Viel Licht und Luft, Platz und Komfort

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Viel Licht und Luft, Platz und Komfort

NL Strategie Stallbau

Viel Licht und Luft,

Platz und Komfort

Aktuelle Trends bei

Bau und Ausrüstung

von Milchviehställen

Die Haltungsbedingungen haben

neben Zucht, Fütterung und

Herdenmanagement eine wesentliche

Bedeutung für hohe Tierleistungen

und damit für die

Wirtschaftlichkeit in der Milchviehhaltung.

Insbesondere der

verschärfte Kostendruck zwingt

zu vereinfachten und gleichzeitig

gut funktionierenden Lösungen

für Milchviehställe.

DR. FRITZ-WILHELM VENZLAFF

von der Landesanstalt für Landwirtschaft

des Landes Brandenburg

zeigt die aktuellen Tendenzen

beim Um- und Neubau auf.

Z

ielstellung beim Stallbau für

Milchvieh sind optimale Haltungsbedingungen

für die Tiere.

Höhere Milchleistung, verbesserte

Effektivität und tiergerechte Gestaltung

sind unter einen Hut zu bringen. Auch

heute gibt es keine „Schubladenlösungen“

für Milchviehställe. Denn jeder Betrieb hat

spezifische Bedingungen, Anforderungen

und Möglichkeiten, die individuell bei Stallbau

und Stallausrüstung sowie Bewirtschaftung

zu berücksichtigen sind.

Abhängig von den spezifischen Bedingungen

(Standort, Eigenleistungen, Materialbeschaffung)

liegt der Investitionsbedarf für

Umbauten zu Boxenlaufställen zwischen

3.200 und 4.700 DM und für Neubauten

zwischen 5.200 und 7.800 DM.

Trend geht zum Außenklimastall

In der landwirtschaftlichen Praxis zeigt

sich, dass die Haltung der Milchkühe im

Liegeboxenlaufstall eine tier- und leistungsgerechte

Variante darstellt, die auch in den

nächsten Jahren offensichtlich die Hauptausführungsform

sein wird. Durch eine

62 Neue Landwirtschaft 9 · 2001

zweckmäßige Trennung der Bereiche Fressen/Bewegen/Liegen/Melken

wird sowohl

eine rationelle Bewirtschaftung als auch

eine tiergerechte Haltung der Kühe ermöglicht.

Betrachtet man die Entwicklung der letzten

Jahre, so findet man vor allem eine Vervoll-

kommnung der Liegeboxenlaufställe in

Richtung Kaltstall-Außenklimastall-Offenfrontstall

(Abbildungen 1 und 2). Diese

Entwicklung dient dem besseren Wohlbefinden

der Tiere nach dem Grundsatz: „Der

Stall ist vor allem Aufenthaltsbereich der

Kühe – nicht des Menschen“.

Wickellüftung Futtertisch

Wickellüftung

Laufgang

Fressgang

Firstschlitz mit Luftleitblechen

Fressgang

Laufgang

2,5 … 2,6 2,5 … 3,0 4,6 … 4,8 ≥3,5 ≥5,0 ≥3,5 4,6 … 4,8 2,5 … 3,0 2,5 … 2,6

≈ 31,2 – 32,8


Der Trend zum Außenklimastall bedeutet,

dass der Oberbau als Leichtbau-Hallenkonstruktion

ausgeführt wird, welche problemlos

auf dem Betonunterbau zu montieren

ist. Dabei werden in letzter Zeit vor

allem Hallenkonstruktionen aus Stahl verwendet.

Die modernen Stallgrundrisse zeichnen sich

durch lange, klare Futter- und Entmistungsachsen

aus.

Bei der Frage Fest- oder Flüssigmist geht

die Entwicklung nach wie vor in Richtung

einstreuarmer Boxenlaufställe auf Flüssigmistbasis.

Boxenlaufstallvarianten mit

Einstreu und Festmist verlieren weiter an

Bedeutung. Dies resultiert vor allem aus

den hohen Kosten der Strohkette.

Beim Boxenlaufstall mit Flüssigmist lassen

sich zwei grundsätzliche Varianten unterscheiden:

● einstreuarm betriebene Liegeboxen

und planbefestigte Laufgänge, Räumung

der Gänge mit Mistschieber und

Abwurf der Gülle in Querkanäle, die

im Gangbereich beispielsweise mit

Schrägrosten überspaltet sind, und

Variables

Außenklimanetz

Futtertisch

Fressgang

Lichtfirst

Laufgang

● einstreuarm betriebene Liegeboxen

und Spaltenböden auf den Laufgängen,

darunter Güllekanäle mit

überwiegend Stau-Umpump-System.

Geringe Einstreumengen von maximal

0,5 kg Strohmehl oder -häcksel pro Tier

und Tag ermöglichen die Bewirtschaftung

des Stalles auf Flüssigmistbasis.

Gegenwärtig sind als Beispiel vor allem

zwei Stallbauvarianten zu nennen: bei einseitigem

Futtertisch der vierreihige Boxenlaufstall/Offenfrontstall

und bei doppelseitigem

Futtertisch der 2� 3-reihige

Boxenlaufstall/Außenklimastall.

Helle, luftige Stallinnenräume

Seit dem Beginn der 90er Jahre wurden

einfache Luftzuführungen – wie Spaceboard

und Windschutznetze im Trauf- bzw.

im oberen Wandbereich in Verbindung mit

verschiedenen Ausführungsformen des

sogenannten Lichtkuppelfirstes – eingesetzt.

Diese Entwicklung hat eine größeren

Traufhöhe und damit ein größeres Luft-

Außenklimanetz,

Wickellüftung o. ä.

Laufgang

4,0 … 5,5 > 3,5 2,5 … 2,6 2,5 … 3,0 4,6 … 4,8 2,5 … 3,0 2,5 … 2,6

21,4 … 24,8

19,4 … 21,3 (Variante teilweise Überdachung des Futtertisches)

Der breite

schieberberäumte

Fressgang ermöglicht

einen

ungehinderten

Kuhverkehr

und ist zur

Verbesserung

der Rutschfestigkeit

mit

einem

Rautenmuster

ausgestattet.

Fotos: Zube (1),

Autor

Abbildung 1 (links):

Boxenlaufstall/

Außenklimastall mit

3+3 Reihen, Liegeboxen

mit Komfortfußboden

und leichter

Stroheinstreu sowie

planbefestigten,

schieberberäumten

Laufgängen.

Abbildung 2 (rechts):

Außenklimastall/

Offenfrontstall mit

vier Reihen, Liegeboxen

mit Komfortfußboden

und leichter

Stroheinstreu, Gänge

mit breitstegigen

Spaltenfußböden

ausgelegt.

volumen je Tierplatz sowie verbesserte

Licht- und Klimaverhältnisse im Stall zum

Ziel. Zwar ermöglichten Spaceboard und

Netze eine wesentlich bessere Frischluftzufuhr

als vorher, jedoch gelangt bei einfachem

Spaceboard oder bei Windschutznetzen

in der Regel im Sommer zu wenig

und im Winter zu viel Luft in den Stall.

In letzter Zeit kommt sowohl bei Neubau

als auch bei Umbau vor allem die sogenannte

Wickellüftung zum Einsatz, die den

Ansprüchen an eine optimale Klimagestaltung

noch besser Rechnung trägt:

● Im Sommer ist bei geöffneten Seitenwänden

ein hoher Luftaustausch durch

die Kombination Querlüftung und

First-Entlüftung möglich.

● Dagegen wirkt im Winter, bei bis auf

den Traufspalt hochgezogenen Seitenwandrollos,

vor allem das Prinzip der

Trauf-First-Lüftung.

Der Öffnungsgrad der Seitenwände lässt

sich stufenlos über Motorantrieb, bei einfacheren

Varianten auch per Hand, einstellen.

Bei Anwendung der Wickellüftung ist darauf

zu achten, dass der Dachüberstand –

insbesondere an der Wetterseite – mindestens

einen Meter beträgt. Auf diese Weise

werden direkte Sonneneinstrahlung und

ein Hineinregnen in die Außenboxenreihen

vermieden. Die Gestaltung der Außenwände

mit strapazierfähigen, hellen, lichtdurchlässigen

Kunststoffplanen, wie sie aus

den USA bekannt sind, bietet gute Möglichkeiten

der angepassten Frischluftversorgung

im Stall.

Helle Stallinnenräume sind günstig für

das Wohlbefinden der Kühe. Sie sind somit

als integraler Bestandteil des modernen

Milchviehstallbaues zu sehen. Eine

Lichtstärke von 150 Lux in Kopfhöhe des

Liegebereiches sollte angestrebt werden.

Es ist bekannt, dass Lichtregimes über täglich

16 bis 18 Stunden die Milchleistung

um bis zu 10 % erhöhen können.

Wie die praktischen Erfahrungen zeigen,

ist für ein gutes Stallklima eine ausreichende

Stallhöhe in Verbindung mit entsprechender

Dachneigung erforderlich.

Deshalb ist eine Dachneigung von 20 bis

25° als günstig einzuschätzen. Die Traufhöhe

beträgt 3,0 bis 4,5 m (dabei sollte die

Traufhöhe von 3 m eher für Rekonstruktionsmaßnahmen

gelten). Gleichzeitig ist

als Planungsgröße ein Stallvolumen von

40 m3pro Hochleistungskuh zu veranschlagen.

Bei der Kombination einer großen

Traufhöhe und entsprechender Dachneigung

sowie guter Luftdurchströmung (durch

entsprechende Öffnung der Seitenwände

u. ä.) kann letztendlich auf einfache und

kostengünstige Materialien für die Dacheindeckung

zurückgegriffen werden (zum

Neue Landwirtschaft 9 · 2001 63

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NL Strategie Stallbau

Die Abtrennung zum Futtertisch erfolgt heute vorwiegend mit

Nackenriegeln. Nur ein Teil der Fressplätze (etwa 10 bis 20 %)

sind mit Selbstfangfressgittern ausgerüstet.

rechts: Wickellüftung an einem Boxenlaufstall/Außenklimastall

in der warmen Jahreszeit, geöffneter Zustand.

Beispiel Trapezblech). So wird Kondenswasser

an der Dachunterseite vermieden oder

zumindest in Grenzen gehalten.

Ständig freier Zugang zum Futter

Der freie, ungehinderte Zugang zum Futter

ist für hohe Milchleistungen von entscheidender

Bedeutung. Eine Kuh muss

bei den heutigen Leistungsanforderungen

täglich mehr als 25 kg Trockenmasse aufnehmen,

was einer Futtermenge von etwa

60 kg entspricht. Vor allem der Einsatz von

Total-Misch-Rationen erfordert den ungehinderten

Kuhverkehr und den freien

Zugang zum Futtertisch. Der Fressbereich

ist so zu gestalten, dass einerseits die Kühe

das Futter ruhig und bequem aufnehmen

können und andererseits der Tierhalter das

Futter rationell kann.

Es ist zu berücksichtigen, dass Hochleistungskühe

etwa acht Stunden pro Tag fressen.

Bei der Stallplanung ist deshalb ein

Tier-Fressplatz-Verhältnis anzustreben, das

nicht höher als 2 : 1 liegt. Bei einer Fressplatzbreite

von 0,65 bis 0,75 m und einem

Tier-Fressplatz-Verhältnis von 1,5 :1 sind

täglich auf jeder Futtertischseite 125 bis

135 kg Futter je laufendem Meter zu verteilen.

Daher sind für einseitige Futtertische

wenigstens vier Meter und für beidseitige

Futtertische mindestens fünf Meter Breite

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erforderlich. Das Sohlenniveau des Futtertisches

sollte nach heutigen Erfahrungen

15 bis 20 cm über dem Bodenniveau der

Fressgänge liegen.

Um die Futteraufnahme günstig zu beeinflussen,

muss die Oberfläche des Futtertisches

zumindest in den von den Tieren zu

erreichenden Bereichen (sogenannter Fressradius)

eine glatte, verschleißfeste Oberfläche

aufweisen. Das betrifft auf beiden

Seiten des Futtertisches eine Breite von je

etwa 0,8 bis 1,0 m.

Zum ungehinderten Futterzugang gehört

auch eine ausreichende Breite des direkt

am Futtertisch befindlichen Fressganges.

Dieser muss so bemessen sein, dass hinter

den fressenden Tieren ein ungehinderter

Kuhverkehr stattfinden kann. Daher

wird eine Fressgangbreite von wenigstens

3,5 m empfohlen. Als Abgrenzung zum

Futtertisch kommen derzeit vor allem Nackenriegel

zum Einsatz. Nur ein Teil der

Fressplätze (etwa 10 bis 20 %) werden mit

Fangfressgittern – vor allen Dingen zu Selektionszwecken

– ausgestattet.

Stets ausreichend sauberes Wasser

Freier Zugang zu frischem, sauberem Tränkwasser

ist für hohe Milchleistungen genauso

wichtig wie freier Zugang zum Futter.

Hochleistungskühe nehmen täglich

mehr als 100 Liter Wasser auf. Nach dem

Melken ist der Wasserbedarf der Tiere besonders

hoch. Eine Kuh säuft etwa 10 Liter

in 30 Sekunden. Dementsprechend sollten

Tränken eine Wasserzulaufkapazität von

wenigstens 20 l/min aufweisen.

Empfehlenswert sind zu kippende, einfach

zu reinigende Trogtränken. Da in der

kalten Jahreszeit im Außenklimastall Temperaturen

unter dem Gefrierpunkt auftreten,

ist es notwendig, frostsichere Wasserzuleitungen

und Tränken zu verwenden.

Der Einfluss von vorgewärmtem Tränkwasser

auf die Milchleistung muss noch

durch weitere Untersuchungen abgeklärt

werden.

Für 20 Kühe ist jeweils ein Tränkplatz zu

planen.

Komfortabel und lange liegen

Noch vor 10 bis 15 Jahren galten als Standardmaße

für gut funktionierende Liegeboxen

1,10 � 2,25 bis 2,30 m, für die Laufgangbreite

am Futtertisch 3m und zwischen

den Boxenreihen 2 m.

Für Wandboxen wird heute eine Länge von

2,50 bis 2,60 m und für Boxen in der Doppelreihe

von 2,30 bis 2,40 m gefordert. Die

empfohlene Boxenbreite liegt bei 1,20 m.

Als wichtige Voraussetzung für lange Liegezeiten

müssen die Boxen ein ungehin-

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NL Strategie Stallbau

dertes Ablegen, Ruhen und Aufstehen der

Tiere ermöglichen. Trockene, saubere, geräumige

Boxen mit weicher Auflage werden

gerne von den Tieren angenommen.

Es sind Liegezeiten von mehr als 12 Stunden

pro Tag für Hochleistungskühe anzustreben,

denn letztendlich wird durch lange

Liegezeiten die Milchleistung positiv beeinflusst.

Die Boxenliegeflächen sollten komfortabel

gestaltet werden. Davor ist das sogenannte

Bugbrett anzubringen. Es verhindert

in Verbindung mit dem Nackenriegel

eine übermäßige Verschmutzung.

Hochboxen sollten leicht mit Strohmehl

oder Strohhäcksel eingestreut und mindestens

einmal täglich gereinigt werden.

Wie Beispiele aus der Praxis zeigen, konnte

durch die Anwendung von Weichbettvarianten

in Hochboxen u. a. die Gliedmaßengesundheit

der Kühe und damit das Wohlbefinden

und die Milchleistung innerhalb

kurzer Zeit deutlich gesteigert werden.

Für das Ablaufen von Flüssigkeiten aus

den Liegeboxen ist es zweckmäßig, den

Boxenfußboden mit einer Neigung von

4 % zum Laufgang hin auszustatten.

Zur zweckmäßigen Gestaltung von Hochboxen

beträgt die Kotstufenhöhe zwischen

Laufgang und Boxenliegefläche rund 20cm.

Aufkantungen, Rohre oder Bohlen als hinterer

Boxenabschluss liegen gegenwärtig

nicht im Trend. Auf diese Weise wird u. a.

das Reinigen der Boxen erleichtert.

Bei den seitlichen Abtrennungen geht die

Entwicklung hin zu freitragenden Liegeboxentrennbügeln.

Durch deren Anwendung

wird einerseits eine eindeutige Lage

der Tiere und andererseits genügend Bewegungsfreiheit

vor allem im hinteren unteren

seitlichen Boxenbereich ermöglicht.

Die Verletzungsgefahr verringert sich.

Neben den komfortablen Hochboxen sei

an dieser Stelle die zweite wichtige Entwicklungsrichtung

genannt, nämlich die

Tiefbox mit Strohmatratze oder Sandbett.

Der Einsatz der Sandbox bedarf allerdings

besonderer Voraussetzungen und der weiteren

regionalen Prüfung.

Sowohl für Hochbox als auch für Tiefbox

ist ein wesentlicher Bestandteil des Kuhkomforts,

dass sich im Kopf-Schwungbereich

keine störenden Rohre o. ä. befinden.

Dies erleichtert der Kuh das Hinlegen und

Aufstehen in der Box, was dem Liegewunsch

in den Boxen entgegenkommt.

Der Bodenbeschaffenheit

mehr Aufmerksamkeit schenken

Lauf- und Fressgänge sind die Verkehrswege

des Milchviehs im Boxenlaufstall.

Wichtig für eine gute Klauenbeschaffenheit

der Tiere sind saubere, trockene,

rutschfeste und trittsichere Bodenverhält-

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nisse, die gleichzeitig ausreichend Klauenabrieb

gewährleisten. Außerdem sind

die Gänge so zu bemessen, dass sich die

Kühe nicht gegenseitig behindern. Die aktuellen

Beratungsempfehlungen liegen bei

2,50 bis 3,00 m für die Laufgangbreite

zwischen zwei Boxenreihen und mindestens

3,50 m Fressgangbreite am Futtertisch.

Weiterhin sollte für kurze Wege zum

Futter nach jeweils 12 bis 15 Boxen ein

Quergang von mehr als 2,5 m Breite eingeplant

werden.

Die Gänge dürfen grundsätzlich nicht als

Sackgasse enden.

Wenn Tränkeinrichtungen, z. B. Trogtränken,

in Quergängen eingeordnet sind, so

ist dies bei der Gangbreite zu berücksichtigen.

Bei der Gestaltung von Laufgängen unterscheidet

man gegenwärtig zwei Hauptvarianten:

Planbefestigte Laufgänge

● Die Gangoberfläche besteht aus rau

abgezogenem Beton bzw. Beton mit

Rautenmuster oder aus Gussasphalt.

● Wichtig ist, dass Unebenheiten sowie

scharfe, abgesplitterte Kanten vermieden

oder beseitigt werden.

● Ein häufiges Abschieben, vorzugsweise

durch stationäre Schieber, ist

zu gewährleisten.

Laufgänge mit Spaltenfußböden

● Die Spaltenböden bestehen vorzugsweise

aus Flächenelementen aus

hochwertigem Beton.

● Die Auftrittsbreite sollte wenigstens

8 cm aufweisen und die Spaltenbreite

zwischen 3 und 3,5 cm liegen.

● Weiterhin ist darauf zu achten, dass

nach dem Einbau scharfe Kanten der

Schlitze beseitigt werden.

Vor allem aus Gründen des geringeren Investitionsaufwandes

geht die aktuelle Entwicklung

hin zu planbefestigten Laufgängen.

Kuhställe mit solchen Laufgängen sind

je Kuhplatz etwa 400 bis 800 DM kostengünstiger

als mit Spaltenböden ausgerüstete.

Bei den größeren Laufflächen in neu geplanten

Ställen ergibt sich zwangsläufig

ein geringerer Kuhbesatz pro Flächeneinheit.

Dadurch tritt eine höhere Verschmutzung

von Laufgängen mit Spaltenböden

auf. Hier können beispielsweise zusätzliche

stationäre Schieber Abhilfe schaffen.

Zusammenfassung

Im Stallbau für Milchvieh vollzog sich in

den letzten Jahren ein Wandel mit dem

Ziel, durch viel Luft, Raum für Bewegung

und gutes Stallklima das Wohlbefinden

der Tiere zu verbessern. Dabei steht die

Erhöhung des Kuhkomforts mit folgenden

Schwerpunkten im Mittelpunkt der Investitionstätigkeit:

● breite, trittsichere Verkehrswege,

● freier, ungehinderter Zugang zu Futter

und Wasser,

● tiergerechte Liegeboxen sowie

● viel frische Luft und natürliches Licht.

Unter diesem Blickwinkel ist davon auszugehen,

dass sich das Investitionsgeschehen

in der Milchviehhaltung in der

nächsten Zeit vor allem auf die folgenden

Schwerpunkte konzentrieren dürfte:

1. Die grundlegende Rekonstruktion

vorhandener Ställe, die bisher noch

nicht oder nur teilweise modernisiert

wurden

Insgesamt gesehen ist weiter zu erwarten,

dass auch bei Umbaumaßnahmen verstärkt

Gesichtspunkte des Außenklimastalles an

Bedeutung gewinnen werden.

2.Die kostengünstige Anpassungsmodernisierung

in Richtung weiter verbesserter

Haltungsbedingungen bei den

in der zweiten Hälfte der 90er Jahre neu

gebauten oder grundlegend modernisierten

Milchviehställen, in denen bereits

gute Leistungen erzielt werden

Vorrangig sei auf die mit relativ geringem

Aufwand zu realisierende Nachrüstung

von Liegeboxen mit Komfort-Liegematten

und Bugbrett hingewiesen. Wie verschiedene

Praxisbetriebe zeigen, ist so

durch weniger Gliedmaßenprobleme und

Verlängerung der Liegezeiten eine deutliche

Steigerung der Milchleistung innerhalb

kurzer Zeit möglich.

3.Der Neubau von Boxenlaufställen,der

natürlich die besten Möglichkeiten für

optimale Haltungsbedingungen bietet

Vor allem, wenn Fragen des Produktionsstandortes

stehen, können Neubauvarianten

die zweckmäßigste und unter Umständen

auch die kostengünstigste Lösung

darstellen.

Welche Systeme bzw. Teilsysteme im Einzelfall

angewendet werden, entscheidet

letztendlich jeder Landwirt selbst.

Insgesamt gesehen ist auf jeden Fall zu erwarten,

dass die weitere Optimierung der

Haltungsbedingungen in den nächsten

Jahren ein wichtiger Schritt zu tiergerechteren

Ställen und Stalleinrichtungen

sowie gleichzeitig zu einer verbesserten

der Effektivität in der Milchviehhaltung

sein wird. (mö) NL

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