Analyse der Zahlen - Mountain Wilderness Schweiz

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Analyse der Zahlen - Mountain Wilderness Schweiz

Touristischer Interessensnachweis von HeliskiingRegion Wallis-SüdostAnalyse der Zahlen1 HintergrundSeit Sommer 2008 laufen die Verhandlungen um die Gebirgslandeplätze unddas Heliskiing. Erste Gespräche fanden im Wallis zu denGebirgslandeplätzen im Raum Zermatt statt. Bei der Vernehmlassungbemängelten die Umweltverbände, dass der vom Bundesrat gefordertetouristische Interessensnachweis nicht vorhanden war. Seit 18. Dezember2009 liegt die Studie «Touristischer Interessennachweis von Heliskiing» fürdie Region Wallis Süd-Ost nun vor. Sie will mit überhöhten Zahlen und z.T.auch nicht korrekten Aussagen ein übersteigertes Interesse nachweisen. AlsAlpenschutzorganisation sehen wir die Argumente der Helilobby zu starkgewichtet und fürchten, dass die Studie ein weiterer Grund sein wird, dieFrage des Heliskiings ohne Berücksichtigung des Natur- undLandschaftsschutzes zu entscheiden.2 Beispiele aus der StudieSeite 9, 2.2.: Angebot und Nachfrage des Heliskiings«Im Jahr 2008 fanden über 24'000 gewerbsmässige Bewegungen mitLandungen auf den Schweizer GLPs statt mit rund 22'000 Passagieren.»Die Bazl Statistik (Formular T4.6) «Bewegungen und Passagiere, 2008» (aufdie GLP) weist zwar über 24'000 Bewegungen von Helikoptern mit rund22'000 Passagiere aus. Dabei handelt es sich aber nicht nur um«gewerbsmässige» Bewegungen von Helikoptern, sondern umgewerbsmässige Bewegungen und Bewegungen für Übung/ Training vonHelipiloten. Es besteht somit der Verdacht, dass das vorliegende Papier mitca. 50% höheren Zahlen ein Bedürfnis nach Heliskiing ausweisen soll!Seite 24, 3.3 Direkter Nutzen des Heliskiing in ZermattVergleichsgrössen: Der Gesamtumsatz von Air Zermatt beträgt ca. 12 – 15Mio. Franken. Heliski Umsätze machen ca. 11% aus.Aus einem Interview mit Gerold Biner, Geschäftsleiter der Air Zermatt (aus:Financial Times, London, 12. Mai 2005): «Out of our total annual turnover ofaround SWFR 10m a year, over 5 per cent comes from heliskiing flights». Esstellt sich die Frage: Wie konnte die Air Zermatt den Umsatz durch dasHeliskiing innert 5 Jahren um mehr als verdoppeln?


Touristischer Interessensnachweis von Heliskiing, Analyse 2Seite 18, 3.1. Bezug zum HeliskiingZermatt zielt bewusst nicht auf den «sanften Tourismus».Die Frage stellt sich, ob heute, im Zeichen der globalen Klimaerwärmung,sich eine einzelne Gemeinde so explizit für eine nicht nachhaltigetouristische Entwicklung einsetzen darf? Heliskiing dürfte damit den Zielendes Bundesrates (CO2-Gesetz) zuwider laufen!Seite 20, 3.2. Angebot und Nachfrage des HeliskiingsAeschhorn: Der GLP Aeschhorn liegt in einem nicht durch Bergbahnenerschlossenen Gebiet. Seit der Schliessung des GLP Trift im Jahr 2003 hat erdeutlich an Attraktivität eingebüsst.Auch wenn der Kanton Wallis und die Air Zermatt es nicht wahr habenwollen: Die Trift war nie ein vom Bazl bezeichneter Gebirgslandeplatz (GLP).Die Air Zermatt ist jahrelang illegal und gewerbsmässig bei der Triftgelandet und hat Passagiere aufgenommen. Auf Anzeige von MountainWilderness (2005) musste das Bazl diese illegale Praxis der Air Zermattstoppen und büsste den Verwaltungsrats-Präsidenten und 10 Piloten der AirZermatt mit gegen Fr. 20'000 Franken.Nicht erwähntAm vorliegenden Papier ist zusätzlich auch interessant; was fehlt! Nichtbehandelt werden die touristischen Flugbewegungen, respektive Landungenvon Flächenflugzeugen auf den Gebirgslandeplätzen. Im Jahresdurchschnittder Jahre 2001/2002 landeten Piloten mit ihren Flugzeugen rund 500-mal(Bazl-Statistik 2002) auf den 5 GLP Monte Rosa Satteltole, Testa Grigia,Aeschihorn, Unterrothorn und Alphubel. Diese Tatsache gehört zwingendebenfalls in das Papier «Touristischer Interessensnachweis» des KantonsWallis.Bern, April 2010

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