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Kein Plan vom Baustellenplan?von Hannah Bakker© Hannah BakkerKräne, Bagger und Bauzäune zierenderzeit die Karlsruher Fußgängerzone.Wer vom Marktplatzkommt, sieht in der Weihnachtszeitkeinen angestrahlten Weihnachtsbaum,sondern einen in hellem Licht erstrahlendenBaukran. Von Umleitplänen zuUmleitersatzplänen zu Umleitübergangsplänen,von Halbsperrung zuVollsperrung - die Innenstadt wird umgegrabenund von A nach B zu kommenwird dabei häufig zum Erlebnis. Undwofür das alles?Karlsruhe hat abgestimmt. Im Jahr2002 stimmten (bei einer Wahlbeteiligungvon 74%) 55% der Karlsruher füreine zukunftsorientierte Lösung desKarlsruher Innenstadtverkehrs. Unterdem Namen „Die Kombilösung“ sindim Wesentlichen zwei große Veränderungengeplant. Die erste ist jene, dieuns derzeit regelmäßig verschiedensteSperrungen an jedweden Stellen derKaiserstraße beschert: Die Straßenbahnensollen zukünftig nicht mehr dieKaiserstraße füllen und dabei tagsüberdie Opfer des Kauf- und nachts jenedes Alkoholrausches gefährden. Stattdessenist vom Mühlburger Tor bis zurDurchlacher Allee eine unterirdischeLinie geplant, die am Markplatz RichtungSüden abzweigt und erst nach demKongresszentrum an der Augartenstraßewieder das Tageslicht erblickt. Insgesamtalso ein Tunnel von 2,4 KilometernLänge, der einmal quer durch die Citygeht und dementsprechend – man ahnt© Hannah BakkerPlan für 2014:• Beginn der Tunnelbohrungunterhalb der Kaiserstraße.Ab Oktober wirdder Bohrer in einem Tunnelstückam Durlacher Torzusammengesetzt, dannsoll er in 220 Tagen dieKaiserstraße untertunneln• Die Haltestelle Europaplatzsoll bis Jahresendeunter einem geschlossenenDeckel liegen, sodass dieFläche oben wieder genutztwerden kann• Der Südabzweig vomMarktplatz hin zurEttlinger Straße bleibtleider noch zwei JahreBaustellees schon – ein Mammutprojekt für diedeutsche Bauindustrie. Nach Baustartin 2010 soll bereits 2018 70% des oberirdischenStraßenbahnverkehrs unterirdischverlaufen, 2019 soll die Kaiserstraßedann komplett bahnfrei sein.Doch das ist noch nicht alles! Von derautofahrerfreundlichen Stadt in eineFußgängeroase - das ist die angestrebteEntwicklung. Denn auch auf derKriegsstraße soll künftig Mensch stattBlech flanieren. „Eine vierreihige Baumalleezwischen Karlstor und Mendelssohnplatzverleiht der Kriegsstraße denneuen Boulevard-Charakter“, heißt esauf der Homepage der Kombilösung.Während Fußgänger und Radfahrerbreite Wege entlang der Straße bekommen,entsteht unterirdisch ein 1,6 Kilometerlanger Autotunnel, der von derAutorampe westlich des Karlstors biszum Knotenpunkt Ostendstraße in derLudwig-Erhard-Allee reicht. Oben wirdder Verkehr massiv entlastet, sodassder Fußgängerbereich sich künftig vonSchloss über Innenstadt bis hin zumStadtgarten nahtlos hinzieht. DieserTeil des Bauvorhabens hat bislang jedochnoch nicht begonnen. Sperrungenentlang der Kriegsstraße stehen unslaut den acht Bauphasen, in denen dieKombilösung fertig gestellt werden soll,erst ab 2015 bevor.Doch wer bezahlt den Spaß? Nach derFortschreibung 2012/2013 liegen dieKosten bei 674,2 Millionen Euro. DerBund beteiligt sich mit 60 Prozent anden förderfähigen Kosten,das Land Baden-Württembergmit 20 Prozent. Die Zahlungder restlichen Kostenerfolgt über die KarlsruherSchieneninfrastruktur-Gesellschaft(KASIG). Kritikervermuten aber schon jetzt,dass sich die Kosten bis zumAbschluss des Bauvorhabensauf 1 Milliarde erhöhen werden.Ein Glück, dass Badener kostspieligeInfrastrukturprojekte gelassenersehen als Schwaben.Wer jetzt schon wissen will, wie dieseZukunft aussieht, der kann sich aufwww.diekomiloesung.de informieren.Die Seite bietet neben aktuellen und allgemeinenInfos auch Features wie eineninteraktiven Stadtplan, auf dem mansich schon jetzt die einzelnen Haltestellenansehen kann. Wer es nicht mehrabwarten kann, dem zeigt der Visionsfilm„Die Kombilösung bewegt mich“,wie schön das Shoppen in der Kaiserstraßeeinmal sein wird. Für den Großteilder derzeitigen Studenten steht jedochfest: Die Kombilösung bewegt unsleider nicht mehr.2619./23. Dezember: Wladimir Putin begnadigt die inhaftiertenMitglieder der Punk-Band Pussy Riot und Kreml-Kritiker MichailChodorkowskij

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