A Powerful Friend, But A Terrible Enemy =/\= Part 5: In Wartestellung I

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A Powerful Friend, But A Terrible Enemy =/\= Part 5: In Wartestellung I

A Powerful Friend, But A Terrible EnemyPart 5: In Wartestellung IA Powerful Friend, But A Terrible Enemy=/\= Part 5: In Wartestellung I =/\==/\= Cmdr. Simarh, Diplomatin =/\==/\= Simarh´s Quartier USS Sentinel, SD 2407.027, 0955 =/\=Es machte ihr weder Spaß noch empfand sie ein primitives und sinnloses Gefühl wie Befriedigungals der kleine, alte Mann kleinlaut und fast schon geschlagen vor ihr sass. Interessiert beobachtetesie wie er sich mühsam zusammenriss um ihren gnadenlosen Stichelein nicht etwas - sicherlichwenig Freundliches - zu entgegnen. Simarh lehnte sich entspannt in ihrem Sessel zurück undkreuzte bewusst langsam ihre Finger ineinander während ihre eisblauen Augen ihr Gegenüberunbarmherzig begutachteten.„Wieso empfinden Sie ein unnützes und sie selbst belastendes Gefühl wie dieses „kindisch sein“ alswertvoll?“Überrascht von der plötzlichen Wendung des Gespräches hob der Unteroffizier den Kopf und kniffscheinbar irritiert die Augen kurz zusammen. „Nun so sind wir nun mal...“Simarh schnaubte aufgrund der fast schon trotzig klingenden Worte höhnisch auf und machte ihrerVerachtung über die nichtssagende und läppische Erklärung damit sehr deutlich Luft.„Ihre Vorfahren hätten sich mit einer solchen Einstellung wohl kaum vom Baum heruntergetraut -geschweige denn zu solch einer Gemeinschaft wie sie heute bei ihnen existiert zusammen findenkönnen. So sind wir nun mal?“Columbi schien seine Lebensgeister und seine Aufmüpfigkeit wieder gefunden haben, denn erentgegnete ihrem eisigen Blick etwas aufrechter und wich ihren Augen nicht mehr aus. „Und siemeinen wohl das sie perfekt sind? Sie arrogantes und...“, er schnappte nach Luft wie um sich zuberuhigen.Die Vorta empfand das Verhalten des Arztes als höchst amüsant und so glitt ihr ein süffisantesLächeln über die Lippen.„Ich reiche sicherlich nicht an die Gründer in ihrer Perfektion heran, jedoch weis ich, dass ich keinefehlerhaften Gene oder gar Krankheiten durch einen primitiven Erschaffungsprozess besitze. Dasich nicht als ein kleines, allein lebensunfähiges Wesen erst Stück für Stück Sprache oder garIntellekt erlerne, ohne Gewissheit ob der gewählte Weg das Effizienteste ist. Ich habe nicht dasWissen und die Erfahrungen meiner – um es mal in ihrer primitiven Denkweise auszudrücken –Vorfahren verloren oder nur bruchstückhaft erhalten, sondern kombiniere deren Existenz mit meinereigenen. Ich konnte nach meiner Erschaffung gleich einen wertvollen Beitrag für die Gründerleisten und in mein Leben direkt beginnen. Mit allem ausgestattet was ich benötige um meineDaseinsberechtigung zu erfüllen.“Während die Vorta mit ruhiger, fast schon sanft klingender Stimme weitersprach registrierte siedurchaus den fast ins Entsetzen hinübergleitenden Ausdruck in Toni´s Gesicht.1


A Powerful Friend, But A Terrible EnemyPart 5: In Wartestellung IBeiläufig stand sie auf und machte einen Schritt auf den Replikator zu, ohne jedoch in ihrerErklärung inne zu halten.„Ich bin nicht perfekt – aber ich habe durch meine Vergangenheit und die Leistungen meiner Klonedie Chance, der Perfektion immer ein Stück näher zu kommen. Welche Chancen haben siedagegen?“ Mitleidig betrachtete sie den alten Mann.„Das jagt einem ja einen kalten Schauer über den Rücken... und das Schlimmste daran ist, dass siedaran wirklich glauben. Wo bleibt denn dann die Entwicklung? Die Individualität?“ Toni schütteltesich angewidert und krauste die ohnehin schon faltenreiche Stirn.Die Vorta wandte sich mit einem nachsichtigen Gesichtsausdruck kurz dem Replikator zu, um sicheinen heissen Tee replizieren zu lassen. „Möchten sie auch etwas?“„Nein danke. Mir hat es grad den Appetit verschlagen“, brummelte ihr Gast.Das dampfende Getränk sachte vor sich balancierend, steuerte sie wieder ihren Sitzplatz an. „Siedenken zu beschränkt. Meine Persönlichkeit hat sich individuell zu meinen vorherigen Klonenentwickelt. Entwicklung ist ebenfalls ein wesentlicher Bestandteil meines Strebens, die ich auf derBasis meiner Fähigkeiten aufbaue. Was bringt ihnen der Aspekt Freundschaft in ihrem Leben? Wieoft fühlen sie sich denn allein? War es schon immer ihr Wunsch gewesen auf einem Schiff weit abihrer eigentlichen Heimat beschädigte Personen wiederherzustellen? Was hat ihnen denn die Liebegebracht? Sie sind alleine hier und leben mit ihrer Trauer, welche gepaart mit irrationaler Wut ihrLeben bestimmt, während sie hilflos zusehen. Ist das Sinn eines Lebens?“=/\= Cmdr.Angi Troi, COU der USS Sentinel =/\==/\=Brücke, SD 2407.027, 1355 =/\=Da saß Troi also erneut und hatte die Brücke. Allerdings war sie dieses mal viel entspannter als dieletzten Male. Sie hatte sich gerade sehr zusammenreißen müssen um nicht zu lachen als LarsCaptain Geras gesagt hatte, er würde Alleingänge nicht billigen. Schließlich war der Alleingang desCommanding Officers liebstes Hobby. Jetzt, wo Lars und Daniel den neuen Chefingenieur begrüßengegangen waren, schmunzelte Troi vor sich hin. Sie öffnete die Akte des neuen CHI und las sie sichkurz durch. Bis vor wenigen Minuten hatte sie keine Ahnung gehabt, dass ein neuer Offizier anBord kommen würde. Aber Geheimnistuerei hatte derzeit ja Methode an Bord dieses Schiffes.Seltsamerweise regte es sie gar nicht mehr so auf. Dafür konnte es nur zwei Gründe geben.Entweder hatte sie das Holoprogramm so entspannt, dass ihre Nerven nicht mehr ganz so strapaziertwaren, oder aber sie war mittlerweile so überlastet mit Gedankenvorgängen, dass dies im Vergleichzum Rest einfach nur bedeutungslos war. Voller Interesse sah sie die Akte durch. Noch einBetazoide.. Magnus würde sich freuen einen Landsmann an Bord zu haben. Sie besah sich seinepsychologische Akte und machte sich eine gedankliche Notiz zu seiner Phobie. Da diese Phobie aufAußeneinsätzen durchaus zu Problemen führen konnte musste sie Daniel darüber informieren,damit man im Fall der Fälle darauf vorbereitet war. Sie schloss die Akte und kurz darauf ihreAugen. Die leisen Schritte der Brückencrew und das leise, bestätigende piepen der Konsolen wiessie auch bei geschlossenen Augen darauf hin, dass alles in Ordnung war. Dann jedoch vernahm sieein räusperndes Geräusch, dass zwar nur kurz zu hören war, aber keinesfalls auf die Brückegehörte.. zumindest nicht ohne Anweisung. Sie öffnete die Augen und sah Vicky vor sich stehen.2


A Powerful Friend, But A Terrible EnemyPart 5: In Wartestellung I„Vicky?“ fragte Troi und wunderte sich doch sehr über diesen Besuch „was machst du hier?“„Ich muss mal mit ihnen reden Counselor“, erwiderte das Hologramm.„Öhm..“ Troi sah sich um „die Brücke ist eigentlich kein so guter Ort für Beratungsgespräche“erklärte sie ihr leise.„Würde ihr Rat in ihrem Büro anders ausfallen?“ fragte Vicky.Troi dachte nach „ich denke, dass mein Rat nicht anders ausfallen würde, aber er würde mitSicherheit anders ankommen“.Vicky schien verwundert „nun, das verstehe ich nicht, aber ich muss auf jeden Fall mit ihnenreden“.„Ich hab ihre Nachricht erhalten und ich habe ihnen doch einen Termin für heute Mittagvorgeschlagen. Kam die Nachricht denn nicht an?“ fragte Angi.„Doch, aber heute Mittag ist zu spät. Ich muss jetzt mit ihnen reden!“Troi stand auf, nahm Vicky am Arm und führte sie in eine entlegene Ecke der Brücke.„Wo brennt es denn?“ fragte sie mit gesenkter Stimme.Vicky erstarrte und ihr Blick kehrte sich nach innen, so weit das bei einem Hologramm der Fall seinkonnte. Ein paar Sekunden später schüttelte sie leicht den Kopf.„Meine Überprüfung der Systeme ergab, dass sich momentan kein Feuer an Bord befindet“.Troi musste grinsen „nein, das meinte ich nicht. Das ist so ein Spruch der Menschen, wenn siefragen möchten, was der andere für ein Problem hat, worüber er reden möchte.“„Oh,“ erwiderte Vicky „das kannte ich noch nicht. Jetzt hab ich es aber gespeichert“.„Gut,“ meinte Angi „also, wie kann ich dir helfen. Worum geht es?“„Wir müssen unbedingt das Mittelalterfest fortführen“ erklärte Vicky daraufhin.„Warum?“ fragte Troi verdutzt.„Weil er mich gewinnen muss,“ erklärte das Hologramm.Troi verstand grade gar nichts und musste erneut nachfragen „Vicky, wer muss dich gewinnen?“„Na Erster Sohn Sir Johnathan Duncan McSherryan von Blackberra Castle, fünfter Lord vonBlackberra Forrest und Loch Sherryan“, sagte Vicky ungeduldig.Troi begann zu verstehen „du warst die Tochter von Sir Lars Ansgar Einard von Bring?“Vicky nickte „und er hätte mich gewonnen, da bin ich sicher. Wir müssen es fortführen!“Troi seufzte „Vicky, wir können es jetzt nicht fortführen. Wie Du siehst sind vor der Sentinel zweiSchiffe und Daniel muss genauso arbeiten wie wir andern. Außerdem glaube ich ehrlich gesagtnicht, dass es grad egut wäre, wenn er dich gewinnen würde.“Vicky schaute entsetzt „glauben sie er würde mich nicht wollen?“Troi wusste nicht recht wie sie das erklären sollte. Vor allem nicht wie sie das hier auf der Brücke inRuhe erklären sollte.„Vicky, ich glaube, dass wir das in Ruhe besprechen sollten – in meinem Büro. Ich denke, dass mandiese Frage nicht einfach mit einem Ja oder Nein beantworten kann.“„Wenn er mich nicht will, dann soll er meine Persönlichkeitssubroutinen aus meinem Programmlöschen!“ erwiderte die etwas lauter und einige Crewmember sahen zu den Beiden herüber.„Das wird er sicherlich nicht tun!“ sagte Troi ernst „wie bereits schon einmal gesagt, ich würde mitdir darüber gerne in meinem Büro sprechen, oder auf der Even Star... irgendwo wo wir Ruhehaben.“„Ich will keine Gefühle mehr fühlen wenn er mich nicht will,“ schluchzte Vicky und verbarg ihrGesicht in ihren Händen.Troi handelte ganz automatisch als sie Vicky eine Hand auf die Schulter legte um sie zu trösten.„Vicky, so leicht ist das nicht. Er kann die Subroutinen nicht einfach löschen nur weil du das3


A Powerful Friend, But A Terrible EnemyPart 5: In Wartestellung INur eines ist sicher wenn sie in dieser Mission verwundet werden, werde ich ihnen nicht helfen,heilen sie sich in ihrer perfektion doch selbst“.Toni erhob sich und ging auf das Fenster zu, er zog es nun vor zu schweigen.Einige Minuten herrschte Stille im Quartier. Es machte den Anschein, als würde die Vorta über dieWorte nachdenken, ihr Blick lies jedoch auf etwas anderes schließen. Toni stütze sein Kinn aufseine rechte Hand und blickte weiter aus dem Fenster.Langsam erhob sich die Vorta und trat einige Schritte an den kleinen, grauhaarigen Mann heran -trotzdem hielt sie einen gewissen 'Sicherheitsabstand'.„Sie und ihre menschliche Art um Vorwürfe zu machen. Unsere Art zur Perfektion ist es nicht nurständig auf einem Level stehen zu bleiben, auch wir wollen uns weiterentwickeln. Nur wer seinenFeind kennt, kennt auch seine Schwächen“, sie lächelte leicht amüsiert., Toni runzelte nicht nur gedanklich die Stirn.„Dann werden sie ihre Art ändern müssen, sie sprechen hier nicht mit Jem'Haddar Kriegern sondernmit Menschen. Und jetzt entschuldigen sie mich, ich muss auch noch was arbeiten und damit meineich nicht auf das Holodeck gehen und Schwerter schwingen“, Toni machte auf den Hacken kehrtund verließ das Quartier der Vorta.=/\= Krankenstation, 15 Minuten später =/\=Toni hatte sich in seinem Büro niedergelassen, er dachte noch über das Gespräch mit der Vortanach. Vielleicht würden seine letzten Worte ihr noch etwas zum Nachdenken hinterlassen. Er las dieBerichte des Morgens und auch den Sonderbericht der Forschungsarbeit durch. Leider war man bisjetzt nicht weitergekommen um den Stoff zu isolieren, der zum Versagen von Tan's Kreislauf undImmunsystem geführt hatte. Er wollte sich gerade erheben und selbst in eines der Labors gehen, alssich die Tür der Krankenstation öffnete und er die Silhouette einer Person erkannte.„Welch ungewohnter Besuch“, murmelte er vor sich hin.=/\= Julian Gartner, Chefingenieur =/\==/\=Brücke, SD 2407.027, 14:00 =/\=„Bewahr dir diesen Augenblick solange du kannst Julian“.Mit diesen Worten wandte sich die Councelor von ihm ab. Leicht verdutzt blieb Julian mitten imRaum stehen. Die Instrumente piepten und einige Offiziere unterhielten sich über verschiedeneDinge. Was meinte Angi Troi damit? Und warum hatte sie ihn geduzt? Zwar hatte das der XODaniel Sheridan auch schon getan, aber was es damit auf sich hatte würde er wohl noch erfahren.Hinter ihm klang die Stimme des XO auf:"So Julian. Am besten du schaust mal bei Lars vorbei.""Lars Bring? Dem CO?" fragte Julian."Ja natürlich. Oder kennst du irgendeinen anderen Lars in Reichweite?""Nein, Sir."5


A Powerful Friend, But A Terrible EnemyPart 5: In Wartestellung I"Dann mach dich mal auf den Weg. Lars müsste in seinem Raum sein. Du hast dich doch bestimmtmit den Plänen des Schiffes vertraut gemacht oder?""Ja, Sir. Habe ich.""Na dann mal los mein lieber."Julian hatte sich gerade umgedreht als der XO ihn zurückrief:"Julian?""Öhm ja, Sir?""Lass das Sir weg. Wir duzen uns hier. Ich bin Daniel," sagte der XO lächelnd."Ja, Si... ähm Daniel. Danke.""Die neuen Crewmitglieder haben meistens ein Problem sich das anzugewöhnen. Vor allen dingenweil außerhalb dieses Schiffes natürlich die strenge Dienstroutine der Flotte herrscht."Etwas verwirrt machte sich Julian auf den Weg zum Bereitschaftstraum des CO. Während er denkurzen Weg über die Brücke schritt, überlegte er sich wie er sich beim CO melden könnte. Da er aufNummer sicher gehen wollte, beschloss er sich einfach Vorschriftsmäßig zu melden. Er betätigteden Türsummer und hatte den Knopf noch nicht einmal losgelassen, als die Stimme des COs ausdurch die Tür drang."Herein!"Julian betrat den Raum. Er war luxuriös eingerichtet und der CO saß hinter einem schlanken,imposanten Schreibtisch. Julian schritt hinüber und baute sich vor dem CO auf."Ensign Julian Gartner meldet sich zum Dienst als CHI an Bord, Sir!""Freut mich sie kennen zu lernen Mr. Gartner," sagte der CO.Eigentlich hatte Julian erwartet das auch der CO ihn duzen würde."Ist irgendetwas Mr. Gartner?""Nei... Nein, Sir... Ich dachte nur...""Sie dachte ich würde sie gleich duzen, was?""Ähm... Ja, Sir das dachte ich. Daniel ich meine der XO hat mir gesagt hier würden sich alleduzen...""Da hat er auch recht. Wir sind hier so etwas wie eine Familie und das "du" baut mit der Zeit einVertrauen auf, das meiner Meinung nach auf einem Schiff benötigt wird. Aber ich persönlich binimmer etwas vorsichtig mit neuen Crewmitgliedern. Aber wenn sie einverstanden sind lassen wirdas "Sir" und das "Sie" ab jetzt einfach weg.""Öhm.. einverstanden.""Sehr schön. Nenn mich einfach Lars," sagte Lars und reichte Julian die Hand."Danke Lars. Ihr habt ja ein merkwürdiges System hier an Bord. Aber es ist ein wunderschönesSchiff und ich freue mich auf den Dienst an Bord," erklärte Julian fröhlich."Das ist sehr schön. Daniel hast du ja bereits kennen gelernt und auch die anderen Offiziere wirst dubald kennen lernen. Ich schlage vor, du beziehst erst mal dein Quartier und machst dich dann mitdeinen Aufgaben vertraut.""Einverstanden.""Ok. Bis später dann," sagte Lars und wandte sich wieder seinem Stapel PADDs auf demSchreibtisch zu. Julian verlies den Bereitschaftsraum durch die Tür zu den Turboliften und machtesich auf den Weg zu seinem Quartier.=/\= Quartier Julian Gartner 14:25 =/\=6


A Powerful Friend, But A Terrible EnemyPart 5: In Wartestellung IJulian betrat sein neues Quartier, in dem bis jetzt nur seine Taschen standen. Er schaute sich um.Das Quartier war ein mittelgroßer Raum mit Fenstern zur Steuerbordseite des Schiffes.Es gab neben dem großen Wohnraum, ein kleines Schlafzimmer und eine Hygienekabiene.Bewundernd schaute er sich die Schalldusche an. Auf der Akademie hatten sie nur einfacheSchallduschen gehabt. Bei dieser hier konnte man sogar einstellen wie viel Schaum mit dem Wasserzusammen ausgegeben wurde.Ein bisschen trist, was? dachte Julian so bei sich als er sich noch einmal im Wohnraum umblickte.Er dachte darüber nach, was man in diesem Quartier machen könnte um es wohnlicher zu gestaltenwährend er die Taschen auspackte und seine Sachen in den gut versteckten Schränken desSchlafraums unterbrachte.Er hatte nicht viel... nur einige Garnituren Zivilkleidung, einige persönliche Gegenstände wie einHolobild von seiner Familie - das einzige was ihm geblieben war nach ihrem Tod.Er stellte das Bild auf den Nachttisch, damit er sich jetzt nicht mit der alten Geschichte befassenmusste. Als er seinen Magen grummeln hörte machte er sich auf den Weg zum Replikator, der ihmwieder einmal den Luxus demonstrierte, der den Offizieren zustand. Fast reflexartig bestellte erCappuccino und ein Käse-Baguette und musste lachen als er sah was da im Ausgabeschachtauftauchte. Er erinnerte sich wie sie auf dem Holoschiff der Akademie immer traditionellCappuccino getrunken hatten und dachte wehmütig an einige Leute von damals.Da er nur wenig mitgebracht hatte, war er bald fertig mit dem ausräumen seiner Taschen. Zwarsahen die Räume immer noch ziemlich unpersönlich aus, aber Julian war zuversichtig, das sich dasmit der Zeit ändern würde. Er machte sich also auf den Weg in den Maschinenraum um sich mitseinem Arbeitsbereich vertraut zu machen.=/\= Antonio Columbi, CMO USS Sentinel =/\==/\= Holodeck 2, DSZ 2407.027, 18.22 Uhr =/\=Die Stunden im Labor, die mehreren Auschlussverfahren und das immer wieder niederschmetterndeErgebnis, kein Stück näher an des Rätsels Lösung zu kommen, hatten sich Toni dazu gebracht dasHolodeck aufzusuchen. Hier stand er nun seit 15 Minuten und gab dem Computer verschiedeneBefehle, um die von ihm gewünschte Landschaft zu erstellen. Erstaunlicherweiße konnte sich Tonian fast jedes Detail erinnern und manchmal schaffte er es nicht einmal sich einen Namen zumerken. Er zuckte mit den Schultern und fuhr fort.„Computer generiere vorgegebene Parameter“, Toni stand im Holodeck, noch von dem nackten undkahlen gelben Gitternetz umgeben, was sich in wenigen Sekunden in eine ihm vertraute Landschaftverwandeln würde.Vor seinen Augen verschwand die beschriebene Umgebung und er fand sich in einer kleinen Straßewieder. Vor ihm wurde ein Haus repliziert. Bei genauer Betrachtung bemerkte man, dass es sich umein Lokal handelte. Auf dem Schild war der Name ‚Salvatore’s’ zu lesen, Toni lächelte zufrieden.Seine Uniform hatte er zuvor in seinem Quartier gegen eine graue Hose und ein dunkelblaues Shirteingetauscht. Zielstrebig ging er einige Schritte auf das Lokal zu, hier hatte er viele Stunden wennnicht sogar Tage und Monate seiner Jugend verbracht.. lang war es her.Mit einem ‚Ciao’ begrüßte er den Wirt Salvatore persönlich, ging auf den freien Billiardtisch zu undnahm sich einen Queue von der Wand. Er grinste seinem Gegner zu, der schon vertrauterweiße dieKugeln in Possition brachte. Toni umspielte die weiße Kugel in seiner Hand, legte sie dann ganz7


A Powerful Friend, But A Terrible EnemyPart 5: In Wartestellung Inach rechts auf die vorgegebene Linie, visierte sie an und stieß zu.Ein Knall lies in binnen von Bruchteilen einer Sekunde das geformte Dreieck auflösen und dieKugeln quer über den Tisch verteilen. Die rote Volle fiel in die hintere Seitentasche, Toni warerneut drann.=/\= 45 Minuten später =/\=Das Spiel war mittlerweile in den dritten Frame gegangen. Toni führte 2:1 und konzentrierte sichauf seinen nächsten Stoß. Die Türen des Holodecks öffneten sich zischend und ihm eine vertraute,weibliche Stimme drang durch den Raum.„Ist Dr. Columbi zu sprechen“? Die Frage richtete sich an Salvatore, der seine Gläser hinter demTresen polierte.„Doktori? Ich wusste gar nicht dass Antonio schon einer ist“, feixte der Mann hinter dem Tresenmit leichtem italienischen Akzent.„Aber er spielt da hinten“, Salvatore deutete mit der Hand auf den Billardtisch., Toni konzentrierte sich auf den nächsten Stoßund wartete bis Troi in seiner Nähe war, dann stieß er die schwarze Acht in die mittlere, rechteSeitentasche. Sieg 3:1, dann wandte sich dann an den Counselor.„Was gibt es denn Ms. Troi“?=/\=PO1 Brian Connel, MSEC USS Sentinel=/\==/\=Arrestzellen, 2407.027 13.23 Uhr=/\=Brian stand vor einem der Fenster und beäugte die Schiffe, die sich der Sentinel angeschlossenhatten. Diese blöde Sicherheitschefin hatte ihn schon wieder abkommandiert die leeren Arrestzellenzu bewachen. Brian hatte sich bereits von dem Schock auf dem Holodeck erholt und war wiedergenauso rebellisch wie zuvor. Er beschloss aber sich erstmal nicht wieder der Computersysteme imnegativen Sinne zu bemächtigen, jedenfalls vorerst nicht und außerdem konnte er ja weiterexperimentieren, solange es keiner mitbekam. Dieses beschränkte er aber vorerst nur auf seinQuartier. Nervös lief er von einem Ende des Raumes zum anderen. Diese Schicht sollte doch baldmal vorbei sein. Connel wollte unbedingt raus aus diesem langweiligen Raum.Er setzte sich hin und überlegte was man eigentlich an den Arrestzellen verändern könnte.Vielleicht könnte man ja die Software so manipulieren das Gefangene bei Berührung desKraftfeldes lachen. Ein elektrischer Stoß würde die Lachmuskeln aktivieren. Das ist doch nett,dachte sich der PO1. Nur schwer umsetzbar und darauf hatte er keine Lust, also nahm er sein Paddund schraubte daran herum bis endlich seine Dienstschicht zu Ende war.Brian, der sich hoffnungslos unterfordert fühlte, machte sich in sein Quartier um sich erstmal mitModifizierungen abreagieren zu können. Er setzte sich an seinen Schreibtisch und grübelte was ermachen könnte, nebenbei wühlte er in den Computerelementen und Tools die quer über seinenSchreibtisch verteilt waren. Plötzlich fand er etwas, was er durch das Holodeckspielchen ganzvergessen hatte. Er hatte sich ja noch eine Sicherheitskopie von Marina, dem Schiffsavatar derSentinel gemacht. Connel hatte Lust sich damit auseinander zu setzen, doch irgendwie wollte ernicht die von Daniel geschaffene Marina, er wollte was eigenes kreieren. Marina sollte hier als8


A Powerful Friend, But A Terrible EnemyPart 5: In Wartestellung IVorbild dienen. Zuerst einmal veränderte er das Äußere. Er wollte ein etwas anderes Gesicht dafür.Er wählte ein europäisches Gesicht, welches etwas runder war und haselnussbraune Augen.Weiterhin bekam das Hologramm lange schwarze Haare die bis über den Hintern hingen.Selbstverständlich bekam das Hologramm auch einen neuen Namen, von nun an hieß es Jessica,holographischer Avatar von PO1 Brian Connels Quartier. Connel kam aus dem Lachen nicht herausals er sich das überlegte. Nun kamen noch die Befugnisse. Er nahm Jessica jegliche Rechte dieMarina über das Schiff hatte. Er beschränkte ihren Zugriff auf sein Quartier und wenn sie esverlassen sollte dann musste sie in Uniform wie ein normales unauffälliges Crewmitglied wirken. Inso einem großen Schiff merkt man so was nicht und wenn sie einer Ansprechen sollte, gab er ihrauch noch ein paar Ausreden und im Notfall sollte sie schnell weglaufen oder sich deaktivieren. Dielernfähigen „menschlichen“ Subroutinen blieben erhalten. Er machte von dem Ganzen eineSicherheitskopie und versteckte sie, danach baute er das Tool an den Computer. Er aktivierte dasHologramm und freute sich über seine Kreation. Danach deaktivierte er sie wieder und widmetesich anderen Dingen.Kurze Zeit darauf begab sich Brian auf die Brücke. Er sollte sich ja fügen, also musste er einenTermin mit Seelenklempner Angi machen. Als er dort ankam führte Angi gerade ein kritischesGespräch mit Vicky, Daniels Schiffsavatar der Even Star. Brian schlich ein Stück rein und horchtewas sie wohl grade zu bereden hatten. Es ging wohl irgendwie darum das Vicky in Daniel verliebtwar, er aber nicht in sie oder so ähnlich. Er verstand nicht viel. Brian kam ins Grübeln. Er hatteschon verschiedenen Personen gehört dass Daniel ein ziemlicher Aufreißer sein sollte, aber auchnoch ein Hologramm? Das fand Connel merkwürdig.Plötzlich dröhnte eine Stimme hinter ihm: „Brian, was hast du hier zu suchen?“ Es war seinenervige Chefin an der SEC-Console. „Ich…äh…brauche einen Termin bei Angi. Nichts weiter,“meinte Brian und machte einen Satz auf die andere Seite der Brücke. Die SEC schaute ihn verdutztan. Irgendwie schien er im falschen Moment hier aufzutauchen, denn wie es aussah brauchte Vickyjetzt vollste Aufmerksamkeit. PO1 Connel war es Leid zu warten und so verließ er die Brückewieder. Er beschloss Angi eine Nachricht zu senden, was er dann auch tat.Kurz darauf betrat der PO1 das Casino. Er brauchte jetzt irgendwas zur Entspannung. Er setzte sichan den Tresen und fragte den Barkeeper ob er denn auch verschiedene Whiskeysorten führen würde.Der Barkeeper nickte. Brian bestellte sich einen doppelten Suntory Hibiki, einen japanischenWhiskey. Langsam entspannte er sich…= /\ = Ens Vorin Sermak, SCI der USS Sentinel = /\ == /\ = Brücke, DSZ 2407.027, 13:25 Uhr = /\ =Vorin war fast ein wenig aufgeregt. Er konnte kaum glauben was er gesehen hatte. Die Sentinelwurde doch tatsächlich unter anderem von der USS Hawking eskortiert. Er hatte nie geglaubt, dasser dieses Schiff jemals wieder sehen würde. Auch wenn er es als Vulkanier niemals öffentlichzugeben würde, hatte er doch eine besondere Beziehung zu diesem Schiff. Schließlich handelte esbei der Hawking um das Schiff, auf dem er seine Praxisausbildung erhalten hatte. Nachdem er seineAusbildung beendet hatte verließ der damalige Commanding Officer, ein gewisser Captain Lee, dieFlotte und die Hawking sollte stillgelegt werden. Vor allem weil es sich bei der Hawking außerdemum ein sehr altes Schiffsmodell handelte, das zwar immer wieder mit neuer Technologie ausgerüstetworden war, war Vorin immer fest der Ansicht gewesen, dass man die Hawking ausschlachten und9


A Powerful Friend, But A Terrible EnemyPart 5: In Wartestellung Iverschrotten würde. Eine gewisse Freude war in ihm schon aufgekommen, als er das Schiff zumersten Mal auf dem Schirm gesehen hatte. Wenn sich die Gelegenheit bieten würde, so nahm er sichvor, würde er die Hawking mal besuchen, um zu sehen, was aus dem Schiff geworden war.Vielleicht würde er ja sogar ein paar Bekannte treffen, die ihren Dienst zusammen mit ihm auf demSchiff der Defiant Klasse getan hatten. Vielleicht diente Ensign Kurtz ja immer noch an Bord desSchiffes, wenn es nun doch nicht aus dem Verkehr gezogen war. Zu ihm hatte Vorin ein sehr gutesVerhältnis gehabt. Wenn sich die Gelegenheit ergeben sollte, dann würde er versuchen diesherauszufinden.Plötzlich kam in ihm ein anderer Gedanke hoch. Er fragte sich, warum denn zwei schwerbewaffnete Schiffe die Sentinel auf der kommenden Mission begleiten würden. Den Auftritt vonCaptain Geras hatte er live miterlebt. Einen ziemlichen Heißsporn schien das Flottenkommandozum Eskort der Sentinel entsandt zu haben. Einen Mann, der offenbar gerne auf Risiko spielte undder kampferfahren war. Was seinen Auftritt anging war Vorin fast der Meinung, dass die Worte desMannes fast aus dem Mund eines gemäßigten Klingonen hätten stammen können. Er erinnerte sichwieder an die Spekulationen der Crew, die er im Casino miterlebt hatte. Ob es von Lars klug warseine Crew uninformiert zu lassen bei einer Mission, die offenbar sehr wichtig war, wollte Vorinnicht beurteilen. Er vertraute seinem CO. Vorin war lediglich selber der Meinung, dass die Crewüber das Kommende informiert sein sollte, schließlich waren es die Leute, auf die Lars sich inbrenzligen Situationen verlassen können musste. Nun hatte Lars natürlich keine Meuterei zubefürchten, aber aus eigener Erfahrung wusste Vorin, dass es wesentlich einfacher war Befehle zubefolgen, deren Sinn man nicht unmittelbar erkannte, wenn man zumindest wusste um was esgenerell ging.Noch bevor Vorin beginnen konnte sich mal wieder Gedanken über das mögliche Missionsziel zumachen, ging die Tür des Besprechungsraumes auf, in dem Lars zusammen mit den beiden Captainsder Eskortschiffe getagt hatte. Cpt. Geras stürmte als erster heraus und verließ die Brücke in einematemberaubenden Tempo. Cpt. Braxx folgte ihm. Als Lars aus dem Besprechungsraum heraustratkonnte jeder ihm ansehen, dass er sehr gereizt war. Jeder wollte natürlich wissen was passiert war,aber irgendwie traute sich niemand Lars zu fragen. Das war auch nicht nötig, denn er begann vonsich aus seinem Ärger Luft zu machen.„Dieser Captain Geras! Was ein Idiot! Der glaubt doch tatsächlich er wär´s. Wenn er glaubt erkönnte… warum kriege ich vom Oberkommando nur so einen Mann? Ich glaubs ja nicht. Wie istDER denn Captain geworden.“Lars fluchte weiter irgend etwas Unverständliches vor sich hin. Angi verstand, dass sie nun gefragtwar. Sie trat zu ihm hin und führte ihn in den Besprechungsraum. Was in dem Raum passiertewusste niemand, das einzige was jeder erkennen konnte war, dass Lars nach einigen Minuten fastgut gelaunt aus dem Besprechungsraum herauskam. Angi hatte offenbar ganze Arbeit geleistet.= /\ = Gänge der Sentinel, 16:20 Uhr = /\ =Was für ein Tag!, dachte Vorin. Erst ein seltsames Bestrafungsritual auf dem Holodeck, dann dasAuftauchen der Hawking und schließlich ein sehr angefressener Lars, den Angi wieder beruhigenkonnte. Vorin schlenderte durch die Gänge des Schiffs um zu seinem Quartier zu gelangen. Als erum eine Ecke bog stieß er mit jemandem zusammen. Es war Cmdr Simarh. Natürlich entschuldigteVorin sich sofort vielmals bei der Diplomatin. Diese sah ihn nur verachtend an, strafte ihn mitSchweigen, drehte sich etwas arrogant um und ging weiter. Vorin wollte sich noch einmal10


A Powerful Friend, But A Terrible EnemyPart 5: In Wartestellung Ientschuldigen, denn er wusste um die Erfahrungen, die andere Crewmitglieder bereits mit der Fraugemacht hatten. Schließlich ging Simarh doch auf Vorins Entschuldigungen ein.„Seien sie froh, dass wir uns auf einem Sternenflottenschiff befinden. Bei uns hätten sie längst füreinen solchen Vorfall bezahlt.“„Aber es war doch keine…“„Schweigen sie und belästigen sie mich nicht mit ihrem armseligen Gejammer. Ich bin nichterschaffen worden, um mir so etwas anzuhören. Wir werden uns bei geeigneter Gelegenheit nochsprechen!“Mit diesen Worten drehte sie sich um und entschwand um die nächste Ecke.„Na toll. Ich hatte bis jetzt nichts mit ihr zu tun und was passiert mir beim ersten Zusammentreffenmit ihr? Ich bin so ein Idiot. Jetzt hab ich es mir bei ihr gleich am Anfang verschissen“, murmelteVorin vor sich hin.„Solche Worte von einem Offizier?“ lachte eine junge Stimme.Sie gehörte dem neuen Chefingenieur Julian Gartner.„Sie müssen der neue Chefingenier sein“, stellte Vorin fest.„Ja, das ist richtig. Wir haben uns kurz auf der Brücke gesehen.“Bevor Vorin etwas sagen konnte, fuhr Julian fort.„Ich habe hier mitgekriegt, dass sich alle auf dem Schiff duzen. Wollen wir nicht auch?“„Ja klar, kein Problem. Ich wusste nur nicht, ob du schon in diese speziellen Gepflogenheiten hieran Bord eingeweiht warst. Ich wollte nicht respektlos erscheinen und es mir gleich mit demnächsten Mitglied der Crew versemmeln“, antwortete Vorin.„So wie bei dem Commander eben gerade?“, grinste Julian.„Ja so in etwa“, lächelte Vorin.„Wie war dein erster Tag hier an Bord, Julian?“, fragte Vorin.„Na ja, ich weiß noch nicht so genau. Ich habe noch nicht viel gemacht. Ich habe mich erst beiCaptain Bring… ähm, Entschuldigung, ich meinte bei Lars vorgestellt, dann habe ich mir denMaschinenraum angesehen und begonnen mein Quartier mit den wenigen Sachen die ich habeeinzurichten.“„Und was machst du jetzt?“, fragte Vorin.„Naja, ich wollte mir gerade die Sentinel ein wenig ansehen, schließlich wohne ich ja jetzt erst malhier.“„Brauchst du einen Führer? Ich habe Feierabend und könnte dir alles zeigen was wichtig ist“, botsich Vorin an.11


A Powerful Friend, But A Terrible EnemyPart 5: In Wartestellung IJulian willigte ein und die beiden Ensigns machten sich auf den Weg gemeinsam die Sentinel zuerkunden. Vorin zeigte ihm das Holodeck auf dem noch immer die mittelalterliche Stadtsimulationlief. Einige Crewmitglieder vergnügten sich im bunten Treiben der Stadt. Vorin erklärte Julian wases mit dieser Stadt auf sich hatte. Wie es aussah war die Stadt ein, bei der Crew, recht beliebtesFreizeitvergnügen. Vorin schüttelte den Kopf, denn er sah es schon kommen, dass die Simulationauf dem ganzen Schiff noch Berühmtheit erlangen würde. Er sah sich schon beim nächsten Grillfestin mittelalterlicher Kleidung auf dem Marktplatz sitzen.„Du magst diese Simulation nicht, hab ich Recht?“, fragte Julian.Vorin erzählte Julian warum er eine gewisse Abneigung gegen diese Simulation hegte und vonseiner Sorge, dass es auf dem Schiff eine Manie, die Simulation betreffend, ausbrechen würde.Julian lachte: „Ich würde aber viel dafür geben dich passend kostümiert zu sehen.“Auch Vorin musste etwas grinsen. Die Tour ging weiter und endete schließlich im Casino. DieBeiden setzten sich an einen Tisch im Jim´s. Zusammen nahmen sie eine Mahlzeit zu sich undunterhielten sich über das, was sie alles in ihrer Ausbildungszeit erlebt hatten. Vorin hatte die Bilderaus seiner Kadettenzeit ganz klar vor sich, was vermutlich daran lag, dass er die Hawking wiedergesehen hatte. Auch Julian konnte die ein oder andere Anekdote aus seiner Zeit als Kadettberichten.=/\=Cmdr Angi Troi, COU USS Sentinel =/\==/\= Troi`s Quartier, DSZ 2407.027, 18.36 Uhr =/\=Troi rieb sich ihre müden Augen und seufzte. Die letzte Stunde hatte sie damit zugebracht so vielwie möglich über PO1 Connel zu erfahren. Sie hatte psychologische Gutachten, Crewbewertungenund Offiziersberichte gelesen. Auf dem Holodeck hatte sie für einen kurzen Moment geglaubt eineArt „Erleichterung“ bei ihm zu erkennen. Wobei das verständlich gewesen wäre, wäre dieser seligeGesichtsausdruck nicht just in dem Moment aufgetreten als Lars die Kiste unter seinen Füßenweggetreten hatte. Irgendetwas stimmte bei diesem Offizier ganz und gar nicht, irgendetwas war fürihn so quälend, dass der Tod ihm eine Erleichterung schien und Troi hatte die Aufgabe ihm zuhelfen diese Qual zu lindern. Doch wie zum Teufel sollte sie das anstellen? Befohlene Sitzungenbrachten ihr nur das zusätzliche Problem des verstärkten Wiederstandes von seiner Seite.Unbewusst schüttelte sie den Kopf. Therapiesitzungen waren auch mit kooperierenden Klientenschon schwer genug. Ständig musste man aufpassen nicht zu weit zu gehen, nichts zu übersehenund wenn möglich alles zu verstehen.Sie löschte den Bericht vor sich und las sich erneut die Nachricht von Brian durch.„Mr. Brian Connel meldet sich wie vom CO befohlen um einen Termin auszumachen. Ich hab essogar gut machen wollen und auf der Brücke direkt danach fragen, aber da war ein Hologrammdessen Seelenwohl wichtiger war. Mal sehen wann sich die Seelenklempnerin herablässt dem bösenPO1 nen Termin zu geben“.Troi seufzte erneut. Dieses Schreiben strotzte nur so vor Wiederstand. Sie sah auf ihrenChronometer und verfasste eine Nachricht an ihn.„Hallo Brian, es freut mich, dass Du..,“Troi unterbrach ihren Satz. Normalerweise schrieb sie „...,dass sie sich dafür entschieden haben“oder „...,dass sie es versuchen möchten“... aber Brian würde das sicher als eine Art „Verarsche“12


A Powerful Friend, But A Terrible EnemyPart 5: In Wartestellung Ibetrachten. Sie dachte kurz nach und schrieb dann weiter.„Es freut mich, dass Du Dich so schnell gemeldet hast. Es tut mir leid, dass ich Dir auf der Brückenicht die Beachtung geschenkt habe, die Du Dir gewünscht hättest.“Tatsächlich hatte sie ihn nicht einmal bemerkt gehabt.„Ich finde es sehr mutig jemanden persönlich darauf anzusprechen.. oder es zumindest zuversuchen. Ich werde heute Abend um 20 Uhr in meinem Büro sein. Wenn Du möchtest, kann dasunser erster Termin sein. Muss es aber nicht, Du kannst auch einen anderen vorschlagen, dervielleicht dann erst Morgen ist. Das ist Deine Entscheidung“.Wenn er schon sonst keine Wahl hatte, wollte sie ihm wenigstens diese lassen.Sie schickte die Nachricht ab und nahm eine kurze Ultraschalldusche. Anschließend überlegte sie,wie sie sich die Stunde bis 20 Uhr so entspannend wie möglich vertreiben konnte. Sie beschloss einProgramm auf dem Holodeck laufen zu lassen, als sie sich jedoch eines reservieren wollte, stelltesie zu ihrem Bedauern fest, dass alle Holodecks bereits belegt waren. Nun ja.. es war Abend und dasSchiff befand sich in Wartestellung. Viele Mannschaftsmitglieder hatten noch viel Freizeit. Daswürde sich im späteren Verlauf der Mission sicher ändern, darum war es nicht wirklichverwunderlich, wenn die Holodecks einen hohen Andrang hatten. Eigentlich war sie recht frohdarüber, denn das hieß auch, dass die Crew relativ entspannt war – noch. Sie sah die Liste durch undentdeckte, dass Toni eines der Holodecks bekommen hatte. Sie beschloss mal bei ihm vorbei zusehen und ihn zu fragen, ob er etwas gegen Gesellschaft hatte.=/\=Holodeck, DSZ 2407.027, 19.13 Uhr =/\=Angi betrat das Holodeck und fand sich in einem offensichtlich altem und sehr italienischem Lokalwieder. An den Wänden hingen Ölbilder auf denen Gondeln, venezianische Häuser und Spagettiessende Kinder abgebildet waren. Ein gläserpolierender Mann hinter dem Tresen, der sie mit einem„Ciao“ begrüßte und noch einige italienische Worte hinzufügte die, wie Angi an seinem Blickerkennen konnten, wohl etwas anzüglich waren, bestätigte ihren ersten Eindruck. Sie überging seinecharmanten Augen und fragte ihn trocken aber dennoch höflich nach Dr. Columbi. Es dauerte einenMoment, aber nachdem Troi auf seine neue Frage nicht einging, zeigte er ihr wo sie Toni findenkonnte. Sie bedankte sich und näherte sich dem Doktor, welcher kurz bevor sie bei ihm ankameinen letzten, spielentscheidenden Billiardstoss machte und sich dann zu ihr umdrehte.„Was gibt es denn Ms. Troi?“ fragte er leicht genervt.„Tut mir leid wenn ich dich störe Toni. Wenn es dir lieber ist gehe ich wieder“, sagte sie undwandte sich bereits wieder um.„Das habe ich nicht gesagt, oder?“ erwiderte er und legte den Kopf schief.„Was ist los kleines?“Troi stutzte und wusste nicht ob sie lachen sollte. „Kleines?“Toni wackelte verlegen mit dem Kopf. „Entschuldigung, großväterliche Gefühle. Was ich meineist... was hat sie hergetrieben?“Er deutete dabei auf einen Stuhl und Troi setzte sich dankbar.„Nun ja, ich hab um 20 Uhr vielleicht einen Termin mit Brian Connel und ich wollte meine Nervenvorher noch ein wenig ausruhen. Die Holodecks sind alle vergeben und auf meine Freundin MaryMagnus hab ich grade nicht wirklich Lust.. die kommt mir immer mit meinenEntspannungsübungen“. Troi lachte „na ja, da dachte ich schau ich mal hier vorbei und leiste dir,wenn ich darf, etwas Gesellschaft.“Toni schmunzelte „ich freue mich immer so eine nette Gesellschafterin zu haben. Vorrausgesetzt sieschenkt mir keine Bonbons,“ fügte er blinzelnd hinzu.Troi lächelte und fühlte sich auf einen Schlag ruhiger.13


A Powerful Friend, But A Terrible EnemyPart 5: In Wartestellung I„Haben sie schon einmal Billiard gespielt Ms Troi?“ fragte der CMO.Troi schaute zu dem Tisch hinüber „ja, das ist aber schon eine ganze Weile her und ich war nichtwirklich gut darin“.„Oh, das ist meistens nur eine Übungssache. Wenn sie möchten, bringe ich es ihnen bei“, bot er anund bestellte sich ein Glas Bier beim Barkeeper.Troi dachte nach, lehnte dann aber dankend ab „ein andern mal vielleicht. Ich bin bei so etwas sehrehrgeizig und ich kann es mir nicht leisten nachher in mein Büro zu gehen und sauer auf mich selbstzu sein, weil ich hier nicht klar kam“. Nun war es an ihr zu blinzeln.„Brian ist ein guter Junge... tief drin. Für so was hab ich einen Blick. Er erscheint mir manchmalwie ein kleines Kind. Viele Streiche.. ohne zu bedenken was daraus folgen kann. Aber im Grundeein ganz netter, einsamer Kerl“, meinte Toni.Troi staunte „ja, so sehe ich ihn auch. Ich denke er ist allein.. oder er glaubt es zumindest undirgendwas macht ihn stock sauer.“ Sie seufzte „aber er wird es mir nicht leicht machen“.„Er wird mit ihnen spielen“, warnte Toni sie.„Ich weis“, erwiderte Troi. „Aber ich habe nicht vor ihn gewinnen zu lassen. Er kann mit mirspielen und er kann auch seinen Spaß haben. Aber runterholen wird er sich bei mir keinen“.Toni, der gerade an seinem Glas genippt hatte prustete den Inhalt seines Mundes über den Tisch.„Solche Worte hätte ich aus ihrem Munde nicht erwartet“, erklärte er entschuldigend, während derBarkeeper mit einem Lappen den Tisch putzte.„Ich bin eben nicht ganz so unschuldig wie ich aussehe“, erwiderte Angi lachend.„Was sie nicht sagen Ms Troi“, meinte Toni.Sie plauderten noch eine gute viertel Stunde und dann bedankte sich Troi bei Toni für die Zeit, dieer ihr zur Verfügung gestellt hatte und begab sich in ihr Büro.=/\=Büro Counselor Troi, DSZ 2407.027, 19.55 Uhr =/\=Troi dämmte das Licht auf 80 % und setzte sich auf ihr Sofa. Mit dieser Lichtstufe hatte sie guteErfahrungen gemacht. Nicht zu hell, aber auch nicht so Dunkel, dass man auf falsche Gedankenkommen konnte. Sie trommelte mit ihren Fingern auf ihrem Oberschenkel und wartete auf Mr.Connel. Nach 7 Minuten etwa, stand sie auf und ging zum Fenster um auf die Sterne hinaus zublicken. Statt der Sterne jedoch sah sie die U.S.S. Hawking. Sie hatte viel von diesem Schiffgehört.. auch von Captain Lee, der dieses Schiff einst befehligt hatte. Sie hatte nichts gegen ihngehabt, bis er ihr altes Schulschiff – die USS Lincoln – befehligt hatte und davon nichts außer einpaar völlig unbrauchbaren Platinen übrig gelassen hatte. Das Türsignal riss sie aus ihrenGedankengängen. Sie drehte sich um und bat ihren Gast herein.Aufrecht und sich sehr selbstsicher gebend schritt der PO 1 in ihr Büro. Sein freches grinsen bereitsauf den Lippen.„Aha“, dachte Troi „das Spiel geht also in die erste Runde“.Laut hingegen sagte sie, „hallo Brian, ich freue mich, dass du heute gekommen bist“.„Hatte ja keine Wahl“, murmelte er und besah sich den Raum.Troi, die sich entschieden hatte erst mal direkt hier, am Fenster stehen zu bleiben, konterte „doch,du hättest auch erst morgen kommen können“.Erst jetzt bemerkte er, dass sie das Wort „heute“ in ihren Satz eingebaut hatte.„Ist ja auch egal. Ich bin hier wie befohlen, aber ich habe nicht vor irgendwas zu sagen. Ich binnicht krank und ich brauch auch keinen Seelenklempner“, stellte er klar.Troi nickte „ok, ich habe kein Problem damit wenn du nicht reden möchtest. Möchtest du etwasanderes machen oder soll ich etwas erzählen, oder möchtest du einfach nur die Ruhe hiergenießen?“14


A Powerful Friend, But A Terrible EnemyPart 5: In Wartestellung IBrian sah sie kurz an und dann ganz bewusst und provokant weg.Troi lächelte innerlich „ok, dann also die Ruhe genießen.“Sie setzte sich ihm gegenüber in einen Sessel und sah durch das nun etwas entferntere Fenster. Egalwas er tun oder sagen würde, es war ok. Natürlich nur solange er sie oder sich selbst nicht angriffoder verletzte. Aber ansonsten konnte er in diesem Raum und in seiner Zeit, tun und lassen was erwollte.15

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