Brandenburgisches Ärzteblatt 05/2009 - Landesärztekammer ...

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Brandenburgisches Ärzteblatt 05/2009 - Landesärztekammer ...

A 13926

19. Jahrgang • Mai 2009

Brandenburgisches

ÄRZTEBLATT

Offizielles Mitteilungsblatt der Landesärztekammer Brandenburg

05/2009

www.laekb.de

Entscheidung der Kammerversammlung:

Für Ärzte im Rettungsdienst ist ab 2011 die Zusatzweiterbildung

Notfallmedizin Pflicht

Interview:

Borreliose in Brandenburg: ein Problem für die Humanmedizin?

Flyer:

Startschuss für Projekt „Evaluation der Weiterbildung“ fällt im Mai

Aufruf:

Bewerben Sie sich für den Posterpreis der Akademie für ärztliche Fortbildung!


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Impressum

Brandenburgisches

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Inhaber und Verleger: Landesärztekammer Brandenburg

Präsident: Dr. med. Udo Wolter

Dreifertstraße 12, 03044 Cottbus, Telefon (0355) 7 80 10-12, Telefax (0355) 7 80 10-66

Herausgeber: Dr. med. Udo Wolter

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Das Brandenburgische Ärzteblatt erscheint monatlich. (Doppelnummer Juli/August). Bezugsgebühr: jährlich € 40,20; ermäßigter Preis für Studenten € 30,15. Einzelpreis

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Für die Mitglieder der Brandenburgischen Ärztekammer ist der Bezugspreis mit dem Mitgliedsbeitrag abgegolten.

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Editorial . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2

Kammerinformationen/Gesundheitspolitik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3

3. Kammerversammlung der 6. Legislaturperiode

Delegierte beschließen Zusatzweiterbildung Notfallmedizin und Übergangsvorschrift für Fachkunde Rettungsdienst . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .3

Richtlinie der LÄKB über die Eignungsvoraussetzungen für die im Rettungsdienst mitwirkenden Ärzte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6

Aufruf der Akademie für ärztliche Fortbildung: Bewerben Sie sich für den Posterpreis! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6

Im aktuellen Interview:

Borreliose in Brandenburg: ein Problem für die Humanmedizin? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7

Ankündigung: 112. Deutscher Ärztetag in Mainz vom 19. bis 22. Mai 2009 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8

Nachlese Frühjahrsakademie der Akademie für ärztliche Fortbildung

Ringvorlesung: „Wie viel Gesundheit können wir uns noch leisten?“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9

Die ÄSQR informiert: Einheitliches Bewertungssystem der Ärztlichen Stellen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11

An der Landesärztekammer Brandenburg erfolgreich abgeschlossene Weiterbildung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12

Brandenburgische Diplom-Bildhauerin stellt aus: Solveig Bolduan präsentiert ihre Arbeiten in der Landesärztekammer Brandenburg . . . . . . . . . . . . . . . . 13

Vorstandssitzung: Tagungsort im Juni ist Motzen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13

Arzt und Recht. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14

Aus der Fallsammlung der norddeutschen Schlichtungsstelle

Heute: Komplikationen nach nicht indizierter endoskopischer retrograder Cholangio-Pankreatikographie (ERCP) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .14

apoBank: 2008 mit 60 Millionen Euro Bilanzgewinn . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .15

Evaluation der Weiterbildung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16

Projekt startet im Mai . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16

Fortbildung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18

Fortbildungsveranstaltungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18

Aktuell . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19, 20, 21, 22, 26

Rezensiert. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22

Personalia . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23, 24, 25, 26

Tagungen und Kongresse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27

KVBB informiert . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28

Landesgesundheitsamt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 29

Kleinanzeigen/Stellenangebote . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15, 19, 21, 26, 27, 30, 31, 32, U2-U4

Inhalt

Brandenburgisches Ärzteblatt 5/2009 · 19. Jahrgang

1


2

Editorial

Brandenburgisches Ärzteblatt 5/2009 · 19. Jahrgang

Liebe Kolleginnen,

liebe Kollegen!

der Wahlkampf hat uns wieder (oder wir ihn?), und Altbekanntes

und einiges Neue werden aus der Trickkiste der Politprofis geholt,

um auf Stimmenfang zu gehen. Dabei wird, wie in den zurückliegenden

Wahlkämpfen, auch die Argumentation im Bereich des

sozialen und Gesundheitssektors nicht zu kurz kommen. Es wird

auf mehr oder weniger nachvollziehbare Erfolge und Fortschritte

verwiesen, wenn die Regierungs- und bislang noch Koalitionspartner

argumentieren, wie ebenso auf offensichtliche Mängel

und Pannen gezeigt wird, wenn es sich um die Opposition handelt.

Allerdings darf man mit der gleichen Gewissheit annehmen, dass

sich die Sichtweisen schlagartig ändern, sollten die politischen

Karten nach dem Wahltag neu gemischt werden. Wir dürfen als

Berufsstand relativ sicher sein, dass die Ärzteschaft als Argumentationshilfe

sowohl ge- als auch missbraucht wird.

Insel der Glückseligen in Nordhessen?

Justament (man gestatte und verzeihe mir in diesem Zusammenhang

dieses altmodische Wort) kommt gerade in dem Zeitraum, wo

im Bereich der niedergelassenen Ärzteschaft öffentliche Kontroversen

um Sinn und Unsinn einer neuen Honorarordnung geführt

werden, ein Artikel sehr recht, wo ein ambulant tätiger Kollege aus

dem Raum Nordhessen sein Unverständnis darüber zum Ausdruck

bringt, dass Ärzte ihren Unmut und ihre Unzufriedenheit mit eben

jenem Honorarsystem öffentlich machen.

Kurz zum Sachverhalt: Bei „Spiegel-Online“ berichtet dieser Kollege

aus Nordhessen von einer offensichtlichen Insel der Glückseligen.

Eine allgemein-medizinisch-internistische Praxisgemeinschaft

mit zirka 2.400 bis 2.500 Scheinen bei drei beteiligten Ärzten

in der basisnahen Grundversorgung. Der Kollege berichtet von 40

Wochenstunden Arbeitszeit, einem Monatsbrutto von zirka 10.000

Euro und nach Abzug der aufgeführten Steuerabgaben und einiger

beruflich bedingter Positionen von einem Monatsnetto von zirka

4.900 Euro. Damit lässt es sich wahrlich leben. Ich bin relativ sicher,

dass sich jetzt einige Brandenburger Arztkollegen fragen, ob

sie nicht zügig nach Nordhessen umsiedeln sollten, zumal die Tendenz

zum Umsiedeln in andere Ländlichkeiten bei uns einigermaßen

ungebrochen ist.

Ohne dem Kollegen irgendeine Absicht unterstellen zu wollen,

scheinen Zeitpunkt und Aussage der Artikel, in derem zweiten Teil

auf die Finanzierung und Honorarverteilung eingegangen wird,

dem Ministerium Schmidt unter Beratung Lauterbach gerade recht

zu kommen und Recht zu geben. Es ist genügend Geld im System,

es wird nur durch die ärztlichen Selbstverwaltungsorgane insuffizient

und damit ungerecht verteilt, nicht zu vergessen die vielen

hauptamtlichen Mitarbeiter und Angestellten, die bezahlt werden

müssen.

Die Botschaft würde ich so deuten: Nach Einführung eines staatlich

dirigierten Gesundheitsfonds sollte man über die Schaffung

einer staatlich dirigierten Verwaltung für das Gesundheitswesen

nachdenken – Auflösung unserer ureigensten Standesvertretungen

eingeschlossen.

Ärzte: Rolle als Multiplikatoren

Trotz der Tendenz zu immer mehr Kooperation und Zusammenschluss

unter gesetzlichen Vorgaben und Vertragsinhalten sollten

wir dieser Argumentation nicht folgen und von unserer Rolle als

Multiplikatoren bei unseren Patienten in ihrer Rolle als Wähler

Gebrauch machen. 400.000 Ärztinnen und Ärzte an sich stellen

keine entscheidende Wahlzielgruppe dar, aber wenn jeder von

uns nur zehn Patienten überzeugen kann, könnten wir mit vier

Millionen Wählerstimmen mehr als zehn Prozent der abgegebenen

Stimmen ins Feld führen. Diese Position sollten wir nicht

unterschätzen.

In diesem Sinne, bleiben Sie standhaft!

Mit kollegialen Grüßen,

Ihr Dr. Volkmar Skerra


3. Kammerversammlung der 6. Legislaturperiode

Delegierte beschließen Zusatzweiterbildung Notfallmedizin

und Übergangsvorschrift für Fachkunde Rettungsdienst

Zur ersten Kammerversammlung des Jahres

trafen sich am 18. April die brandenburgischen

Delegierten in Dahlewitz, um sich unter

anderem mit aktuellen gesundheitspolitischen

Fragen und einer Satzungsänderung

der Ärzteversorgung Land Brandenburg zu

beschäftigen. Doch auch die Richtlinie der

Landesärztekammer Brandenburg über die

Eignungsvoraussetzungen für die im Rettungsdienst

mitwirkenden Ärzte stand noch

einmal auf der Tagesordnung.

Wie gewohnt, begrüßte der Präsident der

Landesärztekammer Brandenburg (LÄKB),

Dr. Udo Wolter, die Delegierten im Van der

Valk Hotel Berliner Ring zur 3. Kammerversammlung

der 6. Legislaturperiode. Auch

wenn mit 64 von insgesamt 73 trotz der

zu Ende gegangenen Osterferien sehr viele

Ärzte kamen, so fehlte doch vor allem einer:

MR Dr. Peter Wagner war am 25. Januar im

Alter von 62 Jahren verstorben. Dr. Wolter

würdigte besonders dessen Arbeit für die

Kammer, schließlich „war Dr. Wagner seit

2000 Mitglied der Kammerversammlung und

zeigte stets berufspolitisches Engagement.

Wir werden Dr. Wagner ein ehrendes Andenken

bewahren“.

Fortbildungskonzept für Medizinische

Fachangestellte auf dem Weg

Fünf Monate lag die letzte Kammerversammlung

zurück – gesundheitspolitisch hat sich

seitdem einiges getan, wie der Präsident in

seinem Bericht feststellte. Gesundheitsfonds,

elektronischer Arztausweis, Fortbildungskonzept

für die Medizinischen Fachangestellten:

Das Themenspektrum war breit gefächert.

„Der Gesundheitsfonds schlägt einige Blüten.

So versuchen Krankenkassen Ärzte dazu

zu bringen, Diagnosen ihrer Patienten abzuändern,

um möglichst viele Mittel über den

Risiko-Struktur-Ausgleich einzubringen. Die

Bundesärztekammer hat sich dazu eindeutig

positioniert und derartige Praktiken von

Krankenkassen strengstens zurückgewiesen.

Dass sie Ärzte des Abrechnungsbetrugs bezichtigen,

können und werden wir so nicht

hinnehmen“, betonte Dr. Wolter. Gleichzeitig

warnte er Ärzte davor, sich auf derartige

Praktiken einzulassen.

Einen Schritt weiter ging es in den vergangenen

Monaten mit dem elektronischen

Arztausweis, zu dem der Rahmenvertrag

abgestimmt wurde und den Medizinern somit

bald die Antragstellung für diesen ermöglicht

wird. In dem Zusammenhang ging

der Präsident auch auf die elektronische Gesundheitskarte

ein: „Die Gesundheitskarte,

wie sie in der jetzigen Form realisiert werden

soll, stellt eine Verballhornung dar. Unser

Anliegen war es, dass auf die Karte Notfalldaten

des Patienten gespeichert werden sollen.

Davon ist man jetzt aber in der Diskussion

abgekommen. Es sind grundsätzlich viel

Zeit und Mühe vertan worden.“

Positives gab es dagegen vom Fortbildungskonzept

für die Medizinischen Fachangestell-

Die Delegierten stimmten unter anderem über die Neufassung der Verwaltungsgebührenordnung der LÄKB ab.

Kammerinformationen/Gesundheitspolitik

ten (MFA) zu vermelden. Der Bundesmanteltarif

wurde zum 1. April geändert, wodurch

es dem Arzt möglich wird, auch seine MFA

in bestimmten Fällen zu einem Hausbesuch

schicken und dies dann auch abrechnen zu

können – vorausgesetzt, sie hat eine entsprechende

Qualifikation. Hierbei gäbe es noch

Diskussionsbedarf, wo genau die Qualifikation

dafür erworben werden kann. „Uns ist in

Brandenburg daran gelegen, das hier durchzuführen.

Entsprechende Überlegungen, wie

das realisiert werden kann, gibt es bereits“,

so der Präsident.

Vierseitiger Vertrag für sektorübergreifende

Qualitätssicherung angestrebt

Eine weitere gute Nachricht konnte er von

den Zahnärzten vermelden. Durch gemeinsame

Intervention von Bundeszahnärzteund

Bundesärztekammer wurde der Referentenentwurf

für die Gebührenordnung für

Zahnärzte (GOZ) zurückgerufen. Dr. Wolter

sieht das auch als positives Zeichen für die

weiteren Gespräche rund um die Novellierung

der Gebührenordnung für Ärzte

(GOÄ). „Es muss eine normierte Taxe geben,

die alles abrechenbar macht, nicht nur Einzelleistungen.“

Ein Thema, welches die Ärzte

ebenfalls immer wieder tangiert, ist die

Rufbereitschaft. Wo genau liegt dafür die

Einsatzzeit? Ein Urteil des Landesarbeitsgerichtes

Köln sorgt für Klarheit: Das Sich-Zur-

Verfügung-Halten eines Arztes im Rahmen

der Rufbereitschaft, bei welcher eine kurze

Eintreffzeit (zum Beispiel 15 Minuten) vereinbart

wurde, gilt als Bereitschaftsdienst

und ist auch als solcher zu bezahlen. „Das

Urteil macht das ganz deutlich und die Klarstellung

war für uns Mediziner ein wichtiger

und schon längst notwendiger Schritt“, so Dr.

Wolter.

Neben den gesundheitspolitischen Diskussionen

gab es zudem aus der Kammerarbeit des

Vorstandes einiges zu berichten. So soll ein

vierseitiger Vertrag für die sektorübergreifende

Qualitätssicherung ambulant und stationär

angestrebt werden. Im Moment ist die Kammer

mit der Kassenärztlichen Vereinigung

Brandenburg, der Landeskrankenhausgesellschaft

Brandenburg und den Krankenkassen

darüber im Gespräch.

Erfreuliche Nachrichten gab es aus der Akademie

für ärztliche Fortbildung zu vermelden.

Am 30. Juni müssen die niedergelassenen

Mediziner 250 Fortbildungspunkte vorlegen,

um ihr Fortbildungszertifikat zu erhalten. Am

18. April hatten bereits 72,50 Prozent ihr

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Kammerinformationen/Gesundheitspolitik

Zertifikat beziehungsweise erfüllten die Bedingungen

für dieses. Zur erfolgreichen Fortbildung

beigetragen haben dabei auch das

4. Forum für den Hausarzt und die erstmals

durchgeführte Frühjahrsakademie der LÄKB,

wie der Präsident erläuterte. Gerade letztere

sei Ansporn für weitere Veranstaltungen, die

in einem Jahresrhythmus vorstellbar wären.

Honorarsituation in Brandenburg

Ein Thema, das die Ärzte in ganz Deutschland

in den vergangenen Monaten ohne

Unterlass beschäftigt hatte, war die Honorarordnung.

Wie viel Geld kommt in den einzelnen

Bundesländern an und wie wird die

Verteilung vorgenommen? Um den Delegierten

einen aktuellen Einblick in die Geschehnisse

zu geben, trat MUDr./CS Peter Noack,

stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes

der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg

(KVBB), ans Rednerpult. Er erläuterte

der Kammerversammlung zum einen die

morbiditätsabhängige Gesamtvergütung (M-

GV) und zum anderen die arztbezogenen

Regelleistungsvolumina (A-RLV-Vetrag), eine

ganz neue Vergütungssystematik. Laut aktuellen

Berechnungen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung

erhalten die niedergelassenen

Mediziner in Brandenburg insgesamt

8,3 Prozent mehr Gesamtvergütung im Vergleich

zu 2008. Um schnellstmöglich einen

Überblick über die brandenburgischen Verhältnisse

zu bekommen, ist die KVBB gerade

dabei, eine Schnellauswertung des ersten

Quartals 2009 durchzuführen. „Wir hoffen,

dass wir Ende April bereits eine klare Aussage

treffen können“, sagte MUDr./CS Peter

Noack.

Neues Versorgungsausgleichsgesetz

macht Satzungsänderung notwendig

Für einige überraschend, erhielt die Ärzteversorgung

Land Brandenburg einen Tagesordnungspunkt

auf der 3. Kammerversammlung.

Normalerweise beschäftigen sich die Delegierten

immer im September mit möglichen

Satzungsänderungen, dieses Mal machte eine

Gesetzeseinführung das Kommen von Geschäftsführer

Fabian Hendriks und dem nichtärztlichen

Mitglied des Verwaltungsausschusses,

Dr. jur. Albert Esser, bereits im April

notwendig. Zum 1. September tritt das Versorgungsausgleichsgesetz

(VersAusglG) in Kraft,

worauf die Ärzteversorgung Land Brandenburg

mit einer eigenen Satzungsänderung

reagieren muss. Neu ist: Jede einzelne Rentenanwartschaft

wird im Falle der Ehescheidung

jetzt in sich geteilt und nicht mehr – wie

vorher – summiert. „Wir haben eine neue

Situation. Mit dem Gesetz wird das System

der internen Teilung als Grundprinzip bei allen

Versorgungsausgleichen eingeführt. Damit

haben plötzlich Berufsfremde Anwartschaften

Brandenburgisches Ärzteblatt 5/2009 · 19. Jahrgang

Blick auf das Podium: im Vordergrund Dipl.-Med. Sigrid Schwark (r.) und neben ihr Elke Köhler

in der Ärzteversorgung. Der Gesetzgeber hat

allen Versorgungseinrichtungen die Möglichkeit

gegeben, die durch den Versorgungsausgleich

erworbenen Anwartschaften von

Berufsfremden auf die reine Altersrente zu

beschränken, wenn hierfür ein versicherungsmathematischer

Ausgleich geschaffen wird“,

erklärte Dr. Esser. Die Ärzteversorgung schlug

den Delegierten vor, den Ausgleich auf zwölf

Prozent festzulegen. Damit erlangt der Berechtigte,

der nicht Mitglied der Ärzteversorgung

ist, lediglich einen Anspruch auf Altersrente,

der sich wiederum pauschal um zwölf

Prozent erhöht. Bei den zwölf Prozent handelt

es sich um die vom Versicherungsmathematiker

Dipl.-Math. Hans-Jürgen Knecht errechnete

Prämie der Ärzteversorgung für die

eingesparten Risiken Berufsunfähigkeit und

Witwen- beziehungsweise Witwerrente. Die

Erläuterungen der Ärzteversorgung zu dieser

notwendigen Satzungsänderung brachten

schließlich ein eindeutiges Abstimmungsergebnis

der Delegierten. Mit zwei Enthaltungen

stimmten sie dem Vorschlag des Verwaltungsund

Aufsichtsausschusses der Ärzteversorgung

Land Brandenburg zu.

Zusatzweiterbildung Notfallmedizin

ab 2011 notwendig

Wie soll in Zukunft mit den Eignungsvoraussetzungen

für Ärzte im Rettungsdienst verfahren

werden? Was in der letzten Kammerversammlung

des Jahres 2008 noch nicht

entschieden wurde, stand nun erneut auf der

Tagesordnung. Das Brandenburgische Rettungsdienstgesetz,

welches im vergangenen

Jahr novelliert wurde, sieht vor, dass das für

die notärztliche Versorgung bereitzustellende

ärztliche Personal über die Zusatzweiterbildung

Notfallmedizin oder eine von der Kammer

anerkannte Qualifikation verfügen muss.

Die bisher geltende Fachkunde Rettungsdienst

soll – so der Vorschlag des Vorstandes

– nur noch bis Ende Dezember 2010 erwerbbar

sein, danach müsste die Zusatz-

weiterbildung Notfallmedizin absolviert werden.

Für die, die bis zu diesem Zeitpunkt die

Fachkunde erworben haben, gilt diese aber

auch weiterhin. „Diese Änderung soll vor

dem Hintergrund der Qualitätssicherung und

-optimierung erfolgen“, so der Wortlaut des

Antrages. Mit großer Mehrheit verabschiedeten

die Delegierten nach kurzer Diskussion

die Novellierung der Richtlinie der LÄKB über

die Eignungsvoraussetzungen für die im Rettungsdienst

mitwirkenden Ärzte.

Verwaltungsgebührenordnung

verabschiedet

Aufgrund von 13 Änderungssatzungen und

zweier neuer Änderungen regte der Kammervorstand

an, die Verwaltungsgebührenordnung

im Sinne der Übersichtlichkeit und

Lesbarkeit neu zu fassen. Die Delegierten

stimmten der aktualisierten Form der Gebührenordnung

zu.

Dipl.-Med. Thomas

Pietzonka aus Herzberg

ist neues Mitglied

der Kammerversammlung.

Der Facharzt für

Chirurgie rückte für

den verstorbenen MR

Dr. Peter Wagner nach

und übernimmt dessen

Positionen als Mitglied der Ausschüsse

Satzungs- und Geschäftsordnungsfragen

sowie Öffentliches Gesundheitswesen. Die

Delegierten hatten für die Nachwahl in

beide Ausschüsse gevotet.

Hinweis:

Die 4. Kammerversammlung der 6. Legislaturperiode

findet am 12. September 2009

in Dahlewitz statt.

Text und Fotos: Anja Jüttner, 4iMEDIA


Präsident Dr. Udo Wolter in seinem Bericht:

„Wir streben einen vierseitigen Vertrag für die

sektorübergreifende Qualitätssicherung an.“

Wie ist es wirklich um die

Honorarsituation in Brandenburg

bestellt? MUDr./CS Peter

Noack gab den Delegierten

darüber Auskunft.

Impressionen der Kammerversammlung

Arbeitsmediziner unter sich: Dipl.-Med. Leonore Stieber

und Dr. Frank Eberth

Um den organisatorischen Ablauf der Kammerversammlungen

kümmerten sich die Kammermitarbeiterinnen

Ass. jur. Kristina Metzner,

Heike Wetterau und Heike Beger (v.l.).

Gespräch in der Pause: Kammerversammlungsmitglied Dr. Manfred Kalz, der

Geschäftsführer der Ärzteversorgung Land Brandenburg, Fabian Hendriks,

sowie der Kammergeschäftsführer, Ass. jur. Herbert Krahforst (v.l.)

Viel mitzuschreiben gab es auch bei der

3. Kammerversammlung – hier: Dr. Sigrun Voß.

Kammerinformationen/Gesundheitspolitik

Dipl.-Med. Ulrich Piatkowiak (l.) aus Cottbus

und Dr. med. Frank Grünert aus Wahrenbrück

Torsten Reinhold aus Oranienburg

äußerte sich zur

Novellierung der Richtlinie

der LÄKB über die Eignungsvoraussetzungen

für die im

Rettungsdienst mitwirkenden

Ärzte.

Zum ersten Mal bei einer Kammerversammlung dabei war Dipl.-Ing. Dietmar

Alshut (rechts), der seit Beginn des Jahres den Bereich Informatik der Landesärztekammer

Brandenburg personell verstärkt. Hier zusammen mit seiner Kollegin

Dipl.-Math. Angelika Neumann, Justiziar Dr. Daniel Sobotta sowie dem

Delegierten Dr. Uwe Peters (v.r.n.l.).

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Kammerinformationen/Gesundheitspolitik

Richtlinie der LÄKB über die Eignungsvoraussetzungen

für die im Rettungsdienst mitwirkenden Ärzte

Beschluss der Kammerversammlung der Landesärztekammer Brandenburg vom 18. April 2009

Aufgrund § 14 Abs. 1 des Brandenburgischen Rettungsdienstgesetzes vom 14. Juli 2008 (GVBl I S. 186) hat die Kammerversammlung

der Landesärztekammer Brandenburg am 18. April 2009 folgende Richtlinie zu den Qualifikationsanforderungen des in der notärztlichen

Versorgung tätigen ärztlichen Fachpersonals beschlossen.

§ 1

Eignungsvoraussetzungen

Gemäß § 14 Abs. 1 des Brandenburgischen Rettungsdienstgesetzes wird zur Teilnahme an der notärztlichen Versorgung eine der folgenden

Qualifikationen vorausgesetzt:

· die nach dem Weiterbildungsrecht einer deutschen Ärztekammer erfolgreich absolvierte Zusatzweiterbildung Notfallmedizin

· die bisherige Fachkunde Rettungsdienst der Landesärztekammer Brandenburg oder eine gleichwertige Qualifikation einer anderen

Landesärztekammer, die jeweils bis zum 31.12.2010 beantragt wurde, wenn der Antragsteller spätestens zu diesem Zeitpunkt die Erteilungsvoraussetzungen

erfüllt hatte.

§ 2

In-Kraft-Treten

Diese Richtlinie tritt mit Beschlussfassung in Kraft. Gleichzeitig wird die bisherige Richtlinie vom 21.11.1998 (Brandenburgisches Ärzteblatt

1999, Nr. 1, S. 8) außer Kraft gesetzt; sie gilt jedoch als Vorgabe für die nach § 1 noch übergangsweise zu gewährenden Erteilungen

der Fachkunde Rettungsdienst weiter.

Dr. med. Udo Wolter

Präsident

Aufruf der Akademie für ärztliche Fortbildung:

Bewerben Sie sich für den Posterpreis!

Kreativ, innovativ und überraschend – all das

soll ihn auszeichnen, den Gewinner des Posterpreises

der Akademie für ärztliche Fortbildung

an der Landesärztekammer Brandenburg

(LÄKB). Zum ersten Mal schreibt die

Versetzen Sie die Akademie mit Ihren Ideen in

Staunen! Foto: www.sxc.hu

Brandenburgisches Ärzteblatt 5/2009 · 19. Jahrgang

Akademie den mit 1.000 Euro dotierten Preis

aus, der sich an junge Mediziner bis 35 Jahre

im Land Brandenburg richtet. Aufgerufen

werden diese, ein wissenschaftliches Poster

einzureichen, dessen Thema aus dem gesamten

Bereich der Medizin gewählt werden

kann. Wichtig dabei: Das Poster muss

noch unveröffentlicht sein. „Unkonventionelle

Denkansätze sind auf jeden Fall erwünscht.

Das Poster soll den Leser inspirieren, sich mit

dem gewählten Thema zu beschäftigen“, erklärt

Dr. Udo Wolter, Vorsitzender der Akademie

für ärztliche Fortbildung, die Idee.

Eine Jury aus den Mitgliedern des Akademievorstandes

entscheidet über die Preisträger.

Die Auswahl erfolgt dabei anonymisiert

und die drei besten Poster werden im Januar

2010 bekannt gegeben, im Brandenburgischen

Ärzteblatt abgedruckt sowie auf der

nächsten Frühjahrsakademie vorgestellt.

Das Poster soll…

· in siebenfacher Ausfertigung (Papier oder

digital) eingereicht werden.

· ein DIN A0 (841 × 1189 mm)-Format

haben.

· in Problemhintergrund, Fragestellung,

Methodik, Ergebnisse und Schlussfolgerungen

gegliedert werden.

· eine deutsche Zusammenfassung sowie

ein englisches abstract haben.

Informationen zur Ausschreibung…

…gibt es bei der Akademie für ärztliche

Fortbildung:

Dreifertstraße 12, 03044 Cottbus

Tel.: 0355-7801024, Fax: 0355-7801044

E-Mail: akademie@laekb.de

Ansprechpartner:

Prof. Dr. Dr. Kurt J. G. Schmailzl

Ruppiner Kliniken GmbH

Medizinische Klinik A

Fehrbelliner Straße 38, 16816 Neuruppin

Tel.: 03391-393110, Fax: 03391-393109

E-Mail: k.schmailzl@ruppiner-kliniken.de

Haben Sie Interesse?

Die Vorstandsmitglieder der Akademie freuen

sich auf Ihre Ideen!

Anja Jüttner, 4iMEDIA


Bis zu 5000 Borreliosefälle gibt es

jedes Jahr im Land Brandenburg.

Vor allem der Gemeine Holzbock

macht der Bevölkerung dabei zu

schaffen. Doch er ist es nicht

allein: Dermacentor reticulatus –

oder auch „Auwaldzecke“ – heißt

die Zeckenart, die sich ihren Weg

durch die heimischen Wälder

bahnt. Im Interview spricht Dr.

Thomas Talaska, der Vorsitzende

der Arbeitsgruppe Interdisziplinäre

Borreliose des Vorstandes

der Landesärztekammer Brandenburg,

unter anderem darüber,

welche Auswirkungen besonders

der Klimawandel auf die Zeckenverbreitung

hat.

1. Herr Dr. Talaska, womit befasst

sich die Arbeitsgruppe Interdisziplinäre

Borreliose konkret?

Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht die „lxodida“

– die Zecke. Dazu gehört deren Bestimmung

und Verbreitung sowie die Untersuchung

auf Krankheitserreger. Wir heißen

zwar Arbeitsgruppe Interdisziplinäre Borreliose,

aber mittlerweile sind viele weitere

Erreger, die durch Zecken übertragen werden,

wie Babesien, Rickettsien und Anaplasmen,

Teil unserer Arbeit. Ein weiteres Aufgabenfeld

ist die Beratung behandelnder Ärzte

zur Borreliose, aber auch Berufsgenossenschaften

und Patienten wenden sich mit ihren

Fragen an uns. Es besteht zudem ein enger

Kontakt mit der Forstwirtschaft, die für uns

gerade im Hinblick auf neue Zeckenarten ein

wichtiger Ansprechpartner ist.

2. Wo werden die Ergebnisse der Untersuchungen

gesammelt?

Die Epidemiologie sowie die Auswertung

der Borrelioseerkrankung im Land Brandenburg

werden seit 15 Jahren im Regionalen

Konsiliarzentrum für durch Zecken übertragene

Krankheiten für das Land Brandenburg

in Finkenheerd gemacht. Und dort sammeln

wir auch alle Ergebnisse. Brandenburg kann

von sich behaupten, dass es in Mitteleuropa,

ausgenommen Slowenien, die wohl besten

epidemiologischen Daten zur Borreliose hat.

3. Die Arbeitsgruppe besteht aus insgesamt

vier Mitgliedern. Wie entstand die Idee für

die Gründung?

Ausgangspunkt war, dass die Weltgesundheitsorganisation

(WHO) bereits in den 90er

Jahren eine Arbeitsgruppe hatte, die sich

mit zeckenübertragenden Erkrankungen, vor-

nehmlich Borreliose, beschäftigt hat. Ich war

zu dem Zeitpunkt für Deutschland in der Arbeitsgruppe

vertreten. Die Mitglieder schlugen

vor, regionale Zentren zu gründen, da die

Borreliose keine seltene Erkrankung ist und

auf diese Weise die Datenflut bewältigt werden

sollte. Brandenburg war bereit dazu und

meine Kollegen und ich, mit denen ich in ständigem

Kontakt stehe, haben die Idee der Landesärztekammer

Brandenburg vorgeschlagen.

1996 startete die Arbeit, im selben Jahr

wurde auch die Meldepflicht für die Borreliose

im Land gesetzlich festgeschrieben. Seit dieser

Zeit existieren brandenburgische Verbreitungskarten

von Borreliose, mit deren Hilfe

uns eines bewusst wurde: Wenn wir uns bei

der Erfassung ausschließlich den Landkreis

anschauen, dann spiegelt das nicht die tatsächliche

Situation wieder. Deswegen betrachten

wir die einzelnen Gemeinden und

können so die Fälle kartieren und sehen, wo

genau Häufungen auftreten.

4. Welche Regionen sind in Brandenburg

besonders betroffen?

Wir haben Häufungen in der Uckermark,

in Barnim und im Landkreis Oder-Spree. Diese

Landkreise wiesen in den letzten Jahren

wiederholt signifikant mehr Borreliosefälle auf

als andere Regionen. Verallgemeinern lässt

sich das jedoch nicht, da es auf Distanzen von

etwa zehn Kilometern ganz unterschiedliche

Ergebnisse geben kann. Die verschiedenen

Biotope sind eine Ursache dafür. Zum anderen

braucht es natürlich auch Menschen und

ein hohes Zeckenaufkommen. Regionen mit

für Zecken ungünstigen Biotopen wie Kiefern-

Monokultur oder Ackerbaugebiete weisen

demzufolge auch weniger Borreliosefälle auf.

Kammerinformationen/Gesundheitspolitik

Im aktuellen Interview

Borreliose in Brandenburg: ein Problem für die Humanmedizin?

„Workshop tick-borne diseases“ im Mai 2008: Dr. Thomas Talaska (Mitte) ist

zum Zeckenfangen unterwegs im Wald. Foto: privat

5. Wie groß ist das Problem Borreliose

in Brandenburg? Wie viele

Fälle verzeichnen Sie im Jahr?

Seit 1996 hatten wir, ausgenommen

das letzte Jahr, einen jährlichen Zuwachs

an Borrelioseerkrankungen

von zehn Prozent. Wir haben mit

dem Robert Koch-Institut über die

Gründe für die kontinuierliche Zunahme

der gemeldeten Fälle diskutiert.

Wir stellten uns die Frage, ob

das ein echter Anstieg oder aber

ausschließlich meldebedingt ist und

sind zu dem Schluss gekommen,

dass es zum Teil eine wirkliche Zunahme

ist. Wir schätzen, dass wir

im Land Brandenburg, inklusive der

Dunkelziffer, zwischen 4500 und

5000 Fälle pro Jahr haben. Vergleiche

mit anderen Bundesländern lassen

sich bis jetzt jedoch noch nicht ziehen, weil

die gesetzlichen Bestimmungen zur Meldepflicht

überall unterschiedlich sind. In den alten

Bundesländern existiert diese Pflicht gar nicht.

In einer Arbeitsgruppe im Robert Koch-Institut

sind wir dieses Problem schon im Jahr 2007

angegangen und dabei wurde Brandenburg

beauftragt, die Falldefinitionen für Borreliose

konform zum Infektionsschutzgesetz neu zu

formulieren, damit alle Bundesländer, die eine

Meldepflicht haben, nach einheitlichen Kriterien

melden. Dadurch wird die Situation in diesen

Ländern vergleichbar und wir haben die

Grundlage für eine bundesweit einheitliche Erfassung

der Borreliose geschaffen.

6. Stichwort „Erfassung“: Welche Zeckenarten

kommen im Land am häufigsten vor?

Natürlich ist der Gemeine Holzbock noch immer

die häufigste nachweisbare Zecken-Spezies

in den heimischen Wäldern, was wir

durch eigene Forschung nachweisen können.

Diese Zeckenart lässt sich nämlich leicht mit

einem weißen Tuch fangen, weil sie „oben

am Grashalm“ sitzt. Mit der Methode fängt

man allerdings kaum andere Zeckenarten,

einfach weil diese ein anderes Verhalten an

den Tag legen. Die Auwaldzecke beispielsweise

befindet sich im Unterholz, genauer in

der Krautschicht, und krabbelt aktiv auf die

Beute zu. Wie viele Exemplare von welcher

Zeckenart also wirklich existieren, ist schwer

zu sagen, da sich nicht alle fangen lassen.

7. März bis Oktober gilt gemeinhin als

Zeckenzeit. Was passiert in den anderen

Monaten im Konsiliarzentrum?

Die Nachfragen von behandelnden Kollegen

gibt es das ganze Jahr über. Grund ist, dass

Brandenburgisches Ärzteblatt 5/2009 · 19. Jahrgang

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Kammerinformationen/Gesundheitspolitik

die Erkrankungen teilweise längere Inkubationszeiten

haben, so dass man im Herbst gestochen

werden kann, die Erkrankung sich

aber erst im Winter zeigt. Zum Anderen beobachten

wir gerade bei den Zecken tatsächlich

die Auswirkungen des Klimawandels.

Wir hatten beispielsweise 2006 und 2007

eine durchgehende Zeckenaktivität, weil es

selbst in den Wintermonaten einfach viel zu

warm war. Hinzu kommt, dass die Zecken

unterschiedliche Aktivitätsmaxima haben, weswegen

die allgemein bekannte Zeckenzeit

nicht auf alle Arten zutrifft. So ist der Gemeine

Holzbock von März bis Oktober aktiv, die

Auwaldzecke dagegen hält kälteren Temperaturen

Stand und ist somit auch in den Wintermonaten

anzutreffen.

8. Was erwarten Sie demzufolge vom

Zeckenjahr 2009?

Nach dem langen Winter sollte man annehmen,

ein Großteil der Zecken sei erfroren.

Nach momentanen Schätzungen ist das aber

nicht der Fall, so dass man von einer signifikanten

Reduktion der Zeckendichte nicht reden

kann und wir voraussichtlich wieder so

viele Borreliosefälle wie vergangenes Jahr haben

werden. Die Zecken verstecken sich im

Winter unter dem verschneiten Laub liegt, und

so überleben sie die kalten Temperaturen.

Brandenburgisches Ärzteblatt 5/2009 · 19. Jahrgang

9. Sie sprachen bereits die so genannte Auwaldzecke

an. Inwiefern stellt sie in Brandenburg

ein Problem für die Humanmedizin

dar?

Wir konnten in den letzten zwei Jahren beobachten,

dass die Auwaldzecke sich weiter

ausgebreitet hat. Sie war ursprünglich – ab

2006 – im Raum Zossen-Königs Wusterhausen

häufiger anzutreffen, jetzt ist sie auch in

Potsdam und rund um Berlin ansässig. Die

Auwaldzecke erobert neue Biotope und wird

den Menschen in Zukunft immer mehr beschäftigen.

Neun Stiche beim Menschen

durch die Auwaldzecke konnten wir bis jetzt

im Land dokumentieren. Die Zeckenart hatten

wir bereits auf Krankheitserreger hin

untersucht und stellten fest, dass die Borreliose

bei ihr fast keine Rolle spielt. Dafür

sind fast 80 Prozent der Auwaldzecken mit

Rickettsien infiziert. Bislang wissen wir aber

noch nicht, wie die Symptome nach einem

solchen Zeckenstich aussehen.

Kontakt:

Dr. Thomas Talaska

Georg-Schacht-Straße 23

15295 Brieskow-Finkenheerd

Tel.: 033609-38877

Fax: 033609-38879

www.izkbf.de

112. Deutscher Ärztetag in Mainz

19. bis 22. Mai 2009

Arbeitsgruppe Interdisziplinäre

Beratergruppe Borreliose:

· Dr. med. Thomas Talaska

Brieskow-Finkenheerd (Vorsitzender)

· Dr. med. Wolfgang Güthoff

Potsdam

· Prof. Dr. med. Hubertus Kursawe

Potsdam

· MR Dr. med. Günter Wegner

Seelow

ZUR PERSON:

Dr. Thomas Talaska ist Facharzt für

Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie

in Brieskow-Finkenheerd. Er hat den

Vorsitz der Arbeitsgruppe Interdisziplinäre

Beratergruppe Borreliose des Vorstandes

der Landesärztekammer Brandenburg

seit deren Gründung im Jahr

1996 inne. Außerdem ist Dr. Talaska Mitglied

der Deutschen Gesellschaft für Hygiene

und Mikrobiologie (DGHM).

Mit Dr. Thomas Talaska sprach Anja Jüttner,

4iMEDIA.

Congress Centrum Mainz/Rheingoldhalle, Rheinstraße 66, 55116 Mainz

Tagesordnung:

TOP I: Gesundheits-, Sozial- und ärztliche Berufspolitik

TOP II: Patientenrechte in Zeiten der Rationierung

TOP III: Der Beruf des Arztes – ein freier Beruf heute und in Zukunft

TOP IV: Medizinische Versorgung von Menschen mit Behinderung

TOP V: (Muster-)Weiterbildungsordnung – Sachstandsbericht

Berichterstattung zum Projekt „Evaluation der Weiterbildung“

TOP VI: Änderung des § 5 der Satzung der Bundesärztekammer

TOP VII: Änderung des § 3 der Geschäftsordnung der Deutschen Ärztetage

TOP VIII: Tätigkeitsbericht der Bundesärztekammer

Berichterstattung zur Förderinitiative Versorgungsforschung

TOP IX: Bericht über die Jahresrechnung der Bundesärztekammer für das Geschäftsjahr 2007/2008

(01.07.2007–30.06.2008)

TOP X: Entlastung des Vorstandes der Bundesärztekammer für das Geschäftsjahr 2007/2008

(01.07.2007–30.06.2008)

TOP XI: Haushaltsvoranschlag für das Geschäftsjahr 2009/2010 (01.07.2009–30.06.2010)

TOP XII: Wahl des Tagungsorts für den 114. Deutschen Ärztetag 2011


In der vergangenen Ausgabe des Brandenburgischen

Ärzteblattes wurde über die erste

Frühjahrsakademie der Akademie für ärztliche

Fortbildung an der Landesärztekammer

Brandenburg (LÄKB) berichtet. In einer Nachlese

sollen nun die Redebeiträge von Prof.

Dr. Jörg-Dietrich Hoppe, Präsident der Bundesärztekammer,

und dem Staatssekretär des

Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit

und Familie (MASGF) des Landes Brandenburg,

Winfrid Alber, abgedruckt werden.

Lesen Sie im Folgenden Auszüge aus den

beiden Statements zu der Frage der Ringvorlesung:

Wie viel Gesundheit können wir uns

noch leisten?

Prof. Dr. med. Jörg-Dietrich Hoppe: „Nach

wie vor ist die Politik nicht bereit zuzugeben,

dass die Budgetierung zu Rationierung

geführt hat.“

Bereits auf dem 105. Deutschen Ärztetag

2002 in Rostock hat die verfasste Ärzteschaft

darauf verwiesen, dass trotz der demographischen

Entwicklung und der seitens der Politik

gern als Schlagwort in die Diskussion geworfene

„Kostenexplosion im Gesundheitswesen“

und „Beitragsstabilität der Krankenversicherung“

nicht vergessen werden darf, dass das

Gesundheitswesen kein nach üblichen Maßstäben

zu beurteilender Wirtschaftszweig sein

kann. Tatsache ist, dass ökonomisches Effizienzdenken

den humanen Umgang mit kranken

Menschen gefährdet.

Konrad Görg hat sich im Deutschen Ärzteblatt

bereits 2001 die Frage gestellt: „Wo bleiben

jedoch die für Arzt und Patient notwendigen

menschlichen Rahmenbedingungen, wenn in

den Krankenhäusern, wie überall in der Gesellschaft,

zunehmend nur das Zweckhafte,

Nützliche und Wirtschaftliche wertgeschätzt

und die einzige ernsthafte Kommunikation nur

in der Sprache der Technik, Wissenschaft oder

Ökonomie erfolgt?“

Und wir sollten uns fragen, ob ein System, das

den ärztlichen Umgang mit Patienten auf eine

Auflistung abrechnungsfähiger „Prozeduren“

reduziert, ein erstrebenswertes Gesundheitswesen

ist. Die Unzufriedenheit dürfte sowohl

auf Patienten- und Ärzteseite in den nächsten

Jahren noch anwachsen. Dabei dürfen wir die

wichtige Säule unseres bisherigen Gesundheitssystems

nicht so einfach ökonomischen

Zwängen preisgeben; nämlich Solidarität mit

den Kranken. Fakt ist, dass die Effizienzreserven

unseres Gesundheitswesens komplett ausgeschöpft

sind. Seit Jahren wird derselbe

Anteil des Bruttosozialproduktes für Gesundheitsleistungen

aufgewendet, obwohl der An-

teil älterer und somit auch kränkerer Menschen

gewachsen ist und der medizinische

Fortschritt kostenintensiver geworden ist. Dies

zeigt, dass das gern von der Politik verwendete

Argument einer Kostenexplosion in dieser

Relation so nicht stimmt.

Politik der Kostenbegrenzung und Beitragssatzstabilität

Seit 1977 aber betreiben wir, genauer die

politischen Entscheider, gleich welcher Couleur,

mit immer schärferen Mitteln eine Politik

der Kostenbegrenzung und Beitragssatzstabilität.

Das Dogma der Beitragssatzstabilität

führt dazu, dass die Ausgaben nur in dem

Maße steigen dürfen, wie es die Löhne und

Gehälter der Beschäftigten tun. Man nennt

das Grundlohnsummenanbindung. Diese Politik

der Budgetierung gilt seit 1988 im ambulanten

und seit 1993 im stationären Sektor

und hat zur Folge, dass die finanziellen

Ressourcen des Gesundheitswesens nicht primär

am Versorgungsbedarf, sondern am wirtschaftlich

Erwünschten ausgerichtet werden.

So kommt es zu einer Unterfinanzierung auf

allen Ebenen, bei den Leistungen wie auch bei

den Gehältern der Beschäftigten im Gesundheitswesen.

Dem Ziel der Beitragssatzstabilität

ist es letztlich auch geschuldet, dass die Versicherten

für bestimmte Leistungen immer mehr

zuzahlen müssen, besonders bei einem stationären

Aufenthalt und bei Arzneimitteln.

Diese Entwicklungen auf der Makroebene,

also auf der Ebene der politischen Entscheidungen,

werden dort mit Begriffen wie

„Rationalisierung“ und „Qualitätssteigerung“

verknüpft und so der Öffentlichkeit als notwendige

Maßnahme vermittelt. Es wird dabei

so getan, als ob das Qualitätsniveau des deutschen

Gesundheitswesens unter Budgetbedingungen

keinen Schaden erleide. Nach wie vor

ist die Politik nicht bereit zuzugeben, dass die

Budgetierung zu Rationierung geführt hat.

Stattdessen wird diese Tatsache immer wieder

verschwiegen, verschleiert oder schlichtweg

geleugnet. Politische, vulgo gesetzgeberische

Rationierungsentscheidungen, werden meist

so formuliert, dass die sich daraus ergebenen

Probleme in die sogenannte Mikroebene, also

die Patient-Arzt-Beziehung, verlagert werden.

Damit sollen die betroffenen Kranken, aber

auch die allgemeine Öffentlichkeit, den Eindruck

gewinnen, die Verantwortung für die

Vorenthaltung von Leistungen liege bei den

sogenannten Leistungserbringern, also Ärztinnen

und Ärzten, Krankenhäusern etc. Besonders

belastend ist z.B. für Ärztinnen und

Ärzte die Tatsache, dass sie Kranken mit der-

Kammerinformationen/Gesundheitspolitik

Nachlese Frühjahrsakademie der Akademie für ärztliche Fortbildung

Ringvorlesung: „Wie viel Gesundheit können wir uns noch leisten?“

selben Diagnose aus Gründen der Mittelknappheit

nur unterschiedlich gut behandeln

können. Ich denke dabei z.B. an die Verordnung

von Antiemetica unterschiedlicher

Qualität für Kranke, die sich einer Zytostatika-

Therapie unterziehen müssen.

Das Sozialgesetzbuch V sagt wie sein Vorgängergesetz,

die Reichsversicherungsordnung

seit dem Jahre 1911, dass die ärztliche

Behandlung ausreichend und zweckmäßig zu

sein habe, das Gebot der Wirtschaftlichkeit zu

beachten sei, und dass das Maß des Notwendigen

nicht überschritten werden dürfe. Was

aber notwendig ist, wird in der individuellen

Patient-Arzt-Interaktion entschieden und nicht

durch Dritte. Doch dieser Jahrzehnte alte

Grundsatz gilt heute nicht mehr. Im deutschen

Gesundheitswesen hat sich, seit den frühen

90er Jahren, ein fundamentaler Wandel vollzogen.

Während in früheren Zeiten der Staat

im Wesentlichen Daseinsvorsorge betrieben

hat, dafür stand, dass eine ausreichende und

flächendeckende ambulante ärztliche Versorgung

und stationäre Krankenhausversorgung

sichergestellt war, er sich aber aus Diagnostik-

Therapie-Entscheidungen herausgehalten hat,

sind jetzt die Wege geebnet für genau gegenläufige

Entwicklungen. Die in der medizinischen

Wissenschaft entwickelten Methoden,

neues Wissen möglichst korrekt und rasch für

alle Ärztinnen und Ärzte in der Patientenversorgung

verfügbar zu machen, beispielsweise

durch evidenzbasierte Leitlinien, sogenannte

klinische Behandlungspfade und andere Formen

der Standardisierung, werden jetzt politisch

missbraucht, um im Wesentlichen unter

Kostengesichtspunkten formulierte gesetzliche

und untergesetzliche Vorschriften zu erlassen.

Für die individuelle Patient-Arzt-Beziehung

bleibt da kaum noch Entscheidungsspielraum.

So bedeuten diagnosebezogene Fallpauschalen

(diagnosis related groups) nicht etwa nur

eine bestimmte Geldmenge, sondern auch ein

Leistungspaket, welches vom Leistungserbringer

zu liefern ist, und Disease-Management-

Programme enthalten gleichfalls Vorschriften,

welche Leistungen im konkreten Behandlungsfall

vom Arzt zu erbringen sind – und welche

nicht.

Seit Jahren schon ist die so genannte Meso-

Ebene, also die früher eher gestaltende, heute

mehr oder weniger auftragsgebundene Selbstverwaltung

damit befasst, Nutzenbewertungen

von diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen

zu ermitteln. Seit dem GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz

ist diese Aufgabe

ausgeweitet, nunmehr müssen Kosten-Nut-

Brandenburgisches Ärzteblatt 5/2009 · 19. Jahrgang

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10

Kammerinformationen/Gesundheitspolitik

zen-Bewertungen beschlossen werden, welche

für die diagnostischen und therapeutischen

Entscheidungen von Ärztinnen und

Ärzten tiefgreifende Bedeutungen haben.

Der Gesundheitsökonom Jürgen Wasem

macht auf diesen Umstand aufmerksam, wenn

er sagt: „Grundsätzlich ist eine Kosten-Nutzen-Bewertung

immer ein Instrument zur Rationierung,

sonst würde man nur den Nutzen

bestimmen. Setzt man Kosten gegen den Nutzen,

so ist bereits dies ein Beleg für die

Begrenztheit der einsetzbaren finanziellen

Mittel.“

Das Institut für Qualität

und Wirtschaftlichkeit im

Gesundheitswesen wird

von Wasem aufgefordert,

indikationsübergreifende

transparente Kosten-Nutzen-Analysen

zu erstellen

und unterstützt damit eine

Forderung des 111. Deutschen

Ärztetages in Ulm.

Auch wir sehen die Gefahr,

dass Kosten-Nutzen-Entscheidungen

allzu

häufig nach dem Finanzierbaren

ausgerichtet

sind. Für die daraus resultierendenRationierungs-

entscheidungen muss die

Politik allein die Verantwortung

übernehmen.

Dennoch stehen wir ohne

Zweifel vor einer anhaltenden und zunehmenden

Mittelknappheit im Gesundheitswesen.

Die Aufgabe wird sein,

1. Gesundheitsleistungen für die Zukunft bezahlbar

und sozial verträglich zu gestalten,

2. eine bedarfsgerechte Versorgung zu sichern,

3. verdeckte Rationierung zu vermeiden.

Rationierung im deutschen Gesundheitswesen

wird als Zuteilung und gleichzeitige

Vorenthaltung notwendiger medizinischer

Leistungen definiert. Es gibt mehrere Unterformen

von Rationierung. Nach Beske wird

im Wesentlichen in explizite und implizite

Rationierung unterschieden. Explizite, auch

aktive oder auch offene Rationierung, sei eine

öffentliche Nicht-Gewährung von Leistungen

oder ein ebenfalls öffentlich gemachter Leistungsausschluss

aus dem Leistungskatalog

eines Gesundheitssystems. Als Beispiele werden

aufgeführt: Homöopathie, Brillen, Entbindungsgeld

und Sterbegeld.

Implizite oder auch heimliche, stille, verborgene,

verdeckte, unkontrollierte oder versteckte

Rationierung sei jede Form der Rationierung,

die nicht öffentlich gemacht werde.

Brandenburgisches Ärzteblatt 5/2009 · 19. Jahrgang

Diese Rationierungsliste sei sehr lang und in

vielen Fällen sei implizite Rationierung auch

nicht erkennbar. Als besondere Beispiele

werden hervorgehoben: Wartezeiten, unzureichende

Investitionen z.B. in moderne

Medizintechnik, Personalabbau, Einschränkungen

des Leistungsumfangs.

Ich meine, dass implizite Rationierung auch

dann stattfindet, wenn durchaus beklagenswerte

Hygienemängel in unseren Krankenhäusern

dadurch entstehen, dass nicht mehr

entsprechend geschultes und erfahrenes kran-

Diskutierten die Frage „Wie viel Gesundheit können wir uns noch leisten?“ auf der ersten Frühjahrsakademie:

Staatssekretär Winfrid Alber, der Präsident der Landesärztekammer Brandenburg,

Dr. Udo Wolter, sowie der Präsident der Bundesärztekammer, Prof. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe (v.l.).

Foto: Anja Jüttner

kenhauseigenes Personal für Reinigungen aller

Art sorgt, sondern Fremdfirmen, die ihren

Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unlösbare

Aufträge erteilen, indem sie zu kurze Zeittakte

für die häufig diffizilen Arbeiten berechnen.

Die Qualität muss dementsprechend absinken.

Doch der Kostendruck lässt keine andere

Wahl. All dies muss transparent gemacht und

öffentlich diskutiert werden.

Rationierung wird zunehmen. Gerade die

neueren Instrumente des GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetzes,

wie z.B. Rabattverträge

über Arzneimittel mit den rechtlichen Anreizen

zur Verordnung solcher rabattierter Arzneimittel

oder die neu eingeführte Kosten-

Nutzen-Bewertung von Arzneimitteln mit der

Möglichkeit des Ausschlusses auch neu eingeführter

Arzneimittel aus der Leistungspflicht

der gesetzlichen Krankenversicherung wie

schließlich auch die neueren versicherungsrechtlichen

Instrumente von Wahltarifen ebenso

wie Basistarif in der privaten Krankenversicherung,

schränken die Deckungszusagen

der Gesundheitssicherungssysteme ein. Die

Gesundheitsökonomen geben ihrerseits mit

dem Modell der Bemessung des Nutzens von

Therapie an der Verlängerung von Lebenszeit

eine instrumentelle Betrachtung, die uns in medizinethischer

Hinsicht vor Probleme stellt.

Das Ziel muss sein, den hohen Wert der Gesundheitserhaltung

aller Mitglieder unserer

Gesellschaft wieder in den Mittelpunkt zu

stellen. Nur so wird auf Dauer der soziale

Friede gewährleistet sein.

Staatssekretär Winfrid Alber: „Unser Gesundheitswesen

lebt von der Kooperation

und Kompromissfähigkeit aller Beteiligten.“

Man hat mich gebeten,

zur Eröffnung dieser Veranstaltung

etwas zum

Thema „Wie viel können

wir uns noch leisten?“ zu

sagen, und mir – wie

auch Herrn Prof. Hoppe

– dafür 10 Minuten Zeit

gegeben. Ich glaube, Sie

werden mir darin zustimmen,

dass es eigentlich

eine Überforderung ist,

ein so anspruchsvolles

Thema in einer so kurzen

Zeit abzuhandeln.

Ich möchte mich daher

auf ein paar grundsätzliche

Anmerkungen beschränken,

die vor allem

die Art und Weise betreffen,

wie diese Frage in

der Öffentlichkeit behandelt

wird. Lassen Sie es

mich ganz deutlich sagen: Das Menetekel einer

nicht mehr bezahlbaren Medizin ist irreführend

und auch im Prinzip unverantwortlich,

weil es Ängste in der Bevölkerung weckt, ohne

dass es dafür einen wirklichen Grund gibt.

Sicher, wir werden schon allein wegen der

demographischen Entwicklung in den kommenden

10 bis 15 Jahren mehr Geld für die

gesundheitliche Versorgung ausgeben müssen.

Außerdem ist das Gesundheitswesen ein

personalintensiver Wirtschaftszweig, der als

solcher einen wachsenden Anteil an der

Wirtschaftskraft moderner Volkswirtschaften

beanspruchen wird, nicht nur in Deutschland.

Dienstleistungen sind nun einmal nicht

in dem Maße rationalisierbar wie die Produktion

von Gütern. Darin liegt aber auch

sein wirtschaftliches Wachstumspotenzial.

Große Beschäftigungschancen im ärztlichpflegerischen

Bereich

Wir haben gemeinsam mit Berlin ein Gutachten

über die wirtschaftlichen Entwicklungschancen

des Gesundheitswesens in unserer

Region in Auftrag gegeben. Es zeigt, dass

insbesondere im ärztlich-pflegerischen Bereich

erhebliche Beschäftigungschancen lie-


gen. Gerade für ein Land wie Brandenburg ist

das Gesundheitswesen ein zunehmend wichtiger

Wirtschaftsfaktor. Dieser Sachverhalt

darf nicht länger mit dem unsinnigen Argument

vernebelt werden, steigende Gesundheitsausgaben

belasteten als Lohnnebenkosten

die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen

Wirtschaft. Der Sachverständigenrat für Gesundheit

hat es schon vor einigen Jahren ausgerechnet:

Die Anhebung der Krankenkassenbeiträge

um einen Prozentpunkt erhöht

die Arbeitskosten je nach Branche um zwischen

0,35 und 0,4 Prozent. Daraus ein

volkswirtschaftliches Kernproblem abzuleiten,

ist absurd.

Aber auch das ist richtig: Wir müssen fragen

und prüfen, welche medizinischen Leistungen

sinnvoll und notwendig sind, und welche

nicht. Nicht jede neue Untersuchungs- und

Behandlungsmethode verdient wirklich die

Bezeichnung „medizinischer Fortschritt“.

Mittlerweile bietet das Gesundheitssystem im

weiteren Sinn immer mehr Dienstleistungen

im „Wellness“-Bereich an, die mit dem traditionellen

Auftrag der Medizin als Heilkunst

eigentlich kaum noch etwas zu tun haben

und daher auch von den Kassen nicht bezahlt

werden dürfen. Auch werden bestimmte

an sich sinnvolle und effektive Leistungen

in einem Umfang erbracht, der bei näherem

Hinsehen medizinisch nicht begründbar und

eher das Ergebnis falscher Anreize in den

Vergütungssystemen für Ärzte und Krankenhäuser

ist. Der Medizinhistoriker Roy Porter

hat das damit zusammenhängende Problem

in seiner beeindruckenden „Geschichte der

Medizin von der Antike bis heute“ präzise

zusammengefasst:

„Die Medizin hat zu übersteigerten Erwartungen

geführt, welche die Öffentlichkeit gerne

übernahm. Da aber diese Erwartungen

ins Unermessliche wachsen, werden sie unerfüllbar.

Die Medizin wird ihre Grenzen neu

definieren müssen, auch wenn ihre Möglichkeiten

immer größer werden.“

Diese Aufgabe muss von den Akteuren im Gesundheitswesen,

insbesondere den Ärzten,

selbst wahrgenommen werden. Die verschiedentlich

auch von Ärztefunktionären zu vernehmende

Forderung an die Politik, sie solle

doch mal klar definieren, was als medizinischer

Fortschritt von den Kassen bezahlt werden

soll und was nicht, halte ich für äußerst

problematisch. Kann man allen Ernstes von

Parlamenten und Regierungen erwarten, dass

sie eher in der Lage sind, das medizinisch

Notwendige und Erforderliche besser definieren

zu können als die dafür in unserem Gesundheitssystem

verantwortliche gemeinsame

Selbstverwaltung in Form des Gemeinsamen

Bundesausschusses? Doch wohl kaum. Diese

für die Steuerung des Gesundheitswesens immer

wichtiger werdende Institution ist durch

den Gesetzgeber insbesondere mit dem Gesundheits-Modernisierungsgesetz

von 2003

erheblich gestärkt worden. Eine solche Einrichtung

gibt es in vergleichbar unabhängiger

Form in keinem anderen europäischen Land.

Sogar in der Schweiz mit seinem sehr viel stär-

Die ÄSQR informiert:

Einheitliches Bewertungssystem der Ärztlichen Stellen

Durch das Bundesministerium für Umwelt,

Naturschutz und Reaktorsicherheit wurde

am 13. Januar 2009 ein einheitliches Bewertungssystem

für die Ärztlichen Stellen beschlossen.

Die Länderministerien wurden beauftragt,

dieses Bewertungssystem mit

sofortiger Wirkung der Arbeit der Ärztlichen

Stelle zu Grunde zu legen.

Dies bedeutet, dass vorgegebene Mängel,

die in einer Mängelliste aufgeführt sind, mit

entsprechenden Bewertungen versehen werden.

Die Ärztliche Stelle Röntgen wird aus

diesem Grund mit sofortiger Wirkung diese

einheitlichen Bewertungskriterien in Anwendung

bringen.

Dabei wird im Ergebnis der Überprüfung

der Unterlagen eine Bewertung für die Technik

und eine für die Patientenunterlagen vorgenommen,

die an die einheitlichen Bewertungskriterien

gebunden sind. Folgende vier

Mängelkategorien mit den sich daraus ergebenden

Konsequenzen werden unterschieden:

„Mängelkategorie 1“: Keine Mängel. Innerhalb

des regulären Prüfintervalls soll die

nächste Überprüfung abgeschlossen sein.

„Mängelkategorie 2“: Geringfügige Mängel,

die den Strahlenschutz oder die Bildqualität

nur unbedeutend beeinträchtigen.

Innerhalb des regulären Prüfintervalls soll

die nächste Überprüfung abgeschlossen

sein. Es wird eine Bestätigung der Umsetzung

der Hinweise der Ärztlichen Stelle erwartet.

„Mängelkategorie 3“: Mängel, welche den

Strahlenschutz oder die Bildqualität nur

beinträchtigen oder geringfügige Mängel

in häufiger Anzahl. Eine Wiedervorlage erfolgt

nach 12 Monaten. Es wird eine Bestätigung

der Umsetzung der Hinweise der

Ärztlichen Stellen innerhalb von 6 Monaten

erwartet. Dies kann sich auf ein Teilgebiet

(Technik oder medizinische Anwendung) beschränken.

Kammerinformationen/Gesundheitspolitik

ker als bei uns privat organisierten Gesundheitswesen

werden vergleichbare Aufgaben

von einer Regierungsbehörde wahrgenommen

(Bundesamt für Gesundheit). Mittlerweile

beobachten Fachleute in anderen Ländern

sehr genau, wie unser selbst verwaltetes System

funktioniert, weil es eine sehr viel bessere

Legitimationsgrundlage für Entscheidungen

über die erforderliche Versorgungsqualität

bietet als die Erlasse von Regierungsbehörden.

„Schwarzer Peter“-Spiel gefährdet

Selbstverwaltungsprinzip

Mit gegenseitigen Schuldzuweisungen, wie

wir sie aktuell mal wieder anhand der Auseinandersetzung

um die Reform der vertragsärztlichen

Vergütung erleben, kommen wir nicht

weiter. Unser Gesundheitswesen lebt von der

Kooperation und Kompromissfähigkeit aller

Beteiligten. Das leider nur zu oft zu beobachtende

„Schwarzer Peter“-Spiel, in dem sich

Selbstverwaltung und Politik die Verantwortung

für aufkommende Probleme gegenseitig

in die Schuhe schieben, gefährdet das sinnvolle

Selbstverwaltungsprinzip und wird auch

von den Bürgern überhaupt nicht akzeptiert.

Die in unserem Land anstehenden großen

Probleme insbesondere in der Sicherstellung

der medizinischen Versorgung auf dem Land

werden wir so jedenfalls nicht in den Griff

bekommen. Da ist gemeinsames Handeln

gefragt und kein Drücken um die Verantwortung

nach dem Motto „Sei nicht so feige, lass

mich hinter den Baum.“

„Mängelkategorie 4“: Mängel, welche den

Strahlenschutz oder die Bildqualität deutlich

beinträchtigen oder Mängel der Kategorie 3

in häufiger Anzahl. Eine Wiedervorlage erfolgt

nach 6 Monaten. Es wird eine kurzfristige

Bestätigung der Umsetzung der Hinweise

der Ärztlichen Stelle oder Angaben zum geplanten

weiteren Vorgehen erwartet.

Welche Mängelkategorie zur Beurteilung heranzuziehen

ist, wurde durch alle Ärztlichen

Stellen in einem Katalog von Mängeln festgeschrieben.

Dieser ist auf der Homepage der

Ärztlichen Stelle Röntgen einsehbar.

Im Zusammenhang mit diesem neuen Prüfsystem

werden für die Teilprüfungen entsprechend

angepasste Prüfgebühren erhoben.

Dies bedeutet für eine Prüfung eines Teilbereiches

(Technik oder medizinische Anwendung)

wird eine Prüfgebühr von 150,–€ erhoben.

Doz. Dr. med. habil. C.-P. Muth

Vorsitzender der Ärztlichen Stelle Radiologie

Brandenburgisches Ärzteblatt 5/2009 · 19. Jahrgang

11


12

Kammerinformationen/Gesundheitspolitik

An der Landesärztekammer Brandenburg erfolgreich abgeschlossene

Weiterbildung

Anästhesiologie

Dr. med. Henning Blaich

Ewa Frydlewicz

Melanie Rahmel

MUDr./(Univerzita

Komenskeho v Bratislave)

Jozef Varos

Augenheilkunde

Irina Kotiashvili

Chirurgie

Dr. med. Volker Baumunk

Dr. med. Eleonore Behnert

Milen Detchev

Klaus Hänßgen

Tom Hedrich

Tim Kelp

Maciej Janusz Niewiadomski

Orthopädie

Dr. med. Sandra Hoffmann

Dr. med. Silke Möbus

Henning Tautz

Allgemeine Chirurgie

Dr. med. Simon Ahrens

Orthopädie und

Unfallchirurgie

Dipl.-Med. Klaus-Peter Bräuer

Dipl.-Med.

Wolf-German Geike

Dr. med. univ. Andreas

Grundbichler

Dr. med. Holger Hardtmann

Dr. med. Thomas Herrmann

Dr. med. Wolfram Kiene

Dr. med. Uwe Krupke

Dr. med. Manfred Mießner

Dipl.-Med. Jens Paulig

Dr. med. Winfried Ryzlewicz

Andreas Schmauch

Dipl.-Med. Christian Seifert

Dr. med. Axel Stephan

Dr. med. Jürgen Waschke

Mirko Werner

Mike Wilde

Dr. med. Michael Wuttke

Thoraxchirurgie

Martin Otto

Visceralchirurgie

Dr. med. Mario Liese

Sebastian Wicht

Frauenheilkunde

und Geburtshilfe

Frauke Gatz

Jana Melcher

Natalia Sukhoboka

Matthias Woigk

Hals-Nasen-Ohrenheilkunde

Dipl.-Med.

Marina Berschadski

Dr. med. Kerstin Kaltenberg

Martin Welschinger

Allgemeinmedizin

Steffen Clemenz

Ursula Conroy

Brandenburgisches Ärzteblatt 5/2009 · 19. Jahrgang

Dr. med. Anja Kutz

Mechthild Neubert

Dr. med. Christoph Pils

Heike Porthun

Torsten Vogel

Innere Medizin

Dr. med. Claudia Altrogge

Dr. med. Nina Baumann

Mariam Bouba Fitzner

Volker-Daniel Hämling

Tomasz Jaworski

Vladimir Lomidze

Vahid Meshkati

Silke Miekley

Dr. med.

Katrin Müller-Schmehl

Cindy Obenaus

Gudrun Schüler

Dr. med. Jan Theil

Dr. med. Andrea Walther

Ulf Weikert

Marion Denise Zahn

Innere und Allgemeinmedizin

Dr. med. Susanne Adam

Gotthard Falcke

Dr. med. Daniel Karaa

Ralf Morgenthal

Dana Zastrow

Innere Medizin und

Schwerpunkt Hämatologie

Dr. med. Christine Hammer

Bernd Himstedt-Kämpfer

Innere Medizin und Schwerpunkt

Geriatrie

Dr. med. Frank Naumann

Kinder- und Jugendmedizin

Dr. med. Wolfram Burkhardt

Dr. med. Jutta Köhler

Dr. med. Jeannine Rettschlag

Dr. med. Natascha Rogasch

Neurologie

Dr. med. Susann Knorr

Richard Töpfer

Pathologie

Sven Konrad

Physikalische und

Rehabilitative Medizin

Dr. med. Sonja Ikes-Batista

Psychiatrie und

Psychotherapie

Dr. med. Irina Auffarth

Torsten Berg

Maria Donata Locci Hesse

Birgit Schätzmüller

Dr. med. Anne Sterner

Dr. med. Wolfram Strupp

Psychosomatische Medizin

und Psychotherapie

Dr./FU Brüssel

Daniela Francesconi

Heike Groß

Unfallchirurgie

Dr. med. Ulrich Manke

Gynäkologische Onkologie

Dr. med. Peter Ledwon

Dr. med. Marén Sawatzki

Spezielle Geburtshilfe

und Perinatalmedizin

Christoph Seidel

Gastroenterologie

Manfred Baur

Dr. med.

Klaus-Dieter Burkhardt

Dr. med. Christian Jenssen

Dr. med. Burkhard Schult

Geriatrie

Dr. med. Margit Moesenthin

Dipl.-Med. Ralf Stahl

Hämatologie und

Internistische Onkologie

Annett Schmidt

Anke Sommer

Kardiologie

Dr. med. Steffen Oertel

Dr. med. Borris Tiedke

Dr. med. Enrico Wilke

Rheumatologie

Dr. med. Uta Fritzsch

Forensische Psychiatrie

Prof. Dr. med. Stefan Bleich

Dipl.-Med. Uwe Heidergott

Dr. med. Knud Pieper

Allergologie

Abdullah Sahan

Betriebsmedizin

Ute Wolf

Homöopathie

Dr. med. Erhard Kiesel

Dr. med. Sylvia Kiesel

Dr. med. Thomas Schau

Dr. med. Marlies Willamowski

Manuelle Medizin/

Chirotherapie

Sigrun Ader

Dr. med. Annette Günther

Dipl.-Med. Cornelia Höhne

Dipl.-Med. Coelestina Junker

Dr. med. Guido Mewis

Ingmar Paul

Dipl.-Med. Barbara Roske

Dr. med. Ilse-Elisabeth Schütze

Naturheilverfahren

Dr. med. Hildegard Frye

Physikalische Therapie

Dr. med. Hildegard Frye

Dr. med. Ercan Kertmen

Dr. med. Lothar Pohl

Plastische Operationen

Dr. med. Frauke Würfel

Psychotherapie

Ulrike Hirsch

Sozialmedizin

Dr. med. Christine Proske

Dr. med. Kerstin Rehahn

Gabriele Tiemann

Dr. med. Felix Tobian

Dipl.-Med. Sybille Wegener

Spezielle Schmerztherapie

Prof. Dr. med.

Stephan Bamborschke

Dr. med. Matthias Purfürst

Dipl.-Med. Frank Sauer

Dipl.-Med. Sybille Wegener

Akupunktur

Hussain Abdul

Dr. med. Ingo Görner

Claudia von Grabe

Dr. med. Gabriele Hesse

Dr. med. Kerstin Höckert

Dr. med. Ariane Krekeler

Dr. med. Wolfram Linz

Dipl.-Med. Marlis Müller

Dipl.-Med. Regina Pirke

Dr. med. Anke Steinmetz

Dr. med. Christina Ziegler

Diabetologie

Dr. med. Barbara Baumann

Dipl.-Med. Marlies Brun

Dr. med. Lutz Meyer

Gisela Mohr

Dr. med. Mechthild Röwf

Dr. med. Frank Steinborn

Dr. med. Michael Zöllner

Geriatrie

Dr. med. Lutz Graseck

Hämostaseologie

Dr. med. Elisabeth Holfeld

Dr. med. Johannes Mattes

Dr. med. Kerstin Stahlhut

Intensivmedizin

Martina Dollman

Waltraud Feldt-Halsbenning

Dipl.-Med. Carola Klepzig

Katharina Preuß

Grit Schrötter

Dipl.-Med.

Manfred Zschiedrich

Kinder-Pneumologie

Dr. med. Arne Cord Brandes

Dipl.-Med. Birgit Fischer

Dr. med. Andrea Hennig

Medikamentöse

Tumortherapie

Dr. med. Peter Bartel

Heike Eichler

Dr. med. Michael Fabig

Dr. med. Martina Fromm

Dipl.-Med. Verona Fürschke

Dr. med. Anke Gerhardt

Dr. med. Steffen Hallmann

Dr. med.

Friedrich-Wilhelm Heßmer

Dr. med. Ingrid Jungnickel

Dr. med. Gerlinda Kho

Dr. med. Stephan Koswig

Dr. med. Matthias May

Dr. med. Jürgen Ruttloff

Dr. med. Frank Schilke

Dr. med. Rochus Schütz

Dr. med.

Frank Schützenmeister

Dr. med. Holger Stahl

Dr. med. Uwe Tiedemann

Christian-Peter Wachs

Dr. med. Gunter Ziegenhardt

Notfallmedizin

Katrin Rösler

Juliane Ruprecht

Dr. med.

Konrad-Friedrich Schmidt

Palliativmedizin

Dipl.-Med. Ingrid Bartels

Dr. med. Gunter Brauer

MR Dr. med.

Hans-Peter Braun

Uwe Düring

Dr. med. Andreas Erben

Dr. med. Gesine Eschenburg

Dipl.-Med. Kerstin Fabich

Dr. med. Michael Fischer

Dipl.-Med. Kirstin Günther

Mark Jahn

Dipl.-Med. Silke Klauß

Dr. med. Stephan Langen

Dr. med. Anita Matthies

Dr. med. Torsten Mey

Dr. med. Bernd Nierste

Dr. med. Matthias Purfürst

Dr. med. Kathrin Rosenberg

Dipl.-Med. Michael Schmidt

Dr. med. Beatrice Schütze

Dipl.-Med. Martina Teuscher

Dr. med. Carmen Wolf

Dr. med.

Hanna-Luise Zscherpel

Proktologie

Jana Belaschki

Dr. med. Mike Bereuter

Spezielle Unfallchirurgie

Dr. med. Fred Gätcke

Dr. med. Thomas Herrmann

Dr. med. Manfred Körber

Dr. med. Jan Kowalewski

Dr. med. Karsten Paesler

Dr. med. Winfried Ryzlewicz

Dr. med. Jürgen Waschke

Mirko Werner

Suchtmedizinische

Grundversorgung

Ingolf Piezka

Ärztinnen und Ärzte, die

mit der Veröffentlichung

nicht einverstanden sind,

bitten wir um rechtzeitige

Mitteilung an das Referat

Weiterbildung schriftlich

oder telefonisch unter

(0355) 78010-42.


Brandenburgische Diplom-Bildhauerin stellt aus

Solveig Bolduan präsentiert ihre Arbeiten

in der Landesärztekammer Brandenburg

Seit Oktober 2008 bot sich Besuchern der

Geschäftsstelle der Landesärztekammer

Brandenburg (LÄKB) die Möglichkeit, einen

Einblick in die Werke der Gubener

Künstlerin Sigrid Noack zu bekommen. Ab

dem 6. Mai präsentiert nun Solveig Bolduan

aus Klein Loitz in einer Ausstellung

eine Auswahl ihrer vielfältigen Arbeiten.

Kunst ist für Solveig Bolduan etwas ganz

Individuelles. Es liegt an jedem Betrachter

selbst, ob er in der Malerei oder der Plastik

etwas für sich entdeckt. „Kunst muss man

mit eigenen Ideen anschauen. Dass man

vorgeben kann, was der Betrachter in dem

Werk sehen soll, das funktioniert nicht“,

ist sich die Diplom-Bildhauerin sicher. Die

51-Jährige wird in der Geschäftsstelle der

LÄKB ausgewählte Werke präsentieren.

Dabei werden vorwiegend Schichtenlandschaften

gezeigt. „Ich stelle verschiedene

Landschaften dar, die wie übereinander

gesetzt wirken“, beschreibt Solveig Bolduan

die Darstellungsform. In den Etagen des

Kammerneubaus können die Besucher einen

Eindruck des Schaffens der Diplom-

Bildhauerin erhalten, die etwa 30 bis 40

Arbeiten zur Verfügung stellt. Ein bestimmtes

Thema oder gar einen Titel hat Solveig

Bolduan der Ausstellung nicht gegeben.

„Die Werke stammen aus den letzten zehn

Jahren und sollen einen Eindruck von der

Vielschichtigkeit der möglichen künstlerischen

Gegenstände vermitteln. Ich habe

mich hierbei vollständig auf die Malerei

konzentriert“, meint die Künstlerin.

Veränderung als kunstschaffendes Prinzip

Nicht nur die Malerei hat es Solveig Bolduan,

die bereits in Rio de Janeiro ausgestellt

hat, angetan. Wer ihr Schaffen näher

kennt, weiß auch um die Vielfalt ihrer Plastiken.

Ein Lieblingswerk hat sie jedoch nicht.

„Ich lasse die Entwicklung zu. Was mein bestes

Werk ist, dazu kann ich zum jetzigen

Zeitpunkt noch nichts sagen“, so die Diplom-Bildhauerin,

die ihre Arbeiten selbst

mit dem Begriff „changieren“ umschreibt.

„Ich lege mich auf kein bestimmtes Thema

oder eine Darstellungsform fest. Veränderung

spielt eine große Rolle, so verbinde ich

Elemente eine Werkes gerne immer wieder

neu in anderen Arbeiten.“

Solveig Karen Bolduan:

Kammerinformationen/Gesundheitspolitik

Werke aus „Schichtenlandschaften-weiss“,

zirka 100 × 70 cm, 2008/2009

Welche Werke genau bis zum November

in der Geschäftsstelle der LÄKB in Cottbus

ausgestellt werden, davon können sich die

brandenburgischen Ärzte und die Besucher

der Geschäftsstelle ab dem 6. Mai ein eigenes

Bild machen. Die Ausstellung ist werktags

täglich von 10 bis 16 Uhr (freitags bis

13 Uhr) geöffnet.

Anja Jüttner, 4iMEDIA

1958 geboren in Pritzwalk, Kindheit in Bad Saarow

1976 Abitur in Hoyerswerda

1976–78 Scheibentöpferlehre in Saalfeld

1978–83 Studium an der Kunsthochschule Berlin Weißensee – Diplom Bildhauerei/

Keramik

1983 freischaffend in Spremberg und Klein Loitz tätig

1993 Hauptpreis der Europa-Biennale Niederlausitz

1995 Arbeitsaufenthalt mit Stipendium in Rio de Janeiro

1996 Gewinnerin der Wettbewerbe „Kunst am Bau“: Investitionsbank des Landes

Brandenburg und Kreiskrankenhaus Herzberg

Vorstandssitzung: Tagungsort im Juni ist Motzen

Am Freitag, dem 5. Juni, kommt der Vorstand der Landesärztekammer Brandenburg (LÄKB) zu seiner Junisitzung zusammen. Ort der

Zusammenkunft ist diesmal Motzen. Bei Interesse an einem Termin für Anfragen an den Vorstand wird um vorherige Anmeldung bei

der Büroleiterin des Präsidenten, Heike Wetterau, unter der Telefonnummer 0355-7801012 gebeten. Sie gibt über den genauen Tagungsort

und die Zeit Auskunft. AJÜ

Brandenburgisches Ärzteblatt 5/2009 · 19. Jahrgang

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14

Arzt und Recht

Aus der Fallsammlung der norddeutschen Schlichtungsstelle

Heute: Komplikationen nach nicht indizierter endoskopischer

retrograder Cholangio-Pankreatikographie (ERCP)

Kasuistik

Bei einer 62-jährigen Patientin war fünf Jahre

zuvor aufgrund von kolikartigen Bauchschmerzen

eine laparoskopische Cholezystektomie

vorgenommen worden. Die kolikartigen Beschwerden

setzten jedoch kurz nach der Operation

wieder ein, so dass noch mehrfach stationäre

Untersuchungen folgten.

Als wegen erneuter heftiger Koliken wiederum

eine stationäre Behandlung im betroffenen

Kreiskrankenhaus erforderlich wurde, zeigten

die bei der Aufnahme erhobenen Laborparameter

keinen pathologischen Befund. Es lagen

weder Anämie, Entzündungsparameter noch

Hinweise auf einen Gallenstau oder auf eine

Lebererkrankung vor.

Aufgrund eines ambulant festgestellten Blutnachweises

im Stuhl wurde zunächst vier Tage

nach der Aufnahme eine Koloskopie durchgeführt,

die keinen pathologischen Befund ergab.

Am siebten Tag nach Aufnahme entschloss

man sich zu einer ERCP, obwohl sich

gleichzeitig in der Kurve eine Notiz findet,

dass eine ERCP nicht indiziert sei. In einer

späteren Stellungnahme wurde als Indikation

für die ERCP der Verdacht auf eine Papillenstenose

angegeben, außerdem habe die Patientin

die Untersuchung gewünscht. Nach

Prämedikation mit Pethidin, Midazolam und

Butylscopolamin erfolgte die Pankreatikographie,

bei der vier Röntgenaufnahmen mit

Darstellung des Pankreas- und Gallenganges

bei intraduktal liegendem Führungsdraht angefertigt

wurden.

Vier Stunden nach der ERCP wurde die Verabreichung

von Spasmolytika, Sedativa und

Infusionen dokumentiert. Abendliche Laboruntersuchungen

zeigten deutlich erhöhte Pankreasenzyme

und einen GOT-Anstieg. Im weiteren

Verlauf kamen Entzündungsparameter

hinzu. Die Sonographie wies einen zarten

Flüssigkeitssaum um den Pankreaskopf und

-körper nach, wobei außerdem eine deutliche

Abwehrspannung dokumentiert wurde. Nach

zusätzlichem Temperaturanstieg erfolgte die

weitere Betreuung auf der Intensivstation. Ein

chirurgisches Konsil konstatierte eine reaktive

Bauchspeicheldrüsenentzündung nach ERCP

ohne derzeitige Operationsindikation. Während

der 14-tägigen intensivmedizinischen

Behandlung wurde bei Analgesie, Antibiose

und medikamentöser Magensäureblockade

parenteral ernährt. Darunter waren die Kreislaufverhältnisse

stabil und die Patientin entfieberte.

Ein Computertomogramm zeigte dann

Brandenburgisches Ärzteblatt 5/2009 · 19. Jahrgang

aber im weiteren Verlauf vorübergehend

Pleuraergüsse und Flüssigkeitseinlagerungen

im Pankreasbereich, später auch Nekrosezeichen.

Eine Anämie wurde mit zwei Bluttransfusionen

behandelt. Nach klinischer Besserung

konnte die Behandlung auf einer

Normalstation fortgesetzt werden, wo wegen

erneuten Fiebers die Antibiose geändert

wurde. Zusätzlich wurden Antimykotika verabreicht.

Nach nur langsamer Besserung erfolgte

43 Tage nach der ERCP die Entlassung

in eine Anschlussheilhandlung.

Die Patientin wirft den behandelnden Krankenhausärzten

vor, die ERCP sei nicht nötig

gewesen. Bereits während der Koloskopie

habe sie darauf hingewiesen, dass dabei die

typische Schmerzattacke ausgelöst worden

sei und zwar durch eine schwierige Passage

der rechten Kolonflexur. Die ERCP habe zu

den Komplikationen geführt, die bezüglich

der Nahrungsaufnahme ihr ganzes Leben

verändert hätten. Das Ausmaß bleibender

Schäden sei noch nicht abzusehen.

Gutacher:

Alternative Diagnostik wurde nicht beachtet

Der von der Schlichtungsstelle beauftragte

Gutachter schätzte die Wahrscheinlichkeit

für das Vorliegen einer lebensbedrohlichen

Erkrankung als sehr gering ein. Alarmsymptome

für eine bösartige Erkrankung, wie eine

ungewollte Gewichtsabnahme, eine Blutarmut

oder persistierend hohe Entzündungszeichen

hätten sich über Jahre hinweg nicht

eingestellt. Es habe keine Notfallsituation bestanden.

Vielmehr seien die Laborwertanalysen

unauffällig gewesen. Auch die Kriterien

einer Papillenstenose hätten nicht vorgelegen.

Es bleibe daher unverständlich, warum

der Verdacht auf eine Papillenstenose die

Indikation für eine diagnostische ERCP ohne

gleichzeitige Manometrie begründet habe.

Die Vortestwahrscheinlichkeit, mit einer ERCP

ein Krankheitsbild zu diagnostizieren, das für

die Patientin therapeutische oder prognostische

Implikationen erbracht hätte, sei äußerst

gering gewesen. Eine zwingende Indikation

zur ERCP habe nicht bestanden.

Für eine Gallenwegsdiagnostik wären außerdem

als risikoärmere Verfahren, die Endosonographie

oder die Magnetresonanz-Cholangiopankreaktikographie

(MRCP), in Frage

gekommen. ERCP-Untersuchungen würden

vielfach nur noch dann durchgeführt, wenn

die Wahrscheinlichkeit hoch sei, mittels ERCP

auch therapeutisch an den Gallengängen

oder an der Bauchspeicheldrüse tätig werden

zu müssen. Außerdem führe die Patientin

aus, dass die Herkunft ihrer Beschwerden bereits

durch ihr Schmerzempfinden während

der Koloskopie geklärt gewesen sei. Letztendlich

unverständlich sei die Durchführung der

ERCP dadurch, dass sie ärztlicherseits als

nicht indiziert dokumentiert worden war.

Als Auslösungsreiz für eine schwere Pankreatitis

reiche allein die Vornahme einer ERCP

aus mit der dazu gehörigen Manipulation an

der Papille, ohne dass ein Untersuchungsfehler

vorliegen müsse. In den Richtlinien der

amerikanischen Fachgesellschaft für gastrointestinale

Endoskopie sei deshalb als effektivste

Methode zur Verhinderung einer post-

ERCP-Pankreatitis die Vermeidung unnötiger

ERCP-Untersuchungen angegeben.

Strenge Indikationsstellung unerlässlich

Die Schlichtungsstelle hat sich dieser Beurteilung

angeschlossen und dabei nochmals betont,

dass Ärzte eine Untersuchung selbst auf

ausdrücklichen Wunsch von Patienten hin

dann nicht durchführen dürfen, wenn sie dafür

keine Indikation sehen. Dies gilt vor allem

dann, wenn diese Untersuchung naturgemäß

mit erheblichen Risiken verbunden ist. Dass nur

durch Vermeidung unnötiger ERCP-Untersuchungen

die Häufigkeit der post-ERCP-Pankreatitis

zu reduzieren ist, gehöre zum Standardwissen

endoskopierender Ärzte. Einerseits war

den Ärzten nach der partiellen Koloskopie

die von der Patientin vermutete Schmerzursache

bekannt, andererseits sprach das Fehlen

von Fieber, Entzündungsparametern und pathologischen

Leberenzymen gegen das Vorliegen

einer chronischen Gallenwegserkrankung

oder einer Sphincterstenose. Selbst für den

alternativen Einsatz der risikoärmeren MRCP

oder Endosonographie bestand keine zwingende

Indikation.

Die Durchführung einer ERCP ohne Indikation

stellt einen ärztlichen Behandlungsfehler

dar, dem die durch diese Untersuchung

verursachten Schäden anzulasten sind. Es

wurde eine außergerichtliche Regulierung

von Haftungsansprüchen empfohlen.

Anschrift des Verfassers:

Dr. med. Herbert Pröpper

Ärztliches Mitglied der Schlichtungsstelle

für Arzthaftpflichtfragen

Hans-Böckler-Allee 3, 30173 Hannover


apoBank: 2008 mit 60 Millionen Euro Bilanzgewinn

Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank

(apoBank) veröffentlichte im Februar ihre

vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr

2008. Trotz der anhaltenden Finanzkrise und

den damit verbundenen äußerst schwierigen

Rahmenbedingungen weist das größte genossenschaftliche

Primärinstitut einen positiven

Bilanzgewinn in Höhe von 60 Mio. Euro

aus (2007: 113 Mio. Euro).

Dieser ermöglicht es der Bank, eine unverändert

hohe Dividende von 6% an die

mehr als 100.000 Genossenschaftsmitglieder

auszuschütten und die offenen Rücklagen

mit 12 Mio. Euro (2007: 66 Mio. Euro)

zu stärken.

In einem zunehmenden Wettbewerb festigt

die apoBank nochmals ihre Position als

Bank im Gesundheitswesen. Dies kommt neben

wachsenden Geschäftsvolumina auch

in einer um rd. 12.500 auf 319.100 gestiegenen

Kundenzahl zum Ausdruck. Das

Teilbetriebsergebnis vor Risikovorsorge liegt

mit 316 Mio. Euro (2007: 314 Mio. Euro)

leicht über dem Vorjahr. Im operativen Ergebnis

knüpft die Bank damit nahtlos an

das erfolgreiche Jahr 2007 an.

Geprägt ist dieser Erfolg vor allem durch

den Zinsüberschuss, den die Bank im Vergleich

zum Vorjahr nochmals um 13% auf

571 Mio. Euro (2007: 507 Mio. Euro) steigern

konnte. Ausschlaggebend für dieses

erfreuliche Ergebnis sind die guten Vertriebserfolge

im Kredit- und Einlagengeschäft

sowie positive Beiträge aus dem strategischen

Zinsrisikomanagement.

Der Provisionsüberschuss liegt mit 136 Mio.

Euro (2007: 171 Mio. Euro) erwartungsgemäß

unter dem Rekordergebnis des Vorjahres.

Hier schlagen sich vor allem die

negativen Entwicklungen an den Aktienmärkten

und das veränderte Anlegerverhalten

nieder. Trotz der Geschäftsausweitung

und fortlaufender strategisch und

regulatorisch getriebener Projekte musste

der Verwaltungsaufwand nur geringfügig

um 5 % auf 396 Mio. Euro (2007: 378 Mio.

Euro) erhöht werden.

Die Cost/income ratio behält mit 56,4%

(2007: 55,4%) einen im Branchenvergleich

guten Wert. Die saldierte Risikovorsorge be-

trägt im Geschäftsjahr 2008 insgesamt 244

Mio. Euro (2007: 187 Mio. Euro):

· Im klassischen Kundenkreditgeschäft hat

sich die Risikovorsorge dabei mit einem

Saldo in Höhe von 37 Mio. Euro (2007:

47 Mio. Euro) erfreulich entwickelt – und

das bei einem Kreditbestand von über

24 Mrd. Euro.

· Für die Liquiditäts- und Eigenanlagen, d.

h. das Finanzinstrumente-Portfolio, hat

die apoBank dagegen ihre Risikovorsorge

im Zuge der anhaltenden Finanzkrise

deutlich auf 338 Mio. Euro (2007: 189

Mio. Euro) ausgeweitet. Die apoBank hat

damit für alle erkennbaren Risiken umfassend

Vorsorge getroffen.

· Gemindert werden diese Wertkorrekturen

durch den positiven Saldo der sonstigen

Risikovorsorgepositionen in Höhe

von 131 Mio. Euro (2007: 49 Mio. Euro);

dieser Saldo enthält die Auflösung von in

der Vergangenheit gebildeten Vorsorgereserven

in Höhe von 135 Mio. Euro.

Die Bilanzsumme hat zum Jahresultimo

2008 rund 41 Mrd. Euro erreicht (2007:

37 Mrd. Euro) und ist damit gegenüber

dem Vorjahr um 11 % angestiegen. Diese

Entwicklung spiegelt die erneut erfreuliche

Ausweitung des Kundengeschäfts sowie die

erfolgreich abgeschlossenen Restrukturierungsmaßnahmen

im Finanzinstrumente-

Portfolio wider. Mit einer Eigen- und Kernkapitalquote

von 12,8 % bzw. 8,7 % (2007:

13,5 % bzw. 8,6 %) verfügt die apoBank

über eine unverändert solide Kapitalausstattung.

Auch die Liquiditätssituation der Bank ist komfortabel

und stützt sich auf unterschiedliche

Quellen. Kundengelder und öffentlich refinanzierteProgrammkredite

rücken hierbei

zunehmend in den

Fokus. Darüber hinaus

hat die apoBank

durch die in 2008

erlangte Pfandbrieffähigkeit

ihre Refinanzierungsquellen

weiter diversifiziert.

Günter Preuß, Vorstandssprecher

der

apoBank, sagt zu

dem Ergebnis:

„Die apoBank hat

der Krise mit ihrer

operativen Ertragskraft erfolgreich getrotzt

und ein achtbares Ergebnis erzielt. Damit

sind wir für unsere Kunden und Kapitalgeber

weiterhin ein verlässlicher und solider Partner.

Das ist ein stabiles Fundament für die

kontinuierliche Weiterentwicklung unserer

Bank. Unser Zielmarkt – der Gesundheitsmarkt

– ist und bleibt ein Wachstumsmarkt.

Unsere Bank ist das einzige Kreditinstitut,

das sich auf diesen Markt spezialisiert hat

und dort über einmaliges Know-how verfügt.

Wir haben einen starken Vertrieb und

ein zukunftsträchtiges und robustes Geschäftsmodell,

das auf der partnerschaftlichen

Verbundenheit mit den Akteuren im

deutschen Gesundheitswesen basiert und

sich besonders in der Krise bewährt hat. Mit

dem begonnenen Strategieprozess machen

wir unsere Bank fit für die Zukunft mit dem

Ziel, uns nachhaltig als „Premiummarke im

Gesundheitswesen“ zu positionieren. 2009

erwarten wir einen weiter zunehmenden

Wettbewerb und höhere Refinanzierungskosten,

die Druck auf die operativen Ergebnisse

und die Rentabilität ausüben.

Beim Bilanzgewinn planen wir, das Niveau

des Jahres 2008 zu erreichen, um erneut

eine unverändert hohe Dividende auszuschütten.“

Einen vollständigen Überblick über die vorläufigen

Zahlen und weitere Informationen

erhalten Sie im Internet unter www.apobank.de/ir.

Pressemitteilung der apoBank

Arzt und Recht

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Brandenburgisches Ärzteblatt 5/2009 · 19. Jahrgang

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Evaluation der Weiterbildung

Wie gut ist meine Weiterbildung?

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Bundesärztekammer und Landesärztekammern starten im Mai 2009

das Projekt „Evaluation der Weiterbildung“: eine Online-Befragung

von Weiterbildungsassistenten und Weiterbildungsbefugten zur Zufriedenheit

mit der Weiterbildung in Deutschland.

Mit der Evaluation der Weiterbildung wollen die Ärztekammern

Stärken und Schwächen des ärztlichen Weiterbildungssystems aufzeigen.

Dazu werden die Weiterbildungsassistenten und Weiterbildungsbefugten

anhand von Fragen zu folgenden Aspekten der Weiterbildung

angesprochen:

Vermittlung von Fachkompetenzen, Lernkultur, Führungskultur, Fehlervermeidungskultur,

Entscheidungskultur, Betriebskultur, Anwendung

Evidenz basierter Medizin.

Meine Bitte an die weiterbildungsbefugten Ärztinnen und Ärzte: Beteiligen

Sie sich an der Erhebung und motivieren Sie Ihre Weiterbildungsassistentinnen

und -assistenten zur Teilnahme an der Befragung.

Brandenburgisches Ärzteblatt 5/2009 · 19. Jahrgang

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Ich danke Ihnen für Ihre Mitarbeit!

Herzlichst,

Prof. Dr. med. Dr. h. c. Jörg-Dietrich Hoppe

Präsident der Bundesärztekammer


Projektziel

Ziel ist es, die Qualität der Weiterbildung zu sichern und zu verbessern.

„Die Umfrage dient dazu, die aktuelle Situation in den Abteilungen vor

Ort sowie Positives und/oder Negatives darzustellen, um z.B. Handlungskonzepte

für strukturierte Weiterbildungsabläufe zu entwickeln.

Mit den gewonnenen Erkenntnissen sollen Anreize entwickelt werden,

um den ärztlichen Nachwuchs zu motivieren, in Deutschland zu bleiben.

Der Abwanderung junger Ärztinnen und Ärzte in andere Berufsfelder

oder ins Ausland soll entgegengewirkt werden“, erklärt

Dr. H. Hellmut Koch, Vorsitzender der Weiterbildungsgremien der Bundesärztekammer,

die Projektziele.

Durch die Bewertung der einzelnen Weiterbildungsstätten und die

Darstellung der Ergebnisse in Form von Mittelwerten auf Bundes- und

Landesebene soll die Befragung erstmals Vergleichsmöglichkeiten

schaffen und Transparenz über die Weiterbildungssituation herstellen.

Zeitplan

Im Mai 2009 werden die Weiterbildungsbefugten von den Landesärztekammern

mit der Bitte angeschrieben, an der Befragung teilzunehmen.

Dazu erhält der Befugte seinen persönlichen Zugangs-

Code. Nach Eingabe der Anzahl der Assistenten und Abschluss der

eigenen Befragung erhält der Weiterbildungsbefugte die entsprechende

Anzahl an Zugangs-Codes für die Online-Einwahl der Assistenten

zur Teilnahme an der Befragung.

Datenauswertung

Die wissenschaftliche Auswertung der Daten erfolgt durch die Eidgenössische

Technische Hochschule Zürich (ETHZ), die seit zwölf Jahren

die entsprechende Umfrage der Schweizer Ärztekammer begleitet.

Die Ergebnisse der Befragung werden den Weiterbildungsbefugten

bezüglich ihrer eigenen Weiterbildungsabteilung zugeleitet. Die Ergebnisse

sollen vor allem mit den Weiterbildungsassistenten innerhalb

der Abteilung besprochen werden. Einsicht über die Ergebnisse

der Abteilung haben auch die mit der Erhebung befassten Personen

in der zuständigen Landesärztekammer.

Die Vergleichswerte auf Bundes- und Länderebene werden fachbezogen

veröffentlicht.

Anonymität der Daten

Alle im Zusammenhang mit dem Projekt erhobenen und verwendeten

Daten werden gemäß den gesetzlichen Bestimmungen über den

deutschen Datenschutz behandelt.

Bei der Verwendung der Daten wird dafür Sorge getragen, dass Rückschlüsse

auf die Identität der befragten Ärztinnen und Ärzte, die sich

in Weiterbildung befinden, nicht möglich sind.

In den Fällen, in denen die Anonymität aufgrund geringer Teilnehmerzahl

der in Weiterbildung befindlichen Ärztinnen und Ärzte nicht gewährleistet

werden kann, dürfen die Daten mit Einwilligung dieser

Ärztinnen und Ärzte verwendet werden.

Die Befugtenberichte dürfen nur mit Zustimmung der Befugten veröffentlicht

werden.

Informationen

Weitere Informationen zum Projekt „Evaluation der Weiterbildung“

erhalten Sie unter

www.evaluation-weiterbildung.de

www.laekb.de

Ansprechpartner in der Landesärztekammer Brandenburg ist das

Referat Weiterbildung.

Dieses erreichen Sie wie folgt:

Tel.: (0355) 78010-95

Fax: (0355) 78010-1195

E-Mail: eva@laekb.de

Evaluation der Weiterbildung

Brandenburgisches Ärzteblatt 5/2009 · 19. Jahrgang

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Fortbildung

Fortbildungsangebot

Akademie für

ärztliche Fortbildung

Sozialmedizin

gemäß Weiterbildungsordnung

der LÄKB

Sozialmedizin C

(V/VI - EF) 80 P

8. bis 19. Juni 2009

Aufbaukurs D

(VII/VIII - GH) 80 P

21. Sept. bis 2. Okt. 2009

Grundkurs B

(III/IV - CD) 80 P

2. bis 13. Nov. 2009

Ort: Bernau

Teilnehmergebühr: je 440 €

Kursleiter: Prof. Dr. med.

J.-U. Niehoff, Potsdam

Sonographie-Kurse

Abdomen je 30 P

nach den Richtlinien der

Kassenärztlichen Bundesvereinigung

und der DEGUM

Grundkurs

26. bis 29. Nov. 2009

Ort: St. Josefs-Krankenhaus

Potsdam

Kursleiter: Dr. med. B. Kissig,

Potsdam

Aufbaukurs

12. bis 15. Nov. 2009

Ort: Klinikum Ernst

von Bergmann Potsdam

Kursleiter Prof. Dr. med.

J. Hierholzer, Potsdam

Teilnehmergebühr: 340 €

Psychosomatische

Grundversorgung (80 Stunden)

gemäß Weiterbildungsordnung

der LÄKB

laufender Kurs

6./7. Juni 2009 16 P

5./6. Sept. 2009 16 P

Ort: Potsdam

Teilnehmergebühr: 920 €

Brandenburgisches Ärzteblatt 5/2009 · 19. Jahrgang

Forum für den Hausarzt

und das Praxispersonal 8 P

17. Okt. 2009 in Neuruppin

Teilnehmergebühr: 80 €,

für Praxispersonal 35 €

20. März 2010 in Dahlewitz

16. Okt. 2010 in Neuruppin

Leitung: Dr. med. R. Schrambke,

Schorfheide

Suchtmedizinische

Grundversorgung 50 P

gemäß Weiterbildungsordnung

der LÄKB

in Zusammenarbeit mit dem

AISS (Angermünder Institut

für Suchttherapie und Suchtmedizin)

und der Suchtakademie

Berlin-Brandenburg e.V.)

Block I - Alkohol, Nikotin und

Versorgung

4./5. Sept. 2009

Block II - Drogen- und

Medikamentenprobleme,

Missbrauch, Abhängigkeit,

Substitution, Notfälle,

Toxikologie

9./10. Okt. 2009

Block III - Motivierende

Gesprächsführung in der

Sprechstunde und Klinik,

Motivationales Interview

nach Miller/Rollnick

6./7. Nov. 2009

Ort: Potsdam

Teilnehmergebühr: 180 €/Block

Leitung: PD Dr. med.

G. Richter, Angermünde;

Prof. Dr. med. U. Schwantes,

Humboldt-Universität Berlin

Weiterbildungskurs

Allgemeinmedizin

gemäß Weiterbildungsordnung

der LÄKB

Block 14: 13. Juni 2009 8 P

Block 18: 9./10.10.2009 12 P

Block 19: 28. Nov. 2009 8 P

Ort: Potsdam

Teilnehmergebühr: 10 €/Stunde

Kursleiter: Dr. med.

R. Schrambke, Schorfheide;

OMR Dr. med. V. Puschmann,

Storkow

Intensivvorbereitung

auf die Facharztprüfung

Allgemeinmedizin 8 P

21. Okt. 2009,

14.00 bis 20.00 Uhr

Ort: Potsdam

Teilnehmergebühr: 80 €

Kursleiter: Dr. med.

R. Schrambke, Schorfheide

Kompaktkurs

Notfallmedizin 80 P

gemäß Weiterbildungsordnung

der LÄKB

(anerkannte Bildungsfreistellungsveranstaltung)

Voraussetzung für die Zulassung

18 Monate Tätigkeit

in der stationären Patientenversorgung

(Nachweis bitte einreichen)

8. bis 15. Juni 2009

21. bis 28. Sept. 2009

Teilnehmergebühr: je 500 €

Ort: Potsdam

Kursleiter: Dr. med.

E.-G. Stellke, Beeskow;

Dr. med. G. Schrot,

Treuenbrietzen

Seminar

Leitender Notarzt 40 P

gemäß Richtlinie der LÄKB

zur Qualifikation des Leitenden

Notarztes

30. Nov. bis 4. Dez. 2009

Ort: Cottbus

Teilnehmergebühr: 700 €

Kursleiter: A. Nippraschk,

Neuruppin

Qualifikationskurs

Verkehrsmedizinische

Begutachtung 16 P

neu: 6./7. Nov. 2009

Ort: Potsdam

Teilnehmergebühr: 250 €

Leitung: MR Dr. med. T. Kayser,

Potsdam;

MR PD Dr. sc.med. W. Mattig,

Potsdam

Fortbildung für

Arzthelferinnen

4. Nov. 2009, 14.00 Uhr

Ort: Neuruppin

Teilnehmergebühr: 30 €

Leitung: Dr. med. H. Wiegank,

Neuruppin

Grundkurs

Palliativmedizin 40 P

gemäß Weiterbildungsordnung

der LÄKB

22. bis 26. Juni 2009

Ort: Potsdam

Teilnehmergebühr: 540 €

Kursleitung:

B. Himstedt-Kämpfer, Potsdam;

Dr. med. I. Schade, Neuruppin;

Dipl.-Med. K. Wendt, Beeskow

Kurse im Strahlenschutz

gemäß Röntgenverordnung

Grundkurs im

Strahlenschutz 17 P

4./5. Nov. 2009

Spezialkurs im

Strahlenschutz 17 P

6./7. Nov. 2009

Ort: Cottbus

Teilnehmergebühr: je 280 €

Röntgen-Akualisierungskurs

(8 Stunden) je 9 P

20. Juni 2009 in Cottbus

21. Nov. 2009 in Dahlewitz

Teilnehmergebühr: je 120 €

Leitung: Doz. Dr. med. habil.

C.-P. Muth, Cottbus

Ihre Anmeldung richten Sie

bitte an die Landesärztekammer

Brandenburg, Referat

Fortbildung, Postfach 101445,

03014 Cottbus,

Fax (0355) 7 80 10 44,

E-Mail: akademie@laekb.de,

Internet www.laekb.de.

Erwerb der Sachkunde

gemäß § 4 Medizinprodukte-Betreiberverordnung

(40 Stunden)

Fortbildung für

Arzthelferinnen

9./10. Okt. und

13./14. Nov. 2009

in Potsdam

Beginn ist am Freitag

um 9.00 Uhr

Teilnehmergebühr: 360 €

Auskunft: Landesärztekammer

Brandenburg,

Referat Fortbildung,

Postfach 101445,

03014 Cottbus

Telefon: (0355) 7 80 10 24,

Fax: (0355) 7 80 10 44,

E-Mail: akademie@laekb.de


Zertifizierung für die Gesundheitszentrum Neuruppin GmbH

Der TÜV Rheinland hat Ende März die GZG

Gesundheitszentrum Neuruppin GmbH nach

ISO 9001 und DIN 14675 zertifiziert.

Damit wurde nach eingehender Prüfung bestätigt,

dass die technische Servicegesellschaft

der Ruppiner Kliniken GmbH nach

Dipl. Ing. Jürgen Schütt (links), Technischer Leiter Gesundheitszentrum Neuruppin GmbH, Dipl.-Ing. Antonius

Spier (Mitte), TÜV Rheinland, sowie der Geschäftsführer der Gesundheitszentrum Neuruppin GmbH, Horst-

Michael Arndt (rechts), bei der Übergabe der Zertifizierungsurkunde. Foto: Ruppiner Anzeiger/Trebs

Aktuell

definierten Prozessen organisiert ist und

den Anforderungen des Qualitätsmanagementsystems

gerecht wird. Für die Zertifizierung

wurden dabei unter anderem die

betrieblichen Prozesse, deren permanente

Überwachung und Bewertung sowie die

Kundenorientierung und Unternehmensziele

betrachtet.

Zum Unternehmen:

Die Gesundheitszentrum Neuruppin GmbH

ist ein mittelständisches Unternehmen mit

zirka 90 Mitarbeitern, das seit 2007 als

technische Servicegesellschaft für die Tochtergesellschaften

der PRO Klinik Holding

GmbH in Neuruppin tätig ist.

Weitere Informationen gibt es im Internet

unter www.ruppiner-kliniken.de.

Pressemitteilung der Gesundheitszentrum

Neuruppin GmbH/AJÜ

Anzeige

Brandenburgisches Ärzteblatt 5/2009 · 19. Jahrgang

19


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Aktuell

Zur Diskussion

Pharmareferenten: Welchen Einfluss haben sie auf die Verordnungen

von Ärzten?

Thomas Lindner

Foto: privat

Dr. Klaus Gebuhr hat im September 2008

mit der Untersuchung „Der Pharmareferent

in der Bewertung der Vertragsärzteschaft“

eine Studie vorgelegt, in der über 600 deutsche

Vertragsärzte mittels eines Fragebogens

Informationen über ihr Verhältnis zu

Pharmareferenten gaben: Gut 50 Prozent

der Befragten schätzten ihr Verhalten gegenüber

den Pharmareferenten als „offen“, gut

35 Prozent als „neutral“, und ca. 10 Prozent

als „zurückhaltend“ ein. Bei den Gründen

für Zustimmung standen die Fortbildungsangebote,

die fachlichen Informationen, die

Abgabe von Arzneimittelmustern und die

Möglichkeit des persönlichen Kontaktes

ganz im Vordergrund der Bewertungen. Im

Vergleich zu einer ähnlichen Untersuchung

von 2006 ist die positive Bewertung des persönlichen

Kontaktes von 51 auf 64 Prozent

der Befragten angestiegen. In den anderen

Kategorien fanden sich keine wesentlichen

Änderungen über die Jahre.

„Dieses Ergebnis bestätigt die Vermutung,

dass offensichtlich von der Mehrzahl der

Vertragsärzte der Pharmareferent nicht nur

als ‚Überbringer’ von Fortbildungsangeboten,

fachlichen Informationen und Arzneimittelmustern

gesehen wird. Für diese Gruppe

der Befragten dürften die Gespräche mit

den Pharmareferenten einen umfassenderen

inhaltlichen Rahmen haben, der wahrscheinlich

das gesamte Spektrum der Gesundheitspolitik

tangiert“, fasst der Autor zusammen.

Neben solchen Selbsteinschätzungen durch

Ärzte liegen andere Untersuchungen vor, die

die Beziehung Ärzte/Pharmareferenten mit

einem externen Maßstab analysieren. Chris

Watkins et al. aus Bristol beschrieben 2003

nach einer Fragebogen-Untersuchung an

1097 englischen Allgemeinmedizinern, die

häufig Pharmareferenten sehen, im Vergleich

mit solchen Ärzten, die das seltener tun: Die

viel Kontaktierten sind isolierter als ihre Kol-

Brandenburgisches Ärzteblatt 5/2009 · 19. Jahrgang

legen bezüglich der Praxisorganisation (Einzelpraxis),

nehmen seltener am General

Practitioner Training teil und sie praktizieren

eher in abgelegen Regionen, dazu setzen sie

häufiger als die Vergleichsgruppe neu auf

den Markt gekommene Medikamente ein.

Im Jahre 2001 untersuchten Paul Muijrers et

al. 324 Allgemeinmediziner in den Niederlanden

bezüglich der Häufigkeit des Kontaktes

mit Pharmareferenten nach 20 Verschreibungsindikatoren.

Das Ergebnis ist ernüchternd:

„Es ergab sich eine negative Korrelation

zwischen der Qualität der Verordnungen der

Allgemeinmediziner und der Besuchshäufigkeit

der Pharmareferenten.“

Wie sehen Pharmareferenten und -referentinnen

selbst ihre Beziehungen zu uns, den Ärztinnen

und Ärzten? Jürgen Schulze hat ein

Kompendium für den Pharmaberater herausgegeben:

„Erfolg im Pharma-Vertrieb“. Wir

erfahren etwas über die Reziprozitätsregel,

die besagt, dass das Geben (von Werbegeschenken,

Mustern, Service usw.) vorteilhaft

ist, weil der Beschenkte versuche auszugleichen.

Wie gleicht ein Arzt in dieser Situation

aus? Schenkt er Blumen? Spricht er Einladungen

zum Essen aus? Eher schreibt er die beworbenen

Produkte aufs Rezept. Für eine besonders

gelungene Beziehungsanbahnung

hat der Autor ein Beispiel: Der Pharmareferent

habe seiner Meinung nach alles richtig

gemacht, wenn bereits nach der Kontaktphase

im Gespräch mit dem Arzt das „Kaufsignal“

entsteht. Sagt der Arzt:

,Schön dass Sie kommen…gestern war ein

Patient hier, …, könnte ich Ihr Präparat bei

ihm einsetzen?' Hier soll der Abschluss nach

Klärung der Indikation und Kontraindikation

schnell und motivierend erfolgen.“ So sieht

sie für Jürgen Schulze aus, die gelungene

Beratung/Beeinflussung.

Spätestens hier ist der ärztliche Leser, für den

das Buch ja nicht geschrieben ist, verblüfft.

Pharmareferenten mit eher geringer medizinischer

Kompetenz sollen hier die Therapieberater

für den Arzt sein bei einer seiner

wichtigsten Aufgabe, der Verordnung von

Medikamenten?

In einem US-amerikanischen Lehrbuch für

Pharmareferenten geht die Autorin auf die Frage

ein, ob der Pharmareferent eine besondere

wissenschaftliche Ausbildung aufweisen sollte.

„Ein wissenschaftlicher Hintergrund ist großartig,

aber der Name des Spiels [sie meint

die Arbeit der Pharmareferenten] ist VER-

KAUFEN!“ (Auch im Original sind Großbuchstaben

gesetzt worden.) An anderer

Stelle wird sie nochmals deutlich: Sie gibt

Ratschläge für das Bewerbungsgespräch,

dem sich jemand unterzieht, der in der Pharmaindustrie

als Pharmareferent angestellt

werden möchte. In solch einem Bewerbungsgespräch

könnte die Frage gestellt werden:

„Wie würden Sie ‚Verkaufen’ beschreiben?“

Die hilfreiche Autorin macht einen Vorschlag

für den Bewerber: „Verkaufen ist jemanden

überzeugen/überreden (engl.: persuading),

damit er mit dir übereinstimmt und kauft, was

immer dein Produkt sein mag.“

James Reidy, ein ehemaliger und sehr erfolgreicher

Pharmaberater schreibt: „Eine

offizielle Beschreibung eines Pharmareferenten

würde lauten: Versorge die Ärzte mit

Produktinformationen, beantworte ihre Fragen

zum Einsatz der Produkte und liefere

Muster ab. Eine inoffizielle und genauere

Beschreibung wäre: Verändere das Verordnungsverhalten

der Ärzte.“

Unabhängigkeit kann ein starkes positives

Gefühl sein. Es spricht einiges dafür, dass es

sich bei unserer ärztlichen Unabhängigkeit

nicht selten nur um eine gefühlte Unabhängigkeit

handelt, wenn wir unsere Verordnungen

vornehmen. Wir sollten versuchen, dies

selbst zu erkennen und zu verändern, ehe

andere darauf kommen und Änderungen

vornehmen, die für uns Ärztinnen und Ärzte

nicht vorteilhaft sein dürften.

Literatur beim Verfasser:

Thomas Lindner

Internist und Nephrologe

Gemeinschaftspraxis für Nieren-

und Hochdruckkrankheiten

16761 Hennigsdorf

Tel.: 03302/50503

thomaslindner@t-online.de

Vorstandsmitglied MEZIS e.V. – Mein Essen

zahl ich selbst, Initiative unbestechlicher Ärztinnen

und Ärzte (www.mezis.de)

Foto: www.sxc.hu


„Tag des Cholesterins“

am 19. Juni:

Prävention im Mittelpunkt

Die Prävention von Herz-Kreislauferkrankungen

steht im Mittelpunkt des jährlich stattfindenden

bundesweiten „Tag des Cholesterins“.

Diesen führt die Deutsche Gesellschaft

zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen

und ihren Folgeerkrankungen DGFF

(Lipid-Liga) e.V. durch. Das Anliegen des

Tags: „Jeder Bürger sollte seine Blutfettwerte

kennen. Nur wer sein persönliches Risiko

kennt, kann rechtzeitig handeln.“

Aus Sicht der Gesellschaft bestehen

keine Zweifel, dass eine Senkung

des LDL-Cholesterins zu einer Verminderung

des Herzinfarktrisikos

führt. Darüber hinaus würden auch

einige Daten darauf hindeuten,

dass Schlaganfälle bei niedrigem

Cholesterin seltener auftreten. Zum

„Tag des Cholesterins“ sollen diese

Fakten in das Bewusstsein der

Öffentlichkeit gebracht werden.

Zudem sollen die Partner im Gesundheitswesen

aufgefordert werden,

den Präventionsgedanken umzusetzen.

Zum diesjährigen Aktionstag am

19. Juni fordert die DGFF (Lipid-

Liga) e.V. ganz besonders Praxen,

Kliniken, Apotheken, Krankenkassen,

Firmen, Betriebe und Ausbildungseinrichtungen

in ganz Deutschland

auf, sich mit einem entsprechenden

Informationsangebot für ihre Mitarbeiter,

Patienten oder Kunden zu engagieren.

Nähere Informationen über den

„Tag des Cholesterins“ gibt es im

Internet unter www.lipid-liga.de (Rubrik

„Tag des Cholesterins“). Informationsmaterial

zum Thema (Broschüren,

Poster und Flyer) kann

ebenfalls bei der DGFF angefordert

werden.

Kontakt:

DGFF (Lipid-Liga) e.V.

Waldklausenweg 20

81377 München

Tel.: 089-7191001

Fax: 089-7142687

E-Mail: info@lipid-liga.de

Pressemitteilung der

DGFF (Lipid-Liga) e.V./ AJÜ

Würdigung herausragender

Leistungen:

Horst Bourmer Preis 2009

Arztkinder, deren Eltern infolge unerwarteter

Schicksalsschläge in finanzielle Not geraten

sind, sowie Waisen aus Arztfamilien erhalten

Unterstützung von der Hartmannbund-

Stiftung „Ärzte helfen Ärzten“. Ziel ist es,

den Hilfesuchenden den Weg in die berufliche

Existenz zu ermöglichen. Eine weitere

Chance, Kinder und Jugendliche zu fördern,

stellt der Horst Bourmer Preis dar, den die

Stiftung nach eigenen Angaben für herausragende

Leistungen in den Kategorien

Schulausbildung, Berufsausbildung und Studienausbildung

ausschreibt.

Der Preis ist mit jeweils 1.000 Euro dotiert

und wird im Rahmen der jährlichen Hauptversammlung

des Hartmannbundes verliehen.

Bewerben können sich Kinder und

Jugendliche zwischen dem 15. und 29. Lebensjahr,

die zu dem Personenkreis bedürftiger

Arztkinder gehören. Einsendeschluss

für die Bewerbungen ist der 1. August

2009.

Laut der Stiftung werden neben den herausragenden

schulischen und fachlichen Leistungen

die Gesichtspunkte einer erschwerten

persönlichen Situation aufgrund finanzieller

Bedürftigkeit oder sonstiger Umstände in die

Wertung mit einbezogen.

Mehr Informationen zu den Voraussetzungen,

zum Antrag und zum Bewerbungsverfahren

gibt es bei der:

Hartmannbund-Stiftung

„Ärzte helfen Ärzten“

Sabine Beukert

Tel.: 030-20620853

E-Mail:

info@aerzte-helfen-aerzten.de

Internet:

www.aerzte-helfen-aerzten.de

Die Bewerbung für den Preis richten

Interessierte an den Vorsitzenden

der Hartmannbund-Stiftung

„Ärzte helfen Ärzten“,

Dr. Roland Quast,

Schützenstraße 6a, 10117 Berlin.

Pressemitteilung der Stiftung

„Ärzte helfen Ärzten“/AJÜ

Herzwochen: Anmeldung

für Teilnahme an Aufklärungskampagne

läuft

Das schwache Herz steht bei den

diesjährigen Herzwochen im November

im Mittelpunkt des Interesses.

Dabei soll es besonders um die

Bedeutung der diagnostischen Abklärung

und die heutigen Therapiemöglichkeiten

der Herzinsuffizienz

gehen. Im Rahmen von Vortragsveranstaltungen

und Telefonaktionen

möchte die Deutsche Herzstiftung die

Patienten über die moderne Früherkennung

und die optimale Behandlung

bei Herzschwäche informieren.

Bereits jetzt im Mai können interessierte Institutionen

oder Ärzte der Stiftung ihre Teilnahme

an der Aufklärungskampagne melden.

Alle weiteren Informationen zur Aktion gibt

es im Internet unter www.herzstiftung.de oder

direkt bei dem

Deutschen Herzstiftung e.V.,

Vogtstraße 50, 60322 Frankfurt am Main,

Tel.: 069-9551280

Fax: 069-955128313

E-Mail: info@herzstiftung.de.

Pressemitteilung der

Deutschen Herzstiftung/AJÜ

Aktuell

Brandenburgisches Ärzteblatt 5/2009 · 19. Jahrgang

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Aktuell/Rezensiert

Landesverband der Nervenärzte, Neurologen und Psychiater des Landes Brandenburg stellt sich vor

Zusammenarbeit des ambulanten und stationären Bereiches wichtig

Hat Brandenburg innerhalb der großen

Republik etwas Besonderes? Mir fällt da so

ein gewisses Lied ein … „Brandenburg…“.

Aber ich habe bei diesem Lied den Eindruck,

dass wir da – wenn auch mit Humor – doch

nicht so gut abschneiden. Umso mehr freut

es mich, berichten zu können, dass wir der

einzige Landesverband für unser Fachgebiet

sind, in dem sich sowohl die stationär als

auch die ambulant tätigen Kollegen organisiert

haben. Gerade ein Fachgebiet mit

hoher Spezialisierungstendenz sollte eine

gemeinsame Basis der außen wirksamen

Organisation nutzen. Wir sind derzeit 91

Mitglieder. Natürlich sähe ich gern mehr

Mitglieder, aber zirka 2/3 der niedergelassenen

ärztlichen Kollegen und fast alle leitenden

Kollegen der Kliniken unseres Faches

sind eine Basis zum Arbeiten.

Was könnte für potenziell neue Mitglieder

Anreiz sein?

Der Landesverband befasst sich sowohl mit

inhaltlich fachlichen Fragen des Faches als

auch mit berufspolitischen. Dabei ist es

gerade wegen der breiten Fächerung der

Gebiete der Neurologie, der Psychiatrie und

der fachärztlichen Psychotherapie wesentlich,

uns gegenüber anderen Fachgebieten,

Gremien wie Landesärztekammer Brandenburg

oder Kassenärztliche Vereinigung

Rezensiert

Perinatalmedizin in Fällen

Pränatale Diagnostik,

Management und Beratung

Reitter, Anke; Schlößer, Rolf

mit einem Beitrag von Volker von Loewenich

Georg Thieme Verlag Stuttgart – New York

1. Auflage 2008, 258 Seiten kartoniert.

253 zum Teil farbige Abbildungen

und 23 Tabellen;

ISBN 978 -3-13-147641-8

Preis: 69,95 €; 116,00 CHF

Um es gleich vorwegzunehmen:

Mit dem

schmalen Band (dem

ersten deutschsprachigen

Fallbuch zur Perinatalmedizin,

so der

Klappentext) in der

charakteristischen

blau-weißen Thieme-

Einbandgestaltung haben

die Autoren dem Interessierten wirklich

etwas Besonderes vorgelegt.

Die übersichtliche Gliederung des Buches in

die Abschnitte Organbefunde (von Kopf bis

Brandenburgisches Ärzteblatt 5/2009 · 19. Jahrgang

Brandenburg, aber auch untereinander darzustellen.

Es wird immer wieder betont, dass gerade

der Anteil chronisch, psychisch und neurologisch

kranker Menschen zunimmt. Schauen

wir auf Statistiken über Arbeitsunfähigkeitszeiten,

über Erwerbsminderungsrenten etc.,

sehen wir die Bedeutung unseres Faches. Es

ist notwendig, dass diese Bedeutung auch

stärker anerkannt wird, als dies bislang

der Fall war. Noch immer sind die Spezifika

der Neurologie, Psychiatrie, Nervenheilkunde

und Psychotherapie in anderen Bereichen

nur ansatzweise bekannt. Ein Symptom, das

uns als Berufsverband mahnt, mehr über unsere

Fachgruppe zu informieren.

Der Vorstand (vier niedergelassene Kollegen,

drei Kliniker) befasst sich mit Themen

der Facharztausbildung, der Richtungen

Neurologie und Psychiatrie, Fragen der

Gerontopsychiatrie, Fragen der Zusammenarbeit

und Abgrenzung niedergelassener

Psychiater und Psychiatrischer Institutsambulanzen,

der Honorarentwicklung im ambulanten

Sektor, aber auch der Entwicklung

von Strukturverträgen im Sinne der Integrierten

Versorgung.

Eine im Dezember 2008 in Potsdam stattgefundene

gelungene Veranstaltung „Sucht-

Extremitäten und Wirbelsäule) und Besondere

Situationen erleichtert sehr das Nachvollziehen

der dargestellten speziellen Situation

und erhellt andererseits aber auch die gelegentlich

auftretenden Schwierigkeiten bei

der rechtzeitigen Diagnostik und eben auch

bei der Beratung der Patientinnen im Einzelfall.

Aufgenommen wurden insgesamt 60 (!)

Fälle, wie sie sich in praxi in fast jedem Level

1-Zentrum ereignen könnten, im Entbindungsbereich

anderer Konstellation aber

besser nicht erlebt werden sollten. Dabei

sind die einzelnen Fallbeispiele – mit einem

kurzen Fazit am Ende jeder Präsentation –

übersichtlich strukturiert und daher sehr gut

lesbar. Besonders hilfreich erscheinen die jeden

Fall abschließenden Praxistipps. Bei den

beigefügten Bilddokumenten handelt es sich

durchweg um sehr aussagekräftige Abbildungen

aus einer universitären Praxis, darunter

instruktive Ultraschallbilder (auch US-

3 D-Bilder) und eindrucksvolle Kardiotokographie-Verlaufs-Dokumentationen.

Abgeschlossen werden die farblich unterschiedlich

gekennzeichneten Kapitel durch

einen knapp gehaltenen, gleichwohl aber

Update“ wurde unter anderem vom Landesverband

Brandenburg gesponsert. Eine

Informationsveranstaltung zum bestehenden

IV-Vertrag zur Versorgung chronisch, psychisch

kranker Menschen fand im März in

Bad Saarow statt.

Frühjahrstagung im Juni

Unsere jährlichen Frühjahrs- und Herbsttagungen

werden in diesem Jahr am Samstag,

dem 6. Juni 2009 in Teupitz und am Samstag,

dem 14. November 2009 in Bad Saarow

stattfinden. Schon jetzt lade ich alle Interessenten,

auch Gäste und Nichtmitglieder,

herzlich zu den Veranstaltungen ein.

Ein Hinweis: 2009 ist ein Wahljahr. Auch im

Landesverband Brandenburg wird im Herbst

gewählt. Wir freuen uns schon jetzt auf eine

rege Wahlbeteiligung.

Gisela Damaschke

Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie

Vorsitzende des Landesverbandes der

Nervenärzte, Neurologen und Psychiater

des Landes Brandenburg

Kontakt:

E-Mail:Berufsverband@

nervenarztpraxis-damaschke.de

sehr instruktiven Beitrag von Prof. V. von Loewenich

zu ethischen Aspekten der Perinatal-

Diagnostik.

Auf ein Literaturverzeichnis am Ende des

Bandes wird zugunsten einer kurzen, jedem

Fall nachgestellten Literaturangabe verzichtet.

Insgesamt handelt es sich um ein gut

redigiertes Werk, dessen kleinere Mängel,

wie z.B. Inkorrektheiten in der Legende

zu Abb.1.5 (es heißt das (!) Femur) und in

Abb. 20.2 (die annoncierte Farbdopplersonographische

Darstellung erscheint eher

nicht farbig) bei einer wünschenswerten

nächsten Auflage abgeändert werden könnten.

Nicht nur für die Perinatalmediziner, sondern

auch für die studentische Ausbildung

gedacht, wird in der Tat die erklärte Absicht

der Autoren, mithilfe ihrer beeindruckenden

Fallsammlung die medizinische Didaktik in

der Perinatalmedizin bereichern zu wollen,

ansprechend umgesetzt – meint jedenfalls

der Rezensent.

S. Rummler

Hamburg


Wir gratulieren zum Geburtstag im Mai

93 Jahre

SR Heinz Meyer

Senftenberg-See

91 Jahre

MR Dr. med. Kurt Berwing

Rheinsberg

87 Jahre

Dr. med. Marlis Silbersiepe

Kleinmachnow

86 Jahre

Dr. med. Ingeborg Dähn

Bernau

85 Jahre

Dr. med. Klaus Herrmann

Kleinmachnow

Christian Kolbow sen.

Liebenwalde

83 Jahre

SR Dr. med. Hans-Joachim Kramer

Bad Liebenwerda

81 Jahre

SR Dr. med. Wolfgang Heinz

Rathenow

Dr. med. Eva-Renate Herbert

Liebenwalde

SR Dr. med. Walter Kurzeja

Rathenow

Dr. sc. med. Siegfried Mach

Lindow

80 Jahre

MR Dr. med. Friedrich Buchar

Cottbus-Willmersdorf

OMR Dr. sc. med. Klaus Eichler

Frankfurt (Oder)

MR Dr. med. Siegfried Helbig

Strausberg

79 Jahre

Annemarie Forbrig

Ahrensfelde

SR Dr. med. Liselotte Krüger

Angermünde

MR Dr. med. Markus Markiewitz

Bad Freienwalde

Dr. med. Imogen Nachbar

Blankenfelde

MR Dr. med. Rudolf Scholz

Fürstenwalde

78 Jahre

SR Wolfgang Germer

Casekow

Dr. med. Gert Hermanny

Kallinchen

Dr. med. Gisela Klett

Wandlitz

Dr. med. Rainer Matthes

Erkner

SR Dr. med. Ursula Müller

Zeuthen

Dr. med. Harald Wagnitz

Potsdam

77 Jahre

SR Dr. med. Christa Buggel

Potsdam

SR Inge Krause, Eberswalde

76 Jahre

MR Dr. med. Horst Schambach

Wusterwitz

Dr. med. Barbara Stobbe

Potsdam

Prof. Dr. med. Dr. sc. nat.

Dipl.-Psych. Ewald Strauß

Potsdam

Dr. med. Klaus Trottnow

Woltersdorf

Dr. med. Evamaria Trülzsch

Wildau

75 Jahre

MR Dr. med. Marlene Bohm

Schwedt

OMR Dr. med. Rita Boshilowa

Schöneiche

MR Dr. med. Bruno Boye

Nauen

MR Dr. med. Jürgen Ehrhardt

Luckenwalde

OMR Dr. med. Bertram Lerche

Forst

Dr. med. Sonja Pfeil, Luckau

Dr. med. Ekkehard Ruttke

Woltersdorf

Dr. med. Helga Seliger

Fürstenberg

MR Dr. med. Manfred Stöbe

Lübben/OT Hartmannsdorf

Dr. med. Dr. med. dent.

Klaus-Günter Stoehr

Panketal

Irmgard Weich, Perleberg

MR Dr. med.

Claus Martin Wernicke

Milower Land, OT Milow

70 Jahre

OMR Dr. med.

Hans-Eberhard Amelung

Werder

Dr. med. Dieter Böhme

Cottbus

OMR Dr. med. Wolfgang Brasch

Frankfurt (Oder)

SR Jutta Brockmann

Bad Liebenwerda

Prof. Dr. med. habil.

Ulf Burchardt

Frankfurt (Oder)

Doz. Dr. sc. med.

Karl-Heinz Dallüge

Panketal, OT Zepernick

Dr. med. Peter Feuerherm

Schöneiche

Adolf Fiebig

Müncheberg

MR Dr. med. Klaus-Erwin Franz

Neuruppin

Dr. med. Hans Gelderblom

Seddiner See

MR Dr. med. Joachim Gilberg

Rietz-Neuendorf OT Buckow

Dr. med. Ulrich Große

Rheinsberg

Dr. sc. med. Horst Hakenbeck

Prenzlau

Dr. med. Erika Hermes

Alttucheband, OT Rathstock

MR Dr. med. Hans Hermes

Alttucheband, OT Rathstock

MR Dr. med. Rudolf Herzog

Dallgow-Döberitz

Dr. med. Mona Klevenow

Bad Freienwalde

Dr. med. Christl Lehmann

Schwedt

SR Helga Löblich

Großbeeren

Sigrun Matheus

Forst

Dipl.-Med. Ingeborg Medam

Neuenhagen

Dr. med. Christel Müller

Nordwestuckermark

Dr. med. Renate Müller

Potsdam

Dr. med. Christa Polze

Panketal, OT Zepernick

Dr. med. Gerhard Schmelich

Glienicke

MR Dr. sc. med.

Wolfgang Schnabel

Panketal

MR Dr. med. Jürgen Stein

Spremberg

Dr. med. Dieter Tellschaft

Zellendorf

Dr. med. Alfred Trupat

Ladeburg

MR Sigrid Wysocka

Guben

Dr. med. Oda Zielke

Prützke

Personalia

65 Jahre

Dr. med. Monika Babendererde

Joachimsthal

Paul Jean Daverio

Potsdam

Dr. med. Wilma Franz

Wandlitz

Verena Fritzsche

Müllrose

Wilhelm Frör

Cottbus

Hedda Herrmann

Senzig

Dr. med. Karin Müller

Dallgow

MR Dr. med. Brigitte Pittasch

Cottbus

Dr. med. Dagmar Platzeck

Zepernick

Dr. med. Wolfgang Rohde

Prenzlau

Dr. med. Christine Thiel

Zepernick

Dipl.-Med. Karin Tost

Zehdenick

Dr. med. Christl Wetzel

Hohen Neuendorf, OT Borgsdorf

60 Jahre

Gabriele Füssel

Spremberg

Dr. med. Ingeborg Gelszinnus

Fürstenwalde

Priv.-Doz. Dr. med. habil.

Gerhard Hampel

Wandlitz

Dr. med. Elke Hippke

Berlin

Dipl.-Med. Angelica Jacob

Potsdam

Dipl.-Med. Brigitte Lindner

Potsdam

Dipl.-Med. Helena Niedzballa

Berlin

Antoaneta Schoilewa

Lawitz

Wir bitten unsere Leser, die nicht

mit der Veröffentlichung einverstanden

sind, um rechtzeitige

(bis 15. des Vormonats) Mitteilung

(schriftlich oder telefonisch unter

0355/7 80 10 18 oder E-Mail:

angelika.winzer@laekb.de).

Brandenburgisches Ärzteblatt 5/2009 · 19. Jahrgang

23


24

Personalia

Die LÄKB betrauert den Tod der Kolleginnen und Kollegen

Eduard Abuschenko

Eberswalde

geboren: 27.10.1934

verstorben: 14.11.2008

Priv.-Doz. Dr. sc. med.

Klaus Engelmann

Bernau-Börnicke

geboren: 10.10.1939

verstorben: 01.09.2008

Inge Finke

Birkenwerder

geboren: 03.10.1942

verstorben: 06.07.2008

Dr. med. Josef Folk

Bernau

geboren: 27.01.1935

verstorben: 06.03.2009

MR Dr. med. Helmut Glöckner

Erkner

geboren: 13.07.1943

verstorben: 04.03.2009

Dr. med. Günter Grünewald

Velten

geboren: 25.04.1929

verstorben: 03.11.2008

OMR Dr. med. Wolfgang Haynert

Wriezen

geboren: 29.08.1932

verstorben: 02.11.2008

OMR Dr. med. Heinrich Hendrix

Schöneiche

geboren: 16.08.1917

verstorben: 09.07.2008

OMR Dr. sc. med. Kurt Höck

Groß Köris

geboren: 05.09.1920

verstorben: 29.11.2008

Brandenburgisches Ärzteblatt 5/2009 · 19. Jahrgang

Dr. med. Monika Jauernig

Frankfurt (Oder)

geboren: 24.09.1942

verstorben: 26.01.2009

Dr. med. Klaus Joschko

Königs Wusterhausen

geboren: 22.07.1940

verstorben: 24.01.2009

MR MUDr./CS Jürgen Kersten

Felixsee

geboren: 23.09.1940

verstorben: 07.05.2008

Dr. med. Ines Krause-Plonka

Berlin

geboren: 10.11.1957

verstorben: 01.11.2008

Karin Kumm

Rathenow

geboren: 07.05.1938

verstorben: 05.07.2008

Dr. med. Johanna Lilie

Bernau

geboren: 11.12.1939

verstorben: 23.08.2008

Prof. Dr. sc. med. Hans Löwe

Warnitz

geboren: 11.11.1935

verstorben: 23.03.2009

MR Prof. Dr. sc. med.

Uwe-Horst Paul

Potsdam-Eiche

geboren: 26.03.1940

verstorben: 21.07.2008

Dr. med. Peter Prügel

Berlin

geboren: 13.03.1944

verstorben: 16.09.2008

Dr. med.

Heinz-Joachim Schmidt

Guben

geboren: 30.11.1951

verstorben: 18.07.2008

OMR Prof. Dr. med. habil.

Heinz Schüler, Wildau

geboren: 16.11.1926

verstorben: 14.02.2009

MR Peter Sommermeier

Potsdam

geboren: 21.04.1941

verstorben: 11.03.2008

Dr. med. Margot Stache

Löwenberg

geboren: 12.07.1921

verstorben: 03.08.2008

Maja Stefanic

Brandenburg an der Havel

geboren: 22.02.1980

verstorben: 10.06.2008

SR Gottfried Stölzel

Rauen

geboren: 08.04.1935

verstorben: 21.09.2008

Dr. med. Käthe Strauß

Rangsdorf

geboren: 05.10.1925

verstorben: 11.10.2008

Dr. med. Radu Vlad

Rathenow

geboren: 13.08.1929

verstorben: 16.07.2008

MR Dr. med. Peter Wagner

Stahnsdorf

geboren: 05.09.1946

verstorben: 25.01.2009

Heinz Schüler wurde am 16. November 1926

in Berlin geboren. Als Angehöriger der Flakhelfergeneration

kam er nach Notabitur und

kurzer Kriegsgefangenschaft 1949 zum Studium

der Medizin, das er 1954 an der Humboldt-Universität

abschloss und 1959 promovierte

er zum Dr. med. Von 1954 bis 1967

war der Sozialhygieniker leitender Mitarbeiter

des damaligen Staatssekretariats für das

Hoch- und Fachschulwesen der DDR-Regierung,

zuletzt Leiter der Hauptabteilung Medizin.

Während dieser 13 Jahre hatte er einen

Dr. med. Wolfgang Weidig

Lübbenau

geboren: 25.05.1929

verstorben: 21.12.2008

SR Eva Wölk

Prenzlau

geboren: 15.11.1934

verstorben: 16.02.2009


Nachruf: OMR Prof. Dr. med. habil. Heinz Schüler verstorben

Prof. Dr. Heinz Schüler

Foto: privat

erheblichen Anteil an der wissenschaftlichen

Profilierung der medizinischen Hochschuleinrichtungen

und an der Neugestaltung des

Medizinstudiums in der DDR.

Ausgehend von seiner Promotion auf dem

Gebiet der Sozialhygiene am Hygiene-Institut

wurde Dr. Schüler 1967 wissenschaftlicher

Mitarbeiter am Lehrstuhl Sozialhygiene des

Hygiene-Instituts der Humboldt-Universität

zu Berlin und 1971 Oberarzt am gleichen

Institut. 1972 wurde ihm die Facultas docen-


di erteilt. Aufgrund seiner umfangreichen

gesundheits-, wissenschafts- und hochschulpolitischen

Erfahrungen wurde er Mitglied

des Wissenschaftlichen Rates der Humboldt-

Universität und war von 1971 bis 1973 als

wissenschaftlicher Sekretär des Dekans der

Medizinischen Fakultät maßgeblich an der

weiteren konzeptionellen Führung, Durchsetzung

und Auswertung der Reform des Medizinstudiums

in der DDR beteiligt.

Er war Mitglied der gemeinsamen Arbeitsgruppe

der Ministerien für Gesundheitswesen

und Hoch- und Fachschulwesen unter Leitung

von Prof. Dr. Mecklinger, die das Studienprogramm

für das Medizinstudium erarbeitete. In

diesem Zusammenhang war Dr. Schüler durch

den Vorstand der Gesellschaft Sozialhygiene

mit der inhaltlichen Ausarbeitung und Abstimmung

der Unterrichtskonzeption der Lehrveranstaltungen

„Medizin in der Gesellschaft“

beauftragt und leitete dazu die Klausurtagung

1970 in Teupitz. Seit der Neukonstitution des

wissenschaftlichen Beirats für Medizin beim

Ministerium für Hoch- und Fachschulwesen

im Jahr 1971 gehörte er diesem Gremium an.

Im Rahmen der Kommission Erziehung und

Ausbildung nahm er aktiv als Arbeitsgruppenleiter

besonders an der Erarbeitung der

Lehrprogramme mit sozialmedizinischen und

hygienischen Lehrinhalten teil.

Neben den zentralen Aufgaben der Erziehung

und Ausbildung der Ärzte und Zahnärzte

in der DDR war er in die Lehrveranstaltungen

des Hygiene-Instituts an der

Charité eingebunden. So war er an den Vorlesungen

und Seminaren über Sozialhygiene

Klaus Welz wurde am 31. Januar 1934 in

Berlin geboren. Nach dem Abitur 1952 begann

er das Studium der Humanmedizin an

der Humboldt-Universität Berlin. Nach dem

Staatsexamen und der Promotion nahm er

seine ärztliche Tätigkeit Anfang 1958 im

damaligen Bezirkskrankenhaus Cottbus auf.

Hier begann er die chirurgische Ausbildung

im Lehrbetrieb beteiligt. Er hatte dabei großen

erzieherischen Einfluss auf die Studenten

und einen guten Kontakt zu ihnen, wie

ihm sein Lehrer und Ordinarius Prof. Dr. Kurt

Winter für ein Gutachten zur Berufung auf

den Lehrstuhl für Sozialhygiene in Magdeburg

1974 bescheinigte.

Haupttätigkeitsgebiet:

die moderne Epidemiologie

In Berlin erwarb der erfahrene Hochschullehrer

sich auch die Grundlagen für seine

wissenschaftliche Laufbahn. Bald war er

auch eine unter Sozialhygienikern und Klinikern

anerkannte Forscherpersönlichkeit. Sein

Haupttätigkeitsgebiet wurde die moderne

Epidemiologie. 1974 habilitierte er sich an

der Humboldt-Universität Berlin unter dem Titel

„Zur epidemiologischen Theorie und Methodik

der Morbiditätserfassung chronischer

Krankheiten am Beispiel einer Pilotstudie in

zwei Stadtbezirken der Hauptstadt Berlin“.

Weiter beschäftigte sich Schüler mit Ergebnissen

der Medizinalstatistik und gehörte

über viele Jahre zum Autoren- und Herausgeberkollektiv

für das „Jahrbuch des Gesundheitswesens

der DDR“.

1974 berief ihn die Medizinische Akademie

Magdeburg auf den Lehrstuhl für Sozialhygiene

und als Leiter des gleichnamigen Instituts.

Neben der Leitung des Instituts, dem

Vorlesungs- und Prüfungsbetrieb war Prof.

Schüler weiter mit ausgewählten Problemen

der Morbiditäts- und Mortalitätsforschung

beschäftigt. Themen wie die Polymorbidität

im Alter, geistige Störungen bei Kindern und

Jugendlichen, Auswirkungen der Lebens- und

Zum 75. Geburtstag von Dr. Klaus Welz

Dr. Klaus Welz

Foto: privat

unter Prof. Dr. Welcker und legte 1963 die

Facharztprüfung ab. Bereits 1964 wurde er

zum Oberarzt an der Chirurgischen Klinik

ernannt. In dieser Zeit erwarb er profunde

Kenntnisse in der Chirurgie und Urologie.

Sein besonderes Interesse galt jedoch der

Unfallchirurgie.

Spezielles Wissen erwarb er sich in den

folgenden Jahren durch Hospitationen bei

Prof. Sander und Prof. Büchter in der Unfallchirurgie

der Universität Halle, in Budapest

bei Prof. Manninger. Weitere Hospitationen

erfolgten in Graz, St. Gallen, Bern, Davos

und Kosice. Bereits im Dezember 1968 erfolgte

die erste Plattenosteosynthese einer

Unterarmschaftfraktur durch Klaus Welz.

Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie

Nach dem Tod von Prof. Welcker entstand

eine eigenständige Klinik für Unfallchirurgie,

deren Chefarzt am 1. Januar 1971 Dr. Welz

Erziehungsbedingungen auf den Gesundheitszustand

von Kindern, Letalität bei der

Appendizitis und ihre Ursachen, psychonervale

Störungen und Fragen der Organisation

und Qualität der medizinischen Versorgung

waren einige der Themen, die er mit seinem

Team im Rahmen verschiedener Forschungsprojekte

bearbeitete. Aus seiner Feder stammen

166 medizinische Arbeiten als Buchund

Zeitschriftenbeiträge.

Mit seiner Emeritierung 1991 legte Prof.

Schüler die Leitung des Institutes in die

Hände seines Nachfolgers, Prof. Dr. med.

B.-P. Robra MPH, dem er noch Jahre freundschaftlich

und in wissenschaftlicher Arbeit

verbunden blieb. 2006, zwei Tage vor seinem

80. Geburtstag, erlitt er einen Schlaganfall,

der ihn zu einem Pflegefall werden

ließ. Aufopferungsvoll betreuten ihn seine

Gattin und seine Familie bis zum Tod. Am

14. Februar 2009 vollendete sich sein erfolgreiches

und erfülltes Leben.

Heinz Schüler war einer aus der ersten Reihe

der Sozialmediziner Deutschlands, zeitweise

Vorsitzender der Gesellschaft für Sozialhygiene

der DDR, international und im

Rahmen der WHO tätig. Wir, die ihn genauer

kannten, schätzten seine klare fachliche

und sozialpolitische Kompetenz, seine

Klugheit und sein Verantwortungsgefühl für

Mitarbeiter und Mitstreiter und nicht zuletzt

seine Bescheidenheit. Wir werden ihn in guter

Erinnerung behalten.

Prof. Dr. sc. med. Otto Weiss, Berlin

Personalia

wurde. Die fachliche und administrative Trennung

beider Kliniken bedeutete keine Spaltung.

Die persönliche Wertschätzung und

Akzeptanz der Kollegen bestand weiter. Jeder

konnte ohne Imageverlust den anderen um Rat

und Hilfe bitten. Die neue Klinik bestand aus

zwei Stationen mit 79 Betten. Es war sehr

schwer, die wachsenden Behandlungsansprüche

zu erfüllen. Als ausgesprochenen Engpass

erwies sich die geringe OP-Kapazität. Nur an

zwei Tagen in der Woche konnte planmäßig

operiert werden. Dadurch war es sehr schwierig,

die revolutionierenden Behandlungskonzepte

der AO (Arbeitsgemeinschaft für Osteosynthesefragen)

in der Frakturenbehandlung

und Versorgung Mehrfachverletzter gerecht

zu werden.

Eine deutliche Verbesserung wurde durch

die Inbetriebnahme des Krankenhausneubaus

1984 erreicht. Die Klinik hatte jetzt 100

Betten. An fünf Tagen in der Woche konnte

Brandenburgisches Ärzteblatt 5/2009 · 19. Jahrgang

25


26

Personalia/Aktuell

nun an zwei bis drei OP-Tischen operiert

werden. Durch die Erweiterung des Leistungsumfanges

und des Leistungsspektrums

erwarb die Klinik den Status einer Schwerpunkteinrichtung

im Territorium. Trotz der

großen organisatorischen Aufgaben, die gelöst

werden mussten, operierte der Chef meist

jeden Tag und nahm auch ohne Wenn und

Aber am Hintergrund- und Bereitschaftsdienst

teil. Neben der täglichen Arbeit stellte er sich

auch der wissenschaftlichen Arbeit. Diese

fand in über 50 Publikationen und mehr als

300 Vorträgen auf regionalen, nationalen

und internationalen Symposien und Kongressen

ihren Ausdruck.

Leitende Aufgaben

Bald wurden Klaus Welz auch leitende und

organisatorische Aufgaben übertragen. Es

seien nur einige genannt:

1973

Vorsitzender der „Zentralen Fachgruppe für

Traumatologie der Akademie für ärztliche

Fortbildung“

Brandenburgisches Ärzteblatt 5/2009 · 19. Jahrgang

1974–1978

2. Vorsitzender der Sektion Traumatologie

der Gesellschaft für Chirurgie der DDR

1992–1997

Mitglied des Beirates der „Deutschen Sektion

der AO International; Vorsitzender der Prüfungskommission

„Unfallchirurgie“ der Landesärztekammer

Brandenburg

Außerdem übernahm er die wissenschaftliche

und organisatorische Leitung des 5. und

10. Ostdeutschen AO-Seminars 1985 und

1999 in Cottbus und der 9. Sommertagung

der Berliner Chirurgischen Gesellschaft, ebenfalls

1999 in Cottbus.

Des Weiteren lagen in seiner Verantwortung

turnusmäßige Weiterbildungswochen in zweijährigem

Abstand von 1977 bis 1989 für in

Subspezialisierung befindlichen Fachärzte

und mehrere Lehrgänge für OP-Personal in

Burg. In Anerkennung seiner großen fachlichen

und wissenschaftlichen Leistungen

wurde ihm die Ehrenmitgliedschaft der Ungarischen

Traumatologischen Gesellschaft

Brandenburger Mediziner in den Vorstand

der Deutschen Balint-Gesellschaft gewählt

Im Februar wurde der neue Vorstand der

Deutschen Balint-Gesellschaft in Göttingen

gewählt. Als dritter Vorsitzender wurde MR

Dr. Sigmar Scheerer aus dem brandenburgischen

Heinersdorf bestimmt. Erster Vorsitzender

ist PD Dr. Günther Bergmann aus

Aktuell

Gesundheitsausgaben sind im

Jahr 2007 um 3,2 Prozent gestiegen

Insgesamt 252,8 Milliarden Euro betrugen die Ausgaben für Gesundheit

in Deutschland im Jahr 2007, teilt das Statistische Bundesamt

(Destatis) mit. Gegenüber dem Vorjahr bedeutete das einen Anstieg um

7,8 Milliarden Euro oder 3,2 Prozent. Die Ausgaben entsprachen 10,4

Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Obwohl die Gesundheitsausgaben

angestiegen sind, sank ihr Anteil am Bruttoinlandsprodukt im Vergleich

zu 2006. Zu der Zeit betrug er noch 10,5 Prozent.

Die gesetzliche Krankenversicherung war dabei im Jahr 2007 der

größte Ausgabenträger. Ihre Ausgaben stiegen im Jahr 2007 um 5,6

Milliarden Euro auf insgesamt 145,4 Milliarden Euro an. Damit trug

die gesetzliche Krankenversicherung 57,5 Prozent der gesamten Gesundheitsausgaben.

23,5 Milliarden Euro oder 9,3 Prozent entfielen

im Jahr 2007 auf die private Krankenversicherung. Hohe Ausgabenanstiege

verzeichneten 2007 die Leistungen der Prävention und des

Gesundheitsschutzes (+ 8,9 Prozent) sowie die Arzneimittel (+ 5 Prozent).

Gründe dafür sieht das Statistische Bundesamt unter anderem in

den höheren Ausgaben bei Schutzimpfungen sowie in der Anhebung

des Mehrwertsteuersatzes von 16 auf 19 Prozent zum 1. Januar 2007,

von der auch die Arzneimittel betroffen waren.

Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes/AJÜ

Göttingen, zweiter Vorsitzender Dr. Walter

Thomas Kanzow aus Kiel. Geschäftsführerin

der Deutschen Balint-Gesellschaft ist Dr. Heide

Otten aus Wienhausen, Schatzmeister

wurde Dr. Olaf Templin aus Lüneburg.

AJÜ

1986 und der Slowakischen Gesellschaft

1989 verliehen. 2000 wurde er mit der Verleihung

der Carl-Thiem-Gedenkmünze der

DGU geehrt.

Neben großem Fleiß und chirurgischem Geschick

zeichnete Dr. Welz das Gespür für das

Wesentliche aus. Seine Beharrlichkeit in der

Sache half, schwierige Probleme aller Art zu

lösen. Jedoch auch sein Gefühl für das Maßvolle,

das Machbare und das auf Ausgleich

und Harmonie bedachte Wesen sind einige

Gründe, die Dr. Welz zu einem geachteten

Arzt gemacht haben. Während seiner Amtszeit

wurden 54.256 Patienten stationär behandelt.

Davon wurden 35.553 Patienten

operiert. Auch im Ruhestand ist er der Unfallchirurgie

als Gutachter weiter verbunden.

Wir, seine ehemaligen Mitarbeiter, wünschen

ihm Gesundheit und persönliches Wohlergehen

und weiterhin noch viele schöne Erlebnisse

beim Besuch seiner geliebten Opernaufführungen

und Konzerten der klassischen

Musik.

Dr. Holger Hardtmann, Cottbus

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Was ist der Arztpraxis erlaubt, was ist verboten?

MR Dr. Sigmar Scheerer

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Anzeigenschluss für Heft 6

ist am 12.05.2009.

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4. Juni 2009, 16.30 Uhr

Ort: Hörsaal Altbau

Leitung und Auskunft:

Dr. med. G. Haring,

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Carl-Thiem-Klinikum,

Thiemstr. 111, 03048 Cottbus

Telefon: (0355) 46 24 20

Fax: (0355) 46 24 50)

E-Mail: anaesthesie@ctk.de

Rhythmusstörungen – aktuelle

und zukünftige Strategien

6. Juni 2009,

9.00 bis 14.00 Uhr

Ort: Altstädtisches Rathaus

Brandenburg

Leitung und Auskunft:

Prof. Dr. Oeff, Klinik für Innere

Medizin I, Städt. Klinikum,

Hochstr. 29, 14770 Brandenburg

Telefon: (03381) 41 15 00

Fax: (03381) 41 15 09

E-Mail:

oeff@klinikum-brandenburg.de

34. Potsdamer Psychotherapie-Tagung

„Brüche und Brücken“

12./13. Juni 2009

Ort: Hotel am Griebnitzsee,

Potsdam

Leitung und Auskunft:

Dr. med. Alder,

Stephensonstraße 16,

14482 Potsdam

E-Mail: st-alder@t-online.de

Fax: (0331) 7 40 96 15

11. Beelitzer

Neuro-Symposium 2009

Pillen und mehr – multimodale

Therapiestrategien

13. Juni 2009,

9.30 bis 14.45 Uhr

Ort und Auskunft: Neurologisches

Fachkrankenhaus für

Bewegungsstörung/Parkinson,

Paracelsusring 6a,

14547 Beelitz-Heilstätten

Telefon: (033204) 2 27 81

Fax: (033204) 2 27 82

E-Mail:

libuda@parkinson-beelitz.de

Notfälle in der Augenheilkunde

25. Juni 2009,

18.00 bis 20.00 Uhr

Ort: M 209

Leitung und Auskunft: Dr. Otte,

Zentrale Notaufnahme,

Klinikum Ernst von Bergmann,

Charlottenstr. 72, 14467 Potsdam

Telefon: (0331) 2 41 50 51

Sarkoidose – eine interdisziplinäre

Herausforderung

in Diagnostik und Therapie

28. Aug. 2009,

15.00 bis 17.30 Uhr

Ort, Leitung und Auskunft:

Dr. Prediger, Carl-Thiem-

Klinikum, Hörsaal Haus 33,

Thiemstr. 111, 03048 Cottbus

Telefon: (0355) 461322

Fax: (0355) 461130

E-Mail: 3.Med.Klinik@ctk.de

Tagungen und Kongresse

Praktische Anwendung

des Bronchusblockers in

der Thoraxanästhesie

3. Juli 2009, 7.00 Uhr

Schrittmacher in Anästhesie

und Intensivmedizin

10. Juli 2009, 7.00 Uhr

Ort: Konferenzraum

Leitung und Auskunft:

Dr. Wirtz, HELIOS Klinikum,

Pieskower Straße 33,

15526 Bad Saarow

Andere Bundesländer

Doppler- und Duplexsonographie

in der Gefäßdiagnostik

Interdisziplinärer Grundkurs

26. bis 28. Juni 2009 in Dresden

25. bis 27. Sept. 2009 in Rostock

27. bis 29. Nov. 2009 in Dresden

29. bis 31. Jan. 2010 in Dresden

25. bis 27. Juni 2010 in Dresden

26. bis 28. Nov. 2010 in Dresden

Kombinierter Aufbaukurs

(hirnversorgend)

9. bis 11. Okt. 2009

in Chemnitz

(peripher)

11. bis 13. Dez. 20009

in Chemnitz

Leitung: Prof. Dr. med.

J. Schweizer

Auskunft: Krankenhaus

Küchwald, Klinik für Innere

Medizin I, Frau Weißflog,

Bürgerstr. 2, 09113 Chemnitz

Telefon: (371) 33034 25 01

Fax: (0371) 33 34 25 67

E-Mail: j.schweizer@skc.de

Fortbildungsangebote unter

www.laekb.de, Rubrik Fortbildung/Fortbildungstermine.

Alle Angaben sind ohne

Garantie. Bei Rückfragen

bitte direkt an den Veranstalter

wenden.

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Brandenburgisches Ärzteblatt 5/2009 · 19. Jahrgang

27


28

KVBB informiert

Landesausschuss der Ärzte und Krankenkassen

für den Bereich der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg

Übersicht der für weitere Zulassungen gesperrten Planungsbereiche/Arztgruppen

Die Übersicht enthält die Entscheidungen des Landesausschusses per 20.03.2009 für die Arztgruppen in den jeweiligen Planungsbereichen

bis einschließlich des Beschlusses Nr. 07/09. Die für Zulassungen gesperrten Planungsbereiche/Arztgruppen sind mit einem

„X“ gekennzeichnet. Die Anzahl der möglichen Zulassungen in vormals geschlossenen Planungsbereichen ist in Klammern (...) gesetzt.

Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass gemäß der Bedarfsplanungs-Richtlinie eine Überversorgung dann angezeigt ist, wenn durch einen Vergleich

zwischen der für den Planungsbereich maßgeblichen allgemeinen Verhältniszahl für die Arztgruppe und der für den Planungsbereich ermittelten örtlichen

Verhältniszahl eine Überschreitung von 10 v.H. festgestellt wird. Insofern ist nicht grundsätzlich davon auszugehen, dass für die in der Übersicht noch nicht

gesperrten Planungsbereiche/Arztgruppen eine Unterversorgung angezeigt ist. Wir empfehlen daher dringend jedem niederlassungswilligen Arzt, sich vor

der Antragstellung in der KV-Brandenburg, Unternehmensbereich Qualitätssicherung/Sicherstellung, über die jeweilige Versorgungssituation zu informieren.

Planungsbereiche/

Arztgruppen

Anästhesie Augen Chirurgie

Brandenburgisches Ärzteblatt 5/2009 · 19. Jahrgang

Fachä.

Intern

Frauen HNO

Hautkrank

Kinder Nerven Orthopädie Psychoth.

Diagn.

Radiol.

Urologie Hausärzte

Potsdam/Stadt X X X X X X X X X X X X X X

Brandenburg/Stadt/

Potsdam-Mittelmark

X (1) X X X X X X X X X X X

Havelland X X X X X X (1) X X X X 1* X X

Oberhavel X X X X X X X (1) X X X 1* X X (5)

Ostprignitz-Ruppin X X X X X X X X X X X 1* X X

Prignitz X X X X X X (1) X X X X 1* X X

Teltow-Fläming X (2) X X X X X X X X X 4* X X

Cottbus/Stadt X X X X X X X X X X X 5* X X X

Dahme-Spreewald X X X X X X X X X X X 1* X X

Elbe-Elster X X X X X (1) (1) X X X X X X X

Oberspreew.-Lausitz X X X X X X X X X X X 3* X X

Spree-Neiße X X X X X X (1) X X X X 4* X X

Frankfurt/Stadt/

Oder-Spree

X X X X X X X X X X X 3* X X X

Barnim X X X X X X X X X X X 2* X X

Märkisch-Oderland X X X X X (1) X X X X X 5* X X (20)

Uckermark X X X X X X X X X X X 3* X X

In Regionen der dunkel gekennzeichneten Bereiche werden Zulassungen gefördert. *Zulassungsmöglichkeit ärztl. Psychotherapeuten

Öffentliche Ausschreibungen von Vertragsarztsitzen gemäß §103 Abs. 4 SGB V

In Gebieten, für die der Landesausschuss

der Ärzte und Krankenkassen

eine Zulassungssperre angeordnet

hat, schreibt die KV Brandenburg gem.

§ 103 Abs. 4 SGB V nach Antragstellung

folgende Vertragsarztsitze zur Nachbesetzung

aus:

Bewerbungsfrist bis 04.06.2009

· Fachrichtung: Allgemeinmedizin

Planungsbereich: Cottbus/Stadt

Zeitpunkt: 01.04.2010

Bewerbungskennziffer: 25/2009

· Fachrichtung: Allgemeinmedizin

Planungsbereich: Frankfurt O./St./

Oder-Spree

Zeitpunkt: 01.07.2009

Bewerbungskennziffer: 26/2009

· Fachrichtung: Chirurgie

Planungsbereich: Dahme-Spreewald

Zeitpunkt: 01.11.2009

Bewerbungskennziffer: 27/2009

· Fachrichtung: HNO-Heilkunde

Planungsbereich: Potsdam/Stadt

Zeitpunkt: 01.07.2009

Bewerbungskennziffer: 28/2009

· Fachrichtung: Haut- und Geschlechtskrankheiten

Planungsbereich: Frankfurt O./St./

Oder-Spree

Zeitpunkt: 4. Quartal 2009

Bewerbungskennziffer: 29/2009

· Fachrichtung: Haut- und Geschlechtskrankheiten

Planungsbereich: Märkisch-Oderland

Zeitpunkt: 01.10.2009

Bewerbungskennziffer: 30/2009

· Fachrichtung: Nervenheilkunde

Planungsbereich: Frankfurt O./St./

Oder-Spree

Zeitpunkt: 01.01.2010

Bewerbungskennziffer: 31/2009

· Fachrichtung: Kinder- u. Jugendmedizin

Planungsbereich: Cottbus/Stadt

Zeitpunkt: 01.10.2009

Bewerbungskennziffer: 32/2009

· Fachrichtung: Frauenheilkunde und

Geburtshilfe (Ausschreibung

des halben

Vertragsarztsitzes)

Planungsbereich: Potsdam/Stadt

Zeitpunkt: 01.08.2009

Bewerbungskennziffer: 33/2009

Nähere Auskünfte erhalten Sie beim

Unternehmensbereich Qualitätssicherung/Sicherstellung

der Kassenärztlichen

Vereinigung Brandenburg,

Ansprechpartnerin:

Karin Rettkowski, Tel.: 0331/2309-320

oder Gisela Koch, Tel. 0331/2309-321.

Die schriftliche Bewerbung für die

ausgeschriebenen Vertragsarztsitze

ist zwingend erforderlich. Sie muss die

Bewerbungskennziffer, die Anschrift,

die Telefonnummer, die Facharztanerkennung

sowie Angaben zum

möglichen Praxisübernahmezeitpunkt

enthalten.

Unter dem Stichwort „Ausschreibung“

sind die Unterlagen bei der

KV Brandenburg,

Friedrich-Engels-Str. 103/104,

14473 Potsdam, einzureichen.

Wir machen ausdrücklich darauf

aufmerksam, dass in der Warteliste

eingetragene Ärzte nicht automatisch

als Bewerber für die ausgeschriebenen

Vertragsarztpraxen gelten.

Weitere Informationen über Angebote

für Praxisübernahmen können Sie

unserer Homepage unter www.kvbb.de

(Stichwort: Zulassung, Bedarfsplanung,

öffentliche Ausschreibung bzw. Praxisbörse)

entnehmen oder persönlich

unter der Rufnummer 0331/2309-320

oder 321 erfragen.


Landesgesundheitsamt

Infektionsschutz

Infektionskrankheiten/lmpfschutz/Krankenhaushygiene (März 2009 – Auszug)

INFEKTIONSGESCHEHEN

Im März wurden 80 ätiologisch geklärte

Häufungen mit insgesamt 865 Erkrankten (E)

aus allen Kreisen übermittelt. Die Ausbrüche

(A) mit Norovirus (42A, insgesamt 568E)

und Rotavirus (34A, insgesamt 1.046E) sind

gegenüber dem Vormonat rückläufig.

Der Landkreis Barnim übermittelte 2 Keratokonjunktivitis-Ausbrüche.

Betroffen waren

Kinder aus zwei Tagesstätten (8E, 9E). Frankfurt/Oder

meldete aus einer Augenarztpraxis

8 dort vorstellig gewordene Patienten mit den

typischen klinischen Zeichen einer infektiösen

Keratokonjunktivitis. Eine gemeinsame Ansteckungsquelle

ließ sich nicht ermitteln.

EINZELERKRANKUNGEN (Auszug)

Eine 53-jährige Frau aus dem Landkreis Oder-

Spree verstarb am 28.03.09 an einer klinisch-labordiagnostisch

bestätigten Meningokokken-Sepsis.

Sie erkrankte am 21.03.09.

Aus der Blutkultur wurden Meningokokken

isoliert. Die Serotypisierung im NRZ steht

noch aus. Da sie kurz vor der Erkrankung an

zwei Konferenzen in Berlin teilgenommen hatte,

wurden alle 174 Konferenz-Teilnehmer aus

dem gesamten Bundesgebiet kontaktiert und

eine Chemoprophylaxe angeboten.

Einen weiteren Sterbefall übermittelte der

Landkreis Märkisch-Oderland. Betroffen war

ein 17-jähriger Auszubildender, der innerhalb

eines Tages unter dem klinischen Bild einesWaterhouse-Friderichsen-Symptomkomplexes

am 13.03.09 verstarb. In der Blutkultur

wurden Meningokokken der Serogruppe B

nachgewiesen. Aufgrund der unmittelbar vor

Erkrankung bestandenen zahlreichen Freizeitkontakte

in und um Berlin wurden über

das Gesundheitsamt zur Ermittlung der Kontaktpersonen

die Medien mit eingeschaltet.

Über 150 Personen erhielten eine Chemoprophylaxe.

Eine schwer verlaufende Haemophilus influenzae-Meningitis

übermittelte der Landkreis

Potsdam-Mittelmark. Am 03.03.09 erkrankte

ein 11 Monate altes Mädchen (Kita-Kind) an

einer Meningitis. Aufgrund des zunehmenden

schweren septischen Krankheitsverlaufes wurde

das Kind in eine andere Klinik verlegt. Aus

dem Liquor konnte Haemophilus influenzae

isoliert werden. Das erkrankte Kind war entsprechend

den Empfehlungen der Ständigen

Impfkommission (STIKO) 3× gegen Haemophilus

influenzae Typ b (Kombinationsimpfstoff

mit Pertussis-Komponente) geimpft. Allen ungeimpften

Kindern bzw. deren Eltern wurde

eine Chemoprophylaxe angeboten. Der Haemophilus

influenzae-Stamm wurde im NRZ als

Kapseltyp f (Hif) identifiziert.

HAEMOPHILUS INFLUENZAE (Kurzinfo mit Abbildung)

Haemophilus influenzae ist in 10% der humanen

physiologischen Flora des oberen Respirationstraktes

nachweisbar. In ungeimpften

Populationen liegt in den ersten 6 Lebensmonaten

die Trägerrate mit Haemophilus influenzae

Kapseltyp b (Hib) bei 1%, um dann in der

weiteren Kindheit auf bis zu 5% anzusteigen.

Die Trägerrate erhöht sich deutlich bei Aufenthalt

in Gemeinschaftseinrichtungen. Hib ist der

invasivste Typ der Haemophilus-Stämme. Vor

Einführung der Impfung war er in den Industriestaaten

für mehr als 90% der schwerverlaufenden

systemischen Haemophilus influenzae-Infektionen

insbesondere im Säuglingsund

Kleinkindalter verantwortlich. Die anderen

Kapseltypen (a, c, d, e, f) und die nicht bekapselten

Stämme können aber auch im Einzelfall

systemische Erkrankungen hervorrufen.

Die mittlere Dauer der Trägerzeit wird mit 1,5

bis 2 Monaten angegeben. Mit der Implementierung

der Impfung gegen Hib hat sowohl die

Rate der Träger als auch der systemischen invasiven

Infektionen abgenommen. Die STIKO

empfiehlt seit 1990

die generelle Impfung

aller Säuglinge

beginnend im Alter

von 2 Monaten mit

Auffrischimpfungen

je nach Impfstoffzusammensetzungen

im Alter von 3, 4

und 11–14 Monaten

(www.rki.de>

Infektionsschutz>

Impfen>Aktuelle STI-

KO-Empfehlungen).

Bei der kinderärztlichen

Untersuchung

der 4-jährigen Bran-

Infektionskrankheit Fälle Kumulativwert

29.12.2008–

29.03.2009*

Lyme-Borreliose 49 113

Campylobacter 91 336

Dengue-Fieber 2 3

E.-coli-Enteritis 21 75

Giardiasis 11 30

Haemophilus influenzae 1 3

Meningokokken 4 7

Keuchhusten 43 165

Influenza 81 746

Ornithose 1 2

Norovirus-Erkrankung 1.282 5.238

Rotavirus-Erkrankung 1.046 2.778

Salmonellose 49 159

* vorläufige Zahlen (durch Nachmeldungen kann es

Differenzen zwischen der Summe der Einzelmonate

und dem aktuellen Kumulativwert geben)

denburger Kita-Kinder über die vorgelegten

Impfdokumente wurde für die Jahre 2006

bis 2008 in über 96% der Fälle eine abgeschlossene

Grundimmunisierung gegenüber

Hib nachgewiesen. Als Folge der Hib-Impfung

sind die systemischen Haemophilus influenzae-Erkrankungen

gesunken. Im Land Brandenburg

(s. Abbildung) sind im Zeitraum

2001 bis Mitte April 2009 insgesamt 18 invasive

Haemophilus influenzae-Erkrankungen

gemeldet worden, wobei nur in 9 Fällen

eine Kapseltypisierung vorgenommen wurde.

In 2001 wurde bei einem Erkrankungsfall und

im Jahr 2006 bei 2 Erkrankungsfällen der

Kapseltyp b nachgewiesen. Im Jahr 2007 war

bei 2 Erkrankungsfällen und im Jahr 2008

bei 3 Erkrankungsfällen kein Kapseltyp bestimmbar.

Im Jahr 2009 wurde der Kapseltyp

f nachgewiesen.

Der Nachweis der Kapseltypen – außer Typ b

– gehört nicht zur mikrobiologischen Routinetestung.

Zur Beantwortung epidemiologischer

Fragestellungen wie zur Inzidenz invasiver

Haemophilus influenzae-Erkrankungen,

zur Impfeffizienz und zur Erfassung eines

möglichen Kapseltypenshifts ist es unerlässlich,

aus Liquor und Blutkulturproben die

Kapseltypisierung im Referenzlabor durchzuführen(www.rki.de>Infektionsschutz>Nationale

Referenzzentren).

WICHTIG:

Im aktuellen Epidemiologischen Bulletin

vom 14.04.09, Nr. 15, ist der RKI-Ratgeber

Infektionskrankheiten – Merkblätter

für Ärzte zur Tollwut – in aktualisierter

Fassung erschienen: www.rki.de>Infektionsschutz>Epidemiologisches

Bulletin.

Brandenburgisches Ärzteblatt 5/2009 · 19. Jahrgang

29


13. Berliner Thorax-Chirurgie-Symposium

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Geschäftsstelle Berlin:

Hardenbergstraße 15 • 10623 Berlin

Tel. 030/31 90 08 45 • Fax 030/312 10 20

Geschäftsstelle Cottbus:

Ostrower Platz 20 • 03046 Cottbus

Tel. 0355/38 00 19 10 • Fax 0355/38 00 19 14

Geschäftsstelle Potsdam:

Gregor-Mendel-Straße 10/11 • 14469 Potsdam

Tel. 0331/280 06 58 • Fax 0331/24 02 00

A N T W O R T F A X

(030) 312 10 20

* Bitte beachten Sie: Der Anspruch auf die Prämie entsteht nur, wenn nach dem Wechsel erstmalig über die PVS für Berlin/Brandenburg abgerechnet wird. Die Mindestvertragslaufzeit mit der

PVS für Berlin/Brandenburg beträgt 24 Monate. Eine Kombination mit der Aktion „Kunden werben Kunden“ ist nicht möglich. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

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