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kostenloswww.artinfo-magazin.deart infoKunstmagazin für die Regionen Karlsruhe und Rhein-Neckar - 1. Jahrgang, Ausgabe 2, November / Dezember 2007Tatort Mannheim: Die Kunstzene der Stadt


Kunstmagazin für die Regionen Karlsruhe und Rhein-Neckar - 1. Jahrgang, Ausgabe 2, November / Dezember 2007Kunstmagazin für Stuttgart und die Region - 4. Jahrgang Ausgabe 2, März/April 2007InhaltKunstTitel ISpurensuche in MannheimKunsttitel IIInterview mit Mannheimer GaleristenSeite 4Seite 7art infoLiebe Leserin, lieber Leser,Die Kunst in Mannheim fand kürzlich überregionale Beachtung -allerdings auf eine andere Art, als sich das in Mannheim so mancherwünschte. Rolf Lauer wurde als künstlerischer Direktor der KunsthalleMannheim abgesetzt, da er es neben Etatproblemen angeblich nichtverstand, die Kunst in der Stadt voranzubringen und neue, weithinwahrgenommene Zeichen zu setzen. Zynisch, dass ausgerechnet seineAbsetzung die sonst so erhoffte überregionale Beachtung fand.Kunsttitel IIINina Hoffmann in derKunsthalle MannheimKunstereignisFilmische Wahrheiten im KunstvereinHeidelbergSeite 10Seite 12Tatort Mannheim: Die Kunstzene der Stadtart infoDass sich Mannheim nicht hinter anderen Städten verstecken muss,wollen wir in dieser Ausgabe zeigen. Wir bringen in zwei Artikeln undeinem ausführlichen Interview mit vier Mannheimer Galeristen einenkleinen Einblick, was in der Stadt in Sachen Kunst passiert. Sicherlichsind die drei Artikel nicht repräsentativ, sondern eher eine Momentaufnahme.Trotzdem denken wir, dass die Beiträge aufzeigen können, dasssich ein Ausflug in die Stadt lohnt.KunstereignisO. H. HajekKunstkalenderVeranstaltungen und Ausstellungenin der Region Karlsruhe/MannheimKunstportraitAndreas LauKunstankündigungenThomas Lehnerer in Ettlingen,Jahresausstellung 2007/2008 derAkademie Karlsruhe, Joseph HeegPeter Wüthrich, Tumi Magnússonin MannheimZeichensprache in Ludwigshafen,Grünewald in KarlsruheKunstereignisDeutsche und amerikanische Malereiim Museum BurdaKunsträtselKunstbuch10 Jahre Fondation BeyelerKunstadressenImpressumSeite 14Seite 16Seite 18Seite 21Seite 22Seite 23Seite 24Seite 26Seite 27Seite 28Seite 30Titelseite:Interieur, Tödlicher Unfall, Mannheim,s/w Fotografie, frühe 1960er Jahre, ausder Ausstellung 'Spurensuche'Reiss-Engelhorn-Museen Mannheimart info erscheintin den RegionenKarlsruhe / Rhein-Neckarund Stuttgart.Sichern Sie sich gleichjetzt Ihr persönlichesAbonnement.> eine Region:24 € pro Jahr(6 Ausgaben)> zwei Regionen:30 € / Jahr(2 x 6 Ausgaben)Weitere Informationenund Bestellung:www.artinfo-magazin.dePer Mail an:abonnement@artinfomagazin.deOder schriftlich an:art info, Olgastraße 58/A,70182 StuttgartEine wichtige Institution fehlt übrigens in unserer Ausgabe: der KunstvereinMannheim, der einen wichtigen Beitrag des kulturellen Lebensin der Stadt erbringt. Wir haben den Kunstverein angeschrieben underbaten Informationsmaterial zu der im November beginnenden Ausstellungder Künstlerin Benedicte Peyrat. Leider reagierte der Kunstvereintrotz mehrfacher Versuche noch nicht einmal ansatzweise aufunsere Anschreiben, so dass wir den Artikel nicht abfassen konnten.Diese fehlende Presse- und Öffentlichkeitsarbeit dürfte häufig einer derwahren Gründe dafür sein, warum selbst beachtenswerte Ausstellungenein Schattendasein führen. Dass es auch anders laufen kann, zeigendie Museen Ritter und Frieder Burda - vielleicht kein Zufall, dass beideMuseen private Träger haben.Ihre HerausgeberCornelia RiederGötz GußmannSeite 2Seite 3


Vorsicht! Unfall, Mannheim, s/w Fotografie, 1960er JahreGarten, Mord, Mannheim, s/w Fotografie, späte 1960er JahreKunsttitel ISchöner Schein und kalter TodDie Reiss-Engelhorn-Museen zeigen PolizeifotografienMannheim ist auf Spurensuche. Sozumindest suggeriert die Ausstellungdes Museums Weltkulturen der REMmit Fotografien aus den Archiven derPolizei. Wer dabei gleich Blut leckt undwilde Verfolgungsjagden erwartet, istim falschen Programm. Und wer einenRiesen-Grusel erhofft, sollte zunächstmal nach nebenan gehen ins Nachbarmuseum- dort fanden Mitarbeiter voreiniger Zeit einen Haufen Leichen imKeller - nur Mumienobjekte, zugegeben,aber daraus erwuchs die größteSchau jener verschrumpelten Verpackungstotenbzw. Verwesungsverweigerer,gegen die die immer mal wiedertourenden, aufgehübschten Vorzeigeleichendes Plastinators von Hagen wieaus dem Wachsfigurenkabinett wirken.Irgendwo dort zwischen Leichengrausvor Ort und schöner Leich im Gedächtnisläuft dann doch im Kopf der Film„Mord und Totschlag“ und ich begebemich in die Schwarzweißregion vonBlechschaden und Unterwelt. Und dieist auf den ersten Blick ganz alltäglich,wenn nicht die Autofabrikate und dieAufnahmen von Elendsquartieren aufdie entbehrungsreichen Nachkriegsjahreverwiesen. Aber was schreibeich: alltäglich? Überrascht defiliereich die Ausstellungswände entlang.Die außergewöhnliche Motivation beibetonter Kunstlosigkeit heben die Bilderaus dem Kontext der professionellenSpurensucher hoch auf den Schildmusealer Aufbereitung - et voilà: fertigist die Kunst. Das ist nicht übertrieben.Kein Geringerer als der StarfotografHelmut Newton gehörte zu den bekennendenFans der Polizeifotografie, dieer als Inspirationsquelle nutzte. MartinBoll, Kriminalhauptkommissar und Leiterder Presse- und Öffentlichkeitsarbeitbei der Mannheimer Polizei, rücktdas Bild ins rechte Lot: „Die 300 Fotografiensind eine Auswahl der Kuratoren,die einen attraktiven Querschnittzusammenstellen wollten.“ Ansonstenhat der schöne Schein in der kriminalistischenTatortkennzeichnung freilichnichts zu suchen. „Es mag schonsein“, so Boll, „dass man früher mehrüberlegen musste bei der Motivwahl“- waren die mühsam entwickeltenSchwarzweiß-Fotos (von Dias ganz zuschweigen) erst einmal vergeigt, durchUnschärfen oder falsche Belichtungen,war auch der Tatort flöten, die Spurenverwischt. Der Presse-Chef der MannheimerPolizei, der selbst schon alsFotograf unterwegs war, meint deshalbschon, dass die Bilder einst vielleichtdoch einen Kick künstlerischer waren,als es noch nicht möglich war, mit derDigitalkamera grad mal so draufloszuknipsen- die Kontrolle geschieht heuteja schon unmittelbar am Minidisplay.„Früher steckte auch ein bisschen mehrHerzblut drin“, glaubt Martin Boll - dasBlut ist bekanntlich ein ganz besondererSaft, in diesem Fall mal nicht dasvergossene!„Vorsicht! Unfall, Mannheim“: Eines derbesten Fotos der Ausstellung zur Spurensucheist eine zerknautschte HeidelbergerNobellimousine aus den 60erJahren. Der Fahrer - er mag heute alswohlverdienter Ruheständler im Lehnstuhlsitzen - wird es uns nachsehen,dass sein Schreckensmoment nun alsbildhaftes Objekt unserer Begierde ander Wand hängt. Damals hat er seinenWagen neben Bahngleisen gegen einenverkappten Schilderwald, na ja, eher ein-wäldchen, gerammt. In der Verlängerungdes Autos liest der Betrachter dentitelgebenden Schriftzug „Vorsicht!“auf einer Tafel, und darüberr gibt esnoch Fingerzeige mit den Aufschriften„Privatweg!“ und „Halt!“ Ein Schelm,wer da denkt, dem Polizeifotografenseien hier die dramaturgischen undkompositionellen Chancen verborgengeblieben. Udo Günther, pensionierterErkennungsdienstler, der während derAusstellung zur Tatortbesichtigungeinlädt, gibt auch zu, dass so mancherSeite 4Seite 5


Derringer, Tödlicher Unfall,Mannheim, s/w Fotografie,frühe 1960er JahreKim Behm,Ursula Keller,Friedrich Kasten,Blanka HeineckePolizeifotograf nach Dienstschluss zumHobbykünstler mutiert, wenn er auchim Einsatz „der Versuchung widerstehenmusste“, schöne Bilder zu machen.Tatsächlich hebt es die Spannung derMannheimer Schau, wie sich die vermeintlicheGunst des Augenblicks unddie knallharte Realität, ästhetische undvoyeuristische Wahrnehmung die Waagehalten. Wenn nun ein Mensch in theatralischverrenkter Haltung auf demBoden liegt, denkt man an einen Krimi,aber tatsächlich ist es das Schicksal derKriminalistik: „Polizistenmord, Mannheim,frühe 1950er Jahre“ steht nüchterndaneben. Wer mag da sachlichwertend sagen: ein gutes Foto (allerdings,eines der eindrucksvollsten!).Oder eine Körperverletzung mit Todesfolge- erschlagen liegt eine Frau halbauf dem Bett, die Beine auf dem Boden,Beil und Bildzeitung auf dem Betttuch.Die Headline der Zeitung und zugleichder Titel des Fotos: „Signale aus demWeltall“, 50er Jahre.Da bekanntlich noch kein Meistervom Himmel gefallen ist, gehe ichder Frage nach, wie man dazu kommt,sich anstatt mit der Dienstpistole miteiner Kamera zu bewaffnen - im Zeitaltertechnisch ausgefeilter Technikenvon der Sicherung von Fingerabdrückenbis hin zur Genanalyse, die demFoto etwas Antiquiertes unterjubeln(die Spurensuche-Ausstellung tut dadas ihre dazu, umfassen die gezeigtenBilder nur den Zeitraum von 1946 bis1971 - eine wohl auch ethisch motivierteDistanzwahrung). Werner Dreservon der baden-württembergischen Akademieder Polizei in Freiburg hält dieFotografie nach wie vor für unerlässlichund prägt seinen Studenten ein, sie sei„die berührungsfreie Spurensuche“ -wer immer nach dem Fotografen am Tatortagiert, verändert ihn. Nur das Fotobewahrt den authentischen Eindruck,vorausgesetzt, der Mann bzw. die Frauam Auslöser konnte die kreative Ader imZaun halten und zugleich mit kühlemVerstand die physikalischen Gesetze derFotografie beherzigen.Eine Ausbildung zum Polizeifotografen,wie etwa in der Schweiz, gibt es hierzulandenicht, Dreser spricht dennauch bloß von der „Fotografie bei derPolizei“. An der Akademie werden denPolizisten die Grundkenntnisse in denAufnahmetechniken und der Bildbearbeitungvermittelt. Um ein aussagekräftigesBild zu bekommen, müssendie Maßstäbe erkennbar sein wie auchdie Tiefenschärfe und die Ausleuchtungberücksichtigt werden sollten. Anhandder erstellten Fotomappen bleibt derTathergang oder doch zumindest dieBestandsaufnahme nachvollziehbar.Dazu kamen in Zeiten des Kleinbildfilmsdie Tücken des Objekts. Ein Farbfilm,der handelsüblich durchaus mal mitBlaustich aufwartet, um die Urlaubshimmelnoch blauer erscheinen zu lassen,wäre verhängnisvoll für ein Polizeifoto,das etwa die blauen Flecke am Körpereines Opfers angemessen dokumentierensoll - nach wie vor bietet die Schwarzweißaufnahmedie ehrlichsten Kontraste.Andererseits kann nur die Digitalfotografieschnell genug reagieren.Noch immer hat die Fotografie diehöchste Priorität, versichert WernerDreser. Und wenn vor 50 Jahren nochkeiner auf die Idee gekommen wäre,dass diese nüchternen Dokumente großerund kleiner Schicksale dereinst dieästhetische Wahrnehmung streifen würden,so gehört es heute zu den spannendenUnternehmungen, sie öffentlichzu machen - im Mannheimer Fall mussman sich allerdings die Geschichtenzu den spärlich kommentierten Bilderndazuerfinden, sieht man von demMusterfall eines Raubüberfalls ab. Soist auch hier Phantasie gefragt. Wie inder echten Kunst. (gb)Spurensuche - Polizeifotografie Mannheim1946-1971, Museum Weltkulturen der Reiss-Engelhorn-Museen, D5, und PPArt, PolizeipräsidiumMannheim, L6.1, bis 06.01.08Kunsttitel IIÜber den Spaß, etwas Neues zu probierenart info im Gespräch mit vier Mannheimer Galeristenart info: Wie entstand die Idee für denprojektraum4 und was verbirgt sichdahinter?Blanka Heinecke: Der konkrete Anlasswar der Umzug der Galerie Knaus nachFrankfurt, d.h. der Raum wurde frei undda er hier in Mannheim eine bekannteAdresse war, wollten wir diesen Raumweiter nutzen. Das Publikum hatte dieRäume bereits sehr gut angenommen.Der projektraum4 besteht aus zwei Räumen,die nun immer gleichzeitig vonjeweils zwei Galerien bespielt werden.Der Projektraum bietet mir die Möglichkeit,ein anderes Programm als in meinenGalerieräumen zu zeigen. Ich werdemich dabei vornehmlich auf Installationenund Plastiken konzentrieren.Dr. Friedrich W. Kasten: Der Projektraumbietet die wunderbare Möglichkeit, daseingeführte Profil der Galerie durch neuePositionen zu erweitern. Er eröffnet unseine Chance zur experimentellen Präsentation.Meiner Ansicht nach erfüllt derProjektraum aber auch eine Vermittlungsaufgabe.Er ist ein Angebot an die Kunstgemeinde,Künstler kennen zu lernen, dieman ansonsten in Mannheim nicht sehenwürde.Kim Behm: Ich habe keine Galerie, sondernarbeite „nur“ in einer (Anm. d. Red.:Galerie Zimmermann) - so bietet für michder projektraum4 eine besondere Chance.Jeder von uns kennt Künstler, die er interessantfindet und mit denen er gerne malarbeiten möchte. Der kommerzielle Charaktersteht bei dem projektraum4 abernicht so sehr im Vordergrund wie vielmehrder Spaß daran, einfach mal etwas neuesauszuprobieren.Gibt es eine gemeinsame thematischeAusrichtung?Blanka Heinecke: Nein, das wäre schwierig,schon fast erzwungen, da wir alleinevon unseren Programmen her zu unterschiedlichsind. Aber genau diese Vielfaltist es auch, die es uns ermöglicht,einen solchen Projektraum zu starten.Kim Behm: Zur Eröffnungsausstellunghat jeder von uns einen Künstler vorgeschlagen.Dabei handelt es sich um völligunterschiedliche Positionen und Medienund auch vom Alter her ist es generationenübergreifend.Dennoch ist es einerelativ homogene Ausstellung geworden.Es wird somit kein Label projektraum4geben - oder doch?Dr. Friedrich W. Kasten: Im Bereich derInstallation sowie bei den neuen Medienwäre es schön, wenn dies gelänge, esgibt nichts Vergleichbares in Mannheimund der Umgebung. Aber natürlich mussman auch die Künstler finden, die dabeimitmachen.Warum ist die Galerie Sebastian Fathnicht am Projektraum beteiligt?Seite 6 Seite 7


Juliane Landgraf: Wir nutzen bereits jetztschon den vorderen Raum unserer Galeriefür Installationen und sind damit an sichzufrieden. Zudem besteht unsere Galerieerst seit drei Jahren und wir haben nochnicht die freien finanziellen Mittel, um unsan dem Projekt beteiligen zu können.Die Regionen Stuttgart und Rhein-Neckarsind große Regionen mit jeweils etwa2,4 Millionen Einwohnern. Dennochhängt die Region Rhein-Neckar in derWahrnehmung deutlich hinter Stuttgartzurück - woran liegt das?Blanka Heinecke: Ich glaube das ist dasHauptstadtproblem. In Stuttgart bündelnsich die Kräfte und auch die Gelder. Eswird dort mehr investiert und gefördert.Möglicherweise hängt es aber auchmit dem alten Problem von Mannheimzusammen, dass sich Mannheim im Vergleichzur Landeshauptstadt immer einbisschen abgehängt fühlt und deshalbweniger selbstbewusst auftritt.Dr. Friedrich W. Kasten: Auch politischeKonstellationen spielen eine Rolle: zwischenStuttgart als traditionell schwarzerHochburg und Mannheim als bekanntermaßenroter Hochburg werden auchAnimositäten tradiert, was es dann Mannheimschwierig macht, in einem solchenKontext zu bestehen. Mannheim würdean sich viel besser nach Rheinland-Pfalzpassen. Dort hätte es die Stadt sicherlichetwas einfacher.Es ist vielleicht etwas naiv, aber beieiner ähnlich großen Einwohnerzahlhat die Region hier nur einen Bruchteilder Galerien, die in Stuttgartansässig sind - man könnte annehmen,dass Sie sich hier in einer sehrkomfortablen Situation befinden.Kim Behm: Die mögliche Klientel einerGalerie macht sich leider nicht an Bevölkerungszahlenfest, sondern an einerBevölkerungsstruktur, d.h. ich braucheeinen bestimmten Prozentsatz vonpotentiellen Galeriebesuchern und Kunden,die schon ein Interesse für Kunstmitbringen. Wenn man sich wie hier ineiner Region befindet, die als klassischeArbeiterkultur angesehen ist und in derKultur etwas vernachlässigt wird, ist dasschwieriger, als beispielsweise in Stuttgart,wo Kunst und Kultur viel mehr zumLeben gehören.Wie kann man da gegensteuern?Kim Behm: Man muss einfach viel mehrkommunizieren. Deshalb gibt der Galerienverbandauch das Programmheft„Kunst“ heraus, in dem man sich überaktuelle Ausstellungen informieren kann.Auch die Galerientage, bei denen wir inden Kunstvereinen in Mannheim und imUmland mit gemeinsamen Ausstellungenauftreten, sind ein Mittel, Besucher zuKunst zu locken. An diesen Tagen hatman mehr Besucher als bei einer Ausstellungin der Galerie.Juliane Landgraf: Ich denke, dass mandurch aktive Vermittlungsarbeit vielerreichen kann. Wenn man beispielsweisean die Schulbildung denkt, ist derKunstunterricht eines der ersten Fächer,das ausfällt. Das Problem setzt sich anden Universitäten fort. Auch hier besuchendie Studenten im Bereich Kunstgeschichtehäufig nur die großen Museen.Galerien und Projekträume bleibenaußen vor. Und der Unterricht an sichendet im Jahre 1933, d.h. die zeitgenössischeKunst findet an den Universitätenpraktisch nicht statt. Auch wirmachen die Erfahrung, dass das Interessean der Galeriearbeit nicht so großist, denn auf unsere Aushänge in derUniversität Heidelberg ist die Resonanzdoch eher gering.Wie sehen Sie die aktuelle kulturelleSituation in Mannheim? In der Leitungder Kunsthalle fand ein Wechsel statt,wird das Auswirkungen auf die Kunstszenehaben?Dr. Friedrich W. Kasten: Der Wechsel ander Spitze der Kunsthalle berührt unsGaleristen nicht so sehr. Was uns mehrbeschäftigen wird, ist der Bevölkerungsrückgangder Stadt Mannheim. Geradebei unserem Zielpublikum im Alter zwischen35 und 55 Jahren ist der Rückgangam stärksten und dies wird manspüren. Da das Publikum nicht mehr vorOrt ist, heißt das für uns zwangsläufigraus auf die Messen zu gehen, was natürlichauch teuer ist.Wie hat sich die Arbeit eines Galeristenverändert?Dr. Friedrich W. Kasten: Die Verwaltungstätigkeitist enorm gestiegen, während das,was der Hauptantrieb für die Arbeit früherwar, sich mit zeitgenössischer Kunst zubeschäftigen, darüber zu lesen, zu diskutierenund zu schreiben - doch sehr abgenommenhat. Außerdem kann man auchnicht in der Galerie sitzen und warten,dass Kunden kommen. Man muss nachaußen gehen, unter Umständen führt diessogar zu einem Standortwechsel wie beiHerrn Knaus. Außerdem werden Messennatürlich immer wichtiger. Dass dies auchandere Kollegen so sehen, ist sicherlichein Grund dafür, weshalb die Messelandschaftin den letzten Jahren so explosionsartiggewachsen ist.Welche Messen besuchen Sie?Dr. Friedrich W. Kasten. Wir nehmen anzahlreichen Messen im In- und Auslandteil. Auf der art Karlsruhe 2008 zum Beispielsind wir zum fünften Mal vertreten.In 2008 sind wir zum 3. Mal auf derCIGE in Beijing.Juliane Landgraf: Wir hatten das Glück,anfangs eine Förderkoje auf der art colognezu bekommen und sind dort geblieben.Damit wollen wir es zunächst aucherst einmal belassen, da Messen ja auchimmer ein Kostenfaktor sind.In Heidelberg und Ludwigshafen spieltsich in Sachen Kunst bedeutend wenigerab als in Mannheim - woran liegt das?Dr. Friedrich W. Kasten: Es gibt sicherlichhistorische Gründe warum das so ist.Heidelberg ist eine Hochburg der Antiquariateund Antiquitäten. Wenn manein Buch sucht, ist man in der UniversitätsstadtHeidelberg richtig. Ludwigshafenist eine klassische Industriestadt des19. Jahrhunderts und hat im Vergleichzu Mannheim keine historisch gewachsenebürgerliche Kunsttradition. So hatsich der Kunsthandel seit Karl TheodorsZeiten in Mannheim angesiedelt, was bisheute zu spüren ist.Was kann man von den kommendenLudwigshafener Galerientagenerwarten?Dr. Friedrich W. Kasten: Wir verfolgendort ein vielleicht etwas ungewohntes,offenes System, d.h. wir hängen nichtnach Galeriezugehörigkeit, sondernbunt gemischt. Dies kam beim Publikumim letzten Jahr in Heidelberg sehrgut an. Ein Vorteil ist, dass die Etikettierungwegfällt und die Leute nicht einfacheinen bestimmten Künstler einerGalerie zuordnen können, sondern sichintensiver mit den Werken beschäftigenmüssen. Ludwigshafen wird sicherlichsehr spannend werden.Kim Behm: Die Stimmung bei den Galerientagenist immer sehr entspannt, wasdie Besucher auch so empfinden. Unddas wirkt sich dann durchaus auch imHinblick auf neue Besucher in den Galerienvor Ort aus.Vielen Dank für das Gespräch.>> projektraum4 ist ein Forumfür überwiegend junge, experimentelleund kompromisslose Kunst.Unter dem Dach des MannheimerGalerienverbandes als Gemeinschaftsprojektvon Kim Behm/EckhardOlschewski, Blanka Heinecke,Friedrich W. Kasten und UrsulaKeller initiiert, finden ab September2007 im Turnus von 4 Wochenjeweils 2 parallele Präsentationenstatt. Mit dem projektraum4 soll einZeichen in der Kulturszene Mannheimsgesetzt werden: Alternative,experimentelle Tendenzen treffenauf arrivierte Positionen, Bild- undRaumgestaltungen wechseln mitdigitaler Kunst im analogen Raum.Als konzertierte Aktion MannheimerGalerien steht der projektraum4 fürdie kulturelle Verantwortung seinerInitiatoren in der Stadt Mannheimund in der Metropolregion Rhein-Neckar. Der projektraum4 ist einForum für eine freie, von öffentlichenMitteln unabhängige Präsentationvon Kunst. Der projektraum4ist ein Ort der Begegnung, an demdie Wahrnehmung von Kunst auchjenseits von Marktinteressen möglichist.>> Sebastian Fath Contemporarywurde im März 2003gegründet. Der Schwerpunkt desProgramms liegt auf reduziertenFormen internationaler Gegenwartskunst.Die Galerie erweitertkontinuierlich ihr Programm durchdie Aufnahme junger Nachwuchskünstleraus dem In- und Ausland.Das Spektrum reicht von Malerei,Fotografie, Bildhauerei bis hin zuInstallationen und Videokunst.Jährlich finden bis zu 10 Ausstellungenstatt. Daneben beteiligt sichdie Galerie regelmäßig an Gemeinschaftsprojektenöffentlicher undprivater Institutionen wie Galerien,Museen und Kunstvereinen, sowiePrivatsammlungen.>> Galerie Kasten wurde 1990gegründet. Zahlreiche Künstler begleitendas Galerieprogramm seit denAnfängen. Die Erfahrung der Galerieist nicht nur in der Vielzahl vonPräsentationen innerhalb der eigenenRäume gewachsen, zahlreiche Ausstellungsprojektein Kulturinstitutenund Sammlungsvorhaben für Firmenkonnten bisher realisiert werden.>> Galerie Keller wurde 2003auf dem Lindenhof in der Rheindammstraße50 gegründet. DerSchwerpunkt des Ausstellungsprogrammsliegt bei plastischen Arbeitennamhafter Künstler des 20. und 21.Jahrhunderts. Von der Kleinplastik biszur Skulptur im Außenbereich liegendie Werke zwischen Figuration undAbstraktion. Plastiken aus Bronze,Stein, Holz, Eisen, Cortenstahl undGlas werden ergänzt von Zeichnungen,Collagen, Stahlprägedrucken undMalerei. Themen- und Fotoausstellungenerweitern das Programm.>> märz galerie zeigt Kunst ausdem konstruktivkonkreten Bereich.In Einzel- u. Gruppenausstellungenwerden in Mannheim und LadenburgBilder, Objekte und Installationen inunterschiedlichen Ausdrucksformenpräsentiert. Junge Kunst wird mit etablierterin Verbindung gebracht, um ineinem weiten Spannungsbogen gegensätzlicheStandpunkte aufzuzeigen. Inunregelmäßigen Abständen sind vonden vertretenen KünstlerInnen, neuePositionen zu sehen.>> Galerie Peter Zimmermannwurde 1993 gegründet. 1996 wurdenneue Räumlichkeiten in einer ehemaligenDirektorenvilla (Baujahr 1921)in der Mannheimer Oststadt bezogen.Das Programm, in seinen Anfängendeutlich auf die deutsche Nachkriegskunstund vor allem das Informel ausgerichtet,wurde weiterentwickelt undals weiterer Schwerpunkt kam dieFarbmalerei hinzu.Seite 8Seite 9


Reflections I, 2007, Leihgabe der Künstlerino.T., 2007, Leihgabe der KünstlerinKunsttitel IIINew PortraitsNina Hoffmann in der Kunsthalle MannheimFast scheint es so, als ob die Kunst auf dem Kopf steht. NinaHoffmann steht in einer Reihe weiterer, wichtiger Portrait-Ausstellungenim Ländle. Im Kunstmuseum Stuttgart sind ab dem 01.Dezember Portraits von Otto Dix zu sehen und die Staatsgaleriezeigt ab dem 23. Februar 2008 Pop Art Portraits. Zwischen denPortraits der Pop Art mit ihren klar abgegrenzten Farbflächen undden sensiblen, dahingehuschten Portraits von Nina Hoffmann liegenjedoch Welten. Die pastelligen, sich auflösenden Portraits einerunbekannten Schönen haben etwas fragiles, zerbrechliches... unbekannt?Nein, unbekannt ist die Abgebildete wahrlich nicht, handeltes sich doch dabei um Kate Moss, das allgegenwärtige Supermodel.Einst bewunderte Vorreiterin des Schlankheitswahns undheute mit Drogen- und Männergeschichten durchs Boulevard wandernderSchatten ihres früheren Selbst. Gleich den Portraits scheintauch das Model im Verschwinden begriffen zu sein. Magersüch-tige leiden an dem krankhaften Wahn,sich selbst trotz ihres zweifelsohnelebensbedrohenden Untergewichts alszu dick anzusehen... und so hungernsie weiter, bis sie irgendwann nur nocheine verschwindende Silhouette sind.Zerbrechlich wie die Portraits von NinaHoffmann, die versucht, mit ihren Bilderndieses Schicksal einzufangen.Bis zum 01. Januar ist die Ausstellungder Portraits von Nina Hoffmann in derKunsthalle Mannheim zu sehen. Bilder,denen die Künstlerin keine Namenmitgibt - o.T. heißen sie meist, als obdie Abgebildete selbst einen zu großenNamen hat. Möglicherweise aber auchein Versuch der Künstlerin, dem allgegenwärtigenSupermodel wieder diePrivatsphäre zurückzugeben, die ihr imöffentlichen Leben abhanden gekommenist. Charakterköpfe sind es wahrlichnicht, die in dem großen Raumder Kunsthalle zu sehen sind. Und miteiner Auftragsmalerei, dem Ursprungder Portraitmalerei, haben sie nichtsgemein. Unscharf sind die Bilder vonNina Hoffmann und auch dies ist eingesellschaftskritischer Ansatz. Auch vonKate Moss scheint jeder ein klares Bildvor Augen zu haben, allein der Zweifelbleibt, ob dieses öffentliche Bildmit dem wahren Bild der Person vielgemein hat.Die Künstlerin, die in München an derKunstakademie studiert hat und heutein Berlin lebt und arbeitet, kann bereitszahlreiche Ausstellungen aufweisen.In der Kunsthalle Mannheim war siebereits 2004 im Rahmen der Ausstellung„Direkte Malerei“ zu sehen. Das Portraithat im Werk der Künstlerin einen herausgehobenenStellenwert - im Gegensatz zuihrem prominenten Model sind es jedochhäufig Freunde und Bekannte, die siefotografiert und deren Bilder sie dann inmehreren Mal- und Wachsschichten aufeine großformatige Leinwand überträgt.Kunsthalle Mannheim, Friedrichsplatz 4,68165 Mannheim; Di - So 11 - 18 Uhr,bis 01. Januar 2008Seite 10 Seite 11


KunstereignisFilmische Wahrheitenim Kunstverein HeidelbergAls Mitte der 1960er Jahre Künstler wieNam June Paik, Wolf Vostell und TomWesselmann mit den ersten tragbarenVideoaufnahmegeräten die Geburt derVideokunst einleiteten, lebten die Menschenbereits seit einem halben Jahrhundertmit den bewegten Bildern.Die ersten Videoarbeiten der Künstlerzielten darauf ab, die unterschiedlichenMöglichkeiten von Film und Video auszuloten.Mit den Jahren, in denen dieGeräte billiger und vor allem leichter wurden,entstanden zahlreiche „dokumentarische“Arbeiten, die die so genannte„wirkliche Welt“, den Alltag, das, wasum einen herum geschieht, zeigten. Alseine Gegenbewegung dazu sind die Entwicklungender letzten Jahre zu verstehen,in denen die von Hand gefilmtenAufnahmen durch große und aufwendigeProduktionen verdrängt wurden. Künstlerwie z.B. Stan Douglas haben ihr Interessean dem alten Medium des 35mm Filmsentdeckt, und produzieren teilweise mitenormem finanziellen Aufwand epischeWerke mit ganzen Kamerateams undprofessionellem Equipment. Stan Douglas,von dem derzeit in der StaatsgalerieStuttgart und dem WürttembergischenKunstverein eine äußerst interessanteRetrospektive zu sehen ist, spielt in seinenWerken ganz bewusst mit der Filmgeschichte.Lange nachdem der Farbfilmden Siegszug angetreten hatte, schafft erFilm- und Videoarbeiten in schwarz/weißerQualität und belebt beispielsweise inseiner Arbeit „Pursuit, Fear, Catastrophe:Ruskin B.C.“ den Stummfilm.Die Ausstellung ”Filmische Wahrheiten”im Heidelberger Kunstverein verfolgtdie These, dass die interessantestenArbeiten dieser neuen Bewegung nichtnur die Ästhetik des Films auszunutzensuchen, sondern auch die Wahrnehmungdes Kinos untersuchen. Dabei geht esvor allem um die Wahrnehmung, diedurch das Kino gesteuert wird. In denFilmen der 60er und 70er Jahre wurdevor allem die Realität mehr oder wenigerdetailgetreu nachgebildet. Zunehmendbegannen die Filmemacher aberauch, ganz neue, eigene Realitäten zuschaffen. Die Fiktion hielt Einzug undes wurde zunehmend schwerer, Wahrheitund Fiktion auseinander zuhalten. Dieausgestellten Arbeiten versuchen, dieVoraussetzungen des Films, ob Wahrheitoder Fiktion, offen zulegen, wobeidas Interesse vor allem der Fiktion gilt.Strukturen des Filmemachens werdensichtbar gemacht und die auf den erstenBlick abgebildete Realität entpuppt sichals Scheinwelt.Ein Beispiel dieses Potentials ist dieArbeit des in Berlin lebenden Künstlersund Filmemachers Harun Farocki. In derArbeit „Zur Bauweise des Films bei Griffith“zerschneidet er Gegeneinstellungen,die zwei durch eine Tür getrennte Räumezeigen, auseinander. Er zeigt so die Einstellungenauf zwei nebeneinanderstehendenBildschirmen. Was das Auge jedesKinobesuchers ganz selbstverständlichbeim Betrachten macht, wird durch deneinfachen Griff zerlegt und verdeutlicht.Auch der international beachtete Clemensvon Wedemeyer nutzt zwei Versionen desgleichen Materials, um einen Reflektionsraumzwischen diesen aufzuspannen.Zwei Filme mit der gleichen Handlungwerden nebeneinander gezeigt. Beidezeigen, wie ein Filmteam eine Nachtaufnahmemit 200 Statisten dreht. Aber dader eine Film mit den ruhigen, wohlüberlegtenBildern einer 35mm Filmproduktion,und der andere mit „authentischen“Videobildern aufgenommen wurde, sinddie Eindrücke so unterschiedlich, dassder Betrachter oft erst nachher rekonstruierenkann, dass es sich um das gleicheNarrativ handelt.Wahrheit oder Fiktion und die Frage, obes da einen Unterschied gibt - gibt es daeinen Unterschied? Die Ausstellung, dieab dem 24. November im HeidelbergerKunstverein zu sehen ist, hilft, die Antwortdarauf zu finden.Beteiligte Künstler: Julie Lundsten Boserup,Marojlijn Dijkman, Harun Farocki, Omer Fast,Morgan Fisher, Elsebeth Jørgensen, AnthonyMcCall, Jennifer und Kevin McCoy, EricRondepierre und Clemens von Wedemeyer.Heidelberger Kunstverein, Hauptstr. 97,69117 Heidelberg; Di-Fr 12-19, Sa-So 11-19Uhr, 24.11.2007 bis Mitte Februar 2008Zu der großen Retrospektive von StanDouglas in Stuttgart erschien von art infoein Sonderheft mit drei Artikeln und einemausführlichen Interview der beiden Kuratoren.Die Videokunst des kanadischen Künstlerswird so erklärt. Das etwa 84 Seitenumfassende, gebundene art_special kostet6,50 Euro und ist versandkostenfrei untergussmann@artinfo-magazin.de erhältlich.Seite 12Jennifer und Kevin McCoySeite 13


KunstereignisKlassische Moderneund GegenwartskunstFarbe und Zeichenim RaumDie Städtische Galerie inKarlsruhe gedenkt Otto HerbertHajeks 80. GeburtstagDer 1927 im böhmischen Kaltenbachgeborene Otto Herbert Hajek war eineInstitution, dessen öffentliche Präsenzbis heute - zweieinhalb Jahre nach seinemTod - von kaum einem zweitenKünstler erreicht worden ist. Sie darffreilich nicht verwechselt werden mitdem Kultstatus, den manche Kollegenselbst postum noch genießen - allenvoran Joseph Beuys. Das dürfte Hajekfremd gewesen sein. Gemeint ist auchnicht die Wahrnehmung im Markt -Damien Hirst & Co. haben ganz andereForen des Auftritts. „Öffentlich“ zieltbei Hajek auf die Kreuzungspunkte imStadtbild und die Begegnungsfähigkeitmit der Bevölkerung. Da passen diebestimmenden Stichworte, die HajeksArbeiten umschreiben, wie angegossen:gesellschaftliche Relevanz und Belebung,ja Definition des Raumes.„Kunst ist für unsere Gesellschaftkein Luxus, sondern eine notwendigeEinbringung, um unsere Welt humanzu gestalten.“ Hajek war wesentlichdaran beteiligt, nach dem Weltkrieg einBewusstsein dafür zu schaffen, dassKunst in den öffentlichen Raum gehört -dass er damit auch immer wieder aneckte,war ihm nur Bestätigung dafür, dass erRecht hatte. „Kunst schafft Räume“,war Hajeks Überzeugung: „Freiräume,Vorstellungen von einer Umwelt im Bild,im Wort, im Ton, in der Bewegung, inder Phantasie, die aufzeigen, wie sichder Mensch in seiner Welt verhalten,sich frei bewegen kann.“ Für ihn wares selbstverständlich, dass er nur in derabstrakten Form arbeiten konnte, ging esihm doch allein um die Zeichen-Setzungim Raum - nicht irgendeine inhaltsbezogeneWirkung strebte er an, sondern eineumweltbetonte. Die Skulptur war ihmprimär geeignet, den Raum um sie spürbarwerden zu lassen. Umso erfreulicherist es daher auch, dass die StädtischeGalerie ihre Möglichkeiten der raumdurchkreuzendenBlickwinkel genutzthat - die imposante Zeichenhaftigkeit dergezeigten Arbeiten mit Modellcharakterhält auch aus der Vogelperspektive derhöheren Museumsrundläufe stand.Um die 90 Werke haben die Ausstellungsmacherthematisch geordnet, imWesentlichen sind das die Raumknotenund -schichtungen auf der einen Seite,Adelaide, 1977, Serigrafie (Mappe mit 10 Blättern), 49 x 49 cmdie in den späten 50er- und 60er Jahrenzeitnah zu den Bronzearbeiten des etwasjüngeren Emil Cimiotti entstanden, wennsie diesen nicht sogar beeinflusst haben;ganz stark sind in dieser Werkreihe diespirituellen Seitentriebe im Gesamtwerk,insbesondere das Modell zum KreuzwegMaria Regina Martyrum (1960/61). Aufder anderen Seite stehen die reifen sogenanntenFarbwege in einer bezwingendgeometrischen Sprache, und darüberhinaus entfaltet sich diese von den Grundfarbenbestimmte Formensprache überdie skulpturale Enge zur teils realisierten,teils projektierten Platzgestaltung hinaus,die selbstredend nur in Serigrafien präsentiertwerden kann. Aufschlussreichsind die begleitenden Filminterviews, dieunterstreichen, dass es dem streitbaren,eigenwilligen Geist Otto Herbert Hajekauch um die „Widersetzlichkeit gegendas Alltägliche“ - jenseits einer bloßenKunst am Bau - ging. Seine Gestaltungder Saarbrücker Uni-Mensa etwa verwendeteerstmals in Deutschland Leichtbetonals Deckenkonstruktion. (gb)Städt. Galerie Karlsruhe, Lichthof 10,Lorenzstr. 27, bis 13.01.08; Mi-Fr 10-18,Sa-SO 11-18 Uhr28. Februar – 2. März 2008Messe KarlsruheDie 5. art KARLSRUHE feiert ein kleines Jubiläum!Internationale Galerien garantieren und steigernwieder das hohe Niveau der art KARLSRUHE 2008.Großzügige Skulpturenplätze, außergewöhnlichviele One-Artist-Shows, Sonderschauen und dasart-meeting prägen erneut das Ambiente diesereinzigartigen Kunstmesse.Galeristen, Sammler und Kunstfreunde loben dieAusrichtung der art KARLSRUHE, die von Beginnan auf den Dialog zwischen Klassischer Moderneund Gegenwartskunst setzt.Mit 35.000 Besuchern wurde 2007 ein neuer Rekorderreicht. Die Verkaufsbilanzen belegen eindrucksvoll,dass sich die art KARLSRUHE als bedeutendereuropäischer Kunst-Marktplatz positioniert hat.Die Aussteller und der Veranstalter freuen sich aufIhren Besuch und heißen Sie herzlich willkommenauf der art KARLSRUHE 2008!Blick in die Halle mit Skulpturenplatz der Galerie KastenGalerie LudorffWeitere Informationen: www.art-karlsruhe.deAnsprechpartnerin: Projektreferentin Elisabeth KunzeTel.: +49 721 3720-5120 • elisabeth.kunze@kmkg.deSeite 14 Seite 15


KunstKalender: NovemberKunstKalender: Dezember03.11.200718.00 Uhr, Galerie Emilia Suciu,Ettlingen: János Saxon Szász,Polydimenionale Arbeiten,03.11.07 - 30.11.0706.11.200719.00 Uhr, KunstAKA Karlsruhe:Ausstellung der Bewerber um dieGraduiertenstipendien BW,07.11.07 - 10.11.0707.11.2007ZKM, Karlsruhe: ARD Hörspieltage,07.11.07 - 11.11.0708.11.200718.00 Uhr, Bad. Kunstverein Karlsruhe:After Image - Vortrag von MatsLeiderstam09.11.2007Kunstverein Ludwigshafen: Galerientage2007, 09.11.07 - 11.11.07Galerie Knecht, Karlsruhe: UlrikeMichaelis und Melanie Richter, Malerei,09.11.07 - 08.12.0719.00 Uhr, Galerie Meyer-Riegger,Karlsruhe: Uwe Henneken, Across theborder, 09.11.07 - 22.12.0719.00 Uhr, Kunstverein Heidelberg:Junge Kunst 6910.11.200719.00 Uhr, Kunstverein Ludwigshafen:art & Cocktail im Rahmen der Galerientage200711.11.200716.30 Uhr, Städt. Galerie Karlsruhe:Michael Quast: Klangfelder -Landschafter der Improvisation17.00 Uhr, Karlsruher Schloss:Kunstversteigerung des BBK14.11.200719.00 Uhr, Bad. Kunstverein Karlsruhe:Zur Psychodynamik einer Kunstzerstörer-Karriere - Vortrag von Peter MoritzPickshaus16.11.200719.00 Uhr, Peng - Raum für Kunst,Karlsruhe: Claus Stolz, Fotografie,17.11.07 - 05.12.0720.00 Uhr, Kunstverein Wilhelmshöhe,Ettlingen: Thomas Lehnerer, Der ganzeHimmel II, 17.11.07 - 20.01.0820.00 Uhr, Kunstverein Ettlingen: ThomasLehnerer, Der ganze Himmel II,17.11.07 - 20.01.08Galerie Kadel, Karlsruhe: BenediktHipp, 16.11.07 - 12.01.0817.11.200711.00 Uhr, Kunstverein Speyer: Kunstmarkt,17.11.07 - 18.11.0716.00 Uhr, Galerie Keller, Mannheim:Wilhelm Morat, Reinhard Schererund Ernst Wolf, leicht-schwer-farbig,17.11.07 - 29.12.0718.00 Uhr, Kunsthalle Mannheim:30 Jahre Förderkreis für die KunsthalleMannheim: Erwerbungen und Schenkungenfür die Sammlung; 18.11.07 -13.01.0819.11.200719.00 Uhr, Galerie Kasten, Mannheim:David Fried, Skulptur und Fotografie,19.11.07 - 22.12.0719.00 Uhr, projektraum4, Mannheim:Tumi Magnússon; Puddles, 19.11.07 -22.12.0722.11.200718.00 Uhr, ZKM, Karlsruhe: Naturund Umwelt in Armenien, 23.11.07 -06.01.0823.11.200719.00 Uhr, KunstAKA Karlsruhe:Debütantenausstellung: Susanne Klary,Boris Mrkonjic, 24.11.07 - 08.12.0719.00 Uhr, Galerie Fath, Mannheim:Joachim Grommek, Beat Zoderer,23.11.07 - 22.12.0724.11.2007Galerie Zimmermann, Mannheim:Kuno Gonschior, 24.11.07 - 22.12.0717.00 Uhr, Kunstverein Ludwigshafen:Birgitta Weimer und Yuko Shiraishi,Even if love..., 25.11.07 - 06.01.0818.30 Uhr, Galerie Supper, Karlsruhe:Das Große im Kleinen,27.11.07 - 22.12.0719.00 Uhr, Kunstverein Heidelberg:Filmische Wahrheiten,25.11.07 - 31.01.0825.11.200716.00 Uhr, projektraum4, MannheimQuerschnee, 25.11.07 - 22.12.07Kunstverein Mannheim: BenedictePeyrat, Malerei, 25.11.07 - 23.12.0729.11.200715.30 Uhr, Kunstverein Ludwigshafen:Museumatelier im Kunstverein: VomHimmel hoch...19.00 Uhr, Kunstverein Wilhelmshöhe,Ettlingen: Führung durch dieAusstellung19.00 Uhr, Kunstverein Ettlingen:Kunstabend02.12.200711.00 Uhr, BBK Karlsruhe: Mitgliederausstellungdes BBK, 04.12.07 -23.12.0711.00 Uhr, Kunstverein Speyer: ArminGöhringer, Holz-Raum-Linie, 02.12.07- 06.01.0816.30 Uhr, Städt. Galerie Karlsruhe:Wolfgang Klockewitz: Winterliche Stimmungsbilder- Jazz im Advent03.12.2007Bad. Kunstverein, Karlsruhe: Mitgliederausstellung,03.12.07 - 06.01.0807.12.200719.00 Uhr, Peng - Raum für Kunst,Mannheim: Joseph Heeg, Neue Bilder,07.12.07 - 22.12.07ZKM, Karlsruhe: Tagung: Von der gutenForm zu leben - 100 Jahre Werkbund,07.12.07 - 08.12.07Galerie Thimme: Ralf-Rainer Odenwald;Zweites Gesicht, 07.12.07 - 04.01.0808.12.2007Staatl. Kunsthalle Karslruhe:Gründewald und seine Zeit,08.12.07 - 02.03.0818.00 Uhr, Galerie Emilia Suciu,Ettlingen: Bolivar, arte MADI -Skulpturen und Wandobjekte,08.12.07 - 31.01.0820.00 Uhr, Museum Burda, Baden-Baden: SWR Kammerkonzert14.12.200719.00 Uhr, ZKM, Karlsruhe: Paul Thek,Werkshow, 15.12.07 - 30.03.0819.00 Uhr, KunstAKA Karlsruhe:Jahresausstellung 2007/2008,15.12.07 - 05.01.0815.12.2007Galerie Knecht, Karlsruhe:Herbert Kitzel und Schüler Arbeitenvon 1948-1978,15.12.07 - 12.01.08Alle Angaben ohne GewährWeitere Kunstereignisse finden Sie unter www.artinfo-magazin.de


Anonym/Bildstörung (G 10), 2007, Eitempera auf NesselAnonym/Bildstörung (G 6), 2006, Eitempera auf NesselAnonymserie, ab 2005, Eitempera auf NesselAnonymserie, ab 2005, Eitempera auf NesselKunstportrait„So ein Kopf hält einiges aus“Andreas Lau gibt dem Anonymus (k)ein GesichtAndreas Lau malt Porträts, die objektivauf der Leinwand nicht zu sehensind. Freilich, es ist nicht von der Handzu weisen: Alle haben wir aus gebührendemAbstand ein Gesicht vor Augen.Tritt man dann näher an das Bild heran,müssen wir so nüchtern wie irritiertfeststellen, dass es sich um ein reinabstraktes Werk handelt. Und so oftwir das Spiel wiederholen, so oft wirhoffen, in den flirrenden oder auch nurruhenden Farben das Gesicht, das sicheben noch unserem Gehirn einprägte,wiederzufinden, fast unerbittlich, wennnicht hämisch, scheinen sie uns zuzu-raunen: Was willst du, wir sind, was wirsind, nichts als - Farben. Eine Rose isteine Rose ist eine Rose… (das wussteschon Gertrude Stein), warum nichtauch: Ein Rot ist ein Rot …, dasselbemit Blau, mit Gelb - in Grün?Das lassen wir natürlich nicht auf unssitzen. Vergrößern wir den Abstand zuLaus Gemälden, ist das Bildnis wiederda, und wirklich, kein Hirngespinst,das einzelne Betrachter aus einemabstrakten Farb- und Formgeflechtglauben herausklauben zu können.Nein, es ist fast unheimlich: Alle habendasselbe Gesicht erkannt, Differenzenmag es allenfalls beim Versuch geben,diesem Gesicht auch Persönlichkeit zugeben - der eine meint hier Bin Ladenzu sehen, der andere da den Papst,dort Doris Lessing usw. Wenigstens indiesem Moment springt uns der Künstlerbei - dem Titel nach sind die Dargestelltenanonym, einige der Werkeaus dieser Serie hat Lau auch mit„Jedermann“ benannt. Stutzig machtda nur der gelegentliche Untertitel„Bildstörung“.Zugegeben: dem einen oder anderenwird die Bildstörung schwer zu schaffenmachen. Das mag an den Erklärungszwängenliegen, denen wir naturgemäßunterliegen - sofern ein ordentlichesInteresse an der Kunst vorhanden ist(abgesehen davon dürfte die offenkundigeBegeisterung für die Kunstvon Andreas Lau schon ausreichen,ihr auf den Grund zu gehen). Die LustSeite 18 Seite 19


an der Irritation ist uralt, vielleicht einmenschliches Bedürfnis. Der ManieristGuiseppe Arcimboldo komponierte Obstund Gemüse, Gerätschaften oder Bücherzu Porträts zusammen, die Impressionisten- zumal Pointilisten - addiertenautonome Farbpunkte zu eindrücklichenSzenerien oder Landschaften,während die Kubisten das Bild auseinandernahmenund neu zusammenbastelten.Escher & Co. griffen in die Kisteder Augentäuschung, die auch SalvadorDalì pflegte, der zudem noch aus denLeerzeichen einer bedruckten Zeitungsseitedas Bildnis seines toten Brudersherausdeutete. Das oder Ähnliches wirbeltdurch den Sinn, hilft aber nichtweiter, um die Bilder Andreas Laus zuverstehen. Chuck Close, Sigmar Polkeoder Gerhard Richter lassen abstrakteElemente ins Gegenständliche, Realistischeumkippen, aber sie machen nurden Gemeinplatz deutlich, dass dieKoordinaten abstrakt und gegenständlichheute keinen Gegensatz mehr darstellen.Andreas Lau ist damit nichtbeizukommen. Fehlanzeige.Die Vita des Malers verrät eine Stringenz,die nahezu zwangsläufig zur„Anonym“-Serie führt. Geboren 1964in Karlsruhe, studierte Andreas Lau von1988 bis 1994 Malerei an der dortigenAkademie der Bildenden Künste - seinProfessor Gerd van Dülmen machteihn zum Meisterschüler. Möglicherweisebeeindruckte den Studenten, wiesein Lehrer Alltagsbilder fragmentierteund im magisch-surrealen Kontext insAbstrahierte und schließlich Abstrakteüberführte. Auf jeden Fall trat er inden 1990ern mit rein abstrakten, fastmonochromen Bildern hervor, die an dieFlechtwerkbilder Van Dülmens erinnernund die er „Monolog“ oder „Information“betitelte. Von hier aus begreifenwir, welch elementare Bedeutung dieZeichen im semiologischen Sinn fürAndreas Lau haben: In seinen Arbeitenfordert er uns auf, die Bildzeichen wieeine Sprache zu lesen. Anfangs legteLau damit nur Spuren, die er als „archäologischeBilder“ bezeichnete. DasMotiv blieb verborgen, lediglich Titelhinweisein Klammern - „Plan.Et (Stadt)“,„Birke (n. H. T.)“, das meint hier ›nachHans Thoma‹ - legen die Malerei offen,oder sie wird in einer „umgekehrten“Archäologie regelrecht verschüttet. Ausdiesen Werken entstand die „Wasser“-Serie, in der Lau krause Wolkenlockenins Unendliche steigert oder in einerReihe von Linien Bilder vom Wasserandeutet - nicht das Wasser selbst.In seiner aktuellen Serie hat sich Lauden Anonymus vorgenommen. AlsGrundlage dienten ihm Zufallsfotos vonNo-Names aus Zeitschriftenumfragenoder anderen Zusammenhängen, die fürdas Werk gänzlich egal sind. Die Psychologieum die Personen spielt keinerleiRolle. Das ist zwar, um eine extremeGegenposition zu nennen, bei Otto Dixnicht anders - der wollte sein Gegenübereigentlich auch gar nicht kennenund malte bewusst an der Oberflächeentlang - , aber Lau macht die Anonymitätzum Thema seiner Malerei,nicht die Köpfe. So zerlegt er das Bildin Linien oder Punkte oder Kreise, Balken,Geflechte - kein Bild gleicht imAufbau dem anderen - und unterlegt dieFarben wiederum mit minimalen Farbtonabweichungen,die sich ins abstrakteSpektakel einfügen und doch aus derDistanz ein Gesicht auftauchen lassen,als käme uns aus der beliebigen Masseim Straßenalltag, aus einer Bildstörungim Fernsehen oder aus dem Nebel einwirklicher oder virtueller Jemand entgegen,den wir nicht kennen und derauch sogleich wieder aus unsrem Sinnverschwunden ist.Tatsächlich huscht der Schemen abergar nicht an uns vorbei, sondern wechseltwie in einem Hologramm je nachBetrachterstandpunkt seine Erscheinung,wodurch unser Wille, etwasbeziehungsweise jemanden zu erkennen,noch gesteigert wird. Das gelingtzwar, aber ein individuelles Gesichtentsteht dabei nicht. Was wir alsGesichtslinien zu lesen glauben, sindreine Farbbewegungen. Allerdings siehtman den Arbeiten an, dass der Maleres genießt, das Versteckspiel immerweiter und weiter zu treiben, nach derDevise: Wie abwegig kann die Bildoberflächesein, damit immer noch einMotiv daraus wird. Der Kopf, so meint erschmunzelnd, hält einiges aus. Damiter aber nicht selbst den unverbildetenEinblick verliert - er hat als Maler denVor- und Nachteil, dass er die Bildvorlageja kennt - , lässt er sich zuweilenvon seiner Frau über die Schulterschauen. Immerhin rührt so mancheakribische Farbtüpfelei auf großemFormat an psychedelische Zustände,zumal wenn man bis zu zwei Monatean einem Werk sitzt. Das Schöne amWerk von Andreas Lau ist, dass überder handwerklichen Perfektion diesinnliche Qualität nicht verloren geht- weder im abstrakten Wirrwarr noch inder konkreten Anonymität. (gb)Anonym, Galerie Supper, Eberhardstr. 14,76137 Karlsruhe, verlängert bis 20.11.07;auch in der darauf folgenden Gruppenausstellung„Das Große im Kleinen“ sindArbeiten von Andreas Lau zu sehen.Thomas LehnererDer ganze Himmel IIKunstverein Wilhelmshöhe Ettlingen17.11.07 - 20.01.08Die Ausstellung präsentiert Skulpturen,Zeichnungszyklen und ein Vitrinen-ensemble- Werke, die nach demTode des Künstlers 1995 wieder erstmalsin einer Institution zu sehen sind.Die 'Methode der Kunst', so der Titelseiner Habilitationsschrift, war für Lehnererein Thema ständiger Auseinandersetzung,das der Künstler, Theologeund Ästhetikprofessor stets gleichermaßentheoretisch und in seinen Werkenumkreiste. Die Werke zeigen dabeinicht nur die Vielseitigkeit des Künstlers,der sich nie nur auf ein Mediumfestlegen ließ, sondern lassen auch das“Denken im Handeln” nachvollziehbarwerden. Die Präsenz und Sinnlichkeitder Arbeiten verdeutlichen, dass Kunstfür Lehnerer nie die Illustration einerIdee, sondern ihr lebendiger Ausgangspunktwar.Kunstverein Ettlingen, Schöllbronner Str. 86,76275 Ettlingen, Do 15-20, Fr, Sa 15-18,So 11-18 UhrJahresausstellung2007/2008Staatliche Akademie Karlsruhe15.12.07 - 05.01.08Die Jahresausstellung 2007/2008 zeigtwieder einen Querschnitt von Arbeitender Studierenden an der Staatlichen Akademieder Bildenden Künste Karlsruhe.Im Gegensatz zur Sommerausstellung,bei der alle Studierenden ausstellendürfen, trifft bei der Jahresausstellungeine Jury von Professoren der Kunstakademiedie Auswahl der Werke, dieim Vordergebäude Reinhold-Frank-Straße 81 präsentiert werden. Beteiligtsind außerdem nur angehende Künstlerinnenund Künstler, die das vierteSemester bereits hinter sich haben. DieJahresausstellung wird von Prof. ErwinGross, Rektor der Akademie der BildendenKünste Karlsruhe, am Freitag,15. Dezember, um 19 Uhr im Lichthofder Akademie eröffnet. Der Rektor vergibtbei diesem Anlass die Preise derAkademie.Staatliche Akademie der Bildenden Künste,Reinhold-Frank-Str.81/ Vordergebäude,Mo - Sa 9 - 22, So, 16.12. 14-18 UhrJoseph HeegNeue BilderPENG! raum für kunst07.12.07 - 22.12.07KunstankündigungUS Dollar, TV und Drive-By sind dieVor-Titel der neuen Bilder des amerikanischenKünstlers Joseph Heeg. AlsVorlagen dienen Heeg Geldscheine,Schnappschüsse aus dem Fernsehenund aus dem Auto aufgenommeneFotos. Ihre Themen werden rekontextualisiert.30 Jahre später gemalt,überdauern die Fotos von Nachrichtenaus der Vietnam Ära die Ereignisse undverbinden sie mit dem Jetzt, in demAmerika ein zweites Vietnam und dendamit verbundenen politischen Untergangnochmals erlebt. Heegs Bildersind vielschichtig, jedoch nicht belehrend.In einer Zeit, die von Zwiespältigkeitund Gleichgütigkeit geprägt ist,will er uns dazu anregen, innezuhaltenund Dingen, an denen wir normalerweisevorbeihasten, mehr Aufmerksamkeitzu schenken.PENG! raum für kunst,Pflügersgrundstrasse 22,68169 Mannheim, Sa. 12-15, Mi 17-12 UhrSeite 20 Seite 21


GalerieSchlichtenmaierKunstankündigungWilli Baumeister: Montaru, 1953Klassische PositionenBaumeister, Bissier,Hölzel, Schlemmer29. Nov. 2007 - 19. Jan. 2008Kleiner Schlossplatz 1170173 StuttgartDi bis Fr 11 - 19 UhrSa 11 - 16 UhrTel 0711 / 120 41 51Farbensinn der ModerneBaumeister, Geiger, Hölzel,Itten, Kerkovius, Nay18. Nov. 2007 - 26. Jan. 2008Schloss Dätzingen71120 GrafenauDi bis Fr 11 - 18.30 UhrSa 11 - 16 UhrTel 07033 / 413 94www.schlichtenmaier.dePeter WüthrichShortstoriesGalerie Fath, Mannheimbis 17.11.07Der Schweizer Künstler Peter Wüthrich(geb. 1962) bezieht sich in seinemWerk nahezu ausschließlich aufBücher, um deren Bedeutung undObjekthaftigkeit seine Installationenund Fotoarbeiten kreisen. Er ist ebensoam Buch als Gegenstand, wie an dessenInhalt interessiert und bringt die Qualitätendes Mediums in seiner Ganzheitzum Ausdruck. Der scheinbar formalistischeGestus, mit dem der Künstlerauf Bücher reagiert, schafft eine ausdrucksvolleSpannung zwischen demObjekt und seinem nicht erfahrbarenInhalt. Die Farben der Deckel und derSchnittkanten, die Größe und Dicke derBücher sowie die graphische Gestaltungder Titel spielen eine große Rolle. Sowerden die Bücher zu monochromenBuchgemälden und architektonischenPlastiken.Galerie Sebastian Fath, Elisabethstraße 7,68165 Mannheim; Di-Fr 14-19,Sa 10-16 UhrTumi MagnússonOLSCHEWSKI & BEHM project space19.11.07 - 22. 12.07Der Fokus der Ausstellung ist auf dieVideo- und Soundinstallation Puddles(2006) gerichtet: 5 Videos zeigen Farbtropfen,die in unregelmäßigen Abständenin Farbpfützen fallen. Ihre Bewegungwird durch Geräusche aus im Raumverteilten Lautsprechern untermalt.Die Videoarbeit Puddles trägt in sichden Widerspruch des materiellenArbeitens mittels eines immateriellenMediums. Malerei, oder vielmehr eineIdee von Malerei, erhält so eine verstärktphysische Qualität. Magnússonnutzt Malerei, Foto und Video um denTraditionen von Malerei, Abbildung,Sehen, Wahrnehmung nachzuspüren.In den Splases etwa vergrößert erTropfen auf ein Maß, das mit der fürdie Arbeit vorgesehenen Wand korrespondiert.So zwingt Magnússon denBetrachter seine Sehgewohnheiten zuhinterfragen.projektraum4, Augartenstraße 68,68165 Mannheim, Do, Fr. 17-21, Sa. 12-16 UhrZeichenspracheRudolf Scharpf-Galerie, Ludwigshafen15.11.07 - 13.01.08Die drei Künstlerinnen sind seit Jahrenals Mitglieder der KünstlervereinigungAnker aktiv und mit zahlreichenAusstellungen überregional in Erscheinunggetreten. Gisela Hachmann-Ruchs benutzt in ihren Linolschnittenund Stempeldrucken ein abstraktesFormrepertoire. Roswitha JosefinePape zeigt in der Technik des Holzschnittseine Serie über die medialvermittelte Realität des Irak-Krieges.Die Reduktionen der Farbigkeit weisenüber sich hinaus zu einer künstlerischenAussage, die als Metapher fürein politisches Schwarzweißdenkenverstanden werden kann. Elke WeickeltsFormensprache setzt sich mitdem „Einfachen“, der Reduktion derBildsprache auf das Ursprüngliche,das Bildzeichen auseinander, das zurKommunikation, zum offenen Dialogmit dem Betrachter auffordert.Rudolf Scharpf-Galerie Ludwigshafen, Hemshofstraße54, 67063 Ludwigshafen, Di-Sa15- 19, So 13 - 18 UhrGrünewald und seine ZeitStaatliche Kunsthalle Karlsruhe,08.12.07-02.03.08Die Staatliche Kunsthalle Karlsruhewidmet eine Große Landesausstellungdem Künstler Matthias Grünewald(1475/80-1528). Von den wenigenerhaltenen Werken des Meisters besitztdie Staatliche Kunsthalle neben einerZeichnung vier Gemälde. Zusammenmit internationalen Leihgaben zeigtdie Staatliche Kunsthalle Karlsruhe einViertel des Gesamtwerks. In der Zusammenschaumit Werken anderer Künstlerbietet sich ein neuer Blick auf GrünewaldsSchaffen und seine künstlerischeEinzigartigkeit. Rund 160 Exponatealler künstlerischen Gattungen veranschaulichenden Reichtum der Kunstum 1500. Neben der von Grünewaldmeisterhaft verfeinerten Technik derTon-in-Ton-Malerei liegt ein weitererSchwerpunkt der Ausstellung auf seinenausdrucksstarken Darstellungen derPassion Christi.Staatl. Kunsthalle Karlsruhe, Hans-Thoma-Straße 2-6, 76133 Karlsruhe; Di-Fr 10-17,Sa, So 10-18 UhrSeite 22 Seite 23


KunstereignisMalcolm Morley, Alice, 2007, 198 x 320 cm, Öl auf LeinenTim Eitel, Wagen, 2005, 250 x 210 cmÖl und Eitempera auf LeinwandAmerikanische und deutsche Malereiaus der Sammlung Frieder BurdaEigentlich könnte man annehmen, dieneue Ausstellung wäre nur ein Lückenfüllerzwischen den Bildergalas der beidenDeutschen Superstars Sigmar Polke undGerhard Richter (ab 19.01.). Doch dieAusstellung „Amerikanische und DeutscheMalerei“ im Museum Frieder Burdaentwickelt ein beachtliches Gewicht.Kein Wunder, stammen doch alle Bilderaus der Sammlung Burda, die mit ihrenrund 800 Werken eine der wichtigstenprivaten Sammlungen zeitgenössischerKunst in Deutschland ist. Rund 60bedeutende Positionen der Deutschenund Amerikanischen Malerei werdennun in Baden-Baden ausgestellt. USamerikanischeKünstlerpositionen u.a.von Mark Rothko, Alex Katz und MalcolmMorley werden mit deutschen Positionenu.a. von Gerhard Richter, Georg Baselitzund Tim Eitel konfrontiert.Die fotografischen Vorlagen sind bei MalcolmMorley offensichtlich. Der 1931 inLondon geborene Künstler malt fotorealistischeArbeiten in einer nahezu perfektionistischenWeise. Er rastert Farbfotosauf und überträgt die Raster detailgetreuauf die Leinwand. Durch diese Arbeit verbindeter in seiner Arbeit gegenständlicheund abstrakte Malerei. Die kleinen Rastersind für sich gesehen absolut abstrakt,losgelöst von der ursprünglichen Form.Erst im Zusammenspiel ergeben sie wiederein Motiv. Malcolm Morley wird alseiner der Vorreiter des Fotorealismusbetrachtet, den er selbst aber „Super-Realism“ nennt. Zu sehen sind in derAusstellung beispielsweise eine Arbeit,in der er ein afghanische Mädchen vordem Zelt eines Flüchtlingslagers abbildet(Tent and Child, 2002). In der neuerworbenen und bislang noch nie ausgestelltenArbeit Alice (2007) drängt dieFarbe das Motiv der beiden Motorradfahrerbald in den Hintergrund.Der US Amerikaner Alex Katz (geboren1927) ist eine der beständigen Größender US-amerikanischen Kunstszene.Alex Katz ist seinem Stil, der sich amRande der Pop Art bewegt, zeitlebenstreu geblieben. Er selbst bezeichnetdiesen Stil als „reduktiv und elegant“.Seine zumeist großformatigen Bilder fangenunspektakuläre Momente ein, denenKatz durch die Malerei Dauer verleiht.In den vier großen Landschaftsbildernder Sammlung Frieder Burda thematisiertKatz auf subtile Weise Licht undSchatten sowie Reflexionen im Wasser.Das einsame Haus am See, die stille,unberührte winterliche Waldlichtungoder die vereinzelten Lichter einer amerikanischenGroßstadt sind Ausdruckeiner entrückten Stimmung. WährendKatz sich auf europäische Künstler wieRubens und Veronese beruft, beeinflusster im Gegenzug junge deutsche Künstleraugenscheinlich. Die Bilder von Katzschlagen auch fast schon die Brücke zuden Werken von Tim Eitel. Der gebürtigeLeonberger hat sich inzwischen vonseinen früheren, romantisch melancholischenBildern gelöst und beschäftigtsich heute eher mit düsteren, dunklenMotiven. Die Nähe zu Alex Katz ist trotzdes Altersunterschiedes spürbar.Das Alter der Künstler trennt denn auchan anderen Stellen die amerikanischevon der europäischen Malerei. WährendBurda bei den US-amerikanischenKünstlern eher auf die ältere, etablierteGeneration setzt, wagte der Sammler beiden deutschen Künstlern einen Neuanfang.Es sind zwar auch die deutschenAltmeister wie Georg Baselitz und MarkusLüppertz mit wichtigen Werken inder Ausstellung vertreten. Ein wichtigerund in der Ausstellung auch unübersehbarerSammlungsschwerpunkt liegtindes auf der jüngeren Generation. Etwa100 Arbeiten junger Künstler hat Burdain den Jahren 2002 bis 2007 erworben,etwa als er auf der vergangenen Art Karlsruheeiner Galeristin fast ihren gesamtenBestand von Werken der Künstlerin AnjaGanster abkaufte. In der Ausstellungsind aber auch beispielsweise EberhardHavekost und Frank Bauer vertreten. DieAusstellung ermöglicht einen umfangreichenEinblick über die unterschiedlichenPositionen der deutschen undUS-amerikanischen Kunst.Museum Frieder Burda, Lichtentaler Allee 8b,76530 Baden-Baden; Di - So 11-18 Uhr,20.10.07 - 06.01.08.Seite 24 Seite 25


KunstbuchKunsträtselKunstwerke die jeder kennt - wirklich jeder?Unter den Händen des gefragten Künstlersentfaltet sogar Schwemmholz eineSchönheit, die allerdings nicht immerjedem aufgehen mag - das zu Türmenoder gigantischen Kugeln zusammengefügteTreibgut aus Hochwasserzeitenhat weniger mit der edlen Einfalt undstillen Größe als mit der Perfektion undWucht der Natur zu tun. Der Bildhauer,der nahe der gesuchten Stadt eigentlichMedizin studiert hat, fand eben dortsein Material, wo das über die Ufer tretendeWasser zweier Flüsse ständig fürNachschub sorgt: die Umwelt machtesich der Kunst-Doc sozusagen zur Patientin.Mit poetischer Feinfühligkeit undmit dem Bewusstsein für mythischeSymbole formt der in Nigeria Geborenedie angeschwemmten Hölzer zu wahrenHimmelskugeln mit Tiefgang. Allerdingsist ihm schon wichtig festzustellen, dassseine „Malerei in Zeit und Raum“, wieer die Naturobjekte beschreibt, in ersterLinie ein Augenschmaus und erst aufden zweiten Blick auch Nahrung für denGeist sein sollen.Heftige Wellen schluges, als sich nach etlichen Jahren Verwitterungsspurenin der hier bedachtenKugel zeigten, was freilich in der Naturder Sache lag. Bei der Rundumerneuerungwuchs das Werk von sechs auf20 Meter Breite an und fast über dasbenachbarte Museumsgebäude hinaus.Da schienen ein paar Hitzköpfe aus demGemeinderat aus dem Häuschen - dieHerkunft des renommierten Stadtbürgerskam sogar auf den Prüfstand - undsetzten eine Absperrung durch. Der Vorwurfder fehlenden Maßstäblichkeit warnicht zu halten, um nicht kleinlich zuwirken gegenüber dem einstigen Documenta-Teilnehmer,Kunstprofessor undtrotz alledem scheuen Künstler. Undwas die Übergröße angeht: Im Unwetterjahr1988 entstand die erste Versionder Kugel - seitdem ist viel Holz denRhein hinunter geflossen. (gb)Wie heißt der Künstler und in welcherStadt steht die Skulptur? Schreiben Sieuns beide Namen auf eine Postkarte undschicken diese bis zum 15.12.2007 an:art info, Stichwort Kunsträtsel, Olgastraße58/A, 70182 Stuttgart oder mailen Sie dieLösungen an: info@artinfo-magazin.deUnter allen richtigen Einsendungenverlosen wir je einJahresabonnement der artinfo Ausgabe Karlsruhe/Rhein-Neckar.In der letzten Ausgabe suchten wir denNamen des Künstlers Sol LeWitt, dessenSkulptur im Hof der Badischen Landesbibliothekin Karlsruhe steht. Ein Jahresabonnementhat gewonnen Frau Anni Cramer,Karlsruhe. Herzlichen Glückwunsch!Ein Leben für die KunstHommage an Ernst und Hildy Beyeler„Das Hübsche ist der größte Feind desSchönen“. Diese Worte von FernandLeger zitiert der Schweizer KunsthändlerErnst Beyeler gerne und sie beschreibenwohl am Besten sein Motto beim Kaufvon Kunst. Beyeler kaufte und verkauftezeitlebens schöne, d.h. formvollendeteBilder und kümmerte sich nicht um denZeitgeist, der mitunter auch pittoreskeBilder verlangte. So ist es kein Wunder,dass beispielsweise Marc Chagall nieeine große Rolle im Leben von Beyelerspielte. Beyeler fand Gefallen an gemaltenBildern - malerisch mussten sie nichtsein. So sagt Beyeler denn auch: „Ichhabe gekauft, was mir gefiel ohne michum Theorien oder Modeerscheinungenzu kümmern“. Dass Beyeler dabei zeitweiseeinen etwas zwanglosen Umgangmit Geld hatte, verursachte erheblicheProbleme, konnte doch der Schweizerfür nicht jedes der Kunstwerke gleichwieder einen Käufer finden. Aus heutigerSicht ein Glück, da auf diese Weise somanches bedeutende Bild der Sammlungerhalten blieb. Monets Kathedraleetwa, die Beyeler für 2 Mio. US Dollarkaufte und bei dem er sich erst nach jahrelangerergebnisloser Käufersuche entschloss,sie zu behalten. Ein ähnlichesBild wurde Jahre nach dem Kauf für 22Mio. Euro versteigert, heute dürfte dasBild noch einiges mehr wert sein.Beyeler verkehrte mit zahllosen Künstlern,darunter Giacometti, Dubuffettund vor allem Picasso, den Beyeler1957 kennen lernte und der für Beyelerzum wichtigsten Künstler wurde. Picassofand Gefallen an dem Kunsthändlerund gewährte ihm eine äußerst selteneEhre: 1964 durfte Beyeler wahllos Bilderaus seinem Atelier aussuchen - eineQual, denn er musste aus über 800Werke wählen und hätte wohl am liebstenalle mitgenommen. Von den 45 Bildern,für die sich Beyeler entschiedenhatte, erlaubte ihm Picasso schließlich26 zu behalten, darunter auch das Bild'Die Rettung' (1932), welches kürzlichin der Stuttgarter Staatsgalerie und nunin der Fondation zu bewundern ist. Insgesamtetwa 16.000 Kunstwerke sindin den rund 55 Berufsjahren durch dieHände des Kunsthändlers gegangen. Diemeisten Werke wurden wieder verkauft,einige blieben aber in der Sammlung.Angefangen hatte dabei alles denkbarbescheiden: 1945 übernahm Beyeler inBasel ein Bücherantiquariat. Nachdemsich Beyeler zwei Jahre als Buchhändlerdurchgeschlagen hatte, organisierte er1947 eine erste Ausstellung mit japanischenHolzschnitten. Dieser ersten,durchaus erfolgreichen Ausstellungfolgte ab 1951 eine ununterbrocheneAusstellungstätigkeit am Stammsitz derGalerie, der Bäumleingasse 9 in Basel.Die besten Kunstwerke dieses Berufslebenssind nun in der Ausstellung'Die andere Sammlung - Hommage anErnst und Hildy Beyeler' in der FondationBeyeler im schweizerischen Riehen(bei Basel) zu sehen. Höhepunkte derAusstellung sind Werke von Klee, Miro,Cézanne, Giacometti, Monet, Picassound Kandinsky, von dem beispielsweisedas Bild 'Improvisation Nr. 10'zu sehen ist, welches als Gründungswerkder Sammlung Beyeler gilt. AlsBeyeler vor einigen Jahren seine Sammlungin eine Stiftung einbrachte, ließ ervon dem Stararchitekten Renzo Pianoeinen langgestreckten, lichtdurchflutetenMuseumsbau entwerfen, der vor10 Jahren der Öffentlichkeit übergebenwurde. Zu der Ausstellung erscheint imHatjeCantz Verlag das Buch 'Hommagean Ernst und Hildy Beyeler', welchesneben den ausgestellten Werken auchzahlreiche Texte und persönliche Hommagenvon Künstlern wie auch Sammlernund Weggefährten an das SchweizerEhepaar enthält. Der Katalog vermitteltsehr persönliche Eindrücke über dasungewöhnliche Leben des heute 86-jährigenSchweizers, dessen Lebenswerkzu Recht diese umfangreiche und ungewöhnlicheHuldigung erfährt.De Ausstellung ist noch bis zum 06.01.08 inder Fondation Beyeler zu sehen, Baselstrasse101, CH-4125 Riehen/Basel; Öffnungszeiten10 - 18, Mi 10 - 20 UhrIn der Galerie Beyeler ist noch bis zum01.12.07 die Ausstellung von Bernd Völkle'Malerei ein alter Hut' zu sehen; Bäumleingasse9, CH 4001 Basel, Öffnungszeiten: Di- Fr 09-12, 14-18, Sa 09-13 UhrDie andere Sammlung - Hommage an Hildyund Ernst Beyeler, 288 S. mit zahlreichen,z.T. farbigen Abbildungen, HatjeCantz Verlag,49,80 Euro, ISBN 978-3-7757-2022-9Ernst Beyeler - Leidenschaftlich für dieKunst, Gespräche mit Christophe Mory,160S., Verlag Scheidegger & Spieß, 25,00 Euro,ISBN 978-3-85881-171-4Seite 26 Seite 27


typopressdasdruckhaustyposerviceMehrwert für Sie• Nutzenorientierte Beratung• Hol- und Bringservice• Konfektionierung u. EinlagerungtypoprintPrintproduktion• innovative Druckvorstufe• moderner Offsetdruck• komplette WeiterverarbeitungtypokonzeptMarketing-Services• Mailingproduktion• CI-Beratung und Entwicklung• Grafik-ServiceDieselstraße 6 - 870771 Leinfelden-EchterdingenTelefon 07 11 / 9 02 18-0Telefax 07 11 / 9 02 18-19E-Mail info@typopress.deInternet www.typopress.deKunstadressenBaden-BadenMuseum BurdaLichtentaler Allee 8b76530 Baden-Baden07221/398980Di-So 11-18 UhrDt. und amerik. Malereiaus der Sammlung Burdabis 06.01.Staatl. KunsthalleLichtentaler Allee 8a76530 Baden-Baden07221/300760Di-So 11-18, Mi 11-20 UhrAndré Cadere: Arbeitenaus den Jahren 1971-1978bis 06.01.EttlingenGalerie Emilia SuciuPforzheimer Straße 12076275 Ettlingen07243/38693Di-Fr 16-19 UhrJános Saxon: Wandobjekte,Holzreliefsbis 30.11.Bolivar: arte MADI -Skulpturen und Wandobjekte08.12.-31.01.Galerie WeigandMühlenstraße 3176275 Ettlingen07243/536262Di-Fr 13-19, Sa 11-14.30 UhrKunstvereinWilhelmshöhe:Schöllbronnerstraße 8676275 EttlingenDo 15-20, FR, Sa 15-18, So11-18 UhrAktuelle Positionen derabstrakten Malereibis 11.11.;Thomas Lehnerer: Derganze Himmel II17.11.-20.01.HeidelbergKunstvereinHauptstraße 9769117 Heidelberg06221/184086Di-Fr 12-19, Sa, So 11-19 UhrFilmische Wahrheiten25.11.-31.01.KarlsruheKunstakademieRheinhold-Frank-Straße 6776133 KarlsruheAusstellung der Bewerberum die GraduiertenstipendienBW07.11.-10.11.;Debütantenausstellung:Susanne Klary, BorisMrkonjic, 24.11.-08.12.;Jahresausstellung2007/200815.12.-05.01.Badischer KunstvereinWaldstraße 376133 KarlsruheDi-Fr 11-19, Sa/So 11-17Matts Leiderstamm:Nachbild bis 18.11.;Andrea Büttner: On theSpot #1 bis 18.11.;Silke Stock: Hanna-Nagel-Preis 200719.10.-18.11.Mitgliederausstellung03.12.-06.01.BBKAm Künstlerhaus 4776131 KarlsruheDi-Fr 16-18.30, Sa,So 11-14 UhrOskar Fischerbis 25.11.;Mitgliederausstellung04.12.-23.12.EnBW AGDurlacher Allee 9376131 KarlsruheMo-Fr 10-18 UhrDas Abenteuer der Elektrizität-Highlights ausder EDF Stiftungbis 13.01.Galerie Alfred KnechtBaumeisterstraße 476137 Karlsruhe0721/9374910Di-Sa 11-13, Di-Fr 16-19 UhrUlrike Michaelis undMelanie Richter: Malerei09.11.-08.12.Herbert Kitzel undSchüler: Arbeiten von1948-1978 15.12.-12.01.Galerie Clemens ThimmeSchützenstraße 1976137 Karlsruhe0721/3548245Mi-Fr 14-18.30, Sa 11-14 UhrRainer Küchenmeister:Neun Figuren-Bilder-Aquarelle bis 01.12.Ralf-Rainer Odenwald07.12.-04.01.Galerie Ferenbalm-GurbrüStationPassagehof76133 Karlsruhe0721/1516916Mi, Fr 15-20, Sa 11-14 UhrTim Ernst | StéphanePencréac'h: La nuit pensesauvagebis 01.12.Galerie Iris KadelViktoriastraße 3-576133 Karlsruhe0721/9091672Mi 14-19, Do-Fr 12-18, Sa11-14 UhrKatja Davar bis 10.11.;Benedikt Hipp 16.11.-12.01.Galerie Meyer-RieggerKlauprechtstraße 2276137 Karlsruhe0721 / 821292Di-Fr 11-19, Sa 11-14 UhrUwe Henneken: Acrossthe border09.11.-22.12.Galerie RottloffSophienstraße 10576135 Karlsruhe0721/843225Di-Fr 14.30-19 UhrGalerie SchradeAn der Vogelhardt 1476149 Karlsruhe0721/6258966Di 18-21 UhrGalerie SeurenWaldstraße 4276133 Karlsruhe0721/1616907Di, Mi 15-19, Do, Fr 15-20,Sa 11-18 UhrGalerie SupperEbertstraße 1476137 Karlsruhe0721/5695577Di-Fr 14-19, Sa 12-16 UhrAndreas Lau: Anonymseriebis 10.11.;Das GroSSe im Kleinen27.11.-22.12.Orgelfabrik DurlachAmthausstraße 1776227 Karlsruhe0721/401443Do, Fr 17-20, Sa, So 11-16 UhrZeitgleich - Zeitzeichen2007- jurierte Mitgliederausstellungdes BBKbis 11.11.Staatl. Hochschulef. GestaltungLorenzstraße 1576135 Karlsruhe0721 / 8203-2285Mi-So 11-21 UhrStaatl. KunsthalleHans-Thoma-Straße 2-676133 KarlsruheDi-Fr 10-17, Sa/So 10-18 UhrGrünewald und seine Zeit08.12.-02.03.Staatl. MajolikaManufakturAhaweg 6-876131 Karlsruhe0721/9123770Di-So 10-13 UhrMiria Figiel, Peter Hrbeckbis 09.12.Städt. GalerieLorenzstraße 2776135 KarlsruheMi-Fr 10-18, Sa/So 11-18 UhrO.H. Hajekbis 13.01.ZKMLorenzstraße 1976135 Karlsruhe0721-8100-1210Mi-Fr 10-18, Sa/So 11-18 UhrYOU [ser]: Das Jahrhundertdes Konsumentenbis 31.12.08Klio - eine krzeGeschichte der Kunst inEuroamerika nach 1945bis 20.04.;Paul Thek: Werkshow15.12.-30.03.LudwigshafenKunsthaus OggersheimSchillerplatz 267071 Ludwigshafen0621/6855411Mi-Fr 16-19,Sa 14-17 UhrAlexander Solotzew: Beiden Sternen, Malerei undObjekte bis 17.11.KunstvereinBismarckstraße 44-4867059 Ludwigshafen0621/528055Di-Fr 12-18, Sa, So 11-18 UhrGalerientage 200709.11.-11.11.;Birgitta Weimer und YukoShiraishi: Even if love...25.11.-06.01.Rudolf-Scharpf-GalerieHemshofstraße 5467063 Ludwigshafen0621/5291968Di-Fr 12-19, Sa 10-19,So 13-18 UhrWilhelm-Hack-MuseumBerliner Straße 2367059 Ludwigshafen0621/5043411Di 12-18, Mi-So 10-18 UhrMannheimGalerie KastenWerderstraße 1868165 MannheimDi-Fr 14-19, Sa 12-15 UhrGundula Schulze Eldowy:Die frühen Zyklen bis 17.11.David Fried: SkulpturundFotografie 19.11.-22.12.Galerie KellerRheindammstra0e 5068163 Mannheim0621/8283821Mi, Do 13-19, Fr, Sa 10-14 UhrWilhelm Morat, ReinhardScherer und Ernst Wolf:leicht-schwer-farbig17.11.-29.12.Galerie Sebastian FathElisabethstraße 768165 Mannheim0621/7644400Di-Fr 14-19, Sa 10-16 UhrPeter Wüthrich bis 17.11.Joachim Grommek, BeatZoderer 23.11.-22.12.Galerie ZimmermannLeibnizstraße 2068165 Mannheim0621/419031Di-Fr 13-18.30, Sa 11-14 UhrKuno Gonschior24.11.-22.12.KunsthalleMatthias Weischer:Malerei bis 01.01.;Nina Hoffmann: Newportraits bis 01.01.;Roberto Edwards: CuerposPintadosbis 13.01.;Neue FreundeAktuelle Positionen zum QuadratInge Gutbrod (D), Siniša Kandić (CH), Stefanie Lampert (D),Eva-Maria Reiner (D), Michael Reiter (D), David Shrigley (GB),Silvia Wille (D), So-Ah Yim (ROK), Beat Zoderer (CH)Geneviève ClaisseJenseits des weißen Quadrats28. Oktober 2007 bis 20. April 2008Seite 28MUSEUM RITTERSammlung Marli Hoppe-RitterAlfred-Ritter-Straße 27D-71111 WaldenbuchÖffnungszeitenDienstag – Sonntag11–18 UhrInformationenTelefon +49(0)7157.53511-0www.museum-ritter.deDavid Shrigley, New Friends 2006, Animation Still© David ShrigleyGeneviève Claisse, Relief cercles (vert),1968/70© VG Bild-Kunst, Bonn 2007


30 Jahre Förderkreisfür die Kunsthalle Mannheim:Erwerbungen undSchenkungen für dieSammlung 18.11.-13.01.KunstvereinAugustaanlage 5868165 Mannheim0621/402208Di-So 12-17 UhrDer persönliche Blick -Eine Mannheimer Privatsammlungbis 18.11.Benedicte Peyrat25.11.-23.12.März GalerienBeethovenstraße 1868165 Mannheim0621/412237Mi-Fr 12-18, Sa 11-15 UhrPeng ! Raum für KunstPflügersgrundstraße 2268169 MannheimMi 17-20, Sa 12-15 UhrClaus Stolz: Fotografie17.11.-05.12.Joseph Heeg: Neue Bilder07.12.-22.12.projektraum4Augartenstraße 6868156 MannheimDo, Fr 17-21, Sa 12-16 UhrIzumi Kobayashi, Ben Muthoferbis 10.11.Querschnee 25.11.-22.12.Tumi Magnússon: Puddles19.11.-22.12.SpeyerGalerie NistersBahnhofstraße 767346 Speyer06232/621148Di-Fr 15-19, Sa 11-15 UhrHans Nopper: Malereibis 01.12.KunstvereinFlachsgasse 367346 Speyer06232/919858Di-So 11-18 UhrMaximilian Hutlett:Retrospektivebis 11.11.Armin Göhringer: Holz-Raum-Linie02.12.-06.01.Zell a.H.,Villa HaissAm Park 177736 Zell a.H.Mi, Fr-Sa 12-17, Do 18-22, So13-18 UhrDaniel Spoerribis 31.12.IMPREssumHerausgeber: Götz Gußmann, Cornelia RiederGestaltung: Katja Derr, www.vorbild.tvMitarbeit: Dr. Günter Baumann (gb)Redaktion art info, Olgastraße 58 A, 70182 Stuttgartwww.artinfo-magazin.deScribo VerlagWagrainstraße 47, 70378 StuttgartTel: 0711/389 500 28, Fax: 0711/389 500 20www.scribo-verlag.deWerbungWilhelm Schall, Stuttgarter Straße 3, 73525 SchwäbischGmünd, Tel. 07181 / 989360, werbung@artinfo-magazin.deBildnachweise: Alle Bilder soweit nicht anders angegeben© VG Bild-Kunst, Bonn; Titelseite und S. 4-6: © PolizeipräsidiumMannheim; S. 14: Otto Herbert Hajek Kunststiftungder Sparda-Bank Baden-Würtemberg, © VG Bild-Kunst, Bonn,2007; S. 24, 25: Foto: Museum Frieder Burda, Baden-Baden© by Scribo Verlag, Nachdruck nur mit schriftlicher Genehmigungdes Verlags, für unverlangt eingesandte Manuskripte wirdkeine Haftung übernommen.Auflage: 7.000, Erscheinungsweise 2-monatlich jeden erstenDonnerstag. Kostenlose Verteilung in Museen, Kunstvereinen,Galerien,Hochschulen, Bibliotheken, Buchhandel und Hotels.Verbreitungsgebiet: Baden-Baden, Bruchsal, Calw, Heidelberg,Karlsruhe, Ludwigshafen, Mannheim, Pforzheim, Rastatt,Rhein-Neckar-Kreis, SpeyerAuf Wunsch wird art info per Post zugestellt,Jahresabonnement 24 €, Info: abo@artinfo-magazin.deAnzeigen: Es gilt die Preisliste Nr. 3, 2007, weitereInformationen: werbung@artinfo-magazin.deSie haben einrechtliches Problem…?Wir finden die dafürpassende Lösung.Rechtsanwälte Fuhrmann, Gußmann & Partner, Wagrainstraße 47, 70378 StuttgartTelefon 0711 - 389 500 - 0, www.kanzlei-am-see.com

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