Konkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen ...

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Konkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen ...

Konkretisierung der landesweit bedeutsamenhistorischen Kulturlandschaften zur Festlegung,Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau derWindenergienutzung (Z 163 d)Anlage 2:Steckbriefe zu den landesweit bedeutsamenhistorischen Kulturlandschaften


Inhalt1.1 Hoher Westerwald (Dreifelder Weiherland) .. 41.2.1 Kannebäckerland (Ost) ............... 61.2.2 Kannebäckerland (West) .............. 82.2 Unteres Mittelrheintal ................ 102.3.1 Pellenzvulkane, Pellenzhöhe und-senke, Karmelenberghöhe ............ 122.3.2 Andernacher Terrassenhügel .......... 142.3.3 Pellenzsenke, Mayen ................ 162.3.4 Maifeld ...........................182.3.5 Laacher See ...................... 202.3.6 Ettringer Vulkankuppen ............. 223.1.1 Ahrengtal ........................ 243.1.2 Dümpelfelder Ahrtal ................ 263.1.3 Ahrbergland ...................... 283.1.4 Ahrmündungstal ................... 303.2.1 Dauner Maargebiet und Vulkanberge ... 323.2.2 Ueßbachbergland .................. 343.2.3 Liesertal ......................... 363.3 Elztal ............................. 384.1.1 Our- und Sauertal .................. 404.1.2 Ferschweiler Plateau, Prümtal ......... 425.1.1.1 Trierer Moseltal .................. 445.1.1.2 Ruwertal ....................... 465.1.1.3 Ehranger Moseltal ................ 485.1.2 Moselschlingen der Mittelmosel ....... 505.1.3 Cochemer Moseltal ................. 525.1.4 Unteres Moseltal ................... 545.2.1 Unteres Saartal .................... 565.2.2 Wiltinger Hunsrückrand ............. 586.1.1 Kerbtäler Moselhunsrück ............ 606.1.2 Hochfläche Moselhunsrück ........... 627.1 Lahntal ........................... 648.1.1 Naheebene ....................... 668.1.2 Nahe-Felsental .................... 688.1.3 Sobernheimer Talweitung ............ 708.2.1 Kirner Nahetal .................... 728.2.2 Oberes Naheengtal ................. 749.1.1 Oppenheimer Rheinniederung ........ 769.1.2 Wormser Rheinniederung ............ 789.1.3 Speyerer Rheinniederung ............ 809.1.4 Maxauer Rheinniederung ............ 829.2.1 Haardtrand ....................... 849.2.2 Hügelland der Haardt ............... 869.2.3 Nördliche Weinstraße ............... 88Konkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 20133


HistorischeKulturlandschaftselementeAssoziativeElemente:Siedlung: historisch geprägte dörflich-bäuerliche Siedlungen, Pfarrkirche Dreifelden, Burgruine Hartenfels alslandschaftswirksames KulturdenkmalNutzungen: Historische Fischweiher (heute Naturschutzgebiet), Grünland mit Anteilen von Extensivgrünland,historischer Basaltabbau, kleinflächig NiederwaldresteFläche mit erheblicher Dichte archäologischer FundstättenÜberlieferungen/ Sagen: -/-Nutzung/ TransformationAktuelle Nutzung:TouristischeBedeutung:Transformationsprozesse(Landschaftswandel):Hochwald und Grünland prägen die Hochfläche des Weiherlandes gleichermaßen, Ackerbau und Siedlungsflächenspielen eine untergeordnete Rolle. Die Weiher sind überwiegend als Naturschutzgebiete ausgewiesen.Hohe touristische Bedeutung der Weiherlandschaft, Erschließung durch Westerwald-Steig und WiedwegErrichtung von Windkraftanlagen im Umfeld, Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung, Nadelholzaufforstungen(rückläufig)Abgrenzung, VisualisierungSichtachsenpunkteAbgrenzungBurgruine Hartenfels, ev. Pfarrkirche Dreifelden, HellebergKonkretisierung der Außengrenze an den Grenzen der bewaldeten Kuppen, Einbindung zusammenhängenderextensiver Grünlandkomplexe in den Mulden, Einbindung bedeutender Einzelelemente (Burgruine Hartenfels)Ausprägung der Dokumentations- und Identifikationsfunktion (Erbequalitäten)Konzentration/Dominanz HKLE:Vielfalt HKLE:Ausprägung HKLE:Kohärenz HKL:NaturräumlicheEigenart:Landschaftswandel:GesamtbewertungErbequalitäten:Historische, temporär abgelassene Fischweiher als Relikte einer verbreiteten Fischweiherwirtschaft inhoher DichteMittlere Vielfalt an historischen nutzungsbezogenen KLE, nur wenige bedeutende bauliche ElementeEinzige von historischer Fischweiherwirtschaft geprägte, erhaltene Kulturlandschaft in Rheinland-Pfalz,heute als Naturschutzgebiete gemanagt, mittlere Persistenz der tradierten Nutzungen (v.a. Grünland)Bis heute von den großflächigen Fischweihern geprägter, kohärenter Ausschnitt des Hohen Westerwalds,der von bewaldeten Kuppen eingerahmt wirdMuldenlage in der eingeebneten Hochfläche der tertiären VulkanlandschaftErrichtung von Windkraftanlagen im Umfeld, Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung, Nadelholzaufforstungen(rückläufig)Charakteristische Kulturlandschaft des Hohen Westerwalds mit besonderer Prägung und Wahrnehmbarkeitdurch die historische Weiherwirtschaft, die in Rheinland-Pfalz einzigartig ist.Konkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 20135


1.2.1 Kannebäckerland (Ost)Kulturlandschaft:1.2 KannebäckerlandLangenhahnNummer: 1.2.1 (324.2, 324.3)Landschaftsraum:Kreis:Kurzcharakteristik:NaturerbeKannebäckerland (Ost)WesterwaldkreisDie mundartliche Bezeichnung„Kannebäcker Land“ rührtvon der regionalen Bedeutungdes Abbaus und derWeiterverarbeitung von Tonenin der keramischen Industrieher. So prägen etliche und oftgroßflächige Tonabbaue dengesamten östlichen Kulturlandschaftsbereich,wobei einSchwerpunkt um Siershahnund Wirges liegt. Der Malbergwar als höchste und weithinsichtbare Erhebung geradezuprädestiniert, strategischeBedeutung zu erlangen, undso wurde er bereits in vorgeschichtlicherZeit befestigt.WirgesRansbach-Baumbach ! !! Hoehr-Grenzhausen!MontabaurNaturräumlicheCharakteristik:MorphologischeMerkmale:Die Mulde der Montabaurer Senke ist mit weichen Tertiärgesteinen, vorwiegend Tonen, gefüllt und wird voneinzelnen kleinen vulkanischen Kegeln und Kuppen flachhügelig durchragt. Die höchste Erhebung und zugleicheine markante landschaftliche Besonderheit ist der steile Phonolithkegel des Malbergs mit 422 m ü.NN mitnaturnahen Wäldern und einer Vielzahl von Felsen und Blockhalden. Die Kannebäcker Hochfläche besteht auseinem Gefüge teils ebener, teils flachhügeliger Riedelflächen und scharfkantig von ihnen abgesetzten, bis zu150 m tiefen und gewundenen steilen Talkerben mit naturnahen Bächen. Sie weist Höhen bis etwa 350 m ü.NNauf. Die Landschaft ist gekennzeichnet durch ein großflächiges Netz von Wäldern, das die Täler einschließt, undoffenen Riedelfluren auf den Höhen. In den Wäldern ist der Nadelholzanteil mit ca. 40% vergleichsweise hoch.Bereichsweise sind naturnahe Laubwälder vorhanden.Mulde und Hochfläche mit einzelnen vulkanischen Kegeln und KuppenKulturerbeKulturhistorischeCharakteristik:HistorischeKulturlandschaftselementeDie Tongewinnung im Kannenbäckerland lässt sich bis ca. 1000 v. Chr. (frühe Hallstadtzeit) zurückführenJedoch war die Tongewinnung oberflächennah, so dass die heutigen tief eingesenkten, teilweise wassergefülltenTonabbauflächen noch nicht existierten. Die Entwicklung größerer, wassergefüllter Tonabbauflächendürfte etwa ab 1600, mit einer starken Zunahme mit Beginn des 19. Jahrhunderts anzusetzen sein (Schmidt-Nicolai 1968). In Verbindung mit der Flächeninanspruchnahme für den Tonabbau ist die Landschaft stark vomMenschen geprägt und verändert worden. Bäche wurden verlegt und ausgebaut. Die Abbauflächen wurdenvielfach kontinuierlich erweitert und haben oft industriellen Maßstab angenommen. Aufgelassene Tongrubenwurden teilweise der Sukzession überlassen.Der Wald, der größere Flächen im 19. Jahrhundert zugunsten des Tonabbaus und der -verarbeitung verlorenhat (Schmidt-Nicolai 1968), macht heute etwa ein Drittel der Fläche aus und bedeckt bevorzugt die Kuppen,Scheitel und trockeneren Hänge der flachen Rücken. Im umgebenden Offenland überwiegt Grünland mitSchwerpunkten in den Bachniederungen. Im Offenland der Hochfläche überwiegt großflächige Grünlandnutzungin Gestalt breiter, mit Streuobst bestandener Gürtel um die Siedlungen sowie entlang der Waldränder.Ackerbau wird hingegen großflächig auf den Riedelhängen betrieben.Der Malberg ist als keltische Kultstätte und archäologischer Schwerpunktraum von Bedeutung.Siedlungsstruktur: suburbanisierte, früher bäuerlich geprägte Orte, Kirche von WirgesHistorisch begründete Tongruben, zwischenzeitlich industriell erweitert, tradierte TonbearbeitungGrünland, kleinflächig Streuobst und FeuchtgrünlandMalberg als Fläche mit erheblicher Dichte archäologischer Fundstellen und keltischer Kultort6 Konkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 2013


AssoziativeElemente:Überlieferungen/ Sagen: Der Malberg und Malstein (Schlundt 1983)Nutzung/ TransformationAktuelle Nutzung:TouristischeBedeutung:Transformationsprozesse(Landschaftswandel):Dominant sind Waldnutzung, Tonabbau (nach Osten abwandernd) und Grünlandnutzung, erheblicher SiedlungsflächenanteilTouristische Bedeutung durch die handwerkliche Tonverarbeitung, Tonkunst vom Abbau (Tongruben) über dieVerarbeitung bis hin zur kulturhistorischen Aufarbeitung (Museum) besonders erlebbarSuburbanisierung und Zerschneidung durch Verkehrsachsen von A 3 und A 48 sowie die ICE-Strecke Frankfurt-Köln, Abwanderung der Tongewinnung aufgrund der Erschöpfung der Tonlagerstätten, landwirtschaftlicherStrukturwandelAbgrenzung, VisualisierungSichtachsenpunkte -/-AbgrenzungAbgrenzung in Anlehnung an die Abgrenzung des LRP entlang der traditionell zum Kannebäckerland zählendenOrte, Ausgrenzung stark durch Verkehrstrasse und Gewerbeansiedlungen geprägter Bereiche, Montabaurkein traditionell mit dem Kannebäckerland verbundener Ort, räumliche Trennung durch A 3 und ICE-TrasseAusprägung der Dokumentations- und Identifikationsfunktion (Erbequalitäten)Konzentration/Dominanz HKLE:Vielfalt HKLE:Ausprägung HKLE:Kohärenz HKL:NaturräumlicheEigenart:Landschaftswandel:GesamtbewertungErbequalitäten:Hohe Konzentration und Dominanz an heute eher industriell geprägten TongrubenMittlere Vielfalt an Kulturlandschaftselementen, tradierte Elemente treten bis auf die Grünlandnutzungnur noch vereinzelt aufDer Abbau erfolgt seit längerem im industriellen Maßstab und mit Erschöpfung der Lagerstätten weiteröstlich, der Umfang des Tonabbau ist in seiner Kontinuität bundesweit einzigartigAus dem historischen Tonabbau hervorgegangene Landschaftsprägung, die heute aufgrund der industriellenPrägung des Abbaus und der Suburbanisierung nur noch teilweise wahrnehmbar istFlachhügellandschaft im Übergang zum Hohen WesterwaldSuburbanisierung und Zerschneidung durch Verkehrsachsen von A 3 und A 48 sowie die ICE-StreckeFrankfurt-KölnVom persistenten, bundesweit einzigartigen Tonabbau geprägte Kulturlandschaft mit deutlichen Zeichendes LandschaftswandelsKonkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 20137


1.2.2 Kannebäckerland (West)LangenhahnKulturlandschaft:1.2 KannebäckerlandNummer: 1.2.2 (324.2, 324.3)Landschaftsraum:Kreis:Kurzcharakteristik:NaturerbeKannebäckerland (West)WesterwaldkreisDie mundartliche Bezeichnung„Kannebäcker Land“ rührtvon der regionalen Bedeutungdes Abbaus und der Weiterverarbeitungvon Tonen in derkeramischen Industrie her.Der Bereich um Ransbach undHöhr-Grenzhausen verstehtsich als Teil des „KannebäckerLandes“ mit Schwerpunktder Tonverarbeitung und desHandels.WirgesRansbach-Baumbach ! !! Hoehr-Grenzhausen!MontabaurNaturräumlicheCharakteristik:MorphologischeMerkmale:Die Kannenbäcker Hochfläche besteht aus einem Gefüge teils ebener, teils flachhügeliger Riedelflächen undscharfkantig von ihnen abgesetzten, bis zu 150 m tiefen und gewundenen steilen Talkerben mit naturnahenBächen. Sie weist Höhen bis etwa 350 m ü.NN auf und ist von der westlich anschließenden EhrenbreitsteinerRandterrasse mit einer deutlichen Geländestufe abgesetzt. Die Landschaft ist durch ein großflächiges Netz vonWäldern, das die Täler einschließt, und offenen Riedelfluren auf den Höhen gekennzeichnet.Hochfläche mit einzelnen KerbtälchenKulturerbeKulturhistorischeCharakteristik:HistorischeKulturlandschaftselementeAssoziativeElemente:Die Tongewinnung im Kannenbäckerland läßt sich bis ca. 1000 v. Chr. (frühe Hallstadtzeit) zurückführen.Die Tonverarbeitung und -vermarktung fand überwiegend im westlichen Kannebäckerland im Umfeld vonGrenzhausen und Ransbach statt, von wo aus die Tonprodukte in Richtung Rheintal weiter transportiert undvermarktet wurden. Die tradierten Tonverarbeitungsbetriebe haben heute weitgehend industriellen Charakterund sind vielfach in moderne Gewerbe- und Industriegebiete umgesiedelt.Der Wald hat im 19. Jahrhundert zugunsten des Tonabbaus und der -verarbeitung größere Flächen verloren(Schmidt-Nicolai 1968), macht heute etwa wieder die Hälfte der Fläche aus und bedeckt bevorzugt die Kuppen,Scheitel und trockeneren Hänge der flachen Rücken. Im verbleibenden Offenland überwiegt Grünlandmit Schwerpunkten in den Bachniederungen. Ackerbau wird hingegen auf den Riedelhängen betrieben. DieTonverarbeitung hat im Kannebäckerland lange Tradition, ist aber heute vielfach in moderne Gewerbegebieteumgesiedelt. Kleinflächig sind noch Reste früherer Tongewinnung bei Baumbach erkennbar.Bemerkenswert sind besonders das historische Stadtbild des alten Ortskerns von Grenzhausen sowie Weilerund Burg Grenzau. Als eigenes kulturhistorisches Element quert der römische Limes den Landschaftsraum vonSüdosten nach Nordwesten.Siedlungsstruktur: historisch geprägter Stadtkern von Grenzhausen, einzelne bäuerlich geprägte Orte (Alsbach,Kammerforst), Burg GrenzauGrünlandnutzung, Reste früherer Tonabbauflächen, kleinflächig ExtensivweidenÜberlieferungen/ Sagen: -/-Nutzung/ TransformationAktuelle Nutzung:TouristischeBedeutung:Transformationsprozesse(Landschaftswandel):Dominant sind Waldnutzung und Grünlandnutzung, hoher Siedlungs- und GewerbeflächenanteilTouristische Bedeutung der handwerklichen Tonverarbeitung und -vermarktung, Tonkunst vom Abbau (Tongruben)über die Verarbeitung bis hin zur kulturhistorischen Aufarbeitung (Museum) besonders erlebbarSuburbanisierung und Zerschneidung durch Verkehrsachsen von A 3 und A 48 sowie die ICE-Strecke Frankfurt-Köln, Industrialisierung der Tonverarbeitung, Abwanderung der Tongewinnung aufgrund der Erschöpfung derTonlagerstätten, landwirtschaftlicher Strukturwandel8 Konkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 2013


Abgrenzung, VisualisierungSichtachsenpunkte -/-AbgrenzungNeuabgrenzung der symbolischen Kennzeichnung des LEP IV, Abgrenzung in Anlehnung an die Abgrenzungdes LRP Mittelrhein-Westerwald; Einbindung der tradierten Orte der Vermarktung von Tonprodukten sowie derhistorischen NutzungsrelikteAusprägung der Dokumentations- und Identifikationsfunktion (Erbequalitäten)Konzentration/Dominanz HKLE:Vielfalt HKLE:Ausprägung HKLE:Kohärenz HKL:NaturräumlicheEigenart:Landschaftswandel:GesamtbewertungErbequalitäten:Konzentration des tonverarbeitenden Gewerbes, wenig landschaftswirksamGeringe bis mittlere Vielfalt an Kulturlandschaftselementen, tradierte Elemente treten bis auf die Grünlandnutzungnur noch vereinzelt aufWeitgehend moderne Prägung der Tonverarbeitung, historisch geprägter Stadtkern von GrenzhausenAus der historischen Tonverarbeitung hervorgegangene Landschaftsprägung, die heute aufgrund derindustriellen Prägung von Verarbeitung und Handel sowie der Suburbanisierung in der Landschaft nurnoch teilweise wahrnehmbar istHochfläche im Übergang zum Hohen Westerwald, naturräumlich heterogen ohne spezifische EigenartSuburbanisierung und Zerschneidung durch Verkehrsachsen von A 3 und A 48 sowie die ICE-StreckeFrankfurt-KölnKulturlandschaft, die in der Tonverarbeitung und Vermarktung der Tonprodukte der östlich gewonnenenTone ihren Ursprung hat und mit den erheblichen Zeichen des Landschaftswandels mittlereLandschaftswirksamkeit aufweist.Konkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 20139


2.2 Unteres MittelrheintalKulturlandschaft:2.2 Unteres MittelrheintalNummer: 2.2 (292.11, 292.12, 292.3)Landschaftsraum:Kreis:Kurzcharakteristik:NaturerbeUnteres MittelrheintalAhrweiler, Neuwied, Mayen-KoblenzDas Untere Mittelrheintalumfasst ein früh besiedeltes,100 bis 150 m tief eingeschnittenesund sich überrund 15 km erstreckendesDurchbruchstal zwischender Kölner Bucht und demMittelrheinischen Becken mitTalweitungen und Terrassenniveaus.Die klimatische Gunstund die Fruchtbarkeit derBöden führten zur intensivenBesiedelung und Kultivierungdes Talraums mit Entstehungzahlreicher kulturhistorischerElemente von der Rheinauebis zu den Hangbereichen undeinmündenden Seitentälern.Remagen!Unkel!!Sinzig!Bad BreisigLinz am Rhein! !Bad HoenningenAndernach!NaturräumlicheCharakteristik:MorphologischeMerkmale:Der Rhein fließt zwischen der Kölner Bucht und dem Mittelrheinischen Becken in einem 100 bis 150 m tiefenund sich über rund 15 km erstreckenden Durchbruchstal. Nördlich von Sinzig befindet sich die Mündung derAhr, deren Schwemmkegel den ansonsten geradlinigen Rheinlauf in einen weiten Mäanderbogen zwingt. Inder ausgedehnten linksrheinischen Talweitung („Goldene Meile“) zwischen Kripp und Bad Breisig werden dieSande und Kiese des Schwemmfächers großflächig abgebaut, was dort zu umfangreichen Reliefüberformungengeführt hat.Größere Talaufweitungen am rechten Rheinufer befinden sich bei Unkel und Bad Hönningen sowie in der Fortsetzungbei Bad Honnef, dem ein 120-130 m hohes Steilufer gegenüberliegt. Im übrigen Teil des Landschaftsraumsist der Talraum von steileren Talflanken begrenzt, die durch kerbtalförmige Nebentäler gegliedert sind.Der Landschaftsraum weist etwa zu gleichen Teilen Wald und Offenland auf. Die Waldflächen prägen vor allembandartig die Kerbtäler und die Terrassenkante zum Rhein.Durchbruchtal des Rheins mit steilen Talhängen und mündenden Kerbtälchen, aber auch Talaufweitungen mitTerrassenflächenKulturerbeKulturhistorischeCharakteristik:Die rheinseitigen Hangbereiche des unteren Mittelrheintals wurden frühzeitig gerodet und in Nutzung genommen,während die Hangbereiche der Seitentäler waldbestanden blieben. Viele ehemalige Streuobstlagen,Weinbauflächen und Heiden wurden bis Mitte des 20. Jahrhunderts aufgegeben. Im Offenland überwiegt inhängigen Lagen Grünland, auf den Hochflächen ist auch Ackerbau verbreitet. Streuobstwiesen sind relativhäufig, wobei die Unternutzung als Grünland meist intensiv ist. Weinbauflächen liegen nur lokal östlich vonUnkel vor. Die Landschaft ist bereichsweise geprägt durch größere Basalt- und Kies-Abbauflächen, ein Teil derBasaltbrüche ist bereits aufgegeben. Typische Elemente der historischen Kulturlandschaft wie extensiv genutzteTalwiesen, Streuobstbestände, Weinbauflächen usw. sind aufgrund des landwirtschaftlichen Strukturwandelsstark rückläufig (z.B. Magerwiesen südlich Sinzig, Weinbauflächen an sonnenexponierten Steillagen desrechten Rheinufers, Obstanbau in der „Goldenen Meile“). Die Siedlungen befinden sich mit Ausnahme vonSinzig unmittelbar am Rhein und sind sowohl durch historische dörfliche (Bodendorf, Leutesdorf, Bruchhausen,Rheinbrohl) als auch im Falle von Linz, Remagen, Bad Breisig, Unkel, Andernach und Sinzig durch historischekleinstädtische Strukturen gekennzeichnet. Häufig sind die historischen Siedlungsbilder durch starkes Siedlungswachstumund die Ansiedlung von Gewerbe und Industrie von modernen Siedlungsstrukturen umgeben.Bedeutsame Einzelbauwerke stellen neben Schloss Arenfels die Burgen Rheineck und Ockenfels dar, die überdem Rheintal exponiert auf Bergspornen liegen. Inmitten des Stroms befindet sich am Nordrand des Landschaftsraumsdie Insel Nonnenwerth mit dem gleichnamigen Kloster.10 Konkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 2013


2.3.1 Pellenzvulkane, Pellenzhöhe und -senke, KarmelenberghöheKulturlandschaft:2.3 Pellenz-MaifeldNummer: 2.3.1 (291.220, 291.221,291.222, 291.21)Landschaftsraum:Pellenzvulkane, Pellenzhöheund –senke, KarmelenberghöheMendig !Andernach !TextKreis:Mayen-KoblenzKurzcharakteristik:Das Gebiet prägt eine Gruppevon Schlackevulkanen, diebis zu 100 m hoch aus demGebirgssockel emporragen.Die Nette durchzieht denSüdteil der Einheit in einemsteilwandigen Kastental.Die frühe Besiedlung undlandwirtschaftliche Kultivierungaufgrund der natürlichenFruchtbarkeit der vulkanischgeprägten Landschaft sowieder historische und aktuelleRohstoffabbau sind bis heutewesentliche Merkmale deroffenen Kulturlandschaft.Mayen!! Polch! MünstermaifeldNaturerbeNaturräumlicheCharakteristik:MorphologischeMerkmale:Das Großrelief prägt eine Gruppe von Schlackevulkanen, die bis zu 100 m hoch aus dem Gebirgssockel emporragen.Gesteinsabbau hat das natürlich Relief stark überformt, indem ein teilweiser Abtrag der Vulkankuppenstattgefunden hat. Trotzdem ist die vulkanische Genese der Landschaft allgegenwärtig, da die Kegel in deroffenen Landschaft weithin sichtbar sind. Ihre bewaldeten Hänge heben sich, unterstrichen durch den Nutzungswechsel,deutlich von der Agrarlandschaft ab.Den geologischen Untergrund der Pellenzhöhe bildet eine Schieferhochfläche, über die der Karmelenberg imNordosten herausragt. Die Pellenzsenke wird bestimmt durch eine ca. 10 km lange und 6 km breite Senke amNordrand des Maifeldes, das von den angrenzenden Landschaften der Laacher Kuppen im Nordosten und denPellenzvulkanen im Südosten deutlich überragt wird. Große Teile des Landschaftsraums sind mit Lava und Bimsüberdeckt.Neben dem Laacher Graben und dem Krufter Bach ist vor allem der Abschnitt des steilwandigen Nettetals mitihren stark mäandrierenden Gewässerlauf ein eigenartprägendes Landschaftselement. Darüber hinaus sind imBereich von Abbauflächen vereinzelt kleinere Stillgewässer entstanden.Vulkanreste und Terrassenflächen aus Basalten, Tuffen und vulkanische Aschen mit LößüberdeckungKulturerbeKulturhistorischeCharakteristik:Die frühgeschichtliche Besiedlung des Raumes aufgrund der Fruchtbarkeit und Klimagunst hat eine weitgehendoffene, weitläufige Agrarlandschaft hervorgebracht. Lediglich die nicht durch Rohstoffabbau beanspruchten,landschaftsprägenden Bereiche der Pellenzvulkane sind bewaldet, z.T. in Form von Niederwäldern, die mitHalbtrockenrasen und Magerwiesen verzahnt sind. Die nicht durch Rohstoffabbau beanspruchten Bereicheder Terrassenflächen sind überwiegend intensiv landwirtschaftlich genutzt. Die tradierte Landnutzung auf denfruchtbaren Lößböden ist der Ackerbau, wobei zahlreiche Kleinstrukturen und der ortsnahe oder wegebegleitendeFeldobstbau mit dem landwirtschaftlichen Strukturwandel verschwunden sind.Den Talzug der Nette kennzeichnen Talwiesen und Ufergehölze in der Bachaue sowie Laubwälder an denHängen, die häufig als historische Niederwälder im Komplex mit Felsen und Halbtrockenrasen vorliegen. Damithebt er sich deutlich vom übrigen Teil des Landschaftsraums ab. Neben den für die Gegend typischen, aufmittelalterliche Siedlungsstrukturen zurückgehenden Höfesiedlungen prägen ehemalige bäuerliche Haufendörferdas Siedlungsbild, wobei insbesondere die Dörfer Ochtendung und Kruft im Einflussbereich des VerdichtungsraumsKoblenz stark gewachsen sind. Daneben haben sich einzelne Mühlen in den Tälern von Nette undKrufter Bach erhalten. Als historisch bedeutsame Kulturdenkmale sind der historische Ortskern und das SchlossBassenheim mit Schlosspark und die Burgruine Wernerseck zu nennen.12 Konkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 2013


Der keltische Goloring, der Karmelenberg und die Dreitonnenkuppe verweisen als landesweit bedeutendearchäologische Bodendenkmale auf die frühe Besiedelung und Kultivierung des Raumes. Insgesamt ist derLandschaftsraum Teil des archäologischen Schwerpunktraums des Maifeldes.HistorischeKulturlandschaftselementeAssoziativeElemente:Siedlungsstruktur: Tradierte ehemalige Haufendörfer mit deutlichem Siedlungswachstum, Ortskern Bassenheim,Höfesiedlungen, Burgruine Wernerseck, Schloss Bassenheim, Kapelle Karmelenberg, Fraukirch, MühlenNutzungen: Historischer Rohstoffabbau (Basalt, Bims), dominanter Ackerbau, Feldobstbau, Talwiesen der NetteFlächen mit erheblicher Dichte archäologischer Fundstätten, bedeutende BodendenkmaleÜberlieferungen/ Sagen: -/-Nutzung/ TransformationAktuelle Nutzung:TouristischeBedeutung:Transformationsprozesse(Landschaftswandel):Ackerbauliche Nutzung der Terrassenflächen, RohstoffabbauLokale Erschließung durch Nette-Schieferpfad, Maifeld-Radwanderweg, wenige touristisch bedeutsamen Aussichtspunkte,keine touristischen Hot SpotsMit Ausnahme weniger Teilräume (Nettetal, Vulkankegel) hat in den vergangenen Jahrzehnten eine erheblicheVeränderung der historischen Agrarlandschaft durch Nutzungsintensivierung stattgefunden, die sich in großenBewirtschaftungseinheiten und dem Wegfall des einst typischen Feldobstbaus widerspiegelt. Besonders dieSiedlungen im unteren Nettetal haben ein starkes Wachstum erfahrenAbgrenzung, VisualisierungSichtachsenpunkteAbgrenzungKarmelenbergEinbindung der Kuppen der Pellenzvulkane und des Nettetals, Begrenzung an markanten Zäsuren (Verkehrsachsenvon A 61 im Osten und A 48 im Süden, B 256 und Flugplatz Mendig im Westen)Ausprägung der Dokumentations- und Identifikationsfunktion (Erbequalitäten)Konzentration/Dominanz HKLE:Vielfalt HKLE:Ausprägung HKLE:Kohärenz HKL:NaturräumlicheEigenart:Landschaftswandel:GesamtbewertungErbequalitäten:Hohe Dichte von Abbaurelikten der vulkanischen Gesteine, Dominanz der ackerbaulichen Nutzung mitResten tradierter Strukturelemente, landschaftliche Prägung durch Vulkankegel und deren ResteHohe Vielfalt an historischen Kulturlandschaftselementen (Rohstoffwirtschaft, herrschaftliche, sakraleund profane Kulturdenkmale), Mühlen, historisch geprägte Ortskerne von Bassenheim und Kruft, archäologischeBodendenkmale, archäologischer Schwerpunktraum, Auengrünland, landwirtschaftlicheNutzungsrelikte oft nur in Resten vorhandenAlter Siedlungsraum mit besonderer archäologischer Bedeutung und landesweit bedeutsamen Bodendenkmalen,von vulkanischen Baustoffen geprägte bauliche Kulturdenkmale, tradierte Nutzungvulkanischer RohstoffeNoch kohärente, altbesiedelte und -kultuvierte Ackerbaulandschaft mit den bewaldeten Vulkankuppenals Wahrzeichen der vulkanischen PrägungVulkanisch geprägter Raum mit die Terrassenniveaus überragenden Vulkankuppen und deren Resten,markante Talstruktur der NetteNivellierung der Ackerbaulandschaft durch landwirtschaftlichen Strukturwandel, Abbau der Vulkankuppendurch industrialisierten Rohstoffabbau, erhebliche Veränderung durch die Verkehrsachsen von A48 und A 61, die heute deutliche Zäsuren bildenVom Vulkanismus geprägter, altbesiedelter Kulturlandschaftsraum mit zahlreichen spezifischenKulturlandschaftselementen, landschaftsprägenden Vulkankuppen, archäologischer Bedeutung unddeutlichen Zeichen des LandschaftswandelsKonkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 201313


2.3.2 Andernacher TerrassenhügelKulturlandschaft:2.3 Pellenz-MaifeldNummer: 2.3.2 (291.20)Andernach !Landschaftsraum:Kreis:Kurzcharakteristik:Andernacher TerrassenhügelMayen-KoblenzZum Rheintal abfallende Terrassenflächenmit tradiertemObstbau, Abbau vulkanischerRohstoffe und historischenOrtskernenMayen!Mendig !Text! Polch! MünstermaifeldNaturerbeNaturräumlicheCharakteristik:MorphologischeMerkmale:Die Andernacher Terrassenhügel umfassen die linksrheinischen Hauptterrassenflächen, die zur Rheintalniederungin einer mäßig steilen Front abfallen. Sie stellt sich als Abfolge mehrerer nordostgerichteter Riedel mit Höhen von180 bis 200 m ü.NN und dazwischen verlaufender muldenartiger Täler dar.Der Landschaftsraum ist aufgrund der landwirtschaftlichen Gunst und des Rohstoffabbaus heute zu rund 90%durch Offenland geprägt und Wald nur noch kleinflächig vorhanden.Der Landschaftsraum ist nur wenig durch Gewässer gegliedert. Neben dem Laacher Graben und dem KrufterBach ist vor allem der untere Abschnitt des Nettetals durch den naturnahen Gewässercharakter ein eigenartprägendesLandschaftselement.Terrassenflächen mit eingesenktem Muldental der NetteKulturerbeKulturhistorischeCharakteristik:HistorischeKulturlandschaftselementeAssoziativeElemente:Die klimabegünstigten Terrassen sind größtenteils intensiv landwirtschaftlich genutzt, teilweise in Form vonAckerflächen, zwischen Plaidt, Mülheim und Rübenach überwiegt großflächiger Obstbau. Die Reste ausgedehnterStreuobstwiesen, die in der historischen Kulturlandschaft großflächig die Riedelhänge eingenommenhaben, sind noch in kleinen Restbeständen erhalten, im übrigen aber durch ausgedehnte Intensivobstkulturenersetzt. Der verstärkte Abbau von Bims, Trass und Ton nach dem Zweiten Weltkrieg hat zu umfangreichen Reliefveränderungender Terrassenflächen v.a. im westlichen Teil geführt. Die größeren Orte Plaidt und Saffig sindin den Bachtälern angesiedelt und ursprünglich bäuerlich geprägt, im Randbereich des Verdichtungsraums abervon starkem Siedlungswachstum geprägt. Teilweise bestehen Ansätze zur Bildung geschlossener Siedlungsbänderdurch Zusammenwachsen von Ortschaften (Plaidt, Miesenheim).Hervorzuheben sind Zeugnisse des historischen Rohstoffabbaus (z.B. Römerbergwerk Kretz) und einzelne Baudenkmale(z.B. Pfarrkirche St. Willibrorch in Plaidt).Siedlungsstruktur: Suburbanisierte Haufendörfer mit teilweise historisch geprägten OrtskernenNutzungen: Historischer Rohstoffabbau (Basalt, Bims), dominanter tradierter Obstbau, Ackerbau, AuengrünlandFlächen mit erheblicher Dichte archäologischer Fundstätten, bedeutende BodendenkmaleRömerbergwerk KretzÜberlieferungen/ Sagen: -/-Nutzung/ TransformationAktuelle Nutzung:Ackerbauliche Nutzung der Terrassenflächen, Rohstoffabbau14 Konkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 2013


TouristischeBedeutung:Transformationsprozesse(Landschaftswandel):Touristische Bedeutung mit den Schwerpunkten Abbaumuseum Meurin und Vulkanmuseum, Erschließungdurch Rhein-Burgenweg und StreuobstwiesenwegZerschneidung durch Verkehrsachsen (A 61), Intensivierung des Obstbaus, Siedlungsexpansion, Industrialisierungdes RohstoffabbausAbgrenzung, VisualisierungSichtachsenpunkte -/-AbgrenzungEinbindung des tradierten Obstbaugebietes westlich Mülheim-Kärlich, des unteren Nettetals und des KrufterBachtals mit ihren tradierten Nutzungen, Einbindung Römerbergwerk KretzZäsur der A 61 als südwestliche Grenze, Zäsur der A 48 als östliche Grenze, Verdichtungsraum Koblenz-Neuwiedals nördliche GrenzeAusprägung der Dokumentations- und Identifikationsfunktion (Erbequalitäten)Konzentration/Dominanz HKLE:Vielfalt HKLE:Ausprägung HKLE:Kohärenz HKL:NaturräumlicheEigenart:Landschaftswandel:GesamtbewertungErbequalitäten:Dominanz des Obstbaus und Ackerbaus, Konzentration historischer und aktueller Abbauflächen vulkanischerRohstoffeHohe Vielfalt kulturhistorischer Elemente eines tradierten Landwirtschaftsraums (Obstbau, Wegekreuze,Ackerraine, Ortskerne, Hofgüter), Relikte des Rohstoffabbaus, archäologische RelikteDurch Nutzungsintensivierung und Siedlungswachstum veränderte, tradierte Kulturlandschaft im vulkanischgeprägten MaifeldBereits vom Landschaftswandel erfasste und fragmentierte, aber noch von tradierten Nutzungengeprägte Kulturlandschaft im Randbereich des Pellenzer VulkangebietsVon Löss überdeckte Terrassenflächen im Randbereich der Pellenzer VulkaneNivellierung der Ackerbaulandschaft durch landwirtschaftlichen Strukturwandel, Abbau der Vulkankuppendurch industrialisierten Rohstoffabbau, erhebliche Veränderung durch die Verkehrsachsen vonA 48, A 61 und B 262, die heute deutliche Zäsuren bildenTradierte, altbesiedelte Obstbau- und Abbaulandschaft mit deutlichen Zeichen des modernen LandschaftswandelsKonkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 201315


2.3.3 Pellenzsenke, MayenKulturlandschaft:2.3 Pellenz-MaifeldNummer: 2.3.3 (291.221, 291.25)Andernach !Landschaftsraum:Kreis:Kurzcharakteristik:Pellenzsenke, MayenMayen-KoblenzDie Pellenzsenke wird bestimmtdurch eine ca. 10 kmlange und 6 km breite Senkeam Nordrand des Maifeldes,das von den angrenzendenLandschaften der LaacherKuppen im Nordosten undden Pellenzvulkanen im Südostendeutlich überragt wird.Mayen!Mendig !! PolchText! MünstermaifeldNaturerbeNaturräumlicheCharakteristik:MorphologischeMerkmale:Die nördliche Pellenzsenke wird bestimmt durch eine ca. 10 km lange Senke am Nordrand des Maifeldes, dasvon den angrenzenden Landschaften der Laacher Kuppen im Nordosten und den Pellenzvulkanen im Südostendeutlich überragt wird. Große Teile der Senke sind mit Lava und Bims überdeckt.Im Übergang von der östlichen Hocheifel zum Mittelrheingebiet stellt der Mayener Kessel einen von randlich 300m ü.NN bis auf 230 m ü.NN eingetieften Talkessel der Nette dar, der durch mehrere Hangsporne gegliedert ist.Vulkanisch geprägte Senke und Talweitung des NettetalsKulturerbeKulturhistorischeCharakteristik:HistorischeKulturlandschaftselementeAssoziativeElemente:Das Landschaftsbild in der nördlichen Pellenzsenke wird durch eine tradierte, offene Agrarlandschaft (Altsiedelland)bestimmt, in der Elemente der historischen Kulturlandschaft nur teilweise erhalten sind. Die Nutzungsstrukturensind fast vollständig von Ackerbau geprägt, der Waldanteil liegt bei unter 5% der Gesamtfläche.Westlich Kottenheim wird der Anstieg zur Ettringer Vulkankuppe von tradiertem Obstbau eingenommen, derin Teilen bereits verbracht ist. Darüber hinaus sind die Bergbaufolgerelikte von Bellberg (Basalt) und Katzenberg(Schiefer) Zeugnisse der historischen und modernen Rohstoffgewinnung. Mit Ausnahme der wenigenWaldflächen, die entlang steiler Talhänge des Nettetals und im Übergang zur benachbarten östlichen Hocheifelstocken, werden die Landschaftsstrukturen zunehmend durch die expandierenden Siedlungs- und Verkehrsflächengeprägt. Die Siedlungen mit ehemaligen, stark gewachsenen Haufendörfern erstrecken sich am westlichenRand der Pellenzsenke. Der Mayener Kessel wird fast vollständig von der Stadt Mayen eingenommen. ImStadtbild von Mayen sind der am südlichen Netteufer gelegene, mittelalterliche Stadtkern und die Stadttoresowie die Genovevaburg hervorzuheben. Großflächige Industrie- und Gewerbeflächen im Randbereich derVerkehrsachsen haben den Charakter des Stadt- und Landschaftsbilds stark verändert.Siedlungsstruktur: Stadt Mayen mit mittelalterlichem Stadtkern und Eifelmuseum/ Schieferbergwerk, suburbanisierteHaufendörfer (Mendig, Thür, Kottenheim), bedeutende sakrale und herrschaftliche Kulturdenkmale(z.B. Basilika Nickenich), Vulkanmuseum MendigNutzungen: Historischer Rohstoffabbau (Basalt, Bims), Ackerbau, Streuobst, AuengrünlandGroßflächige Bereiche mit erheblicher Dichte archäologischer FundstättenÜberlieferungen/ Sagen: -/-Nutzung/ TransformationAktuelle Nutzung:TouristischeBedeutung:Ackerbauliche Nutzung der Terrassenflächen, Rohstoffabbau, Streuobst, ausgedehnte Siedlungs- und GewerbeflächenHohe touristische Bedeutung mit dem Vulkanpfad, Freilichtmuseen in ehemaligen Abbauflächen (LavakellerMendig) und der Stadt Mayen16 Konkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 2013


Transformationsprozesse(Landschaftswandel):Durch Ausbau der Verkehrsachsen und Siedlungswachstum wurde der Charakter der Kulturlandschaft deutlichverändert. In den vergangenen Jahrzehnten hat ein Wandel der historischen Agrarlandschaft durch Nutzungsintensivierungstattgefunden, die sich in großen Bewirtschaftungseinheiten und dem Wegfall des einst typischenFeldobstbaus widerspiegelt. Der Rohstoffabbau wurde weitgehend industrialisiert.Abgrenzung, VisualisierungSichtachsenpunkteAbgrenzungGenovevaburgWestliche Pellenzsenke mit den vom Abbau vulkanischer Gesteine geprägten, heute von deutlichem Landschaftswandelgekennzeichneten Orten Nickenich, Niedermendig, Thür, Kottenheim sowie Mayen in derNettetalweitungAusprägung der Dokumentations- und Identifikationsfunktion (Erbequalitäten)Konzentration/Dominanz HKLE:Vielfalt HKLE:Ausprägung HKLE:Kohärenz HKL:NaturräumlicheEigenart:Landschaftswandel:GesamtbewertungErbequalitäten:Dominanz des tradierten Ackerbaus, vereinheitlicht und vielfach verdrängt von Siedlungsflächen,RohstoffabbauHohe Vielfalt historischer Kulturlandschaftselemente, insbesondere baulicher Kulturdenkmale (StadtkernMayen) und Zeugnisse der historischen Rohstoffwirtschaft, Streuobst, Ackerbau, archäologischeRelikteBesondere Eigenart der vulkanisch geprägten Architektur, besondere Abbaurelikte vulkanischen Gesteins(Mendig)Bereits vom Landschaftswandel erfasste und fragmentierte, aber noch von tradierten Nutzungengeprägte Kulturlandschaft im Randbereich des Pellenzer VulkangebietsSenke und Talweitung im Pellenz-Laacher VulkangebietAusgeprägter Landschaftswandel durch angrenzende Verkehrsachsen (A 48, A 61, B 262) und dieExpansion von Siedlungs- und GewerbeflächenDeutlich vom Landschaftswandel betroffene, vulkanisch geprägte altbesiedelte Kulturlandschaft mitzahlreichen, oft vulkanisch geprägten historischen KulturlandschaftselementenKonkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 201317


2.3.4 MaifeldKulturlandschaft:2.3 Pellenz-MaifeldNummer: 2.3.4 (291.230, 291.31,291.222, 291.24)Landschaftsraum:Kreis:MaifeldMayen-KoblenzMendig !Andernach !TextKurzcharakteristik:Durch Ackerbau geprägtes,weitläufiges, lössbedecktesflachwelliges Hügelland desMaifeldes mit historischenDorf- und StadtstrukturenMayen!! Polch! MünstermaifeldNaturerbeNaturräumlicheCharakteristik:MorphologischeMerkmale:Die überwiegend sanft gewellte Niedermaifelder Senke ist von den breiten Muldentälern des Nothbachs undseiner Nebenbäche durchzogen. Lediglich im Nordosten hat die zunehmende Tiefenerosion der zur Mosel entwässerndenBachläufe die Landschaft in breitere Riedel mit dazwischen liegenden tiefen Talkerben aufgelöst.Die Hochflächenlandschaft des Obermaifeldes leitet von der östlichen Hocheifel zum rund 100 m tiefer liegendenmittelrheinischen Becken über. Mehrere radial zu Nette, Nothbach und Elz entwässernde kleine Bäche inMuldentälern verleihen dem Landschaftsraum ein flachwelliges Relief. Im Nordosten quert die Nette auf kurzerStrecke das Obermaifeld in einem tief eingeschnittenen Talzug.Lössbedeckte Terrassenflächen mit eingeschnittenen KerbtälchenKulturerbeKulturhistorischeCharakteristik:HistorischeKulturlandschaftselementeAssoziativeElemente:Die Nutzungsstrukturen sind geprägt durch die lössbedeckten, fruchtbaren Ackerböden, die die Grundlage derackerbaugeprägten Agrarlandschaft darstellen. Die Bachläufe sind zumindest in Teilabschnitten durch schmalebegleitende Gehölzsäume als Landschaftsstrukturen wahrnehmbar. Der einst sehr verbreitete Streuobstanbauentlang von Straßen und Wegen und auf den Ackerflächen ist heute nur mehr in kleineren Beständen im Osten(westlich Kobern und Lehmen) vorhanden. Dagegen erstrecken sich über Teile des Landschaftsraums lineare,hangparallele Gebüschbestände mit Magerrasenresten, die die weite Agrarlandschaft gliedern. Waldarealenehmen mit weniger als 10% nur untergeordnete Anteile des Maifeldes ein. An steilen Hangpartien sind sieals Trockenwälder mit felsigen Abschnitten, Halbtrockenrasen und Trockenrasen kombiniert. Das Siedlungsbildwird durch mehrere, z.T. größere bäuerlich geprägte Straßen- und Haufendörfer, die im Bereich der Quellmuldenangesiedelt sind, und durch einzelne (ehemalige) Mühlen entlang des Nothbachs bestimmt. Typisch für dieKulturlandschaft des Maifeldes sind die bereits im Mittelalter angelegten Höfesiedlungen in der Ackerflur, dieaus zwei oder mehreren Einzelhöfen bestehen.Das Maifeld weist in Teilen eine erhebliche Dichte archäologischer Fundstätten auf. Der Dreitonnenhügel gehörtzu den bedeutenden Bodendenkmalen des Landes.Siedlungsstruktur: Münstermaifeld mit historischem Altstadtkern, bäuerlich geprägte Straßen- und Haufendörfermit deutlicher Siedlungsexpansion (Polch, Mertloch), v.a. sakrale Baudenkmale (z.B. Steinbasilika St.Gangolf), Höfesiedlungen, MühlenNutzungen: Ackerbau, Hecken, AuengrünlandFlächen mit erheblicher Dichte archäologischer Fundstätten, bedeutende BodendenkmaleÜberlieferungen/ Sagen: -/-18 Konkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 2013


Nutzung/ TransformationAktuelle Nutzung:TouristischeBedeutung:Transformationsprozesse(Landschaftswandel):Ackerbauliche Nutzung der Terrassenflächen, Rohstoffabbau, Streuobst, ausgedehnte Siedlungs- und GewerbeflächenTouristische Bedeutung als beliebte Rad- und Tourenregion ohne ausgeprägte Schwerpunkte mit Erschließungdurch den Maifeldradweg, mehrere TraumpfadeDurch Ausbau der Verkehrsachsen und Siedlungswachstum wurde der Charakter der Kulturlandschaft deutlichverändert. In den vergangenen Jahrzehnten hat ein Wandel der historischen Agrarlandschaft durch Nutzungsintensivierungstattgefunden, die sich in großen Bewirtschaftungseinheiten und dem Wegfall des einst typischenFeldobstbaus widerspiegelt. Der Rohstoffabbau wurde weitgehend industrialisiert.Abgrenzung, VisualisierungSichtachsenpunkte -/-AbgrenzungAnlehnung an Außengrenze des LRP mit den von der ackerbaulichen Nutzung geprägten, lössbedecktenTerrassenflächen des Maifeldes südlich der A 48 mit den tradierten, früher bäuerlich geprägten Dörfern undHöfesiedlungen, Einbeziehung des bedeutenden Ortskerns von MünstermaifeldAusprägung der Dokumentations- und Identifikationsfunktion (Erbequalitäten)Konzentration/Dominanz HKLE:Vielfalt HKLE:Ausprägung HKLE:Kohärenz HKL:NaturräumlicheEigenart:Landschaftswandel:GesamtbewertungErbequalitäten:Dominanz der tradierten ackerbaulichen Nutzung sowie bäuerlicher Dörfer und HöfesiedlungenMittlere Vielfalt an historischen Kulturlandschaftslementen, die meist in Zusammenhang mit deragrarischen Landschaftsgeschichte stehen (Nutzungsrelikte und Baudenkmale), sakrale Baudenkmale,großflächige Bereiche mit erheblicher Dichte archäologischer FundstättenTypische Kulturlandschaftselemente der tradierten Agrarlandschaft, oft vom Strukturwandel überprägt;Höfesiedlungen als Besonderheit, landesweit bedeutende BodendenkmaleBereits vom Landschaftswandel erfasste und fragmentierte, aber noch von tradierten Nutzungengeprägte Kulturlandschaft im Randbereich des Pellenzer VulkangebietsMittlere Eigenart als lößbedeckte Terrassenfläche mit KerbtälchenAusgeprägter Landschaftswandel durch angrenzende Verkehrsachsen (A 48, A 61, B 262) und dieExpansion von Siedlungs- und GewerbeflächenStark vom Landschaftswandel betroffene, vulkanisch geprägte altbesiedelte Kulturlandschaft mit zahlreichen,oft vulkanisch geprägten historischen KulturlandschaftselementenKonkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 201319


2.3.5 Laacher SeeKulturlandschaft:2.3 Pellenz-MaifeldNummer: 2.3.5 (292.00)Andernach !Landschaftsraum:Kreis:Kurzcharakteristik:Laacher SeeAhrweiler, Mayen-KoblenzDer im Westteil des Kuppenlandesgelegene Vulkankesseldes Laacher Sees wird voneinem ca. 130 m über dieWasserfläche hinausragendenTuffkranz eingerahmt. Das BenediktinerklosterMaria Laacham Südrand des Sees prägtdie Landschaft in hohemMaße.Mayen!Mendig !! PolchText! MünstermaifeldNaturerbeNaturräumlicheCharakteristik:MorphologischeMerkmale:Landschaftsbestimmend ist der im Westteil des Kuppenlandes gelegene Vulkankessel des Laacher Sees miteinem Durchmesser von ca. 2 km, der von einem ca. 130 m über die Wasserfläche hinausragenden Tuffkranzeingerahmt wird. Im weiteren Umfeld befinden sich mehrere ältere, unregelmäßig angeordnete, kuppen- undkegelförmige Tuff- und Schlackevulkane, die Höhen von über 400 m ü.NN erreichen. Die Vorkommen von Lavaund Bims werden vor allem im Süden und Osten des Laacher Kessels abgebaut.Wassergefüllte Caldera des Laacher Vulkans mit markantem TuffkranzKulturerbeKulturhistorischeCharakteristik:HistorischeKulturlandschaftselementeAssoziativeElemente:Das Zentrum des Gebietes bildet die Wasserfläche des Laacher Sees mit einem Durchmesser von ca. 2 km.Weitere kleine Maare am Tuffrand verweisen auf die vulkanische Vergangenheit. Die Hänge des Tuffkranzes umden See werden von Laubwäldern, untergeordnet auch von Misch- und Nadelwäldern eingenommen, die sichnach Osten hin in das Umfeld der Vulkankuppen fortsetzen und bandartig entlang steiler Bachtäler erstrecken.Niederwälder sind noch vereinzelt in den Tälern vertreten. Die Verlandungszonen im Süden des Sees sind durchGrünland in bereichsweiser Verzahnung mit Röhrichten und Großseggenrieden geprägt. Ansonsten werden diefruchtbaren vulkanischen Böden des randlichen Landschaftsraums vorwiegend ackerbaulich genutzt. Grünlandnutzungwird entlang der Seeufer sowie in den äußeren Hangbereichen zur Pellenzer Senke hin betrieben. DerAbbau von Basalt und Tuff verweist auf die historische Rohstoffnutzung.Das Benediktinerkloster Maria Laach am Südrand des Sees prägt die Landschaft der Caldera in hohem Maße.Weitere sakrale Relikte sind in der Umgebungsfläche verstreut.Siedlungsstruktur: Kloster Maria Laach an der Öffnung des TuffkranzesNutzungen: Ackerbau, tradiertes Grünland, historischer Rohstoffabbau, NiederwaldÜberlieferungen/ Sagen: -/-Nutzung/ TransformationAktuelle Nutzung:TouristischeBedeutung:Transformationsprozesse(Landschaftswandel):Kloster, Grünland- und Ackernutzung der Flachhänge, RohstoffabbauTouristischer Schwerpunktraum, Kloster Maria Laach sowie die Seeumrundung und Campingplatz als touristischerHot Spot, Erschließung durch Traumpfaderandlich außerhalb des Kraters erhebliche Veränderung durch Verkehrsachsen (A 61, B 262)20 Konkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 2013


Abgrenzung, VisualisierungSichtachsenpunkteAbgrenzungBei Benediktinerabtei Maria Laach, Nordufer Laacher SeeAbgrenzung am Außenhang der Caldera (Relief, Waldflächen), den relevanten Nutzungsrelikten (historischerRohstoffabbau, kleinparzelliertes Grün- und Ackerland) sowie der Zäsur der A 61 im Süden und WestenAusprägung der Dokumentations- und Identifikationsfunktion (Erbequalitäten)Konzentration/Dominanz HKLE:Vielfalt HKLE:Ausprägung HKLE:Kohärenz HKL:NaturräumlicheEigenart:Landschaftswandel:GesamtbewertungErbequalitäten:Morphologische Dominanz der wassergefüllten Caldera, landschaftliche Dominanz der KlosteranlageMaria LaachMittlere Vielfalt an historischen Kulturlandschaftselementen (Abtei Maria Laach, historischer Rohstoffabbau,Niederwald, weitere sakrale Elemente)Bundesweit einzigartige Ausprägung und Bedeutung der Abtei Maria Laach in der räumlichen Situationdes KraterseesZusammenhängend erlebbare Caldera mit hoher Kohärenz, Persistenz und Eigenart ihrer BestandteileAußerordentlich gut ausgebildete, großflächige Caldera mit intaktem natürlichem See, einzige wassergefüllteCaldera in MitteleuropaLandschaftswandel v.a. in den Randbereichen wirksam, innerhalb der Caldera geringKulturlandschaft besonderer naturräumlicher Eigenart in einzigartigem Ensemble mit der KlosteranlageMaria Laach und geringem Landschaftswandel innerhalb des TuffkratersKonkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 201321


2.3.6 Ettringer VulkankuppenKulturlandschaft:2.3 Pellenz-MaifeldNummer: 2.3.6 (291.01)Andernach !Landschaftsraum:Kreis:Kurzcharakteristik:Ettringer VulkankuppenMayen-KoblenzTuff- und Schlackevulkane ander Grenze zur Hocheifel mithistorischem und modernemRohstoffabbauMendig !TextMayen!! Polch! MünstermaifeldNaturerbeNaturräumlicheCharakteristik:MorphologischeMerkmale:Die natürlichen Oberflächenformen sind geprägt durch unregelmäßig angeordnete, kegel- und kuppenförmigeTuff- und Schlackevulkane, die Gipfelhöhen zwischen 300 und fast 600 m ü.NN erreichen. Den westlichenGrenzsaum zur Hocheifel bildet eine waldreiche Geländestufe, deren Wirkung durch einzelne Vulkanberge wieden Hochsimmer (588 m) noch unterstrichen wird.Kegel- und kuppenförmige Tuff- und Schlackevulkane an der Grenze zur Hocheifel mit dem NettetalKulturerbeKulturhistorischeCharakteristik:HistorischeKulturlandschaftselementeAssoziativeElemente:Die landschaftsprägenden Vulkankuppen sind entlang der noch nicht abgebauten Flanken überwiegendbewaldet und im Übergang zum Nettetal als Niederwälder ausgebildet. Gesteinsabbau ist teilweise bis in dieRömerzeit nachgewiesen – wobei aber erst der industrielle Gesteinsabbau (Schwerpunkt im Bereich Bellberg)zur großflächigen Überformung des Reliefs beigetragen hat. Die fruchtbaren vulkanischen Böden werdenüberwiegend ackerbaulich genutzt. Grünlandflächen nehmen rund ein Viertel der Offenlandflächen einund erstrecken sich vor allem bandartig entlang der Nette und der Bachläufe sowie an den Hangfüßen derVulkanberge. Früher verbreitete Nutzungsformen wie Magerwiesen, Feuchtwiesen und Heiden sind durch dieNutzungsintensivierung nur noch auf Teilflächen vorhanden. Gleiches gilt für die traditionellen Streuobstbeständeum die Ortslagen. Im Umfeld von offengelassenen Steinbrüchen sind Felsen und Höhlen, Halbtrockenrasenund Feuchtgebiete nach Nutzungsaufgabe entstanden, die heute durch thematische Wanderwege erschlossensind. Das historische Siedlungsbild kennzeichnen bäuerlich oder wie im Falle von Mendig bergbaulich geprägteHaufen- und Straßendörfer, die sich in Bachursprungsmulden und -niederungen angesiedelt haben.Als historisch bedeutsames Einzelbauwerk ist im Übergang zur Eifel das Schloss Bürresheim im Nettetal und diePfarrkirche St. Genoveva in Obermendig zu nennen.Siedlungsstruktur: Schloss Bürresheim, Ortskerne von Ettringen und MendigNutzungen: Historische Steinbrüche (Basalt), Niederwald, tradierter, tw. terrassierter Ackerbau, ExtensivgrünlandÜberlieferungen/ Sagen: -/-Nutzung/ TransformationAktuelle Nutzung:TouristischeBedeutung:Kleinräumig gegliederte Grünland- und Ackernutzung, Waldnutzung, Rohstoffabbau, TourismusHohe touristische Bedeutung durch den Vulkanpfad und die touristische Erschließung der Abbauflächen, Aufschlüsseund ihrer Nutzungsgeschichte (Traumpfade)22 Konkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 2013


3.1.1 AhrengtalKulturlandschaft: 3.1 AhrtalNummer: 3.1.1 (272.21)Landschaftsraum: AhrengtalKreis:Ahrweiler!BergAltenahrMayschossDernau!!!Bad Neuenahr-Ahrweiler!Kurzcharakteristik:Das Recher Ahrengtal bildetein tief eingeschnittenesKerbtal mit einer Vielzahlvon Talmäandern und einemUmlaufberg. Das Tal wirdinsbesondere durch dieterrassierte Weinbaunutzungan steilen Südhängen, dieWeinbauorte sowie einzelnelandschaftwirksame Baudenkmalegeprägt.!!Adenau!HoenningenAhrbrueckMendigNaturerbeNaturräumlicheCharakteristik:MorphologischeMerkmale:Die überwiegend sehr schmale Talsohle wird von steilen Talhängen begleitet, die besonders im Abschnitt zwischenKreuzberg und Rech durch schroffe Felsbildungen geprägt sind. Die Talhänge sind beiderseits durch dieNebenbäche der Ahr in kerbtalförmige Nebentäler und Rücken gegliedert. Wälder bedecken ca. zwei Drittel desLandschaftsraums und nehmen insbesondere die Rücken und steilen Talflanken ein. An den felsigen Hängensind Trockenrasen häufig und stehen vereinzelt im Komplex mit Trockenwäldern. Bach- und Flussauenwäldersind dagegen selten, da die Talsohle ebenso wie die Terrassen und weniger steilen Talränder überwiegend waldfreiist.Felsiges Engtal im devonischen Schiefergebirge mit Talmäandern und ausgeprägten TerrassierungenMayenKulturerbeKulturhistorischeCharakteristik:HistorischeKulturlandschaftselementeAssoziativeElemente:Das Ahrengtal wird in besonderem Maß durch historische und teilweise bis heute betriebene, landschaftwirksameNutzungen und Relikte geprägt. Die sonnenexponierten Hänge sind durch Weinberge, Weinbergsbrachenund daraus hervorgegangene Trockenrasen sowie Stütz- und Trockenmauern als charakteristischeKleinstrukturen gekennzeichnet. Ackerbau und Grünland sowie insbesondere die extensiven Nutzungsformenwie Magerwiesen, Feuchtgrünland und Streuobstwiesen sind dagegen selten und treten im Erscheinungsbilddeutlich zurück. In den Waldflächen herrschen Misch- und Laubwälder vor; historische Waldbauformen sindeher spärlich anzutreffen.Die Siedlungen entwickelten sich im Engtal der Ahre als ursprünglich kleine Weinbaudörfer auf den hochwasserfreienTerrassenflächen. Als geschichtlich besonders interessante und landschaftsbildprägende Bauwerketreten die Burgen Are und Kreuzberg in Erscheinung. Hinzu kommen die Ruine Saffenburg bei Mayschoß, dasehemalige Kloster Marienthal sowie mehrere historische Mühlen. Markantes Element ist auch die historischeBahntrasse mit zahlreichen Viadukten und Tunnels.Eine keltische Fliehburg verdeutlicht die frühe Besiedlung des Talraums.Siedlungsstruktur: Dörfliche Winzerorte, Burgen, Burgruinen, Schloss, sakrale Kulturdenkmale, Mühlen, historischeBahntrasse mit ViaduktenNutzungen: terrassierter Steillagenweinbau, Streuobst, Auen- und Feuchtgrünland, MagergrünlandÜberlieferungen/ Sagen: -/-Nutzung/ TransformationAktuelle Nutzung:TouristischeBedeutung:Dominant terrassierter Weinbau an sonnenexponierten Hängen, an Schatthängen Waldwirtschaft, in der AueGrünlandnutzungSehr hohe touristische Bedeutung mit mehreren touristischen Zielorten, zahlreichen Aussichtspunkten undErschließung durch Ahrradweg, Ahrsteig und Rotweinwanderweg24 Konkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 2013


Transformationsprozesse(Landschaftswandel):Lokal Flurbereinigung der terrassierten Weinhänge, Nutzungsaufgabe, landwirtschaftlicher StrukturwandelAbgrenzung, VisualisierungSichtachsenpunkteAbgrenzungAussichtsturm Uhuley (Krausberg), Bunte Kuh, Saffenburg, Schwarzes Kreuz, SteinerberghausOrientierung an der naturräumlichen Abgrenzung (LANIS) sowie der dem Ahrengtal zugewandten Hangbereicheund Seitentälchen mit hoher Dichte historischer Nutzungsrelikte und/oder BaudenkmaleAusprägung der Dokumentations- und Identifikationsfunktion (Erbequalitäten)Konzentration/Dominanz HKLE:Vielfalt HKLE:Ausprägung HKLE:Kohärenz HKL:NaturräumlicheEigenart:Landschaftswandel:GesamtbewertungErbequalitäten:Dominanz der weinbaulichen Kulturlandschaftselemente, insbesondere des kleinstrukturierten terrassiertenSteillagenweinbaus mit Trockenmauern sowie der landschaftswirksamen Burgen/Ruinen undder dörflichen BaudenkmaleSehr hohe Vielfalt historischer Kulturlandschaftselemente (nutzungsbezogen: Terrassierter Weinbau,Niederwald, Halbtrockenrasen, Auengrünland; bauliche Elemente: Burg(ruinen), sakrale Gebäude,historische Winzerdörfer, Mühlen, historische Bahntrasse mit Viadukten)Dichte, Erhaltungszustand und Ausdehnung der terrassierten, noch genutzten Weinbergsfluren inVerbindung mit dem steilen Engtal sind bundesweit herausragendZusammenhängend wahrnehmbares, vom terrassierten Weinbau und exponierten Kulturdenkmalengeprägtes Engtal mit hoher Persistenz der NutzungenFelsiges, steiles Engtal mit Talmäandern, Prall- und Gleithängen sowie UmlaufbergenFlurbereinigung und Verbesserung der weinbaulichen Produktionsbedingungen auf Kosten der engterrassierten WeinbauflächenMarkante Engtallandschaft mit persistenten historischen Nutzungen (v.a. Terrassenweinbau) in besondererAusprägung und zahlreichen landschaftswirksamen KulturdenkmalenKonkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 201325


3.1.2 Dümpelfelder AhrtalKulturlandschaft: 3.1 AhrtalNummer: 3.1.2 (272.20)Landschaftsraum: Dümpelfelder AhrtalKreis:Ahrweiler!BergAltenahrMayschossDernau!!!Bad Neuenahr-Ahrweiler!Kurzcharakteristik:Das Dümpelfelder Ahrtalbildet ein tief eingeschnittenesKerbsohlental mit einerVielzahl von Talmäandern unddem Umlaufberg „Burg“ beiInsul, der durch das Abschnüreneiner Talschlinge durchdie Seitenerosion des Flussesentstanden ist. Das dünnbesiedelte Tal wird durchtradierte Nutzungen (Grünlandaue,Niederwaldreste)und dörfliche Siedlungen mitgeprägt.!!Adenau!HoenningenAhrbrueckMendigNaturerbeNaturräumlicheCharakteristik:MorphologischeMerkmale:Die Ahr bildet in diesem Abschnitt ein tief in die Grauwacken und Schiefer eingeschnittenes Kerbsohlental mitdeutlicher Gefällezunahme im Abschnitt zwischen Müsch und Brück. Den Gewässerlauf kennzeichnen zahlreicheFlussmäander mit Prall- und Gleithängen. Der Umlaufberg „Burg“ bei Insul geht auf das Trockenfallen einesTalmäanders zurück, der durch die Erosion zweier Prallhänge vom Flusslauf abgeschnitten wurde. Die Talsohleist unterschiedlich breit ausgebildet und wird von steilen Talhängen, stellenweise mit Felswänden, gesäumt. EineVielzahl von Seitenbächen gliedert die Flanken des Ahrtals durch steile, kerbtalförmige Nebentäler. Die Landschaftist zu zwei Dritteln bewaldet.Tief in das devonische Schiefergebirge eingeschnittenes Engtal mit Flussmäandern sowie Prall- und GleithängenMayenKulturerbeKulturhistorischeCharakteristik:HistorischeKulturlandschaftselementeAssoziativeElemente:Das insgesamt dünn besiedelte Dümpelfelder Ahrtal wird von tradierter wald- und landwirtschaftlicher Nutzunggeprägt. Insbesondere die Rücken und steileren Talhänge werden von Wäldern eingenommen, wobei Laubholzleicht überwiegt. Naturnahe Laubwälder sind selten. Niederwälder und Trockenwälder sind im Komplex mitFelsen und Trockenrasen an einzelnen, flachgründigen und steilen Talabschnitten erhalten. Die Talsohle mitden Terrassen und weniger steilen Talrändern ist dagegen in der Regel waldfrei und überwiegend als Grünlandgenutzt. In der Ahraue und den Talniederungen der Seitenbäche sind die typischen Feucht- und Nasswiesenverbreitet. Andere typische Elemente der historischen Kulturlandschaft wie Streuobstwiesen, Heiden und Weinparzellentreten dagegen deutlich zurück, wobei letztere oft durch Aufforstungen ersetzt wurden. Bestanden1820 noch mehr als 30 ha Weinbergsflächen im oberen Ahrtal bei Brück, Denn, Pützfeld und Hönningen, soexistierte nach 1910 oberhalb von Kreuzberg kein Weinbau mehr. Ackerbau ist von untergeordneter Bedeutungund findet traditionell nur kleinflächig und vereinzelt auf den Terrassenflächen statt. Die kleinen, dörflichgeprägten Siedlungen befinden sich auf den hochwasserfreien Terrassen über der Ahraue. Die historischenDorfstrukturen und die typische Siedlungsverteilung sind in weiten Teilen erhalten und erlebbar. Weiteres Kulturlandschaftselementist die stillgelegte historische Bahntrasse mit mehreren Brücken und Viadukten.Siedlungsstruktur: Dörfliche Siedlungsstrukturen entlang der Aue des Ahrtals, sakrale Baudenkmale, historischeBahntrasse, Mühlgräben, MühlenNutzungen: Niederwald, AuengrünlandArchäologie: Burgberg InsulÜberlieferungen/ Sagen: Teufelslei/ Teufelsley (Schlundt 1983)Nutzung/ TransformationAktuelle Nutzung:TouristischeBedeutung:Grünland- und Ackernutzung in der Aue, auf den unteren Hangbereichen und den Hangschultern, Waldnutzungin den versteilten Hangbereichen, TourismusMittlere bis hohe touristische Bedeutung ohne spezifische Zielorte, Erschließung durch Ahrsteig und Ahrradweg26 Konkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 2013


Transformationsprozesse(Landschaftswandel):Landwirtschaftlicher Strukturwandel, Ausdehnung kleiner Gewerbegebiete in der Ahraue, Aufgabe tradierterNutzungenAbgrenzung, VisualisierungSichtachsenpunkte -/-AbgrenzungOrientierung an der Abgrenzung des Landschaftsraums (LANIS) mit den dem Ahrtal zugewandten Hangbereichenund Kuppen, Einbindung der charakteristischen Nutzungsrelikte und BaudenkmaleAusprägung der Dokumentations- und Identifikationsfunktion (Erbequalitäten)Konzentration/Dominanz HKLE:Vielfalt HKLE:Ausprägung HKLE:Kohärenz HKL:NaturräumlicheEigenart:Landschaftswandel:GesamtbewertungErbequalitäten:Konzentration an Niederwaldresten sowie auenbegleitendem GrünlandHohe Vielfalt nutzungsbedingter (Niederwald, Auengrünland, Mühlgräben) und baulicher historischerKulturlandschaftselemente (Mühlen, Kirchen, Kapellen, Bahnviadukte und -brücken), archäologischeFundstättenDurchschnittlicher Erhaltungszustand, keine besonderen AusprägungenZusammenhängend wahrnehmbares Engtal mit teilweise aufgegebenen tradierten NutzungenWaldreiches, teilweise schroffes, felsiges Engtal im Schiefergebirge mit Talmäandern und UmlaufbergenLandwirtschaftlicher Strukturwandel, Ausdehnung kleinerer Gewerbegebiete am Rand der AhreaueMarkantes, dünn besiedeltes Engtal der Ahr mit vielfältigen kulturhistorischen Elementen in geringerDichteKonkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 201327


3.1.3 AhrberglandKulturlandschaft: 3.1 AhrtalNummer: 3.1.3 (272.0, 272.1, 272.3)Landschaftsraum: AhrberglandKreis:Ahrweiler!BergAltenahrMayschossDernau!!!Bad Neuenahr-Ahrweiler!Kurzcharakteristik:Beim nördlichen und südlichenAhrbergland handeltsich um eine HochflächenundBerglandschaft des RheinischenSchiefergebirges, dievorwiegend aus Grauwackenaufgebaut ist.!!HoenningenAhrbrueck!AdenauMendigNaturerbeNaturräumlicheCharakteristik:MorphologischeMerkmale:Diese Hochflächen- und Berglandschaft ist überwiegend aus Grauwacken aufgebaut. Zahlreiche Nebengewässerder im Südosten angrenzenden Ahr haben sich kerbtalförmig in den Gebirgssockel eingeschnitten und verleihender Landschaft ein lebhaftes Relief. Das Haupttal im südlichen Bergland bildet der Kesselinger Bach, in den diemeisten anderen Bäche einmünden. Die höchste Erhebung bildet der Basaltkegel des Arembergs mit 623 mü.NN.Hochflächen- und Berglandschaft im Rheinischen SchiefergebiergeMayenKulturerbeKulturhistorischeCharakteristik:HistorischeKulturlandschaftselementeAssoziativeElemente:Aufgrund von Relief und ertragsschwachen Böden unterliegt das Ahrbergland mehrheitlich der Waldnutzungmit gemischtem Bestand und einem hohen Nadelholzanteil. An den steilen Kerbtalhängen im südlichenBergland haben sich vielfach nicht mehr genutzte Niederwälder erhalten. Die Wälder bilden heute ein flächigesNetz, in das auf dem Bergrücken um die dort angesiedelten Ortslagen Rodungsinseln mit Acker und Grünlandeingelagert sind. Grünlandbänder erstrecken sich in den meisten Bachtälern (z.B. Adenauer Bach, KesselingerBach), wo sie vereinzelt Komplexe mit Mager- und Feuchtwiesen bilden, sowie entlang der Waldränder. Magerwiesen,Heiden und Streuobst als typische Elemente der historischen Kulturlandschaft sind reliktär im Bereichzwischen Vischelbach- und Gierenbachtal sowie insbesondere westlich des Heckenbach-Alzbachtals noch mitmehreren Beständen erhalten, während in den übrigen Bereichen Heideflächen in erster Linie aufgeforstetwurden.Die bäuerlich geprägten Dörfer und Weiler in Tälern und Bachursprungsmulden haben ihren Charakter zumeistbewahrt. Lediglich Adenau besitzt durch seine historische Funktion als Marktort einen historisch geprägten,kleinstädtischen Charakter. Als exponierte historische Kulturdenkmale sind vor allem die Burg Vischel imVischelbachtal, die Burgruine Wenzberg im Liersbachtal und die Burgruine Nürburg hervorzuheben. Wenigerlandschaftswirksam sind die Reste der Burg Aremberg. Historische Erzgewinnung ist im Freilichtmuseum Burgsahrerlebbar.Siedlungsstruktur: Historischer Stadtkern des Marktorts Adenau, Dörfer und Weiler mit bäuerlichem CharakterNutzungen: Niederwaldreste, tradiertes Grünland, kleinflächig Heiden, Feuchtwiesen, StreuobstÜberlieferungen/ Sagen: -/-Nutzung/ TransformationAktuelle Nutzung:TouristischeBedeutung:Waldnutzung der Hangbereiche sowie ganzer Kuppenbereiche, Grünland- und Ackernutzung auf den Verebnungen,Grünlandnutzung in den AuenTouristische Bedeutung mit Schwerpunkten in Adenau, Nürburg und Nürburgring, Erschließung durch Ahrsteig28 Konkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 2013


Transformationsprozesse(Landschaftswandel):Landwirtschaftlicher Strukturwandel, Aufgabe extensiver landwirtschaftlicher NutzungenAbgrenzung, VisualisierungSichtachsenpunkteAbgrenzungAremberg, Burgruine NürburgOrientierung an der naturräumlichen Abgrenzung (LANIS)Ausprägung der Dokumentations- und Identifikationsfunktion (Erbequalitäten)Konzentration/Dominanz HKLE:Vielfalt HKLE:Ausprägung HKLE:Kohärenz HKL:NaturräumlicheEigenart:Landschaftswandel:GesamtbewertungErbequalitäten:Zahlreiche bäuerlich geprägte Dörfer, kein dominantes Kulturlandschaftselement, überwiegend geringebis mittlere Dichte an historischen KulturlandschaftselementenMittlere Vielfalt nutzungsbezogener und baulicher Kulturlandschaftselemente, oft in geringer DichteTeilweise gut erhaltene bäuerliche Dörfer ohne herausragende Baudenkmale, gut erhaltener Stadtkernvon Adenau, Heiderelikte bei BeilsteinWeitläufiges Bergland mit mittlerer Persistenz der Nutzungen, historisch großflächig vorhandene Strukturen(z.B. Heiden) sind mit dem Strukturwandel verloren gegangenCharakteristisches Bergland im Rheinischen Schiefergebirge ohne spezifische MerkmaleGeringe Zerschneidung, kaum Siedlungsausdehnung, fast vollständige Aufgabe historisch dominanterNutzungsformen, Nutzungsrelikte nur noch in Fragmenten vorhanden, landwirtschaftlicher StrukturwandelWaldreiches Bergland mit tradierten bäuerlichen Siedlungen und historischenbaulichen und nutzungsbezogenenKulturlandschaftselementen in relativ geringer Dichte, keine herausragenden EinzelelementeKonkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 201329


3.1.4 AhrmündungstalKulturlandschaft: 3.1 AhrtalNummer: 3.1.4 (292.21)Landschaftsraum: AhrmündungstalKreis:Ahrweiler!BergAltenahrMayschossDernau!!!Bad Neuenahr-Ahrweiler!Kurzcharakteristik:Altbesiedeltes, aufgeweitetesSohlental der Ahr mit denhistorischen Stadtkernen vonAhrweiler und Bad-Neuenahrsowie ausgeprägtem Steillagenweinbau!!HoenningenAhrbrueck!AdenauMendigNaturerbeNaturräumlicheCharakteristik:MorphologischeMerkmale:Im Unterlauf bildet das Tal der Ahr ein rund 11 km langes und 1 km breites, in West-Ost-Richtung verlaufendesSohlental aus, das im Vergleich zu den flussaufwärts anschließenden Talabschnitten sanfter geböschte Hängeaufweist. Die Flanken des Ahrtals sind beiderseits durch kleinere Zuflüsse, die sich kerbtalförmig in die Terrassenflächeneingeschnitten haben, gegliedert.Talweitung und Mündungstal der Ahr im Übergang zum RheintalMayenKulturerbeKulturhistorischeCharakteristik:HistorischeKulturlandschaftselementeAssoziativeElemente:Die unbebauten Bereiche der Niederungen des Ahrmündungstals werden durch Grünlandnutzung und inüberschwemmungsfreien Bereichen durch Ackerbau geprägt. Schmale Flussauenwaldreste begleiten in einigenAbschnitten die Uferlinie. Die sonnenexponierten Hänge werden in der Ahrtalweitung bis heute durchSteillagenweinbau, Weinbergsbrachen und daraus hervorgegangene Trockenrasen sowie zahlreiche Stütz- undTrockenmauern als charakteristische Kleinstrukturen geprägt. Weinbau ist an wärmebegünstigten Südhängenverbreitet, seit 1960 jedoch rückläufig und brachgefallen oder in Ackernutzung genommen worden, vereinzeltaber auch in Halbtrockenrasen übergegangen. Umfangreichere Weinbauflächen konzentrieren sich v.a. umAhrweiler. Streuobstwiesen sind im Landschaftsraum noch relativ häufig vertreten.Bei einem insgesamt geringen Waldanteil im Ahrmündungstal prägen größere zusammenhängende Waldbeständemit vorwiegend Laubwald das Landschaftsbild entlang der nordexponierten Talhänge. In den Waldflächenherrschen Mischwälder und Laubwälder vor; Niederwälder sind eher spärlich anzutreffen.Ahrweiler bekam in der bereits keltisch-römisch besiedelten, klimabegünstigten Talweitung bereits im 13.Jahrhundert die Stadtrechte zugesprochen. Bad Neuenahr gewann seine Bedeutung als Kurort mit der Erschießungder Heilquellen ab Mitte des 19. Jahrhunderts. Der historische, bundesweit bedeutsame Stadtkern derKleinstadt Ahrweiler ist mit seiner mittelalterlichen Stadtbefestigung und dem Kloster Calvarienberg besondershervorzuheben. Weitere Winzerdörfer befinden sich auf den überschwemmungsfreien Terrassenflächen derAhr. Auf einem Vulkankegel über Heppingen thronte die Burg Landskrone, heute eine Ruine, hinzu kommendie Burgen Neuenahr und Adenbach. Der Raum von Ahrweiler ist ein Gebiet besonderer Dichte archäologischerFundstätten, darüber hinaus kommen landesweit bedeutsame Bodendenkmale vor.Siedlung: Historischer Stadtkern von Ahrweiler und Kurstadt Bad Neuenahr mit Suburbanisierungsgürtel, Winzerdörfer,bedeutende sakrale und herrschaftliche KulturdenkmaleNutzungen: Steillagenweinbau, Grünland- und Ackernutzung auf Hangschultern, Waldnutzung am SchattenhangArchäologie: Ahrweiler als Raum mit besonderer Dichte archäologischer Fundstätten, bedeutende Bodendenkmale(Römervilla am Silberberg)Überlieferungen/ Sagen: -/-30 Konkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 2013


Nutzung/ TransformationAktuelle Nutzung:TouristischeBedeutung:Transformationsprozesse(Landschaftswandel):Siedlung: Historischer Stadtkern von Ahrweiler und Kurstadt Bad Neuenahr mit Suburbanisierungsgürtel, Winzerdörfer,bedeutende sakrale und herrschaftliche KulturdenkmaleNutzungen: Steillagenweinbau, Grünland- und Ackernutzung auf Hangschultern, Waldnutzung am SchattenhangArchäologie: Ahrweiler als Raum mit besonderer Dichte archäologischer Fundstätten, bedeutende BodendenkmaleHohe touristische Bedeutung mit mehreren touristischen Hot Spots und Aussichtspunkten, Erschließung durchAhrradweg, Ahrsteig und RotweinwanderwegZerschneidung durch die A 61 und A 571Die erhebliche Ausdehnung der Siedlungs- und Gewerbeflächen haben zum Landschaftswandel im Talraumgeführt.Abgrenzung, VisualisierungSichtachsenpunkteAbgrenzungAm Rotweinwanderweg, Kloster Kalvarienberg, Neuenahrer Burg, Ruine LandskroneErweiterung der HKL Ahrtal aufgrund der besonderen Qualität und Dichte der historischen Kulturlandschaftselementeund der tradierten Nutzungsausprägungen, Vernetzung mit der HKL 2.2 Unteres Mittelrheintal,Ausgrenzung der stark vom Landschaftswandel betroffenen BereicheAusprägung der Dokumentations- und Identifikationsfunktion (Erbequalitäten)Konzentration/Dominanz HKLE:Vielfalt HKLE:Ausprägung HKLE:Kohärenz HKL:NaturräumlicheEigenart:Landschaftswandel:GesamtbewertungErbequalitäten:Hohe Dichte terrassierten Weinbaus mit Trockenmauern, hohe Dichte an Baudenkmalen (StadtkernAhrweiler)Hohe Vielfalt historischer Kulturlandschaftselemente, insbesondere baulicher Elemente (sakrale,herrschaftliche und städtische Baudenkmale) sowie im Zusammenhang mit dem Weinbau stehendeElementeBundesweit bedeutende Altstadt von Ahrweiler, hervorragende Erhaltung des terrassierten Weinbausin der TalweitungTallandschaft mit durch den terrassierten Weinbau und historisch geprägte Siedlungsstrukturen nochkohärent erlebbarer historischer Prägung, Trennwirkung durch VerkehrstrassenTalweitung des Ahrtals in den Siegener Schichten mit steilen Talflanken und Übergang zum MittelrheintalAusdehnung von Siedlungs- und Gewerbeflächen in der Talweitung von Ahrweiler sowie dem OrtsteilHeimersheim, Zerschneidung durch die A 61 und A 571Altbesiedelte Talweitung mit historisch geprägten Stadtkernen, zahlreichen historischen Baudenkmalenund persistenten historischen Nutzungen (v.a. Steillagenweinbau), deutlicher LandschaftswandelKonkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 201331


3.2.1 Dauner Maargebiet und VulkanbergeKulturlandschaft:3.2 VulkaneifelNummer: 3.2.1 (270.50, 270.51)Landschaftsraum:Dauner Maargebiet und VulkanbergeKreis:Vulkaneifel, Bernkastel-Wittlich!UlmenKurzcharakteristik:Seine charakteristische Prägung erhält derLandschaftsraum durch mehrere markanteFormen vulkanischen Ursprungs. Dazuzählen die für die Vulkaneifel typischenkreisrunden Maare (Meerfelder Maar) undKraterseen als natürliche Stillgewässersowie Vulkankegel wie der Nerother Kopf.Im Dauner Maargebiet ist die Hochflächedurch den Alfbach und seine Zuflüsse zerschnittenund zusätzlich durch vulkanischeOberflächenformen wie markante Vulkankegelund mehrere Maare reliefiert.Manderscheid!Daun!MehrenUedersdorf!!!Gillenfeld!LutzerathNaturerbeNaturräumlicheCharakteristik:MorphologischeMerkmale:Die Manderscheider Vulkanberge bilden eine Hochfläche mit durchschnittlichen Höhen zwischen 450 bis 550 mü.NN, die durch die Kleine Kyll und durch zahlreiche Nebenbäche der Lieser zertalt ist. Vereinzelt sind die Geländeformendurch Abbau vulkanischer Gesteine verändert. An steileren Talhängen und Flanken der Vulkankegelbefindet sich Wald, der mehrheitlich als Nadelforst, untergeordnet als naturnaher Laubwald mit Anteilen anTrocken- und Gesteinshaldenwäldern ausgebildet ist.Im Dauner Maargebiet ist die Hochfläche durch den Alfbach und seine Zuflüsse zerschnitten und zusätzlichdurch vulkanische Oberflächenformen wie markante Vulkankegel und mehrere Maare reliefiert. Da Gesteinsabbaunur lokal stattfindet, sind die Geländeformen in ihrer typischen Ausprägung erkennbar. Die Maare sindals Maarseen ausgebildet (u.a. Weinfelder Maar, Schalkenmehrener Maar, Pulvermaar) oder durch mehr oderweniger ausgeprägte Verlandungsbereiche gekennzeichnet (z.B. Verlandungsvegetation im SchalkenmehrenerMaar, Trockenmaare wie Dürres Maar oder Mürmes mit Hochmoorbildung). Um die runden Hohlformen istein wallartiger Kranz aus vulkanischen Gesteinsmassen aufgehäuft. Lockermaterial wurde durch die explosivenMaarausbrüche weit hinausgeschleudert, so dass in den Daun-Manderscheider Vulkanbergen rund 30 bis 40%der Fläche mit vulkanischen Lockermassen überdeckt sind.Der Ueßbach bildet in seinem Mittellauf ein stark gewundenes Kerbtal. Die Talsohle ist im nördlichen Teil breiterausgebildet, so dass der stark mäandrierende Lauf hier eine breitere Aue ausgebildet hat als im südlichen Teil,wo das schmale Bachbett von steil abfallenden Prallhängen mit häufigen Felsbildungen begleitet wird. Die Talhängesind durch die Nebenbäche ebenfalls in tief eingeschnittene, kerbtalförmige Nebentäler mit dazwischenliegenden Hochflächenresten gegliedert.Die Lieser bildet in ihrem Mittellauf ein rund 150 m tief in die Hochfläche eingeschnittenes Kerbtal mit ausgeprägtenTalmäandern. Die steilen Prallhänge sind häufig durch Felsbildungen strukturiert und ihrerseits durchsteile Taleinschnitte der Nebenbäche mit dazwischen liegenden Hochflächenresten gegliedert. Besonders markantsind die engen Talschleifen um einen Umlaufberg südlich Manderscheid.Hohe Konzentration an Formen des tertiären Vulkanismus, insbesondere MaareKulturerbeKulturhistorischeCharakteristik:Die frühe Besiedelung des Maargebiets wird durch zahlreiche Hügelgräber und den keltischen Ringwall beiSteineberg dokumentiert. Der überwiegende Teil der Manderscheider Vulkanberge stellt Offenland dar, in demkulturhistorische Nutzungsstrukturen in größeren Teilbereichen noch vorhanden sind. Dies trifft vor allem fürFeuchtwiesen in den Bachauen, ortsnahe Streuobstwiesen im südlichen Teil des Landschaftsraums sowie Heidenund Magergrünland an den weniger steilen Hängen der Maare, des Nerother Kopfes und im Hasbachtalzu. Die Hochflächen unterliegen traditionell einer intensiveren Acker- und Grünlandnutzung.Einige Hochflächen sind ebenso wie die steileren Teile der Maarhänge bewaldet. Der Waldcharakter wird mehrheitlichdurch Nadelhölzer, untergeordnet durch Laubhölzer geprägt. Trockenwälder kommen an felsigen undflachgründigen Standorten der Maarhänge vor.Die Kreisstadt Daun ist der zentrale Ort der Gegend und hat sich dementsprechend stark entwickelt. Abgeschwächtgilt dies auch für Manderscheid im Süden als Sitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde. Die übrigenOrte des Dauner Maargebiets sind in ihrer historischen Anlage kleine Haufen- und Reihendörfer mit teilweisenoch erhaltenen alten Ortskernen. Ein imposantes historisches Bauwerk ist das Eisenbahnviadukt bei Daun.32 Konkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 2013


Auch die östliche Vulkaneifel hat einige historisch bedeutsame Objekte aufzuweisen, darunter die BurgruineUlmen, Ringwallanlagen, das Hofgut in Ueß und zahlreiche Mühlen. Weitere bedeutsame Einzelbauwerke,die das Landschaftsbild prägen, sind die Bahnhöfe, Eisenbahnviadukte, -brücken und Tunnelportale der heutestillgelegten Eisenbahnlinie Wittlich-Daun. Zahlreiche keltische Hügelgräber, viele römische Siedlungsreste undmittelalterliche Wüstungen dokumentieren die frühe und kontinuierliche Besiedlung.HistorischeKulturlandschaftselementeAssoziativeElemente:Siedlung: Zahlreiche dörfliche Siedlungen mit alten Ortskernen, durch touristische Nutzung und Siedlungswachstumverändert, mehrere herrschaftliche und zahlreiche sakrale Kulturdenkmale, historische Bahnlinien mitzahlreichen Viadukten, Schloss Daun, Burgruine Neroth, zahlreiche MühlenNutzungen: Feucht- und Magergrünland, Niederwald, kleinflächig HeidenArchäologie: zahlreiche Hügelgräber und Zeugnisse keltischer und römischer BesiedlungÜberlieferungen/ Sagen: Das Weinfelder Maar (Schlundt 1983)Nutzung/ TransformationAktuelle Nutzung:TouristischeBedeutung:Transformationsprozesse(Landschaftswandel):Waldbauliche Nutzung der Hangbereiche, Ackerbau und Grünland auf den Hochflächen und Kuppen, AuengrünlandHohe touristische Bedeutung mit den touristischen Hot Spots Meerfelder Maar, Windsborn Maar, Holzmaarund zahlreichen Aussichtspunkten, Erschließung durch Eifelsteig, vulkanisch orientierte Themenwanderwege,Eifel-Ardennen-Radweg, Maare-Mosel-Radweg, Vulkanradroute EifelAusbau der Verkehrsachsen, landwirtschaftlicher StrukturwandelAbgrenzung, VisualisierungSichtachsenpunkteAbgrenzungMeerfelder Maar, Mosenberg Gipfelblick, Mäuseberg, PulvermaarKerngebiet der Vulkaneifel mit zahlreichen vulkanisch geprägten Landschaftselementen, insbesondere derMaare und Trockenmaare (Dauner Maargebiet, Daun-Manderscheider Vulkanberge), mit zahlreichen weiterenKulturlandschaftelementen unterschiedlicher Epochen, Erweiterung nach Nordosten um die landschaftswirksamenKulturdenkmale von Daun und die angrenzende vulkanisch geprägte Kulturlandschaft bis zum NerotherKopf mit der Burgruine NerothAusprägung der Dokumentations- und Identifikationsfunktion (Erbequalitäten)Konzentration/Dominanz HKLE:Vielfalt HKLE:Ausprägung HKLE:Kohärenz HKL:NaturräumlicheEigenart:Landschaftswandel:GesamtbewertungErbequalitäten:Keine dominanten KLE, zahlreiche frühgeschichtliche Zeugnisse (v.a. Hügelgräber) sowie mehrereBurgen/Burgruinen, hohe Dichte an vulkanischen Zeugnissen, insbesondere den Raum prägende wassergefüllteund trockene MaareHohe Vielfalt an historischen KLE, v.a. bauliche Elemente: Sakrale Gebäude wie Kirchen und Kapellen,Burgen/Burgruinen, bäuerliche Wirtschaftgebäude, Mühlen, historische Bahnlinie; historischeNutzungsrelikte wie Niederwälder, Heiden und Magergrünland mit nur geringen Flächenanteilen,zahlreiche Hügelgräber und WüstungenBesondere Eigenart durch die Dichte und Ausprägung der Maare als Merkmale der tertiären VulkanlandschaftKohärent wahrnehmbare, vulkanisch geprägte Kulturlandschaft mit teilweise fließenden Übergängenin die angrenzenden Eifelräume, geringe Persistenz der tradierten NutzungenHohe naturräumliche Eigenart durch tertiären Vulkanismus (Maare, Vulkankegel)Zerschneidung durch die A1, Strukturwandel in der Landwirtschaft, Nutzungsaufgabe der NiederwälderAltbesiedeltes vulkanisch geprägtes Bergland mit besonderer Eigenart durch zahlreiche wassergefüllteund trockene Maare und zahlreiche kulturhistorische Zeugnisse unterschiedlicher Epochen, geringePersistenz historischer LandnutzungsformenKonkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 201333


3.2.2 UeßbachberglandKulturlandschaft:3.2 VulkaneifelNummer: 3.2.2 (271.41, 271,43)Landschaftsraum:Kreis:Ueßbachbergland und nördliche ÖfflingerHochflächeVulkaneifelDaun!!UlmenKurzcharakteristik:Die 400 bis 450 m ü.NN hohe, nach Nordenhin ansteigende Öfflinger Hochflächewird im Westen und Osten durch die tiefeingeschnittenen Täler von Lieser undUeßbach eingerahmt, die als steile Kerbtälerüberwiegend bewaldet sind.!MehrenUedersdorf!Gillenfeld!!LutzerathManderscheid!NaturerbeNaturräumlicheCharakteristik:MorphologischeMerkmale:Die 400 bis 450 m ü.NN hohe, nach Norden hin ansteigende Öfflinger Hochfläche wird im Westen und Ostendurch die tief eingeschnittenen Täler von Lieser und Ueßbach eingerahmt. Im zentralen Teil der Einheit gliederndie Kerbtäler von Alfbach und Sammetbach die Hochfläche in drei nord-süd-verlaufende Rücken, die ihrerseitsdurch ein weit verzweigtes System von Nebenbächen aufgelöst sind. Im nördlichen Teil leiten vulkanischeFormen (z.B. Wartgesberg) zu den Vulkanlandschaften des Dauner Maargebiets über, während im Süden dasüber 100 m tiefer liegende Wittlicher Tal die Öfflinger Hochfläche begrenzt. Den überwiegenden Teil nehmenOffenlandflächen ein, wobei die Nutzungsverteilung einen nach Süden hin ansteigenden Waldanteil zeigt. DieWaldflächen mit überwiegend Nadelforsten erstrecken sich bandartig entlang der Talflanken, im südlichen Teilauch zunehmend auf den Höhenrücken.Den Kern des Ueßbachberglands bildet der obere Ueßbach mit seinen breit aufgefächerten Quellbächen, die dieHochfläche in mehrere Höhenzüge und Mulden gliedern. Vulkanische Bildungen verleihen der Landschaft eincharakteristisches Relief. Dazu gehören z.B. mehrere Lava- und Basaltkegel, das Ulmener Maar (an der Grenzezum Müllenbacher Riedelland), der Jungfernweiher und der Moosbrucherweiher als vermoortes Trockenmaar.Lavavorkommen werden am Kreuzberg abgebautDer Ueßbach bildet in seinem Mittellauf ein stark gewundenes Kerbtal. Die Talsohle ist im nördlichen Teil breiterausgebildet, so dass der stark mäandrierende Lauf hier eine breitere Aue ausgebildet hat als im südlichen Teil,wo das schmale Bachbett von steil abfallenden Prallhängen mit häufigen Felsbildungen begleitet wird. Die Talhängesind durch die Nebenbäche ebenfalls in tief eingeschnittene, kerbtalförmige Nebentäler mit dazwischenliegenden Hochflächenresten gegliedert.Bergland mit einzelnen markanten Kerbtälern und VulkanintrusionenKulturerbeKulturhistorischeCharakteristik:Vereinzelt sind an felsigen und flachgründigen Bereichen Trockenwälder ausgebildet oder Niederwaldbeständeals Reste der historischen Waldnutzung vertreten. Die Hochflächen stellen die bevorzugten Siedlungsstandortedar. Die Orte sind meist von Streuobstwiesen umgeben, die zur offenen Agrarflur überleiten. Extensive Nutzungsweisenfinden sich auch in Form vereinzelter Magerwiesen, Heiden und Feuchtwiesen.Als historisch bedeutsame und landschaftsbildprägende Bauwerke treten die vielen Mühlen, die alten Bahnhofsgebäudeund die Eisenbahnbrücken sowie das Kloster Buchholz in Erscheinung.Aufgrund der Reliefenergie sind die Talhänge und Vulkankuppen des Ueßbachberglands traditionell bewaldet,wobei sich durch die Aufforstung ehemaliger Heiden heute die Wald-Offenland-Verteilung zu Gunsten vonNadelforsten verschoben hat. Im übrigen Teil des Ueßbachberglandes beherrschen landwirtschaftlich genutzteFlächen mit Acker und Grünland das Bild. Reste alter Ackerterrassen sind in ortsnahen Lagen noch teilweisevorhanden. Magergrünland und Heiden sind meist durch Melioration oder Aufforstung verdrängt, wohingegenFeucht- und Nasswiesen in Talmulden sowie Verlandungs- und Sumpfvegetation vor allem am Jungfernweihernoch größerflächig verbreitet sind. Der Jungfernweiher war bereits im 19. Jahrhundert trockengefallen, starkversumpft und sukzessive für die Grünlandbewirtschaftung nutzbar gemacht worden. Erst Mitte des letztenJahrhunderts wurde er wieder eingestaut. Im Kernbereich des Trockenmaares Moosbrucherweiher hat hingegenin Folge der Nutzungsaufgabe Verbuschung und Bewaldung eingesetzt.Der Raum hat einige historisch bedeutsame Objekte aufzuweisen, die das Landschaftsbild bereichern, wie dieBurgruine Ulmen, Ringwallanlagen, das Hofgut in Ueß und einzelne Mühlen.34 Konkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 2013


Das Kerbtal des Ueßbachs ist überwiegend bewaldet, da das stark bewegte Gelände eine landwirtschaftlicheNutzung nur in der Talaue und auf Hochflächenresten möglich macht. An den Talhängen ist die Niederwaldbewirtschaftungals traditionelle Waldnutzungsform noch häufig vertreten. Im Kontrast zu den ausgedehntenWäldern stehen die feuchten Grünlandflächen in der Ueßbachaue und die landwirtschaftlich genutzten waldfreienHochflächenreste. Das historische Siedlungsbild ist durch kleine Haufendörfer und Weiler geprägt. DieserSiedlungscharakter ist in den meisten Ortschaften noch erhalten. Ulmen hat sich als zentraler Ort des Raumesstädtisch entwickelt. Keltische Hügelgräber und römische Siedlungsreste weisen auf die lange Besiedlung hin.HistorischeKulturlandschaftselementeAssoziativeElemente:Siedlung: Dörfliche bäuerliche Siedlungen, Ulmen mit kleinstädtischem Charakter, Kloster Buchholz sowiemehrere weitere sakrale Kulturdenkmale, zahlreiche MühlenNutzungen: Hoher Grünlandanteil mit Feuchtwiesen, Heiden und Magergrünland; Niederwald, RohstoffabbauArchäologie: Zahlreiche Hügelgräber sowie Zeugnisse der keltischen und römischen BesiedlungÜberlieferungen/ Sagen: -/-Nutzung/ TransformationAktuelle Nutzung:TouristischeBedeutung:Transformationsprozesse(Landschaftswandel):Grünlandnutzung und kleinflächiger Ackernutzung, an den Hängen Waldnutzung vorherrschendMittlere touristische Bedeutung, mehrere thematische Wanderwege, Eifel-Ardennen-Radweg, Maare-Mosel-RadwegLandwirtschaftlicher Strukturwandel, Querung durch A 1 und A 48Abgrenzung, VisualisierungSichtachsenpunkteAbgrenzungAchterblick, Klosterkirche Buchholz, SteinebergEinbindung der zahlreichen, insbesondere keltischen und römischen Zeugnisse und des Ulmener Maars,Erweiterung um oberes Ueßbachtal mit zahlreichen kulturhistorischen Bau- und Nutzungsrelikten, östliche Abgrenzungan den Hängen des Üeßbachtals, Einbindung der nördlichen Öfflinger Hochfläche mit hoher Dichtearchäologischer Zeugnisse (bedeutenden Bodendenkmalen), bedeutenden landschaftswirksamen Kulturdenkmalensowie zwei Trockenmaaren.Ausprägung der Dokumentations- und Identifikationsfunktion (Erbequalitäten)Konzentration/Dominanz HKLE:Vielfalt HKLE:Ausprägung HKLE:Kohärenz HKL:NaturräumlicheEigenart:Landschaftswandel:GesamtbewertungErbequalitäten:Hoher Anteil der tradierten Grünlandnutzung, oft intensiviertHohe Vielfalt unterschiedlicher HKLE in allerdings meist geringer Dichte (sakrale, herrschaftliche undprofane Baudenkmale, Mühlen), archäologische Fundstätten, Mager- und Feuchtgrünland, HeidenDurchschnittliche Ausprägung und Erhaltung der HKLEKohärentes Bergland mit weitgehend fließenden Übergängen und insgesamt mittlerer Prägnanz undWahrnehmbarkeitBergland der Eifel mit Kerbtal der UeßZerschneidung durch Verkehrsachsen (A 1, A 48), landwirtschaftlicher StrukturwandelCharakteristisches Bergland der Eifel mit vulkanischen Landschaftselementen und zahlreichen kulturhistorischenZeugnissen aus mehreren EpochenKonkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 201335


3.2.3 LiesertalKulturlandschaft:3.2 VulkaneifelNummer: 3.2.3 (270.4)Landschaftsraum:Kreis:Kurzcharakteristik:LiesertalVulkaneifel, Bernkastel-WittlichAbschnitt des Liesertals mit mehrerenBurgen/Burgruinen sowie ausgeprägtenTalmäandern und zahlreichen Felsen!Daun!MehrenUedersdorf!Gillenfeld!!Ulmen!LutzerathManderscheid!NaturerbeNaturräumlicheCharakteristik:MorphologischeMerkmale:Die Lieser bildet in ihrem Mittellauf ein rund 150 m tief in die Hochfläche eingeschnittenes Kerbtal mit ausgeprägtenTalmäandern. Die schmal ausgebildete Talsohle wird in Teilen vom Bachbett der Lieser ausgefüllt. Nurselten ist eine breitere Talaue ausgebildet. Die steilen Prallhänge sind häufig durch Felsbildungen strukturiert undihrerseits durch steile Taleinschnitte der Nebenbäche mit dazwischen liegenden Hochflächenresten gegliedert.Besonders markant sind die engen Talschleifen um einen Umlaufberg südlich Manderscheid.Tief in das Eifel-Bergland eingeschnittenes Kerbtal mit felsigen HängenKulturerbeKulturhistorischeCharakteristik:HistorischeKulturlandschaftselementeAssoziativeElemente:Der Landschaftsraum ist fast ausschließlich bewaldet. Ausnahmen bilden die von Natur aus waldfreien Felsen,der überwiegende Teil der Talaue sowie weinbaulich genutzte Südhänge bei Wittlich. Ansonsten prägenLaubwälder, die im Komplex mit Felsen in Teilbereichen als Trocken- oder Gesteinshaldenwälder ausgebildetsind, das Landschaftsbild. Niederwald als charakteristische Waldnutzungsform entlang steiler Talhänge istnoch häufig vertreten, wenn auch teilweise durchwachsen und in Hochwald überführt. Nadelforste liegen nurvereinzelt vor.Das mittlere Liesertal ist heute bis auf einzelne Mühlenanwesen unbesiedelt. Kulturhistorisch bedeutsameEinzelbauwerke, die das Landschaftsbild prägen, sind in erster Linie die eindrucksvollen Burgen bei Manderscheid(Ober- und Niederburg), sakrale Baudenkmale sowie die Eisenbahnviadukte und Tunnelportale der heutestillgelegten Eisenbahnlinie Wittlich-Daun.Siedlung: Mühlen, Ober- und Niederburg Manderscheid, kleine Burgruinen (Burg Freudenstein), sakrale Baudenkmale,historische Bahntrasse mit Brücken und ViaduktenWirtschaftsstruktur: Niederwald, AuengrünlandÜberlieferungen/ Sagen: -/-Nutzung/ TransformationAktuelle Nutzung:TouristischeBedeutung:Transformationsprozesse(Landschaftswandel):Waldnutzung, kleinflächig GrünlandnutzungHohe touristische Bedeutung durch die touristischen Hot Spots Ober- und Niederburg Manderscheid und dieumgebenden Aussichtspunkte wie den Belvedere Manderscheid, Erschließung durch Eifelsteig und LieserpfadAufgabe der NiederwaldnutzungAbgrenzung, VisualisierungSichtachsenpunkteAbgrenzungAussicht BelvedereOrientierung an naturräumlicher Einheit des Liesertals, Einbeziehung der auf das Tal bezogenen, relevantenhistorischen Kulturlandschaftelemente, südliche Begrenzung orientiert sich an der Grenze der gesamten HKL36 Konkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 2013


Ausprägung der Dokumentations- und Identifikationsfunktion (Erbequalitäten)Konzentration/Dominanz HKLE:Vielfalt HKLE:Ausprägung HKLE:Kohärenz HKL:NaturräumlicheEigenart:Landschaftswandel:GesamtbewertungErbequalitäten:Hohe Dichte ehemaliger Niederwälder, Dominanz der Burgruinen Manderscheid, sonst sehr geringeDichte an KLEMittlere Vielfalt historischer HKLE mit herrschaftlichen baulichen Kulturdenkmalen, archäologischenFundstätten und nutzungsbezogenen HKLE (Niederwald, kleinflächig Auengrünland)Markante Lage und Ausprägung der Ober- und Niederburg ManderscheidKohärenter, nur durch Wege erschlossener Talraum mit hoher Persistenz der Landschaftsstruktur, alsKulturlandschaft nur abschnittsweise wahrnehmbarMarkantes, felsiges Engtal mit naturnahem FließgewässerAufgabe der Niederwaldnutzung, geringer moderner LandschaftswandelBewaldetes Kerbtal mit bedeutenden herrschaftlichen Kulturdenkmalen und markanter naturräumlicherGestalt, geringer LandschaftswandelKonkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 201337


3.3 ElztalMayenKulturlandschaft:3.3 ElztalNummer: 3.3 (270.00)Landschaftsraum:Kreis:Kurzcharakteristik:ElztalCochem-Zell, Mayen-KoblenzDas Elztal stellt eine Kerbtallandschaftdar, die sichzwischen dem KaisersescherEifelrand und dem Maifeld,das bereits Teil des MittelrheinischenBeckens ist, in dasSchiefergebirge eingetiefthat. Insgesamt verleihen derAnteil naturnaher Strukturenund die landschaftsprägendenkulturhistorisch bedeutendenBauwerke dem Tal einen wildromantischenCharakter.!!DuengenheimKaiserseschKehrig!Mertloch!Muenstermaifeld!NaturerbeNaturräumlicheCharakteristik:MorphologischeMerkmale:Die Kerbtallandschaft des Elztals hat sich zwischen dem Kaisersescher Eifelrand und dem Maifeld in das Schiefergebirgeeingetieft. In seinem windungsreichen, engen Tal ist der Elzbach über weite Strecken mäandrierend. Diesteilen, felsigen Talhänge sind durch zahlreiche Zuflüsse gegliedert und fast durchgehend bewaldet.Felsenreiches Kerbtal der Elz im devonischen Grundgebirge mit naturnahem FließgewässerKulturerbeKulturhistorischeCharakteristik:HistorischeKulturlandschaftselementeAssoziativeElemente:In dem abwechslungsreichen Waldbild sind die vorherrschenden Laubwälder mittlerer Standorte und Niederwälderan sonnenexponierten Standorten mit Komplexen aus Trockenwäldern, Felsen und Trockenrasen, anSteilhängen mit Blockschutt und Gesteinshaldenwäldern verzahnt. Offenlandbereiche treten stark zurück undsind abgesehen von Grünlandbändern in der engen Talsohle von Elz und Nebengewässern nur am äußerstenNordrand um Monreal mit kleinflächigen Äckern und Grünlandflächen vorhanden.Der einzige Ort des Elztals ist Monreal, das mittelalterliche Stadtrechte besaß und bis ins 19. Jahrhundert bedeutenderSitz der Tuchmacherindustrie war. Ansonsten ist das Elztal aber reich an Mühlen und weist mehrerehistorisch bedeutsame und landschaftsbildprägende Bauten auf: Die auf das 12. und 13. Jahrhundert zurückgehendenBurgen Eltz und Pyrmont, die Burgruinen Philippsburg und Löwenburg (über Monreal) sowie dieKlosterruine Mädburg. Zwischen Monreal und Burg Pymont dokumentieren aufgelassene Schiefersteinbrücheden früheren Rohstoffabbau.Siedlung: Historisch geprägtes Tuchmacherdorf Monreal, sehr bedeutende landschaftswirksame herrschaftlicheKulturdenkmale, zahlreiche Mühlen, sakrale KulturdenkmaleNutzungen: Auengrünland, NiederwaldArchäologie: kleinere Bereiche mit besonderer Dichte archäologischer FundstättenÜberlieferungen/ Sagen: -/-Nutzung/ TransformationAktuelle Nutzung:TouristischeBedeutung:Transformationsprozesse(Landschaftswandel):Vorherrschend ist die waldbauliche Nutzung, kleinflächig GrünlandnutzungHohe touristische Bedeutung mit den Hot Spots Burg Eltz, Burg Pyrmont, Monreal mit Burgruinen Löwenburgund Philippsburg, Erschließung durch Moselsteig und mehrere TraumpfadeGeringer Landschaftswandel, Rückgang der tradierten Nutzungen (v.a. Niederwald)Abgrenzung, Visualisierung38 Konkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 2013


SichtachsenpunkteAbgrenzungBurg Eltz, Burg Pyrmont, Burgruine Monreal (Löwenburg)Grundsätzliche Orientierung an der naturräumlichen Abgrenzung (LANIS), Übergang zur Hochfläche als Grenzlinie,Erweiterung nach Nordwesten um Tuchmacherort Monreal und angrenzende Burgruinen, nach Südostenum Talschluss (Vernetzung mit HKL 5.1 Moseltal)Ausprägung der Dokumentations- und Identifikationsfunktion (Erbequalitäten)Konzentration/Dominanz HKLE:Vielfalt HKLE:Ausprägung HKLE:Kohärenz HKL:NaturräumlicheEigenart:Landschaftswandel:GesamtbewertungErbequalitäten:Landschaftliche Dominanz mittelalterlicher Herrschafts- und Sakralgebäude sowie des TuchmacherortsMonreal, landschaftlich herausragende Bedeutung der Burgen Elz und PyrmontHohe Vielfalt baulicher Kulturdenkmale (Burgen/Burgruinen, Klosterruinen, Mühlen, historischer Stadtkern),geringer Vielfalt historischer Nutzungsrelikte (v.a. Niederwälder)Hervorragend erhaltene Burg Eltz mit herausragender landschaftlicher Wirkung und gut erhalteneBurg Pyrmont; mittelalterlich geprägter, denkmalpflegerisch landesweit bedeutsamer Ort Monreal mitgut erhaltenen Fachwerkhäusern der wohlhabenden Tuchmacherzunft und Löwendenkmal auf dermittleren ElzbrückeKohärent erlebbares Engtal besonderer Eigenart mit hoher Persistenz der landschaftsprägenden Merkmaleund besonders landschaftsprägenden BaudenkmalenNaturnahes Kerbtal im Schiefergebirge mit naturnahem Bachlauf und FelsbildungenQuerung des Elztals durch die A 48, lokale Erholungseinrichtungen (Camping, Ferienpark), Anlage vonWindkraftanlagen auf der HochflächeMarkantes felsiges Engtal mit einzelnen sehr prägnanten und bedeutenden Kulturdenkmalen, hohernaturräumlicher Eigenart und geringem LandschaftswandelKonkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 201339


AssoziativeElemente:Überlieferungen/ Sagen: -/-Nutzung/ TransformationAktuelle Nutzung:TouristischeBedeutung:Transformationsprozesse(Landschaftswandel):Landwirtschaft, Waldwirtschaft, TourismusHohe touristische Bedeutung auch im Zusammenhang mit den Felsbildungen des Prümtals (Teufelsschlucht),Prädikats-Kurztouren im NaturWanderPark deluxLandwirtschaftlicher Strukturwandel, Verbrachung tradierter NutzflächenAbgrenzung, VisualisierungSichtachsenpunkteAbgrenzungAussicht Liboriuskapelle, Brackenberg, Schloss WeilerbachWestliche Begrenzung durch Landesgrenze, Orientierung an naturräumlicher Gliederung, Erweiterung umSeitentälchen mit hoher Dichte historischer Nutzungsrelikte sowie im Nordwesten um das Seitental des Gay-Baches mit bedeutenden baulichen DenkmalenAusprägung der Dokumentations- und Identifikationsfunktion (Erbequalitäten)Konzentration/Dominanz HKLE:Vielfalt HKLE:Ausprägung HKLE:Kohärenz HKL:NaturräumlicheEigenart:Landschaftswandel:GesamtbewertungErbequalitäten:Hohe Dichte an Baudenkmalen und archäologischen Denkmalen sowie bäuerlich geprägten OrtskernenHohe Vielfalt unterschiedlicher kulturhistorisch relevanter Baudenkmale aus zahlreichen Siedlungsepochenseit der FrühgeschichteHohe Bedeutung insbesondere der frühgeschichtlichen ZeugnisseHohe Persistenz der historisch geprägten Landschaftsstruktur, hohe Kohärenz der TallandschaftEngtal mit naturnahem Flusslauf und markanten Felsbildungen im Bereich des Luxemburger SandsteinsInsgesamt geringer Landschaftswandel und hohe Persistenz tradierter Nutzungen und LandschaftsstrukturenKohärent wahrnehmbarer, in hohem Maße von tradierten Nutzungen und Dörfern geprägter Talraummit zahlreichen und vielfältigen historischen Kulturlandschaftselementen und hoher archäologischerBedeutungKonkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 201341


4.1.2 Ferschweiler Plateau, PrümtalKulturlandschaft: 4.1 Bitburger Gutland /Ferschweiler PlateauNummer: 4.1.2 (262.03, 262.02)Landschaftsraum:Ferschweiler Plateau, PrümtalKreis:Kurzcharakteristik:Eifelkreis Bitburg-Prüm,Trier-SaarburgAltbesiedelte FerschweilerHochfläche und felsiges Talder Prüm!Bollendorf!IrrelRalingen!NaturerbeNaturräumlicheCharakteristik:MorphologischeMerkmale:KulturerbeKulturhistorischeCharakteristik:HistorischeKulturlandschaftselementeDas aus Liassandstein aufgebaute, zwischen 340 und über 400 m ü.NN. hohe Plateau bildet eine leicht gewellteHochfläche, die allseits in steilen Abstürzen, häufig mit vielfältigen Felsformationen und z.T. mit senkrechtenFelswänden, zu den Tälern von Prüm und Sauer sowie im Norden zum Mettendorfer Stufenland hin abbricht.Zum Prümtal hin ist der Rand der Sandsteintafel durch steile, aber weniger tief eingeschnittene Bachtäler gegliedert,während die Zuflüsse der Sauer den Plateaurand durch schluchtartige Täler zerschnitten haben. Zwischendem Ferschweiler Sandsteinplateau und dem Wolsfelder Berg bildet das Holsthumer Prümtal einen ca. 150 mtief eingeschnittenen, schluchtartig ausgebildeten Talabschnitt. Die Talhänge sind durch Terrassenbildung undden Wechsel unterschiedlich widerstandsfähiger Gesteine gestuft. Charakteristisch sind markante Felskanten wiedie „Teufelsschlucht“ und mächtige, eiszeitlich umgelagerte Felsblöcke, die u.a. die Prüm aufgestaut haben undso für die Entstehung der „Prümer Wasserfälle“ verantwortlich sind. Durch Quellaustritte an der Schichtgrenzezwischen Sandstein und Mergel sind die Talhänge des Weiteren durch Quellmulden gegliedert.Hochplateau im Liassandstein mit steilen Abstürzen zu den Tälern von Sauer und Prüm, markante Felsformationenund schluchtartig eingeschnittenes Tal der PrümIn den Randbereichen des Sandsteinplateaus und auf den Hangschultern stocken Misch- und Nadelwälder. Offenlandkonzentriert sich auf das Zentrum des Ferschweiler Plateaus, das als Rodungsinsel mit den OrtschaftenFerschweiler und Ernzen vollständig von Wald umgeben sind. Neben der Sandgrube mit Ruderal- und Pioniervegetationsüdlich von Ernzen gruppiert sich um die Ortslagen ein Mosaik aus Äckern und Wirtschaftsgrünland.Die Hanglagen stellen traditionell extensiv genutzte Offenlandflächen mit hohem Anteil an Streuobstwiesenund Magerwiesen dar. In den Keuperscharren treten zudem Halbtrockenrasen auf, die allerdings teilweise verbuschtsind. Auf den flacheren Unterhängen und in Talauen findet eine Nutzung mit Ackerbau, Hopfenanbau,Gartenbau und Wirtschaftsgrünland statt.Die Ortschaften Ferschweiler und Ernzen auf dem Plateau sowie die Dörfer der Prümtals sind als enge Haufendörfermit zahlreichen sakralen und profanen Denkmalen angelegt und in ihrem dörflichen Charakter erhalten.Darüber hinaus finden sich zahlreiche bedeutende Zeugen der frühen Besiedlung durch Kelten und Römer(Ringwälle, bronzezeitliche Festungsanlagen (Nieder- und Wikingerburg), steinzeitliche, keltische und römerzeitlicheKult-, Gräber- und Siedlungsstätten wie mehrere Menhire, Heidenaltar, Diana-Denkmal u.a.) auf dem Plateauund an den Hängen. Der gesamte Raum bildet einen Bereich mit besonders hoher Dichte archäologischerFundstätten von der Steinzeit bis in die keltische und römische Siedlungsepoche. Die Burgruinen Prümzurlayund Prümer Burg dokumentieren dagegen die mittelalterliche Siedlungs- und Herrschaftszeit, die WallfahrtskircheSchankweiler Klause geht auf das Barock zurück (Pippke/Leinberger 2009).Siedlung: Dörfliche Siedlungen, Haufendörfer, Weiler, zahlreiche herrschaftliche und sakrale BaudenkmaleNutzungen: Streuobst, Extensivgrünland, Halbtrockenrasen, Auengrünland, Ackerbau mit Sonderkulturen,GartenbauRaum mit besonderer Dichte archäologischer Fundstätten, landesweit bedeutende BodendenkmaleTrier42 Konkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 2013


AssoziativeElemente:Überlieferungen/ Sagen: -/-Nutzung/ TransformationAktuelle Nutzung:TouristischeBedeutung:Transformationsprozesse(Landschaftswandel):Auf der Hochfläche verbreitet intensiv genutztes Acker- und Grünland, im Prümtal vielfältiges Nutzungsmosaikaus extensiven Grünland, Streuobst und Ackerbau, in den Steilhängen WaldwirtschaftHohe touristische Bedeutung insbesondere im Zusammenhang mit den Felsformationen des Liassandsteinssowie den zahlreichen archäologischen Fundstätten (Archäologischer Wanderpfad); Prädikats-Kurztouren imNaturWanderPark deluxLandwirtschaftlicher Strukturwandel mit Verlust tradierter LandschaftselementeAbgrenzung, VisualisierungSichtachsenpunkte -/-AbgrenzungErweiterung um Ferschweiler Plateau und unteres Enztal mit hoher Dichte archäologischer Zeugnisse undzahlreichen Nutzungsrelikten im Offenland sowie das untere Prümtal mit der Prümerburg und Prümzurlay,Grenzziehung am Übergang zu den bewaldeten Kuppen des Bitburger LandesAusprägung der Dokumentations- und Identifikationsfunktion (Erbequalitäten)Konzentration/Dominanz HKLE:Vielfalt HKLE:Ausprägung HKLE:Kohärenz HKL:NaturräumlicheEigenart:Landschaftswandel:GesamtbewertungErbequalitäten:Mittlere Dichte an Baudenkmalen sowie bäuerlich geprägten Ortskernen, lokal hoher Anteil an tradiertemGrünland und StreuobstHohe Vielfalt unterschiedlicher kulturhistorisch relevanter Baudenkmale aus zahlreichen Siedlungsepochenseit der Frühgeschichte, tradierte Nutzungsformen insbesondere an den Hangbereichen(Streuobst, Magerwiesen)Hohe archäologische Bedeutung der frühgeschichtlichen und römischen Zeugnisse und FundstättenHohe Kohärenz bei insgesamt stark zonierter Landschaftsnutzung, mittlere Wahrnehmbarkeit der oftkleinräumigen KulturlandschaftselementeHochfläche und Engtal mit naturnahem Flusslauf und markanten Felsbildungen im Bereich des LuxemburgerSandsteinsVerbrachung tradierter landwirtschaftlicher Nutzungsformen, zahlreiche touristische EinrichtungenAltbesiedelte Kulturlandschaft mit hohem Anteil archäologischer Kulturdenkmale, mehreren landschaftswirksamenBaudenkmalen und landschaftswirksamen tradierten NutzungenKonkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 201343


5.1.1.1 Trierer MoseltalKulturlandschaft:5.1 MoseltalNummer: 5.1.1.1 (250.00, 250.01,250.02)Koblenz!TextLandschaftsraum:Trierer MoseltalKreis:Kurzcharakteristik:Trier-Saarburg, Stadt TrierDas Trierer Moseltal umfasstdie aufgeweitete Talniederung,die sich als bis zu 2 kmbreites Sohlental zwischenden steil aufragenden Felsender Buntsandsteinstufe undden Terrassenflächen desTarforster Plateaus erstreckt.Der Landschaftsraum istdicht besiedelt. Nahezu dergesamte Talraum wird durchSiedlungs- und Verkehrsflächenbestimmt. Die StädteTrier, Konz und Schweichnehmen den größten Teil desTalgrundes ein.! KonzSchweich!!TrierCochem !! Zell! Traben-Trarbach!Bernkastel-KuesNaturerbeNaturräumlicheCharakteristik:MorphologischeMerkmale:Mosel und Saar stellen mit den begleitenden, wenn auch oft nur schmalen Grünzonen die landschaftlicheLeitstruktur des Trierer Moseltals dar. Naturnahe Akzente finden sich z.B. am Hahnenwehr in Trier mit Insel.Westlich der Saar befindet sich das Könener Bruch. Es handelt sich um ein ehemals ausgedehntes Sumpfgebiet,das durch Industrieansiedlungen und Grundwasserabsenkungen verändert wurde. Die Stadtlandschaft von Trierwird im Nordwesten von den bewaldeten Hängen am steilen Anstieg zur Eifel deutlich begrenzt. Im Süden undSüdosten blieben die Steilhänge bei Konz/Karthaus sowie Petrisberg und Grünberg unbebaut und bilden dieStadtkulisse bzw. Grünzäsuren.Talweitung des Moseltals im Buntsandstein mit Palliener Sandsteinfelsen und Anstieg zum Tarforster Plateau imSüdenKulturerbeKulturhistorischeCharakteristik:Trier im Zentrum der bereits keltisch besiedelten Moseltalweitung wurde als römische Stadtgründung angelegtund hatte seine Blütezeit als Zentrum des weströmischen Reiches im 4. Jh. nach Chr. Trier weist dahertrotz mehrfacher Zerstörung ein sehr geschichtsträchtiges Stadtbild auf, das von einer Vielzahl von Kirchen,insbesondere Dom und Konstantins-Basilika, dem Kurfürstlichen Palais, Palais Kesselstatt und Pillishof, SchlossMonaise, alten Stadtvierteln und Stadthäusern sowie den erhaltenen römischen Bauten (z.B. Porta Nigra,Amphitheater, Thermen) geprägt ist. Gleichzeitig weist der Kulturlandschaftsraum des Trierer Moseltals eineaußerordentliche Dichte an archäologischen Fundpunkten (überwiegend aus der römischen Siedlungszeit, aberauch späteren Epochen) auf.Die historisch geprägten Stadtteile Pfalzel (historische Festung, Stift und kurfürstliche Residenz) und Pallien bildenauf der linken Seite des Moseltals zusammen mit der Kulisse der Sandsteinfelsen die bestimmenden Elemente derKulturlandschaft. In Konz wirkt das Kloster Karthaus als Blickfang im Stadtbild. Dagegen sind größere Teilbereicheder Talweitung, darunter die Moselaue um Zewen, Konz und Ehrang, inzwischen industriell geprägt.Die unbebaut verbliebenen Bereiche in der Talaue sind überwiegend für Ackerbau, Obstbau und gärtnerischeKulturen genutzt. Der Klosterberg zwischen Konz und Roscheid war ehemals eine geschlossene Weinlage, diesich heute in großen Teilen in Auflösung befindet. Die Hänge weiter nordöstlich sind überwiegend bewaldet,bei Karthaus auch in Teilen mit Fels und Trockenwald. Rebflächen und Magergrünland nehmen die südexponiertenHänge der Seitentälchen ein, wobei sich auch hier die zunehmende Nutzungsaufgabe in dem hohenAnteil brachgefallener oder verbuschter Flächen widerspiegelt.Parallel dazu hat sich die Stadt Trier mit mehreren neuen Stadtteilen und Infrastrukturen in die Seitentäler undauf das Tarforster Plateau ausgedehnt. Grünland erstreckt sich bandartig entlang der Unterhänge des unterenRuwertals, wo es z.T. mit Streuobstnutzung kombiniert ist.Die historischen Ortskerne mit Weingütern und einzelnen Herrschaftsgebäuden haben durch Siedlungswachstumihre kulturhistorische Bedeutung teilweise eingebüßt.In wesentlichen Teilen wird das Trierer Moseltal von großflächigen Gewerbegebieten geprägt, insbesondere inden Bereichen Saarmündung, Granahöhe, Euren/Zewen, Trier-Nord und Ehrang. In den weniger steilen Lagen44 Konkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 2013


haben sich die Städte Trier und Konz auch auf die anschließenden Hochflächen entwickelt, wobei z.T. völlig neueSiedlungsansätze entstanden (Roscheid, Trimmelter Hof, Universität, ehemalige Militärgelände). Auch sonst dominierenim Erscheinungsbild inzwischen weitgehend Neubaugebiete über die alten Ortskerne der Trierer Stadtteile.HistorischeKulturlandschaftselementeAssoziativeElemente:Siedlung: Zahlreiche bedeutende historische herrschaftliche, sakrale und profane Baudenkmale von der Römerzeitbis ins 19. Jahrhundert (teilweise UNESCO-Welterbe)Wirtschaftsstruktur: Tradierte Weinbaulagen (z.B. Bischöfliche Weingüter)Überlieferungen/ Sagen: Nimbus von Trier als „ältester Stadt Deutschlands“Nutzung/ TransformationAktuelle Nutzung:TouristischeBedeutung:Transformationsprozesse(Landschaftswandel):Vorherrschend Siedlungs- und Gewerbeflächen, Wald- und (ehemalige) Weinbauflächen in den HangbereichenSehr hohe touristische Bedeutung mit den touristischen Hot Spots:Trier: Bauwerke des UNESCO-Welterbes aus der römischen Epoche, historische Sakralgebäude, historischeInnenstadt, Stadtteil PfalzelErschließung durch Moselradweg und MoselsteigAussichtspunkte: Stadtteil Pallien (Mariensäule, Kath. Akademie, Fachhochschule), PetribergVerlust der Erlebbarkeit der Erbequalität durch hohen Anteil an Verkehrs-, Industrie- und Gewerbeflächen inder Talweitung, großflächige Siedlungserweiterungen und Entstehung einer Stadtlandschaft, Hochschule undNeuerschließung PetrisbergAbgrenzung, VisualisierungSichtachsenpunkteAbgrenzungLöschemer Kapelle, MariensäuleReduzierung der ursprünglich naturräumlich orientierten Abgrenzung aufgrund des erheblichen Landschaftswandelsim Bereich der Stadtlandschaft Trier, Ausgrenzung der ausgedehnten Industrie- und Gewerbeflächen(Konz, Zewen, Industriehafen Trier) sowie der neueren Siedlungserweiterungen (z.B. Petrisberg, Mariahof,Heiligkreuz) mit aktuell kaum wahrnehmbarer historischer PrägungAusprägung der Dokumentations- und Identifikationsfunktion (Erbequalitäten)Konzentration/Dominanz HKLE:Vielfalt HKLE:Ausprägung HKLE:Kohärenz HKL:NaturräumlicheEigenart:Landschaftswandel:GesamtbewertungErbequalitäten:Sehr hohe Dichte an baulichen Kulturdenkmalen, insbesondere aus der Römerzeit, aber auch späterenEpochen; hohe Dichte an sakralen Baudenkmalen, Weinbau als dominantes nutzungsbezogenes KulturlandschaftselementHohe Vielfalt an unterschiedlichen sakralen, herrschaftlichen und profanen baulichen Kulturdenkmalenaller Epochen, Nutzungsrelikte insbesondere der weinbaulichen Nutzung, StreuobstAußergewöhnliche archäologische Bedeutung; herausragende Zeugnisse der römischen Bau- undLebenskultur, sakrale Baudenkmale besonderer Bedeutung (dokumentiert durch die Ausweisung alsUNESCO-Welterbe)Kohärenz in der Trierer Talweitung noch vorhanden, durch Stadterweiterungen aber teilweise nureingeschränkt erlebbar, hohe Konzentration und Persistenz historischer Kulturlandschaftselemente inder Trierer InnenstadtTalweitung des Moseltals mit steilen Sandsteinhängen im Norden und flacherem Übergang zum TarforsterPlateau im SüdenErschließung ausgedehnter Industrie- und Gewerbeflächen in der Moselaue im Umfeld, Siedlungserweiterungen,Rückzug der tradierten Nutzungsformen, Ausbau der touristischen InfrastrukturUrban geprägter, teilweise morphologisch markanter Talraum mit sehr bedeutsamen historischen Kulturlandschaftselementen(tw. UNESCO-Welterbe) insbesondere aus der römischen Epoche und hoherarchäologischer BedeutungKonkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 201345


5.1.1.2 RuwertalKulturlandschaft: 5.1 MoseltalNummer: 5.1.1.2 (250.03)Koblenz!TextLandschaftsraum:Kreis:Kurzcharakteristik:RuwertalTrier-Saarburg, Stadt TrierAufgeweitetes, vom tradiertenWeinbau geprägtes unteresRuwertalCochem !! Zell! Traben-Trarbach!Bernkastel-KuesSchweich!! Konz!TrierNaturerbeNaturräumlicheCharakteristik:MorphologischeMerkmale:Bedingt durch die Gesteinslagerung des Schiefergebirges tritt die Ruwer in ihrem Unterlauf ab Waldrach in einenTalabschnitt mit breiter ausgebildeter Talsohle ein. Offenland nimmt im Gegensatz zum Mittel- und Oberlauf derRuwer den größten Teil des Landschaftsraumes ein.Talweitung des Ruwertals mit aufgeweiteter Talsohle im Übergang zum MoseltalKulturerbeKulturhistorischeCharakteristik:HistorischeKulturlandschaftselementeAssoziativeElemente:Die Talaue der Ruwer ist außerhalb der Ortslagen durch intensiv genutzte Acker- und Grünlandflächen geprägt.Grünland erstreckt sich bandartig auch entlang der Unterhänge, wo es z.T. mit Streuobstnutzung kombiniertist. Weinbauflächen, die überwiegend zu großen Nutzungseinheiten zusammengefasst wurden, nehmen diesonnenexponierten Talhänge ein. Vor allem in den kleinen Seitentälern wurden Weinbauflächen innerhalb derletzten Jahrzehnte aus der Nutzung genommen und der Sukzession überlassen.Die historischen Ortskerne befinden sich in der Tallage des Ruwertals und seiner Seitentäler. Im Einflussbereichder Stadt Trier haben sich vor allem die Dörfer im unteren Talabschnitt deutlich auf die angrenzenden Talhängeausgedehnt. Tradierte Weingüter, mehrere Mühlen, historisch bedeutende Kirchen und weitere sakrale Kulturdenkmalesowie kleine Schlossanlagen (Marienlay) bilden landschaftswirksame bauliche historische Kulturlandschaftselemente.Siedlung: Historische dörfliche Ortskerne, viele historische herrschaftliche, sakrale und profane Baudenkmale,MühlenNutzungen: Tradierte Weinbaulagen in Steil- und Steilstlage (z.B. Bischöfliche Weingüter), Auengrünland, StreuobstArchäologie: Bedeutende BodendenkmaleÜberlieferungen/ Sagen: -/-Nutzung/ TransformationAktuelle Nutzung:TouristischeBedeutung:Transformationsprozesse(Landschaftswandel):In sonnenexponierten Hanglagen Weinbau, tw. brachliegend, in der Aue Grünlandnutzung, kleinflächigerObstbauMittlere touristische Bedeutung mit Waldrach als Hot Spot, mehreren Aussichtpunkten und Erschließung durchden Ruwer-Hochwald-Radweg, Saar-Hunsrück-Steig und den Morscheider GrenzpfadIn Randbereichen Aufgabe der Weinbaunutzung, Suburbanisierung der tradierten Weinbaudörfer46 Konkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 2013


Abgrenzung, VisualisierungSichtachsenpunkte -/-AbgrenzungOrientierung an naturräumlicher Gliederung, Erweiterung nach Süden bis Morscheid wegen mehrerer landschaftswirksamerKulturdenkmaleAusprägung der Dokumentations- und Identifikationsfunktion (Erbequalitäten)Konzentration/Dominanz HKLE:Vielfalt HKLE:Ausprägung HKLE:Kohärenz HKL:NaturräumlicheEigenart:Landschaftswandel:GesamtbewertungErbequalitäten:Hohe Dichte und Abundanz des tradierten Steillagenweinbaus, hohe Dichte an sakralen, herrschaftlichenund profanen BaudenkmalenMittlere bis hohe Vielfalt an unterschiedlichen sakralen, herrschaftlichen und profanen baulichen Kulturdenkmalen,Nutzungsrelikte insbesondere der weinbaulichen Nutzung, StreuobstGute Ausprägung der Weinbaulandschaft und der baulichen Denkmale, erhebliche Überprägung derdörflichen SiedlungenKohärent wahrnehmbares, von persistenten Nutzungen geprägte Kulturlandschaft mit landschaftswirksamenEinzeldenkmalenAufgeweitetes Tal mit steilen Hängen im Unterlauf der RuwerDeutlicher Landschaftswandel durch Siedlungserweiterungen, Rückzug der tradierten Nutzungsformen,landwirtschaftlicher StrukturwandelVom Weinbau geprägter Talabschnitt der Ruwer mit deutlicher kulturhistorischer Prägung und zahlreichenbaulichen KulturlandschaftselementenKonkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 201347


5.1.2 Moselschlingen der MittelmoselKulturlandschaft:5.1 MoseltalNummer: 5.1.2 (250.30, 250.31,250,32)Koblenz!TextLandschaftsraum:Moselschlingen der MittelmoselKreis:Trier, Bernkastel-Wittlich,Cochem-ZellCochem !Kurzcharakteristik:Wärmebegünstigtes Engtalder Mosel im devonischenSchiefergebirge mit ausgeprägtenFlussmäandern,jahrtausendealtem Weinbau,tradierten Weinbauorten undzahlreichen landschaftswirksamenKulturdenkmalenSchweich!! Zell! Traben-Trarbach!Bernkastel-Kues! Konz!TrierNaturerbeNaturräumlicheCharakteristik:MorphologischeMerkmale:Von der ausgedehnten Trierer Talweitung kommend bildet die Mosel ab Schweich mit dem Eintritt in das RheinischeSchiefergebirge ein bis zu 300 m tief eingeschnittenes Tal. Die Flusslandschaft ist charakterisiert durchausgeprägte Talmäander, die wechselseitig steile Prallhänge und breit angelegte Gleithänge aufweisen. Diefelsreichen Prallhänge bilden zu den Moselrandhöhen einen schroffen Übergang mit z.T. fast senkrecht abfallendenTalflanken, während die Gleithänge mit einer Abfolge typischer Flussterrassen mit Sedimentschichten ausFlusskiesen, Sanden und Lehmen stufenförmig zu den Randhöhen hin aufsteigen. Natürliche oder naturnaheAuenlandschaften wurden durch den Ausbau der Mosel als Schifffahrtsstraße und die Nutzbarmachung der Aueverdrängt.Die Talhänge sind von einzelnen, kerbtalförmig tief eingeschnittenen Tälern (v.a. durch Dhron, Salm, Fellerbach,Lieser, Frohn- und Veldenzer Bach als weitgehend naturnahe Gewässer) und einigen kleineren Bächen mit nurschwach eingetieften Tälern gegliedert. Der enge Talraum weist ein eigenständiges, wärmebegünstigtes Lokalklimaauf, das sich durch höhere Durchschnittstemperaturen und geringere durchschnittliche Niederschlagsmengenals auf den umgebenden Moselrandhöhen auszeichnet.Moselengtal mit mehreren Talmändern im Rheinischen SchiefergebirgeKulturerbeKulturhistorischeCharakteristik:Mit dem Eintritt in das Schiefergebirge beginnt bei Schweich das vom Weinbau geprägte Engtal der Mittelmosel.Besonders die süd- und westexponierten Hänge werden schon seit der Römerzeit weinbaulich bewirtschaftet,wobei sich der tradierte Weinbau auch auf die Seitentälchen von Kahlbach, Salm, Dhron, Lieser, Frohn- undVeldenz-Bach sowie das Umlauftal von Lieser erstreckt. Seit den 1960er Jahren wurde der Weinbau auchzunehmend auf ungünstiger exponierte Hänge und Flachlagen unter Zurückdrängung des Streuobstanbausausgedehnt, während heute eine zunehmende Aufgabe der Bewirtschaftung der Steillagen zu verzeichnen ist.Steillagenweinbau erfolgt meist nur noch an Südhängen, ist aber an den felsdurchsetzten Prallhängen immernoch landschaftsprägend. Außerhalb der besiedelten Bereiche ist die schmale Moselaue überwiegend intensivals Grünland genutzt. Offenlandbereiche an den Oberhängen, die durch Terrassierung nutzbar gemacht wurden,sind dagegen noch häufig durch artenreiches und mageres Grünland sowie vereinzelte Streuobstbeständegeprägt. Wald tritt untergeordnet dort auf, wo steile Nordhänge und klimatisch ungünstige OberhanglagenWeinbau unrentabel machen. Die Nutzung der Niederwälder auf den Steilhängen wurde mit dem Zusammenbruchder Lohheckenwirtschaft weitgehend eingestellt, auf steilen Nordhängen sind durchwachsende Niederwälderjedoch noch verbreitet.Entlang des Moselabschnitts reihen sich zahlreiche tradierte Winzerdörfer (z.B. Ürzig, Enkirch, Erden, Kröv,Neumagen, Reil, Pünderich) und die Kleinstädte Traben-Trabach, Bernkastel-Kues und Zell mit bedeutendenhistorischen Ortskernen und zahlreichen Kulturdenkmalen, die teilweise bis auf die römerzeitliche Gründungzurückgehen (z.B. Kastell Neumagen-Dhron) und auf meist kleinen Flussterrassen oder den flacheren Talhängenangesiedelt sind. Mehrere Burgen (z.B. Landshut, Grevenburg, Arras), Schlösser und sakrale Baudenkmale(Klöster Marienburg, Siebenborn, Machern, zahlreiche Kirchen und Kapellen) bilden durch ihre exponierte Lageam Fluss, häufig kombiniert mit Felsformationen, markante landschaftswirksame Kulturdenkmale.50 Konkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 2013


HistorischeKulturlandschaftselementeAssoziativeElemente:Siedlungsstruktur: Dörfliche und kleinstädtische, vom Weinbau geprägte Orte auf schmalen Moselterrassenund Gleithängen mit zahlreichen Baudenkmalen, mehrere exponierte Burgen und Schlösser, zahlreiche sakraleund profane Baudenkmale, Bahnviadukt PünderichNutzungen: Großflächig und landschaftsprägend (Steillagen)Weinbau mit tradierten, vielfach weltbekanntenLagen, Niederwald, Streuobst, Magergrünland, AuengrünlandÜberlieferungen/ Sagen: -/-Nutzung/ TransformationAktuelle Nutzung:TouristischeBedeutung:Transformationsprozesse(Landschaftswandel):An südlich exponierten Hängen fast ausschließlich Weinbau, an Nordhängen Waldwirtschaft, intensive touristischeNutzungSehr hohe touristische Bedeutung, zahlreiche touristische Hot Spots und Aussichtspunkte entlang der Moselhängeauf die kulturhistorisch geprägte Tallandschaft, Erschließung durch Moselsteig und angehängte Schleifensowie mehrere Prädikats-Kurztouren, Moselradweg und die AusflugsschifffahrtRückgang der tradierten Weinbaunutzung in terrassierten Steillagen, verkehrliche Erschließung und BelastungAbgrenzung, VisualisierungSichtachsenpunkteAbgrenzungAussichtsturm Prinzenkopf, Auf‘m Rech, Blick auf Burg Landshut, Burg Landshut, Burgberg, Fünfseenblick,Kröver Bergkapelle, Mehringer Berg, Schöne Aussicht, WeisslayGrundsätzliche Orientierung an der naturräumlichen Abgrenzung (LANIS), Erweiterung in Bereichen mit übergreifenderWeinbaunutzung und baulichen Kulturdenkmalen in Seitentälern und dem Moseltal zugewandtenTalhängen, Ausgrenzung von geschlossenen randlichen Waldgebieten geringer kulturhistorischer PrägungAusprägung der Dokumentations- und Identifikationsfunktion (Erbequalitäten)Konzentration/Dominanz HKLE:Vielfalt HKLE:Ausprägung HKLE:Kohärenz HKL:NaturräumlicheEigenart:Landschaftswandel:GesamtbewertungErbequalitäten:Hohe Konzentration und Dominanz tradierter weinbaugeprägter Siedlungs- und Nutzungselementeund der tradierten Nutzungsform auch in Steil- und Steilstlagen, hohe Dichte an Baudenkmalen undarchäologischen Stätten unterschiedlicher Epochen seit der RömerzeitHohe Vielfalt unterschiedlicher Kulturlandschaftsdenkmale unterschiedlicher Kulturepochen, herrschaftliche,sakrale und profane landschaftswirksame Baudenkmale, historisch bedeutsame Stadt- undOrtskerne, zahlreiche auf den Weinbau bezogene Kulturlandschaftselemente, zahlreiche NiederwälderStadtkerne mit bundesweiter denkmalpflegerischer Bedeutung (Bernkastel, Zell) sowie weitere bedeutendehistorische Ortskerne, Kulturdenkmale mit besonderer landschaftlicher und denkmalpflegerischerBedeutung, flächenhafter talbegleitender SteillagenweinbauTradierte Weinbaulandschaft mit besonderer landschaftlicher Eigenart und Nutzungskontinuität, engerlandschaftlicher Zusammenhang von Engtallandschaft, prägenden Nutzungen und HKLEKlimabegünstigtes, tief eingesenktes Engtal mit ausgeprägten Talmäandern, Umlaufbergen, Prall- undGleithängen sowie FlussterrassenMoselausbau zur Schifffahrtsstraße, Siedlungswachstum an Gleithängen, Verkehrserschließung, Flurbereinigungund Rückgang des Terrassenweinbaus, Ausbau der touristischen InfrastrukturHistorisch geprägte Kulturlandschaft mit abundantem, persistentem Weinbau und hoher Dichte anvon historischen Stadt- und Dorfkernen geprägten Weinorten sowie zahlreichen bedeutenden undlandschaftsprägenden Baudenkmalen in einem klimabegünstigten, tief eingesenkten Engtal mit ausgeprägtenTalmäandernKonkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 201351


5.1.3 Cochemer MoseltalKulturlandschaft: 5.1 MoseltalNummer: 5.1.4 (250.33, 250.34)Koblenz!TextLandschaftsraum:Cochemer MoseltalKreis:Cochem-ZellKurzcharakteristik:Wärmebegünstigtes zentralesEngtal der Mosel im RheinischenSchiefergebirgezwischen Calmont undElzmündung mit Flussmäandern,steilen Weinbauhängenund zahlreichen tradiertenWeinbauorten. Die Weinbergslagenzwischen Bremmund Ediger-Eller sind als diesteilsten Weinhänge Europasbekannt.Schweich!Cochem !! Zell! Traben-Trarbach!Bernkastel-Kues! Konz!TrierNaturerbeNaturräumlicheCharakteristik:MorphologischeMerkmale:Das Cochemer Moseltal stellt ein Durchbruchstal im Rheinischen Schiefergebirge dar. Die Mosel durchfließt hierein schmalsohliges, V-förmiges Tal in mehreren weiten Mäandern unter Ausbildung der charakteristischen steilenPrallhänge und seicht ansteigenden Gleithänge. Im unteren Teilabschnitt bildet die Mosel ein fast geradlinigesEngtal, das sich 200 bis 250 m tief in das Schiefergebirge eingeschnitten hat. Die steilen, teils felsigen Talflankensind wiederum durch kerbtalartige Nebentäler der Moselzuflüsse intensiv gegliedert. Durch den Ausbau derMosel zur Schifffahrtsstraße ist der Charakter des Landschaftsraums zwar deutlich überformt; das Großrelief undder Moselverlauf als solcher sind aber in ihren Grundzügen erhalten und bilden die markantesten landschaftsprägendenElemente.Tief in das Schiefergebirge eingesenktes Engtal mit steilen Prall- und Gleithängen sowie TalmäandernKulturerbeKulturhistorischeCharakteristik:Die waldfreien sonnenexponierten Lagen des Cochemer Moseltals sind seit der Römerzeit weinbaulich genutzt,wobei die Hänge oft durch Trockenmauern terrassiert wurden. Die steilen, sonnenexponierten Hangabschnittesind trocken-warm geprägt mit einem Wechsel von Rebflächen (z.T. mit Trockenmauern), Weinbergsbrachenund Halbtrockenrasen, Trockengebüschen und Felsen. Allerdings werden kleinteilige Lagen zunehmend ausder Nutzung genommen. Die nördlich exponierten Talhänge sind fast durchgehend bewaldet, wobei Laubwaldüberwiegt. Sie sind ebenso wie die offenen Hanglagen durch Komplexe mit Felsvorsprüngen, GesteinshaldenundTrockenwald geprägt. Niederwälder als traditionelle Waldnutzung sind an den steilen Talflanken erhaltenund erstrecken sich auch entlang der zahlreichen kerbtalförmig ausgebildeten Nebentäler und Rinnen, diedie Moseltalhänge zerschneiden. Sie nehmen alle Hangbereiche (v.a. Nordhänge) ein, die für weinbaulicheNutzung ungeeignet sind. Entlang steiler und felsreicher Hänge sind sie lokal als Trocken- und Gesteinshaldenwälderausgebildet, wo sie mit offenen Felsen und Trockenrasen vergesellschaftet sind.Die Talniederung und die sanften Gleithänge teilen sich landwirtschaftliche Flächen und Siedlungen. Die hierursprünglich stärker vertretene Grünlandnutzung ist durch Ausweitung des Weinbaus in flachere Lagen unddurch die Ausdehnung der Ortslagen zurückgegangen.Bedeutende Orte des Landschaftsraums sind die bundesweit bedeutsamen Altstädte von Cochem (beherrschtvon der gleichnamigen Burg) und Beilstein. Darüber hinaus sind mehrere bedeutende historische Ortskerneder Weinbauorte (z.B. Bremm, Fankel, Ediger, Klotten, Mesenich, St. Aldegrund) vorhanden. Neben der BurgCochem sind als weitere sehr landschaftsprägende Elemente die Burg Metternich und die Burgen bei Treis undCoraidelstein auf Terrassenspornen über dem Moseltal sowie die mittelalterliche Klosterruine Stuben inmittender Bremmer Moselschleife besonders zu erwähnen.52 Konkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 2013


HistorischeKulturlandschaftselementeAssoziativeElemente:Siedlung: Dörfliche und kleinstädtische, vom Weinbau geprägte Orte mit hoher Dichte an Baudenkmalen,mehrere landschaftswirksame Burgen, zahlreiche sakrale und profane BaudenkmaleWirtschaftsstruktur: Teilweise terrassierter Steillagen-Weinbau mit tradierten, weltbekannten Lagen, Niederwälder,Streuobst, AuengrünlandBereiche mit hoher Dichte archäologischer Fundstätten, bedeutende BodendenkmaleÜberlieferungen/ Sagen: -/-Nutzung/ TransformationAktuelle Nutzung:TouristischeBedeutung:Transformationsprozesse(Landschaftswandel):Vorherrschend weinbauliche Nutzung der Hänge, waldbauliche Nutzung, intensive touristische NutzungSehr hohe touristische Bedeutung, zahlreiche touristische Hot Spots, Erschließung durch Moselsteig, Moselradweg,Klettersteig Calmont und AusflugsschifffahrtAusbau der Mosel zur Schifffahrtsstraße, Rückgang der Weinbaunutzung in terrassierten Steillagen, verkehrlicheErschließung, Ausbau der touristischen InfrastrukturAbgrenzung, VisualisierungSichtachsenpunkteAbgrenzungEiserner Mast, Gipfelkreuz Calmont, Pinnerkreuz, Römergräber NehrenOrientierung an der naturräumlichen Abgrenzung (LANIS), Erweiterung um dem Moseltal zugewandte Niederwaldbereichesowie von Moselschleifen eingeschlossenen Spornen mit engem kulturhistorischem Bezug zumMoseltalAusprägung der Dokumentations- und Identifikationsfunktion (Erbequalitäten)Konzentration/Dominanz HKLE:Vielfalt HKLE:Ausprägung HKLE:Kohärenz HKL:NaturräumlicheEigenart:Landschaftswandel:GesamtbewertungErbequalitäten:Hohe Konzentration und Dominanz tradierter weinbaugeprägter Siedlungs- und Nutzungselementesowie der tradierten Nutzungsform auch in Steil- und Steilstlagen, hohe Dichte an Baudenkmalen undarchäologischen Stätten unterschiedlicher Epochen seit der RömerzeitHohe Vielfalt an Kulturlandschaftsdenkmalen unterschiedlicher Kulturepochen, herrschaftliche, sakraleund profane landschaftswirksame Baudenkmale, historisch bedeutsame Stadt- und Ortskerne, zahlreicheauf den Weinbau bezogene Kulturlandschaftselemente, zahlreiche NiederwälderTradierte Weinbaulandschaft mit besonderer Eigenart und Nutzungskontinuität, Stadtkerne mit bundesweiterdenkmalpflegerischer Bedeutung (Cochem, Beilstein)Sehr hohe Kohärenz und Wahrnehmbarkeit des Moseltalabschnitts mit persistenten Kulturlandschaftselementenund dominanter tradierter WeinbaunutzungKlimabegünstigtes Engtal mit ausgeprägten Talmäandern, Umlaufbergen, Prall- und Gleithängen sowieFlussterrassenRückgang der Weinbaunutzung in terrassierten Steillagen, verkehrliche Erschließung, Ausbau dertouristischen InfrastrukturHistorisch geprägte Kulturlandschaft hoher Eigenart mit abundantem, persistentem Steillagenweinbauund hoher Dichte an von historischen Stadt- und Dorfkernen geprägten Weinorten sowie zahlreichenbedeutenden und landschaftsprägenden Baudenkmalen in einem klimabegünstigten, tief eingesenktenEngtal mit ausgeprägten TalmäandernKonkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 201353


5.1.4 Unteres MoseltalKulturlandschaft:5.1 MoseltalNummer: 5.1.4 (291.3, 291.30,291.201, 291.202)Koblenz!TextLandschaftsraum:Unteres MoseltalKreis:Mayen-Koblenz, StadtKoblenzCochem !Kurzcharakteristik:Wärmebegünstigtes,gestrecktes östliches Engtalder Mosel zwischen Klottenund Koblenz im RheinischenSchiefergebirge mit steilenWeinbauhängen, StreuobstundAckerbau, zahlreichentradierten Weinbauortenund landschaftswirksamenBaudenkmalenSchweich!! Zell! Traben-Trarbach!Bernkastel-Kues! Konz!TrierNaturerbeNaturräumlicheCharakteristik:MorphologischeMerkmale:Das Durchbruchstal schneidet sich auf einer Länge von ca. 25 km unter Ausbildung einzelner Talmäander 150bis 200 m tief in das Rheinische Schiefergebirge ein. Die Talhänge sind aufgrund des häufigen Wechsels vonHunsrückschiefer und Quarzit, der östlich von Alken abgebaut wird, lebhaft gegliedert. Mehrere steile Nebentälchen,insbesondere zwischen Burgen und Oberfell, haben die Talhänge tief zerschnitten. Die Flanken brechennach oben gegen die Terrassenkante mit einem markanten Hangknick ab. Naturnahe Uferbereiche mit Auenwäldernsind in wenigen Restflächen, vor allem auf den Inseln, erhalten.Die Dieblicher Terrasse umfasst ein Plateau der Mosel-Hauptterrasse, das von einem weiten Talmäander derMosel eingefasst ist. Der nördliche Teil ist wenig gegliedert und steigt allmählich gegen den Waldescher Rheinhunsrückan.Im untersten Abschnitt weitet sich das Moseltal deutlich auf und bildet zur Koblenzer Karthause und amTerrassenanstieg nördlich Güls zwei Prallhänge mit gegenüberliegenden Gleithängen aus. Das Großrelief derFlusslandschaft ist erhalten, obwohl der gesamte Landschaftsraum durch die starke Inanspruchnahme derTalsohle, Verbau der Uferbereiche (u.a. Bootshafen bei Güls), Ausbau der Mosel zur Großschifffahrtsstraße undRegulierung der Wasserführung durch Stauhaltung deutlich überformt ist.Tief in das Schiefergebirge eingesenktes Engtal mit steilen Talhängen und einzelnen Prall- und GleithängenKulturerbeKulturhistorischeCharakteristik:An den wärmebegünstigten Lagen sind die steilen Talhänge des Unteren Moseltals häufig im Rahmen der weinbaulichenNutzung terrassiert. Sie sind verzahnt mit Brachen und Gebüschbeständen, die zu den waldreichen,nordexponierten Hängen überleiten. Im Gegensatz zur offenen Talsohle sind diese, ebenso wie die Seitentäler,durch Komplexe aus Laubwäldern (darunter Trocken- und Gesteinshaldenwälder), Niederwäldern, Trockenrasenund offenen Felsen gekennzeichnet. Im Übergang zu den Terrassen dominiert Ackerbau, insbesondere auf derlinken Moselseite. Dagegen werden die weniger steilen Talränder von größeren Grünlandbeständen, z.T. mittradiertem Magergrünland und häufig in Kombination mit Streuobst, geprägt (z.B. bei Dieblich, Winningen,Niederfell und Burgen). Im Weinbau ist der Anbau auf terrassierten Lagen üblich und an steilen Hangabschnittenhäufig mit offenen Felspartien oder Halbtrockenrasen und Weinbergsbrachen verzahnt. Die lössbedecktenBöden der Dieblicher Terrasse stellen fruchbare Ackerstandorte dar, die intensiv bewirtschaftet werden. An denOberhangbereichen markieren Streuobstbestände als Reste einer früher verbreiteten Nutzung den Übergang zuden steilen Moseltalhängen.Mehrere historisch geprägte Weinorte (z.B. Alken, Hatzenport, Karden, Kobern-Gondorf, Niederfell, Pommern,Treis-Karden, Winningen) säumen die Talniederung an der Mündung der Seitenbäche und erstrecken sich aufden sanft geneigten Gleithängen. Darüber hinaus weisen die Vielzahl der auf den Terrassenspornen gelegeneBurgen (Thurant, Bischofstein, Treis, Wildburg, Oberburg und Niederburg bei Kobern) sowie Schloss Gondorfund das Kloster Kühr auf eine altbesiedelte, sehr geschichtsträchtige Landschaft hin.54 Konkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 2013


Teile des rheinnahen Landschaftsraums sind deutlich durch die Nähe zum Ballungsraum Koblenz-Andernach-Neuwied beeinflusst. Mit Moselweiß auf einem sanften Gleithang und Güls an der Mündung des SchleiderBachs bilden zwei ursprünglich weinbaulich geprägte, suburbanisierte Haufendörfer die Siedlungsflächen imÜbergang zum Oberen Mittelrheintal.HistorischeKulturlandschaftselementeAssoziativeElemente:Siedlung: Tradierte Winzerorte mit historischen Siedlungskernen auf den Flussterrassen und Gleithängen, zahlreichelandschaftswirksame herrschaftliche und sakrale BaudenkmaleNutzungen: Großflächig terrassierter Steillagenweinbau (teilweise brachliegend), Streuobst, Niederwälder,Auengrünland, Magergrünland, AckerbauÜberlieferungen/ Sagen: -/-Nutzung/ TransformationAktuelle Nutzung:TouristischeBedeutung:Transformationsprozesse(Landschaftswandel):Vorherrschend Weinbau (tw. brachliegend), auf Kuppen landwirtschaftliches Nutzungsmosaik, bewaldeteSteilhänge meist unbewirtschaftetSehr hohe touristische Bedeutung mit mehreren touristischen Hot Spots, zahlreichen Aussichtspunkten; ausgeprägteAusflugsschifffahrt, Erschließung durch Moselradweg, Moselsteig, RheinBurgenWeg und TraumpfadeSiedlungsexpansion insbesondere im Einzugsbereich des Verdichtungsraums Koblenz, Querung des Moseltalsdurch A 61, Vielfach Aufgabe des terrassierten SteillagenweinbausAbgrenzung, VisualisierungSichtachsenpunkteAbgrenzungArchäologiepark Martberg, Kirche Bleidenberg, Lasserg Küppchen, RosenbergNach Osten Erweiterung um der Mosel zugewandte Hangbereiche mit Niederwaldrelikten und Mündungsbereichenkleiner Seitentälchen, nach Westen Reduzierung der Fläche um die Anteile der Hochfläche mit anderemkulturlandschaftlichem Charakter; Erweiterung nach Osten um Güls (ausgedehntes Streuobstwiesengebiet) bisan den Stadtrand von Koblenz (Vernetzung mit dem UNESCO-Welterbegebietes Oberes Mittelrheintal)Ausprägung der Dokumentations- und Identifikationsfunktion (Erbequalitäten)Konzentration/Dominanz HKLE:Vielfalt HKLE:Ausprägung HKLE:Kohärenz HKL:NaturräumlicheEigenart:Landschaftswandel:GesamtbewertungErbequalitäten:Hohe Konzentration und Dominanz tradierter weinbaugeprägter Siedlungs- und Nutzungselementesowie der tradierten Nutzungsform auch in Steil- und Steilstlagen, hohe Dichte an Baudenkmalen undarchäologische Stätten unterschiedlicher Epochen seit der RömerzeitHohe Vielfalt unterschiedlicher Kulturlandschaftsdenkmale mehrerer Kulturepochen, herrschaftliche,sakrale und profane landschaftswirksame Baudenkmale, historisch bedeutsame Ortskerne, zahlreicheauf den Weinbau bezogene Kulturlandschaftselemente, zahlreiche NiederwälderTradierte Weinbaulandschaft mit hohem Anteil terrassierter, kleinteiliger Weinbaulagen besondererEigenart und Nutzungskontinuität, Ortskerne mit besonderer denkmalpflegerischer Bedeutung (Alken,Kobern)Kohärent wahrnehmbarer, von tradierten und persistenten Nutzungen geprägter Kulturlandschaftsraum,der eng mit der historischen Kulturlandschaft des mittleren Moseltals und dem UNESCO-WelterbeOberes Mittelrheintal verknüpft istKlimabegünstigtes, tief eingeschnittenes Engtal mit Prall- und Gleithängen, Inseln sowie FlussterrassenAusbau der Mosel zur Schifffahrtsstraße, Nutzungsaufgabe des terrassierten Steillagenweinbaus, Siedlungserweiterungam Rand des Verdichtungsraums KoblenzMarkanter, tief eingeschnittener Engtalbereich des Moseltals mit bis heute anhaltenden persistentenlandschaftsprägenden Nutzungen, vielen historisch geprägten Winzerorten sowie zahlreichen landschaftswirksamenKulturdenkmalenKonkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 201355


5.2.1 Unteres SaartalKulturlandschaft:5.2 Saartal! TrierNummer: 5.2.1Landschaftsraum:Kreis:Kurzcharakteristik:Unteres SaartalTrier-SaarburgDas untere Saartal beinhaltetden weinbaulich geprägtenTalraum der unteren Saarim Bereich der SaarburgerTalaufweitung zwischen Serrigund Konz sowie das Ayler undKommlinger Umlauftal.Konz!NaturerbeNaturräumlicheCharakteristik:MorphologischeMerkmale:Trotz Ausbaus der Saar als Schifffahrtsstraße wird das Großrelief durch die charakteristischen Elemente einerMittelgebirgs-Flusslandschaft geprägt: Steile, von Felsbildungen durchsetzte Talflanken, sanft ansteigende Gleithänge,ausgedehnte Auenbereiche und pleistozäne Flussterrassen, die durch zahlreiche Bachtäler in mehrereTerrassenreste zerschnitten sind. Zwischen den gewundenen Talformen erheben sich die Umlaufberge mit steilenPrallhängen und sanft auslaufenden Gleithängen. Die Kuppen sind mit Wald bedeckt. Das Ayler Umlauftal umfassteine sehr markante, frühere Schlinge der Saar bei Wawern und den heute noch durchflossenen WiltingerSaarbogen. Einen Kontrast zu den Saarschlingen bilden die steilen, teils schroffen und felsigen Hänge, die nördlichvon Wiltingen überwiegend für Weinbau genutzt werden. Laubwald mittlerer Standorte, der an steilen undfelsigen Hängen in Trocken- und Gesteinshaldenwald übergeht, bestimmt in den ungünstiger exponierten Lagendas Bild. Ergänzend haben sich in ehemaligen Kiesgruben bei Kanzem vielfältige Komplexe mit Gewässern undRöhrichten, aber auch Trockenvegetation und Gebüsch entwickelt.Das Kommlinger Umlauftal weist einen breiten Talboden auf und wurde möglicherweise von der Mosel geschaffen.Es ist gekennzeichnet durch steile Prallhänge und flache Gleithänge. Die Höhen von über 300 m ü.NNbei Kommlingen sind Reste einer alten Höhenterrasse, die durch die Erosion des Flusses auf einen Umlaufbergreduziert wurden. Der Boden des Umlauftals ist von Lehmen bedeckt, die schwere, feuchte Böden abgeben.Umlauftäler und -berge, Talmäander, Felsen, BlockschutthängeKulturerbeKulturhistorischeCharakteristik:Das untere Saartal war aufgrund der Klimagunst bereits zu keltischen und römischen Zeiten besiedelt und wurdefrüh für den Weinbau entdeckt. Den zentralen Teil der Talweitung nimmt die historische Kleinstadt Saarburg mitihrer denkmalpflegerisch bundesweit bedeutsamen Altstadt ein. Neben der Stiftskirche ist die namengebende Burgdurch ihre exponierte Lage auf der steilen Hangkante über dem Saartal weithin sichtbar und landschaftsbildprägend.Die siedlungsfreien Bereiche der Talaue und der unteren Hänge sind intensiv genutzt – in der Aue in Formvon Grünland, an den flacheren Hängen auch ackerbaulich. Die wärmebegünstigten steilen Süd- und Westflankendes Saartals sind weinbaulich geprägt. Sie bilden mit infolge Nutzungsaufgabe deutlich zurückgegangenen, extensivenNutzungsformen wie Magerwiesen sowie Trockenrasen und Trockengebüschen an felsreichen Hängen diecharaktergebenden Nutzungskomplexe der historischen Kulturlandschaft. Der in den 1960er Jahren einsetzendeVerbrachungsprozess in steilen Weibaulagen setzt sich derzeit nicht mehr fort. An flacheren Nordhängen schließenNutzungsmosaike mit Äckern, Grünland und Streuobstwiesen an. Nordexponierte und sehr steile Hänge sind überwiegendbewaldet, aus der traditionellen Waldnutzung sind zahlreiche Niederwaldreste hervorgegangen.Der Talböden der Umlauftäler von Ayl und Kommlingen werden überwiegend als Grünland genutzt. Äcker treteneher in den Randbereichen auf. Die Übergänge zu den hangseitigen Wäldern und Weinbergen werden wie Teileder Kuppen durch Streuobstwiesengebiete, Grünland und Brachen gebildet. Die Winzerdörfer mit bäuerlichenWohn- und Wirtschaftsgebäuden entstanden ausschließlich in den Tälern. Kennzeichnend für die Siedlungsstrukturist die Vielzahl von wohlhabenden, tw. schlossartigen Weingütern (Saarfels, Saarstein) mit entsprechend großzügigerBauweise und zum Teil parkartigem Grünbestand, sowohl integriert in den Orten als auch im Außenbereich.Mehrere Mühlen weisen auf die frühere Energiegewinnung an der Saar hin. An bedeutenden sakralen Kulturdenkmalensind neben mehreren Kirchen die Klause Kastel und das Kloster St. Marien in Beurig hervorzuheben.56 Konkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 2013


HistorischeKulturlandschaftselementeAssoziativeElemente:Siedlung: Historische Stadt- und Ortskerne (Winzerdörfer), darunter Saarburg mit bundesweiter denkmalpflegerischerBedeutung, schlossähnliche Hofgüter, zahlreiche (ehemalige) Mühlen, zahlreiche sakrale, profane undherrschaftliche KulturdenkmaleNutzungen: Steillagenweinbau, Streuobst, Auengrünland, Magergrünland, Niederwaldwirtschaft (Gehöferschaften)Archäologie: Bereich mit hoher Dichte archäologischer Fundstätten um Saarburg, mehrere bedeutende BodendenkmaleÜberlieferungen/ Sagen: -/-Nutzung/ TransformationAktuelle Nutzung:TouristischeBedeutung:Transformationsprozesse(Landschaftswandel):An sonnenexponierten Hanglagen Steillagenweinbau, sonst Waldwirtschaft und Grünland, an Flachhängenauch Ackerbau, Hangbereiche teilweise brachliegendHohe touristische Bedeutung mit Hot Spots in Saarburg, Kastel, Niederleuken; zahlreiche Aussichtspunkte,Erschließung durch Saarradweg, Traumschleifen Saar-Hunsrück-SteigAusbau der Saar zur Schifffahrtsstraße; Ausbau der Verkehrsachsen; Teile der Talniederung und der flacherenHänge werden durch jüngere Siedlungserweiterungen (v.a. um Saarburg) eingenommenAbgrenzung, VisualisierungSichtachsenpunkteAbgrenzungGalgenberg (Wiltingen), Oberemmel, Ockfen, Saarburg, Schöne AussichtErweiterung der früheren Abgrenzung um ehemalige Saar- und Moselschlingen mit tradierten Nutzungsformen(v.a. Weinbau) und zahlreichen Nutzungsrelikten sowie baulichen Kulturdenkmalen; Erweiterung nach Südenum den Bereich Taben-Rodt mit mehreren relevanten Kulturdenkmalen; Verkleinerung im Westen um nichtmehr dem Saartal zugewandte Hangbereiche und neuere Stadtteile von SaarburgAusprägung der Dokumentations- und Identifikationsfunktion (Erbequalitäten)Konzentration/Dominanz HKLE:Vielfalt HKLE:Ausprägung HKLE:Kohärenz HKL:NaturräumlicheEigenart:Landschaftswandel:GesamtbewertungErbequalitäten:Hohe Dichte an exponierten Weinbauflächen, meist in Steilhanglage (Weinlagen von Weltruf); ausgedehnteNiederwälder in gehöferschaftlicher Nutzung; zahlreiche tradierte Winzerorte mit historischenWeingüternHohe Vielfalt baulicher (historischer Stadtkern von Saarburg, Burgen, Schlösser, historische Sakralgebäude,Weingüter und Winzerhäuser, Mühlen) und nutzungsbedingter kulturhistorischer Relikte(terrassierter Steillagenweinbau, Niederwälder, Streuobst, Magerwiesen)Vom Weinbau geprägte Engtallandschaft mit tradierten, bis heute weitergeführten Nutzungsformen(Steillagenweinbau, Niederwälder) und tradierter Bausubstanz, denkmalpflegerisch bundesweit bedeutsamerStadtkern von SaarburgZusammenhängend wahrnehmbares, von tradierten und bis heute fortgeführten Nutzungen geprägtesEngtalEngtallandschaft im Grundgebirge mit hoher Eigenart durch Umlaufberge und -täler sowie kleinräumigemWechsel von Prall- und GleithängenAusbau der Saar zur Schifffahrtsstraße, Siedlungsband um Saarburg, Ausbau der B 51, landwirtschaftlicherStrukturwandelIn hohem Maße von historischen, bis heute persistenten Nutzungen (v.a. Steillagenweinbau) geprägtesEngtal mit historischen Winzerorten, Weingütern und historischen Kulturdenkmalen aus zahlreichenEpochenKonkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 201357


5.2.2 Wiltinger HunsrückrandKulturlandschaft:5.2 SaartalNummer: 5.2.2 (252.2)! TrierLandschaftsraum:Kreis:Kurzcharakteristik:Wiltinger HunsrückrandTrier-SaarburgSteile Hänge des Hunsrückrandesim Übergang zumSaartal mit ausgedehntenNiederwäldern und ehemaligenWeinbauflächenKonz!NaturerbeNaturräumlicheCharakteristik:MorphologischeMerkmale:Die östliche Flanke des Saartals einschließlich des Kommlinger Umlauftals wird von Steilhängen gebildet, die zuden Hochflächen des Hunsrück vermitteln. Es sind sehr steile Tonschiefer- und Grauwackenhänge, durchsetzt mitRippen von Quarzit. Die Hänge ragen bis über 400 m ü.NN auf. Sie sind durch eine Vielzahl von Erosionskerbender naturnahen Hunsrückbäche tief zerschnitten. Der Hunsrückrand ist zu zwei Dritteln bewaldet. Laubwald,insbesondere Eichen-Buchenwald dominiert.Steilhänge am Hunsrückrand mit engen TälernKulturerbeKulturhistorischeCharakteristik:HistorischeKulturlandschaftselementeAssoziativeElemente:Der überwiegend bewaldete Hunsrückrand wird von Laubwald, insbesondere Eichen-Buchenwald, dominiert.In den engen Tälern werden noch große Flächen der Steilhänge von Eichenniederwäldern, den sog. Lohhecken,bedeckt. Als Besonderheit werden die Niederwälder um Wiltingen bis heute durch die Gehöferschaften nochniederwaldartig genutzt. Die Waldrandzone ist in erster Linie im Norden und Nordwesten des Gebietes traditionelldurch eine starke Verzahnung mit mageren Wiesen und Weiden sowie Streuobst geprägt.Siedlung: einzelne sakrale Kulturdenkmale, sonst weitgehend unbesiedeltNutzungen: ausgedehnte, zu großen Teilen noch genutzte Niederwälder, Reste von Steillagenweinbau, Streuobst,Mager-GrünlandÜberlieferungen/ Sagen: -/-Nutzung/ TransformationAktuelle Nutzung:TouristischeBedeutung:Transformationsprozesse(Landschaftswandel):Niederwaldnutzung, Hochwaldnutzung, Grünland, kleinflächig WeinbauTouristische Bedeutung, Erschließung durch Hunsrückradweg und Traumschleifen des Saar-Hunsrück-SteigsVerbrachung ehemaliger WeinbergslagenAbgrenzung, VisualisierungSichtachsenpunkte -/-AbgrenzungErweiterung der HKL um die bundesweit bedeutsamen, noch gehöferschaftlich genutzten Niederwaldbereicheam Ostrand des Saartales im Übergang zum Hunsrück, Abgrenzung an den Niederwaldbereichen unter Berücksichtigungdes Reliefs58 Konkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 2013


Ausprägung der Dokumentations- und Identifikationsfunktion (Erbequalitäten)Konzentration/Dominanz HKLE:Vielfalt HKLE:Ausprägung HKLE:Kohärenz HKL:NaturräumlicheEigenart:Landschaftswandel:GesamtbewertungErbequalitäten:Ausgedehnte Niederwälder in gehöferschaftlicher Nutzung im Gemengelage mit HochwäldernÜberwiegend Niederwald, kleinflächig Auen- und Magergrünland sowie WeinbaurelikteGrößter zusammenhängender, noch genutzter Niederwaldbereich des Landes, wahrscheinlich sogarbundesweitKohärent wahrnehmbare Kulturlandschaft mit dominanter Niederwaldnutzung sowie kleinräumigentradierten Offenlandnutzungen, kulturlandschaftliche Prägung nur bedingt wahrnehmbarAnstieg vom Saartal zum Hunsrücker BerglandTeilweise Übergang zur Hochwaldwirtschaft, randlich Windkraftanlagen, Wochenendhäuser, Verbrachungehemaliger WeinbauflächenDurch großflächige tradierte und noch praktizierte Niederwaldnutzung bedeutende Kulturlandschaftim Übergangsbereich zwischen Saartal und HunsrückKonkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 201359


6.1.1 Kerbtäler MoselhunsrückKoblenzKulturlandschaft:6.1 MoselhunsrückNummer: 6.1.1 (245.0)Landschaftsraum:Kreis:Kerbtäler MoselhunsrückBernkastel-Wittlich, Cochem-Zell, Rhein-Hunsrück-KreisCochem!!DommershausenKurzcharakteristik:Die in das Moseltal mündendenKerbtälchen des Moselhunsrücksind durch eineeigene Landschaftschrakteristikgegenüber den offenenHochflächen gekennzeichnet.Neben zahlreichen Niederwaldrestensind insbesonderedie zahlreichen Mühlensowie landschaftswirksameherrschaftliche und sakrale SchweichKulturdenkmale für die Kerb-tälerprägend.! Zell! Traben-TrarbachBernkastel-Kues!! ! LongkampMonzelfeldNaturerbeNaturräumlicheCharakteristik:MorphologischeMerkmale:TrierDas Relief des Moselhunsrück ist durch zahlreiche zur Mosel entwässernde Bachtäler geprägt, die den Moselhunsrückin viele, Konz parallel zueinander in Südwest-Nordost-Richtung verlaufende Rücken und Riedel auflösen.Die Talhänge der bis zu 250 m tief in die Hochflächenlandschaft eingeschnittenen Bachtäler sind ihrerseits durcheine Vielzahl kleiner Kerbtäler der Nebenbäche gegliedert, wobei an den steilen Hangpartien verbreitet offeneFelsen anstehen.Tief eingeschnittene Kerbtäler mit felsigen Steilhängen und naturnahen Fließgewässern mit hoher ReliefenergieKulturerbeKulturhistorischeCharakteristik:HistorischeKulturlandschaftselementeAssoziativeElemente:Die Kerbtäler des Moselhunsrück sind weitgehend bewaldet. An den steilen Talhängen der Kerbtäler herrschenLaubwälder im Komplex mit Felsen vor. Zahlreiche Niederwaldreste verweisen auf die frühere Nutzung alsRott- und Lohhecken. Besondere Offenlandstrukturen wie Magergrünland im Übergang zu den Waldflächensind vereinzelt erhalten, zudem treten im Übergang zum Moseltal kleinflächig auch erste Weinbauflächen und-brachen auf. Dagegen sind im Bereich der Bachauen Feuchtwiesen und -weiden in kleinen Aufweitungenvorhanden.Zahlreiche ehemalige Wassermühlen erstrecken sich entlang der naturnahen Bachläufe. An den Hängeneiniger Tälchen haben sich im Randbereich des Moseltals einige besonders landschaftswirksame herrschaftlicheBaudenkmale erhalten (Schloss Veldenz, Ehrenburg). Das Kloster Maria Engelport dagegen befindet sich amTalgrund des Flaumbachtals. Weitere sakrale Denkmale und archäologische Fundstätten (v.a. aus römischer Zeit)zeugen von einer kontinuierlichen Nutzung der engen Talräume.Siedlung: Bedeutende und landschaftswirksame sakrale und herrschaftliche Baudenkmale, zahlreiche MühlenNutzungen: Niederwald, Auen- und Feuchtgrünland, lokal SteillagenweinbauArchäologie: Römische Grabhügel und SiedlungsspurenÜberlieferungen/ Sagen: -/-Nutzung/ TransformationAktuelle Nutzung:TouristischeBedeutung:Transformationsprozesse(Landschaftswandel):Vorherrschend Waldnutzung, oft aufgrund der Steilheit der Hänge extensiv, Weinbau im Übergang zum Moseltal,GrünlandHohe touristische Bedeutung durch touristische Hot Spots von Schloss Veldenz und Ehrenburg sowie die Erschließungdurch „Seitensprünge“ des Moselsteigs und „Traumschleifen“ des Saar-Hunsrück-SteigsAufgabe tradierter Nutzungen (v.a. Niederwald- und Grünlandnutzung)60 Konkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 2013


Abgrenzung, VisualisierungSichtachsenpunkteAbgrenzungEhrenburg, JosefinenhöheAbgrenzung anhand der Konzentration historischer Nutzungsrelikte (meist Niederwaldrelikte, tw. Weinbau)und landschaftswirksamen bedeutenden Kulturdenkmalen, Grenzziehung anhand des Reliefs der KerbtälchenAusprägung der Dokumentations- und Identifikationsfunktion (Erbequalitäten)Konzentration/Dominanz HKLE:Vielfalt HKLE:Ausprägung HKLE:Kohärenz HKL:NaturräumlicheEigenart:Landschaftswandel:GesamtbewertungErbequalitäten:Lokal beträchtliche Dichte an brachliegendem Niederwald an den Talhängen sowie Mühlen, sonstgeringe Dichte an KLEMittlere Vielfalt an historischen KLE mit sakralen und herrschaftlichen Baudenkmalen, Mühlen undtradierten Nutzungen, archäologische FundstättenBedeutende Ausprägung der herrschaftlichen und sakralen KulturdenkmaleKohärente, nur teilweise als historische Kulturlandschaft wahrnehmbare Tälchen mit überwiegendaufgegebenen tradierten Nutzungen (Niederwald, Mühlennutzung)Tief eingeschnittene, markante Kerbtälchen mit felsigen Hängen und naturnahen Bächen mit hoherReliefenergieLandschaftswandel überwiegend durch Nutzungsaufgabe, keine Zerschneidung, weitgehend unbesiedelteTälchenTief eingeschnittene, enge Kerbtäler mit Resten der tradierten Nutzungen seit der römischen Siedlungszeit,landschaftswirksamen Baudenkmalen und geringem modernem LandschaftswandelKonkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 201361


6.1.2 Hochfläche MoselhunsrückKoblenzKulturlandschaft:6.1 MoselhunsrückNummer: 6.1.2 (245.1, 245.2, 245.3)Landschaftsraum:Hochfläche MoselhunsrückKreis:Bernkastel-Wittlich, Cochem-Zell, Rhein-Hunsrück-KreisCochem!!DommershausenKurzcharakteristik:Die Hochfläche des Moselhunsrück,die von zahlreichenTälern gegliedert wird, bildetdas Zentrum der bäuerlichenBesiedelung und der heutigenlandwirtschaftlichen Nutzung.Der Moselhunsrück istinsgesamt spärlich besiedeltund durch bäuerlich geprägteDörfer und Weiler charakterisiert.Schweich!! Zell! Traben-TrarbachBernkastel-Kues!! ! LongkampMonzelfeldNaturerbeNaturräumlicheCharakteristik:MorphologischeMerkmale:TrierDas Relief des Moselhunsrück Konz prägen zahlreiche zur Mosel entwässernde Bachtäler , die den Moselhunsrück inviele, parallel zueinander in Südwest-Nordost-Richtung verlaufende Rücken und Riedel auflösen. Die nach Südostenansteigenden Hochflächenreste werden dort durch die Wasserscheide zur Hunsrückhochfläche begrenzt.Das Grendericher Riedelland und der nordöstliche Moselhunsrück bildet den Saum der Hunsrückhochfläche, dervon dieser durch eine ca. 100 m hohe Geländestufe abgesetzt ist und zum Moseltal hin kontinuierlich abfällt.Die weitverzweigten, zur Mosel entwässernden Bachsysteme haben den Gebirgssockel stark zerschnitten. Ererstreckt sich in großflächigen Beständen über die Talhänge bis auf die Hochflächenreste. Dort ist er von mehrerengrößeren Rodungsinseln mit landwirtschaftlichen Flächen und Siedlungen durchsetzt, die z.T. ineinanderübergreifen. Insgesamt überwiegt zwar der Laubholzanteil, aber das ursprüngliche Waldbild hat sich durchweitreichende Nadelholzaufforstungen verändert.Von Kerbtälchen in zahlreiche Riedel zerlegte Hochfläche mit Rodungsinseln und WaldflächenKulturerbeKulturhistorischeCharakteristik:HistorischeKulturlandschaftselementeAssoziativeElemente:Die historischen Nutzungen der Hochfläche mit Schiffel-, Rott- und Lohheckenwirtschaft sind vollständigverschwunden. Heiden und Extensivgrünland als Zeugnisse der früheren weit verbreiteten Bewirtschaftungsformenwurden durch Aufforstung und Intensivierung bis auf kleine Restflächen verdrängt. Auch Niederwäldersind bis auf die Steilhänge der Kerbtälchen weitgehend in Nadelwälder umgewandelt worden. Die Hochflächen,auf denen sich auch die meisten Siedlungsflächen befinden, sind überwiegend ackerbaulich und intensivgenutzt. Vor allem im Bereich von Quellmulden und Bachniederungen sind Feucht- und Nasswiesen lokal nochvorhanden, aber durch Nutzungsintensivierung oder Aufforstung zurückgegangen. In einigen Ortsrandlagenprägen kleine Streuobstsäume die Siedlungsränder. Den Siedlungscharakter prägen kleine und enge HaufenundStraßendörfer und Weiler, die jedoch nur selten bedeutende Baudenkmale enthalten. Einige ehemaligenDörfer sind bei verkehrsgünstiger Lage allerdings deutlich gewachsen und in der historischen Struktur wenigererkennbar. Größere Teile der stärker bewaldeten Hochflächen sind weitgehend unbesiedelt.Neben anderen historischen Siedlungsspuren sind v.a. die Reste einer römischen Niederlassung südlich von Mittelstrimmigals Zeugen früher Besiedlung erhalten. Der Archäologiepark Belginum bei Wederath zeigt die Resteeines römischen Vicus an der Hunsrückhöhenstraße sowie Reste der eisenzeitlichen Besiedlung.Siedlung: Teilweise noch bäuerliche Haufen- und Straßendörfer mit sakralen Baudenkmalen (Kirchen, Kapellen),MühlenNutzungen: Reste an Feuchtgrünland, Magergrünland, StreuobstArchäologie: Bereiche mit hoher Dichte archäologischer Fundstätten, Reste eines römischen Vicus bei WederathÜberlieferungen/ Sagen: -/-Nutzung/ Transformation62 Konkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 2013


Aktuelle Nutzung:TouristischeBedeutung:Transformationsprozesse(Landschaftswandel):Verbreitet Acker- und intensive Grünlandnutzung, Waldnutzung auf ärmeren BödenTouristische Bedeutung, bis auf den Archäologiepark Belginum keine touristischen Hot Spots, Erschließungdurch Traumschleifen des Saar-Hunsrück-Steigs und des Moselsteigs sowie thematische RundwanderwegeNutzungsintensivierung durch den landwirtschaftlichen Strukturwandel, Nivellierung zahlreicher früher weitverbreiteter Nutzungsformen und -spuren, lokal Siedlungserweiterungen, im Nordosten des südlichen Moselhunsrückbefindet sich der Flughafen HahnAbgrenzung, VisualisierungSichtachsenpunkteAbgrenzungArchäologiepark Belginum, Beuren, Blick Richtung Briedeler Heck, Burg Waldeck, Davelsbach, Lindenhäuschen,Otto-Andreas-Turm, Treiser BergReduzierung der ursprünglich naturräumlich orientierten Fläche (LANIS) im Osten und Südwesten um Bereichemit geringer Dichte und Bedeutung der historischen Kulturlandschaftselemente (Flächen mit hohem Waldanteilund geringem Anteil historischer Waldnutzungsformen)Ausprägung der Dokumentations- und Identifikationsfunktion (Erbequalitäten)Konzentration/Dominanz HKLE:Vielfalt HKLE:Ausprägung HKLE:Kohärenz HKL:NaturräumlicheEigenart:Landschaftswandel:GesamtbewertungErbequalitäten:Geringe Dichte und Abundanz historischer KLE, keine landschaftsprägenden EinzelelementeMittlere Vielfalt historischer Kulturlandschaftselemente (baulich und nutzungsbezogen) bei insgesamtgeringer Dichte besonders der nutzungsbezogenen ElementeKeine besonders hervorzuhebenden Ausprägungen baulicher oder nutzungsbezogener KLEKohärente, nach außen schwer abgrenzbare waldreiche Kulturlandschaft mit geringer Persistenz vielertradierter Nutzungen und dörflich geprägten Siedlungen, begrenzte WahrnehmbarkeitEingeebnete, durch Kerbtälchen zerschnittene HochflächeDeutliche Intensivierung und Nivellierung der landwirtschaftlichen Nutzung, hoher Nadelwaldanteil.Aufforstung von Nutzungsrelikten, lokal SiedlungswachstumNur noch bedingt wahrnehmbare historische Kulturlandschaft mit insgesamt mittlerer Dichte historischerKulturlandschaftselemente und weitgehend intensivierten Nutzungen; wenige landschaftswirksameEinzeldenkmaleKonkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 201363


7.1 LahntalKulturlandschaft:7.1 LahntalNummer: 7.1 (310.0, 310.1, 310.2)Landschaftsraum:Kreis:Unteres LahntalRhein-Lahn-KreisTextKurzcharakteristik:Das Untere Lahntal ist eincanyonartiger, stark gewundenerTalzug zwischen Limburgund Friedland mit schmalerTalsohle und einer Vielzahlvon Prall- und Gleithängen.Zahlreiche landschaftsprägendehistorische Baudenkmale(Burgen, Schlösser) sowie eineVielzahl historischer Nutzungsrelikteprägen bis heutedie enge Tallandschaft.Bad Ems!Nassau!!DiezNaturerbeNaturräumlicheCharakteristik:MorphologischeMerkmale:Das Untere Lahntal ist ein etwa 25 km langer, canyonartig bis 200 m tief ins Östliche Schiefergebirge eingeschnittener,stark gewundener Talzug zwischen Limburg und Friedland mit schmaler Talsohle und einer Vielzahlvon Prall- und Gleithängen. Auf höherem Niveau ist abschnittsweise ein bis zu 4 km breites Obertal mit teilweisebreiten Hochflurterrassen entwickelt. Der Übergang von den Hochflächen zu den steilen Hängen des Lahntals istschroff und scharfkantig. Die umgebenden Hochflächen sind von zahlreichen, tief eingeschnittenen Seitentälernzerklüftet. Der geschwungene Flusslauf der Lahn prägt das Landschaftsbild trotz Ausbaus für die Schifffahrt inhohem Maße. Der Lahn fließen mehrere, meist naturnahe Bäche in tief eingeschnittenen, steilen, bewaldetenKerbtälern zu. Im Bereich von Schwemmfächern erweitert sich die Talsohle auf mehrere hundert Meter.Tief in das devonische Schiefergebirge eingeschnittenes, felsenreiches Engtal der Lahn mit ausgeprägten TalmäandernKulturerbeKulturhistorischeCharakteristik:Das Lahntal bildet eine markante Engtallandschaft mit früher Besiedlung und zahlreichen herrschaftlichenund sakralen Bauten. Die frühe Besiedlung wird u.a. durch die römischen Siedlungsrelikte und den Verlaufdes Limes dokumentiert. Bis heute zeichnen historische Nutzungsrelikte die frühere Landschaftsstruktur nach.Niederwälder sind häufig und meist mit Trockenwäldern und Gesteinshaldenwäldern auf flachgründigen,steinigen Standorten verzahnt. Die Hochflächen sind überwiegend ackerbaulich genutzt, die landwirtschaftlichenFlächen in der Sohle des Lahntals überwiegend als Grünland. Bänder aus Extensivwiesen begleiten dieSeitenbäche. Grünland bildet zudem oft den Übergang zu Waldrändern auf den Hochflurterrassen. Vereinzeltprägt Streuobst die Landschaft mit (z.B. bei Balduinstein). In den Seitentälern reihen sich teilweise mehrereMühlen aneinander. Die Hochflächen werden überwiegend als Ackerland genutzt und an den Waldrändern vonStreuobstwiesen abgelöst.Zwischen Bad Ems und Nassau wurde früher auch Wein angebaut. Die Weinberge haben sich örtlich nachNutzungsaufgabe zu Halbtrockenrasen entwickelt. Kleinere Weinberge sind noch bei Weinähr erhalten. DieWeinberge haben sich örtlich nach Nutzungsaufgabe zu Halbtrockenrasen entwickelt. Zahlreiche Stollen zeugenvon der Bedeutung des Erzabbaus in der Vergangenheit. Bekannt sind die Mineralquellen von Fachingen,Geilnau und Bad Ems.Im engen Talboden an der Lahn haben sich im Schutze der gleichnamigen Burgen die kleineren OrtschaftenLaurenburg, Balduinstein und Geilnau entwickelt. Von besonderem geschichtlichem Interesse sind die BurgenNassau und Stein, weitere Burgruinen, das Schloss Langenau und das Kloster Arnstein. Die übrigen, ebenfallskleinen und überwiegend dörflich geprägten Siedlungen befinden sich auf den Hochflurterrassen. Hoch überdem Lahntal thront Schloss Schaumburg.Im Landschaftsraum liegen der historisch bundesweit bedeutende Siedlungskern der Kurstadt Bad Ems unddas kleinstädtisch geprägte Nassau. Die bundesweit bedeutsame Diezer Altstadt mit Schloss Diez sowie SchlossOranienstein setzen in der Talweitung im Osten besondere Akzente. Dausenau, Obernhof und Weinähr imTalraum und Steinsberg, Frücht, Gutenacker und Cramberg auf der Höhe bilden historisch geprägte Dörfer.Hervorzuheben ist Dausenau wegen seiner gut erhaltenen Stadtummauerung. Der Limes verläuft auf der Höhevon Bad Ems durch das Lahntal und ist u.a. mit einem rekonstruierten Wachturm erlebbar.64 Konkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 2013


HistorischeKulturlandschaftselementeAssoziativeElemente:Siedlung: Tradierte, historisch geprägte Stadt- und Ortskerne in Tal-, Hang- und Kuppenlage (z.B. Balduinstein,Dausenau, Nassau, Obernhof, Seelbach), darunter Diez und Bad Ems mit bundesweiter denkmalpflegerischerBedeutung, zahlreiche herrschaftliche und sakrale, exponierte Bauwerke, Mühlen und Mühlgräben, historischeKureinrichtungenNutzungen: Niederwälder (tw. genutzt), Auengrünland, Streuobst, Magergrünland, terrassierter Weinbau,StollenArchäologie: Limes, Bereich mit hoher Dichte archäologischer Fundstätten um DiezÜberlieferungen/ Sagen: -/-Nutzung/ TransformationAktuelle Nutzung:TouristischeBedeutung:Transformationsprozesse(Landschaftswandel):Waldnutzung an den Hängen, landwirtschaftliche Nutzung in der Aue und auf den Hochflächen, hohe Bedeutungdes TourismusSehr hohe touristische Bedeutung des gesamten Talabschnitts, zahlreiche touristische Hot Spots, viele Aussichtspunkteentlang der Hangkante auf die kulturhistorisch geprägte Tallandschaft, Erschließung des gesamtenTalraums durch Lahnwanderweg und LahnradwegDer Talraum der unteren Lahn ist zumindest im Einflussbereich der Stadt Bad Ems, der bis Miellen reicht, starkbesiedelt, Ausbau der Lahn zur SchifffahrtsstraßeAbgrenzung, VisualisierungSichtachsenpunkteAbgrenzungBurg Grafenschloss Diez, Gabelstein, Goethepunkt Obernhof, Gutenacker, oberhalb Kloster Arnstein, Römerturm,Schloss Oranienstein, Schloss Schaumburg, Stein’sche BurgErweiterung der naturräumlich orientierten früheren Abgrenzung nach Süden um die Oberhangbereiche undHangschultern des Lahntals mit hoher Dichte an historischen Nutzungsrelikten und historisch geprägten dörflichenOrtskernenAusprägung der Dokumentations- und Identifikationsfunktion (Erbequalitäten)Konzentration/Dominanz HKLE:Vielfalt HKLE:Ausprägung HKLE:Kohärenz HKL:NaturräumlicheEigenart:Landschaftswandel:GesamtbewertungErbequalitäten:Sehr hohe Dichte an landschaftswirksamen herrschaftlichen und sakralen Kulturdenkmalen, mittlereDichte historischer NutzungenSehr hohe Vielfalt an nutzungsbezogenen historischen Kulturlandschaftselementen (Auengrünland,Weinbau, Streuobst, Magergrünland, Niederwald, Mühlgräben, Stollen und Steinbrüche) sowiebaulichenKulturdenkmalen (archäologische Stätten, Burgen, Schlösser, Klöster, Kuranlagen, Mühlen, StadtundOrtskerne)Bundesweit bedeutsame Altstädte von Diez und Bad Ems, weitere historisch geprägte Ortskerne, denkmalpflegerischbesonders bedeutsame Burgen und Schlösser, besondere landschaftliche WirksamkeitKohärent wahrnehmbares, von persistenten Nutzungen und einer Vielzahl sehr landschaftswirksamerKulturdenkmale geprägtes, felsiges EngtalMarkantes felsiges Engtal mit ausgeprägten Talmäandern und schmaler Talsohle sowie Prall- undGleithängenAusbau der Lahn zur Schifffahrtsstraße, Siedlungswachstum im Übergang zum Rheintal, Aufgabe dertradierten WeinbaunutzungVon einer Vielzahl an landschaftswirksamen historischen Bauwerken, historisch geprägten Siedlungenund vielfältigen tradierten Nutzungen geprägtes Engtal mit insgesamt mäßigem LandschaftswandelKonkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 201365


8.1.1 NaheebeneKulturlandschaft:8.1 Unteres NahetalNummer: 8.1.1 (229.00, 229.01,229.02)Landschaftsraum:NaheebeneKreis:Bad KreuznachKurzcharakteristik:Die Naheebene umfasst dieNaheniederung sowie dieangrenzenden Terassenplattendes Nahetals im Übergangzur Rheinniederung. Dertraditionell landwirtschaftlichgeprägte Raum gehört zuden wärmsten und niederschlagsärmstenGebietenDeutschlands. Die Nähe zumVerdichtungsraum Rhein-Main hat zu einer starkenSiedlungsentwicklung undVerkehrserschließung geführt.Sobernheim!Bad Kreuznach!!Bad Muensteram Stein-EbernburgNaturerbeNaturräumlicheCharakteristik:MorphologischeMerkmale:Die Naheniederung umfasst die Aue und die untere Niederterrasse der Nahe zwischen Bad Kreuznach und demRochusbergdurchbruch. Die Nahe verläuft auf dem überwiegenden Teil der Strecke hart am Rand der Niederungzum Kreuznacher Lösshügelland und unterschneidet zum Teil dessen Sandstein- und Konglomeratsockel. Nurunterhalb von Bretzenheim drängt der Schwemmkegel des Guldenbachs die Nahe in die Mitte der Niederung.Die Nahe fließt hier ebenso wie der Guldenbach und Wiesbach weitgehend naturnah.Die Büdesheimer Ebene ist eine Terrassenplatte, die sehr flach zur Naheniederung abfällt. Den geologischenUntergrund bilden Talschotter der Nahe, die von sandig-lehmigen Böden bedeckt sind.Einbezogen ist der östliche Teil des Kreuznacher Lösshügellandes sowie der weinbaulich genutzte Teil des Horetriegels.Klimabegünstigte Aue und Niederterrasse der Nahe zwischen Bad Kreuznach und dem Rochusbergdurchbruchmit angrenzenden Hangbereichen des LösshügellandesKulturerbeKulturhistorischeCharakteristik:HistorischeKulturlandschaftselementeAssoziativeElemente:Die Naheebene als klimatischer und landwirtschaftlicher Gunstraum wird heute nur noch teilweise von den tradiertenlandwirtschaftlichen Nutzungen geprägt. Das Überschwemmungsgebiet der Nahe ist eingedeicht undbildet ein ausgeprägtes Grünlandband aus Auengrünland entlang des Flusses mit einzelnen, sehr kleinflächigenWaldrelikten (Naturschutzgebiet). Einzelne Mühlen liegen an parallel führenden Mühlgräben.Die ausgedeichten Bereiche der Aue und die Niederterrasse werden dagegen überwiegend ackerbaulichgenutzt. Die Übergangsbereiche zu Nachbarräumen werden meist durch Weinberge markiert. Im Norden derBüdesheimer Ebene wird Obst angebaut und prägt hier das Landschaftsbild vor der Kulisse des Rochusbergsmit. Der Südteil wird dagegen überwiegend ackerbaulich genutzt. Weinbau vermittelt zu den Randbereichender Naheniederung im Westen und zum weinbaulich geprägten Lösshügelland. Hier konzentrieren sich mehreretradierte, teilweise suburbanisierte Winzerorte mit historisch geprägten Ortskernen (v.a. Münster-Samsheim).Hervorzuheben sind einzelne herrschaftliche Kulturdenkmale wie die Burg Layen sowie Schloss und Burg Bretzenheimsowie einzelne landschaftswirksame Kirchen.Die Besiedlung des Landschaftsraums erfolgte im Randbereich zur Naheniederung und am Fuße des Rochusbergs(Büdesheim). Die Stadt Bad Kreuznach hingegen hat sich am Ausgang des Nahe-Engtals in die weiteNiederung entwickelt.Siedlung: Historische Ortskerne (tw. Weinbauorte), mehrere herrschaftliche KulturdenkmaleNutzungen: Weinbau, Ackerbau, intensiver Obstbau, Auengrünland, historischer RohstoffabbauArchäologie: Bereiche mit hoher Dichte archäologischer FundstättenÜberlieferungen/ Sagen: -/-66 Konkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 2013


Nutzung/ TransformationAktuelle Nutzung:TouristischeBedeutung:Transformationsprozesse(Landschaftswandel):Ackerbau, Auengrünland und intensiver Obstbau in der Ebene, Weinbau im Lösshügelland, hoher SiedlungsflächenanteilTouristische Bedeutung, v.a. im Übergang zum UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal sowie in den weinbaugeprägtenSeitentälchen, Erschließung durch NaheradwegIm Einflussbereich des Verdichtungsraums Rhein-Main haben sich Bad Kreuznach, Langenlonsheim und Bretzenheimin die Naheniederung ausgedehnt. Mehrere Verkehrsachsen bilden in der östlichen Naheebene einengmaschiges Netz von Verkehrsbauwerken (ausgegliedert).Abgrenzung, VisualisierungSichtachsenpunkteAbgrenzungAußerhalb: Bosenberg bei PlanigErhebliche Verkleinerung um die stark vom Landschaftswandel durch mehrere Verkehrsachsen und Siedlungswachstumbetroffene östlichen Naheebene und die Ockenheimer Schwelle; Erweiterung der ursprünglichenAngrenzung nach Westen um die weinbaulich geprägten Hänge des Guldentals und die Weinbauhänge undden historischen Stadtkern von Münster-Sarmsheim mit der Burg LayenAusprägung der Dokumentations- und Identifikationsfunktion (Erbequalitäten)Konzentration/Dominanz HKLE:Vielfalt HKLE:Ausprägung HKLE:Kohärenz HKL:NaturräumlicheEigenart:Landschaftswandel:GesamtbewertungErbequalitäten:Konzentration tradierter Weinbauflächen in den Hangbereichen des Lösshügellands und des Ackerbausin der Ebene der Terrassenflächen, tradiertes Grünland entlang der NaheniederungMittlere Vielfalt historischer nutzungsbezogener (Weinbau, Obstbau, Grünland, Ackerbau) und baulicherKulturlandschaftselemente (herrschaftliche und sakrale Kulturdenkmale)Elemente mit herausragendem Erhaltungszustand oder besonders seltene Kulturlandschaftselementesind nicht bekanntDurch den vorangeschrittenen Landschaftswandel nur noch teilweise als historische Kulturlandschafterlebbare Talniederung der Nahe mit angrenzenden Weinbaubereichen, Nahe als verbindendes linearesElement, die nicht mehr historisch geprägten Teile im Osten der Naheebene wurden ausgegliedertNaheunterlauf in klimabegünstigter Niederung mit randlichem LösshügellandErheblicher Landschaftswandel in der Naheebene durch Konzentration von Verkehrsachsen (A61, B 9,B 41, B 50), deutliches Siedlungswachstum und mehrere Industrie- und Gewerbegebiete in den Randbereichen,vielfach flurbereinigter WeinbauFrühbesiedelter, klimabegünstigter Abschnitt des Nahetals im Übergang zum Mittelrheintal mithistorisch geprägten Siedlungen und Nutzungen, aber auch sehr deutlichem Landschaftswandel imÜbergang zum VerdichtungsraumKonkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 201367


8.1.2 Nahe-FelsentalKulturlandschaft:8.1 Unteres NahetalNummer: 8.1.2 (193.51, 193.500,193.501, 193.502)Landschaftsraum:Nahe-FelsentalKreis:Bad KreuznachKurzcharakteristik:Weinbau- und felsengeprägtesDurchbruchstal der Nahezwischen Waldböckelheimund Bad KreuznachBad Kreuznach!Sobernheim!!Bad Muensteram Stein-EbernburgNaturerbeNaturräumlicheCharakteristik:MorphologischeMerkmale:Südlich von Bad Kreuznach befinden sich die imposanten Durchbrüche der Nahe durch die Kuppeln des hartenvulkanischen Gesteins (Porphyr, Porphyrit). Die Täler haben hier bis zu 200 m hohe, steile Flanken, die zum Teil infreie Felswände und natürliche Schutthalden übergehen.Besonders bekannt ist der Rotenfels als höchste und längste Felswand im außeralpinen Bereich Südwestdeutschlands.Die steileren Hanglagen werden an zahlreichen weiteren Stellen von Felsen, Steppenheiden und Trockenwälderngeprägt, die in die Nachbarräume übergreifen. Die mediterrane Prägung des Klimas in diesem Nahetalabschnittist unverkennbar. Die Talsohlen der naturnahen Flüsse sind schmale, überschwemmungsgefährdete Auen.Die Kreuznacher Hardt westlich Bad Kreuznach und die Lemberg-Hochfläche zwischen Nahe und Alsenz sindüberwiegend bewaldet und unbesiedelt. Die Waldflächen weisen einen sehr hohen Laubwaldanteil auf undgehen in Hanglagen in Trockenwälder und Gesteinshaldenwälder über. In ihrem umgebenden Randsaum prägtLandwirtschaft das Bild.Auf der Schlossböckelheimer Heide im Bereich eines Vulkan-Härtlings mit einigen steilen Hangeinschnitten undKuppen, der zur Nahe von einem steilen Abbruch begrenzt wird, spielt Wald nur eine untergeordnete Rolle.Westlich der Lemberg-Hochfläche schließt ebenfalls eine durch Offenheit geprägte Hochfläche um Duchroth an.Felsiges Durchbruchstal der Nahe im Vulkanit (Porphyr) mit markanten FelshängenKulturerbeKulturhistorischeCharakteristik:Das Naheengtal zwischen Martinstein und Bad Kreuznach wurde schon in der Römerzeit (Tempelreste amLemberg und Ruinen nahe dem Montforterhof) besiedelt. Die steilen Hänge des Nahetals werden bis heutehäufig für den Weinbau genutzt. Lokal tragen flachere Hangpartien auch Wiesen und Weiden, die zum Teilwiederum mit Trockenrasen oder Halbtrockenrasen verzahnt sind. Häufig sind die Wälder der randlichen Kuppenund nordexponierten Hänge durch ehemalige Niederwaldnutzung geprägt. Im Umfeld einzelner Ortschaftensind auch die Streuobstgürtel erhalten geblieben. Die Auen werden überwiegend als Grünland genutzt, aberteilweise auch beackert. Nur die flachen Gleithänge gegenüber den vom Fluss unterschnittenen Felswändenbilden Erweiterungen in den Engtälern. Bad Münster am Stein wurde auf einem Gleithang, die Ebernburg aufdem Mündungssporn zwischen Nahe und Alsenz gegründet. Hier am strategisch wichtigen Mündungsbereich hatsich ein Siedlungsschwerpunkt entwickelt, während die Täler sonst nur kleinere dörfliche Siedlungen aufweisen.Die Hochflächen an den Schultern des Engtals werden überwiegend ackerbaulich genutzt. Markant sind die vielfältigen,mediterran anmutenden Mosaike der Trockenstandorte an Hangversteilungen, wo Felsen, Trockenrasen,Halbtrockenrasen und Magerwiesen im Wechsel mit terrassierten Weinbergslagen und Trockenmauern einerseitssowie Verbuschungsbereichen und kleineren Waldbeständen andererseits das Bild bestimmen. Am Heimberg beiSchlossböckelheim sowie weiter westwärts nach Waldböckelheim liegen großflächige Magerrasenbestände vor.Denkmalpflegerisch sind die Burg und der alte Stadtkern Ebernburg, die Ruine Rheingrafenstein, die Ruine Altenbaumburgan der Mündung der Alsenz, die Burgruine Montfort und die Burgruine von Schloßssöckelheim,das sich über der kleinen Talsiedlung erhebt, hervorzuheben. Zeugen der früheren Bedeutung der Wasserkraftsind historische Wehre und Mühlkanäle an der Nahe. Am Austritt in die Talweitung von Bad Kreuznach dringenim sogenannten „Salinental“ solehaltige Thermalquellen auf, die Ausgangspunkt für den dortigen Kurbetriebsind. Die ehemalige staatliche Weinbaudomäne bildet ein weiteres landschaftswirksames Kulturdenkmal.68 Konkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 2013


In dem landwirtschaftlich genutzten Randsaum liegen die Dörfer Traisen, Hüffelsheim, und Duchroth sowieeinzelne Höfe. Hier überwiegt Ackerbau. Am Lemberg und im Niederhauser Wald sind zahlreiche Stollen alsRelikte früheren Bergbaus (Quecksilber) vorhanden, die teilweise in einem Besucherbergwerk zugänglich sind.HistorischeKulturlandschaftselementeAssoziativeElemente:Siedlung: Kurstadt Bad Kreuznach, Kurort Bad Münster am Stein, historischer Ortskern Ebernburg, historischgeprägte Winzerorte, mehrere bedeutende herrschaftliche und sakrale Kulturdenkmale, Wassermühlen, WehreNutzungen: (Steillagen)Weinbau, Rohstoffabbau, Kurhäuser, historische Salinen, Magergrünland, Streuobst,Magergrünland, AuengrünlandArchäologie: Bereich mit besonderer Dichte archäologischer Fundstätten bei Oberhausen, bedeutende BodendenkmaleÜberlieferungen/ Sagen: -/-Nutzung/ TransformationAktuelle Nutzung:TouristischeBedeutung:Transformationsprozesse(Landschaftswandel):Steillagenweinbau, Auengrünland, Ackerbau, Obstbau und Grünland auf den Kuppen und Flachhängen, Waldbauin schattigen Hanglagen, KurbetriebSehr hohe touristische Bedeutung mit mehreren touristischen Hot Spots und zahlreichen spektakulären Aussichtspunkten,Kurbetrieb von Bad Münster am Stein und Bad Kreuznach, Erschließung durch Naheradweg,Alsenzradweg und thematische WanderwegeSiedlungswachstum im Randbereich von Bad Kreuznach (ausgegliedert), landwirtschaftlicher StrukturwandelAbgrenzung, VisualisierungSichtachsenpunkteAbgrenzungAltenbaumburg, Burg Rheingrafenstein, Ebernburg, ehem. Weinbaudomäne, Heimberturm Schlossböckelheim,RotenfelsIm Osten Verkleinerung der ursprünglichen Abgrenzung um die von großflächigen Siedlungserweiterungen undGewerbegebieten von Bad Kreuznach geprägten Bereiche, nach Süden Aufweitung im Abschnitt der Alsenzmündung(Altenbamberg) sowie im Bereich Ruine Montfort als landschaftswirksames historisches Kulturdenkmalmit umgebenden NutzungsreliktenAusprägung der Dokumentations- und Identifikationsfunktion (Erbequalitäten)Konzentration/Dominanz HKLE:Vielfalt HKLE:Ausprägung HKLE:Kohärenz HKL:NaturräumlicheEigenart:Landschaftswandel:GesamtbewertungErbequalitäten:Konzentration von Steillagenweinbau und Niederwald an den Talhängen, hohe Dichte historischerKulturdenkmale in exponierter LageSehr hohe Vielfalt unterschiedlicher historischer Kulturlandschaftselemente unterschiedlicher Epochenauf engem Raum (Steillagen-Weinbau, Obstbau, Magergrünland, Auengrünland, Niederwald, Mühlen,historische Erz- und Baustoffgewinnung, sakrale, herrschaftliche und profane Kulturdenkmale)Hervorragend erhaltene, stark gegliederte Weinbaulandschaft mit tradierten Weingütern; großflächigesMagergrünland, sehr gut erhaltene EbernburgKohärent wahrnehmbares, von tradierten, bis heute persistenten Nutzungen und bedeutenden landschaftswirksamenKulturdenkmalen geprägtes Engtal mit hoher Eigenart, spezifische Ensembles hoherEigenartMarkantes, felsiges Durchbruchstal im Vulkanit mit teilweise sehr steilen Hängen und TalmäandernSiedlungswachstum im Bereich Bad Kreuznach/ Bad Münster am Stein, Strukturwandel in der LandwirtschaftMarkanter Talabschnitt der Nahe mit besonderer kulturlandschaftlicher und naturräumlicher Prägnanzund besonderer kulturhistorischer Bedeutung durch zahlreiche landschaftswirksame KulturdenkmaleKonkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 201369


8.1.3 Sobernheimer TalweitungKulturlandschaft:8.1 Unteres NahetalNummer: 8.1.3 (196)Landschaftsraum:Sobernheimer TalweitungKreis:Bad KreuznachKurzcharakteristik:Talweitung des Nahetalszwischen Martinstein undSchlossböckelheimBad Kreuznach!Sobernheim!!Bad Muensteram Stein-EbernburgNaturerbeNaturräumlicheCharakteristik:MorphologischeMerkmale:Zwischen den Durchbrüchen der Nahe bei Martinstein und Schlossböckelheim öffnet sich die SobernheimerTalweitung. In den weicheren Partien der Waderner Schichten (Konglomerate und Sandsteine) entstand sie alsbreite und tiefe Aufweitung, die durch die Rotenfels-Porphyrberge vom Nahe-Felsental und durch die Schwellevon Waldböckelheim vom Äußeren Kreuznacher Lösshügelland abgetrennt wird. Klima und Böden entsprechenallerdings weitgehend der begünstigten Situation im Äußeren Kreuznacher Lösshügelland. Die bis auf 340m ü.NN ansteigenden gestuften Hänge bestehen aus einzelnen Riedeln, die durch asymmetrische Seitentäleraus älteren Terrassen der Nahe herausgeschnitten wurden. Mit Lösslehm bedeckte, flachere Hänge und breiteSchwemmkegel führen zu den lehmigen, tieferen Terrassenebenen herab, in welche die feuchte, überschwemmungsgefährdeteFlussaue eingebunden ist. Der Fluss selbst ist überwiegend naturnah.Die Randkulissen werden durch Wälder geprägt, die zu den nördlich und südlich benachbarten Landschaftsräumenüberleiten. Am Nordrand der Talweitung liegen großflächige Trockenwälder, vereinzelt mit Felsbereichen,vor. Insgesamt ist der Waldanteil aber gering.Talweitung des Nahetals im Rotliegenden mit gestuften, teilweise steilen Hängen und FlussterrassenKulturerbeKulturhistorischeCharakteristik:HistorischeKulturlandschaftselementeAssoziativeElemente:Die klimabegünstigte Sobernheimer Talweitung ist traditionell eine Domäne der Landwirtschaft. Die Aue derNahe ist durch ein nahezu durchgängiges Band von Auenwiesen geprägt. Mehrere Wehre zweigen Wasser fürMühlgräben ab. Die weiter vom Fluss entfernt gelegenen Teile des Talbodens werden ebenso wie die flacherenLagen der Terrassen und Höhen ackerbaulich genutzt. Die Feldflur ist abschnittsweise durch Heckenzügegegliedert. An steilen Süd- und Südosthängen der eigentlichen Talweitung und der Seitentälchen wird Weinbaubetrieben. Der Weinbau hat sich allerdings bereits aus unrentablen Lagen zurückgezogen. Mehrfach finden sichterrassierte ehemalige und aktuelle Weinbergslagen mit Trockenmauern, die heute teilweise mit Wiesen undStreuobst bedeckt sind. Bemerkenswert ist die Vielzahl an Vorkommen von Felsstrukturen mit Trockenrasen undkargen Hängen und Kuppen mit Magerrasen, wie z.B. nordöstlich von Bad Sobernheim oder am Hellensbergsüdlich Odernheim.Die Schwemmkegel an den Mündungen der Nahezuflüsse in die Talweitung waren bevorzugte Siedlungsstandorte.Daneben entstanden kleinere Dörfer auf den Höhen. Zentraler Ort der Talweitung ist die Stadt BadSobernheim, deren Altstadtkern ebenso wie der von Odernheim an der Glanmündung historisch geprägt ist.Besonders markant ausgebildet ist der Geländesporn im Bereich der Einmündung des Glans in die Nahe, aufdem das ehemalige Kloster Disibodenberg mit Gehöft angelegt wurde. Das Freilichtmuseum Bad Sobernheimund die dörflichen Siedlungen auf der Hochfläche spiegeln die tradierte landwirtschaftliche Dorfstruktur.Siedlung: Historisch geprägte Altstadtkerne von Bad Sobernheim und Odernheim, historisch geprägte Dörfer,Freilichtmuseum Bad Sobernheim, mehrere sakrale Baudenkmale, Mühlen und MühlgräbenNutzungen: Steillagenweinbau, Auengrünland, Extensivgrünland, AckernutzungArchäologie: Bereich um Odernheim mit besonderer Dichte archäologischer Fundstätten, Villa Rustica in BoosÜberlieferungen/ Sagen: -/-70 Konkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 2013


Nutzung/ TransformationAktuelle Nutzung:TouristischeBedeutung:Transformationsprozesse(Landschaftswandel):Auengrünland, Weinbau (tw. terrassierte Steillage), Ackerbau auf den Talterrassen, Grünland- und Waldnutzungin schattigen Hangbereichen, KurbetriebHohe touristische Bedeutung mit einzelnen touristischen Hot Spots und talbegleitenden Aussichtspunkten,Erschließung durch Naheradweg und Glan-Blies-RadwegBad Sobernheim hat sich in den letzten Jahrzehnten durch starkes Flächenwachstum und Ansiedlung vonGewerbe und Industrie deutlich vergrößert und auch in die Aue ausgedehnt, die ansonsten weitgehend bebauungsfreiblieb. Verkehrsachsen wie die B 41 wurden ausgebaut.Abgrenzung, VisualisierungSichtachsenpunkteAbgrenzungBei Merxheim, Klosterruine DisibodenbergErweiterung der ursprünglichen Abgrenzung nach Süden im Bereich Odernheim/ Glan mit historisch geprägtemOrtskern und zahlreichen umgebenden Nutzungsrelikten sowie im Südosten um den Weinbaubereich umKirschrothAusprägung der Dokumentations- und Identifikationsfunktion (Erbequalitäten)Konzentration/Dominanz HKLE:Vielfalt HKLE:Ausprägung HKLE:Kohärenz HKL:NaturräumlicheEigenart:Landschaftswandel:GesamtbewertungErbequalitäten:Konzentration von Weinbauflächen in Talhanglage, hohe Dichte historisch geprägter Dörfer und baulicherKulturdenkmaleHohe Vielfalt sowohl nutzungsbezogener (Steillagenweinbau, Streuobstwiesen, Extensivgrünland, Auengrünland,Ackerbau, Baustoffgewinnung) als auch baulicher historischer Kulturlandschaftselemente(sakrale und profane Baudenkmale, Freilichtmuseum)Gut erhaltene Stadtkerne von Bad Sobernheim und Odernheim sowie mehrerer dörflicher Siedlungen,Ruinen des sehr alten, auf das 8 Jh. zurückgehenden Klosters Disibodenberg (Lernort von Hildegardvon Bingen)Kohärente Talaufweitung mit weitläufiger Nutzungsdifferenzierung, Nahetal mit verringerter naturräumlicherPrägnanz und abschnittsweise spürbarem Landschaftswandelklimabegünstigte Talweitung des Nahetals mit gestuften Talhängen und der Mündung des GlanSiedlungswachstum in Bad Sobernheim, Ausbau der Verkehrsachse B 41, landwirtschaftlicher StrukturwandelNoch von flächenhaft verbreiteten tradierten Nutzungen und bedeutenden Kulturdenkmalen geprägter,weniger markanter Talabschnitt der Nahe mit deutlichen Merkmalen des LandschaftswandelsKonkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 201371


8.2.1 Kirner NahetalKulturlandschaft:8.2 Oberes NahetalNummer: 8.2.1 (193.0, 193.10)Landschaftsraum:Kirner NahetalKirn!Kreis:Bad Kreuznach, BirkenfeldKurzcharakteristik:Der Landschaftsraum umfasstden Abschnitt des Nahetalszwischen Nahbollenbach undMartinstein mit der Stadt Kirn.Das Naheengtal weist mehrereAufweitungen mit Durchbrüchendurch Vulkanithärtlingemit überwiegend bewaldetenSteilhängen, einer offenenAue und landschaftsprägendenBaudenkmalen auf. Diehistorische angelegte Industrialisierunghat abschnittsweisezur Ausdehnung derSiedlungsflächen geführt.Idar-Oberstein!NaturerbeNaturräumlicheCharakteristik:MorphologischeMerkmale:Das Kirner Nahetal ist ein tief eingeschnittenes und gefällereiches Talstück mit steilen Hängen und schmaler, abermeist ausgeprägter Sohle und einzelnen Talweitungen innerhalb der anstehenden Konglomerate und Sandsteinedes Rotliegenden. Das Tal wird jedoch mehrfach durch Engen mit Durchbrüchen durch Riegel von vulkanischemGestein (Porphyrit, Melaphyr) gekammert, in denen Felshänge und natürliche Schutthalden bis hart an den Flussherantreten. Während der östliche Teil des Kirner Nahetals wärmegeprägt ist, ist der Talkessel von Kirn durchKaltluftstau vor der Hellbergenge kälter und im Einflussbereich der Idar-Soon-Pforte stärker dem Niederschlagausgesetzt. Hier herrscht Grünlandnutzung vor. Demgegenüber sind die Hänge überwiegend bewaldet und nuran flacheren Partien als Grünland genutzt. Diese Wiesen und Weiden sind zu großen Teilen auch heute nochextensiv genutzt und tragen vereinzelt Streuobst.Die felsigen Partien und Schutthalden der Steilhänge weisen ein Mosaik von Trockenwäldern, Trocken- undSteppenrasen, Felsformationen und Gesteinshalden auf. Die Nahe selbst ist weitgehend naturnah erhalten undprägt auch innerhalb der Siedlungsflächen den Talraum als grüne Achse stark mit.Teil des Landschaftsraums sind die angrenzenden Höhen zwischen Nahe und Glan. Der Höhenzug wird vonmehreren parallel in Südost-Nordwest-Richtung verlaufenden Tälern gegliedert. Die steilen Talflanken sindbewaldet. Auf Trockenhängen gehen die Waldbestände oft in Trockenwälder über. Viele Bäche des Landschaftsraumssind in den Unterläufen zur Nahe sowie in Quellläufen naturnah erhalten.Felsenreiches Durchbruchstal der Nahe im Vulkanit mit zwischenliegenden TalweitungenKulturerbeKulturhistorischeCharakteristik:Im tief eingeschnittenen und gefällereichen Kirner Nahetal endet das weinbaugeprägte untere Nahetal. Beiden Wäldern in den steilen Hängen des Nahetals und seiner Seitentälchen handelt es sich oft um eichenreicheNiederwälder, die früher unter anderem für die Gewinnung von Gerbmitteln Bedeutung hatten (Lohrinde).Wasserreichtum und Lohrinde boten die Voraussetzungen für die Leder- und Holzindustrie in Kirn und Umgebung.Kleinere Teile sind bis heute noch in Nutzung. Die Wiesen und Weiden der flacheren Hangpartien sind zugroßen Teilen auch heute noch extensiv genutzt und tragen vereinzelt Streuobst.Mehrfach zweigen Mühlkanäle zur Wasserkraftnutzung durch Mühlen ab. Bei Hochstetten wird der Talraumdurch großflächige Magerwiesen geprägt, die sonst durch Bebauung und Nutzungsänderung im Talbodenheute sehr selten sind. Darüber hinaus erfolgt bei Kirn der Abbau von Porphyrit in einem großen Steinbruch.Die Wärmebegünstigung der Hänge zeigt sich auch an historischen Ausläufern des Naheweinbaus. Die flacherenNordosthänge sind mit Löss bedeckt und bilden fruchtbare Ackerstandorte. Die Feldflur der Hochflächewird von Grünlandbereichen gegliedert, dies sich von den Wiesentalabschnitten ausgehend in die Seitentalmuldenziehen, aber auch häufiger die Waldrandbereiche einnehmen. Besonders zwischen Kirn und Simmertal istder Anteil an mageren Wiesen und Weiden in Hanglage beachtlich.Als historische Anlage ist vor allem die Kyrburg bei Kirn hervorzuheben, die den Talkessel beherrscht, fernerdie im Wald gelegene Naumburg bei Bärenbach. Das Schloss Wartenstein und die Burgruine Kallenfels thronenüber dem Hahnenbachtal oberhalb Kirn, das Schloss Dhaun und die Ruine Brunkenstein über dem Simmerbachtaloberhalb Simmertal. Das historische Kupferbergwerk von Fischbach ist ein Relikt des früheren Erzab-72 Konkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 2013


aus. In Idar-Oberstein sind die Felsenkirche sowie die Burgen Stein und Oberstein besonders erwähnenswert.Die Altstadt von Oberstein ist teilweise noch historisch geprägt, durch bauliche Eingriffe aber auch erheblichverändert. Kennzeichnend ist die historische Edelsteingewinnung und bis heute betriebene Verarbeitung vonSchmuck- und Industriesteinen.HistorischeKulturlandschaftselementeAssoziativeElemente:Siedlung: Kleinstadt Kirn mit historischem Ortskern, mehrere Orte im Tal mit frühindustriellem Ursprung, mehrerelandschaftswirksame herrschaftliche, sakrale und profane KulturdenkmaleNutzungen: Historisch gewachsene, industriell-gewerbliche Prägung der Talaue (Lederherstellung), historischerRohstoffabbau, ausgedehnte Niederwaldstrukturen in den Hangbereichen, tradiertes AuengrünlandArchäologie: Wüstungen, Bereich hoher Dichte archäologischer Fundstätten bei Kirn, bedeutende Bodendenkmalebei ObersteinÜberlieferungen/ Sagen: -/-Nutzung/ TransformationAktuelle Nutzung:TouristischeBedeutung:Transformationsprozesse(Landschaftswandel):Ausgedehnte Gewerbenutzung in der Naheaue, Grünlandnutzung, waldbauliche Nutzung an den Hängen,Rohstoffabbau (Vulkanit)Mittlere bis hohe touristische Bedeutung mit einzelnen touristischen Hot Spots im Bereich der Burgen, zahlreichetalbegleitende Aussichtspunkte, Erschließung durch NaheradwegAusgehend von einer Siedlungskette entlang der Talweitung auf den flachen Hangfüßen hat die Besiedlungim Zuge der Industrialisierung des Raums große Teile der Talweitungen erfasst, mit Schwerpunkten bei Kirn,Nahbollenbach/ Weierbach und Idar-Oberstein.Abgrenzung, VisualisierungSichtachsenpunkteAbgrenzungBurg Oberstein, Kyrburg, Schloss Dhaun, Schloss WartensteinErweiterung der ursprünglichen naturräumlichen Abgrenzung um Seitentälchen mit bedeutenden landschaftswirksamenKulturdenkmalen (Schloss Dhaun, Schloss Wartenstein, Kupferbergwerk) und BodendenkmalenAusprägung der Dokumentations- und Identifikationsfunktion (Erbequalitäten)Konzentration/Dominanz HKLE:Vielfalt HKLE:Ausprägung HKLE:Kohärenz HKL:NaturräumlicheEigenart:Landschaftswandel:GesamtbewertungErbequalitäten:Hohe Dichte herrschaftlicher Kulturdenkmale, hohe Konzentration historischer und teilweise nochgenutzter NiederwälderHohe Vielfalt historischer nutzungsbezogener (Niederwald, Magergrünland, Auengrünland, Streuobst,Mühlgräben, Bergwerke, Steinbrüche) sowie baulicher Kulturlandschaftselemente (herrschaftliche undsakrale Baudenkmale, Mühlen)Gut erhaltene Schlösser von Wartenstein und Dhaun, noch genutzte NiederwaldarealeKohärent wahrnehmbarer Talabschnitt der Nahe mit kultur- und naturräumlicher Prägnanz und deutlichausgeprägtem Landschaftswandel in der NaheaueMarkantes felsiges Durchbruchstal mit enger Flussaue und zwischenliegenden TalweitungenStarke Siedlungs- und Gewerbeerweiterungen in der Naheaue um Idar-Oberstein, Nahbollenbach undKirn, Überbauung der Nahe in ObersteinMarkantes Engtal der Nahe mit teilweise persistenten tradierten Landnutzungen und zahlreichen landschaftswirksamenKulturdenkmalen, aber auch deutlichem Landschaftswandel in der NaheaueKonkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 201373


8.2.2 Oberes NaheengtalKulturlandschaft:8.2 Oberes NahetalNummer: 8.2.2 (194.02, 194.10,194.11)Landschaftsraum:Oberes NaheengtalKirn!Kreis:BirkenfeldKurzcharakteristik:Als Oberes Naheengtal wirddas bis 140 m tief eingeschnittene,enge Nahetal von derLandesgrenze zum Saarlandbis Oberstein bezeichnet, dasnach Süden in die Randhöhendes Winterhauch und derBaumholder Platte übergreift.Das siedlungsfeindliche Engtalwird von Niederwäldern undfelsigen Trockenhängen in densteilen Hangbereichen sowieeiner schmalen Grünlandauegeprägt.Idar-Oberstein!NaturerbeNaturräumlicheCharakteristik:MorphologischeMerkmale:Es handelt sich um ein bis zu 140 m tief eingeschnittenes, enges Durchbruchstal. Die Ergussgesteine und Konglomeratedes Perm sind hier so widerstandsfähig und mächtig entwickelt, dass die Nahe sie nur in einem äußerstengen, steilwandigen Kerbtal mit felsigen Hängen bzw. nahezu senkrecht aufragenden Felsklippen oderFelswänden und mit ganz schmaler Sohle durchbrechen konnte. Die klimatische Begünstigung des Talraumsund die Trockenheit der Gesteine macht die Felshänge zu Steppenheidestandorten.Das eigentliche Engtal der Nahe ist ausgesprochen siedlungsfeindlich und daher weitgehend unbesiedelt.Als Winterhauch bezeichnet man den südlich von Idar-Oberstein steil aus dem Nahetal bis auf ca. 600 m ü.NNaufragenden Bergrücken, der randlich vom Nahetal angeschnitten wird. Auch das wellige Hochplateau vonBaumholder wird nur am Westrand berührt.Ausgeprägtes Durchbruchstal der Nahe mit Talmäandern im Vulkanit mit steilen Felshängen und schmaler Auesowie angrenzende TalschulternKulturerbeKulturhistorischeCharakteristik:HistorischeKulturlandschaftselementeAssoziativeElemente:Die Talhänge des Talabschnitts zwischen Hoppstädten und Oberstein sind fast durchgängig bewaldet undbesonders im Abschnitt zwischen Hoppstädten und Nohen sowie um Idar-Oberstein ganz wesentlich durchTrockenwälder und Gesteinshaldenwälder (z.T. noch genutzte Niederwälder) im Kontakt mit Trockenrasen undFelsvegetation geprägt. An flacheren Hängen findet sich Grünland und vereinzelt Ackerland. Am Talbodenentlang des überwiegend naturnahen Flusses dominiert Auengrünland. Die Ruine Frauenburg ist als landschaftswirksamesKulturdenkmal zu erwähnen.Siedlung: Mehrere Streusiedlungen an der Einmündung von Seitentälchen, Burgruine Frauenburg, einzelnesakrale KulturdenkmaleNutzungen: Niederwälder, AuengrünlandÜberlieferungen/ Sagen: -/-Nutzung/ TransformationAktuelle Nutzung:TouristischeBedeutung:Transformationsprozesse(Landschaftswandel):Grünlandnutzung in der Aue und auf Flachhängen, Waldnutzung an den steileren Hangbereichen und aufden TalschulternMittlere touristische Bedeutung vorwiegend aufgrund der naturräumliche Eigenart, keine touristischen HotSpots, einzelne Aussichtspunkte, Erschließung durch den Naheradweg und den BurgenradwegBis Idar-Oberstein geringer Landschaftswandel, Aufgabe tradierter Nutzungen (Niederwald)74 Konkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 2013


Abgrenzung, VisualisierungSichtachsenpunkteAbgrenzungNahe-LoreleyErhebliche Verkleinerung der ursprünglichen Abgrenzung (LANIS) auf den Talraum mit den Hangbereichen,Ausgliederung des Truppenübungsplatzes Baumholder sowie von Waldbereichen mit geringen Anteilenhistorischer Kulturlandschaftselemente, Verkleinerung im Südwesten aufgrund des erheblichen Landschaftswandelsim Bereich HoppstädtenAusprägung der Dokumentations- und Identifikationsfunktion (Erbequalitäten)Konzentration/Dominanz HKLE:Vielfalt HKLE:Ausprägung HKLE:Kohärenz HKL:NaturräumlicheEigenart:Landschaftswandel:GesamtbewertungErbequalitäten:Dominanz von Niederwaldstrukturen und Auengrünland, hoher Anteil ungenutzter FlächenGeringe Vielfalt an historischen Kulturlandschaftselementen (Auengrünland, Niederwald, einzelnekleine herrschaftliche und sakrale Baudenkmale)Keine hervorzuhebenden Ausprägungen der KLE, überwiegend lokale BedeutungKohärent erlebbarer, naturräumlich markanter Talraum mit nur teilweiser Wahrnehmbarkeit als tradierteKulturlandschaftMarkantes Durchbruchstal mit felsigen Steilhängen und überwiegend naturnahem FlusslaufGeringer Landschaftswandel durch Aufgabe tradierter Nutzungen (Niederwald, Auengrünland)Markantes, relativ dünn besiedeltes Engtal mit Prägung durch historische Niederwaldnutzung undAuengrünland, geringe Bedeutung baulicher KulturdenkmaleKonkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 201375


9.1.1 Oppenheimer RheinniederungKulturlandschaft:9.1 OberrheintalNummer: 9.1.1 (232.01, 222.1)Landschaftsraum:Oppenheimer Rheinniederung!OppenheimKreis:Kurzcharakteristik:Worms, Alzey-Worms,Mainz-BingenRheinniederungsabschnittzwischen Mainz und Rheindürkheimmit der durch denRheinausbau verändertenAltaue und einem zum Rheinvorspringenden Abschnittdes weinbaulich geprägtenLösshügellandes (NiersteinerBerg)!!Worms! Ludwigshafen!SpeyerGermersheim!Woerth am RheinNaturerbeNaturräumlicheCharakteristik:MorphologischeMerkmale:Die Oppenheimer Rheinniederung umfasst die Rheinniederung zwischen Worms und Oppenheim/ Bodenheim.Zur Wormser Terrasse ist die Niederung durch eine mehr oder weniger deutliche Hochuferkante abgesetzt. Mitdem Vorspringen der sog. „Rheinfront“ bis ans Rheinufer wird die Rheinaue durch die markanten weinbaugeprägtenHanglagen bei Oppenheim unterbrochen. Von den Höhenwegen in der Hanglage eröffnen sich darüberhinaus Weitblicke auf die Rheinniederung. Eine Besonderheit sind die teilweise bewaldeten Inseln (Naturschutzgebiete)bei Nackenheim und der Seitenarm des Rheins, der sie umfließt.Mit dem Ausbau zu einer der wichtigsten Schifffahrtsstraßen Mitteleuropas in mehreren Phasen wurde der Rheinin seinem Verlauf korrigiert und festgelegt, seine Aue wurde durch ein System von Dämmen stark eingeengt.Die Besiedlung des Raumes war durch die Überschwemmungsgefahr stark eingeschränkt und erfolgte ursprünglichnur an wenigen höher gelegenen Standorten mit kompakten Dörfern oder einzelnen Gehöften. Der Rheinausbauund die Absenkung des Grundwasserspiegels haben die Nutzungsmuster in der Rheinaue stark nivelliert.Im Wasserhaushalt sowie der Überflutungsdynamik stark veränderte Rheinaue und Teile der NiederterrasseKulturerbeKulturhistorischeCharakteristik:Die Bodenheimer Rheinaue zeigt insbesondere mit den Rheininseln bei Nackenheim und dem LaubenheimerRied historische Strukturen der Rheinaue auf. Mit der „Rheinfront“springt das Lösshügelland und der Weinbaubis an die Rheinufer vor. Die jahrhundertelange Wegenutzung hat hier bei Alsheim ein bedeutendes System anLößhohlwegen entstehen lassen. Südlich Oppenheim hat sich in der Rheinniederung eine schmale Wiesenaueerhalten, die im Unterschied zur Bodenheimer Aue nicht eingedeicht wurde, sondern nach wie vor regelmäßigüberschwemmt wird. Die Niederung ist noch durch frühere Flussläufe und Altschlingen geprägt und wirdin Teilbereichen auch heute noch regelmäßig überflutet. Besonders charakteristisch ist der Altrheinbogen beiEich-Gimbsheim. Wald und Grünland befinden sich vor allem in den noch überschwemmten Bereichen entlangdes Rheins, Feuchtwiesen und Schilf auch im Bereich verlandeter Altarme. Bereichsweise beleben Streuobstwiesendie Landschaft. Die Umgebung von Eich stellt ein Zentrum der Gewinnung von Weidenruten in Kopf- undKorbweidenbeständen dar. Die kleinteilige Nutzungsmischung am Ibersheimer Werth bei Hamm zeugt von dertradierten, vom Grundwasserstand und Überflutungshöhen abhängigen Kulturlandschaft. Ansonsten ist dieentwässerte Niederung vielfach durch großflächigen Ackerbau auf den fruchtbaren Böden geprägt. Der Abbauvon Kiesen und Sanden hat Teile des Landschaftsraums deutlich verändert. Baggerseen prägen heute dasErscheinungsbild vor allem im Umfeld der genannten Altrheinbögen und bieten vielfältige Möglichkeiten fürErholung am Wasser.Die Stadt Oppenheim ragt mit bundesweit bedeutsamem historischem Stadtkern, Kirche und Burg an einemmarkanten Vorsprung der Hänge bis an den Rhein, ebenso wie die benachbarten historischen Weinorte Nierstein,Nackenheim und Guntersblum. Gimbsheim zeigt noch die historische Eigenart eines Rieddorfes, währendGunthersblum und Ludwigshöhe auf der Niederterrasse bereits Übergänge zu den Winzerorten des RheinhessischenHügellandes aufweisen.76 Konkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 2013


HistorischeKulturlandschaftselementeSiedlung: Historische Altstadt von Oppenheim, historische geprägte Ortskerne der Winzerdörfer (Nierstein,Nackenheim, Gunthersblum) und der früheren Rieddörfer (Gimbsheim, Eich), Ruine Landskrone, mehrere historischbedeutende KirchenNutzungen: Feuchtgrünland(brachen) in Altrheinschlingen, Kopfweiden, Weinbau, Streuobst, HohlwegeAssoziativeElemente:Überlieferungen/ Sagen: -/-Nutzung/ TransformationAktuelle Nutzung:TouristischeBedeutung:Transformationsprozesse(Landschaftswandel):Verbreitet Ackerbau und kleinflächiges Auengrünland, Kiesgewinnung, Weinbau im Übergang zum LösshügellandHohe touristische Bedeutung mit Zentrum in den Winzerorten, Erschließung durch mehrere Radwegeroutenund thematische Wanderwege, Erholungsnutzung an den BaggerseenMit dem Neubau der B 9 hat sich auch das Verkehrsnetz in die Altaue des Rheins verlagert. Der Abbau vonKiesen und Sanden hat Teile des Landschaftsraums deutlich verändert. Baggerseen prägen heute das Erscheinungsbildvor allem im Umfeld der Altrheinbögen. Der südlich angrenzende Bereich ist durch Nutzungsintensivierungund Industrieansiedlung deutlich verändert (ausgegliedert).Abgrenzung, VisualisierungSichtachsenpunkteAbgrenzungNiersteiner WarteDeutliche Veränderung der ursprünglich naturräumlichen Abgrenzung, mit Verkleinerung im Norden um densuburbanisierten Bereich Laubenheim und den stark vom Landschaftswandel betroffenen Eicher Rheinbogen,Erweiterung nach Westen im Bereich der „Rheinfront“ um die bis an den Rhein heranreichenden Weinbauhängeum Oppenheim und Nierstein sowie das Alsheimer Hohlwegegebiet mit historisch bedeutenden Ortskernenund zahlreichen NutzungsreliktenAusprägung der Dokumentations- und Identifikationsfunktion (Erbequalitäten)Konzentration/Dominanz HKLE:Vielfalt HKLE:Ausprägung HKLE:Kohärenz HKL:NaturräumlicheEigenart:Landschaftswandel:GesamtbewertungErbequalitäten:Auengrünland und Strukturen der tradierten Nutzungen der Rheinauen in Reliktbeständen, Altrheineund Schluten, Weinbau am Niersteiner Berg, Lößhohlwege in besondere Dichte um AlsheimMittlere Vielfalt an historischen nutzungsbezogenen (Auengrünland, Streuobst, Weinbau, Kopfweidenrelikte)sowie baulichen Kulturlandschaftselementen (historische Ortskerne und Altstadt von Oppenheim)Denkmalpflegerisch bundesweit bedeutsame und exponierte Altstadt, Burg und Kirche von Oppenheim,bundesweit bedeutsame LößhohlwegeÜberwiegend kohärente Wahrnehmbarkeit der Rheinniederung mit einem bis an die Rheinufer vorspringendenTeil des lössbedeckten Rotliegenden an der sog. „Rheinfront“Vom Rheinausbau stark veränderte Rheinaue mit Relief und Relikten der ehemaligen Flussdynamiksowie der „Rheinfront“ als unmittelbar zum Rhein vorspringende, lössbedeckte TerrassenstufeIntensiver Landschaftswandel durch vom Rheinausbau und Grundwasserabsenkung ausgelöste Nutzungsintensivierung,großflächige Auskiesungen, intensive FreizeitnutzungIn der Rheinaue durch den Rheinausbau und die Nutzungsintensivierung teilweise deutlich veränderte,in den Siedlungskernen und der vom Weinbau geprägten „Rheinfront“ noch weitgehend persistenteund vielgestaltige Kulturlandschaft der RheinniederungKonkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 201377


9.1.2 Wormser RheinniederungKulturlandschaft:9.1 OberrheintalNummer: 9.1.2 (222.1)Landschaftsraum:Wormser Rheinniederung!OppenheimKreis:Kurzcharakteristik:Stadt Worms, Rhein-Pfalz-KreisDer Landschaftsraum umfasstdie Rheinniederung zwischenWorms und Roxheim, diedurch Kiesabbau, SiedlungsundGewerbeerweiterungenim Umfeld einem erheblichenLandschaftswandel unterliegt.Teil des Raums ist die Altstadtvon Worms auf der Niederterrasse.Die Nutzungsstrukturenin der Niederung zeichnen dieehemaligen Rheinverläufe undFeuchtestufen der Niederungvielfach noch nach.!!!Worms! Ludwigshafen!SpeyerGermersheimWoerth am RheinNaturerbeNaturräumlicheCharakteristik:MorphologischeMerkmale:Die Rheinniederung ist nach Westen zu den benachbarten Landschaftsräumen durch das Hochgestade dereiszeitlichen Niederterrasse abgesetzt. Es zeichnet den Verlauf ehemaliger Flussschlingen mit Buchten undVorsprüngen nach und erhebt sich bis 6 m über die Rheinniederung. Zur Wormser Terrasse ist die Niederungdurch eine mehr oder weniger deutliche Hochuferkante abgesetzt. Mit dem mehrphasigen Ausbau zu einer derwichtigsten Schifffahrtsstraßen Mitteleuropas wurde der Rhein zwar in seinem Verlauf korrigiert und festgelegt,seine Aue wurde durch ein System von Dämmen stark eingeengt. Die Niederung ist abschnittsweise jedochnoch durch frühere Flussläufe und Altschlingen geprägt und wird in Teilbereichen auch heute noch regelmäßigüberflutet.Im Wasserhaushalt sowie der Überflutungsdynamik stark veränderte Rheinaue und Teile der NiederterrasseKulturerbeKulturhistorischeCharakteristik:HistorischeKulturlandschaftselementeAssoziativeElemente:Zwischen Frankenthal und Worms liegt ein weitgehend unbebauter, durch charakteristische Rheinauenlandschaftund landwirtschaftliche Nutzung geprägter Teil der Rheinniederung. Wald und Grünland befinden sichvor allem in den noch überschwemmten Bereichen entlang des Rheins, Feuchtwiesen und Schilf auch im Bereichverlandeter Altarme. Der Abbau von Kiesen und Sanden hat das Umfeld des Roxheimer Altrheins deutlichverändert und neue Möglichkeiten für Erholung am Wasser geschaffen.Traditionell war der Rand der Terrasse zur Rheinniederung ein bevorzugter Platz für Siedlungsgründungen, soauch der alten Reichsstadt Worms, die sich zwischenzeitlich bis an den Rhein ausgedehnt hat. Von kulturhistorischemInteresse ist insbesondere der Altstadtkern von Worms (mit Dom) auf der Niederterrasse. Mit demNeubau der B 9 hat sich auch das Verkehrsnetz in die Altaue des Rheins verlagert.Siedlung: Historische Altstadt von Worms, Wormser Dom, weitere bedeutende sakrale Kulturdenkmale, historischesHofgut NonnenhofNutzungen: Feuchtgrünland(brachen) in Altrheinschlingen, Kopfweiden, teilweise tradierte NutzungsstrukturenArchäologie: Bereich mit hoher Dichte archäologischer Fundstätten, bedeutendes BodendenkmalÜberlieferungen/ Sagen: -/-Nutzung/ TransformationAktuelle Nutzung:TouristischeBedeutung:Transformationsprozesse(Landschaftswandel):Ackerbau, Grünland mit Anteilen von Feucht- und Auengrünland, KiesgewinnungWorms mit seiner historischen Altstadt mit hoher touristischer Bedeutung, Erschließung durch mehrere touristischeRadwegeGroßflächige Ausdehnung von Gewerbe- und Industriegebieten; Verkehrserschließung zwischen Worms undRheindürkheim sowie südlich Roxheim bis in die Stadtlandschaft von Ludwigshafen/ Mannheim (ausgegliedert);landwirtschaftlicher Strukturwandel, Kiesgewinnung im Bereich der Altrheine78 Konkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 2013


Abgrenzung, VisualisierungSichtachsenpunkteAbgrenzungWormser DomErhebliche Verkleinerung der ursprünglichen Abgrenzung um den verstädterten und industriell geprägtenBereich südlich Horxheim, Erweiterung nach Norden um die Altstadt von Worms mit dem Wormser DomAusprägung der Dokumentations- und Identifikationsfunktion (Erbequalitäten)Konzentration/Dominanz HKLE:Vielfalt HKLE:Ausprägung HKLE:Kohärenz HKL:NaturräumlicheEigenart:Landschaftswandel:GesamtbewertungErbequalitäten:Hohe Dichte von Auengrünland, Altstadtkern mit hoher Dichte baulicher KulturdenkmaleMittlere Vielfalt historischer Kulturlandschaftselemente, insbesondere tradierter landwirtschaftlicherNutzung und baulicher sakraler, herrschaftlicher und profaner Kulturdenkmale der Altstadt von WormsBundesweit bedeutsame Altstadt von Worms mit dem Wormser DomGeringe Kohärenz und Wahrnehmbarkeit durch intensiven Landschaftswandel im Umfeld bei weitgehenderAufgabe früherer in der Rheinniederung verbreiteter NutzungsformenVom Rheinausbau stark veränderte Rheinaue mit Relief und Relikten der ehemaligen FlussdynamikIntensiver Landschaftswandel durch vom Rheinausbau und Grundwasserabsenkung ausgelöste Nutzungsintensivierung,großflächige Auskiesungen, intensive FreizeitnutzungAbschnitt der Rheinniederung mit erheblichem Landschaftswandel bei gleichzeitig hoher Bedeutungder baulichen historischen Kulturlandschaftselemente (Altstadt von Worms)Konkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 201379


9.1.3 Speyerer RheinniederungKulturlandschaft:9.1 OberrheintalNummer: 9.1.3 (222.2)Landschaftsraum:Speyerer Rheinniederung!OppenheimKreis:Kurzcharakteristik:Rheinpfalz-Kreis, Speyer,GermersheimDer Landschaftsraum umfasstdie Rheinniederung zwischenAltrip und Germersheim, diedurch Kiesabbau, SiedlungsundGewerbeerweiterungenin Randbereichen und umSpeyer einem erheblichenLandschaftswandel unterliegt.Die Nutzungsstrukturen zeichnendie ehemaligen Rheinverläufeund Feuchtestufen derNiederung vielfach noch nach.!!!Worms! Ludwigshafen!SpeyerGermersheimWoerth am RheinNaturerbeNaturräumlicheCharakteristik:MorphologischeMerkmale:Die Niederung ist nach Westen zu den benachbarten Landschaftsräumen durch das Hochgestade der eiszeitlichenNiederterrasse abgesetzt. Es zeichnet den Verlauf ehemaliger Flussschlingen mit Buchten und Vorsprüngennach und erhebt sich bis 6 m über die Rheinniederung.Mit dem mehrphasigen Ausbau zu einer der wichtigsten Schifffahrtsstraßen Mitteleuropas wurde der Rhein zwarin seinem Verlauf korrigiert sowie festgelegt und seine Aue wurde durch ein System von Dämmen stark eingeengt.Die Niederung ist jedoch durch frühere Flussläufe und Altschlingen stark geprägt und wird in Teilbereichenauch heute noch regelmäßig überflutet. Wald befindet sich vor allem in den noch überschwemmten Bereichenentlang des Rheins, wobei Pappelforste einen wesentlichen, aber rückläufigen Anteil stellen. Urige naturnaheAuwälder sind beispielsweise bei Mechtersheim (Schwarzwald) sowie südlich von Speyer erhalten. Sie werdenvielfach von Röhrichten durchdrungen.Teilweise noch überschwemmte Rheinniederung und kleine Teile der Niederterrasse mit stark verändertem Wasserregimedurch den Rheinausbau und den Resten des früheren RheinverlaufsKulturerbeKulturhistorischeCharakteristik:HistorischeKulturlandschaftselementeAssoziativeElemente:Außerhalb der Überschwemmungsbereiche zeichnen oft lückige Bänder von Wiesen und Weiden mit Röhrichtenund Feuchtwiesen die Senken der verlandeten Altarme nach. Ausgedehnte Röhrichtbestände haben sichauch in den Mechtersheimer Tongruben entwickelt, die seltene Brutvögel beherbergen.Ansonsten ist die Landschaft durch großflächigen Ackerbau auf fruchtbaren Böden geprägt. Bereichsweisebeleben Streuobstwiesen die Landschaft.Die Besiedlung des Raumes war durch die Überschwemmungsgefahr stark eingeschränkt und erfolgte ursprünglichnur an wenigen höher gelegenen Standorten mit den historisch geprägten Dörfern Mechtersheimund Altrip. Der Ursprung von Altrip ist auf eines von 50 Römerkastellen, die den Strom bewachen sollten,zurückzuführen. Weitere bedeutende Kastelle und dazugehörige Vici befanden sich in Rheingönheim mit demeinzigen linksrheinisch erhaltenen Militärlager des 1. Jh. n. Chr. Das Hauptquartier der römischen Legionenbefand sich in Speyer, das schon zu Römerzeiten eine Stadt war. Die Kernstadt liegt auf einem zum Rhein vordringendenSporn des Speyerbachschwemmkegels, wo der fast 1000 Jahre alte Speyerer Dom über dem Rheinthront. Teile der denkmalpflegerisch bundesweit bedeutenden Altstadt mit dem Fischerviertel greifen jedochauch in die Rheinniederung.über.Bereich mit hoher Dichte bedeutender archäologischer Fundstätten, bedeutende Bodendenkmale (röm. Kastelle)Siedlung: Bundesweit denkmalpflegerisch bedeutsame Altstadt von Speyer mit dem Speyerer Dom, tradierteRieddörfer mit historisch geprägten OrtskernenNutzungen: Auengrünland, Feuchtgrünland, Altrheinarme mit Resten früherer NutzungsstrukturenArchäologie: Mehrere Räume mit hoher Dichte archäologischer Fundstätten, bedeutende BodendenkmaleÜberlieferungen/ Sagen: Der Rosssprung bei Speyer (Schlundt 1983)80 Konkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 2013


Nutzung/ TransformationAktuelle Nutzung:TouristischeBedeutung:Transformationsprozesse(Landschaftswandel):Ackerbau, Feucht- und Auengrünland, Kiesgewinnung, ErholungsnutzungHohe Bedeutung der Altstadt von Speyer mit dem Dom, Erschließung durch mehrere touristische Radwegeauch entlang des RheinsHeute haben die Städte Speyer und Germersheim flächig von der Rheinniederung Besitz ergriffen; es entstandenvor allem größere Industrie- und Gewerbegebiete. Der Abbau von Kiesen und Sanden hat Teile des Landschaftsraumsdeutlich verändert. Eine hohe Dichte an Baggerseen prägt heute das Erscheinungsbild vor allemim Raum Otterstadt und Altrip/ Neuhofen. In der Folge entstanden mehrere Freizeitgebiete mit Schwerpunkt inder Nordhälfte des Landschaftsraums.Abgrenzung, VisualisierungSichtachsenpunkteAbgrenzungDom zu SpeyerErhebliche Reduzierung der Abgrenzung im Norden um den Bereich der Stadtlandschaft Ludwigshafen bisRheingönheim sowie um die stark vom Landschaftswandel betroffenen Bereiche nördlich Speyer (Freizeitlandschaftmit Baggerseen), den Speyerer Industriehafen und die industrialisierte Insel Grün nördlich Germersheim;Erweiterung um die Altstadt von Speyer mit dem UNESCO-Welterbe Speyerer DomAusprägung der Dokumentations- und Identifikationsfunktion (Erbequalitäten)Konzentration/Dominanz HKLE:Vielfalt HKLE:Ausprägung HKLE:Kohärenz HKL:NaturräumlicheEigenart:Landschaftswandel:GesamtbewertungErbequalitäten:Hohe Dichte von Auengrünland, Altstadtkern mit hoher Dichte baulicher Kulturdenkmale, der Kaiserdomzu Speyer zählt zu den größten und bedeutendsten romanischen Bauwerke in DeutschlandMittlere Vielfalt historischer Kulturlandschaftselemente, insbesondere tradierter landwirtschaftlicher Nutzungund baulicher sakraler, herrschaftlicher und profaner Kulturdenkmale in der Altstadt von SpeyerBundesweit bedeutsame Altstadt von Speyer mit dem Kaiserdom (UNESCO-Welterbe), gut erhalteneAltrheinschlingen als Zeugnisse des früheren Rheinverlaufs und der historischen NutzungenMittlere Kohärenz und Wahrnehmbarkeit des in Teilen bereits vom Landschaftswandel erheblich verändertenNiederungsbereiches, mäßige Persistenz der Nutzungen, hohe Wahrnehmbarkeit des Altstadtvon Speyer mit dem Dom als WahrzeichenVom Rheinausbau stark veränderte Rheinaue mit Relief und Relikten der ehemaligen FlussdynamikIntensiver Landschaftswandel durch vom Rheinausbau und Grundwasserabsenkung ausgelöster Nutzungsintensivierung,abschnittsweise großflächige Auskiesungen, um Speyer ausgedehnte Industrie-/Gewerbeansiedlungen und Kiesabbaugebiete (ausgegliedert)Vom Rheinausbau veränderter Niederungsbereich mit zahlreichen Relikten des früheren Rheinverlaufssowie einer von den Feuchtestufen geprägten Nutzungsstruktur mit der bedeutenden Altstadt vonSpeyer und dem Kaiserdom als WahrzeichenKonkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 201381


9.1.4 Maxauer RheinniederungKulturlandschaft:9.1 OberrheintalNummer: 9.1.4 (222.3)Landschaftsraum:Maxauer Rheinniederung!OppenheimKreis:GermersheimKurzcharakteristik:Der Landschaftsraum umfasstdie Rheinniederung zwischender französischen Grenze undGermersheim, die durch Kiesabbausowie Siedlungs- undGewerbeerweiterungen beiWörth einem deutlichen Landschaftswandelunterliegt, derallerdings wesentlich geringerausfällt als in den nördlichangrenzenden Abschnittender Rheinniederung. Die Nutzungsstrukturenzeichnen dieehemaligen Rheinverläufe undFeuchtestufen der Niederungauf großer Fläche noch nach.!!!Worms! Ludwigshafen!SpeyerGermersheimWoerth am RheinNaturerbeNaturräumlicheCharakteristik:MorphologischeMerkmale:Die Rheinniederung ist nach Westen zu den benachbarten Landschaftsräumen durch das Hochgestade dereiszeitlichen Niederterrasse deutlich abgesetzt. Es zeichnet den Verlauf ehemaliger Flussschlingen mit Buchtenund Vorsprüngen nach. Besonders markant ist das Hochgestade bei Jockgrim ausgebildet, wo der Ort auf einemschmalen, etwa 12 m über dem Niveau der Niederung erhabenen Sporn zwischen zwei früheren Rheinbögennach Osten vorspringt.Mit dem Ausbau zu einer der wichtigsten Schifffahrtsstraßen Mitteleuropas wurde der Rhein in seinem Verlaufkorrigiert und festgelegt, seine Aue wurde durch ein System von Dämmen stark eingeengt. Die Niederungist jedoch durch frühere Flussläufe und Altschlingen stark geprägt und wird in Teilbereichen auch heute nochregelmäßig überflutet. Die feuchtesten Gebiete mit Niedermoor-Torfbildung stellen jedoch die entlang desHochgestades verlaufenden Altschlingen dar, die sogenannten Randsenken. Wald konzentriert sich vor allemauf die noch überschwemmten Bereiche entlang des Rheins und der Altarme. Die Hördter Rheinaue beherbergtdie größten Bestände von naturnahen Flussauenwäldern in Rheinland- Pfalz. Die Randsenken weisen zum TeilBruchwälder auf. In den übrigen Waldgebieten stellen Pappelforste einen wesentlichen, aber rückläufigen Anteil.Außerhalb der Überschwemmungsbereiche zeichnen Sumpfgebiete mit ausgedehnten Röhrichten die Senkenverlandeter Altarme nach, z.B. am Neuburger und Wörther Altrhein.Vom Rheinwasserstand geprägte Niederung, die teilweise noch morphologisch vom früheren Rheinlauf geprägtwirdKulturerbeKulturhistorischeCharakteristik:Die Nutzungsgeschichte der Maxauer Rheinniederung wurde über lange Zeiträume hinweg vom Rheinverlaufund seiner Überflutungs- und Gewässerdynamik geprägt. Viele auf den Rhein bezogene Berufszweige undNutzungsstrukturen haben mit dem Rheinausbau ihre Bedeutung verloren.In der Maxauer Rheinaue zeichnen die ehemaligen Rheinverläufe und Feuchtestufen der Niederung auf großerFläche noch nach. Große Wiesengebiete mit feuchten bis sumpfigen Kernzonen liegen bei Rheinzabern undJockgrim vor. Außerhalb der Überflutungszone und der feuchten Senken ist die Landschaft durch großflächigenAckerbau auf fruchtbaren Böden geprägt. Streuobstwiesen und Obstgärten umgeben das Umfeld der Ortschaftenbesonders im Südteil des Landschaftsraums.Die Besiedlung des Raumes war durch die Überschwemmungsgefahr stark eingeschränkt und erfolgteursprünglich auf sehr flachen Höhennasen zwischen den Bögen der überwiegend verlandeten Altschlingen,abgerückt vom Rhein. Dieses Besiedlungsmuster ist in den Grundzügen auch heute noch trotz starkem Flächenzuwachsvieler Orte erkennbar. Die engere Zone der Rheinauen ist bis auf großflächige Industrieanlagen amWörther Rheinhafen wenig besiedelt geblieben.Die Dörfer der Terrassenkante (Rheinzabern, Jockgrim) wurden schon sehr früh besiedelt und beruhen teilweiseauf römischen Siedlungskernen. Hier sind ausgedehnte römische Industrieareale, Gräberfelder und Siedlungsrestevorhanden. Die heutigen Dörfer werden meist durch die von Fachwerkbauten dominierten, historischenBaustrukturen geprägt.82 Konkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 2013


HistorischeKulturlandschaftselementeAssoziativeElemente:Siedlung: Historischer Stadtkern von Germersheim, bedeutende historische Ortskerne der Rieddörfer (Jockgrim,Rheinzabern) mit sakralen und profanen Kulturdenkmalen, einzelne sakrale BaudenkmaleNutzungen: Tradierte Grünlandnutzung mit Feuchtwiesen, Streuobst, Kopfweiden, tradierte Parzellen- undNutzungsstrukturenArchäologie: Bereiche mit besonderer Dichte archäologischer Fundstätten, international bedeutende Bodendenkmaleauf der Niederterrasse (römisches Industrieareal mit Terra Sigillata-Manufaktur, Ziegeleien undBrennofenanlagen)Überlieferungen/ Sagen: -/-Nutzung/ TransformationAktuelle Nutzung:TouristischeBedeutung:Transformationsprozesse(Landschaftswandel):Ackernutzung, tw. auch noch großflächige Grünlandnutzung, Kiesgewinnung, ErholungsnutzungMittlere touristische Bedeutung ohne besondere Hot Spots, Erschließung durch mehrere touristische RadwanderwegeDurch Abbau von Kiesen und Sanden haben sich Teile des Landschaftsraums deutlich verändert. Eine hoheDichte an Baggerseen prägt heute das Erscheinungsbild vor allem im Gebiet zwischen Kuhardt, Leimersheimund Jockgrim. Um Wörth und Germersheim befinden sich großflächige Industrieansiedlungen (ausgegliedert).Abgrenzung, VisualisierungSichtachsenpunkte -/-AbgrenzungVerkleinerung der ursprünglichen naturräumlichen Abgrenzung um den industrialisierten Bereich bei Wörth,Erweiterung um Altstadt von Germersheim und die historischen Ortskerne von Rheinzabern und JockgrimAusprägung der Dokumentations- und Identifikationsfunktion (Erbequalitäten)Konzentration/Dominanz HKLE:Vielfalt HKLE:Ausprägung HKLE:Kohärenz HKL:NaturräumlicheEigenart:Landschaftswandel:GesamtbewertungErbequalitäten:Lokal hohe Dichte von Auen- und Feuchtgrünland sowie noch historisch geprägten RieddörfernMittlere Vielfalt historischer Kulturlandschaftselemente, insbesondere tradierter landwirtschaftlicherNutzung und bauliche sakraler und profaner Kulturdenkmale der OrtskerneGut erhaltene Feuchtgrünland- und Stromtalwiesenbereiche bei Neupotz und Jockgrim, gut erhalteneOrtskerne der tradierten Rieddörfer mit teilweise noch erhaltener NutzungszonierungWeitgehend kohärente und zusammenhängend wahrnehmbare Niederungslandschaft mit zahlreichenRelikten der früheren Rheindynamik und charakteristischen Siedlungs- und NutzungsstrukturenVom Rheinausbau stark veränderte Rheinaue mit Relief und Relikten der ehemaligen FlussdynamikAusbau des Rheins zur Schifffahrtsstraße, Siedlungswachstum der Rieddörfer, Auskiesung mehrererBaggerseen, Industrieansiedlung, Verkehrsachsen und Verstädterung um Wörth und Germersheim(ausgegliedert)Von teilweise noch persistenten Nutzungen und zahlreichen Relikten des historischen Rheinlaufs geprägteKulturlandschaft mit charakteristischen Rieddörfern und der Festungsstadt GermersheimKonkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 201383


9.2.1 HaardtrandKulturlandschaft:9.2 HaardtrandNummer: 9.2.1 (220.0)Landschaftsraum:Haardtrand PfälzerwaldKreis: Bad-Dürkheim, Neustadt a. d.W., Landau i. d. Pf., SüdlicheWeinstraßeKurzcharakteristik:Als Haardtrand bezeichnet mandie Vorhügelzone des Pfälzerwaldesmit den bewaldetenHängen im Übergang zum Pfälzerwaldund den nach Ostenanschließenden, vom Weinbaugeprägten Unterhängen undHügeln der Bruchstufen imÜbergang zum Rheintal. Die oftlössbedeckte offene Hügellandschaftwird vorherrschend fürWeinbau genutzt und ist fastwaldfrei. Die Kulturlandschaftwird maßgeblich geprägt vonder Gebirgsrandszenerie desPfälzerwaldes mit über 600 mü.NN aufragenden Bergen undzahlreichen Burgen/-ruinen undSchlössern.!!!!!!!Bad Dürkheim! Wachenheim! NeustadtLandauBad BergzabernGrünstadtFreinsheimDeidesheimEdenkobenNaturerbeNaturräumlicheCharakteristik:MorphologischeMerkmale:Am Haardtrand liegt die eigentliche geologische Bruchzone des Rheingrabens mit einem Mosaik von verstürztenSchollen verschiedenster Gesteine, die ehemals auf dem Gebirge lagerten, und späteren Ablagerungen wiemergelige Schichten, Sanden, Schottern, Hangschutt und Löss. Vor dem Gebirgshang befinden sich einige Restberge.Die vorherrschenden eiszeitlichen Sande, Gerölle, Löss- und Lösslehmablagerungen werden im Nordteilvon Kalkstein abgelöst. In diesem Bereich sind Bruchstufen aufgetreten.Anstieg zum Pfälzerwald mit lössbedeckter Vorbergzone, Bruchstufen des OberrheingrabensKulturerbeKulturhistorischeCharakteristik:Der Haardrand stellt aufgrund der Klimagunst und Fruchtbarkeit einen sehr früh besiedelten Landschaftsraumdar. Funde einer Villa und eines Kelterhauses aus der Römerzeit zwischen Ungstein und Kallstadt belegen diefrühe Besiedlung der Gegend und die lange Tradition des Weinbaus. Auch die hohe Dichte der archäologischenFundstätten belegt die frühe und intensive Besiedlung. Die exponierte Lage und die beherrschende Stellungzum Rheintal führten zur Errichtung zahlreicher herrschaftlicher und sakraler Anlagen. Die meist mittelalterlichenBurgen, Schlösser und Klöster reihen sich am Anstieg zum Pfälzerwald auf und bilden sehr landschaftswirksame,exponierte Kulturdenkmale (z.B. Burg Landeck, Burgruine Madenburg, Burgruine Neukastell,Rietburg, Villa Ludwigshöhe, Kropsburg, Hambacher Schloss, Ruine Wachtenburg, Ruine Battenberg, KlosterLimburg, Kloster Liebfrauenberg). Unmittelbar im Anschluss an den stärker geneigten Sockel des Pfälzerwaldesreiht sich aufgrund der Klimagunst und der fruchtbaren Böden eine Kette von weinbaugeprägten, tradiertenOrtschaften mit historischer Baustruktur aneinander (darunter Neustadt an der Weinstraße und Freinsheim mitbundesweiter denkmalpflegerischer Bedeutung), eine zweite Kette begleitet den Ostrand des Haardtrandes.Vor allem der versteilte Verzahnungsbereich zum Pfälzerwald ist bis heute reich an historischen Nutzungsreliktenmit Rechen, Hohlwegen, Trockenmauern, Streuobst, Grünland und Gehölzen. Terrassierte Weinbergslagenmit Trockenmauern sind entlang des versteilten Haardrandes erhalten. Die flachen, aus dem Pfälzerwald austretendenTäler werden tradiert als Grünland genutzt, vereinzelt sind Mühlen erhalten.84 Konkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 2013


HistorischeKulturlandschaftselementeAssoziativeElemente:Siedlung: Zahlreiche tradierte Winzerorte mit vielen Baudenkmalen und historisch geprägten Ortskernen; amAustritt größerer Täler kleine Städte mit bedeutenden historischen Stadtkernen; zahlreiche Burgen, Schlösser,Klöster, Villen und andere exponierte Kulturdenkmale, historische Wirtschaftsgebäude, viele landschaftswirksameKirchen, MühlenNutzungen: Weinberge und Weinbergsterrassen, Streuobst, Kastanienwälder, Magergrünland, Trockenmauern,Hohlwege, GräbenArchäologie: Ausgedehnte Bereiche mit besonderer Dichte archäologischer Fundstätten, bedeutende BodendenkmaleÜberlieferungen/ Sagen: -/-Nutzung/ TransformationAktuelle Nutzung:TouristischeBedeutung:Transformationsprozesse(Landschaftswandel):Vorherrschend Weinbau, im Steilanstieg in Mischung mit Obstbau und Grünland, im Anstieg zum PfälzerwaldHochwald mit beträchtlichem KastanienanteilSehr hohe touristische Bedeutung mit zahlreichen touristischen Hot Spots und Aussichtspunkten, Erschließungdurch Pfälzer Weinsteig, Pfälzer Waldpfad, Pfälzer Hüttentour, Radweg Deutsche Weinstraße und Kraut- undRüben-RadwegAusdehnung der Siedlungen (Neustadt, Bad Dürkheim), Intensivierung der weinbaulichen Nutzung, Verbrachungder terrassierten SteillagenAbgrenzung, VisualisierungSichtachsenpunkteAbgrenzungBurgruine Madenburg, Burgruine Neuleiningen, Burgruine Rietburg, Haardter Schloss, Hambacher Schloss,Klosterruine Limburg an der Haardt, Liebfrauenberg, außerhalb: TreutelsbergErweiterung der naturräumlichen Abgrenzung nach Westen um den Anstieg zum Pfälzerwald mit zahlreichenlandschaftswirksamen Kulturdenkmalen, Erweiterung nach Osten im Bereich Freinsheim, insg. Aufgliederungder HKL in einen westlichen (9.2.1) und östlichen Teil (9.2.2)Ausprägung der Dokumentations- und Identifikationsfunktion (Erbequalitäten)Konzentration/Dominanz HKLE:Vielfalt HKLE:Ausprägung HKLE:Kohärenz HKL:NaturräumlicheEigenart:Landschaftswandel:GesamtbewertungErbequalitäten:Sehr hohe Dichte an landschaftswirksamen, meist herrschaftlichen Baudenkmalen am Übergang zumPfälzerwald, hohe Konzentration von Winzerorten mit historisch bedeutsamer Bausubstanz, (terrassierter)tradierter Weinbau als dominante NutzungSehr hohe Vielfalt unterschiedlicher Kulturlandschaftselemente aller Epochen, wobei die weinbaugeprägtenElemente und herrschaftlichen/ sakralen Gebäude dominieren, archäologisch bedeutendesGebiet mit hoher FundstättendichteWeinbaulandschaft mit hoher Eigenart und zahlreichen, tw. hervorragend erhaltenen Baudenkmalenmit hohem Symbolwert (z.B. Hambacher Schloss), bundesweit denkmalpflegerisch bedeutende StadtundOrtskerne (Freinsheim, Deidesheim, Neustadt a.d.Weinstraße)Exponierte Kulturlandschaft mit besonderer Wahrnehmbarkeit und Kohärenz sowie hoher Persistenzder prägenden NutzungenKulturlandschaftsraum mit hoher naturräumlicher Eigenart an der versteilten Bruchzone des westlichenOberrheingrabens mit besonders begünstigten KlimabedingungenVerlust der historischen Nutzungsstrukturen des Weinbaus, Ausbau der regionalen Verkehrsachsen,Ausdehnung der SiedlungsflächenHistorische Kulturlandschaft besonderer Eigenart mit sehr hoher Dichte und Vielfalt historischerKulturlandschaftselemente, persistenten Nutzungen, historisch geprägten Stadt- und Dorfkernen undzahlreichen landschaftswirksamen KulturdenkmalenKonkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 201385


9.2.2 Hügelland der HaardtKulturlandschaft:9.2 HaardtrandNummer: 9.2.2 (9.2.1 (220.0, 220.1,220.20, 220.21)Landschaftsraum:Hügelland der HaardtKreis: Bad-Dürkheim, Neustadt a. d.W., Landau i. d. Pf., SüdlicheWeinstraße!!Grünstadt!!FreinsheimBad Dürkheim! WachenheimDeidesheimKurzcharakteristik:Als Hügelland der Haardt werdendie vom Weinbau geprägtenHügel der Bruchstufen imÜbergang zur Niederterrassedes Rheintals bezeichnet. Esist dem versteilten Haardtrandnach Osten vorgelagert undleitet zur Niederterrasse derRheinniederung über.!!!! NeustadtEdenkobenLandauBad BergzabernNaturerbeNaturräumlicheCharakteristik:MorphologischeMerkmale:Die vorherrschenden eiszeitlichen Sande, Gerölle, Löss- und Lösslehmablagerungen werden von Bruchstufen mitKalkstein unterbrochen. Nach Osten geht das Hügelland allmählich in die Niederterrasse der Rheinebene über.Meist lössbedeckte Vorhügelzone am östlichen Rand des Oberrheingrabens, unterbrochen von in West-Ost-Richtung verlaufenden Talmulden der aus dem Pfälzerwald austretenden BachläufeKulturerbeKulturhistorischeCharakteristik:HistorischeKulturlandschaftselementeAssoziativeElemente:Nahezu der gesamte, aufgrund der Klimagunst früh besiedelte Landschaftsraum der Hügelzone ist waldfrei undwird überwiegend für Weinbau, dazwischen etwas Obstbau, genutzt. In der südlichen Haardt tritt danebenauch verstärkt der Ackerbau hinzu. Die eingesenkten Niederungen der Seitentälchen dagegen weisen tradiertesGrünland mit einzelnen Mühlen und Grabenanlagen auf. Die tradierten weinbaugeprägten Ortschaften desseit langem dicht besiedelten, fruchtbaren Landschaftsraums reihen sich unterhalb des steilen Haardtrandes ineiner zweiten oder dritten Reihe auf. Zu den zahlreichen tradierten Winzerorten mit historischen Dorfkernen(z.B. Duttweiler, Edesheim, Geinsheim, Nussdorf, Großkarlbach) gesellt sich der historisch geprägte Stadtkernder Festungsstadt Landau. Die Reste des Westwalls bilden entlang der französischen Grenze ein kulturhistorischbedeutsames lineares Element.Archäologie: Zahlreiche Bereiche mit hoher Dichte an archäologischen FundstättenSiedlung: Überwiegend tradierte fachwerkgeprägte Winzerdörfer mit bedeutenden historischen Ortskernen,historischen Kirchen und Kapellen sowie zahlreichen Weingütern, Festungsstadt Landau, Mühlen, historischeWirtschaftsgebäudeNutzungen: Flächenhaft vorherrschend tradierter Weinbau, Streu- und Feldobstbau, Ackerbau, Mühlgräben,vereinzelt Hohlwege und TrockenmauernÜberlieferungen/ Sagen: -/-Nutzung/ TransformationAktuelle Nutzung:TouristischeBedeutung:Transformationsprozesse(Landschaftswandel):Weinbauliche Nutzung, eingestreut im Ortsumfeld Obstbau und im südlichen Teil der Haardt AckerbauHohe touristische Bedeutung, ausgeprägter Weintourismus, Erschließung durch Radweg Deutsche Weinstraßeund Kraut- und Rüben-RadwegDie Siedlungen haben sich am Rande des Verdichtungsraums Rhein-Neckar deutlich ausgedehnt. Stromtrassenund ausgebaute Verkehrserschließung sind weitere Zeugnisse des Landschaftswandels. Die Weinbauflächenwurden im Zuge der Flurbereinigung deutlich vereinheitlicht.86 Konkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 2013


Abgrenzung, VisualisierungSichtachsenpunkte -/-AbgrenzungErhebliche Erweiterung in östlicher Richtung im Bereich Freinsheim/ Bad Dürkheim und Kirrweiler/ Duttweilerum tradierte Weinbaubereiche mit historisch geprägten Winzerorten, Erweiterung um die historisch geprägteAltstadt der Festungsstadt LandauAusprägung der Dokumentations- und Identifikationsfunktion (Erbequalitäten)Konzentration/Dominanz HKLE:Vielfalt HKLE:Ausprägung HKLE:Kohärenz HKL:NaturräumlicheEigenart:Landschaftswandel:GesamtbewertungErbequalitäten:Sehr hohe Dichte tradierter Weinbaunutzung und weinbaugeprägter Dörfer, hohe Dichte archäologischerFundstättenHohe Vielfalt an nutzungsbedingten, sakralen, dörflichen baulichen Zeugnissen aus zahlreichen Epochenseit der Römerzeit, geringe Nutzungsvielfalt, alter SiedlungsraumSehr guter Erhaltungszustand vieler dörflicher, städtischer und sakraler Baudenkmale, erheblicher Rückgangder Nutzungsrelikte des Weinbaus durch FlurbereinigungWeitgehend kohärente und zusammenhängend wahrnehmbare Kulturlandschaft mit der dominantenund persistenten Nutzungsform des Weinbaus und den charakteristischen Winzerdörfern, abschnittsweisebereits deutlich spürbarer Landschaftswandel (Verkehrsachsen, Leitungstrassen, Siedlungsbandbei Neustadt)Lössbedeckte Vorhügelzone mit besonderer Klimagunst im Übergangsbereich zum PfälzerwaldVerlust an tradierten weinbaulichen Nutzungsstrukturen (Flurbereinigung), Vereinheitlichung des Nutzungsmusters,beginnende Suburbanisierung entlang des Verdichtungsraumes Rhein-Neckar, Erschließungdurch die A 65Altbesiedelte und persistent vom Weinbau geprägte Kulturlandschaft mit zahlreichen tradierten Winzerortenin engem landschaftlichen Zusammenhang mit dem westlich anschließenden HaardtrandKonkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 201387


9.2.3 Nördliche WeinstraßeKulturlandschaft:9.2 HaardtrandNummer: 9.2.3 (227.6)!GrünstadtLandschaftsraum:Kreis:Kurzcharakteristik:Nördliche WeinstraßeBad DürkheimWeinbaulich geprägter Übergangsbereichvom Haardtrandzum Göllheimer Hügelland!!!!! NeustadtFreinsheimBad DürkheimWachenheimDeidesheim!Edenkoben!Landau!Bad BergzabernNaturerbeNaturräumlicheCharakteristik:MorphologischeMerkmale:Es handelt sich um den vom Pfrimmtal abgegliederten Südteil des Alzeyer Hügellandes mit Höhenrücken von290 m ü.NN im Norden bis 330 m ü.NN im Süden. An den Hängen der Bacheinschnitte und des Abfalls zumUnteren Pfrimmhügelland steht Kalk bzw. Mergel an. Kalkstein wird in mehreren Steinbrüchen abgebaut. DieKuppen und Höhenrücken sind von Löss bedeckt.Meist lössbedeckte Hügelzone im Süden des Alzeyer Hügellandes mit versteilten HangbereichenKulturerbeKulturhistorischeCharakteristik:HistorischeKulturlandschaftselementeAssoziativeElemente:Nahezu der gesamte, aufgrund der Klimagunst früh besiedelte Landschaftsraum der Hügelzone, ist waldfreiund wird überwiegend für Weinbau, dazwischen etwas Obstbau, genutzt. Die östlichen Randhöhen mit terrassiertenWeinbergen, Böschungen, Feldgehölzen und Heckenzügen sind ausgesprochen kleinräumig gegliedert.In der vorgelagerten Flachhügelzone tritt daneben auch verstärkt der Ackerbau hinzu. Die Ortschaften desseit langem dicht besiedelten, fruchtbaren Landschaftsraums reihen sich unterhalb der versteilten Weinbauhängeentlang der Weinstraße auf. Zu den tradierten Winzerorten mit zahlreichen Baudenkmalen gehören dieAltstadt von Grünstadt ebenso wie die Winzerdörfer Bockenheim, Laumersheim und Dirmstein. Hervorzuhebensind auch die landschaftswirksamen sakralen Baudenkmale (v.a. Kirchen) sowie die Emichsburg (ummauertesWinzergut).Siedlung: überwiegend tradierte fachwerkgeprägte Winzerdörfer mit bedeutenden historischen Ortskernen,historischen Kirchen und Kapellen sowie zahlreichen Weingütern und historischen WirtschaftsgebäudenNutzungen: flächenhaft vorherrschend tradierter Weinbau, Streu- und Feldobstbau, Ackerbau, Hohlwege undTrockenmauernArchäologie: ausgedehnte Bereiche mit besonderer Dichte archäologischer FundstättenÜberlieferungen/ Sagen: -/-Nutzung/ TransformationAktuelle Nutzung:TouristischeBedeutung:Transformationsprozesse(Landschaftswandel):Weinbauliche Nutzung, im Ortsumfeld Obstbau und AckerbauHohe touristische Bedeutung, ausgeprägter Weintourismus, Erschließung durch Radweg Deutsche WeinstraßeDeutlicher Landschaftswandel durch die Verkehrsachse der A 6 sowie querende Hochspannungstrassen, einausgedehntes Gewerbegebiet und Siedlungswachstum um Grünstadt, im Westen angrenzend Ansiedlung vonWindkraftanlagen88 Konkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 2013


Abgrenzung, VisualisierungSichtachsenpunkte -/-AbgrenzungErweiterung um die Untereinheit bis zum nördl. Ende der Dt. Weinstraße aufgrund zahlreicher bedeutenderbaulicher Kulturdenkmale, hist. geprägter Winzerorte, der weinbaulichen Prägung mit Steillagenweinbau undEinbindung in das Biosphärenreservat Pfälzerwald/ NordvogesenAusprägung der Dokumentations- und Identifikationsfunktion (Erbequalitäten)Konzentration/Dominanz HKLE:Vielfalt HKLE:Ausprägung HKLE:Kohärenz HKL:NaturräumlicheEigenart:Landschaftswandel:GesamtbewertungErbequalitäten:Hohe Dichte tradierter Weinbaunutzung und weinbaugeprägter Dörfer, hohe Dichte archäologischerFundstättenHohe Vielfalt an nutzungsbedingten, sakralen, dörflichen baulichen Zeugnissen aus zahlreichen Epochenseit der Römerzeit, beträchtliche Nutzungsvielfalt mit teilweise kleinräumiger StrukturierungGut ausgeprägte historische Ortskerne sowie dörfliche profane und sakrale Baudenkmale, mehrerebedeutende sakrale Kulturdenkmale, teilweise terrassierter Steillagenweinbau, erheblicher Rückgangder Nutzungsrelikte des Weinbaus durch Flurbereinigung, alter SiedlungsraumNoch kohärente und zusammenhängend wahrnehmbare Kulturlandschaft mit der dominanten undpersistenten Nutzungsform des Weinbaus und den charakteristischen Winzerdörfern, bereits deutlichspürbarer Landschaftswandel (Verkehrsachsen, Leitungstrassen, Siedlungswachstum)Lössbedeckte Hügelzone mit besonderer KlimagunstDeutlicher Landschaftswandel durch die Verkehrsachse der A 6 sowie querende Hochspannungstrassenund SiedlungswachstumAltbesiedelte und persistent vom Weinbau geprägte Kulturlandschaft mit historisch geprägtenWinzerorten in engem kulturlandschaftlichen Zusammenhang mit der südlich anschließenden Haardt(Weinstraße) mit deutlichem Landschaftswandel im UmfeldKonkretisierung der landesweit bedeutsamen historischen Kulturlandschaften zur Festlegung, Begründung und Darstellung von Ausschlussflächenund Restriktionen für den Ausbau der Windenergienutzung (Z 163 d) | Anlage 2: Steckbriefe | Juli 201389

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