Gestrata Journal Ausgabe 132 (Mai 2011)

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Gestrata Journal Ausgabe 132 (Mai 2011)

Dipl.-Ing. Christian HOLZHAMMERDipl.-Ing. Dr. Andreas PFEILERNeue Anforderungen anungebundene TragschichtenNordautobahn6EINLEITUNGDie Anforderungen an ungebundene Tragschichtensind in Österreich in der RVS 08.15.01 „UngebundeneTragschichten“ geregelt. Während die TechnischenVertragsbedingungen Anforderungen an den Verwendungszeckdefinieren – in diesem Fall die Verwendungvon Gesteinskörnungen in einer ungebundenen Tragschicht– findet man die Anforderungen an das AusgangsproduktGesteinskörnung in den ProduktnormenON EN 13242 „Gesteinskörnungen für hydraulischgebundene und ungebundene Gemische für denIngenieur- und Straßenbau“. Um die Abstimmung derAnforderungen an die Gesteinskörnung (Produkt) aufjene an den Verwendungszweck (ungebundene Tragschicht)sicher zu stellen, ist zusätzlich auf nationalerEbene die ON B 3132 „Regeln zur Umsetzung derEN 13242“ als Steuerungsinstrument wirksam.Die ON B 3132 filtert jene Anforderungen aus dereuropäischen Norm, die in Österreich letztendlich beimBau von ungebundenen Tragschichten erforderlich sindund gemäß RVS 08.15.01 definiert sind.Harmonisierte europäische Normen unterliegen ineinem Intervall von fünf Jahren einer Begutachtung.In dieser Begutachtungsphase können von allenMitgliedsländern Stellungnahmen abgegeben werden,die anschließend in die Norm eingearbeitet werden.Für die Übernahme der europäischen Normvorgabenins nationale Regelwerk besteht jedenfalls eineVerpflichtung. Die Änderungen der harmonisierteneuropäischen Norm EN 13242 in der Veröffentlichungvom 1.3.2008 bedingen daher eine Anpassung desnationalen Regelwerkes innerhalb der vorgegebenenFrist von 18 Monaten.Die EN 13242, als maßgebende europäische Produktnormfür Gesteinskörnungen in ungebundener Verwendungwurde 2008 um die Anforderungen anrezyklierte Gesteinskörnungen erweitert.Vor allem die Klassifizierung dieser Körnungen mitden zulässigen Fremdanteilen stellte das europäischeKomitee für Normung CEN TC 154 „Aggregates“ voreine große Herausforderung, da in vielen Mitgliedsstaatenbereits nationale Regelungen existierten.Man einigte sich daher auf ein allgemein gültigesKlassifizierungssystem, dass dann auf nationaler Ebenepräzisiert wurde. Die neuen europäischen Kategorienfür rezyklierte Materialien lauten: Asphalt (Ra), Naturstein(Ru), Ziegel (Rb), Beton (Rc), Glas (Rg), schwimmendeMaterialien (Fl) sowie sonstige Materialien (X)mit geringem Masseanteil.Eine Präzisierung und Anpassung an die bislang inÖsterreich gebräuchlichen Bezeichnungen RA, RB,RAB, RM und RG erfolgte in der Richtlinie für Recycling-Baustoffein der 8.Auflage vom 1.9.2009.KONZEPTDie RVS 08.15.01 „Ungebundene Tragschichten“hat im Laufe der Jahre bereits mehrere Änderungenerfahren und stellte sich durch die verschiedenenErgänzungen immer unübersichtlicher dar. Die verpflichtendeEinarbeitung der Recyclinganforderungeneröffnete daher auch die Chance, das Regelwerk vollständigzu überarbeiten. Das bewährte Konzept derGesteinsklassen, wie dies bei der Asphaltnormung voreinigen Jahren eingeführt wurde, diente als Vorlage.In Abhängigkeit von der Verkehrsbelastung wurden10 sogenannte U-Klassen (U1-U10) für die anzulieferndenKorngemische definiert. Fünf Klassen für dieVerwendung in ungebundenen oberen Tragschichten(U1-U5), drei Klassen für die Verwendung in ungebundenenunteren Tragschichten (U6-U8) sowie zweiweiter Klassen für den Güter- und Forstwegebauohne gebundene Überbauung (U9 und U10).

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