Shoppingmeilen der Zukunft - Travel-One

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Shoppingmeilen der Zukunft - Travel-One

1. OKTOBER 2008 l AUSGABE 18

Shoppingmeilen

der Zukunft

Die großen Flughäfen investieren massiv in neue

Einkaufs- und Gastro-Bereiche THEMA AIRLINES/AIRPORTS ➤ 12

T&M Media GmbH & Co. KG ∙ Pf 10 07 51 ∙ 64207 Darmstadt

PVST ∙ DPAG ∙ Entgelt bezahlt

DAS MAGAZIN FÜR REISEPROFIS

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INTERVIEW

Rainer Schwarz’

Zukunftsvisionen

1.10.2008 TRAVEL ONE 1

www.travel-one.net

Berlins Flughafenchef

will die Hauptstadt zum

Hub machen ➤ 10


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2 TRAVEL ONE 1.10.2008


■ »Weiterarbeiten, so als ob nichts wäre«, heißt momentan die Devise für

die Mitarbeiter vieler Fluggesellschaften. Denn ob und in welcher Form ihr

Unternehmen in einem halben Jahr noch existiert, ist ungewiss. Condor,

Tuifly, Germanwings, Austrian Airlines, SAS, Iberia oder Spanair – wer

nicht zu den wenigen globalen Platzhirschen zählt, steht entweder zum

Verkauf oder muss in einem größeren Verbund untergebracht werden.

Die Verhandlungen um Käufe und Fusionen gestalten sich unterdessen

ziemlich zäh. Das ist einerseits durchaus ein gutes Zeichen. Hauruck-

Aktionen und Übernahmen im Handstreich wären angesichts massiven

Kostendrucks und einer wirtschaftlichen Gesamtsituation mit vielen

Fragezeichen zu riskant.

»Die Zeit drängt«

Allzu lange sollten sich Lufthansa, TUI, Thomas Cook & Co. aber nicht

mehr Zeit lassen. Denn der Schwebezustand, in dem sich viele Airlines

befinden, verhindert dringend notwendige Investitionen, zum Beispiel in

die Flugzeugflotten. Und auch den Mitarbeitern müssen dringend Perspektiven

aufgezeigt werden, um zu verhindern, dass die besten unter ihnen

sich neue Jobs suchen und die übrigen sich demotiviert durchwursteln.

Auch vor der Öffentlichkeit wächst der Erfolgsdruck. Tragikomische

Ereignisse wie die Meuterei der Passagiere eines Air-Berlin-Fluges vor

wenigen Wochen zeigen, dass das Vertrauen der Fluggäste in die Sicherheit

der Fluggesellschaften seit dem Absturz der Spanair-Maschine in

Madrid erschüttert ist. Deshalb sollten die Airlines alles daransetzen, der

Welt zu zeigen, dass sie in der Lage sind, für grundlegende Fragen die

richtigen Lösungen zu finden. Endloses Kreisen in Verkaufs-Warteschleifen

leistet dazu keinen Beitrag.

Mailen Sie uns Ihre Meinung.

c.schmicke@travel-one.net

18 l 2008 editorial

Christian Schmicke

Chefredakteur

1.10.2008 TRAVEL ONE 3


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4 TRAVEL ONE 1.10.2008


Foto: Kerala Tourism

38

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Indien: Mehr als 1.000 Kilometer Wasserwege

inhalt

prägen den Bundesstaat Kerala

titelthema

12 AIRLINES/AIRPORTS. Die großen Flughäfen

erkennen zunehmend ihr Potenzial als Einkaufsmeile.

Vor den Kontrollen sollen künftig mehr

Geschäfte für weiteren Umsatz sorgen.

Titelfoto: stockXpert

puls

6 Amadeus. Klage gegen Lufthansa abgelehnt.

8 Ägypten. Die Folgen der Entführung für den

Wüstentourismus.

10 Interview mit Dr. Rainer Schwarz. Der Chef

des künftigen BBI über die Zukunftschancen.

produkt

16 AIRLINES/AIRPORTS. Die regionalen Flughäfen

müssen um die Gunst der Kunden buhlen, denn

schnelles Wachstum allein ist kein Erfolgsgarant.

18 Gepäckregelungen. Für Sportler, Familien

und Einkaufslustige lohnt ein Vergleich der Airlines.

20 Lufthansa. Beteiligung an Brussels Airlines.

23 Air Namibia. Starkes Umsatzplus.

24 FAMILIENURLAUB. Familien reisen vermehrt in

die Ferne. Touristiker verraten, in welche Fernreiseziele

sie mit den eigenen Kindern am liebsten

fahren. 27 Vamos Reisen. Neue Touren für

Familien. 28 Belvilla. Burgferien in Italien.

30 Pandaw. Mit dem Kreuzfahrtschiff durch den

Regenwald von Borneo. 31 Emaar. Neue Hotelkette

»The Address Hotels + Resorts«.

Dieser Ausgabe liegt das Supplement »Grenada«

bei. Wir bitten um freundliche Beachtung.

1.10.2008 TRAVEL ONE

sales

Menschen machen Meinungen.

Wir zeigen die Köpfe.

32 WORKSHOP LUXUSREISEN. 14 Reiseprofis lassen

sich von Thomas Cook Reisen und TRAVEL ONE auf

Mallorca verwöhnen – und sammeln viel Know-how.

34 CRS. Sabre entwickelt eigene Internetbuchungsmaschine

und ein multichannel-fähiges CRM.

36 Amadeus. Midoffice für deutsche Geschäftsreisebüros.

37 HRG. Zwei neue Online-Module.

destination

38 INDIEN. Safaris, Bootsfahrten und die Vielfalt an

Gewürzen betören die Besucher des südindischen

Bundesstaates Kerala. 42 Lotus Travel. Fahrt mit

dem Luxuszug »Golden Chariot«.

44 Sri Lanka. Die politische Situation macht dem

Tourismus der Insel zu schaffen. Wiederholer halten

dem Land die Stange. 46 Kompakt. Sri Lankas

Sehenswürdigkeiten.

exit

50 Peps. Schnäppchen für Touristiker.

51 TV Tipps.

52 Menschen. Seibt wird TUI-Handelsmarketing-Chef.

52 Feedback.

53 Impressum.

54 Mensch. Maria Anna Muller, Geschäftsführerin des

Flughafens Rostock-Laage-Güstrow.

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Foto: Amadeus

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puls mix

Reisecoupons im neuen

Rewe-Frauenmagazin

■ Heute erscheint die erste Ausgabe des neuen Frauenmagazins der

Rewe-Gruppe. In dem 100 Seiten starken Heft mit dem Namen »Laviva«

befinden sich auch Einkaufsgutscheine für verschiedene Rewe-

Produkte. Die Rewe Pauschal- und Bausteintouristik ist in jeder Ausgabe

des monatlich erscheinenden Magazins mit zwei Coupons vertreten,

die im Reisebüro eingelöst werden können. So erhalte der Kunde

einen Anreiz, die Buchung im Reisebüro zu tätigen, heißt es. Erste Reaktionen

vom Counter sind durchaus positiv, wie der Leserbrief von

Alexander Growe aus Freiburg zeigt (S. 52). Das Magazin startet mit

einer Auflage von 700.000 Exemplaren, wird in den Märkten der Handelskette

sowie an Bahnhöfen und Flughäfen für 80 Cent verkauft.

www.laviva.com

+++ TRAVEL ONE Morning News – die aktuellsten Nachrichten der Branche. Jeden Morgen um

Punkt neun auf Ihrem Rechner. Anmeldung unter www.travel-one.net/morning_news.html +++

Amadeus unterliegt mit Klage

■ Die von Amadeus gegen das Vorzugspreismodell der Lufthansa beantragte

einstweilige Verfügung ist vom Landgericht Hamburg abgelehnt worden. Damit

läuft das Modell weiter, und Amadeus muss den Reisebüros mindestens bis Jahresende

die Vorzugspreise weiter erstatten. Die Entscheidung gilt nur für Lufthansa

in Deutschland, nicht aber für Swiss. Das CRS wartet nun den Eingang

der schriftlichen Urteilsbegründung ab. »Amadeus beabsichtigt, Berufung einzulegen,

sobald die Urteilsgründe für diese vorläufige Entscheidung geprüft

sind«, heißt es aus Bad Homburg.

Zentrales Thema der Klage war offensichtlich die Frage, ob der einseitige

Aufschlag einen Fall von Marktmissbrauch darstellt. Amadeus hatte auf die juristische

Lösung gesetzt, nun muss das CRS wieder mit der Airline verhandeln.

Bei dem Verfahren in Hamburg ging es nicht um Schadenersatz für die von

Amadeus getätigten Zahlungen. Dies wird von einem Schiedsgericht in Paris

abgehandelt. Holger Taubmann, Chef von Amadeus Deutschland, und seine

Kollegen in der Zentrale in Madrid müssen sich nun einen Plan B überlegen.

Oberstes Ziel bleibe es aber für Amadeus, in Verhandlungen eine langfristige

und stabile Lösung zu erreichen, heißt es.

6 TRAVEL ONE 1.10.2008

Foto: REWE Group

Taubmann muss den Reisebüros eine neue Lösung präsentieren


Gewinnen Sie eine

Reise durch Vietnam

■ Hanoi und Saigon sind nur zwei der Stationen der Gebeco-Erlebnisreise

»Vietnam zum Kennenlernen«, die auf den

Gewinner des Online-Gewinnspiels von Vietnam Airlines

und TRAVEL ONE wartet. Weitere Ziele der zwölftägigen

Rundreise sind die alte Kaiserstadt Hué, die Tempelstadt

My Son und das Mekong-Delta im Süden des Landes. Wer

dabei sein will, muss nur zehn Fragen zu Vietnam Airlines,

Vietnam, den Nachbarländern und Gebeco beantworten.

Der zweite Preis sind zwei Flüge mit Vietnam Airlines. Gewinner

des dritten bis zehnten Preis erhalten das Buch »Vietnam

– Küche & Kultur« von Hans Gerlach aus dem Verlag

Gräfe und Unzer. Das Quiz läuft noch bis zum 31. Oktober.

www.travel-one.net

Das Niltal, das Rote Meer,

die Wüsten, die Oasen…

Ägypten wurde bestimmt

für den Urlaub erfunden!

TRAVEL ONE Trendmesser

ÄGYPTEN BIETET IHNEN SEIN HÖCHSTES GUT – DIE SONNE…

UND UNTERSTÜTZT SIE BEI DER VERMARKTUNG MIT HILFREICHEN WERBEMEDIEN.

Stellen Sie bedingt durch die

politische Situation in Thailand einen

Rückgang der Buchungen fest?

Das Ägyptische Fremdenverkehrsamt erstellt speziell auf seine Kunden zugeschnittene Werbemedien, die

regelmäßig auf den neuesten Stand gebracht werden: einen Verkaufsleitfaden und eine gewerbliche Website

(mit Informationen, einer frei verfügbaren Fotogalerie, FAQ etc.). Auf www.trade.egypt.travel können Sie

sich über die neuesten Entwicklungen informieren, welche die touristischen Infrastrukturen des Roten

Meers oder des Mittelmeers, aber auch das Kulturerbe des Niltals, sowie die Wüsten und Oasen betreffen.

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Ja 47%

Nein 53%

DDB Travel & Tourism - Photos : Denys Vinson


puls mix

Oase Siwa

T o n

Oase Bahariya

Oase Farafira

Oase Dachla

Oase Charga

Gilf-al-Kabir-Plateau

Kairo

■ Gilf-al-Kabir – erst seit der Entführung der Touristengruppe in

Ägypten vielen ein Begriff. Zuvor konnten nur absolute Wüstenfans

mit diesem Namen etwas verbinden. Denn das Plateau liegt

in einer der abgelegensten Wüstenregionen der Welt. Die Reise

■ Sie fahren regelmäßig mit Gruppen

durch die Wüste bis zum Gilf-al-Kabir-Plateau.

Hat die entführte Gruppe

etwas falsch gemacht?

Nein. Sie haben alle Regeln und Vorschriften

befolgt. Es ist das erste Mal, das

so etwas in Ägypten passiert.

■ Wie sorgen Sie für die Sicherheit

Ihrer Gäste?

Unsere Jeeptouren werden von erfahrenen

Wüstenkennern geleitet. Sie haben

GPS und melden sich täglich per Satellitentelefon

in unserem Büro in Kairo. Sollten

wir nichts hören, was noch nie der

Fall war, würden wir sofort ein Such- und

Rettungsteam losschicken.

Luxor

Abu Simbel

Gilf-al-Kabir liegt im südwestlichsten Zipfel Ägyptens

Nur ein Ziel für

Wüstenfreaks

»Wir haben uns immer sicher gefühlt«

■ Bewacht jemand die Touristen mit

einem Gewehr?

Nein, niemand trägt ein Gewehr. Das war

bislang auch nicht nötig. In dieser abgeschiedenen

Wüste trifft man normalerweise

keine Menschenseele.

■ Wird die Entführung den

Wüstentourismus verändern?

Nein, es wird den Wüstentourismus im

Gilf-al-Kabir und zu den Oasen nicht verändern.

Die ägyptische Regierung hat

neue und härtere Regeln angekündigt.

Details sind noch nicht bekannt. Vermutlich

wird die Grenze zwischen Ägypten

und dem Sudan künftig von der Militärpolizei

bewacht.

dauert mehrere Tage, geht mit Jeeps quer durch die ägyptische

Sahara und bedeutet Komfortverzicht – ein Abenteuer, für das

sich die Masse der Urlauber keineswegs begeistern lässt.

Die Gegend, in der die Gruppe entführt wurde, liegt rund 500

Kilometer südwestlich der südlichsten Oase Charga in der Westlichen

Wüste. Die Oase

Gefahren drohten

bislang ausschließlich

aus der Natur

ist der letzte Punkt der

Zivilisation.

Pan Arab Tours zum

Beispiel, ein ägytischer

Anbieter von Wüstentouren

und Partner von

Ikarus Tours, bricht in der benachbarten Oase Dachla nach Gilfal-Kabir

auf. Mit drei bis fünf Jeeps fährt die Gruppe zwei Tage, bis

sie ihr Ziel erreicht: das Plateau mit den Felszeichnungen, die László

Almásy, bekannt durch Roman und Film »Der englische Patient«,

in den Dreißigerjahren entdeckte. Es gibt unterwegs kein

Wasser, jeder Tropfen muss mitgenommen werden, auch für die

Rückfahrt. Dies und die Garantie, über genügend Sprit zu verfügen,

stellte die Anbieter bislang vor eine Herausforderung – und

nicht die Gefahr einer Entführung. Auch die relative Nähe zur sudanesischen

Grenze machte den Agenturen keine Sorgen.

Pan Arab Tours wird auf alle Fälle an den Touren zum Gilf-al-

Kabir-Plateau festhalten. Für Mitte Oktober ist die nächste Reise

geplant. Das Auswärtige Amt allerdings rät derzeit »dringend von

Reisen in die Wüstengebiete im Südwesten Ägyptens ab«.

Ahmed Moussa organisiert als Geschäftsführer

der Incoming-Agentur Pan

Arab Tours Reisen in die ägyptische Wüste

8 TRAVEL ONE 1.10.2008


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1.10.2008 TRAVEL ONE 9

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puls im gespräch

Wohin entwickeln sich Berlins

Flughäfen, Herr Dr. Schwarz?

Das Interview führte Wolfram Marx.

Dr. Rainer Schwarz (51) ist Sprecher der Geschäftsführung

und kaufmännischer Geschäftsführer

der Berliner Flughäfen. Der promovierte Betriebswirt

arbeitet seit 1988 im Airportgeschäft, von 2002 bis 2005

als Vorsitzender der Geschäftsführung in Düsseldorf.

Herr Dr. Schwarz, der ADV und das Barig

haben für die deutschen Flughäfen

im zweiten Halbjahr eine Stagnation

bei den Passagierzahlen prognostiziert.

Was erwarten Sie für Berlin?

■ Wir erleben in Berlin eine dynamische

Entwicklung. Die Zahl der Passagiere ist

von zwölf Millionen im Jahr 2002 auf 20

Millionen im vergangenen Jahr gestiegen.

Ich erwarte für das zweite Halbjahr ein

Wachstum von fünf bis sechs Prozent, sonst

liegt unser Zuwachs bei rund zehn Prozent.

Womit begründen Sie Ihren

Optimismus?

■ Da ist einmal die Attraktivität von Berlin.

Rund 50 Prozent der ankommenden Gäste

nutzt Berlin als Incoming-Flughafen, das

heißt, sie bleiben in der Region. Auf der anderen

Seite wird Berlin ein immer wichtigeres

Ziel für Geschäftsreisende. Dies können

wir seit rund fünf Jahren beobachten. Die

Funktion als Hauptstadt spielt eine immer

bedeutendere Rolle.

2011 geht der Großflughafen Berlin

Brandenburg International (BBI) an den

Start. Mit welchen Zahlen rechnen

Sie dann?

■ Ich gehe davon aus, dass wir zur Inbetriebnahme

von BBI die Grenze von 25 Millionen

Passagieren pro Jahr erreichen. Damit

können wir den Standort Berlin, der ein

großes Potenzial bietet, auch entsprechend

nutzen. Durch die geografischen Lage stellen

wir das perfekte Gateway für Flüge

Richtung Osten dar.

Es gibt ja noch einige andere

Flughäfen als Gateways. Wie wollen

Sie da bestehen?

■ Wir orientieren uns nicht an den westdeutschen

Flughäfen, sondern an Budapest,

Prag oder Wien. Unser unbestrittener Vor-

10 TRAVEL ONE 1.10.2008


Foto: Günter Wicker (Photur)/Berliner Flughäfen

teil hierbei ist, dass wir sehr breit aufgestellt

sind. Lufthansa, Air Berlin und Easyjet haben

alle in etwa die gleichen Marktanteile.

Wir haben diverse Optionen, unter anderem

durch ein umsteigefähiges Terminal.

Dadurch, dass sämtlicher Verkehr auf einen

Flughafen konzentriert wird, entsteht zwischen

den Airlines auch ein Wettbewerb.

Wir können feststellen, dass die Fluggesellschaften

bereits heute versuchen, ihre

Claims in Schönefeld und Tegel und damit

am künftigen BBI abzustecken.

Mit Hainan Airlines nach Peking und

Air Berlin/LTU nach Bangkok gibt es

zwei Verbindungen nach Asien. Wie

geht es hier weiter?

■ Hainan Airlines ist ja gerade erst angelaufen,

denkt aber bereits über eine Aufstockung

für 2009 nach. Die Airline hat eine

sehr gute Anbindung innerhalb Chinas. In

Europa gibt es durch die Kooperation mit

Air Berlin gute Anschlussmöglichkeiten.

Wir liegen rund eine Stunde Flugzeit näher

an den östlichen Zielen als Frankfurt, Paris

oder London.

Und Bangkok? Der Flug ist von den

Streichungsplänen von Air Berlin bislang

nicht betroffen.

■ Der Asien-Verkehr bleibt, anders als in

Düsseldorf, da er sich bei uns trägt. Dass

dort die Verbindungen nach Asien mangels

Auslastung wieder gestrichen wurden, ist

verständlich. Nach unserer Potenzialanalyse

wäre nach Bangkok sogar ein täglicher

Flug möglich und würde sich wirtschaft-

Strukturwandel in Berlin

Die Flughafenstruktur in Berlin befindet sich in einem umfassenden Veränderungsprozess.

Am 30. Oktober schließt der innerstädtische Flughafen

Tempelhof nach 85 Jahren endgültig die Start- und Landebahn, Tegel folgt

2011. Dann verlagert sich der gesamte Flugverkehr an den neuen Hauptstadtflughafen

Berlin Brandenburg International, der derzeit am Standort

des dritten Berliner Flughafens, in Schönefeld, entsteht. Dies alles geschieht

bei laufendem Flugverkehr in Schönefeld. Und auch in Tegel wird

nicht nur weiter geflogen, der Flughafen wird aufgrund des starken Verkehrs

sogar noch erweitert. In diesem Jahr erwartet die Flughafengesellschaft

an allen drei Airports rund 21 Millionen Passagiere.

lich tragen. Die derzeitige Verbindung wird

allerdings primär touristisch genutzt.

Denken Sie, dass sich Berlin damit auch

zu einem Drehkreuz entwickeln kann?

■ Möglich ist dies auf jeden Fall, aber es ist

ein längerfristiger Prozess. Dafür müssen

die notwendigen Strukturen aufgebaut werden.

Wir benötigen die Verknüpfungen innerhalb

des Europaverkehrs. Der Zulieferverkehr

ist eine Voraussetzung, dafür bieten

wir mit BBI die entsprechenden Möglichkeiten.

Dann ist eine Entwicklung, wie es sie

in München nach dem Umzug gab, auch bei

uns möglich. Nach der Eröffnung von BBI

starten wir eine Aufholaktion gegenüber

München und Frankfurt.

Tempelhof wird in wenigen Wochen

geschlossen. Wie ist die momentane

Situation in Tegel, der ja noch bis 2011

betrieben wird?

■ Tegel ist ein entscheidender Garant für

unser Wachstum. Die drei in Tempelhof

verbliebenen Airlines Cirrus, Intersky und

Brussels haben sich alle für einen Umzug

nach Tegel entschieden. Wegen des hohen

Aufkommens wird das neue Terminal C

noch einmal erweitert. Das rechnet sich

auch wirtschaftlich trotz der Schließung

des Flughafens in drei Jahren. Bislang waren

im Terminal C nur Umsteigeverbindungen

in Schengen-Länder möglich. Nun

werden die Kontrollstellen eingerichtet, so

dass auch Non-Schengen-Ziele angeflogen

werden können. Ein entscheidender Aspekt

für Air Berlin, die von dort aus Wei-

terflüge in die Ziele in Nord- und Osteuropa

anbietet.

Ein emotionales Thema ist immer das

Nachtflugverbot. Was ist in Berlin für

die Zukunft zu erwarten?

■ Momentan läuft das Planergänzungsverfahren.

Klar ist, dass es zwischen Mitternacht

und fünf Uhr keinen regulären Linienflugverkehr

geben wird. Im Verfahren

geht es nun um die Zeiträume 22 bis 24 und

fünf bis sechs Uhr. Ich erwarte Anfang 2009

einen Beschluss.

Kann es eine geteilte Entscheidung für

Passagier- und Frachtflugzeuge geben?

■ Dazu wird es auf keinen Fall kommen.

Unsere Situation ist mit Leipzig nicht zu

vergleichen, dort war nur die Fracht zu

rechtfertigen. In Leipzig findet kaum noch

Linienflugverkehr statt, insofern bildet das

Urteil die Marktgegebenheiten dort gut ab.

Die Lufthansa weist darauf hin, dass es

mit der Bahnanbindung für Schönefeld

bis 2016 dauern kann. Was ist der aktuelle

Stand?

■ Wir benötigen eine Schnellbahnverbindung

mit einer Fahrtzeit von unter 30 Minuten

vom Hauptbahnhof zum Flughafen –

und das dreimal pro Stunde. Die bestehende

S-Bahn ist nur in begrenztem Maße für die

Passagiere geeignet, da die Fahrt zu lange

dauert. Das Problem ist, dass die ursprünglich

geplante Trasse nicht rechtzeitig fertig

wird. Es liegt nun an der Bahn, wie der Airport-Express

im Fahrplan priorisiert wird.

1.10.2008 TRAVEL ONE 11


titelthema xxxxx

Shopping-Strategien

für die Zukunft

Die großen Flughäfen treiben den

Ausbau ihrer Shoppingmeilen voran.

Auf bis zu 60 Prozent soll der Anteil des

Non-Aviation-Geschäfts wachsen.

■ »Viele Flughäfen in Deutschland haben die enormen Umsatzpotenziale

des Non-Aviation-Geschäfts noch nicht realisiert und

hinken in diesem Bereich hinterher«, sagt Peter Rothmann. Der

Autor der jüngsten Studie der Management-Beratung A. T. Kearney

zur Zukunft der Flughäfen wird nicht müde, die Vorzüge schicker

Einkaufsmeilen für die Airports zu preisen. »Die Top fünf

Flughäfen der Studie steigerten seit 2005 ihre Umsätze im Non-

Aviation-Bereich um 15 Prozent«, argumentiert er. Besonders an

den Londoner Flughäfen Heathrow und Gatwick habe das Geschäft

des Einzelhandels und der Gastronomie massiv zugelegt.

Von den deutschen Flughäfen seien lediglich Frankfurt und München

in die Top zehn gelangt.

8,70 Euro gibt ein Passagier laut einer Studie der Unternehmensberatung

A. T. Kearney in Läden und Gastronomie am Frankfurter

Flughafen aus. Dass der größte deutsche Flughafen damit

gut dasteht, liegt nicht zuletzt an seiner Rolle als Drehkreuz. So

addieren sich Umsätze von Ein- und Umsteigern. Zudem kommt

dem Airport der hohe Anteil an Langstreckenpassagieren zugute.

Zum einen, weil dieses Segment im laufenden Jahr anhaltendes

Wachstum verbuchte. Und zum anderen, so Wilhelm Bender, Chef

der Fraport AG, weil Langstreckenpassagiere konsumfreudiger

seien als andere Fluggäste.

Drei- bis viermal so hoch wie in vergleichbaren Einkaufszentren

der Innenstädte ist laut A. T. Kearney der Umsatz der Shops

12 TRAVEL ONE 1.10.2008

Foto: Berliner Flughäfen


Foto: Andreas Wiese, Düsseldorf International

und Restaurants hinter der Sicherheitskontrolle

bezogen auf die genutzte Fläche. Da

der Platz in diesem Bereich, im Airliner-

Jargon »Airside« genannt, begrenzt ist,

plant Fraport nun auf der »Landside«, also

vor den Kontrollen, neue Shopping- und

» Viermal so viel Umsatz

pro Quadratmeter wie

in Innenstädten«

Erlebnisflächen. Bis 2012 soll am Frankfurter

Flughafen eine neue Airport City Mall

mit 3.000 Quadratmetern entstehen.

Die Geschäfte und Restaurants können

zwar nicht von den Umsteigepassagieren

genutzt werden; dafür stehen sie aber den

Abholern von Fluggästen und Menschen

aus dem Umland ohne Flugticket zur Verfügung.

Die Rentabilität dieser Läden bewertet

Berater Rothmann zwar nicht so

hoch wie die der Einrichtungen auf der

»Airside«. Doch immerhin sei der Umsatz

pro Quadratmeter auf der »Landside« noch

doppelt so hoch wie in Innenstädten.

Starke Umsätze in München. Noch

besser als in Frankfurt laufen die Non-Aviation-Geschäfte

am Flughafen München.

Gastronomie und Einzelhandel bringen es

hier sogar auf 13,80 Euro pro Fluggast.

Für Münchens Flughafen-Chef Michael

Kerkloh ist das Konzept des »Airports

als Erlebnissraum« für Angestellte, Fluggäste

und Bewohner des Umlands ein zentraler

Bestandteil des Geschäftsmodells.

Stärker noch als sein Kollege Bender in

Frankfurt setzt er auf die Anziehungskraft

airlines/airports titelthema

der Shops, Cafés und Restaurants vor der Sicherheitskontrolle.

Dass dieses Modell offenbar funktioniert, liegt nicht zuletzt daran,

dass der Flughafen München aus Fehlern anderer gelernt hat. Die

Anforderungen an die Shoppingmeilen vor der Kontrolle sind

eher noch höher als die an Geschäfte und Gastronomie hinter dem

Security Check. Denn während auf der Airside mancher einfach

einkauft, um sich die Zeit zwischen Check-in und Boarding zu

vertreiben, müssen die Einrichtungen auf der Landside dem unmittelbaren

Vergleich mit der Konkurrenz in den Innenstädten

und auf der grünen Wiese standhalten. Mit einem austauschbaren

Angebot zu Apothekenpreisen ist das nicht machbar.

kompakt

Bender: Bis 2012 eine

neue Airport Mall

■ »Free-Flow-Konzept«: Die Besucher

werden auf dem Weg zum Gate durch die

Shopping-Angebote geführt. Das soll den

Kontakt zwischen Passagieren und Angebot

verstärken und 20 bis 50 Prozent mehr Umsatz

bringen.

■ Ergänzung des Portfolios durch

mehr Angebote vor den Sicherheitskontrollen

für Mitarbeiter, Abholer, Besucher und

Anwohner.

■ Mehr regionaltypische Angebote

statt austauschbarer Allerweltsmarken.

■ »Normale Preise«. Einzelhandel und

Gastronomie am Airport müssen auch im

Wettbewerb mit entsprechenden Einrichtungen

in den Innenstädten bestehen.

1.10.2008 TRAVEL ONE 13


titelthema airlines/airports

Kerkloh: Regionale Angebote zu normalen Preisen

Münchens Stärke liegt, wie die anderer erfolgreicher Beispiele, darin,

»einen Produktmix mit regionalen Akzenten und ganz normalen Preisen«

realisiert zu haben. »Erfolgreiche Flughäfen schaffen regionaltypische

Angebote und präsentieren regionale Best Performer mit erstklassigen

Markenprofilen«, umschreibt Kearney-Mann Rothmann die

Strategie. Ausdrücklich lobt er in diesem Zusammenhang »die Planungen

des Flughafens Wien mit ‚Meinl to Go‘ und ‚M. Liska‘, den Flughafen

München mit ‚Dallmayr‘ und ‚Hofbräuhaus‘ sowie London Heathrow

mit dem ersten und einzigen ‚Asprey‘ Airport Shop.

Berlin auf Wachstumskurs. Auch in den Planungen der Berliner

Flughäfen spielen Shopping Malls, Gastronomie und Event-Einrichtungen

eine große Rolle. Auf 60 Prozent setzte Airport-Chef Rainer Schwarz

die Zielmarke für den Anteil des Non-Aviation-Geschäfts am Großflughafen

Berlin Brandenburg International fest. Zur Eröffnung im Jahr 2011

sollen 20.000 Quadratmeter Fläche für Shops und Gastronomie zur Ver-

3.000 Quadratmeter

zusätzlich: ln Frankfurt

soll es künftig noch

mehr Läden geben

fügung stehen. Das sei immerhin »halb so

viel wie die Potsdamer Platz Arkaden«.

Bereits im November dieses Jahres soll

am Flughafen Schönefeld ein »moderner

und architektonisch ansprechender Event-

und Showterminal« für bis zu 500 Besucher

entstehen. Er dient als Sitz des Eventflugunternehmens

Air Service Berlin, das

unter anderem Flüge mit dem Rosinenbomber

Douglas DC3 anbietet und bisher

am Flughafen Tempelhof zu Hause war.

Zittern um Langstrecken. Natürlich

investierten auch die anderen großen Airports

wie Düsseldorf, Hamburg, Köln/Bonn

oder Stuttgart kräftig in die Shopping- und

Genuss-Infrastruktur. In Zeiten hoher Kerosinpreise

und einer kriselnden Airline-Industrie

müssen sie aber ihr Augenmerk wieder

stärker auf das ursprüngliche Kerngeschäft

legen. Denn ohne eine angemessene

Auslastung der Flugkapazitäten bleiben

auch die Geschäfte und Kneipen leer. Als

besonders anfällig erweist sich bei den

»kleineren großen« Flughäfen das begehrte

Langstreckengeschäft. So streicht Air Berlin

zum Winter die erst im Mai gestarteten Verbindungen

von Düsseldorf nach Peking und

Schanghai ebenso wie die Flüge von Düsseldorf

nach New York. Und auch Berlin wird

um die noch jungen Verbindungen nach

Asien und Amerika kämpfen müssen.

Christian Schmicke

14 TRAVEL ONE 1.10.2008

Bild: Fraport


Lecker Fliegen.

Die Condor Premium Menüs.

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Wir lieben Fliegen.

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1.10.2008 TRAVEL ONE 15


Die regionalen Flughäfen zwischen profitablem

Standortfaktor und Subventionsgrab – einige Fallstudien.

Aufsteiger, Absteiger, Zankäpfel

Passagierzahlen

Bremen: 1.424.399 +22,7%

Dortmund: 1.431.259 +23,6%

Dresden: 1.021.917 +5,2%

Erfurt: 165.775 -1,3%

Friedrichshafen: 379.911 -1,3%

Hahn: 2.231.778 -2,9%

Karlsruhe/Baden-Baden: 644.863 +24,4%

Leipzig/Halle: 1.109.281 -15,9%

Lübeck: 299.511 -16,4%

Münster/Osnabrück: 880.398 +1,8%

Nürnberg: 2.464.211 +3,7%

Paderborn/Lippstadt: 652.435 -4,7%

Saarbrücken: 265.718 +77,6%

Weeze: 805.068 +122,1%

Januar bis Juli 2008 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum

Quelle: ADV

■ Die Rolle der regionalen Flughäfen ist im deutschen Luftverkehr

ebenso wechselhaft wie umstritten. Nahezu 20 Beihilfeverfahren

laufen nach Angaben der Bundesregierung bei der EU-

Kommission gegen deutsche Airports. Der Vorwurf: Mit illegalen

Rabatten sollen Fluggesellschaften an den Standort gebunden

werden.

Der Verdacht, regionale Flughäfen könnten nicht wirtschaftlich

arbeiten und seien auf Schleuderpreise und Subventionen

von Ländern und Kommunen angewiesen, begleitet die Historie

der dezentralen Start- und Landeplätze. Und immer wieder gibt

es Beispiele, die diese These anscheinend belegen – so wie jüngst

die Erkenntnis, dass der Flughafen Dortmund trotz eines Passagierzuwachses

von 28,4 Prozent im ersten Halbjahr 2008 ein

Defizit von rund 20 Millionen Euro aufweist. Nachdem im Juli

bereits LH und Sterling reduziert hatten, droht dem Airport der

Ruhrmetropole zur Wintersaison ein »deutlicher Rückgang«,

wie Flughafen-Chef Manfred Kossack einräumt. Easyjet kappt

die Zahl der Verbindungen von elf auf fünf, und auch Germanwings

und Air Berlin streichen Flüge.

Solider steht trotz geringerer Größe der 80 Kilometer entfernte

Flughafen Paderborn/Lippstadt da, der mit jedem seiner

1,2 Millionen Passagiere einen Euro Gewinn erwirtschaftet.

Zufall oder nicht: Während sich Dortmund auf Lowcost-Airlines

ausgerichtet hat und nun unter dem Rückzug des wichtigsten

Kunden Easyjet leidet, erreicht Paderborn/Lippstadt seine

Profitabilität mit Kunden wie Air Berlin, Tuifly und Sun Express.

Und so könnte die Welt in Ostwestfalen in Ordnung sein,

16 TRAVEL ONE 1.10.2008


wenn nicht das Land Hessen 75 Kilometer entfernt hartnäckig

an seinen Plänen festhielte, den Flugplatz Kassel-Calden

zum internationalen Airport auszubauen. Das 151 Millionen

Euro teure, vollständig aus Steuermitteln finanzierte Projekt

werde dem Flughafen Paderborn/Lippstadt schaden, fürchtet

die nordrhein-westfälische Seite.

Nicht ganz so groß wie im Großraum Rhein/Ruhr, wo

neben Paderborn/Lippstadt, Dortmund, Münster/Osnabrück

und Weeze mit den Großflughäfen Düsseldorf und

Köln/Bonn um die Gunst der Kunden rangeln, ist das Gedränge

im Osten des Landes. Doch auch hier will ein Provinzflugplatz

der Mitteldeutschen Flughafen AG, die die Airports

Leipzig/Halle und Dresden betreibt, den Kampf ansagen.

Vom Flugplatz Altenburg-Nobitz, 110 Kilometer von

Dresden und 80 Kilometer von Leipzig/Halle entfernt, flog

Ryanair im Sommer nach London-Stansted und Girona.

Zum Winter wird es dort allerdings wieder beschaulich – die

Iren stellen die Verbindung ein.

Labile Partnerschaften. Die Beispiele zeigen: Schnelles

Wachstum allein ist kein Erfolgsfaktor. Zudem erweist sich,

dass die Abhängigkeit von einer oder wenigen Fluggesellschaften

Risiken mit sich bringt – erst recht, wenn es sich um

reine Lowcost-Carrier wie Easyjet oder Ryanair handelt.

Denn diese Airlines können zwar – ohne dafür zu zahlen –

für rasantes Wachstum sorgen. Sie sind aber ebenso schnell

wieder verschwunden, sobald sich die entsprechenden Rahmenbedingungen

ändern.

Die Frage der Balance zwischen großen Verkehrsflughäfen

und dezentralen Ergänzungen wird Politik und Branche

noch eine Weile beschäftigen. Und unterdessen freut sich so

mancher Kunde darüber, dass er fast vor der eigenen Haustür

abfliegen kann. Christian Schmicke

Flughafen Paderborn/Lippstadt:

Weniger Fluggäste, aber keine roten Zahlen

Wir liefern Ihnen

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Foto: Flughafen Paderborn-Lippstadt

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Foto: Thorsten Milse

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Sportler müssen tiefer

in die Tasche greifen

Wenn Kunden mit Sack und Pack verreisen, kann sich ein

Vergleich der Gepäckregelungen der Airlines lohnen.

■ Muss ich für die Mitnahme meines

Fahrrads zahlen? Ist eine Anmeldung für

mein Sportgepäck erforderlich? Und darf

ich für meinen Sprössling einen Kindersitz

mit an Bord nehmen? Fragen wie diese

stellen Kunden oft kurz vor dem Reiseantritt

– und bringen nicht selten auch

erfahrene Reiseberater in die Bredouille.

In der schnelllebigen Welt der Gepäckbestimmungen

ist es eine Herausforderung,

stets über die neuesten Regelungen der

Fluggesellschaften informiert zu sein, insbesondere

wenn es um Über- oder Sondergepäck

geht. Die Tabelle rechts gibt

einen Überblick über die vom 1. November

an geltenden Preise und Bestimmungen

der vier Charterairlines Condor, Air

Berlin, Tuifly und Sun Express.

Gepäck an Bord. Die Bestimmungen

für das Hand- und Freigepäck unterscheiden

sich kaum. In der Regel dürfen Reisende

der Economy Class sechs Kilogramm

Handgepäck mitnehmen. Eine

Ausnahme macht lediglich Tuifly: Der

Rucksack darf nur fünf Kilo wiegen. Beim

Freigepäck sind 20 Kilo in der Economy

Class bei allen die Norm.

Sportler müssen zahlen. Radurlauber

müssen vom 1. November an bei Air

Berlin tiefer in die Tasche greifen und für

die Mitnahme des eigenen Fahrrads statt

20 nun 25 Euro zahlen. Bei Tuifly, Condor

und Sun Express betrug diese Gebühr bereits

in der vergangenen Saison 25 Euro.

Alle Airlines – nicht wie bislang nur Tuifly

– erheben künftig auch Gebühren in

Höhe von 25 Euro pro Strecke für die Mitnahme

von Tauchgepäck.

Expedienten sollten alle Aktivurlauber

in jedem Fall darauf hinweisen, dass

die meisten Sportgepäckstücke bei den

Airlines angemeldet werden müssen. In

dieser Hinsicht haben Golfer bei Air Berlin,

Condor und Sun Express gute Karten:

Dort müssen sie ihr Gepäck nicht anmelden.

Bei Tuifly hingegen schon. Wenn die

Kunden die Registrierung vergessen sollten,

müssen sie am Flughafen eine Bearbeitungsgebühr

in Höhe von zehn Euro

zahlen. Alle Charterairlines außer Sun

Express befördern die Ausrüstung gratis,

wenn sie weniger als 30 Kilo wiegt.

Tipps für Eltern. Reisende mit Kindern

können aufatmen, denn die Mitnahme

von Kinderwagen bleibt weiterhin

gratis und muss auch nicht angemeldet

werden. Wollen Eltern für ihre Kinder jedoch

einen Kindersitz mit an Bord nehmen,

müssen sie zuvor Bescheid sagen

und einen eigenen Sitzplatz für das Kind

buchen. Informationen über die zulässigen

Modelle gibt es auf den jeweiligen

Homepages der Fluggesellschaften.

Übergepäck. Zu viel eingekauft? Dann

heißt es draufzahlen. Kunden von Air

Berlin kostet auf der Kurz- und Mittelstrecke

das Kilo Übergepäck mit fünf

Euro am wenigsten. Tuifly und Sun Express

erheben einen einheitlichen Preis

von acht Euro pro Kilo auf allen Strecken.

Condor und Air Berlin verlangen auf der

Langstrecke 16 respektive zehn Euro.

Bonusprogramme. Wenn Reisende

schon vor der Flugbuchung wissen, dass

sie die Gepäcksgrenzen überschreiten

werden, kann sich ein Blick auf die Bonusprogramme

der Airlines lohnen. Mit

den Übergepäckpaketen von Tuifly oder

Condor können Kunden beispielweise

günstiger wegkommen, als wenn sie für

jedes Kilo Übergepäckgebühren zahlen.

Beetje Hofmann

18 TRAVEL ONE 1.10.2008


Handgepäck 6 kg

Freigepäck

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Condor Air Berlin/LTU Tuifly Sun Express

20 kg Economy und

Premium Economy,

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Boards bis max. 30 Kilo (mit Anmeldung) 25 € 25 €

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30 kg Business plus

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1.10.2008 TRAVEL ONE 19

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29,75 € national

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eigener Sitzplatz,

Infos im Web *4

25 €, Anmeldung ab

sechs Personen

25 €, Anmeldung ab

141 cm Länge

5€/5€/10€

pro Kilo *3 8€/8€ pro Kilo 8€/8€ pro Kilo

eigener Sitzplatz,

Infos im Web *5

eigener Sitzplatz,

Infos im Web *6

keine Angaben,

Infos bei der Airline

Alle Angaben sind vom 1. November an gültig und beziehen sich auf eine Flugstrecke. *1 Bis zu einem Aufenthalt von 28 Nächten (Condor) beziehungsweise 28

Tagen (Air Berlin), nicht gültig für Flüge von/nach USA/Kanada. *2 außer USA und Kanada *3 Übergepäck ab zehn Kilo ist anmeldepflichtig. *4 www.condor.com/

tcf-de/an_bord_familienservice.jsp *5 www.airberlin.com/site/flug_service_familien.php?LANG=deu *6 www.tuifly.com/de/service/faqs_15462.html


produkt airlines/airports

SIA: Vorerst kein

A380 für FRA

■ Obwohl Singapore Airlines gerade den sechsten Airbus A380 in

Dienst gestellt hat, wird es noch eine Weile dauern, bis die Fluggesellschaft

das Flugzeug auch für Flüge nach Frankfurt einsetzt.

Deutschland-Direktor Casey Ow Yong betont zwar, dass die Main-

Metropole auf der Liste potenzieller A380-Ziele stehe. Doch zunächst

haben die zweite tägliche A380-Verbindung zwischen London

und Singapur sowie vermutlich einige innerasiatische Strecken

Vorrang. »China und Indien sind natürlich unsere stärksten

Wachstumsmärkte«, unterstreicht Yong.

Auch von Flügen nach München als zweites deutsches Ziel ist

momentan nicht die Rede. Die hohen Kerosinpreise zwingen SIA

zu einer vorsichtigeren Planung. »Auch wir müssen sparen«, so

Yong. Aber dies werde nicht zu Lasten der Qualität gehen.

Vom 20. Oktober bis 16. Dezember legt die Fluggesellschaft

Sondertarife für die täglichen Flüge von Frankfurt nach New York

auf. Um den Tarif, der sich je zur Hälfte aus Flugpreis sowie Steuern,

Gebühren und Kerosinzuschlag zusammensetzt, anwenden

9823_AnzTravelOne08:Layout 1 09.09.2008 14:30 Uhr Seite 1

Vælg.

Keiner fliegt häufiger nach Skandinavien als wir. Alle

Informationen zu unseren Flugzeiten und Destinationen

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ist Dänisch und bedeutet Auswahl. In unserer Airbus

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Delhi.

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Der sechste A380 von SIA fliegt die zweite tägliche London-Route

zu können, muss ein Aufenthalt von Samstag auf Sonntag im Paket

enthalten sein.

Lufthansa steigt bei

Brussels Airlines ein

■ Lufthansa beteiligt sich an Brussels Airlines. Im ersten

Schritt übernimmt die deutsche Airline 45 Prozent

zum Preis von 65 Millionen Euro im Rahmen einer

Kapitalerhöhung. Nach Sicherung der Luftverkehrsrechte

von Brussels Airlines kann Lufthansa

dann von 2011 an eine Erwerbsoption über die restlichen

55 Prozent ausüben. Brussels Airlines wird als

weitgehend eigenverantwortliches Unternehmen

operieren und auch die Marke bleibt erhalten.

Gleichzeitig baut Lufthansa die Präsenz am Flughafen

Mailand Malpensa aus. Das Streckennetz wird von

Februar an um Flüge von der norditalienischen Stadt

nach Barcelona, Brüssel, Budapest, Bukarest, Madrid

und Paris erweitert. Beginnend mit dem Sommerflugplan

2009 sollen London und Lissabon als weitere

Ziele folgen. In Mailand werden sechs Flugzeuge des

Typs Airbus A319 stationiert, die von der italienischen

Lufthansa-Tochter Air Dolomiti betrieben werden.

20 TRAVEL ONE 1.10.2008

Foto: SIA


Mit dem Flieger

in den Schnee

■ Die niederländische Fluggesellschaft

Transavia.com hat ihre Internetseite

um einige technische Neuerungen

erweitert. Unter »Mein Transavia.

com« können Kunden ihr persönliches

Profil für alle Flug- und Mietwagenbuchungen

hinterlegen. Neu sind ebenfalls

akustische Zielgebietsinformationen.

So gibt es beispielsweise zu Amsterdam,

das von Berlin aus angeflogen

wird, nun einen kostenlosen Podcast

zum Herunterladen.

Im Winter fliegt die Lowcost-Airline

zum ersten Mal von Berlin und Hamburg

nach Innsbruck. Wintersportler

finden auf der Webseite neben den

Skigepäckbestimmungen eine Karte

von Google-Maps, auf der die Wintersportorte

ausgesucht werden können.

Entsprechend gibt es dann Infos zu

den Orten und den Transfers.

updates

Neue Route für Aegean: Zum Winter ab

Düsseldorf in die griechische Hauptstadt

Aegean fliegt

DUS – Athen

■ Unter mobile.lot.com stehen Handynutzern nun Mög-

lichkeiten zur Buchung von Flügen und der Abfrage von Son-

derangeboten und Flugplänen von LOT Polish Airlines zur

Verfügung. ■ Die Federal Aviation Administration in den USA

hat den Fusionsplänen von Delta und Northwest zuge-

stimmt. ■ Malev führt für alle Abflüge vom Flughafen Buda-

pest einen Online-Check-in ein. ■ Estonian Air hat das Stre-

ckennetz um Kuressaare erweitert. Achtmal pro Woche fliegt

die Airline von Tallinn in die Hauptstadt der estnischen Insel

Saaremaa. ■ Der Flughafen München schreibt Inhabern

der MUC-Card nun auch für das Parken in den terminalnahen

Parkhäusern Bonuspunkte gut. ■ El Al hat eine neue Boeing

737-800 erhalten. Zwei weitere Maschinen des Typs folgen bis

Jahresende und die letzten zwei Anfang 2009. Eingesetzt wer-

den sollen sie im Mittelmeerraum und auf den Europa-Stre-

cken. www.elal.com ■ Vom 15. Dezember an steht Riga als

neues Ziel von Air Baltic im Flugplan ab Hannover. Start der

täglichen Verbindung ist um 13.50 Uhr in Hannover, der Rück-

flug startet um 11.30 Uhr. ■ Air Mauritius fliegt von No-

vember an wieder nonstop von Frankfurt und München.

Foto: Kessler Medien

■ Die griechische Fluggesellschaft

Aegean ergänzt das Flugangebot von

Düsseldorf aus ab Ende Oktober

um Flüge nach Athen. Die Verbindung

wird täglich außer dienstags und donnerstags

am frühen Nachmittag bedient.

Geflogen wird mit einem Airbus

A320 mit Business und Economy

Class. Aegean fliegt bereits täglich

von Düsseldorf nach Thessaloniki.

airlines/airports produkt

Etihad: erstmals

First ab München

■ Passagiere von Etihad Airways auf

der Strecke von München nach Abu

Dhabi haben nun die Wahl zwischen

drei Flugklassen. Die Airline

hat den bisher in einer Zwei-Klassen-

Konfiguration eingesetzten Airbus

A330-200 durch eine Maschine mit

drei Klassen ausgetauscht. Als Grund

führt Deutschland-Chef Udo Fischer

die wachsende Nachfrage nach Premium-Flügen

an, in der Business liege

die durchschnittliche Auslastung

mittlerweile bei 75 Prozent. Für die

Weiterflüge von Abu Dhabi nach

Australien haben die Passagiere bald

mehr Auswahl, denn mit Start des

Winterflugplans gibt es elf Flüge pro

Woche nach Sydney. Zum Sommerflugplan

2009 taucht dann auch Melbourne

mit einer täglichen Verbindung

im Flugplan der Airline auf.

Foto: aboutpixel.de · © Dennis Teglas

Unsere kostenlosen Serviceleistungen für Sie,

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1.10.2008 TRAVEL ONE 21

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produkt airlines/airports

Neue Verbindung

nach Neu-Delhi

■ Mit Beginn des Winterflugplans

baut SAS das Angebot nach Asien

aus. Vom 27. Oktober an fliegt die

skandinavische Airline dann dreimal

pro Woche von Kopenhagen nach

Neu-Delhi. Eingesetzt wird ein Airbus

A340-300 mit Platz für 245 Passagiere,

der Kopenhagen jeweils um 18.20

Uhr verlässt. Die Ankunft in der indischen

Hauptstadt erfolgt am nächsten

Morgen um 6.30 Uhr, der Rückflug

startet wieder um 9.15 Uhr und erreicht

Kopenhagen um 13.15 Uhr.

Der Airbus fliegt in einer Drei-Klassen-

Konfiguration mit Business, Economy

Extra und Economy, die auf Hin- und

Rückflug kombiniert werden können.

»Mit dem neuen Flug können wir nun

die wachsende Nachfrage nach Indien

bedienen«, sagt SAS-Deutschlandchefin

Elisabeth Milton Hemmingsen.

Vielfliegerkarte

bei Easyjet

■ Easyjet verkauft unter dem Namen

Easyjet Plus nun eine Vielfliegerkarte.

Inhaber der ein Jahr gültigen Karte

können das sogenannte »Speedy

Boarding« nutzen. Dafür zeigen sie

beim Check-in und am Gate die Karte

vor. An ausgewählten Flughäfen ist

auch die Benutzung spezieller Checkin-Schalter

möglich.

In einem zweiten Schritt will die britische

Lowcost-Gesellschaft den Karteninhabern

auch Vergünstigungen

bei Autovermietungen und Hotels einräumen.

Ein Bonussystem, bei dem

die Mitglieder Meilen sammeln, ist

aber vorerst nicht geplant. Der Einführungspreis

liegt bei 100 Euro und gilt

bis 31. Oktober. Danach ist die Karte

für 140 Euro zu haben. Familienangehörige

und Kollegen von Plus-Mitgliedern

bekommen sie zu einem vergünstigten

Preis.

www.easyjetplus.com

Foto: Ägyptisches Fremdenverkehrsamt

Flughäfen und Airlines rechnen im zweiten Halbjahr mit gleichbleibenden Passagierzahlen

Verbände: Stagnation bei Passagierzahlen

■ Nach Einschätzung der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen

und des Barig wird es im zweiten Halbjahr 2008 bei den Passagierzahlen in

Deutschland ein »Nullwachstum« geben. Nach einem Anstieg um 4,2 Prozent auf

110 Millionen Passagiere in den ersten sechs Monaten sei nun erst 2009 wieder mit

einem Zuwachs zu rechnen. Gründe für die gedämpfte Prognose sind für die Airliner

die Entwicklung am Ölmarkt, die Bankenkrise und Überkapazitäten der Fluggesellschaften

durch große Flottenbestellungen. Die zu erwartenden steigenden Flugpreise

könnten die Airlines nicht durch Kostensenkungen auffangen. Dennoch werde es bis

2020 zu einem jährlichen Wachstum zwischen vier und fünf Prozent kommen.

Eigener Flieger

für Weeze

■ Hamburg International stationiert

im Sommer 2009 erstmals ein

Flugzeug in Weeze. Bereits zum Winterflugplan

werden Hurghada, Sharm

El Sheikh (Foto), Gran Canaria und

Lanzarote zum ersten Mal vom Niederrhein

aus angeflogen. Von Hamburg,

Berlin und Leipzig gibt es mit Larnaca

auf Zypern ein neues Winterziel.

Ryanair wieder

nach Shannon

■ Ryanair nimmt am 3. November

wieder Flüge von Hahn ins irische

Shannon auf. Immer montags und

donnerstags startet dann eine 737-

800 im Hunsrück. Hintergrund für die

Wiederaufnahme Shannons nach anderthalbjähriger

Pause ist ein Ausbau

der Basis in Westirland. Dort wird eine

sechste Maschine stationiert.

Dadurch erhöht sich auch die Frequenz

von Berlin-Schönefeld nach

Shannon. Hier wird sonntags eine

dritte Verbindung pro Woche eingeführt,

gültig wird der neue Flugplan in

der Woche vom 4. November.

Der irischen Lowcostler baut auch seine

Präsenz am Flughafen Weeze aus.

Die dortige Basis wird von Oktober an

um zwei Maschinen auf dann sechs

verstärkt. Zudem nimmt Ryanair einen

weiteren deutschen Flughafen in den

Winterflugplan auf: Zweibrücken.

www.ryanair.de

22 TRAVEL ONE 1.10.2008


Starkes Jahr

für Air Nambia

■ Air Namibia zieht eine positive Bilanz

des im Frühjahr ausgeweiteten Flugplans.

Nicht zuletzt durch den im Januar

eingeführten fünften Flug pro Woche

von Frankfurt nach Windhoek steigerte

die Airline nach eigenen Angaben ihren

Umsatz im deutschen Markt um 20

Prozent. Dabei wurde eine Auslastung

der Maschinen von 85 Prozent erzielt.

»Wir rechneten mit einem Anstieg der

Passagierzahlen, doch die hohe

Auslastungsrate übertrifft unsere

Einschätzungen der gegenwärtigen

Nachfrage. Vor allem, weil sich dieser

Wert auch auf den Zeitraum außerhalb

der Hochsaison bezieht«, freut sich Sales

Manager Andreas Maiberger.

Turbulente Zeiten

für Billigflieger

■ Die Luft für die Lowcost-Airlines wird dünner. Dies ist ein

Fazit der Konferenz der World Lowcost Airlines, die Ende

September in London stattfand. Herb Kelleher, Gründer der

US-Airline Southwest Airlines, sieht die größten Probleme in

den steigenden Rohstoffkosten. Dadurch ginge der Kostenvorteil

der Billigflieger verloren, so Kelleher. Er sieht nur zwei

Möglichkeiten, um die Kosten trotz der Politik des »Kartells

der Ölproduzenten« zu reduzieren. Energieeffiziente Motoren,

die 15 bis 20 Prozent des Treibstoffverbrauchs einsparen,

und die Nutzung von GPS-Systemen in Flugzeugen. Immerhin

sei die Airline-Industrie die einzige, in der GPS nicht zum Einsatz

käme, meinte der Southwest-Chef.

Für den europäischen Markt sieht Germanwings-CEO Thomas

Winkelmann nur eine Möglichkeit, sich im Markt zu behaupten:

»In Europa müssen wir den Kunden einen echten

Mehrwert schaffen.« Dieser sei für die Passagiere schließlich

entscheidend. Dagegen sei es ihnen letztendlich egal, ob sie

mit einer Liniengesellschaft, einer Lowcost- oder einer Lowfare-Airline

von A nach B flögen.

airlines/airports produkt

1.10.2008 TRAVEL ONE 23


produkt familienurlaub

Warum nicht in die Ferne schweifen? Touristiker verraten, warum längere Flugreisen für

Familien mit Kindern kein Problem sein müssen – und welche Ziele sich besonders eignen.

Kuschelkissen an Bord

■ Verregnete Ferien an Nord- oder Ostsee,

sibirisch anmutende Temperaturen an

trüben Tagen in Holland und stundenlange

Autofahrten mit vollgepacktem Gefährt,

inklusive sich langweilenden Kindern

und gestressten Eltern: Begleiterscheinungen,

die Urlaubsfreuden verhageln

können. Aber selbst, wer sich nicht

vorm Fliegen mit Kindern scheut, strebt in

der Regel maximal Mittelstreckenziele an.

Warum eigentlich? Ein Urlaub in der Ferne

kann durchaus eine Alternative sein.

Beliebte Karibik. Immer mehr Resorts

in der Ferne stellen sich auf Bedürfnisse

von Reisenden mit Kindern ein. Und immer

mehr Familien greifen zu, ermittelt

die Reiseanalyse 2008 der Forschungsgemeinschaft

Urlaub und Reisen (F.U.R.).

Ein Grund für Fernreisespezialist Meier’s

Weltreisen, familienfreundliche Resorts

gesondert zu kennzeichnen. Im aktuellen

Winterprogramm bewirbt der Veranstalter

rund 100 familienfreundliche Badehotels

weltweit sowie eine speziell für Familien

ausgearbeitete Rundreise durch Namibia

mit kurzen Tagesetappen und vielen

Tiererlebnissen. Bereits im April dieses

Jahres legte Meier’s den Katalog »Traumreisen

zu Traumpreisen« auf, der viele familienfreundliche

Angebote beinhaltet.

Offenbar eine gute Idee: »Wir erkennen,

dass der Anteil der Buchungen mit Kindern

aus diesem Katalog doppelt so hoch

ist«, sagt Matthias Rotter, Bereichsleiter

von Meier’s Weltreisen. Gefragt seien Feri-

Familien und Fernreise: Wenn Eltern

Spaß vermitteln sowie ruhig und

souverän wirken, sind Kinder viel

flexibler als manche denken

24 TRAVEL ONE 1.10.2008

Foto: SXP


Foto: FTI

familienurlaub produkt

Abenteuer Natur: Wer kurze Etappen plant und Kindern Zeit für Entdeckungen lässt, braucht selbst vor Reisen nach Australien nicht

zurückschrecken; FTI-Manager Schulz mit Sohn Julian (9) und Vogelbesuch beim Frühstück im Rainforest Habitat Wildlife Sanctuary in Queensland

en in der Dominikanischen Republik sowie

im mexikanischen Cancún. Eine Tendenz,

die TUI bestätigt. Ein Grund sei, dass es

dort viele All-inclusive-Angebote und Häuser

mit Kinderrundumbetreuungsprogrammen

und Kinderpools gebe. »Wir sehen

seit Jahren eine Steigerung der Nachfrage

für Familien mit Kindern in der Karibik

und stellen uns weiter zunehmend auf

diese Zielgruppe ein«, so der bei TUI für

die Karibik verantwortliche Produktmanager

Steffen Boehnke. Die Top-TUI-Ziele

dort sind: Ebenfalls die Dominikanische

Republik und Cancún, außerdem Kuba.

Nordamerika und Golfstaaten. Daneben

seien aber auch Reisen in den Norden

Amerikas familientauglich und beliebt,

heißt es aus Hannover. Und Melf Türkis,

Leiter Produktmanagement Afrika, Orient,

Indischer Ozean, Asien, Australien und Pazifik

bei TUI, verweist auf die guten Bedingungen

in den Golfstaaten. Sichere Strände,

wenig Zeitverschiebung und vielfältige

Freizeitmöglichkeiten seien deren Plus,

sagt der Vater einer vierjährigen Tochter.

Wohin reisen die Profis? Grund genug,

nachzufragen, welche Destinationen

reiseerfahrene Touristiker mit der eigenen

Familie besuchen. Dertour-Manager Jörn

Krausser, Papa von Max (6) und Marie (7),

schwärmt von Ferien auf Mauritius. Die

Häuser seien »extrem gut auf Familien eingestellt«,

die Kinderbetreung auf hohem

Niveau. Selbst Inselhüpfen sei mit Kindern

kein Problem. Auch die Seychellen, Brasilien

und Sri Lanka besuchte er mit Familie.

Reisen mit Kindern ist unkompliziert,

betont Dietmar P. Schulz, bei FTI für Ozeanien

zuständig. Der Vater zweier Jungs (14

und neun Jahre alt) nimmt seine Sprössling

von jeher mit auf die Langstrecke, gerne

nach Australien und in die Südsee. Als die

Kinder noch kleiner waren, plante die Familie

bei Trips ans andere Ende der Welt

eben einen Stopp in Singapur, Bangkok

oder Hongkong ein – je nach Flugroute.

Übereinstimmend berichten die Profis,

dass Langstreckenflüge unproblematisch

verliefen – vor allem Nachtflüge. Tasche

unter die Füße, fertig ist das provisorische

Kinderbett, so Schulz. Meier’s-Chef Rotter

rät zur Sitzplatzreservierung. Sein Tipp:

Erste Reihe in der Economy (Notausgang

ist für Kinder nicht buchbar).

Wichtiges Hilfsmittel ist auch die Bordbespaßung.

Spielsachen, Kuschelkissen

und Knabberzeug gehören ins Handgepäck.

TUI-Mann Türkis empfiehlt bei Reisen

mit kleinen Kindern einen tragbaren

DVD-Player: »Sandmännchen wird dann

gezeigt, wenn die Kleine schlafen soll«, erzählt

er von Reisen mit seiner vier Jahre

alten Tochter. Und Dertour-Manager

Krausser schwärmt vom MP3-Player mit

Lieblingsgeschichten der Kleinen. Wenn

der Nachwuchs trotzdem mal zappelig

wird: »Gewähren lassen und nicht sofort

zischen und zur Ruhe mahnen«, rät Schulz.

Dann würden die Kleinen nur noch aufge-

» Kinder haben an der wirklichen Natur

immer mehr Spaß als an Kunstwelten«

Dietmar P. Schulz, FTI-Produktmanager Ozeanien

regter. »Vier Stunden auf die Kanaren in

einer eng bestuhlen Maschine können

stressiger sein«, urteilt jedenfalls Reisebüromitarbeiterin

Nadine Ann Scheer (Foto

Seite 26 oben), Mama von Kian (4) und Helen

(2.). Vor allem Südthailand sei für Familien

ideal, findet die aufs Familienprodukt

spezialisierte Ludwigsburgerin. »Die

Menschen sind so freundlich, das spüren

Kinder manchmal noch mehr als Eltern«,

sagt auch Meier’s-Chef Rotter, quasi schon

berufsbedingt selbst Thailand-Fan.

1.10.2008 TRAVEL ONE 25

Foto: Schulz

Familien reisen mehr in die Ferne

2007

1988

6,7% Familien mit kleinen Kindern

7,6% Familien mit großen Kindern

2,4% Familien mit kleinen Kindern

3,8% Familien mit großen Kindern

Quelle: RA 2008, F.U.R.


produkt familienurlaub

Urlaubsspaß in Thailand: Familie

Scheer mit Kian (4) und Helen (2)

Cool bleiben. Sind die Eltern

entspannt, machen Kinder keinen

Stress. »Ruhe, Gelassenheit, Souveränität«,

nennt FTI-Mann Schulz

deshalb als Eckpfeiler. »Man kann

jederzeit Fernreisen machen«, beteuert

Rolf Bienert, Geschäftsführer

von Explorer Fernreisen und

Vater zweier Söhne. Er bereiste mit

Sohn Ken sogar Alaska, als dieser

gerade mal neun Jahre alt war.

Camperurlaub sei auf jeden

Fall empfehlenswert, sagt FTI-

Mann Schulz und lobt »die große

Freiheit« dieser Reiseform. Allerdings

sollten Familien kürzere Tagesetappen

planen, generell keine

Riesenrouten absolvieren (nicht

von Sydney nach Cairns in einem

Rutsch, wie das Deutsche häufig

machen) und zudem zwischendrin

für Abwechslung sorgen. »Kinder

fühlen sich überall wohl, wenn das

Reisen für sie spannend gestaltet

wird«, bekräftigt Explorer-Chef

Bienert. So taufte er mit seinen

Söhnen in Kanada bei Stopps umliegende

Seen, schnitzte Namensschilder

und stellte diese auf.

Allgemeingültige Regeln gibt

es ohnehin nicht. Je reiseerfahrener

die Eltern, desto abenteuerlicher

sind mitunter die mit Kindern

absolvierten Touren. Der wohl

wichtigste Rat lautet deshalb: Kinder

beobachten, einschätzen, abwägen

– und mit ihnen die nächste

große Reise planen. Tanja Ronge

Foto: privat

Tipps: Fernreisen mit Kindern

Je reiseerfahrener Eltern sind, desto problemloser gestalten sich Trips auch in ferne Länder.

Neben einer entspannten Grundeinstellung, der wichtigsten Voraussetzung für einen

stressfreien Urlaub, gibt es ein paar weitere Punkte, die zum Gelingen der Familienferien

in der Ferne beitragen. Unsere Familienfachfrau Birgit Leimbeck, selbst Mutter einer

19-jährigen Tochter, erstellt eine kurze Checkliste zur Vorbereitung.

■ Flugdauer. Je kürzer, desto besser; ideal sind auch Nachtflüge; allerdings: Kinder verhalten

sich extrem unterschiedlich (manche schlafen komplett durch, andere schreien und

quengeln), deshalb: Kind vorher kritisch einschätzen, ob es längere Flüge durchhält; Jungs

brauchen tendenziell mehr Bewegung im Flieger.

■ Jahreszeit. Familien sollten extreme Wetterlagen meiden, Monsun etc.

■ Verständigung. Da kleine Kinder bei hohem Fieber und starkem Durchfall oft

schnell mal zum Arzt müssen, möglichst nur in Länder ohne Sprachbarrieren.

■ Ärztliche Versorgung. Nicht in Krisengebiete, ärztliche Versorgung muss gewährleistet

sein; nicht in Länder reisen, für die zusätzliche Impfungen nötig sind (etwa Gelbfieber);

Malaria-Gebiete meiden (Fieberschübe sind gerade bei kleinen Kindern gefährlich);

auf hygienischen Grundstandard achten (vor allem bei ganz Kleinen).

■ Reiseart. Möglichst keine Rund- oder Städtereisen im Kleinkindalter, lieber an einen

Ort fahren und von dort Ausflüge unternehmen; wenn Rundreise, dann kurze Etappen

planen; kleine und größere kindgerechte »Abenteuer« einbauen.

■ Essen. Extrem scharfe Gerichte meiden, auf Hygiene achten; ansonsten: bei Kindern

können Eltern mit entsprechend attraktivem Essen prima punkten.

■ Reiseländer. Keine allgemeingültigen Empfehlungen; Tendenz: USA, Australien,

Neuseeland geeignet, Afrika eher schwierig – hängt vom Erfahrungsgrad der Eltern ab;

zudem ist ein Verwandtenbesuch auch von den Standards

her anders als eine reine Urlaubsreise.

■ Handgepäck. Pullover, Jacke, warme Socken (Füße

sind dann besser durchblutet); »Notausrüstung« (falls Gepäck

nicht ankommt); Knabbereien (verhindern Langeweile

während des Flugs); Kinder ab drei Jahren sollten

sich eine eigene Tasche mit Spielsachen packen dürfen;

immer dabei: Schmusetier oder -kissen, Nackenstütze sowie

eine »Überraschungstasche« (mit Lieblingsgeschichten

auf MP3-Player, Malsachen etc.).

■ Kinderkontakt. Kinder wollen Kinder treffen, deshalb

dazu unterwegs Möglichkeiten schaffen.

Birgit Leimbeck arbeitet als verantwortliche Redakteurin

für das Ressort Familie & Freizeit bei

den Zeitschriften »Eltern« und »Eltern Family«.

Bereits seit 1986 beschäftigt sie sich in dieser

Funktion mit Familienthemen. www.eltern.de

26 TRAVEL ONE 1.10.2008


Foto: Nadine Ann Scheer

Klar zum Entern: Das Euro Lloyd Breuninger Reisebüro in Ludwigsburg veranstaltet am

15. November bereits zum zweiten Mal einen Info- und Buchungstag speziell für Familien

Piratentag im Reisebüro

■ Bei den vier Euro Lloyd Breuninger Reisebüros wird Spezialisierung groß geschrieben.

Dazu nutzen die Agenturen auch zielgruppenspezifische Aktionen. Bereits zum

zweiten Mal richtet das Büro in Ludwigsburg im Einkaufscenter Breuninger Land deshalb

nun den Familientag aus. Denn die Idee kam an, das Büro war »brechend voll«,

so Expedientin Nadine Ann Scheer. Organisiert wird das Event vom »Mütter-Team«,

vier Expedientinnen mit Nachwuchs, die im Büro Ansprechpartner für Familien sind

und nun das Rahmenprogramm gestalten. Die Kleinen basteln und malen, während

sich die Eltern informieren. »Wir wollen den Kunden klarmachen, dass Frühbucherspecials

limitiert sind und Familien deshalb idealerweise vor den Weihnachtsferien buchen«,

sagt Scheer. Sponsor des Aktionstages ist eine Bank.

Hamburger holen sich ihren

Urlaub aus dem Abendblatt

Wenn Hamburger das Weite suchen, suchen sie hier: im Hamburger Abendblatt,

Norddeutschlands größtem Reisemarkt. Wie Sie unsere 744.000 Leser* erreichen und wie Sie

Ihr Angebot in unsere redaktionellen Reiseberichte integrieren können, erklärt Ihnen gern

familienurlaub produkt

Abenteuerurlaub

mit Vamos Reisen

■ Der auf Familienreisen spezialisierte

Veranstalter Vamos Eltern-Kind-

Reisen kommt am 27. Oktober mit

seinem Sommerkatalog 2009 an den

Counter. Darin sind 60 Reisen mit Kinderbetreuung,

30 »Geheimtipps«

(Reisen ohne Kinderbetreuung in familiengerechtem

Ambiente) und 14

»Kleine Abenteuer« enthalten. Letztere

Produktlinie, bei Vamos nun im

dritten Jahr im Programm, umfasst

Aktivurlaub für die ganze Familie.

»Wir bauen das kontinuierlich aus«,

sagt Kirsten Harms, stellvertretende

Geschäftsführerin des Anbieters. Neu

im nächsten Sommer sind dabei eine

Bahnreise durch Schottland, ein Segeltörn

mit Trekking und Rafting an der

lykischen Küste in der Türkei sowie

eine Fahrradfahrt an der Havel.

www.vamos-reisen.de

Frank Richert, 1.10.2008 Tel. 040/3 TRAVEL 47-2 ONE 34 63

27

*Lt. ma 2008


produkt familienurlaub

»Eltern-Frei-Zeit«

im Hagleitner-Hotel

■ Das Hagleitner Family Balance Hotel

& Spa im österreichischen Zell am

See will Eltern Freiräume schaffen.

Beim Arrangement »Eltern-Frei-Zeit«

dürfen sie sich eine »Partner Balance

Massage« mit warmen Ölen und

Kräuteressenzen gönnen, während

sich der Nachwuchs auf 800 Quadratmetern

in »Pongos Erlebnisland« vergnügt.

Dort gibt es unter anderem ein

Theater mit Showbühne sowie einen

Funpark mit Rutschen und mehr. Das

Angebot ist noch bis 8. November

buchbar. Es beinhaltet sieben Nächte

für zwei Erwachsene und bis zu zwei

Kindern mit »All-Inclusive-Schlaraffenland-Pension«,

besagte Massage sowie

Baby- und Kinderbetreuung. Das

Hotel verfügt über 47 Familienapartments

und -suiten, eine Badelandschaft

mit Kleinkinderbecken sowie

ein eigenes Kinderrestaurant.

www.hotelhagleitner.at

m o m e n t

Wenn Kinder auf die Welt kommen, wird alles anders –

oder zumindest vieles. Was sich allerdings nicht ändert,

sind Vorlieben und Marotten der Eltern. So kommt meine

Freundin Berit, die ich seit der Schulzeit kenne, schon immer

gerne deutlich später als verabredet zu Treffen. Aber

jetzt hat sie immer eine prima Ausrede parat, gepaart mit

Seufzer und entschuldigendem Blick, klar: »Die Kinder

Dass Vorlieben bleiben, zeigt sich in allen Lebensbereichen.

Meine jüngere Schwester beispielsweise ist schon immer

ein sicherheitsbewusster und organisationsaffiner Mensch,

der Reisen in ferne Länder – am Ende noch mit Rucksack –

auch als Studentin nie wirklich erstrebenswert fand. Klar,

dass es nun mit Kindern und Mann wahlweise an Nord-

Foto: Iberotel

Urlaub wie in 1.001 Nacht: Das Iberotel

Makadi Club Oasis in Ägypten

Kinderparadies

im arabischen Dorf

■ Das wie ein arabisches Dorf gebaute

Vier-Sterne Iberotel Makadi

Club Oasis & Family Resort in

der ägyptischen Makadi Bay bei Hurghada

ist von Kopf bis Fuß auf Familien

eingestellt. So gibt es 196 Familienzimmer,

zudem den TUI Baadingoo

Club (für Drei- bis 16-Jährige) und ein

Familienrestaurant mit Kindermenüs.

Tanja Ronge, Redakteurin

Marotten sind zeitlos

Ferienapartment

in der Ritterburg

■ Der Ferienhausanbieter Belvilla

hat Urlaub im Nomadenzelt an der

spanischen Costa Blanca, in Trulli –

den historischen Rundhäusern in Apulien

– und Burgferien in Venetien sowie

weitere »besondere« Ferienhäuser

im Programm. Onlineweg.de-

Agenturen bekommen zehn Prozent

Provision, für andere Reisebüros ist sie

verhandelbar. www.belvilla.de

Urlaub für kleine und große Ritter im

Castello di Roncade in Venetien

28 TRAVEL ONE 1.10.2008

Foto: Belvilla

und Ostsee oder nach Bayern geht, meist auf einen Bauernhof.

»Derzeit ideal für uns«, findet sie.

Die Einstellung zu Urlaub mit Kindern spiegelt sich eben

signifikant im schon immer gelebten Reiseverhalten der

Eltern wider. Das gilt auch für Fernreisefans. Deshalb ist es

unsinnig, Menschen mit Nachwuchs ein schlechtes Gewissen

zu machen, wenn diese keine Lust haben, beim Urlaub

im Familienclub debile Animationsliedchen bei der Kindershow

mitzusingen – und sie zu Reisen bis maximal ans

Mittelmeer zu verdonnern. Wenn sich Eltern entspannen

und ihre Ferien genießen, ist das immer auch ein Genuss

für Kinder – eben Urlaub für die ganze Familie. Egal, wo

auf der Welt. Nur das zählt. t.ronge@travel-one.net


airlines/airports produkt

Meine Lieblingsfarbe

ist Türkis, mein Lieblingsessen

Buffet. Und mein

Lieblingsland: AIDA!

www.aida.de/extranet

1.10.2008 TRAVEL ONE 29


Foto: Fasten Your Seatbelts

produkt mix

Kreuzfahrt durch

den Dschungel

■ Nashornvögel, unberührter Regenwald und ein Stelldichein mit

der Iban-Volksgruppe erwarten die Passagiere des Kreuzfahrtschiffs

Orient Pandaw. Zwischen Juli 2009 und Dezember 2010

organisiert die Reederei Pandaw in ihrer neuesten Destination

Borneo 50 Fahrten auf dem Fluss Rajang. Darüber hinaus bietet

Pandaw zwischen Januar 2009 und März 2010 an 125 Terminen

Flusskreuzfahrten auf dem Mekong von Vietnam nach Kambodscha

sowie an 85 Terminen Touren auf dem Irrawaddy in Myanmar

an. Bei den Asienreisenden seien siebentägige Kreuzfahrten

auf dem Mekong mit vorhergehender oder anschließender Rundreise

momentan sehr beliebt, so Gabriele Heyne. Sie vertritt Pandaw

seit Anfang des Jahres in Deutschland, Österreich und der

Schweiz. In dieser Funktion ist sie Ansprechpartnerin für Expedienten

und Reiseveranstalter.

Die Reederei verfügt derzeit über fünf Flussschiffe. Ein Weiteres

befindet sich in Bau und soll 2009 fertig gestellt werden. Reisebüros

erhalten zehn Prozent Provision.

Durch die Nordwestpassage

Reise durch Myanmar: Buddhistische Denkmäler am Flussufer

T. 069/50 50 05 35

www.pandaw.com

Eine Begegnung

mit Eisbären ist

während der Tour

durch Nunavut

durchaus möglich

■ Eine Kreuzfahrt durch die Nordwestpassage in Kanada gehört im Sommer 2009 erstmals

zum Programm von Fasten your Seatbelts. Ausgangspunkt der achttägigen

Reise ist Montréal. Per Flugzeug geht es von dort nach Resolute Bay auf Cornwallis Island.

Mit dem Schiff erkunden die Gäste dann die Inselwelt von Nunavut, dem nördlichsten

der kanadischen Territorien. Welche der wenigen Dörfer dort angelaufen werden

und welche weiteren Landausflüge möglich sind, ist abhängig von den Eisverhältnissen.

Auf dem Plan steht unter anderem das Vogelschutzgebiet von Prince Leopold

Island. Geleitet wird die Tour von Cruise North, einem von Inuit geführtem Veranstalter.

Im Mittelpunkt der Reise steht daher auch die Kultur der Ureinwohner.

Spielerparadies

auf Curaçao

■ Im Dezember soll das Renaissance

Curaçao Resort & Casino

auf der Antillen-Insel eröffnen. Das

Fünf-Sterne-Haus liegt in der Hauptstadt

Willemstad und verfügt über

237 Zimmer. Wer Glücksspiele mag,

ist hier genau richtig: In dem sogenannten

»Carnaval Casino« können

Besucher auf rund 1.390 Quadratmetern

an Spielautomaten zocken und

an Spieltischen ihr Glück versuchen.

Wer sich nicht für einarmige Banditen

begeistern kann, lässt sich alternativ

im 500 Quadratmeter großen Spa verwöhnen.

Darüber hinaus sollen rund

50 Cafés, Bars, Boutiquen und Restaurants

sowie sechs Kinosäle keine

Langeweile aufkommen lassen.

Buchbar ist das Resort beispielsweise

über Airtours.

www.renaissancecuracao.com

30 TRAVEL ONE 1.10.2008

Foto: Pandaw


Emaar führt eine neue

Premiumhotelmarke ein

■ Das für den Bau des höchsten Gebäudes der Welt, den Burj Dubai, bekannte Immobilienunternehmen

Emaar führt unter dem Namen The Address Hotels + Resorts

eine neue Premiumhotelkette ein. Die Häuser im Fünf-Sterne-Plus-Segment sollen sich

durch einen exklusiven Gästeservice, ihre zentrale Lage in Touristenzentren sowie durch

extravagante Architektur auszeichnen, erklärt das Unternehmen. Darüber hinaus soll es

in den Luxusunterkünften keine klassischen Rezeptionen mehr geben. Der Check-in erfolgt

auf dem Weg ins Hotel.

Das erste Hotel der Kette eröffnet voraussichtlich in den kommenden Tagen: das 63stöckige

»The Address, Downtown Burj Dubai« direkt gegenüber des Burj Dubai. Von

2009 an sollen auch die beiden Hotels »The Address, Dubai Mall« und »The Address,

Dubai Marina« Gäste empfangen. Zudem kündigt Emaar an, innerhalb der nächsten

zehn Jahre weltweit 100 »The Address«-Unterkünfte zu eröffnen. Den Emiraten sollen

zunächst Ägypten und Marokko folgen.

www.theaddress.com

updates

■ Das Almond Beach Club & Spa auf Barbados hat bis

zum 1. Dezember seine Pforten geschlossen. Grund ist eine

Rundum-Renovierung. ■ Lernidee Erlebnisreisen organi-

siert nächstes Jahr eine elftägige Sonderzugreise durch Nami-

bia. Die Tour »Juwel der Wüste« kann an sieben Terminen ge-

bucht werden. ■ Die GOP Entertainment Group eröffne-

te in München ihr fünftes Varieté-Theater in Deutschland.

Shows gibt es außerdem in Bad Oeynhausen, Essen, Hannover

und Münster. www.variete.de ■ Die Rewe Group expan-

diert auf den Kanaren und kündigt für den 1. November die

Neueröffnung von fünf Hotels unter der Flagge von Rewe Tou-

ristik Hotels & Investment an. www.rewe-touristik.com ■

Mövenpick Hotels & Resorts startet unter dem Slogan

»Passionately Swiss« eine neue Imagekampagne. Diese soll

den Gästen nach eigenen Angaben typische Schweizer Werte

wie Zuverlässigkeit vermitteln. ■ Auf Sansibar eröffnet am 1.

Dezember ein Fünf-Sterne-Haus. Das Azanzi Beach Hotel

soll über acht Suiten, zwölf Luxussuiten, neun Villen und sechs

Deluxe-Villen verfügen. www.azanziresorts.com

mix produkt

Hollywood

lässt grüßen

■ Müller-Touristik bietet

nächstes Jahres erstmals den

sogenannten »Premium Service«

an. Partygäste können

sich wie Hollywood-Stars in

einer Stretchlimousine zu Diskotheken

oder zu Musicals

nach Hamburg fahren lassen

– roter Teppich inklusive. Zum

Frühschoppenzelt in Oberhof

im Thüringer Wald fliegt auch

ein Hubschrauber.

1.10.2008 TRAVEL ONE 31

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Foto: Müller-Touristik GmbH & Co.KG

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sales workshop luxusreisen

Beim Experten-Workshop mit TRAVEL ONE und Thomas

Cook Reisen erleben 14 Reiseprofis Luxus mit allen Sinnen.

Genusstage auf Mallorca

■ »Dass sie in puncto Luxusreisen fit sind,

hatten die 14 Reiseprofis, die am Expertenworkshop

Luxusreisen von TRAVEL

ONE und Thomas Cook Reisen auf Mallorca

teilnahmen, bereits bewiesen.

Schließlich hatten sie 15 nicht ganz einfache

Fragen zu diesem Thema richtig beantwortet.

Um tatsächlich bei dem Workshop,

der im noblen Castillo Hotel Son

Vida auf der Ferieninsel stattfand, dabei zu

sein, mussten sie allerdings auch noch eine

gehörige Portion Glück haben. Schließlich

hatten sich insgesamt 850 Reiseprofis erfolgreich

durch den Online-Fragebogen

auf der TRAVEL ONE Website gearbeitet.

Kultur, Wein und Sterneküche. Der

Workshop, so das einhellige Urteil der

Teilnehmer, entlohnte sie für ihre Mühen

Fotos: TRAVEL ONE

01

reichlich. Dazu trugen nicht nur die luxuröse

Fünf-Sterne-Unterkunft mit ihrem

tollem Blick von der Terrasse auf die Bucht

von Palma und die Inselhauptstadt bei.

Auch in kulinarischer Hinsicht wurde

einiges geboten – gediegen mit französisch-spanischer

Bistro-Küche im Restaurant

Es Castell des Castillo Hotels Son

Vida, zünftig auf dem Dorfplatz des Weinortes

Binissalem und beseelt von guten

Tropfen bei einer Führung mit anschließender

Weinprobe im Weingut Macia Batle.

Kulinarischer Höhepunkt der Tour war

aber unbestritten der Besuch im Bistro del

Tristán in Portals Nous. In Sichtweite der

Hochseejachten serviert Sternekoch Gerhard

Schwaiger hier seit 17 Jahren seine

kreativen Menüs voller handwerklicher Finesse

und Einfallsreichtum.

02

03

1 Lächeln leicht gemacht: Die Teilnehmer

des Experten-Workshops vor dem Eingang

des Castillo Hotels Son Vida 2 Süße

Verlockung: »Bomboneria« in Palmas

Altstadt 3 Viel diskutiert: Kapelle des

Heiligen Petrus von Miguel Barceló in der

Kathedrale von Palma de Mallorca

32 TRAVEL ONE 1.10.2008


04

Know-how live vor Ort gewinnen. Neben

dem Genuss kam auch die Information nicht zu kurz

– dafür sorgte die Chefin von Thomas Cook Reisen

persönlich. Ob beim Workshop am Sonntagmorgen

oder im Dialog beim Essen: Gisela Sökeland wurde

nicht müde, die Chancen der Reisebüros beim Verkauf

ihrer Produkte aufzuzählen. Besonders buchbare

Zusatzleistungen wie Weinverkostungen oder geführte

Touren haben es ihr angetan: »Ein Hotel buchen

kann heute jeder«, sagte sie und appellierte an

die Vertriebsprofis. »Mit zusätzlichen Angeboten, die

genau auf die Interessen Ihrer Kunden abgestimmt

sind, verschaffen Sie sich einen klaren Wettbewerbsvorteil

gegenüber dem Internet.« Und: »Kunden, die

Luxusurlaub buchen, wollen nicht stundenlang im

Internet nach der passenden Reise suchen.« Darin

liege eine große Chance für qualifizierte Reisebüros.

Die 14 mitgereisten Luxusreise-Experten erlebten

neben Genuss, Information und Gesprächen

auch, welche Vielfalt Mallorca bietet. So staunten

während einer Führung durch die Altstadt von Palma

selbst jene, welche die Insel gut kennen, über die

Anekdoten, die ihnen der lokale Reiseführer zur berichten

wusste.

Für Aufmerksamkeit und Gesprächsstoff sorgte

beispielsweise die vom mallorquinischen Künstler

Miguel Barceló neu gestaltete Kapelle des Heiligen

Petrus in der Kathedrale von Palma. Das eigenwillige

16 Meter hohe Keramikfresko, das die wundersame

Vermehrung von Brot und Fischen thematisiert,

spaltet die Besucher auch anderthalb Jahre nach seiner

Einweihung in Bewunderer und Gegner – und

zeigt fast nebenbei, dass Mallorca nicht nur Ferieninsel

ist, sondern auch eine höchst lebendige Kunst-

und Kulturszene zu bieten hat.

Christian Schmicke

05

06

xxxxx sales

4/5 Typische Produkte: Wein- und Spezialitätensortiment der Bodega Macia

Batle 6 Gourmet-Tempel: Bistro del Tristán in Portals Nous 7 Dialog: Beim

Workshop wurde offen diskutiert 8 Entspannung: Der Pool des Castillo

Hotels Son Vida

07

08

1.10.2008 TRAVEL ONE 33

Foto: Castillo Son Vida

Foto: Grupo Tristán


sales crs

Viele Kanäle, ein CRM

Mit einer neuen Internetbuchungsmaschine

setzt Sabre einen Gegenpol zu Traveltainment.

Das CRM wird multichannel-fähig.

Neue Produkte bei Sabre

■ Das CRM- und das Management-Information-

System (MIS)-Tool sammeln nun Daten aus allen Vertriebskanälen.

Beide können individuell gestaltet werden.

Im CRM können die Umsätze einzelner Tage, Veranstalter,

Mitarbeiter oder Umsatzgruppen dargestellt

werden. Das MIS erlaubt Umsatzanalysen nach Mitarbeitern,

Top-Kunden oder Veranstaltern.

■ Mit Ypsilon.net wurde der Bargain Finder Max

für Online-Portale entwickelt, erster Kunde ist Aerticket.

Die Niedrigpreisfunktion liefert für jede Anfrage

bis zu 200 Tarifen.

■ Die neue IBE wird Online-Reisebüros als »weiße

Ware« angeboten. Sie basiert auf der Zusammenlegung

der touristischen Datenbanken von Sabre und

Lastminute.de.

■ Nun hat auch Sabre eine eigene Internetbuchungmaschine

(IBE) im Portfolio und geht damit in direkte Konkurrenz zu

Traveltainment. Partner von Sabre Travel Network bei der Entwicklung

der neuen Lösung für den deutschen Markt war das

Tochterunternehmen Lastminute.de. Die IBE kann von Online-Reisebüros

als »weiße Ware« eingebunden werden und ermöglicht

Last-Minute- und Pauschalreisen, Dynamic Packaging,

Nur-Hotel und alle Flugangebotsarten. Grundlage der

neuen Plattform war die Zusammenschaltung der touristischen

Datenbanken der beiden Unternehmen. »Dies läuft per XML-

Search, so dass wir wesentlich mehr Content darstellen können.

Im gleichen Zug erhöhten wir die Verfügbarkeit der Angebote

durch ein zentrales Caching-System, also des Zwischenspeichers,

wesentlich«, berichtet Deutschland-Chefin Anne Rösener.

Die Daten fließen auch in die touristischen Produkte Merlin

und Shop ein. »Endlich können wir die Nachfrage aus dem

Markt nach einer weiteren IBE erfüllen«, zeigt sich Rösener erfreut

über die Neuentwicklung.

CRM wird kanalübergreifend. Neuigkeiten gibt es bei

Sabre auch im Segment Customer Relationship Mangagement

(CRM). Das neue Modul kann vertriebskanalübergreifend eingesetzt

werden. Nach diesem ganzheitlichen Ansatz werden

alle Kundendaten erfasst, egal, ob sie aus dem stationären oder

aus dem Online-Geschäft stammen. Das neue CRM kann als

separate Lösung genutzt oder in Sabre-Merlin integriert eingesetzt

werden. »Kundenkontakte können nun sortiert nach Profilen

für Geschäfts- und Urlaubsreisen angelegt werden, bei

Firmenkunden ist die Aufnahme von Daten wie Kostenstellen

oder Ansprechpartner möglich«, erläutert Marketing-Managerin

Anke Hsu die Vorzüge. Alle Daten werden filialübergreifend

gespeichert, die webbasierte Anwendung erlaubt eine individuelle

Konfiguration nach Betriebsstelle oder Mitarbeiter.

Wolfram Marx

» Der Wunsch nach einer neuen

IBE kommt aus dem Vertrieb«

Anne Rösener

34 TRAVEL ONE 1.10.2008


Mitmachen

und gewinnen

Vietnam Airlines bringt Ihnen die faszinierende

Kultur Vietnams und Indochinas

ein Stück näher: Erfahren Sie mehr über die

Reize von Laos, Kambodscha und Vietnam

und sammeln Sie Informationen über alle

Ziele, die Vietnam Airlines anfl iegt. Spielen

Sie mit bei unserem Online-Quiz unter

www.travel-one.net/vietnam-airlines

Hier fi nden Sie auch sämtliche Antworten,

die Sie für das Gewinnspiel benötigen.

xxxxx sales

Auf Erlebnistour durch Vietnam

Den Gewinner erwartet eine zwölftägige Vietnam-Erlebnisreise für

zwei Personen mit Vietnam Airlines und Gebeco: Entdecken Sie

Hanois kolonialen Charme, genießen Sie eine Fahrt über den

einzigartigen Wolkenpass, wandeln Sie auf den Spuren des alten

Cham-Volkes und begegnen Sie den liebenswerten Menschen.

Der zweite Preis sind zwei Flüge mit Vietnam Airlines.

Zudem verlosen wir acht Bücher über „Vietnam – Küche & Kultur“

von Hans Gerlach aus dem Verlag Gräfe und Unzer.

1.10.2008 TRAVEL ONE 35


sales mix

Amadeus startet

eigenes Midoffice

■ Mit der Amadeus Sales Management Solution hat das CRS ein

eigenes Midoffice auf den deutschen Markt gebracht, das speziell

für Geschäftsreisebüros ausgearbeitet wurde. Das System ist bereits

in diversen Ländern im Einsatz. Partner für die Markteinführung

der deutschen Version ist American Express.

Zentraler Bestandteil ist der »Trip Master Record«, der über

den Passenger Name Record (PNR) hinausgeht. In dieser Vorgangsübersicht

können Buchungsdaten aus unterschiedlichen Kanälen

zusammengefasst und die Buchungen manuell bearbeitet

werden. Möglich ist nun auch eine automatische Rechnungsstellung

und die Nutzung der Midoffice-Funktionen, ohne dass das

Programm gewechselt werden muss. Die Plattform verfügt über

eine vollgrafische Oberfläche. Das neue Midoffice kann mit vorhandenen

Backoffice-Systemen kombiniert werden, eine individuelle

Konfiguration je nach Reisebüro ist möglich. Verbunden ist Trip Master Record: Alle Informationen rund um den Auftrag

die Benutzeroberfläche Sales Manager auch mit dem Frontoffice,

der Selling Platform. Touristische Büros müssen aber weiterhin

auf ein entsprechendes Midoffice warten. www.de.amadeus.com

Hilfe für

Existenzgründer

■ Der Verband Internet

Reisevertrieb will Existenzgründern

Starthilfe geben.

Auf seiner Internetseite hat

der Verband deshalb drei

Checklisten für eine Chancen-Risiken-Analyseeingerichtet.

In den Themenfeldern

»Touristische Unternehmen«,

»Internetaffine Unternehmen«

und »Neueinsteiger«

werden allgemeine Fragen

zum Geschäftsmodell und der

Rechtsform sowie Finanzierungsfragen

behandelt.

Darüber hinaus stellten die

VIR-Mitglieder Themenkomplexe

ein, die nach ihrer Auffassung

für Online-Unternehmen

von existenzieller Bedeutung

sind. Die neue Rubrik

soll sukzessive um weitere

Inhalte ergänzt werden.

moment

X Wolfram

Die Entscheidung des Hamburger Landgerichts, die einstweilige Verfügung gegen

das Vorzugspreismodell der Lufthansa abzulehnen, ist für Amadeus so etwas wie

ein GAU. Das CRS kann zwar noch in Berufung gehen, doch langsam wird die

Zeit knapp. In drei Monaten ist das Jahr zu Ende und dann muss Amadeus den

Reisebüros eine neue Lösung präsentieren. Die momentan laufende Regelung,

dass das Unternehmen den Agenturen die Vorzugspreisgebühr ersetzt, ist

kostspielig und kann von dem CRS nur begrenzt verlängert werden. Zwar ist es

für die Amadeus-Strategen entscheidend, dass die Reisebüros im Januar nicht in

Scharen davon laufen, doch sich die Marktanteile auf Dauer zu erkaufen, das

können auch sie sich nicht leisten. Umso mehr überrascht es, dass es bislang

keinen Plan B gibt und vieles, wenn nicht sogar alles, von den Juristen abhängig

ist. Klar ist aber, dass Lufthansa nun am längeren Hebel sitzt. Denn neben ihrer

Marktmacht hat sie nun auch ein Übergewicht bei den juristischen Argumenten.

w.marx@travel-one.net

Marx, Redakteur

Schlechte Karten

36 TRAVEL ONE 1.10.2008


Foto: Creativ Collection

Aerticket startet

Analyse-Tool

■ Aerticket hat ein neues Analyse-

Tool freigeschaltet. Das in Kooperation

mit Nicedata entwickelte »mis-

Business« ermöglicht es dem Consolidator,

die Erlössituation der einzelnen

Verkaufsvorgänge aufzu-

schlüsseln. »Damit können wir das

Bestellverhalten der Kunden analysieren

und die treuen Kunden entsprechend

belohnen«, sagt Geschäftsführer

Rainer Klee. Pro Agentur werden

die kumulierten Erträge dargestellt. In

einer Potenzialanalyse bietet das Tool

Informationen über die Verkäufe einzelner

Ziele und Strecken. So können

Sonderaktionen mit Fluggesellschaften

angestoßen und ausgewertet werden.

Im vierten Quartal will der Ticket-

Großhändler ein entsprechendes Analyse-Tool

für die Reisebüros im Extranet

starten.

Hilfe im Notfall: Derpart will Geschäftsreisenden zur Hand gehen

Derpart schnürt Sicherheitspaket

■ Gemeinsam mit der Result Group hat Derpart für Kunden der

Reisebürokette ein Sicherheitspaket für Geschäftsreisende

entwickelt. Im Rahmen der Krisenprävention untersuchen Experten

der Result Group vor der Reise das Gefahrenpotenzials des

jeweiligen Reiselandes und bieten den Reisenden gegebenenfalls

ein Sicherheitstraining. Bei Bedarf werden die Reisenden

von ausgebildete Spezialisten betreut, in Krisenfällen während

der Reise wird ein Krisenstab eingerichtet. Für die Zeit nach der

Rückkehr gehört neben einer Analyse der Maßnahmen auch

eine Unterstützung bei posttraumatischen Störungen.

Online-Portale

für Geschäftsreisen

mix sales

■ Mit zwei neuen Online-Modulen will der Geschäftsreiseanbieter HRG großen

und mittelständischen Unternehmen die Bearbeitung von Geschäftsreisen

erleichtern. Das Portal HRG I-Suite bietet Onlinebuchungsmöglichkeiten sowie

Module für Reporting und Reisekostenabrechnung an. Integriert ist auch HRG

Travel Watch, mit dem Reisende lokalisiert werden können und eine

Kontaktaufnahme in Notfällen möglich ist. Auch die Einhaltung der

Reiserichtlinien sei dadurch besser möglich, heißt es von Seiten HRGs.

Das auf Mittelstandskunden zugeschnittene Portal HRG Germany Online wurde

erweitert. Kunden des Geschäftsreiseanbieters haben nun Zugriff auf mehr als

700 Fluggesellschaften, 70.000 Hotels, Mietwagenfirmen und die Deutsche Bahn.

Der gesamte Buchungsprozess von der Planung bis zur Datenauswertung kann

somit von den Unternehmen oder Reisenden selbst abgewickelt werden. Das

Portal steht in den beiden Versionen »Online Easy« und »Online Advanced« mit

mehr Funktionen zur Verfügung.

www.hrggermany.com/portal

updates

■ Bei Holiday and More gebuchte Reisen können Reise-

büros nun auch per Kreditkarte (Mastercard und Visa) be-

zahlen. Buchbar sind Kredikartenzahlungen via Sabre Merlin

oder bei Web-Buchungen unter »Reisebüro«, Login »Kun-

denbuchungen« und Zahlungsart »Kreditkarte«. ■ Unter

www.fluege.de ist ein neues Flugbuchungsportal

gestartet. Angezeigt werden die Tarife von Linien-, Billig-

oder Charterflügen, insgesamt werden 750 Airlines abge-

fragt. ■ Das Softwareunternehmen BPCS Consulting

Services hat MD Highspeed Gateway auf den Markt ge-

bracht. Das Modul bedient in Echtzeit mehr Anfragen

als herkömmliche Systeme. www.bpcs-consult.com

■ Partners entwickelt ein neues Midoffice, das über eine

umsatzabhängige Nutzungsgebühr abgerechnet wird. Das

internetbasierte System soll mittelfristig das bestehende

Midoffice Part.One ersetzen. ■ Die Kooperation der

Spezialisten von Ameropa, Arosa, Club Med, Öger, Oli-

mar und Studiosus stellt sich nun auf einer Homepage vor.

Reisebüros können sich auf dieser auch für die Roadshow im

November anmelden. www.koop-der-spezialisten.de

1.10.2008 TRAVEL ONE 37


destination indien

Im Land der Gewürze

Wilde Elefanten, einsame Strände am Arabischen Meer

und geschäftiges Treiben in der Hafenstadt Cochin – der

südindische Bundesstaat Kerala bietet vielfältige Eindrücke.

■ Es ist acht Uhr morgens. Dichter Nebel

liegt über den Bergen der Western Ghats

und taucht die weitläufige Hotelanlage in

ein diffuses Licht. An der Rezeption reicht

Prathip den Gästen sandfarbene Kniestrümpfe

aus gestärkter Baumwolle, die sie

bei der Wanderung durch den Wildpark

über die Socken anziehen sollen. »Das

schützt vor den Blutegeln«, erklärt der

Mitarbeiter des Spice Village Resorts.

Am Eingang des Wildschutzgebietes

wartet Sani. Er gehört zum Volksstamm

der Mannan, die früher im Gebiet des heutigen

Periyar Tiger Reserve wohnten. Als

der einstige Jagdgrund der Maharadschas

im südindischen Bundesstaat Kerala 1982

zum Nationalpark erklärt wurde, wurden

38 TRAVEL ONE 1.10.2008


kompakt

■ Das Visum für Indien ist

erhältlich bei der Indischen

Botschaft in Berlin, Tiergartenstr.17,

10785 Berlin, Telefon

030/25 79 50 oder bei

den Konsulaten in München,

Frankfurt und Essen.

■ Die beste Reisezeit ist

von Oktober bis März. Von

Juni bis September bringt der

Südwest-Monsun viel Regen.

■ Buchtipp: Indien – der Süden,

Reise Know-how Verlag

Bielefeld, 2006

■ Das umfangreichste Kerala-

Angebot hat der Indien-Spezialist

Comtour im Programm

www.comtour.de; außerdem

sind Reisen in den südindischen

Bundesstaat unter anderem

buchbar bei Dertour,

Dr. Tigges, Gebeco, Lotus Travel,

Karawane Reisen sowie

bei Marco Polo Reisen.

Foto: Kerala Tourism

Intakte Tierwelt: In den Graslandschaften

und dichten Bergwäldern von Kerala

leben Elefanten, aber auch Leoparden,

Antilopen, Bisons und sogar Tiger

sie umgesiedelt. Heute leben viele vom

Tourismus. Erst im Januar wurde der Park

auf 881 Quadratkilometer erweitert. Nur

44 davon sind für Touristen zugänglich. In

den dichten Bergwäldern und Graslandschaften

gibt es Leoparden, Sambar-Hirsche,

Antilopen, Bisons, Elefanten und –

laut aktueller Zählung – 36 Tiger.

Der Weg führt durch eine Schneise,

links und rechts ragen Urwaldriesen in

den grauen Himmel. Dann streift die

Gruppe im Gänsemarsch durch dichtes

Gebüsch. Auf einer Lichtung entdeckt Sani

Fußabdrücke von Elefanten. »Die sind

noch ganz frisch«, erklärt der Guide, nachdem

er die tiefen Spuren im Morast genauer

inspiziert hat. »Vielleicht sind sie noch

in der Nähe.«

Am Nachmittag steht eine Bootsfahrt

über den Periyar See auf dem Programm.

Elefanten grasen am Ufer, Bisons streifen

durchs Gebüsch, ein Biber gleitet ins Wasser

und zudem ist der 26 Quadratkilometer

große Stausee natürlich ein Paradies

für Wasservögel. Wie Skelette ragen Jahrhunderte

alte Baumstämme aus dem Wasser,

Relikte aus der Zeit vor der Überflutung

Ende des 19. Jahrhunderts. Viermal

scheiterte der britische Ingenieur John

Pennyquick damals, bevor sein Damm

den Wassermassen standhielt. Noch heute

sichert das Wasser den Bauern in den Trockengebieten

des benachbarten Bundesstaates

Tamil Nadu das Überleben.

Nach der Bootsfahrt führt Prathip die

Gruppe durch den über fünf Hektar großen

Hotelgarten mit seinen mehr als 200

verschiedenen Pflanzen. Er zeigt Pfefferranken,

die sich um die Bäume winden,

Kardamom-Stauden, Chili-Schoten, den

schilfartigen Ingwer und das mannshohe

Elefantengras, mit dem die Dächer der 53

Bungalows gedeckt sind. Schließlich sind

die Cardamom Hills, wie das Gebiet auch

genannt wird, berühmt für ihre zahlreichen

frischen und guten Gewürze.

In unzähligen Kurven windet sich die

Straße von den Bergen der Western Ghats

ins Tiefland. Ständig ändert sich die Vegetation.

Nach den dichten Regenwäldern

säumen saftig grüne Teeplantagen die

Straße, gefolgt von Kardamom- und Kautschukplantagen.

Es wird immer wärmer

und bei Kottayam beginnen die Backwaters,

ein von Flüssen, Seen und Lagunen

geschaffenes über tausend Kilometer langes

Netz von Wasserwegen inmitten unzähliger

Kokospalmen.

Tour mit Hausboot. In Kerala gibt es

überall genug Wasser. Denn eingepfercht

zwischen dem Arabischen Ozean und den

Western Ghats bekommt der knapp 600

Kilometer lange, schmale Bundesstaat das

ganze Jahr über genug Regen. Am besten

lässt sich das grüne Venedig auf einem

Hausboot erkunden. Immer mehr Touristen

schippern daher auf zu komfortablen

Minihotels umgerüsteten Lastbooten

durch das Wassernetz oder genießen die

beschauliche Szenerie in einem Hotel an

den Backwater-Seen.

Im Reigen der indischen Bundesstaaten

war Kerala schon immer etwas Besonderes.

1957 erhielt der aus den drei Fürstentümern

Malabar, Cochin und Travancore

zusammengefügte Staat die erste frei

gewählte, kommunistische Regierung der

Welt. Seitdem wechseln sich Kommunisten

und Kongresspartei zwar regelmäßig

ab, doch die radikalen, religiösen Parteien

haben kaum Chancen. Noch immer ist

Kerala ein Musterbeispiel für das friedliche

Zusammenleben der verschiedenen

Religionen. Farbenprächtige Hindutempel,

Moscheen im Zuckerbäckerstil und

wuchtige Kirchen aus Backstein existieren

einträchtig nebeneinander, und die zahlreichen

jährlichen Feste werden meist zusammen

gefeiert.

Kerala gilt auch als einer der fortschrittlichsten

Staaten Indiens. Das Bil-

1.10.2008 TRAVEL ONE 39


destination indien

Das Malabar House in Cochin gilt als eine

der stilvollsten Unterkünfte Indiens und

wurde bereits mehrfach ausgezeichnet

dungsniveau ist hoch. Es gibt ein funktionierendes

Gesundheitssystem und die Lebensqualität

ist eine der höchsten in Asien.

Vor allem in den vergangenen Jahren ist

der Wohlstand sichtbar gestiegen. Grund

dafür ist vor allem der Wirtschaftsboom in

den Vereinigten Emiraten. Über eine Million

Keraliten arbeiten dort und schicken

Geld in ihre Heimat. Überall entstehen

neue Villen und Bürokomplexe und auf

den Straßen drängeln sich neben den

klapprigen Ambassador-Taxis immer

mehr nagelneue Geländewagen.

Oasen der Ruhe. Auch wenn der Tourismus

in Kerala boomt, sind viele Strände

noch unerschlossen. So haben die Gäste

des nördlich von Alleppey gelegenen

Marari Beach Resort den kilometerlangen

Sandstrand für sich allein. Das im Stil eines

Fischerdorfs gebaute Hotel ist eine

Oase der Ruhe – ohne den in Indien allgegenwärtigen

Lärm und ohne Fernseher.

Ein Treffpunkt für Globetrotter aus aller

Welt ist der südlich gelegene hinduistische

Wallfahrtsort Varkala mit seinen roten

Klippen und weißen Stränden. Am

Rand der Klippen reiht sich ein Restaurant

und Café ans andere, und bunt gemalte

Schilder werben für Yoga-Kurse und

Ayurveda-Massagen.

Pauschaltouristen zieht es dagegen

meist noch weiter in den Süden nach Kovalam.

An den Stränden südlich von Keralas

Hauptstadt Trivandrum befinden

sich neben etlichen Ayurveda-Resorts inzwischen

auch einige Luxushotels.

Während Trivandrum nur wenig Sehenswertes

bietet, sollten Kerala-Urlauber

auf jeden Fall einen Stopp in Cochin einlegen.

Vor allem in Fort Cochin geht es noch

immer gemächlich zu. Denn der auf einer

Landzunge inmitten einer riesigen Lagune

gelegene, älteste Teil der Hafenstadt steht

unter Denkmalschutz. Seit Jahrhunderten

zog die Stadt Eroberer aus aller Welt an.

Araber, Portugiesen, Holländer und Briten

kamen und sicherten sich den lukrativen

Gewürzhandel. Noch heute wird in den

engen Gassen des einstigen Judenviertels

um Kardamom, Zimt und Pfeffer ge-

autorin

■ Bärbel Schwertfeger ist

Diplom-Psychologin und seit

1985 als freie Journalistin

tätig. Seit Jahren beschäftigt

sie sich intensiv mit Ayurveda

und ist deshalb regelmäßig

auch in Indien unterwegs. Dort

kennt sie alle wichtigen

touristischen Regionen des

Landes und verfolgt die

aktuellen Entwicklungen. Für

TRAVEL ONE war sie diesmal

im südindischen Bundesstaat

Kerala unterwegs.

feilscht. Auch mit China bestanden schon

früh enge Handelsbeziehungen. Händler

vom Hofe Kublai Khans brachten die riesigen

Fischernetze mit ihren bis zu 30 Meter

hohen hölzernen Gestellen nach Kerala.

Ein Spaziergang durch die engen Gassen

mit ihren alten portugiesischen Herrenhäusern

und Kirchen gleicht daher einer

Zeitreise durch die letzten Jahrhunderte.

Am Ende des einstigen Paradeplatzes

liegt das Malabar House, eines der

stilvollsten und mehrfach ausgezeichneten

Hotels Indiens. Jedes der 17 Zimmer ein

Unikat mit ausgefallenen Kunstwerken

und antiken Möbeln. Als der Deutsche

Jörg Drechsel das 200 Jahre alte Wohnhaus

vor elf Jahren zum Hotel umbaute, gab es

hier kaum Unterkünfte. Heute werden immer

mehr alte Villen zu Hotels umfunktioniert

und die Grundstückpreise sind

längst explodiert. »Selbst ausländische

Spekulanten haben Fort Cochin schon

entdeckt«, erzählt Drechsel. »Gegenüber

hat vor kurzem ein amerikanischer Hedge-

Fonds ein 800 Quadratmeter großes

Grundstück für 1,4 Millionen Euro gekauft.«

Bärbel Schwertfeger

40 TRAVEL ONE 1.10.2008

Foto: Malabar House


sri lanka destination

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1.10.2008 TRAVEL ONE 41


destination indien

»Golden Chariot«

– Luxus auf Rädern

■ Lotus Travel bietet in seinem 250

Seiten starken Katalog »Indien & Indischer

Ozean« erstmals eine Fahrt mit

dem Luxuszug »Golden Chariot« an.

Der Zug verfügt über 19 Wagons mit

43 luxuriösen Kabinen. Die achttägige

Reise beginnt in Bangalore im Bundesstaat

Karnataka. Die Urlauber fahren

dann Richtung Goa und erkunden auf

dem Weg Paläste und Heiligtümer,

wie beispielsweise die beiden Weltkulturerbestätten

Pattadakal und Hampi.

Auch eine Safari im Nationalpark Nagarhole

mit seinen Elefanten und Tigern

ist Teil des Programms. Am letzten

Tag können sich die Urlauber in

Goa am Strand von Candolim erholen.

Abends geht es dann ohne Zwischenstopp

mit dem Zug wieder zurück

nach Bangalore.

www.lotus-travel.de

INDIEN

Der indische Subkontinent in all seinen Facetten

Foto: Neckermann Reisen

Im Norden des Bundesstaates Goa

liegt das neue Sun City Resort

Strandnah wohnen

an der Westküste

■ Nur 200 Meter trennen die Gäste

des im Frühjahr dieses Jahres eröffneten

Sun City Resorts vom Strand.

Das Vier-Sterne-Haus liegt im Norden

Goas und verfügt über 106 Zimmer

auf zwei Etagen. Wer sich lieber im

Hotelareal als am Strand aufhält, vergnügt

sich im großen Schwimmbad,

lässt sich im Spa verwöhnen oder wird

auf dem Tennisplatz aktiv. Buchbar ist

das Hotel bei Neckermann.

updates

Luxusferien

nach Maß

■ Der Münchener Reiseveranstalter

Enchanting India erwartet nach

eigenen Angaben in den kommenden

acht Monaten 70 Prozent mehr Gäste.

Der Anbieter rechnet vor allem in den

Regionen Karnataka und Madhya Pradesh

mit wachsendem Kundeninteresse.

Als Grund nennt der Veranstalter

die steigende Nachfrage nach maßgeschneiderten

Reiseprogrammen im Luxussegment.

Deshalb bietet er den

Kunden außergewöhnliche Übernachtungsmöglichkeiten

an, wie beispielsweise

das Ende des Jahres eröffnende

Naturcamp »Banjaar Tola«, den historischen

Palast »Devi Ghar« oder die

familienbetriebene, aus nur neun Luxuszelten

bestehende Anlage »Chhatra

Sagar« in Nimaj. Reisebüros erhalten

zehn Prozent Provision.

www.enchanting-india.de

■ Indiens private Fluggesellschaft Jet Airways senkt die Ke-

rosinzuschläge für Langstreckenflüge nach Nordamerika um

zehn Euro für die einfache Strecke. Für die Flüge von Brüssel

nach New York und Toronto liegen sie dann bei 115 Euro. Vom

31. Oktober an fliegt die Airline täglich von Brüssel nach Ban-

• das Goldene Dreieck „Delhi – Agra – Jaipur“

galore. www.jetairways.com ■ Meier‘s Weltreisen

• das farbenprächtige Rajasthan mit Maharaja-Palästen

bietet im Winter erstmals eine Expeditionstour zu den Urvöl-

der Nordosten mit Arunachal und Nagaland

kern Indiens in die weitgehend unbekannten Bundesstaaten

der Himalaya-Bundesstaat Himachal Pradesh

• die Landschaftsparadiese Garhwal

und Kumaon

• Ladakh, das „indische Tibet“ und Kaschmir r

Chhattisgarh und Orissa im Nordosten des Landes an. www.

meiers-weltreisen.de ■ Marriott International will

bis 2012 19 Hotels in Indien eröffnen. www.marriott-in-

• die Tempelstadt Khajuraho und das

ternational.com ■ TUI präsentiert im Winterkatalog »Welt-

spirituelle Zentrum Varanasi

entdecker Asien« eine neue Erlebnisrundreise durch Indien.

• die Naturparks in Madhya Pradesh

• die Kombination Sikkim und Bhutan

• die Nationalparks in Assam

• die Ursprünglichkeit Südindiens

»Südindien Kaleidoskop« führt die Urlauber in zwölf Tagen von

Chennai über Mysore, Calicut und Periyar nach Cochin. ■ Wikinger

Reisen legt erstmals die dreiwöchige Entdeckerreise

mit dem Titel »Von Rajasthan zum Himalaya« auf. www.wi-

Jetzt in unserem neuen Jahresprogramm FERNE WELTEN 2009 –

Ende Oktober erhältlich – bei INFOX oder beim Veranstalter.

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TRAVEL ONE 1.10.2008


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1.10.2008 TRAVEL ONE 43


destination sri lanka

Einst Lieblingskind der Deutschen, heute

mit Skepsis betrachtet: Sri Lanka leidet auf

Grund der politischen Situation unter

zurückgehenden Besucherzahlen.

Wiederholer aber bleiben dem Land treu.

Gespannte Ruhe

■ Zwei Schwimmer ziehen im Pool gemächlich ihre Bahnen. Sie

haben das große Becken für sich allein, und auch die Liegestühle

am Strand davor sind fast alle unbelegt. »Es ist derzeit keine Saison«,

erklärt Hyacinth Gunawardena. Der Managerin des Jetwing

Beach, einem Fünf-Sterne-Hotel in Sri Lankas Badeort

Negombo, bereitet die geringe Gästezahl dennoch Kopfzerbrechen.

Denn das momentane Bild ist symptomatisch: Sri Lankas

Tourismus leidet unter den Auswirkungen der terroristischen

Anschläge, die die Tamil Tigers seit Aufhebung des Waffenstillstands

im Januar verüben. Es kommen immer weniger Touristen

ins Land. Vor allem die Deutschen, in den 90er Jahren noch die

größte Besuchergruppe, schrecken vor einem Urlaub auf der

einst so beliebten Insel im Indischen Ozean zurück – und dies

nicht nur im Spätsommer und Herbst.

Gunawardena weiß, warum das so ist. »Der Sicherheitshinweis«,

sagt sie mit Bedauern. Weder die Managerin noch andere

44 TRAVEL ONE 1.10.2008

Fotos: TREAVEL ONE


Touristiker des Landes verstehen die Haltung des Auswärtigen

Amtes des Bundesrepublik. Die Behörde spricht zwar keine Reisewarnung

für Sri Lanka aus, rät aber vor nicht unbedingt notwendigen

Reisen ab. »Dabei haben sich die Anschläge noch nie

gegen Touristen gerichtet«, so Channa Jayasinghe, der scheidende

Chef des Fremdenverkehrsamts von Sri Lanka in Frankfurt.

So belegen momentan oft

andere Nationen die Hotels.

» Die Anschläge richteten

sich nie gegen Touristen«

»Zu 80 Prozent sind es Briten«,

sagt Nalaka Deepal vom Royal

Palms im an der Südwestküste

gelegenen Kalutara. Auch

Großbritannien mahnt seine

Bürger zur Vorsicht, empfiehlt

jedoch nur, den Norden und Osten zu meiden (dort fanden die

Kampfhandlungen statt). Doch ob Briten oder Deutsche: Vor allem

Stammgäste halten Sri Lanka die Stange. »Bei 40 Prozent unserer

Gäste handelt es sich um Wiederholer«, erzählt Alex Edirisinghe,

Manager des Jetwing Blue Oceanic in Negombo.

Anschläge kein Thema. Genau das ist der Knackpunkt: Wer

einmal in Sri Lanka war, kommt trotz der Diskussionen um die

Sicherheit oft wieder. Denn dort, wo sich die Touristen aufhalten,

ist die politisch angespannte Situation nicht bemerkbar. »Ich habe

mich nie unsicher gefühlt«, sagt Reiseberaterin Gabriele Oettel

von Neckermann Urlaubswelt in Würzburg, die sich im Rahmen

eines Famtrips auf der Insel aufhielt. Und auch für die meisten

ihrer Mitreisenden ist die Auseinandersetzung zwischen Regierung

und Tamil Tigers kein Thema. »Ich werde jedem Kunden das

Land ohne Bedenken empfehlen«, zieht Jens Pregla von Borlach

Reisen in Bad Dürrenberg als Resümee. Doch es gibt auch skeptische

Stimmen: »Es wird schwierig sein, diejenigen zu überzeugen,

die erstmals eine Fernreise machen«, glaubt Kristina Lenardic von

Titanic Südstern, einem Berliner Lufthansa City Center.

Hat derzeit vor allem Briten als Gäste: das Blue Water in Wadduwa

sri lanka destination

Geringe Größe als Plus. Sri Lankas Touristiker aber hoffen,

langfristig auch Asien-Neulinge zu überzeugen. »Unsere Geschichte

ist vielleicht nicht so großartig wie die Indiens, unsere

Strände sind möglicherweise nicht so phantastisch wie die Thailands.

Aber nirgendwo liegt so viel so nah beieinander«, argumentiert

Harith Perera, Geschäftsführer der Incoming-Agentur

Diethelm Travel, mit Blick auf

die zahlreichen Sehenswür-

digkeiten und Strände der Insel,

die so groß wie Bayern ist.

Sri Lankas Badeorte liegen

an der West- und Südküste.

Zahlreiche Hotels reihen sich

dort aneinander, meist mit einem

weitläufigen Sandstrand vor der Haustür. Das Spektrum

reicht von der einfachen Pension bis zum großzügig angelegten

Fünf-Sterne-Resort. Fast alle erstrahlen in neuem Glanz – eine

Folge des Tsunami. Die Spuren der Naturkatastrophe von Dezember

2004 sind weggewischt. Zumindest in der Hotellerie. Rechts

und links der Küstenstraße nach Galle allerdings stehen auch heute

noch Ruinen kleiner Wohnhäuser, die nicht wiederaufgebaut

wurden, nachdem die gewaltige Welle sie damals zerstörte .

Die meisten Urlauber verbringen ein bis zwei Wochen an der

Küste, Erstbesucher buchen häufig noch eine Rundreise hinzu.

Ihre Ziele sind die kulturellen Stätten, Teeplantagen und Nationalparks

im Inland (siehe Seite 46). Sich dafür Zeit zu nehmen,

rät Reiseleiter Nishantha Silva. Die Entfernungen sind zwar nicht

allzu groß, die Straßen – wenn auch frisch asphaltiert – aber

schmal, ein schnelles Vorankommen dadurch schwierig.

Apropos Vorankommen: Die Touristiker der Insel glauben

fest an eine baldige Lösung ihres Gästeproblems. Ihrer Meinung

nach ist eine Ende des Tamilen-Konflikts absehbar. »Spätestens

nächstes Frühjähr kann auch die Ostküste wieder bereist werden«,

glaubt Diethelm-Manager Perera. Petra Hirschel

kompakt

■ Der Konflikt zwischen dem Staat und tamilischen

Rebellen im Norden (sie kämpfen um eine Autonomie,

14% Bevölkerungsanteil) beherrscht seit 1983 die Politik.

2002 vereinbarten die mehrheitlich singhalesische

Regierung und die Tamil Tigers einen Waffenstillstand.

Seit Januar ist er außer Kraft. Seither kommt es zu Anschlägen

der Rebellen und im Osten und Norden zu

Kampfhandlungen zwischen Tamil Tigers und Armee.

■ Rund 288.000 Besucher registrierte Sri Lanka in

den ersten acht Monaten des Jahres (-8,2%): 20.400

Deutsche (-3,9%), 54.846 Briten (-7,2%);

1995: 80.000 Deutsche; 2003: knapp 58.900.

1.10.2008 TRAVEL ONE 45


destination sri lanka

kompakt

■ Rund fünf Stunden dauert die Fahrt von Colombo ins weiter

nordöstlich gelegene Kulturdreieck, dem Zentrum buddhistischer

Kultur. Anuradhapura war die größte Klosterstadt

der Antike, wovon heute Ruinen zeugen. Besucher

kommen, um die riesigen Dagobas und den Bodhi-Baum (er

soll der älteste Baum der Welt sein) zu sehen. Sigiriya ist bekannt

wegen eines 200 Meter hohen Monolithen und Fresken

junger Mädchen, Polonnaruwa wegen Palästen und Buddha-Statuen.

Die drei Städte sind Unesco-Weltkulturerbe.

■ Auch Kandy steht auf der Unesco-Liste. In der Stadt in

den Bergen befindet sich die wichtigste Reliquie des Buddhismus

in Sri Lanka: ein Zahn Buddhas. Er wird in einer

Schatulle in einem Tempel aufbewahrt – nur ein kurzer Blick

darauf ist erlaubt. Lohnenswert ist der Besuch einer Aufführung

traditioneller Tänze sowie des Botanischen Gartens.

■ Die Straße von Kandy gen Süden führt in Kurven ins

Hochland, wo Tee angebaut wird. Urlauber sehen Teepflückerinnen

(Foto) und lernen in Teefabriken, wie die Blätter

verarbeitet werden. Ziel der meisten Besucher ist Nuwara

Eliya auf 1.890 Metern Höhe, einst Erholungsort der Briten.

■ Das tropische Sri Lanka hat eine äußerst artenreiche Tier-

und Pflanzenwelt. Es gibt mehrere Nationalparks. Als etwas

ganz Besonderes gilt der Sinharaja Wald im Südwesten.

Foto: TRAVEL ONE

Bei dem Unesco-Weltnaturerbe handelt es sich um den letzten

tropischen Primär-Regenwald der Insel. Er ist inbesondere

eine Adresse für Vogelliebhaber.

■ Zwischen Colombo und Kandy liegt Pinnawela, ein

Waisenhaus für Elefanten. Verlassene Jungtiere und Verletzte

(wie der Elefant, der auf eine Mine trat und dem seither

ein Unterbein fehlt) finden hier ein Zuhause. Besucher können

die Tiere beim Baden im Fluss erleben.

■ Die Küste von Negombo mit ihren zahlreichen Hotels ist

inzwischen das beliebteste Badeziel der Deutschen. Die Stadt

liegt nördlich von Colombo, die Entfernung vom Flughafen

beträgt rund 30 Fahrtminuten.

■ Südlich von Colombo befinden sich die bekannten Badeorte

Beruwala und Bentota. Lange Sandstände prägen

die gesamte Westküste. Die beste Zeit zum Baden im Meer

ist zwischen Oktober und April, die Wassertemperatur beträgt

25 bis 29 Grad Celsius. Bei Tauchern beliebt ist das

weiter südlich gelegene Hikkaduwa.

■ In der Hafenstadt Galle, ebenfalls Unesco-Weltkulturerbe,

vermischen sich europäische und südasiatische Architektur.

Ein Stück weiter südlich, zwischen Koggala und Weligama,

angeln Fischer im Meer auf Stelzen sitzend.

46 TRAVEL ONE 1.10.2008

Karte: Serendib


Foto: TRAVEL ONE

Denkmal für die Opfer

■ Der riesige Buddha überragt die hohen Palmen: Sri Lanka

und Japan errichteten gemeinsam in Peraliya an der Westküste

ein Denkmal für die Opfer des Tsunami. Bei der Naturkatastrophe

Ende 2004 kamen auf der Insel rund 36.000

Menschen um. Ein Frühwarnsystem soll verhindern, dass sich

ein derartiges Unglück wiederholt. »Ich werde ständig über

alle Seebeben auf der Welt informiert«, sagt Regina Fernando

von der Rewe Touristik auf Sri Lanka. Kommt es zu einer

Bedrohung, wird in den Hotels der Feueralarm ausgelöst.

Tsunami Honganji

vihara: der Buddha

erinnert an die

Naturkatastrophe

sri lanka destination

Non-Stop nach Colombo ■ LTU ist nach vielen Jahren nicht mehr mit von der

Partie: Sri Lanka wird in der Wintersaison nur noch

von einem deutschen Carrier angeflogen. Condor verbindet

alle 14 Tage Frankfurt nonstop mit der Inselhauptstadt

Colombo. Der Hinflug startet jeweils montagabends,

zurück geht es dienstagmittags.

Die stärkste Fluggesellschaft auf der Strecke ist Sri

Lankan. Die Airline fliegt viermal wöchentlich vom

Main nach Colombo: Jeden Mittwoch, Freitag, Samstag

und Sonntag. Der Non-Stop-Flug dauert rund

neun Stunden. Der Carrier serviert während der Reise

in der Economy Class zwei Mahlzeiten, wobei die Passagiere

jeweils zwischen drei Gerichten – inklusive eines

vegetarischen – auswählen können. Im Flugpreis

enthalten sind zudem belegte Brötchen für Zwischendurch,

Wein und Spirituosen. Business-Class-Kunden

haben noch mehr Auswahl. Zudem bietet Sri Lankan

ihnen in der Lounge im Flughafen Colombo ein Bonbon:

Sie können sich gratis massieren lassen.

m o m e n t

Eine Fußmassage am Flughafen:

für Business-Class-Kunden

Petra Hirschel, Redakteurin

Relativieren

Das Phänomen ist bekannt. Je weiter entfernt ein

Land liegt, desto unsicherer reagieren wir, wenn

dort etwas passiert. So verhält sich das auch mit Sri

Lanka. Schnell glauben wir, dass Touristen überall

gefährdet sind – auch wenn das wahrlich nicht so

ist. Sicher, die dortige Situation sollte man nicht

schön reden. Niemand kann garantieren, dass sich

ein Urlauber durch Zufall nicht genau dort aufhält,

wo ein Anschlag verübt wird. Aber das ist leider an

vielen Orten inzwischen so, auch in Europa.

p.hirschel@travel-one.net

1.10.2008 TRAVEL ONE 47

Foto: Sri Lankan


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destination sri lanka

4 5 6

Erlebnis Sri Lanka

■ Unbedingt wiederkommen – dies steht für die meisten bereits

jetzt fest: Eine Woche lang reisten 50 Reisebüromitarbeiter durch

Sri Lanka und ließen sich dabei für Land und Leute begeistern.

»Die Warmherzigkeit der Menschen hat mich sehr beeindruckt«,

sagt etwa Reisebüroinhaber Andreas Leucht aus Ellefeld.

Die Reiseprofis waren der Einladung des Fremdenverkehrsamts

von Sri Lanka und dessen touristischen Partnern gefolgt. Los ging

es samstagabends: Die Teilnehmer flogen mit SriLankan über

Nacht non-stop von Frankfurt in die Hauptstadt Colombo und genossen

dabei den exzellenten Service der Airline.

Nach der Ankunft trennten sich ihre Wege. Die Rewe Pauschaltouristik

nahm 28 Reiseverkäufer unter ihre Fittiche, Neckermann

Reisen machte sich mit 22 Teilnehmern auf den Weg. Die beiden

Gruppen erkundeten die Touristen-Ziele der Insel. So besuchten

sie etwa die heilige Stadt Kandy, ein Waisenhaus für Elefanten

und eine Schildkröten-Aufzuchtstation. Sie badeten im Indischen

Ozean, spazierten die langen von Palmen gesäumten Sandstrände

entlang und freuten sich über eine Ayurveda-Massage. Außerdem

besichtigten sie Hotels und gewannen so einen Eindruck über die

1 2 3

50 Reisebüromitarbeiter erkunden die Insel im Indischen Ozean

– und sind fasziniert von der Vielfältigkeit des Landes

touristische Infrastruktur des Landes. »Egal, wo wir hinkamen:

Wir wurden immer herzlich empfangen«, schwärmt Mandy Taube

von Ab-in-den-Urlaub.de in Leipzig. Die Sri Lanker hießen ihre

Gäste mit Blumenketten und farbenfrohen Tänzen willkommen

und ließen sie an einem traditionellen Begrüßungsritual teilhaben,

dem Entzünden der Öllampe.

An einem Tag kamen die beiden Gruppen wieder zusammen. Sie

vertieften bei einem Workshop ihr Know-how über Sri Lanka.

Vertreter des Fremdenverkehrsamtes und der verschiedenen touristischen

Branchen des Landes standen ihnen dabei Rede und

Antwort. Und zwei Teilnehmerinnen erwartete ein ganz besonderes

Erlebnis. Sie gewannen bei einem Quiz einen Hubschrauber-

Flug und erlebten so die grüne Insel aus der Vogelperspektive.

1 Ayubowan. Teilnehmer des Famtrips beim srilankischen Gruß

2 Ausflug. Unterwegs mit dem Hubschrauber 3 Tierwelt. Besuch einer

Aufzuchtstation für Meeresschildkröten 4 Kunst. Ein Blick über

die Schulter eines Handwerkers 5 Exotisches Getränk. Kokoswasser

als Erfrischung 6 Floßfahrt. Übersetzen zum Hotel

48 TRAVEL ONE 1.10.2008

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»Ein Land wie kein anderes:

Exotisch und einzigartig«

sri lanka destination

»Tempel, Elefanten und Strand:Auf relativ kleinem Raum gibt

es so viel Unterschiedliches« Andreas Leucht, Reisebüro Merkel & Leucht, Ellefeld

» Die Sri Lanker begrüßen jeden

Gast immer mit einem Lächeln«

» Die Landschaft ist ein

absoluter Traum,

die Vielfalt an Pflanzen

unglaublich«

Britta Berke, Reisebüro am Weidenbach, Bonn

Channa Jayasinghe, Fremdenverkehrsamt Sri Lanka

Mandy Taube, Ab-in-den-Urlaub.de, Leipzig

»Eine schöne grüne Insel«

Jens Pregla, Borlach Reisen, Bad Dürrenberg

» Geniale Strände, eine tolle

Natur: Ich könnte in Sri Lanka

vier Wochen verbringen«

Gabriele Oettel, Neckermann Urlaubswelt, Würzburg

» In modernen Airbus-Jets erreicht

man Sri Lanka mit uns auf direktem und

komfortabelstem Weg« Nicky Samarasinghe, SriLankan Airlines

1.10.2008 TRAVEL ONE 49


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Nix wie weg…

Ziel & Zeit Leistung Preis Kontakt

Indischer Ozean ■

Malediven

bis 15.12.2008

Deutschland ■ Rügen

bis 30.12.2008

Karibik ■ Tobago

bis 31.10.2008

Spanien ■ Sevilla

1. bis 31.10.2008

Asien ■ Hongkong

1. bis 30.11.2008

Deutschland ■ Essen

bis 2.11.2008

Dänemark ■

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Programm vom 4.10. bis 10.10.

■ SAMSTAG, 4.10. l Mongolei – Expedition

Sonnenfinsternis (1), 12:50 Uhr,

VOX l Big Sur – Kaliforniens wilde Küste,

13:30 Uhr, SWR l Tel Aviv – Weiße

Stadt am Mittelmeer, 14:30 Uhr, 3sat l

Pyrenäen: Die Cerdagne, 21:00 Uhr,

SWR l Barroco – Eine Reise ins Herz Südamerikas,

21:50 Uhr, 3sat.

■ SONNTAG, 5.10. l Der Hafen von

Dubai, 10:00 Uhr, Hessen l Poitou-Charentes

– An der Küste des Lichts, 12:00

Uhr, Hessen l Sizilien, 17:05 Uhr, BR l

Unterwegs zu den Inseln Südamerikas,

21:45 Uhr, Phoenix.

■ MONTAG, 6.10. l Irland – Der Südosten,

11:45 Uhr, BR l Von Rurutu nach

Upolu – Mit Südseepiloten auf Inselkurs,

15:15 Uhr, RBB l Bulthaupt in ... Saigon,

15:30 Uhr, MDR l Österreich, 16:15 Uhr,

3sat l Buenos Aires, Eine Reise von Buenos

Aires bis ans Ende der Welt, 17:00

Uhr, 3sat.

■ DIENSTAG, 7.10. l Die heißen Quellen

der Toskana, 14:00 Uhr, 3sat l Der

Wattführer von Baltrum, 18:15 Uhr, NDR

l Abenteuer Amazonas (1/2): Von der

peruanischen Grenze bis Manaus, 20:15

Uhr, 3sat l Buenos Aires zwischen Leidenschaft

und Melancholie – Das Seelenleben

einer extravaganten Stadt, 21:15

Uhr, 3sat.

Programm vom 11.10. bis 17.10.

■ SAMSTAG, 11.10. l Grand Canyon,

USA – Panorama der Erdgeschichte, 6:00

Uhr, SWR l Mit der Bummelbahn um den

Baikalsee, 12:00 Uhr, Hessen l Tadschikistan

– Am Dach der Welt, 16:00 Uhr,

ARD l Flughafen Tempelhof – Wo Berlin

den Himmel berührt, 20:15 Uhr, RBB.

■ SONNTAG, 12.10. l Wernigerode –

Fachwerkparadies und Brockenhexe, 9:30

Uhr, MDR l Dänemark – Bornholm,

12:30 Uhr, SWR l Island – Geboren aus

Feuer und Wasser, 13:15 Uhr, MDR l Auf

dem Jakobsweg von Bliesgau nach

Metz, 13:45 Uhr, ARD l Baltikum, 17:05

Uhr, BR l Indian Summer in Estland,

18:00 Uhr, NDR l Tage und Nächte in Paris,

21:45 Uhr, 3sat.

■ MONTAG, 13.10. l Burgund – Zwischen

Wasser und Licht, 11:45 Uhr, BR l

Essen, 14:15 Uhr, NDR l Die Bahamas –

Farbenfrohe Inselwelt, 15:15 Uhr, RBB l

Finnland, 16:15 Uhr, 3sat.

Foto: Seychelles Tourism Board

highlight

Seychellen-Traum: North Island –

Zurück zum Paradies, 8.10., 13:30

Uhr, Hessen.

■ DIENSTAG, 14.10. l Chicago, Weltmetropole

und wichtige Handelsstadt der

USA, 14:30 Uhr, MDR l Tel Aviv – Weißer

Traum am Mittelmeer, 14:45 Uhr, 3sat l

Ferien auf der Schiene – Mit Interrail

durch Europa, 18:00 Uhr, 3sat l Türkische

Südküste, 18:50 Uhr, Hessen.

■ MITTWOCH, 15.10. l Rumänien,

11:00 Uhr, Hessen l Vom Licht und vom

Schatten – Der Hunsrück, 14:15 Uhr,

NDR l Trolle, Fjorde und ein Postschiff (1):

Auf zu den Lofoten, 14:45 Uhr, 3sat l

Trolle, Fjorde und ein Postschiff (2): Jenseits

des Nordkaps, 15:30 Uhr, 3sat l Hawaii,

16:15 Uhr, 3sat l Malediven –

Traumjob im Paradies, 17:00 Uhr, 3sat l

Madeira – Die Blumeninsel und ihre Herrenhäuser,

21:00 Uhr, SWR.

■ DONNERSTAG, 16.10. l Göttingen

und das Leinetal, 14:15 Uhr, NDR l

Traumstraßen, Route 66, der Highway

No. 1 oder die Panamericana, 14:30 Uhr,

tv-tipps exit

■ MITTWOCH, 8.10. l Seychellen-

Traum: North Island – Zurück zum Paradies,

13:30 Uhr, Hessen l Schwarzes

Meer, 14:30 Uhr, MDR l Abenteuer

Amazonas (2/2): Von Manaus bis zur

Mündung, 20:15 Uhr, 3sat.

■ DONNERSTAG, 9.10. l Mexikos Yucatán,

12:15 Uhr, 3sat l Kambodschas

großes Wasser – Der Tonle Sap, 13:30

Uhr, Hessen l Andorra – Herz der Pyrenäen,

20:15 Uhr, NDR.

■ FREITAG, 10.10. l Bergisch Gladbach,

13:15 Uhr, 3sat l Jordanien – Im

Felsenlabyrinth von Petra, 15:15 Uhr, RBB

l Griechenland: Von Insel zu Insel im Ionischen

Meer, 15:45 Uhr, 3sat l Kailash

– Zum heiligen Berg Tibets, 20:15 Uhr,

ARTE l Kapstadt – Die afrikanische Verführung,

20:15 Uhr, Phoenix l Vancouver

– Die »Coole« am Pazifik, 21:00 Uhr,

Phoenix l Paris – Europas Elegante, 21:45

Uhr, Phoenix.

MDR l Kyuchu – Wo Japans grüner Tee

wächst, 19:00 Uhr, ARTE l Auf der Transsib

(1/2): Von Moskau nach Wladiwostok,

20:15 Uhr, 3sat.

■ FREITAG, 17.10. l Das Rheiderland,

14:15 Uhr, NDR l Auf der Transsib (2/2):

Schwarzer Drachenfluss und Verbotene

Stadt, 20:15 Uhr, 3sat.

Chicago ist die drittgrößte Stadt

der Vereinigten Staaten,

14.10., 14:30 Uhr, MDR.

highlight

1.10.2008 TRAVEL ONE 51

Foto: SXC


exit menschen

karrieren

■ Ansgar Seibt übernimmt

bei TUI Deutschland

am 1. November die Leitung

des Handelsmarketings.

Der bisherige Leiter

des Key Account Managements

tritt die Nachfolge

von Judith Irion an, die das

Unternehmen verlässt, um

sich »einer neuen Herausforderung

außerhalb der

Touristik zu stellen«.

■ Markus Gottwald hat

bei Sunny Cars die Aufgaben

des Regionalverkaufsleiters

Süddeutschland

übernommen. Er ist bereits

seit gut zwei Jahren bei

dem Mietwagenbroker.

■ Jürgen Stütz ist bei Sol

Melia zum Vice President

Global Leisure Sales ernannt

worden.

feedback redaktion@travel-one.net

»Vorsatz aus Profitgier« TRAVEL ONE,

17. September 2008, Editorial »Muss das sein«

■ Es ist schlichtweg kriminell, wenn Tourismus-Profis als Veranstalter

beziehungsweise Reisevermittler ahnungslose Touristen in

allgemein bekannte Hurrikan- oder Monsun-Überschwemmungsgebiete

schicken, die dort ihr Leben aufs Spiel setzen und

möglicherweise Rettungsaktionen beeinträchtigen. Wer aus Profitgeilheit

alles nur Mögliche »auf Teufel komm raus« verkauft,

muss für die absehbaren Folgen dieses verantwortungslosen Verhaltens

voll zur Rechenschaft gezogen werden, zivilrechtlich

(Schadensersatz, bis zur Zahlung einer lebenslangen Hinterbliebenenrente)

und strafrechtlich (bitte nicht nur wegen Fahrlässigkeit).

Niemand kann blind in ein vorhersehbares Debakel schlittern,

denn »blind« und »vorhersehbar« schließen sich aus. Hier

ist Vorsatz aus Profitgier im Spiel.

Jürgen Peisker, Ausland Sprachendienst, Dreieich

»Schön zu sehen« TRAVEL ONE Morning News,

25. September 2008, »Reise-Gutscheine im Frauenmagazin«

■ Es ist schön zu sehen, dass die Rewe-Touristik wieder einen

Schritt auf die Reisebüros zugeht! Die Veranstalter scheinen zu-

■ Jens Fritsche verstärkt

jetzt das Produktmanagement

von H&H Tur. Er verantwortet

nun den Einkauf,

Contracting, Vermarktung

und Vertrieb neuer Destinationen.

Im Fokus sind dabei

vor allem die Kanaren und

Balearen, weitere neue

Destinationen sind geplant.

■ Fabio Andaloro

ist neuer Sales Manager

bei Air France/KLM in

Deutschland mit Sitz in

Frankfurt. Er ist Nachfolger

von Frank Silvy, der nach

Paris wechselt.

■ Darius Mehta hat bei

Silversea Cruises die Aufgaben

des Director of Land

Programs übernommen.

sehens vergessen zu haben, dass die meisten Reisen in Deutschland

über inhabergeführte Reisebüros verkauft werden. Als Inhaber

biete ich zuerst die Angebote der Veranstalter an, von denen

ich das Gefühl habe, dass sie uns Reisebüros unterstützen und

uns nicht hinterrücks einen Dolch in den Rücken stechen…

Alexander Growe, Growe GmbH Reisebüro, Freiburg/Breisgau

»Endlich gegen den Strom«

TRAVEL ONE Morning News, 19. September 2008,

»Air Canada schafft Kerosinzuschlag ab«

■ Endlich mal eine Airline, die gegen den Strom schwimmt! Es

ist doch unerträglich, wie verworren die Preisfindung bei den

Airlines mittlerweile ist!

Am allerwenigsten kann ich verstehen, warum diese außergewöhnlich

hohen Kerosinzuschläge nicht von vorneherein in den

Tarif mit eingearbeitet werden. Es gibt doch sowieso keine veröffentlichten

Tarife, an die man gebunden wäre. Dass die Wettbewerbszentralen

oder der Gesetzgeber dem keinen Einhalt gebieten,

verstehe ich überhaupt nicht! Bravo Air Canada! Hier hast

Du einen echten Wettbewerbsvorteil, den die Kunden sicher zu

schätzen wissen werden!

Orhan Güney, TUI Reisecenter Kamen/Reisebüro Stoffregen, Kamen

52 TRAVEL ONE 1.10.2008


Orth baut den L’tur-Vorstand um

■ Nur wenige Wochen nachdem Markus Orth

beim Last-Minute-Anbieter L’tur den Vorstandsvorsitz

übernommen hat, werden die Zuständigkeiten

dort neu verteilt. Dazu gehört auch eine

Verkleinerung des Gremiums. Statt bislang

sechs Mitglieder führen nun nur noch vier Vorstände

die Geschäfte. Der Vertrag des bisherigen

Marketingvorstands Markus Faller wird nicht

verlängert, sein Aufgabenbereich übernimmt

nun Orth selbst, zusätzlich zum Thema Internet.

Faller soll sich nur noch um Einzelprojekte küm-

Traveltainment-

Gründer Usbeck

startet nun einen

Investmentfonds

Usbeck verlässt

Traveltainment

■ 17 Jahre stand Ralf Usbeck an der Spitze von Traveltainment,

nun verlässt der Gründer das Unternehmen. Seine

Nachfolger sind Michael Kalt und Andrew Owen-Jones.

Kalt war schon zu Zeiten der Selbstständigkeit von Traveltainment

Vorstandsmitglied neben Usbeck, Owen-Jones trat nach

der Übernahme durch Amadeus dem Gremium bei.

1991 gründet Usbeck die Usbeck-Engineering GmbH, erste

touristische Produkte sind Luftbilder von Hotels und Ferienregionen.

Im Jahr 2000 folgt die Umfirmierung in Traveltainment

AG, vier Jahre später übernimmt das Aachener Unternehmen

dann die Travco Travel & Consulting GmbH und

noch im gleichen Jahr auch das Institut für Freizeitanalysen

(IFF) mit dessen Bistro-Portal.

mern. Auch der Vertrag von Thomas Meyer, der

bislang für den Flugeinkauf verantwortlich war,

läuft nicht weiter.

Dafür gibt es mit Oliver Kluth nur noch einen

Produktvorstand, zuständig für Flug- und

Hoteleinkauf. Aufgestockt wird auch das Portfolio

von Christoph Führer. Neben dem stationären

Vertrieb und allen Servicethemen verantwortet

er auch das Callcenter-Geschäft. Viertes

Vorstandsmitglied ist Kai Klitzke für Finanzen,

Recht und Personal.

Die neue Vorstandsriege (v.l.): Markus Orth, Oliver Kluth, Christoph Führer und Kai Klitzke

Vertriebschefi n

bei Holiday

■ Anja Müller (Foto) ist

neuer Head of Sales bei Holiday

Autos und Holiday and

More. Damit verantwortet sie

sämtliche Vertriebsaktivitäten

der Marken und leitet das Vertriebsteam

in Deutschland

und Österreich. Müller kommt

von der STA Travel GmbH, wo

sie zuletzt als Director Product

Central Europe tätig war.

www.travel-one.net

T&M Media GmbH & Co. KG

Postfach 10 07 51, 64207 Darmstadt

Stephanstraße 3, 64295 Darmstadt

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Redaktion

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GRAFIK

Uta Seubert

Tamara Walter

GESCHÄFTSFÜHRUNG

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DRUCK

Dierichs Druck + Media GmbH & Co. KG,

Kassel

TRAVEL ONE

erscheint 14-tägig mittwochs

Zurzeit gilt Anzeigenpreisliste Nr. 38

gültig ab Januar 2008

Abonnementspreis Inland 25 Euro pro Jahr

inklusive Porto und MwSt, Einzelheft 2 Euro

Abonnementspreis Ausland 48 Euro pro Jahr

inklusive Porto, ohne Luftpostzuschlag

Die Mitglieder des Arbeitskreises

Aktiver Counter und des AJT e.V.

erhalten die Zeitschrift im Rahmen

ihrer Mitgliedschaft.

(EDA: Empfängerdatei-Analyse)

Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit

Genehmigung des Verlages. Für unverlangt

eingesandte Manuskripte und Fotos wird

keine Gewähr übernommen.

TRAVEL ONE ist eine Aktivität

der DVV Media Group GmbH, Hamburg

1.10.2008 TRAVEL ONE 53


exit menschen

Maria Anna Muller, 49, Zwilling,

ist Geschäftsführerin am Flughafen

Rostock-Laage Güstrow. Die

Managerin absolviert eine Lehre

zur Hotelkauffrau und arbeitet im

Anschluss von 1979 bis 1996 in

verschiedenen operativen Abteilungen

von Fracht und Passage am

Flughafen Frankfurt, etwa bei

South African Airways, American

Airlines und Canadian Airlines.

1996 bis 1998 ist die passionierte

Pilotin (mit Schein für Land-

und Wasserflugzeuge) Aufgabenleiterin

der Expressabteilung Flughafen

Frankfurt/Main, danach

Marketing- und Vertriebs-chefin

am Flughafen Hahn. Seit Juli 2007

bekleidet die Taucherin (am liebsten

im Indischen Ozean) ihren heutigen

Posten. Wenn sie in ihrer

Freizeit nicht gerade am Steuer eines

Flugzeugs oder auf dem Motorrad

sitzt, golft sie gerne oder

trifft sich abends mit Freunden.

Geschäftsführerin Flughafen Rostock-Laage-Güstrow

Maria Anna Muller

■ Was hat Sie in die Reisebranche verschlagen?

Der Anreiz, dass man bei Fluggesellschaften für zehn Prozent durch die Welt

fliegen konnte.

■ Ihr Traumurlaub?

Mit dem Wasserflugzeug 14 Tage in Westkanada unterwegs sein und an

herrlichen Bergseen campen.

■ Drei Monate Zeit – was würden Sie machen?

Um ganz Afrika herumfliegen.

■ Drei Dinge, die Sie mitnehmen?

Golfsack, Tauchausrüstung, Ritter-Sport Vollnuss Schokolade.

■ Drei Dinge, die Sie mit Sicherheit daheim lassen?

Mobiltelefon, Laptop und Make-up jeder Art.

■ Was ist Ihre größte »Macke«?

Im Urlaub morgens um sechs Uhr E-Mails lesen.

■ Wie schalten Sie ab?

Durch Yoga.

■ Worüber können Sie lachen?

Wenn ich auch den zweiten Golfball ins Wasser schlage.

■ Was nervt Sie?

Wenn ich den dritten Golfball ins Wasser schlage.

■ Was lesen Sie gerade?

»Kafka am Strand« von Haruki Murakami.

■ Ihr Lieblingsessen?

Spätzle mit Soße.

■ Wofür geben Sie gerne Geld aus?

Italienische Schuhe…seufz.

■ Was würden Sie gerne können?

Eurofighter fliegen.

■ 20 Stunden Fliegen, neben wem möchten Sie nicht sitzen?

Neben jemanden, der nicht gewaschen ist und zur Krönung noch mit weit

offenem Mund schnarcht.

■ Wen würden Sie gerne einmal treffen?

Angelina Jolie – und mit ihr zusammen eine Runde in ihrem Flugzeug über

Südfrankreich drehen.

■ Ihre erste Entscheidung, wenn Sie Bundeskanzlerin wären?

Ein einheitliches Schulsystem mit Ganztagsschulen, Schulspeisung, Sport usw., alle

Kinder sollen die gleichen Chancen haben, egal, welcher sozialen Herkunft.

54 TRAVEL ONE 1.10.2008


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1.10.2008 TRAVEL ONE 55


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56 TRAVEL ONE 1.10.2008

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