Dezember 2008 - Fachschaft 04

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Dezember 2008 - Fachschaft 04

4den Gebührenersatzmitteln zu finanzieren.Letztlich dienen die Ergebnisse aber alsControlling-Instrument gegenüber Lehrendenund Studierenden, mittels dessen dasoben skizzierte Verständnis von „guter“universitärer Lehre durchgesetzt werdensoll. Für die Lehrenden hat dies auchdahingehend Relevanz, da die Ergebnissedes Fragebogens zukünftig Einfluss aufihre Besoldung haben. Hierzu ist anzumerken,dass es immer jemanden geben muss,der schlechte Lehre anbietet. Die„leistungsbezogene“ Bezahlungsieht vor, dass auf der einen Seitenur die, im Sinne der Evaluation,besten Lehrenden zusätzliche Gelderbekommen. Auf der anderen Seite musses immer Lehrende geben, die schlechtabschneiden und im schlimmsten Fall mit(finanziellen) Sanktionen zu rechnen haben.Es wird somit nicht nur das Verhältniszwischen den Lehrenden und Studierendenverändert, sondern auch die Lehrenden inein Wettbewerbsverhältnis untereinandergesetzt. Durch ihr Interesse an einer gutenAusstattung oder gar Weiterbeschäftigungsollen sie von sich aus das gewünschteLehrformat umsetzen. An diesem Punktstellt sich die Frage, inwieweit hier mittelbardie Freiheit von Forschung, aber vorallem der Lehre, in Frage gestellt wird.Eine Auseinandersetzung über die Qualitätder Lehre sollte jedoch direkt zwischenStudierenden und Lehrenden stattfinden.Geeignete Einrichtungen bestehen bereitsin Form von Fachschaften oder etwastudentischen Studienberatungen. Diesesind für alle offen und können direkt in denLehre ist nichtstandadisierbarLehrevaluationFachbereichen agieren und moderieren.Eine solche Form der „Evaluation“ gehtvon einer Zusammenarbeit von Studierendenund Lehrenden unter- und miteinanderin Lehre und Organisation des universitärenAlltags aus und bestärkt somit dieEinheit von Forschung und Lehre. Stattdieses bestehende System zu stärken undauszubauen, wird studentische Mitbestimmungmittelfristig abgewickelt bzw. dieStudierendenvertretung in Fachbereichsrätenoder Berufungskommissionennur des schönen Scheinswegen noch gewünscht – zumindestauf dem Papier sollenStudierende noch mitbestimmt haben.Tatsächliche Mitgestaltung wird demgegenüber tagtäglich weiter verunmöglicht.Unter der Vorgabe studentische Interessenzu berücksichtigen, wurde und wird dieLehrevaluation durchgeführt. Das Interesse,gegenüber den innerhalb der hochschulinternenSelbstverwaltung schon immerprivilegierten Professor_innen, endlicheine Handlungsoption zugesprochen zubekommen, stellt die eine Seite der Medailledar. Auf der anderen Seite fügt sichdie Evaluation problemlos in die wettbewerbs-und leistungsorientierte – oderanders: „neoliberale“ – Steuerung (innerhalb)der Hochschulen ein. Lehre wirdzu einem standardisierten Produkt, dasssich durch Befragung bestimmen lassenmuss. Die Verantwortung liegt dabei alleinbei den einzelnen Lehrenden, die nurdann erfolgreiche Lehre betreiben, wennsie die in dem Fragebogen vorgegebenenForm der Lehre umsetzen, die wiederum

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