Nach dem Punsch das Auto stehen lassen

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Nach dem Punsch das Auto stehen lassen

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Kommunal: Sicherheit

Sicherheitstipp Nummer 1 in der Weihnachtszeit:

Nach dem Punsch das

Auto stehen lassen


Schon geringe Mengen Alkohol

beeinträchtigen das Wahrnehmungsvermögen.Reaktionsund

Konzentrationsfehler treten

zwei- bis dreimal häufiger auf

als im nüchternen Zustand.

Mit der kälteren Jahreszeit beginnt

auch die Punschzeit: Adventmärkte,

Glühweinstände,

und Weihnachtsfeiern – am Duft

von Rum, Rotwein und Zimt gibt

es kaum ein Vorbeikommen. Geselliges

Aufwärmen mit dem traditionellen

Adventgetränk ist

vor allem in den Abendstunden

kalter Wintertage ein netter

Ausklang. Doch der Spaß hört

auf, wenn der Heimweg trotz Alkoholkonsums

mit dem Auto angetreten

wird. Im Jahr 2008 gab

es insgesamt 2632 Alkoholun -

fälle, rund 400 davon in den

Monaten November und Dezember.

Der Anteil der Alkoholunfälle

an allen Unfällen mit Personenschaden

lag im Dezember

bei 8,05 Prozent und im November

bei 7,25 Prozent. Im Vergleich

dazu lag der Anteil der

Alkoholunfälle in den restlichen

Monaten bei durchschnittlich

6,58 Prozent.

Viele vergessen, dass der Alkohol

im Punsch eine trügerische

Wirkung hat. Gerade gemischte

alkoholische Getränke sind unberechenbar,

denn wie viel

Hochprozentiges sich im zuckersüßen

Heißgetränk befindet,

lässt sich vom Konsumenten

nicht abschätzen. Jagertee,

Punsch und Co. heben nicht nur

die Laune, sondern auch den Alkoholspiegel.

Auch wenn man

sich nicht betrunken fühlt, kann

bereits eine körperliche Beeinträchtigung

vorhanden sein.

Wer sich trotz dieser Fehleinschätzung

hinters Steuer setzt,

erhöht die Unfallgefahr für sich

und andere Verkehrsteilnehmer

drastisch. Mit jedem Zehntel

Promille steigt das Unfallrisiko

deutlich – bei 0,5 Promille ist

die Unfallgefahr bereits doppelt

Kommunal: Sicherheit 67

Punschstände haben in der Weihnachtszeit Hochsaison.

Doch nur wer sich an das Motto „Don’t drink and drive!“

hält, ist sicher unterwegs. Untersuchungen des Kurato-

riums für Verkehrssicherheit zeigen, dass in den Mona-

ten November und vor allem Dezember der Anteil der

Unfälle unter Alkoholkonsum deutlich steigt.

so hoch wie im nüchternen Zustand.

Bei 0,8 Promille Alkohol

im Blut steigt sie auf das Fünffache

und bei 1,2 Promille ist die

Gefahr eines Crashs bereits 12

Mal höher als bei nüchternen

Fahrzeuglenkern. Bei einer Erhebung

des Kuratoriums für Verkehrssicherheit

(KfV) gaben

mehr als zwei Drittel der Befragten

an, dass sie zumindest gelegentlich

wahrnehmen, wie andere

Verkehrsteilnehmer alkoholisiert

ein Fahrzeug lenken. Und

das, obwohl die erhöhte Gefahr

durchaus bekannt ist. 82 Prozent

der Befragten schätzen Fahren

unter Alkoholeinfluss als das

gefährlichste Verkehrsdelikt ein.

Diese Ergebnisse zeigen: Nüchtern

ist den meisten die Gefahr

bewusst. Nach ein paar Tassen

Punsch oder anderen alkoholischen

Getränken sinkt jedoch

das Risikobewusstsein, der gute

Vorsatz, nicht ins Auto zu steigen,

ist vergessen.

Deutliche Einschränkung

der Fahrtauglichkeit

Die stimmungssteigernde Wirkung

des Alkohols führt zu extremer

Selbstüberschätzung.

Trotz Einschränkung der Fahrtauglichkeit

fühlt man sich leis -

tungsfähiger. Im Bereich von

0,8 Promille steigt etwa die Risikobereitschaft

um 80 Prozent.

Schon geringe Mengen Alkohol

beeinträchtigen das Wahrnehmungsvermögen.Reaktionsund

Konzentrationsfehler treten

zwei- bis dreimal häufiger auf

als im nüchternen Zustand. Hinzu

kommt, dass die Blickbewegungen

des Fahrers um ein Drittel

reduziert sind – der sogenannte

Tunnelblick bewirkt,


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Der sogenannte Tunnelblick bewirkt, dass das Fahrzeug unbewusst in

Rich tung Fahrbahnmitte gesteuert wird. Die Mehrzahl der Alkoholunfälle

sind daher Kollisionen mit dem Gegenverkehr.

dass das Fahrzeug unbewusst in

Richtung Fahrbahnmitte gesteuert

wird. Die Mehrzahl der Alkoholunfälle

sind daher Kollisionen

mit dem Gegenverkehr.

Aber auch durch unangemessene

Geschwindigkeit kommt es

zu Unfällen – die Einschätzung

des Tempos ist unter Alkohol -

einfluss stark beeinträchtigt.

Gleichgewichtsschwankungen

führen zu den berühmten

Schlangenlinien, an denen sich

Alkolenker erkennen lassen.

Punsch ja, Auto nein

Das Trinken von Alkohol ist sozial

akzeptiert, das Autofahren,

nachdem man zu viel getrunken

hat, erfreulicherweise nicht: 88

Prozent der Befragten ärgern

sich sehr oder eher, wenn andere

nach dem Gläschen zu viel

noch ins Gaspedal treten. Wer

nicht auf das vorweihnachtliche

Punschtrinken und die Heimkehr

mit dem Auto verzichten

Gleichgewichtsschwankungen

führen zu den berühmten

Schlangenlinien, an denen sich

Alkolenker erkennen lassen.

möchte, für den gibt es alkoholfreien

Autofahrerpunsch –

denn alkoholisiertes Fahren

kann tödlich enden. Will man

auf Alkohol im Punsch nicht verzichten,

sollte man sich bereits

im Vorfeld Gedanken über den

Heimweg machen. Öffentliche

Verkehrsmittel, Taxis oder Fahrgemeinschaften,

bei denen der

Fahrer nüchtern bleibt, sind

Transportmöglichkeiten für den

sicheren Heimweg – auch nach

Glühwein und Jagertee. Um den

guten Vorsatz nicht zu „vergessen“,

sollte man beachten, dass

die Alkoholwirkungen auch

dann noch bestehen, wenn man

meint, nichts mehr zu spüren.

Merkt man, dass jemand aus der

Punschrunde sich trotz erheb -

lichem Alkoholkonsum hinters

Steuer setzen möchte, sollte

man versuchen, ihn vom Fahren

abzuhalten. Reicht der Appell an

die Vernunft nicht, kann es helfen,

den Autoschlüssel abzunehmen

oder, wenn nichts mehr

hilft, mit der Exekutive zu drohen.

Denn nur wer sich an das

Motto „Don’t drink and drive!“

hält, ist sicher unterwegs und

verhindert, dass der vorweihnachtliche

Spaß zu einem Alkoholunfall

mit schweren und leider

viel zu oft auch tödlichen

Verletzungen führt.

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