Cloud löst Probleme, die es bei System i nicht gibt - Midrange Magazin

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Cloud löst Probleme, die es bei System i nicht gibt - Midrange Magazin

072012IT-Konzepte und Wissen für POWER-Systeme im Unternehmensnetzwerk305819I98E · ISSN 0946-2880 · B 30465 · Ausgabe 257 · € 13,– · CHF 25,–Pure Systems vereinfachen das Computing„Cloud löst Probleme, die esbei System i nicht gibt“Health CenterRelease 6.1 –iNavigator DatabaseBänder verschlüsselnDatensicherheitbei System iManfred Lackner, PROFI Engineering Systems AG,im Interview auf Seite 14


helping tribal public health systems prepare for accreditation, conduct systems and services research, and conduct tribal public health performance assessments and improvement projects. # # # For more information about the project or to serve on the tribal public health advisory board, please contact Red Star Innovations at (520) 429-­‐1361 or info@redstar1.org. Learn more about public health institutes. The National Network of Public Health Institutes is the national membership network committed to helping public health institutes promote and sustain improved health and wellness for all. Visit www.nnphi.org.


EDITORIALRainer HuttenloherChefredakteurrainer.huttenloher@michael.wirt @midrange.deBrianajackson, iStockphoto.comTäglicher Nutzen garantiertdie ZukunftssicherheitMit fast schon nerviger Regelmäßigkeit wird die Zukunftsfähigkeit derPower-Architektur im Allgemeinen und von System i im Besonderen in Fragegestellt – da nehme ich mich nicht aus: Das ist auch ein Bestandteil unserer redaktionellenBerichterstattung. Der Anlass für dieses Hinterfragen ist zum einendie Investitionssicherheit für bereits erfolgte IT-Anschaffungen, zum anderen dieEntscheidung über den Einsatz neuer Systeme. Aufgrund der rasanten technologischenEntwicklung bringen die Prozessorarchitekten immer noch mehr Funktionalitätin ihre Chips – doch das gilt immer weniger als Entscheidungskriterium füreine Server-Plattform.Die Verlagerung in die Cloud, wenn es darum geht, zusätzliche Rechner-Ressourcenim Unternehmen bereit zu stellen, bringt eine weitere Reduzierung derGewichtigkeit der Rechnerarchitektur mit sich. Es geht heutzutage vielmehr um dieAnwendungen, die ein Unternehmen als Kernapplikationen zu betreiben hat. Dennsie sollen für zehn Jahre und mehr – etwa bei ERP-Systemen – das Grundgerüst fürden Unternehmenserfolg darstellen.Doch eines darf man bei all den Zukunftsszenarien nicht aus den Augen verlieren:Es gibt sie noch, die Installationen, in denen ein Server die Kernapplikationhochverfügbar bereitzustellen hat, bei denen kein zweites Rechnersystem alsBackup fungiert und das seinen Dienst „klaglos“ verrichtet und das auch kaumexterne Angriffe zu befürchten hat.Wenn sie ein Anwender eines „kleinen System i“ sind, wissen sie bestimmt, woraufich abziele: Wenn eine Systemarchitektur täglich unter Beweis stellt, dass siebestens funktioniert, braucht man sich kaum Gedanken um die Zukunftssicherheitmachen. Denn eines ist sicher: Der Hersteller wird seine Hausaufgaben weiterhinmachen, solange er in Forschung und Entwicklung investieren kann.Rechnungswesenfür Verlage„Durch eine kurze Einführungsphasekonnten wirfrüh vom ROI profitieren.Wir wünschten uns eineFinanzsoftware, welche dieBedingungen desmodernen Verlagswesenserfüllen konnte und dabeiflexibel und anwenderfreundlichist. fimox warein Volltreffer.“Jelena Kovacevic,Prokuristin und kaufmännische Leitg.der Hueber Verlag GmbH & Co. KG.Herzlichst, Ihr Rainer HuttenloherPS: Dieser Ausgabe des MIDRANGE MAGAZINs liegt unser erstes Sonderheft ERPbei. Dabei konzentrieren wir uns auf den plattformübergreifenden Einsatz von ERP-Lösungen im Mittelstand.www.fimox.de07/2012 · MIDRANGE MAGAZIN3


inhaltMIDRANGE AKTUELL„Die Cloud löst Probleme, die esbeim System i gar nicht gibt“Beim IBM-Partner PROFI Engineering Systems AG stehendie Zeichen auf Wachstum: 70 Leute wurden im letztenJahr neu eingestellt und sie sollen im Segment Softwareund Service zusätzliche Umsatzpotenziale erschließen.Bei einem Umsatz in Höhe von 130 Millionen Euro sollauch künftig ein solides Wachstum erfolgen, so ManfredLackner, Vorstand der PROFI Engineering Systems AG imInterview mit dem Midrange Magazin. Û Seite 14Power NextGenerationDie funktionale Erweiterung sowie die Verbesserung vonOptik und Bedienung sind wesentliche Aspekte, um denFortbestand bewährter IBM i Lösungen zu sichern. Da dieFrage nach der zukünftigen Hardwareplattform in vielenUnternehmen noch nicht final beantwortet ist, werdenInvestitionen in diese Software vor allem unter Kostenaspektensehr kritisch betrachtet. Mit ihrem neuartigeniCockpit will ML-Software einen zukunftsgerichteten Wegweisen. Û Seite 17Mehr Power mit IBM i 7Multivac senkt TCO um 40 ProzentSAP modifiziert Cloud-Strategie 8advice IT baut :psinova:InvoiceCenter aus 9Die neuartige Rolle des CISO 10Vom Brandbekämpfer zum ProblemvermeiderPower Linux entwickelt sich zur x86-Alternative 12Kommentar zur Frage des Monats„Cloud löst Probleme, die es bei System i nicht gibt“ 14Manfred Lackner, PROFI Engineering Systems, im InterviewSpezial: Power Next GenerationTotgesagte leben länger 16Die Zukunft für das Power i-SystemNeuartiges iCockpit für Bison Process für IBM i 17BranchenlösungenSappi Fine Paper stellt um 18Effizient durch automatisierte LieferscheinbearbeitungTradition mit Zukunft 20Versandhaus Erwin Müller erschließt neue MärkteKundenfokussierung benötigt flexible IT-Prozesse 22Interview: Mittelständisches ERP, Branchenfokus LogistikErfolg auf allen Straßen 24Finanzsoftware für LogistikunternehmenSmarter Commerce veredelt Logistikanwendungen 26Contract-Logistics: Qualität sichern, Kosten senkenAlles wie am Schnürchen 28Transparentes Supply Chain ManagementImmer den passenden Deckel 29Verschlusshersteller macht Lagerlogistik transparenterzUKUNFT IBM PowerTechnology Refeshes garantieren Aktualität 30Power-AIX dominiert den Markt der Unix-ServerDie Zukunft bietet mehr als nur System i 32Power Linux und Pure Systems runden das Angebot abBranchenlösungenPapierhersteller, Versandhändler, Schmuckproduzentenund Logistiker– sie alle können nur mithilfe von branchenoptimiertenIT-Lösungen punkten. Û Seite 18TECHNIK & INTEGRATIONHealth Center 36Release 6.1 – iNavigator DatabaseVerschlüsselung von Bändern 39Datensicherheit bei System i4MIDRANGE MAGAZIN · 07/2012


Juli 2012Collaboration-LösungenAnbieterübersicht 42Integration bringt die großen Vorteile 42Lotus Notes im DMS-KontextDas Eisenhower-Prinzip: Dogma versus Pragmatismus 46Bearbeitungsprioritäten beim Ticket-System umstellenKollektionen mit Transparenz 48Prozesslösung unterstützt TextilherstellerSERVICEGlosse, Vorschau, Inserenten, Impressum 50Collaboration-LösungenBeim Textilhersteller Anton Cramer durchlaufen jährlichetwa 400 verschiedene Stoff muster sämtliche Abteilungendes Produktionsbereichs. Um die feinen Unterschiededer Stoffe im Detail dokumentieren zu können,bedient sich Anton Cramer einer individuellen Workflow-Lösung aus dem Hause ITWU. Û Seite 42MIDRANGE ONLINEMidrange Jobbörseist die Stellenbörse für Unternehmen und IT-Professionals,die personelle Verstärkung suchen.Ûwww.midrange-jobs.deMidrangeEventAuf MidrangeEvent finden Sie Schulungsangebote,Firmenveranstaltungen, Messen u. v. m.Ûwww.midrange-event.deFrage des MonatsIn der Frage des Monats erfassen wir aktuelleTrends und Strömungen des IT-Marktes.Ûwww.midrange.deThomas SnyderRPG – fortschrittlich & integriertRPG und andere bewährte Technologie für moderne und performante Anwendungen ILE RPG, JAVA, SQL und Open Source Excel- und PDF-Formatierung Beispiele für moderne und performante Anwendungenca. 500 Seitennur 248,– €Bestellnummer 444074ISBN 978-3-930176-77-9Bestellung im Web:Das Fachbuch RPG – fortschrittlich & integriertwird Ihnen ein Leitfaden sein, wie Sie mit Hilfemoderner Technologien und basierend auf IhremWissen, heutige Anforderungen zeitgemäß umsetzenkönnen. Die Integration von JAVA, OpenSource und SQL in RPG-Anwendungen hat derAutor ebenso erläutert, wie die Umwandlung vonIBM i Daten in Microsoft Excel oder Adobe PDF.Der Focus des Buches liegt insbesondere darin,das Wissen des Lesers so zu erweitern, dass erin der Lage ist, die vielen Beispiele zu verstehen,sie einzusetzen und im Rahmen der eigenen Entwicklungsarbeitweiter auszu bauen.www.midrange-shop.comAus dem Inhalt Moderne Standards in derAnwendungsentwicklung Integrated Language Environment (ILE) Einführung in JAVA JAVA und RPG JAVA und Interfaces Excel: Grundlagen, Formatierungen undEigenschaften Excel Formulare und Charts PDF: Grundlagen, Formatierung, Imagesund Barcodes JAVAMail: Formatierungen und Anlagen07/2012 · MIDRANGE MAGAZINITP VERLAG GmbH | Kolpingstraße 26 ı 86916 Kaufering | Tel. +49 8191 9649-0 ı Fax +49 8191 70661 | www.midrange.de ı service@midrange.de5


MIDRANGE AKTUELLGIS AG jetzt mit Tochter in der SchweizÛ Mitte Mai hat der Spezialist für Collaboration- und InformationManagement die GIS Gesellschaft für Informations-Systeme Schweiz GmbH gegründet. Sie soll die Kooperationmit dem Partner IBM vor Ort intensivieren und sei vor allem„Konsequenz aus der auch in der Schweiz steigenden Nachfrageim Social Software Bereich“. Die Einbindung sozialerMedien im Unternehmen ist gefragt wie nie: Gefordert wirdvon den Anwendern Social Software vor allem als effektivesWerkzeug in der Kommunikation mit Kunden, Partnern und derÖffentlichkeit – aber auch im Wissensmanagement. So steigennicht nur die Nachfrage bei IBM in der Schweiz, sondern auchdie Anfragen bei IBM Partnern, die Erfahrung in der Beratungund Integration von Social Software bieten. „Mit der Tochtergesellschaftwollen wir diesem Trend begegnen und die Nähezu unserem strategischen Partner IBM intensivieren“, erklärtAndreas Hiller, Geschäftsführer der GIS Schweiz GmbH undVorstandsmitglied der GIS AG. ówww.gis-ag.comCitrix ernennt FRITZ & MACZIOLzum Platinum Solution AdvisorÛ Der Spezialist für Cloud‐, Netzwerk- und Virtualisierungslösungenhat die seit 1998 bestehende Partnerschaft mit demUlmer Systemhaus gekrönt – er vergab eine der höchsten Auszeichnungenin diesem Bereich. Deutschlandweit genießen derzeitnur zwölf Unternehmen den Partnerstatus Platinum SolutionAdvisor. „Der Platinum Status hat für unsere Kunden und Citrixeine ganz spezielle Bedeutung. Es ist nicht nur ein Partnerstatus,sondern ein ‚Qualitätssiegel’, der für Kompetenz und für Innovationrund um die Themen Virtualisierung, Networking und Cloudsteht“, betonte Peter Goldbrunner, Director Partner Sales Germanybei Citrix. „Und genau diese Eigenschaften zeichnen nichtnur das Management, sondern das komplette Team von FRITZ& MACZIOL aus. Die Ernennung zum Platinum Solution Advisorist die logische Konsequenz einer langen und erfolgreichen Partnerschaft,über die ich mich sehr freue.“ FRITZ & MACZIOL setztbereits seit Jahren auf die Technologien und Produkte von Citrixund hat diese fest in ihr Angebotsportfolio integriert – angefangenvon den Netzwerkkomponenten über die Applikations‐,Desktop- und Virtualisierungslösungen bis hin zu den aktuellenCloud-Strategien. Durch die enge Partnerschaft mit dem Unternehmenund seinen Alliance Partnern wie Microsoft, Cisco undNetApp können die Ulmer ihren Kunden eine optimale Basis füreine zukunftssichere und flexible IT liefern.ówww.fum.deLenovo eröffnet Outlet StoreÛ Endkunden und Business-Partner können Lenovo Neuwareder letzten Generation sowie runderneuerte und generalüberholteRücksendungen jetzt günstig(er) im neuen LenovoDeutschland Outlet Store ordern. Dort winke durchaus daseine oder andere Schnäppchen, betont das Unternehmen. „Daes sich bei unseren Outlet-Geräten um individuell konfigurierteCTOs in geringen Mengen sowie um ältere Modelle handelt,gibt es keinerlei Überschneidungen mit unserem langjährigenund erfolgreichen indirekten Vertriebskanal, sondern es handeltsich um eine wertvolle Ergänzung“, erklärt Bettina Kern,Director Channel Sales, Lenovo. „Unser strategischer Fokusliegt nach wie vor auf dem Channel-Geschäft. Zudem bietenwir unseren Business-Partnern die Möglichkeit, die Outlet-Warezu günstigen Konditionen aufzukaufen.“ In der Startphasehat der Lenovo Deutschland Outlet Store ausschließlich Neugerätewie die Notebook-Modelle ThinkPad Edge E420s undThinkPad T520 im Angebot. Hierzu zählen neben Überschusswareaus der Fabrik auch stornierte Bestellungen und ungeöffnetzurückgeschickte Produkte (Wiederverkauf). In Kürzesoll das Sortiment um runderneuerte Rücksendungen sowiegeneralüberholte gebrauchte Geräte, die via Überweisung,Sofortüberweisung, GiroPay, PayPal oder Kreditkarte zahlbarsind, erweitert werden. Zu finden ist der Outlet Store unteroutlet.de.lenovo.com.ówww.lenovo.deSugarCRM aus IBMs City CloudbeziehenÛ Die lokale City Cloud ist speziell auf die Anforderungen desMittelstandes abgestimmt und derzeit in mehr als 30 deutschenStädten und Regionen verfügbar. Jetzt hat SugarCRMseine Customer Relationship Management-Lösungen in IBMsCC-Initiative integriert, zu den ersten Anbietern gehören dieIBM Geschäftspartner Liberatus IT aus München und Intersoluteaus Krefeld. Die vertraglichen Rahmenbedingungen für dieTeilnahme an der IBM City-Cloud-Initiative haben Tom Schuster,General Manager SugarCRM Europe, und Andreas Busch,Solution Sales Manager Global Alliances & IDR Growth Initiativesbei IBM Deutschland, am 16. Mai 2012 in München unterzeichnet.Mit SugarCRM handelt es sich damit um den erstenISV (Independent Software Vendor), dessen CRM-Lösung imRahmen der City-Cloud-Initiative für mittelständische Kundenverfügbar ist.www.sugarcrm.de6MIDRANGE MAGAZIN · 07/2012


Multivac senkt TCO um 40 ProzentMehr Power mit IBM iDurch eine neue Lösung auf Basis von Power7-Servern mit IBM i konnte das Unternehmendie TCO seiner SAP-IT-Infrastruktur um 40 Prozent minimieren. Zum Einsatz kommen unteranderem zwei IBM Power 740- und zwei IBM Power 720-Modelle. Neben hoher Verfügbarkeitgewährleistet die IT-Basis auch eine effiziente CPU-Auslastung durch Hardware-Virtualisierung.Außerdem biete sie „ein hohes Energieeinsparungspotenzial“.BM i auf Power7 bietet hervorragende„ Leistung I sowie weitere Featuresund Funktionen, bei niedrigerem TCO“,sagt Jürgen Dauner, AbteilungsleiterIT-Systeme bei der Multivac Sepp HaggenmüllerGmbH & Co. KG. Das Unternehmenentwickelt und produziert Verpackungslösungenfür unter anderemNahrungsmittel und medizinische Sterilgüter.Für seine geschäftskritischenSAP- und IBM Domino-Systeme hatte Multivac schonin der Vergangenheit IBMPower-Systeme genutzt. Dieguten Erfahrungen hätten füreinen weiteren Einsatz der IBMi-Plattform gesprochen.Die Power7-Plattform sollMultivac eine sichere, hochverfügbare und flexible Infrastrukturgewährleisten, dieAls Basis für seine neue Infrastrukturnutzt Multivac nun zwei IBM Power740- und zwei IBM Power 720-Servermit Power7-Prozessoren. Neben derHardware gehört zur Gesamtlösungauch ein üppiges IBM Softwarepaketinklusive IBM i-Betriebssystem, PowerVM-Virtualisierungsoftwaresowiestandardisierten Lotus Domino-Office-sich zudem noch durch einenniedrigen EnergieverbrauchMultivac: SAP-Kosten um 40 Prozent reduziert.auszeichnet. Auch Leistungsvermögenund AdministrationsaufwandCollaboration-Lösungen, die eng mitwaren ausschlaggebende Kriteri-en. Im Mittelpunkt des Projektes standaber die Senkung der Betriebskostenden SAP Anwendungen verbundensind. Multivacs Speicherinfrastrukturbesteht jetzt aus zwei IBM DS5100-durch eine verbesserte Server- und Plattenspeichersystemen, dem IBMSpeicherinfrastruktur. Darüber hinaussollen die Legacy-Anwendungen weitererTochtergesellschaften stufenweiseauf SAP-Software überführt sowie eineengere Verzahnung der bestehendenLotus Notes- und Domino-Collaboration-Lösungmit den SAP-Anwendungenerreicht werden.SAN Volume Controller und der IBMSystem Storage TS5300-Bandspeicherbibliothekals Backup-System – mitschnellen LTO5-Tapes für hohe Backup-Geschwindigkeit.Multivac profitiert von der Lösunggleich mehrfach. Der Verpackungsmaschinenherstellerkann seine Total Costof Ownership (TCO) langfristig um 40Prozent senken; auch die operativenKosten für die SAP-Systeme pro Benutzer/Jahrseien deutlich niedriger alsbei vergleichbaren Anlagen, währenddie Leistung und Kapazität der SAP-Anwendungenverbessert werden konnte.Die Flexibilität der Systeme sei dankmoderner SAN- und Storage-Virtualisierungstechnologiedeutlichhöher als zuvor. Durch Hardware-Virtualisierungwerdeeine effiziente Auslastung derProzessoren erreicht – neu entstehendeTochtergesellschaftenkönnten so problemlos in dieSystemlandschaft integriertwerden.Multivac war eine unterbrechungsfreieMigration seinerServer- und Speicherinfrastrukturwichtig. Die neueUmgebung sollte eingeführtwerden, ohne dass dabei Risikenfür das laufende Geschäft entstehen.Die Migration auf Power7 sei ohneproduktive Ausfallzeiten und somit ohneNachteile für die Nutzer verlaufen,so Dauner:„Unsere Power Systems-Server mitIBM i sind extrem stabil und zuverlässig.Die Systemverfügbarkeit liegt beinahezu 100 Prozent und die Power7-Prozessoren bieten hervorragende Leistungauch unter Volllast.“ówww.multivac.com07/2012 · MIDRANGE MAGAZIN7


SAP AKTUELLSAP modifiziert Cloud-StrategieNeuerungen innerhalb ihres Cloud-Portfolios standen im Mittelpunktder SAP Kundenkonferenz SAPPHIRENOW, die Mitte Mai in Orlando stattfand.Lösungen für die Verwaltung vonMitarbeiter‐, Finanz‐, Kunden- und Lieferantenprozessenlassen künftig sichkünftig nahtlos in ERP-Software einbinden.SAP setzt dabei auf die Marktexpertisevon SuccessFactors und derenGründer und CEO Lars Dalgaard.SuccessFactors gehört seit Februar2012 zu SAP, mit dem Aufbau der jetztangekündigten Cloud-Strategie hättendie Teams beider Unternehmen sofortnach der Übernahme begonnen.Wissen um die GeschäftsprozesseentscheidetSuccessFactors gilt als Cloud-Computing-Pionierund führend im Bereich Human-Capital-Management-Lösungen.SAP verfügt über fundiertes Wissen inGeschäftsprozessen – On Demand undOn Premise. Zusammen mit Lars Dalgaardan der Spitze der neu gegründeten,gemeinsamen Cloud-Geschäftseinheit,setzt SAP mehr als 5.000 Mitarbeiterfür die Entwicklung und Bereitstellungvon Cloud-Computing-Lösungen ein.Die Cloud-Geschäftseinheit, die mehrals 17 Millionen Anwender unterstützt,konzentriert sich auf vier Lösungsbereiche.Das Ziel: Kunden sollen bei derVerwaltung betriebskritischer Prozesseund Geschäftsbeziehungen unterstütztwerden.SAP will ihre mandantenfähigenLösungen künftig als lose gebündelteSuite anbieten – Kunden können dieAnwendungen also je nach geschäftlicherAnforderung und nach eigenemZeitplan einführen. Die SAP Lösungzur Verwaltung von Gehaltsabrechnungenwird künftig Cloud-basiert zur Verfügungstehen und mit Employee Central,der HR-Lösung von SuccessFactors,integriert. Das Angebot werde inzehn Ländern erhältlich sein und vonPartnern bereits als Plattform für BPO-Services genutzt, betonte SAP währendihrer Kundenkonferenz. Ebenfallscloud-basiert soll künftig SAP FinancialsOnDemand erhältlich sein. GrößereUnternehmen könnten damit ihrewesentlichen Finanzprozesse sowieAuftragsabwicklungs- und Bezahlvorgängesteuern, so SAP. Die Lösung sollin die HR-Software Employee Centralvon SuccessFactors integriert werden,zusätzlich plant SAP ein neues Releasevon SAP Travel OnDemand inklusiveFunktionen für die mobile Nutzung. Darüberkönnen zum Beispiel Reisekostenund Spesen direkt via mobilem Endgerätbearbeitet werden.Social Selling rundet dasAngebot abFür die Lösung SAP Sales OnDemandsollen neben den üblichen Cloud-basiertenTools zur Vertriebssteuerungkünftig auch Marketing- und Social-Selling-Funktionen angeboten werden.Zudem gebe es neue Konfigurationsoptionenund die Möglichkeit zur kundenspezifischenAnpassung, erklärte SAPwährend ihrer Kundenkonferenz. SAPSales OnDemand kann in die SAP BusinessSuite im On-Premise-Betrieb sowiein die Lösung SAP CRM integriertwerden. Das SAP’sche CRM-Portfoliosoll erweitert werden, um die Potenzialevon sozialen Netzwerken bessernutzbar zu machen – die SAPPHIREwar gleichzeitig Startschuss für dieallgemeine Verfügbarkeit der LösungSAP Social Customer Engagement On-Demand. Damit können sich Mitarbeiteraus den Bereichen Marketing undKundenservice mit ihren Kunden überSocial-Media-Kanäle wie beispielweiseFacebook und Twitter vernetzen undaustauschen.Weiterhin investieren will SAP auchin den Bereich Beziehungsmanagementmit Lieferanten – und damit in Lösungenwie SAP Sourcing OnDemand. Sieunterstützt Firmen bei der strategischenBeschaffung sowie dem Lieferanten-und Vertragsmanagement. Jetztist die Anbindung an die SAP BusinessSuite im On-Premise-Betrieb geplantund die Integration mit SAP-Lösungenfür Geschäftsnetzwerke – wie SAP InformationInterchange OnDemand fürdas vernetzte Rechnungsmanagementsowie den Informationsaustausch fürBeschaffungsvorgänge.Auch SAP NetWeaver wird künftigals Platform-as-a-Service-Angebot(PaaS) zur Verfügung stehen und mitAnwendungsentwicklungs- und Laufzeitfunktionalitätenauf Basis von SAPHANA laufen. Zudem bietet SAP eineVielzahl an Services in den BereichenSicherheit, Mobilität und Kollaborationan. Partnerschaften mit PaaS-Anbieternwie etwa VMware (Cloud Foundry)sollen dafür sorgen, dass Kunden PaaS-Angebote zusammen mit den Plattform-Services von SAP NetWeaver Cloudnutzen können, um SAP-Lösungen zuerweitern.Hybride IT-Landschaftenelegant verknüpfenDie Verknüpfung von On-Demand- undOn-Premise-Implementierungen stehtvielerorts auf der Agenda. Das Integrationsangebotvon SAP beinhaltetProzessintegration und Daten-Services,um lose gebündelte On-Demand-Fachbereichslösungenmit anderen SAP-Anwendungenzu verbinden – egal ob imOn-Demand- oder On-Premise-Modell.SAP will künftig eigene Cloud-basierteIntegrationstechnologien anbieten. Dar-8 MIDRANGE MAGAZIN · 07/2012


über hinaus könnten Kunden Angebotevon Partnern wie Dell Boomi, IBM CastIron und Mulesoft nutzen,Innerhalb von sechs Wochen hatSuccessFactors mehrere SAP-Cloud-Lösungen im eigenen Unternehmenimplementiert. Seit der Einführung vonSAP Sales OnDemand verfüge man über„die weltweit größte Implementierungdieser SAP-Lösung“, wurde in Orlandobetont. Seit der Zusammenführungbeider Firmen habe SuccessFactorsauch SAP Sourcing OnDemand für dasstrategische Beschaffungsmanagementsowie Travel OnDemand für die Verwaltungund Abrechnung von Spesen- undReisekosten in Betrieb genommen. SAPBusiness ByDesign unterstützt die Abläuferund um das Finanzwesen undDienstleistungsprozesse.SAP hingegen wird die BizX-Suitevon SuccessFactors als neues HCM-System einführen. Die Cloud-Lösungwerde die HR-Prozesse für Mitarbeiterund Manager vereinfachen und Führungskräftendabei helfen, ihre täglichenAufgaben besser zu verwaltenund mit der Unternehmensstrategie inEinklang zu bringen. Darüber hinausstelle sie Werkzeuge zur Verfügung,mit denen Mitarbeiter ihre beruflicheWeiterentwicklung besser überwachenkönnen. Seit April stand die Lösung1.300 Erstanwendern zur Verfügung,seit Mitte Mai hat jeder SAP-Mitarbeiterweltweit Zugriff.ERP aus der Cloud: Allesbleibt besserSAP wird auch weiterhin komplett integrierteSuites für die Cloud anbieten:SAP Business ByDesign für mittelständischeUnternehmen und für Tochtergesellschaftengroßer Unternehmensowie SAP Business One OnDemand.Letzteres ist auf die Bedürfnisse kleinererUnternehmen zugeschnitten undüber zertifizierte SAP-Partner verfügbar.ówww.sap.comadvice IT baut:psinova:InvoiceCenter ausDie Aurubis AG hat die advice ITConsulting GmbH mit der Modernisierungund dem Ausbau der automatisiertenErfassung und Bearbeitungvon Eingangsrechnungen beauftragt.Durch ein Upgrade auf Version 4.0 des:psinova:InvoiceCenters und den Austauschder bisherigen Texterkennungdurch Insiders smart Invoice soll dieelektronische Verarbeitung von Rechnungenweiter optimiert. Digital Mailroom,eine Lösung zur Posteingangsverarbeitungder Insiders TechnologiesGmbH, bildet künftig die Plattform fürden gesamten digitalen Posteingang.Aurubis gilt als größter Kupferrecyclerweltweit. Eine effiziente Rechnungsbearbeitungin SAP mit dem:psinova:InvoiceCenter 4.0 und smartInvoice ist für den Konzern besonderswichtig. Im Rahmen des Releasewechselsauf SAP ECC 6.0 stellt Aurubis aufdie aktuelle Version 4.0 des Invoice-Centers von Psinova um. Mit ihr stehenneue funktionale Erweiterungen zurVerfügung, wie komplexe Buchungen,debitorische Rechnungen oder Rechnungskürzungen,Ein- und Ausblendenvon Informationsblöcken, Screenvariantennach Belegstatus und -typ oderder flexible Anschreibengenerator.Aurubis hat den Psinova- und Insiders-Partneradvice IT Consulting mitder Umsetzung dieses Projekts beauftragt.Das unabhängige Beratungs- undRealisierungshaus für Dokumenten-Management, Prozessoptimierungund Archivierung ist u.a. auf digitalenPosteingang und die automatisierteEingangsrechnungsverarbeitung imSAP-Umfeld spezialisiert. Zeitgleichmit der Umstellung auf InvoiceCenter4.0 führt Aurubis smart Invoice ein, einProdukt zur Rechnungsverarbeitungmit Autolearning-Funktion direkt ausder Korrektur. Digital Mailroom von InsidersTechnologies soll künftig nebendem Rechnungseingang auch zur automatisiertenVerarbeitung des Faxeingangsund für den weiteren Ausbauzum digitalen Posteingang eingesetztwerden.Mit der Version 4.0 seines Invoice-Centers liefert Psinova neue Modulewie eine erweiterte E‐Invoice Schnittstelle,CaptureFlow mit Interface fürdiverse Erkennungssysteme, eine generischeFreigabesteuerung in SAP sowiedie Möglichkeit zur Rechnungsfreigabeim Web oder auf mobilen Endgeräten.Zudem haben die Entwickler von Psinovadie Ergonomie der Software überarbeitetund den InvoiceCenter-Monitorin der Funktionalität und Flexibilitätdeutlich erweitert. Durch SAP Workflowist die komplette Prozesssteuerungund -transparenz sichergestellt. ówww.advice-it.dewww.psinova.comRichtigstellungIn Ausgabe 6 haben wir unter dem Titel „Hollywoodin Eindhoven“ über den neuen Trainingsfilmit.skills berichtet. Dabei wurde dieBildunterschrift zum Foto vertauscht. So istes richtig:Die Protagonisten und Projektverantwortlichenmit Elena M. Ordónez del Campo,Senior Vice President Global University Alliance,SAP AG (vordere Reihe, 3. von rechts).Ganz rechts im Bild: Ulrich Gerber, Head ofCorporate Controlling, itelligence AG. DieterSchoon (links), Global Head of HR bei denBielefeldern, nahm für sein Engagementin diesem Vorzeigeprojekt ebenfalls einen„ Oscar“ in Empfang.07/2012 · MIDRANGE MAGAZIN9


MIDRANGE AKTUELLVom Brandbekämpfer zum ProblemvermeiderDie neuartige Rolle des CISODerzeit haben die Security-Anbieter nur ein Thema – alle sind Feuer und „Flame“ fürdas gleichnamige Supervirus, das weder neu ist, noch einzigartig. Der Trubel umdiese Malware hat aber auch sein Gutes: In den Unternehmen entsteht ein geschärftesBewusstsein für die Gefährdung aufgrund gezielter Angriffe.Die von IBM jüngst veröffentlichtenStudienergebnisse zur Entwicklungim Bereich (Informations)Sicherheitund deren Verantwortlichen dürftenderzeit auf besonders offene Ohrenstoßen. Mehr als ein Viertel der befragtenChief Information Security Officers(CISO) hat demnach bereits eine strategischeLeadership-Rolle inne, die sichvom technischen Fokus mehr und mehrentfernt. Für ihre erste Studie befragtedas IBM Center for Applied Insightsmehr als 130 Sicherheitschefs weltweit.Identifiziert wurden drei Führungskräfte-Typen:„Influencer“, „Protectors“und „Responders“.Sicherheitsverantwortliche stehenunter DruckInsgesamt stehen alle Sicherheitsverantwortlichenheute unter enormemDruck. Sie sind mit dem Schutz einigerder wertvollsten Vermögenswerte ihresUnternehmens betraut: Geld, Kundendaten,geistiges Eigentum und Marken.Fast zwei Drittel der von IBM befragtenChief Information Security Executives(CISOs) sagen, dass ihre Führungskräftedem Thema Sicherheit heutemehr Aufmerksamkeit schenken alsvor zwei Jahren; mehr als die Hälfte derBefragten gaben Mobile Security alsprimäres technologisches Aufgabenfeldder nächsten zwei Jahre an. Fast zweiDrittel erwarten in diesem Zeitraumsteigende Ausgaben für die Informationssicherheit,87 Prozent davon sogarzweistellige Zuwächse. Die Rolle desCISO wird sich künftig mehr in Richtungintelligentes und ganzheitlichesRisiko-Management verschieben – vonder „Brandbekämpfung“ hin zur Vermeidungvon Problemen.Der Schädling Flame ist vielerortsnicht Grund, sondern Anlass zum Umdenken.IT-Sicherheit sei mehr als dasInstallieren von Antivirensoftware, betontTrend Micro. IT-Sicherheit meinezuallererst Risikomanagement, Unternehmenmüssten heute vor allem dieseFragen beantworten: Wo liegen meineRisiken? Wie sind sie einzustufen? Wieweit sollen oder müssen sie minimiertwerden? Welche Mittel wie Prozesse,Software, Verantwortlichkeiten benötigeich – über Anti-Malware-Softwarehinaus? Mikko Hyppönen, Chief ResearchOfficer der F-Secure ResearchLabs in Helsinki, betrachtet die Thematikdifferenziert. „Die wahre Bedeutungvon Flame liegt darin, dass dieseSoftware zeigt, was möglich ist, wennStaaten eine gezielte Spionage-Attackeentwickeln. Die wahre Bedeutung liegtdarin, zu zeigen, was sonst noch an Bedrohungenunterwegs sein könne – anunbekannten Bedrohungen.“Die in der IBM Studie beim ThemaSicherheit führenden Organisationenbetrachten Security nicht als Ad-hoc-Thema, sondern als festen Bestandteilder geschäftlichen Tätigkeit, zunehmendauch der Kultur. Bei 60 Prozentdieser Firmen ist sie regelmäßiges Themader Geschäftsführungssitzung. DieVordenker hätten die Notwendigkeitverstanden, Risikobewusstsein allgegenwärtigzu machen, betont IBM. Siewürden sich auf unternehmensweiteSensibilisierung, Ausbildung, Zusammenarbeitund Kommunikation inSachen Security konzentrieren. SteveDurbin, Global Vice President des InformationSecurity Forums, mahnt imZusammenhang mit Flame zur Aktion:„Unternehmen müssen sich jetzt wappnen“.Cyber-Ressourcen seien längstkäuflich, per ‚Crime as a Service‘ ließensich Cybercrime-Dienstleistungen heute„ganz einfach einkaufen“. Es sei deshalbnur eine Frage der Zeit, bis Virenwie Flame oder Ableger auch im Unternehmensumfeldzur Spionage eingesetztwerden. Auch Durbin moniert,dass in vielen Unternehmen nach wievor ausschließlich die IT-Abteilungenfür das Thema Cyber-Sicherheit zuständigsind: „Damit muss Schluss sein.“IT- und Cyber-Sicherheit müssten endlichChefsache werden, Unternehmenvom Top-Management ausgehend ihreSicherheitsstrategien vollständigüberarbeiten. Dabei seien das gesamteUnternehmen und alle Mitarbeitereinzubeziehen, da Schadprogrammewie Flame über simple Übertragungswegewie USB-Sticks, CDs oder E‐Mail-Anhänge – gepaart mit Unachtsamkeit– eingeschleust werden. Zur umfassendenSicherheitsstrategie würdendeshalb zwingend die Implementierungvon Cyber-Sicherheit-Maßnahmenund -Richtlinien, eine umfassendeRisikostrategie sowie ein regelmäßig10MIDRANGE MAGAZIN · 07/2012


kalenderaktualisierter Notfallplan für den Falleines Angriffs gehören. „Wir ratenUnternehmen dringend, sich mit anderenUnternehmen und Organisationenauszutauschen und sich gemeinsamden Herausforderungen zu stellen“, soDurbin. „Die Angreifer haben sich formiert,Unternehmen sollten das ebenso.“Hilfestellungen bietet das ISF unterwww.securityforum.org an.Datenbasierte Entscheidungsfindungund –messungLaut IBM Studie verantwort meist derCIO (Chief Information Officer) dasInformation Security Budget. In besondersweit entwickelten Organisationenliegt die Investitionshoheit häufiger beiden Geschäftsführern, oft gibt es hiereinen dedizierten Posten für das SecurityBudget. David Jarvis, Autor desBerichts und Senior Consultant beimIBM Center for Applied Insights: „Wirsehen, dass sich der CISO nun in einemähnlichen Muster entwickelt wieder CFO der 1970er Jahre und der CIOaus den 1980er Jahren – von einemtechnisch geprägten Entscheider hin zueinem strategischen Business-Enabler.Dies zeigt, wie wesentlich IT-Sicherheitfür Unternehmen geworden ist. „Um eine leistungsfähigere Sicherheitsorganisationmit mehr Selbstbewusstseinzu schaffen, sollten Security-Verantwortliche einen Aktionsplan aufBasis ihrer aktuellen Möglichkeitenund dringendsten Bedürfnisse zusammenstellen,rät IBM. RoutinemäßigeProzesse sollten automatisiert werden,damit mehr Zeit und Ressourcen fürSicherheitsinnovationen zur Verfügungstehen. „Sicherheit in einem Zeitalterder Hyper-Konnektivität bringt eineReihe neuer Herausforderungen“, betontMarc van Zadelhoff, Mitautor desIBM Berichts und Vice President Strategy.Diese könnten durch die Umsetzunginnovativer Verfahren und dieAnnahme eines stärker integrierten,ganzheitlichen Ansatzes sehr erleichtertwerden.IH óEvent Termin, Ort VeranstalterDas Cobol-Update 2. 7. – 3. 7.BremenILE-Konzepte 2. 7. – 4. 7.KauferingIBM-i- und Windows-basiertes SSO 5. 7.BremenSystem-i-Daten in derMicrosoft-Office-Welt9. 7. – 10. 7.BremenEinführung in die Arbeit mit RPG/400 9. 7. – 10. 7.BremenERP-Praxistag 11. 7.NabburgZweigstellenanbindung undMobile Computing11. 7.MünchenDer RPG-Crash-Kurs – Teil 1 11. 7. – 13. 7.BremenMES-Infotag: Effizienter Produzierenmit MES12. 7.StuttgartPHP on IBM i 16. 7. – 17. 7.BremenOpen-Source-Produktivitäts-Toolsund IBM i18. 7.via WebDer RPG-Crash-Kurs – Teil 2 23. 7. – 25. 7.BremenMehr Termine und Veranstaltungen unter www.midrange-event.deEPOS GmbHwww.eposgmbh.comToolmakerwww.toolmaker.deEPOS GmbHwww.eposgmbh.comEPOS GmbHwww.eposgmbh.comEPOS GmbHwww.eposgmbh.comAlpha Business Solutionswww.abs-ag.deITP VERLAG LANline Eventswww.lanline-events.deEPOS GmbHwww.eposgmbh.comMPDVwww.mpdv.deEPOS GmbHwww.eposgmbh.comZend Technologieswww.zend.com/deEPOS GmbHwww.eposgmbh.comUnsere Themen im Juli:- Einführung in die Arbeitmit RPG/400- Der RPG Crash-Kurs 1- Der RPG Crash-Kurs 2- Das Cobol UpdateWeitere Themen und Lernvideosauf unserer Homepage!07/2012 · MIDRANGE MAGAZIN11


MIDRANGE AKTUELLFRAGE DES MONATSLinux auf der Power-Architektur von IBM stehtvor einer Renaissance.?DIE frageKommt in Ihrem Unternehmender Einsatz einer Linux-Plattformauf IBM Power in Frage, wenndie Kosten für die Hardware mitx86-basierten Standardservernvergleichbar sind?DAS ergebnisChristine Balderas, iStockphoto.com34 % ja64 Teilnehmerhaben abgestimmt66 % neinPower Linux entwickelt sichzur x86-AlternativeLinux auf der Power-Architektur istbei vielen Anwendern bereits imEinsatz – trotz der aktuellen Kosten fürdie darunterliegende Hardware. Dochmit der Ankündigung von IBM zu PowerLinux geht IBM ein Versprechenein: In den Ausführungen zu den Merkmalenvon Power Linux-Systemen wirdder Kostenvergleich zu x86-basiertenLinux-Lösungen aufgemacht – und dakann die Power-Architektur mit denListenpreisen von x86-Server-Herstellernwie Dell oder HP durchaus konkurrieren– wenn man die Aufwendungenfür die Hardware, die Virtualisierungsschichtund den Support zusammenrechnet.Daher erscheint das Ergebnis unsererFrage des Monats Mai mit Blick aufdie zusätzlichen Möglichkeiten im PowerLinux-Umfeld als ein klares Indiz,dass hier ein interessantes Potenzial -sowohl für die Hardware- als auch dieSoftwarehersteller brach liegt. Dennetwa ein Drittel der Teilnehmer an derUmfrage würde auf Power Linux gehen,wenn die Kostenstruktur passt.Nur Linux ist auf den Power-Linux-Systemen „erlaubt“Doch dabei darf man einige Aspektenicht vergessen: Auf den derzeit zweiSystemen mit Power Linux kann man„nur“ Linux laufen lassen – genauergesagt: IBM unterstützt lediglich RedHat und SUSE. Wer zum Beispiel eineUbuntu-Version darauf einsetzenmöchte, bekommt – so der Stand heute– damit keinen Support von IBM. Auchein Einsatz der Hardware mit AIX oderals System i ist nicht machbar – so dieoffizielle Aussage der IBM. TechnischeVorkehrungen sorgen dafür, dass manbei diesem Systemen keine anderen Betriebssystemeeinsetzen kann.Eine weitere Einschränkung giltes zu erwähnen: Die Applikationenmüssen für die Power Linux-Schienevorliegen und zertifiziert sein. Wer einex86-Linux-Applikation auf der PowerLinux laufen lassen möchte, derwird sein Vorhaben nicht von Erfolggekrönt sehen – denn die Prozessorarchitekturenx86 auf der einen Seiteund Power-Chips auf der anderen –sind nicht kompatibel.Rainer Huttenloher ó12MIDRANGE MAGAZIN · 07/2012


IT POWERDie Konferenz & Expo für ITK-Technologie im MittelstandZukunftssicherheit für die Unternehmens-ITauf der Basis von IBM POWER (i)Düsseldorf, 6. September 2012Zukunftsfähige sowie flexible Anwendungen und eine solide, sichereInfrastruktur – auf diesen ITK-Fundamenten beruht der Erfolgeines modernen Unternehmens. Doch im Zuge von Themenwie „Mobiler Zugriff auf Unternehmenssoftware“ und „Big Data“muss die IT eine möglichst flexible Unterstützung der Geschäftsprozessebieten.Wie sich diese Voraussetzungen am besten erfüllen lassen, dasverdeutlicht der MIDRANGE EVENT „IT-POWER“ am 6. September2012 in Düsseldorf.Experten zeigen kompakt an einem Tag in ihren Technologie- undProduktvorträgen sehr praxisnah, welche Anforderungen heutigeApplikationen erfüllen müssen, um dem Prädikat zukunftsfähiggerecht zu werden.Vier Themenblöcke stehen dabei auf der Agenda: Unternehmens-Software Infrastruktur Sicherheit, Hochverfügbarkeit Software-EntwicklungDie Referenten geben in ihren Präsentationen die Antworten zuden brennenden IT-Themenkomplexen wie Cloud Computing, Virtualisierung,Flexibilisierung, Kostenreduzierung, ITK-Architekturen,ITK-Plattformen, Business Intelligence/Big Data, etc. IBM alsLieferant der Technologie-Plattform gibt dabei einen Ausblick überdie aktuellen Produkte und erlaubt einen zuverlässigen Ausblick indie Zukunft.Zielgruppe„IT-POWER – Die Konferenz für Anwendungen und Technologie imMittelstand“ richtet sich an mittelständische Unternehmen, dievorzugsweise in IBM ihren strategischen Hardwarepartner sehen.Die Themen der Konferenz sind stark businessorientiert. Deshalbsprechen wir EDV-Leiter und ITK-Verantwortliche, Unternehmensführerund Abteilungsleiter an. Aber auch ambitionierte Fachleutewie Software-Entwickler und IT-Administratoren bekommen wertvolleAnregungen vermittelt.Die Veranstaltung ist eine Serviceleistung des MIDRANGEMAGAZINs und deshalb für Besucher kostenfrei!Mit freundlicher Unterstützung durch:Jetzt kostenfrei anmelden!www.midrange-events.deITP VERLAG GmbH ı Kolpingstraße 26 ı 86916 Kaufering ı Tel. +49 8191 9649-0 ı Fax +49 8191 70661 ı www.midrange-events.de ı service@itp-verlag.de


MIDRANGE AKTUELLManfred Lackner, Vorstand PROFI Engineering Systems:„Die Cloud löst Probleme, die esbeim System i gar nicht gibt“Beim IBM-Partner PROFI Engineering Systems AG stehen die Zeichen auf Wachstum: 70 Leutewurden im letzten Jahr neu eingestellt und sie sollen im Segment Software und Servicezusätzliche Umsatzpotenziale erschließen. Bei einem Umsatz in Höhe von 130 Millionen Eurosoll auch künftig ein solides Wachstum erfolgen, so Manfred Lackner, Vorstand der PROFIEngineering Systems AG im Interview mit dem Midrange Magazin (MM).MM: Mit seinen „Expert IntegratedSystems” verspricht IBM eine Vereinfachungdes Computings. Dazu tritt dieSystemfamilie Pure Systems an und diewird über die Partner in den Markt gebracht.Worin sehen Sie als IBM PremierBusiness Partner mit allen aktuellenZertifizierungen die Besonderheitendieses Konzepts?Lackner: Dieser Ansatzbesticht durch seinenhohen Integrationsgradund ähnelt stark der Strategie,die bei der AS 400auf der Systemebeneverfolgt wurde: Damalswurden die Applikationenmit der Middleware undeinem System eng verzahnt.Bei Pure Systemgeht es nun um eine nochhöhere Integration übermehrere Systeme und zugleich mehrereArchitekturen hinweg, wobei auch dasThema Management für den komplettenStack noch abgedeckt wird.MM: Lässt sich das mit den Infrastruktur-Bundlesvon Cisco, den Vblocks,vergleichen?Lackner: Eher nicht, denn IBM hat alleKomponenten aus dem eigenen Hauseingebracht und sie nicht zusammengekauft.Daher konnte man alles im eigenenHaus optimal abstimmen – dasbezieht sich auch auf die Managementsoftware.MM: Welche Funktionalitäten machendabei den Unterschied aus?Lackner: Generell werden künftig einmöglichst hoher Integrationsgrad sowiedie Automatisierung des IT-Betriebs diedominierenden Rollen spielen. Daherhat IBM in diesen Segmenten auch vielEntwicklungsaufwand spendiert.MM: Wie sieht dabei die Integration derAnwendungen aus?Lackner: Hier wird ein ähnliches Prinzipwie bei Apples iPad verfolgt: Die Anwendungenlassen sich dort aus dem Storeeinfach runter laden und binnen Sekundenbenutzen. Es fällt kein hoher Aufwandfür das Setup der Umgebung an.Die Apps nutzen einfach die vorhandenenRessourcen, sprich sie klinken sichein. Das wird bei den Pure Systems vomPrinzip her entsprechend funktionieren– der Setup-Aufwand reduziert sich gewaltig.MM: Nun steht bei den Kernanwendungeneines Unternehmens die Frage nachden Softwarelösungen im Vordergrund– die häufig von einem Drittherstellerstammen. Wie passt dasmit Pure System zusammen?Lackner: Um sämtlicheVorteile der Pure Systemsnutzen zu können, mussein unabhängiger Softwareherstellerdie Anwendungzertifizieren lassen.Zudem sollten diese Applikationendann auch dieneuen Funktionalitäten –wie etwa die erweitertenVerwaltungsfunktionen –nutzen können. Das wird sicher eine Zeitdauern, doch in der IT gibt es immer diePhase der Koexistenz von verschiedenenGenerationen bei Hard- und Software.MM: Welche Applikationen für spezielleAnwenderbranchen gibt es denn schonbei Pure System?Lackner: Es findet sich noch wenig branchenbezogeneSoftware. Es geht zurzeitmehr um Anwendungen im Software-Infrastrukturbereich, wie etwa Archivierung,CRM, etc. Hier wird IBM aber nach-Manfred Lackner,Vorstand derPROFI EngineeringSystems AG14MIDRANGE MAGAZIN · 07/2012


legen und mit speziellen Programmendie unabhängigen Softwareherstellerunterstützen, damit die Branchenanwendungauf die Pure Systems kommen.MM: Wo spielen sie ihre Kompetenzenbei den Pure Systems aus?Lackner: Das Einbinden in die bestehendeInfrastruktur wird unser Bereichsein. Den ‚Appstore‘ für die Anwendungenmuss die IBM liefern, die Integrationmachen wir.MM: Wie wird sich Pure System imMarkt etablieren?Lackner: Ich sehe vor allem zwei Einsatzfelder.Einmal anwendungsgetrieben– wie früher bei der AS 400 kommt dieMaschine über die Anwendung. Doch eswird noch eine Zeitlang dauern, bis genügendAnwendungen auf Pure zur Verfügungstehen. Der andere Ansatz ist ehertechnologiegetrieben. Der Anwendersagt, er möchte gerne eine Systeminfrastrukturplattformals private Cloud, umdie bestehenden Anwendungslandschaftzu betreiben. Und zwar in einer privateCloud mit all ihren Vorteilen: höhere Effizienz– eben dieCloud in a Box‘. Daswird der erste Argumentationsweg sein,um Pure Flex in den Markt zu bringen.MM: Das Thema Cloud Computing stehtbei vielen IT-Verantwortlichen auf derAgenda, doch speziell der Einsatz einerPublic Cloud findet im professionellenBereich noch nicht überall Beifall …Lackner: … das liegt nicht nur an denüblichen Gründen wie den Sicherheitsfragen.Viele Unternehmen haben sichbisher eigenständige Anwendungen besorgt,wie ERP- oder CRM-Software oderPakete für die Produktionssteuerungoder auch ein CAD-System. Sie alle weiseneine Gemeinsamkeit auf – sie sind‚für sich‘ konzipiert. Soll ein Informationsaustauschzwischen diesen Systemenstattfinden, muss man über neu geschaffeneSchnittstellen die Integra tionhin bekommen – Stücklisten aus demCAD-System fließen zum Beispiel in dieProduktionsplanung ein.MM: Ist das alles nur eine Frage derSchnittstellen?Lackner: Nein, es geht zudem noch umdie Individualisierung der Software. DieWettbewerbsvorteile eines Unternehmensstammen meistens aus seineneinzigartigen Geschäftsprozessen – unddie lassen sich nur in den seltensten Fällenüber einen Standard abbilden. Dahermuss Flexibilität in die Softwarelösungrein – Customizing ist angesagt. Bei derdiskreten, traditionellen Software lässtsich das realisieren – Aufwand kommtbei den Schnittstellen ins Spiel, aber generellist alles machbar.MM: Und bei einer Public Cloud?Lackner: Da müssen die Anwendungenauch in der Cloud miteinander vernetztsein. Das funktioniert noch nicht sorecht – somit ist das Angebot in Formeiner Public Cloud in vielen Fällen nochnicht machbar. Daher gibt es auch imRahmen einer Public Cloud nur wenigeAnwendungen – die stammen eher ausder Consumer-Ecke, wie etwa Dropbox,etc. Doch die Prozesse in den Unternehmensind mit den Cloud-Anwendungennicht richtig vernetzt.MM: Welche Möglichkeiten bietet eineprivate Cloud?Lackner: Das kommt immer auf dasEinsatzfeld an. Themen wie etwa Testsystemeaus der Private Cloud oder Infrastruktur-Komponentenaus der Cloudsind derzeit schon gut abzubilden. Abersobald es in die Anwendungen und vorallem in die Geschäftsprozesse geht, istdas noch schwer umzusetzen.MM: Wie schätzen Sie die Private Cloudein?Lackner: Hier kann ein Unternehmensich große Vorteile einhandeln. Ein Anwenderbetreibt das selbst und spartKosten beim Betrieb und Managementder IT-Umgebung. Hier zeichnen sich inder Realität schon heute große Einsparpotenzialeab.MM: Haben Sie selbst schon eine Cloudim Einsatz?Lackner: Wir haben drei Clouds internaufgebaut – eine VMware-Cloud läuft sogarim Produktivbetrieb. Zudem habenwir noch eine IBM-Cloud für Testzweckeund eine Microsoft Cloud auf der Basisdes Hyper-V aufgebaut. Einen derartigenAnsatz mit drei verschiedenen Cloudswird kein normaler Anwender verfolgen– er wird eher einen Ansatz wählen.MM: Welche Anwendungen laufen in ihrerProduktiv-Cloud?Lackner: Hier arbeiten unsere Softwareentwickler.Die können damitschnell und elegant auf die Ressourcenzugreifen, die sie für ihre Aufgaben benötigen.MM: Eine Kernanwendung wie ERP istda nicht vorgesehen?Lackner: Nein – unser SAP-System läuftauf einem eigenen Power-basierten Systemvon IBM.MM: IBM hat das Ende des Support fürVersion 5 bei Power für September 2013angekündigt. Was sollen die Anwendermachen – ist die Cloud interessant?Lackner: Das ist von Fall zu Fall unterschiedlich.Doch es gibt auch eine generelleAntwort. Hat ein Unternehmen einekritische Anwendung auf dem System iund alles andere schon auf x86-Servernlaufen, dann ist das System i nur ein Teilder Gesamtbetrachtung. Für eine bestehende,einzelne AS-400-Anwendungrentiert sich eine Cloud-Infrastrukturnicht. Eine derartige Anwendung istnach wie vor auf System i bestens aufgehoben.Der muss sich keine anderenGedanken machen, als auf die Version 6oder 7 zu gehen also seine Plattform zuaktualisieren.MM: Und wenn ein Unternehmen bereitseine Vielzahl von x86-basiertenServern einsetzt und zum Beispiel fürdie Mitarbeiter Microsoft Office bereitzustellenhat?Lackner: Für den rentiert sich die Überlegungallemal – was bringt mir die Virtualisierungoder der Einsatz einer Cloudmit der weitgehenden Automatisierungdes Betriebs. Anders ausgedrückt – mitder Cloud werden in der x86-Welt Problemegelöst, die man im AS-400-Bereichgar nicht hat.ówww.profi-ag.de07/2012 · MIDRANGE MAGAZIN15


MIDRANGE SpezialPower Next GenerationDie Zukunft für das Power i-SystemTotgesagte leben längerDie Frage nach der zukunftsfähigkeit des Sysrtem i ist wohl schon bei manchem VorgängerdieserSystemreihe gestellt worden. In Verkaufsgesprächen war dies oft problematisch, weilman als IBM-Vertriebspartner manchmal nicht erkennen konnte, warum bei der Konzeptioneines Nachfolgesystems von IBM nicht der ganz große Schritt gemacht wurde. Die /32 hattez. B. nur einen winzigen Bildschirm mit 6x40 Zeichen – den „Sehschlitz“. Der Wettbewerbsprach dann von einem veralteten System und mancher Interessent entschied sich für vermeintlichmodernere aber unsicherere Lösungen.Trotz aller Unkenrufen sind wir jetztbei den Power i-Systemen angekommen.Und dies zu Recht, weil es immernoch kaum ein anderes System gibt,das so sicher, stabil und performant ist.Ein Garant für einen ungestörten Betriebsablauf.Aber reicht dies allein in der heutigenZeit noch aus? Nein! Denn dieAnforderungen an die heutige IT-Weltsind vielfältiger geworden: die Integrationvon Funktionen, Dateien und Geschäftsprozessenmuss sichergestelltsein – und dies plattformübergreifend;internetbasierte Geschäftsmodelle(Cloud, Webservices, SaaS) sind an derTagesordnung und eine zeitgemäße Optikund Bedienbarkeit („look and feel“,Corporate Identity) wird verlangt.Für diese Optionen sind die Poweri-Maschinen mit ihrer hohen Ausfallsicherheitvon den Voraussetzungen herdie optimale Wahl. Will man sich allerdingsauf die vorhandenen Bordmittelbeschränken, stellen sich diese alsziemlich teuer, nicht flexibel genug, zukompliziert oder schlicht in der Optikals nicht zeitgemäß dar.Es bleiben zwei grundsächliche Lösungen:Man wechselt die Hardwareoder man bleibt beim sicheren IBM-System und investiert in Software, wiez. B in ein ERP-System, das den Betriebsablaufunterstützt. Dann kommtein Wechsel auf ein anderes Systemmit all den damit einhergehenden Unsicherheitennicht mehr in Frage.Die Programme müssen plattform‐,system- und technolgieübergreifendDaten austauschen und Funktionennutzen können, etwa um über das Internetverfügbar zu sein, und sie müssendem „Zeitgeist“ in puncto „Optikund Bedienbarkeit“ angepasst sein.Aber wie ist das machbar?Es gibt verschiedene, aber oft nichtkompatible Möglichkeiten. Damit dieErweiterung bestehender Software gutstrukturiert wird, ist es wichtig, nurein Instrument einzusetzen, das allenotwendigen Anforderungen erfüllt.Die SMH Software (S.M. HartmannGmbH) hat sich so vor Jahren für denEinsatz der 4GL-EntwicklungsplattformLansa entschieden. SMH nutzt Lansa fürdie Entwicklung neuer Lösungen, dieModernisierung vorhandener AS/400-Anwendungen und die Integration unterschiedlichsterGeschäftsprozesse –unabhängig davon, ob es sich um IBMi‐, Windows- oder Web-Anwendungenhandelt. Ein Pool vorgefertigter Funktionen,mit dem man alle Plattformenmiteinander verbinden kann und die inRPG‐, C- und Cobol-Anwendungen eingebundenwerden können, vereinfachtdie Realisierung auch anspruchsvollsterProjekte. Bei Auftragsarbeiten anFremdsoftware setzt die SMH Softwareebenfalls die Lansa-Produkte ein, damitist die laufende Wartung automatischintegriert.Für die Power i gilt das Gleiche wiefür ihre Vorgänger. Es ist ein proprietäresund daher völlig sicheres System.Bildet die vorhandene Software dieProzesse im Unternehmen perfekt ab,ist dies die beste Grundlage für eineneffizienten und ruhigen Ablauf. DieseSicherheit aufzugeben, wäre ein großerFehler.Daher lautet das Plädoyer: BleibenSie dem System i treu und erweiternSie Ihre Software – und öffnen Sie IhrSystem für andere Plattformen. Sie habendamit eine stabile Basis, eine maßgeschneiderteAblauforganisation undeine optisch und funktionell aufgewerteteSoftware an den Stellen, an denenes notwendig ist – und damit die absolutperfekte Lösung. Siegfried M. Hartmann ówww.smhsoftware.de16MIDRANGE MAGAZIN · 07/2012


Neuartiges iCockpit für BisonProcess für IBM iDie funktionale Erweiterung sowie die Verbesserung von Optik und Bedienung sindwesentliche Aspekte, um den Fortbestand bewährter IBM i Lösungen zu sichern.Da die Frage nach der zukünftigen Hardwareplattform in vielen Unternehmen nochnicht final beantwortet ist, werden Investitionen in diese Software vor allem unterKostenaspekten sehr kritisch betrachtet. Mit ihrem neuartigen iCockpit willML-Software einen zukunftsgerichteten Weg weisen.Der Spezialist für IBM i Integrationund Softwareentwicklung inVerbindung mit .NET hat ein Frameworkentwickelt, das die vorhandenenUnternehmensdaten, wie zum BeispielUmsätze, Kosten, Vertriebs‐, ProduktundKundeninformationen, aus Datenbankenwie der DB2 selektiert,analysiert, statischauswertet und tabellarischsowie grafisch aufbereitet.Der Anwender erhält so eineübersichtliche Darstellungaller relevanten Zahlen, kanndiese per Mausklick individuellzusammenstellen und beiBedarf nach Excel oder alsGrafik exportieren.Mit geringem Aufwandwird das Framework an dieunternehmensspezifischenBesonderheiten angepasstund bietet so eine fundierteInformations- und Entscheidungsbasis.Die Bison Schweiz AG hatihr Bison Process für IBM i bereits mitdem neuen iCockpit ausgestattet. Esfungiert hier zusätzlich als Integratormit Schnittstellen zwischen IBM i und.NET-Welt.Mit der bekannten iNEXT-Technologiewurden die bewährten ERP-Funktionenauf IBM i unverändert gelassen,aber Navigation und Benutzerfreundlichkeitverbessert, funktional weiterentwickeltund schließlich nahtlos indas iCockpit integriert. Mit geringemAufwand hat das bewährte IBM i ERP-System so erheblich an Mehrwert gewonnnen.Bei Bison Process für IBM i nutztdas iCockpit die DB2-Datenbank. NachDas iCockpit setzt auf der DB2-Datenbank auf.den Vorgaben der ERP-Spezialisten vonBison entstand auf dieser Basis einausgefeiltes, flexibles und vor allemschnelles Informationssystem, mit demunter anderem die Umsatzzahlen derVertriebsmitarbeiter analysiert werden.Der User kann wahlweise die detailliertenWerte pro Person oder auch aggregiertpro Monat, Quartal, Jahr et ceteraverwenden. Mit der Option „TOP20“werden nur die umsatzstärksten Mitarbeiterangezeigt. Für einen direktenVergleich könne mehrere Vertriebsmitarbeiterausgewählt und deren Zahlengegenübergestellt werden. Die Visualisierungder Ergebnisse erfolgt alsTabelle und/oder Grafik, die unter anderemin Layout, Sortierung, Gruppierungvom Nutzer individuellgestaltet werden kann. In derBenutzerverwaltung sind dieZugriffsrechte für die jeweiligenDaten und die individuelleKonfiguration des Cockpitsfür jeden Anwender definiert,was Sicherheit und Flexibilitätgewährleistet.Premiere feierte dasiCockpit auf der IT-Power inMünchen. Als neuer Einstiegund Integrator für Bison Processfür IBM i rief die Lösunghier breites Interesse hervor.Bison Process für IBM i istnur ein Beispiel dafür, wie dierichtigen Technologien und Werkzeugebewährte IBM i Lösungen innerhalbkurzer Zeit zukunftsfähig machen. DieOption besteht für alle IBM i Lösungen,deren Funktionalitäten weiterhingenutzt, und die durch neue Featuresheutigen und zukünftigen Anforderungengerecht werden sollen.Jana Klinge óBild: Bisonwww.inext-suite.com07/2012 · MIDRANGE MAGAZIN17


SCHWERPUNKTBranchenlösungeNFoto: SAPSUMMARYPapierhersteller, Versandhändler, Logistikerund Schmuckproduzenten – sie allekönnen nur mithilfe von branchenoptimiertenIT-Lösungen punkten.Effizient durch automatisierte LieferscheinbearbeitungSappi Fine Paper stellt umSchnellere und effizientere Prozesse im Wareneingang, eine digitale Archivierung allerLieferscheine sowie die zentrale Kontrolle inklusive Statusübersicht aller Warenlieferungengehörten zu den Zielen des Papierproduzenten Sappi. Um sie zu erreichen,hat das Unter nehmen europaweit seine Lieferscheinverarbeitung mit der ReadSoft-Lösung Process Director automatisiert.Sappi Fine Paper Europe ist ein Geschäftsbereichder Sappi Limited,einem global agierenden Unternehmender Papier- und Zellstoffindustriemit ca. 16.400 Mitarbeitern weltweit.In Europa betreibt Sappi insgesamtneun Papierfabriken in Deutschland,Österreich, Schweiz, Belgien, Finnlandund den Niederlanden. Wenn früheran einem dieser europäischen Sappi-Standorte eine Warenlieferung eintraf,lief überwiegend folgendes Prozedereab: Ein Mitarbeiter des Warenlagersunterzog die Lieferung einer visuellenPrüfung, gab die Lieferscheindaten manuellam PC in die Buchungsmaske ein,fertigte eine Kopie des Lieferscheinsan und schickte sie zusammen mit derWarenlieferung über die Hauspost zumEndempfänger. Bei Lieferungen fürdas zentrale Lager wurde der Lieferscheinmit einer Kopie der Bestellungins Archiv eingeordnet, wobei die SAP-Materialbelegnummer am Lieferscheinmanuell vermerkt wurde. SämtlicheDokumente galt es dann für fünf biszehn Jahre zu archivieren – ein zeitaufwendigerProzess für alle Beteiligten.Hinzu kam, dass die Lagermitarbeiterhäufig durch interne Fragen nach demStatus erwarteter Lieferungen in ihrenArbeitsabläufen gestört wurden.Diese aufwendigen manuellen Prozessebei der Lieferscheinverarbeitungim Wareneingang wollte Sappi durchAutomatisierung schneller, effizienterund transparenter gestalten. Ebensowollte man die papierbasierten Dokumentenarchivedurch eine digitale Archivierungersetzen. Die neue Lösungsollte zudem Folgendes leisten:ó Scannen von Lieferscheinen bei Wa-reneingang – mit der Möglichkeit,weitere Dokumente, wie z. B. Zertifikateoder Datenblätter, hinzuzufügen,ó Texterkennung wichtiger Felder,ó direkter Wechsel in SAP-Buchungs-transaktionen,ó einfacher Abgleich der Materialbe-schreibung auf dem Lieferschein mitBeschreibung in der Bestellung oderim Materialstamm,ó verschiedene Suchmöglichkeitenüber Material und Bestellung.18MIDRANGE MAGAZIN · 07/2012


Für die Umsetzung beauftragteSappi einen Lösungsanbieter für Automatisierungund Optimierung von Prozessenin SAP mit Sitz in Frankfurt: dieReadSoft GmbH. Ausschlaggebend fürdie Entscheidung waren nicht nur derentechnisches und fachliches Knowhow,sondern auch die bereits vorhandenenguten Erfahrungen. Bereitsseit 2002 setzt Sappi erfolgreich dieReadSoft-Lösung für die automatisierteRechnungsverarbeitung ein.Ausführliche Definition desProjektumfangsIm Mai 2010 legten die beteiligten Mitarbeiterden Projektumfang fest, besprachenden Entwurf für die Systemlandschaftder OCR-Lösung, definiertenFormularfelder und gestalteten das Navigationsmenüder AutomatisierungslösungProcess Director in SAP. WährendSappi die komplexe Infrastrukturselbst einrichtete, bereitete ReadSoftdie nötigen Software-Einstellungen anhandvon Originallieferscheinen vor.Um die Nutzerakzeptanz vor Ort zuerhöhen, wurden die Textinhalte desProcess Directors für die Standorte inden Niederlanden und Finnland in diejeweiligen Sprachen übersetzt. Im Julistartete der Roll-out in der deutschenNiederlassung, wobei die Anwenderim Lager von Beginn an aktiv in dieFeinabstimmung mit einbezogen wurden.In regelmäßigen Meetings wurdenfestgestellte Schwierigkeiten besprochenund die Wünsche der Mitarbeiter– beispielsweise zur Bezeichnung vonFeldern oder zu deren Layout und Platzierung– berücksichtigt.Sappi führte die neue Lösung schrittweiseein, indem zunächst nur einigeder neuen Funktionen – wie das Auslesender wichtigsten Lieferscheinfelder– geschult wurden. Dazu gehörten z. B.die Bestell- und Lieferscheinnummernsowie das Lieferdatum. Erst nachdemdie Mitarbeiter damit vertraut waren,hat man weitere Funktionen hinzugenommen– beispielsweise das Auslesenund die Verarbeitung von Positionsdaten.Michael Sproger, verantwortlicherProjektleiter und Manager Global SAPMM Systems bei der Sappi Papier HoldingGmbH, betont: „Dank des schrittweisenVorgehens, bei dem wir zunächstnur die Hauptdaten automatischin die gewohnte Buchungstransaktionübernommen haben, wandelte sich dieanfängliche Skepsis sehr schnell in Akzeptanz,und zwar bereits im Laufe desersten Tages. Ganz besonders wichtigwar dabei auch, dass wir den Mitarbeiternklar die Vorteile dieser Lösung fürihre eigene Arbeit kommuniziert haben:schnellere Buchungsabläufe undeine bessere Übersicht zu allen Vorgängenim Bereich des Wareneingangs.“Zur raschen Akzeptanz trug außerdemdie Tatsache bei, dass die neue Lösungüber eine Benutzeroberfläche im SAPLook-and-Feel verfügt. So mussten dieMitarbeiter sich nicht in eine neue Benutzerschnittstelleeinarbeiten.Mit dem Process Director profitierteSappi schnell von einer wesentlicheffizienteren Lieferscheinverarbeitung:Die Lieferscheine werden stapelweisegescannt, im Hintergrund interpretiert,verifiziert und dann automatisch inSAP transferiert. Jedes Werk hat somiteine stets aktuelle Übersicht über alleoffenen, gebuchten bzw. bestätigtenLieferungen. Im bedarfsgerecht angepasstenNavigationsmenü erscheinendie Lieferungen nun gruppiert nachStandort, Status und Geschäftsprozess.Um weitere Informationen – wie z. B.Lieferantenstamm oder Bestellung – zueinem Feld zu erhalten, genügt jetzt eineinziger Mausklick. Darüber hinauslassen sich Lieferpositionen auslesenoder direkt im Process Director generieren,ergänzen und ändern. Ebensokann man sich offene Bestellpositionenanzeigen lassen. Auch die internenAbläufe – vorher geprägt durch langeHauspostwege und häufige telefonischeNachfragen – hat Sappi jetzt optimiert.Mit der Buchung eines Lieferscheinswird automatisch eine E‐Mail an denEmpfänger verschickt. Dieser ist somitumgehend informiert, sobald seine Bestellungeintrifft und kann über einenLink den Originallieferschein einsehen.Der Erhalt wird direkt im System übereine Notiz mit Zeitstempel bestätigt.Während der ersten drei Roll-outswurde der Implementierungsprozessso weit standardisiert, dass das IT-Teamvon Sappi die Installation und Schulungfür die übrigen sechs Standorteselbständig durchführen konnte. Sprogerbetont: „Wir konnten von Anfangan produktiv mit der Lösung arbeiten;die Einarbeitung der Mitarbeiter verliefzügig und quasi als Training-onthe-Job.Unseren Erfahrungen nach istder Schulungsbedarf extrem gering.Von Beginn an hatten wir nur wenigeStartprobleme, keinen ungeplantenMehraufwand und einen entsprechendgeringen Bedarf an IT-Support.“Aufgrund der Flexibilität und leichtenErweiterbarkeit des Process Directorkonnten kleinere Anpassungen zudemkurzfristig realisiert werden. WeilEmpfänger von Nichtlagerlieferungenautomatisch eine E‐Mail Benachrichtigungerhalten, werden die Lagermitarbeiterheute wesentlich seltener durchtelefonische Nachfragen aus anderenAbteilungen gestört. Sämtliche Dokumente– wie auch die gescannten Lieferscheine– stehen jetzt digitalisiertdirekt in SAP und im Process Directorzur Verfügung und können mit einemKlick eingesehen werden.So entfällt auch das Anfertigen undZustellen von Kopien. „Inzwischen könnenwir Lieferscheine und Wareneingangsbuchungenteilweise vollkommenautomatisiert verarbeiten“, berichtetSproger. Aufgrund der positiven Erfahrungendenkt man bei Sappi bereitsdarüber nach, zukünftig auch die Auftragsbestätigungenvon Lieferanten automatischzu verarbeiten – ebenfalls mitdem Process Director von ReadSoft.Esther Mahr ówww.readsoft.de07/2012 · MIDRANGE MAGAZIN19


SCHWERPUNKTBranchenlösungeNVersandhaus Erwin Müller erschließt neue MärkteTradition mit ZukunftEigenentwicklung oder der Einsatz einer Standardsoftware – vor dieser Frage stand die ErwinMüller Versandhaus GmbH im schwäbischen Buttenwiesen. Nach sorgfältiger Abwägung fieldie Wahl auf eine Standardsoftware und zwar die Branchenlösung SPH-Direkt.Das Versandhaus Erwin Müller hatte– wie so viele andere Unternehmen– seit den 1980er-Jahren seine Softwareinhouse entwickelt und kontinuierlichden sich verändernden und wachsendenAnforderungen der einzelnen FachundGeschäftsbereiche angepasst. DieAnwendungen waren IBM-basiert undliefen auf der i5 in der sogenanntengrünen Welt. Vor dem Hintergrundder Anforderungen des Multi-Channel-Vertriebs und der geplanten Expansionin neue Absatzländer stellte sich für dieUnternehmensführung 2007 die Frage,ob der Weg des Versandhauses in eineerfolgreiche Zukunft weiter mit eigenentwickeltenLösungen oder besser miteiner Standardsoftware abgebildet undgeebnet werden könne.Als Ergebnis sorgfältiger Abwägungwar die Einführung einer Standardsoftwaredie von den Verantwortlichenpräferierte Option. Nach einer Vorauswahlvon Versandhandelslösungen ausdem IBM-Umfeld hat sich die Leitungdes Versandhauses Erwin Müller entschlossen,im Rahmen eines mehrtägigenWorkshops mit dem Team der SPHAG aus Stuttgart deren BranchenlösungSPH-Direkt intensiv unter die Lupezu nehmen. Das erklärte Ziel diesesWorkshops war es, Klarheit darüber zuerhalten, welche der definierten Anforderungenvom Standard abgedecktwaren und wie das Delta zu neuen, individuellenund detaillierten weiterenWünschen der einzelnen Fachabteilungenaussah. Zu diesem Zweck wurdeein umfangreiches Pflichtenheft erarbeitet,in dem jede Zusatzfunktion miteiner Priorität und dem zu ihrer Realisierungjeweils erforderlichen Aufwandversehen wurde. Auf diesem Weg wares möglich, hohe Kostentransparenzbezogen auf jeden Fachbereich zuschaffen und eine klare Prioritätenlisteaufzustellen. Dieser Prozess war nachrund drei Monaten abgeschlossen undder Auftrag zur Einführung der neuenSoftware wurde erteilt.Die Einführung der neuen Versandhandelslösungwurde in zwei Stufengeplant. Im ersten Schritt war dieUmstellung des Labels Buttinette mitrund 90 Usern vorgesehen. Baby Butt,Kinderbutt und Erwin Müller solltennach drei bis sechs Monaten im zwei-Die AusgangslageDie Erwin Müller Versandhaus GmbHim schwäbischen Buttenwiesen ist eintraditionsreiches, inhabergeführtes Familienunternehmen,das auf über sechsJahrzehnte erfolgreicher Firmengeschichtezurückschaut und erfolgreichin den fünf Ländern Deutschland, Österreich,Schweiz, Frankreich und den Niederlandenaktiv ist. Das umfangreicheSortiment wird den Kunden in den Spezialshopsüber das Internet, in Katalogenund Mailings präsentiert. Multi-Channel-Vertrieb und internationales Geschäftberuhen bei Erwin Müller softwareseitigauf der IBM-basierten VersandhandelslösungSPH-Direkt.20MIDRANGE MAGAZIN · 07/2012


SCHWERPUNKTBranchenlösungeNInterview: Mittelständisches ERP, Branchenfokus LogistikStarke Kundenfokussierungbenötigt flexible IT-ProzesseWie lauten die besonderen Anforderungen der mittelständischen Logistiker an ihr ERP-Systemdieser Frage des Midrange Magazins (MM) stellten sich drei Experten von SAP.Ein integrierter Lösungsansatz mit Schnittstellen zu den anderen IT-Systemen stehtdabei ganz oben auf der Agenda, der Einsatz mobiler Endgeräte ist wichtig, aber auch dasKonzept Software as a Service (SaaS) findet erste Anhänger.MM: Welche Funktionalitäten der ERP-Software sind für den Einsatz in der Logistikbrancheunbedingt erforderlich?Frank Querfurth: Die Prozesse vonLogistikunternehmen ähneln sich imWesentlichen – unabhängig von ihrerjeweiligen Unternehmensgröße. DieHerausforderung der mittelständischenLogistiker besteht darin, mit den großenUnternehmen der Branche mithaltenzu können und in Märkten mit hohemWettbewerbs- und Margendruck zu bestehen.Aus diesem Grund benötigen sieeine ERP‐, Transport- und Lagermanagementlösung,die mit integrierten Prozessendie gesamte Wertschöpfungsketteabdeckt. Die ERP-Anwendung solltevom Auftrag bis zur Faktura sämtlicheAbläufe abbilden und zudem Workflowbasierendsein. Die Lager- und Transportlösungunterstützt hingegen dieoperativen Kernprozesse des Logistikers,also die Lagerung und den Transportvon Gütern.MM: Was muss dann ein integrierter Lösungsansatzberücksichtigen?Frank Querfurth: Vor allem viele zusätzlicheAbläufe – hierzu gehörenkommerzielle Prozesse wie etwa dasBestellmanagement, die Kalkulation,das Frachtführermanagement, der Rechnungseingang,die Mautabrechnung undGutschriften sowie operative Prozessewie etwa der Sammelgutein- und ausgang,die Disposition und Telematik.Aber auch Lagerverwaltung, -umschlagund -abwicklung, Tourenplanung sowieTracking und Tracing müssen eingebundenwerden. Und nicht zuletzt auchadministrative Abläufe wie die Finanzbuchhaltung,die Kostenrechnung, dasFuhrparkmanagement und die Personalwirtschaftsowie das Kundenbeziehungsmanagement.Frank Querfurth, Industry ExpertLogistikdienst leister, Business Area COOGermany, Industry Solutions, SAP AGMM: Was wären die besonderen Kennzeichenbei mittelständischen Logistikdienstleistern?Thomas Buchardt: Im Vergleich zu größerenDienstleistern gehen Mittelständlerüblicherweise stärker auf die Wünscheihrer Kunden ein und richten ihreLogistikprozesse an ihnen aus. Aus diesemGrund muss eine ERP-Lösung auchentsprechend komplexere und kundenspezifischeProzesse abbilden können.Mittelständler sollten zudem darauf achten,dass die Software Möglichkeiten zurFrachtkosten‐, Transport- und TourensowieLadungsoptimierung anbietet unddas Handling von Gefahrgut berücksichtigtwird. Wichtig ist zudem eine aktiveÜberwachung der Logistikkette durchdie Integration von Funktionen für dasSupply Chain Event Management. Nurso ist das ERP-System in der Lage, automatischund rechtzeitig auf kritischeAusnahmeereignisse nach dem Prinzip„Management by Exception“ reagierenzu können.MM: Welche Integrationsprobleme zuanderen Anwendungen entstehen fürERP-Lösungen in der Logistikbranche?Frank Querfurth: Vor allem Schnittstellen-und Medienbrüche gelten alsdie Herausforderung bei der Anbindungdes ERP-Systems. Hier ist vor allemdie Integration mit Telematiksystemen,webbasierten Tracking- und Tracing-Anwendungen, elektronischen Frachtenbörsen,Karten- und Routenplanungensowie die Anbindung an das ATLAS-Zollsystemzur elektronischen Abwicklunginternationaler Zollabgaben hervorzuheben.22MIDRANGE MAGAZIN · 07/2012


MM: Was spricht vor diesem Hintergrundfür ein integriertes Lösungskonzept?Frank Querfurth: Es enthält dieseFunktionen sowie LagerverwaltungsundTransportmanagementlösungenbereits und stellt Schnittstellen zu anderenSystemen und Geschäftspartnernbereit. Damit ist es weniger wartungsundpflegeintensiv und folglich kostensparend.Darüber hinaus sollte etwa dieIntegration entsprechender Lösungendurch standardisierte und vordefinierteSchnittstellen schnell und einfach umsetzbarsein. So können beispielsweiseLösungen, die Unternehmen bei derUmsetzung von Compliance-Richtlinien,Richtlinien zum Umweltschutz und Arbeitssicherheitunterstützen, oder diedie Hofsteuerung zur Sicherstellung einesidealen Bewegungsflusses und Zeitfenstermanagementsoptimieren, mitgeringem Aufwand integriert werden.Der Aufwand im Betrieb verschiedenerLösung ist hingegen höher, da benötigeDaten und Informationen aus mehrerenunterschiedlichen Quellen erst aufwändigüber Schnittstellen beschafft werdenmüssen.Thomas Buchardt,Channel AccountExecutive –Logistik ServiceProvider, GeschäftsbereichMittelstand & Ecosystem,SAP AGMM: Welche Vorteile verspricht der Einsatzvon mobilen Endgeräten – iPAD,Tablet-PC, etc. – bei ERP-Anwendungenfür die Logistikbranche?Thomas Buchardt: In vielen Unternehmenwerden mobile Endgeräte bereitseingesetzt, um Lage- und Statusberichteabzurufen, zum Be- und Endlade-Scannenoder bei der Zustellung der Ware.So weiß der Logistiker zu jeder Zeit, wosich die Ware in welchem Zustand befindet.Die Nutzung mobiler Endgerätekann aber weitere Abstimmungs- undInformationsprozesse vereinfachen undzur Unternehmenssteuerung genutztwerden.MM: Welche Beispiele sehen sie da konkret?Thomas Buchardt: Der Einsatz vonTablet-PCs ermöglicht die standort- undzeitunabhängige Kommunikation mitdem Transportsystem und den Abrufvon Informationen, wie etwa Bankdaten,Verbindlichkeiten oder Speditionsbücher,sowie Ad-hoc-Auswertungen. Auchder Vertrieb kann vor Ort beim Kundendirekt und in Echtzeit auf Informationenzugreifen. Mobile Endgeräte könnenebenfalls den einzelnen Fahrer bei derErledigung seiner administrativen Aufgabenunterstützen. Auch ist die Zentralein der Lage, mit ihm zu kommunizieren,sodass er flexibel und kurzfristig auf geänderteRahmenbedingungen reagierenkann.MM: Wie sehen sie den weiteren Trendin diesem Bereich?Thomas Buchardt: Der Einsatz mobilerEndgeräte wird künftig zunehmen, daProzesse weiter automatisiert und dieWaren immer schneller mit immer wenigerRessourcenaufwand umgeschlagenwerden müssen. Die Aufgabe der ERP-Software wird es dann sein, Workflowsentsprechend zu steuern und auf kritischeEreignisse in der Lieferkette zu reagieren.Die direkte An- und Einbindungvon Fahrern und Transporten an dieLiefer- und Logistikkette gewährleistetsomit von Anfang bis Ende eine hoheTransparenz für alle Beteiligten.MM: Welche Optimierungspotenzialeergeben sich beim Einsatz von ERP-Software als SaaS in der Logistikbranche?Thomas Buchardt: Die Logistikbranchesteht dem Modell „Software as aService“ zwar offen gegenüber, zeigtsich aber aufgrund von Daten- undSicherheitsaspekten noch zurückhaltend.Da gerade diese Branche eineVielzahl an betrieblichen Daten undInformationen zur Durchführung ihrerTätigkeit benötigt und entsprechendverwalten muss, wird sich der Einsatzvon SaaS-Lösungen künftig dennochdurchsetzen. Gerade mittelständischeLogistiker müssen darüber hinaus ihrebetrieblichen Prozesse umfassend verschlanken,um im wettbewerbsintensivenUmfeld bestehen zu können. Hierkönnen sie die Vorteile, die SaaS bietet,nutzen. Denn beziehen sie Software imOn-Demand-Modell, bezahlen sie nurfür die Leistung, die sie tatsächlich inAnspruch nehmen. Zudem können sieihre IT jederzeit flexibel an ihre betrieblichenErfordernisse anpassen. Die On-Demand-Systeme sind aufgrund ihrerkurzen Implementierungszeiten zudemsehr schnell einsatzbereit.Kai Eschbach,Strategic CloudSolutions, SAP AGMM: Welche Vorteile bietet da eine ERP-Lösung wie Business ByDesign?Kai Eschbach: Diese Lösung ist sowohlals komplette Suite sowie als Teilbereichslösungfür mittelständische Unternehmenerhältlich und verfügt übermodernste Schnittstellentechnologie.Business ByDesign kann in bestehendeSystemlandschaften integriert und anDrittsoftware angebunden werden. AuchTochterunternehmen oder Niederlassungenkönnen an bestehende ERP-Systemeder Zentrale schnell angebundenwerden. Zudem verfügt die SAP-Lösungüber höchste Sicherheits- und Zertifizierungsstandards,ist einfach konfigurierbar,beliebig skalierbar und zu kalkulierbarenKosten erhältlich. Darüber hinausbietet SAP den Betrieb, die Wartung unddas Upgrade an. Da SAP mit BusinessByDesign sowohl Software als auch Infrastrukturals Service aus einer Handbietet, entfallen Investitionen für die IT-Infrastruktur und IT-Administration.Rainer Huttenloher ó07/2012 · MIDRANGE MAGAZIN23


SCHWERPUNKTBranchenlösungeNFinanzsoftware für LogistikunternehmenErfolg auf allen StraßenLogistikunternehmen haben spezielle Anforderungen, vor allem an die Effizienz ihrerFinanz software. So dürfen beispielsweise lange Strecken auf der Autobahn nicht mit langenArbeits wegen gleichgesetzt werden. Daher sind flexible Auswertungen in der Kostenrechnungnötig, die zudem viele Möglichkeiten der Datenbankauswertungen bieten sollen.Im schönen Bad Neustadt an der Saalegründete Hans Geis 1948 ein Fuhrunternehmen.Mit einem einfachen Holzvergaser-Lkwaus Armeebeständen unternahmer für private und gewerblicheKunden Transportleistungen in alle Regionenim Nachkriegsdeutschland.In den fünfziger Jahren erweiterteHans Geis seinen Fuhrpark auf 22 Einheitenund beschäftigte schon ganze35 Mitarbeiter. 1959 wurde die ersteNiederlassung in Nürnberg gegründet,da der größte Teil der Fahrten ohnehindorthin führte, und so wurde der Linienverkehrin Frankens Metropole aufgenommen.Es folgten viele erfolgreiche Jahreund das fränkische Speditionsunternehmenexpandierte u. a. in dieSchweiz, nach Tschechien, in die Slowakei,nach Luxemburg, Polen und nachÖsterreich. Mittlerweile werden mitzirka 950 Lkws rund 480.000 QuadratmeterLogistik- und Umschlagflächevon der Spedition Geis „befahren“. Mitguten 5,12 Millionen erledigten Transportaufträgenund zirka 6,34 MillionenPaketsendungen blickt die SpeditionGeis auf eine lange Geschichte zurückund ist bei weitem noch nicht am Endeder Ausbaustrecke.Die Herausforderung bei derGeis-Gruppe15 Jahre hatte die Geis-Gruppe mit einerSoftware gearbeitet, für die es dannjedoch keine Weiterentwicklung mehrgab. Also begann die Suche nach eineranderen Lösung. Vor allem musste dieSoftware den Konzernanforderungensowie den internationalen Standardsentsprechen. „Landesversionen fürTschechien, die Slowakei, Polen unddie Schweiz waren eine Grundvoraussetzungfür unsere Entscheidung“, soJürgen Hess, Abteilungsleiter Zentralbuchhaltungbei Geis. Die Lösung warschnell gefunden, denn fimox – einekomplett auf Java basierende Anwendungs-Softwareder K+H Software KG– stellte sich gerne diesen Anforderungen.Jeder browserfähigeClient,vom Desktop biszum PDA, wirdvon der Softwareunterstützt. Quelle: K+H Software„Neben den aktuellen, marktüblichenAnforderungen, wie z. B. Mahnenper E‐Mail/Excel-Ausgaben undEinbindung optischer Archive, war esuns wichtig, die Möglichkeit zu haben,eigene Anforderungen, wie z. B.das mandantenübergreifende Buchen,auto matische Kontenabstimmungenund Datenbankanfragen für KoRe-Auswertungen kurzfristig umzusetzen,was uns auch gelungen ist“, erzählt einzufriedener Jürgen Hess.fimox für Speditionen hebt dieEffizienzpotenzialeDie Umstellung der Finanzsoftware ineinem Unternehmen von der Größe derSpedition Geis ist nicht einfach undmuss entsprechend vorbereitet werden.Nach einer kurzen Planungszeit wurdenalle Gesellschaften inklusive derAuslandsgesellschaften in Tschechien,der Slowakei und in Luxemburg auf dieneue Software umgestellt. Das Rechnungswesender K+H ist heute in 39Ländern im Einsatz. Vielfältige Lösungenund Funktionen, die das logistischeTagesgeschäft angenehm gestalten, stehennun neben vielen anderen Kundenauch der Firma Geis zur Verfügung.Dabei sollte man festhalten, dassdie Umstellungen aufgrund der entsprechendenVorbereitungen problemloserfolgten. Arbeitsabläufe der GeisGroup wurden durch fimox schnellanalysiert und den Möglichkeiten angepasst.Es zeichnen sich bereits dieersten Synergien ab.24MIDRANGE MAGAZIN · 07/2012


Doch Logistikunternehmen habenauch spezielle Anforderungen. An ersterStelle steht die Effizienz. Lange Streckenauf der Autobahn sollen schließlichnicht mit langen Arbeitswegengleichgesetzt werden. So wurden dieAuswertungen in der Kostenrechnungflexibler und auch alle Möglichkeitender Datenbankauswertungen sind nungegeben, das war im Vorsystem nur bedingtmöglich.Auch das Forderungsmanagementkonnte weiter verbessert werden, dennnun besteht die Möglichkeit, Mahnungenautomatisch per E‐Mail zu versenden.So erreicht man den Kundendirekt und spart Papier und Zeit. Alsweiterer positiver Effekt konnten dieMahnkosten weiter verringert werden.Zudem arbeitet die Geis Groupmit der IDL KONSIS zusammen, demPartner der K+H Software im Rahmenvon Konsolidierungen und ist glücklichüber die angenehme Kombination ausfimox Rechnungswesen und IDL KON-SIS. Prozessbegleitende Prüfregeln undpermanente Plausibilitätskontrollengeben dem Logistikanbieter weitereSicherheiten an die Hand, verminderndie Compliance-Risiken und erhöhendie Datenqualität.Mehrwert zeigt sich auch in derUnabhängigkeit der SoftwareNach dem Motto: „Gutes bewahren –Bewährtes ergänzen – Neues hinzufügen“war es für uns wichtig, Ideen undAnforderungen, mit denen wir unserebisherige Anwendung auf unsere Bedürfnisseangepasst hatten, auch miteiner neuen Software kombinieren undweiterentwickeln zu können. „Fimoxhatte uns hier die besten Voraussetzungengeboten“, so Jürgen Hess. Wichtigwar dem Unternehmen natürlich auchdie Unabhängigkeit der Software. Jederbrowserfähige Client, vom Desktop biszum PDA, wird unterstützt. ExterneAnwender-CharakteristikaDie Geis-Gruppe mit Stammsitz in Bad Neustadtan der Saale ist heute mit mehr als3.700 Mitarbeitern an 84 eigenen Netz- undLogistikstandorten und einem internationalenPartner- und Kooperationsnetzwerk anden wirtschaftlichen Drehscheiben präsent.Neben Deutschland gibt es eigene Standortein Tschechien, der Slowakei, in Polen, Österreich,der Schweiz und in Luxemburg. Dochsollte auch die Software so wie die schwerenLkws problemlos laufen. Das ist mit derfimox Buchhaltungssoftware aus Germeringmöglich.Mitarbeiter (Außendienst, Niederlassungen)oder externe Partner, wie zumBeispiel die in der Spedition so wichtigenLieferanten, können einen definiertenOnline-Zugriff auf ausgewählteFunktionen erhalten – natürlich abgesichert.„Jetzt haben wir das Gefühl, dasssich was bewegt“, resümiert JürgenHess.Constanze Hüppe ówww.kh-software.deWissen frei Haus alle zwei Wochen neue,technisch tiefgehende Beiträgeerweitern die Wissensdatenbank von Praktikern für Praktiker im Internet und immer verfügbarJetzt bestellen: 6 Ausgaben Schnupper-Abo für 9,90 €www.techknowletter.de07/2012 · MIDRANGE MAGAZINITP VERLAG GmbH ı Kolpingstraße 26 ı 86916 Kaufering ı Tel. +49 8191 9649-0 ı Fax +49 8191 70661 ı www.midrange.de ı service@midrange.de25


SCHWERPUNKTBranchenlösungeNContract-Logistics-Services – Qualität sichern, Kosten senkenSmarter Commerce veredeltLogistikanwendungenImmer komplexere Lieferbeziehungen machen die Integration eines Neukunden in einvorhandenes Vertragsmanagementsystem extrem aufwendig. Angesichts des zunehmendenWettbewerbs stehen Logistikanbieter unter dem Druck, qualitativ hochwertige Dienstefür ihre Kunden schnell umzusetzen. Vor diesem Szenario setzt IBM Smarter Logistics mitpassenden Lösungen an.Heute werden oft für jeden Kundendes Logistikanbieters individuelleLösungs- und IT-Plattformen aufgebaut.Eine flexible und einfach auf die jeweiligenKundenbedürfnisse anpassbareSupply-Chain-Plattform kann hier Zeitund Aufwand sparen, um auf wechselndeKundenanforderungen zeitnahreagieren zu können und um eineschnelle Inbetriebnahme sowie einehohe Qualität der Contract-Logistics-Services sicherzustellen.In kaum einer Branche ist der Wettbewerbso unmittelbar wie in der Logistikbranche– hier sitzen sich die Wettbewerberbuchstäblich im Rückspiegel.Mittlerweile zählt in diesem Umfeldnicht mehr alleine die effiziente Abwicklungvon Transporten. Immer mehrLogistikanbieter nutzen ihre Möglichkeiten,um Unternehmen zusätzlicheDienste anzubieten. Eine interessanteOption hierbei sind Vertragsdienstleistungenfür Hersteller und Händler. Dieseumfassen neben dem Versand derProdukte zu den Kunden z. B. auch dieRücknahme von Altgeräten, die Abwicklungvon Reparaturaufträgen oder dieLieferung von Austauschgeräten. Geradediese komplexeren Supply-Chain-Prozesse der Rücknahme‐, Austausch‐,Reparatur- und Ersatzteil-Logistik werdenbevorzugt an Logistikdienstleisterübergeben.Logistikunternehmen sind im Gegensatzzu den Händlern für diese Aufgabenweit besser positioniert, da es zuihren Kernkompetenzen gehört, Logistikprozesseund -Abwicklungen effizientund kostengünstig zu erledigen,z. B. indem sie Aufträge und Transporteaus mehreren Quellen und Lagerortenmiteinander kombinieren.Komplexität der Aufgabenstellungnimmt zuDoch wachsen auch für die Logistikunternehmendabei ständig die Herausforderungen:Die Komplexität derKundenanforderungen nimmt stetig zu.Zugleich müssen die Leistungen immerschneller erbracht werden. Und nichtzuletzt steht und fällt die Wirtschaftlichkeitdes Contract-Logistik-Servicesmit der Qualität der Abwicklung. In derRegel wünschen die Kunden entsprechendeService-Level-Agreements mitLogistikanbietern, welche die darin beschriebenenKennzahlen durch exzellenteIT-Lösungen erreichen müssen.Ohne leistungsfähige IT-Plattformenund Applikationen wären diese Diensteheute nicht mehr wirtschaftlich zu erbringen.Doch auch bei der Wahl desrichtigen Systems gilt es, einige Aspektezu berücksichtigen:Aufgrund der stetig komplexer werdendenLieferketten wächst auch dieHeterogenität der Schnittstellen zu denverschiedenen Vertragsteilnehmern.Die Folge: Der Aufwand für die Integrationeines neuen Kunden – das Implementierenneuer Contract-Services undAnwendungen – wird immer aufwendiger.Bis zu zwölf Monate kann es beieinem Großkunden dauern, bis dieserwirklich lückenlos mit allen beteiligtenVertragspartnern und Sub-Kontraktorennahtlos in das Supply-Chain-Managementintegriert ist – zu lang fürdie Ansprüche des globalen Zeitalters.Daher sind sowohl für die technischeIntegration als auch für die Lösungender eigentlichen Supply-Chain-Management-Anwendungen standardisierteund zugleich flexibel anpassbarePlattformen erforderlich. Verbundendamit sollte eine entsprechende Projektvorgehensweisesein, die sich nacheinmaligem Aufbau der Plattformennur noch auf die Anpassung und Inbetriebnahmeweiterer Kunden und Servicesbeschränken kann.Harmonisierung der Datenströmebringt VorteileDie technische Integration der Datenströmeund die Anbindungen der beteiligtenKunden und Lieferanten bildendie erforderliche Basis für die Applikationsplattform,welche die eigentlichenGeschäftsprozesse und Abwicklungen26MIDRANGE MAGAZIN · 07/2012


für den Kunden übernimmt. Diesetechnische Integration erfordert einestandardisierte B2B2C-Integrationsplattformoder einen IT-Dienstleister,der diese Services für das Logistikunternehmenübernimmt.Für die technische Integration habenLogistiker zwei Alternativen: Entwedersie lagern die Technologie fürdas Management der Vertragsdienstekomplett aus. Oder sie setzen auf Plattformen,die auf Standards basieren undvon einem Logistiker einfach genutztwerden können und so den Integrationsaufwandmöglichst gering halten.Standardisierte Supply-Chain-LösungsplattformEines der wichtigsten Merkmale einerManagementplattform für Vertragsservicesist deren Flexibilität. Es ist nichtallein damit getan, eine Lieferkettemöglichst schnell aufzusetzen, auchÄnderungen müssen zügig umgesetztwerden können, und zwar am besten,ohne dass der Kunde es merkt, wennein Lieferant unvorhergesehen ausgefallenist. Im Idealfall lassen sich solcheplötzlichen Veränderungen quasi inEchtzeit anpassen. Die entsprechendenServices von IBM z. B. bieten hierEchtzeitsicht auf sämtliche relevantenInformationen in der Supply-Chain sowievolle Kontrolle über die globalenProzesse aller Partner der sogenanntenExtended-Supply-Chain. Die Lösungs-Suitevon IBM basiert auf einerSOA- (Service Oriented Architecture),bietet ein Web-Frontend und stellt demNutzer bereits fertige Referenzprozessezur Verfügung. Auch kann er siedurch grafische Anpassungen sowiedurch Kopieren und Ändern der integriertenBusiness-Process-Engine anseine Bedürfnisse anpassen. Darüberhinaus kann er auch bereits vorhandene,unternehmensspezifische Prozessstrukturenin die Lösung übernehmen.Durch diese Eigenschaften lassen sichdie Projektlaufzeiten bereits wesentlichverkürzen. Zudem können die LogistikprofisProzessänderungen flexibel anpassenund neue Kunden bzw. Anforderungenschneller in Betrieb nehmen.Wächst das Unternehmen, lässt sichdie Lösung flexibel erweitern und nachoben skalieren.Gerade für größere Logistikunternehmenkann es wirtschaftlich sein,wenn sie eine eigene Plattform implementierenund betreiben, in die sieneue Kunden integrieren. Allerdingsgilt auch hier, dass der Aufwand fürdas Aufsetzen und Pflegen des Managementsystemssowie für dessen Bedienungmöglichst minimiert werden sollte.Gleichzeitig sollte die Lösung flexibelsein, um neue Anforderungen zügigumsetzen zu können. Daher empfiehltsich hier die Auswahl einer Plattform,die Standardschnittstellen unterstütztund deren Bedienung vom Fachpersonalauf einfache Art und Weise geleistetwerden kann.Zielgruppe kleine LogistikerGerade für kleinere, wachsende Logistikanbieter,die selbst nur über wenigebzw. rudimentäre Managementsystemeverfügen, kann es durchaus wirtschaftlichersein, die technologische Plattformsowie deren Implementierung und denBetrieb der Applikationen von Dienstleisternbesorgen zu lassen. Diese Servicesbeinhalten nicht nur die Bereitstellungund den Betrieb der technischenPlattform, sondern auch die Anbindungder Lösung an die unterschiedlichenUnternehmen, Dienstleister, Subvertragshändleretc., die in der Lieferketteagieren. Hält man sich vor Augen, dasssie alle unter Umständen verschiedeneERP- und andere Systeme im Einsatzhaben, kann man sich vorstellen, wieaufwendig deren reibungslose Anbindungan die Managementplattform seinkann. Für kleinere Logistikunternehmenmit beschränkten IT-Ressourcenist das nur selten zu leisten. Jürgen Tekautschitz ówww.ibm.comBereitstellung und Betrieb der technischen Plattform, Anbindung der Lösung an die unterschiedlichen Unternehmen, Dienstleister, Subvertragshändleretc., die in der Lieferkette agieren, all diese Heruasforderungen müssen Logistiker stemmen.Quelle: IBM07/2012 · MIDRANGE MAGAZIN27


SCHWERPUNKTBranchenlösungeNTransparentes Supply Chain ManagementAlles wie am SchnürchenWare und Produzenten aus Asien – Lieferanten aus Europa: Für global agierende Unternehmenist ein kluges Lieferkettenmanagement keine betriebswirtschaftliche Zusatzoption,sondern eine Voraussetzung, um Wettbewerbsvorteile zu sichern. Die besondere Herausforderungliegt darin, alle Daten in Echtzeit abrufen zu können, denn nur auf der Grundlageaktuellster Zahlen können auch kurzfristig kluge Entscheidungen getroffen werden.Ein führender Anbieter für Modeschmuck setzt deshalb auf eine Software, mit der dieLieferketten übersichtlich zu steuern sind.Die Bijou Brigitte modische AccessoiresAG entwickelt zweimaljährlich eine neue Schmuckkollektion,wobei der Produktweg vom Herstellerüber den Direktimport unmittelbar biszum Endverbraucher reicht. Für denWeg der Produkte, der sich v.a. vonAsien bis zum deutschen Hauptsitzin Hamburg erstreckt, wünschte mansich mehr Überblick und Transparenz.„Wir konnten mit unserem Warenwirtschaftssystemnicht genau sehen, wanndie Ware fertig produziert ist und beiuns ankommt“, erklärt Sandra Bielefeldt,Leiterin Im- und Export bei BijouBrigitte. „Unser Ziel war es, mehrTransparenz in die Lieferkette zu bringen.“Schließlich fiel die EntscheidungDie AufgabenstellungDie Bijou Brigitte modische Accessoires AGbietet neben Modeschmuck auch Echtsilberundhochwertigen Exklusivschmuck für Erwachseneund für Kinder an. Ergänzt wird dasSortiment durch die Edelstein- und Bernsteinkollektionsowie das Mineralien- und Fossiliensortiment.Außerdem werden Accessoires– wie Uhren, Taschen und Gürtel – verkauft.Das Bijou-Brigitte-Sortiment umfasst insgesamtetwa 9.000 Artikel. Als Anbieter in ganzEuropa betreibt der Konzern ein Filialnetz mitüber 1.150 Geschäften im In- und Ausland.Zweimal jährlich wird eine neue Schmuckkollektionentwickelt und angeboten, wobei derProduktweg vom Hersteller über den Direktimportunmittelbar bis zum Endverbraucherreicht.für die Lösung doTrackr des HerstellersSatzmedia GmbH aus Hamburg.„doTrackr ist ein schlankes Programmund deckt genau die Funktionen ab, diewir gesucht haben“, berichtet SandraBiele feldt. Mit dem Tool werden seit derEinführung im August 2011 alle Abläufedes Importprozesses abgebildet. Dieeinzelnen Produktionsschritte könnenverfolgt werden, da alle Dokumenteauf einer Oberfläche zusammenlaufen.Eine wichtige Anforderung an das Programmwar auch die Möglichkeit fürLieferanten, direkt im Programm Packlistenzu erstellen. „Dank des doTrackrhaben wir jetzt ein Frühwarnsystem,was die Lieferterminverfolgung betrifft“,erklärt die Leiterin für Im- undExport. „Dadurch werden gleichzeitigdie Lieferanten diszipliniert.“Die internetbasierte Anwendungvon Satzmedia ist durch ihren generischenAnsatz branchenübergreifendeinsetzbar und liefert Informationenvon allen Stationen der Lieferkette.Dazu gehören z.B. auch der Status derBestellung im Herstellungsprozess, dasVersanddatum beim Hersteller sowiedas Verladedatum mit LKW- oder Containernummern.Zudem verschaffenTrackingmöglichkeit und Mailreportsden für die Planung nötigen Überblick– für verzögerte oder erledigte Aufträge.Als Administrator kann der Nutzerbestimmen, wer welche Informationenabrufen und eingeben kann. Nebender Hamburger Zentrale wird doTrackrauch in einer Tochtergesellschaft inHongkong eingesetzt. Dazu wurde dieLeiterin aus Asien eine Woche in Hamburgin das System eingeführt. DieOberflächen lassen sich an die Sprachedes Benutzers anpassen, so dass dieseLösung auch international einsetzbarist. Ebenso wie bei den Mitarbeiternin Hamburg verlief die Einführung inHonkong nahezu problemlos: „Die Bedienungdes Programms ist nahezuselbsterklärend, und durch eine relativlange Testphase haben wir eine hoheAkzeptanz bei den Usern schaffenkönnen,“so Sandra Bielefeldt.Mit doTrackr können die Produzentenstets alle Daten über den Produktionsfortschrittaktualisieren. Alle Informationender Supply Chain könnenindividuell als Report zusammengestelltwerden; die detaillierten Auswertungsmöglichkeitenzeigen Optimierungsmöglichkeitenfür das Managementauf. Demnächst werden noch dieLieferanten in das System eingebundenund somit die Warenströme aus Fernostkomplett abgebildet. Auch die Verknüpfungmit dem Wareneingang ist geplant,womit die Kette dann geschlossenbzw. alle Glieder zuverlässig verbundenwären.Christian Satz ówww.satzmedia.de28MIDRANGE MAGAZIN · 07/2012


Verschlusshersteller macht Lagerlogistik transparenterImmer den passenden DeckelGlobale Absatzmärkte, Produktionsstandorte in mehreren Ländern, weltweite Liefernetze:das sind Herausforderungen für jedes Unternehmen – und besonders für Logistiker. Hierbeiist es wichtig, den Überblick darüber zu behalten, wo sich welche Ware befindet, von wosie herkommt, wo sie hin soll oder wie viel von der Ware noch vorrätig ist – und das allesin Echtzeit. In Lagern internationaler Konzerne mit umfangreichem Warenvolumen ist diesohne die passende Software-Unterstützung – wie etwa durch Warehouse ManagementSysteme – nicht möglich.Warehouse Management (WM)Systeme bieten den Logistikerndie geforderten Lösungen, die sich umpassende Tools erweitern lassen, umdie spezifischen Anforderungen einesUnternehmens zu erfüllen. So stellensie eine Ergänzung dar, die sich im Alltagsgeschäftbezahlt macht. Ein führenderHersteller von Vakuumverschlüssenhat sich deshalb für ein Lagerverwaltungssystementschieden, das mehrTransparenz in die Prozesse bringt.Silgan White Cap Europe ist Teil derSilgan Holdings und bietet Lösungenfür die Lebensmittel- und Getränkeindustriean. In 14 Produktionsstättenwerden Metall‐, Kunststoff- und Verbund-Vakuumverschlüssefür Behälteraus Glas und Kunststoff hergestellt.Milliardenfach sind der Twist-Off® undPT-Metallverschluss sowie die Plasti-Twist® aus Kunststoff im Einsatz. Fürdie Steuerung der Logistik nutzt manbei Silgan SAP, wünschte sich aber fürdie Lagerverwaltung eine Lösung, dieInformationen zu allen Abläufen nochdetaillierter darstellt. „Wir wollten dieTransparenz erhöhen, um den Suchaufwandfür das System zu minimieren“,erklärt Thomas Borzyszkowski, DirectorInformation Services bei SilganWhite Cap Europe. „Außerdem wolltenwir den Anforderungen unserer Kundengerecht werden, wozu z.B. die Bereitstellungvon Packlisten gehört.“Über eine Ausschreibung suchteman nach einem Implementierungspartnerzur Einführung einesWarehouse Management-Systems undeiner mobilen Datenerfassung, die aufgrundder verschiedenen Produktionsstättenbei Silgan auch internationaleinsetzbar sein sollte. Man entschiedsich schließlich für die Klumpp InformatikGmbH aus Stuttgart. „Die praxisorientiertenLösungen von Klumppim Umfeld von SAP WM passten genauzu unseren Anforderungen – und auchpreislich hat die Lösung überzeugt“,erläutert Borzyszkowski. Im Herbst2010 wurde die SAP-Erweiterung dannzunächst am europäischen Hauptsitz inHannover implementiert, Anfang 2011folgte die Einführung am polnischenStandort in Niepolomice. Im Frühjahrfolgten schließlich die Produktionsstättenin Italien und Spanien. Die Einführungverlief problemlos – u. a. auch deshalb,weil der Projektleiter von Klumppan jedem Standort persönlich erschienund für die Anpassung der Prozesse andie jeweilige Lagerstruktur sorgte.Mit der Transport- und StaplerleitfunktionIST – basierend auf der NetweaverKomponente der SAP – ist dieDatenerfassung direkt im Lager möglich.Über Barcodes und mobile Datenterminals(PDA) werden die Informationenvon der Palette oder den Lagerplatzohne Umwege in SAP übertragen; siestehen dort zur Vorgangsbearbeitungzur Verfügung. Durch die Möglichkeitder kurzfristigen Einflussnahme könnenArbeitsabläufe flexibel gesteuertwerden; auch für die Einsatzplanungvon Staplerfahrzeugen stehen alle Informationenin Echtzeit zur Verfügung.Bei Silgan weiß man nun genau, wowelche Palette steht. Das Material wirdjetzt strategisch eingelagert, wodurchdie Auslagerung wesentlich schnellervonstatten geht. Zudem waren die Beständevorher nur in Summen erfasst.Dank der neuen Lösung weiß man nungenau, wo und wie viel von welcherWare vorhanden ist. „Der Suchaufwandhat sich deutlich verringert“, sagte Borzyszkowski.„Inventurdifferenzen gibtes praktisch nicht mehr.“Andreas Grothe ówww.klumpp.de07/2012 · MIDRANGE MAGAZIN29


SCHWERPUNKTZukunft IBM PowerPower-AIX dominiert den Markt der Unix-ServerTechnology Refeshes garantierenAktualität der SystemeEine rosige Zukunft verspricht IBM für seine Power-Architektur. Der Einsatz in vielenBereichen sichert die Weiterentwicklung der Prozessorfamilie. Server im Unix-AIX-Bereichund das System i erfreuen sich weltweit einer hohen Akzeptanz.Die Power-Architektur ist für IBMein lukratives Geschäft, denn dieProzessoren dieser Baureihe habenEinzug in vielen elektronischen Gerätengefunden. Neben den klassischenEinsatzbereichen in Servern, Bladeservernund Storage-Systemen oderSupercomputern kommen weitere Einsatzsegmentedazu: Auch in digitalenFernsehkonsolen, in Routern, PDAs, inSpielekonsolen oder auch im Automobil– all diese zusätzlichen Felder tragendazu bei, dass die Investitionen – bisherigewie auch die künftigen – sichersind, und IBM eine Weiterentwicklunggemäß der vorgezeichneten Power-Roadmap garantiert.Hohe Akzeptanz von Power7Derzeit aktuell sind in dieser Architekturdie Generation Power7. Dabei werdenals Betriebssysteme AIX, Systemi und Linux unterstützt. Vor allem imUnix-Serverbereich erfreut sich dieAIX-Version auf Power-Prozessoren einerhohen Beliebtheit. Laut IDC beträgtder Marktanteil mittlerweile 50 Prozent,Tendenz steigend. Dabei handeltes sich um einen harten Verdrängungswettbewerb.Daher sind viele Migrationenvon HP- und Sun-Unix-Servern aufdie Power-AIX-Schiene erfolgt.Beim System i gibt es seitens IBM eineklare Aussage: Dieses System bleibtim Fokus. Als generelle Vorteile geltendie hohe Integration der Hardware mitBetriebssystem und den Applikationensowie der Datenbank. Was den Marktin Deutschland angeht, verzeichnet dieIBM kein richtiges Wachstum, aber dieinstallierte Basis bleibt stabil. Wachstumsmärktefür das System i sind die„fast growing markets“, sprich Länderwie die BRIC-Staaten.Die Marktforscher von IDC habenfür die nächsten drei Jahre die Kernherausforderungenbenannt: Sie konzentrierensich vor allem auf drei Bereiche:ó Datenwachstum versechsfacht sich.ó Anzahl der virtuellen Maschinen(VMs) und die der Anwender verdoppelnsich.ó Anzahl der Geräte verdreifacht sich.Für diese Herausforderungen gibtes laut IBM mehrere Antworten – darunterauch das Konzept der Pure Systems(siehe Beitrag ab Seite 32). EndeApril 2012 wurde Technology Refresh 4DieTechnologyRefresh-Historie fürdas System i Quelle: IBM(TR 4) für das System i angekündigt.Dabei sind einige funktionale Erweiterungendazu gekommen. So ist nun einVerschieben von laufenden Workloadsvon einer Maschine zu einer anderenmachbar. Diese Art der „Live PartitionMobility“ ist der nächste Schritt hin zueiner Cloud Umgebung. Im Bereich derDatenbank DB2 für i wurde die Leistungverbessert und zusätzliche Sicherheitsvorkehrungenins Spiel gebracht.Dabei stehen dem Anwender mehrÜberwachungsmöglichkeiten sowie einError Monitoring zur Verfügung. Im Bereichder Hochverfügbarkeit bietet diePowerHA für IBM i nun auch die Unterstützungfür das IBM Storage SystemStorwize V7000 und den SAN VolumeController (SVC)Eine weitere Optimierung bringendie IBM i Workload Groups. Sie erlaubenSoftwareprodukte als „less thencapacity” zu lizensieren. Dabei kannman die Anzahl der Cores vorgeben,die von einer speziellen Applikationin einem einzelnen System, einer Partitionoder einem Subsystem genutztwerden. Dann kann man die Applikationen– zumindest die Angebote ausIBMs Softwaresparte – gemäß diesen„Core-Vorgaben“ lizenzieren und somitdie Kosten reduzieren.Rainer Huttenloher óDieser Beitrag basiert auf einem IBM-Vortrag imRahmen des IT Power Kongresses in München, 9. und10. Mai 2012.30MIDRANGE MAGAZIN · 07/2012


ANZEIGEBeweggründe für diePRIVATE CLOUD bei PROFIMit der wachsenden Integration von Geschäftsprozessenwerden IT-Strukturen in Unternehmen immer komplexer.Unterschiedliche Cloud-Plattformen bieten einenguten Lösungsansatz und eröffnen neue Geschäftsmöglichkeiten.Die PROFI AG unterstützt ihre Kunden beimAufbau und der Integration von Private- sowie Hybrid-Cloud-Lösungen. Die Integration einer solchen Cloud-Lösung versetzt den Kunden beispielsweise in die Lage,schneller auf Marktanforderungen zu reagieren oderdas eigne RZ im Bedarfsfall um externe Rechen- beziehungsweiseSpeicher-Kapazitäten zuerweitern.Die PROFI AG hat von der ersten Stundeden Wechsel vom klassischen System-Integrator zum Cloud-Integrator vollzogen.Ein eigener Geschäftsbereichfür Software-Lösungen und ein wachsendesThemenportfolio im Bereichder Managed Services zeigen PROFIsKompetenz bei der Entwicklung vonkundenspezifischen Cloud-Lösungen.„Grundsätzlich raten wir Unternehmen,das eigene Rechenzentrum in den StatusCloudReady zu versetzen, um möglichstschnell von den vielen Vorzügender Clouds wie Skalierbarkeit, Elastizitätund Self Services auch im eigenen Rechenzentrum,partizipieren zu können. Eine Private Cloud bietet einbedeutendes Mehrwertpotenzial für das eigene Unternehmen,ohne den Preis der ungewissen Daten- und Anwendungskontrollezahlen zu müssen“, erklärt ChristianHantrop, Senior Consultant für Infrastrukturlösungen beider PROFI AG.Mit der Zielsetzung, eine eigene private Cloud im Unternehmenzu realisieren, können Kunden viele Vorteile unverzüglichnutzen und schonen langfristig ihre IT-Budgets.PROFI unterstützt von Beginn an mit Expertenwissen rundum Cloud-Architektur, Aufbau und Einführung. Bereitstellungskostenund Betriebskosten für die eigne IT-Infrastrukturreduzieren sich merklich bei einer Projekt-Umsetzungmit PROFI. „Die Vorteile einer Cloud sind schnelle Reaktionenauf Kunden- und Marktanforderungen und einfachesowie sichere Einbindung von Geschäftspartnern. Hinzukommt, dass so viele Ressourcen wie benötigt von externenRZ-Anbietern hinzugezogen werden können. Damitbleiben Unternehmen flexibel. Gezahlt wird dann auchnur, was effektiv genutzt wird“, erläutert Hantrop.Projekt: Test- und Demo-CloudIm Rahmen eines internen Projektes arbeitete PROFI sichin Private-Cloud-Produkte der führenden Anbieter ein.Beweggründe für die Private Cloud bei PROFI bildetendie Reduzierung der Bereitstellungskosten für Demoszenarien,eine umkomplizierte Einbindung externer Rechen-Ressourcen sowie eine einfache und sichere Einbindungvon Geschäftspartnern und die Reduzierung der Betriebskostenfür Test- & Demoumgebung.Zielsetzung des Projektes war es, dieinterne Test- und Demoumgebung derPROFI zu modernisieren, um sich hierdurchentscheidende Marktvorteile zusichern, und zusätzlich tiefes Know-howim Produktportfolio der Privat-Cloud-Keyplayer aufzubauen. Hierzu gehörenVMware, Microsoft, IBM und Citrix. Dieentscheidenden Private-Cloud-Kriterienwie Skalierbarkeit, Elastizität, nutzungsabhängigeAbrechnung, Selbstbedienungund Mandantenfähigkeit wurdenvon PROFI auf den Prüfstand gestelltund bewertet. Durch die in diesem Projektgewonnenen Erkenntnisse, kombiniertmit dem reichhaltigen Erfahrungsschatzim RZ-Umfeld, erweitert PROFIKompetenzen in den Bereichen PRIVAT-HYBRID-Cloud-Computing sowie in der Bereitstellung von Infrastructureas a Service und Plattformen.Private-Cloud-Erfahrungen kompaktDie Komplexität der IT-Infrastruktur verschiebt sich vomKonsumenten zum Experten und komplexe Tasks werdenin Summe seltener. Auch die Standardisierung vereinfachtsich. Es sind diverse Skills zum Aufbau von Cloud-Lösungennötig. Die Cloud ist keine Neuerfindung der Datacenter-Technologien,sondern die logische und konsequenteWeiterentwicklung der mit Virtualisierung einhergehendenMöglichkeiten.www.profi-ag.de


SCHWERPUNKTZukunft IBM PowerPower Linux und Pure Systems runden das Angebot abDie Zukunft bietet mehr alsnur System iAktivitäten im Linux-Umfeld und vorintegrierte Systemumgebungen in Form der „PureSystems“ sollen für neue Anwender der Power-basierten Systeme neben dem System isorgen. Doch eine Kannibalisierung bei seinen Serverfamilien will die IBM vermeiden.Nach wie vor stehen im IT-Bereichdie Kosten unter scharfer Beobachtung:Dabei verursachen, so IDC,das Management der Systeme und dieAdministration generell den größtenAufwand. Faktoren wie der Energiebedarfoder die Kühlung im Rechenzentrumgelten dagegen weitgehendals ausgereizt. Die Antwort auf dieseHerausforderungen gibt IBM mit seinenKonzept Pure Systems – das zumeinen für die x86-Prozessorarchitekturals auch auf die Power-Schiene passt.Dabei werden die einzelnen Komponenten,wie Server, Storage, Netzwerk,Virtualisierung und die Management-Software, zu einem integrierten System(auf der Basis der Power- und derx86-Architektur) zusammengefügt. EinKomplettsystem das von Experten entwickeltwurde – IBM bezeichnet es als„Expert Integrated Systems“.Generell sind dabei zwei Variantenzu unterscheiden: Zum einen das „IBMPure Flex System“ – es handelt sich dabeium eine voll integrierte und offeneInfrastruktur mit einem „single paneof glass”-System-Management. Dabeiwird die Integration von Infrastruktur,Security und Software vorangetrieben.Zum anderen ist noch das „IBM PureApplication System“ zu nennen. SeineVorteile sind laut IBM die optimalenBereitstellung von Applikationen sowieein effizientes und schnelles Betreibendieser Anwendungen. Insgesamt habeAuf zwei Pfeilernberuht dasKonzept derPure SystemsQuelle: IBMdie IBM mehr als zwei Milliarden Dollaran Entwicklungsinvestitionen indiese Architektur gesteckt.Auf den ersten Blick erscheint mitden Pure Systems (bestehend aus demPure Flex und dem Pure AppicationSystem) das Erfolgskonzept der ehemaligenAS400 erweitert, denn es handeltsich um eine Integration der Systemein den Bereich des Netzwerks und dieMiddleware sowie das Management.Speziell beim Pure ApplicationSystem hat die IBM mit unabhängigenSoftwareherstellern zusammengearbeitet,um schnell einsetzbare Lösungenauf diesen Plattformen bereitzustellen.Laut IBM soll aufgrund der weitgehendenVorkonfiguration ein System, binnenweniger Stunden im Rechenzentrummit den Applikationen live gehen.Im Bereich der Systemverwaltungkommt bei den Pure Systems allesaus einem Guss: ein einheitliches unddurchgängiges System-Managementkümmert sich um alle Infrastrukturkomponenten,inklusive der Virtualisierungsschicht.Damit verspricht IBMden Anwendern eine Reduzierung derBetriebsausgaben, eine schnellere Bereitstellungvon IT-Infrastruktur-Ressourcensowie eine schnellere Betriebsbereitschaft.Im Bereich der Automatisierungvon IT-Aufgaben punkten die Pure Systemsdurch ein unterbrechungsfreiesUpdate-Management, die dynamische32MIDRANGE MAGAZIN · 07/2012


Leontura, iStockphoto.comTech ForumStrukturierte Verkabelungund Vernetzung inIT und IndustrieSponsorenStuttgart,17./18. Juli 2012Wege zur einheitlichen Netzwerktechnik in IT und Produktion/AutomationIm IT-Umfeld sind Ethernet und TCP/IP längst Standard, und auch die Netzwerke in der Produktion/Automationsetzen immer häufi ger auf diese Technik: Die Vorteile eines vereinheitlichten Netzes sind zu groß, als dasssich Unternehmen länger proprietäre Lösungen leisten wollten. Dennoch gibt es auf beiden Seiten offenbar nurschwer zu beseitigende Vorurteile, etwa das vermeintliche Echtzeitproblem oder der angeblich geringe Bandbreitenbedarfin der Produktion. Die Wirklichkeit zeigt jedoch, dass der Nutzen eines einheitlichen Netzes enorm istund die damit einhergehenden Herausforderungen durchaus lösbar.Für alle beteiligten Abteilungen in den Unternehmen gilt es, nicht nur die eigene Position zu defi nieren und kommunizierenzu können, sondern auch einen Einblick in die Erfordernisse des jeweiligen Gegenparts zu haben.Dies betrifft Technik, strategische Aufstellung aller Beteiligten und ein fundiertes Wissen zu allen Schnittstellen.Fakt ist: Viele IT-Spezialisten benötigen möglichst schnell zumindest Grundkenntnisse über die Details der Industrievernetzungund ausführliches Know-how zu allen Berührungspunkten.Das LANline Tech Forum „Strukturierte Verkabelung und Vernetzung in IT und Industrie“ beleuchtet diese Thematikvor allem aus Sicht der IT-Experten, die sich aktuell oder künftig mit der Anbindung einer Industrievernetzungauseinandersetzen. Zu den Schwerpunkten gehören normative Grundlagen, aktuelle Entwicklungen in derIT- und Produktionsvernetzung, Wissen über eingesetzte Hardware und Topologien sowie die enorm wichtigenSecurity-Aspekte. Im Vordergrund des Tech Forums stehen dabei stets leicht auf die Praxis zu übertragendeKonzepte, die von hochrangigen Experten vermittelt werden.www.lanline-events.deDie Teilnahme am Tech Forum „Strukturierte Verkabelung und Vernetzung in IT und Industrie“ kostet regulär240,– Euro zzgl. MwSt. bzw. 190,– Euro zzgl. MwSt. für Abonnenten der LANline. Im Preis enthalten sind:Kaffeepausen, Lunchbuffet, Veranstaltungsunterlagen sowie der Download der Vorträge aus dem Internet.Ihre Ansprechpartnerin: Kati Landauer, Telefon: +49 89 4520572-11, E-Mail: kati.landauer@lanline.deEine Veranstaltung vonLANline//Eventswww.lanline-events.de


SCHWERPUNKTZukunft IBM PowerSkalierung virtueller Workloads, diemaximale Ausnutzung der physikalischenRessourcen sowie durch ein unmittelbaresDeployment von Geschäftsanwendungen(durch den Einsatz vonExpertenwissen, das sich in den Imagesoder Application Patterns zeigt, dieauch von unabhängigen Softwareher-InterviewErwartungen der Systempartneran Power LinuxEinen ersten Kommentar zum Power Linux-Vorstoß der IBM gibt Manfred Lackner, VorstandPROFI Engineering Systems AG demMidrange Magazin (MM). Das Unternehmenhat als zertifizierter IBM-Partner bereits Erfahrungenmit dem früheren Open-Power-Vorstoß der IBM gemacht.Den Partnern fällt eine wichtige Rolle zu,wenn Power Linux zum Erfolg werden soll.MM: Eine weitere Neuerung hat IBM mit denAnkündigungen zu Linux-Power vorgestellt.Wie sieht hier ihre Erwartungshaltung aus?Lackner: Hatten viel Herzblut in die ersteOpen-Power-Generation gesteckt. Damals habenwir in einem schönen Projekt mit einemOpen-Power-System 10 bis 15 Intel-basierteServer abgelöst. Das war damals eine sehrleistungsfähige Lösung. Leider ging dann derFokus bei IBM für Open Power verloren. Dochim Infrastrukturbereich ist heute der Zug inRichtung Linux massiv ausgeprägt. Hier kannsich ein toller Markt entwickeln.MM: Warum reichen Intel-oder AMD-basierteServer nicht aus?Lackner: Die Performance und die Systemverfügbarkeitvon Power-Maschinen ist klarbesser als bei x86-Servern. Wichtig ist, dassIBM das Engagement nicht reduziert, sonderndas Konzept massiv in den Markt treibt.MM: Wie Powerlinux in einem Pure System?Lackner: Ich sehe Powerlinux eher als dedizierteMaschine. Das Konzept Pure Flexunterstützt auch Linux – aber das dann eher,wenn man Webserver in hoher Zahl betreibenmuss und das auf einem Opensource-Stackmachen will.Quelle: Profi Engineering Systemsstellern mit eingebracht werden). Undfalls etwas nicht recht funktioniert,gibt es bei den Pure Systems nur einenzentralen Ansprechpartner für alle Servicefälle,unabhängig von der Fehlerursache.Wer Ähnlichkeiten zwischendem Konzept der Pure Systems miteinem System i erkennt, der muss umdenken.Denn das Konzept einer ehemaligenAS 400 bezieht sich nur aufein System, das dann aber noch höhereintegriert ist – Hardware, Betriebssystem,Datenbank und Applikation sinddabei noch enger verzahnt. Beim „PureFlex System“ handelt es sich um einenintegrierten Ansatz, den die IBM nunneu verfolgt. Das ähnelt zwar der Strategie,die bereits bei der AS 400 verfolgtwurde. Aber eine AS400 ist nochintegrierter, weil die Datenbank bereitsmit enthalten ist. Das ist bei „Pure FlexSystemnicht gegeben.Anwendungen lassen sich zumBeispiel auf einem „Pure Flex Systemnicht nur von DVD – also traditionell –installieren, sondern auch von einemvorgefertigten Image. Dort ist vom Prinzipher bereits alles vorkonfiguriert:Man muss beim Betriebssystem keineVorkonfiguration mehr ausführen, esreicht der Einsatz des Image (Applikationplus Betriebssystem) darunter– ganz ähnlich wie bei einer virtuellenMaschine (VM). Das entspricht einemvorgefertigten Betriebssystem plus daraufabgestimmter Applikation – unddas wird dann auf das System gespielt– nicht mehr einen übliche Installation,sondern eher ein Start einer VM. Anzugebensind dann nur mehr wenige Parameter,die sich nicht vorab angebenlassen – etwa der Name des Systemsund die IP-Adresse.Was aber noch gemacht werdenmuss ist das Customizing der betreffendenApplikation. Insgesamt wirddie Phase der Erstinstallation obsolet:Installieren von Betriebssystem undAnwendung sowie der Test ob das zusammenalles funktioniert. Auch dieBereiche Virtualisierung und Managementsind bei Pure Flex noch mit abgedeckt– insgesamt lässt sich allesin einem „Pure Flex System“ von derManagement-Einheit verwalten.Wer weiterhin Hardware und Betriebssystemin einer Instanz betreibt,der kann von einem „Pure Flex Systemnicht sonderlich profitieren – etwawenn ein Unternehmen bereits einePower 720 besitzt, mit vier Cores unddem Betriebssystem i darauf und keineVirtualisierung nutzt, wird von einem„Pure Flex Systemnicht profitieren.Wer dagegen die Vorteile von Konsolidierungund Virtualisierung nutzenmöchte, wer mehrere Instanzenvon Systemen betreibt und womöglichsogar eine Mischung aus IBM i, x86-Servern und Linux-Rechnern in seinerIT-Umgebung bereitstellen muss, derkann aus dem neuen Konzept Vorteileziehen. Weitere Einsatzfelder betreffendas Verbinden der gemischten Systemweltenmit einem zentralen Storageoder das Verwalten der Systeme überein zentrales Management. Auch werheute über den Einsatz eines Bladecenternachdenkt, der sollte sich künftigan „Pure Flex System“ orientieren.„Wer heutzutage auf der x86/x64-Architektur Linux einsetzt, der hat biszu neun Hersteller involviert, bis dasGesamtsystem steht – mit der entsprechendenKompatibilitätsproblematik.“Diese Aussage stammt von IBM – dazuverweist das Unternehmen auf dievielen Bereiche, die zusammenspielenmüssen: Hardware Server, Storage, Hypervisor,Filesystem, Betriebssystem,Anwendung – alles muss passen. Beimneu vorgestellten Power Linux kommtdagegen vieles aus einer Hand. AlsLinux-Servervarianten unterstützt IBMdabei nur Red Hat oder Suse. AndereLinuxe – wie zum Beispiel Ubuntu –sollen auch laufen doch diese Versionenwerden von IBM nicht unterstützt.Zudem laufen die Betriebssysteme AIXoder i OS darauf nicht, das bekommtman nicht installiert.Rainer Huttenloher ó34MIDRANGE MAGAZIN · 07/2012


Power i-Workshops in WienAnkündigungPower VM: Erstellung undNutzung virtueller i-SystemeWie Sie Ihre IBM Power System i noch wirtschaftlichernutzen könnenDurch Virtualisierung kann eine Hardware zur gleichen Zeit durchmehrere Instanzen genutzt werden. Gerade die spezifische Architekturund die außergewöhnliche Leistung der Power Prozessorenin den IBM Midrange Servern ermöglicht durch Virtualisierung dieKosten Ihrer IT risikolos zu senken, ohne Einbußen in Performance,Skalierbarkeit oder Zuverlässigkeit.Aus dem Inhalt:• Konfiguration des Host unter IBM i• Partitionskonfiguration für den i-Client• Erstellung virtueller Ressourcen• Installation des i-Clients• Backup und Restore• Administration der i-Clients» Montag, 17. September 2012 ı Workshop-Nr. 5352207Was ist eigentlich IBMWebQuery?Query/400 abgekündigt: Was leistet der Nachfolgerund wie funktioniert er?Nachdem IBM den beliebten Query/400 abgekündigt hat, suchenviele ein geeignetes Nachfolgeprodukt. IBM WebQuery läuft nativeauf Ihrer Power i, greift schnörkellos auf Datenbanken zu und zaubertzeitgemäße Auswertungen. Darüber hinaus können die bewährtenAbfragen übernommen werden. Wer komplexe Business Intelligencebenötigt, wird wohl kaum durch den IBM WebQuery limitiert.Aus dem Inhalt:• Übersicht über Web Query• Installation und Administration• Einstieg in die Bedienung• Der Report Assistant• Der Diagramm Assistant• Neu: Info AssistAuch inStuttgart am 23. OktoberFulda am 24. OktoberAuch inMünchen am 9. OktoberKöln am 10. Oktober» Mittwoch, 19. September 2012 ı Workshop-Nr. 5972207FortgeschritteneSQL-TechnikenSo überlassen Sie der Datenbank viel Schreibarbeitund sparen ZeitDie DB2 in Ihrem System i ist prädestiniert für SQL. Dieser Workshopzeigt Ihnen, wie Sie durch den Einsatz fortschrittlicher Technikendie Performance Ihrer Abfragen erhöhen und, gerade beikomplexeren Aufgabenstellungen, richtig viel Ihrer wertvollen Zeitsparen können.Aus dem Inhalt:• Gruppenbildung und Super Groups• Common Table Expressions (CTE)• Anwendung von Built-in Function• Anwendung von User Defined Function• Vertikale und horizontale Verknüpfungen• Unterabfragen• RekursionenAuch inMünchen am 6. NovemberKöln am 7. November» Dienstag, 18. September 2012 ı Workshop-Nr. 5902207RPG Programme für grafischeClients entwickelnSo erweitern Sie Ihr Wissen für zeit gemäße AnwendungsoberflächenRPG ist moderner und leistungsfähiger als geglaubt. Mit RPG kannman heute die Voraussetzungen schaffen, um ohne Umwege grafischeClients aufzusetzen. Wie das geht, erleben Sie im nachfolgendbeschriebenen Workshop.Aus dem Inhalt:• Ereignissteuerung vs. prozedurale Programme• Stateless und StatefulConversations• Transaktionssteuerung• Parameterübergaben und Error-Handling• RPG-Programme als SOAP-Service• RPG-Programme als HTTP-Service• RPG-Programme als CGI-Programme• Die HTTP-API vs. Anwendung von CGIDEV2» Donnerstag, 20. September 2012 ı Workshop-Nr. 5922207Bestellung per Fax +49 8191 70661im Web: www.midrange-academy.comFirmaNameStraßePLZ, OrtTelefonDatum1. UnterschriftE-Mail-AdresseFax1. Teilnehmer Name Workshop-NummerE-Mail-Adresse2. Teilnehmer Name Workshop-NummerE-Mail-Adresse2207220722073. Teilnehmer Name Workshop-NummerE-Mail-AdresseTeilnahmegebühren– pro Teilnehmer: 599,– €– zwei Teilnehmer: je 549,– €– drei und mehr Teilnehmer: je 499,– €Frühbucherrabatt bei Anmeldungbis zu vier Wochen vor der Veranstaltung: 50,– €Abonnentenrabatt (MIDRANGE MAGAZINoder TechKnowLetter): 5 %Den Preisen ist die gesetzliche Mehrwertsteuer hinzuzurechnen. Die Teilnahmegebührenthält die Verpflegung tagsüber inkl. Mittagsessen und Pausenerfrischungen.Sie erhalten nach Eingang Ihrer Buchung die Anmeldebestätigung/Rechnungmit Angaben über Termine und Veranstaltungsort. Ausgabeder Unterlagen ab 8.30 Uhr, Veranstaltungsbeginn um 9.30 Uhr. Änderungenvorbehalten.ITP VERLAG GmbH ı Kolpingstraße 26 ı 86916 Kaufering ı Tel. +49 8191 9649-0 ı Fax +49 8191 70661 ı www.midrange.de ı service@midrange.de


TECHNIK & INTEGRATIONRelease 6.1 – iNavigator DatabaseHealth CenterJe vielfältiger und vielschichtiger die Datenbankenobjekte werden, desto wichtiger ist es,den Überblick nicht zu verlieren. Aus diesem Grund wurde bereits in Release V5R4 dasHealth Center in den iSeries Navigator Database integriert. Das Health Center bietet einenÜberblick über die vorhandenen Datenbankenobjekte, zeigt kritische Objekte an und gibteinen Ausblick auf die SQL-Aktivitäten. Wie das Health Center aufgerufen wird und welcheFunktionalität es bietet, wird im folgenden Artikel beschrieben.Das Health Center ist im iNavigatorDatabase hinterlegt. Unter „Datenbanken“sollte auf die gewünschte Datenbankpositioniert und das „HealthCenter“ mit einem Rechtsklick ausgewähltwerden (Bild 1). Je nach Größeder Datenbank bzw. nach Anzahl derDatenbankenobjekte kann die Aktualisierungder Health Center-Dateneinige Zeit in Anspruch nehmen. Ausdiesem Grund wird eine entsprechendeWarnung ausgegeben: Sobald dieDaten gesammelt wurden, erhält manzunächst einen Überblick über dieDatenbankenobjekte. Der Überblick(Overview) ist nur eine von mehrerenKategorien, in die die Daten aufgeteiltwerden.KategorienDie Daten des Health Center werden infolgende Kategorien (Bild 2) unterteilt:Overview: Überblick über die vorhandenenDatenbankenobjekte; Einführungin Release V5R4Environmental Limits: Gibt einenÜberblick über die Jobs, die aktuell vonden meisten SQL-Ressourcen verwendetwerden; Einführung in Release 6.1Activity: Gibt einen Überblick überSQL-Aktivitäten – z. B. Anzahl der Insertsbzw. der logischen Lesezugriffeoder Anzahl der Verwendungen; Einführungin Release 6.1Size Limits: Listet diejenigen Objekteauf, die den vorgegebenen Limitsam nächsten kommen; Einführung inRelease V5R4Design Limits: Listet die Anzahlder Spalten, Zeilenlängen, Trigger sowieähnliche Designinformationen auf;Einführung in Release V5R4Einschränkung derausgewählten DatenIn allen Kategorien – mit Ausnahmeder Environmental Limits – kann derUmfang der zu analysierenden und1 Aufruf Health Center2 Health-Center-Kategorien36MIDRANGE MAGAZIN · 07/2012


auszugegebenen Daten durch einenKlick auf den Button „Change“ vorgegebenund eingeschränkt werden (Bild 3).Die Auswahl kann auf ein bestimmtesSchema/Bibliothek (Unterlassungswert= Alle Schemata/Bibliotheken) eingeschränktwerden. Bei einigen Kategorienist es außerdem möglich, ein einzelnesObjekt auszuwählen. Die Angabe„Objects for size limits“ beschränkt dieAusgabe nur auf die x-Objekte, die denLimits am nächsten kommen.Festlegung der LimitsIn allen Kategorien – mit Ausnahmeder Übersicht – können die als kritischeingeschätzten Limits über die Auswahl„Change Status Threshold“ individuellfestgelegt werden. In den Anzeigenwerden dann kritische Objektebzw. die Objekte, für die eine Warnungausgegeben werden soll, besonders gekennzeichnet(Bild 4). Durch geschickteFestlegung der Limits können kritischeObjekte auf einen Blick ausgemachtund anschließend entsprechende Maßnahmen– z. B. Reorganisation oder Re-Design – eingeleitet werden.Im folgenden Beispiel (Bild 5) wurdedas Limit für die kritischen Objekteauf 14 Prozent und die Grenze für dieWarnungen auf 7,5 Prozent festgesetzt.Damit wird die FeldreferenzdateiFLDREF mit 1.161 Feldern als kritischeingestuft, wohingegen die Datei LLD-SIN mit 610 Feldern die Grenze für dieWarnung überschritten hat.Health Center-Kategorie –OverviewIn der Übersicht werden die Datenbankenobjektein dem/den ausgewähltenSchema(ta) nach Objektart gruppiertund deren Anzahl angegeben. FolgendeGruppen und Untergruppen werdengebildet:Tabellen/Tablesó Nicht Partitionierte Tabellen: normaleSQL-Tabellenó Partitionierte Tabellen: SQL Multi-Member-Dateien – das sind die Daten,die in einzelne Member/Partitionsaufgeteilt werden. Die Verwendungvon Partioned Tables wird von IBM allerdingsnur für extrem große Tabellenempfohlen, die das absolute Limit(4,2 Mrd. Datensätze) sprengen.ó Verteilte Tabellen: Tabellen, die übermehrere IASP oder iSeries verteiltsindó Materialized Query Tables (MQT):SQL-Tabellen, die auf einem Select-Statement basieren und mit dem SQL-Befehl REFRESH aktualisiert werdenkönnenó DDS-beschriebene physische Dateienó Quellen-DateienSichten/Viewsó SQL Viewsó DDS-beschriebene logische Dateien:unabhängig davon,– ob geschlüsselt oder ungeschlüsselt,– ob mit oder ohne Select/Omit-Anweisungen,– ob mit oder ohne Join-AnweisungenIndicesó Binary Radix Tree Indicesó Encoded Vector Indicesó Anmerkung: DDS-beschriebene ge-schlüsselte logische Dateien werdennur unter der Kategorie „Sichten/Views“ ausgegeben.ó Anmerkung: Derived/Sparse Indices:Aktuell werden die Binary Radix TreeIndices und Encoded Vector IndicesANZEIGE3Filter Health Center Data4Festlegung der Limits07/2012 · MIDRANGE MAGAZIN37


TECHNIK & INTEGRATION5Kritischer Status und Warnung(noch) nicht in normale und Derived/Sparse (Spaltenauswahl, neue Spaltenoder mit Where-Bedingungen)Indices, die in Release 6.1 eingeführtwurden, aufgeteilt.Integritätsbedingungenó Primary Key Constraintsó Unique Key Constraintsó Check Constraintsó Referentielle IntegritätenTriggeró Externe Trigger: Programme, die in ei-ner High Level Language (HLL) – z. B.RPG – geschrieben und mit einer physischenDatei bzw. einer SQL-Tabelleverbunden sind. Sie werden vom Datenbanken-Manager– abhängig vomTrigger-Event und Trigger-Zeitpunkt– aufgerufen.ó SQL Trigger: In SQL geschriebene(klassische) Trigger-Programmeó Instead of Trigger: In SQL geschrie-bene Trigger-Programme, die jedochnicht mit einer physischen Datei oderSQL-Tabelle, sondern mit einer SQLView verbunden sindAliasó Aliasó DDM-DateiStored Proceduresó Externe Stored Procedures: In HLLgeschriebene Programme oder Prozeduren(ohne Rückgabewert), die als„SQL Stored Procedures“ registriertwurden. Dadurch können diese Programme/Prozedurenmit dem SQL-Befehl CALL aufgerufen und in jederUmgebung, die in SQL zulässig ist,ausgeführt werden.ó SQL Stored Procedures: In SQL ge-schriebene Programme, die über denSQL-Befehl CALL aufgerufen werdenkönnenUser Defined Functionsó External Scalar Functions: In HLL ge-schriebene Funktionen, die genau einenRückgabewert haben. Der Aufrufist aus jeder Umgebung, die in SQLzulässig ist, möglich.ó External Table Functions: In HLL ge-schriebene Funktionen, die mehrereRückgabewerte in Form einer Tabellehaben, also:– eine Spalte und mehrere Zeilenoder– eine Zeile und mehrere Spaltenoder– mehrere Spalten und Zeilenó Sourced Scalar Functions: Funkti-onen, die eine vorhandene skalareFunktion überladenó Sourced Aggregat Functions: Funkti-onen, die vorhandene Aggregatfunktionenüberladenó SQL Scalar Functions: In SQL ge-schriebene Funktionen mit genau einemRückgabewertó SQL Table Functions: In SQL geschrie-bene Funktionen mit mehreren RückgabewertenSonstigesó Sequence Objects: Objekte (Datenbe-reiche), in denen fortlaufende numerischeWerte bereitgestellt werdenó SQL Packagesó User Defined Types (UDT): Mit SQLkönnen beliebige Datentypen definiertwerden. Die Verwendung vonUDTs sollte jedoch auf ein Minimumbeschränkt werden, da Änderungennur möglich sind, wenn UDT nirgendsverwendet wird.ó Journal Receiversó JournalsHealth Center-Kategorie –Environmental Limits(Neu in Release 6.1)In dieser Kategorie werden Jobs angezeigt,die entweder aktuell oder in derVergangenheit die meisten SQL-Ressourcenverbrauchen oder verbrauchthaben. Sofern Limits existieren, werdendiese ebenfalls angezeigt.Anders als bei den anderen Kategorienkönnen die Jobs nicht auf eineeinzelne Bibliothek/Schema eingeschränktwerden. Die Jobs werden wiefolgt aufgeteilt:ó maximale Anzahl aktiver Deskripto-ren pro Job undó maximale Länge der SQL-Anweisungpro Job Birgitta Hauser óCLICK towww.midrange.deDer vollständige Artikel steht Abonnentenonline zur Verfügung.38MIDRANGE MAGAZIN · 07/2012


Datensicherheit bei System iVerschlüsselung von BändernDatensicherung hat nicht nur etwas damit zu tun, Daten bei Bedarf wiederherstellen zukönnen. Datensicherung hat auch etwas mit Datenschutz zu tun. Was würde wohl passieren,wenn Ihre Datensicherungsbänder in falsche Hände gelangen?Es ist ein Leichtes, ein Band (z. B.ein LTO) mal eben in die Taschezu stecken. Und die Voraussetzungen,den Inhalt des Bands dann einzulesenund auszuwerten sind relativ simpel,letztendlich genügt ein System i (oderein Vorgängersystem) sowie ein Bandlaufwerk,das die Bänder lesen kann,schon hat man auf Bibliotheks‐, ObjektoderDokumentenebene Zugriff auf dieDaten. Man benötigt nun auf dem Zielsystemnur noch die Berechtigung zumZurückspeichern und kann dann mitdem QSECOFR mutmaßlich geschützteObjekte zugänglich machen.Meist – und das verwundert – findetman die Daten auf den Datensicherungsbändernin ungeschützterForm – also unverschlüsselt vor. Dabeisind wir heute in der Lage, den Inhaltvon Banddatenträgern mit Hard- undSoftware-Verschlüsselungsverfahrenrelativ einfach gegen unberechtigtenZugriff abzusichern.Verschlüsselungen werden von derIBM mit den neueren Versionen desIBM i-Systems angeboten. Deren Einsatzist nicht nur für die Datenbankinhalteselbst, sondern auch für Datensicherungensinnvoll. Allerdings nutzen zu wenigeUnternehmen diese Funktion.Seit Version 6.1 des Systems IBM ibesteht nun auch die Möglichkeit derSoftwareverschlüsselung – unabhängigvon der Datensicherungseinheit. Währenddie Hardwareverschlüsselungdirekt an die Einheiten gebunden ist,steht die Softwareverschlüsselung füralle Datensicherungen zur Verfügung.Zu beachten ist allerdings, dass dieInhalte von Sicherungsdateien (SAVF)und optischen Einheiten nicht verschlüsseltwerden können. VirtuelleEinheiten werden – wie Bandlaufwerkeauch – voll unterstützt. Ebenso lassensich die Bestandteile des Betriebssystemsnicht verschlüsseln. Folglich lassensich keine SAVSYS in verschlüsselterForm durchführen. Als Faustregelgilt, dass keine Q-Bibliotheken verschlüsseltwerden können.Außerdem: Der Einsatz der Verschlüsselungbenötigt Rechenzeit, dadie Verschlüsselung vom Prozessordurchgeführt werden muss. Das kannunter Umständen zu Performance-Beeinträchtigungen führen und soauch die Laufzeit der Datensicherungnachteilig beeinflussen. Hier machensich die neuen Prozessorgenerationenpositiv bemerkbar. Auch wenn Power 5durchaus in der Lage ist, Verschlüsselungenin akzeptabler Zeit durchzuführen,sind die Power 6-Prozessoren dochdeutlich leistungsfähiger und verkürzendie Sicherungs- bzw. Verschlüsselungszeitzum Teil erheblich!Grundsätzlich gilt: Man sollte klarplanen und festlegen, welche Datenund Informationen verschlüsselt gesichertwerden sollen. Eine globale Verschlüsselungder Datensicherungenmacht wirklich nur dann Sinn, wenndie Menge der zu sichernden Informationenüberschaubar ist, das Zeitfensterfür die Sicherung ausreicht und dieKapazität der Bänder ebenfalls ausreichendist.Bei der Entscheidungsfindung, welcheDaten verschlüsselt gesichert werdensollen, sollten folgende Kriterienbedacht werden:ó Sensibilität der Daten: Müssen Datengeschützt werden, weil sie sensibelsind?ó Gibt es rechtliche Vorschriften, dieeinzuhalten sind?ó Ist die zur Verfügung stehende Zeitausreichend, um die Daten verschlüsseltsichern zu können?ó Sind genügend Sicherungsdaten-träger verfügbar, um die verschlüsseltenInformationen sichern zukönnen?In der Praxis hat es sich mittlerweilebewährt, Inhalte von Dateien undTabellen zu verschlüsseln. In der Regelenthalten diese Objekte Daten und Informationen,die vor unberechtigtemANZEIGEWilsch hostet Ihre AS/400Umgebung – und mehrWilsch Power HostingProduktion, Backup, ArchivWir haben die Maßlösung für Sie!Wollen Sie mehr erfahren?Karl-Valentin-Straße 17 · D-82031 GrünwaldTel.: +49-89-64169-0 · Fax: +49-89-64169-25E-Mail: info@wilsch.de · www.wilsch.de07/2012 · MIDRANGE MAGAZIN39


TECHNIK & INTEGRATIONZugriff geschützt werden müssen.Programmobjekte hingegen sind wenigersensibel – stellen sie doch nur einWerkzeug zur Verarbeitung der Datendar. Sind die Daten nicht vorhanden,dann ist meist auch das Programmobjektwertlos.Leider wird mit der Verschlüsselungein Mechanismus nachteilig beeinflusst,der bei der Datensicherung dienlichsein kann: die Komprimierung derDaten auf dem Band. Durch die von denVerschlüsselungsfunktionen ergänztenDaten kann die Komprimierung meistnur mit einem sehr niedrigen Faktorumgesetzt werden. Deshalb kann essein, dass ein Datensicherungsprozessmit Verschlüsselung mehr Platz benötigtals eine unverschlüsselte Variante.Das wird ein Problem, wenn nur einEinzelbandlaufwerk zur Verfügungsteht bzw. die Kapazität eines Laufwerksbzw. Bands ausgeschöpft ist.Wenn diese Kriterien bedacht sindund der Entschluss gefasst wurde, dieVerschlüsselung der Datensicherungeinzusetzen, dann kann mit der Prüfungder Voraussetzungen begonnenwerden.Die Verschlüsselung basiert auf folgendenLizenzprogrammen:ó 5761-SS1 Option 18(Media and Storage Extensions)ó 5761-SS1 Option 44(Encrypted Backup Enablement)ó 5761-BR1 Option 2Damit fallen leider auch zusätzlicheKosten an, Kosten allerdings, die sichlohnen. Denn damit werden die Daten-1 Menü CMDMST2 Befehl ADDMSTPART3 ADDMSTPART – 2. Ausführung4 SETMSTKEY5 WRKPCYBRM6 Schlüsselparameter40MIDRANGE MAGAZIN · 07/2012


sicherungen auf den Banddatenträgernmit einem 256-Bit-Schlüssel gegen unberechtigtenZugriff abgesichert.Ein Band, das mit einem solchenSchlüssel versehen ist, kann natürlichimmer noch entwendet werden, allerdingsist es nicht mehr decodierbar undsomit quasi wertlos.Achtung! Der Schlüssel, der fürdie Verschlüsselung verwendet wurde,darf natürlich ebenfalls nicht verlorengehen. Denn sonst sind die Datensicherungsbänderauch für den Eigentümerwertlos!Aber wie funktioniert nun das Verschlüsselnmit Softwaremitteln?Die Basis bildet der Exit-Point QIBM_QTA_TAPE_TMS oder innerhalb von BRMSdas Programm Q1ATRMS. Mit dem Exit-Point kann definiert werden, ob ein Objektverschlüsselt gesichert werden solloder nicht.Dem Exit-Point wird bei verschlüsselterSicherung der Schlüssel bekanntgegeben, mit dem die Objekte verschlüsseltwerden sollen. Die Bekanntgabedes Schlüssels besteht dabei ausfolgenden Informationen:ó Bibliothek, die den Schlüssel enthältó Name der Datei, in der sich der Schlüs-sel befindetAnmerkung: Der Exit-Point ermöglichtes, dass man sich eigene Verschlüsselungsprogrammeschreibenkann, mit denen die Verschlüsselungaktiviert und ausgeführt wird.Wenn man die Verschlüsselung zusammenmit BRMS einsetzt, dann werdendie Schlüsselinformationen auf Basisder Einheitenrichtlinien definiert.Die Schlüsselinformationen werdeninnerhalb von BRMS in der Datei Q1AKEYFILE abgelegt, die sich in der BRMS-Benutzerbibliothek QUSRBRM befindet.Diese Datei kann nur mit speziellenMethoden verwaltet werden. Damit istein unberechtigter Zugriff auf den Inhaltder Schlüsseldatei nicht oder nursehr schwer möglich. Um den Inhalteinzusehen und zu verwalten, benötigtman einen so genannten Masterkey, derim LIC des Systems zu finden ist. Bis zuacht solcher Masterkeys werden vomSystem unterstützt. Beachtet werdenmuss Folgendes: Bis Version V5R4 lassensich die Masterkeys nicht sichern!Diese Funktion wurde von der IBM erstab Version 6.1 eingeführt. Deshalb istes unbedingt wichtig, dass beim Verschlüsselungseinsatzunter V5R4 dieSchlüssel sicher aufbewahrt und beimWiederherstellungsszenario wiedergefundenwerden.Bestandteile der Schlüsseldatei sindeinzelne Schlüssel, die für unterschiedlichsteSicherungsprozesse genutztwerden können.Schauen wir uns die Verwaltungder Schlüsseldatei ein wenig genaueran. Die Verwaltungsmöglichkeiten findensich sowohl in der 5250-Umgebungals auch beim Verwalten des System iNavigator.Das Menü GO CMDMST (Bild 1) sowiedas Menü GO CMDCKM beinhalten dieBefehle für die Schlüsselverwaltung.Nur wenige Schritte sind für eine erfolgreicheEinrichtung der Softwareverschlüsselungerforderlich:Im Zusammenhang mit dem Einsatzvon BRMS:ó Erstellen des Masterkey (Bild 2)ó Jetzt wird der Masterkey für dieSchlüsseldatei definiert. Dazu verwendetman erneut den BefehlADDMSTPART. Schauen Sie sich dazuBild 3 an.ó Nun wird der Masterkey über den Be-fehl SETMSTKEY festgelegt (Bild 4)ó Erstellen der Datei A1AKEYFILE in derBibliothek QUSRBRM. Dabei handelt essich um die Schlüsseldatei.– CRTCKMKSF KEYSTORE(QUSRBRM/Q1AKEYFILE) MSTKEY(1)– AUT(*EXCLUDE) TEXT('Datei fürSicherungsschlüssel')ó Erstellen eines neuen 256-Bit-AES-Schlüssels– GENCKMKSFE KEYSTORE(QUSRBRM/Q1AKEYFILE) RCDLBL(KEY1)KEYTYPE(*AES) KEYSIZE(32)– Der Name des Schlüssels wird inden Parameter RCDLBL eingegeben.In unserem Beispiel wurde Key1verwendet.ó Anpassen der Einheitenrichtlinie(Bild 5).– WRKPCYBRM TYPE(*MED)ó In der Policy müssen die Verschlüsse-lungsinformationen in den dafür vorgesehenenParametern eingegebenwerden (Bild 6):Encrypt Data . . . . . . *YESKey store file . . . . . . Q1AKEYFILE NameKey store library . . . . QUSRBRM NameKey record label . . . . KEY1ó Nun muss die BRMS-Sicherung nochauf die neuen Einstellungen angepasstwerden. Dazu wird in den Sicherungsrichtliniendie Angabe für dasVerschlüsseln der Objekte definiert.Hier empfiehlt sich beispielsweise dieAngabe *MEDPCY.Die Verschlüsselungsinformationenin BRMS lassen sich mit dem BefehlWRKMEDIBRM einsehen. Dort findet mannach Drücken der F11-Taste auch denHinweis auf den Schlüssel.Sorgfaltspflicht bei SchlüsselnBei der Arbeit mit den Schlüsseln isteine entsprechende Sorgfalt wichtig.Nicht nur, dass die Schlüssel nicht infremde Hände gelangen dürfen, Siesollten auch in gewissen Zeitabständendie Masterkeys ändern. Hierbei mussaber unbedingt daran gedacht werden,dass dann alle Verschlüsselungen aufden neuen Masterkey abgestimmt werden.Sind also Bandsicherungen miteinem Masterkey geschützt, der durcheinen neuen Masterkey ersetzt wurde,dann müssen auch die Schlüssel fürdie Verschlüsselung mit dem neuenMasterkey versehen werden. Hört sichkompliziert an, ist es aber nicht, denndie Neuzuordnung wird über den BefehlTRNCKMKSF durchgeführt. SolcheMasterkey-Verwaltungsaktionen lassensich auch automatisch durchführen, daalle Befehle mit APIs abgebildet werdenkönnen.Jörg Zeig ó07/2012 · MIDRANGE MAGAZIN41


marktübersichtCollaboration-LösungenAnbieterübersichtLAURUS IT Inspiration AGwww.laurus.chRM Informationstechnologie GmbHwww.rm-infotech.deLotus Notes im DMS-KontextIntegration bringt diegroßen VorteileFür Unternehmen, die ein Dokumenten-Management-System(DMS) zusammen mit Lotus Notes einsetzten, stellt sichzwangsläufig die Frage nach der Integration beider Systeme.Denn nur damit lässt sich das Beste aus zwei Welten nutzen.ULC Business Solutions GmbHwww.ulc.deAS/point GmbHwww.aspoint.deAvira GmbH & Co. KGwww.avira.comBechtle GmbH & Co.KGwww.bechtle.com/neckarsulmbpi solutions gmbh & co. kgwww.bpi-solutions.deBücker GmbHwww.bueckergmbh.deC4B Com For Business AGwww.c4b.deconi Unternehmensberatung GmbHwww.coni.deEBO GmbH Vertriebs- undwww.ebo-solution.deedcom Software & Consulting GmbHwww.edcom.deFerrari electronic AGwww.ferrari-electronic.deCLICK toÜber unsere Online-Datenbankwww.midrange-solution-finder.definden Sie alle Kontaktdaten zu den Unternehmen.Die Produktübersicht enthältumfassende Details zu den Lösungen.Zwei der zentralen Ziele eines DMSsind die Bereitstellung von wichtigenDokumenten in Projektteams, Abteilungenoder im ganzen Unternehmensowie die Einhaltung rechtlicher Rahmenbedingungen.Und dabei spielenE‐Mails mit ihren Dateianhängen heuteeine zentrale Rolle, denn schließlichläuft der Großteil der unternehmensexternenund -internen Kommunikationhierüber.Aber auch andere auf Lotus Domino/Notes basierte Anwendungen könnenin diesem Zusammenhang relevantsein, weil sie wichtige Dokumente beinhalten.Die Anforderungen an eine Integrationvon Lotus Domino/Notes undeinem DMS orientieren sich aus Benutzersichtmeist an folgenden Fragen:ó Wie interagiert der Benutzer mit demSystem? Wie kann eine E‐Mail samtder Dateianhänge ins DMS überführtwerden? Wie können dabei Metadatenzwischen Lotus Notes (beispielsweiseAbsender, Empfänger, Versanddatum,Empfangsdatum oder Betreff) unddem DMS abgeglichen werden?ó Können die E‐Mails nach dem Exportins DMS auch weiterhin mit LotusNotes bearbeitet werden? Kann eineE‐Mail wieder in Lotus Notes geöffnetund darauf geantwortet oder dieE‐Mail weitergeleitet werden, um einemöglichst hohe Benutzerakzeptanzzu erreichen?ó Wie kann die Lesbarkeit einer E‐Mailüber Jahre hinweg sichergestellt werden?Können die E‐Mails in Langzeitformatewie PDF, PDF/a-1a/-1b konvertiertund damit auch unabhängigvon Lotus Notes gelesen werden?Darüber hinaus gibt es einige zusätzlicheÜberlegungen, die einen erheblichenEinfluss auf das Design unddie Funktionalität einer Integrationslösunghaben:ó Werden neben Lotus Domino/Notesals E‐Mail-System weitere Anwendungengenutzt, die auf Lotus Domino/Notes basieren und ebenfalls eineSchnittstelle zum DMS benötigen?ó Was genau soll mit E‐Mails/Dokumen-ten passieren, die ins DMS überführtwurden? Sollen sie gelöscht, durchzusätzliche Metadaten (z. B. einenZeitstempel) gekennzeichnet oderevtl. die E‐Mail/das Dokument oderdie darin enthaltenen Dateianhängein Lotus Domino/Notes durch einenVerweis auf das entsprechende Dokumentim DMS ersetzt werden, um sodie Lotus Domino/Notes-Datenbankenzu verkleinern?ó Sind in verschiedenen Abteilungenevtl. unterschiedliche DMS im Einsatzoder ist schon in naher Zukunftder Wechsel auf ein neues DMS geplant?Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit,dass ein DMS zukünftig ausgetauscht/migriertwird?42MIDRANGE MAGAZIN · 07/2012


AnbieterübersichtDie Anforderungen an eine Integrationslösungsind vielfältig und technischkomplex. Sie sind von Organisationzu Organisation verschieden undkönnen sich mit der Zeit gravierendverändern.Gründe genug also für eine benutzerfreundliche,flexible Lösung:ó die unterschiedliche Systeme unter-stützt,ó deren Funktionalität modular erwei-terbar ist undó die an die jeweiligen Anforderungendes Kunden angepasst werden kann.Und was ist mit Benutzerfreundlichkeit,Kompatibilität, Performanz,Skalierbarkeit, Sicherheit, Installationsaufwandund technischer RealisierbarkeitóWie integriert sich die Lösung tech-nisch in Lotus Domino/Notes? SindAnpassungen an den Lotus Notes-Datenbankschablonenerforderlich oderkönnen solche Anpassungen vermiedenwerden?ó Wie kann die Software auf die Ar-beitsplatz-PCs verteilt werden?ó In welchen Formaten können E‐Mails/Dokumente sinnvoll aus Lotus Domino/Notes exportiert werden? Welche Auswirkungenhat die Entscheidung aufein bestimmtes Format, insbesondereauf die Sicherstellung der Lesbarkeitüber einen langen Zeitraum?Welche Programmierschnittstellen(APIs) bieten Lotus Domino/Notes unddie DMS an? Welche Funktionalitätenkönnen auf Basis dieser Schnittstellenrealisiert werden?Technisch gesehen kann eine universelleinsetzbare Lösung nur durchzusätzliche Abstraktionsebenen erreichtwerden. Bild 1 zeigt eine möglicheArchitektur.Das Integration Framework stelltmit seiner API eine Schnittstelle zurVerfügung, über die seine Funktionalitätvon außen angestoßen werden kann(z. B. durch Aktivierung eines Menüpunktsdurch den Benutzer).Über die DMS-Adapter stellt das IntegrationFramework die Verbindungzu den verschiedenen DMS-Systemenher. Für jedes DMS werden verschiedeneAktionen unterstützt, die die Funktionalitätendes DMS abbilden, die füreine Integration erforderlichsind.GEDYS IntraWare GmbHwww.gedys-intraware.deGSE Gräbertwww.graebert-gse.deNewman Consulting Groupwww.newmanconsulting.dePAVONE AGwww.pavone.dePONTE Software & Consulting GmbHwww.ponte.dePROFI Engineering Systems AGwww.profi-ag.deRM INFOTECH BUSINESS SOLTUIONSwww.rm-infotech.deSCHLEICHER System AGwww.schleicher-systemag.deserVonic GmbHwww.servonic.comSOFT-CONSULT Häge GmbHwww.soft-consult.netSystAG Systemhaus GmbHwww.systag.deTIMETOACTwww.timetoact.deULC Business Solutions GmbHwww.ulc.deVIPcom GmbHwww.vipcomag.deVSB Solutions GmbHwww.vsb.deWallak Informatics GmbHwww.wallak.atWe4IT Groupwww.we4it.comZS Computer Service GmbHwww.zs-cocma.deAlle aktuellen Software-, Hardware- undDienstleistungsangebote finden Sie in unsererOnline-Datenbank. Wir haben für Siemehr als 4.600 Produkte von über 1.200Anbietern zusammengestellt, die von denAnbietern ständig aktuell gehalten werden.Bild 1: Architektur einer universellen DMS-Integrationslösung.Quelle: THiNK – e-solutionswww.midrange-solution-finder.de07/2012 · MIDRANGE MAGAZIN43


marktübersichtCollaboration-LösungenDMS-Adapter und -Aktionen sind insich gekapselte Einheiten und könnenjederzeit geändert bzw. hinzugefügtwerden, ohne den Rest des Systems zubeeinflussen.Die Verarbeitung eines Dokumentserfolgt in einer Verarbeitungskette,in der Aktionen, die in den beteiligtenDMS auszuführen sind, wie Lego-Bausteine hintereinander „geschaltet“werden. Eine Verarbeitungskette kannbeliebig viele Aktionen beinhalten,und es können auch mehrere Verarbeitungskettendefiniert werden. Die Definitioneiner Verarbeitungskette erfolgtausschließlich per Konfiguration. Bild 2illustriert diesen Ansatz.Die Verarbeitungskette, die in diesemBeispiel aus drei Aktionen besteht,wird aus Lotus Notes heraus beispielsweisedurch Aktivierung eines Menüpunktsangestoßen und dann abgearbeitet.In der Folge werden zunächstdas Dokument selbst und dann seineDateianhänge aus Lotus Notes exportiert.Im dritten Schritt erfolgt dann derImport ins Ziel-DMS (DMS #3).Lotus Notes stellt bei dem oben beschriebenenLösungsansatz für eineuniverselle Integration lediglich einenSpezialfall eines DMS dar. Trotzdemgibt es einige Lotus Notes-Spezifika,die eine genauere Betrachtung erfordern.Lotus Notes bietet eine Vielzahlvon Schnittstellen, über die eine Integrationerfolgen kann (C/C++/Java/LotusScript).Die älteste API ist die C-API.Sie ist deshalb auch die umfangreichste.Die Implementierung eines LotusNotes-Adapters auf Basis der C-API istzwar etwas aufwendiger als bei Verwendungeiner anderen API (wie z. B.Java), der zusätzliche Aufwand zahltsich aber aus. Die C-API ist nämlichauch die einzige Schnittstelle, die dieRealisierung von Menü-Plug-ins oderSmartIcon-Funktionalität ohne Anpassungder Datenbankschablone ermöglichtund somit maximale Kompatibilitätbietet.Darüber hinaus stellt sich bei LotusNotes die Frage nach dem Export-Format.Schließlich soll das Ergebnis desExports das Dokument vollständig beinhaltenund in Lotus Notes wieder geöffnetwerden können. StandardisierteFormate wie das Internet Massage-Formatfür E‐Mails sind keine valide Alternative,weil darin bestimmte Elementevon Lotus Notes-Dokumenten nichtabgebildet werden können und weilmöglicherweise auch Dokumente ausanderen auf Lotus Domino/Notes basierendenAnwendungen ins DMS überführtwerden sollen, für die sich diesesFormat per se nicht eignet. Was ist alsodie optimale Lösung? Das Domino XML(DXL) -Format hat sich in dieser Hinsichtals sehr gut geeignet erwiesen.Zwar kann dieses Format auch mit aktuellenLotus Notes-Versionen nicht einfachwieder geöffnet werden, mit Hilfeeines entsprechenden Programms lässtsich diese Herausforderung aber sehrelegant lösen. DXL ist ein Format, dasalle Metadaten, den Dokumententextund sogar die Dateianhänge beinhaltet(falls gewünscht).Es lässt sich wieder in Lotus Notesöffnen und ist eine hervorragende Basisfür die Erstellung von Formatvarianten(Internet Message Format, PDF, PDF/a-1a, PDF/a-1b etc.).Auf Basis des beschriebenen Ansatzesfür eine universelle Integrationzwischen verschiedenen DMS lassensich auch mit Lotus Domino/Noteskomfortable und anpassbare Lösungenrealisieren, die sowohl die nötigeInvestitionssicherheit als auch die erforderlicheFlexibilität bezogen auf diefunktionalen und nicht funktionalenAnforderungen bieten.Jochen Tümmers ówww.think-e-solutions.comBild 2. BeispielhafteIntegration zwischenLotus Notes undDMS. Quelle: THiNK – e-solutions44MIDRANGE MAGAZIN · 07/2012


ANZEIGEDer digitaleMaßanzugLaptop, Netbook, Tablet-PC oder Smartphone? Das Angebot an guten und businesstauglichenMobilgeräten ist reichhaltig. Was oft fehlt ist die optimale Softwarelösung,die perfekte Applikation für das Szenario X. Wer dann zum erstbesten Standardproduktgreift, riskiert überhöhte Kosten oder sogar Verluste. Die Alternative?Anrufen! Individuelle und mobile Businessapplikationen mit genaudefiniertem Funktionsumfang für Laptop, Netbook, Tablet-PCoder Smartphone – das ist die Spezialität der GFI InformationsdesignGmbH.Mit ihrem Mobile Application Builder„FlowGate“ hat die GFI ein universellesWerkzeug geschaffen, um jedes Quelldatensystemmobil auf einem Smartphoneoder Tablett-PC bereitzustellen.Egal ob selbstentwickelte Dokumentablageoder ein ERP-Gigant wie SAP®– die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt.Die Entwicklung mit FlowGate erfolgtstets unabhängig vom Gerätetyp unddem Betriebssystem. Die Applikationenlaufen auf allen Mobilgeräten unter denBetriebssystemen Android, Black-Berry ® OS, Apple iOS ® und Windows ®Mobile. Das Layout der Programmoberflächepasst sich automatisch der verfügbarenDisplaygröße an. So genügteine Applikation zugleich für Smartphoneund Tablet-PC. Die FlowGate-Applikationensind zudem ohne Portierungsaufwand auf allen anderenunterstützten Mobilsystemen einsetzbar. Unternehmen habendaher die freie Wahl beim Mobilsystem oder können mehrere paralleleinsetzen. Investitionsschutz und Zukunftssicherheit sinddamit gewährleistet.FlowGate-Vertriebslösung auf einem SmartphoneFür mobile Lösungen auf Laptops und Netbooks präferiert die GFIInformationsdesign IBM Lotus Notes. Notes-Applikationen geltenals sehr leistungsfähig, aber komplex in der Anwendung. Die GFIhält mit XPages dagegen. Die XPages-Technologie von IBM erlaubtdie freie Gestaltung von Benutzeroberflächen für Lotus Notes-Applikationen.Frische Farben, ein aufgeräumtes Layout unddie intuitive Benutzerführung im Stil einer Web 2.0-Anwendunglassen die darunter liegende Notes-Applikationvollständig vergessen.Wie bei FlowGate können auch mitXPages beliebige Quelldatensystemeim Firmennetzwerk mobil bereitgestelltwerden. Die Applikationen arbeiten nurmit den reinen Nutzdaten. Die Mitarbeiterbenötigen daher keine spezifischenKenntnisse. Weder für Lotus Notesnoch für das jeweilige Quelldatensystem.Der Schulungsaufwand ist minimalund beschränkt sich allein auf die mobileApplikation.Die FlowGate- und XPages-Applikationenwerden von der GFI präzise nachden Anforderungen des Auftraggebersentwickelt. Dies gilt auch für die Vorgabendes Corporate Design. Die Entwicklungszeitbis zum ersten Testlaufbeträgt durchschnittlich 10 bis 20 Tage,abhängig vom Grad der Komplexität.Die GFI präsentiert sich auf der CeBIT in Halle 2, Stand B30als Partner von DNUG/Haus Weilgut.GFI Informationsdesign GmbHDammstraße 26, 47119 DuisburgTel.: +49 203 31846-0Fax: +49 203 31846-788Mail: info@gfi.net · Internet: www.gfi.net


marktübersichtCollaboration-LösungenUmstellung der Bearbeitungsprioritäten beim Ticket-SystemDas Eisenhower-Prinzip:Dogma versus PragmatismusIn vielen Unternehmen gibt es für den internen IT-Support Vorgaben bezüglich der Priorisierungder eingehenden Problemmeldungen. Die Abteilung „Anwendungsentwicklung“ derWolf GmbH entschied sich für die Verwendung des Eisenhower-Prinzips. Diese einfacheund transparente Methode führte jedoch zu Akzeptanzproblemen bei den Usern. Wie dieProbleme erfolgreich umgangen werden konnten, zeigt dieser Beitrag.Eine der einfachen, aber in der Praxisbewährten Methoden zur Priorisierungvon Aufgaben ist das Eisenhower-Prinzip.Dabei werden Aufgabenanhand ihrer Wichtigkeit sowie nachihrer Dringlichkeit eingeteilt (sieheGrafik). Wichtige und dringende Aufgabenerhalten die Priorität 1 (z. B. Fertigungsstillstände),wichtige, aber nichtdringende die Priorität 2 (Migrationen,Änderungen mit hohem Einsparpotenzial),dringende, aber nicht wichtigeAufgaben die Priorität 3 (z. B. Rechtevergabeauf eine Anwendung) undnicht dringende, also nicht wichtigeAufgaben die Priorität 4 (Ablage P).Aus Sicht der Abteilung sprachenzwei Vorteile für den Einsatz des Eisenhower-Prinzips:Zum einen die einfacheund pragmatische Priorisierungvon Aufgaben anhand zweier nachvollziehbarerKriterien. Zum anderendie Höherbewertung der Wichtigkeitgegenüber der Dringlichkeit. Die Einführungdes Eisenhower-Prinzips waraus Unternehmenssicht ein Erfolg, dadurch die vorrangige Bearbeitung derPrio-2-Aufgaben erhebliche Einsparungenerreicht wurden. Die User hingegenwaren unzufrieden, die Beschwerdennahmen zu.Etwa drei von vier gemeldetenProblemen waren Prio-3-Probleme. Danach dem Eisenhower-Prinzip gearbeitetwurde, wurden nach dem Prio-1-Firefighting Aufgaben der Priorität 2erledigt. Dies waren meist langwierigeAufgaben (zum Beispiel Prozessanpassungenoder Anwendungserweiterungen),so dass ein Großteil der Aufgaben1wichtigdringend3nicht wichtigdringendDas Eisenhower-Prinzipliegenblieb und erst nach einigen Tagenbearbeitet wurde. Die Antwortzeitenwaren für den Otto-Normal-User mitseinen Alltagsproblemen nicht tragbar.Es musste ein Weg gefunden werden,die Antwortzeiten für die User zu verkürzen.Um die Situation zu entschärfenwurde die Bearbeitung der Prioritätenvon „1 – 2 – 3“ auf „1 – tagesaktuelleProbleme – 2 – 3“ umgestellt. Dieseals Notlösung gedachte Vorgehensweise– zunächst die aktuellen Probleme2wichtignicht dringend4nicht wichtignicht dringendzu lösen, um dann mit den wichtigenAufgaben fortzufahren – war dermaßenerfolgreich, dass sie bis heute inGebrauch ist. Zwar blieben an einigenTagen Aufgaben liegen, diese Wartezeitwurde von den Usern jedoch akzeptiert,solange sie das Gefühl hatten, dasihnen im Normalfall schnellstmöglichgeholfen wurde: die Zahl der Beschwerdensank um 95 Prozent. Zudem konntesichergestellt werden, dass wichtigeAufgaben dennoch zeitnah erledigtwerden.Das Eisenhower-Prinzip hat sich imSupport-Alltag nur bedingt bewährt.Die Effizienzsteigerungen gingen miteinem erheblichen Einbruch der Kundenzufriedenheiteinher. Erst eineÄnderung der Bearbeitungsreihenfolgekonnte die gewünschte Akzeptanzwiederherstellen, ohne vom Vorsatzder vorrangigen Erledigung wichtigerAufgaben abzuweichen. Wie so oft, istim EDV-Support ein pragmatischer Ansatzerfolgreicher als ein dogmatischer.Eisenhowers „What is important is seldomurgent and what is urgent is seldomimportant.“ setzen wir daher einZitat von Groucho Marx entgegen: „Ichhabe eiserne Prinzipien. Wenn sie Ihnennicht gefallen, habe ich auch nochandere.“Indro Perless ówww.wolf-heiztechnik.de46MIDRANGE MAGAZIN · 07/2012


MIDRANGEim Abonnementlesen lohnt sich!Wenn Sie wissen wollen, was sich bei Businessanwendungenund mittelstandstauglichen Technologienbewegt, sollten Sie keine Ausgabe verpassen.MIDRANGE MAGAZIN liefert verlässliche Informationen rund um diePOWER Systeme der IBM. Erleben Sie hautnah, wie IBM diese Server positioniert, technischimmer weiter aufrüstet und deren Wirtschaftlichkeit laufend verbessert. MIDRANGE MAGAZINinformiert in jeder Ausgabe über beispielhafte Branchenanwendungen und liefert so Anregungenfür die Modernisierung eigener Software. Aber auch die technischen Informationen über Werkzeugeund zukunftsweisende Strategien für die Anwendungsentwicklung und -Modernisierungunterstützen unsere Leser bei der Entscheidungsfindung und der anschließenden Entwicklungsarbeit.Wir sagen Ihnen, wann die Fähigkeiten Ihres Betriebssystems nicht mehr ausreichen undSie in welches Security- oder Business-Continuity-Tool investieren sollten.Unsere Leser haben freien Zugang zu den IT Power Events – Konferenzen & Ausstellungenfür ITK-Techno logie im Mittelstand und zum Internetportal www.midrange.de. Ebenfalls freiist der Zugang zum MID RANGE SOLUTION FINDER und der Empfang des +++MondayMorning Ticker+++.Abonnenten bekommen darüber hinaus auf ihre Buchbestellungen 10 % und Seminarteilnahmen5 % Treuerabatt. Die Technikdatenbank www.techknowletter.de kann zu einem Sonderpreisgenutzt werden.Also bestellen Sie jetzt und holen Sie sich Ihr persönliches IT-Wissen für Power-basierteLösungen im Unternehmensnetzwerk!Abo-Bestellung: Fax +49 8191 70661 ı www.midrange.de▢ Ja, ich abonniere MIDRANGE für ein Jahr(zwölf Ausgaben) zum Preis von 149,– Euro(Ausland 169,– Euro). Die Preise verstehen sichinklusive Mehrwertsteuer (Inland) und Versandkosten.Mein Abonnement verlängert sich jeweilsum ein Jahr, falls es nicht 6 Wochen vorEnde des Bezugszeitraums gekündigt wird.Ich habe das Recht, diese Vereinbarung binnen14 Tagen bei ITP Verlag GmbH, Kolpingstraße 26,D-86916 Kaufering zu widerrufen. Zur Wahrungder Frist genügt die rechtzeitige Absendung desWiderrufs.Vertrauensgarantie:Ich habe das Recht, dieseVereinbarung binnen 14 Tagenbei ITP Verlag GmbH, Kolpingstraße26, D-86916 Kauferingzu widerrufen.Zur Wahrung der Frist genügtdie rechtzeitige Absendungdes Widerrufs.Diese Garantie nehme ichmit meiner 2. Unterschriftzur Kenntnis.FirmaNameStraßePLZ, OrtTelefonDatumDatum1. Unterschrift2. UnterschriftE-Mail-AdresseFaxITP VERLAG GmbH ı Kolpingstraße 26 ı 86916 Kaufering ı Tel. +49 8191 9649-0 ı Fax +49 8191 70661 ı www.midrange.de ı service@midrange.de


marktübersichtCollaboration-LösungenProzesslösung unterstützt TextilherstellerKollektionen mit TransparenzBeim Textilhersteller Anton Cramer durchlaufen jährlich etwa 400 verschiedene Stoff mustersämtliche Abteilungen des Produktionsbereichs. Um die feinen Unterschiede der Stoffe imDetail dokumentieren zu können und somit mehr Transparenz in die Produktion zu bringen,bedient sich Anton Cramer einer individuellen Workflow-Lösung aus dem Hause ITWU.Welche Garne stecken eigentlich ineinem Popeline-Gewebe? Bei welcherWebstuhleinstellung entsteht eineNatté-Struktur? Und welche Farbrezepturbenötigt man für eine Reaktivfärbung?Obwohl wir die meiste Zeit desTages in derartige Stoffe und Gewebegekleidet sind, bleiben diese Fachausdrückedoch Böhmische Dörfer für uns.Frank Aertken kann diese Fragen imSchlaf beantworten. Als Leiter der Produktentwicklungbeim TextilherstellerAnton Cramer in Greven ist Aertkenfür neue Ideen und Innovationen im BereichOberstoffe zuständig. Gemeinsammit dem Vertrieb stellt er die Inhalteder beiden Jahreskollektionen zusammen.Dabei sollen jährlich bis zu 100neue Stoffe kreiert werden. Da schonminimale Veränderungen der Rezepturoder der Maschineneinstellung einenganz neuen Stoff entstehen lassen können,werden diese 100 „Stoffversuche“vorerst in mehreren Varianten – densogenannten Ausrüstungsversuchen– produziert. Aus diesen Stoffmusternwerden dann die finalen Stoffe der Kollektionausgesucht.Natürlich muss der Produktionsprozessbei einer derart großen Anzahlan Stoffmustern kontrolliert und überwachtwerden. Dazu entwickelte AntonCramer den sogenannten „Versuchsanforderungsprozess“.Dieser bestandursprünglich aus vielen verschiedenenFormularen und Laufzetteln, auf denendie involvierten Abteilungen die Produktionsdatenund Arbeitsanweisungenzu den einzelnen Stoffen der neuenKollektion festhalten sollten.Diese Formulare traten dann ihrenWeg durch die Abteilungen des Produktionsprozessesan. Zumeist wandertensie nach Beendigung der entsprechendenArbeitsschritte aber einfach inden Papierkorb oder verschwanden inverstaubten Aktenordnern. Aertkenerinnert sich nur ungern an diese ursprünglicheVorgehensweise: „In derVergangenheit ist ein Wust von Papierkramaufgekommen. Das konnte aufDauer nicht so weitergehen.“Unterschiedliche FormularebeherrschenDabei sind die Informationen, die aufden unterschiedlichen Formularen gesammeltwurden, von essentieller Wichtigkeit,um Verfahren in der Produktionzu standardisieren und transparenterzu gestalten. Werden diese Daten nichtlangfristig dokumentiert, fehlen derWeberei bisweilen Informationen überdie Rezeptur oder die Maschineneinstellungenzu älteren Versuchsanforderungen.Bei Kundenanfragen, die sichauf Bestandsartikel älterer Kollektionenbeziehen, kann dies ganz schnellzu einem unverhältnismäßigen Mehraufwandführen. Daher beauftragte AntonCramer den langjährigen IT-PartnerIT works unlimited (ITWU), eine digitaleund transparente Alternative für diezahlreichen Formulare zu entwickeln.„Die neue Lösung sollte dem Papierwustein Ende setzen und jedem, derin den Versuchsanforderungsprozessinvolviert ist, die Möglichkeit bieten,per Knopfdruck auf alle relevanten Produktionsdatenzuzugreifen.“ AertkensWunsch sollte bald in Erfüllung gehen.Im April 2011 traf er sich mit Carl Goos,Geschäftsführer bei ITWU, zu einerersten Betrachtung des Prozesses. DieEntscheidung, den Workflow auf IBMLotus Notes/Domino aufzusetzen, warbereits im Vorfeld getroffen worden.Schließlich betreut ITWU die Groupware-Plattformbei Anton Cramer schonseit mehreren Jahren und kennt sichmit umfangreichen Workflow-Funktionalitätenbestens aus.„Der Prozess ist unheimlich komplex,da er sich vom Vertrieb über denEinkauf zur Produktion und wiederzurück zieht, also einmal das ganzeUnternehmen durchläuft“, erinnertsich Goos an die erste Prozessanalyse.Aertken hatte bereits zu Beginn desJahres sämtliche Informationen derverschiedenen Formulare gebündelt ineinem Excel-Sheet aufbereitet und diesesin einigen Probeläufen im Betriebauf seine Vollständigkeit getestet. „Mitdem Excel-Sheet habe ich mich sehr gutauf unser Treffen vorbereitet. Dennochwar ich sehr verblüfft, wie schnell HerrGoos begriffen hat, was wir mit derneuen Lösung erreichen wollten. Dadurchwar auch der Nachbesserungsbedarfverschwindend gering.“Bereits im Sommer 2011 konnteAertken den ersten Prototyp des„Versuchsanforderungsworkflows“ in48MIDRANGE MAGAZIN · 07/2012


Augenschein nehmen und Änderungswünscheeinbringen. Nur einen Monatspäter konnten alle Beteiligten die Pilotversionauf Herz und Nieren testen.„Wir legen bei unseren Projekten stetsWert auf ein frühes Prototyping, damitdie Anwendungsentwicklung immerganz nah an den Anforderungen desKunden orientiert abläuft“, berichtetGoos. Diese Vorgehensweise hat sichbezahlt gemacht, wie Aertken weiß:„Durch die frühen Tests mit der Pilotversionkonnten wir auch noch einigeDaten mit in den Prozess integrieren,die vorher nicht aufgenommen wurden,die aber durchaus wichtig sind – sowohlfür den Vertrieb als auch für dieProduktion.“Die Anwendung, die im Oktober2011 final implementiertwurde, orientiert sich größtenteilsan den ursprünglichen Formularen.Der entscheidende Unterschiedist, dass die Mitarbeiternun alle Produktionsdatenan einem zentralen Ort festhalten.So wird nun nicht mehr einWust an Formularen durch dieAbteilungen gereicht, sondernein elektronischer Ordner, derdie verschiedenen Dokumentein einer Versuchsanforderungzusammenhält. Je nach Arbeitsschrittwerden die auszufüllenden Felder indem entsprechenden Dokument gelbmarkiert. So sehen die Bearbeiter sofort,welche Daten sie in ihrem Arbeitsschritteingeben sollten.Weitergeleitet wird das Dokumentautomatisch mithilfe der Workflow-Engine. Für diesen Automatismus griffdas Paderborner Softwarehaus aufden „ITWU Kernel“ zurück. In dieserAnwendungsplattform vereint der PaderbornerSoftware-Hersteller vieleGrundfunktionen von Lotus Notes/Domino,die in keiner Lösung fehlen dürfen.Wichtig für dieses Projekt war dieintegrierte Workflow-Engine. Goos erklärtwarum: „Mit der Workflow-Enginekönnen wir die Prozesslogik im Detailkonfigurieren und sicherstellen, dassdie Daten in den verschiedenen Arbeitsschrittenautomatisch an die richtigenStellen weitergeleitet werden.“Sobald der Vertrieb im ersten Arbeitsschrittdie Produktionsdaten fürdie Versuchsanforderung eingetragenund das Dokument weitergeleitet hat,erhalten die Mitarbeiter in der Webereieine E‐Mail mit der Aufforderung,die Versuchsanforderung dementsprechendherzustellen. Wenn das Dokumentim nächsten Arbeitsschritt angenommenwird, ändert sich auch der Statusdes Dokuments in der Datenbank.So ist für jeden Beteiligten auf einenBlick ersichtlich, in welchem SchrittAnhand der gelben Markierungen im Versuchsanforderungsdokumentweiß jede Abteilung, welche Daten sie in welchemArbeitsschritt eintragen muss. So wird sichergestellt,dass alle Daten sorgfältig dokumentiert werden. Quelle: ITWUdes Workflows sich die Versuchsanforderungbefindet. Sollte ein Dokumentin einem festgelegten Zeitraum nichtbearbeitet worden sein, erhalten dieentsprechenden Bearbeiter weitere Erinnerungsbenachrichtigungen,bis dasDokument weitergeleitet wird.Der Nutzen dieser neuen Lösungliegt für Aertken klar auf der Hand:die ungemeine Transparenz der Daten.„Der große Vorteil des digitalenWorkflows ist, dass er von den unterschiedlichenAbteilungen vielfältig genutztwerden kann. Die Techniker imBetrieb erhalten beispielswiese durchdie Versuchsanforderung ihre Arbeitsanweisungenwährend des Produktionsvorgangs.Unser Vertrieb nutzt dieDaten, um unseren Kunden bereitsvorhandene Stoffe näher zu bringen.Und die QS-Beauftragten können nachder Warenprüfung die gewünschtenProduktinformationen direkt aus derDatenbank abrufen und an den Kundenweitergeben. Das hat es vorher bei unsso nicht gegeben.“Die ursprünglichen Formulare gehörenseit der Produktivschaltung desVersuchsanforderungs-Workflows endgültigder Vergangenheit an. Das vonAertken entwickelte Excel-Sheet wurdeüber kurze Zeit noch parallel zur neuenAnwendung in Anspruch genommen.Doch bereits in der Nachproduktionder letzten Kollektion ist man bei AntonCramer dazu übergegangen, ausschließlichden digitalen Workflowzu nutzen. „Und das funktioniertwirklich einwandfrei. AlleLeute, die damit aktiv arbeiten,sind regelrecht begeistert“, weißAertken zu berichten. Selbstältere Bestandsartikel werdennun nach und nach in die neueLösung eingepflegt, damit dieDaten für Versuchsanforderungenspäterer Kollektionen zurVerfügung stehen.ITWU arbeitet zurzeit aneiner Anbindung des Versuchsanforderungs-Workflowsan dasunternehmensweite Daten-Repositoryin der iSeries von Anton Cramer. Dabeisollen ausgewählte Produktionsdatender Ausrüstungsversuche, die als neueoder veränderte Bestandsartikel finalin die Kollektionen einfließen, auf demGroßrechner abgelegt bzw. aktualisiertwerden. Diese dienen dann als Artikelstammdaten,die von sämtlichen Abteilungendes Unternehmens mit weiterenDaten – wie Preisen und Verkaufsstatistiken– ergänzt werden. Auch mitdiesem Projekt ist Aertken bisher sehrzufrieden, bringt es Anton Cramer dochnoch näher an sein ursprüngliches Zielheran: Stoffproduktion mit höchsterTransparenz. Katrin Stephan ówww.itwu.de07/2012 · MIDRANGE MAGAZIN49


SERVICEGLOSSEVORSCHAUBig TippfehlerBig Data beschäftigt derzeit Softwarehersteller wie Speicherwillige. RiesigeDatenmengen warten darauf, von cleveren Routinen durchstöbert,durchkalkuliert und auf Ähnlichkeiten untersucht zu werden. Die DNA einesMenschen ist inzwischen so schnell analysiert, dass Patienten noch nichtwieder aus dem Umkleideraum, die Ergebnisse aber schon auf dem Tabletdes behandelnden Arztes erschienen sind. Big Data kann durchaus wertvolleErkenntnisse liefern – und damit ist nicht das Gerücht gemeint, dass rund einViertel der Facebook’schen Server für die Speicherung der Buchstabenkombinationlol zum Einsatz kommen. Alle fünf Jahre verzehnfacht sich angeblichdas Datenvolumen – da ist es direkt löblich, wenn ab und an mal jemandÜberflüssiges löscht, egal ob gezwitschert oder rein sozial gepostet. Kleinviehmacht schließlich auch Mist und damit Durchsuchungsarbeit. Wennausgerechnet Politiker sich die Zeit nehmen, ihre flugs um die Welt geschicktenTweets ins Nirvana zu verbannen, hat das meist wenig mit „Stoppt denWeb-Müll“ zu tun. Den Spontan-Tweets folgt vielerorts eine verspätete Rechtschreibprüfung,mitunter will man sich auch von inhaltlichen Irrtümern oderechten geistigen Fehltritten trennen. Das geht potzblitz: delete tweet.Nichts ist interessanter als eines Politikers Geschwätz von gestern – dasfinden offenbar die Macher von politwoops, einer Website, auf der ausschließlichgelöschte Politiker-Tweets zu finden sind. Die deutsche Variante wird vermutlicheher als Rudiment vor sich hin dümpeln – 140 Zeichen reichen hierzulandeschon dem geneigten Durchschnittsuser kaum, um einen konkretenSatz zu Ende zu bringen. Wie soll es da politically korrekten Gedankengängengehen? Tweets leben von Geschwindigkeit, die gute alte Faustformel „Schlafeine Nacht drüber“ kann also für dieses Medium kaum angewandt werden.Einmal tief durchatmen sollte dennoch jeder, der einen Tweet wie diesen zuverantworten hat: „Unsere Partei fokussiert ausschließlich ihre Fähler“. Deletetweet – und neuer Versuch: Ein W für das F oder ein e für das ä kaufen.Archiviert bleibt das Statement – so oder so.IH óMIDRANGE MAGAZIN 8/2012erscheint am 24. 7. 2012SCHWERPUNKTSocial Media im Intra- undInternetKundenbeziehungsmanagement (CRM)profitiert von der Einbindung sozialerNetzwerke.Unified MessagingNahtloses Zusammenspiel von E-Mail,Social Networks, VoIP und CTI.BranchenbrennpunktBanken und VersicherungenMARKTÜBERSICHTTools für EDI, XML, Barcode,RFIDpressureUA, iStockphoto.comInserentenimpressumCSP . . . . . . . . . . . . . . 2www.csp-gmbh.deEPOS . . . . . . . . . . . 11www.eposgmbh.comGFI . . . . . . . . . . . . . 45www.gfi.netIT & Business . . . . . 52www.itandbusiness.deK+H . . . . . . . . . . . . . 3www.kh-software.deLaurus . . . . . . . . . . 42www.laurus.chProfi . . . . . . . . . . . . 31www.profi-ag.deRaz-Lee . . . . . . . . . . 37www.razlee.deRM Infotech . . . . . . 42www.rm-infotech.deToolmaker . . . . . . . 51www.toolmaker.deUBL . . . . . . . . . . . . 19www.ubl-is.deULC . . . . . . . . . . . . 42www.ulc.deWilsch . . . . . . . . . . 39www.wilsch.deWMR . . . . . . . . . . . . 21www.wmr.atMIDRANGE MAGAZINISSN 0946-2880Herausgeber: Klaus-Dieter JägleREDAKTIONTel. +49 8191 9649-26E-Mail redaktion@midrange.deRainer Huttenloher (rhh), Chefredakteur(V.i.S.d.P.), Klaus-Dieter Jägle (kdj),Martina Weber (MW), Irina Hesselink (IH),Klaus-Peter Luttkus (KPL), RobertEngel (RE), Jörg Zeig (JZ)ANZEIGENVERWALTUNG/MEDIABERATUNGBrigitte Wildmann, Tel. +49 8191 9649-24E-Mail brigitte.wildmann@midrange.deANZEIGEN/MEDIABERATUNGMichaela Koller, Tel. +49 8191 9649-34E-Mail michaela.koller@midrange.deBezugspreis (Jahresabo):Inland € 149,– inkl. MwSt., Ausland € 169,–Erscheinungsweise: 12 Ausgaben pro JahrGültige Anzeigenpreisliste: Nr. 21/2012Urheberrecht: Alle im MIDRANGE MAGAZINerschienenen Beiträge sind urheberrechtlichgeschützt. Alle Rechte, auch Übersetzungen,vorbehalten. Reproduktionen, gleich welcherArt, ob Fotokopie, Mikrofilm oder Erfassungin Datenverarbeitungsanlagen, nur mitschriftlicher Genehmigung des Verlages.Hiervon ausgeschlossen sind abgedruckteProgramme, die dem Leser zum ausschließlicheigenen Gebrauch zur Verfügung stehen.Aus der Veröffentlichung kann nichtgeschlossen werden, dass die beschriebeneLösung oder verwendete Bezeichnung freivon gewerblichen Schutzrechten ist.Haftung: Für den Fall, dass im MIDRANGEMAGAZIN unzutreffende Informationenoder in veröffentlichten Programmen oderSchaltungen Fehler enthalten sein sollten,kommt eine Haftung nur bei grober Fahrlässigkeitdes Verlages oder seiner Mitarbeiterin Betracht.Namentlich gezeichnete Beiträge gebennicht unbedingt die Meinung der Redaktionwieder. 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