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Erzähl mir was vom Regen

(OT: Parlez-moi de la pluie)

Frankreich 2008 * 100 Min. * 35 mm * Farbe

Kinostart: Kinostart: Kinostart: 30.07. 30.07.2009

30.07.

2009

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INHALT

INHALT

Kurzinhalt 3

Pressenotiz 3

Langinhalt 4

Über Agnés Jaoui 5

Gespräch mit Agnés Jaoui &

Jean-Pierre Bacri 6

Gespräch mit Jamel Debbouze 10

Filmographie Agnés Jaoui 13

Filmographie Jean-Pierre Bacri 14

Filmographie Jamel Debbouze 15

Stab und Besetzung 16

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KURZINHAL

KURZINHALT

KURZINHAL

KURZINHAL

Agathe Villanova (Agnès Jaoui), erfolgreiche Feministin mit politischen Ambitionen,

kehrt für zehn Tage in das Haus ihrer Kindheit in Südfrankreich zurück. Sie soll dort

ihrer Schwester Florence helfen, die Hinterlassenschaften ihrer verstorbenen Mutter

zu entrümpeln. Agathe mag diese Gegend nicht besonders.

Anlässlich der bevorstehenden Wahlen

hat es sie – der Quotenregelung sei

dank! – aber ausgerechnet hierher

zurückverschlagen. Das Haus wird von

Florence mit ihrem Mann, ihren

Kindern und der alten Haushälterin

Mimouna bewohnt. Mimounas Sohn

Karim und sein Freund Michel Ronsard

wollen nun die Gunst der Stunde

nutzen, und einen Dokumentarfilm über

Agathe Villanova zu drehen – als Teil

einer Reihe über "Erfolgreiche Frauen".

Es ist August. Der Himmel ist grau. Und es regnet. Das ist nicht normal. Doch auch

sonst sind die Dinge, die sich hier abspielen, alles andere als normal…

Liebevoll Liebevoll Liebevoll entlarvt entlarvt „Erzähl „Erzähl mir mir was was vom vom Regen“ Regen“ die die kleinen kleinen kleinen Schwächen Schwächen und und großen

großen

Lebenslügen, Lebenslügen, die die wir wir alle alle alle in in uns uns tragen. tragen. Mit viel Situationskomik und und und souveräner

souveräner

Selbstironie Selbstironie erzählt erzählt Agn Agnès Agn s Jaoui von von den Schwierigkeiten seinen Platz Platz im Leben zu

finden finden finden und und sich sich und und und andere andere wirklich wirklich zu zu erkennen.

erkennen.

PRESSENOTIZ

PRESSENOTIZ

Nach „Lust auf Anderes“ und „Schau mich an“ präsentiert Regisseurin und

Hauptdarstellerin Agnès Jaoui erneut eine Komödie mit ernsten Themen und echten

Charakteren.

Als präzise Beobachterin der absurden Seiten des Lebens inszeniert Jaoui eine

humorvolle und zutiefst menschliche Studie über Schein und Sein. In „Erzähl mir was

vom Regen“ versuchen alle Beteiligten ihre Rolle im Leben zu finden: als Politikerin,

Filmemacher, Feministin, Schwester, Geliebter oder Freund. In diesem Durcheinander

aus Erwartungen und eigenen Bedürfnissen schlagen sich Agathe, Florence, Michel,

Karim und Mimouna mal mehr, mal weniger erfolgreich. Und bleiben dabei immer

sympathisch!

Ein Film über Vorurteile, Verantwortung und das Abenteuer, sich selbst und andere

wirklich zu sehen. Am Schluss haben alle eine wichtige Erfahrung gemacht und

gelernt, die Dinge neu zu betrachten.

Das erprobte Autoren-Duo Agnés Jaoui und Jean-Pierre Bacri landete mit seiner

Komödie erneut auf Platz 1 der französischen Kinocharts. In ihrer ersten

Zusammenarbeit mit Jamel Debbouze („Die fabelhafte Welt der Amelie“) stellen die

beiden wieder einmal ihr einmaliges Gespür für feinsinnige Dialoge und liebenswerte

Figuren unter Beweis.

3


LANGINHALT

LANGINHALT

LANGINHALT

Ein verregneter Sommer in Südfrankreich. Das Augustwetter bringt nicht, was Klima

und Stimmung dieser Landschaft sonst versprechen. Trotz des schlechten Wetters

reist die Politikerin und Buchautorin

Agathe Villanova (Agnès Jaoui) von

Paris in die Region ihrer Kindheit. Die

überzeugte Feministin will sich in der

Politik einen Namen machen - und

aufgrund der Frauenquote muss sie

ausgerechnet in ihrem Heimatbezirk

antreten. Die Wahlkampfvorbereitung

verbindet sie mit einem Besuch bei

ihrer Schwester Florence (Pascale

Arbillot), begleitet von ihrem Freund

Antoine (Frédéric Pierrot).

Agathes selbstbestimmtes, intellektuelles Großstadtleben ist der exakte

Gegenentwurf zu Florences Alltag. Mit ihrem Mann Stéphane (Guillaume de

Tonquedec) und ihren Kindern führt diese ein beschauliches Familienleben. Ihre

langjährige Ehe ist eine freundliche, aber leidenschaftslose Zweckgemeinschaft

geworden. Florence, die sich vom Regen deprimieren lässt, fühlt sich emotional

chronisch unterversorgt. Zwischen ihr und der dominanten Agathe herrschen seit der

Kindheit Spannungen.

Die algerische Haushälterin Mimouna

(Mimouna Hadji), arbeitet bereits seit

Jahrzehnten für die Familie von Agathe

und Florence. Ihr Status als Dienstbotin

stört besonders ihren Sohn Karim (Jamel

Debbouze), einen jungen

Hotelangestellten, der von einer Laufbahn

als Filmemacher träumt.

Karim erwartet Agathes Ankunft mit

besonderer Spannung, denn sein Freund Michel Ronsard (Jean-Pierre Bacri) hat sie

als Protagonistin eines gemeinsamen Dokumentarfilms auserkoren, der sich dem

Thema „erfolgreiche Frauen“ widmen soll. Obwohl er sich von Agathe seit jeher

unterschätzt gefühlt hat, überwindet der talentierte, aber eher phlegmatische Karim

seine Vorbehalte und wendet sich mit dem Projekt an sie. Die allzeit hektische,

Terminpläne prüfende Agathe sagt zu, ohne zu ahnen was sie im Lauf der

Dreharbeiten erwartet. Ihre professionelle Attitüde steht in Kontrast zu Michel und

Karims Amateurhaftigkeit. Die beiden haben kein Konzept, verlieren öfter die

Kontrolle über die Technik und inszenieren skurrile Settings für die Aufnahmen, die

regelmäßig im puren Chaos enden.

Dem Wirrwarr der Dreharbeiten stehen die Turbulenzen im Privatleben der

Hauptfiguren in nichts nach. Michel leidet unter der Distanz zu seinem Sohn, Antoine

fühlt sich von Agathe vernachlässigt und diese stellt ihr politisches Engagement

zunehmend in Frage.

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Florence hat eine Affäre mit Michel, Karim flirtet mit seiner Kollegin Aurélie

(Florence Loiret-Caille) und Mimouna nimmt eine neue Stelle an. Manche

Entwicklung ist positiv, anderes dreht sich im Kreis. Und irgendwann finden sich

Agathe und ihr hilfloses Filmteam auf der Ladefläche eines Kartoffeltraktors wieder –

im strömenden Regen. . .

ÜBER ÜBER ÜBER AGNÈS AGNÈS AGNÈS JAOUI JAOUI

JAOUI

Agnès Jaoui ist eine der erfolgreichsten und vielseitigsten Filmemacherin

Frankreichs. Mit ihrem Regiedebut LUST AUF ANDERES („Le goût des autres“)

gelang der Schauspielerin und Drehbuchautorin der europäische Durchbruch. Der

Film wurde mit vier Césars und einer Oscar-Nominierung bedacht. Mit ihrer zweiten

Regiearbeit SCHAU MICH AN! („Comme une image“) machte sich Jaoui weiter einen

Namen: die Kritik in Cannes 2004 nahm den Film begeistert auf. Für das Drehbuch

erhielt sie 2004 gemeinsam mit ihrem Partner Jean-Pierre Bacri die Goldene Palme.

Zuvor waren schon ihre Bücher zu den Alain Resnais-Filmen „Smoking/No Smoking“

sowie „Das Leben ist ein Chanson“ („On connait la chanson“) mit einem César

ausgezeichnet worden. Jetzt läuft sie mit ihrem neuen Film ERZÄHL MIR WAS VOM

REGEN (Parlez-moi de la pluie“) zu gewohnter Bestform auf und überzeugt wieder

einmal mit starken Dialogen und exzellenten Darstellern.

Agnés Jaouis Filme handeln von Sehnsucht nach Anerkennung und Erfolg oder

wenigstens ein bisschen Beachtung und Trost. In ihren genau beobachtenden Figuren

enthüllt sie das grundlegende Bedürfnis, von seiner Umwelt wahrgenommen zu

werden.

Geboren am 19. Oktober 1964 besucht Jaoui bereits mit 15 Jahren Kurse an der

berühmten Schauspielschule Cours Florent. Einige Jahre später wechselt sie an die

Schauspielschule des renommierten Théâtre des Amandiers. Nach ihrem Studium

arbeitet Jaoui am Theater, im Fernsehen und beim Film und gewinnt zwei Mal einen

César als beste Darstellerin in einer Nebenrolle.

1987 begegnet sie Jean-Pierre

Bacri, mit dem sie fortan nicht

nur eine private Beziehung,

sondern auch eine fruchtbare

berufliche Partnerschaft

verbindet. Gemeinsam schreibt

das Paar etliche sehr

erfolgreiche Theaterstücke, die

später nach von ihnen selbst

verfassten Drehbüchern

verfilmt werden, darunter

"Cuisine et dépendances" und

"Typisch Familie!".

Die beiden Drehbücher, die sie für Alain Resnais schreiben - "Smoking/No Smoking"

und „On connait la chanson“ ("Das Leben ist ein Chanson") – werden jeweils mit

einem César ausgezeichnet. Zu den international bekannten Regisseuren, mit denen

Agnès Jaoui im Lauf ihrer Karriere arbeitet, zählen Alain Corneau, Patrice Chéreau

und Cédric Klapisch.

5


GESPRÄCH GESPRÄCH GESPRÄCH MIT MIT MIT AGNÈS AGNÈS AGNÈS JAOUI JAOUI JAOUI UND UND UND JEAN JEAN-PIERRE JEAN JEAN PIERRE PIERRE BACRI BACRI

BACRI

ERZÄHL ERZÄHL ERZÄHL ERZÄHL MIR MIR MIR MIR WAS WAS WAS WAS VOM VOM VOM VOM REGEN REGEN REGEN REGEN ist ist ist ist bereits bereits bereits bereits Ihr Ihr Ihr Ihr dritter dritter dritter dritter Kinofilm. Kinofilm. Kinofilm. Kinofilm. War War War War Ihre Ihre Ihre Ihre

Herangehensweise Herangehensweise Herangehensweise Herangehensweise diesmal diesmal diesmal diesmal eine eine eine eine andere andere andere andere als als als als bei bei bei bei den den den den ersten ersten ersten ersten beiden? beiden? beiden? beiden?

Agnès Jaoui: Ja und nein. Vielleicht war ich diesmal etwas entspannter. Mit

zunehmender Erfahrung lernt man, dass nichts endgültig ist, dass man alles noch

einmal ganz neu und anders machen kann. Jede Entscheidung ist folglich viel weniger

gravierend, als man sich das vorher gedacht hat. Außerdem war ich ja von Leuten

umgeben, mit denen ich schon einmal zusammengearbeitet hatte, allesamt versierte

Profis, denen ich diesmal noch mehr Vertrauen entgegenbrachte. Ich glaube auch,

dass ich gewisse Fortschritte gemacht habe, von den Darstellern genau das zu

bekommen, was ich von ihnen erwarte. Im Endeffekt waren wir aber alle auf der

gleichen Wellenlänge: Wir hatten alle denselben Film im Visier, und das war ein

großes Glück.

Sie Sie Sie Sie haben haben haben haben ein ein ein ein großes großes großes großes Faible Faible Faible Faible für für für für Plansequenzen…

Plansequenzen…

Plansequenzen…

Plansequenzen…

A.J.: Ich habe fast so eine Art Komplex, wenn es um das Schneiden geht… Wenn ich

möglichst viele Plansequenzen drehe, dann liegt das auch daran, dass mir bis zum

Überdruss zerschnittene Filme nicht sonderlich gut gefallen. Zumindest sind sie keine

Lösung für unsere Geschichten, zumal diese ja von so hervorragenden Darstellern

getragen werden. Ich mag es, wenn man alle Figuren in derselben Einstellung zu

sehen bekommt – fast wie im Theater. Anstatt die Emotionen in Großaufnahmen zur

Schau zu stellen, ziehe ich es vor, sie langen Einstellungen sichtbar zu machen, wobei

man die Anwesenheit der Kamera nicht spürt, aber gleichzeitig Kino entsteht. Daher

auch meine Entscheidung, in Cinemascope zu drehen, ein Format, das ich liebe und

dem ich einfach nicht widerstehen kann, weil es für mich der Inbegriff des Kinos ist.

Bei Bei Bei Bei diesem diesem diesem diesem Film Film Film Film entsteht entsteht entsteht entsteht der der der der Eindruck, Eindruck, Eindruck, Eindruck, als als als als hätten hätten hätten hätten Sie Sie Sie Sie noch noch noch noch einmal einmal einmal einmal neue neue neue neue Register Register Register Register

gezogen: gezogen: gezogen: gezogen: Ihr Ihr Ihr Ihr seid seid seid seid auf auf auf auf viel viel viel viel unverhohlenere unverhohlenere unverhohlenere unverhohlenere Weise Weise Weise Weise komisch, komisch, komisch, komisch, etwa etwa etwa etwa in in in in der der der der Szene Szene Szene Szene mit mit mit mit dem dem dem dem

Joint Joint Joint Joint oder oder oder oder bei bei bei bei der der der der Begegnung Begegnung Begegnung Begegnung mit mit mit mit den den den den Bauern, Bauern, Bauern, Bauern, gleichzeitig gleichzeitig gleichzeitig gleichzeitig aber aber aber aber auch auch auch auch viel viel viel viel

sentimentaler, sentimentaler, sentimentaler, sentimentaler, wwenn

ww

enn enn enn es es es es um um um um die die die die amourösen amourösen amourösen amourösen Verflechtungen Verflechtungen Verflechtungen Verflechtungen zwischen zwischen zwischen zwischen den den den den Figuren Figuren Figuren Figuren geht. geht. geht. geht.

A.J.: Komischer zu sein, das war von Anfang an unsere Absicht, schon bei der Arbeit

am Drehbuch. "SCHAU MICH AN!" ("COMME UNE IMAGE") war ja ein eher

düsterer Film, deshalb hatten wir Lust, zur Komödie zurückzukehren. Was die

sentimentale Seite betrifft, so ist uns das gar nicht so sehr aufgefallen, vielleicht weil

die Darsteller großen Anteil daran hatten.

J.-P. B.: Vielleicht hat uns Thema des Films generell dazu geführt, uns mehr auf die

privaten Verhältnisse zwischen den

Figuren zu konzentrieren als auf ihre

soziale Stellung, ihre

Lebensverhältnisse und ihre

Machtpositionen. In ERZÄHL MIR

WAS VOM REGEN sind die

Beziehungen zwischen den einzelnen

Personen im Wesentlichen durch

freundschaftliche Verbundenheit oder

Familienbande geprägt – auch wenn

in einer Gruppenkonstellation

zwangsläufig auch Machtverhältnisse

mit im Spiel sind.

6


UUUUm m m m es es es es mit mit mit mit Karims Karims Karims Karims Worten Worten Worten Worten zu zu zu zu sagen sagen sagen sagen –––– die die die die "ganz "ganz "ganz "ganz gewöhnliche

gewöhnliche gewöhnliche

gewöhnliche Erniedrigung"

Erniedrigung" Erniedrigung"

Erniedrigung" zieht zieht zieht zieht sich sich sich sich

wie wie wie wie ein ein ein ein roter roter roter roter Faden Faden Faden Faden durch durch durch durch den den den den Film… Film… Film… Film…

A.J.: Alle fühlen sich gedemütigt oder, besser gesagt, sie sehen sich als Opfer

irgendeiner Ungerechtigkeit, wenn nicht gar Diskriminierung: Agathe als Opfer von

Sexismus, Karim als Opfer von Rassismus, bei Florence ist es der Umstand, dass sie

weniger geliebt wurde als ihre Schwester, und bei Michel der, dass er das Sorgerecht

für seinen Sohn verloren hat. Es schien uns, dass sich in unserer heutigen Zeit viele

Leute in einer Opferrolle sehen und dass sie sich darin einnisten, weil man ihrer

Ansicht nach ihre Leiden nicht genug würdigt. Solange man ihrem Opferstatus die

Anerkennung versagt, obwohl ihnen tatsächlich Unrecht geschehen ist, kommen sie

keinen Schritt weiter. Das Problem liegt darin, dass jeder das größte Opfer zu sein

glaubt, verglichen mit den anderen.

J.-P. B.: Der Umstand, einer Minderheit anzugehören, kann einen schnell dazu

verleiten, für sich persönlich eine bequeme Position einzunehmen: Wir lassen uns

durch den Opferstatus leicht blenden und dazu verführen, vor unserer Verantwortung

davonzulaufen. Daher rührt unser Interesse, Menschen zu zeigen, die dazu tendieren,

ihre Opferrolle in den Vordergrund zu rücken, bevor sie sich über ihre Verantwortung

ihren Mitmenschen gegenüber Gedanken machen. Es versteht sich ja von selbst, dass

wir immer mehr Sympathie für die Schwachen hegen, auch wenn sie sich zu Unrecht

beklagen, als für die Starken, die sie in ihre beklagenswerte Position gebracht haben.

Am Am Am Am Ende Ende Ende Ende des des des des Fi Films Fi Films

lms lms scheinen scheinen scheinen scheinen sich sich sich sich alle alle alle alle Figuren Figuren Figuren Figuren weiterentwickelt weiterentwickelt weiterentwickelt weiterentwickelt zu zu zu zu haben. haben. haben. haben.

Ausgenommen Ausgenommen Ausgenommen Ausgenommen vielleicht vielleicht vielleicht vielleicht Florence, Florence, Florence, Florence, das das das das ewige ewige ewige ewige Opfer, Opfer, Opfer, Opfer, die die die die sich sich sich sich dafür dafür dafür dafür entscheidet, entscheidet, entscheidet, entscheidet, ihrer ihrer ihrer ihrer

Liebe Liebe Liebe Liebe zu zu zu zu Michel Michel Michel Michel zu zu zu zu entsagen, entsagen, entsagen, entsagen, und und und und mit mit mit mit ihrem ihrem ihrem ihrem Mann Mann Mann Mann zusammen

zusammenbleibt

zusammen

zusammenbleibt

bleibt………… bleibt

A.J.: In der Tat. Florence gehört zu den Menschen – und es gibt viele davon –, die sich

zu sehr an ihre Opferrolle gewöhnt haben, um daran noch etwas ändern zu können. Je

früher man diese Haltung eingenommen hat, je mehr sie in der Familienstruktur

verankert ist, umso schwieriger wird es, sich davon wieder zu lösen. Florence sieht zu

viele Annehmlichkeiten darin, eben die Frau zu bleiben, die sie ist. Sie wäre zwar

gerne frei und greift ihrerseits den feministischen Diskurs über Freiheit und

Unabhängigkeit auf, doch fehlen ihr die Mittel, derlei auch im wirklichen Leben

umzusetzen.

J.-P. B.: Das Verhältnis zwischen ihr und ihrem Mann ist zu einem Spiel geworden,

das festen Regeln folgt: Er ist wie ein kleiner Junge, von allen verlassen, der ohne sie

nicht auskommen kann, und sie ist ganz glücklich über die ihr zugedachte Rolle.

A.J.: Wir sind alle Erben gewisser Gegebenheiten. Die Vergangenheit ist der Quell

zahlreicher Widersprüche: Mimouna will sich scheiden lassen, gleichzeitig will es ihr

aber nicht in den Kopf gehen, dass Agathe unverheiratet bleibt; Florence will zwar

unbedingt frei sein, doch am Ende erscheint sie fast noch unentschlossener als

Mimouna. Der Film stellt auch verschiedene Frauengenerationen und ihre

Widersprüche einander gegenüber.

Wie Wie Wie Wie erklärt erklärt erklärt erklärt sich sich sich sich der der der der Wunsch, Wunsch, Wunsch, Wunsch, eine eine eine eine Politikerin Politikerin Politikerin Politikerin zu zu zu zu porträtieren?

porträtieren?

porträtieren?

porträtieren?

A.J.: Am Anfang hat wir nicht zwingend an eine Frau gedacht. Ursprünglich sollte

Jean-Pierre Bacri einen Bürgermeister spielen. In jedem Fall wollten wir aber über

Politik reden, das ja! Ich persönlich finde die Vorstellung beängstigend, dass kein

Mensch mehr in die Politik gehen mag, so verschrieen, wie sie nun einmal ist… – und

dass wir deshalb bald nur noch Dummköpfe als Volksvertreter haben werden.

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Wie gut, dass es noch Politiker gibt, sonst würden wir hier im Wilden Westen leben.

Ich bin gegen diese weitverbreitete Ansicht, wonach die Politiker allesamt Betrüger

sind…

J.-P. B.: …genau, diese Kleinkrämermentalität, die sich auf den Ausspruch

beschränkt: "Die Politiker sind doch samt und sonders Lumpen, die uns an der Nase

herumführen; ob bei der Linken oder bei der Rechten, überall das Gleiche…" Wir

jedenfalls finden Politik gut, und wir hatten Lust, das einmal zu sagen und zum

Ausdruck zu bringen. Nun, ich hoffe, dass das sichtbar geworden ist… Agathe

Villanova geht in die Politik, weil sie Feministin ist. Bald wird ihr allerdings klar, dass

es einen großen Widerspruch zwischen der Politik und ihrer eigenen Persönlichkeit

gibt: Sie ist eine Frau der Theorie. Sie muss feststellen, dass ihr jede Fürsorge fremd

ist: Weder kommt sie in ihrem Wortschatz vor – schließlich fällt ihr das Wort nicht ein

–, noch ist sie ein Bestandteil ihrer Lebenspraxis. Im Land unterwegs macht sie nun

aber die Erfahrung, dass die Leute geliebt und beachtet werden wollen, dass es nicht

nur um leere Worte geht…

Wie Wie Wie Wie sind sind sind sind Sie Sie Sie Sie auf auf auf auf Jamel Jamel Jamel Jamel Debbouze Debbouze Debbouze Debbouze ffür

ff

ür ür ür die die die die Rolle Rolle Rolle Rolle des des des des Karim Karim Karim Karim gekommen?

gekommen?

gekommen?

gekommen?

J.-P. B.: Der Film ist von Anfang an aus dem Wunsch heraus entstanden, mit Jamel

zusammenzuarbeiten. Er ist ein toller Typ, den ich sowohl menschlich als auch

beruflich hoch schätze. Er hat Talent, außerdem ist er ungemein lustig. Wir haben

also wirklich nach einer Möglichkeit gesucht, etwas mit ihm zu machen. Seit fast zehn

Jahren stehen wir in regelmäßigem Kontakt.

A.J.: Die beiden haben versucht, gemeinsam ein Drehbuch zu schreiben, und als ich

sie so zusammen sah, habe ich mir gedacht: Das muss man filmen! Zwischen ihnen

herrscht eine besondere Chemie, wie ein natürlicher Magnetismus. Sie vermitteln

einem die Freude daran, eine sehr starke Gemeinschaft zu bilden- sowohl in

menschlicher wie auch in künstlerischer und kultureller Hinsicht.

Ihr Ihr Ihr Ihr KKino

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ino ino ino basiert basiert basiert basiert auf auf auf auf einem einem einem einem Sinn Sinn Sinn Sinn für für für für Dialoge, Dialoge, Dialoge, Dialoge, der der der der Ihnen Ihnen Ihnen Ihnen ganz ganz ganz ganz eigen eigen eigen eigen ist. ist. ist. ist. Hatten Hatten Hatten Hatten Sie Sie Sie Sie

keine keine keine keine Angst Angst Angst Angst vor vor vor vor Jamel Jamel Jamel Jamel Debbouzes Debbouzes Debbouzes Debbouzes persönliche

persönlicherrrr persönliche

persönliche Art Art Art Art sich sich sich sich auszudrücken, auszudrücken, auszudrücken, auszudrücken, die die die die ebenfalls ebenfalls ebenfalls ebenfalls

sehr sehr sehr sehr speziell speziell speziell speziell ist? ist? ist? ist?

A.J.: Überhaupt nicht. Wir hatten ihn ja nicht gebeten, sich selbst darzustellen,

sondern eine von uns konstruierte Figur zu spielen. Wir wussten sehr gut, dass er in

der Lage sein würde, diese gut zu interpretieren.

J.-P. B.: Angesichts dessen, dass die Rolle bereits fest umrissen war und wir vollstes

Vertrauen in seine Schauspielkunst hatten, waren wir uns sicher, dass er seine

Eigenarten an der Garderobe abgeben würde, um mit all seinem Können die ihm

zugedachte Figur zu spielen. Schließlich ist er ja intelligent! Nicht nur hat er selbst

Talent, sondern darüber hinaus auch ein waches Auge für das Talent der anderen.

Gerade das macht ihn so lebendig. Er ist nicht nur auf Selbstdarstellung aus, sondern

er hört zu und lässt sich gerne überraschen.

A.J.: Genau. Bei den Proben waren viele gute Darstellerinnen anwesend, doch als

Florence Loiret-Caille hinzukam, war er mit einem Schlag höchst aufmerksam. Sein

Interesse war geradezu physisch spürbar. Wenn Jamel ein besonderes Talent erahnt,

sind all seine Sinne hellwach. Er nimmt es an und es ist toll, das zu beobachten und es

auch zu nutzen. Als ich die beiden zusammen sah, hatte ich nicht die geringsten

Zweifel. Übrigens ging von den Probeaufnahmen fast schon dieselbe Magie aus wie

beim tatsächlichen Dreh.

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Mimouna Mimouna Mimouna Mimouna ist ist ist ist die die die die einzige einzige einzige einzige Laiendarstellerin Laiendarstellerin Laiendarstellerin Laiendarstellerin des des des des Films… Films… Films… Films…

A.J.: Diese Figur ist zum Großteil durch

Mimounas persönliche Geschichte

inspiriert. Daher konnte ich mir nicht

vorstellen, dass sie von jemand anderem

gespielt werden könnte. Ich bewundere

diese Frau, die als Siebzehnjährige mit

ihrem Mann aus Algerien gekommen

ist. Wir haben sie kennengelernt, weil

sie Hausmeisterin eines Hauses war,

das wir gemietet haben. Diese Frau

versetzt einen in Staunen und ist

überaus liebenswürdig. Schon nach drei

Tagen war sie mit den Ausstattern auf

Du und Du und wurde von allen

Mitarbeitern geliebt.

Wie Wie Wie Wie erklärt erklärt erklärt erklärt sich sich sich sich der der der der Titel Titel Titel Titel des des des des Films? Films? Films? Films?

J.-P. B.: So wie immer: Wir hatten einfach keinen besseren!

A.J.: In Wahrheit war es sogar noch schlimmer als sonst, denn für gewöhnlich ergeben

unsere Filmtitel zumindest einen Sinn! Ursprünglich stammt der Titel aus einem

Chanson von Georges Brassens: "Erzählt mir vom Regen, kein Wort von

Sonnenschein. Der Sonnenschein macht mich wütend und ich knirsche mit den

Zähnen…" Ein Typ, der solche Zeilen schreibt, gefällt mir schon von Vornherein: So

einer schwimmt nicht mit dem Strom. "Stumpfsinnige Länder, wo es niemals regnet",

so etwas sagt doch jede Menge aus! Man weiß ja, was hinter dem Mythos von

Kalifornien oder der Côte d'Azur steckt… Eines Tages spazierte ich jedenfalls mit

meinem iPod über den Pont des Arts in Paris und hörte dabei aus purem Zufall eben

dieses Chanson. Nach meinem Empfinden fügte sich das Lied perfekt zu der Szene, in

der sich Agathe, Michel und Karim, nachdem sie vom Gewitter überrascht worden

sind, im Lastwagen wiederfinden. Bei der Montage des Films haben wir es noch eine

Weile beibehalten, aber eigentlich wollte es dann doch nicht so recht passen. Also

haben wir es wieder rausgenommen, aber der Titel ist geblieben.

J.-P. B.: Für meine Begriffe nimmt der Titel Bezug auf die Textstelle von Kierkegaard,

die der Ehemann von Florence zu Beginn des Films zitiert und die im Kern besagt,

dass in der Angst die Möglichkeit einer Befreiung liegt. Abgesehen davon wollten wir

aber von Anfang an Regen in unserem Film haben, schon lange bevor wir den Titel

hatten… Das heißt, Agnès wollte Regen haben.

A.J.: Im Gegensatz zu Jean-Pierre reagiere ich sehr empfindlich auf schlechtes Wetter.

Mich deprimiert es. 50% der Menschheit leiden physiologisch bedingt an

Wetterfühligkeit, und unter diesen 50% sind 80% Frauen. Mich jedenfalls deprimiert

das…– aber im Kino macht sich der Regen doch eigentlich ganz hübsch!

9


GESPRÄCH GESPRÄCH GESPRÄCH MIT MIT MIT JAMEL JAMEL JAMEL DEBBOUZE

DEBBOUZE

DEBBOUZE

Wie Wie Wie Wie verlief verlief verlief verlief die die die die Begegnung Begegnung Begegnung Begegnung mit mit mit mit Agnès Agnès Agnès Agnès Jaoui Jaoui Jaoui Jaoui und und und und Jean Jean----Pierre Jean Jean Pierre Pierre Pierre Bacri? Bacri? Bacri? Bacri?

Als ich im Fernsehen die Zeremonie der César-Verleihung verfolgte und Jean-Pierre

Bacri seine Trophäe entgegennahm, verlor er ein paar sehr nette Worte über eine

Sendung von mir, die kurz zuvor ausgestrahlt worden war. Das hat mich sehr berührt.

Wenig später habe ich mich bei

ihm gemeldet, weil ich sein

Kompliment unbedingt von ihm

persönlich hören wollte. Folglich

habe ich unser Treffen ein wenig

provoziert, man muss jedoch

sagen: Er hat es ja schließlich so

gewollt! Und wenn du erst

einmal Jean-Pierre triffst und

nicht allzu ungeduldig bist, dann

begegnest du früher oder später

auch Agnès: Die beiden

verbringen nämlich viel Zeit

miteinander!

Wie Wie Wie Wie war war war war Ihre Ihre Ihre Ihre Reaktion, Reaktion, Reaktion, Reaktion, nachdem nachdem nachdem nachdem Sie Sie Sie Sie das das das das Drehbuch Drehbuch Drehbuch Drehbuch zu zu zu zu ERZÄHL ERZÄHL ERZÄHL ERZÄHL MIR MIR MIR MIR WAS WAS WAS WAS VOM VOM VOM VOM

REGEN REGEN REGEN REGEN gelesen gelesen gelesen gelesen hatten? hatten? hatten? hatten?

Ich habe mir gesagt: "Das ist ja phantastisch! Ich kann Mitglied ihrer Familie

werden!" Davon hatte ich immer geträumt, und nun boten sie mir eine solche

Gelegenheit gleichsam auf dem Silbertablett an – und das mit einer Rolle, die mir

genau auf den Leib geschrieben war! Die Figur des Karim ist mir nämlich sehr

ähnlich, er steht mir durchaus nahe.

Die Die Die Die Rolle Rolle Rolle Rolle des des des des Karim Karim Karim Karim mag mag mag mag zwar zwar zwar zwar wie wie wie wie maßgeschneidert maßgeschneidert maßgeschneidert maßgeschneidert sein, sein, sein, sein, jedoch jedoch jedoch jedoch hat hat hat hat man man man man Sie Sie Sie Sie noch noch noch noch nie nie nie nie

so so so so anrührend anrührend anrührend anrührend erlebt… erlebt… erlebt… erlebt…

Vor allem hatte ich noch nie zuvor eine so erwachsende Figur gespielt. Aber gerade

deshalb sage ich, dass mir die Rolle auf den Leib geschrieben war: Agnès und Jean-

Pierre kannten mich gut, und sie wussten, dass ich die Rolle meistern würde. Sie

begegneten mir mit großer Fürsorge und viel Wohlwollen. Sie mögen mich wirklich

und wissen, was mich bewegt. Wir sind Freunde fürs Leben mit allem, was das

bedeutet. Sie haben bei mir das gesucht, was ihnen gefällt: Ich habe mir etwas

Kindliches bewahrt, und ich hoffe, ich werde es mein Leben lang behalten. Bei diesem

Film hatte ich jedoch das Gefühl erwachsen geworden zu sein, mit all den

Infragestellungen, all dem Unbehagen, das damit einhergeht und das ich bislang

lieber verdrängt hatte. Wenn ich bisher dazu tendiert habe, mich wie auf einem ewig

währenden Jahrmarkt zu fühlen, dann haben mich Agnès und Jean-Pierre da

herausgeholt, ganz nach dem Motto: "Schluss mit der Zuckerwatte und den glasierten

Äpfeln, von jetzt an kochen wir dir Brennnesselsuppe!" Nun, ich übertreibe ein wenig

– natürlich war mir all das schon vorher bewusst. Richtig ist aber, dass man mir nie

zuvor die Gelegenheit gegeben hat, das auch zu spielen.

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Wie Wie Wie Wie haben haben haben haben Sie Sie Sie Sie diesen diesen diesen diesen "Übergang "Übergang "Übergang "Übergang zum zum zum zum Erwachsensein" Erwachsensein" Erwachsensein" Erwachsensein" erlebt? erlebt? erlebt? erlebt?

Am schwierigsten fand ich es, mich soweit in den Griff zu bekommen, auf alle

übertriebenen Gesten zu verzichten, auf diese natürlichen Reflexe, die wir wohl alle

haben. Wenn ich vor mir eine Kamera sehe, dann neige ich sofort dazu, einen

Schönling oder einen Mafiatypen zu mimen: Ich runzle die Stirn, setze einen

todernsten Blick auf und dergleichen mehr… Agnès hingegen hat versucht, mich

weicher, ja weiblicher zu machen. Sie hat eine Sensibilität, die mir sehr gefällt, und

sie weiß, wie sie für eine bestimmte Szene das Beste aus dir herausholt. Sie ist von

großer Sanftmut, stets aufnahmebereit und sie versteht es, dir Sicherheit zu geben.

Sie findet auf Anhieb die richtigen Worte, die notwendig sind, um aus einer

verfahrenen Situation wieder herauszukommen oder um ein Hindernis zu

überwinden. Da sie selbst Schauspielerin ist, hat sie ein Gespür für das Wesentliche.

Und dann hat sie ja auch noch Jean-Pierre an ihrer Seite. Zwischen den beiden

herrscht eine unglaubliche Verbundenheit. Sie weiß immer, was sie will, und ihm fällt

stets noch irgendetwas dazu ein. Man selbst bekommt nur das Ergebnis ihrer

Überlegungen mit und fühlt sich wie auf einem Königsthron: Zwei großartige

Schauspieler haben sich verständigt, dir die Anweisungen für das Spiel zu geben...

Agnès und Jean-Pierre sind wie zwei Dirigenten mit ihrer Partitur: Sie haben das

Drehbuch geschrieben, gehen darin auf und haben es vor Augen. Das ist wie Musik!

Es darf nicht sein, dass da einer falsch spielt, gleichzeitig lassen sie dir aber allen

erdenklichen Spielraum, um eben exakt den richtigen Ton zu finden. Mit ihnen zu

arbeiten, ist einfach ein großes Glück. Man hat den Eindruck, als würde man im

richtigen Leben agieren. Nur dass da eben eine Kamera steht mit einem Kameramann

dahinter, dem man am liebsten zurufen würde: "Könnten Sie uns nicht alleine lassen?

Ich bin nämlich im richtigen Leben hier!" Mit Agnès und Jean-Pierre habe ich wirklich

den Eindruck gehabt, das wahre Leben zu spielen!

Gleich Gleich Gleich Gleich zu zu zu zu Beginn Beginn Beginn Beginn des des des des Films, Films, Films, Films, als als als als man man man man Sie Sie Sie Sie zusammen zusammen zusammen zusammen mit mit mit mit Jean----Pierre Jean Jean Jean Pierre Pierre Pierre Bacri Bacri Bacri Bacri sieht, sieht, sieht, sieht,

glaubt glaubt glaubt glaubt man man man man etwas etwas etwas etwas von von von von der der der der unglaublichen unglaublichen unglaublichen unglaublichen Chemie Chemie Chemie Chemie zwischen zwischen zwischen zwischen Ihnen Ihnen Ihnen Ihnen zu zu zu zu verspüren…

verspüren…

verspüren…

verspüren…

Man käme vielleicht nicht zwangsläufig auf die Idee, Jean-Pierre und mich zusammen

zu bringen, doch für mich scheint unsere Nähe seit jeher auf der Hand zu liegen,

kulturell wie auch physisch. Jean-Pierre könnte leicht ein Onkel oder ein großer

Bruder von mir sein. Ich hatte zwar schon so manche wichtige Begegnung in meinem

Leben, aber mit ihm ist es wirklich etwas ganz Besonderes. Ich nehme alles, was er

mir gibt, wie ein Geschenk dankbar an.

Mir gefällt seine geistige Einstellung, seine Herzenswärme und seine Sicht auf die

Dinge des Lebens. Und Agnès ist genau aus demselben Holz geschnitzt. Ich betrachte

die beiden als meine Familie. Ich hatte bisher nicht die Gelegenheit, ihnen das

persönlich zu sagen, aber bitteschön, jetzt wissen sie es! Eine Familie, mit der ich

mich über Berufliches austausche, über das Verhältnis zum Erfolg, zum Leben, zur

Familie und zur Kultur. Indem sie mir ihr Vertrauen schenkten, wie sie es bei diesem

Film getan haben, haben sie ganz entscheidend zu meiner weiteren Entwicklung

beigetragen. Schon bevor ich die beiden überhaupt kannte, hatten die Filme des

Gespanns Jaoui/Bacri bewirkt, dass ich mich selbst in Frage stellte, weil es ihnen

nämlich gelingt, den Menschen in all seiner Komplexität abzubilden. Ihre Figuren

sind uns ähnlich, man könnte ihnen im wirklichen Leben über den Weg laufen. Und

wenn man sie im Kino sieht, dann werden wir mit uns selbst konfrontiert.

11


Karim Karim Karim Karim spricht spricht spricht spricht an an an an einer einer einer einer Stelle Stelle Stelle Stelle von von von von der der der der "ganz "ganz "ganz "ganz gewöhnlichen gewöhnlichen gewöhnlichen gewöhnlichen Demütigung". Demütigung". Demütigung". Demütigung". In In In In dieser dieser dieser dieser

Formel Formel Formel Formel scheint scheint scheint scheint ein ein ein ein wesentliches wesentliches wesentliches wesentliches Element Element Element Element des des des des Films Films Films Films zusammengefasst zusammengefasst zusammengefasst zusammengefasst zu zu zu zu sein… sein… sein… sein…

Es gab da einen kleinen Vorfall, der mich sofort für Agnès und Jean-Pierre

eingenommen hat: Eines Tages bin ich zu spät zu einer Verabredung im Restaurant

erschienen, weil ich von der Polizei kontrolliert worden bin, wie mir das schon

tausendmal passiert ist. Ich habe ihnen das erzählt, um so meine Verspätung zu

erklären. Wir haben viel über die unterschwelligen Demütigungen gegenüber

Ausländern gesprochen, zum Beispiel in Bezug auf den Rassismus der

Brotverkäuferin, die der weißen Dame den Vortritt vor der schwarzen lässt…

Diese Art der Herablassung gehört zu den übelsten Erscheinungen unserer Zeit, und

man kann sie nicht genug anprangern. Was Karims Mutter im Film widerfährt, das

hat meine Mutter ihr Leben lang erdulden müssen: Sich von der Apothekerin duzen

zu lassen, das ist vielleicht an sich nicht sonderlich schlimm. Wenn man aber Sätze

wie "Liebt Frankreich oder verlasst es!" zu hören bekommt, dann ist das etwas

anderes. Ich bin hier zuhause. Trotzdem verlangt man von mir immer wieder, mich zu

rechtfertigen. Ich bin zwar noch relativ gut dran, dennoch erlebe ich von Zeit zu Zeit

diese Erniedrigungen. Können Sie sich vorstellen, wie das für die anderen sein muss?

So jedenfalls sieht unsere tägliche Erfahrung aus, und die ist gefährlich, schädlich

und tut weh. Ich finde es gut, wie Agnès und Jean-Pierre dieses Übel des 21.

Jahrhunderts behandeln: Sie werfen den Blick auf Details, denn der Teufel steckt im

Detail. Sie haben keine vorgefertigten Meinungen und haben den Menschen als

solchen im Auge.

Karim Karim Karim Karim wird wird wird wird am am am am offensichtlic

offensichtlichsten offensichtlic

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konfrontiert, konfrontiert, konfrontiert, konfrontiert, doch doch doch doch auch auch auch auch die die die die anderen anderen anderen anderen Figuren Figuren Figuren Figuren im im im im Film Film Film Film erleben erleben erleben erleben sie sie sie sie in in in in ihrem ihrem ihrem ihrem Umfeld… Umfeld… Umfeld… Umfeld…

Natürlich. Das ist es ja gerade, was mir an den Texten von Agnès und Jean-Pierre, an

ihrer Sichtweise auf die Dinge des Lebens so gut gefällt: Sie haben begriffen, dass der

Mensch wie ein Tier im Dschungel ist und dass es gewisser Anstrengungen bedarf, um

sich zivilisiert zu verhalten. Das Thema des Films ist die Fürsorge, also die

Anstrengung, sich Gedanken darüber zu machen, warum es dem anderen vielleicht

nicht so gut geht, und seine Lebensumstände zu verstehen.

Glauben Glauben Glauben Glauben Sie, Sie, Sie, Sie, dass dass dass dass Karim Karim Karim Karim Aurélie Aurélie Aurélie Aurélie wieder wieder wieder wieder treffen treffen treffen treffen wird? wird? wird? wird?

Natürlich wird er sie wieder sehen. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche!

Karim hat sich in einem Alltag eingerichtet, der ihm nicht wirklich gefällt. Er lebt so,

wie die meisten Leute es eben tun: mit Scheuklappen und ohne sich allzu viele Fragen

zu stellen. Und da begegnet ihm auf einmal dieses Mädchen, das er umwerfend findet

und ihn dazu bringt, seine Deckung aufzugeben und sich mit sich selbst

auseinanderzusetzen. Mit einem Schlag ist alles nicht mehr so schlimm, selbst eine

Kirche kann er betreten. Denn hier spricht das Herz, das sich über alle Dogmen und

Prinzipien hinwegsetzt: Jetzt zählen nur noch seine Gefühle, seine innere Wärme. Er

lässt sich von diesem Mädchen leicht verführen, und damit letztlich auch von sich

selbst.

Das Das Das Das Gespann Gespann Gespann Gespann Jaoui/Bacri/Debbouze Jaoui/Bacri/Debbouze Jaoui/Bacri/Debbouze Jaoui/Bacri/Debbouze könnte könnte könnte könnte einem einem einem einem befremdlich befremdlich befremdlich befremdlich vorkommen, vorkommen, vorkommen, vorkommen, so so so so auf auf auf auf den den den den

ersten ersten ersten ersten Blick Blick Blick Blick ... ... ... ...

So etwas nennt man eben ein Vorurteil!

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Filmographie AGNÈS AGNÈS JAOUI

Auswahl:

1993 Kitchen with Apartment (Cuisine et dépendances) - Philippe Muyl :

Drehbuch, Darstellerin

1993 Smoking/No Smoking - Alain Resnais : Drehbuch, Darstellerin

1996 Typisch Familie! (Un air de famille)- Cédric Klapisch : Drehbuch,

Darstellerin

1998 Das Leben ist ein Chanson (On connaît la chanson)- Alain Resnais:

Drehbuch, Darstellerin

2000 Le cousin - Gefährliches Wissen- Alain Corneau: Darstellerin

2000 Lust auf anderes (Le goût des autres) : Regie, Drehbuch, Darstellerin

2002 24 Hours in the Life of a Woman (24 heures dans la vie d'une femme)

- Laurent Bouhnik: Darstellerin

2004 Schau mich an! (Comme une image): Regie, Drehbuch, Darstellerin

2008 Erzähl mir was vom Regen (Parlez-moi de la pluie): Regie, Drehbuch,

Darstellerin

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Filmographie JEAN JEAN-PIERRE JEAN

PIERRE BACRI

BACRI

Auswahl:

1984 Tödliche Angst (La 7ème cible)- Claude Pinoteau : Darsteller

1985 Subway - Luc Besson: Darsteller

1985 Die Kunst, verliebt zu sein (Escalier C)- Jean Charles Tacchella:

Darsteller

1986 Ein turbulentes Wochenende (Les saisons du plaisir)- Jean-Pierre Mocky:

Darsteller

1990 Ein Sommer an der See (La Baule-les-Pins)- Diane Kurys: Darsteller

1992 Ein Affenzirkus (Le bal des casse-pieds)- Yves Robert: Darsteller

1993 Kitchen with Apartment (Cuisine et dépendances)- Philippe Muyl :

Drehbuch, Darsteller

1993 Smoking/No Smoking -Alain Resnais : Drehbuch, Darsteller

1996 Typisch Familie! (Un air de famille)- Cédric Klapisch :

Drehbuch, Darsteller

1998 Das Leben ist ein Chanson (On connaît la chanson)- Alain Resnais:

Drehbuch, Darsteller

1999 Place Vendôme - Heiße Diamanten (Place Vendôme)- Nicole Garcia :

Darsteller

2000 Lust auf anderes (Le goût des autres): Drehbuch, Darsteller

2002 Asterix & Obelix: Mission Kleopatra (Astérix & Obélix:

Au service de Cléopatre) - Alain Chabat : Darsteller

2004 Schau mich an! (Comme une image): Autor, Darsteller

2008 Erzähl mir was vom Regen (Parlez-moi de la pluie)- Regie, Drehbuch,

Darsteller

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Filmographie JAMEL DEBBOUZE

Auswahl:

2001 Die fabelhafte Welt der Amelie (Le fabuleux destin d'Amélie Poulain) -

Jean-Pierre Jeunet : Darsteller

2002 Asterix & Obelix: Mission Cleopatra (Astérix & Obélix: Au service de

Cléopatre) - Alain Chabat: Darsteller

2005 Angel-A - Luc Besson: Darsteller

2006 Tage des Ruhms (Indigènes) - Rachid Bouchareb: Darsteller

2006 Jamel Comedy Club - Produzent

2008 Asterix bei den olympischen Spielen (Astérix aux Jeux Olympiques)-

Thomas Langmann, Frédéric Forestier: Darsteller

2008 Erzähl Mir Was Vom Regen (Parlez-moi de la pluie)- Agnès Jaoui:

Darsteller

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STAB STAB & & BESETZUNG

BESETZUNG

*CAST*

Agathe Agnès JAOUI

Michel Jean-Pierre BACRI

Karim Jamel DEBBOUZE

Florence Pascale ARBILLOT

Stéphane Guillaume DE TONQUEDEC

Antoine Frédéric PIERROT

Mimouna Mimouna HADJI

Aurélie Florence LOIRET-CAILLE

*CREW*

Regie Agnès JAOUI

Drehbuch Agnès JAOUI

Jean-Pierre BACRI

Produktion Jean-Philippe ANDRACA

Christian BERARD

Kamera David QUESEMAND

Ton Jean-Pierre DURET

Schnitt François GEDIGIER

Szenenbild Christian MARTI

Musik Christian CHEVALIER

Mischung Gérard LAMPS

Kostüm Eve-Marie ARNAULT

Maske Jackie REYNAL

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