Das große Nö Die eine Tür Kreativität Fallstudie ... - Mack GmbH

mack.wa.de
  • Keine Tags gefunden...

Das große Nö Die eine Tür Kreativität Fallstudie ... - Mack GmbH

IntroSo oder so?Es ist absolut gleich, wohin Sie schauen oder woSie sich umhören, es kommt keine Freude auf.Das liegt an ökonomischen Tatsachen, an entsprechendmangelhaften Perspektiven, den Politikern,den Medien und auch an uns. Richtig! Es liegttatsächlich auch an uns.Erfolgsgeschichten fanden immer unter den größtenSchwierigkeiten ihren Anfang. Sie wurden mitVisionen, guten Ideen und dem festen Glauben andie eigene Leistung gebaut.Und jetzt?Vier Jahre schlechte Nachrichten haben unserUnterbewusstsein geprägt.Und der Aufschwung wird wöchentlich verschoben.Und wenn er kommt, dann wird es vielleicht besseraber auf jeden Fall ganz anders.Anders?Aber natürlich! Wir werden sehen, dass uns einevierte Fremdsprache fehlt, die die Chancen erhöht,ein Hauskauf unflexibel macht, wir mehr als zweibis drei Berufe erlernen werden.Und dann irgendwann wird auch der KongoMitglied in der eurasischen Gemeinschaft und unserFrühstück kommt aus einem Automaten, der MorningGlory de Luxe heißt oder sogar Princess. Wahlweiseauf Knopfdruck auch mit Tenderness, weil wir unsgerade wieder in einer von mehreren partnerlosenPhasen befinden.An solchen Vorstellungen kann man Spaß entwickeln.Und wenn sie vorstellbar sind, dann sind sie letztlichauch möglich.Lassen Sie uns einfach die Zukunftentwerfen und die Frage stellen, was wirin ihr gemeinsam erreichen können.Haben wir die richtige Marke mit den richtigenProdukten, um mittelfristig und langfristig fit für dasNahende und auch für das Ferne zu sein?Mache ich mit Innovationen Marke oder kopiereich mit Private Label? Oder mache ich beides, umdas Geld für meine Innovationen auch irgendwozu verdienen?Erzählen Sie uns einfach von Ihren Ideen undVisionen, und wir sagen Ihnen, wie wir Sie beider Umsetzung unterstützen können. Wir tun nichtslieber als das. Es gibt Herausforderungen, denenwir uns stellen müssen, aber lassen sie uns einfachauf das allgemeine Gejaule verzichten und dendirekten Weg in die Zukunft finden.Was kann denn spannendersein als genau das?Wir jedenfalls haben damit begonnen.Rufen Sie an und sagen Sie uns Ihre Meinung.Diskutieren Sie mit uns und lassen Sie uns Neuesschaffen und damit erfolgreich sein.Also erstmal anregende Unterhaltung mit Mack Nr.1und wir sprechen uns später.Ihr Jens MackImpressum: Verantwortlich für Inhalt und Text: Jens Mack und Kim Birtel; Konzeption, Text und Gestaltung: Mack Werbeagentur GmbH, Kehrwieder 2/3, 20457 Hamburg


Das große Nö„Es ist momentan egal, was wirkommunikativ anstellen.Der Kunde kauft einfach nicht.“Dieses Zitat einer Produktmanagerin offenbart dasganze Dilemma der Markenartikelindustrie.Ratlosigkeit, Hysterie und Unverständnis kennzeichnendas Bild in den meisten Marketingabteilungen unddamit folglich auch in den Werbeagenturen.Die smarten und coolen Marketingjungs und -mädelsmachen sich Sorgen um die Raten für ihren Audi TT.Der Crash der New Economy, das katastrophaleEreignis des 11. Septembers und die Folgen markierensicher einen dramatischen Wendepunkt.Trotzdem lassen sich damit nur bedingt die Krisenin den Unternehmen erklären. Die realen Lebenshaltungskostensinken, das Sparvolumen der Deutschenerreicht Rekordhöhen. Allerdings gilt dieses nicht füralle Bevölkerungsgruppen. Denn wir haben geradeaus der aktuellen Verbraucheranalyse entnommen,dass der Anteil der „ärmeren“ Menschen zunimmt.Doch das kann nicht allein erklären, warum einigeDiscounter 85% aller Haushalte erreichen undChampagner für 15 Euro die Flasche verkaufen.Die Marke hat zwar noch Kraft, verliert aber deutlichan loyalen Verwendern. Zudem verblasst immermehr die Stärke ihrer Kommunikation und in einigenBranchen votieren über die Hälfte der Käufer bewusstfür No-Brands, die eben nicht werblich unterstütztwerden. Und jetzt mal Hand aufs Herz: Wann habenSie in letzter Zeit, mit ein wenig Aufgeregtheit, einenhochwertigen Markenartikel gekauft? Wann habenSie das letzte Mal Werbung gesehen, bei der Siedachten: „Das Produkt muss ich haben!“Willkommen in der Krise.Eine alte Pfadfinderregel besagt: „Wenndu dich verlaufen hast, dann kehre anden Ausgangsort zurück.“Die moderne Geschichte der Markenartikelindustriebeginnt in den Wiederaufbaujahren nach dem Krieg.Deutschland erlebt eine Fresswelle, eine Kleidungswelleund eine Reisewelle. Es gibt viel aufzuholen und nochmehr nachzuholen. Das politische Programm, gepaartmit einem Investment aus dem Ausland, stellt dieIndustrie vor allem vor die Aufgabe, die Produktionund Verfügbarkeit von Produkten zu sichern. Es schlägtdie große Stunde des Vertriebs. Kommunikation heißtnoch Absatzwirtschaft und Grafiker sind so exotischwie Balletttänzer. Mit zunehmender Sättigung istaber bald nicht mehr die Verfügbarkeit, sondern dieDifferenzierung von miteinander konkurrierendenProdukten ausschlaggebend. Und schließlich verliertder Produktionsleiter chancenlos gegen asiatischeBilligproduzenten. Dann muss der Vertriebsverantwortlicheerleben, wie seine zunehmend vergleichbarwerdenden Produkte durch Auslistung bedrohtwerden. Wenn es jetzt fast 200 verschiedene Zahnpastaproduktegibt, dann müssen eben bessereKonzepte zur Vermarktung her. Die Stunde dercleveren Werbe- und Marketingverantwortlichenist gekommen. Mit Hilfe eines hohen emotionalenMehrwerts und einer einzigartigen Markenwelt wirdaus einer Zahnpasta der Glaube an den Sieg übereine unberechenbare Natur. Mit einer besonderen,scheinbar hypnotischen Macht ausgestattet, gelingtes dem Marketing Dr. Mabuse-like, das KonsumäffchenVerbraucher zu den Regalen zu treiben.Wir lassen uns unterhalten und verführen von denrebellischen Helden in den Levis-Spots oder demathletischen Cool Water-Typen. Die sicherlichstärkste Diskrepanz zwischen Markeninszenierungund Produktversprechen hatte in dieser Zeit sicherlichC&A zu bieten.


ARTLAND DRAGONSWenige kennen Quakenbrück undwenige wissen, dass in Quakenbrückseit 50 Jahren Spitzenbasketballgespielt wird.Aber damit ist es jetzt vorbei. Die Artland Dragons,die sich nach dem legendären Fabelwesen und derRegion nennen, sind in die 1. Liga aufgestiegen undverblüffen die Fachwelt als ein großes Team vomkleinsten Ligastandort. Ein Blick hinter die Kulissenmacht schnell klar, dass dieser Erfolg keine saisonaleDie Idee und Strategie kurz umrissen:Der erste Schritt war die Entwicklung der MarkeDragons, um die Attraktivität in den verschiedenenZielgruppen zu steigern und somit einen hohenSponsoring-Gegenwert zu generieren.Die Markenpersönlichkeit der Dragons sollte mittenins Herz der Zielgruppe treffen und die bereitsgroße Begeisterung in eine wahre Dragons-Manieumwandeln. Dabei war der entscheidende Faktordie Identifikation der Basketball-Interessierten mitden Dragons.Die Fans belagern die Internet-Seite der Dragons,die einen Besucherzuwachs von 210% verzeichnet,und laut Geschäftsstelle ist der Fanshop ausverkauft.Die Ticketverkäufe haben sich verdoppelt.Die Berichterstattung in den ersten zwei Monatenin Medien wie Sat 1, NDR, n24 sport, Die Welt,Süddeutsche Zeitung und NOZ belaufen sich aufüber 30 Mio. Kontakte.Die Dragons sind mit ihrem konsequenten Auftrittin der ersten Bundesliga Vorreiter.Das Wichtigste: Die Sponsorengelder erhöhten sichLaune ist. Die Macher denken und handeln strategischrichtig, um langfristig ganz oben mitzuspielen.In diesem Zusammenhang wurde Mack bereits 2000mit der Namensfindung betraut, die aus den Spielerndes Quakenbrücker Turn- und Sportvereins dieArtland Dragons werden ließ. Anfang 2003folgte dann der Auftrag zur Entwicklung eineskommunikativen Grundkonzepts.Das Ziel: Erweiterung und Ausschöpfungdes Sponsorenpotenzials.Mit einer einzigartigen Story sollten sich die Dragonsklar von den restlichen Teams der Liga abheben.Die Marke wurde in eine komplette Wertewelt, ganzauf das Thema Drachen ausgerichtet, eingebettetund die Legende des Artländer Drachen wurdewiederbelebt. Der Drache als Fabelwesen, Mythos,Ursprung der menschlichen Angst und gleichermaßenGlücksbringer bildet die Basis für die Corporate Identityund für sämtliche Kommunikationsmaßnahmen.Die ersten Ergebnisse sprechen für sich.gegenüber dem Vorjahr um ca. 35%, die Anfragennach Sponsoring-Möglichkeiten sind laut Geschäftsstelleenorm gestiegen. Und das ist erst der Anfang.Wie wir diese Mannschaft zu einer populären Markeformen, die Sponsoren und Fans gleichermaßenbegeistert, erfahren Sie ausführlich in der aktuellengleichnamigen Fallstudie von Mack, die Sie kostenfreiunter 040-3988870 abfordern oder unter:www.mack-wa.de herunterladen können.Sponsor gesucht!


Pressespiegel


„Zum Erzeugen von Emotionen müsste man etwas können, was die meisten Werber nicht können. Man müsstemindestens Dramaturg sein. Wenn nicht sogar Drehbuchautor, der auf Pfiff eine Szene schreiben kann, die zumBeispiel geeignet ist, die Menschen zum Lachen zu bringen. Den Unterschied zwischen Erzeugung undAbbildung sehen Sie am besten in der Komödie. Um einen Zuschauer zum Lachen zu bringen, darf auf derBühne auf keinen Fall gelacht werden. Lachen auf der Bühne erzeugt Peinlichkeit. Man bringt auch niemandenzum Weinen, indem man weinende Menschen zeigt.“ Klaus Brandmeyer, aus brand eins 09/03„Ich bin wirklich nicht interessiert an den Leuten, dieStatus kaufen wollen, weil sie von all ihrem Geldgelangweilt sind. Ich will Kunden haben, für die dasSchöne eine echte Notwendigkeit ist.“ Dr. UmbertoAngeloni, CEO von Brioni, in GQ, Oktober 2003Marken sichern die Entwicklungschancen von Unternehmen. Kurzfristig helfen sie, Schokolade, Telefonverträgeoder Autos zu verkaufen. Langfristig sind Marken Image-Markierungen im kollektiven Gedächtnis des Marktes –in den Köpfen der Verbraucher. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten kann ihre Leitfunktion erheblich dazu beitragen,ganze Unternehmen wieder auf Kurs zu bringen. Und wenn alles auf Grund läuft, ist da immer noch eineMarke, die sich aus der Insolvenz retten lässt.“ aus „Die Pein der Weisen“ von Ralf Grauel, brand eins Heft02 März 2003„Wir werden endlos Fehler machen, doch wir werdenaus jedem eine Menge lernen. Wenn wir nur verrücktgenug fragen, werden die richtigen Antworten schonauftauchen.“ Dee Hock, 1966„Ich wünsche mir wirklich oft, dass mal wieder einer durch die Tür kommt und nicht daherredet, wie schwer undkompliziert alles ist, sondern einfach sagt: „Ich will mit meiner Firma richtig erfolgreich werden!“ Dem würdeich ganz sicher um den Hals fallen.“ Jens Mack, Hamburg, 12. November 03


Ach du liebe ZeitDer Blick in den Mittelpunkt der Krise imSchulterschluss mit Karlheinz A. Geissler(„Vom Tempo der Welt. Am Ende derUhrzeit.“ Herder/Spektrum)Im Inneren der Krise ist es fast ganz still. Nur dasTicken der Stempeluhr ist zu hören, die ihrem Endeentgegen geht.Ein Symbol der Moderne, das zur Pünktlichkeit undTakteinhaltung erzogen hat, muss einer wachsendenAutonomie weichen.„Ich kann Dir auch nicht sagen, wieDu Dein Ziel erreichst. Hauptsache Duschaffst es“ ist der Leitgedanke einerveränderten Zeitökonomie.Ist das nun die Krise oder schon die Lösung?Distanzieren wir uns mal von der beklagtenKonsumkrise und betrachten nüchtern den gesellschaftlichenMoment aus der Brille einesZeitforschers. Wir werden dann mit seinen Augensehen, dass der Mensch Gott die Zeit gestohlen hatund jetzt nicht mehr weiß, wie er damit umgehensoll. Vor dem 13. Jahrhundert lebten die Menschenin strengen Ordnungssystemen, die durch die Zyklender Natur bestimmt waren.Der Lauf der Sonne, der Wechsel der Jahreszeiten,eng verbunden mit religiösen Zeremonien warendie Grundlage eines Zeitrhythmus, dem alles folgte.Zeiterfahrung war immer auch Naturerfahrung.


Eine Zukunft gab es da nicht. Die Zukunft lagschicksalhaft in Gottes Händen. Eine Veränderungbrachte die Erfindung der mechanischen Uhr, diedie Sonnen- und Wasseruhren ablöste. Sie besaßerst nur einen Stundenzeiger, um den Menschen zuerinnern, was wann getan werden musste und wurdeschnell Herrschaftsinstrument einer Gesellschaft, diesich weiter von naturgebundenen Maßen hin zukaufmännischen Handelsmaßen entwickelte. Denndas Transportwesen ermöglichte den Fernhandel undmit dem wurden Termine und Gechwindigkeit entscheidend.Und in der Folge brauchte es SekundenundMinutenzeiger. Der Buchdruck und dann dieDampfmaschine befreiten weiter von derUnzulänglichkeit der Natur. Maschinen produziertenunabhängig von Jahreszeit und dem Stand derErnte. „Die Verfügungsgewalt über die Uhr hat dieMenschheit zur Illusion verführt. Sie hätten damitauch die Verfügungsgewalt über die Zeit.“(vgl. „Vom Tempo der Welt“, S. 107).1758 gab Benjamin Franklin in seinerAbhandlung „Der Weg zum Wohlstand“die Parole aus: „Bedenke, dass die ZeitGeld ist“.Nicht mehr der Rhythmus der begrenzten Natur wardas Maß, sondern die endlose Vermehrung derRessource Geld war das Feuer in den Kesseln dertaktgebenden Maschinen. „Alle Ökonomie“, meinteKarl Marx, „wird zur Ökonomie der Zeit.“ Und soentriss der Mensch sein Schicksal den HändenGottes und begann seine Zukunft selbst zu gestalten.Er ging daran, das System weiter zu beschleunigenund Henry Ford (der als Uhrmacher anfing) war nureiner von vielen in Sachen Takterhöhung. Ein Taktlässt sich steigern, ein Rhythmus nicht. Doch nun lässtsich die Natur vom Takt des Geldes nicht restloskleinkriegen.Die „Verfallszeichen“ unserer Ökonomieberuhen zum Teil auf genau dieser Ursache.Nutztiere reagieren auf Turbomästung mitKrankheiten. Die New Economy löst sichvon allen ökonomischen Grundlagen undlöst sich in der Folge sogar auf.Produktrhythmen überfordern und vernichtenjede Begehrlichkeit bis hin zurtotalen Konsumverweigerung.Immer häufiger müssen neue Autoszurückgrufen werden, weil sie zu frühauf den Markt geworfen wurden. Undnach Gummibärchen schmeckendeEnergydrinks mit was drin beschleunigtenuns auf den richtigen beat per minute.Vielleicht war das die Zeit der Moderne.Willkommen also in der Postmoderne. Hier ist allesanders. Hier werden die Kalender von der Wandgenommen, keine öffentlichen Uhren weit und breit,das Handy ersetzt die Armbanduhr und die guteStempeluhr ist vergessen. In einer Zeit, in der wirunsere wichtigste Ressource „Information“ mitLichtgeschwindigkeit transportieren können, sindwir am voraussichtlichen Ende der Beschleunigungangekommen. Wir gleiten in das Zeitalter desparallelen Nebeneinanders. Arbeiten, Freizeit, Familie,Entspannung, Lernen und Freunde erfahren eineGleichzeitigkeit, die jeder selber managen muss.Das große Zapping des Lebens. Hierin liegt dieAufgabe zu einem veränderten Umgang mit der Zeit.Wir müssen anfangen zu lernen, welches System wieviel Zeit benötigt. Wann ist der richtige Moment fürwelches Unterfangen? Wann müssen produktivePausen her oder wann ist es Zeit für ein Produkt undauch den richtigen Moment seiner Einführung.Finden wir einen neuen Weg, Zeit neu zu verstehenund zu behandeln, dann finden wir auch die dazupassenden Produkte. Ein schnelles Me-Too auf denMarkt zu werfen, nur weil der Mitbewerber einevermeintliche Innovation platziert hat, wird dannkein Erfolgskonzept mehr sein.Müssen wir nur Zeit neu verstehen?All das würde uns ein Zeitforscher beantwortenkönnen. Wir sollten ihn einfach mal danach fragen,wenn uns einer über den Weg läuft.


KreativitätDann machen wir jetzthalt in KreativitätDoch was ist kreativ oderwie ist man kreativ?Es schallt durch die Fachpresse, es findet sein Echoin der Publikumspresse. Alle verlangen von derWerbung immer vehementer: Werdet wiederkreativ(er)! Und gemeinsam schielt man erschrockennickend in Richtung Gunn Report.Das Adjektiv „kreativ“ könnte es inAnbetracht des inflationären Gebrauchsbald – wie das Schimpfwort „integrierteKommunikation“ – in die gleiche „kannich-nicht-mehr-hören“-Liga,schaffen.Aber für die beschworene Renaissance des kreativenGenies, das dem Wahnsinn nahe durch dieAgenturflure irrt, gibt es gute Gründe. Zum einenhat das Konzept schon einmal geklappt. Zumanderen sieht es danach aus, als würde sich dasMarketing auf seine alten Besitzstände zurückbesinnenund den Controllern entgegenschleudern:„Seht her, wir sind kreativ“. Denn da, woKonsumenten nicht mehr begeistert die schönenMarkenartikel kaufen, da müssen einfach neueanbetungswürdige Kino- und TV-Spots her. Dasgelingt natürlich nur mit dem entsprechendenBudgeteinsatz. Das Bedenkliche an der Entwicklungkönnte jedoch sein, dass die Kreation damit zu einerMüllhalde der ungelösten Relevanzfrage wird. Wernämlich die großen und komplexen Fragestellungeneinfach den „Kreativen“ aufs Auge drückt („Mach’mal was Kreatives“), könnte im Ergebnis wirklich nurbunte Bilder erhalten, um mal ein Lieblingsklischeezu strapazieren. Zudem geht es der Kreation imMoment eh nicht sehr gut. Zu häufig wird siekostenlos potenziellen Kunden geschenkt und verliertdamit ihren Wert. Das heißt zwar „Initiativpitch“,meint aber genau das. Hinzu kommt die Angst derAgenturen vor positiven Konflikten mit dem Kunden,was dazu führt, dass da doch noch ein Hündchenoder Baby oder zumindest ein Price-off in eineKreativlösung mit hinein muss. Schließlich sind Tiereund Babys die wirksamsten Elemente in derWerbung, laut den Marktforschungsinstituten. Dashat die gute alte Kreation nun wirklich nicht verdient.Wir müssen liebe- und respektvoll mit ihr umgehen,denn sie ist die sichtbare Übersetzung von den gutenund unsichtbaren Strategien.Und in welchen Arbeitsprozessen kann uns guteKreation hilfreich sein? Die Idee der Kreation liegtbereits in der Wurzel der Menschheit. Sie ist engverbunden mit dem Mythos, sich die Welt Untertanzu machen und die widrige Natur zu überwinden.Der einzelne kreative Geist erlöst uns aus unsererSchicksalhaftigkeit. Mit seinen Erfindungen heilt erKrankheiten, bringt Glühbirnen zum Glühen und bringtdie Massen dazu, mehr Hühnersuppen zu kaufen.Dieser Mythos wird gerade wieder beschworen unddoch ist er leider falsch. Gute, kreative Lösungen sinddas Ergebnis eines Teams, dass alle seine Kompetenzenzu poolen weiß. Hier sind Kunden und Agenturengemeinsam gefragt, ihr Wissen miteinander zuverknüpfen. Denn zunächst ist ein tiefes Detailwissendes Themas immanent. Wenn Sie es zu einemQuantenphysiker bringen möchten, dann haben Siezunächst einmal viel Literatur und Austausch mitKollegen vor sich.Zum zweiten müssen kreative Lösungen mit Innovationspotenzialauch gewünscht sein. Große Kräfte müssenneue Dinge wollen! Kommen diese beiden Zutatenzusammen, braucht es für kreative Leistungen jetztnur noch die richtigen Köpfe mit viel Ausdauer undEnergie, die für ihre Überzeugungen zu sterben


ereit sind. Was können diese „richtigen“ Köpfedenn nun besser als andere? Ein Geheimnis liegt inihrer Angstfreiheit begründet. Wie ein kleines Kind,welches noch nicht über ein Gefahrenbewusstseinverfügt, versuchen Kreative ständig das scheinbarUnmögliche. Deswegen sind wir ja auch häufigversucht, Kreativen milde lächelnd die Brotkrümelvon der Wange zu wischen.Die kleinen Dummerchen. Doch Staunen zu können,neugierig zu sein und sich nicht mit den erstbestenErgebnissen zufrieden zu geben, ist eine Grundvoraussetzungfür Kreativität. Schuld an demDilemma, vermeintlich nicht kreativ zu sein, ist unserGehirn. Der Neurowissenschaftler Ernst Pöppel sagt,dass unser Gehirn in einer Erwartungshaltung lebtund sich identisch zu seiner Umwelt verhält, so dasswir immer von den bestehenden Dingen ausgehen.Auf gut Deutsch, unser Gehirn ist stinkfaul.Permanent versucht es, neue Dinge in bekannteSchablonen zu pressen. Es kann nur sehr schwerDissonanzen aushalten. Wie kann zum Beispiel etwasgut und böse zugleich sein? Wer raucht, kennt diesesParadox. Jeder weiß, dass Rauchen der Gesundheitschadet und deswegen betrügen wir uns selbst, umdieses dennoch genussvoll tun zu können. UnserGehirn kann nicht mit der Aussage leben, dass essich um einen „krankmachenden Genuß“ handelt.Wir benötigen halt simple Argumentationen für dieDeutung unserer Umwelt und unseres Verhaltens.Deswegen kommen wir ja auch so gut mit der „daswar schon immer so“-Aussage zurecht. Doch genaudas ist der Killer für jede schöpferische Kraft. Darumsollten wir Räume schaffen, in denen wir wieder staunenund neugierig sein dürfen, jenseits derpositiven Alltagsroutine, die uns ein effizientesHandeln abverlangt. Immer mehr Unternehmeninvestieren in Think Tanks und eigene Universities oderinitiieren regelmäßige Workshops, um auf der Basisvon Wissen und Ideen neue Wege zu entdecken.Damit solche Initiativen aber nicht zu einem amüsantenSelbstzweck werden, muss bereits im Vorfeld derUmgang mit den Ergebnissen definiert werden.Häufig ist nicht die Entwicklung von kreativenLeistungen das eigentliche Problem, sondern dieVerankerung der bewußt verstörenden Resultate inder Organisation. Dazu sollten die DimensionenStrategie, Strukturen, Ressourceneinsatz und Kultureiner Unternehmung analysiert werden, um Innovationenzu etwas Wünschenswertem zu machen.Wenn es uns gelingt, die Schleusen für neue Gedankenzu öffnen und das Trägheitsmoment zu überwinden,dann können wir wieder eine positive Dynamikentfalten. Das führt nicht nur zu mehr Erfolg, wieArthur D. Little nachweisen konnte, sondern schenktuns auch das nötige Selbstvertrauen, um einigezukünftige Problemhürden lässig anzugehen.Was wir dafür nicht benötigen, sind kreativeEgo-Zicken, vielmehr benötigen wir gutmoderierte Teams.So geht KreativitätDer Kreativitätsforscher Gottlieb Guntern hältsieben Regeln für uns bereit, über die es sichlohnt nachzudenken:• Regeln aus dem Kopf verbannen.• Vielfalt ist besser als Einfalt. Wer immer nur mitseinesgleichen verkehrt, dem verengt sich die Welt.• Selbstzufriedenheit lähmt.Deshalb: Hohe Ziele setzen.• Kreative Leistungen sind nur möglich, wenndas Bilddenken so entwickelt wird, wie dassprachliche Denken.• Auf soziale Kompetenzen achten.Deshalb: Mut zur Menschlichkeit.• Positive Emotionen wecken.Deshalb: Mehr Spaß bei der Arbeit.• Transparenz.Deshalb: Ideen und Informationen fließen lassen.


Swim-Lab?In einem Workshop der anderen Artentwerfen wir mit Ihnen einen Ausblickauf zukünftige Szenarios und Trends,um im Anschluss interdisziplinär u.a. mitSoziologen, Architekten, Trendforschern,Künstlern und Missionaren zu diskutieren.Rufen Sie einfach an.:0700 PIRANHAS (0,12€/Min.)Kehrwieder 2/3 • 20457 HamburgFon 0700 PIRANHAS (0,12€/Min.) • 040-39 88 87-0Fax 040-39 88 87-25 • ISDN 040-39 90 44 01www.mack-wa.de • mack@mack-wa.de

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine