TECHNIK

dlv.de

TECHNIK

TECHNIK

dlz-Dauertest

Paukenschlag

mit vier Trommeln?

Der Cross-Flow Mähdrescher CF 60 von Case IH im dlz-Dauertest

Mit dem eigenen Vier-Trommel-Dreschwerk

nehmen die

Cross-Flow-Maschinen von

Case IH eine Sonderstellung

ein. Wie läuft die Technik in

der Praxis? Wir haben einen

CF 60 auf 220 ha eingesetzt.

M it

dem Einstieg bei den Mähdreschwerwerken

(MDW) in Singwitz

vor vier Jahren hatte sich

Case IH für Europa einen strategischen

Traum erfüllt. Es sollte endlich wieder

Schüttlermähdrescher aus dem eigenen

Haus geben – und nicht nur die Axial-

Maschinen aus den USA für einen begrenzten

Kundenkreis. Das war 1998 –

damals hatte noch kein Mensch auch

nur im entferntesten an eine Fusion mit

New Holland gedacht.

Also wurden zunächst die bekannten

MDW-Modelle in roter Farbe weiter

gebaut und parallel eine neue Reihe

entwickelt. Herausgekommen ist der

CF. Dabei markiert das Viertrommel-

Konzept eine technologische Sonderstellung.

Gleichzeitig bleiben durch

gemäßigten Einsatz von Elektronik und

Hydraulik die Kosten im Rahmen.

Aktuell gibt es drei CFs. Der CF 60

scheidet mit fünf, CF 70 und CF 80 mit

sechs Schüttlern ab. CF 60 und CF 80

haben das Viertrommel-System, der

CF 70 klassisch zwei Trommeln.Aufgebaut

sind 8,3 l-Motoren von Case, die

in Kooperation mit Cummins entstehen.

Der 60er hat 240 PS (179 kW), der

Gut: Die beiden Turbinen blasen die Spreu in den Wurfstrom vom Häcksler.

Nachteil: Bei Langstrohablage muss der Häcksler auch mitlaufen.

70er 280 PS (209 kW) und der 80er 300

PS (224 kW).

Dreschen mit vier Trommeln

Die CF-Dreschtrommel vorne bietet 600

mm Durchmesser. Dahinter folgt der

395 mm große Vorseparator. Nummer

drei ist die Separiertrommel mit 570

mm. Erst dann folgt die Wendetrommel

mit 315 mm Querschnitt. Interessant:

Das Dreschwerk ist in der Maschine auffällig

hoch montiert und die Trommeln

sind steil nacheinander angeordnet. So

220 ha


können die Schüttler weit nach vorne ragen.

Es bleibt trotz des großen Dreschwerks

ordentlich Platz.

Bei einer Breite von 130 cm erreichen

die Abscheidekörbe unter diesem

Trommelquartett stattliche 2,42 m 2 . Der

Korbabstand unter der ersten Trommel

lässt sich per Knopfdruck von der Kabine

aus verstellen.

Damit gerade bei sehr trockenem Stroh

die Intensität im Trommelbereich nicht

zu hoch wird und zu viel Kurzstroh die

ME =

ME =

Case IH CF 60

– die empfiehlt –

Mindesteinsatz (ME):

ca. 217 ha/Jahr *

fK

üV - (vK + LA)

17 340 €

110 €/ha - (21 + 9,40) €/ha

fK: feste Kosten/Jahr: 17 340 €

(= 14 % vom ca. Kaufpreis 123 860 €)

vK: variable Kosten/ha eigener Mähdrescher:

21 €/ha (einschl. Diesel)

üV: Drusch Lohnunternehmer: 110 €/ha

(bei 20 % Anteil Raps)

LA: Lohnansatz eigene Arbeit: 9,40 €/ha

(wenn 17 €/AKh und 1,8 ha/h)

Das Markenzeichen vom CF sind die vier Trommeln

hintereinander, die steil ansteigen. Das Leistungsvermögen

ist gut, der Kraftbedarf aber ordentlich.

Leistung der Siebe limitiert, lassen sich

die Körbe unter den Trommeln zwei

und drei extra absenken – in drei Stufen.

Dazu muss man zwar absteigen.

Der Stellhebel ist aber gut zugänglich

an der linken Maschinenseite platziert.

Fünf Schüttler und...

Mit 5,92 m 2 erreicht der CF eine ordentliche

Schüttlerfläche. Um die nach hinten

wandernde Strohmatte besser aufzulockern,

fällt die jeweils vierte der

fünf Fallstufen doppelt so hoch aus. Die

Riemen treiben das Viertrommel-

Dreschwerk an. Die Abscheidekörbe

unter den Trommeln zwei und drei

können manuell abgesenkt werden.

einzelnen Horden sind kugelgelagert, um einen wartungsfreien und ruhigen

Lauf der Schüttler zu erreichen.

... herkömmliche Reinigung

Mit einer Siebfläche von 5,42 m 2 liegt

der CF 60 auf Höhe seiner Klassenkollegen.

Standard ist die manuelle Verstellung

von Ober- und Untersieben.

Im Komfortpaket mit Touchscreen-

Monitor ist aber auch die elektrische

Variante möglich. Die Testmaschine

hat gezeigt, dass diese Technik bequem

und zuverlässig funktioniert. Umständlich

ist, dass sich das erste kurze Kaska-


TECHNIK

dlz-Dauertest

Die Tischsteuerung per Tastbügel

(Serie) arbeitet gut – Bodenanpassung

und Schluckvermögen gefallen.

densieb direkt hinter dem Vorbereitungsboden

nur mit einer Verlängerungsstange

verstellen lässt oder man in

die Maschine steigen muss. Außerdem

kann man die genaue Öffnungsweite

der Sieblamellen auf die Entfernung

hin nicht exakt erkennen.

Die Reinigungsqualität in Getreide fällt

sehr gut aus,und das nicht nur im Weizen.

Auch Gerste wird sorgfälltig entgrannt,

die zusätzlichen Leisten für den Dreschkorb

brauchten wir nicht einzusetzen.

Roggen und Triticale haben wir ebenfalls

sauber in den Korntank bekommen.

Enttäuscht waren wir von der Reinigung

in Raps. Trotz aller Verstellkünste ist es

uns nicht gelungen, die feinen Rapshülsen

aus dem Erntegut zu bekommen.

Was war los? Wir vermuten, dass es daran

liegt, dass sich das Kaskadensieb

nicht weit genug schließen hat lassen.

Übrigens: Einen Hangausgleich mit

schwenkbarem Siebkasten oder Protalachsen-Fahrwerk

gibt es für den CF

nicht. Statt dessen ist über dem Vorbereitungsboden

eine Querschnecke

montiert, die den Körnerstrom in die

Breite verteilt. Dieser Effekt ist nicht

schlecht, kann allerdings ein aktives

System in Hanglagen nicht ersetzen.

Wie steht´s mit der Leistung?

Was bringen die vier Trommeln in der

Praxis? Um es gleich vorweg zu sagen:

Es wäre noch mehr drin, wenn der Motor

mehr Power bringen würde.

Für eine Fünfschüttler-Maschine liegt

der CF 60 aber nicht schlecht. Bei Weizen

waren theoretische Durchsatzleistungen

ohne Stoppzeiten von bis zu 22

t/h (trocken) drin, bei Triticale sogar

23,5 t/h (trocken). In Gerste konnten

wir maximal 20,5 t/h ermitteln. Das

sind insgesamt ordentliche Werte, bei

einem Verlustniveau unter einem Prozent.

Neue Dimensionen werden allerdings

nicht erschlossen.

Der mittige Lenker führt

den Tisch, der rechts und

links pendeln kann.

Ein einfaches System, das

gut funktioniert.

Technische Daten

Motor/Antrieb (Hydrostat)

Case IH/Cummins 179 kW/240 PS

Hubraum 8300 cm 3

Dreschwerk

Dreschtrommel Breite 130 cm/�: 600 mm

Vorseperator Breite 130 cm/�: 395 mm

Separiertrommel Breite 130 cm/�: 570 mm

Strohleittrommel Breite 130 cm/�: 315 mm-

Dreschkorbfläche 2,24 m 2

Schüttler: Anzahl 5 Stück

Fläche 5,92 m 2

Siebfläche 5,42 m

Maße und Gewichte

Leergewicht (ohne Tisch) 12 050 kg

Tisch (Breite 5,40 m) 1680 kg

Korntankinhalt 7500 l

Kraftstofftankinhalt 520 l

Service und Wartung

Schmierstellen: täglich 1

nach 60 h 16

nach 120 h (Schmierleisten) 57

Preis der Testmaschine 2)

Grundmaschine CF 60

mit Häcksler (sechs Messerreihen) 133 225 €

5,40 m-Schneidwerk 15 240 €

Touchscreen-Monitor inkl. Ertrags- 11 470 €

und Feuchtemessung

GPS-Ortung 6 430 €

Gesamtpreis 1) 166 365 €

1) ca. Marktpreis in Euro zzgl. Mehrwertsteuer, ohne

Gegengeschäft

Schluckfreudiges Schneidwerk

Für den CF 60 stehen vier Schneidwerke

von 4,80 bis 6,60 m Breite zur Wahl.

Wir hatten den 5,40 m-Tisch angebaut.

Das Einzugs- und Schluckverhalten

hat uns in allen Kulturen gefallen.

Für die Steuerung der Bodenanpassung

sind Tastbügel im Wannenboden

rechts und links zuständig. Die elektrohydraulischeSchneidwerksführung

hat im Feldeinsatz gut funktioniert.

Die Anpassung in Längs- und

Querrichtung agiert sauber, auch

beim Überfahren von kurz aufeinander

folgenden Querfurchen. Die Ansprechgeschwindigkeit

der Hydraulik

ist zügig.

Die Wahl der Steuerarten „automatisch

per Tastbügel”, „Auflagedruck” und

„manuell” erfolgt über das kleine Display

in der rechten Konsole.Wer sich mit

den Symbolen vertraut gemacht hat,

kommt mit der Einstellung zurecht. Die

Ablesbarkeit der LCD-Anzeige könnte

allerdings besser sein.

Angenehm sind die klappbaren Halmteiler.

Im Feld haben sie genügend Bewegungsraum

nach oben, um auch

beim Durchfahren von Fahrgasse nicht

zu verbiegen. Und vor allem: Zum

Straßentransport müssen die Spitzen

nicht umständlich abenommen werden,

wie das sonst der Fall ist – einfach

hochklappen reicht.

Das An- und Abbauen vom Tisch geht

flott, und das auch im unebenen Gelände.

Maßgeblichen Anteil daran hat der

besondere Transportwagen mit drei Rädern,

wie wir ihn bereits von MDW her

kennen – jetzt allerdings mit der vorgeschriebenen

Auflaufbremse. Die eigentliche

Achse sitzt so weit hinten, dass es

zum Einfahren mit dem Einzugsschacht

von unten her keinerlei Platzprobleme

gibt. Angenehm und zeitgemäß: Der

Multikuppler für die Hydraulikschläuche

gehört zur Serienausstattung.

52 dlz 6/2002

220 ha

Vier Schneidwerke von 4,80 bis 6,60 m

stehen zur Wahl. Das An- und Abbauen

geht flott. Der Multikuppler ist Serie.


240 PS sind zu wenig

240 PS / 179 kW leistet der 8,3 l-Sechszylinder,

der auf dem CF 60 montiert

ist. Damit bleibt ein modellpolitisch

gesehen sinnvoller Sprung zum Topmodell

CF 80 mit 300 PS / 224 kW. Allerdings

hat sich im Praxisalltag gezeigt,

dass der Motor ordentlich

gefordert ist. Gerade in Triticale mit

eingeschaltetem Häcksler (sechs Messerreihen)

sind die 240 PS eher knapp.

Wenn es dann noch bergauf geht und

der Korntank voll ist, markiert der Motor

die Leistungsgrenze.

Dass der Motor oft angestrengt wirkt,

zeigt sich auch im Dieselverbrauch, der

bei unseren Praxiseinsätzen vergleichsweise

kräftig geschwankt hat – eben abhängig

von Gelände und Bestand.

Mit 14,5 l/ha (in Gerste, 88 dt/ha,

trocken, ohne Häcksler) bis 19,5 l/ha

(in Triticale, 92 dt/ha, feuchtes Stroh,

mit Häcksler) schneidet der CF 60 hier

nur durchschnittlich (23,0 bis 34,5 l/h)

ab. Case sollte wirklich ernsthaft prüfen,

ob nicht das Aggregat vom CF 70

(280 PS / 209 kW) auch für den CF 60

die richtige Wahl wäre. Der Dieseltank

fasst 520 l. Das ist genug für einen

langen Arbeitstag.

Sehr guter Informationsgehalt, übersichtliche

Bedienung: Der Touchscreen-

Monitor bringt viel, kostet aber extra.

Zeitgemäße Bedienung: Multifunktionshebel

und Tastenfeld rechts. Im kleinen

Display sitzt die Tischsteuerung.

dlz 6/2002

Keinen Engpass gibt es mit der Kühlung

– selbst bei teilweiser Verschmutzung

und starkem Hitzedruck.

Kritik muss das Dreigang-Schaltgetriebe

einstecken. Denn immer wieder hakelt

der Gangwechsel mit dem langen

Hebel rechts neben dem Fahrersitz.

Außerdem ist nicht immer gleich erkennbar,

welche Fahrstufe gerade eingelegt

ist. Ausreichend kräftig arbeitet

der Hydrostatantrieb, der den CF

selbst mit vollem Korntank ohne Murren

den Hang hoch bringt.

Kabine nicht so leise ...

Dass im Bauch vom CF vier Trommeln

rotieren, bleibt dem Fahrer nicht verborgen.

Denn gerade bei starkem Materialdurchsatz

ist das Brummen der Rotoren

in der Kabine nicht zu überhören.

Die Sicht insgesamt aus dem Fahrerhaus

heraus ist zeitgemäß gut. Angenehm

ist auch die große Stauluke unter

dem Beifahrersitz auf der linken Seite.

Da hat selbst eine ausgewachsene

Kühltasche locker Platz – für lange Arbeitstage

eine angenehme Sache.

... mit neuem Monitor

Was die Bedienung anbelangt, gibt es

den CF in zwei Varianten. Bei der

preiswerteren Basisversion sitzt am

rechten Holm der Kabine ein kompaktes

LH 5000-Terminal von LH Agro.

Dort sind die Drehzahl- und Verlustanzeigen

integriert. Aktiv eingestellt

wird die Maschine darüber aber nicht.

In der Komfortvariante ist der CF dagegen

mit einem modernen Touchscreen-

Monitor bestückt, der auch die Einbin-

Gute Rundumsicht und mäßige Geräuschdämmung

bietet die CF-Kabine.

Der Monitor ist die Steuerzentrale.

53


TECHNIK

dlz-Dauertest

dung von Feuchte- und Ertragsmessung

inklusive Kartierung per GPS zulässt.

Mit diesem Paket war auch unsere Testmaschine

ausgestattet. Bereits auf den

ersten Blick gefällt die großflächige und

mit gut verständlichen Grafiken bestückte

Bedienoberfläche. Nach kurzer

Zeit kommt man mit der Logik der

Menüführung sehr gut zurecht. Wichtig

ist allerdings, dass der Fahrer auf saubere

Finger achtet, damit das Bedienfeld

beim Antippen auch sicher reagiert.

Angenehm: Die Drehzahlen von

Dreschtrommel und Wind sowie Korbabstand

und Sieböffnungen sind je nach

Fruchtart hinterlegt und stellen sich automatisch

auf Knopfdruck ein.

Nur in einer Menüebene lassen sich diese

Maße verstellen. Dann darf man das

Abspeichern nicht vergessen,

damit die Maschine

die neuen Werte auch

tatsächlich übernimmt.

-Test-Spiegel

Kriterium Urteil

Antrieb

Motorleistung

Kühlung

Wartungsfreundlichkeit

Verbrauch

Schneidwerk

Anbauen/Abbauen

Haspelverstellung

Tischführung längs/quer

Dreschwerk

Trommel-/Korbeinstellungen

Dreschkorbfläche

Siebfläche/-wirkung

Hang: Querausgleich 1 )

Körnerverlustanzeige

Korntank

Fassungsvermögen (7500 l)

Auslauf-Höhe

Auslauf-Geschwindigkeit

Kabine

Lärmdämmung

Funktionskontrolle 2) /Übersicht

Hebelanordnung

Einsatzeignung

Weizen

Gerste

Roggen

Raps

220 ha

= sehr gut, = gut, = durchschnittlich,

= schlecht, = sehr schlecht, 1 ) aktives

System nicht lieferbar, 2) mit Touchscreen-Monitor

/

/

/

/

/

Grafisch schön gelöst sind auch die

mehrstufig aufgebauten Füllstandsanzeigen

von Korn- und Dieseltank. Recht

sprunghaft haben die Verlustanzeigen

auf Änderungen der Sensibilität reagiert

– mal stark, mal sehr träge. Ausgestattet

war unser CF auch mit dem Ertragsmessgerät.

Das Gerät mit dem

Prallkopf-Aufnehmer von AgLeader

hat nach mehrmaligem Kalibrieren in

Weizen, Gerste und Triticale auf +/-3

Prozent genau arbeitet. Bei Raps liegt

die Abweichung bei +/- 4 Prozent.

Exakter sollte der Feuchtemesser operieren,

gerade in Raps. Hier sind

tatsächliche Abweichungen von +/- 1,5

Prozent zu viel, um die Einsatzgrenzen

im Feld exakt bestimmen zu können.

Prima Häcksler ...

Ein echtes CF-Highlight ist der Häcksler.

Statt vier schneiden hier sechs Messerreihen

das Material. Die 88 gebogenen

Klingen zerkleinern intensiv. Der

kräftige Luftstrom sorgt für die Verteilung

auf 6 m Breite. Ein Nachteil dieser

zeitgemäßen Häckslertechnik: Der Leistungsbedarf

ist recht hoch. Für die Ver-

� Der Feuchtesensor sitzt am Tankelevator.

Die Genauigkeit ist gut bis

durchschnittlich, wenn man kalibriert.

� Ordentlich: Rechts neben der Kabine

sind die meisten Relais und Sicherungen

der Maschine untergebracht.

5,84 m 2 Siebfläche sind gut. Die Reinigung war mit Ausnahme vom Raps gut bis sehr

gut. Umständlich: Das Sieb hinter dem Vorbereitungsboden wird per Stange verstellt.

teilung der Spreu hinter der Maschine

bietet Case zwei Alternativen. Neben

den bekannten Wurftellern gibt es

zwei Turbinen, die das Restmaterial

der Siebe von unten in den Häckslerstrom

bläst. Ein Keilriemen treibt die

beiden Gebläse an.

Diese Lösung hat uns im Testalltag gut

gefallen. Die Turbinen sitzen direkt an

der Hinterachse. So bleibt der Zugang

zur Kontrolle der Siebe frei. Vor allem

bei Seitenwind hat diese Variante den

Vorteil, dass die leichte Spreu mit dem

schwereren Stroh auf die Breite verteilt

wird. Die Abdrift ist geringer. Außerdem

ist ein extra Ein- und Verstellen der

Spreuverteiler nicht notwendig.

Der Nachteil ist allerdings, dass der

Häcksler permanent mitlaufen muss –

auch beim Ablegen von Langstroh. Das

erhöht den Spritverbrauch.

7500 l-Korntank

Der Korntank vom CF 60 fasst von

Haus aus klassenübliche 7500 l. Kleiner

sollte der Behälter auch nicht sein,

gerade wenn Schneidwerke ab sechs

Meter zum Einsatz kommen. Schade ist

54 dlz 6/2002


Wir haben mit dem CF 60 im ersten Jahr

230 ha gedroschen. Das 6 m-Schneidwerk

läuft einwandfrei. Die Leistung

des Motors ist an der Grenze, 30 PS

mehr würden nicht schaden. Gegen Ende

der Saison wurde die Einspritzpumpe

getauscht. Um sauberes Langstroh

zu erhalten, habe ich mich für die Wurfteller

anstelle der Turbinengebläse als

Spreuverteiler entschieden. Im Gegensatz

zu einer Maschine mit Hangausgleich

(wie Vorgänger) muss ich im hügeligen

Gelände langsamer machen –

habe aber 15 000 € gespart. Mit Fahrantrieb

und Komfort vom CF bin ich sehr

zufrieden. Insgesamt ist die Maschine

wartungsfreundlich. Mit der Reinigung

in Raps war ich nicht glücklich.Case will

einen Umbau vornehmen. Der Preis

der Maschine ist attraktiv.

Jörg Hofmann, 67808 Weitersweiler

Neben zwei Deutz-Fahr-Toplinern und

zwei Case IH-Axialfluss setzen wir

dlz 6/2002

Das sagen Case IH-Kunden zum CF 60

auch einen CF 60 ein.Händler- und Markentreue

waren ausschlaggebend.Unsere

Maschine ist mit dem Touchscreen-

Komfortpaket ausgerüstet. Damit lassen

sich Dreschwerk und Siebe optimal von

der Kabine aus einstellen.Wir haben bislang

120 ha geerntet. Das 4,80 m-

Schneidwerk gefällt durch gute Bodenanpassung

und schluckfreudigen Einzug.

Auch unter schwierigen Bedingungen

stimmt die Druschleistung. Die Reinigung

arbeitet sauber.Wir erreichen zwei

ha/h. Der Motor hat genügend Reserven.

DerVerbrauch pendelt zwischen 28

und 30 l/h. Die Schaltung vom Getriebe

geht gut, der Hydrostathebel ist aber

schwergängig. Die Lenkung ist gerade

für die Straßenfahrt zu sensibel abgestimmt.

Lärmdämmung und Sicht aus

der Kabine sind einwandfrei. Die Verarbeitung

stimmt. Für unsere Verhältnisse

in der Schweiz sollte ein aktiver Hangausgleich

unbedingt lieferbar sein.

Hilzinger AG, CH 8500 Frauenfeld

Mitten in der Saison habe ich mich für

den CF entschieden und bislang 80 ha

gedroschen. Wir haben die einfache

Elektronikvariante gewählt. Das 6 m-

Schneidwerk ist schluckfreudig und

passt sich dem Boden gut an. Es wäre

praktisch, wenn der Regler der Höhenautomatik

in den Joystick integriert wäre.

Case IH will das nachrüsten. Dreschwerk

und Wind lassen sich gut einstellen.

Leider gibt es die elektrische Siebverstellung

nicht ohne das teuere Touchscreen-Paket.

Das Umstellen vom Kaskadensieb

per Stange ist umständlich. In

Weizen und Triticale ereichen wir durchaus

18 t/h Durchsatz. Das Erntegut wird

sauber. Die Einspritzpumpe vom Motor

wurde auf Kulanz nachjustiert. Sehr gut

arbeitet der Häcksler, der aber Kraft

braucht. Die Kabine ist voll in Ordnung.

Vorne musste ich zusätzliche Scheinwerfer

anbringen. Beim CF 60 bekommt

man viel Drescher für´s Geld.

Willi Sigel, 67295 Bolanden

55


TECHNIK

dlz-Dauertest

Fotos: Pfänder

Der 8,3 l-Motor von Cummins ist wartungsfreundlich.

240 PS sind für den CF

60 knapp, der Verbrauch Durchschnitt.

daher, dass die an unserer Maschine aufgebaute

Tankvergrößerung auf 9000 l

(entspricht dem CF 80) jetzt wegen der

Achslasten nicht mehr angeboten wird.

Damit ist die Flexiblität auf großen

Schlägen prima.Weniger schön die Tatsache,

dass sich der Tankaufsatz nur mit

großem Kraftaufwand auf 4 m Transporthöhe

abklappen lässt.

Mit der Abtankleistung gibt es keine

Engpässe. In 135 Sekunden ist der

randvolle Tank mit 6,4 Tonnen Weizen

leer. Auch die Überladehöhe von 4,25

m mit dem 5,23 m langen Rohr ist praxisgerecht.

Einfache Wartung

Dass Case IH auf einen all zu komplizierten

Aufbau vom CF verzichtet hat,

Sehr gut: Die Sammelleisten (450 €)

erleichtern das Abschmieren enorm.

30 Minuten täglich reichen locker.

zahlt sich im Bereich Service aus. Die

wichtigsten Wartungspunkte sind gut

zu erreichen und zu kontrollieren.

Eine echte Erleichterung stellen die zu

Paketen zusammengefassten Schmierleisten

zusammen (450 € extra). Diese

Bündelung der Nippel beschleunigt

die Sache ganz enorm, eine vollautomatische

Zentralschmieranlage wird

überflüssig.

Auch der Motor macht in Sachen Wartungsfreundlichkeit

keine Ausnahme.

Filter, Preistab und Kühlmitteltanks

sind ausreichend gut zu erreichen.

Unser Fazit

Der günstige Einstiegspreis und die

Wartungsfreundlichkeit machen den

CF 60 attraktiv. Die Maschine ist ins-

Im Raps sind im Schnitt 1,8 ha/h (ca. 7,8 t/h) drin. Die Tischverlängerung stellt Case IH

selbst her. Das Schluckvermögen insgesamt ist gut, die Abtankleistung Durchschnitt.

gesamt gut verarbeitet. In dieses positive

Bild passt allerdings nicht, dass

nach rund 100 Einsatzstunden ein

Lager der Dreschtrommel eingelaufen

war.

Mit der Leistung bewegt sich der

Cross-Flow CF 60 auf Höhe seiner

Klassenkollegen. Einer echten „Leistungsexplosion”

durch das Viertrommel-Dreschwerk

in der Fünfschüttler-

Klasse steht der Motor im Weg. Mit

240 PS werden die möglichen Durchsatzkapazitäten

gerade mit aktivem

Sechsreihen-Strohhäcksler nicht ausgeschöpft.

Der Dieselverbrauch bei

aktivem Häcksler liegt über dem

Durchschnitt.

Im aktuellen Mähdrescher-Sortiment

der CNH-Gruppe hat es der CF sicherlich

nicht leicht. Schließlich ist jetzt der

CT in Case IH-rot lieferbar. Und dahinter

steckt der bekannte TX von

New Holland, der in großen Stückzahlen

gebaut wurde und (noch) produziert

wird.

Case IH selbst will die Entscheidung

dem Kunden überlassen. Die Maschine,

die der Markt haben will, wird geliefert.

Und preislich dürfte der CF bei

vergleichbarer Ausstattung eine Ecke

unter dem CT liegen. Darin liegt eine

weitere Chance des CF. (gp)

Case IH nimmt

Stellung …

... zur Motorleistung: Generell haben

wir die Erfahrung gemacht,

dass 240 PS/179 kW für den CF 60

gut ausreichen – vorausgesetzt, die

Einspritzpumpe ist korrekt eingestellt.

Der etwas höhere Kraftstoffverbrauch

ist durch den sechsreihigen

Häcksler begründet, der

extrem gut zerkleinert.

... zum Schaltgetriebe: Durch exaktes

Einstellen des Gestänges lässt

sich die Schaltbarkeit verbessern.

... zur Feuchtemessung in Raps:

Raps neigt zum Verkleben. Ein- bis

zweimal Reinigen (geht einfach) am

Tag verbessert die Ergebnisse.

... zum Lagerschaden: Dieser Defekt

ist ein Einzelfall, der an anderen Maschinen

nicht aufgetreten ist.

... zur Einstellung: Das Kaskadensieb

hinter dem Vorbereitungsboden muss

zwar manuell, aber nur beim Wechsel

von Raps (6 mm) auf Getreide (14

mm) verstellt werden. Um Raps sauber

zu dreschen, empfehlen wir,

Rundlochsiebe einzubauen.

56 dlz 6/2002

220 ha

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine