Luxemburg - Luxembourg

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LuxemburgEin internationaler Finanzplatz


23Luxemburg ist Gründungsmitglied derEuropäischen Union und gehört heute allenwichtigen internationalen Organisationen an.Seine strategisch günstige Lage, seine weltoffeneHaltung, seine auf einer bewährtenKonsens politik beruhende große politischeund soziale Stabilität und nicht zuletzt einehohe Lebensqualität haben Investoren ausaller Welt angezogen.Diese finden in Luxemburg unternehmerfreundlicheBehörden und qualifizierteArbeitskräfte aus zahlreichen Nationen(43% der Einwohner und 66% der aktivenBevölkerung kommen aus dem Ausland).Neben den drei Amtssprachen Luxemburgisch,Französisch und Deutsch ist imGeschäftsleben ebenfalls die englischeSprache weit verbreitet.Das rechtliche und reglementarische Umfeldist stabil genug, um verlässlich zu sein, undgleichzeitig flexibel genug, um sich einemsich wandelnden Umfeld schnell anpassenzu können.Zusammen mit einer ausgezeichnetenLogistik- und Kommunikationsinfra strukturmachen diese Faktoren Luxemburg zueinem idealen Tor zum europäischen Marktmit seinen 500 Millionen Verbrauchern.Luxemburg ist Sitz der Europäischen Investitionsbank,des Europäischen Gerichtshofs und des Europäischen Rechnungshofs.© v.l.n.r.: EIB, Gerichtshof der Europäischen Union, Europäischer Rechnungshof


Eine vielseitigeWirtschaftLuxemburg verdankt seinewirtschaftliche Entwicklungder Stahlindustrie. Von Beginndes 20. Jahrhunderts an bis noch indie 1970er Jahre war sie der allesdominierende Wirtschaftszweig. Dieluxemburgische Hauptstadtbeherbergt den Firmensitz vonArcelor-Mittal, dem größtenStahlproduzenten der Welt.Bereits kurz nach Ende des ZweitenWeltkriegs begannen internationaleIndustriekonzerne wie Goodyearund DuPont de Nemours, sich inLuxemburg niederzulassen.Der amerikanische Hersteller von Spezialglas Guardian, der seit1981 seinen europäischen Geschäftssitz in Luxemburg betreibt,lieferte 150.000 m 2 Doppelverglasung für den Bau des höchstenGebäudes der Welt: des Burj Khalifa in Dubai.Das One World Trade Center, der das WorldTrade Centre in New York ersetzen wird,entsteht mit Riesenstahlträgern des Arcelor-Mittal-Werkes im luxemburgischen Differdangeim Süden des Landes.


DerFinanzsektorDie Geschichte des FinanzplatzesLuxemburg reicht bis ins Jahr 1856zurück, als die staatliche Banque etCaisse d’Épargne de l’État unddie Banque Internationale àLuxembourg gegründet wurden.Doch die Entwicklung Luxemburgs zueinem internationalen Finanzzentrumbegann erst rund hundert Jahrespäter, als amerikanische, deutscheund schweizerische Banken anfingen,von Luxemburg aus das Euromarktgeschäftzu betreiben.Mit der Zeit entdeckte der Finanzplatz neueGeschäftsfelder: zuerst das Privatkundengeschäftund die Vermögensverwaltung, danndas Investmentfondsgeschäft. In den vergangenenzwanzig Jahren kamen darüber hinauseine Reihe von Nischenaktivitäten hinzu, sodass der Finanzplatz Luxemburg heute rechtbreit aufgestellt ist.Sein Erfolg ist in erster Linie auf ein modernes,außerordentlich geschäftsfreundlichesrechtliches und reglementarisches Umfeldzurückzuführen. Da Luxemburg ein Mitgliedslandder Europäischen Union ist, wirddieser rechtliche Rahmen weitgehend vonden europäischen Richtlinien vorgegeben.Wegen des sehr kleinen Binnenmarktes nutztder Gesetzgeber jedoch den Freiraum, denihm diese Richtlinien lassen, um einUmfeld zu schaffen, in dem maßgeschneiderteProdukte und Dienstleistungen füreine internationale Kundschaft entwickeltwerden können.Er ist gleichzeitig darum bemüht, ein hohesMaß an Anlegerschutz zu gewährleisten.Zwei Aufsichtsbehörden – die Commissionde surveillance du secteur financier (CSSF)und das Commissariat aux assurances (CAA)– sind mit der Aufsicht über die Finanz- bzw.Versicherungsaktivitäten betraut.


67Der Finanzplatz Luxemburg istheute Europas InvestmentfondsstandortNummer eins (weltweitHERKUNFT DER BANKEN IN LUXEMBURGNummer zwei hinter den USA), dasgrößte Private Banking-ZentrumDeutschland43der Eurozone und das europaweitführende Domizil für Captive-Rückversicherungsgesellschaften.FrankreichBelgienSchweiz111013Der Finanzplatz Luxemburg zählt 144 Banken,fast ausschließlich Tochtergesellschaften oderNiederlassungen bedeutender Kreditinstituteaus 25 Ländern. Sie sind überwiegend auf deninternationalen Finanzmärkten tätig.Im Bereich der Finanzdienstleistungen istdiese multinale Zusammensetzung desFinanzplatzes von entscheidender Bedeutung.Mit ihren jeweiligen spezifischen Eigenartenund Erfahrungen trägt jede einzelne Bank zumErfolg des Finanzplatzes bei.ItalienGroßbritannienSchwedenUSAJapanLuxemburgChinaNiederlandeAndere Länder88765544200 5 10 15 20 25 30 35 40 45 50Quelle: CSSF, 31. Mai 2011


Das PrivatkundengeschäftDas Privatkundengeschäftist ein Aushängeschild desFinanzplatzes Luxemburg.Die in diesem Geschäftsbereichangebotenen Dienstleistungenerstrecken sich von der Anlageberatung,bei welcher der Kunde sichzwar auf die Empfehlungen seinesBeraters stützt, seine Anlageentscheidungenaber selber trifft, bishin zur vollumfänglichen Vermögensverwaltung,in deren Rahmender Berater das ihm anvertrauteVermögen dem Risikoprofil und denlangfristigen finanziellen Zielen desKunden entsprechend anlegt.Die Banken, unabhängigen Vermögensverwalterund Anlageberater verstehen sichauch auf die Ausarbeitung maßgeschneiderterLösungen für eine immer anspruchsvollereinternationale Klientel, die nach einerhochqualifizierten, professionellen Beratung,individueller Betreuung und absoluterDiskretion verlangt.Dem Anleger kommt zugute, dass die inLuxemburg ansässigen Vermögensverwaltereine lange Erfahrung darin haben, Kundenaus aller Welt zu bedienen und sich damitein großes Fachwissen über die internationalenAspekte der Vermögensstrukturierungangeeignet haben.Vermögenden Privatkunden bieten zahlreicheHäuser ein Gesamtkonzept zur Strukturierungihres Vermögens auf längere Sichtan, das sowohl finanzielle und gewerblicheVermögenswerte als auch Lebensversicherungenund Immobilien berücksichtigt. Zielist es dabei, eine steueroptimierte und effizienteVermögensanlage und -übertragungzu gewährleisten.Zur Vermögensabsicherung und zur Nachlassplanungwerden häufig Gesellschaftenzur Verwaltung von Familienvermögen,Trusts und Treuhänder eingesetzt.


89Privatanlegern bietet sich mit der Gesellschaftzur Verwaltung von Familienvermögen(société de gestion de patrimoine familial- SPF) ein interessantes Anlagevehikel, dasausschließlich der Verwaltung von Privatvermögennatürlicher Personen vorbehalten ist.Alleiniger Zweck einer SPF ist der Erwerb, derBesitz, die Verwaltung und die Veräußerungvon Finanzanlagen unter Ausschluss jeder Artvon Geschäftstätigkeit.Familiäre Bindungen zwischen den verschiedenenAnteilseignern einer SPF sind übrigensnicht erfordert. Eine SPF steht ebenfallssogenannten Vermögenseinheiten offen,die ausschließlich im Interesse des Privatvermögensnatürlicher Personen handeln.Weitere mögliche Anteilseigner einer SPFsind Dienstleister, die Aktien der SPF alsTreuhänder oder in einer vergleichbarenEigenschaft im Auftrag eines Anlegers halten,der seinerseits die Voraussetzungen erfüllt,um Anteilseigner einer SPF zu sein.Eine SPF ist als Anlagegesellschaft konzipiertund muss die Rechtsform einer Kapitalgesellschafthaben. Sie ist ein einfaches undeffizientes Instrument zur Vermögensverwaltungund steht im Einklang mit den Rechtsvorschriftender Europäischen Union. Da eineSPF keiner Unternehmenstätigkeit, sonderneiner einem Investmentfonds vergleichbarenTätigkeit nachgeht, hat der Gesetzgeber hinsichtlichder meisten direkten Steuern einesubjektive oder persönliche Steuerbefreiungverfügt.Vertraulichkeit undBekämpfung der GeldwäscheDas Berufsgeheimnis des Bankiers ist in derluxemburgischen Gesetzgebung genauso verankertwie beispielsweise das der medizinischen Berufe.Es schützt die Privatsphäre des Kunden.Das Berufsgeheimnis des Bankiers gilt jedoch nichtuneingeschränkt. Luxemburg hat die Standards derOECD betreffend den Austausch von Kundeninformationenauf Anfrage in vollem Umfang übernommen.Als Mitglied der FATF (Financial Action Task Force onMoney Laundering) wendet Luxemburg ebenfallsstrenge Regeln zur Bekämpfung der Geldwäscheund der Terrorismusfinanzierung an. Das Gesetz verpflichtetalle Gewerbetreibenden des Finanzsektorszur Identifizierung des Kunden und gegebenenfallsdes wirtschaftlich Berechtigten einer Transaktion,bevor eine Geschäftsbeziehung eingegangen odereine Transaktion getätigt wird. Sie sind ebenfallsverpflichtet, verdächtige Transaktionen umgehendden zuständigen Behörden zu melden.Über die gesetzlichen und aufsichtsrechtlichenVorschriften hinaus, denen die Akteure des Finanzsektorsunterworfen sind, haben die Berufsverbände desFinanzplatzes eine Reihe von Standesregeln verabschiedet,in denen die von ihren Mitgliedern einzuhaltendenprofessionellen Standards definiert sind.


Investment fondsDie kollektive Vermögensverwaltungist einer der Pfeiler des FinanzplatzesLuxemburg. Dieser Geschäftsbereichentwickelte sich im Großherzogtumseit Mitte der 1980er Jahre, undheute ist Luxemburg der bei weitemgrößte Standort der Welt für Organismenfür gemeinsame Anlagen inWertpapiere (OGAW, auch bekanntunter der englischen Ab kürzung“UCITS”). Das UCITS-Label, welchesInvestmentfonds auszeichnet, die dieBestimmungen der diesbezüglicheneuropäischen Richtlinien einhalten,wird heute weit über die Grenzen derEuropäischen Union hinaus geschätzt.UCITS erhalten einen “europäischen Pass”,der es ihnen erlaubt, ihre Anteile grenzüberschreitendin jedem EU-Mitgliedsland zurZeichnung anzubieten. Da Luxemburg alserstes EU-Mitgliedsland diesen Pass einführte,machten zahlreiche große Assetmanagerdas Großherzogtum zur Drehscheibefür ihren weltweiten Fondsvertrieb.Während die europäischen Richtlinien überInvestmentfonds den rechtlichen Rahmenfür UCITS vorgeben, sind eine Reihe andererFondstypen, die nicht in den Anwendungsbereichdieser Richtlinien fallen, spezifischenrechtlichen Bestimmungen unterworfen.Fondsanbietern steht in Luxemburg eineinzigartiger Pool von Produktentwicklern,Rechtsanwälten, Wirtschaftsprüfern undDienstleistern zur Verfügung, die sie bei derKonzeption, der Auflegung und dem Vertriebihrer Fonds unterstützen.


1011Der rechtliche und aufsichtsrechtlicheRahmen erlaubt eine hohe Flexibilität beider Gestaltung von Anlageprodukten. Innerhalbeiner einzigen juristischen Einheit könnenbeispielsweise Dachfonds beliebig vieleTeilfonds auflegen, die jeweils wie autonomeInvestmentfonds funktionieren, mit einereigenen Anlagepolitik, eigenen Fondsanteilenund eigenen Anteilseignern.CROSS-BORDER-VERTRIEB VON FONDSMarktanteilDa darüber hinaus jeder Investmentfondsund jeder Teilfonds wiederum mehrereKategorien von Anteilen mit beispielsweiseunterschiedlicher Gebührenstruktur emittierenkann, ist es möglich, maßgeschneiderteProdukte zu schaffen, die den spezifischenVorlieben und Gepflogenheiten bestimmterMärkte oder Kundensegmente Rechnungtragen.Diese außerordentliche Freiheit bei derKonzeption von Anlageprodukten machtLuxemburg zum weltweit bedeutendstenZentrum für den grenzüberschreitendenFondsvertrieb.Drei von vier im großen Stil grenzüberschreitendangebotenen Investmentfonds sindin Luxemburg domiziliert.Luxemburg 74,6%Irland 14,1%Frankreich 3,0%Großbritannien 2,5%Andere 5,8%Zahlen vom 31. Dezember 2010Quelle: PwC, Global Fund Distribution


Im Gegensatz zu einigen Offshore-Finanzplätzenunterliegen auch Investmentfondsmit sogenannten alternativen Anlagestrategien– also u.a. auch Hedge Fonds – inLuxemburg klaren gesetzlichen Bestimmungenund einer Kontrolle durch die Aufsichtsbehördedes Finanzsektors. Dennochgenießen diese Fonds eine größere Freiheitbei der Gestaltung ihrer Anlagestrategie.So dürfen sie u.a. eine breite Palettederivativer Finanzinstrumente und spezifischeInvestmenttechniken einsetzen. Es istihnen ebenfalls gestattet, Wertpapierleihgeschäfteund Leerverkäufe durchzuführenund zur Finanzierung ihrer Anlagen dauerhaftauf Darlehen zurückzugreifen.Die Investmentgesellschaft zur Anlagein Risikokapital (société d’investissementen capital à risque – SICAR) ergänzt dasAngebot an Investmentfonds in einem ganzspezifischen Bereich. Konzipiert wurde dieseInvestmentgesellschaft als maßgeschneiderteLösung für Investitionen in Risikokapitalund Private Equity. Unter einer Investitionin Risikokapital versteht man die direkteoder indirekte Kapitalbeteiligung an Unternehmenim Hinblick auf deren Gründung,Entwicklung oder Börseneinführung.Im Gegensatz zu den Investmentfondsist eine SICAR nicht verpflichtet, bei ihrerAsset-Allokation den Grundsatz der Risikostreuungeinzuhalten. Anlagen in eine SICARsind ausschließlich erfahrenen Investorenvorbehalten.Professionellen Investoren und erfahrenenPrivatanlegern sind auch die erst im Jahre2007 geschaffenen Spezialfonds (fondsd’investissement spécialisés – FIS) vorbehalten.Spezialfonds können in alle Artenvon Vermögenswerten investieren und sinddaher nicht nur für die Auflegung herkömmlicherAktien-, Renten- oder Geldmarktfonds,sondern auch für Immobilien-, Hedge- undRisikokapitalfonds geeignet. Der Grundsatzder Risikostreuung wurde beibehalten, dochdas Gesetz schreibt keine quantitativenAnlagebeschränkungen vor.Spezialfonds unterliegen weniger strengenVeröffentlichungspflichten als Publikumsfonds,und ihre Tätigkeit ist flexibel reguliert.Ein Fondsinitiator ist nicht unbedingterforderlich.Sowohl SICARs als auch Spezialfondskönnen ebenfalls als Dachfonds aufgelegtwerden.Recht zahlreich sind die in Luxemburg angebotenenStrukturen für Investitionen inImmobilien. Diese können sowohl als regulierteVehikel (in Form eines Investmentfondsoder einer Investmentgesellschaft zur Anlagein Risikokapital) als auch als unregulierte


1213Rechtseinheit (in Form einer Handelsgesellschaftoder eines Verbriefungsvehikels)aufgelegt werden. Ausschlaggebend bei derWahl der Rechtsform ist die für den Investorgeltende Steuergesetzgebung.Seit einigen Jahren hat der FinanzplatzLuxemburg seine Tätigkeiten im Mikrofinanzbereichausgeweitet. Mikrofinanzinstitutionen,die Bankdienstleistungen fürKleinstunternehmen in armen oder Entwicklungsländernerbringen, wenden sichzur Kapitalbeschaffung zunehmend an dieFinanzmärkte, um ihren Wirkungsbereichin den von ihnen abgedeckten unterversorgtenstädtischen und ländlichen Gebietenauszudehnen. Deshalb wurden spezielleInvestmentvehikel für Anlagen in Mikrofinanzgeschaffen, die diese Nachfrage nachKapital befriedigen und gleichzeitig sozialengagierten Anlegern eine gewisse Renditebieten sollen. Auch diese Vehikel könnenunterschiedliche, sowohl regulierte als auchunregulierte Rechtsformen annehmen.GröSSte AbsatzmärkteAnzahl der in einzelnen Ländern vertriebenenLuxemburger FondsPeruChileBahrainMacaoHong KongSingapurSpanienNiederlande3546007279999581518SüdamerikaMittlerer OstenAsienEuropa29742802Die großen europäischen Länder bleibendie wichtigsten Absatzmärkte der Fondsanbieter,die ihre Produkte von Luxemburg ausvertreiben, doch sind die luxemburgischenFonds auch in Asien und in Lateinamerikasehr begehrt.SchweizÖsterreichDeutschland334834760 1000 2000 3000 40004091Zahlen vom 31. Dezember 2010Quelle: PwC, Global Fund Distribution


Produkte undDienstleistungenfür FirmenkundenDie Banken in Luxemburg habeneine breite Palette an Produkten undDienstleistungen für mittlere undgroße Firmenkunden im Angebot.Neben den Dienstleistungen rund umdie Gründung, Übernahme, Übertragungoder Veräußerung eines Unternehmensumfasst das Angebot auch dasLiquiditätsmanagement (Verwaltungvon Forderungen, Absicherung undFinanzierung von Exportgeschäften,Risikomanagement) und FinancialEngineering (Strukturierung vonFinanzierungen, Bilanzmanagement...)Die in Luxemburg etabliertenBanken haben nicht zuletztauch eine lange Erfahrung in derVerwaltung von Unternehmen, dieunterschiedlichen nationalenRechtsprechungen unterliegen.Die angebotenen Lösungen basieren häufigauf spezifisch luxemburgischen Produktenund Strukturen, die entwickelt wurden, umdie wirtschaftliche Geschäftsführung vonUnternehmen zu optimieren.Auch wenn ihre wichtigste Bestimmung darinbesteht, die Verwaltung von Beteiligungenvon Unternehmensgruppen so effizient wiemöglich zu gestalten, so ist doch der Einsatzbereicheiner Finanzbeteiligungsgesellschaft(société de participations financières- SOPARFI) sehr viel breiter.So darf eine Soparfi über das reine Haltenvon Beteiligungen hinaus sämtliche mitdiesen Beteiligungen oder mit derenVerwaltung direkt oder indirekt verbundenenTätigkeiten (wie beispielsweise Finanzberatungoder Finanzierungen) ausüben. EineSoparfi profitiert von den Vorteilen der vonLuxemburg abgeschlossenen Doppelbesteuerungsabkommenund fällt unter dieMutter-Tochter-Richtlinie, womit sie unterbestimmten Voraussetzungen in den Genusseiner Steuerbefreiung auf den von ihrenBeteiligungsgesellschaften ausgeschüttetenDividenden kommt.Neben ihrer Rolle im Konzernmanagementkönnen Soparfis ebenfalls zur Strukturierungvon Immobilienvermögen eingesetzt werden.Die luxemburgische Gesetzgebung bietetzahlreiche Möglichkeiten zur Gestaltung vonregulierten und unregulierten Verbriefungsvehikelnund Verbriefungsfonds. Ihresteuer liche Neutralität und die Tatsache, dasssie für die Verbriefung unterschiedlichsterVermögenswerte oder Risiken verwendet


1415werden können, eröffnen dieser Art vonFinanzstrukturen vielfältige Einsatzmöglichkeiten.Da es sich ebenfalls als Dachstrukturkonzipieren lässt, kann ein und dasselbeVehikel problemlos für mehrere separateVerbriefungstransaktionen genutzt werden.Multinationale Unternehmen, die ihrenMitarbeitern im Ausland aufeinander abgestimmtePensionspläne und Zusatzleistungenwie Hinterbliebenenrenten oder Versorgungsleistungenbei Erwerbsunfähigkeit bietenwollen, finden in Luxemburg mehrere eigensfür diesen Zweck geschaffene Pensionsvehikel.• Die Altersvorsorge-Spargesellschaft (Sociétéd’Epargne-Pension à Capital Variable – SEP-CAV), deren Merkmale mit denjenigen einesInvestmentfonds mit variablem Kapitalvergleichbar sind und die vor allem fürbeitragsbezogene Pensionspläne geeignetist, und• die Altersvorsorge-Sparvereinigung (Associationd’Epargne-Pension – ASSEP), die sowohlfür beitrags- als auch für leistungsbezogenePensionspläne, aber auch zur Finanzierungbeider Arten von Plänen im Rahmen einereinzigen Rechtsstruktur (Teilfonds-Konzept)genutzt werden kann.• “CAA-Pensionsfonds”, die im Rahmen derVersicherungsgesetzgebung angebotenwerden und der aufsichtsrechtlichenKontrolle durch die Aufsichtsbehörde fürden Versicherungssektor (Commissariataux assurances – CAA) unterliegen.Als Alternativen bieten sich ein Gruppenversicherungsvertragsowie der Pension Trust(fiducie pension) an. Multinationalen Konzernen,welche die Aktiva ihrer Pensionsfonds, diesie in verschiedenen Ländern in Europa unddarüber hinaus betreiben, in einer einzigenStruktur zusammenfassen wollen, bietetLuxemburg verschiedene Pooling-Vehikel fürPensionsfonds. Mehrere internationaleKonzerne wie Electrabel oder Unilever habenbereits derartige Strukturen in Luxemburggegründet.Der PfandbriefEin Pfandbrief (lettre de gage) ist ein von einerPfandbriefbank begebener Schuldtitel, der durch einebesondere Deckungsmasse besichert ist. Manunterscheidet drei Arten von Pfandbriefen:• Öffentliche Pfandbriefe (lettres de gage publiques),die durch Forderungen gegenüber Körperschaftenöffentlichen Rechts oder durch Forderungen, die vonKörperschaften öffentlichen Rechts garantiert sind,besichert sind;• Hypothekenpfandbriefe (lettres de gage hypothécaires),die durch Realkredite oder dinglicheSicherheiten an einer Immobilie besichert sind, und• Mobiliarpfandbriefe (lettres de gage mobilières), diedurch dingliche Rechte und Sicherheiten an beweglichenVermögenswerten wie Schiffen, Flugzeugen,Booten, Zügen usw. besichert sind.Luxemburg garantiert den Inhabern von Pfandbriefeneinen optimalen Anlegerschutz, indem es ihnen beiZahlungsunfähigkeit der Pfandbriefbank einenabsoluten Vorrang auf die Deckungswerte desEmittenten einräumt. Dank der sehr internationalenAusrichtung der luxemburgischen Gesetzgebung inSachen Risikodeckung können in Luxemburgetablierte Pfandbriefbanken ihre Aktiva auf sehreffiziente Weise diversifizieren.


Lebens- und RückversicherungenAlle großen internationalenVersicherungskonzerne bieten ausLuxemburg im Rahmen desinnergemeinschaftlichen freienDienstleistungsverkehrsLebensversicherungsprodukte an.Die luxemburgischen Versichererhaben sich dabei auf fondsgebundeneLebensversicherungspolicenspezialisiert, die es den Kundenerlauben, Versicherungsschutz undRenditeerwartungen zu kombinieren.Dies gilt besonders, wenn eineLebensversicherung an einSondervermögen gebunden wird,eine Praxis, die sich in derVermögensverwaltung einerwachsenden Beliebtheit erfreut.Wer in Luxemburg eine Lebensversicherungspolicezeichnet, genießt dank desin der luxemburgischen Gesetzgebungverankerten sogenannten “Superprivilegs”einen in Europa einzigartigen Rechtsschutz.Dieses Privileg räumt dem Zeichner einerLebensversicherung im Falle finanziellerProbleme des Versicherers absoluten Vorrangvor allen anderen Gläubigern ein. Es hatdamit entscheidend dazu beigetragen, dasssich Lebensversicherungsverträge zu einemwichtigen Baustein in der Vermögensverwaltungentwickelt haben. Sie bieten in einemüberaus gut abgesicherten Rahmen Zugangzu einer breiten Palette an Finanzprodukten.Auch die in Luxemburg ansässigen Schadens-und Sachversicherer, insbesonderedie im Bereich der Schiffsversicherungentätigen Unternehmen und andere hochspezialisierteVersicherer, wenden sich überwiegendan eine internationale Kundschaft.Bereits im Jahre 1984 hat Luxemburg einspezifisches rechtliches Rahmenwerk fürRückversicherer geschaffen. Seitdem hatdas Großherzogtum mehr als 250 Rückversicherungsunternehmenangezogen,vor allem Captive-Rückversicherer großerIndustrie-, Handels- oder Finanzunternehmen.Heute ist Luxemburg Europas bedeutendstesZentrum für das Rückversicherungsgeschäft.Eine konzerneigene Rückversicherungsgesellschaftkann einem Unternehmenzahlreiche Vorteile bieten. Dazu gehören u.a.die Übernahme spezifischer Risiken, die aufdem Markt nur schwer zu versichern wären,


1617Kostenreduzierung bzw. -optimierung, einegrößere Unabhängigkeit von den zyklischenSchwankungen des Versicherungsmarktes, dieZurückbehaltung erwirtschafteter Gewinnesowie ein direkter Zugang zu den professionellenVertriebskanälen für Rückversicherungen.Die hohen gesetzlich vorgeschriebenenSchwankungsrückstellungen erlauben esdarüber hinaus, die Gewinnbesteuerung übereinen längeren Zeitraum hinauszuschieben.CROSS-BORDER-VERTRIEB VONVERSICHERUNGSPRODUKTENVerteilung der PrämienDie Anziehungskraft Luxemburgs als Domizilfür Rückversicherungsunternehmen istmit der Umsetzung der gemeinschaftlichenRückversicherungsrichtlinie weiter gestiegen.Diese führt den „europäischen Pass“für Rückversicherer ein, der es zugelassenenUnternehmen erlaubt, von Luxemburg ausauf dem gesamten europäischen Markt aktivzu werden.Der luxemburgische Versicherungsmarktwird vom Lebensversicherungsgeschäftdominiert, auf das allein 90,7% der im Jahre2010 eingenommenen Versicherungsprämien inHöhe von 24,7 Milliarden Euro entfallen.93,9% des gesamten Prämienaufkommenswerden im Ausland erwirtschaftet, überwiegendim Rahmen des innergemeinschaftlichen freienDienstleistungsverkehrs.Leben: Ausland 85,1%Leben: Luxemburg 5,5%Sach: Ausland 6,3%Sach: Luxemburg 3,1%Quelle: Commissariat aux AssurancesJahresbericht 2010


Ein passendesUmfeld für FinanzdienstleistungenNeben den klassischen Berufsgruppen,die Dienstleistungen fürden Finanzsektor anbieten, wie denBuchhaltern, den Wirtschaftsprüfernoder den Rechts- und Steuerberatern,haben sich mit dem Wachstumdes Finanzplatzes auch zahlreichespezialisierte Anbieter ergänzenderDienstleistungen entwickelt:Domizilierungsstellen für Gesellschaften,Gewerbetreibende, dieHilfe bei der Gründung und Verwaltungvon Gesellschaften bieten,Kundenkommunikationsstellen,Verwaltungsstellen des Finanzsektors,Betreiber von EDV-Systemen usw.Der Gesetzgeber hat alle natürlichenoder juristischen Personen, die gewerb -liche Aktivitäten im Finanzsektor ausüben,der Zulassung und Überwachung durchdie Aufsichtsbehörde des Finanzsektorsunterworfen. Indem er auf diese Weise dieAuslagerung nicht strategisch wichtigerTätigkeiten vereinfacht, fördert er dieWettbewerbsfähigkeit der Finanzunternehmenund gewährleistet gleichzeitigein hohes Qualitätsniveau der erbrachtenDienstleistungen sowie die im Finanzsektorerforderliche Vertraulichkeit.Die Luxemburger Börse ist auf dieNotierung internationaler Wertpapierespezialisiert. Sie notiert heute etwa44.500 Papiere (davon rund 30.000 Anleihen)von 3.500 Emittenten aus 105 Ländern.Das zweitgrößte Segment stellen dieOrganismen für gemeinsame Anlagen mitfast 6.500 verschiedenen Instrumenten dar.Auf Platz drei folgen die “Global DepositaryReceipts”, die von Unternehmen mit Sitz inaufstrebenden Volkswirtschaften emittiertwerden.Die Luxemburger Börse stellt Emittentenzwei Märkte zur Verfügung: den im Sinne dereuropäischen Richtlinien geregelten Markt undden Euro MTF-Markt, der außereuropäischenEmittenten, die keinen europäischen Pass benötigen,die Notierung an einem anerkanntenFinanzplatz in Europa ermöglicht.


1819Luxembourg for FinanceAgentur zur Förderung des FinanzplatzesMit der Unterstützung des Gesetzgebersbemüht sich der Finanzplatz, sein Angebotan Dienstleistungen beständig zu erweitern.So hat der luxemburgische Staat im Jahre2008 die Fondation de Luxembourg gegründet,ein Kompetenzzentrum im BereichPhilantropie. Aufgabe der Stiftung ist es,langfristiges philantropisches Engagementvermögender Personen zu fördern und zuunterstützen. Sie stellt die Verbindung herzwischen privaten Spendern, begünstigtenEinrichtungen und unterstützten Projektenin aller Welt.Der Finanzplatz Luxemburg positioniertsich derzeit auch als Kompetenzzentrumfür islamische Finanzprodukte in Europa.Im Jahre 2002 notierte die LuxemburgerBörse erstmals Sukuks (auch Islamic Bondsgenannt) und war damals die erste europäischeBörse auf dem Sukuk-Markt. Eine wachsendeZahl in Luxemburg ansässiger Finanzinstitutewird auf diesem Markt aktiv, und mehr undmehr Scharia-konforme Investmentfondswerden in Luxemburg aufgelegt. 2010 tratdie luxemburgische Zentralbank als erste europäischeZentralbank dem Islamic FinanceServices Board (IFSB) als Mitglied bei. Siebaut zurzeit ihre Erfahrung in der Beaufsichtigungdieses Geschäftsbereiches aus.Luxembourg for Finance ist eine öffentlich-privatePartnerschaft zwischen dem Luxemburger Staat und derLuxemburger Vereinigung der Finanzindustrie (Fédérationdes Professionnels du Secteur Financier, Luxembourg –PROFIL). In ihr konkretisieren sich die Bemühungen deröffentlichen Hand und der wichtigsten Akteure desFinanzsektors, den Finanzplatz laufend weiterzuentwickeln,indem sie ihn im Ausland besser bekannt macht.Luxembourg for Finance hat sich deshalb zum Zielgesetzt, die Strukturen und Vorteile des Finanzplatzesbestmöglich zu präsentieren und seine Produkte undDienstleistungen einer breiteren Öffentlichkeit nahezubringen.Darüber hinaus sollen Anleger, institutionelleInvestoren und Privatkunden aus der ganzen Welt überdie vielseitigen Möglichkeiten informiert werden, dieLuxemburg ihnen bietet.Luxembourg for Finance veranstaltet Seminare in deninternationalen Finanzzentren und nimmt an wichtigeninternationalen Ausstellungen und Kongressen teil.Die Agentur pflegt enge Kontakte zu den meinungsbildendeninternationalen Medien und ist bevorzugterAnsprechpartner für Fachjournalisten aus aller Welt.Das Institut de Formation Bancaire, Luxembourg(IFBL) bietet modulare Ausbildungprogrammein allen Bereichen des Finanzwesens.Im Bereich der Hochschulausbildung und derpostuniversitären Weiterbildung bieten dieFakultät für Rechts-, Wirtschafts- und Finanzwissenschaftender Universität Luxemburg,die Luxembourg School of Financeund mehrere ausländische Institute undEinrichtungen eine Vielzahl mehrsprachigerStudiengänge und Forschungsprogramme.

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