etwas Besonderesansteht, und auch die Wochenenden halteich mir in der Regel frei. Ich habe schliesslichauch noch ein Familienleben.» AmMorgen ist allerdings nichts mit Familienleben:Damit er mit seinem Arbeitspensumdurchkommt, trifft man ihm meistschon um halb sieben im Büro an.Die Schulglocke läutet, und der Talkist beendet. Die Lernenden kehren zurückin die Klassenzimmer, und Scholleilt zu einer Sitzung mit dem Bankrat.Beim Hinausgehen antwortet ein Schülerauf die Frage, was ihm besonders imponierthabe an Scholl: «Er ist sympathisch,kein Angeber. Und er hat es von der Stiftibis ganz nach oben geschafft.»Ingo Boltshauser ist Context-Redaktor.ingo.boltshauser@kvschweiz.chTrix Niederau ist freie Fotografin in Zürich.trix.niederau@gmx.ch35neuJuristisches Fachwissen für die BerufspraxisDipl. Rechtsassistent/in HFDie berufsbegleitenden Lehrgänge beginnen im Herbst 2010und dauern 6 Semester. Daten Informationsveranstaltungen undweitere Informationen siehe Homepages.Zentrum für beruflicheWeiterbildungSt.GallenTel. 071 313 40 40info@zbw.chwww.zbw.chSchweiz. Institut fürUnternehmerschulungBern und ZürichTel. 031 388 51 51gewerbe-be@siu.chwww.siu.chHöhere FachschuleSüdostschweizChurTel. 081 286 62 62info@ibw.chwww.ibw.chDie Leistungsschulencontext 3 – 2010


36RatgeberBüroalltagWie bringe ich allesunter einen Hut?BildungDarf mein Arbeitgeber eineWeiterbildung verbieten?Wie soll ich das alles schaffen? Dieser Gedankeüberfällt mich oft panikartig. Ich hetzevon einem Termin zum nächsten und kommenicht zur Ruhe. Gleichzeitig habe ich stetsdas Gefühl, nicht allen Anforderungen gerechtzu werden. Anstatt Zeit mit meinenLiebsten zu verbringen oder mich im Büro aufdie Arbeit zu konzentrieren, bin ich ständigdabei Familie, Haushalt und Beruf zu organisieren.Heute müssen sich Frauen mehr denn je mitder Vereinbarkeit von Familie, Beruf undWeiterbildung auseinandersetzen und verschiedene,zum Teil auch widersprüchlicheAnsprüche unter einen Hut bringen. DerVersuch, verschiedene Welten zusammenzubringenund die aus der Rollenvielfalt(Frau, Mutter, Tochter, Berufsfrau) resultierendeMehrfachbelastung können zu Überforderungs-und Schuldgefühlen führen.Der Kampf an verschiedenen Fronten kostetviel Energie und Einsatz. Bei Misserfolgenoder Erschöpfung fühlen sich Frauenoft als Versagerinnen.Überlegen Sie in einem ersten Schritt,welche Rollen Sie in Ihrem Leben spielen,und anstatt unerreichbaren Idealbildernhinterherzulaufen, hinterfragen Sie die Rollenerwartungenund eigenen Ansprüche andiese Rollen (Was kann ich leisten? Was willich leisten? Wie viel Zeit möchte ich in jedeRolle investieren?). Bei dieser Aufgabe hilftes, eigene Lebensziele und deren Prioritätenfestzulegen. Nur so erreichen Sie ein gesundesMittelmass zwischen Anspruch undRealität und finden somit eine Balance zwischenHerausforderung und Freude an IhrerArbeit und am Leben.Aktivieren Sie Ihre Ressourcen, indemSie beispielsweise Arbeiten im Haushalt aufKinder, Ehemann und, falls möglich, aufeine Putzfrau verteilen. Setzen Sie für dieKinderbetreuung Ihre sozialen Stützsystemeein. Erlauben Sie es sich auch einmal«Nein» oder «Ich mag nicht» zu sagen. AchtenSie auf Freiräume in Ihrer Agenda undplanen Sie nicht nur Ihre Arbeits-, sondernauch Ihre Lebenszeit. Dann ist sichergestellt,dass Sie jeden der vier LebensbereicheGesundheit, Familie, Beruf und Lebenssinnangemessen berücksichtigen.Patrizia RizzoPsychologin lic.phil.,ist Trainerin undBeraterin bei ICASSchweiz, einemUnternehmen fürexterne Mitarbeiterberatung.Mein Arbeitgeber lehnt mein berufsbegleitendesWeiterbildungsvorhaben ab. Er verbietetmir die Weiterbildung mit der Begründung,ich könne mich dann nicht mehr auf den Jobkonzentrieren. Darf er das?Grundsätzlich gilt: Der Arbeitgeberkann nur über jene Zeit verfügen, die Sie alsArbeitnehmer vertraglich zu leisten verpflichtetsind. In Ihrer Freizeit dürfen Sieaus arbeitsvertraglicher Sicht tun und lassen,was Sie wollen. Allerdings bestehenhierfür zwei Einschränkungen. Sie dürfenin Ihrer Freizeit keine die Interessen des Betriebskonkurrenzierenden Tätigkeiten ausüben.Und der Arbeitgeber darf dann reagieren,wenn Ihre Leistung gemässArbeitsvertrag und Stellenprofil beeinträchtigtwird.Wenn sich der gewünschte Bildungsgangmit Ihren Arbeitszeiten vereinbarenlässt und die Belastung Ihre Leistungsfähigkeitnicht einschränkt, gilt diese Freiheitauch bei einem 100%-Pensum. Ihr Arbeitgeberhat kein Recht, Sie vorsorglich einzuschränken,es sei denn, der Umfang Ihreszusätzlichen Engagements ist derart gross,dass nach allgemeiner Erfahrung oder wieim konkreten Fall im Voraus begründet eineBeeinträchtigung am Arbeitsplatz absehbarist. Die Hürden hierfür sind jedoch hoch. Sowäre etwa eine Änderungskündigung (aufReduktion des Arbeitspensums für dieDauer der Weiterbildung) bei «normalem»Ausmass der Weiterbildung als missbräuchlichanfechtbar.Wenn Ihre Weiterbildung aber zu einemLeistungsabfall führt, ist eine Kündigungdurch Ihren Arbeitgeber nur dann missbräuchlich,wenn Sie nachweisen können,dass kein Zusammenhang mit Ihrer Weiterbildungbesteht. Die Beweispflicht liegt hierimmer auf der Arbeitnehmerseite.Je nach Umfang und Dauer der Weiterbildungsowie Ihren persönlichen Umständenempfehlen sich aber ohnehin sorgfältigeÜberlegungen zu Planung undBelastbarkeit. Erfahrungsgemäss ist einWeiterbildungsabbruch nicht selten aufProbleme im Umgang mit der Zeit und mitunterschiedlichen Ansprüchen zurückzuführen.Ralf MargreiterStabsstelleBildungspolitikKV Schweizcontext 3 – 2010


RechtSind diese Überstundenzumutbar?JugendLAP-Prüfungszeitkompensieren?37Vor ein paar Monaten wurde ein Mitarbeiterunserer Abteilung entlassen. Seither wirddessen Arbeit auf die übrigen Mitarbeiter derAbteilung verteilt. Nicht wenige müssen deshalbÜberstundenarbeit leisten. Besondersärgerlich an der Situation ist, dass bei uns dieEntschädigung für geleistete Überstundengemäss Vertrag im Grundsalär enthalten ist.Lässt sich rechtlich etwas gegen diese unbefriedigendeSituation unternehmen?Gemäss Art. 321c Abs. 3 OR kann dieÜberstundenentschädigung vertraglichwegbedungen werden. Dies gilt sowohl fürden gesetzlich vorgesehen Lohnzuschlagvon 25 Prozent als auch für den Grundlohn.Die von Ihnen zitierte Vertragsbestimmung,die Überstundenentschädigung sei imGrundlohn enthalten, ist eine in der betrieblichenPraxis verbreitete Klausel zurWegbedingung der Überstundenentschädigung.Die Grenze für eine solche vertraglicheWegbedingung bildet übrigens die gesetzlicheHöchstarbeitszeit; für die darüberhinaus geleistete Mehrarbeit, die sogenannteÜberzeitarbeit, ist die Entschädigungim Arbeitsgesetz zwingend vorgeschrieben.Im weiteren ist zu beachten, dass der ArbeitgeberÜberstunden nur anordnen darf,sofern diese 1) betriebsnotwendig sind und2) deren Leistung für den Arbeitnehmernach Treu und Glauben zumutbar ist. VonBetriebsnotwendigkeit ist auszugehen,wenn sie z.B. durch einen ausserordentlichenArbeitsanfall bedingt sind oder auchdurch den Ausfall eines anderen Arbeitnehmers.Durch die Kündigung des Mitarbeiterserfolgte zwar ein solcher Ausfall.Trotzdem fehlt es vorliegend an der Betriebsnotwendigkeitfür die Überstunden,hätte doch der Arbeitgeber die Stelle seitLangem neu besetzen müssen. Unter dengenannten Umständen ist gleichzeitig auchdie zweite Voraussetzung für die Anordnungvon Überstundenarbeit, also die Zumutbarkeitfür den Arbeitnehmer, nicht erfüllt:als unzumutbar gelten Überstunden,die der Arbeitgeber durch eine andere Betriebsorganisation(vorliegend durch dieEinstellung eines neuen Mitarbeiters) vermeidenkönnte.Felix Kusterarbeitet beimRechtsdienstdes KV Schweiz.Wie ist das eigentlich gesetzlich geregelt,wenn man an einem Samstag die LAP schreibenmuss? Schon im letzten Jahr hatte ichmeine BEC-Englisch-Prüfung an einemSamstag, und jetzt sind es die schriftliche undmündliche Französisch-Delf-Prüfung, die aneinem Samstag stattfinden. Darf der Lehrbetriebdie Kompensation der Prüfungsstundenverweigern?Das Qualifikationsverfahren QV (diemeisten sprechen immer noch von LAP) gehörtzum obligatorischen Unterricht –schliesslich ist es nicht freiwillig, die LAPabzulegen... Die Stunden, die man für dieLAP-Prüfungen aufwendet, müssten grundsätzlichwie die obligatorischen Schulstundenbetrachtet werden. Und diese sind wiederumden Arbeitsstunden im Betriebgleichgestellt.Im Gesetz steht dazu, dass der Betriebdie «zur Teilnahme an den Lehrabschlussprüfungenerforderliche Zeit ohne Lohnabzugfreizugeben» hat (Art. 345a Abs. 2 OR).Das umfasst nicht nur die Prüfungszeitselbst, sondern auch den Weg an den Prüfungsortund/oder zurück.Nun ist die Sache aber noch ein wenigkomplizierter: Wenn der Samstag in IhremGeschäft normalerweise arbeitsfrei ist, istder Betrieb nicht verpflichtet, die Stundenzu kompensieren. Das ist (leider) der genaugleiche Fall wie bei den Frei- oder Stützkursen:Wenn solche während der Arbeitszeitstattfinden, haben Sie als Lernende Anrechtdarauf, sie zu besuchen und der Betriebmuss Ihnen dafür ohne Lohnabzug freigeben.Finden aber die Stütz- oder Freikurseam Abend statt (wie das meistens der Fallist), muss Ihnen der Betrieb die entsprechendenStunden nicht kompensieren.Was nun? Falls Ihr Betrieb am Samstagarbeitet, können Sie die entsprechendenStunden für die LAP-Prüfungen «zurückverlangen».Wenn nicht, haben Sie dazukein Anrecht. Und trotzdem: Viele Lernendeerhalten auch dann die Zeit kompensiertund das finde ich gut so. ArgumentierenSie doch in Ihrem Betrieb damit undversuchen über den Goodwill, doch zu IhrenKompensationsstunden zu kommen.Auf jeden Fall drücke ich Ihnen die Daumenfür die kommende QV/LAP-Zeit!Andrea Ruckstuhlist RessortleiterJugend beimKV Schweiz.context 3 – 2010


38KV AktuellWussten Sie, dass Zurich Connectnicht nur Autos versichert?rich Connect bietet KV-Mitgliedern einePrivathaftpflicht-Grundversicherung mitFamiliendeckung inklusive Mieterschädenbereits ab CHF 105.– an.KV Schweiz, Marketing Servicesdie führende Online-VersicherungSchäden an der Wohnung können beim Auszug teuer werden.Wohnlust statt Wohnfrust – dank Privathaftpflicht-Versicherung.Endlich haben Sie Ihre Traumwohnunggefunden. Ein Nachmieter für Ihre bisherigeWohnung hat bereits zugesagt. Wennda nur nicht diese Schäden in ihrer altenWohnung wären. Einmal ist Ihnen dasParfumflacon ins Lavabo gefallen. ImWohnzimmer ist die Kerbe im Parkett unübersehbar.Und Ihre Tochter hat sich ander Wand im Kinderzimmer versucht.Sind Sie gegen diese Mieterschädenversichert? Oder müssen Sie selber dafüraufkommen? Darf der Vermieter Ihnenallenfalls diese Schäden überhaupt inRechnung stellen?Grundsätzlich gilt: Sie als Mieter bezahlenmit der Miete den normalen Gebrauchder Wohnung. Abnützungserscheinungen,die durch diesen normalenGebrauch entstehen, gehen nicht zu IhrenLasten. Hingegen haften Sie für Schäden,die von unsachgemässem, übermässigemoder unsorgfältigem Gebrauch herrühren.Darunter fallen bemalte Wände imKinderzimmer, ein Sprung im Lavabooder eine tiefe Schramme im Parkettboden.In diesen Fällen können die Schädendem Mieter in Rechnung gestellt werden.Und das kann Sie schnell ziemlich teuerzu stehen kommen.Prüfen Sie, ob Sie eine Privathaftpflicht-Versicherungabgeschlossen haben.Denn sie haftet für Wohnungsschäden,die Ihnen aus Unaufmerksamkeitoder Nachlässigkeit unterlaufen sind. Zu-Zurich Connect bietet als führendeOnline-Versicherung der Schweiz umfassendeVersicherungsleistungenmit einem exzellenten Schadenservicezu attraktiven Preisen. Mit demKV Schweiz verbindet Zurich Connecteine langjährige erfolgreiche Partnerschaft.Als KV-Mitglied profitieren Sievon Spezialkonditionen und damitvon noch günstigeren Prämien.Im Internet finden Sie unter www.zurichconnect.ch/partnerfirmen alleInformationen zu den Angeboten.Hier können Sie Ihre individuelle Prämieberechnen und Ihre persönlicheOfferte erstellen. Dafür benötigen Siefolgendes Login:Benutzernahme: kvschweizPasswort: bueroOder Sie verlangen über die für KV-Mitglieder exklusive Telefonnummer0848 234 567 eine unverbindlicheOfferte. Das Kundencenter von ZurichConnect ist Montag bis Freitag von8 bis 17.30 Uhr geöffnet.Business-Sprachtraining im AuslandProspekte und Infos:Tel. 041 726 86 96www.businessclass.chcontext 3 – 2010


SektionenZur InfoDie Sektionen des KV Schweiz werdenin zehn Regionen zusammengefasst,welche jeweils folgende Kantoneoder Städte umfassen:>>Basel-Stadt>>Bern>>Graubünden-Glarus>>Mittelland (AG,BL,SO)>>Ostschweiz (AI, AR, SG, TG)>>Zentralschweiz (LU, NW, OW, SZ,UR, ZG)>>Zürich-Stadt>>Zürich-Land – Schaffhausen>>Romandie>>TessinBasel-stadtBaselTelefon 061 271 54 70Fax 061 272 24 41info@kvbasel.chwww.kvbasel.chGeneralversammlungEinladung zur ordentlichen Vereinsversammlung2010.Traktanden:1. Protokoll der ordentlichen Vereinsversammlungvom 23. April20092. Jahresbericht 2009 und Rechnung2009 von Verein und Handelsschule;Budget 2010 von Verein undHandelsschule, Revisorenbericht3. Wahl der Revisionsstelle4. DiversesGemäss Art. 21 der Statuten könnenantragsberechtige Mitglieder Anträgezur Traktandenliste stellen; diesemüssen mit den Statuten in Einklangstehen und dem Vorstandmindestens 14 Tage vor der Versammlung(d.h. bis Donnerstag 15.April 2010) mit schriftlicher Begründungeingereicht werden.Danach Referat von Kathrin Amacker,Head Diversity, NovartisSchweiz und Nationalrätin, Thema:Diversity als Erfolgsfaktor – Strategieund Umsetzung. AnschliessendApéro und Imbiss.Donnerstag, 29. April, 19 h, Saal KV-Gebäude, Aeschengraben 15, BaselAbendseminare>>«Fit für den Arbeitsmarkt». Frühzeitigund aktiv eigene Strategienfür die Arbeitsmarktfähigkeit entwickeln.Mit Michael F. Gschwind,Psychologe/Coach; Donnerstag,22. April>>«Bereit für die Zukunft/Zusammenspielder Vorsorge in derSchweiz». Inputs zur rechtzeitigenPlanung im Umgang mit den Vorsorgeeinrichtungen.Mit Hans-Ulrich Stauffer, Rechtsanwalt/Pensionskassenspezialist;Donnerstag, 6. Mai>>«Braingym». Fähigkeiten, Verhaltenund Lernen aktiv trainieren.Mit Kleo Demmak, Coach/Supervisorin/Organisationsberaterin;Dienstag, 8. JuniDie Seminare finden im KV Basel,Aeschengraben 15, Saal, 6. Stock,statt und dauern von 19 h bis etwa21 h. Kosten pro Seminar: CHF 30.–für KV-Mitglieder und Lernende derAbteilung Grundbildung an unsererHandelsschule; CHF 80.– andere.English ClubAll meetings will be held on Tuesdaysat 8 pm at the KV building. Forany suggestions contact Gaby Felix:phone 061 228 90 34 or FelixSchurter: phone 062 868 74 00.PensioniertengruppeFührung durch das malerische Laufenburg– zu Fuss. Ausklang im CaféMeier. Besammlung: 12.30 h BahnhofSBB, Schalterhalle, beim Treffpunkt.Abfahrt 12.50 h mit S1 nachLaufenburg (bitte Billette selber lösen)oder 13.25 h beim BahnhofSBB in Laufenburg. Dauer 90 Minuten,Donnerstag, 15. AprilKosten: KV-Mitglieder CHF 10.–;andere CHF 25.–Anmeldung:Daniel Spreyermann,Telefon 061 271 54 70 oder E-Mail:info@kvbasel.chBernBernTelefon 031 390 60 30Fax 031 390 60 20info@kvbern.chwww.kvbern.chSeminare>>«Excel Aufbaukurs» mit Anita Jucker-Hermann,eidg. dipl. Erwachsenenbildnerin;Mittwoch, 7. April,Tagesseminar, Kurs Nr. 773>>«Motivationstraining – neue Wegepositiv und zielgerichtet gehen»mit Jacqueline Steffen Oberholzer,Betriebsökonomin, Coach;Freitag, 9. April, Tagesseminar,Kurs Nr. 521>>«Sitzungen effizient leiten» mitRuedi Krummenacher, Ausbildungs-und Organisationsberatung;Dienstag, 13. April, Zweitagesseminar,Kurs Nr. 329>>«Professioneller Auftritt am Telefon»mit Beatrice Krauer, Erwachsenenbildnerin;Donnerstag, 15.April, Tagesseminar, Kurs Nr. 411>>«Grundkurs 2: Arbeits- und Lernsituationund Prozesseinheit» mitBeatrix Flury, Bildungsfachfrau,Ausbildnerin; Dienstag, 20. April,Tagesseminar, Kurs Nr. 151>>«Berufliche Zukunftsplanung» mitArmin Weber, Erwachsenenbildner;Mittwoch/Donnerstag,21./22. April, Zweitagesseminar,Kurs Nr. 531>>«Gut ist besser als perfekt» mitAstrid Mehr, Psychologin; Freitag,23. April, Tagesseminar, Kurs Nr.522BERNER OBERLAND033 223 35 77info@kvbeo.chwww.kvbeo.chSpiezer SternstundeBereits zum 10. Mal findet die«Spiezer Sternstunde» statt. Referentist Hanspeter Latour. Er weistauf die Parallelen zwischen Fussballund Wirtschaft hin und greift Themenüber Motivation, Teambildungund den Umgang mit Druck auf.Weitere Infos bei der Geschäftsstelle.Donnerstag, 29. April, 19 h39Schweizerische TextilfachschuleTEXTILES | FASHION | MARKETINGWir bilden Sie weiter für Ihre Karrierein der Textilwirtschaft- Dipl. Textilökonom/in HF Bachelor (Hons) in Textile Business Management- Textilkauffrau/-mann STF- Fashion- und Lifestyleberater/in STF- Dipl. Produktmanager/in Textil NDS HFSchweizerische TextilfachschuleWasserwerkstrasse 119CH-8037 ZürichTelefon 044 360 41 51www.textilfachschule.chInformationsabend in Zürich:27. April 2010 (19.00 Uhr)Der Bachelor-Grad (Diplom) wird von der Universität und dem Vereinigten Königreich anerkannt und vergeben.Für weitere Details bezüglich der Universität und ihrer Validation: www.wales.ac.uk/validation oder validation@wales.ac.uk.context 3 – 2010


Sektionen40mittellandAARGAU OSTTelefon 056 437 19 16Fax 056 437 19 10info@kvagost.chwww.kvschweiz.ch/aargau-ostGeneralversammlungDie Generalversammlung findet amMontag, 17. Mai 2010 um 19 Uhrstatt. Die Einladung erfolgt über dieVerbandszeitschrift Top in der Ausgabe1–2010.Picasso-AusstellungKunsthaus Zürich, Donnerstag, 21.Oktober um 18.45 Uhr. Die Ausschreibungerfolgt in einer nächstenAusgabe.Aargau WestTelefon 062 837 65 15Fax 062 837 65 19info@kvagwest.chwww.kvagwest.chHandelsschule KV AarauSeminarangebot 2010: Erwachsenenbildung>>«Effizienzsteigerung durch moderneArbeitstechniken»>>«Umsatz steigern in schwierigenZeiten»>>«Kundenorientiert und effizienttelefonieren»>>«Verkaufen am Messestand»>>«Die Börse Fluch oder Segen?»>>«Fehlerfrei schreiben»>>«Moderne Briefe ohne Floskeln»>>«Protokolle schreiben mit Vergnügen»>>«Arbeitszeugnisse verfassen»>>«Selbstsicher auftreten klar kommunizieren»>>«Sozialversicherung und Lohnabrechnung»>>«Vorbereitung Führungsfunktion»>>«Führungskompetenzen verstärken»>>«Professionell und wirkungsvollpräsentieren mit PowerPoint2007»Weitere Infos: www.hkvaarau.choder Marianne Wagner, Telefon062 837 97 20 (Mo + Do).Führungsakademie>>«Das Wichtigste der Mehrwertsteuer»«Führungsfachfrau/Führungsfachmannmit eidg. Fachausweis». Dauervier Semester mit modularemAufbau. Beginn: 21. Oktober, FachausweisprüfungHerbst 2012. Informationen:Telefonisch 062 837 9720 oder E-Mail: m.wagner@hkvaarau.ch.Informationsabend: Donnerstag,6. Mai, 18.30h, Pestalozzischulhaus,Bahnhofstrasse 46, AarauNachdiplomstudium«NDS in Leadership & ManagementHF». Das Studium richtet sich anPersonen mit Führungs- oder Fachverantwortungund solche, die hierfürvorgesehen sind. Angesprochensind Frauen und Männer aller Bildungsrichtungen(kaufmännische,technische, gesundheitliche odersoziale Richtung), die bereits eineWeiterbildung abgeschlossen haben.Informationen: Telefonisch062 837 97 24, Barbara Schwaboder E-Mail: b.schwab@hkvaarau.ch. Beginn: Freitag, 29. OktoberHandelsschule KV AarauFührungsakademieBahnhofstrasse 465001 Aarauwww.hkvaarau.chBasellandTelefon 061 926 70 10Fax 061 926 70 15www.kvbl.chinfo@kvbl.chVeteranen-KlubEinladung zum 1. Ausflug. Frühlingsfahrtan den Bodensee mit Besuchder Stiftsbibliothek in St. Gallenund der Kathedrale. Donnerstag,15. AprilOlten-BalsthalTelefon/Fax 062 212 02 32info@kvob.chwww.kvob.chGeneralversammlungDie 10. Generalversammlung findetam Donnerstag, 27. Mai ab 18.30Uhr im Restaurant Aarhof in Oltenstatt.Seminar«Sicher auf glattem Parkett» mitTherese Bucher; Mittwoch, 14. April,18 bis 21 UhrSolothurnTelefon 032 622 31 21Fax 032 622 31 56info@kvsolothurn.chwww.kvsolothurn.chSolothurner Forumfür WeiterbildungTelefon 032 624 90 50Fax 032 624 90 59info@sfw.chwww.sfw.chSeminare>>«Innovation im KMU» mit Dr. JörgT. Sorg; Dienstag, 20. April>>«Mit PEP an die Arbeit» mit WillyKnüsel; Dienstag, 20. April>>«Reklamationsmanagement –Trotz Reklamationen zufriedeneKunden» mit Barbara Haas; Mittwoch,21. April>>«Inkasso und KMU – Gezielte Gewinnoptimierung»mit MarcelSchmidlin, Bruno Amrein und AndreasCragnaz; Donnerstag, 22.April>>«Ablageorganisation» mit DaryaHaller; Montag, 26. April>>«Outlook – Schaltzentrale IhrerArbeit» mit Willy Knüsel; Dienstag,27. April>>«Pensionierung – Vorbereitungauf die neue Lebensphase» mit VivianaAbati; Mittwoch, 28. April>>«Mediation – Schwierige Situationenund Konflikte lösen» mit AndreaKeller; Donnerstag, 29. April>>«E-Mail Flut – Kein Problem!» mitWilly Knüsel; Donnerstag 29. April>>«Mind Mapping» mit Herbert Bühler;Dienstag 4. Mai>>«Businessplan für KMU» mit HerbertBühler; Dienstag 4. Mai und11. Mai>>«Rhetorik – Überzeugend und wirkungsvoll»mit Myriam Minnig;Mittwoch 5. Mai und 12. MaiJEDES VIERTE BABY SCHREIT NICHTVORHER, SONDERN NACHHER.Verschmutztes Wasser verursacht schmerzhafteDurchfallerkrankungen. Jeden Tag sterben 4000 Kinderdaran. Helvetas baut sichere Brunnen – helfen Sie mit.PC 80-3130-4 www.helvetas.chcontext 3 – 2010


Sektionen>>«Kunden gewinnen, betreuen undbinden» mit Dr. Jörg T. Sorg; Donnerstag6. Mai und Freitag 4. Juni>>«Schwierige Gespräche mit Lernenden»mit Stefan Keller; Donnerstag,22. April, 9 bis 17 h41>>«Gelassen und selbstbewusst –Durchsetzung im Beruf und privat»mit Joachim Hoffmann; Freitag7. Mai und Mittwoch 16. Juni>>«Wirkungsvolle Geschäftskorrespondenz»mit Marianne Ulmi;Dienstag 11. Mai>>«Führungskurs für Frauen» mitVreni Höhener; Dienstag 25. Maiund Mittwoch 23. JuniOstschweizOstTelefon 071 274 36 50Fax 071 274 36 56info@kvost.chwww.kvost.chFachtagung«Das Arbeitszeugnis». Für Mitarbeitendeund Führungskräfte. Arbeitszeugnissesind wahrheitsgemässund wohlwollend abzufassen. Leiderzeugen viele Auseinandersetzungendavon, dass der Teufel imDetail steckt. Donnerstag, 25. März,13.30 bis 17 h im Seerestaurant Rorschach,Churerstrasse 28, 9400Rorschach. Weitere Details und Anmeldungunter www.kvost.ch oderTelefon 071 274 36 50.Im Anschluss, ab 18 Uhr, findet dieHauptversammlung des KV Oststatt.>>«Besser schreiben» mit GabrielaBaumgartner; Freitag, 23. April, 9bis 17 h>>«Update im Arbeitsrecht» mit AngelaHensch; Freitag, 23. April,9 bis 17 h>>«Datenschutz am Arbeitsplatz»mit Edi Class; Dienstag, 27. April,14 bis 17.30 h>>«Neue Kaufmännische GrundbildungNKG – Update / Modulkurs»mit Stefan Keller; Dienstag, 27.April, 8.30 bis 17 h>>«Das Arbeitsverhältnis endet,Rechtsprobleme beginnen» mitEdi Class; Freitag, 30. April, 9 bis12.30 h>>«Gut vorbereitet ans Lohngespräch»mit Vera Class-Bachmann;Freitag, 30. April, 9 bis 17 hAnmeldung/Auskünfte bei der Geschäftsstelle.CELARISeine Schule des KV Ost und desSIB Schweizerisches Institut fürBetriebsökonomie ZürichWeitere Informationen unterwww.celaris.ch.Im März/April 2010 beginnen folgendeLehrgänge:>>«Fachfrau/Fachmann im Finanzund Rechnungswesen mit eidg.Fachausweis»NEUE PERSPEKTIVENFÜR IHREBERUFSLAUFBAHNSeminare>>«CBPP Certified Business ProcessProfessional (R)»>>«Teamführung, Teamentwicklung,Teampower!» mit Joachim Hoffmann;Dienstag/Mittwoch, 13./14.April, 9 bis 17 h>>«Zielvereinbarungen und Mitarbeitendengespräche– das Zielführt zum Erfolg» mit Stefan Keller;Dienstag, 13. April, 9 bis 17 h>>«Vorbereitung auf die Pensionierung»mit Jaap van Dam; Donnerstag,15. April, 18 bis 20.30 h>>«Interviewtechnik – oder der Wegzum richtigen Personal» mit AndreasLeumann; Donnerstag undFreitag, 15./16. April, 9 bis 17 h>>«Lustvolles Zeitmanagement» mitSusanne Mouret; Freitag, 16.April, 9 bis 17 h>>«Professionelle Ausbildungsplanung»mit Stefan Keller; Dienstag,20. April, 8.30 bis 12 hWeitere Infos über Telefon071 272 66 00 oder www.celaris.ch.Open-Air-AktionAls KV Ost Jugendmitglied (bis 25Jahre) kannst du günstiger an diezwei grössten Open Airs der Ostschweiz:Wähle aus zwischen OpenAir St.Gallen oder Open Air Frauenfeld.Einen 3-Tagespass erhältstdu für CHF 130.–, nur ein Ticket proMitglied. Die Aktion läuft bis28. Mai und ist limitiert. Bestellungper E-Mail: info@kvost.chSt. Galler Festspiele«Il diluvio universale» die Sintflut,Opernrarität mit biblischem Hintergrund.Die Aufführung findet openairauf dem Klosterhof statt. KV-Ost-Mitglieder erhalten Tickets für den29. Juni für CHF 100.–, 1. KategorieDie Heftreihe «Chancen in Berufund Arbeit» informiert über alle AusundWeiter bildungs möglichkeitenin 32 Branchen.Jetzt bestellen unter:www.chancen.chSchweizerisches Dienstleistungszentrum BerufsbildungBerufs-, Studien- und Laufbahnberatung SDBBVerlagwww.sdbb.chcontext 3 – 2010sdbb_ins_chancen_65x133_V2.indd 13.2.2010 10:28:05 Uhr


42Sektionen(anstelle CHF 130.–). Aktionsschluss30. April. Weitere Infos auf derHomepage.Freizeitclub 60>>Führung durch den Walter Zoo inGossau SG; Mittwoch, 14. April>>«Giovanni Giacometti: Farbe imLicht» – Führung durch die Sonderausstellungim Bündner Kunstmuseumin Chur. Churer Altstadt –Rundgang am Nachmittag;Mittwoch, 5. Mai (Tagesausflug)Das komplette Jahresprogrammkann telefonisch bestellt oder aufder Homepage heruntergeladenwerden.ZentralschweizLuzernTelefon 041 210 20 44Fax 041 210 78 50info@kvluzern.chwww.kvluzern.chGenralversammlungEinladung zur ordentlichen Generalversammlungdes KVL mit Grussbotschaftvon Peter Kyburz, GeneralsekretärKV Schweiz. Die Traktandenlisteist in den KV-Nachrichtenpubliziert. Angemeldeten Mitgliedernwerden die Unterlagen aufWunsch zugestellt. Dienstag, 18.Mai, 18 h, KV-Haus, Seminarraum,Frankenstrasse 4, Luzern.>>«Wir schreiben Deutsch» mit IgnazWyss; 3 Abende, Montag, 10., 17.,31. Mai, jeweils 18 bis 20.30 hSeniorenclubReferat von alt CVP-Nationalrätin JudithStamm zum Thema «Rückblickund Ausblick»; Mittwoch, 21. April,14 h, Seminarraum im KV-HausZürich–StadtZürichTelefon 044 211 33 22Fax 044 221 09 13info@kvz.chwww.kvz.ch>>«Von Kunden, Königen, Krokodilen– Umgang mit schwierigerKundschaft» mit Monika Bär; Donnerstag,20. Mai>>«Kritisieren ohne zu verletzen»mit Joachim Hoffmann; Freitag,28. Mai>>«Neues und Bewährtes im BVG»mit Bruno Ern; Montag, 31. Mai>>«Mikropausen – Leistungsfähigkeitsteigern» mit Claude Weill;Dienstag, 1. Juni, 18 bis 21 h>>«Absenzen – und Case Managementam Arbeitsplatz» mit RogerRitler; Mittwoch, 2. Juni, 13.30 bis17.30 hWir Berufsbildner/innenVeranstaltung für Berufsbildner undBerufsbildnerinnen zum Thema«Reform der NKG»; Montag,12. April, 18.30 h, VerbandshausKaufleuten. Anmeldung bis 9. Apriltelefonisch oder per E-Mail. WeitereInfos auf der Homepage.Werdenberg/FürstentumLichtensteinÜberregionaler AnlassBesichtigung des Landtagsgebäudesin Vaduz mit Begrüssung durchden Regierungschef des FürstentumLiechtenstein mit Führung durch dieerste Brauerei Liechtensteins, dieBrauhaus AG. Anschliessend Imbiss.Kosten für KV-Mitglieder: CHF35.–, andere: CHF 45.–. Freitag,9. April. Anmeldung bis 2. Aprilan:kv-anfrage@bluewin.ch oder telefonischan Daniela Ospelt; 00423233 23 88, Fax 00423 233 23 89Tagesseminare in Luzern>>«Neues im Arbeitsrecht» mitHans ueli Schürer; Dienstag,27. April>>«Life Balance» mit Dagmar Härle;Mittwoch, 12. Mai>>«Kundenfreundlichkeit im Mittelpunkt»mit Vera Class-Bachmann;Freitag, 21. Mai>>«Neues und Bewährtes im BVG –Refresher für die Berufliche Vorsorge»mit Bruno Ern; Mittwoch,26. MaiTagesseminar in Zug«Arbeiten ohne auszubrennen –Burn-out und Stress wirksam begegnen!»mit Christian A. Bünck;Donnerstag, 6. MaiAbendseminar>>«Neue Rechtschreibung» mit IgnazWyss; Montag, 26. April, 18bis 21 hÖffentliche Seminare>>«Arbeitsrecht: Klare Formulierungen– Fehler vermeiden» mit ClaudiaEugster; Mittwoch, 14. April,13.30 bis 17.30 h>>«Projektmanagement» mit HanspeterGächter, Donnerstag undFreitag; 15. und 16. April>>«Die Stimme – meine Visitenkarte»mit Dana G. Stratil; Dienstag,20. und 27. April>>«Event-Management» mit BarbaraHonegger; Mittwoch und Montag,21. und 26. April>>«Smart Reading – effizient undschneller lesen» mit Rinaldo Manferdini;Donnerstag, 6. Mai>>«Powernapping & Tipps für einenerholsamen Schlaf» mit Lars B.Sonderegger; Montag, 10. Mai, 18bis 21 hCercle FrançaisChaque mercredi (sauf pendant lesvacances) 18.45 bis 20 h, KVZ, Kurierstube,Talackerstrasse 34, 8001Zurich. Notre cercle nous permet decultiver le français littéraire et quotidien,d’approfondir le vocabulaireet la grammaire, d’apprendre davantagesur la France géographique,politique, culturelle et touristique.Toute personne intéresséeà améliorer ou à entretenir «sonfrançais» est bienvenue dans notrecercle.Contact: Hugo Schnurrenberger;hugo.schnurrenberger@tele2.ch,Im Wyl 15, 8055 Zürich,044 462 16 74 ou Erika Salzmann;erika.salzmann@gmx.chDie eidgenössische Berufsmaturität kann in vier Richtungen absolviertwerden: kaufmännisch, technisch, gesundheitlich-sozial und gestalterisch.Der Lehrgang bietet zusätzlich zur Lehre eine erweiterteAllgemeinbildung sowie attraktive Aus- und Weiterbildungs möglich -keiten bis hin zum prüfungs freien Eintritt in die Fachhochschule. ZurVorbereitung auf den Lehrgang kann ein Vorkurs belegt werden. Neubietet die Minerva in Aarau und Luzern die eidg. Berufsmaturität auchberufsbegleitend nach der AKAD Methode an.www.minervaschulen.chAarau Baden Bern Luzern ZürichHandelsschule VSH ı Bank-Handelsschule ı 10. Schuljahr/BVSı Hotel- und Tourismus-Handelsschulehotelleriesuisse ı TALENT PLUS ı BerufsmaturitätPasserelle ı Fachkurse ı Kaderkursecontext 3 – 2010


Ladies’ English ClubAll meetings will be held on Mondaysat 6.45 p.m. in the Kurierstube,First Floor, Talacker 34, KaufleutenBuilding, 8001 Zürich.Professional Leader:Nancy Scherer-Howe,Phone 044 720 93 09,Assistant Leader: Erika Weibel,Phone 044 362 96 13,www.raccourci.ch/ladies. Guestsare welcome.Please note: Meetings are resumed,April 26th 2010, after SechseläutenMen’s English ClubMeetings held tuesdays at 7 pm unlessotherwise indicated. MeetingPlace: Talacker 54 (First Floor) –Kaufleuten Building – 8001 Zürich.Guests are most welcome.Web page: http://mec.ch.toProgramme April:>>20 – Bermuda Triangle>>27 – Crop CirclesOrchester des KaufmännischenVerbands Zürich (OKVZ)«Frühlingskonzert» Programm:>>E. Humperdink, Ouverture ausHänsel und Gretel>>A. Liadoff, Der Verzauberte See,Op. 62>>P. I. Tschaikowsky, Symphony No1, Op. 13Leitung: Ivan Vatchev. Eintritt frei,Kollekte.Freitag, 28. Mai, 20 h; ReformierteKirche Männedorf, Friedhofweg,8708 MännedorfSonntag, 30. Mai, 18.30 h; KircheSt. Peter, St. Peterhofstatt,8001 ZürichZürich–Land bisSchaffhausenSchaffhausenTelefon 052 630 78 78Fax 052 630 78 77info@kv-sh.chwww.kv-sh.chTagesseminare>>«Arbeiten ohne auszubrennen –Burn-out und Stress wirksam begegnen»mit Christian A. Bünck,Pädagoge, Organisationsberater;Dienstag, 13. April, 9 bis 17 h>>«Augen- und Sehtraining amPC – Wellness für die Augen» mitRuth Bär, Seh- und Augentraining;Dienstag, 4. und 18. Mai,19 bis 21 h>>«Zeitmanagement» mit KatharinaNoetzli, Managementtrainerin/Coach; Mittwoch, 19. Mai,9 bis 17 h>>«Selfmarketing – die Persönlichkeitals Marke» mit Vera Class-Bachmann, Kommunikationsleiterin/Ausbilderin/Coach;Donnerstag, 27. Mai, 9 bis 17 h>>«Professionell telefonieren – einErfolgsfaktor» mit Jürg Sutter, Trainer/Coach;Dienstag, 9 bis 17 hSprachkurse und SeminareAngebote auf der HomepageIGKG SHInteressengemeinschaft KaufmännischeGrundbildung: Update für KV-Lehrmeister und Ausbildungsbeauftragte;Mittwoch, 12. Mai,8 bis 17 hFrauennetz«Denkmalpflege — Spagat zwischenzeitgemässer Nutzung und Erhaltder Strukturen»; Donnerstag, 17. JuniSenioren Club KaufleuteBesuch beim «Spargelhof Spaltensteinmit Essen auf dem Hof»;Mittwoch, 19. MaiWinterthurTelefon 052 269 09 09Fax 052 269 09 08info@kv-winterthur.chwww.kv-winterthur.chÖffnungszeitenUnsere Büros bleiben an Ostern abGründonnerstag, 1. April ab 16 Uhrbis inkl. Ostermontag, 5. April geschlossen.GeneralversammlungDie GV findet am Donnerstag, 6. Maiab 18.15 Uhr in der Aula der WirtschaftsschuleKV Winterthur, Tösstalstrasse37 statt. Traktanden gemässStatuten Art. 26. Anträgezuhanden der Generalversammlungsind dem Vorstand spätestens bis6. April 2010 schriftlich einzureichen.Einladung publiziert in KVNachrichten vom Februar 2010. DerPersonen im KVPeter Kyburz, 43, GeneralsekretärWas haben Sie vorher gemacht?Ich war während dreieinhalb JahrenGeneralsekretär der SP desKantons Zürich. Ursprünglichmachte ich eine kaufmännischeLehre. Nach zehn Jahren Berufstätigkeitnahm ich in Freiburg einJus-Studium auf. Um dieses zu finanzieren,absolvierte ich zuvor«Ich erlebe meine Tätigkeit als spannend und vielseitig.Es gibt wohl nur wenige Managementfunktionen,wo man es mit so vielen unterschiedlichenTätigkeiten zu tun bekommt.»Was machen Sie für den KaufmännischenVerband?Ich bin seit Juni 2008 operativerLeiter. Während dieser Zeit befassteich mich hauptsächlich mitReorganisationsfragen. Im Zentralsekretariathaben wir einzelneAbteilungen neu strukturiert, dieGeschäftsleitung um zwei Funktionenerweitert und im Anschlussan den Strategieprozess hat dieoperative Gesamtleitung ihre Arbeitaufgenommen. Auch war undbin ich noch immer sehr mit Fragenund Lösungen rund um die Finanzenbeschäftigt. Ich vertreteden Verband nach aussen, etwagegenüber Partnerorganisationenund Medien. Der KV Schweizverfügt über sehr gute Dienstleistungen.Diese möchte ich stärkermiteinander vernetzen und ergänzen.Konkret werden wir eininterdisziplinäres Team aus Fachpersonenin Recht, Bildung undArbeitspsychologie bilden, welchesinskünftig den Mitgliedernzur Verfügung steht.Was gefällt Ihnen an Ihrer Tätigkeitam besten?Dass ich mich zu hundert Prozentmit dem Verband identifizierenkann. Ich erlebe meine Tätigkeitals spannend und vielseitig. Esgibt wohl nur wenige Managementfunktionen,wo man es mitso vielen unterschiedlichen Tätigkeitenzu tun bekommt. Ich habeEinblick in Fachgebiete, die fürmich teilweise neu sind, beispielsweisedas Verlagsgeschäft,die Pensionskasse oder spezifischeFinanzfragen. So lerne ichjeden Tag Neues, natürlich auchim Austausch mit den Abteilungsleiterinnenund Abteilungsleitern,über deren Tätigkeiten undZiele ich mich auf dem Laufendenhalte.eine Ausbildung als Fahrlehrerund verdiente mit dieser Tätigkeitwährend des Studiums meinenLebensunterhalt.Was ist Ihnen im Leben sonst nochwichtig?Ich koche sehr gerne. Da investiereich schon mal einen halbenTag in die Vorbereitung für einen5-Gänger. Das können schweizerischeGerichte sein, aber auchfranzösische oder asiatische.Wichtig ist mir auch meine HündinGioia. Ohne sie käme ich nichtdreimal pro Tag an die frische Luftund zu etwas Bewegung. Als ehemaligerCo-Direktor des ZürcherBernhard-Theaters gehe ich auchimmer noch oft und gerne ins Theater.Über wen im Verband möchtenSie gern mehr wissen?Über Isabelle Dubois, Leiterin AngestelltenpolitikKV OstSie wird in der nächsten Ausgabe vorgestellt(die Red.).43context 3 – 2010


Impressum44Jahresbericht kann bestellt werdenunter Telefon 052 269 09 09 oderper E-Mail: info@kv-winterthur.ch.Mitglieder und Gäste sind willkommen.Anmeldung erforderlich bisspätestens 30. April.Seminare>>«Journalistisch schreiben» mitGabriela Baumgartner;Freitag, 7. Mai>>«Die gelassene Art, sich durchzusetzen»mit Jacqueline SteffenOberholzer; Montag 31. Mai>>«Arbeitszeugnisse» mit Edi Class;Mittwoch, 2. JuniSeniorinnengruppeBesuch der Ausstellung «Kleid imKontext» im GewerbemuseumWinterthur, Kirchplatz 14.Anmeldung bis Donnerstag, 14.April an Maria Burren, Telefon052 23 34 79 oder an Trudi Lack,Telefon 052 212 98 20. Dienstag,20. Apil, 14.30 hSIB Schweizerischesinstitut für BetriebsökonomieTelefon 043 322 26 66Fax 043 322 26 51info@sib.chwww.sib.chÖffentliche Seminarejeweils von 9 bis 16.45 h>>«Arbeitstechnik und Zeitmanagement»mit Enrico Lombardi; Mittwochund Donnerstag, 14./15.AprilSprachkurseDeutsch als FremdspracheEnglischFranzösischItalienisch; SpanischRomanisch; PortugiesischRussisch; ArabischChinesisch; JapanischNeugriechisch>>«Qualtätsmanagement» mit HolgerHaarmann; Mittwoch, 21. April>>«Veränderungsprozesse erfolgreichmeistern» mit Adrian Ebenberger;Mittwoch, 21./28. April>>«Energize your Life!» mit MarcoCaimi; Donnerstag, 22. April>>«Unternehmensplanspiel Management– LS» mit Wolfgang Rathert;Mittwoch, 28. April>>«Professionell präsentieren» mitChristoph Brügger; Donnerstag,29. AprilInfoveranstaltungenBeginn jeweils um 18 h>>«Dipl. Business Engineer NDSHF»; Mittwoch, 14. April>>«Cert. Digital Marketing ExpertIAB/SIB»; Dienstag, 11. Mai>>«Dipl. Controller/in HF»; Mittwoch,19. Mai>>«Dipl. Personalleiter/in NDS HF»;Mittwoch, 19. Mai>>«Dipl. Betriebswirtschafter/inHF»; Donnerstag, 20. Mai>>«Dipl. Leiter/in Finanzen u. DiensteNDS HF»; Donnerstag, 20. MaiStudiengänge>>«Dip. Betriebswirtschafter/in HF»;Beginn April>>«Dip. Marketingleiter/in HF»; BeginnApril>>«Dip. Leiter/in Finanzen & DiensteNDS HF»; Beginn April>>«Dip. Schulverwaltungsleiter/inSIB/VPZS»; Beginn MaiKV-Mitglieder erhalten eineErmässigung.kurseab mai 2010KommunikationSich durchsetzen im GesprächKritik formulierenStreiten - aber richtigIch und Du im DialogKörpersprachePersönlichkeitsprofilAdobe InDesignKamera und Computerwww.volkshochschule-zuerich.chWoodtli SchulenZürichTelefon 043 243 43 30Fax 043 243 43 31info@woodtli-schulen.chwww.woodtli-schulen.chStart der nächsten Aus- undWeiterbildungen:>>«Medizinisches Englisch – Englishfor medical purpose»; Donnerstag,8. April>>«Berufsbegleitende Umschulungzur Praxisgehilfin»; Freitag,9. April>>«Arzt- und Spitalsekretär/in»;Samstag, 10. April>>«Chefarztsekretär/in»; Samstag,10. April>>«Basiskurs Ernährungswissen»;Mittwoch, 19. Mai>>«Sprechstundenassistenz Grundlagen»;Samstag, 28. August>>«Ernährungsberater/in»; Samstag,28. AugustLe Courtil BildungsundSeminarzentrumRolle VDTelefon 021 822 42 42info@courtil.chwww.courtil.chKV-Mitglieder erhalten 10% Vergünstigungauf die Bildungsangebote.Französisch-LAP-CFP-Vorbereitungskurse2010LehrabschlussprüfungsvorbereitungskurseLAP/CAP 2010 für KV-Lernende, die das Fach Französischfür die CFP-Prüfung oder für dieLehrabschlussprüfung vorbereiten(auch für NKG für Erwachsene). Achtung:Diese Kurse sind für M-Profil-Absolvent/innen nicht geeignet.CAP 4: 5. – 9. AprilCAP 5: 12. – 16. AprilCAP 6: 19. – 23. AprilCAP 7: 26. – 30. AprilCAP 8: 3. – 7. MaiKV-Mitglieder erhalten 10%Ermässigung aufs Schulgeld.Nr. 3 – März 2010ISSN 1424-5345HerausgeberKV SchweizTelefon 044 283 45 45www.kvschweiz.chVerlagsleitungRolf Trechsel (rtr)rolf.trechsel@kvschweiz.chRedaktionIngo Boltshauser (ibo),ingo.boltshauser@kvschweiz.chThomas Heeb (the),thomas.heeb@kvschweiz.chTherese Jäggi (tj),therese.jaeggi@kvschweiz.chAndrea Mašek (ajm),andrea.masek@kvschweiz.chRedaktionsadresseKaufmännischer Verband SchweizContextHans-Huber-Strasse 4Postfach 18538027 ZürichTelefon 044 283 45 33Telefax 044 201 50 95context@kvschweiz.chwww.context.chSekretariat: Andrea StoopBildnachweiseS. 8: 47media/fotolia.de; S. 10: Xavier Marchant/fotolia.de; S. 24: heimArt/fotolia.de; S. 25: zvg;S. 38: Barefoot/fotolia.de, S. 43: zvg.AdressänderungenKV SchweizMitgliederdienstTelefon 044 283 45 67Telefax 044 283 45 65mitgliederadmin@kvschweiz.choder im Mitgliederbereich:www.kvschweiz.ch/Service/RegistrierungErscheinungsweiseMonatlich (11 Ausgaben)114. JahrgangAuflage: 50 470 Exemplare(WEMF-beglaubigt 2009)Abonnemente12 Monate CHF 48.–AnzeigenCreative Media GmbHManuel LoureiroZürichstrasse 1358910 Affoltern am Albis ZHTelefon 043 322 60 30context@c-media.chDruckereiVogt-Schild Druck AG4552 Derendingenwww.vsdruck.chKonzeption, Layout, DruckvorstufePartner & Partner AG8400 Winterthurwww.partner-partner.comContext wurde vom VerbandSchweizer Presse für das Jahr2008 mit dem Gütesiegel«Q-Publikation» ausgezeichnet.context 3 – 2010


ätselTalFlussSeeDorfBergstadtRegionPass45Auf dem BalkonVielleicht wissen Sie noch nicht, wohin Ihr nächster Ausflugführen soll. Wir hätten da einen interessanten Tipp. Wohin es geht,müssen Sie allerdings selber herausfinden. Wenn Sie uns dieLösung schicken, nehmen Sie an der Verlosung von drei Tageskartender SBB (gültig mit Halbtax) im Wert von CHF 64.– teil.3 SBB-Tageskartenzu gewinnen!Die Aussicht ist ein Traum: unten derblaue See, in dem zwei kleine Inselnschwimmen, im Hintergrund ein eindrücklichesBergpanorama. Dazu steigtden Betrachter/innen der Duft von Kamelienblütenund Eukalyptus in die Nase.Kein Wunder sind im letzten Jahrhundertviele Künstler – manch einer auf derFlucht vor dem Nationalsozialismus – indas Dorf gekommen. Auf diesem «Balkon»hoch über dem See, haben sie eine neueHeimat gefunden.Der Autor Gerhard Hauptmannwohnte eine Weile im Ort. Auf dem Friedhofbegraben sind der Schriftsteller ErichMaria Remarque, Regisseur Kurt Hofmannsowie der Komponist Ernst Fischer.Die bekannteste Kulturschaffende, dieheute im Dorf lebt, ist die Glarner SchriftstellerinEveline Hasler.Inspirationen liefert nicht nur dasprächtige Panorama, sondern auch dieSiedlung selber, die ihre mittelalterlicheArchitektur bewahrt hat. Die malerischenund verwinkelten Gassen bilden ein spannendes,autofreies Labyrinth, in dem mansich verlieren kann und dabei stets neue,faszinierende Ecken, Innenhöfe und De-tails entdeckt. Die Häuser türmen sich oftin die Höhe. Schiessscharten zeugen vomeinstigen Befestigungscharakter wie auchdie für das Dorf typischen Durchgänge.Rund 700 Einwohner/innen zählt derOrt. Bereits um 1400 lebten dort schon 500Menschen. Es war ein Bauerndorf, daslange vom Weinanbau geprägt wurde.Nach dem Zweiten Weltkrieg wandelte essich allerdings zum Touristenort.Der berühmteste Sohn des Dorfes istder Kunstmaler Antonio Ciseri, der im 19.Jahrhundert gelebt hat. Sein Geburtshaussteht noch heute – mit einem ganz speziellenTürmchen versehen – am Kirchplatz.In der Pfarrkirche finden sich Werkedes Künstlers, allen voran das grosse Altarbild.Die Kirche ist dem Heiligen Martingeweiht. Er ist zugleich Dorfpatron und figuriertim Wappen. Zu seinen Ehren begehtder Ort immer am 11. November spezielleFeierlichkeiten.Haben die Dorbewohner/innen genugvon Festen und Touristen, suchen sieErholung rund 650 Meter oberhalb ihresOrtes, auf den einstigen Heuwiesen mitden vielen kleinen Siedlungen. Oder siesteigen hinab zum gleichnamigen Hafen.Von dort ist es nur eine kurze Überfahrtzu den beiden Inseln, die zwar zur Gemeindegehören, aber den Namen einergrossen Nachbargemeinde tragen. Die Inselnsind zu einem botanischen Gartenumgestaltet worden, wobei nur die grössereöffentlich zugänglich ist. Die kleinere– lange nicht zugänglich – kann nun abervon Schulklassen besucht werden. ajmWie heisst das gesuchte Dorf?Schicken, faxen oder mailen Sie dasLösungswort bis spätestens 18.3.2010 an:Redaktion ContextPostfach 1853, 8027 ZürichFax 044 201 50 95raetsel@kvschweiz.chGewinner/innen des letzten Georätsels:Alexander Matsoukis, BaselDenise Schläpfer, BielAnnie Farcher, WilLösungswort Nr. 2: Schatzalpcontext 3 – 2010


46cartooncontext 3 – 2010


47Allez hopp – oder wie?Praktische Leitfäden für souveräneBerufsbildner/innen.Berufsbildnerinnen und Berufsbildner nehmen Verantwortungwahr. Sie stellen sich wichtigen, für beide Seiten bereicherndenAufgaben. Die Leitfäden des KV Schweiz unterstützen Sie mitpraktischen Tipps, Empfehlungen und Informationen – auch für anspruchsvolleMomente. Gehen Sie rechtlich korrekt vor. Begleiten Sie Lernende souverän,gestalten Sie die Ausbildung überlegt und motivierend.Als Mitglied profitieren Sie vom Vorzugspreis;einer von vier Leitfäden ist kostenlos:Leitfaden 1.1 «Knigge für die Lehre» (CHF 8.–)Leitfaden 1.2 «Arbeitsrecht in der Lehre»(CHF 8.–)Leitfaden 1.3 «Arbeitsbedingungenfür Lernende» (CHF 8.–)Leitfaden 1.4 «Das Lehrzeugnis» (CHF 8.–)Set (alle vier Ausgaben) für KV-MitgliederCHF 20.– statt 32.–Set (alle vier Ausgaben) für NichtmitgliederCHF 30.– statt 32.–Ich möchte Mitglied werden.Der KV interessiert mich.Kaufmännischer Verband Schweiz, Marketing-ServicesPostfach 1853, 8027 Zürich, Fax 044 283 45 70, www.kvschweiz.chFirmaFrau Herr Firma (Adresse gleichzeitig Liefer- & Rechnungsadresse)Ich bin MitgliedVorname/NameFunktionStrasse/Nr.PLZ/OrtTelefon tagsüberE-MailMitglied-Nr. oder Sektion:✂Der Verband für aussichtsreiche Konzepte.


48Nächster Halt – BachelorBachelor of Science in Business AdministrationEin Betriebsökonomie-Studium an der FHS St.Gallen eröffnet Ihnen viele Türen und Wege Ihre Zukunft nach persönlichenWünschen zu gestalten. Informieren Sie sich über die einzelnen Studienrichtungen:General Management, International Management, WirtschaftsinformatikWeitere InformationenFHS St.Gallen, Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Tel. +41 71 274 36 40, wi@fhsg.chStudiengang: www.fhsg.ch/betriebsoekonomie, Informationsanlässe: www.fhsg.ch/bachelorinfoMitglied der FHO Fachhochschule Ostschweiz www.fhsg.ch

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