Ausgabe 1/11 Download - RegJo Niedersachsen

niedersachsen.regjo.de

Ausgabe 1/11 Download - RegJo Niedersachsen

Das Regional-Journal für Niedersachsen

Hannover Oldenburg Osnabrück Wolfsburg Braunschweig Salzgitter Hildesheim Göttingen

15 Jahre mit Weitblick

I/2011

Schutzgebühr 5,00 €


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Angekommen

Nicht nur die Industrierelikte aus alter Zeit sind in der

Gegenwart angekommen, auch RegJo wird 15.

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

als vor 15 Jahren das RegJo erstmals an den Start ging, sah die Welt

in vielen Teilen noch anders aus. Das Internet entfaltete erst seine

Stoßkraft, Facebook war unbekannt und auf das Regionale wurden

nicht unbedingt Lobeshymnen gesungen. Wie sich die Dinge

ändern können. Wie sehr, das zeigt zum Geburtstag ein visueller

Rückblick auf die fotografischen Highlights aus 15 Jahren Existenz

unseres Magazins – sei es in Südniedersachsen, Hannover oder

Niedersachsen, das Anliegen war der andere Blick auf unser Land,

unsere Umgebung, die großen und die kleinen Themen.

Die Wiedergeburt des Regionalen, die mit dem RegJo einherging,

spiegelt sich in vielfältiger Weise in unseren Themen und

ebenso in dieser unserer Jubiläumsausgabe. So widmen wir uns

ausführlich in einem Spezial der ostfriesischen Insel Norderney,

die deutlich mehr ist als ein Sandhaufen in der Nordsee – das alte

königliche Bad profiliert sich als Deutschlands Thalasso-Zentrum

Nummer eins und profitiert dabei nicht nur von der ruhigen Mentalität

im Norden, sondern natürlich auch vom rauen Meeresklima,

das nach einiger Zeit seine wohltuende Wirkung entfaltet.

Eine Wiedergeburt der anderen Art feiern indes die baulichen

Relikte aus der industriellen Blütezeit Niedersachsens. Wo

die alten, teils riesigen Gebäude Strukturwandel, Abriss oder Verfall

überlebt haben, werden sie mittlerweile vermehrt saniert und

einer neuen Nutzung zugeführt. Wiedererstanden sind dabei so

spektakuläre Industriedenkmäler wie die Göttinger Lokhalle oder

der Nino-Hochbau, die sinnbildlich für alten Glanz und gleichzeitig

Ankunft in der Dienstleistungsgesellschaft stehen. In letzterer

verorten sich ganz klar auch die Stiftungen, unser viertes großes

Thema der Ausgabe. Niedersachsen ist Heim zahlloser Stiftungen,

von ganz klein bis ganz groß, die durch ihr Engagement soziale

Projekte, sportliche, kulturelle, wissenschaftliche und und und

am Laufen halten. Die niedersächsische Vielfalt, unser A und O.

Sven Grünewald

Chefredaktion

ReGJo NIedeRsachseN editorial 3

RegJo Niedersachsen bei Facebook: www.facebook.com/RegJoNiedersachsen


4 inhalt ReGJo NIedeRsachseN ReGJo NIedeRsachseN inhalt 5

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08

11

13

53

18 RegJos Geburtstag

das RegJo wird 15. Zur Feier des Jahres gibt es eine

große Jubiläumsgalerie mit den besten Fotografien

der vergangenen anderthalb dekaden.

Wirtschaft

4 Köpfe – 4 Meinungen: Können Metropolregionen

einen ähnlichen Identifikationscharakter

entwickeln wie Städte und

Bundesländer?

Auf jeden Fall: vernetzt: Die Wirtschaftsmesse

der Gemeinde Wedemark fand dieses

Jahr zum vierten Mal statt und war ein

voller Erfolg.

E-Rechnungen: In Deutschland und der EU

gibt es endlich vereinfachte Regelungen für

elektronische Rechnungen.

Standort der Mitte: Die Vorzüge der Stadt

Peine als Wirtschafts- und Lebensstandort.

Real Estate North: Die Gewerbeimmobilienmesse

in Hamburg verknüpft, verbindet,

vernetzt.

cover: Rolf schecker

61

64

98

Die Jobmaschinen der Zukunft: Know-how

und Expertise für die regionale Wirtschaft

liefern die niedersächsischen Technologie-

und Gründerzentren.

Zeugen der Vergangenheit: Ein Blick auf die

Bauten, die Niedersachsens industrielle Vergangenheit

bezeugen – und heute auf unterschiedlichste

Art und Weise genutzt werden.

Wussten Sie, dass...: ... die weltweit erste

fündige Erdölbohrung in Wietze bei Celle in

der Lüneburger Heide stattgefunden hat?

13

14

82

98

64 Industriedenkmäler

Überall in Niedersachsen bezeugen

denkmäler die Industrialisierung. sie neu

zu nutzen ist oft nicht einfach.

Politik & Soziales

Home of TKKG: Im Pädagogikum in Bad

Sachsa drückte zum Beispiel auch der Erfinder

von TKKG die Schulbank.

„Da müssen sich die Deutschen erstmal selber

an die Nase fassen“: Im Gespräch mit

dem Fraktionsvorsitzenden der Grünen, Jürgen

Trittin, über „Links“, die EU und grüne

Energie.

Stiften gegangen! Stiftungen spielen auch

in Deutschland eine immer größere Rolle.

Müssen sie mittlerweile Aufgaben übernehmen,

die politisch drohen in Vergessenheit zu

geraten?

Wussten Sie, dass...: ... die Quadriga auf dem

wiederaufgebauten Schloss in Braunschweig die

größte von vier Quadrigen in Deutschland ist?

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11

32

78

82 Stiftungen

In Niedersachsen gibt es fast 2.000 stiftungen,

die in allen Lebensbereichen

vorbildlich Projekte fördern.

Technik & Wissenschaft

Der Sonne entgegen: Eigene Energiezukunft

gestalten und der Umwelt etwas Gutes tun –

mit Photovoltaikanlagen für Privathaushalte

von E.ON Mitte Vertrieb ist das nun möglich.

Biogaspotenziale: Eine Studie über die Biomasse-Reserven

im Weserbergland soll aufzeigen,

welches Potenzial für Bioenergie besteht.

Experten in der Brustkrebsdiagnostik: Seit

mehr als acht Jahren ist das Diagnostische

Brustzentrum in Göttingen ein medizinischer

Leuchtturm seines Fachs.

Viele offene Fragen: Wie die Zukunft in

Sachen Rohstoffe aussieht, welche Probleme

es gibt und welche gerade nicht, beleuchtet

dieses Portrait der Bundesanstalt für Geowissenschaften

und Rohstoffe in Hannover.

Bilder: Mark Theis, stadtmuseum Nordhorn, Ulrich schießl, claus Winderlich

09

11

13

18

94

Land & Kultur

Kunstleuchturm: In diesem Jahr feiert

die von Henri Nannen gegründete Emdener

Kunsthalle ihren 25. Geburtstag.

Streifzüge: Drei komplett unterschiedliche

Ausstellungen – die Geschichte, die

Industrialisierung und die Herstellung

von Brot – sind im Schloss Salder bei

Salzgitter zu sehen.

Polo Destination: Zwischen Hamburg und

Bremen entsteht auf Gut Appel eine neue

Adresse des beliebten Pferdesports Polo.

Blick in die Schatztruhe: Mit einem fotografischen

Streifzug durch 15 interessante Jahre

des RegJo-Magazins gratulieren wir uns

selbst zum Geburtstag.

Veranstaltungskalender: Die kulturellen,

musikalischen und sonstigen Highlights in

Niedersachsen.

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36

36

37

37

37

39

40

48

33 Norderney Spezial

Themenspezial Norderney: Klimatherapie

und Wellness auf der Thalasso-Insel

und Weltnaturerbe Wattenmeer.

Norderney Spezial

Echt Norderney: Die Souvenirs des Inselraums

sorgen für Sehnsucht nach der Insel.

Ehrenamt: Die mobile Essensversorgung des

DRK auf Norderney ist wieder gesichert.

Gut versorgt: Norderney kann mehr als

Wellness – auch die medizinische Versorgung

ist exzellent.

music nights: Im August ist auf Norderney

einmalige Konzertatmosphäre zu erleben.

Himmelhoch: Im Hochseilgarten kommen auch

die aktivsten Besucher auf ihre Kosten.

Segway Touren: Statt mit Fahrrad oder zu Fuß

geht es auch mit dem Segway auf Inseltour.

Im Spiegel des Alltags: Theodor Kluin im

Gespräch über Kultur und Geschichte der Insel.

Gesundheit aus dem Meer: Wellness und

Klimatherapie der Gesundheit zuliebe.

Schatztour nach Norderney: Das Wattenmeer

ist ein wahrer Schatz der Natur. Ein

Erlebnisbericht.


4 Köpfe – 4 Meinungen

sind Metropolregionen für die Menschen die regionalen Identifikationsräume der Zukunft? Welche Rolle

spielen sie im Vergleich zu stadt, Kommune oder Bundesland?

Gerd Stötzel, 1. Vorsitzender

der Metropolregion

Bremen- Oldenbu rg i m

Nordwesten e.V.: „Metropolregionen

sind Motoren

der gesellschaftlichen, wirtschaftlichen,

sozialen und

kulturellen Entwicklung

im internationalen Wettbewerb.

Allerdings wäre ein

solches Netzwerk nicht so

leistungsstark, wäre die Bereitschaft zur Zusammenarbeit

der Akteure aus Wirtschaft, Verwaltung, Politik und Wissenschaft

nicht derart ausgeprägt. Um negative Entwicklungstrends

für die Städte und die Region aufzuhalten,

ist ein koordiniertes Vorgehen notwendig. Die gemeinsam

abgestimmte Vorgehensweise in ausgewählten Zukunftsfeldern

ist das zentrale Anliegen der regionalen Kooperation.

Die Bildung effizienter Netzwerke sowie die konkrete

Umsetzung vieler Projekte stehen als Beleg für das Zusammenwirken

unterschiedlicher Interessensgruppen.“

olaf Martin, Geschäftsführer

des Landschaftsverbands

Südniedersachsen: „Niedersachsen

hat keine Metropolen.

Die Addierung von Einwohnerzahlen

und Flächen

zu Metropolregionen kann

diesen Mangel nicht kompensieren.

Eine Rolle spielen

solche Konstrukte für

die Einwerbung europäischer

Fördergelder, aber nicht für die dort lebenden Menschen.

Der wichtigste Identifikationsraum ist und bleibt die

Stadt oder die Ortschaft. Auf regionaler Ebene sind historische,

mundartliche oder konfessionelle Grenzen bis heute

viel wirkmächtiger als solche Zusammenschlüsse. Falls die

Metropolregionen in den nächsten 500 Jahren erfolgreiche

Arbeit leisten, lässt sich darüber nochmal reden. Bis dahin:

Wenn es einen messbaren Nutzen verspricht, kann man

ruhig eine Metropolregion einrichten – aber bitte ohne

Bedeutungs-Lyrik und ideologische Aufladung.“

Bildnachweis: Metropole Nordwest, Region hannover, Landschaftsverband südniedersachsen, sascha Gramann

ReGJo NIedeRsachseN MeinunG 7

h a u k e J a g a u , P r ä s i -

dent der Region Hannover:

„Ein Gebilde wie die

Metropolregion Hannover

Braunschweig Göttingen

Wolfsburg ist sicherlich kein

Identifikationsraum und

wird es auch nie sein. Schon

der Namen unterstreicht

eher das Trennende als das

Zusammengehörige. Wenn

ich im Ausland bin, werde ich immer sagen: Ich komme

aus Deutschland. Wer in Deutschland gefragt wird, woher

er kommt, wird den Namen seiner Stadt nennen oder den

Namen der größeren Stadt in der Nähe. Die Metropolregion

ist ein Zweckbündnis, um etwa EU-Geld einzuwerben.

Sie ist in Zusammenhängen wie Wissenschaft und

Technologie, wo globales Denken und vernetztes Arbeiten

gefordert sind, sinnvoll. Es ist eine strategische Entscheidung,

gemeinsam im Standortwettbewerb über Regions-

und Landkreisgrenzen hinweg zu agieren.“

Gerold leppa, Geschäftsführer

der Metropolregion

Hannover Braunschweig

Göttingen Wolfsburg GmbH:

„Unsere Metropolregion ist

ein freiwilliger Zusammenschluss

von Kommunen,

Wirtschaft, Wissenschaft

und Land. Die Metropolregion

vereint die Teilregionen

zu einer Plattform für

Initiativen, um die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern,

dafür wären die einzelnen Teilregionen oft zu klein. Umgekehrt

aber bin ich der Meinung, dass polyzentrische Metropolregionen

wie die unsere für eine primäre Identifikation

der Bürger zu weitläufig sind. Hierzu tragen eher die vorhandenen

starken Eigenidentitäten in den Kommunen und

Teilräumen bei. Ich bin aber davon überzeugt, dass im Verlauf

der weiteren Arbeit und mit der Umsetzung konkreter

Projekte eine stärkere Identifikation der Bürger mit ihrer

Metropolregion entstehen wird.“


8 MaGaZin ReGJo NIedeRsachseN ReGJo NIedeRsachseN MaGaZin 9

Prof. ulrike Beisiegel

ist seit 1. Januar

neue Präsidentin der

Universität Göttingen.

die Biochemikerin aus

hamburg wurde bereits

im März 2010 einstimmig vom senat

der hochschule und dem stiftungsausschuss

gewählt. sie ist die erste

weibliche Präsidentin in der Göttinger

Universitätsgeschichte.

Prof. Christiane dienel

steht seit 1. Januar an

der spitze der haWK

hochschule hildesheim/

holzminden/Göttingen.

die in Münster,

Bordeaux und München studierte

Professorin für europäische Politik

und Gesellschaft ist ebenfalls die erste

Präsidentin in der Geschichte der

Fachhochschule.

ralf Meister ist zum

neuen Landesbischof

der evangelisch-Lutherischen

Landeskirche

hannovers gewählt

worden. Meister war

zuletzt Generalsuperintendent des

sprengels Berlin in der evangelischen

Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische

oberlausitz und war bis 2010 sprecher

des Worts zum sonntag der aRd.

Silke ospelkaus erhält

einen der eRc starting

Grants des europäischen

Forschungsrates.

der Forschungspreis ist

mit 1,26 Millionen euro

über fünf Jahre dotiert. ospelkaus ist

Inhaberin eines Lehrstuhls für experimentalphysik

am Institut für Quantenoptik

und des exzellenzclusters QUes

an der Universität hannover.

rolf Zick, langjähriger

Vorsitzender und aktuell

ehrenvorsitzender der

Landespressekonferenz

Niedersachsen

sowie des Presse club

hannover und ex-chefredakteur des

„Nord-Report“ und „Rundblick“, wurde

für sein Lebenswerk mit der höchsten

niedersächsischen auszeichnung, der

Landesmedaille, geehrt.

W e d e M a R K

Auf jeden Fall: vernetzt

Bereits zum vierten Mal erweist sich die Wirtschaftsmesse der Gemeinde Wedemark

als voller erfolg. Über 200 aussteller und 20.000 Besucher zeigen: es geht was.

Nördlich vor den Toren Hannovers unmittelbar

an der A7 liegt die Gemeinde Wedemark.

Alle zwei Jahre findet hier der

„Bauern- und Gewerbemarkt – Wirtschaftsmesse

Wedemark“ statt, die große

Verbrauchermesse für die regionale Wirtschaft.

Deren Strahlkraft reicht dabei weit

über die Gemeindegrenzen hinaus: „Wir

hatten vorher eine Kirchturmpolitik, jeder

Ort gegen den anderen. Das haben wir

überwunden und sind auch noch darüber

hinausgegangen, nach Langenhagen, Burgwedel“,

sagt Carsten Niemann, Wirtschaftsförderer

der Wedemark, Mit-Initiator der

Messe und Gründungsmitglied der ersten

Stunde. „Die Kommunalgrenzen sind nicht

mehr entscheidend. Wir reden inzwischen

vom Wirtschaftsraum in der nördlichen

Region Hannover.“ Und dieser Raum kann

sich über eine ungünstige Lage nicht beklagen.

Über die A7 ist es ein Katzensprung

nach Hamburg, Bremen oder die Küstenhäfen,

die A2 als Ost-West-Achse liegt ebenfalls

gleich nebenan. Ein Umstand, von

dem auch die Messe profitiert.

Die Verbrauchermesse ist nicht nur in

der Region Hannover einzigartig, sie stellt

auch das sehr seltene Ergebnis ehrenamtlichen

Engagements dar und blickt inzwi-

schen auf ihre eigene Tradition, wie Wirtschaftsminister

Jörg Bode bei der Eröffnung

betonte. „Alles, was man öfter als dreimal

macht, ist Tradition.“ Und Regionspräsident

Hauke Jagau bedankte sich dafür, „dass Sie

neben Ihrem normalen Job die Kraft aufgebracht

haben, die Messe auf die Beine zu

stellen.“ Etwas, worauf auch der Bürgermeister

der Wedemark, Tjark Bartels, stolz

ist: „Das Geheimnis ist, dass die Messe vollständig

selbst organisiert ist. Da werden die

Ärmel hochgekrempelt und alle Höhen und

Tiefen durchschritten. Das ist der besondere

Geist, der sich in der Veranstaltung

wiederfindet.“

Und die Bilanz kann sich sehen lassen.

Über 200 Aussteller und 20.000 Besucher,

alle aus dem regionalen Umland –

für die Aussteller war die Messe ein voller

Erfolg. „Mir haben viele Aussteller gesagt,

dass durch die entspannte Besucheratmosphäre

viel Zeit für gute Gespräche sowohl

mit den Besuchern als auch der Aussteller

untereinander war“, sagt Carsten Niemann.

Und die ersten Buchungen für 2013 gab es

auch gleich auf der Messe. sG

Näheres zur Messe unter

www.wedemark-wirtschaftsmesse.de

Bildnachweis: Universität Göttingen, hochschule für angewandte Wissenschaft und Kultur haWK, evangelisch-lutherische Landeskirche

hannover, ospelkaus, Presse club hannover, sven Grünewald

e N e R G I e

Der Sonne entgegen

e.oN Mitte Vertrieb bietet mit seinem neuen e.oN-solar Paket eine echte Zukunftsperspektive

in sachen Photovoltaik für die Region.

Das Klima schützen, effiziente Energiedienstleistungen,

Nachhaltigkeit – Energie

in Deutschland braucht neue Perspektiven.

E.ON Mitte Vertrieb weiß hier eine

umweltfreundliche und moderne Antwort:

Mit dem neuen Paket E.ON-Solar bietet das

Unternehmen eine Energiequelle in einem

Bereich, in dem der Konzern schon auf

viele Jahre Erfahrung zurückblicken kann.

Nicht nur in Deutschland, sondern vor

allem in vielen südeuropäischen Ländern

betreibt der Konzern Photovoltaik-Anlagen

unterschiedlicher Größenordnung. Im

südfranzösischen Le Lauzet, rund 250 km

nördlich von Marseille, produzieren auf

einem 20 Hektar großen Gebiet mehr als

zwölftausend Module Strom aus Sonnenenergie.

Weitere Projekte in einem Volumen

von über 25 Megawatt will das Unternehmen

noch in diesem Jahr vor allem in

Italien realisieren. „Von der Erfahrung

aus solchen Projekten können jetzt auch

unsere Kunden in der Region profitieren.

Wir haben nur Panels im Programm, die

auch in unseren eigenen Anlagen eingesetzt

werden“, so Ulrich Fischer, Geschäftsführer

von E.ON Mitte Vertrieb.

Zusätzlich zum traditionellen Förderprogramm

und der EnergieSpar-Tour

Bildnachweis: e.oN MItte, Jost schilgen

des Energiedienstleisters wird in Sachen

Nachhaltigkeit nun also noch einen Schritt

weiter gegangen. „Dezentrale Lösungen

werden in der Energieversorgung immer

wichtiger und mit E.ON-Solar können

unsere Kunden selbst Energiezukunft

gestalten und regenerativen Strom aus

Sonnenenergie erzeugen“, so Fischer. Das

Interesse an der eigenen Energieerzeugung

mittels Photovoltaik sei ungebrochen,

wie immer mehr Anfragen von Kunden

zeigten.

Neben Photovoltaikmodulen umfasst

das Solar-Paket von E.ON Mitte Vertrieb

allerdings auch noch die Beratung und

Installation durch regionale Handwerks-

partner. „Wir freuen uns, dass wir dieses

neue Projekt mit bewährten Partnern

aus dem heimischen Handwerk verwirklichen

können – damit ist auch dieses Angebot

im besten Sinne regional verwurzelt“,

betont Fischer. Photovoltaik-Anlagen auf

dem eigenen Dach sollen also für niedersächsische

Immobilienbesitzer nicht mehr

länger nur eine Zukunftsvorstellung sein,

sondern tatsächlich umsetzbar. JW

Weitere Informationen unter

www.eon.de/solar

K U N s T

Kunstleuchtturm

die international bekannte Kunsthalle

emden feiert ihr 25-jähriges Bestehen.

Die Kunsthalle Emden wurde 1986 von

Stern-Gründer Henri Nannen und seiner

späteren Ehefrau Eske in der ostfriesischen

Hafenstadt Emden gegründet. Der Publikumsmagnet

hat sich seither zu einem der

wichtigsten Museen Norddeutschlands von

internationaler Beachtung entwickelt.

Eine großzügige Schenkung von Otto

van de Loo gab 2000 den Anlass zu einem

großen Erweiterungsbau, dem 2007 die

umfassende Modernisierung folgte – auch

mit neuem Gesicht bleibt das Haus eines der

schönsten Museen im Norden. Rund zwei

Millionen Besucher sahen die bislang 130

Ausstellungen in Emden, zum 25-jährigen

Geburtstag im Oktober kommt auch Bundespräsident

Christian Wulff. Nicht Willkür,

sondern „Lustkür“ habe seine Auswahl

bestimmt, hat Henri Nannen einmal gesagt.

Diese Lust am Bild wirkt ansteckend und

machte die Kunsthalle von Beginn an zu

einem sehr lebendigen Ort der Begegnung

zwischen Menschen und Kunst. Kinder

sind in der Kunsthalle und der angeschlossenen

Malschule ganz besonders willkommen.

Vs

Weitere Informationen unter

www.kunsthalle-emden.de


Deutschlands

kundenorientierteste

Dienstleister

Wettbewerb 2011

www.bestedienstleister.de

R e c h T s K o L U M N e

E-Rechnungen

Vereinfachung für die einreichung elektronischer

Rechnungen zum sommer.

Elektronische Rechnungen wurden bislang

steuerlich nur dann anerkannt, wenn sie

per EDI oder qualifizierter elektronischer

Signatur signiert versandt wurden. Aufgrund

dieser hohen Anforderungen hat die

EU ihre Richtlinie geändert und die Anforderungen

an die elektronischen Rechnungen

verringert. In Deutschland will der

Bundesrat diesen Regelungen Anfang Juli

zustimmen. Das Gesetz soll rückwirkend

zum 01.07.2011 in Kraft treten.

Die Neuregelung lässt nun auch die

Übermittlung ohne elektronische Signatur

mit allen gängigen elektronischen Verfahren

zu (etwa Email mit Anhang). Erforderlich

ist hierfür ein innerbetriebliches Kontrollverfahren,

wie es auch bei Rechnungen

in Papierform genutzt wird. Zusätzlich muss

der Empfänger der Übermittlung auf elektronischem

Wege zustimmen. Hierzu reicht

es aus, wenn kein Widerspruch eingelegt

wird. Für den Vorsteuerabzug sind folgende

Voraussetzungen zu erfüllen: Echtheit der

Herkunft sowie Lesbarkeit und Unversehrtheit

der Rechnung und Erfüllung der

gesetzlich erforderlichen Angaben. cM

christian Müller, Wirtschaftsprüfer bei Frie-

drichs & Partner; www.fp-goettingen.de

M U s e U M

Streifzüge

das schloss von salzgitter beherbergt

eine vielfältige Museumslandschaft.

Das Städtische Museum Schloss Salder

wurde 1962 eröffnet. Heute umfasst das

Museum drei große Ausstellungsbereiche,

darunter die stadthistorische Präsentation:

Von der geologischen Sammlung führt die

Reise über die Ur- und Frühgeschichte und

das Mittelalter bis zur Geschichte der Salzgitter-Region.

Der Eiszeitgarten beschreibt

und zeigt die Lebenssituation der Neandertaler

von vor rund 50.000 Jahren mit der

damaligen Tier- und Pflanzenwelt.

Im Museum für Industrie, Technik,

Arbeit und Mobilität werden hingegen

historische Objekte der Technisierung und

Industrialisierung der Region zwischen

Harz und Heide präsentiert, während die

Städtischen Kunstsammlungen Arbeiten

zum Thema „Arbeitswelt“ präsentieren.

Mehrere Kunstausstellungen im Jahr zeigen,

welche Entwicklungen im Bereich

der Bildenden Kunst in Niedersachsen und

ganz Deutschland erfolgen.

Im Freigelände des Museums können

die Besucher zudem etwas über die Herstellung

des Brotes lernen – im Backhaus der

Osterlinder Bockwindmühle. Vs

Virtuell findet sich das Museum unter www.

salzgitter.de/stadtleben/kultur/museum

Bildnachweis: Friedrichs & Partner, Weserbergland aG, Wirtschafts- und Innovationsförderung salzgitter Gmbh

B I o e N e R G I e

ReGJo NIedeRsachseN MaGaZin 11

Biogaspotenziale

eine Potenzialstudie zeigt die Reserven

der Biomasse im Weserbergland auf.

Die Inhalte der Studie für die Bioenergieregion

Weserbergland plus, zu der die vier

Landkreise Hameln-Pyrmont, Holzminden,

Nienburg und Schaumburg gehören,

wurden interessierten Vertretern aus Land-

und Forstwirtschaft, Naturschutzverbänden,

Wirtschaft und Politik sowie kreisangehörigen

Kommunen vorgestellt.

Projektleiter Hans-Jürgen Hesse ist

überzeugt: „Sollten die vorhandenen Potenziale

biologisch reproduzierbarer Energien

aktiviert werden, bestehen gute Chancen

für die Weserbergland-Region, energieau-

tark zu werden“. Im Vordergrund der Studie

stehen die umwelt- und landschaftsverträglich

schöpfbaren regionalen Potenziale

der Bioenergie durch Nutzung der landwirtschaftlichen

Fläche und die des Waldes.

„Die Biomasse-Potenzialstudie bildet

eine wertvolle Grundlage zur Erstellung

eines konkreten Handlungsrahmens für

die Nutzung erneuerbarer Energien“, erläutert

Hans-Ulrich Born, Vorstand der Weserbergland

AG. „Gleichzeitig wird durch die

großräumige Betrachtung der Blick über

den Tellerrand ermöglicht.“ Vs

Weitere Informationen sowie die studie unter

www.bioenergie-weserbergland-plus.de


„Ihr Erfolg beruht auf Ihren Entscheidungen.

Wir bieten Ihnen den Rahmen dafür.“

Stefan Engel

Gestaltende Beratung

ENTSCHEIDUNGSSICHERHEIT DURCH

KOMPETENTE BERATUNG.

Stefan Engel

Dipl.-Finanzwirt (FH)

und Steuerberater

Uwe Curdt

Dipl.-Kaufmann,

Steuerberater und

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P e I N e

Standort der Mitte

Peine zwischen hannover und

Braunschweig überzeugt als standort.

Peine ist eine liebens- und lebenswerte

Stadt mittlerer Größenordnung mit etwa

50.000 Einwohnern im Herzen Niedersachsens

zwischen Hannover und

Braunschweig. Der Wirtschaftsstandort

Peine wartet mit besonderen Vorteilen

auf und besticht unter anderem mit

einer leistungsfähigen, gut ausgebauten

Infrastruktur: verkehrsgünstige Lage an

der Bundesautobahn A2, optimale Anbindung

an das Eisenbahnnetz, direkte Lage

am Mittellandkanal mit einem leistungsfähigen

Hafen.

Neben der belebten Fußgängerzone

in der Innenstadt mit vielen historischen

Sehenswürdigkeiten sowie kulturellen

und gastronomischen Treffpunkten bietet

Peine voll erschlossene Gewerbegebiete

und moderne Unternehmensparks,

die Gewerbe-Betrieben und Existenzgründern

hervorragende Bedingungen bieten.

Hinzu kommt ein attraktives Umfeld mit

großem Wohn- und Freizeitwert sowie ein

gutes Betreuungs- und Bildungsangebot.

Kurz gesagt: Peines Flair und die gewerbliche

Vielfalt – diese Kombination schafft

ideale Voraussetzungen für Existenzgründer

und Unternehmen, die sich hier ansiedeln

möchten. Vs

Bildnachweis: christian Bierwagen, Pädagogium Bad sachsa, Jacques Toffi

B I L d U N G

Home of TKKG

das Pädagogium in Bad sachsa im südharz

macht schüler fit für europa.

Bereits 1892 wurde das Pädagogium als

Internatsgymnasium in Bad Sachsa im

Südharz gegründet. Zunächst von nur lokaler

Bedeutung entwickelte es sich zu einem

Schul- und Lernort mit überregionalem

Format. Persönlichkeiten wie der Autor der

Geschichten um Tim, Karl, Klößchen und

Gaby (TKKG) – ein Teil der Schauplätze

liegt in Bad Sachsa und Umgebung – oder

der heutige niedersächsische Umweltminister

Heinrich Sander erhielten ihre schulische

Ausbildung am Pädagogium. Heute

eifern ihnen 450 Schülerinnen und Schüler

aus der näheren Umgebung sowie 50

junge Menschen aus ganz Deutschland und

dem Ausland nach. Sachwissen fachkundig

anzuwenden, Zusammenhänge zu durchleuchten

und kritisch zu bewerten, das

sind zu vermittelnde Fähigkeiten, die – um

Kompetenzen wie Kreativität und Teamfähigkeit

erweitert – zur Persönlichkeitsbildung

beitragen. Projekte im musischen

Bereich sowie zusätzliche Sprachprüfungen

in Englisch (Cambridge Certificate) und

Französisch (DELF) ergänzen das umfangreiche

schulische Angebot. KL

Weitere Informationen im Internet unter

www.internats-gymnasium.de

s P o R T

ReGJo NIedeRsachseN MaGaZin 13

Polo Destination

Zwischen hamburg und Bremen entsteht

auf Gut appel eine neue Polo-destination.

Wenn er etwas macht, dann macht er es

richtig. Das war bei Thomas Selkirk schon

immer so. Warum also sollte er da bei seiner

sportlichen Leidenschaft – dem Polo –

eine Ausnahme machen? Zwischen Hamburg

und Bremen kreiert der gebürtige

Schotte und neue Wahlniedersachse derzeit

eine Poloadresse der Extraklasse. Vom

29. bis 31. Juli findet hier auf Gut Appel/

Helvesiek bei Sittensen der „1. Hanseatische

Dolzer Polo Cup“ statt. Internationale

Teams werden erwartet, der Eintritt

kostet zehn Euro und Spielbeginn ist am

Wochenende um 13 Uhr.

Aktuell ist Thomas Selkirk gerade

dabei, den Hanseatischen Polo Club aus

der Taufe zu heben. Zwölf Polopferde sind

hier bereits untergebracht, Tendenz steigend.

Anfänger und Reiter aus der Region

sind hier an der richtigen Adresse, um den

Einstieg in den spannendsten Sport der

Welt zu wagen.

Die denkmalgeschützte Bausubstanz

der Häuser von Gut Appel bleibt übrigens

erhalten und wird gerade aufwändig und

liebevoll restauriert. ssT

Weitere Infos über den „1. hanseatischen

dolzer Polo cup“ auf www.polo-magazin.de


12 interview ReGJo NIedeRsachseN ReGJo NIedeRsachseN interview 13

„Da müssen sich

die Deutschen erstmal

selber an die Nase fassen“

Jürgen Trittin (Bündnis 90/die Grünen), Niedersachse mit Wahlkreis in Göttingen, im Gespräch über die politische

Landkarte, die Vorzüge und Probleme der eU sowie die Notwendigkeit der ökologischen Modernisierung des Landes.

Interview: sven Grünewald Fotografie: Ronald schmidt

Wo würden sie sich selbst politisch verorten?

Ich stehe dafür, dass wir dieses Land umbauen müssen, es ökologisch

und sozial modernisieren. Das würden viele Leute mit Links

bezeichnen.

aus cdU-Kreisen hört man immer wieder, sie sollten schön ruhig

sein, weil sie doch auf den Barrikaden gestanden und steine auf

Polizisten geworfen hätten.

Die Falschheit wird ja durch Wiederholung nicht richtiger. Ich bin

inzwischen auch nicht mehr bereit, Belehrungen von Leuten entgegenzunehmen,

die das vorsätzliche Fälschen von Doktorarbeiten

für eine Heldentat halten.

Links ist ja ein schlagwort, das sich von Inhalten immer weiter

entfernt. Was heißt politisch links eigentlich für sie?

Das heißt, dass wir das Primat der Politik vor den Markt stellen,

also die Gesellschaft vor den Preis. Wobei sich in über 30 Jahren

der Grünen eine vierte politische Grundströmung herausgebildet

hat: Neben dem Konservatismus und dem klassische Liberalismus

stehen der Sozialdemokratismus mit zwei Parteien und die Ökologie.

Das enthebt nicht einem Links-Rechts-Schema, weil man die

beiden zuletzt genannten Strömungen eher links verorten würde,

aber dennoch ist die Strömung der Ökologie eine inzwischen ganz

eigenständige.

Wofür stehen die Grünen heute? sie haben unter Kanzler schröder

hartz 4 und den angriffskrieg im Kosovo mit getragen.

Wir haben in dieser Regierung noch ein paar andere Dinge

gemacht. Wir haben durchgesetzt, dass es ein anderes Staatsangehörigkeitsrecht

gibt, wir haben das Erneuerbare Energien-Gesetz

und den Atomausstieg beschlossen, wir haben schwule und lesbische

Lebensbeziehungen legalisiert. Und selbst in der Frage Hartz

4: Es ist richtig, dass wir nicht mehr zwischen Sozial- und Arbeitslosenhilfe

unterscheiden. Wofür wir heute streiten, ist neben der

Frage ökologischer Modernisierung der Nachholbedarf in sozialer

Gerechtigkeit. Wir müssen endlich in Deutschland einen gesetzlichen

Mindestlohn einführen, wir müssen die Zahl der sogenannten

Aufstocker, die gerade wieder explodieren, beseitigen und wir

müssen die Frage der Finanzkrise solidarisch bewältigen – da streiten

wir beispielsweise für die Einführung einer Vermögensabgabe

für Privatvermögen von mehr als 1 Mio. Euro.

Gegenwärtig hat man den eindruck, dass die Zustimmung zur

eU einer größeren skepsis weicht. erleben sie entsprechende

akzeptanzprobleme?

Ich glaube nicht, dass es ein wirkliches Akzeptanzproblem gibt. Wir

können heute beispielsweise mit einem Personalausweis quer durch

Europa reisen. Wir haben eine gemeinsame Währung, wir müssen

uns nicht um Umtauschraten kümmern, wir haben dadurch

auch eine gewisse Preiswahrheit in ganz Europa. Was es aber gibt,

ist immer wieder das Spielen mit nationalen Ressentiments gegen

die Vernunft. Das können Sie an diesen lächerlichen 20.000 Flüchtlingen

für ganz Italien sehen. In Niedersachsen haben wir früher

jährlich 45.000 Flüchtlinge, 20.000 Aussiedler und ein paar tausend

jüdische Migranten untergebracht. Das ist ein Problem, aber es ist

ein sehr lösbares Problem. Wenn man als Reaktion darauf dann die

Grenzkontrollen in Dänemark wieder hochzieht, dann werden ganz

bewusst Europafeindlichkeit und Angst vor Überfremdung geschürt.

Manche schauen auch mit Arroganz auf Portugal, Italien, Irland,

Griechenland und Spanien. Man muss sich aber bewusst machen,

dass Deutschland mit diesen Ländern 25 Prozent seines Exportüberschusses

erwirtschaftet. Es gibt in Deutschland leider nur noch sehr

wenige politische Kräfte, die den Mut haben, den Leuten zu erklären,

dass Europa keine Zumutung ist, sondern ein Gewinn.


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JürGen trittin

Geboren 1954 in Bremen studierte er ab 1973 Soziologie in Göttingen. Von 1990 bis 1994 war er Niedersächsischer Minister für Bundes-

und Europaangelegenheiten, von 1998 bis 2005 Bundesumweltminister und seit 2009 ist er Fraktionsvorsitzender der Grünen im Bundestag.

einer der Kritikpunkte an der eU ist, dass es sich dabei um eine

art elitenkonsens handelt und dass europa die soziale Komponente

fehlt...

Da müssen sich die Deutschen erstmal selber an die Nase fassen.

Deutschland ist fast das einzige Land, in dem es keinen Mindestlohn

gibt. Deutschland hat die Verabschiedung einer Arbeitszeitrichtlinie,

die Überstunden begrenzt, blockiert, weil man meinte, es ist besser,

wenn Ärzte 60 bis 80 Stunden in der Klinik arbeiten. Die fehlende

soziale Dimension ist kein europäisches Problem, sondern ein sehr

deutsches. Auch mit Blick auf manche Gewerkschaften. Die Gewerkschaften

haben ganz stolz beim Verfassungsvertrag die Vergemeinschaftung

der Sozialpolitik verhindert. Das war, um es deutlich zu

sagen, dumm. Denn die Vergemeinschaftung der Bürgerrechtspolitik

ist praktizierter Arbeitnehmerschutz.

Wo sehen sie denn generell die defizite der eU?

Ich glaube, dass wir zwei strukturelle Probleme haben. Das eine ist

die bis heute fehlende europäische Öffentlichkeit. Es gibt keine europäische

Zeitung, kein europäisches Fernsehen, Öffentlichkeit konstituiert

sich immer noch national. Das zweite ist: Es gibt nach wie

vor die Versuchung für nationale Regierungen, sinnvollen Schritten

zur Vergemeinschaftung im Weg zu stehen. Nach wie vor beklagen

alle die Schwäche der EU-Außenrepräsentantin Frau Ashton. Aber

was soll sie machen, wenn Sarkozy und Cameron, um von innenpolitischen

Problemen abzulenken, eine fragwürdige Entscheidung

in Richtung Libyen treffen? Dann ist die EU machtlos.

Für wie wichtig halten sie Bürgerbeteiligung in der Politik?

In der Schweiz muss jedes Projekt, weil am Ende immer eine Volksabstimmung

droht, referendumsfähig gemacht werden. Das führt

zu ganz anderer Planung. Zu Selbstbewusstsein. Übrigens auch zu

schnelleren Verfahren. In Deutschland glaubt man hingegen immer

ReGJo NIedeRsachseN interview 15

noch, dass es schneller geht, wenn man die Bürger außen vor hält.

Das stimmt nicht. Es wird besonders langsam.

die Bundesregierung wollte den ausstieg aus dem ausstieg, die

Linke hat im Bundestag vorgerechnet, wie einfach ein atomausstieg

aufgrund der Netzkapazitäten bis 2014 realisierbar wäre.

Wie sähe Ihr persönlicher „Traum-ausstieg“ aus?

Sie müssen verschiedene Ebenen unterscheiden. Technisch ist

ein Ausstieg – allerdings immer um den Preis eines Höherfahrens

alter Kohlekraftwerke – bis 2015 möglich. Dann müssen Sie aber

auch die ökonomische Seite anschauen. Gibt es die Investoren, die

Ersatzkapazitäten auch wirklich aufbauen? Das dauert. Wir gukken

zurzeit alle auf Offshore, Pumpspeicherkraftwerke – die werden

bis 2020 nicht fertig werden, selbst wenn man jetzt anfängt

zu bauen. Das heißt, Sie müssen jetzt erstmal die Voraussetzungen

schaffen, dass in Süddeutschland die Baublockade für Windenergie

und Biomasse aufgehoben wird. Dann kann man 2017 aussteigen.

Eine Preissteigerung von ein bis anderthalb Cent pro kWh ist wohl

realistisch. Aber die müssten wir auch ohne den Ausstieg bezahlen,

weil wir so oder so neue Ersatzkapazitäten schaffen müssen.

Auch AKWs laufen nicht ewig.

Wenn sie sich drei Themen aussuchen könnten – wofür würden

sie mehr Geld ausgeben?

Für eine modernisierte Energiestruktur, die für unseren Indus-

triestandort von zentraler Bedeutung ist. Für die Frage Klimaschutz

und für eine auf Ressourceneffizienz zielende Indus-

triepolitik, weil wir das auch künftig für Wettbewerbsfähigkeit

brauchen. Wir müssen sehr gut bleiben bei hocheffizienten

Maschinen, bei sehr sparsamen möglichst Elektroautomobilen,

in der Chemieindustrie, die wir von Öl auf nachwachsende Rohstoffe

umstellen müssen.


18 JuBiläuM ReGJo NIedeRsachseN ReGJo NIedeRsachseN JuBiläuM 19

nikolaJ GeorGiew, reGJo hannover 1/2011

Portrait von Rudolf Schenker, Gitarrist, Songschreiber

und Chef der Hannoveraner Rockband „Scorpions“.

www.georgiew.de

Blick in die Schatztruhe

Zum Geburtstag öffnen wir den deckel unserer fotografischen schatztruhe. Im Laufe der vergangenen

15 Jahre des RegJo hat sich ein wahrer Bilderberg des Regionalen angesammelt, der Personen und ereignisse

dokumentiert und von dem wir Ihnen einen kleinen ausschnitt zeigen wollen, sozusagen das Best of Niedersachsen.

Förderinitiative „dokumentation bedrohter sprachen“ der Volkswagenstiftung

Bild © Manfred Krifka


20 JuBiläuM ReGJo NIedeRsachseN ReGJo NIedeRsachseN JuBiläuM 21

roBerto heGeler, reGJo niederSaChSen 1/2009

Soziale Brennpunkte in Hannover: Musikunterricht als Entwicklungsunterstützung

für Kinder, die es sich sonst nicht leisten könnten.

www.robertohegeler.com


22 JuBiläuM ReGJo NIedeRsachseN ReGJo NIedeRsachseN JuBiläuM 23

ronald SChMidt, reGJo niederSaChSen 2/2007

Wie gläserne Bauklötze – der Gebäudekomplex der Nord/LB in

Hannover von 2002: Experimentelle Spannung und alles in Bewegung.

www.ronaldschmidt-photography.com


24 JuBiläuM ReGJo NIedeRsachseN ReGJo NIedeRsachseN JuBiläuM 25

nikolaJ GeorGiew, reGJo niederSaChSen 2/2009

Das RegJo ist als Auslage im ICE auf Tour. Hier vor der Kulisse des

VW-Werks in Wolfsburg.

www.georgiew.de


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MarCo Bühl, reGJo hannover 1/2011

Rundbau des Planet M auf der

Expo Plaza in Hannover, Sitz der

Fachhochschule Hannover.


ReGJo NIedeRsachseN JuBiläuM 29

nikolaJ GeorGiew, reGJo SüdniederSaChSen 3/2009

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2000, der Abend davor: Sonnenuntergang über dem Expo-Gelände, bevor am

nächsten Morgen die Gitter weg waren und die Ausstellung eröffnet wurde.

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ReGJo NIedeRsachseN JuBiläuM 31


32 Portrait ReGJo NIedeRsachseN

das diagnostische Brustzentrum Göttingen ist einer der Leuchttürme in der Brustkrebsdiagnostik. Persönliche Betreuung und unmittelbare

Befundabklärung sind hier das a und o. www.brustzentrum-goettingen.de

Experten der Brustkrebsdiagnostik

seit über acht Jahren bieten die Ärzte im diagnostischen Brustzentrum Göttingen eine individuelle und risikobezogene

Brustkrebsdiagnostik an. sie setzen dabei auf Qualität, expertise und Zuwendung.

Text: Volker schönfeldt Fotografie: diagnostisches Brustzentrum Göttingen

Brustkrebs hat eine gute Prognose, wenn er zu einem Zeitpunkt

erkannt wird, an dem er noch sehr klein und das Risiko einer

Streuung in den Körper sehr gering ist. Dies gelingt durch den Einsatz

moderner Untersuchungsverfahren wie digitaler Mammographie,

Kernspintomographie der Brust (Mamma-MRT) und Ultraschallverfahren.

Im Diagnostischen Brustzentrum Göttingen, das

vor mehr als acht Jahren in Göttingen von mehreren Brustexperten

gegründet wurde, werden diese drei Verfahren individuell und

dem jeweiligen Risikoprofil jeder einzelnen Frau angepasst eingesetzt.

Nicht bei jeder Frau erweist sich zum Beispiel die Mammographie

als ein zuverlässiges Verfahren, so dass ein ergänzender

Ultraschall unbedingt notwendig ist. Für Frauen mit sehr starker

familiärer Belastung für Brustkrebs kann wiederum die primäre

Mamma-MRT die ideale Untersuchungs-Strategie darstellen. Die

individuelle Vorgehensweise wird durch die Ärzte im Diagnostischen

Brustzentrum in Göttingen vor jeder Untersuchung in einem

ausführlichen Gespräch geklärt.

Die komplette Untersuchung beziehungsweise Befundabklärung

erfolgt im Diagnostischen Brustzentrum Göttingen innerhalb

eines Besuches. Zeigt sich eine Auffälligkeit in der bildgebenden

Diagnostik, so erfolgt noch am selben Tag eine Gewebeentnahme.

Beim Verlassen des Brustzentrums wissen die Frauen zuverlässig,

ob bei ihnen alles in Ordnung ist oder nicht. Aufklärung und Beratung

der Frauen und Patienten haben für die Ärzte des Brustzen-

trums Göttingen einen besonders hohen Stellenwert, da nur die

informierte Frau angstfrei mit dem Thema Brustkrebs umgehen

kann. Und natürlich ist auch das Ambiente eines Brustzentrums

von sehr großer Bedeutung. In angenehmen Räumlichkeiten mit

harmonischer Farbgebung und freundlicher Zuwendung durch das

betreuende Personal ist die Konfrontation mit der Brustkrebsthematik

einfacher und unbeschwerlicher als in einem sachlich-nüchternen

Umfeld. Aus den gleichen Gründen wird an Frauen mit

bedrohlichen Befunden noch am selben Tag ein Untersuchungstermin

vergeben.

Im Diagnostischen Brustzentrum kommen Untersuchungsgeräte

der neuesten Generation zum Einsatz. Digitale Techniken,

dosissparende Strategien und leitliniengemäße Vorgehensweisen

sind für die Ärzte eine Selbstverständlichkeit. Darüber hinaus

bilden die Ärzte des Brustzentrums regelmäßig andere Kollegen

fort: Seit Jahren erfolgen zahlreiche Fortbildungen, bei denen

Mammadiagnostiker und MTRA aus Deutschland, Österreich

und der Schweiz in der Durchführung qualitativ hochwertiger

Untersuchungen geschult und in der Interpretation der Bilder

trainiert werden. An diesen Veranstaltungen nehmen jährlich

etwa 250-300 Teilnehmer teil. Zusätzlich verfassen die Ärzte des

Diagnostischen Brustzentrums Göttingen regelmäßig Lehrbücher

zur Brustdiagnostik, die inzwischen in zahlreichen Sprachen

erschienen sind.

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Klimawechsel

NoRdeRNey editorial III

auf Norderney ticken nicht nur die Uhren anders, entspannung

kommt auch durch das raue Klima.

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Norderney, die lebendigste der ostfriesischen Inseln, lebt vom Tourismus

und mit den Touristen, die inzwischen fast das ganze Jahr

über da sind. Trotz – und wegen – der riesigen Besuchermengen

findet man doch das, was jeder für sich suchen mag: von Shoppingmeilen,

die selbst den ostfriesischen Festlandbewohner anziehen,

bis zur Einsamkeit und Ruhe in den Dünen oder im Watt. Nimmt

man sich allerdings mehr Zeit für die Insel, gibt es nicht nur viele

kleine Schätze zu entdecken, man erfährt auch am eigenen Leib,

wie wohltuend das raue Seeklima sein kann und wie verweichlicht

der Städter von heute zuweilen ist. Nicht umsonst nennt sich

Norderney auch die Thalasso-Insel und hat getreu diesem Motto

eine breite Palette an Gesundheitsservices rund um das Meer entwickelt,

vom Badehaus bis zum winterlichen Bad in der Nordsee.

Sven Grünewald

Chefredaktion

Inhalt

VII Im Spiegel des Alltags Interview mit Theodor Kluin, alteingesessener

Norderneyer und Gründer der döntje singers, über den Wandel

der Insel.

VIII Gesundheit aus dem Meer Norderney ist mehr als nur ein Ferienziel,

sondern dank seiner Tradition als königliches Bad heute auch ein

Thalasso-Wellnesszentrum mit dem Meer vor der haustür.

XVI Schatztour nach Norderney auf Wanderung durch das Watt – ein

erlebnisbericht aus einem der vielfältigsten Ökosysteme der Welt und

gleichzeitig ein ausflug in eine andere Welt.

impressum. herausgeber Polygo Verlag Gmbh, Lotzestraße 29, 37083 Göttingen, Telefon:

0551-50 75 10, Fax 0551-50 75 1-50 Chefredaktion sven Grünewald redaktion Julia Wolffson

autoren Jürgen Rahmel, Volker schönfeldt Cover Roberto hegeler Fotografie Roberto hegeler,

Markus schäfer, staatsbad Norderney Gmbh/Ingo Jahn, König event Marketing, hochseilgarten

Norderney, LandTours Norderney, Inselraum Norderney, Fischpresse, Krankenhaus

Norderney, Futura Werbeagentur anzeigen John d. swenson, Leitung (swenson@regjo.

de), Michael Mohné (hannover@regjo.de) Geschäftsführung Thomas Wirth (wirth@polygo.de)

art direction Iris Becker

RegJo Niedersachsen bei Facebook: www.facebook.com/RegJoNiedersachsen


IV MaGaZin NoRdeRNey

I N s e L R a U M

Echt Norderney

Mehr als souvenirs: der Inselraum bietet

Norderney-Typisches auch virtuell.

Der Inselraum Norderney ist ein Original.

Was es hier an typischen Norderney-Artikeln

gibt, gibt es jenseits der Insel normalerweise

nicht zu finden. Allerdings bietet

der „Inselraum“ seinen Kunden inzwischen

auch im Internet das, was es ganz real zum

Anfassen im Ladengeschäft auf Norderney

gibt.

Neben traumhaften Blumen von Sia,

lassen sich hier auch Glaswaren der Firma

Borowski, Möbel des niederländischen

Trendsetters PTMD sowie die innovative

Kollektion von Bauholz design finden; dazu

Wohnaccessoires des Edelstahldesigners

Philippi, Skulpturen namhafter Hersteller,

auch Gartenaccessoires von trendGenuss

Garten, außerdem duftende Kerzen,

zauberhafte Kissen und Stoffe von Green

Gate, Leuchten der Firma decorama und

vieles, vieles mehr. Alles inseltypisch, stylisch

und exklusiv.

Im Inselraum hat man sich einem Ziel

verschrieben: Das Gefühl von Erholung

und Entspannung in Verbindung mit den

heimischen Gefilden genießen zu können –

sei es auf Norderney oder aus der Ferne.Vs

das Norderney-Feeling zum Bestellen

unter www.inselraum.de

Bildnachweis: Inselraum Norderney, Fischpresse, Krankenhaus Norderney

s o Z I a L e s

Ehrenamt

das dRK Norderney kann mobile essensversorgung

leisten – dank ehrenamt.

Zuerst die Abschaffung der Wehrpflicht

und damit auch das Ende des Zivildienstes,

zuletzt der TÜV und dadurch das Ende

für den langjährigen Essenstransporter –

für die mobile Essensversorgung „Essen

auf Rädern“ des Deutschen Roten Kreuz-

Ortsvereins Norderney und seine freiwilligen

Helfer ein Problem. Eines, das sich auf

unkomplizierte Weise erledigt hat.

Nachdem das alte Fahrzeug vom TÜV

aus dem Verkehr gezogen wurde, startete

Elenore Nuhn, die Vorsitzende des DRK-

Norderney, einen Hilferuf im Norderneyer

Morgen. Darauf meldete sich Georg

Fischer, Chef einer Norderneyer Spedition

und spendete kurzerhand einen Wagen seines

Fuhrparks. Und auch Carl Rass, seines

Zeichens Frührentner, sowie Helga Rösel

und Petra Pfeiffer-Schmidt boten Elenore

Nuhn an, als Fahrer das Essen auszuliefern,

womit auch das Aus aufgrund der fehlenden

Zivis abgewendet wurde.

Zur Zeit sind 20 Norderneyer auf das

mobile Essen angewiesen, ein Service, der

auch Inselbesuchern zugute kommen kann

und der dank Ehrenamt weiterbesteht. as

Kontakt zum dRK unter www.drk.de/alt/kur/

norderney/index_norderney.htm#

M e d I Z I N

Gut versorgt

Neben Wellness ist auch die insulare

medizinische Versorgung gut aufgestellt.

Norderney ist nicht nur das älteste deutsche

Nordseeheilbad, seit 1884 gibt es hier

sowohl für Insulaner als auch deren Gäste

ein Krankenhaus. Das Krankenhaus mit

seinen Abteilungen Innere Medizin, Chirurgie,

Gynäkologie/Geburtshilfe und Dermatologie

liegt dabei in einer einzigartigen

Dünenlandschaft direkt am Meer.

In der Inneren Medizin werden außerdem

Kardiologie mit Herzschrittmacherversorgung

und Gastroenterologie angeboten.

In der dermatologischen Fachklinik werden

moderne und bewährte Behandlungen

durchgeführt sowie operative und ästhetische

Dermatologie vorgehalten. Im Krankenhaus

befinden sich zudem chirurgische

und dermatologische Ambulanzen und ein

angegliedertes Dialysezentrum.

Finanzielle Unterstützung in Zeiten

schwieriger Finanzsituationen erhält das

Krankenhaus durch den gemeinnützigen

Förderverein, in dem sich Bürgerinnen und

Bürger sowie Gäste seit über fünf Jahren

engagieren. Daher gilt auch weiterhin das

Motto: Auf Norderney ist Ihre Gesundheit

in besten Händen! Vs

Virtuell präsentiert sich das Krankenhaus

unter www.krankenhaus-norderney.de

M U s I K

music nights

„culcha candela“ und co. rocken anfang

august die Insel Norderney.

Vom 4. bis 7. August 2011 steht die Insel

ganz im Zeichen der Musik. Bei einer einzigartigen

Konzertatmosphäre unter freiem

Himmel und in unmittelbarer Nähe zur

Nordsee bieten die music nights Norderney

ein hochwertiges Musikprogramm. Jeder

Abend bringt ein anderes musikalisches

Erlebnis bei fast immer freiem Eintritt.

Die Hitlieferanten von „Culcha Candela“

starten am Donnerstag und werden

Songs wie „Hammer“ oder „Monsta“ zum

Besten geben. Am Freitag geht es mit der

Band „Luxuslärm“ weiter. In den letzten

drei Jahren ging es für die fünf Luxuslärmer

steil nach oben. Mit dem Song „1.000

Kilometer bis zum Meer“ gelang ihnen der

absolute Durchbruch. Am Samstag steht die

„N-JOY DJ-Night“ auf dem Programm. DJ

Chris wird mit seinem perfekten Partymix

für beste Stimmung sorgen.

Zum Abschluss der music nights rückt

am Sonntag die klassische Musik in den

Vordergrund. Das Warschauer Symphonie-

Orchester wird für einen weiteren unvergesslichen

Abend direkt an der Nordsee sorgen.

Vs

Informationen und Tickets finden sie unter

www.musicnights-norderney.de

F R e I Z e I T I

Bildnachweis: König event Marketing, hochseilgarten Norderney, LandTours Norderney

Himmelhoch

Für die aktivitätslustigen Norderneybesucher

gibt es eine neue herausforderung.

Der neue Hochseilgarten am Norderneyer

Weststrand wurde Ostersamstag offiziell

eröffnet. Der Ausblick aus bis zu 12 Metern

Höhe reicht über den Weststrand, das Wattenmeer

bis hin zur Nachbarinsel Juist oder

zum Festland. Verschiedene Parcours mit

insgesamt über 70 Elementen stehen zum

Kraxeln zur Verfügung – etwa eine Brücke

aus mit Drahtseilen verbundenen Weinfässern,

gekreuzt hängende Seilschlaufen und

ein rutschender Pferdesattel.

Für einen großen Ansturm von bis

zu 140 Personen ist das sechsköpfige Team

wohl gerüstet. Das Mindestalter sollte acht

Jahre betragen oder eine Greifhöhe von

1,75 Meter. Die Anlage ist zudem vom

TÜV abgenommen und wird täglich morgens

und abends überprüft, dazu gibt es

jeweils noch eine Sicherheitseinweisung

für die Kletterer. Neben dem Spaßfaktor

kommt auch der Kalorienverbrauch nicht

zu kurz; dieser kann einem 5-km-Lauf entsprechen.

Und zum Entspannen lädt eine

riesige Sonnenterrasse mit Bistro ein. Sollte

das Wetter einmal nicht mitspielen, gibt es

auch überdachte Sitzgelegenheiten. Letztlich

ist der Klettergarten für aktive Inselbewohner,

Tagesgäste und Urlauber eine neue

anspruchsvolle Freizeiteinrichtung. Vs

F R e I Z e I T I I

NoRdeRNey MaGaZin V

Segway Touren

LandTours Norderney bietet Zweiradtouren

der anderen art zur Inselerkundung.

Zu Fahrrad oder Fuß – das sind die gängigen

Arten, Norderney zu erkunden. Seit 2010

allerdings gibt es eine weitere Möglichkeit:

Das kleine Unternehmen LandTours Norderney

bietet geführte Segway Touren an.

Man kennt sie vielleicht, die Gefährte, die

aussehen wie ein kleiner Handkarren, auf

dem Menschen durch die Gegend rollen.

Ein Griff wie eine Lenkstange, zwei große

Gummireifen und ein Trittbrett, gelenkt

wird das sensorisch ausbalancierte Gefährt

nur über Körperbewegungen.

Nach einer Einführung und kurzem

Fahrtraining beginnt die etwa zweieinhalbstündige

Tour, die in den Osten der

Insel zum Flughafen mit Bistroimbiss und

anschließend wieder zurück in die Stadt

führt. Mit bis zu 20 km/h „erfährt“ man

in Kleingruppen unter Führung eines

Tourguides Sehenswürdigkeiten der Stadt

Norderney sowie Wege und Orte, die den

besonderen Flair der Insel ausstrahlen.

Zwei Einschränkungen gibt es jedoch:

ein Mindestalter von 15 Jahren sowie ein

Mindestgewicht von 45 kg oder ein Höchstgewicht

von 118 kg. Vs

Informationen unter 04932-933995 oder

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Im Spiegel des Alltags

sie sind auf Norderney bekannt wie ein bunter hund, haben vieles

in vielen Funktionen gemacht und sind jetzt in Ruhestand. Welche

Rolle spielen darin die döntje singers für sie?

Ich bin nur halber Ruheständler und mache immer noch vieles

nebenbei. Die Döntje Singers sind dabei „nur“ ein Hobby, allerdings

eines, das mir sehr am Herzen liegt und mir viel Freude bereitet. Als

sich die Döntje Singers vor 27 Jahren gründeten, geschah es mehr

oder weniger zufällig. Aber wir hatten viel Spaß daran, alte schon

bestehende Döntjes wieder aufleben zu lassen und somit altes Norderneyer

Liedgut zu erhalten. Ich schätze die Kameradschaft und

den Spaß, die wir in unserer Gruppe haben; eigentlich sind wir wie

eine große Familie.

Was sind „döntjes“ überhaupt?

Die „Döntjes“, die wir singen, sind kleine Geschichten, die aus dem

Leben gegriffen sind. Sie werden mit Humor und Witz verpackt

und bringen unsere Zuhörer zum Schmunzeln. Und genau dieses

Schmunzeln ist es, welches den Funken der Freude überspringen

lässt vom Publikum zu den Akteuren und umgekehrt.

Welche Rolle spielen Ihre döntjes für Norderney? Ist das ein stück

weit Bewahrung alter Inselkultur?

In den vergangenen 27 Jahren sind die Döntje Singers zu einem

Begriff, zu einer anerkannten Größe im kulturellen Geschehen

Norderneys geworden. In den Sommermonaten werden mehrfach

öffentliche Konzerte für Norderneyer und Gäste veranstaltet, die

sich einer großen Beliebtheit erfreuen. Daran begeistern sich nicht

nur viele Insulaner, sondern auch zahllose Gäste, die auf unterhalsame

und humorvolle Weise Einblicke in das Inselleben erhalten.

NoRdeRNey interview VII

Theodor Kluin, Vorsitzender der Gesangsgruppe döntje singers, über die Rolle der „döntjes“ für das Inselleben, die

Veränderung Norderneys und was es heißt, das Besondere auf der Insel zu entdecken.

Interview: sven Grünewald Fotografie: Futura Werbeagentur

theodor kluin, Norderneyer von

Kindheit an, gründete – neben vielen

anderen aktivitäten – die döntje singers.

sie haben Ihr ganzes Leben auf der Insel verbracht – worin unterscheidet

sich Norderney heute vom Norderney nach dem Krieg?

Von 1946 bis 1951 richtete die britische Besatzungsmacht auf

Norderney ein Erholungszentrum für Soldaten und deren Familien

ein. Dazu wurden die größeren Hotels der Insel, das Kurhaus,

der Golfplatz und Weststrand sowie andere Einrichtungen

beschlagnahmt. Aber auch die ersten deutschen Gäste reisten

wieder an. 1951, Norderney war nun niedersächsisches Staatsbad,

begann mit erheblicher Förderung des Landes der Ausbau

zu einem modernen Kur- und Urlaubsort. 1959 besuchten erstmalig

mehr als 100.000 Besucher das Nordseeheilbad. Heute

sind es im Jahr mehr als 400.000 Gäste, die es immer wieder

nach Norderney zieht. Sie sehen, es hat sich viel verändert. Das

Leben hat sich verändert und auch das Bild Norderneys, insbesondere

in der Architektur. Dreh- und Angelpunkt der Insel ist

der Tourismus geworden. Die ganze Insel lebt vom Tourismus

– sei es der Einzelhandel, das Handwerk oder die Gastronomie

und das Beherbergungsgewerbe.

Was sollte Ihrer Meinung nach jeder, der mal nach Norderney

kommt, gesehen oder erlebt haben?

Erleben Sie eines unserer Döntje Konzerte! Nein, Spaß beiseite.

Norderney hat meiner Meinung nach sehr viel zu bieten. Da ist

für jeden und für jeden Geschmack etwas dabei. Die Bedürfnisse

sind eben unterschiedlicher Natur. Erleben Sie etwa das Weltnaturerbe

Wattenmeer von seinen schönsten Seiten oder genießen

Sie „Strandleben pur“ oder einen wunderschönen Sonnenuntergang

oder … Es gibt so vieles auf Norderney zu sehen und zu erleben,

man sollte es einfach ausprobieren!


Bild © staatsbad Norderney Gmbh/Ingo Jahn

Gesundheit aus dem Meer

die Insel Norderney ist nicht nur als insulares Ferienziel beliebt, sondern besinnt sich auf ihre altkönigliche

Tradition als Bad mit schwerpunkt auf Thalasso, der Gesundheit aus dem Meer.

Text: Julia Wolffson

NoRdeRNey thalaSSo IX

Das Meer – ein Anziehungspunkt ohne Gleichen, für

Touristen auf der einen Seite genauso wie für die Wirtschaft

auf der anderen Seite. Viele Niedersachsen sehen

das Meer nur im Sommerurlaub, einige jedoch leben

auch vom Wasser, sind abhängig von der Nordsee. Die

größte ostfriesische Insel Norderney ist dafür ein gutes

Beispiel. Sie ist vor rund 2.000 Jahren durch Wellen,

Strömungen und Wind überhaupt erst aus einem Strandwall

entstanden. 1797 wurde auf Norderney das erste

Nordseeheilbad gegründet. Damals zählte die Insel 106

Häuser und 506 Einwohner, heute sind es fast 6.000

– und rund 450.000 Gäste pro Jahr. Viele von ihnen

kommen, um einen schönen Strandurlaub zu verleben,

besonders auch Familien. Aber für einige – und es

werden von Jahr zu Jahr mehr – ist das Nordseeklima

nicht nur ein schöner Nebeneffekt, der die Wangen rosig

macht, sondern der eigentliche Grund für ihr Kommen.

Das Nordseeklima als natürliche Medizin entwickelt sich

immer mehr zum Zugpferd der Insel. Das war durchaus

keine zufällige Entwicklung, sondern bewusste Strategie

der Insel. „Es gibt so viele Orte an der Nord- und Ostsee,

die alle möglichen verschiedenen Dinge bieten“, erklärt

Herbert Visser von der Kurverwaltung Norderney. Ein

Alleinstellungsmerkmal musste her: der Gesundheitstourismus.

Klassische Kuren würden von den Krankenkassen

kaum noch finanziert, deshalb steige das Interesse

an Präventivmaßnahmen stark. „Immer mehr Gäste

wollen im Urlaub etwas für ihre Gesundheit tun“, so Visser.

Und an diesem Punkt knüpft die Insel an – Norderney,

die Thalasso-Insel.

Der Begriff Thalasso stammt aus dem Griechischen

und bedeutet Meer. Auf Norderney ist damit speziell die

Gesundheit aus dem Meer gemeint. Visser: „Wo bei uns

Meer draufsteht, ist auch Meer drin“, denn die Produkte

für die Thalasso-Therapien: Meerwasser, Schlick, Algen,

stammen auch tatsächlich aus der Nordsee vor der Haustür.

Das Projekt, das im Fokus der Thalasso-Kampagne

der Insel steht, ist das 2005 eröffnete Badehaus Norderney.

Mit rund acht Millionen Euro wurde das älteste

Meerwasserwellenbad Deutschlands ins größte Thalasso-Zentrum

Deutschlands verwandelt. Das Bauhaus-

Gebäude von 1931 liegt zentral am Kurplatz und nicht


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weit von der Nordsee. Neben einigen Natursteinbecken mit verschiedenen

Funktionen auf der Wasserebene hat das Badehaus auch eine

Feuerebene: Bio-Sauna, Dampfbad, finnische Sauna. Die Temperaturen

spielen nämlich eine wichtige Rolle, kalt oder heiß soll der

Körper es haben, aber nicht lauwarm.

Dies ist die eine Seite der Thalasso-Insel Norderney, Entspannung,

Wellness, Wohlfühlen. Aber es gibt noch eine zweite, härtere

Seite der Gesundheit aus dem Meer. Mit der Meeresheilkunde auf

Norderney ist kein Name so verbunden wie der von Professor Menger.

Der 2006 verstorbene Arzt widmete sein Wirken den heilenden

Kräften der Nordsee, vor allem auch weil sein eigenes Erleben ihm

die Wirksamkeit bestätigte. In den 50er Jahren kam er schwer krank

auf eine der Nordseeinseln, setzte sich eigenen Erzählungen nach

NoRdeRNey thalaSSo XI

das rundum erneuerte Badehaus bietet nicht nur ein Wellenbad, sondern auch auf Feuerebene

und Wasserebene besondere entspannung und Verwöhnung durch Thalasso-Wellness.

vier Wochen auf die Düne und wurde gesund. „Das Klima der Nordsee,

also die besondere Kombination aus Sonne, Wind und Meer hat

den Körper dazu gebracht zu reagieren“, beschreibt Karin Rass, Heilpraktikerin

und Ostheopatin auf der Insel, den Genesungsprozess.

Ab 1957 leitete Menger das „Seehospiz“ und erarbeitete im Laufe der

Zeit die wissenschaftlichen Grundlagen und „Dosierungsanleitungen“

der Klimatherapie, die seinen Namen trägt.

Die besondere Wirkung des Meeres auf den menschlichen

Organismus geht allerdings bis auf den englischen Arzt Richard Russel

zurück, der 1750 seine Dissertation veröffentlichte, in der er die

Wirkung des Meeresklimas beschrieb. Er hatte festgestellt, dass die

Kinder von Englands Küsten wesentlich gesünder und fitter waren

als Londons urbane Sprösslinge. Somit entstand die Kur als Grund-

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lage der modernen Meeresheilkunde. Diese wurde nun auf Norderney

sozusagen neu erfunden, gut für die Gesundheit der Besucher

und Einheimischen, aber ebenso für die Wirtschaft.

Das Besondere der Therapie nach Professor Menger beschreibt

Karin Rass. Der Schlüssel ist das Nordseeklima, ein Reizklima. Rass

hat ihre Praxis im Badehaus, ihre Therapieeinheiten, die am Weststrand

stattfinden, beginnen dort. So will sie bewusst eine Brücke

zwischen Thalasso indoor und der Meeresheilkunde outdoor, die

eigentlich kostenlos ist, schlagen. Jeden Tag bietet sie zusammen

mit drei weiteren Klimatherapeuten die fachkundige Anleitung zur

Klimatherapie nach Professor Menger an. „Ein Strandspaziergang

hier auf der Insel ist noch lange keine Klimatherapie“, erklärt Rass.

Wie bei jeder Medizin komme es auch hier auf die richtige Dosierung

an. Das A und O sei die langsame Gewöhnung an die Elemente.

Nach einer Akklimatisierungsphase, die oft von großem Appetit und

Müdigkeit begleitet ist, weil das Klima so viel Energie vom Körper

fordert, folgen bei der Therapie Luftbäder – jeden Tag wird ein Kleidungsstück

mehr abgelegt und sich direkt am Meer, aber erst einmal

nicht im Meer, bewegt. Je wärmer es ist, desto weniger effektiv

ist diese Art der Klimatherapie, „deshalb hoffe ich immer, dass

NoRdeRNey thalaSS o XIII

Badetradition vor mehr als 100 Jahren: Umgezogen wurde

sich in den kleinen Wägelchen im hintergrund.

es schön kalt ist“, sagt Rass. Schrittweise gewöhnt man sich an die

raue Natur, irgendwann geht es dann ins Meer. Das fordert in der

Regel große Überwindung, denn die Thalasso-Therapie ist nicht nur

Entspannung, sondern eben auch Herausforderung für Körper und

Geist. Liegt der Mensch nicht doch lieber warm und wohlig auf dem

Sofa anstatt sich im Dezember in die Nordsee zu stürzen?

Die Therapeutin hat selbst in der Großstadt gelebt, alles sei überheizt.

„Der Körper eines modernen Großstädters hat es einfach verlernt

auf Reize zu reagieren.“ Die Kälte aber fordert den Körper heraus,

wie bei einem sportlichen Training wird der Stoffwechsel, das

vegetative Nervensystem und die Durchblutung des Körpers gefördert

und das Immunsystem stimuliert und gestärkt. Ebenso kann die

Therapie Besserung bringen bei chronischen Atemwegs-Erkrankungen,

Herz- und Gefäßerkrankungen, Hautkrankheiten, Schwäche-

oder Erschöpfungssyndromen, vor allem aber auch bei Krankheiten

im Kindesalter oder bei drohender Chronifizierung von Krankheiten.

„Man kann den Körper nicht immer nur benutzen, man muss

auch etwas für ihn tun“, betont Rass. Manchmal muss es eben doch

eher unbequeme Kälte statt wohliger Wärme sein. Aber auf Norderney

lässt sich ja beides kombinieren.

Bild © staatsbad Norderney


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Bild © Markus schäfer

XVI wattenMeer NoRdeRNey

Schatztour nach Norderney

das Wattenmeer ist einer der größten schätze der Nordsee und seit 2009 Teil des Unesco-Weltnaturerbes.

ein erlebnisbericht von Jürgen Rahmel, Leiter des Nationalpark-haus Norderney.

Text: Jürgen Rahmel

NoRdeRNey wattenMeer XVII

„Ich nehme euch mit in eine Landschaft voller

Schätze!“ Mit diesen Worten begrüßt uns der Wattführer

vom Nationalpark-Haus Norderney am Hafen

von Nessmersiel vor der Wattüberquerung nach Norderney.

Die Gruppe Wanderer hat sich hier am Watt eingefunden

und genießt den Blick auf die ostfriesischen

Inseln Baltrum und Norderney. „Etwa zwei Stunden

lang werdet ihr über den Meeresboden laufen. Durch

eine Landschaft, die vor zwei Jahren in das Weltnaturerbe

der Vereinten Nationen aufgenommen wurde. So

bedeutend wie die Serengeti in Tansania, so eindrucksvoll

wie der Grand Canyon, so prall voller Leben wie

das Great Barrier Reef in Australien.“

Wasser und weicher Untergrund umgeben die

Füße bis zum Knöchel. Den Blick auf ein Seezeichen

im Norderneyer Osten gerichtet, stapfen die Teilnehmer

voran und entdeckten die ersten Wattspuren. Die

berühmten „Spaghetti-Haufen“ der Wattwürmer, jede

Menge Trittspuren von Vögeln und ein ganz merkwürdiger,

sternförmiger Abdruck. „Ob ihr es glaubt oder

nicht, diese Spur wird von einer Muschel erzeugt, der

Pfeffermuschel. Sie lebt in fünfzehn Zentimetern Tiefe.

Um an Nahrung zu kommen, führt sie zwei Schläuche

an die Oberfläche, die sie aus den Löchern herauswirft.

Auf dem Rückweg saugt sie den Boden ab – wie ein

Staubsauger.“ Der Wattführer versenkt seine Grabforke

neben der Spur im Boden und holt die Muschel hervor.

In einiger Entfernung sind viele hügelartige Erhebungen

zu sehen, die sich ungefähr 40 Zentimeter

über das umgebende Watt erheben. Das sind also die

Muschelbänke. „Die Miesmuschel ist ein sehr effektiver

Filtrierer. Während der Hochwasserphasen holen die

Tiere Unmengen kleiner Partikel aus dem Wasser und

deponieren sie anschließend unter sich. So wachsen die

Muscheln nach und nach über das Niveau des Wattbodens

hinaus. Weil die Muscheln auf diesen Hügeln eine

zusammenhängende Schicht bilden, dienen sie vielen

anderen Meerestieren und -pflanzen als Untergrund für

eine Besiedlung. Dadurch wird die Muschelbank zur

artenreichsten Lebensgemeinschaft im Watt.“

Nach der Durchquerung der Muschelbank werden

mehr Details auf der näher rückenden Insel erkennbar.

Ganz besonders interessant ist eine Ansammlung

von knubbeligen Gebilden am Ostende. Mit dem Blick

durchs Fernglas wird das Rätsel schnell gelöst, es handelt

sich um eine Seehundsbank. Anders als bei den

Seehundsbänken im Watt, die nur bei Niedrigwasser

besucht werden können, liegen die Seehunde hier rund

um die Uhr auf dem Strand und erholen sich von ihren

mehrtägigen Beutezügen in der Nordsee. Hier kann man

auch häufig Kegelrobben beobachten. Das größte Raub-


Bild © Roberto hegeler (3), Markus schäfer (5)

XVIII wattenMeer NoRdeRNey

tier Deutschlands lebt seit den neunziger Jahren wieder im Wattenmeer.

Es ist eine imposante Erscheinung!

Das Gehen wird allmählich einfacher. Nach Auskunft des

Wattführers haben wir jetzt in der Nähe des Fahrwassers einen

großen Bereich mit Sandwatt erreicht. Dieser Bodentyp besteht aus

groben Sandkörnern. Anders als im weichen Schlickwatt sinkt man

hier überhaupt nicht ein. So geht es mit großen Schritten voran.

Jetzt hat man auch mehr Zeit, die Augen zum Himmel zu wenden.

Einige Wolken ziehen bei leichtem Wind gemächlich von Westen

heran. Und plötzlich mitten im Watt zwischen Festland und Insel

wird man sich der Weite der Landschaft bewusst. Meeresgrund trifft

Horizont – so wird die Wattenlandschaft charakterisiert. In diesem

unendlichen Raum meint man ewig gehen zu können.

Während der Mensch hier vom Erscheinungsbild der Landschaft

beeindruckt ist, haben andere Lebewesen viel handfestere

Gründe, das Wattenmeer aufzusuchen. Zweimal im Jahr besuchen

zehn bis zwölf Millionen Zugvögel auf ihren langen Wanderungen

diesen Lebensraum. Hier füllen sie ihre Fettreserven wieder auf,

einige verdoppeln sogar ihr Gewicht. Ohne das Wattenmeer wäre

der Vogelzug, der sich bei einigen Arten zwischen Sibirien und Südafrika

erstreckt, überhaupt nicht möglich.

Jenseits des Fahrwassers, im sogenannten Inselwatt, hat man

plötzlich das Gefühl, über Kieselsteine zu laufen. Knapp unter der

Oberfläche des Watts leben die Herzmuscheln. Unter jedem Fuß

hat man dann bis zu 15 Exemplare dieser Muschelart. Jetzt wird

verständlich, warum ein holländischer Biologe das Watt als eine

Weide von Fleisch bezeichnet hat. Tierarten, die mit den unwirtlichen

Lebensbedingungen im Wattenmeer zurechtkommen, treten

hinter dem strand geht‘s weiter. alle sechs

stunden ist der Meeresboden sicht- und

begehbar. Was trostlos aussieht, hat eine

vielfältige Biodiversität, die dem aufmerksamen

Beobachter jede Menge Naturentdekkungen

ermöglicht.

dann in großer Zahl auf. Kurze Zeit später markiert die Pflanzendecke

der Salzwiese den Beginn der Insel. Norderney ist erreicht

und damit eine weitere Besonderheit. „Das Gelände hier an der

Möwendüne bis hin zum Inselende war 1968 noch eine einzige

Sandfläche. Bis 1996 haben sich dann aber durch die Prozesse der

Inselbildung je 190 Hektar neue Dünen und Salzwiesen entwikkelt.

Man hat die Natur sich ungestört entwickeln lassen. Und so

ist etwas entstanden, was in einem Nationalpark geschützt beziehungsweise

erreicht werden soll: Wildnis.“ Und die hat es in sich!

Das Wattenmeer bildet einen Übergang zwischen Land und Meer,

der eine Vielzahl von verschiedenen Lebensräumen enthält. Hier

kann man von den in Deutschland vorkommenden Arten 20 Prozent

der Tiere und 25 Prozent der Pflanzen antreffen. Und das auf

nur 0,3 Prozent der Fläche!

In der Salzwiese lebt eine ganze Zahl spezialisierter Pflanzen,

die alle Strategien gegen das Problem Salzwasser entwickelt haben.

Und ständig hört man Vogelrufe. Am lautesten ist der Austernfischer,

auch „Ostfriesenstorch“ genannt. Er ist der Charaktervogel

des Wattenmeeres.

Kurz vor Ende der Wanderung begegnet der Gruppe ein weitere

interessanter Nordseebewohner: Von den Dünen her kommt ein

Greifvogel über die Salzwiese geflogen – ab und zu von einem dort

brütenden Austernfischer attackiert. Es handelt sich um eine Kornweihe,

mit nur 50 Brutpaaren einer der seltensten Vögel Deutschlands.

Sein Hauptverbreitungsgebiet sind die ostfriesischen Inseln.

Auf Norderney brüten allein vier bis sechs Paare! Den Naturfreunden

hat der Wattführer mit einer Schatzkammer wahrlich nicht zu

viel versprochen.

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Real Estate North

Konsolidierung in Richtung Zukunft. Mit 137 teilnehmenden Unternehmen und einem Besucherplus von

23 Prozent zieht die Gewerbeimmobilienmesse Real estate North eine positive Bilanz.


54 BildunG ReGJo NIedeRsachseN

Text: stefanie stüting Fotografie: NGlobal, Real estate North, stefanie stüting

Mit ihrem positiven Verlauf hat sich die Real Estate North als Gewerbeimmobilienmesse

für den nordeuropäischen Raum etabliert. 137

teilnehmende Unternehmen, ein Besucherplus von 23 Prozent und

eine höhere Internationalität der Aussteller und Besucher – das ist

die Bilanz der Real Estate North 2011. 1.416 Besucher (2010: 1.148

Besucher) nutzten die zweite Auflage der Fachmesse für Gewerbeimmobilien

im Congress Center Hamburg, um sich über Investitionsobjekte

zu informieren, Kontakte zu knüpfen und aktuelle Entwicklungen

der Branche zu diskutieren. Niedersachsens Wirtschaftsminister

Jörg Bode: „Bereits im vergangenen Jahr wurde erkannt, dass Nord-

und Nord-Ost-Europa als Markt für Gewerbeimmobilien eine vielversprechende

Zukunft bevorsteht. Dieses hat sich bewahrheitet. Und die

Immobilienbranche insgesamt befindet sich weiterhin im Aufwind.

Märkte wie der in Deutschland sind aufgrund ihrer Stabilität für

Investoren interessant. Skandinavien, Polen und das Baltikum stehen

als Zukunftsmärkte im Fokus. Hier in Hamburg ist mit der Real

Estate North ein Forum geschaffen worden, in dem sich nicht nur

Investoren, die lukrative Gewerbeimmobilien suchen, und Immobilienexperten,

die lukrative Gewerbeimmobilien anbieten, finden

können. Das Spektrum, das diese Messe bietet, ist ein viel größeres.

Man findet hier Projektentwickler und Architekten, Wirtschaftsförderer

und Vertreter der Bauindustrie und viele mehr.“

Annette van Ost, Marketingchefin von NGlobal: „Wir haben an

den zwei Messetagen viele gute Gespräche führen können und internationales

Networking betrieben. Eine spannende Diskussionsrunde

mit dem niedersächsischen Wirtschaftsminister Jörg Bode hat sich

auf unserem Stand intensiv mit der Zukunft des Gewerbe- und Logistikstandortes

Niedersachsen auseinandergesetzt. Vor allem haben

wir uns über die hochkarätige Besetzung dieser Gesprächsrunde

gefreut.“ Auf dem Podium waren neben dem Minister der Vorstand

Süderelbe AG, Jochen Winand, Dr. Norbert Gebbe (Leitung Ansied-

ReGJo NIedeRsachseN BildunG 55

lungsmanagement NGlobal), Jørgen Jessen (Business Development

Manager, Copenhagen Capacitiy), Dr. Jan Miller (GF JadeWeserPort

Logistics Zone), Peter F.M. Schuijlenburg (Senior Vice President and

Regional Director – Northern Europe, Prologis Germany Management)

und Dr. Jens-Albert Oppel (Sprecher der Geschäftsführung

von Niedersachsen Ports). „Dieses Jahr wurden hier unter anderem

mit den Schwerpunkten Energie und Logistik Themen gewählt, die

nicht nur für die Immobilienbranche von entscheidender Bedeutung

für die zukünftige Entwicklung sein werden“, so Bode. „Die Real

Estate North setzt hier die richtigen Schwerpunkte, um Kommunikation

und Wissenstransfer in der Immobilienwirtschaft zu stärken und

auszubauen.“„Mit diesem Ergebnis ist die Real Estate North ab sofort

ein fester Termin im Kalender der nordeuropäischen Immobilienbranche“,

erklärt Stephan Ph. Kühne, Vorstandsmitglied der Deutschen

Messe AG. „Vor dem Hintergrund der positiven gesamtkonjunkturellen

Lage nimmt auch die Immobilienbranche wieder Fahrt

auf. Unsere Aussteller kamen mit dem Ziel, lukrative Geschäftspotenziale

zu identifizieren und neue Kontakte zu knüpfen. Die Real

Estate North bot hierfür die ideale Plattform.“ Auch die 137 teilnehmenden

Unternehmen zogen eine positive Bilanz der Real Estate

North 2011 und hoben insbesondere die gestiegene Internationalität

der Veranstaltung sowie die Professionalität der Besucher hervor:

„Wir hatten bereits im Vorfeld der Messe Gespräche mit unseren

Kunden und Geschäftspartnern vereinbart. Während der Veranstaltung

kamen aber auch zahlreiche spontane Interessenten an unseren

Stand. Auffällig war das große Interesse skandinavischer Immobilienfachleute

an der Real Estate North. Wir verlassen Hamburg mit

vielen neuen und aussichtsreichen Kontakten im Gepäck“, sagt Dr.

Maria Wolleh, Partner bei Mannheimer Swartling, Berlin. Die nächste

Messe findet am 11. und 12.06.2012 ebenfalls im CCH – Congress

Center Hamburg statt.


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1 ammerland 23 Ge/GI henning dierks 04488/562900

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3 Braunschweig, Stadt 74 Ge/GI simone schumacher 0531/38043822

4 Celle 37 Ge/MI Wolfgang Lehrich 05146/50735

5 Cloppenburg 190 Ge/GI Jürgen Felbinger 04471/709811

6 Cuxhaven 124 Ge Thomas Lötsch 04721/599620

7 delmenhorst, Stadt 11 Ge/GI axel Langnau 04221/991181

8 diepholz 18 Ge Frank Lemmermann 04203/71200

9 emden, Stadt 160 GI Johann Kruse 04921/871588

10 emsland 350 GI Martina Kruse 05931/441329

11 Friesland 22 Ge/GI Frank schnieder 04421/7789072

12 Gifhorn 44 Ge/GI Günter Kruse 05831/26145

13 Goslar 22 GI R.Godesberg 05321/330300

14 Göttingen 27 Ge harald Grahovac 0551/789010

15 Göttingen, Stadt 26 GI hans hahn 0551/547430

16 Grafschaft Bentheim 56 Ge/GI helmut Treiber 05921/878169

17 hameln-Pyrmont 14 Ge Ulrich Waltemathe 05151/206229

18 hannover, region 35 GI hilmar engel 0511/61623241

19 hannover, Stadt 28 Ge christian Gnädig 0511/16845025

20 harburg 110 Ge René Meyer 04181/92360

21 hildesheim 46 GI Matthias Ullrich 05121/3092171

22 holzminden 45 Ge angela schürzeberg 05531/12776810

23 leer 19 Ge/GI Bernhard Bramlage 0491/9261265

24 lüchow-dannenberg 38 Ge/GI Martina Grud 05841/9786713

25 lüneburg 30 Ge Gerhard Voigts 04131/208224

26 nienburg/weser 33 Ge/GI Walter Meinders 05021/87320

27 northeim 16 Ge/GI stefan Wolfgang 05551/9149912

28 oldenburg 13 Ge hans-Werner aschoff 04431/85438

29 oldenburg, Stadt 22 Ge heiner Vahlenkamp 0441/2352259

30 osnabrück 291 Ge/GI Uwe schumacher 05493/549210

31 osnabrück, Stadt 45 Ge Wolfgang Gurk 0541/331400

32 osterholz 17 Ge/GI siegfried Ziegert 04791/930597

33 osterode am harz 36 GI Karl-heinz Löwe 05522/318270

34 Peine 53 GI susanne scheler 05171/49286

35 rotenburg (wümme) 15 GI Peter Freytag 04264/832011

36 Salzgitter, Stadt 48 Ge/GI Richard schudrowitz 05341/9009930

37 Schaumburg 36 Ge andreas Wendt 05751/403142

38 Soltau-Fallingbostel 130 GI Gerrit Lieske 05161/442157

39 Stade 153 Ge/GI Thomas Friedrichs 04141/401140

40 uelzen 15 GI eberhard Gottschlich 0581/822911

41 vechta 297 Ge/GI Uwe schumacher 05493/549210

42 verden 28 Ge/GI Birgit Koröde 04231/12206

43 wesermarsch 75 Ge/GI/so Kay Lutz Pakula 04401/996915

44 wilhelmshaven, Stadt 376 GI Jürgen Janßen 04421/910625

45 wittmund 4 Ge Karin emmelmann 04465/80610

46 wolfenbüttel 18 Ge dietrich Behrens 05331/86360

das kommunale standort-Informationssystem Niedersachsen KomsIs

bietet mehr als 1.000 Gewerbeflächen im Internet: www.komsis.de.

es handelt sich jeweils um die größte zusammenhängende Gewerbefläche.

stand: Juli 2011 – Wir bitten freundlichst um das anzeigen von Änderungen

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JUIST

MEMMERT

NORDERNEY

Emden

A31

Dortmund-Ems-Kanal

16

Nordhorn

A30

09

10

Dörpen GVZ

Ems

A31

23

Meppen

LANGEOOG SPIEKEROOG

BALTRUM

02

Leer

Aurich

Wittmund

Ems-Jade-Kanal

Papenburg

Küstenkanal

WILHELMS-

HAVEN

Jever

44

11

45

Friedeburg

Artland, Samtgemeinde

WANGEROOGE

A28 1

Westerstede

OLDENBURG

Cloppenburg

5

30

A1

Mittellandkanal

31

OSNABRÜCK

GVZ

A30

A33

41

MELLUM

29

A29

Nordenham

Vechta

43

Brake

Melle

Weser

28

Lemwerder

Wildeshausen

Diepholz

Cuxhaven

06

Nordholz

A27

7 Delmenhorst

BREMERHAVEN

(zu Bremen)

32

Weyhe

20

Industrie- und Gewerbegebiete in Niedersachsen

Oste

Hamme-Oste-Kanal

Osterholz-Scharmbeck

Worpswede

GVZ

Weser

37

42

Verden (Aller)

26

Nienburg

Stadthagen

Weser

35

Stade

A1

39

Rotenburg

A27

17

Hameln

Elbe

HANNOVER

22

Holzminden

38

Soltau

18

19

A7

GVZ

Celle

Northeim

Winsen

A2

34

GVZ

Lehrte

Mittellandkanal

Peine

Hildesheim

21

A7

15

GÖTTINGEN

14 GVZ

A38

4

27

20

Lüneburg

Osterode

Uelzen

40

A39 36

SALZGITTER

GVZ

33

25

Elbe-Seiten-Kanal

Gifhorn

3

13

Goslar

12

GVZ

A39

46

Wolfenbüttel

E l b e

WOLFSBURG

BRAUNSCHWEIG

Helmstedt

24

Lüchow

ReGJo NIedeRsachseN GewerBeGeBiete 57

29

GVZ

Gewerbegebiet

Flughafen

seehafen

Güterverkehrszentrum

Wasserstraße

autobahn

Ice- / Ic-strecke


e m d e n

l i n g e n

l e e r

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verein technologie-Centren niedersachsen e.v.

c/o technologie- und Gründerzentrum tGo

oldenburg

Jürgen Bath

Marie-Curie-Straße 1, 26129 Oldenburg

Tel. 0441/36116-100, Fax 0441/36116-109

vtn@tgo-online.de, www.vtn.de

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landkreis leer

amt für wirtschaftsförderung,

tourismus und Beschäftigung

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technologie- und wirtschaftszentrum delmenhorst

aSSMann ConSult Gmbh & Co. kG

Birgitt Hartwich

Am Wollelager 8, 27749 Delmenhorst

Tel. 04221/916785, Fax 04221/121981

b.hartwich@tz-delmenhorst.d, www.tz-delmenhorst.de

Bergmannstraße 35, 26789 Leer

Tel. 0491/926-1262, Fax 0491/926-1888

wirtschaftsfoerderung@lkleer.de,

www.landkreis-leer.de

innovations- und Gründerzentrum

GF Dipl. Ing. Jürgen Enkelmann

Mustermannkamp 1, 21335 Lüneburg

Tel. 04131/7898-0, Fax 04131/7898112

enkelmann@wirtschaft.lueneburg.de

www.enovum-lueneburg.de

wissenschaftspark osnabrück

Centrum für umwelt und technologie osnabrück

Thomas Sieker

Westerbreite 7, 49084 Osnabrück

Tel. 0541/9778-100, Fax 0541/9778-106

cut@cut-os.de, www.cut-os.de

GwG Gesellschaft für wirtschaftsförderung

und Stadtentwicklung Göttingen mbh

Bahnhofsallee 1b, 37081 Göttingen

Tel. 0551/547430, Fax 0551/5474320

info@gwg-online.de, www.gwg-online.de

www.goetec.de

technologiepark Braunschweig

Florence Hahn

Rebenring 33, 38106 Braunschweig

Tel. 0531/38043841, Fax 0531/38043941

f.hahn@braunschweig-zukunft.de

www.technopark-bs.de

TechNoLoGIe-

UNd GRÜNdeR ZeNTReN

in Nieder sachsen

Zweckverband ecopark

der Gewerbepark im

oldenburger Münsterland

im Kreishaus Cloppenburg

Petra Lampe, Eschstraße 29, 49661 Cloppenburg

Tel. 04471/709812, Fax 04471/709822

p.lampe@ecopark.de, www.ecopark.de

GwG Gesellschaft für wirtschaftsförderung

und Stadtentwicklung Göttingen mbh

Bahnhofsallee 1b, 37081 Göttingen

Tel. 0551/547430, Fax 0551/5474320

info@gwg-online.de, www.gwg-online.de

www.science-park-goettingen.de

technologie- und Gründerzentrum oldenburg

Jürgen Bath

Marie-Curie-Straße 1, 26129 Oldenburg

Tel. 0441/36116-100, Fax 0441/36116-109

info@tgo-online.de, www.tgo-online.de

emder GründerinnenZentrum Gmbh

Stefan Neeland

Zum Nordkai 16, 26725 Emden

Tel. 04921/8737-0, Fax 04921/8737-249

info@egz-emden.de, www.egz-emden.de

it-dienstleistungsgesellschaft mbh emsland

Michael Schnaider

Kaiserstraße 10b, 49809 Lingen (Ems)

Tel. 0591/8076980, Fax 0591/8076989

info@it-emsland.de, www.it-emsland.de

technologie- und

Gründerzentrum Salzgitter

Windmühlenbergstraße 20, 38259 Salzgitter

Tel. 05341/ 9009945, Fax 05341/ 9009911

www.tgz-salzgitter.de

technologie- und Gründerzentrum hameln

c/o nwdh holding aG

Dr. Jobst-Walter Dietz

HefeHof 2, 31785 Hameln

Tel. 05151/57850, Fax 05151/5785-85

Info@hefehof.de, www.hefehof.de

Medical Park hannover Gmbh

Dipl. Kfm. Andreas Krug

Feodor-Lynen-Straße 23, 30625 Hannover

Tel. 0511/51059860, Fax 0511/51059862

info@medicalparkhannover.de

www.medicalparkhannover.de

wolfsburg aG | innovationsCampus

Major-Hirst-Straße 11, 38442 Wolfsburg

Telefon 05361/897-1226, Fax 05361/897-1060

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RegJo Niedersachsen

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Das Regional-Journal für Niedersachsen

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II/2010

Schutzgebühr 5,00 €

www.facebook.com/RegJoNiedersachsen

das Technologie- und Wirtschaftszentrum delmenhorst ist eines der wenigen privaten Technologiezentren in deutschland.

das denkmalgeschützte Gebäude befindet sich auf dem Gelände des Industriedenkmals Nordwolle in delmenhorst.

Die Jobmaschinen der Zukunft

In Technologie- und Gründerzentren arbeiten die Wirtschaftsköpfe von morgen. Welche nachhaltige Wirkung

sie auf die regionale Wirtschaft haben, zeigt ein Blick hinter die Kulissen.

Text: Juliette Rahn Fotografie: Technologie- und Wirtschaftszentrum delmenhorst

Es gibt sie in fast jeder Region Deutschlands – Technologie-

und Gründerzentren (TGZ). Der Zulauf ist groß und

das nicht ohne Grund, bieten sie doch jungen Unternehmen

eine ganze Bandbreite von Leistungen und preisgünstigen

Angeboten. Mit Unternehmergeist, Innovationskraft,

Beharrlichkeit und einem breiten Netzwerk helfen sie jungen

Unternehmen auf die Beine. Sie stellen Firmengründern

kostengünstige Büro-, Labor-, Werkstatt- und Seminarräume

sowie Büro- und Kommunikationsservices zur

Verfügung. Nebenbei betreuen und beraten Technologiezentren

junge Unternehmen in betriebswirtschaftlichen

und unternehmerischen Fragen und informieren über

Innovations- und Fördermittel. Mit branchenspezifischen

Veranstaltungen und Workshops geben sie wichtiges unternehmerisches

Know-how weiter.

1997 wurde mit Unterstützung des Landes Niedersachsen

der Verein der Technologie-Centren Niedersachsen

e.V. (VTN) als Interessenverband niedersächsischer Technologiezentren

ins Leben gerufen. Jürgen Bath, Vorstand

des VTN: „Wir haben mittlerweile 27 Technologie- und

Gründerzentren in unserem Verein. Diese betreuen insgesamt

700 neue Unternehmen, die wiederum rund 3.200

ReGJo NIedeRsachseN wirtSChaFt 61

Mitarbeiter beschäftigen.“ Über die Jahre hat sich der

Kompetenzbereich des VTN erweitert. Mittlerweile sind

Projekte wie Innohand, GründerCampus Niedersachsen

und IKN 2020 Teil der Arbeit. „Es handelt sich um recht

unterschiedliche Projekte, die in der Gründer- und Unternehmerszene

sehr beliebt sind“, so Jürgen Bath über die

Projektarbeit.

In einer vom Institut für Wirtschafts- und Kulturgeographie

der Universität Hannover durchgeführten Studie

wurden die regionalökonomischen Effekte von Technologie-

und Gründerzentren im niedersächsischen Raum

untersucht. Ergebnis: Der Nutzwert der TGZ übersteigt die

staatlichen Subventionen. Bei Firmengründungen liegen

die Zentren mit ihrer Insolvenzquote unter dem Bundesdurchschnitt;

laut Studie sind durch die Arbeit der TGZ

bereits an die 10.000 Arbeitsplätze entstanden. Den größten

Nutzen bringen die Technologie- und Gründerzentren

allerdings der jeweiligen Region. Jürgen Bath erklärt: „Die

meisten Unternehmensgründer bleiben in unserer Nähe.

Damit halten wir Innovationen, die wir selbst auf den Weg

gebracht haben, in Niedersachsen und tragen maßgeblich

zur regionalen Wirtschaftsförderung bei.“


investitionsbeschleuniger & wirtschafts förderer in niedersachsen

landkreis leer

amt für wirtschaftsförderung,

tourismus und Beschäftigung

Bergmannstraße 35, 26789 Leer

Tel. 0491/926-1262, Fax 0491/926-1888

wirtschaftsfoerderung@lkleer.de,

www.landkreis-leer.de

Stadt varel

der Bürgermeister

Stabsstelle wirtschaftsförderung

und Stadtmarketing

Meike Knop

Windallee 4, 26316 Varel

Tel. 04451/126270, Fax. 04451/126130

knop@varel.de, www.varel.de

c-Port Zweckverband iik

Martin Kropp

Am Küstenkanal 2, 26683 Saterland/Sedelsberg

Tel. 04491/786000, Fax 04491/786009

info@c-port-kuestenkanal.de

www.c-port-kuestenkanal.de

Zweckverband ecopark

der Gewerbepark im

oldenburger Münsterland

im Kreishaus Cloppenburg

Petra Lampe, Eschstraße 29, 49661 Cloppenburg

Tel. 04471/709812, Fax 04471/709822

p.lampe@ecopark.de, www.ecopark.de

landkreis emsland

Fachbereich Wirtschaft

Ordeniederung 1, 49716 Meppen

Tel. 05931 / 441332, Fax 05931 / 443645

wirtschaft@emsland.de, www.emsland.de

Stadt delmenhorst

Fachdienst wirtschaftsförderung

Axel Langnau,

Lange Straße 128, 27749 Delmenhorst

Tel. 04221/991181, Fax 04221/991280

wirtschaftsfoerderung@delmenhorst.de

www.delmenhorst.de

landkreis Grafschaft Bentheim

Wirtschaftsförderung

NINO-Allee 11, 48529 Nordhorn

Tel. 05921/ 9 6 - 2 3 0 0 , Fax 05921/ 9 6 - 2 3 9 9

wifoe@einfach-naeher.de

www.einfach-naeher.de

win wirtschaftsförderung im

landkreis nienburg/weser Gmbh

Uta Kupsch

Rühmkorffstraße 12, 31582 Nienburg/Weser

Tel. 05021/ 887772 - 0, Fax 05021/ 887772-1

info@win-nienburg.de, www.win-nienburg.de

landkreis holzminden Strategische

Planungen - wirtschaft -

Angela Schürzeberg

Bürgermeister-Schrader-Straße 24, 37603 Holzminden

Tel. 0 5531/127768-10, Fax 05531 / 707-6660

angela.schuerzeberg@landkreis-holzminden.de

www.landkreis-holzminden.de

Stadt osterode am harz

kontaktstelle wirtschaft

Karl-Heinz Löwe

Eisensteinstraße 1, 37520 Osterode am Harz

Tel.: 05522/3182-70, Fax: 05522/3182-71

loewe@osterode.de, www.osterode.de

Stadt emden

Bernd van Ellen

Fachdienst Wirtschaftsförderung und Liegenschaften

Ringstraße 38 b, 26721 Emden

Tel. 04921/ 871378, Fax 04921/ 87101378

vanellen@emden.de, www.emden.de

Saterland

Aktiengesellschaft für Wirtschaft und Arbeit

weserbergland

aktiengesellschaft

HefeHof 8, 31785 Hameln

Tel. 05151 / 5851001, Fax 0551 / 5851099

info@weserberglandag.de

www.weserberglandag.de

Gemeinde wedemark

Fritz-Sennheiser-Platz 1, 30900 Wedemark

Tel. 05130/581-361, Fax 05130/581-11361

carsten.niemann@wedemark.de

www.wedemark.de

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Gerhard Gizler

Osterstraße 60, 30159 Hannover

Tel. 0511/89 70 39-0

Fax 0511/897039-69

info@nglobal.de

www.nglobal.de

Ilsede

GwG Gesellschaft für wirtschaftsförderung

und Stadtentwicklung Göttingen mbh

Bahnhofsallee 1b, 37081 Göttingen

Tel. 0551/547430, Fax 0551/5474320

info@gwg-online.de, www.gwg-online.de

landkreis Soltau-Fallingbostel

wirtschaftsförderung

Hans-Jürgen Stegen

Winsener Straße 17, 29614 Soltau

Tel. 05191/ 970-673, Fax 05191/ 970-900673

F00200@heidekreis.de,

www.soltau-fallingbostel.de

landkreis Gifhorn

wirtschaftsförderung

Manfred Krömer

Schlossplatz 1, 38518 Gifhorn

Tel. 05371/82488, Fax 05371/82478

manfred.kroemer@gifhorn.de, www.gifhorn.de

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der region hannover

Haus der Wirtschaftsförderung

Prinzenstraße 12, 30159 Hannover

kostenfreie Hotline 0800/6160616

Fax: 0511/ 616 23 453

unternehmerbuero@region-hannover.de

www.unternehmerbuero-hannover.de

Braunschweig Zukunft Gmbh

Wirtschaftsförderung

GründerVilla, Rebenring 33, 38106 Braunschweig

Tel. 0531/38043804, Fax 0531/38043911

info@braunschweig-zukunft.de

www.braunschweig-zukunft.de

landkreis northeim

wirtschaftsförderung/tourismus

Stefan Wolfgang

Scharnhorstplatz 6, 37154 Northeim

Tel. 05551/91499-12, Fax 05551/91499-77

swolfgang@landkreis-northeim.de

www.landkreis-northeim.de

wirtschaftsförderungsgesellschaft

mbh für

Stadt und landkreis lüneburg

Marie-Curie-Straße 2, 21337 Lüneburg

Tel. 04131/2082-0, Fax 04131/2082-10

info@wirtschaft.lueneburg.de

www.lueneburg.de

wolfsburg Marketing Gmbh

Porschestraße 2, 38440 Wolfsburg

Tel. 05361/89994-0, Fax 05361/ 89994-39

wirtschaftsfoerderung@wolfsburg-marketing.de

www.wolfsburg-marketing.de

Stadt Peine

wirtschaftsförderung

Susanne Scheler

Kantstraße 5, 31224 Peine

Tel. 05171/49-246, Fax 05171/49-298

susanne.scheler@stadt-peine.de

www.peine.de

wirtschafts- und innovationsförderung

Salzgitter Gmbh

Windmühlenbergstraße 20, 38259 Salzgitter

Tel. 05341/ 900990, Fax 05341/ 9009911

info@wis-salzgitter

www.wis-salzgitter.de

Stadt northeim

Wirtschaftsförderung

Scharnhorstplatz 1, 37154 Northeim

Tel. 05551/966-330, Fax 05551/9 66-155

rauer@northeim.de, www.northeim.de

wrG wirtschaftsförderung

region Göttingen Gmbh

Bahnhofsallee 1b, 37081 Göttingen

Tel. 0551/ 9995498-0, Fax 0551/ 9995498-9

info@wrg-goettingen.de, www.wrg-goettingen.de


64 induStriedenkMäler ReGJo NIedeRsachseN ReGJo NIedeRsachseN induStriedenkMäler 65

Zeugen der Vergangenheit

denkmäler gibt es viele, aber Industriedenkmäler – Fabrikhallen, Bergwerke, Kokereien,

hütten – bezeugen eine ganz spezielle Ära der Geschichte. Ihr erhalt ist oft alles andere als sicher.

die Lokhalle in Göttingen, ehemals zentraler Teil eines Lokwerkstättengeländes, heute Veranstaltungszentrum.

Bild © GWG Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und stadtentwicklung Göttingen mbh


66 autoMotive ReGJo NIedeRsachseN

Bild © Nordwestdeutsches Museum für IndustrieKultur

delMenhorSt

ReGJo NIedeRsachseN autoMotive 67

ein Beispiel für riesige Fabrikareale ist die

ehemalige Nordwolle Fabrik in delmenhorst.

auf rund 25 hektar war das Textilunternehmen

„Norddeutsche Wollkämmerei & Kammgarnspinnerei“

angesiedelt. 1884 gegründet,

entwickelte sich die Unternehmung durchaus

prächtig; ende der 1880er Jahre waren rund

900 arbeiter beschäftigt, um 1910 bereits

3.000. das Unternehmen entwickelte sich zu

einem Weltkonzern, ein Viertel der Weltproduktion

stammte um 1920 aus der delmenhorster

Firma. In den 70er Jahren jedoch wurde der

strukturwandel der Textilindustrie deutlich: die

Produktion wurde immer stärker in Billiglohnländer

verlagert und im Gegenzug in delmenhorst

und generell in der deutschen Textilindustrie

arbeitsplätze abgebaut. 1981 musste

die Produktion endgültig eingestellt werden.

Was blieb war das riesige areal. Wenige Jahre

später begann die stadt delmenhorst bereits

mit der Umgestaltung des Gebiets, die unter

denkmalschutz stehenden Gebäude wurden

saniert. sie werden heute hauptsächlich

gewerblich genutzt, so befindet sich zum Beispiel

die Volkshochschule im alten Kesselhaus,

ein Medien- und Veranstaltungszentrum im

ehemaligen Wolllager sowie das Fabrikmuseum,

das die Geschichte der Nordwolle erzählt,

im dreischiffigen Turbinenhaus. auf dem Gebiet

wurden außerdem Wohnbauten errichtet.


Bild © Fagus - Grecon

68 induStriedenkMäler ReGJo NIedeRsachseN ReGJo NIedeRsachseN induStriedenkMäler 69

alFeld

das Besondere: die Fabrik des Fagus-Werks ist das einzige industrielle denkmal,

in dem tatsächlich noch gearbeitet und produziert wird. außerdem war der architekt

kein geringerer als der junge Walter Gropius, Bauhaus-Gründer und somit

Mitbegründer der modernen architektur. die Fabrik ist entsprechend kein Gebäude,

das in die Reihe der traditionellen Industriebauten des ausgehenden 19. Jahrhunderts

passt, sondern ganz anders – und zur damaligen Zeit sehr gewagt – mit

riesigen Glasfronten, schlichten, eleganten Formen; ein schlicht-schönes Bauwerk

aus stahl, Glas und Beton und seit 2011 auch Teil des Unesco-Weltkulturerbes.


Bild © Landkreis Grafschaft Bentheim

70 induStriedenkMäler ReGJo NIedeRsachseN ReGJo NIedeRsachseN induStriedenkMäler 71

nordhorn

der Nino-hochbau, heutiges Wirtschaftskompetenzzentrum,

ehemals das Textilunternehmen

Niehues & dütting, später Nino.


72 induStriedenkMäler ReGJo NIedeRsachseN ReGJo NIedeRsachseN induStriedenkMäler 73

nordhorn

Glasfoyer als Tribut an die Moderne im

sanierten Nino-hochbau.

Bild © Landkreis Grafschaft Bentheim

Text: Julia Wolffson

nordhorn

der Povelturm, ein Überbleibsel des

Textilunternehmens Povel, beherbergt heute

das stadtmuseum.

Die Industrialisierung hat das Leben des Menschen wie wenige

andere Epochen verändert. Unternehmer stiegen auf in Reichtum

und Wohlstand, die große Masse wurde zur Industriearbeiterschaft,

lebte und arbeitete unter härtesten Bedingungen. Der soziale und

wirtschaftliche Rahmen veränderte sich rasant. Das Zeitalter steht

einerseits für große soziale Probleme, andererseits für technischen

Fortschritt und eine neue Gesellschaft – die Industriegesellschaft.

Die Fabriken, Kokereien und Hütten, die damals entstanden, boomten

oder auch nicht, stellten Arbeiter ein und entließen sie wieder,

weiteten die Produktion aus und gingen Pleite, waren modernste

Horte der Massenproduktion, verloren den Anschluss an die

moderne Technik, konnten mit der billigen Produktion in anderen

Ländern nicht mehr mithalten, wurden irgendwann gegen Ende des

20. Jahrhunderts geschlossen, gerieten in Vergessenheit, verfielen.

Viele dieser Gebäude wurden abgerissen, aber einige, wahrscheinlich

gerade weil sie in Vergessenheit gerieten, blieben erhalten und

stellen noch heute Zeugnisse dieser Geschichte dar. Aber sie sind

oft auch große städtebauliche Herausforderungen für die heutigen

Städte, nicht zuletzt wegen umweltpolitischer Probleme, die etwa

eine Schadstoffbelastung der Areale mit sich bringen.

Heute stehen viele der noch erhaltenen Gebäude unter Denkmalschutz

und seit Ende Juni 2011 befindet sich nun auch ein niedersächsisches

Industriedenkmal auf der Liste des Weltkulturerbes der

Unesco: das Fagus-Werk in Alfeld bei Hannover. Das Fagus-Werk ist

eines der wenigen industriellen Denkmäler, die aus der Vergangenheit

ohne Zäsur in die Gegenwart übergegangen sind – viele andere

Industriebauten standen jedoch eine Zeit lang leer, als die Produktion

stillgelegt wurde und sich in den 70er und 80er Jahren niemand

so recht für die Gebäude interessierte. Sie waren erst einmal dem

Verfall ausgeliefert, bis sich die Städte wieder fragten, wie die Indus-

triebauten, die teilweise riesige Areale umfassten, in die modernen

Städte eingegliedert werden können.

Dahingehend eine ausgesprochen extreme Entwicklung

machte und macht die Stadt Nordhorn durch. Die ehemalige Textilhochburg

an der niederländischen Grenze war besonders stark

betroffen vom Übergang von der Industriegesellschaft zur Dienstleistungsgesellschaft

in Deutschland in den 80er Jahren. Es war ein

Strukturwandel ohne Gleichen. Mehrere tausend Menschen verloren

ihre Arbeitsplätze und damit verschwand zwischen 1978 und

2001 fast die gesamte produzierende Industrie aus der Stadt. „Nordhorn

ist über einen Zeitraum von mehr als 100 Jahren ausschließlich

von der Textilindustrie geprägt gewesen und dann sind tausende

von Arbeitsplätze in der Krise und die Firmen schließen. Das

ist natürlich eine riesige Herausforderung für eine Stadt, schließlich

muss sie ihre ökonomische Basis völlig neu erfinden“, so Werner

Straukamp, Leiter des Stadtmuseums Nordhorn. „Heute existiert

kein einziger textiler Arbeitsplatz mehr, andererseits spielt die textile

Vergangenheit natürlich auch für die gegenwärtige Entwicklung

der Stadt eine Rolle, allein schon wegen der Bauwerke, die natürlich

Kosten mit sich bringen, aber auch lange Debatten, wie und ob

die Gebäude überhaupt erhalten werden sollen.“

Die Geschichte der 53.000 Einwohner-Stadt gestalteten vor

allem drei Großunternehmen mit. Die Zuwanderung aufgrund der

textilen Arbeitsplätze bescherte der Stadt den Beinamen Klein-Amerika,

innerhalb von 30 Jahren verzehnfachte sich die Einwohnerzahl.

Die Aushängeschilder der Nordhorner Textilindustrie waren

Niehues & Dütting, später Nino, außerdem die Unternehmen Povel

und Rawe. Alle drei Firmen genossen durchaus Weltruhm, allein

bei Nino waren zwischenzeitlich rund 5.800 Arbeitnehmer beschäftigt.

Der Boom der 50er und vor allem 60er Jahre bescherte allen

drei Firmen beachtliche Umsätze. Das Ende des deutschen Wirtschaftswunders

läutete allerdings Schwierigkeiten ein, die Energiekrise

in den Jahren 1973 und ’74 überlebten die Unternehmen

nur mit Müh und Not, bei Povel ging es danach nur noch abwärts.

Durch die gesunkene Nachfrage nach Textilien und steigende

Preise für Material und Energie wurde die Produktion immer teurer.

1978 musste Povel schließen, rund 1.100 Textilarbeiter verloren

ihre Arbeitsplätze. Nino überstand die Krise dank einschneidender

Sanierungsmaßnahmen, 1984 ging das Unternehmen sogar noch

Bild © stadtmuseum Nordhorn


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an die Börse. Schon zwei Jahre später aber machte sich auch hier

das Problem der günstigeren Produktion in Südostasien und Osteuropa

bemerkbar. Der Untergang des Unternehmens war langsam

und schmerzhaft, 1994 wurden die verbliebenen 1.600 Mitarbeiter

entlassen, Nino musste aufgeben. Das dritte Unternehmen, Rawe,

hatte Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre mit der Stoffdrukkerei

noch einmal einen Aufschwung verzeichnen können. Aber

auch diese neue Produktionssparte konnte das Unternehmen nicht

am Leben halten. Im Jahr 2001 verrammelte es als letztes Nordhorner

Textilunternehmen die Türen.

Nicht nur, dass somit am Ende des 20. Jahrhunderts mehrere

tausend Menschen in der Stadt Nordhorn ihre Arbeitsplätze verloren,

auch verschwand nach und nach das Aushängeschild der Stadt, die

sich sehr stark mit ihrer textilen Industrie identifizierte. „Was wäre

Nordhorn ohne die Textilindustrie gewesen? Die Fabrikbauten, die

Kanäle, die Arbeitersiedlungen und auch die Villen der Fabrikanten

prägen das Stadtbild enorm“, erklärt Dr. Christoph Uricher, Leiter des

Bauordnungsamtes. Vom textilen Traum blieben nicht viel mehr als

die Bauten. Einerseits gilt es also, der Stadt eine neue, wirtschaftliche

Perspektive zu geben, andererseits aber auch eine Idee für die

zukunftsfähige Nutzung der Fabrikareale zu entwickeln, die rund

60 Hektar, teilweise in Innenstadtnähe, ausmachen, wohingegen der

Stadtkern Nordhorns selbst nur zehn Hektar umfasst.

Einzelne Gebäude aus der textilen Geschichte Nordhorns wurden

erhalten und zeugen mit neuer Nutzung von alten Zeiten. „Aus

Sicht des Historikers muss man natürlich sagen, dass insgesamt vielleicht

zu viel abgerissen wurde, auch mit Blick auf den Denkmalschutz.

Aber das, was erhalten blieb, wurde mit großem Aufwand

saniert und größtenteils schon einer neuen Nutzung zugeführt“, sagt

Bild © Wirtschafts- und Tourismusfördergesellschaft Landkreis Peine mbh

ReGJo NIedeRsachseN induStriedenkMäler 75

Peine

außer den Fabriken, die dem strukturellen Wandel der Weltindustrie nicht gewachsen waren, zeugen auch ehemalige hütten- und Infrastrukturdenkmale

von der niedersächsischen Industrie-Vergangenheit. die Gebläsehalle in Ilsede bei Peine, in der heute Großveranstaltungen stattfinden, gehört

zur 1856 gegründeten Ilseder hütte, in der hochwertiger stahl produziert wurde. Nur noch wenige Bauten zeugen von der 150-jährigen Geschichte

der hütte, auf dem rund 40 hektar großen areal arbeiteten einst rund 4.000 Menschen, erst 1995 wurde die hütte stillgelegt.

Straukamp. Beim Rawe-Gelände müsse eine neue Nutzung allerdings

noch gefunden werden, im Moment sei die Spinnerei von

1912, die als einziger Teil erhalten blieb, dem Verfall überlassen. Die

restlichen Gebäude des Fabrikgeländes wurden Anfang des 21. Jahrhunderts

abgerissen, an der Ostseite steht nun das Einkaufszentrum

Ringcenter. Für die Spinnerei werde die Nutzung derzeit noch diskutiert,

berichtet Uricher, aber das nachträglich aufgesetzte zweite

Obergeschoss werde wohl abgetragen, anderswo etwas angebaut und

das Gebäude gewerblich genutzt.

Die meisten Bauten des zwölf Hektar großen Nino-Geländes,

viele geschaffen vom Architekten Philipp Jakob Manz, konnten

allerdings nicht erhalten werden. „Wegen der Bedeutung der

Gebäude im baugeschichtlichen Kontext hätte man weitere Teile

der Fabrikanlagen gerne erhalten, aber bei einer kleinen Stadt wie

Nordhorn sind die Grenzen von effektiver Nutzung schnell erreicht“,

so Dr. Christoph Uricher, der auch für den Denkmalschutz zuständig

ist. Ursprünglich sollte die Nino-Fläche vorwiegend Wohnhäuser

beherbergen, nun ist dort ein Gewerbepark rund um den historischen

Bau von 1928/29, den Nino-Hochbau, im Entstehen. Mehrere

Jahre wurde nach der Schließung der Fabrik eine neue Nutzung für

den Bau gesucht, bis 2004 war keine dauerhafte Lösung gefunden.

Erst 2009 wurde mit dem Umbau zum „Kompetenzzentrum Wirtschaft“

begonnen, was Kosten in Höhe von 25 Millionen Euro mit

sich brachte. Der Nino-Hochbau soll das Herzstück des rund zwölf

Hektar großen Wirtschaftsparks sein, der zum Vorzeigeprojekt der

Region werden soll.

Die alten Fabrikgebäude der Firma Povel hat es weniger gut

getroffen. Abgesehen vom sogenannten „Povelturm“ von 1906, der

heute das Stadtmuseum beherbergt, dem Verwaltungsgebäude, ein


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ebenfalls denkmalgeschütztes Bürohaus aus den 60er Jahren, in

dem verschiedene Ämter der Stadt Nordhorn ein Zuhause gefunden

haben, und der ehemals komplett fensterlosen „Alten Weberei“

von 1949/50, heute ein Veranstaltungszentrum, wurde schon

1980/81 der Rest des Geländes abgerissen. In den folgenden Jahren

wurden Konzepte für die Nutzung des Gebietes gesucht, 1985

wurde jedoch eine Verunreinigung des Bodens erstmals festgestellt.

Die Fläche wurde aufwändig saniert, vor allem die Altlasten bereiteten

große Probleme, rund 200.000 Kubikmeter Boden mussten

gereinigt werden. Seit 1991 entsteht jedoch auf dem Gelände die

„Wasserstadt Povel“, ein neues Stadtviertel, das insbesondere die

ehemaligen Transportkanäle der Stadt für Lebensqualität direkt am

Wasser nutzt. Heute leben rund 750 Menschen auf dem Gelände

und es haben sich rund 400 Büro-Arbeitsplätze angesiedelt. Das

Konzept zur städtebaulichen Nutzung des Povel-Areals erhielt 1999

den deutschen Städtebaupreis.

Diese Nordhorner Geschichte zeigt, vor welchen Herausforderungen

Städte stehen, die Gebäude und Areale der großindustriellen

Bild © GWG Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und stadtentwicklung Göttingen mbh

ReGJo NIedeRsachseN induStriedenkMäler 77

GöttinGen

Im südniedersächsischen Göttingen wurde 1855 ein ausbesserungswerk für schienenfahrzeuge in Betrieb genommen und 1917 in diesem

Zusammenhang die heutige Lokhalle mit einer Grundfläche von 8.400 Quadratmetern errichtet. das ausbesserungswerk existierte bis 1976, in

den folgenden Jahren wurden die Lokrichthalle und das umliegende Gelände dem Verfall überlassen. 1981 wurde die halle ein Baudenkmal, was

jedoch weiterhin kein Konzept für die zukünftige Nutzung mit sich brachte. Im Laufe der 80er Jahre wurde abgesehen von der halle das komplette

Gelände abgerissen, erst ab 1993 gab es wieder konkretere Pläne für die Nutzung der riesigen halle, die sanierung begann dann 1998. heute

befinden sich ein Kino im nördlichen Teil der halle, während der südliche Teil als Veranstaltungsfläche für Konzerte, Messen, Tagungen, Kongresse

und vieles mehr genutzt wird.

Geschichte erhalten wollen, denn Denkmalschutz allein reicht dafür

nicht aus. Es müssen Nutzungskonzepte und vor allem auch Inves-

toren gefunden werden, die sich für die Bauten interessieren. „Der

Denkmalschutz ist ja eher eine Gnadenfrist, bis ein Investor gefunden

ist. Industriedenkmäler werden nur erhalten, wenn sie neu

genutzt werden“, so Werner Straukamp. Viele Städte haben die

Schwierigkeiten mit den industriellen „Altlasten“ zwar noch nicht

gemeistert, aber zumindest in den meisten Fällen angegangen. Dass

sich die Erhaltung lohnt, zeigen die prächtigen, wieder instandgesetzten

Großbauten, die mit neuer Nutzung das Auge begeistern,

denn riesige Fensterfronten, weite, hohe Backsteinhallen oder, wie

im Falle des Fagus-Werks, funktionaler Stahl und Beton mit ihrer

puristischen Architektur entfalten einen besonderen Charme. Die

verbleibenden Bauten und Gelände wurden der Gegenwart angepasst

– als Wohnviertel, Einkaufszentrum, Eventlocation oder

„Kompetenzzentrum Wirtschaft“. In Nordhorn zumindest ist die

Dienstleistungsgesellschaft definitiv da angekommen, wo die Industrie

aufgehört hat.


78 rohStoFFe ReGJo NIedeRsachseN ReGJo NIedeRsachseN rohStoFFe 79

Text: Julia Peetz Fotografie: BGR

Endlich sind sie letztlich alle. Aber noch

nicht bald. Das versichert Prof. Dr. Hans-

Joachim Kümpel, Präsident der Bundesanstalt

für Geowissenschaften und Rohstoffe

(BGR), dem Beratungs- und Kompetenzzentrum

der Bundesregierung in Rohstofffragen.

„Der einzige Rohstoff, der weltweit in

absehbarer Zeit nicht mehr uneingeschränkt

zur Verfügung stehen wird, ist das Erdöl“,

sagt er. Bis 2035 könnte die Förderung noch

gesteigert werden, dann aber wäre der sogenannte

‚Peak Oil’ erreicht – der Zeitpunkt,

an dem die Hälfte des verfügbaren konventionellen

Öls auf der Erde gefördert ist. Eine

Studie der Bundeswehr von 2010 sah dieses

Maximum jedoch schon letztes Jahr

erreicht und auch die Internationale Energieagentur

(IEA) veröffentliche letztes Jahr

Zahlen, die den Peak als bereits erreicht zeigen.

Auch die Möglichkeiten, auf neue Erdöllagerstätten

zu treffen, sind begrenzt. „Es

werden nur noch kleinere Felder in immer

schwerer zugänglichen Regionen entdeckt“,

so Kümpel weiter.

Was allerdings andere Energierohstoffe

und Metalle angeht, so hat man der Erde

jedoch noch längst nicht all ihre Schätze

genommen. Die Verfügbarkeit von Kupfer

etwa hat sich seit 30 Jahren nicht verändert.

Dessen statische Reichweite – der

Zeitraum, den die wirtschaftlich ausbeutbaren

Vorkommen bei gleich bleibendem

Verbrauch reichen – liegt nach wie vor bei

30 bis 40 Jahren. „Die Grenze wird immer

weiter verschoben, weil es bei zunehmender

Nachfrage und sinkendem Angebot wirtschaftlich

wird, mehr in die Exploration und

den Abbau neuer Lagerstätten zu investieren“,

erklärt Kümpel. „Der Begriff der statischen

Reichweite wird oft missverstanden,

weil er eben nichts über das tatsächliche

Vorhandensein aussagt.“ Und auch, wenn

der deutsche Atomausstieg beschlossene

Sache ist, eine geologische Notwendigkeit

ist er zumindest nicht: Bei den Uranvorräten

gäbe es noch genügend Reserven.

Statt geologischer Begrenztheit ist in

Sachen Rohstoffe vieles eher eine Frage

der Marktverfügbarkeit. Politische Instabilität

in Ländern, die reich an bestimmten

metallischen und Energierohstoffen sind,

kann den Rohstoffexport ebenso behindern

wie Firmenkonzentrationen, wie es sie beispielsweise

beim Eisenerz gibt. Dessen Handel

wird von nur drei großen Firmen – Rio

Tinto, Vale und BHP Billiton – kontrolliert.

Dass das nicht ohne Auswirkungen auf die

Viele offene Fragen

die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) mit hauptsitz in hannover

bemüht sich um sinnvolle Nutzung von Rohstoffen und die sicherung der Rohstoffversorgung.

Manganknollen – erzklumpen bestehend aus verschiedenen Metallen auf dem Meeresgrund. eine zukünftige Rohstoffquelle?


80 rohStoFFe ReGJo NIedeRsachseN ReGJo NIedeRsachseN rohStoFFe 81

Preise bleibt, liegt nahe. Zwar ist Deutschland

nur bedingt rohstoffarm, wie die BGR

betont – die immerhin weltgrößte Braunkohleproduktion

gibt es hierzulande und

der Bedarf an Massenrohstoffen wie Sanden,

Kiesen, Erden, Steinsalz, Schwefel und

Rohstoffen für die Kali- und Zementindus-

trie kann vollständig selbst gedeckt werden.

Dennoch ist die Bundesrepublik stark vom

Rohstoffimport abhängig. Erdgas und Erdöl

werden zu 84 beziehungsweise 97 Prozent

importiert und es besteht eine fast vollständige

Abhängigkeit vom Metallimport – wichtigste

deutsche Metallquelle: das Recycling.

Insgesamt werden jährlich Rohstoffe im Wert

von rund 100 Milliarden Euro in die Bundesrepublik

importiert.

Somit ist Deutschland auf einen zumindest

einigermaßen fairen Wettbewerb auf

dem Rohstoffmarkt angewiesen. Demgegenüber

stehen nach Angaben der Generaldirektion

Handel der EU-Kommission jedoch

nicht weniger als 1.200 Wettbewerbsverzerrungen

auf den internationalen Rohstoffmärkten.

Kaum verwunderlich ist es da, dass

Kümpel es als eines der wichtigsten aktuellen

Projekte der BGR ansieht, zum Aufbau

von Rohstoffpartnerschaften zwischen der

Bundesrepublik und rohstoffreichen Ländern

beizutragen. Damit hilft die BGR, einen

Teil der im Oktober 2010 von der Bundesregierung

verabschiedeten Rohstoffstrategie in

die Tat umzusetzen. Zu der gehört auch die

bei der BGR neu eingerichtete Deutsche Rohstoffagentur,

die zur Rohstoffversorgung der

deutschen Wirtschaft beitragen und nebenbei

die Partnerländer in ihrer wirtschaftlichen

und gesellschaftlichen Entwicklung

unterstützen soll. „Auf mittlere Sicht soll so

sichergestellt werden, dass ein fairer Rohstoffhandel

zwischen der Bundesrepublik

und ihren Partnerländern stattfinden kann“,

erklärt Kümpel. Eine derartige Partnerschaft

mit Kasachstan ist auf gutem Wege.

Ein vielbeachtetes BGR-Projekt, das

letztlich auch strategisch auf die Verbesserung

der deutschen Rohstoffsituation abzielt,

ist die Erkundung eines 75.000 Quadratki-

lometer großen Meeresbodenareals im sogenannten

Manganknollengürtel zwischen

Hawaii und Mexiko. Dort finden sich nach

Untersuchungen, die ein Team der BGR

zuletzt im Frühjahr 2010 durchführte, in

4.000 bis 5.000 Metern Tiefe ein bis zwei

Milliarden Tonnen der zwischen drei und

20 Zentimeter großen Knollen. Sie stellen

eine reiche Quelle an Buntmetallen wie

Kupfer, Nickel, Cobalt und dem namensgebenden

Mangan dar. Noch findet allerdings

kein Abbau statt – diese Form des Tiefseebergbaus

wäre heute noch nicht wirtschaftlich

und zudem stehen wichtige Umweltfragen

im Raum. Aber für die Zukunft ist es

eine Option. Der Abbau soll dann mit Rücksicht

auf die Meeresbodenfauna schachbrettartig

erfolgen, darin sind sich die beteiligten

Institutionen einig. Dies soll sicherstellen,

dass die betroffenen Felder von den unversehrten

Nachbarfeldern aus wiederbesiedelt

werden können. Noch ungeklärt ist hingegen,

wie grob man das Schachbrett anlegen

müsste und wie lange es dauern würde, bis

sich die Biodiversität erholt. Eine teilweise

Beeinträchtigung des Lebensraums auf dem

Meeresgrund nimmt man dabei allerdings

in Kauf, ganz abgesehen von der ohnehin

schon drastischen Verschmutzung und Belastung

der Ozeane, wie jüngst ein Bericht des

International Programme on the State of the

Ocean zeigt.

Die Lizenzen für den Tiefseebergbau,

die auch umweltschonende Vorgaben enthalten,

werden von der Internationalen Meeresbodenbehörde

(ISA) in Jamaika vergeben.

Sie ist verantwortlich für den Meeresgrund

in internationalen Gewässern. Für Deutschland

ist das Vorkommen der Manganknollen

natürlich interessant. Sollten andere

Quellen dieser Rohstoffe durch mangelnde

Marktverfügbarkeit ihre Attraktivität verlieren,

könnte die Bundesrepublik durch die

Umwandlung der aktuellen Explorationslizenz

in eine Abbaulizenz von den Manganknollen

in der Tiefsee Gebrauch machen.

„Bereits in den nächsten zehn bis 15 Jahren

könnte der Manganknollenabbau, in

Abhängigkeit vom Investorenverhalten und

der Technologieentwicklung, realistisch werden“,

so Kümpel.

Hans-Joachim Kümpel sieht die Versorgung

mit Rohstoffen nicht bedroht.

„Wenn die konventionellen Vorräte aufgebraucht

sind, wird man nicht-konventionelle

erschließen, also Lagerstätten mit

geringen oder geringsten Konzentrationen

sowie Recycling-Bemühungen verstärken.

Das ist alles nur eine Frage der Kosten beziehungsweise

von Angebot und Nachfrage.

Von Endlichkeit der Rohstoffe zu sprechen,

ist falsch und irreführend.“ Und doch gilt es,

bei allem Erfindungsreichtum und geopolitischem

Taktieren, ein Rohstoffbewusstsein

für eine verantwortungsvolle Nutzung zu

schaffen. Um dies zu schärfen engagiert sich

die BGR etwa in Recyclingfragen: So begleitet

sie die Gründung eines neuen Ressourcentechnologieinstituts

in Freiberg (Sachsen),

erforscht, wie man die Nutzung von

Lagerstätten optimieren kann, ohne dass

wertvolle Restrohstoffe auf Halden landen,

oder vergibt dieses Jahr Ende November erstmals

den Deutschen Rohstoffeffizienzpreis,

der mit je 10.000 Euro vier mittelständische

Unternehmen und eine Forschungseinrichtung

für ihren vorbildlichen Umgang mit

Rohstoffen belohnen soll. Ansonsten, sagt

Kümpel, sprechen die BGR-Berichte zur

Rohstoffsituation für sich. „Bei knappem

Rohstoffangebot steigt der Preis – wenn er

hoch ist, haben verarbeitende Unternehmen

Interesse daran, möglichst sparsam mit Rohstoffen

umzugehen und sich um die Substitution

und Miniaturisierung von Produkten

zu bemühen.“ Doch gerade für die Preisentwicklung,

die ebenso von unberechenbarer

Spekulation an den Finanzmärkten als auch

dem Investorenverhalten sowie von der tatsächlichen

Rohstoffknappheit abhängig ist,

lassen sich nur schwer Prognosen abgeben.

So sind und bleiben Rohstoffangelegenheiten

eben ein schwer vorausplanbares Spiel –

ein Spiel politischer Interessen, von Finanzmarktspekulationen

und technologischen

Entwicklungen.

das Forschungsschiff „sonne“, dessen einsätze von der BGR

koordiniert werden. hauptsächlich von Meeresforschungseinrichtungen

genutzt untersucht es für die BGR aber auch die

Meeresbodengeologie.

Bilder gegenüberliegende seite von links nach rechts: sandförderung;

Gipsabbau bei osterode am harz; unterseeische heißwasserschlote.


Stiften gegangen!

Bei der Bewältigung sozialer, kultureller oder wissenschaftlicher aufgaben spielen stiftungen

mit ihren vielfältigen Zielsetzungen eine zunehmend wichtige Rolle. allein in Niedersachsen

engagieren sich mehr als 1.800 stiftungen für das Gemeinwohl.

Förderinitiative „dokumentation bedrohter sprachen“ der Volkswagenstiftung

Bild © Manfred Krifka


84 StiFtunGen ReGJo NIedeRsachseN ReGJo NIedeRsachseN StiFtunGen 85

Im Naumburger Kolleg arbeiten rund ein dutzend junge Wissenschaftler

aus sechs verschiedenen Fachrichtungen zusammen. hier untersucht

diplom-Restauratorin daniela Karl die stifterfigur Reglindis mit einer

Kopflupe. Gefördert wird das Graduiertenkolleg in der Initiative „außergewöhnliches“

der Volkswagenstiftung.

Bild © Ulrich schießl

Text: angela andresen-schneehage

Geben gibt – und leichter gibt, wer reichlich

hat! Das haben einige Amerikaner

mit „The Giving Pledge“, ihrem Spendenversprechen,

eindrucksvoll vorgemacht:

Großinvestor Warren Buffett, sein Freund

Microsoft-Gründer Bill Gates und weitere –

bislang 40 – US-Milliardärskollegen haben

sich entschlossen, mindestens die Hälfte

ihres Vermögens für wohltätige Zwecke zu

spenden. Da kommt eine Menge zusammen,

geschätzte 100 Milliarden Dollar,

ohne dass die Spender befürchten, auf die

Frage „Wer wird Millionär?“ demnächst

ganz kleinlaut mit „Wir“ antworten zu

müssen. Die Idee des „Giving Back“, des

Zurückgebens, gehört ebenso zur amerikanischen

Gesellschaft wie der immerwährende

Traum vom Aufstieg. Hierzulande

machte die amerikanische Spendenoffensive

allerdings nicht nur positive Schlagzeilen,

sondern löste eine Debatte über die

Verteilung von Vermögen aus. Die Kritiker

der XXL-Reichen vermuten hinter großzügigen

Spenden schnell die Umgehung von

Steuerzahlungen, sie befürchten eine (zu)

weit reichende erkaufte Einflussnahme

und erwarten die unangemessene Konzentration

von Macht. Anders beurteilt

es der Bundesverband Deutscher Stiftungen.

Der größte und älteste Stiftungsverband

Europas begrüßt die Initiative der

amerikanischen Milliardäre und wünscht

sich ein vergleichbares Signal für die deutsche

Gesellschaft. „Was für ein großartiger

Impuls für unsere Gesellschaft könnte von

einer ähnlichen Gemeinschaftserklärung

deutscher Vermögender ausgehen“, sagt Dr.

Hermann Falk, Mitglied der Geschäftsleitung

des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen.

„Wenn sich nur einige weitere der

53 Milliardäre in Deutschland die Aktion

von Gates und Co. zum Vorbild nehmen,

wird sich das Gesamtkapital der Stiftungen

in Höhe von aktuell rund 100 Milliarden

Euro auf einen Schlag erhöhen. In

den Händen der Wohlhabenden liegt ein

starker Hebel, den sie gemeinsam nutzen

sollten.“

Das Verhältnis der Deutschen zum

Geld ist traditionell ein anderes als in

den Vereinigten Staaten. Meist herrscht

Zurückhaltung, wenn es darum geht, über

sein Vermögen öffentlich zu reden. Doch

sollte dieser Umstand nicht darüber hinwegtäuschen,

dass sich die Stiftungskultur

auch bei uns gut entwickelt; ja fast schon

boomt. Immer mehr Einzelpersonen oder


86 StiFtunGen ReGJo NIedeRsachseN ReGJo NIedeRsachseN StiFtunGen 87

Bild © händel-Festspiele Göttingen

die Göttinger händel-Festspiele gehören zu den Musikfestivals, die das

Musikland Niedersachsen über seine Grenzen hinaus bekannt machen.

die stiftung Niedersachsen unterstützt das Festival insbesondere bei

innovativen Vermittlungsansätzen.

Körperschaften wollen sich mit Hilfe ihres Besitzes ganz zielgerichtet

in unserem Gemeinwesen engagieren. Dazu trennen sie sich –

zumindest teilweise – endgültig von ihrem Vermögen und widmen

es dauerhaft mindestens einem festgelegten, meist gemeinnützigen

Zweck. Reformen des Stiftungsrechts und insbesondere das

„Gesetz zur weiteren Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements“

aus dem Jahr 2007 haben die Gründungsdynamik verstärkt.

Selbst im Krisenjahr 2009 fiel die Bilanz für das deutsche

Stiftungswesen positiv aus. „Die Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise

hat sich erfreulicherweise nicht wesentlich auf die Zahl der

Neugründungen ausgewirkt“, so Dr. Wilhelm Krull, Vorstandsvorsitzender

des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen und Generalsekretär

der VolkswagenStiftung. „Im vergangenen Jahr sind bundesweit

914 rechtsfähige Stiftungen des bürgerlichen Rechts neu

errichtet worden. Das ist das drittbeste Ergebnis seit Gründung der

Bundesrepublik.“

Jede zehnte der Stiftungsneugründungen im Jahr 2009 (91

an der Zahl) hat ihren Sitz in Niedersachsen und erhöht damit die

Gesamtzahl in diesem Bundesland auf 1.832. Das Land Nieder-

sachsen und seine Hauptstadt sind schon seit dem 12. Jahrhundert

Stiftungsstandort. Hannover und das Umland gehören heute zu

den attraktivsten Regionen in der Stiftungslandschaft.

Da wundert es kaum, dass es „ein Niedersachse“ ist, der unter

allen 17.372 deutschen Stiftungen – gemessen an deren Gesamtausgaben

– an der Spitze des bundesweiten Rankings firmiert:

die VolkswagenStiftung. Als einer der leistungsstärksten privaten

Wissenschaftsförderer hat die 1961 gegründete Stiftung mehr als

29.300 Forschungsprojekte mit rund 3,7 Milliarden Euro gefördert.

Anders als ihr Name vermuten lässt, ist die VolkswagenStiftung

keine Unternehmensstiftung, sondern eine eigenständige, gemeinnützige

Stiftung privaten Rechts mit Sitz in Hannover.

Satzungsgemäß vergibt die VolkswagenStiftung ihre Mittel

nur an wissenschaftliche Einrichtungen, fördert im Wesentlichen

die Grundlagenforschung und ist dabei offen für alle Wissenschaftsbereiche.

Durch die Erträge aus dem etwa 2,3 Milliarden

umfassenden Stiftungskapital gewinnt die Arbeit von Natur-,

Gesellschafts- und Geisteswissenschaftlern, von Ingenieuren und

Medizinern. Mit der Fokussierung auf derzeit 20 Förderinitiativen

möchte die Stiftung wirkungsvolle Impulse geben und zukunftsweisende

Themen etablieren.

Ein Beispiel: die Lichtenberg-Professuren zur Stärkung des

Wissenschaftsstandortes Deutschland und zur Profilbildung der

besten unter den deutschen Hochschulen. Was junge exzellente

Wissenschaftler benötigen, ist die Freiheit, eigene Ideen zu verfolgen,

und eine Ausstattung, mit der die Realisierung der For-

schungsarbeit möglich wird. Eine Lichtenberg-Professur bietet beides.

Und verfolgt dabei das Ziel, bislang nicht etablierte Fachgebiete

mit Zukunftspotenzial an den Universitäten zu verankern. Davon

profitiert auch Sprachwissenschaftlerin Iryna Gurevych und mit

ihr die Informatik-Fakultät der Technischen Universität Darmstadt.

Hier erforscht die 33-Jährige, wie Menschen in der Informationsflut

des Internets intelligente Antworten finden können

und ihre Fragen dabei nicht anders formulieren müssen, als sprächen

sie mit ihrem Nachbarn. Ausgestattet mit Fördermitteln von

knapp 900.000 Euro und einem 17-köpfigen Forscherteam entwikkelt

die Lichtenberg-Professorin eine Technologie, mit der Computer

Sinnzusammenhänge der menschlichen Sprache erfassen können

und damit Fragen besser „verstehen“.

Auch auslandsbezogene Initiativen, die der internationalen

wissenschaftlichen Zusammenarbeit dienen, werden durch die

VolkswagenStiftung gefördert. So arbeitet ein multinationales Forscherteam

im sub-saharischen Afrika derzeit daran, eine der tükkischsten

Tropenkrankheiten zu bekämpfen: Buruli Ulkus. Die

Geschwürerkrankung, die unbehandelt zu schweren Behinderungen

führt und an der die Ärmsten und Anfälligsten Afrikas leiden,

blieb von der industrialisierten Welt lange Zeit weitgehend unbeachtet.

Seit 2004 wird ein medizinisches Team mit Partnern aus

Ghana, Kamerun, der Schweiz und Deutschland mit knapp einer

Million Euro gefördert. Das Ergebnis einer Studie mit rund hundert

Patienten ist vielversprechend. Eine leicht anwendbare und

zudem preiswerte Behandlungsmethode mit Wärmekissen zeigt

verblüffende Heilungserfolge: Sie lässt die temperaturempfindlichen

Erreger in kurzer Zeit absterben und die Geschwüre abheilen.

Rund ein Drittel des gesamten Bewilligungsvolumens der

VolkswagenStiftung verbleibt laut Satzung im eigenen Bundesland.

Mit dem so genannten „Niedersächsischen Vorab“ wird ausschließlich

die Hochschul- und Wissenschaftslandschaft innerhalb

der Landesgrenzen gefördert. Vom Aufbau eines gartenbauwissenschaftlichen

Netzwerkes über die Förderung des „Forschungsverbunds

Windenergie“ bis hin zur Hörforschung an der Universität

Oldenburg wurden alleine im abgeschlossenen Förderjahr 2009

knapp 50 Einzelprojekte an Hochschulen und Instituten mit einer

Gesamtsumme von 56 Millionen Euro gefördert.

Müssen inzwischen die deutschen Stiftungen – und jährlich

kommen rund 1.000 Neugründungen hinzu – in unserer heutigen

Gesellschaft Aufgaben übernehmen, für die eigentlich Staat und

Politik verantwortlich sind? Wird in öffentlichen Bereichen künftig

verstärkt auf privates Engagement gesetzt? Was können und

dürfen Stiftungen leisten, und was nicht? „Stiftungen wollen und

können nicht Lückenbüßer sein für die mangelhafte Grundfinan


Bild © Jens steingässer

88 StiFtunGen ReGJo NIedeRsachseN ReGJo NIedeRsachseN StiFtunGen 89

„offen – für außergewöhnliches“: die Volkswagenstiftung fördert innovative

Ideen, auch wenn diese nicht in den Rahmen des Förderangebots passen.

elmar Kroner vom INM Leibniz-Institut für Neue Materialien in saarbrücken

suchtnach klebstofffreien haftsystemen. hier studiert er eine silikonscheibe

mit der künstlichen Version eines Geckofußes.

Bild © helge Krückeberg (2), Michael cintula

zierung der öffentlichen Hand“, so der Generalsekretär der VolkswagenStiftung

Dr. Wilhelm Krull. „Gerade in Krisenzeiten wird

ihre kreative Kraft dringender denn je benötigt, um neue Sicht-

achsen zu schaffen und ungewohnte, in vieler Hinsicht grenzüberschreitende

Wege zu gehen. Unsere Zukunft liegt in einer von breitem

gemeinnützigen Engagement getragenen Stiftergesellschaft.“

Eine weitere bedeutende Stiftung des Landes feierte letztes

Jahr 25-jähriges Jubiläum. Seit einem Vierteljahrhundert verfolgt

die Niedersächsische Sparkassenstiftung das Ziel, regionale Kulturförderung

mit überregionalem Anspruch zu betreiben. Seit

ihrer Gründung hat die Stiftung nahezu 2.900 Projekte mit einem

Gesamtfördervolumen von rund 92 Millionen Euro ermöglicht

und zählt damit zu den größten Kulturstiftungen Norddeutschlands.

Gefördert werden Bildende Kunst und Musik, Museen und

Denkmalpflege in allen Teilen des Landes. Und das immer mit

dem Anspruch, die kulturelle Vielfalt und Lebendigkeit Nieder-

sachsens zu stärken. Mit Hilfe des jährlichen Fördervolumens von

3,7 Millionen Euro werden Ausstellungen in Museen neu gestaltet,

regionaltypische Denkmale restauriert, Kunstvereine unterstützt

und Stipendien an junge Künstler vergeben. Die Niedersächsischen

Musiktage, das flächengrößte Festival Deutschlands,

werden von der Sparkassenstiftung gemeinsam mit den Sparkassen

im Lande durchgeführt und sind aus dem Veranstaltungskalender

nicht mehr wegzudenken. Ebenso unmöglich wäre der Verbleib

von 39 bedeutenden Werken des Dadaisten Kurt Schwitters

in dessen Geburtsstadt Hannover gewesen: Hätte die Sparkassenstiftung,

gemeinsam mit der Nord/LB, 1993 nicht zwölf Millionen

D-Mark für deren Ankauf zur Verfügung gestellt, wäre dieser

repräsentative Querschnitt seines Schaffens durch Verkäufe am

Kunstmarkt auseinandergerissen worden. Heute wird Schwitters’

Erbe im Sprengel Museum Hannover gehütet. Die Landeshauptstadt

ist damit die wichtigste Anlaufstelle für Schwitters–Interessierte

in der ganzen Welt, noch vor New York.

„Die Niedersächsische Sparkassenstiftung zeigt seit 25 Jahren,

dass Sparkassen unter Gemeinwohlorientierung nicht nur

die Bereitstellung von Krediten für den Mittelstand verstehen.

Unsere landesweite Kulturarbeit setzt Impulse, sie stärkt, fördert

und inspiriert die niedersächsische Kulturlandschaft nachhaltig –

auf diesem Weg möchten wir auch in Zukunft beständig voranschreiten“,

sagt Thomas Mang, Präsident der Niedersächsischen

Sparkassenstiftung.

Die VGH-Stiftung – aus Anlass des 250-jährigen Jubiläums

der Landschaftlichen Brandkasse Hannover im Jahr 2000 gegründet

– unterstützt mit den Erträgen aus ihrem Stiftungskapital

wissenschaftliche, kulturelle und mildtätige Projekte. Ein wichtiges

Anliegen der VGH-Stiftung ist es, gerade bei Kindern und

Jugendlichen das Interesse für Kultur zu stärken. Jährlich erhal-

Projektspektrum der Niedersächsischen sparkassenstiftung: 23. Niedersächsische

Musiktage 2009, Konzert „die Nacht im Liegen hören“,

schloss Bückeburg (oben); Niedersächsische Musiktage 2010, Konzert

club der saiten mit Patricia Kopatchinskaja und Fazil say (Mitte);

ausstellung „Bilanz in zwei akten“, ausstellung sammlung zeitgenössischer

Kunst der Niedersächsischen sparkassenstiftung zum 20-jährigen

Jubiläum (unten).


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die VGh-stiftung vergibt unter anderem den Förderpreis Museumspädagogik wie hier (Bild links) 2010 im

Kunstmuseum Wolfsburg; Bild rechts: eröffnung des Julius-club 2010 in seelze.

ten bis zu sechs Museen den mit insgesamt

21.000 Euro dotierten Förderpreis Museumspädagogik

für innovative Konzepte, um

als außerschulische Lernorte das Entdekken

zum Erlebnis zu machen. Doch auch

Bibliotheken, Literaturbüros, historische

Gärten und Parks, wertvolle Bücher und

Archivalien sowie Hospize wurden seit der

Stiftungsgründung mit insgesamt rund 5,6

Mio. Euro unterstützt. Die VGH-Stiftung

fungiert jedoch nicht nur als Förderer, sie

setzt selber Akzente mit eigenen Projekten.

So veranstaltet sie das Literaturfest Niedersachsen

und das Leseförderprogramm

„Julius – Jugend liest und schreibt“.

Das zehnjährige Bestehen der Stiftung

haben die Stifter, die VGH Versicherungen,

zum Anlass genommen, das Stiftungskapital

um weitere 5 Mio. Euro auf nunmehr

32,5 Mio. Euro zu erhöhen. „Wir freuen

uns sehr über das großzügige Geburtstagsgeschenk

der VGH Versicherungen, das uns

in die Lage versetzt, noch stärker als bisher

in kulturelle, wissenschaftliche und mildtätige

Projekte in Niedersachsen und Bremen

zu investieren. Unser Anspruch ist es, auch

in den kommenden Jahren einen nachhaltigen

Beitrag zur Stärkung der Regionen zu

leisten“, so Friedrich v. Lenthe, Vorsitzen-

der des Vorstandes der VGH-Stiftung. Die

Stiftung Niedersachsen hingegen wurde

1986 von der Landesregierung gegründet.

Sie widmet sich der Förderung kultureller

Projekte aus allen künstlerischen Bereichen

– Musik und Bildende Kunst, Literatur

und Fotografie, Theater und Tanz.

„Die Kunst zu fördern verstehen wir als

Auftrag und Herausforderung zugleich“,

sagt Generalsekretär Joachim Werren.

Mit dem „Internationalen Violin-Wettbewerb

Hannover“ wirkt die Stiftung weit

über die Grenzen des Landes hinaus.

Alle drei Jahre unterstützt sie mit diesem

renommierten und weltweit am höchsten

dotierten Wettbewerb junge Künstler auf

ihrem Weg in eine internationale Karriere.

Anregende Begleitprogramme führen

neue und vor allem junge Menschen

an klassische Musik heran.

Um junge Menschen geht es auch

beim Stiftungsprogramm „Europa-Kolleg“.

Es bietet 16- bis 20-jährigen Schülern

deutscher Auslandsschulen jährlich zwei

Wochen der Begegnung mit europäischer

Geschichte und Gegenwart sowie Gelegenheit,

die gemeinsame europäische Identität

zu entdecken. Durch das Programm „Communauten“

werden Kinder zu Stadtführern

ReGJo NIedeRsachseN StiFtunGen 91

ausgebildet und lernen ihre Heimat mit

eigenem Blick und ihrer Sprache zu präsentieren

– für Kinder. Das Projekt „Musikland

Niedersachsen“ ist ein mehrjähriges

Vernetzungsprojekt der Stiftung, zusammen

mit der Niedersächsischen Sparkassenstiftung

und dem Land, das neue Wege

der Vermittlung etabliert und die Festivallandschaft

weiterentwickelt. Die Stiftung

ist geschätzter Partner von Museen, die sie

auch bei Ausstellungen und – gelegentlich

– mit Ankäufen unterstützt.

Das deutsche Stiftungswesen besteht

seit Jahrhunderten; eine dagegen relativ

neue Organisationsform bürgerschaftlichen

Engagements zeigt sich in den Bürgerstiftungen.

Als eine der ersten wurde 1997 die

Bürgerstiftung Hannover gegründet, um

Bürgern und Unternehmern die Chance

zu geben, in ihrer Stadt und Region Eigeninitiative

und Mitverantwortung zu zeigen;

Göttingen folgte diesem Beispiel kurz darauf.

Mittlerweile gibt es in der Bundesrepublik

rund 220 Bürgerstiftungen, denen

durch das Gütesiegel des Bundesverbands

Deutscher Stiftungen neben der bürgerschaftlichen

Gemeinnützigkeit auch die

wirtschaftliche und politische Unabhängigkeit

attestiert wird.

Bild © archiv Kunstmuseum Wolfsburg, shooresh Fezoni


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das Projekt der Bürgerstiftung Braunschweig „auf dem Weg zum

Buch – Leseförderung an Braunschweiger schulen und Kitas“ will

die Lesefähigkeit von Vorschul- und schulkindern frühzeitig fördern

und damit die Freude am Lesen wecken und vertiefen. Gleichzeitig

soll die Leseförderung als fachübergreifendes Unterrichtsprinzip in

schulen verankert werden.

Bild © Bürgerstiftung Braunschweig

ReGJo NIedeRsachseN StiFtunGen 93

Die Idee einer Bürgerstiftung fiel auch in Braunschweig auf fruchtbaren

Boden. Im September 2003 trugen sich 98 Stifter mit einem

Stiftungskapital von insgesamt 157.000 Euro in die Gründungsurkunde

ein. Inzwischen ist die Stiftung um 14 Treuhandstiftungen

und einen Stiftungsfond angewachsen, das gesamte Stiftungskapital

beträgt zurzeit rund 5,6 Millionen Euro.

Einen besonderen Schwerpunkt legt die Bürgerstiftung

Braunschweig auf die Förderung von Kindern und Jugendlichen.

Themen sind: Chancengleichheit und Gewaltprävention,

Bildung und Gesundheit. „Die Aufgaben in diesem Bereich sind

breit gefächert: Unsere Projekte reichen von der Leseförderung an

Braunschweiger Schulen über den Kindermittagstisch mit pädagogischen

Zusatzangeboten bis zur Streetsoccer Liga und der Praktikumsbörse“,

so Ulrich E. Deissner, Vorsitzender des Stiftungsvorstands.

Unterstützung für ihre Projekte erfährt die Stiftung durch

Braunschweiger Unternehmen und Institutionen: So veranstaltet

das Staatstheater mit Schülern eigene Aufführungen und die

Braunschweiger Wirtschaft unterstützt Jugendliche mit Praxismodulen

bei der Berufswahl.

Über die Projektarbeit hinaus versteht sich die Bürgerstiftung

als wichtige Plattform für einen lebhaften Ideenaustausch zwischen

den Menschen in Braunschweig. „Es ist wichtig und lohnend, Mitverantwortung

für das Wohl in unserem Gemeinwesen zu übernehmen“,

davon ist Ulrich E. Deissner überzeugt. „Als Bürgerstiftung

werben wir intensiv für ein bürgerschaftliches Engagement

und wollen unter dem Motto „Mittragen – Mitdenken – Mitgestalten“

alle zusammenbringen, die sich mit ihrer Stadt identifizieren

und ihr etwas zurückgeben möchten.“ Wie erfolgreich diese

Motivation ist, beweist besonders eindrucksvoll der zweijährlich

stattfindende Braunschweiger Bürgerbrunch in der Altstadt: Rund

15.000 Menschen – Familien, Freundeskreise, Schulklassen, Kollegen,

Stammtische, Vereine – sitzen dann gemeinsam an der mit

drei Kilometern längsten Tafel der Stadt, genießen sowohl die

mitgebrachten Speisen wie auch das unterhaltsame Rahmenprogramm

und kommen dabei miteinander ins Gespräch. Die Erlöse

aus der Tischreservierung fließen in Projekte der Bürgerstiftung

Braunschweig. Diese Aktion hat, nicht zuletzt durch eine gute Vernetzung

vieler Bürgerstiftungen untereinander, etliche Nachahmer

in anderen Städten gefunden. Das „Original“ aber stammt aus

der Löwenstadt.

Wie bunt die niedersächsische Stiftungslandschaft über die

vorgenannten Beispiele hinaus ist, zeigt eindrucksvoll das Stiftungsverzeichnis

der Region Hannover, in der allein 300 Stiftungen

registriert sind: Ganz im Sinne ihrer Gründer widmen sie sich

Altenheim, Knabenchor oder Wattenmeer; fördern preiswerten

Wohnraum und die christlich-islamische Verständigung; unterstützen

afrikanische Aids-Waisen, entlassene Strafgefangene und

musikalisch Hochbegabte.

Vielleicht eine Anregung für künftige Stifter? Zu deren Motivation

sei noch folgender Hinweis erlaubt: Bis zu einem Drittel

ihrer Einkünfte darf eine gemeinnützige Stiftung darauf verwenden,

den Stifter und dessen Angehörige „in angemessener Weise“

zu unterhalten; und steuerlich begünstigt ist sie sogar mehrfach.

Also: Am besten schnell stiften gehen!


94 kalender ReGJo NIedeRsachseN ReGJo NIedeRsachseN kalender 95

Modern

Mit den Meisterkurs-schülern von „Jugend musiziert“

spielt das zu den weltweit führenden ensembles für Neue

Musik zählende ensemble Modern in hannover.

30. Juli bis 07. august 2011

Sommerliche Musiktage hitzacker – unter

dem Motto „Familienbande“ gehen die sommerlichen

Musiktage in die 66. Runde

Verschiedene Veranstaltungsorte in hitzacker

25. august 2011

eifersucht – diese Inszenierung des schloss

akkord Festivals zeigt die dramatischeren

seiten händels an einem kuriosen ort

20.00 Uhr, Justizvollzugsanstalt für Frauen,

Vechta

28. august 2011

heininger kooperationskonzert – ein

streichquartett plus Gitarre verspricht einen

spannenden Klangeindruck

17.00 Uhr, Klostergut heiningen

04. september 2011

25. niedersächsische Musiktage – GeZeiten

– rund 800 Mitwirkende zählt diese ungewöhnliche

aufführung von Komponist Markus

stockhausen, die sich den Gezeiten widmet

17.00 Uhr, Grimmershörnbucht, cuxhaven

11. september 2011

Schwedischer abend – erstes Konzert der

aulakonzerte der Göttinger Kammermusikgesellschaft

in der Reihe „Nordklänge“

19.45 Uhr, aula der Universität Göttingen

11. und 12. september 2011

1. Sinfoniekonzert – Mozart und zweimal

Mendelssohn Bartholdy: nicht nur Felix, sondern

auch Fanny, seine nicht minder begabte

schwester

20.00 Uhr, stadthalle Braunschweig

25. september 2011

Münchner Philharmoniker – das bayrische

orchester interpretiert Tschaikowsky, schos-

takowitsch und scriabin

20.00 Uhr, Kuppelsaal im hcc, hannover

30. oktober 2011

Galakonzert 2011 – das ensemble Modern

spielt gemeinsam mit den Meisterkurs-Teilnehmern

der sieger von „Jugend musiziert“

Kleiner sendesaal des NdR, hannover

04. November 2011

Bamberger Symphoniker – im Rahmen des

Braunschweig classix Festivals spielen die

Musiker aus Franken in Braunschweig auf

20.00 Uhr, stadthalle Braunschweig

11. November 2011

alice im wunderland – groteske Figuren und

ein Mädchen, dessen Neugier und Mut auf die

Probe gestellt werden, spielen die hauptrolle

in diesem Ballett

19.30 Uhr staatstheater hannover

Wandelbar

Kabarettist Volker Pispers gibt sein „Best of“

der letzten 20 Jahre zum Besten, das sich von

show zu show verändert.

Klassik, Ballett Theater, Kabarett, Musical

bis 07. august 2011

der Sturm – science-Fiction-Musical frei

nach shakespeare auf der Gartenbühne in

den herrenhäuser Gärten

20.00 Uhr, herrenhäuser Gärten, hannover

29. Juli bis 13. august 2011

verdener domfestspiele 2011 – der steinerne

Mann – Theateraufführung rund um

eine Verdener Legende. Rund 100 darsteller

wirken auf drei Bühnen mit

Freilichtbühne am dom, Verden (aller)

ab 20. august 2011

turandot – vor einmaliger Kulisse rund um

den Braunschweiger Burglöwen wird Puccinis

Geschichte um die chinesische Kaisertochter

Turandot vom staatstheater aufgeführt

Jeweils 19.30 Uhr, Burgplatz, Braunschweig

ab 10. september 2011

die zwölf Geschworenen – Bühnenadaption

des gleichnamigen Filmklassikers, in dem es

um Vorurteile und die Wahrheit geht

19.30 Uhr, Großes haus, hildesheim

14. bis 18. september 2011

18. internationales Filmfest oldenburg –

alternative Filme aus aller Welt versprechen

Kino mal ganz anders zu erleben

verschiedene orte in oldenburg

Retrospektiv

Bahman Jalali zählt zu den zentralen Figuren der Fotografie

in Vorderasien. die ausstellung in hannover ist die

erste Retrospektive seines Werkes in deutschland.

16. september 2011

Bis neulich – Kabarettist Volker Pispers

spielt ein sich ständig veränderndes Programm,

das einst als „Best of“ aus 20 Jahren

entstand

20.00 Uhr, stadthalle Göttingen

bis 21. september 2011

rats – das Musical, frei nach der Rattenfängersage

von hameln, mit viel Witz und Musik

inszeniert

jeden Mittwoch um 16.30 Uhr, hochzeithaus-

Terasse, hameln

ab 24. september 2011

west Side Story – die Geschichte der Liebenden

New yorker Immigranten ist immer

noch – oder gerade jetzt – sehr aktuell

19.45 Uhr, deutsches Theater Göttingen

ab 15. oktober 2011

lady in the dark – Premiere des Musicals

von Kurt Weill, mit dem ihm am Broadway

1940 der durchbruch gelang

19.30 Uhr, staatstheater hannover

11. dezember 2011

der kleine horrorladen – schräges Musical:

ein schlecht laufender Blumenladen in einem

schlechten stadtteil

16.00 Uhr, stadthalle clausthal-Zellerfeld

Fotografie: Wolfgang Beisert, Ilona Klimek, Rana Javadi, deichbrand Festival

Ausstellungen

bis 30. Juli 2011

20. dornumer kunsttage – zum Thema

„Lebenswege – Lebenslinien“ reichen nationale

und internationale Künstlerinnen und

Künstler ihre arbeiten ein

Wasserschloss dornum, ostfriesland

bis 31. Juli 2011

Generationen im dialog – ein hannoveraner

Künstlerkollektiv siedelt passenderweise die

ausstellung der Gartenregion hannover in der

Natur an

Park des edelhofes Ricklingen

14. august 2011

open air Galerie – rund 100 Künstler und

Kunsthandwerker aus dem Künstlerdorf

Worpswede präsentieren ihre arbeiten

versch. Veranstaltungsorte in Worpswede

bis 21. august 2011

Spectrum – Bahman Jalali widmete mehr als

40 Jahre seines Lebens der arbeit an dem

visuellen Gedächtnis des Iran

sprengel Museum hannover

ab 03. september 2011

die Geometrie des augenblicks – auf Reisen

rund um die Welt entstanden henri cartier-Bressons

wohlkomponierte aufnahmen

Kunstmuseum Wolfsburg

Rockig

auf dem open-air-Festival direkt an der

Nordsee geben sich internationale Rock- und

Popkünstler die ehre.

Jazz, Rock, Pop, Schlager

22. bis 24. Juli 2011

deichbrand – Fanta 4, Kettcar, Juli und viele

andere auf dem open-air der Nordsee

segelflughafen Nordholz

19. august 2011

Jazz im heinrich-heine-haus – gleich zwei

Bands: annitschka und Bernd homann

ab 20.30 Uhr, heinrich-heine-haus, Lüneburg

29. august 2011

daniel Fischer und thomas Sozner – der

stil der jungen Musiker erinnert an Max

Raabe

20.00 Uhr, Kulturzelt im Bürgerpark,

Braunschweig

16. oktober 2011

18. Stader Shantychor-Festival der niederelbe

– shanty-chöre auf drei Bühnen

Innenstadt stade

07. November 2011

Beatsteaks – der erste Termin der deutschen

Punkrock-Band in Niedersachsen

20.00 Uhr, osnabrückhalle, osnabrück

08. bis 13. November 2011

34. Göttinger Jazzfestival – Göttingen jazzt

sechs Tage lang

verschiedene Veranstaltungsorte in Göttingen


Ihr Ansprechpartner

John D. Swenson • Marketingleitung • 0551 / 50 75 1-16 • swenson@polygo.de

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REGJO ist Gewinner des Silber-Awards im Wettbewerb

um den BCP (Best of Corporate Publishing) 2010 in

der Kategorie B2B Medien/Entertainment/Kultur.

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Chaotisch

hans Raths Protagonist Paul will endlich sein Leben in

ordnung bringen. Mit seinen alten WG-Gefährten verursacht

er aber eher ein noch größeres chaos.

Literatur

14. august 2011

50 Jahre Mauerbau – ein deutsch-deutscher

dialog in Gedichten, autorenlesung mit Ralph

Grüneberger und Wolfgang Rischer

15.00 Uhr, Raabe haus, Braunschweig

01. september 2011

was will man mehr – autor hans Rath liest

aus seinem Buch, in dem es um die Frage

geht, was man mehr will als Kind und Karriere

19.30 Uhr, Leuenhagen und Paris, hannover

14. bis 23. oktober 2011

20. Göttinger literaturherbst – auf dem

Programm stehen Lesungen, Performances,

Medienprojekte, Gespräche und

diskussionsveranstaltungen

verschiedene Veranstaltungsorte in Göttingen

04. bis 20. November 2011

7. ostfriesische krimitage – schwerpunkt

auf dem Literaturfestival ist dieses Jahr der

kulinarische Krimi

verschiedene Veranstaltungsorte in und um

Leer

05. bis 15. November 2011

37. kiBuM – die Kinder- und Jugendbuchmesse

präsentiert jährlich Neuerscheinungen

mit vielseitigem Programm

Kulturzentrum PFL, oldenburg

Fotografie: alexander hörbe, Uwe epping

Sonstiges

07. Juli bis 17. august 2011

wolfenbüttler kultursommer – Wolfenbüttels

open-air-Festival präsentiert nationale

und internationale Künstler quer durch alle

Kultursparten in der einzigartigen atmosphäre

des schlossinnenhofes

schloss Wolfenbüttel

15. bis 17. Juli 2011

hafenfest in dangast – jährliches großes

hafenfest. Besondere attraktion: die Fahrten

auf der Nordsee mit der „etta von dangast“

hafen von dangast, Varel

16. bis 24. Juli 2011

131. Bad harzburger Galopprennwoche –

wenn in Bad harzburg wieder die Pferde rennen,

gibt es sportliche höchstleistungen,

Wettgenuss und kulinarische höhepunkte

sportpark an der Rennbahn, Bad harzburg

24. Juli 2011

duhner wattrennen – seit nunmehr sage

und schreibe 109 Jahren findet das legendäre

Pferderennen im Wattenmeer statt

cuxhaven-duhnen

27. Juli bis 14. august 2011

Maschseefest – rund um den Maschsee wird

in der Landeshauptstadt mal wieder gefeiert

Maschsee, hannover

Sportlich

ReGJo NIedeRsachseN kalender 97

die harzburger Galopprennwoche geht in die

131. Runde mit ihrer aufregenden Mischung

aus sport, Wetten und Kulinarischem.

11. bis 16. august 2011

713. Stoppelmarkt – eines der größten

Volksfeste Nordwestdeutschlands bietet auch

in diesem Jahr wieder allerlei Unterhaltung

Vechta

19. bis 21. august 2011

internationales trachtenfest – Trachten-

und Musikgruppen aus dem In- und ausland

bieten Volkstänze und Folkloredarbietungen

Örtzepark, hermannsburg

27. und 28. august 2011

German Beach-Basketball-open – größtes

Beach-Basketball-Turnier deutschlands und

spaß-Turnier

VGh-stadion am Meer, Funstrand duhne,

cuxhaven

02. bis 04. september 2011

Magnifest – das bunte straßenfest in

Braunschweigs ältestem stadtviertel lädt ein

zu unvergesslicher atmosphäre, Musik und

Unterhaltung

Magniviertel, Braunschweig

30. september bis 03. oktober 2011

10. JadeweserPort-Cup – Traditionssegel-Regatta

auf der Jade mit buntem

Rahmenprogramm

hafen von Wilhelmshafen


98 LAnD & uMwELt REGJO NIEDERSACHSEN

Wussten Sie, dass ...

Sonderbares und Wissenswertes aus der Region – von der größten Quadriga

Deutschlands bis zur Erdölförderung in der Lüneburger Heide.

... die Quadriga auf dem wiederaufgebauten

Braunschweiger Stadtschloss die

größte Deutschlands ist?

Insgesamt vier Quadrigen gibt es in

Deutschland: Neben der bekanntesten auf

dem Brandenburger Tor stehen die anderen

auf dem Münchener Siegestor sowie

der Dresdner Semperoper (mit Panthern

statt Pferden) und eben auf dem wiedererrichteten

Braunschweiger Stadtschloss.

Dessen Skulpturengruppe um Brunonia,

die sinnbildliche Göttin des alten Herzogtums,

überragt sie alle. Die heutige Bronze-

Gruppe von 2008 wiegt 25,8 Tonnen und

misst an der höchsten Stelle 9,20 Meter.

Der Braunschweiger Quadriga war im

Laufe ihrer Geschichte jedoch wenig Glück

beschieden. Die erste Quadriga wurde 1863

auf dem Schloss aufgestellt, stürzte allerdings

bei einem Schlossbrand zwei Jahre

später mit dem Dach in die Tiefe und

schmolz in den Flammen dahin, lediglich

der Kopf Brunonias wurde gerettet

und ist heute im Museum zu sehen. Die

zweite Quadriga von 1868 hielt bis zum

Ende des Zweiten Weltkriegs durch, erlitt

wie durch ein Wunder keine Beschädigungen

durch die Bombenangriffe, wurde aber

nach Kriegsende von Metalldieben skelettiert,

das Gerippe wurde dann beim Abriss

des Schlosses mit verschrottet. Und wieder

überlebte nur ein Teil im Museum: der

linke Zeigefinger Brunonias.

Bildnachweis: Bernd Neumann, Deutsches Erdölmuseum Wietze

... die welterste fündige Erdölbohrung in

Wietze bei Celle in der Lüneburger Heide

stattgefunden hat?

Nicht in Texas, nicht im Irak – in der Lüneburger

Heide wurde bei gezielten Bohrungen

das erste Erdöl der Welt gefördert. Der

Geologe Konrad Hunäus war 1858/1859 in

Wietze bei Celle eigentlich auf der Suche

nach Braunkohle, als er die Heide anbohrte.

In 35 Metern Tiefe jedoch stieß er stattdessen

auf das schwarze Gold. Die Wietzer

Bauern allerdings schöpften nachweislich

schon im 16. Jahrhundert das Erdöl aus so

genannten Theerkuhlen und verkauften es

damals als Schmier- und Heilmittel.

1899 brach dann das Ölfieber in

Wietze aus, als man bei einer Bohrung in

270 Metern Tiefe freifließendes Öl fand.

Der Ölboom veränderte Wietze innerhalb

weniger Jahre, die Stadt wurde zum Öldorado.

Die Anzahl der Bohrbetriebe nahm so

rasant zu, dass die Arbeiter in Wietze nicht

mehr unterkommen konnten. Der Anteil

der Pendler betrug bald 90 Prozent.

Wietze deckte mit seiner Förderung

etwa 80 Prozent der Inlandsnachfrage nach

Öl ab. Bis zur endgültigen Stilllegung aller

Betriebe 1963 aus wirtschaftlichen Gründen

gab es in Wietze 2.028 Bohrungen. Das

Deutsche Erdölmuseum Wietze wurde 1970

auf einem Teilstück des ehemaligen Ölfeldes

eingerichtet. Damit ist es das älteste

Erdölmuseum der Welt.

Impressum

13. Jahrgang, 22. Ausgabe

Herausgeber

Polygo Verlag GmbH

Verlag

Polygo Verlag GmbH

Lotzestraße 29

37083 Göttingen

Telefon 0551-50 75 10, Telefax 0551-50 75 150

ISSN 1615-5696

Internet und E-Mail

www.niedersachsen.regjo.de; hallo@regjo.de

Herausgeber

Thomas Wirth (wirth@polygo.de)

Chefredakteur

Sven Grünewald (redaktion@regjo.de)

Redaktion

Julia Peetz, Julia Wolffson, Juliette Rahn, Stefanie

Stüting, Katrin Langemann

Autoren

Angela Andresen-Schneehage, Volker Schönfeldt,

Anders Seefeldt, Jürgen Rahmel, Christian Müller

Fotografie

Ronald Schmidt, Roberto Hegeler, Nikolaj Georgiew,

Marco Bühl, Rolf Schecker, Marc Theis, Claus

Winderlich, Jens Steingässer, Markus Schäfer, Bernd

Neumann, Deutsches Erdölmuseum Wietze, Wolfgang

Beisert, Ilona Klimek, Rana Javadi, Deichbrand Festival,

Alexander Hörbe, Uwe Epping, Manfred Krifka, Ulrich

Schießl, Händel-Festspiele Göttingen, Rozilda H. Drude,

Helge Krückeberg, Michael Cintula, Archiv Kunstmuseum

Wolfsburg, Shooresh Fezoni, Bürgerstiftung

Braunschweig, Bundesanstalt für Geowissenschaften

und Rohstoffe, GWG Gesellschaft für Wirtschaftsförderung

und Stadtentwicklung Göttingen mbH, Nordwestdeutsches

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Ingo Jahn, Futura Werbeagentur, König Event Marketing,

Hochseilgarten Norderney, LandTours Norderney,

Inselraum Norderney, Fischpresse, Krankenhaus Norderney,

Christian Bierwagen, Pädagogium Bad Sachsa,

Jacques Toffi, Friedrichs & Partner, Weserbergland

AG, Wirtschafts- und Innovationsförderung Salzgitter

GmbH, E.ON MItte, Jost Schilgen, Universität Göttingen,

Hochschule für angewandte Wissenschaft und

Kultur HAWK, Evangelisch-lutherische Landeskirche

Hannover, Ospelkaus, Presse Club Hannover, Metropole

Nordwest, Region Hannover, Landschaftsverband

Südniedersachsen, Sascha Gramann, Diagnostisches

Brustzentrum Göttingen, NGlobal, Real Estate North,

Technologie- und Wirtschaftszentrum Delmenhorst

Art Direktion

Iris Becker

Layout & Illustration

Ines Erdmann, Margareta Nawrocka

Marketing

John D. Swenson, Leitung (swenson@regjo.de)

Anzeigen

Jörn Jacobsen (jacobsen@regjo.de)

Tim Mittelstaedt (mittelstaedt@regjo.de)

Dennis Aschoff (marketing@regjo.de)

Michael Mohné (hannover@regjo.de)

Maurice Henin (henin@polygo.de)

Tim Feindt (tim.feindt@polygo.de)

Lara Dörner (doerner@polygo.de)

Joshua Räsch (raesch@polygo.de)

Lisa Hamann (hamann@polygo.de)

Britta Blosat (blosat@polygo.de)

Versand & Aboservice

Anne Nathe (nathe@regjo.de)

Melanie Brito Ferreira (info@polygo.de)

Ramona Reininger (reininger@polygo.de)

Geschäftsführung

Thomas Wirth (wirth@polygo.de)

Assistenz der Geschäftsführung

Jennifer Röstel (roestel@regjo.de)

Katharina Schloh (schloh@polygo.de)

Erscheinungsweise

halbjährlich

Bezugsbedingungen

Abonnement EUR 8,- inkl. Mehrwertsteuer und

Zustellgebühr für zwei Ausgaben. Einzelpreis EUR 5,-.

Das Abonnement verlängert sich automatisch, wenn

es nicht zum Ablauf gekündigt wird.

RegJo ist eine eingetragene Marke (Nr. 39867052) der

Polygo Verlag GmbH

Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher

Genehmigung des Verlages.

Kooperationspartner des RegJo

Kommunale Partner

Mitgliedschaften

GVZ Göttingen

Räume für

Ihre Ideen

Flächen im

Logistikpark

Siekanger

Das GVZ Göttingen und der Logistikpark

Siekanger bieten Ihnen 260.000 m² frei verfügbare und

baureife Flächen. Eine vorteilhafte Infrastruktur, wie der

Anschluss an die A7 und der direkte Gleisanschluss, stehen für eine

optimale und schnelle Anbindung. Wir beraten Sie gerne bei Ihrer

Projektentwicklung. Durch die Einbindung in Netzwerke und

Partnerschaften legen wir Ihnen einen Grundstein für weitere

Perspektiven.

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