Verlag "AUS DA G'MOA"

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INFORMATION

Das Kultusministerium startet zum Schuljahr

2010/2011 eine Umstrukturierung der Hauptschulen.

Informationen hierüber finden sie im Internet

unter www.isb.bayern.de. Dies führt wie jedes Novum

zu Unsicherheiten seitens der Eltern und wirft

vermehrt die Frage auf: “Welches ist nun der beste

Weg für mein Kind?“ Der Trend Richtung Realschule

und Gymnasium ist steigend. In der 4.ten Klasse

gilt es den Übertritt zu schaffen. Das deutsche Bildungsystem

ist wenig hilf- und erfolgreich bei der

Förderung und Sicherung von Mindeststandards

schwächerer Schüler.

Aber ohne diese Voraussetzungen tun sich die betroffenen

Kinder in den weiterführenden Schulen

schwer. Darüber hinaus ist Bayern ein „Bildungsland“

mit einem klassischen dreigliedrigen Schulsystem,

(Hauptschule/ Realschule/Gymnasium) was

frühzeitige Selektion impliziert. Es ist normal geworden,

dass Kinder bereits in der Grundschule

Nachhilfeunterricht erhalten um den schulischen

Anforderungen gerecht zu werden.

Manche Eltern greifen sogar zu Psychopharmaka

um ihre Kinder für diesen Kampf zu wappnen. Handelt

es sich in wenigen Fällen um eine echte medizinische

Indikation, so müssen wir uns in den meisten

Fällen fragen, ob dabei nicht nur eine kurzfristige

60 AUS DA G´MOA 4/2010

Auf der Suche nach dem richtigen Weg

vermeintliche Lösung des Problems erreicht wird

und nicht vielmehr auf lange Sicht erst Recht Probleme

geschaffen werden. Als Eltern sollten wir viel

kritischer mit dem Umgang von Psychopharmaka,

gerade bei jungen Kindern, umgehen. Unabhängige

Informationsquellen hierüber gibt es genug.

Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Kinder erst

ab dem 11.ten Lebensjahr über ein negatives Feedback

(Rotstift) lernen können.

Im Grundschulalter werden Rückmeldungen ausschließlich

in den Gehirnarealen verarbeitet, die für

Emotionen zuständig sind. Dies führt dazu, dass bei

Kindern, die häufig Misserfolge erleben, sich Angst

und Blockierung verstärken.

Diese Entwicklung gipfelt in Gedanken wie „ich

genüge nicht – ich schaffe das nicht- bin ich überhaupt

noch etwas wert?“ Diese Selbstabwertung

verhindert ein Gefühl der Selbstwirksamkeit und

verringert die Motivation für Veränderungen „es hat

ja eh alles keinen Sinn!“

Kommt zum schulischen Leistungsdruck auch noch

eine unrealistische Erwartungshaltung der Eltern

hinzu, ist die Belastung für die Kinder kaum noch

tragbar.

Es entstehen Versagensängste, die sie unter Umständen

die ganze Schulzeit begleiten und sie in ihrer

Entwicklung hemmt. Um die

Lernbereitschaft zu erhalten, brauchen

die Kinder Anerkenung und

Wertschätzung für geleistete Arbeit,

egal wie die Bewertung ausfällt.

Wir müssen auch beachten,

dass Kinder dringend Erholungszeiten

brauchen, damit sich Gelerntes

festigen kann, so wie auch

Zeiten, die sie zweckfrei planen

können. Auch Bewegung ist unerläßlich.

Dabei werden Substanzen

ausgeschüttet, die für Wachstum

und Gehirnreifung wichtig sind.

Unter diesen Aspekten wünsche

ich eine kluge Entscheidung für

den weiterführenden Schulweg unter

Berücksichtigung der individuellen

Fähigkeiten, Talente und

Wünsche der betroffenen Kinder

. Karin Sill

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