TP 6_10.pmd - Pflege in Not
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Nr. 6 Dezember / Januar 2010 / 11 1,- Euro<br />
Zeitschrift für Abhängige und Unabhängige<br />
T<br />
rokkenPresse<br />
Weihnachten<br />
Familie<br />
Sucht
Liebe Leser<strong>in</strong>nen<br />
und Leser,<br />
Beziehungen s<strong>in</strong>d gerade<br />
zu Weihnachten im Mittelpunkt<br />
der Gedanken und<br />
Gefühle. Wer <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er vollständigen<br />
Familie feiern<br />
kann, sche<strong>in</strong>t alles zu haben,<br />
was er braucht. Dennoch<br />
s<strong>in</strong>d nicht alle zufrieden<br />
mite<strong>in</strong>ander. Wer aber<br />
alle<strong>in</strong>e lebt, spürt das Alle<strong>in</strong>se<strong>in</strong><br />
an den Feiertagen<br />
oft viel <strong>in</strong>tensiver und atmet<br />
erst auf, wenn das Fest<br />
vorbei ist. Das Alle<strong>in</strong>se<strong>in</strong><br />
hat oft mit Alkohol zu tun.<br />
Denn Alkohol hat viele Feste<br />
„mitgestaltet“ und manche<br />
Beziehungen <strong>in</strong> den<br />
Abgrund getrieben. So er<strong>in</strong>nert<br />
sich manch e<strong>in</strong>er an<br />
das Fest vor e<strong>in</strong>em Jahr, als<br />
„König Alkohol“ noch regierte.<br />
Als Folge leben<br />
nicht wenige e<strong>in</strong> Jahr später<br />
getrennt von ihren Familien<br />
– und das ist schwer<br />
zu ertragen.<br />
Die Abst<strong>in</strong>enz ist im ersten<br />
Jahr anstrengend, das<br />
sagen viele. Besonders zu<br />
den Feiertagen kommen<br />
Gedanken auf an verlorene<br />
Freunde.<br />
Allerd<strong>in</strong>gs bietet die<br />
Selbsthilfe viele Möglichkeiten,<br />
neue Beziehungen<br />
aufzubauen und zu pflegen.<br />
Auch <strong>in</strong> diesem Jahr gibt es<br />
wieder viele Treffen, Veranstaltungen<br />
und Feste. Wer<br />
sich traut dah<strong>in</strong> zu gehen,<br />
der freut sich h<strong>in</strong>terher, da<br />
gewesen zu se<strong>in</strong>. Von den<br />
Geschichten der anderen<br />
hören und eigene Erlebnisse<br />
erzählen, das ist wichtig<br />
und schön. Das macht S<strong>in</strong>n<br />
im Leben.<br />
Wir wünschen allen Lesern,<br />
dass Sie Weihnachten<br />
und Jahreswechsel gut überstehen<br />
und im neuen Jahr<br />
das wieder aufbauen können,<br />
was im alten vielleicht<br />
zerstört wurde!<br />
Die TrokkenPresse wünscht<br />
trockene Feiertage!<br />
Inhalt<br />
Titelfoto: B. Balschus<br />
Titel<br />
Familie und Sucht v. A.Scheib .................................................................................... 3<br />
Weihnachten ohne Alkohol v. R. Hüll<strong>in</strong>ghorst .......................................................... 8<br />
Für andere Menschen e<strong>in</strong>e Bedeutung haben v. R. Hüll<strong>in</strong>ghorst ....................... 9<br />
Berl<strong>in</strong>er Seiten<br />
Medikamentensucht:<br />
Fachtag im St. Joseph-Krankenhaus .......................................................................... 10<br />
Nichtraucherschutz? ...................................................................................................... 11<br />
Patenschaftsprojekt „Vergiss mich nicht“<br />
Beratungstellen: Alle Jahre wieder ............................................................................ 12<br />
Projekt: Tannenhof-Schule ........................................................................................... 14<br />
Tr<strong>in</strong>kermärchenbuch<br />
Exklusivabdruck: Der kle<strong>in</strong>e Zauberer M<strong>in</strong>imo v. C. Werther ............................... 16<br />
O-Ton<br />
„Hilfe, die Eltern me<strong>in</strong>es Freundes saufen!“ ........................................................... 18<br />
Weihnachtsgeschichte<br />
Wasser zu Weihnachten v. I. Manno-Kortz ................................................................ 22<br />
Gerichte & Gedichte<br />
Weihnachtsküche ohne Gans ....................................................................................... 24<br />
Bücher<br />
Lesung im Café Q43 .................................................................................................... 25<br />
Peter Böttcher „Trocken, und nicht verdurstet“ ....................................................... 26<br />
Jack Kerouac „On the road“ ....................................................................................... 27<br />
Rolf Zweifel ..................................................................................................................... 5<br />
Kurz & Trokken .............................................................................................................. 15<br />
Tr<strong>in</strong>kerheilanstalt & Co. (6) .......................................................................................... 20<br />
Trokkensatire ................................................................................................................... 21<br />
Gegen den Strich ........................................................................................................... 27<br />
Leserbriefe ....................................................................................................................... 28<br />
Woh<strong>in</strong> an den Feiertagen? ........................................................................................... 29<br />
Veranstaltungen ............................................................................................................. 31<br />
Impressum ...................................................................................................................... 31<br />
Neue Serie: Selbsthilfe .................................................................................................. 34<br />
TrokkenPresse 1/11 ersche<strong>in</strong>t im Februar 2011<br />
Redaktionsschluss für Beiträge, Veranstaltungsterm<strong>in</strong>e und Kle<strong>in</strong>anzeigen<br />
ist der 18. Januar 2011<br />
www.trokkenpresse.de
K<strong>in</strong>derwagen und Kaltgetränk<br />
Familie und Sucht<br />
Alfred Scheib über die wechselseitigen Beziehungen von Familie<br />
und Abhängigkeit<br />
Die Familie und ihre wechselseitigen<br />
E<strong>in</strong>flüsse auf die<br />
e<strong>in</strong>zelnen Mitglieder s<strong>in</strong>d ja<br />
„Urthemen“ jeder Psychotherapie:<br />
Wieweit prägen die Familienstrukturen,<br />
die frühen<br />
Erfahrungen <strong>in</strong> der Familie unsere<br />
B<strong>in</strong>dungsfähigkeit, unsere<br />
Überzeugungen über uns und<br />
andere, unsere Beziehungsfähigkeit,<br />
unseren Umgang mit<br />
uns und anderen.<br />
Familie und Sucht war von<br />
Anfang an auch e<strong>in</strong>es der wichtigsten<br />
Themen <strong>in</strong> der Suchtbehandlung.<br />
Mit diesem Beitrag<br />
will ich – ohne Anspruch auf<br />
Vollständigkeit – e<strong>in</strong>en Überblick<br />
über den aktuellen Wissensstand<br />
zu diesem Thema<br />
geben.<br />
In Deutschland leben etwa<br />
4 Millionen Menschen zeitweise<br />
oder dauerhaft mit e<strong>in</strong>em<br />
suchtmittelabhängigen Menschen<br />
zusammen, deutlich<br />
mehr als es Alkoholiker gibt. Es<br />
s<strong>in</strong>d die Eltern, Partner, K<strong>in</strong>-<br />
der, Geschwister. Was erleben<br />
Sie, welche Auswirkungen hat<br />
die Sucht auf sie? Es gibt e<strong>in</strong><br />
lesenswertes Buch, das sich damit<br />
befasst, zum<strong>in</strong>dest mit den<br />
K<strong>in</strong>dern von Suchtkranken von<br />
Ursula Lambrou: „Familienkrankheit<br />
Alkoholismus“. Von<br />
der wissenschaftlichen Seite<br />
hat sich e<strong>in</strong> Autorenteam um<br />
Ra<strong>in</strong>er Thomasius mit dem<br />
Thema beschäftigt. Ihr Band<br />
trägt den Titel: „Familie und<br />
Sucht“.<br />
Letztendlich kommen alle<br />
Therapieschulen zu dem Ergebnis,<br />
dass der Familie e<strong>in</strong> wesentlicher<br />
bzw. der wesentliche<br />
Anteil an der Entwicklung des<br />
E<strong>in</strong>zelnen zukommt. Sie prägt<br />
unser Beziehungserleben und<br />
unser Beziehungsverhalten. In<br />
ihr lernen wir am elterlichen<br />
und geschwisterlichen Modell,<br />
wie man sich <strong>in</strong> bestimmten<br />
Situationen verhält. Sie prägt<br />
unsere Überzeugungen über<br />
uns und andere. Doch das al-<br />
les geschieht nicht losgelöst<br />
von uns selbst. Alle Familienmitglieder<br />
s<strong>in</strong>d <strong>in</strong> Interaktion,<br />
bilden e<strong>in</strong> System, zu dessen<br />
Gleichgewicht jeder se<strong>in</strong>en<br />
Beitrag leistet.<br />
Und natürlich ist die Familie<br />
auch von den Auswirkungen<br />
jedweden Substanzmissbrauchs<br />
mehr oder weniger unmittelbar<br />
betroffen. Doch dies<br />
ist ke<strong>in</strong>e E<strong>in</strong>bahnstraße. Auch<br />
Angehörige nehmen auf die<br />
Entwicklung und den Verlauf<br />
süchtigen Verhaltens wesentlichen<br />
E<strong>in</strong>fluss, ebenso wie auch<br />
zur Abst<strong>in</strong>enzentwicklung.<br />
Ich will daher <strong>in</strong> der Folge<br />
auf die genannten Aspekte<br />
näher e<strong>in</strong>gehen. Bei der Vielschichtigkeit<br />
des Themas ist<br />
e<strong>in</strong> Anspruch auf Vollständigkeit<br />
natürlich nicht e<strong>in</strong>zulösen.<br />
Nach den bisherigen Forschungsbefunden<br />
kann festgestellt<br />
werden, dass das Vorliegen<br />
von familiären Substanzproblemen<br />
e<strong>in</strong>en hohen Vorher-<br />
Familie und Sucht 3<br />
sagewert hat für die Entwicklung<br />
von Substanzproblemen<br />
bei den K<strong>in</strong>dern. Es besteht e<strong>in</strong><br />
bis zu siebenmal höheres Risiko<br />
für e<strong>in</strong>e eigene Suchterkrankung<br />
als bei unbelasteten<br />
Familien. Drei elterliche E<strong>in</strong>flüsse<br />
auf den Substanzkonsum<br />
spielen dabei e<strong>in</strong>e Rolle:<br />
● Der elterliche Konsum (als<br />
Nachahmungsverhalten):<br />
Höherer elterlicher Konsum<br />
von Alkohol und Nikot<strong>in</strong> führen<br />
zu e<strong>in</strong>em früheren und größeren<br />
Substanzkonsum bei Jugendlichen<br />
● Elterliche E<strong>in</strong>stellungen<br />
zum Substanzkonsum (als Bekräftigung):<br />
Liberale elterliche Normen<br />
und eigener hoher Konsum<br />
haben E<strong>in</strong>fluss auf das Tr<strong>in</strong>kverhalten,<br />
allerd<strong>in</strong>gs eher bei<br />
Jugendlichen mit hohem Aktivitäts-<br />
und Erregungsniveau<br />
sowie ger<strong>in</strong>ger Gehemmtheit,<br />
auch für normabweichendes<br />
Verhalten.<br />
● Die Qualität der Eltern-<br />
K<strong>in</strong>d-Beziehung:<br />
Elterliche Wärme und Zuwendung,<br />
positive elterliche<br />
Gefühle für das K<strong>in</strong>d gekoppelt<br />
mit klaren Verhaltenserwartungen,<br />
fördern soziale und<br />
kognitive Kompetenzen und<br />
damit e<strong>in</strong>e günstige Entwicklung<br />
der Persönlichkeit (Stichwort<br />
„K<strong>in</strong>der stark machen“,<br />
e<strong>in</strong>e jahrelange Aktion <strong>in</strong> der<br />
Suchtprävention), was wiederum<br />
schützt, vor dem Missbrauch<br />
von Alkohol und Drogen.<br />
Auch kritische Lebensereignisse<br />
der Eltern (Scheidung,<br />
Arbeitslosigkeit, Krankheit<br />
oder Unfälle) erhöhen das Risiko<br />
für jugendlichen Substanzkonsum.<br />
Nicht zu vergessen s<strong>in</strong>d natürlich<br />
die E<strong>in</strong>flüsse der sogenannten<br />
Peergroup (Gleichaltrigengruppe),<br />
die gerade von<br />
Eltern junger Suchtmittelabhängiger<br />
als Paradebeispiel für<br />
„schlechten E<strong>in</strong>fluss“ genannt<br />
werden. Doch hier gilt: Jugendliche<br />
suchen sich gezielt solche<br />
Peergruppen, die gut zu eigenen<br />
Verhaltenstendenzen passen.<br />
Foto: HGN
4 Familie und Sucht<br />
Wenig elterliche Aufsicht,<br />
ger<strong>in</strong>ger familiärer Zusammenhalt,<br />
e<strong>in</strong> hohes Ausmaß familiärer<br />
Konflikte sowie häufiges<br />
bzw. exzessives Tr<strong>in</strong>ken<br />
der Eltern erhöhen die Wahrsche<strong>in</strong>lichkeit,<br />
dass Jugendliche<br />
Kontakt zu solchen Peers<br />
(Freunden, Kumpels, Cliquen)<br />
suchen, die legale und illegale<br />
Substanzen konsumieren und<br />
auch anderweitiges Problemverhalten<br />
zeigen.<br />
Nicht selten erleben K<strong>in</strong>der <strong>in</strong><br />
Suchtfamilien reale Traumatisierungen<br />
wie z. B. sexuellen<br />
Missbrauch, physische und<br />
psychische Misshandlung und<br />
Vernachlässigung. Nach Studien<br />
ist das Inzestrisiko für K<strong>in</strong>der<br />
aus Suchtfamilien dreimal<br />
höher als das von K<strong>in</strong>dern, deren<br />
Eltern ke<strong>in</strong>e Alkoholiker<br />
s<strong>in</strong>d.<br />
Je schwerer und länger andauernd<br />
diese Traumatisierungen<br />
(Verletzungen) waren,<br />
umso höher ist das Risiko, im<br />
späteren Verlauf an e<strong>in</strong>er Suchterkrankung<br />
zu leiden. Im Bemühen,<br />
die Albträume, die wieder<br />
aufflammenden Bilder und<br />
Gefühle (flash backs) und Ängste<br />
unter Kontrolle zu br<strong>in</strong>gen,<br />
sich regelrecht zu betäuben,<br />
greifen viele zu Alkohol und<br />
Drogen im S<strong>in</strong>ne e<strong>in</strong>er Selbstmedikation.<br />
Gleichzeitig muss<br />
man dabei jedoch immer auch<br />
an die destruktive, selbstzerstörerische<br />
Seite des Suchtmittelkonsums<br />
denken, die auf der<br />
Überzeugung bzw. dem Erleben<br />
beruht, nicht wert zu se<strong>in</strong><br />
zu leben.<br />
In Deutschland ist etwa von 2,7<br />
Mio. K<strong>in</strong>dern und Jugendlichen<br />
im Alter bis zu 18 Jahren <strong>in</strong> alkoholbelasteten<br />
Familien auszugehen.<br />
D. h. dass etwa jedes<br />
siebte K<strong>in</strong>d von der Alkoholstörung<br />
e<strong>in</strong>es Elternteils betroffen<br />
ist. Sie s<strong>in</strong>d die größte Risikogruppe<br />
für spätere Suchtstörungen.<br />
Auch wir <strong>in</strong> der Kl<strong>in</strong>ik<br />
machen die Erfahrung, dass<br />
unsere alkoholabhängigen Patienten<br />
oft aus Familien stammen,<br />
<strong>in</strong> denen bereits Vater oder<br />
Mutter oder beide Elternteile<br />
abhängig waren. Auch das Risiko<br />
für e<strong>in</strong>e Erkrankung an<br />
anderen psychischen Störungen<br />
wie z. B. Angststörungen,<br />
Depressionen, Persönlichkeitsstörungen,<br />
ist für K<strong>in</strong>der aus<br />
suchtbelasteten Familien deutlich<br />
erhöht.<br />
K<strong>in</strong>der <strong>in</strong> suchtbelasteten<br />
Familien s<strong>in</strong>d enormen Stressfaktoren<br />
ausgesetzt wie z. B.<br />
Disharmonie im Familienleben,<br />
Unberechenbarkeit und<br />
Unzuverlässigkeit im Verhalten<br />
„Familiäre Regel“ Isolation<br />
der Eltern, häufige Trennungsszenarien<br />
<strong>in</strong> der Familie, Ängste<br />
und Sorgen um Gesundheit<br />
und Leben der Eltern, Schamund<br />
Schuldgefühle sowie soziale<br />
Isolation.<br />
Ausdrücklich möchte ich<br />
dazu noch e<strong>in</strong>mal auf das Buch<br />
vom Ursula Lambrou verweisen.<br />
Als kle<strong>in</strong>e Anregung für die<br />
Selbsthilfegruppen: Lesen Sie<br />
an Gruppenabenden gelegentlich<br />
e<strong>in</strong>en Abschnitt daraus vor<br />
und diskutieren Sie anschließend<br />
darüber.<br />
K<strong>in</strong>der <strong>in</strong> Suchtfamilien ver<strong>in</strong>nerlichen<br />
zumeist die familiären<br />
Regeln wie z. B.<br />
● Gefühlskontrolle (stell dich<br />
nicht so an, reiß dich zusammen),<br />
● besonders starre Regeln (man<br />
hat sich so und so zu verhalten<br />
und nicht anders),<br />
● Schweigen (Unliebsames<br />
wird nicht angesprochen, die<br />
Sucht wird beschwiegen),<br />
● Verleugnung (es ist alles gar<br />
nicht so schlimm, Vater geht‘s<br />
heute nicht so gut) und<br />
● Isolation (damit ke<strong>in</strong>er was<br />
mitbekommt).<br />
Es s<strong>in</strong>d die Regeln, die der<br />
sche<strong>in</strong>baren Problembewältigung<br />
dienen sollen, doch die<br />
Probleme eher verfestigen. Und<br />
wenn K<strong>in</strong>der <strong>in</strong> Suchtfamilien<br />
überleben bzw. zurecht kommen<br />
sollen, müssen sie diese<br />
Regeln befolgen.<br />
Im Vergleich zum Durchschnitt<br />
aller K<strong>in</strong>der beg<strong>in</strong>nen<br />
K<strong>in</strong>der aus suchtbelasteten Familien<br />
früher mit dem Alkohol-<br />
und Drogenmissbrauch,<br />
leiden häufiger unter Ängsten,<br />
Depressionen und Essstörungen,<br />
entwickeln e<strong>in</strong> ger<strong>in</strong>geres<br />
Selbstwertgefühl und e<strong>in</strong>e<br />
deutlich ger<strong>in</strong>gere Selbstwirksamkeitserwartung;<br />
sie zeigen<br />
e<strong>in</strong>e stärkere Hyperaktivität,<br />
Impulsivität und Aggressivität,<br />
haben deutlich schlechtere<br />
Schulleistungen sowie im späteren<br />
Leben stärkere <strong>in</strong>nerfamiliäre<br />
Konflikte.<br />
Und sie machen die Erfahrung:<br />
Alkohol verr<strong>in</strong>gert das<br />
subjektive Stressempf<strong>in</strong>den,<br />
Alkohol beruhigt, entspannt<br />
und dämpft die unangenehmen<br />
Gefühle.<br />
Ich komme nun auf familiäre<br />
E<strong>in</strong>flussfaktoren auf den Süchtigen<br />
zu sprechen. Vor allem<br />
K<strong>in</strong>der und Partner können den<br />
Verlauf bee<strong>in</strong>flussen. Schon<br />
alle<strong>in</strong> das Vorhandense<strong>in</strong> von<br />
Partnern und Familie verbessert<br />
die Behandlungsprognose, sofern<br />
sich der Süchtige zur Behandlung<br />
entschließt. Aber:<br />
Viele Partner von Suchtkranken<br />
leiden unter stressbed<strong>in</strong>gten<br />
Erkrankungen wie z. B. Depressionen,<br />
Ängsten, posttraumatischen<br />
und akuten Belastungsstörungen<br />
oder psychosomatischen<br />
Symptomen. Das<br />
heißt, sie brauchen selbst Hilfe,<br />
um wieder gesunden zu können.<br />
Wenn man die familiären E<strong>in</strong>flüsse<br />
betrachtet, kommt man<br />
natürlich nicht um das Thema<br />
Co-Abhängigkeit herum, Mit<br />
Co-Abhängigkeit bezeichnet<br />
man nach Thomasius „Haltungen<br />
und Vorgehensweisen von<br />
Personen, die durch ihr Tun<br />
bzw. Unterlassungen dazu beitragen,<br />
dass der süchtige oder<br />
suchtgefährdete Mensch süchtig<br />
oder suchtgefährdet bleiben<br />
kann.“ Allerd<strong>in</strong>gs sollte man<br />
sich davor hüten, diesen Begriff<br />
im S<strong>in</strong>ne e<strong>in</strong>er Schuldzuweisung<br />
oder Stigmatisierung<br />
zu benutzen. Ich kenne dies<br />
noch allzu gut aus me<strong>in</strong>en frühen<br />
Erfahrungen <strong>in</strong> der Suchtkrankenbehandlung,<br />
als bei<br />
Angehörigensem<strong>in</strong>aren e<strong>in</strong>e<br />
gehörige Portion Schuldzuweisung<br />
an die Angehörigen verteilt<br />
wurde.<br />
Es gibt natürlich problematische<br />
Verhaltensweisen und<br />
e<strong>in</strong>ige Angehörige werden diese<br />
nur allzu gut kennen. Dazu<br />
gehören: Übermäßige Verantwortung<br />
für den Abhängigen<br />
übernehmen (wer hätte es denn photocase.com<br />
/<br />
sonst tun sollen...), das Verhalten<br />
des Abhängigen entschuldigen<br />
und rechtfertigen (er hatte DWerner<br />
doch so e<strong>in</strong>e schwere K<strong>in</strong>d- Foto:
heit...), dem Abhängigen Belastungen<br />
abnehmen oder ersparen<br />
wollen (er ist doch sowieso<br />
schon so belastet...), exzessive<br />
Kontrolle ausüben, (z. B. ständig<br />
Verstecke suchen, Geld e<strong>in</strong>teilen...),<br />
den Abhängigen von<br />
Alkohol fernhalten wollen (auf<br />
Feiern verzichten, da dabei ja<br />
getrunken wird...), dem Abhängigen<br />
ständig mit Misstrauen<br />
begegnen, ihn beim Lügen ertappen<br />
wollen, selbst gegenüber<br />
anderen unaufrichtig se<strong>in</strong><br />
(ne<strong>in</strong>, bei uns ist alles <strong>in</strong> Ordnung,<br />
mir geht es gut...).<br />
Sicherlich ist dieses Verhalten<br />
problematisch, doch der Angehörige<br />
steckt auch <strong>in</strong> e<strong>in</strong>em<br />
Dilemma, denn ganz leicht<br />
kann fehlende Kontrolle und<br />
E<strong>in</strong>flussnahme als Gleichgültigkeit<br />
dem Abhängigen ge-<br />
Rolf Zweifel – Folge 44<br />
Es gibt diesen Moment, <strong>in</strong><br />
dem jede/r spürt: „Jetzt wird<br />
es W<strong>in</strong>ter.“ E<strong>in</strong>e fast letzte<br />
Verbundenheit des Menschen<br />
mit der Natur. Es beg<strong>in</strong>nt<br />
mit gefühlter Kälte, der<br />
W<strong>in</strong>d kommt dazu und „es<br />
zieht an“, wie früher die alten<br />
Leute sagten. Zweifel sieht<br />
sich <strong>in</strong> der Grundschule, s<strong>in</strong>gend:<br />
„Raue W<strong>in</strong>de wehen<br />
vom Norden und die Sonne<br />
sche<strong>in</strong>t nicht mehr.“ Der Urmensch<br />
steckt so tief <strong>in</strong> Zweifel,<br />
dass er sogar mitten <strong>in</strong><br />
der Großstadt se<strong>in</strong>en kle<strong>in</strong>en<br />
Balkon mit dem Eifer e<strong>in</strong>es<br />
Bauern auf den W<strong>in</strong>ter vorbereitete.<br />
Hier, am anderen<br />
Wohnort, geht es wirklich darum,<br />
e<strong>in</strong> kle<strong>in</strong>es Olivenbäumchen<br />
auszuw<strong>in</strong>tern, e<strong>in</strong>e Blumenleuchte<br />
als künstliche<br />
Sonne im Wohnzimmer anzubr<strong>in</strong>gen,<br />
die Gehölze im<br />
Vorgarten herunter zu schneiden<br />
und die Rosen e<strong>in</strong>zukür-<br />
genüber verurteilt werden und<br />
e<strong>in</strong>e Schuldzuweisung an der<br />
Abhängigkeit konstruiert werden<br />
(anstatt ihrem Mann zu<br />
helfen und beizustehen....).<br />
Wie oben schon bei den K<strong>in</strong>dern<br />
erwähnt, leben sowohl<br />
K<strong>in</strong>der wie auch Partner von<br />
Suchtkranken unter stärkeren<br />
Belastungen als Menschen <strong>in</strong><br />
funktionierenden Familien.<br />
Und oft herrscht das Gefühl,<br />
diese Belastungen und den e<strong>in</strong>hergehenden<br />
Stress weder verändern<br />
noch wirklich kontrollieren<br />
zu können. Belastungen<br />
s<strong>in</strong>d z. B. die Unzuverlässigkeit<br />
und Unberechenbarkeit des<br />
suchtkranken Partners, die Vernachlässigung,<br />
Aggression und<br />
Gewalttätigkeit, sexuelle Übergriffe<br />
bis h<strong>in</strong> zu Vergewalti-<br />
zen und warm e<strong>in</strong>zupacken.<br />
Wunderbar – wie wohl sich<br />
der Alkoholiker dabei fühlt.<br />
Zweifel hatte sich vorgenommen,<br />
etwa e<strong>in</strong> Jahr nach<br />
se<strong>in</strong>er Ankunft e<strong>in</strong>e Selbsthilfegruppe<br />
vor Ort auf zu machen,<br />
weil er doch immer etwas<br />
mehr als e<strong>in</strong>e Stunde <strong>in</strong><br />
se<strong>in</strong>e Gruppe <strong>in</strong> die Großstadt<br />
fährt und noch e<strong>in</strong>mal zurück,<br />
und dann recht müde ist.<br />
Selbsthilfe also aus Gründen<br />
der Selbst-Hilfe, und er hat e<strong>in</strong>en<br />
Jüngeren gefunden, der<br />
aus e<strong>in</strong>em ähnlichen Grund<br />
gerne mitmacht und für die<br />
Regularien <strong>in</strong>nerhalb der<br />
Gruppe zuständig ist, während<br />
Zweifel sich schon aufs<br />
Aufschließen, Kaffeekochen<br />
und Literatur h<strong>in</strong>legen freut,<br />
und die Kasse natürlich, die<br />
noch e<strong>in</strong>e Weile eher leer se<strong>in</strong><br />
dürfte. Zweifel sprach mit e<strong>in</strong>em<br />
Pfarrer, und ruck-zuck<br />
war man sich e<strong>in</strong>ig, e<strong>in</strong> schöner<br />
Raum, ebenerdig im Geme<strong>in</strong>dezentrum.<br />
Und e<strong>in</strong>es<br />
fernen Tages vielleicht voll<br />
mit Süchtigen.<br />
E<strong>in</strong>fach so zu helfen, e<strong>in</strong>en<br />
Text zu lesen, zu spüren<br />
und immer wieder daran zu<br />
denken, wie es damals war:<br />
Zweifel sehr im Zweifel mit<br />
se<strong>in</strong>em Selbst, versuchte, etwas<br />
mehr Selbstwertgefühl<br />
gung, f<strong>in</strong>anzielle Konflikte,<br />
z. B. auch durch Arbeitsplatzverlust,<br />
Schulden, soziale Isolation<br />
(ich kenne viele Frauen,<br />
die nicht mehr zu Feiern gegangen<br />
s<strong>in</strong>d, aus Angst, der Mann<br />
könnte sich betr<strong>in</strong>ken und sich<br />
daneben benehmen – e<strong>in</strong>ige<br />
g<strong>in</strong>gen dann irgendwann alle<strong>in</strong>e<br />
h<strong>in</strong>, doch das ist dann schon<br />
e<strong>in</strong> Genesungs- bzw. Emanzipationsprozess).<br />
E<strong>in</strong>e naheliegende Frage ist natürlich,<br />
wieso Angehörige oft<br />
viele Jahre starken Leidens ertragen.<br />
Das hat <strong>in</strong> der Regel mit<br />
bestimmten Grundannahmen<br />
zu tun, die Angehörige mitbr<strong>in</strong>gen<br />
– wie auch das Verhalten<br />
von uns allen durch bestimmte,<br />
uns eigene, Grundannahmen<br />
geprägt ist. E<strong>in</strong>e häu-<br />
vorzutäuschen, <strong>in</strong>dem er häufiger<br />
<strong>in</strong> sportlicher Kleidung<br />
(Jogg<strong>in</strong>ganzug) erschien,<br />
Bounty und Cola auf se<strong>in</strong>en<br />
Platz packte und auch schon<br />
mal mit e<strong>in</strong>er warmen Currywurst<br />
und Pommes die Gruppe<br />
beg<strong>in</strong>nen ließ. Und er war<br />
wirklich e<strong>in</strong> kle<strong>in</strong>er Neuanfänger,<br />
e<strong>in</strong>sam bis zum Abw<strong>in</strong>ken.<br />
Am ersten Osterfest war<br />
se<strong>in</strong>e Frau mit den K<strong>in</strong>dern<br />
verreist und Zweifel hatte vor<br />
lauter Angst abgesagt. Ihm<br />
gegenüber saß <strong>in</strong> der Gruppe<br />
e<strong>in</strong>e junge Frau, die etwa<br />
5 Jahre abst<strong>in</strong>ent war und im<br />
Gegensatz zu Zweifel wirklich<br />
joggen g<strong>in</strong>g – bis auf den<br />
heutigen Tag –, und als man<br />
sich <strong>in</strong> österlicher Stimmung<br />
verabschiedete und sie nach<br />
Hause g<strong>in</strong>g, brannte es <strong>in</strong><br />
Zweifel, h<strong>in</strong>ter ihr her zu laufen<br />
und zu fragen, ob er bei<br />
ihr auf dem Sofa schlafen<br />
könne, nur um <strong>in</strong> ihrer Nähe<br />
zu se<strong>in</strong> und sich e<strong>in</strong> wenig<br />
zum Ausruhen an ihre schon<br />
erworbene Lebenssicherheit<br />
anlehnen zu können. Erotik<br />
oder so etwas war Lichtjahre<br />
entfernt.<br />
Zweifel liebt diesen alten<br />
Raum mit dem Schulklassengeruch,<br />
<strong>in</strong> dem die Gruppe<br />
von damals immer noch statt-<br />
Familie und Sucht 5<br />
fige Annahme bei Partner<strong>in</strong>nen<br />
von Abhängigen ist z. B. dass<br />
das Suchtproblem sich durch<br />
ausreichend Liebe, Geduld und<br />
Ausdauer schon irgendwann<br />
lösen wird. Möglicherweise<br />
kommt die Überzeugung h<strong>in</strong>zu,<br />
dass man sich selbst nicht<br />
<strong>in</strong> den Mittelpunkt stellen darf,<br />
dass die Bedürfnisse anderer<br />
wichtiger s<strong>in</strong>d als die eigenen<br />
oder die Überzeugung, dass<br />
man andere mit Kontrolle dauerhaft<br />
ändern könne. Es kann<br />
auch se<strong>in</strong>, dass man der Überzeugung<br />
ist, dass man sowieso<br />
nichts ändern kann oder dass<br />
man im Konfliktfall sowieso<br />
unterlegen ist.<br />
Diese Annahmen bzw.<br />
Grundhaltungen fallen allerd<strong>in</strong>gs<br />
nicht vom Himmel. Sie<br />
s<strong>in</strong>d geprägt durch frühe Er-<br />
f<strong>in</strong>det und – von Ausnahmen<br />
abgesehen – ist er auch <strong>in</strong> all<br />
se<strong>in</strong>en trockenen Tagen immer<br />
wieder <strong>in</strong> diese Gruppe<br />
gegangen. Und als er etwa 5<br />
Jahre abst<strong>in</strong>ent war, hat er<br />
dort an e<strong>in</strong>em anderen Wochentag<br />
e<strong>in</strong>e Gruppe eröffnet,<br />
die jetzt auch schon über<br />
15 Jahre alt ist. Er wollte etwas<br />
zurückgeben von dem,<br />
was er bekommen hatte,<br />
denn er hatte die Regel begriffen,<br />
dass ich Gutes weitergeben<br />
muss, damit es wirklich<br />
wirksam wird.<br />
Wenn Zweifel mit dem<br />
Hund <strong>in</strong> der Früh zu e<strong>in</strong>em<br />
längeren Spaziergang aufbricht,<br />
trägt die klare kühle<br />
Luft e<strong>in</strong>en Schuss Rauch mit<br />
sich, von dem Kam<strong>in</strong>holz, das<br />
entzündet worden ist, und<br />
nach e<strong>in</strong>em kurzen Weg werden<br />
Mann und Hund lange<br />
durch das raschelnde Laub<br />
laufen und glücklich se<strong>in</strong>.<br />
Mehr vom Zweifel? Die besten<br />
Kolumnen gibt es auch als Buch.<br />
Siehe Anzeige Seite 9
6 Familie und Sucht<br />
fahrungen <strong>in</strong> der eigenen Familie.<br />
Dazu e<strong>in</strong> <strong>in</strong>teressanter Befund:<br />
Sowohl die kl<strong>in</strong>ische Erfahrung<br />
wie auch empirische<br />
Studien bestätigen, dass Töchter<br />
suchtkranker Väter <strong>in</strong> erhöhtem<br />
Maße e<strong>in</strong>en suchtkranken<br />
Mann zum Partner wählen.<br />
Etwa 45 Prozent der Töchter<br />
alkoholkranker Väter heiraten<br />
<strong>in</strong> erster Ehe e<strong>in</strong>en Mann,<br />
der alkoholabhängig ist. Und<br />
nach e<strong>in</strong>er Scheidung oder<br />
Trennung geraten sie oftmals<br />
wieder an e<strong>in</strong>en suchtkranken<br />
Partner. Dies gilt allerd<strong>in</strong>gs nur<br />
für die Töchter Suchtkranker<br />
Väter, bei Söhnen bestätigt<br />
sich dieser Effekt nicht.<br />
Wir haben bei unserem heutigen<br />
Thema „Familie und<br />
Sucht“ bis jetzt überwiegend<br />
das Thema Alkoholabhängigkeit<br />
behandelt. Das liegt zum<br />
e<strong>in</strong>en daran, dass es zum Thema<br />
Alkoholabhängigkeit e<strong>in</strong>e<br />
Fülle von Befunden und Ergebnissen<br />
bzgl. der familiären<br />
E<strong>in</strong>flussfaktoren gibt, während<br />
die Medikamentenabhängigkeit<br />
nach wie vor die stille, unauffällige<br />
Sucht darstellt. Nach<br />
Schätzungen s<strong>in</strong>d jedoch 1,0<br />
bis 1.5 Mio. Menschen <strong>in</strong><br />
Deutschland medikamentenabhängig,<br />
davon rund 70 Prozent<br />
von Benzodiazep<strong>in</strong>en<br />
(Schlaf- und Beruhigungsmittel<br />
wie z. B. Diazepam, Oxazepam,<br />
Zolpidem). Der Beg<strong>in</strong>n<br />
der Arzneimittelsucht wird<br />
häufig durch e<strong>in</strong>e körperliche<br />
oder psychische Störung bzw.<br />
Krankheit bestimmt. Die Familie<br />
bzw. familiäre E<strong>in</strong>flussfaktoren<br />
spielen bei Medikamentenabhängigen<br />
e<strong>in</strong>e weniger<br />
große Rolle als bei Alkoholkranken.<br />
Die wichtigste Bezugsperson<br />
des Medikamentenabhängigen<br />
ist über lange<br />
Jahre der verschreibende Arzt<br />
und es handelt sich überwiegend<br />
um Frauen im mittleren<br />
und hohen Lebensalter. Zudem<br />
s<strong>in</strong>d Medikamentenabhängige<br />
nur schwer zu motivieren, an<br />
e<strong>in</strong>er Selbsthilfegruppe teilzunehmen;<br />
nach e<strong>in</strong>er größeren<br />
Studie <strong>in</strong> Niedersachsen haben<br />
nur etwas über 8 Prozent der<br />
Medikamentenabhängigen jemals<br />
an e<strong>in</strong>er Selbsthilfegruppe<br />
teilgenommen, während es<br />
bei Alkoholabhängigen etwa<br />
40 Prozent waren. In Entwöhnungsbehandlungen<br />
f<strong>in</strong>den<br />
sich sogar nur 2 Prozent Medikamentenabhängige.<br />
Zudem<br />
fühlen sie sich <strong>in</strong> Selbsthilfegruppen<br />
zusammen mit Alkoholabhängigen<br />
oft auch unverstanden.<br />
In der Kl<strong>in</strong>ik haben<br />
wir die Erfahrung gemacht,<br />
dass sich dies verändert, wenn<br />
die Zahl der Medikamentenabhängigen<br />
<strong>in</strong> e<strong>in</strong>er Gruppe sich<br />
erhöht. Dann können Alkoholund<br />
Medikamentenabhängige<br />
e<strong>in</strong>e Menge vone<strong>in</strong>ander lernen.<br />
E<strong>in</strong>e weitere große Gruppe<br />
substanzbezogener Abhängigkeit<br />
soll nicht unerwähnt bleiben,<br />
die Drogenabhängigen.<br />
Hier wiederum haben die familiären<br />
E<strong>in</strong>flussfaktoren für die<br />
Entwicklung von Drogenmissbrauch<br />
e<strong>in</strong>en hohen Stellenwert,<br />
sowohl <strong>in</strong> günstiger wie<br />
ungünstiger H<strong>in</strong>sicht. Thomasius<br />
fasst die vorliegenden zahlreichen<br />
Befunde wie folgt zusammen:<br />
„Wenn die Eltern oder<br />
Geschwister antisoziales Verhalten<br />
oder ger<strong>in</strong>ge Konventionalität<br />
aufweisen oder wenn<br />
sie kaum E<strong>in</strong>fluss nehmen und<br />
wenig Unterstützung geben,<br />
dann unterliegen Jugendliche<br />
e<strong>in</strong>em erhöhten Risiko für den<br />
Substanzmissbrauch. Der Erziehungsstil<br />
weist ebenfalls<br />
e<strong>in</strong>e enge Beziehung zum Substanzmissbrauch<br />
auf. Inkonsequenz<br />
im Verhalten der Eltern,<br />
Gleichgültigkeit und Verständnislosigkeit<br />
für die emotionalen<br />
und materiellen Belange<br />
der K<strong>in</strong>der, aber auch überprotektive<br />
(überbehütende) Erziehungs-<br />
und B<strong>in</strong>dungsstile<br />
korrelieren mit den problematischen<br />
Formen des Substanzgebrauchs<br />
der K<strong>in</strong>der“.<br />
Zusammengefasst gelten als<br />
familiäre Risikofaktoren:<br />
● Genetische Faktoren<br />
● Gewalt- und Missbrauchserfahrungen<br />
des K<strong>in</strong>des (auch<br />
als Zuschauer)<br />
● Massive Probleme der Eltern<br />
untere<strong>in</strong>ander, dissoziales Verhalten<br />
der Eltern<br />
● Eltern und Geschwister als<br />
negative Modelle des Substanzgebrauchs<br />
● Fehlende elterliche Wärme,<br />
ger<strong>in</strong>ge Eltern-K<strong>in</strong>d B<strong>in</strong>dung,<br />
wenig Offenheit <strong>in</strong> der Kommunikation<br />
● Die Art des Kontrollverhaltens<br />
der Eltern (laisser-faire<br />
oder überfordernd-kalt und<br />
autoritär)<br />
● Soziale Isolation der Familie<br />
und Armut,<br />
● Scheidung, Todesfall <strong>in</strong> der<br />
Familie und schließlich<br />
● e<strong>in</strong> ger<strong>in</strong>geres Zugehörigkeitsgefühl<br />
zur Herkunftsfamilie<br />
als zu den Peers.<br />
Daneben gibt es auch e<strong>in</strong>e Reihe<br />
von wirksamen familiären<br />
Schutzfaktoren gegen den Substanzgebrauch,<br />
wie z. B. e<strong>in</strong>e<br />
Atmosphäre der Geborgenheit<br />
und Zuwendung sowie klare<br />
(Verhaltens-) Erwartungen an<br />
die K<strong>in</strong>der. Diese Faktoren fördern<br />
die sozialen und kognitiven<br />
Kompetenzen, das Selbstvertauen<br />
und damit e<strong>in</strong>e günstige<br />
Entwicklung der Persönlichkeit.<br />
Wir haben nun e<strong>in</strong>iges über<br />
die begünstigenden oder auch<br />
schützenden Faktoren für die<br />
Entwicklung e<strong>in</strong>er Substanzabhängigkeit<br />
erfahren. Zu guter<br />
Letzt will ich noch e<strong>in</strong>ige<br />
Sätze zum Ausstieg aus der<br />
Sucht und zu e<strong>in</strong>em möglichen<br />
familiären Beitrag dazu verlieren.<br />
Übere<strong>in</strong>stimmung herrscht,<br />
dass nach Aufnahme e<strong>in</strong>er Entwöhnungsbehandlung<br />
die E<strong>in</strong>b<strong>in</strong>dung<br />
Angehöriger <strong>in</strong> den<br />
therapeutischen Ablauf angestrebt<br />
werden sollte, trotz aller<br />
Widerstände auf beiden Seiten,<br />
(z. B. befürchten beide Partner<br />
e<strong>in</strong>seitige Schuldzuweisungen,<br />
darüber h<strong>in</strong>aus atmen<br />
viele Angehörige erst mal auf,<br />
wenn das suchtmittelabhängige<br />
Familienmitglied anderweitig<br />
„gut versorgt“ ist). Doch<br />
wenn man bedenkt, dass die<br />
Suchterkrankung e<strong>in</strong>es Fami-<br />
lienmitglieds das gesamte Familiensystem<br />
betrifft und belastet,<br />
so wird auch klar, dass<br />
die Abst<strong>in</strong>enz e<strong>in</strong>es Familienmitglieds<br />
auch die übrigen Familienmitglieder<br />
vor erhebliche<br />
Änderungs- und Anpassungsaufgaben<br />
stellt. In den meisten<br />
Kl<strong>in</strong>iken f<strong>in</strong>den daher Angehörigensem<strong>in</strong>areunterschiedlicher<br />
Länge statt, zusätzlich<br />
s<strong>in</strong>d oft Paargespräche vorgesehen<br />
und s<strong>in</strong>nvoll, evtl. auch<br />
Familiengespräche. Sie haben<br />
dann Aussicht auf Erfolg, wenn<br />
beide anerkennen können, dass<br />
die Entwicklung von Abhängigkeit<br />
als fehlgeschlagener<br />
Lösungsversuch für lebensgeschichtliche<br />
und familiäre Anpassungsanforderungenverstanden<br />
werden kann, denn<br />
dann kann man auch e<strong>in</strong>e gegenseitige<br />
Bee<strong>in</strong>flussung anerkennen.<br />
Und natürlich gilt für<br />
beide, Süchtige wie Angehörige:<br />
Beide sollten sich um e<strong>in</strong>e<br />
Stärkung der eigenen seelischen<br />
Gesundheit bemühen.<br />
Alfred Scheib<br />
Ltd. Psychologe<br />
AHG Kl<strong>in</strong>ik Richelsdorf<br />
Kirchra<strong>in</strong> 2a<br />
36208 Wildeck<br />
Vortrag vom Selbsthilfegruppentag<br />
der AHG-Kl<strong>in</strong>ik Richelsdorf im<br />
März 2010<br />
Literatur: Lambrou, Ursula;<br />
Familienkrankheit Alkoholismus;<br />
rororo 2009<br />
Thomasius, Ra<strong>in</strong>er et al.; Familie<br />
und Sucht; Schattauer 2005<br />
Lobende Anmerkung<br />
Zu diesem Beitrag möchten<br />
wir mitteilen, dass Herr<br />
Scheib die Themen für die<br />
Selbsthilfegruppentage der<br />
Kl<strong>in</strong>ik geme<strong>in</strong>sam mit den<br />
Selbsthilfegruppen vorher<br />
bespricht und auswählt. Diese<br />
geme<strong>in</strong>same Absprache<br />
halten wir für vorbildlich und<br />
sie macht deutlich, wie sehr<br />
Selbsthilfe und Professionelle<br />
aufe<strong>in</strong>ander angewiesen<br />
s<strong>in</strong>d und wie gut die Zusammenarbeit<br />
funktionieren<br />
kann.<br />
Die Redaktion
Mach uf, ick br<strong>in</strong>g dir um<br />
E<strong>in</strong>es Abends so gegen e<strong>in</strong>s,<br />
ich lag schon im Bett, wurde<br />
ich durch typische Neuköllner<br />
Kommunikation aufgeschreckt:<br />
„Du Fotze mach uf, ick br<strong>in</strong>g<br />
dir um!“<br />
Das kam aus dem Halse e<strong>in</strong>es<br />
schwertrunkenen Individu-<br />
Und danach?<br />
Wer endlich mit dem Tr<strong>in</strong>ken<br />
aufgehört hat, fällt zunächst <strong>in</strong><br />
e<strong>in</strong> tiefes Loch, das es nun wieder<br />
s<strong>in</strong>nvoll auszufüllen gilt.<br />
Dem Alkohol zu entsagen ist<br />
das e<strong>in</strong>e, die Tage und Nächte,<br />
die man mit der Flasche verbracht<br />
hat, e<strong>in</strong>e andere Sache.<br />
Die weitertr<strong>in</strong>kende Klasse<br />
verabschiedet sich nach kurzer<br />
Zeit auf erstaunliche Weise von<br />
selber. Er, der Nichttr<strong>in</strong>ker,<br />
stört nur ihre Kreise, er ist nun<br />
so etwas wie das eigene,<br />
schlechte Gewissen und stört<br />
nur die feuchtfröhliche Runde.<br />
Der trockene Alkoholiker steht<br />
also vor der Aufgabe, nach<br />
neuen Inhalten zu suchen, denn<br />
von der Kneipe, dieser immer<br />
gut besuchten Sozialstation,<br />
sollte er sich tunlichst fernhalten.<br />
Das neue Umfeld<br />
kommt jedoch auf wundersame<br />
Weise wie von selbst, denn<br />
der nun nüchterne Mensch<br />
sucht und f<strong>in</strong>det alsbald se<strong>in</strong>e<br />
neue Passform, eben all jene,<br />
ums im angrenzenden H<strong>in</strong>terhof,<br />
wenige Meter neben me<strong>in</strong>em<br />
Ohr, welches danach <strong>in</strong>s<br />
Treppenhaus rannte und gegen<br />
e<strong>in</strong>e Wohnungstür trat und<br />
schlug.<br />
Aus der Wohnung drangen<br />
folgende weibliche Wortfetzen:<br />
die jetzt zu ihm passen, die<br />
Nichtalkoholiker.<br />
Der eigenen Erfahrung nach,<br />
ist e<strong>in</strong> Hobby, welcher Art auch<br />
immer, e<strong>in</strong> geeignetes Mittel,<br />
um den Freiraum, die neugewonnene<br />
Freiheit s<strong>in</strong>nvoll auszufüllen.<br />
Leider werden Hobbys<br />
nicht mit dem Rentenbescheid<br />
mitgeliefert, man sollte<br />
es schon vorher haben. Das<br />
reicht vom Sporttreiben, Fotografieren,<br />
Musizieren, Lesen,<br />
oder selber Schreiben, das Arbeiten<br />
am Computer, je nach<br />
Lust und Neigung bis h<strong>in</strong> zum<br />
Sammeln von Briefmarken<br />
oder alten Schallplatten, Kreativität<br />
ist hier gefragt.<br />
Man muss nur e<strong>in</strong>mal <strong>in</strong><br />
sich h<strong>in</strong>e<strong>in</strong>horchen, die Möglichkeiten<br />
ausloten und dann<br />
aktiv werden, denn nichts ist<br />
schlimmer, als <strong>in</strong> Nichtstun<br />
oder Selbstmitleid zu verharren.<br />
– Merke: Langweile ist e<strong>in</strong><br />
schlechter Ratgeber! Nur wer<br />
„Du hast ma schon jenuch<br />
jeschlagen, ick mach nich<br />
mehr uf!“<br />
Das Individuum rannte wieder<br />
<strong>in</strong> den H<strong>in</strong>terhof:<br />
„Mach sofort uf du Drecksau,<br />
ick erschlach dir!“<br />
Auch dieses Argument überzeugte<br />
nicht und die Wohnungstür<br />
blieb verschlossen.<br />
Also wurde wieder nach<br />
oben gerannt um die Tür zu<br />
bearbeiten:<br />
„Vapiss dir, du Aasch!“<br />
Das g<strong>in</strong>g so etwa e<strong>in</strong>e halbe<br />
Stunde.<br />
Dann versammelte sich unsere<br />
Hausgeme<strong>in</strong>schaft nebst<br />
zwei Polizisten im H<strong>in</strong>terhof<br />
und blickte über die Mauer, die<br />
die beiden Höfe trennt.<br />
Sie standen da und blickten,<br />
während das Individuum endlose<br />
Treppenstufen h<strong>in</strong>ter sich<br />
brachte.<br />
Sie wirkten kontemplativ,<br />
niemand sprach, eng beie<strong>in</strong>an-<br />
sich mit neugewonnener Kraft<br />
dem Leben wieder zuwendet,<br />
wird auf Dauer den <strong>in</strong> uns stets<br />
auf der Lauer liegenden Fe<strong>in</strong>d,<br />
den Alkohol, besiegen können.<br />
Ich habe me<strong>in</strong> Hobby gefunden:<br />
Indem ich diese Zeilen zu<br />
Papier br<strong>in</strong>ge, habe ich e<strong>in</strong> gutes<br />
Gefühl, fühle mich wohl<br />
und gebe auf diese Weise me<strong>in</strong>er<br />
Sucht so leicht ke<strong>in</strong>e Chance,<br />
sich me<strong>in</strong>er wieder zu bemächtigen.<br />
Wie sagt schon e<strong>in</strong><br />
altes Sprichwort: Müßiggang<br />
ist aller Laster Anfang! In diesem<br />
S<strong>in</strong>ne, Freunde, sucht euch<br />
e<strong>in</strong> Hobby und bleibt eurer<br />
Gruppe treu! Um es e<strong>in</strong>mal mit<br />
Shakespeare zu sagen: Nutzt<br />
die wiedergewonnene Freiheit<br />
und gestaltet euer neues Leben,<br />
wie es euch gefälIt.<br />
Rolf Balschun<br />
Familie und Sucht 7<br />
der stehend, sich <strong>in</strong> Geborgenheit<br />
wiegend ... drehten sich<br />
plötzlich, wie auf e<strong>in</strong> geheimes<br />
Zeichen h<strong>in</strong>, um. Die Hausgeme<strong>in</strong>schaft<br />
verteilte sich wieder<br />
auf die Wohnungen und die<br />
Polizisten waren dann irgendwie<br />
auch weg.<br />
Und das Individuum schrie<br />
und rannte, hämmerte und trat,<br />
rannte und schrie und nach<br />
zwei Stunden hätte ich es, was<br />
aus Ermangelung e<strong>in</strong>er Waffe<br />
nicht möglich war, ohne Gewissensbisse<br />
erschossen.<br />
Irgendwann schlief ich dann<br />
e<strong>in</strong>.<br />
Und am nächsten Tag erzählte<br />
mir die Hausgeme<strong>in</strong>schaft,<br />
die aus wahren Menschenfreunden<br />
und Sozialpsychologen<br />
bestand, wie sie diesem<br />
armen, gepe<strong>in</strong>igten Menschen<br />
am liebsten geholfen<br />
hätte ...<br />
... und ich hatte immer noch<br />
ke<strong>in</strong>e Waffe ...<br />
Happy Koma?<br />
Schüler-Reporter unterwegs<br />
u. a.<br />
Besuch bei Polizeiruf 110-<br />
Kommissar Jaecki Schwarz<br />
Kampftr<strong>in</strong>ken <strong>in</strong> Niedersachsen<br />
Staatsanwalt Albers zum<br />
„Tequila-Prozess“<br />
Das aktuelle Sonderheft mit<br />
freundlicher Unterstützung der<br />
AOK kann für 1,- Euro /<br />
Exemplar zzgl. Porto bestellt<br />
werden.<br />
Bitte E-Mail senden an:<br />
trokkenpresse@pbam.de oder<br />
unter Tel.: 030 789 55 601 / Fax<br />
030 2168013<br />
Aktuelle Texte für Schule und<br />
Präventionsarbeit aus erster Hand<br />
Zeichnung: HGN
8 Familie und Sucht<br />
Die Terrakottaarmee des Abendlandes befiehlt Konsum<br />
Weihnachten und Alkohol gehören<br />
nicht zusammen<br />
Schon seit dem frühen<br />
Herbst merken wir es <strong>in</strong> den<br />
Läden: Das Weihnachtsfest<br />
nähert sich, Weihnachtsmänner<br />
<strong>in</strong> allen Größen marschieren<br />
auf, ganze Ladenteile<br />
strahlen nur noch Rot<br />
und Gold. Wobei <strong>in</strong> den<br />
Dekorationsgeschäften <strong>in</strong><br />
jedem Jahr e<strong>in</strong>e neue Weihnachtsfarbe<br />
kreiert wird.<br />
Denn sonst könnten die<br />
Menschen ja womöglich<br />
noch ihre Sterne und den<br />
sonstigen Schmuck vom<br />
Vorjahr verwenden. Wo bliebe<br />
denn da der Umsatz?<br />
Süßer die Kassen nie kl<strong>in</strong>ge(l)n<br />
– es kann gar nicht<br />
früh genug beg<strong>in</strong>nen.<br />
Aber der ganze Aufwand zu<br />
Weihnachten hat ja auch noch<br />
e<strong>in</strong>en anderen H<strong>in</strong>tergrund.<br />
Wenn man mit dem Fest als<br />
solchem, mit den H<strong>in</strong>tergründen<br />
der Christgeburt und den<br />
sich daraus ableitenden Anforderungen,<br />
aber auch mit den<br />
entwickelten Traditionen <strong>in</strong>nerlich<br />
nicht mehr viel anfangen<br />
kann, dann müssen es<br />
äußerliche D<strong>in</strong>ge se<strong>in</strong>. Aber<br />
weder Zufriedenheit noch Familienglück<br />
kann man sich<br />
kaufen, auch nicht zu Weihnachten.<br />
Und dennoch s<strong>in</strong>d die<br />
Erwartungen zu Weihnachten<br />
besonders groß, übergroß. Alle,<br />
die zur Familie gehören, sollen<br />
dabei se<strong>in</strong>. Und es soll harmonisch<br />
se<strong>in</strong>. Wir möchten uns<br />
verstehen, nicht streiten. Die<br />
Geschenke sollen Freude bereiten<br />
und alle haben sich lieb.<br />
Wenn wir ehrlich mit uns<br />
s<strong>in</strong>d, gibt es <strong>in</strong> unserer Er<strong>in</strong>nerung<br />
nur wenige Feste, die so<br />
verlaufen s<strong>in</strong>d. Feste mit so hohen<br />
Erwartungen wie an das<br />
Weihnachtsfest, laden zu Enttäuschungen<br />
regelrecht e<strong>in</strong>.<br />
Wie die Enttäuschungen aussehen<br />
können? Das muss man<br />
nicht aufschreiben, das haben<br />
wir alle schon erlebt. Wenn jemand<br />
da sitzt, und sich nicht<br />
mehr am Gespräch beteiligt.<br />
Oder doch schon früher nach<br />
Hause fahren muss. Oder an<br />
den Geschenken der anderen<br />
Gäste ke<strong>in</strong> gutes Haar lässt –<br />
wer kennt das nicht?<br />
Bereits vor dem Fest ist es<br />
üblich, sich etwas zu gönnen.<br />
Der Advent ist kaum mehr das<br />
Erwarten, sondern jeder Tag ist<br />
e<strong>in</strong>e kle<strong>in</strong>e Vorfreude mit etwas<br />
Besonderem. Und am Fest<br />
muss es dann etwas ganz Besonderes<br />
se<strong>in</strong>. Essen, aber vor<br />
allen D<strong>in</strong>gen auch Tr<strong>in</strong>ken.<br />
Während die e<strong>in</strong>en das Besondere<br />
<strong>in</strong> der Qualität, der Marke,<br />
im Preis, suchen, ist es für<br />
andere eher die Menge. Für<br />
viel Geld kann man sich viel<br />
kaufen – und dann auch viel<br />
tr<strong>in</strong>ken. Weihnachten bedeutet<br />
dann nur noch, dass man großzügig<br />
ist, dass die anderen mit-<br />
tr<strong>in</strong>ken dürfen, dass man nicht<br />
alle<strong>in</strong>e tr<strong>in</strong>kt. Und es s<strong>in</strong>d nicht<br />
wenige Familien, <strong>in</strong> denen das<br />
Tr<strong>in</strong>ken dann im Mittelpunkt<br />
steht. Wenn es <strong>in</strong> der Realität<br />
schon nicht so ist, dann wird<br />
Weihnachten eben schön getrunken.<br />
In der Rückschau erzählen<br />
viele K<strong>in</strong>der davon,<br />
dass sie Vater oder Mutter,<br />
vielleicht auch beide, an den<br />
Feiertagen nicht nüchtern erlebt<br />
haben. Dann spielen die<br />
anderen D<strong>in</strong>ge nicht mehr die<br />
große Rolle. Warum e<strong>in</strong> Weihnachtsbraten?<br />
Warum geme<strong>in</strong>sam<br />
mit den neuen Geschenken<br />
der K<strong>in</strong>der spielen? Warum der<br />
Spaziergang? Vielleicht noch<br />
Gäste, die dann wieder neue<br />
Flaschen mitbr<strong>in</strong>gen, aber<br />
sonst?<br />
Weihnachten als Fest der<br />
Flaschen – das ist schon seit<br />
langer Zeit so. Da ist die Kampagne<br />
„Weiße Weihnacht“<br />
genau richtig. Sie möchte das<br />
Bewusstse<strong>in</strong> schärfen, dass<br />
Weihnachten nicht die Zeit der<br />
vollen Gläser ist, sondern dass<br />
es um das Bewusstse<strong>in</strong> geht,<br />
e<strong>in</strong> Familienfest geme<strong>in</strong>sam zu<br />
gestalten und dabei ke<strong>in</strong>en Alkohol<br />
anzubieten und zu tr<strong>in</strong>ken.<br />
Jeder, der das für richtig<br />
hält und möchte, kann sich im<br />
Internet unter http://www.weisse-weihnacht.<strong>in</strong>fo/<strong>in</strong>formieren.<br />
Wer sich dazu entschließen<br />
kann, Weihnachten ke<strong>in</strong>en Alkohol<br />
zu tr<strong>in</strong>ken, kann sich<br />
dort e<strong>in</strong>tragen und damit dokumentieren,<br />
dass Weihnachten<br />
und Alkohol nicht zusammen<br />
gehören. Dass es s<strong>in</strong>nvollere<br />
Geschenke als alkoholische<br />
Getränke gibt und dass das<br />
Weihnachtsfest e<strong>in</strong> Fest der<br />
Freude und nicht der Trauer<br />
über verlorene Chancen ist.<br />
Rolf Hüll<strong>in</strong>ghorst<br />
Foto: B. Balschus PBAM-Fotogruppe
Familie und Sucht 9<br />
Für andere Menschen e<strong>in</strong>e Bedeutung haben –<br />
auch zu Weihnachten und zu Sylvester<br />
Der bekannte Psychiater Dr.<br />
Dr. Klaus Dörner, e<strong>in</strong> Vorkämpfer<br />
der Sozialpsychiatrie,<br />
hatte <strong>in</strong> se<strong>in</strong>em Berufsleben<br />
immer e<strong>in</strong> Ziel vor<br />
Augen: Möglichst wenig<br />
Menschen <strong>in</strong> Psychiatrischen<br />
Krankenhäusern zu<br />
behandeln und zu behalten.<br />
E<strong>in</strong>es se<strong>in</strong>er Mittel dazu war<br />
es, die Zahl der Betten zu<br />
reduzieren. Er wollte se<strong>in</strong>en<br />
Patienten die Möglichkeit<br />
geben, <strong>in</strong> ihrer gewohnten<br />
Umgebung zu leben oder zu<br />
bleiben. Mit den Menschen<br />
zusammen zu se<strong>in</strong>, die e<strong>in</strong>em<br />
vertraut s<strong>in</strong>d, die zu e<strong>in</strong>em<br />
halten und bei denen<br />
man sich geborgen fühlt.<br />
Erst viel später, als Klaus<br />
Dörner schon im Ruhestand<br />
war, nahm er zur Kenntnis,<br />
dass nicht jedes „Zuhause“<br />
auch e<strong>in</strong> „zu Hause“ ist. Wenig<br />
Geld zu haben, mit der eigenen<br />
Krankheit kämpfen,<br />
immer wieder Zweifel an sich<br />
selbst und Verzweiflung am<br />
Leben zu spüren – da macht es<br />
ke<strong>in</strong>en so großen Unterschied,<br />
ob man alle<strong>in</strong> <strong>in</strong> se<strong>in</strong>em Zimmer<br />
oder im Krankenhausbett<br />
leidet. Er stellte fest, dass häufig<br />
Patienten entlassen wurden,<br />
die für niemanden „draußen“<br />
e<strong>in</strong>e Bedeutung hatten. Die<br />
niemanden hatten, der auf sie<br />
wartet, sie freundlich willkommen<br />
heißt und mit ihnen das<br />
weitere Leben plant. Da wartete<br />
nicht e<strong>in</strong>mal jemand, der<br />
für e<strong>in</strong>ige wenige Stunden zur<br />
Verfügung stand.<br />
Wenn wir genau h<strong>in</strong>schauen,<br />
dann f<strong>in</strong>den wir <strong>in</strong> den<br />
Sucht-Selbsthilfegruppen immer<br />
mehr Männer und Frauen,<br />
die für nur wenige andere<br />
Menschen e<strong>in</strong>e Bedeutung haben.<br />
Nicht am Arbeitsplatz,<br />
weil sie den verloren haben<br />
oder schon zu alt s<strong>in</strong>d; nicht<br />
<strong>in</strong> der Familie, weil es die nicht<br />
mehr gibt oder nie gab, und<br />
auch nicht <strong>in</strong> der Nachbarschaft,<br />
weil es ke<strong>in</strong>e Chance<br />
gab, hier Kontakte zu knüpfen.<br />
Menschen, die abends mit e<strong>in</strong>em<br />
Kloß im Hals <strong>in</strong> die Gruppe<br />
kommen, weil sie den ganzen<br />
Tag noch mit niemandem<br />
gesprochen haben. Die <strong>in</strong> ihren<br />
Reaktionen oft sehr direkt,<br />
manchmal wenig diplomatisch<br />
s<strong>in</strong>d. Weil sie niemanden haben,<br />
mit dem sie üben konnten,<br />
sich zu streiten oder ause<strong>in</strong>ander<br />
zu setzen. Diese Menschen<br />
s<strong>in</strong>d es, welche die Gruppe, die<br />
Geme<strong>in</strong>schaft <strong>in</strong> der Gruppe,<br />
dr<strong>in</strong>gend brauchen. Hier bekommen<br />
sie das Gefühl, dass sie<br />
für andere Gruppenmitglieder<br />
e<strong>in</strong>e Bedeutung haben. Hier<br />
wird nach ihnen gefragt, hier<br />
werden sie gefragt. Hier s<strong>in</strong>d<br />
sie, manchmal nach vielen langen<br />
Irrfahrten, zu Hause.<br />
Aber es gibt viele Klippen<br />
und Fallen, auch <strong>in</strong> der noch so<br />
gut geführten und funktionierenden<br />
Selbsthilfegruppe. Das<br />
kann oft sehr überraschend<br />
se<strong>in</strong>. E<strong>in</strong> Gespräch über die<br />
Vorbereitungen für das Weihnachtsfest<br />
– womit mache ich<br />
wem e<strong>in</strong>e Freude? Wen besuche<br />
ich? Wie verbr<strong>in</strong>ge ich die<br />
Festtage? Auf e<strong>in</strong>mal ist die<br />
Gruppe zweigeteilt. Die e<strong>in</strong>en<br />
können sich immer mehr an der<br />
Vorfreude berauschen und die<br />
anderen werden schweigsam<br />
und sprachlos. Es ist ja nicht so,<br />
dass sie sich nicht auch gerne<br />
auf Weihnachten freuen würden,<br />
auf Tage der Geme<strong>in</strong>samkeit.<br />
Aber wo? Und mit wem?<br />
Deshalb reicht es häufig<br />
nicht, geme<strong>in</strong>sam e<strong>in</strong>e Weihnachtsfeier<br />
zu haben, vielleicht<br />
auch mit gegenseitigen kle<strong>in</strong>en<br />
Geschenken. Die Probleme stellen<br />
sich dann e<strong>in</strong>, wenn alle anderen<br />
(so wird es gedacht) feiern<br />
und zusammen s<strong>in</strong>d – und<br />
die Gedanken kommen, die ei-<br />
nen so lange <strong>in</strong> Ruhe gelassen<br />
haben. E<strong>in</strong>e ganze Kette von<br />
Gedanken entrollt sich da: Warum<br />
b<strong>in</strong> ich alle<strong>in</strong>e? Wer hat<br />
mich verlassen? Was habe ich<br />
nicht alles getan? In der Kneipe<br />
saß ich wenigstens nicht<br />
alle<strong>in</strong>e an der Theke. Eigentlich<br />
war es doch ganz schön…,<br />
und da s<strong>in</strong>d sie dann wieder,<br />
die Gedanken an den Alkohol<br />
und an all das Schöne, was damit<br />
verbunden war. Nicht die<br />
Gedanken an das Schreckliche<br />
und die vielen negativen Konsequenzen.<br />
Ne<strong>in</strong>, wenn man<br />
alle<strong>in</strong>e ist, denkt man sich die<br />
Vergangenheit schön.<br />
Was bedeutet das für die<br />
Gruppe? Es bedeutet, nicht nur<br />
von Solidarität zu reden, son-<br />
dern zu handeln. Gerade an<br />
Weihnachten und Sylvester die<br />
Gruppenräume zu öffnen (aber<br />
man sollte schon vorher fragen,<br />
wer kommt). Oder zu Hause e<strong>in</strong>en<br />
Stuhl zusätzlich an den<br />
Tisch stellen. Oder aber anrufen<br />
an den Festtagen. Oder sich<br />
zum Spaziergang treffen. Es<br />
gibt unzählige Möglichkeiten<br />
der Begegnung, jede Gruppe<br />
macht es anders. Aber wichtig<br />
ist und bleibt: Niemanden aus<br />
der Gruppe gerade an den<br />
schönsten Tagen im Jahr alle<strong>in</strong>e<br />
lassen.<br />
Rolf Hüll<strong>in</strong>ghorst<br />
„Zweifels Kolumnen<br />
spiegeln auch e<strong>in</strong>en<br />
gewöhnlichen Alltagshorror,<br />
<strong>in</strong>dem sie vom<br />
Horroralltag berichten.“<br />
Jürgen Kiontke, Jungle World<br />
„Der Knigge für Suchtkranke“<br />
Georg Zschieschang, splittler<br />
Bald drucken wir nach!<br />
Nur noch wenige Exemplare zum alten<br />
E<strong>in</strong>führungspreis von 4,00 Euro!<br />
Telefonisch 030 789 55 601 oder Fax 2168013 oder<br />
Postkarte an TrokkenpresseVerlag Berl<strong>in</strong>,<br />
Goebenstraße 8, 10783 Berl<strong>in</strong><br />
oder E-Mail an <strong>in</strong>fo@trokkenpresse@pbam.de<br />
oder Coupon unter www.trokkenpresse.de.<br />
Über den Buchhandel (zuzüglich Porto!)<br />
unter ISBN 978-3-00-025188-7
10 Berl<strong>in</strong>er Seiten<br />
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Gut sortierte Drogenhandlung – Schw<strong>in</strong>del im Kopf<br />
Medikamentenabhängigkeit –<br />
Sucht im Verborgenen<br />
Fachtag am 25.11.2010 im St. Joseph-Krankenhaus<br />
<strong>in</strong> Berl<strong>in</strong>-Weißensee<br />
E<strong>in</strong>geladen hatte der Staatssekretär<br />
für Gesundheit, Umwelt<br />
und Verbraucherschutz Prof.<br />
Dr. Benjam<strong>in</strong>-Immanuel Hoff.<br />
Gekommen waren Mitarbeiter<br />
aus Krankenhäusern, Gesundheitsämtern<br />
und Beratungsstellen<br />
sowie <strong>in</strong>teressierte Patient<strong>in</strong>nen.<br />
Die Referenten gehörten zu<br />
den besten Experten Deutschlands.<br />
Alle Referenten waren<br />
sich e<strong>in</strong>ig, dass durch die E<strong>in</strong>nahme<br />
von Medikamenten mit<br />
Suchtpotential erhebliche<br />
Schäden verursacht werden,<br />
dass aber die betroffenen Patienten<br />
nur zu e<strong>in</strong>em sehr kle<strong>in</strong>en<br />
Teil <strong>in</strong> Beratungsstellen<br />
und Krankenhäuser ankommen.<br />
E<strong>in</strong>e mögliche Ursache<br />
liegt natürlich dar<strong>in</strong>, dass die<br />
Verordnung dieser Medikamente<br />
durch Ärzte ausgeübt<br />
wird und dass eben diese Ärzte<br />
nur e<strong>in</strong> ger<strong>in</strong>ges Interesse<br />
daran haben, dass ihre Patienten<br />
sich mit ihren – <strong>in</strong>zwischen<br />
entstandenen – Suchtproblemen<br />
an die richtigen Fachleu-<br />
te wenden. Außerdem bemerken<br />
viele Patienten gar nicht,<br />
dass sie abhängig geworden<br />
s<strong>in</strong>d.<br />
„Ältere und alte Menschen:<br />
Warum s<strong>in</strong>d sie für e<strong>in</strong>eMedikamentenabhängigkeit<br />
besonders gefährdet?“ –<br />
Das war das Thema von Prof.<br />
Glaeske aus Bremen:<br />
Ältere Menschen (häufiger<br />
Frauen als Männer) würden<br />
gegenüber ihren Ärzten eher<br />
über E<strong>in</strong>samkeit (z. B. K<strong>in</strong>der<br />
aus dem Haus, Partner verstorben)<br />
und andere Probleme klagen<br />
und dann erhielten sie oft<br />
ke<strong>in</strong>e Ratschläge sondern Rezepte<br />
– für Antidepressiva oder<br />
Benzodiazep<strong>in</strong>e. Dabei werde<br />
von den Ärzten oft übersehen,<br />
dass Patienten, die über 65 Jahre<br />
alt s<strong>in</strong>d, häufig nur die Hälfte<br />
von dem vertragen, was für<br />
jüngere Menschen gut ist. H<strong>in</strong>zu<br />
kommt, dass bei zunehmendem<br />
Alter immer mehr Medikamente<br />
von verschiedenen Ärzten<br />
verordnet werden. E<strong>in</strong> Arzt<br />
kennt meist die Medikamente<br />
des anderen nicht. Dann passiert,<br />
was zu erwarten ist: Die<br />
unterschiedlichen Medikamente<br />
vertragen sich nicht mite<strong>in</strong>ander.<br />
Im wahrsten S<strong>in</strong>ne des<br />
Wortes gehen die alten Menschen<br />
zu Boden. Sie stürzen,<br />
sie fallen, sie brechen sich die<br />
Knochen, sie sterben vorzeitig.<br />
Prof. Glaeske berichtete von<br />
alten Menschen, die parallel<br />
15 bis 18 Medikamente täglich<br />
bekommen!<br />
In Anbetracht der lange bekannten<br />
Probleme, sollten speziell<br />
im Betreuten Wohnen und<br />
<strong>in</strong> Altenheimen unbed<strong>in</strong>gt Kontrollen<br />
zum Medikamentenpegel<br />
durchgeführt werden! Die<br />
alten Menschen s<strong>in</strong>d alle<strong>in</strong>e<br />
nicht <strong>in</strong> der Lage, ihre Situation<br />
zu erkennen und zu ändern.<br />
HM<br />
Aus Platzgründen konnten wir nur<br />
e<strong>in</strong>ige Punkte aus dem Vortrag von<br />
Prof. Glaeske wiedergeben.<br />
Verkaufs<strong>in</strong>teressen<br />
der Pharma<strong>in</strong>dustrie<br />
plus Unwissen<br />
mancher Mediz<strong>in</strong>er<br />
Die erheblichen Schäden<br />
s<strong>in</strong>d schon lange bekannt.<br />
So berichtete der Spiegel<br />
schon 2 / 2002: „Viele alte<br />
Menschen leiden unnötig an<br />
Übelkeit, Verwirrtheit und<br />
Schw<strong>in</strong>delanfällen: Ihre Beschwerden<br />
s<strong>in</strong>d häufig unerkannte<br />
Nebenwirkungen von<br />
Medikamenten.“ Der Pharmakologe<br />
Mart<strong>in</strong> Wehl<strong>in</strong>g berichtete<br />
von se<strong>in</strong>er Großmutter:<br />
Wenn er sie „besuchte,<br />
g<strong>in</strong>g es ihr… fast immer<br />
schlecht.“ Gegen den hohen<br />
Blutdruck bekam sie e<strong>in</strong>e Tablette<br />
zur Wasserausscheidung<br />
und e<strong>in</strong> herzstärkendes<br />
Mittel. Das half aber nicht.<br />
Ständig war sie verwirrt …<br />
und außerdem war ihr fast<br />
immer übel. Deswegen musste<br />
sie schließlich sogar regelmäßig<br />
e<strong>in</strong>e Tablette gegen<br />
den Brechreiz schlucken.<br />
Doch e<strong>in</strong>es Tages g<strong>in</strong>g es ihr<br />
plötzlich blendend. „Hat der<br />
Hausarzt endlich das richtige<br />
Mittel für Dich gefunden?“<br />
fragte der junge Wehl<strong>in</strong>g.<br />
„Nee, m<strong>in</strong> Jung“, kam die Antwort,<br />
„der Hausarzt, der ist<br />
gestorben.“<br />
Vermittlungsquote<br />
von Alkoholabhängigen:<br />
Alles im grünen<br />
Bereich?<br />
Erneut beklagen manche E<strong>in</strong>richtungen,<br />
wie etwa Alkoholikerberatungsstellen,<br />
Betreutes<br />
Wohnen und Beschäftigungstagesstätten,<br />
aber auch E<strong>in</strong>richtungen<br />
für ambulante und<br />
stationäre Entwöhnungen, dass<br />
Tausende Alkoholabhängige<br />
von den Entzugsstationen kaum<br />
weiter vermittelt würden. Immerh<strong>in</strong><br />
s<strong>in</strong>d es im Jahr m<strong>in</strong>destens<br />
11.000 Patienten, bei<br />
denen Alkohol zum Krankenhausaufenthalt<br />
geführt hat.<br />
Wegen der sehr kurzen Entgiftungszeiten<br />
<strong>in</strong> den Berl<strong>in</strong>er<br />
Krankenhäusern ist die Weiter-<br />
Foto: TrokkenPresse
vermittlung natürlich besonders<br />
schwierig und es bedarf<br />
großer Anstrengungen, um die<br />
betroffenen Patienten „nahtlos“<br />
<strong>in</strong> den richtigen E<strong>in</strong>richtungen<br />
unterzubr<strong>in</strong>gen. Sie werden<br />
sonst häufig rückfällig und<br />
müssen dann erneut aufgenommen<br />
werden. Es ist Aufgabe der<br />
bezirklichen Suchthilfekoord<strong>in</strong>atoren<br />
auf e<strong>in</strong>e Verbesserung<br />
der Koord<strong>in</strong>ation h<strong>in</strong>zuwirken.<br />
Allerd<strong>in</strong>gs liegt es auch im Interesse<br />
der Krankenkassen zu<br />
prüfen, ob vorzeitige Entlassungen<br />
mit entsprechend schlechter<br />
Vermittlungsquote und gehäuften<br />
Rückfällen nicht zu<br />
kosten<strong>in</strong>tensiv s<strong>in</strong>d. Die früher<br />
Nichtraucherschutzgesetz umgangen<br />
Am Sonnabend, dem 13.11.10,<br />
testete das Aktionsteam der<br />
„Volks<strong>in</strong>itiative Frische Luft<br />
für Berl<strong>in</strong>“ den Nichtraucherschutz<br />
<strong>in</strong> der Neuköllner Weserstraße.<br />
Ergebnis: In 17 von<br />
25 Betrieben wurde gegen das<br />
Nichtraucherschutzgesetz verstoßen.<br />
In 20 Betrieben wurde<br />
geraucht. Die meisten Verstöße<br />
waren sofort zu erkennen.<br />
Sie bezogen sich auf Lokale, die<br />
über zwei Räume verfügen und<br />
das Rauchen <strong>in</strong> beiden Räumen<br />
zulassen oder den Raucherraum<br />
nicht durch e<strong>in</strong>e Tür von dem<br />
Schankraum trennen.<br />
übliche Entzugsdauer von drei<br />
Wochen hat den betroffenen<br />
Patienten jedenfalls mehr Zeit<br />
gegeben, erst den Kopf klar zu<br />
kriegen und danach zu prüfen,<br />
welche Hilfen sie anschließend<br />
annehmen wollen. Auch hatte<br />
das Personal der Entzugsstationen<br />
deutlich größere Chancen,<br />
die Patienten zu motivieren,<br />
das zu tun, was gut ist für e<strong>in</strong>e<br />
Fortdauer der Abst<strong>in</strong>enz. Es ist<br />
sehr bedauerlich, dass für diese<br />
Patientengruppe die Bed<strong>in</strong>gungen<br />
noch immer nicht verbessert<br />
wurden. E<strong>in</strong>e dr<strong>in</strong>gende<br />
Aufgabe des Senats wäre es<br />
jedenfalls, e<strong>in</strong> Treffen mit allen<br />
Leistungs- und Kostenträgern<br />
Nichtraucherschutz spielt <strong>in</strong><br />
Berl<strong>in</strong> ke<strong>in</strong>e Rolle<br />
Der Sprecher der Initiative,<br />
Johannes Spatz, zog e<strong>in</strong>e niederschmetternde<br />
Bilanz für den<br />
Nichtraucherschutz <strong>in</strong> Berl<strong>in</strong>.<br />
Seit E<strong>in</strong>führung des Nichtraucherschutzes<br />
<strong>in</strong> Berl<strong>in</strong> sei die<br />
Zahl der Verstöße von etwa e<strong>in</strong>em<br />
Drittel der E<strong>in</strong>richtungen<br />
auf zwei Drittel gestiegen. Die<br />
Volks<strong>in</strong>itiative hat sich e<strong>in</strong>erseits<br />
an das Ordnungsamt Neukölln<br />
gewandt und fordert<br />
andererseits e<strong>in</strong> Gesetz, das –<br />
ohne Ausnahmen – vollkommen<br />
rauchfreie Gaststätten<br />
vorsieht. Dafür werden Unterschriften<br />
gesammelt. 20.000<br />
zu organisieren, um Verbesserungen<br />
des Berl<strong>in</strong>er Suchthilfesystems<br />
geme<strong>in</strong>sam zu überdenken.<br />
Andernfalls geht es wie<br />
mit dem Unkraut auf den Berl<strong>in</strong>er<br />
Mittelstreifen: Man lässt<br />
es e<strong>in</strong>fach wuchern. An diese<br />
Verwahrlosung kann man sich<br />
genauso gewöhnen, wie sich<br />
die Patienten an den Alkohol<br />
gewöhnt haben…<br />
HM<br />
Unterschriften werden bis zum<br />
März 2011 gebraucht. Siehe<br />
auch: www.frische-luft-fuerberl<strong>in</strong>.de<br />
Den unermüdlichen Anti-<br />
Rauch-Aktivisten – allen voran<br />
Johannes Spatz – sei an dieser<br />
Stelle gedankt! Wer sogar am<br />
Wochenende Kneipenkontrollen<br />
durchführt, der macht sich<br />
<strong>in</strong> hohem Maße verdient im<br />
Kampf gegen Lungenkrebs,<br />
Kehlkopfkrebs und Herz<strong>in</strong>farkt.<br />
Zu fragen ist, warum das<br />
Ordnungsamt nicht m<strong>in</strong>destens<br />
alle vier Wochen die gleichen<br />
Prüfungen durchführt, die jetzt<br />
das Aktionskomitee ehrenamtlich<br />
machte.<br />
Interessant wäre es noch zu<br />
erfahren, wie viele Krebspatienten<br />
im E<strong>in</strong>zugsbereich des<br />
Neuköllner Krankenhauses im<br />
Vergleich zu anderen Krankenhäusern<br />
gezählt werden: Zahl<br />
der Rauchverstöße + plus Zahl<br />
der Kneipen, umgerechnet auf<br />
die Zahl der Kneipengäste,<br />
dividiert durch die Zahl der<br />
Krebspatienten und unter Bezugnahme<br />
auf die Zahl der E<strong>in</strong>wohner<br />
im Bezirk, das macht<br />
wie viel?<br />
Zusatzfrage: Wie viele Plätze<br />
s<strong>in</strong>d auf den Neuköllner<br />
Friedhöfen noch frei?<br />
HM<br />
Berl<strong>in</strong>er Seiten 11<br />
Ambulante<br />
Therapien und<br />
Nachsorgen bei<br />
PBAM<br />
Psychosoziale<br />
Beratungs- und<br />
Behandlungsstelle<br />
für Abhängige von<br />
Alkohol, Medikamenten<br />
u. a. Suchtmitteln<br />
Sie können bei uns ambulante<br />
Therapien/Entwöhnungen<br />
durchführen. Probeweise<br />
werden über vier Wochen<br />
Gespräche angeboten.<br />
Falls Sie die richtige Wahl<br />
getroffen haben, wird anschließend<br />
der Antrag beim<br />
Kostenträger gestellt (ärztliches<br />
Vorgespräch erforderlich!).<br />
Term<strong>in</strong>absprache per Telefon<br />
oder <strong>in</strong> der Sprechstunde.<br />
Schöneberg<br />
Goebenstraße 8<br />
10783 Berl<strong>in</strong>-Schöneberg,<br />
Tel. 030-216 50 08,<br />
Sprechstunden:<br />
dienstags 16-18 Uhr,<br />
mittwochs 10-12 Uhr<br />
und nach Vere<strong>in</strong>barung<br />
Wilmersdorf<br />
Holste<strong>in</strong>ische Straße 38<br />
10717 Berl<strong>in</strong> Wilmersdorf,<br />
Tel. 030-23 62 13 33,<br />
Sprechstunden:<br />
dienstags 10-12 Uhr,<br />
donnerstags 16-18 Uhr<br />
und nach Vere<strong>in</strong>barung<br />
Tempelhof<br />
Kurfürstenstr. 43,<br />
12105 Berl<strong>in</strong>-Tempelhof,<br />
Tel. 030-70 09 39 91,<br />
Sprechstunden:<br />
montags 10-12 Uhr,<br />
dienstags 17-19 Uhr,<br />
mittwochs 17-19 Uhr,<br />
donnerstags 11-13 Uhr<br />
und nach Vere<strong>in</strong>barung<br />
Foto: B. Balschus PBAM-Fotogruppe
12 Berl<strong>in</strong>er Seiten<br />
Das Patenschaftsprojekt<br />
„Vergiss mich<br />
nicht“<br />
Das Patenschaftsprojekt „Vergiss<br />
mich nicht“ für K<strong>in</strong>der<br />
von Suchtkranken des Diakonischen<br />
Werkes Berl<strong>in</strong> Stadtmitte<br />
e.V. möchte K<strong>in</strong>dern aus<br />
Suchtfamilien Halt geben, <strong>in</strong>dem<br />
es ihnen Paten an die Seite<br />
stellt, die ihnen Zeit und<br />
Aufmerksamkeit schenken und<br />
so die Eltern im Alltag entlasten.<br />
Gerade K<strong>in</strong>der und Jugendliche<br />
aus Suchtfamilien stellen<br />
die höchste Risikogruppe für<br />
Alkoholismus und Drogensucht<br />
dar. Durch e<strong>in</strong>e erwach-<br />
Jedes Jahr müssen die Beratungsstellen<br />
für Alkohol- und<br />
Medikamentenabhängige die<br />
Mittel für das folgende Jahr<br />
neu beim Bezirksamt beantragen.<br />
Das Bezirksamt erhält das<br />
Geld dafür wiederum vom Senat.<br />
Zwar s<strong>in</strong>d die Beratungsstellen<br />
Bestandteil der bezirklichen<br />
Pflichtversorgung, dennoch<br />
konnte bisher der Bezirk<br />
die Mittel des Senats nach Gutdünken<br />
verwenden. Er konnte<br />
damit machen was er wollte.<br />
Daher ist es <strong>in</strong> der Vergangenheit<br />
immer wieder vorgekommen,<br />
dass Alkohol- und Medikamentenabhängige<br />
<strong>in</strong> ihren<br />
Heimatbezirken nicht entsprechend<br />
den Standards beraten<br />
und behandelt werden konnten,<br />
weil es dort entweder ke<strong>in</strong>e<br />
Beratungsstelle gab oder<br />
aber zu wenig Personal f<strong>in</strong>anziert<br />
wurde. Das sollte sich<br />
ändern. In der Drucksache 16/<br />
1650 für das Abgeordnetenhaus<br />
(14.07.2008) nahm der<br />
Senat ausführlich Stellung. Als<br />
K<strong>in</strong>derschutz und Suchtprävention<br />
sene Bezugsperson, die als Pat<strong>in</strong><br />
bzw. Pate dem K<strong>in</strong>d zur<br />
Seite steht, kann dieser Teufelskreislauf<br />
eher durchbrochen<br />
werden. Unser Ansatz ist<br />
es daher, K<strong>in</strong>dern aus Suchtfamilien<br />
so früh wie möglich<br />
Paten zu vermitteln.<br />
PBAM-Beratungsstelle <strong>in</strong> der<br />
Goebenstr. 8<br />
Das Projekt bef<strong>in</strong>det sich<br />
mit se<strong>in</strong>er Arbeit an den<br />
Schnittstellen K<strong>in</strong>derschutz<br />
und Suchtprävention. Durch<br />
die enge Anb<strong>in</strong>dung von PatInnen<br />
und Eltern an das Projekt,<br />
erfahren die K<strong>in</strong>der e<strong>in</strong>en größeren<br />
Schutz vor K<strong>in</strong>deswohl-<br />
gefährdung und Missbrauch.<br />
Gleichzeitig werden die K<strong>in</strong>der<br />
durch die Patenschaft <strong>in</strong> ihrem<br />
Selbstwertgefühl gestärkt und<br />
erleben durch das Zusammense<strong>in</strong><br />
mit Menschen, die nicht<br />
suchtkrank s<strong>in</strong>d, e<strong>in</strong>e andere<br />
Lebensweise. Dies stärkt sie für<br />
e<strong>in</strong> suchtfreies Leben.<br />
Wenn wir Ihr Interesse geweckt<br />
haben, Sie sich über e<strong>in</strong>en<br />
Paten für Ihr K<strong>in</strong>d freuen<br />
würden oder jemanden kennen,<br />
der Unterstützung braucht,<br />
dann schauen Sie doch e<strong>in</strong>fach<br />
mal auf unsere Homepage oder<br />
melden Sie sich bei uns<br />
Vergiss mich nicht –<br />
e<strong>in</strong> Patenschaftsprojekt für K<strong>in</strong>der<br />
von Suchtkranken<br />
Segitzdamm 46, 10969 Berl<strong>in</strong><br />
Tel.: 030- 61 65 93 40<br />
Fax: 030- 61 56 32 4<br />
E-mail: vergissmichnicht@diakonie-stadtmitte.de<br />
www.diakonie-stadtmitte.de<br />
Alle Jahre wieder kommt das Christusk<strong>in</strong>d – oder nicht<br />
Über wie viel Personal e<strong>in</strong>e Beratungsstelle für Alkohol- und Medikamentenabhängige verfügen kann,<br />
wird jährlich neu entschieden<br />
e<strong>in</strong>es der wichtigsten Ziele der<br />
Beratungsstellen wurde genannt:<br />
„Die Sicherung des<br />
Überlebens und Senkung des<br />
Mortalitätsrisikos.“ Aus dem<br />
Senatspapier geht weiter hervor:<br />
„Spätestens seit In-Kraft-<br />
Treten des SGB II soll e<strong>in</strong>e<br />
Erstberatung <strong>in</strong> Alkohol- und<br />
Medikamentenberatungsstellen<br />
ohne Wartezeit ermöglicht<br />
werden. Die Beratungsstellen<br />
müssen hier neue Anforderungen<br />
und ggf. auch neue Klientengruppen<br />
aufnehmen. Diese<br />
Aufgabenstellung ergänzt die<br />
Sicherstellungsverantwortung<br />
nach dem Gesundheitsdienstgesetz.“<br />
Was ist Inhalt des SGB II?<br />
Im SGB II geht es um Leistungen<br />
zur Wiedere<strong>in</strong>gliederung <strong>in</strong><br />
Arbeit. Dar<strong>in</strong> enthalten s<strong>in</strong>d die<br />
kommunalen E<strong>in</strong>gliederungsleistungen<br />
– wozu auch die<br />
Suchtberatung gehört.<br />
Warum wird im SGB II auch<br />
e<strong>in</strong>e Suchtberatung vorgegeben?<br />
Weil bei Suchterkrankungen<br />
oft e<strong>in</strong> besonderes Vermittlungshemmnis<br />
besteht, jedenfalls<br />
solange Abhängige noch<br />
Suchtmittel konsumieren (umgekehrt<br />
s<strong>in</strong>d natürlich trockene<br />
Alkoholiker oftmals sehr<br />
gute und engagierte Arbeitnehmer).<br />
Obwohl die Bed<strong>in</strong>gungen,<br />
wie oben geschildert, klar s<strong>in</strong>d<br />
und Hilfesuchende ohne Wartezeit<br />
beraten werden müssen,<br />
hängen die sog. Zuwendungen<br />
jedes Jahr wieder neu von vom<br />
Wohlwollen der jeweiligen<br />
Stadträte bzw. der Bezirke ab.<br />
E<strong>in</strong> Vorgang, der sich <strong>in</strong> der<br />
Vergangenheit leider nicht immer<br />
bewährt hat. Die Trokken-<br />
Presse hat darüber schon öfter<br />
berichtet. In Anbetracht von<br />
über 11.000 Krankenhausfällen<br />
wegen Alkoholproblemen<br />
<strong>in</strong> Berl<strong>in</strong> (2009), ist jedoch e<strong>in</strong>e<br />
Standardversorgung unabd<strong>in</strong>gbar.<br />
Planungsfehler, wie<br />
etwa e<strong>in</strong>e Unterausstattung der<br />
Beratungsstellen, s<strong>in</strong>d für Betroffene<br />
hoch riskant und für<br />
Krankenkassen und Volkswirtschaft<br />
zu teuer. Trotzdem war<br />
noch Anfang Dezember vielfach<br />
noch nicht bekannt, <strong>in</strong><br />
welcher Höhe die Beratungsstellen<br />
2011 f<strong>in</strong>anziert werden<br />
sollen.<br />
Heidt-Müller<br />
Foto: o. Meltis Pixelio / u. B. Balschus PBAM-Fotogruppe
Suchtprobleme?<br />
Wer hat aus me<strong>in</strong>em<br />
Becherchen getrunken?<br />
Blöde Frage! Wer wohl?<br />
Neu: Das Tr<strong>in</strong>kermärchenbuch –<br />
E<strong>in</strong> märchenhaftes<br />
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Das Tr<strong>in</strong>kermärchenbuch, herausgegeben vom TrokkenPesse<br />
Verlag. TB, 94 S., 1. Auflage, Dezember 2010, 10,00 Euro<br />
© 2010 TrokkenPresse Verlag, Berl<strong>in</strong> · www.trokkenpresse.de,<br />
ISBN 978-3-9813253-1-7<br />
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Chefarzt Dr. med. Hubert C. Buschmann<br />
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Berl<strong>in</strong>er Seiten 13<br />
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<strong>in</strong>sbesondere für beruflich und sozial gut <strong>in</strong>tegrierte Patienten<br />
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Ansprechpartner: Herr Andreas Goros Tel.: 02641-914-235 agoros@ahg.de
14 Berl<strong>in</strong>er Seiten<br />
Der rbb filmt den Schul-Rap<br />
Schulabschluss für ehemalige<br />
Abhängige<br />
Tannenhof-Schule jetzt endlich auch offiziell als<br />
Schulversuch anerkannt – Bekanntgabe wurde mit<br />
Festakt und Tag der offenen Tür begangen.<br />
Seit über 20 Jahren betreibt der<br />
Tannenhof Berl<strong>in</strong>-Brandenburg<br />
e.V. e<strong>in</strong>e eigene schulische<br />
E<strong>in</strong>richtung für ehemals süchtige<br />
Menschen – die Tannenhof-Schule.<br />
Die E<strong>in</strong>richtung<br />
läuft offiziell als Filiale der<br />
Elisabeth-Rotten-Schule, e<strong>in</strong>em<br />
Förderzentrum mit sonderpädagogischem<br />
Schwerpunkt.<br />
Sie wird aber von Schülern und<br />
Lehrern eigentlich schon im-<br />
mer als die Tannenhof-Schule<br />
bezeichnet.<br />
Entstanden ist das Ganze<br />
als Bildungsprojekt für e<strong>in</strong>e<br />
Wohngeme<strong>in</strong>schaft von ehemaligen<br />
Alkohol- und Drogenabhängigen.<br />
Die Nachfrage nach<br />
Weiterbildung und der Möglichkeit<br />
Schulabschlüsse nachzuholen,<br />
war und ist aber so<br />
groß, dass diese neue E<strong>in</strong>richtung<br />
stetig gewachsen ist. In-<br />
Leseprobe<br />
www.trokkenpresse.de<br />
Bestellung<br />
Lesung gewünscht?<br />
zwischen ist man bereits zwei<br />
Mal umgezogen bzw. musste<br />
erneut erweitern und es werden<br />
rund 90 Schüler <strong>in</strong> 6 Klassen<br />
betreut.<br />
In der Tannenhof Schule<br />
machen ehemalige Drogenabhängige<br />
<strong>in</strong> cleanem Umfeld<br />
Schulabschlüsse: den Hauptschulabschluss,<br />
den erweiterten<br />
Hauptschulabschluss und<br />
den ehemaligen Realschulabschluss,<br />
jetzt Mittlerer Schulabschluss<br />
(MSA) genannt.<br />
Am 24. November 2010 gab<br />
es nun <strong>in</strong> den Räumen der<br />
Schule <strong>in</strong> Berl<strong>in</strong>-Neukölln großen<br />
Bahnhof. Und das auf<br />
Grund e<strong>in</strong>es besonderen Anlasses.<br />
Die Schule ist Ende letzten<br />
Jahres offiziell als Schulversuch<br />
anerkannt worden –<br />
der letzte Schritt vor der staatlichen<br />
Schule. Der Schulversuch<br />
läuft jetzt noch bis 2013<br />
und danach wird der endgültige<br />
Status „staatlich anerkannte<br />
Schule“ angestrebt.<br />
Diese Anerkennung als<br />
Schulversuch wurde am 24.11.<br />
<strong>in</strong> den Räumen der Schule mit<br />
e<strong>in</strong>em Festakt und e<strong>in</strong>em Tag<br />
der offenen Tür gefeiert.<br />
Die gesamte Schülerschaft<br />
und das Lehrer- und Mitarbeiterteam<br />
um die Schulleiter<strong>in</strong><br />
Frau Laubmann hatte dabei<br />
Niemals vergessen, wo ich herkomme<br />
Hg. Dagmar Heidt-Müller, TrokkenPresse Verlag,<br />
Taschenbuch, 142 Seiten, Preis: 11,00 Euro,<br />
ISBN 978-3-9813253-0-0<br />
Telefon 030 - 78 95 56 01, Fax 030 - 216 80 13,<br />
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oder Postkarte an TrokkenPresse Verlag,<br />
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Die Schauspieler und Autoren dieses Buches<br />
lesen gerne.<br />
Sie s<strong>in</strong>d Verband, Selbsthilfegruppe,<br />
soziale E<strong>in</strong>richtung oder Café und möchten e<strong>in</strong>en<br />
Leseabend veranstalten.<br />
Tel. 030 - 78 95 56 01<br />
nicht nur e<strong>in</strong> leckeres Buffet<br />
selbst gekocht bzw. hergerichtet,<br />
sondern auch <strong>in</strong> Themenräumen<br />
und auf Schautafeln<br />
die Arbeit und das Lernen der<br />
Menschen <strong>in</strong> der Tannenhof-<br />
Schule dargestellt.<br />
Der offizielle Teil, der Festakt<br />
zum Start des Tages der offenen<br />
Tür war dann sogar mit<br />
e<strong>in</strong>igen herzlich willkommenen<br />
Ehrengästen besetzt.<br />
So konnte unter anderem<br />
Oberschulrat Herr Ralf Schiweck<br />
und von der Senatskanzlei<br />
Herr Horst-Peter Schaeffer,<br />
dort als Referent für Bildungs-<br />
Schulsozialarbeiter<strong>in</strong> Frau Yilmaz<br />
schenkt alkoholfreien Punsch aus<br />
und Sportpolitik verantwortlich,<br />
begrüßt werden.<br />
Als Überraschungsgast und<br />
Redner war auch Herr Dr. Peter<br />
Hübner dabei, welcher Referatsleiter<br />
beim Senat für den Bereich<br />
Jugend, Bildung, Sport<br />
vor 21 Jahren die Schule mit<br />
auf den Weg gebracht hat.<br />
Nach dem Festakt g<strong>in</strong>g der<br />
Nachmittag <strong>in</strong> e<strong>in</strong>en Tag der offenen<br />
Tür über, bei welchem<br />
die Räumlichkeiten mit Ihren<br />
Themenbereichen die Entstehung<br />
der Schule und die aktuellen<br />
Arbeitsbereiche vorstellten<br />
und zum Essen und Tr<strong>in</strong>ken<br />
e<strong>in</strong>luden. E<strong>in</strong> Höhepunkt<br />
war dabei sicherlich auch der<br />
Rap-Auftritt von Tannenhof-<br />
Schülern, der von e<strong>in</strong>em Kamerateam<br />
der rbb-Abendschau<br />
mitgefilmt wurde.<br />
Quelle: Tannenhof<br />
Weitere Informationen zum Festakt<br />
und zum Träger Tannenhof Berl<strong>in</strong>-<br />
Brandenburg e.V. sowie zur<br />
Tannenhof-Schule f<strong>in</strong>det man im<br />
Netz unter www.tannenhof.de!<br />
Fotos: Tannenhof
Kurz&trokken<br />
+++Schon wieder neigt sich<br />
e<strong>in</strong> Jahr se<strong>in</strong>em Ende zu. Und<br />
wenn das Wörtchen „wenn“<br />
nicht wäre, hätte es bestimmt<br />
ganz anders für uns ausgesehen.<br />
Dieses Wort hat nun e<strong>in</strong>mal<br />
Schuld. Aber ohne e<strong>in</strong> „wenn“<br />
würden wir den verschwendeten<br />
Lebenschancen gegenüber<br />
auch ziemlich dumm aus der<br />
Wäsche gucken. Angetrieben<br />
von Gewissensbissen, doch unbelehrbar,<br />
widmen wir uns deshalb<br />
dem „Eigentlich müsste<br />
man ja mal“. Denn nächstes<br />
Jahr wird sowieso alles ganz anders.+++Zum<br />
Beispiel müsste<br />
man mal … umziehen!, so wie<br />
die Alkohol- und Medikamentenberatungsstelle<br />
<strong>in</strong> der Gierkezeile<br />
39, die zukünftig <strong>in</strong> der<br />
Wilmersdorfer 50 zu f<strong>in</strong>den se<strong>in</strong><br />
wird. Aus nämlichen Gründen<br />
bleibt die Beratungsstelle am<br />
15. und 16.12 geschlossen und<br />
ist ab 17.12. am neuen Standort<br />
geöffnet. Falls bis dah<strong>in</strong> noch<br />
nicht alles mit dem Telefonanschluss<br />
(Tel. 030 / 34 80 09 48)<br />
klappt, hier gleich e<strong>in</strong>e <strong>Not</strong>fallnummer:<br />
0163 7959765.+++<br />
Präzise an dieser Stelle möchten<br />
wir e<strong>in</strong> Gerücht lancieren,<br />
nämlich dass <strong>in</strong> der Gierkezeile<br />
39 im neuen Jahr e<strong>in</strong> eigenwilliger<br />
Verlag ansässig se<strong>in</strong><br />
wird, der Bücher für Abhängige<br />
und Unabhängige herausgibt.<br />
Welcher Verlag kann damit<br />
nur geme<strong>in</strong>t se<strong>in</strong>? +++Und<br />
eigentlich müsste man ja auch<br />
mal … sportiv werden! Am 1.<br />
Januar 2011 ab 12.00 Uhr startet<br />
der 40. Berl<strong>in</strong>er Neujahrslauf.www.berl<strong>in</strong>er-neujahrslauf.de.<br />
Die Strecke: 4 km. Es<br />
laufen viele Amateure mit. Die<br />
tragen auch mal alte Turnschuhe<br />
und lange W<strong>in</strong>termäntel. Es<br />
wird langsam gelaufen. Es wird<br />
ke<strong>in</strong> Startgeld erhoben. E<strong>in</strong>e<br />
Voranmeldung ist nicht nötig.<br />
Start und Ziel: Der eckige Triumphbogen<br />
am Pariser Platz.<br />
Danach gibt´s Pfannkuchen<br />
und heißen Zitronentee. Gründe,<br />
nicht daran teilzunehmen,<br />
müsste man sich eigentlich ja<br />
erstmal selbst erf<strong>in</strong>den.+++Haben<br />
Sie dann den rechten Beat<br />
gefunden und wollen mehr vom<br />
Selben, besuchen Sie e<strong>in</strong>fach<br />
den Lauftreff der Landesstelle<br />
Berl<strong>in</strong> für Suchtfragen e.V.<br />
Jeden Montag für Jugendliche<br />
bis 25 Jahre: 16.00 - 17.30 Uhr,<br />
für Erwachsene von 17.30 -<br />
19.30 Uhr. Angeleitet werden<br />
die Gruppen für e<strong>in</strong> Jahr vom<br />
dem erfahrenen Sportlehrer<br />
Berl<strong>in</strong>er Seiten 15<br />
und Läufer Reimer Siemsen.<br />
Die Teilnahme am Lauftreff ist<br />
kostenfrei. Bitte anmelden bei<br />
der Landesstelle Berl<strong>in</strong> für<br />
Suchtfragen e.V., Gierkezeile<br />
39, 10585 Berl<strong>in</strong>, Tel. 030 34<br />
38 91 60, buero@Landesstelleberl<strong>in</strong>.de,<br />
www.Landesstelle-<br />
Berl<strong>in</strong>.de+++Ob Sie nun <strong>in</strong><br />
Weihnachten verliebt s<strong>in</strong>d wie<br />
e<strong>in</strong> staunendes K<strong>in</strong>d, ob Sie<br />
ehrlich Geschenke willkommen<br />
heißen können, ob Sie<br />
sich auf e<strong>in</strong> christliches Fest<br />
freuen, und selbst wenn, aus<br />
welchem Grund auch immer,<br />
das Fest an Ihnen vorbeizieht<br />
wie der Franken-Sachsen-Express<br />
unter dem müden Augenaufschlag<br />
e<strong>in</strong>er klöppelnden<br />
Hausfrau am Streckenrand, wir<br />
wünschen allen unseren Leser<strong>in</strong>nen<br />
und Lesern e<strong>in</strong>e schöne<br />
Zeit und e<strong>in</strong>en perfekten Start<br />
<strong>in</strong> das Jahr 2011.+++<br />
wscher<br />
Foto: maryimwunderland / photocase.com
16 Tr<strong>in</strong>kermärchenbuch<br />
Lesepr Leseprobe Lesepr obe aus aus dem dem T TTr<strong>in</strong>ker<br />
T r<strong>in</strong>ker r<strong>in</strong>kermär r<strong>in</strong>ker mär märchenbuch mär chenbuch (siehe (siehe Seite Seite Seite 13 13 13 und und Seite Seite 25) 25)<br />
25)<br />
Der kle<strong>in</strong>e Zauberer M<strong>in</strong>imo<br />
von Charlotte Werther<br />
In e<strong>in</strong>em fernen Land lebte<br />
e<strong>in</strong>mal e<strong>in</strong> kle<strong>in</strong>er Zauberer<br />
namens M<strong>in</strong>imo, der nicht größer<br />
gewachsen war als e<strong>in</strong><br />
Waldkauz. An se<strong>in</strong>er Hütte<br />
plätscherte e<strong>in</strong> Bach vorbei,<br />
Tannen spendeten ihm Schatten<br />
und die Lichtung, auf der<br />
er jeden Abend se<strong>in</strong>e Zaubersprüche<br />
übte, bot allerlei Kräuter<br />
und Wiesenblumen. Eigentlich<br />
erfreute er sich se<strong>in</strong>es Lebens,<br />
nur e<strong>in</strong>es machte ihm zu<br />
schaffen: se<strong>in</strong>e E<strong>in</strong>samkeit. Da<br />
alle anderen ihn überragten,<br />
wagte er sich nicht <strong>in</strong> ihre Nähe<br />
und fürchtete ihren Spott.<br />
Die Leute im Dorf begrüßten<br />
den kle<strong>in</strong>en Zauberer freundlich,<br />
wenn er sich am Marktplatz<br />
blicken ließ und fragten<br />
nach se<strong>in</strong>en Künsten. Doch da<br />
er nur scheu und zurückhaltend<br />
antwortete, ließen sie ihn<br />
bald <strong>in</strong> Ruhe.<br />
»Zauberer M<strong>in</strong>imo ist e<strong>in</strong><br />
gelehrter Mann«, erklärten sie<br />
ihren K<strong>in</strong>dern. »Er fühlt sich<br />
nur wohl <strong>in</strong> se<strong>in</strong>er E<strong>in</strong>siedelei.<br />
Stört ihn nicht!«<br />
So blieb M<strong>in</strong>imo für sich,<br />
studierte die angekohlten Bücher<br />
se<strong>in</strong>es Vaters, der e<strong>in</strong><br />
wirklich großer Magier gewesen<br />
war. Er bannte, beschwor<br />
und zauberte, wo immer sich<br />
ihm e<strong>in</strong>e Gelegenheit bot.<br />
E<strong>in</strong>es Tages ordnete M<strong>in</strong>imo<br />
se<strong>in</strong>e Pergamentrollen, die<br />
durch das ganze Haus kollerten.<br />
Aus e<strong>in</strong>er von ihnen fiel<br />
e<strong>in</strong> fleckiges Blatt. »Freundestrank<br />
– heilt E<strong>in</strong>samkeit«,<br />
buchstabierte M<strong>in</strong>imo stockend,<br />
da er die blassen Zeichen<br />
kaum entziffern konnte.<br />
»Wunderbar! Ich werde dieses<br />
Elixier brauen und viele, viele<br />
Freunde gew<strong>in</strong>nen!«<br />
Sofort wanderte er tief <strong>in</strong><br />
den Wald, um all die Kräuter,<br />
Wurzeln und Zapfen zu sammeln,<br />
die er für se<strong>in</strong> Rezept benötigte.<br />
Tagelang stapfte er<br />
durch die Gegend, denn viele<br />
Zutaten fanden sich <strong>in</strong> entlegenen<br />
Tälern und auf steilen<br />
Berghängen. E<strong>in</strong> Bestandteil<br />
bereitete dem kle<strong>in</strong>en Zauberer<br />
Schwierigkeiten, da ledig-<br />
lich das Wort »… enwipfel« zu<br />
erkennen war. Lange brütete<br />
M<strong>in</strong>imo über der <strong>Not</strong>iz.<br />
›Tannenwipfel müssen es<br />
se<strong>in</strong>‹, dachte er, ›denn ke<strong>in</strong>e<br />
e<strong>in</strong>zige Fichte wächst <strong>in</strong> diesem<br />
Wald.‹ So packte er e<strong>in</strong>e<br />
Handvoll <strong>in</strong> se<strong>in</strong>en Korb und<br />
machte sich auf den Weg nach<br />
Hause.<br />
Noch am gleichen Tag braute<br />
er den Freundestrank, der e<strong>in</strong>en<br />
süßen Duft verbreitete. Als<br />
M<strong>in</strong>imo davon kostete, musste<br />
er husten. Noch nie hatte er<br />
Ähnliches getrunken. Obwohl<br />
der Saft nicht besonders gut<br />
schmeckte, trank der kle<strong>in</strong>e<br />
Zauberer ausgiebig, konnte er<br />
es doch nicht erwarten, von<br />
se<strong>in</strong>er E<strong>in</strong>samkeit geheilt zu<br />
werden. Fröhlich spazierte er<br />
<strong>in</strong>s Dorf. Ihm war seltsam zumute.<br />
Leicht und unbeschwert,<br />
aber auch e<strong>in</strong> wenig schw<strong>in</strong>dlig.<br />
Als er e<strong>in</strong>em alten Mütterchen<br />
begegnete, das e<strong>in</strong>en<br />
schweren Korb trug, dachte er:<br />
›Sie wird me<strong>in</strong> Freund se<strong>in</strong>!‹<br />
So begrüßte er die Frau und<br />
fragte: »Soll ich e<strong>in</strong>en Zauberspruch<br />
murmeln, um de<strong>in</strong>e<br />
Last zu erleichtern?« Die Alte<br />
nickte dankbar und M<strong>in</strong>imo<br />
schwang se<strong>in</strong>en Stab. Doch als<br />
er <strong>in</strong> den Korb sah, fanden sich<br />
plötzlich Mühlste<strong>in</strong>e dar<strong>in</strong>,<br />
und das Mütterchen schimpfte<br />
über se<strong>in</strong>en Streich. M<strong>in</strong>imo<br />
lachte über das Versehen, denn<br />
er fühlte sich sorglos und närrisch.<br />
Im Dorf angekommen, unterhielt<br />
er sich zum ersten Mal<br />
mit dem Bäcker, der die Veilchen<br />
und Gänseblümchen begoss,<br />
die se<strong>in</strong>en Laden zierten.<br />
»Bei dieser Hitze gebe ich<br />
ihnen zweimal am Tag Wasser«,<br />
schnaufte der dicke<br />
Mann, der kaum über se<strong>in</strong>en<br />
Bauch h<strong>in</strong>wegsehen konnte.<br />
»Ich helfe dir!«, rief M<strong>in</strong>imo,<br />
schloss die Augen und<br />
sprach e<strong>in</strong> paar unverständli- photocase.com<br />
/<br />
che Sätze. Als er die Augen<br />
wieder öffnete, floss ihm e<strong>in</strong><br />
Sturzbach entgegen, der ihn<br />
auf die Straße spülte. Verwirrt<br />
rannte M<strong>in</strong>imo fort, von den Foto:designmaniac
Verwünschungen des durchnässten<br />
Bäckers verfolgt. Der<br />
kle<strong>in</strong>e Zauberer beschloss – bekümmert,<br />
doch auch eigenartig<br />
vergnügt – zu se<strong>in</strong>en Büchern<br />
zurückzukehren und am<br />
nächsten Tag Freunde zu gew<strong>in</strong>nen.<br />
Er kicherte beim Gedanken<br />
an den Wasserfall, den<br />
er herbeigehext hatte, fand die<br />
Sache allerd<strong>in</strong>gs sonderbar.<br />
›Morgen werde ich zwei Tassen<br />
des Elixiers tr<strong>in</strong>ken‹, beschloss<br />
er. ›Die Wirkung entfaltet<br />
sich vielleicht erst nach<br />
e<strong>in</strong>iger Zeit.‹<br />
Bald braute M<strong>in</strong>imo be<strong>in</strong>ahe<br />
täglich e<strong>in</strong>en neuen Kessel<br />
voll Zaubertrank. Er füllte den<br />
Saft <strong>in</strong> e<strong>in</strong>e kle<strong>in</strong>e Flasche, die<br />
er immer bei sich trug. Doch<br />
anstatt Freunde zu gew<strong>in</strong>nen,<br />
schaffte er sich nur Fe<strong>in</strong>de. Die<br />
bösen Streiche des kle<strong>in</strong>en<br />
Zauberers sprachen sich herum<br />
und Leute, die ihn früher<br />
freundlich begrüßt hatten, versperrten<br />
Türen und Fenster,<br />
wenn sie ihn nur von Weitem<br />
sahen. Sogar die K<strong>in</strong>der mieden<br />
ihn, seitdem er ihre grün<br />
schillernden Murmeln <strong>in</strong> hässliche<br />
Krötenbe<strong>in</strong>e verwandelt<br />
hatte.<br />
Je weniger die Dörfler mit<br />
ihm zu tun haben wollten, desto<br />
mehr sprach M<strong>in</strong>imo dem<br />
Trank zu. Die E<strong>in</strong>samkeit vertrieb<br />
er nicht, aber der kle<strong>in</strong>e<br />
Zauberer fühlte sich nach e<strong>in</strong>igen<br />
Bechern heiter, ja geradezu<br />
albern, und bedauerte<br />
es nicht mehr, alle<strong>in</strong> zu se<strong>in</strong>.<br />
Er torkelte durch den Wald,<br />
brummte Beschwörungsformeln,<br />
die ihm gerade <strong>in</strong> den<br />
S<strong>in</strong>n kamen und die das Federkleid<br />
e<strong>in</strong>er Eule blau färbten<br />
oder den E<strong>in</strong>gang des Fuchsbaus<br />
mit wildem We<strong>in</strong> überwuchern<br />
ließen. So zürnten ihm<br />
selbst die Tiere, doch M<strong>in</strong>imo<br />
machte sich nichts daraus.<br />
›Es ist ihre eigene Schuld‹,<br />
dachte er. ›Sie s<strong>in</strong>d böse zu mir,<br />
aber ich brauche sie nicht. Ich<br />
habe me<strong>in</strong>en Trank und b<strong>in</strong><br />
glücklich!‹<br />
In e<strong>in</strong>er Vollmondnacht<br />
machte der kle<strong>in</strong>e Zauberer<br />
sich auf, abermals Kräuter und<br />
Wurzeln zu sammeln, da ke<strong>in</strong><br />
Krümelchen mehr übrig war.<br />
Se<strong>in</strong> Kopf schmerzte. Nach<br />
e<strong>in</strong>igen Stunden konnte er<br />
kaum mehr laufen und musste<br />
rasten. Er klopfte an die Tür<br />
e<strong>in</strong>er Mühle, <strong>in</strong> der e<strong>in</strong> Magier<br />
wohnte, der bald se<strong>in</strong>en 250sten<br />
Geburtstag feierte.<br />
›Ich gratuliere ihm und bitte<br />
ihn um e<strong>in</strong>e Stärkung‹, beschloss<br />
M<strong>in</strong>imo.<br />
Der alte Magier freute sich,<br />
den kle<strong>in</strong>en Zauberer zu sehen.<br />
»Du siehst aber nicht gesund<br />
aus, M<strong>in</strong>imo. Bist du den<br />
langen Weg gekommen, nur<br />
um mich aufzusuchen? Man<br />
hört übrigens sonderbare Geschichten<br />
aus de<strong>in</strong>em Tal.<br />
Treibt dort jemand se<strong>in</strong> Unwesen?«<br />
M<strong>in</strong>imo verne<strong>in</strong>te. »Ich benötige<br />
Pflanzen für e<strong>in</strong> Elixier.<br />
Tannenwipfel, Liebstöckel und<br />
Johanniskraut fehlen noch.«<br />
»Du willst also Mitsommerpunsch<br />
brauen«, me<strong>in</strong>te der<br />
Magier.<br />
»Mitsommerpunsch? Aber<br />
ne<strong>in</strong>, ich koche e<strong>in</strong>en Trank<br />
gegen E<strong>in</strong>samkeit.«<br />
Der Magier schüttelte den<br />
Kopf so heftig, dass sich se<strong>in</strong><br />
langer Bart be<strong>in</strong>ahe im Schürhaken<br />
verf<strong>in</strong>g.<br />
»Für den Freundestrank<br />
verwendet man Zirben-, nicht<br />
Tannenwipfel! Sie wachsen <strong>in</strong><br />
der Nähe des Wasserfalls.«<br />
M<strong>in</strong>omo holte das Stückchen<br />
Pergament hervor und<br />
studierte es geme<strong>in</strong>sam mit<br />
dem Magier. Nun verstand er<br />
auch, warum er se<strong>in</strong>e Zaubersprüche<br />
ständig durche<strong>in</strong>an-<br />
derbrachte und die Dörfler sich<br />
vor ihm fürchteten. Lange<br />
sprach M<strong>in</strong>imo mit dem Magier,<br />
der <strong>in</strong> 250 W<strong>in</strong>tern allerhand<br />
erfahren hatte.<br />
»Auch der Freundestrank,<br />
kle<strong>in</strong>er Zauberer, wird dich<br />
nicht beliebt machen, wenn du<br />
den Menschen Böses tust. Er<br />
kann dir helfen, de<strong>in</strong>en Wuchs<br />
nicht mehr als Makel zu empf<strong>in</strong>den<br />
und ohne Scheu auf<br />
andere zuzugehen. Erst aber<br />
musst du das Vertrauen der<br />
Leute wiedergew<strong>in</strong>nen und das<br />
kann dir ke<strong>in</strong> Kraut dieser Welt<br />
abnehmen.«<br />
M<strong>in</strong>imo blieb e<strong>in</strong>ige Tage<br />
bei dem alten Magier, suchte<br />
nach seltenen Gräsern und<br />
nahm dann <strong>in</strong> Dankbarkeit Abschied,<br />
um den Dörflern von<br />
se<strong>in</strong>em Missgeschick zu berichten.<br />
Auf halbem Wege begegnete<br />
er dem Förster, der<br />
schnell an ihm vorüberwollte,<br />
jedoch stehen blieb, als er die<br />
Zirbenwipfel <strong>in</strong> M<strong>in</strong>imos Korb<br />
sah.<br />
Tr<strong>in</strong>kermärchenbuch 17<br />
»Ich klettere auf die Berge,<br />
um Zirbenwipfel zu holen«,<br />
sagte er mit e<strong>in</strong>em ängstlichen<br />
Blick auf den kle<strong>in</strong>en Zauberer.<br />
»Me<strong>in</strong>e K<strong>in</strong>der s<strong>in</strong>d sehr<br />
krank, nur e<strong>in</strong>e Mediz<strong>in</strong> aus<br />
diesen Wipfeln kann ihnen<br />
helfen.«<br />
Da schenkte M<strong>in</strong>imo ihm<br />
die Wipfel und behielt ke<strong>in</strong>en<br />
e<strong>in</strong>zigen zurück, obwohl er sie<br />
für se<strong>in</strong>en Trank benötigte. Der<br />
Förster strahlte vor Glück.<br />
Als se<strong>in</strong>e K<strong>in</strong>der genesen<br />
waren, feierte er e<strong>in</strong> großes<br />
Fest, bei dem M<strong>in</strong>imo nicht<br />
fehlen durfte. Fortan besuchte<br />
der kle<strong>in</strong>e Zauberer die Familie<br />
des Wildhüters regelmäßig<br />
und schloss auch bald Freundschaft<br />
mit anderen Dorfbewohnern.<br />
Vor Zaubertränken nahm<br />
er sich se<strong>in</strong> ganzes Leben lang<br />
<strong>in</strong> acht, und als der Magier zuletzt<br />
von ihm hörte, zählte<br />
M<strong>in</strong>imo immerh<strong>in</strong> 287 Jahre<br />
– und wer weiß, wie alt er heute<br />
se<strong>in</strong> mag.
18 O-Ton<br />
„Hilfe, die Eltern me<strong>in</strong>es<br />
Freundes saufen!“<br />
„Dies ist e<strong>in</strong>e moderne Geschichte, die so im <strong>TP</strong>-Chat abgelaufen se<strong>in</strong> könnte“,<br />
schrieb uns dazu Autor Heiko Gliesche-Neumann. Redigiert haben wir nicht. Chat<br />
bleibt eben Chat. Aber lesen Sie selbst.<br />
tanja 22<br />
Also, ich selber b<strong>in</strong> 22 Jahre<br />
und studiere Grundschulpädagogik.<br />
Es geht „nur“ um<br />
die Eltern me<strong>in</strong>es Freundes.<br />
Me<strong>in</strong> Freund und ich s<strong>in</strong>d fast<br />
e<strong>in</strong> Jahr zusammen und anfangs<br />
wusste ich natürlich von<br />
nichts. Bis zu se<strong>in</strong>em Geburtstag<br />
im Sommer. Se<strong>in</strong>e Eltern,<br />
er, ich und me<strong>in</strong>e Eltern wollten<br />
zusammen essen gehen. Zu<br />
Beg<strong>in</strong>n war’s eigentlich auch<br />
ganz harmonisch, obwohl ich<br />
schon ahnte, dass mit se<strong>in</strong>er<br />
Mutter etwas nicht alles klar<br />
war. Unterdessen hatte sie angefangen<br />
erst leicht, dann aber<br />
heftig zu lallen, stieß Gläser<br />
um, hatte Schwierigkeiten<br />
beim Aufstehen.und konnte<br />
auch nicht mehr geradeaus<br />
laufen. Sie wirkte desorientiert.<br />
Ich dachte, sie hätte irgende<strong>in</strong>e<br />
Krankheit, aber dass me<strong>in</strong><br />
Freund sauer auf sie war und<br />
ihr auch nicht zur Hand gehen<br />
wollte, verunsicherte mich nur<br />
noch mehr. An dem Abend hat<br />
er mit mir geredet und mir alles<br />
erzählt. Sie wär wohl seit<br />
drei oder vier Jahren alkohol-<br />
abhängig. Aber dass sie es ausgerechnet<br />
zu se<strong>in</strong>em Geburtstag<br />
so übertreiben musste, als<br />
unsere Eltern sich eigentlich<br />
das erste Mal kennenlernen<br />
sollten und se<strong>in</strong>e Mutter ihm<br />
doch hoch und heilig versprochen<br />
hatte nicht so viel zu tr<strong>in</strong>ken.<br />
Das hat ihn schwer enttäuscht<br />
und wahns<strong>in</strong>nig fertig<br />
gemacht. Mir ist dann auch<br />
klar geworden, warum sie mir<br />
immer und immer wieder<br />
dieselben Fragen stellt und so<br />
„komisch“ ist. Mit e<strong>in</strong>em Mal<br />
konnte ich etwas damit anfangen.<br />
Seit dem geme<strong>in</strong>samen<br />
Geburtstagsabend hat sich leider<br />
nichts verändert was ihre<br />
Situation betrifft. Sie tr<strong>in</strong>kt fast<br />
jeden Abend Alkohol und kann<br />
sich morgens meist an vieles<br />
nicht mehr er<strong>in</strong>nern. Wenn sie<br />
betrunken ist sagt sie auch oft<br />
D<strong>in</strong>ge zu me<strong>in</strong>em Freund, die<br />
sie wahrsche<strong>in</strong>lich nicht so<br />
me<strong>in</strong>t, aber die verdammt weh<br />
tun. Me<strong>in</strong> Freund ist so ziemlich<br />
der großartigste Mensch<br />
der Welt, aber se<strong>in</strong>e Mutter behandelt<br />
ihn oft ungerecht. Er<br />
ist 23 und nur am Wochenende<br />
zu Hause <strong>in</strong> dem kle<strong>in</strong>en Reihenhäuschen.<br />
Aber er schämt<br />
sich so sehr für se<strong>in</strong>e Eltern,<br />
dass er mit niemandem darüber<br />
reden will, zumal er auch<br />
unter den Verwandten ke<strong>in</strong>en<br />
hat, mit dem er reden will. Ich<br />
b<strong>in</strong> froh, dass er wenigstens mit<br />
mir offen spricht. Wenn auch<br />
sehr selten. Aber ich kann ihm<br />
nicht wirklich helfen, weil ich<br />
mich da nicht so auskenne. Vor<br />
e<strong>in</strong> paar Wochen ist mir dann<br />
noch bewusst geworden, dass<br />
nicht nur die Mutter, sondern<br />
auch se<strong>in</strong> Vater e<strong>in</strong> Problem,<br />
e<strong>in</strong> Alkoholproblem, hat. Der<br />
wiederum wirkt völlig anders,<br />
wenn er getrunken hat. Im Gegensatz<br />
zur Mutter. Er ist total<br />
locker, voll entspannt, lieb und<br />
nett. Aber als ich letztes Mal<br />
vormittags überraschend da<br />
war, schien mir, dass er voll<br />
anf<strong>in</strong>g zu zittern, solange er<br />
nichts getrunken hatte. Aber<br />
sobald er etwas tr<strong>in</strong>kt – nur e<strong>in</strong>en<br />
Cognac wegen des gammeligen<br />
Magens – wird er wieder<br />
„normal“. Me<strong>in</strong> Freund me<strong>in</strong>te<br />
auch, dass se<strong>in</strong>e Eltern beide<br />
e<strong>in</strong> Problem haben und er hat<br />
wohl auch schon das e<strong>in</strong>e oder<br />
andere Mal mit ihnen geredet.<br />
Aber sie wollen es nicht wahrhaben.<br />
Sie sche<strong>in</strong>en schon ganz<br />
schön neben der Spur zu laufen.<br />
Sie behaupten jedenfalls,<br />
dass sie gar nicht viel tr<strong>in</strong>ken,<br />
jederzeit aufhören könnten und<br />
ke<strong>in</strong> Problem hätten – was<br />
wahrsche<strong>in</strong>lich typisch ist für<br />
alle Alkoholiker. Aber ausser<br />
mir hat er ja nur se<strong>in</strong>e Eltern<br />
und man muss ihnen doch helfen<br />
- irgendwie. Überall lese<br />
ich, dass Alkoholkranken nur<br />
geholfen werden kann, wenn<br />
sie es auch selber wollen, aber<br />
vielleicht gibt es ja doch irgende<strong>in</strong>e<br />
Möglichkeit Ihnen<br />
begreiflich zu machen, dass sie<br />
wirklich e<strong>in</strong> Problem haben.<br />
Ich möchte ihnen und vor allem<br />
me<strong>in</strong>em Freund helfen, damit<br />
es ihm gut geht. Ich möchte<br />
ihn nicht so leiden sehen, wenn<br />
wir wieder mal abends bei ihm<br />
s<strong>in</strong>d. Er ist zwar meistens bei<br />
mir, aber er kann sich ja auch<br />
nicht auf Dauer bei mir verstecken<br />
und hoffen dass irgendwie<br />
alles wieder gut wird. Das<br />
ist ihm auch völlig klar. Er weiß<br />
e<strong>in</strong>fach selber nicht mehr, was<br />
er machen soll. Er redet eben<br />
mit niemandem und schluckt<br />
das alles nur h<strong>in</strong>unter. Ich hab<br />
ke<strong>in</strong>e Ahnung, wie er das die<br />
letzten Jahre ausgehalten hat.<br />
Ich hoffe so sehr, dass man ihnen<br />
irgendwie helfen kann,<br />
bevor es zu spät ist. Er me<strong>in</strong>te<br />
gestern, dass er Angst hat, dass<br />
es ihm allmählich egal wird.<br />
Aber ich weiß, dass er sich später<br />
wahns<strong>in</strong>nige Vorwürfe machen<br />
wird, wenn er jetzt nichts<br />
unternimmt. Er liebt doch se<strong>in</strong>e<br />
Eltern.<br />
Wenn es e<strong>in</strong>en Plan geben<br />
würde, wie man e<strong>in</strong>en Alkoholiker<br />
wieder <strong>in</strong> die Spur br<strong>in</strong>gen<br />
könnte, dann würde es<br />
wohl nicht so viele davon geben.<br />
Nanna<br />
also ich würde wohl versuchen,<br />
de<strong>in</strong>en freund erstmal zu ner<br />
suchtselbsthilfegruppe zu schicken.<br />
die gibt es auch für angehörige.<br />
entweder das ... oder<br />
wenn er sich den schritt noch<br />
Zeichnung: HGN
nicht zutraut (da er ja bisher nie<br />
mit jemand anderem drüber<br />
geredet hat) erzähl ihm vom<br />
forum hier. hier kann er <strong>in</strong> aller<br />
ruhe gucken, mitlesen...<br />
und vielleicht auch irgendwann<br />
mal etwas schreiben, um<br />
was los zu werden... bei menschen,<br />
die se<strong>in</strong>e situation nachvollziehen<br />
können. ist es hier<br />
ja doch um e<strong>in</strong>iges anonymer<br />
als persönlich vor aller augen<br />
<strong>in</strong> ner gruppe zu sitzen.<br />
am wichtigsten ist, dass er sich<br />
selber mehr sieht. klar macht<br />
er sich gedanken und sorgen<br />
um se<strong>in</strong>e eltern. aber denen<br />
kann er nicht wirklich helfen...<br />
das kann ke<strong>in</strong>er, solange die<br />
e<strong>in</strong>sicht fehlt. und wie du sagst<br />
hat er ja schon e<strong>in</strong>ige male mit<br />
ihnen über das problem gesprochen.<br />
wenn dann grundsätzlich<br />
ke<strong>in</strong>e krankheitse<strong>in</strong>sicht<br />
passiert ... dann ist da<br />
nicht viel zu machen.<br />
jetzt muß er erstmal für sich<br />
sehen, dass es ihm gut geht. er<br />
sollte versuchen, sich von se<strong>in</strong>en<br />
eltern so weit zu lösen, dass<br />
ihr verhalten se<strong>in</strong> leben nicht<br />
mehr so krass bee<strong>in</strong>trächtigt.<br />
er sollte akzeptieren, dass es<br />
nicht se<strong>in</strong> d<strong>in</strong>g ist, wie die<br />
eltern leben - mehr oder weniger<br />
verantwortungsvoll - und<br />
selber entscheiden, wie sie ihr<br />
eigenes leben leben möchten.<br />
ich weiß, dass das jetzt alles<br />
nicht das ist, was man <strong>in</strong> so<br />
e<strong>in</strong>em moment hören möchte<br />
... aber glaub mir, wenn man<br />
lernt, sich zu lösen und genug<br />
abstand <strong>in</strong> die sache br<strong>in</strong>gt,<br />
dann geht es e<strong>in</strong>em besser. die<br />
gedanken und sorgen bleiben,<br />
aber man kann sie dann auch<br />
mal damit abtun, dass man<br />
sich sagt: ok, so wollen sie leben.<br />
das akzeptiere ich. es ist<br />
hart und schwer... aber wenn<br />
er den richtigen dreh gefunden<br />
hat, dann wird er sich vielleicht<br />
besser fühlen, bzw besser<br />
damit leben können.<br />
rosa<br />
ich kann das sehr gut nachvollziehen,<br />
wie er sich fühlen muss<br />
... er steht noch so sehr am anfang,<br />
hat sich erstmal nur dir<br />
etwas geöffnet. und das ist<br />
auch gut und wichtig. auch ich<br />
habe erst mit etwa 25 jahren<br />
angefangen anzunehmen, dass<br />
me<strong>in</strong>e eltern ihr eigenes leben<br />
haben. dass ich nicht für sie<br />
verantwortlich b<strong>in</strong>, dass nicht<br />
ich diejenige b<strong>in</strong>, die sich deswegen<br />
verstecken muß oder<br />
irgendwas schön reden fremden<br />
gegenüber... diese ständige<br />
lügerei ist schrecklich, wenn<br />
man selber immer mehr die augen<br />
öffnet und sieht, dass etwas<br />
absolut gar nicht stimmt.<br />
ich wünsche dir und de<strong>in</strong>em<br />
freund auf jeden fall kraft. und<br />
vielleicht mag er sich ja auch<br />
mal hier blicken lassen. ich<br />
würde mich auf jeden fall freuen<br />
:-)<br />
hier seid ihr auf jeden fall<br />
immer willkommen und man<br />
kann sich mal austauschen mit<br />
leuten, die ähnliche erfahrungen<br />
machen mussten.<br />
tanja 22<br />
Ich hab mir schon so etwas<br />
gedacht, aber vielleicht b<strong>in</strong> ich<br />
zu naiv und kann das e<strong>in</strong>fach<br />
nicht verstehen, dass man da<br />
nicht helfen kann. Ich weiß<br />
nicht, ob ich ihm sagen soll<br />
und kann: Versuch dich von<br />
de<strong>in</strong>en Eltern zu lösen, du<br />
kannst ihnen nicht helfen. Ich<br />
me<strong>in</strong>e, ich hab von der ganzen<br />
Thematik ke<strong>in</strong>e Ahnung, aber<br />
ich hab Angst, dass er und se<strong>in</strong>e<br />
Eltern und unsere Beziehung<br />
daran kaputt gehen.<br />
Ich hab ihm vor Wochen schon<br />
mal das Forum gezeigt, aber er<br />
will da nicht wirklich ran,<br />
darüber reden, obwohl ich ihm<br />
auch gesagt habe, dass es ihm<br />
gut tun wird. Er bunkert das<br />
Thema e<strong>in</strong>fach weg. Das Verdrängen<br />
hat er voll vom Vater.<br />
Ich weiß nur nicht ob das richtig<br />
ist ...<br />
Ich versuche wirklich immer<br />
für ihn da zu se<strong>in</strong>, aber ich<br />
kann ihm nicht se<strong>in</strong>e Eltern,<br />
also se<strong>in</strong>e ganze Familie ersetzen.<br />
Soll er denn wirklich mit dem<br />
Thema versuchen abzuschließen<br />
und se<strong>in</strong>e Eltern ihren eigenen<br />
Weg gehen lassen?<br />
Mir tut auch se<strong>in</strong> Vater so leid.<br />
So wie ich das mitbekommen<br />
habe, hat zuerst die Mutter<br />
me<strong>in</strong>es Freundes getrunken<br />
und se<strong>in</strong> Vater hat sich dann<br />
<strong>in</strong> se<strong>in</strong>e Sche<strong>in</strong>welt geflüchtet,<br />
weil er mit der ganzen Sache<br />
nichts zu tun haben will. Aber<br />
ansche<strong>in</strong>end hat er ebenfalls<br />
den Weg <strong>in</strong> den Alkohol gewählt.<br />
Er will aber auch nicht<br />
verstehen, dass er e<strong>in</strong> Problem<br />
hat, das heißt <strong>in</strong> letzter Zeit soll<br />
er mit se<strong>in</strong>er Frau öfters wieder<br />
abends zusammen weggehen<br />
und nüchtern zurückkommen.<br />
vielleicht ist es wirklich naiv<br />
von mir, aber mir fällt es<br />
schwer zu glauben, dass es so<br />
ist, wie es ist, dass ich es akzeptieren,<br />
loslassen muss.<br />
Pauli<br />
du sollst/kannst ihm weder die<br />
familie ersetzen, noch ihn zu<br />
irgendwas überreden, zu was<br />
er eigentlich noch gar nicht bereit<br />
ist. zeig ihm lediglich wege<br />
auf (also z. b. das forum hier<br />
... oder shg´s oder diakonie<br />
usw), die er e<strong>in</strong>schlagen kann.<br />
so weiß er zum<strong>in</strong>dest schon<br />
mal, dass es anlaufstellen gibt,<br />
an die er sich wenden kann und<br />
hier durchaus menschen s<strong>in</strong>d,<br />
die se<strong>in</strong> gefühlschaos nachvollziehen<br />
können usw. mehr<br />
kannst du nicht tun. sei e<strong>in</strong>fach<br />
für ihn da und unterstütze ihn,<br />
gib ihm mut, wenn er soweit<br />
ist, dass er se<strong>in</strong>en weg anders<br />
e<strong>in</strong>schlagen will als bisher.<br />
ke<strong>in</strong>er redet davon, dass er se<strong>in</strong>en<br />
eltern ganz aus dem weg<br />
gehen soll. aber es wird für ihn<br />
evtl. e<strong>in</strong>e zeit kommen, <strong>in</strong> der<br />
er für sich selber merkt, dass<br />
er so nicht mehr weiter mitmachen<br />
will bei dem ewigen lügenschauspiel<br />
„heile welt“.<br />
und dann solltest du für ihn da<br />
se<strong>in</strong>, ihn ermutigen, die schritte<br />
zu unternehmen, die er für<br />
se<strong>in</strong> leben gehen will.<br />
und zu se<strong>in</strong>em vater: klar ist<br />
es traurig, wenn sich der ehepartner<br />
aus solidarität, hilflosigkeit,<br />
wunsch nach verdrängung<br />
o.ä. auch auf die schiene<br />
alkohol begibt. aber auch das<br />
O-Ton 19<br />
war se<strong>in</strong> weg, den er gehen<br />
wollte... sonst hätte er es anders<br />
gemacht. und wenn er es<br />
ändern wollen würde, dann<br />
würde er es vielleicht tun - ist<br />
vielleicht schon dabei, was<br />
weißt denn du?<br />
ich kann ehrlich nachvollziehen,<br />
<strong>in</strong> was für e<strong>in</strong>em chaos<br />
de<strong>in</strong> freund sich bef<strong>in</strong>det... und<br />
er hat leider noch e<strong>in</strong>en harten<br />
weg vor sich. aber solange<br />
er noch nicht bereit ist, sich zu<br />
öffnen oder hilfe von aussen<br />
zuzulassen, kann ihm ke<strong>in</strong>er<br />
wirklich helfen. auch du nicht.<br />
und du solltest dich deswegen<br />
auch nicht unter druck setzen.<br />
an der situation kannst du (ihr)<br />
nichts ändern. ändern kann<br />
nur er etwas, <strong>in</strong>dem er anders<br />
damit umzugehen lernt, wenn<br />
er dazu bereit ist.<br />
rosa<br />
hallo leute!, ich glaube tanjas<br />
lover ist im chat, irre ...<br />
Nanna<br />
In der Tat! Wie abgefahren ist<br />
das denn? Die volle Peilung!<br />
tanja 22<br />
Gestern haben uns se<strong>in</strong>e Eltern<br />
gefragt, ob wir über die Feiertage<br />
und den Jahreswechsel<br />
h<strong>in</strong>aus ihr Häuschen e<strong>in</strong>hüten<br />
könnten - vermutlich für m<strong>in</strong>destens<br />
acht Wochen. Sie hätten<br />
da mal was vor, wir würden<br />
schon verstehen, später.<br />
rosa<br />
aber hallo nochmal! gratulation<br />
ihr glückspilze. spurwechsel<br />
angesagt. kommt besser als<br />
bestens. völlig abgefahren das,<br />
riecht verschärft nach fachkl<strong>in</strong>ik<br />
und langzeittheraphie!<br />
Das TrokkenPresse-Forum<br />
f<strong>in</strong>den Sie im Internet über<br />
www.trokkenpresse.de<br />
Menuepunkte Service / Forum
20 History<br />
An dieser Stelle widmen wir uns Diagnostik und Therapie der Alkoholabhängigkeit aus vergangenen<br />
Jahrhunderten. Wir wollen das nicht wissenschaftlich betreiben, sondern uns e<strong>in</strong>fach <strong>in</strong>teressante,<br />
traurige und lustige Ausschnitte aus den Quellen herausgreifen, die uns zur Verfügung stehen.<br />
E<strong>in</strong>sendungen unserer Leser s<strong>in</strong>d willkommen<br />
Die lange Geschichte des Alkohols<br />
Laut Josef H. Reichholf (2008) geht der<br />
Ackerbau und damit die Sesshaftwerdung<br />
sogar <strong>in</strong> erster L<strong>in</strong>ie aufs Bierbrauen zurück,<br />
da Met, e<strong>in</strong> „Honigwe<strong>in</strong>“, nie ausreichend<br />
zur Verfügung stehen konnte. So f<strong>in</strong>den sich<br />
<strong>in</strong> ägyptischen Schriftrollen der III. Dynastie<br />
sowie auf altmesopotamischen Keilschrifttafeln<br />
H<strong>in</strong>weise auf die Herstellung<br />
alkoholischer Getränke. Auch <strong>in</strong> der Bibel<br />
wird der Alkohol erwähnt, etwa <strong>in</strong> Gen<br />
9,18 LUT.<br />
Biere, später auch We<strong>in</strong>e wurden mit Hilfe<br />
von Wildhefen erzeugt. Meist hatten solche<br />
Alltagsgetränke e<strong>in</strong>en deutlich ger<strong>in</strong>geren<br />
Alkoholgehalt als heute, da die Wildhefen<br />
ab e<strong>in</strong>er bestimmten Alkoholkonzentration<br />
die Umwandlung von Zucker <strong>in</strong> Alkohol<br />
e<strong>in</strong>stellen, weil sie sich ansonsten<br />
selbst vergiften würden. Durch jahrhundertelange<br />
Züchtung tolerieren heutige Kulturhefen<br />
(Saccharomyces cerevisiae) höhere<br />
Ethanolgehalte. Auch <strong>in</strong> diesen alten Zeiten<br />
wurde Alkohol bereits aufgrund se<strong>in</strong>er<br />
berauschenden Wirkung getrunken. So<br />
heisst es <strong>in</strong> e<strong>in</strong>em ägyptischen Text über das<br />
Verhalten junger Männer: „Du verlässt die<br />
Bücher und gehst von Schenke zu Schenke;<br />
der Biergenuss allabendlich, der Biergeruch<br />
verscheucht die Menschen von dir.<br />
In der Antike wurde der We<strong>in</strong> schliesslich<br />
e<strong>in</strong> wesentlicher Bestandteil römischer und<br />
griechischer Kultur. Beide Kulturen bedachten<br />
ihn mit e<strong>in</strong>er eigenen Gottheit:<br />
Bacchus bzw. Dionysos. Ebenso sahen die<br />
Germanen den Met, der ebenfalls zu den<br />
frühesten alkoholischen Getränken gehört,<br />
als Geschenk der Götter an.<br />
Vermutlich wurde im Gebiet der heutigen<br />
Türkei um etwa 1000 n. Chr. die Destillation<br />
von We<strong>in</strong> zur Herstellung hochprozentiger<br />
Branntwe<strong>in</strong>e entwickelt. So war es<br />
möglich, den Spiritus v<strong>in</strong>i (Geist des We<strong>in</strong>es)<br />
aus We<strong>in</strong> herzustellen. In Ostasien<br />
wurden schon früh We<strong>in</strong>e aus Litschi und<br />
Pflaumen hergestellt sowie der Sake, e<strong>in</strong><br />
Tr<strong>in</strong>kerheilanstalt & Co. (6)<br />
warm genossener Reiswe<strong>in</strong>, dessen Herstellungsprozess<br />
dem des Bieres ähnelt.<br />
Während des Dreissigjährigen Krieges stieg<br />
<strong>in</strong> Mitteleuropa der Bedarf an berauschenden<br />
Getränken (Verarmung, Zerrüttung),<br />
während das Angebot stagnierte (Ernteausfälle,<br />
Rückgang des We<strong>in</strong>baus, Unsicherheit<br />
des Transportes). Mit Branntwe<strong>in</strong><br />
konnte dem am leichtesten begegnet werden.<br />
Der Handel, z.T. auch die Produktion<br />
der Spirituosen lagen damals <strong>in</strong> Osteuropa<br />
oft <strong>in</strong> den Händen von Juden, während<br />
ihnen dies <strong>in</strong> Westeuropa teilweise verboten<br />
war.<br />
Mitte des 18. Jahrhunderts vergrösserte sich<br />
mit der Neuen Welt die landwirtschaftlich<br />
nutzbare Fläche des Königreichs England<br />
um e<strong>in</strong> Vielfaches. Dies führte <strong>in</strong> der Folge<br />
zu s<strong>in</strong>kenden Getreidepreisen und e<strong>in</strong>er<br />
damit verbundenen Verarmung der<br />
Unterschicht. Die Überproduktion an Getreide<br />
wurde zum Teil zur Herstellung von<br />
G<strong>in</strong> genutzt, der <strong>in</strong> den Armenvierteln des<br />
Mutterlandes dankbare Abnehmer fand.<br />
Zeitweise kostete e<strong>in</strong>e Kalorie G<strong>in</strong> weniger<br />
als e<strong>in</strong>e Kalorie Brot. In der Folge entwickelte<br />
sich die G<strong>in</strong>-Krise, welche die da-<br />
malige Regierung erst durch e<strong>in</strong>e Reihe von<br />
Gesetzen (hohe Steuern auf G<strong>in</strong>, Erschwerung<br />
des Handels, Ausgabe von Lizenzen für<br />
Händler, etc.) beenden konnte. Erst aus<br />
dieser Zeit f<strong>in</strong>den sich die ersten Schriften,<br />
die sich mit Alkoholabhängigkeit und deren<br />
Folgeerkrankungen beschäftigen. Ebenso<br />
wurde vor diesem H<strong>in</strong>tergrund Alkohol<br />
zum ersten Mal als Ursache für gesellschaftliche<br />
Probleme und Fehlentwicklungen verstanden.<br />
Während sich der Alkoholkonsum Mitte<br />
des 19. Jahrhunderts wieder verr<strong>in</strong>gerte, begann<br />
mit der Industrialisierung wiederum<br />
e<strong>in</strong>e Zeit, <strong>in</strong> der sehr billiger Alkohol auf<br />
breite verarmte Bevölkerungsschichten traf.<br />
Die <strong>in</strong>dustrielle Produktion und die, vor<br />
allem nach dem Zweiten Weltkrieg e<strong>in</strong>setzende,<br />
massive Vermarktung der alkoholischen<br />
Getränke führten zu e<strong>in</strong>em grossen<br />
Überangebot <strong>in</strong> der 1. und 2. Welt. So wurden<br />
die Frauen und seit kurzem die Jugendlichen<br />
zu Zielgruppen der Nachfrage- und<br />
Absatzförderung. Inzwischen zählt man die<br />
alkoholbed<strong>in</strong>gten Schäden zu den Zivilisationskrankheiten.<br />
Quelle: www.gesundheitsfee.ch / Wikipedia
Giftschlangen, falsche Fuffziger<br />
und verstaubte Engel<br />
Menschliche Verhaltensweisen – <strong>in</strong> der Schule und im Betreuten Wohnen<br />
E<strong>in</strong> ganzes Kaleidoskop<br />
menschlicher Verhaltensweisen<br />
hat sich da manchmal aufgetan.<br />
Muss natürlich nicht immer<br />
negativ gesehen werden.<br />
Man kann solchen D<strong>in</strong>gen unter<br />
Umständen auch e<strong>in</strong> paar<br />
positive Seiten abgew<strong>in</strong>nen,<br />
kommt eigentlich immer auf<br />
den Standpunkt des Betrachters<br />
an. Wie <strong>in</strong> der Schule, erste<br />
Klasse, Grundschule, da brachte<br />
doch damals e<strong>in</strong> Typ so e<strong>in</strong><br />
Kaleidoskop mit. „Willste mal<br />
durchgucken?“ „Au ja!“ „Dann<br />
musste beim Durchgucken aber<br />
drehen!“ „ls’ wie Fernsehen.“<br />
„Doll, cool.“ Na, ja, schließlich<br />
drehte die halbe Klasse die<br />
Pappröhrchen vorm Gesicht<br />
und amüsierte sich. So war das<br />
damals jedenfalls –, immerh<strong>in</strong><br />
schon verdammt lange her.<br />
Inzwischen s<strong>in</strong>d wir beim<br />
„Betreuten Wohnen“ gelandet,<br />
so heißt das ja wohl jetzt. Und<br />
das reicht von der schmuddeligen<br />
Unterhose bis zum exklusiven<br />
Zahnersatz und endet<br />
schließlich bei der zwangsläufigen<br />
Kompostierung unter Zuhilfenahme<br />
der dementsprechenden<br />
klassischen Rhythmen.<br />
Na ja, also mit Bösartigkeit<br />
hat das nun überhaupt<br />
nichts zu tun, eher mit Respekt<br />
vor den Übriggebliebenen und<br />
den sollte man nun wahrlich<br />
haben, auch weil man davon<br />
ausgeht, dass Altwerden nicht<br />
unbed<strong>in</strong>gt als e<strong>in</strong> Verdienst anzusehen<br />
ist – jeder Idiot kann<br />
das. Aber so genau will man das<br />
unter Umständen gar nicht wissen,<br />
weil man möglicherweise<br />
die eigene Integrität damit <strong>in</strong><br />
Zweifel ziehen könnte und wer<br />
macht das schon gerne?<br />
„Betreutes Wohnen“, das hört<br />
sich doch wenigstens großartig<br />
an, das hat e<strong>in</strong>en Klang wie<br />
Florence Night<strong>in</strong>gale, „die Frau<br />
mit der Lampe“, als die sie e<strong>in</strong>st<br />
mit Kerzenlicht im Krimkrieg<br />
durch die erbärmlichen Lazarette<br />
geisterte und immerh<strong>in</strong><br />
re<strong>in</strong>e Menschlichkeit anstelle<br />
von Mullb<strong>in</strong>den verteilte. Natürlich<br />
kann niemand der Florence<br />
unterstellen, sie hätte aus<br />
Trokkensatire 21<br />
bl<strong>in</strong>dem Aktionismus so gehandelt.<br />
Hat sie nicht, war<br />
schließlich immer e<strong>in</strong> edles Gespür<br />
e<strong>in</strong>er goldenen Uhrkette<br />
mit im Spiel, an der das ganze<br />
britische Weltreich baumelte.<br />
Soweit haben wir das nie gebracht.<br />
Joachim Seiler<br />
Wir freuen uns, dass uns Joachim<br />
Seiler nach langer Krankheit wieder<br />
Beiträge zusenden kann. In<br />
diesem Beitrag befasst er sich<br />
ausnahmsweise nicht mit dem<br />
Alkoholismus, sondern mit den<br />
Erfahrungen, die er <strong>in</strong> anderen Lebensbereichen<br />
gesammelt hat.<br />
Wie immer, bleibt er auch jetzt der<br />
Satire treu.<br />
Die Redaktion
22 Weihnachtsgeschichte<br />
Wasser zu Weihnachten<br />
E<strong>in</strong>e Geschichte von Irmgard Manno-Kortz<br />
Es war e<strong>in</strong>mal e<strong>in</strong> Mann, der<br />
trank zu viel, aber ke<strong>in</strong> Wasser,<br />
sondern Alkohol, und als<br />
er genug getrunken hatte, verlor<br />
er se<strong>in</strong>e Arbeit, se<strong>in</strong>e Freunde<br />
zogen sich zurück und se<strong>in</strong>e<br />
Frau trennte sich von ihm.<br />
Er wohnte nun ganz alle<strong>in</strong> <strong>in</strong><br />
e<strong>in</strong>em kle<strong>in</strong>en Apartment <strong>in</strong> e<strong>in</strong>em<br />
Hochhaus. Wenn er es<br />
recht bedachte, was er manchmal<br />
tat, hatte er sich se<strong>in</strong><br />
Schicksal zum<strong>in</strong>dest teilweise<br />
selbst zuzuschreiben. Er hätte<br />
<strong>in</strong> se<strong>in</strong>em Zustand se<strong>in</strong>e Arbeit,<br />
die er eigentlich liebte,<br />
zuletzt gar nicht mehr richtig<br />
durchführen können. Er hatte<br />
se<strong>in</strong>e Freunde vielfach enttäuscht<br />
und sich diverse Male<br />
daneben benommen. Und se<strong>in</strong>e<br />
Frau war nicht mehr bereit<br />
gewesen, sich von ihm im Suff<br />
beschimpfen zu lassen und h<strong>in</strong>terher,<br />
wenn er wieder nüchtern<br />
war, se<strong>in</strong>e tränenreichen<br />
Entschuldigungen zu akzeptieren.<br />
Nun war Heiligabend, und<br />
er hatte <strong>in</strong> der Wärmestube am<br />
Potsdamer Platz, <strong>in</strong> der er<br />
manchmal sogar bei der Essenausgabe<br />
half (schließlich war<br />
er ja ke<strong>in</strong> Obdachloser und<br />
wollte sich das Essen nicht<br />
schenken lassen), an der An-<br />
dacht der jungen Pastor<strong>in</strong> teilgenommen.<br />
Er hätte zum<br />
Abendessen da bleiben können,<br />
aber er hatte sich heute so<br />
elend und traurig gefühlt, dass<br />
er alle<strong>in</strong> se<strong>in</strong> wollte, und so war<br />
er nach Hause gegangen.<br />
Als er so dasaß und wartete,<br />
dass es dunkel würde, kl<strong>in</strong>gelte<br />
es plötzlich. Der Mann<br />
erschrak, denn er hatte nicht<br />
mit Besuch gerechnet. Er betätigte<br />
den Türöffner und wartete<br />
e<strong>in</strong>e Weile, aber er hörte<br />
ke<strong>in</strong> Fahrstuhlgeräusch und<br />
auch ke<strong>in</strong>e Schritte im Treppenhaus,<br />
und so öffnete er<br />
schließlich die Tür, um zu sehen,<br />
ob jemand davorstand,<br />
aber da war niemand. Allerd<strong>in</strong>gs<br />
musste jemand da gewesen<br />
se<strong>in</strong>, denn e<strong>in</strong> Päckchen<br />
lag auf der Fußmatte; er wunderte<br />
sich, trug es <strong>in</strong>s Wohnzimmer,<br />
machte Licht, entfernte<br />
das Weihnachtspapier und<br />
riss den Pappkarton auf. Der<br />
Inhalt war enttäuschend, es<br />
war e<strong>in</strong>e kle<strong>in</strong>e Flasche M<strong>in</strong>eralwasser;<br />
dabei lag e<strong>in</strong> Zettel<br />
mit den Worten: „Wasser des<br />
Lebens“. Der Mann war zuerst<br />
verblüfft, dann lachte er ärgerlich<br />
auf und sagte zu sich<br />
selbst: „Da wollte jemand sehr<br />
witzig se<strong>in</strong>.“<br />
Er setzte sich wieder <strong>in</strong> se<strong>in</strong>en<br />
Sessel, aber fast gegen se<strong>in</strong>en<br />
Willen begann er darüber<br />
nachzudenken, wer ihm diesen<br />
albernen Streich gespielt hatte.<br />
Als Erste fiel ihm die junge<br />
Pastor<strong>in</strong> e<strong>in</strong>, die es vielleicht<br />
gut geme<strong>in</strong>t und nun mit dem<br />
Bibelwort ihren Rat etwas geschmacklos<br />
ausgedrückt hatte.<br />
Wenigstens das wollte er ihr<br />
sagen. Er griff zum Telefon,<br />
wählte ihre Handynummer<br />
und meldete sich.<br />
Sie war so erfreut über se<strong>in</strong>en<br />
Anruf, dass sie ihn gar<br />
nicht zu Wort kommen ließ.<br />
„Wie lieb, dass Sie sich melden!<br />
Ich hatte mir schon solche<br />
Sorgen um Sie gemacht,<br />
als Sie vorh<strong>in</strong> so schnell weg<br />
waren! Nun b<strong>in</strong> ich wirklich erleichtert,<br />
denn, wissen Sie, mir<br />
liegt viel an Ihnen.“<br />
Der Mann hatte nie darüber<br />
nachgedacht, dass er für die<br />
Pastor<strong>in</strong> mehr se<strong>in</strong> könne als<br />
e<strong>in</strong> anonymer Klient, und das<br />
sagte er ihr.<br />
„Aber ne<strong>in</strong>!“, rief die Frau.<br />
„E<strong>in</strong> Mensch ist so wertvoll, es<br />
gibt überhaupt nichts, was<br />
wertvoller wäre. Jeder Mensch<br />
trägt das Bild Gottes <strong>in</strong> sich,<br />
und das muss auch Ihnen bewusst<br />
se<strong>in</strong>.“<br />
„Ich wollte Ihnen für Ihr<br />
Geschenk danken. Taktvoll<br />
war es gerade nicht.“<br />
Die junge Frau verstand<br />
zunächst nicht, was der Mann<br />
me<strong>in</strong>te, aber dann erklärte sie<br />
energisch, mit diesem dummen<br />
Scherz nichts zu tun zu haben.<br />
Als das Gespräch zu Ende<br />
war, verspürte der Mann e<strong>in</strong><br />
leises Gefühl <strong>in</strong>nerer Freude.<br />
Es gab also jemanden, der <strong>in</strong><br />
ihm noch e<strong>in</strong>en Wert sah. Das<br />
tat gut.<br />
Doch das Rätsel um das Geschenk<br />
war damit nicht gelöst.<br />
Als Nächstes suchte der Mann<br />
aus dem Telefonbuch die Nummer<br />
e<strong>in</strong>es ehemaligen Arbeitskollegen<br />
heraus, mit dem er<br />
sich früher immer gut verstanden<br />
hatte. Der Kollege freute<br />
sich sehr über den Anruf.<br />
„Das ist toll, dass du dich<br />
gerade heute meldest! Du hast<br />
de<strong>in</strong>e alten Freunde also doch<br />
nicht ganz vergessen!“, rief<br />
er. „Frohe Weihnachten! Mir<br />
sche<strong>in</strong>t, wenn du dich meldest,<br />
geht es dir wieder besser. Ach,<br />
das ist super. Du hast uns allen<br />
so gefehlt. Wir haben oft von<br />
dir gesprochen und uns gewünscht,<br />
alles wäre so wie früher.“<br />
Als der Mann schließlich zu<br />
Wort kam und nach dem Geschenk<br />
fragte, lachte der Arbeitskollege<br />
und versicherte,<br />
nichts damit zu tun zu haben.<br />
„Aber wenn du willst, kannst<br />
du morgen gern zum Kaffee zu<br />
uns kommen“, fügte er h<strong>in</strong>zu.<br />
Me<strong>in</strong>e Frau hat jede Menge Kuchen<br />
da.<br />
Der Mann war so überrascht,<br />
dass er sofort zusagte. Als er den<br />
Hörer aufgelegt hatte, fühlte er<br />
sich ganz gerührt. Die alten<br />
Freunde hatten ihn nicht vergessen!<br />
Gab es vielleicht doch<br />
noch Hoffnung auf e<strong>in</strong>e Umkehr?<br />
Nun fiel ihm nur noch se<strong>in</strong>e<br />
Frau als Ursache für das<br />
Geschenk e<strong>in</strong>. Er wählte ihre<br />
Nummer und hätte den Hörer<br />
fast wieder aufgelegt, so lange<br />
dauerte es, bis sie abnahm.<br />
Ihre Stimme klang verwe<strong>in</strong>t,<br />
das konnte er deutlich wahrnehmen.<br />
Als sie hörte, dass er<br />
Foto: cm11 / photocase.com
es war, der anrief, f<strong>in</strong>g sie so<br />
bitterlich an zu we<strong>in</strong>en, dass es<br />
ihm das Herz zuschnürte. Bevor<br />
er se<strong>in</strong> Anliegen erklären<br />
konnte, musste er sie trösten<br />
und beruhigen.<br />
„Du fehlst mir so schrecklich“,<br />
klagte sie. „Ich kann ohne<br />
dich nicht glücklich werden.<br />
Du bist die große Liebe me<strong>in</strong>es<br />
Lebens. Bitte hör doch auf<br />
zu tr<strong>in</strong>ken und lass uns e<strong>in</strong>en<br />
neuen Anfang machen! Dass<br />
du mich heute anrufst, gibt mir<br />
Hoffnung, denn das hättest du<br />
nicht getan, wenn ich dir nichts<br />
mehr bedeuten würde. Bitte<br />
sag, dass du es noch e<strong>in</strong>mal<br />
versuchst!“<br />
Vor se<strong>in</strong>em <strong>in</strong>neren Auge<br />
ließ der Mann die glücklichen<br />
ersten Jahre ihrer Ehe vorüberziehen.<br />
Würde er die Kraft für<br />
e<strong>in</strong>e Umkehr f<strong>in</strong>den? Würde er<br />
standhaft se<strong>in</strong> und Hilfe akzeptieren<br />
können? In diesem Moment<br />
schien es ihm, als wäre es<br />
der Mühe wert.<br />
„Wenn du zu mir hältst, will<br />
ich es wagen, sagte er. Übri-<br />
Sich entscheiden ist hier gefragt<br />
gens, hast du mir heute e<strong>in</strong> Geschenk<br />
gebracht?“<br />
„Ne<strong>in</strong>, aber wenn du demnächst<br />
kommst, - nüchtern! -<br />
wirst du e<strong>in</strong> Geschenk von unserem<br />
Sohn kriegen. Der Klei-<br />
ne hat e<strong>in</strong> großes Bild für dich<br />
gemalt und wünscht sich nur,<br />
dass er es dir geben kann.“<br />
Der Mann legte den Hörer<br />
auf und dachte nach. Wer ihm<br />
das seltsame Geschenk ge-<br />
Weihnachtsgeschichte 23<br />
bracht hatte, das würde er wohl<br />
nie herausf<strong>in</strong>den. Aber das<br />
wahre Wasser des Lebens, das<br />
klare Wasser, hatte auch se<strong>in</strong>e<br />
Gedanken klar werden lassen.<br />
Das Wasser des Lebens war<br />
nicht das buchstäbliche Wasser.<br />
Das waren die Wertschätzung,<br />
die Freundschaft und die<br />
Liebe der Menschen, die ihm<br />
etwas bedeuteten. Diese Menschen<br />
würden ihm ab jetzt<br />
wichtiger se<strong>in</strong> als der Alkohol,<br />
das nahm er sich fest vor.<br />
Durch die Gespräche hatte er<br />
erkannt, dass jetzt noch Zeit<br />
war, das gute Verhältnis von<br />
früher zu erneuern. Noch war<br />
es nicht zu spät. Der Weg zu<br />
se<strong>in</strong>en Mitmenschen lag offen<br />
vor ihm. Auch wenn es schwer<br />
werden würde, der Mann war<br />
nun fest entschlossen, diesen<br />
Weg zu gehen.<br />
E<strong>in</strong>e weitere Geschichte von<br />
Irmgard Manno-Kortz f<strong>in</strong>den Sie<br />
auch im „Tr<strong>in</strong>kermärchenbuch“<br />
Foto: Ka Di / photocase.com
24 Gerichte & Gedichte<br />
Weihnachtsküche: Es muss ja<br />
nicht immer Gans se<strong>in</strong><br />
Clemens von Brentano soll e<strong>in</strong>mal gesagt haben, e<strong>in</strong>e<br />
übergroße Gänseleber, mag sie auch noch so gut schmecken,<br />
setze doch immer e<strong>in</strong>e kranke Gans voraus. Und ist<br />
die heilige Gans erst e<strong>in</strong>mal misslungen, folgt schnell e<strong>in</strong><br />
Streit mit der Familienköch<strong>in</strong> und die Weihnachtstimmung<br />
ist dah<strong>in</strong>. Um solche Fettnäpfchen zu umgehen, hat sich<br />
unser Koch tapfer dazu entschieden, schlicht Wirs<strong>in</strong>g-<br />
Fischrouladen zum Fest zu servieren.<br />
Wirs<strong>in</strong>g- Fischrouladen<br />
(4 Personen)<br />
Wirs<strong>in</strong>gblätter s<strong>in</strong>d schön, gross,<br />
fest und lassen sich leicht verarbeiten.<br />
Beim Fisch denke ich an<br />
Seelachsfilets. Es geht auch mit<br />
schon anderem ähnlichen, selbst<br />
tiefgefrorenen Fisch. Je dünner<br />
und breiter, desto besser.<br />
Zutaten<br />
1 Wirs<strong>in</strong>gkopf frisch und kräftig<br />
8 Fischfilets<br />
Für die Füllung<br />
4 bis 5 verschiedene Genüse, wie<br />
Zwiebel, Fenchel, Karotte, Paprika<br />
verschiedener Farben, Tomate<br />
ca. 8 EL Hirse<br />
1 TL Kräutersalz<br />
1 TL Thymianpulver<br />
1 TL Bohnenkrautpulver<br />
1 TL Kümmelpulver<br />
1 Messerspitze Chilipulver<br />
1 EL gehackte Petersilie<br />
6 EL Olivenöl extra nativ „Kolimvari“<br />
1-2 TL frisch gepresste<br />
Zitronensaft<br />
Für die Sauce<br />
Saft e<strong>in</strong>er Zitrone<br />
2-3 frische Eier<br />
Zubereitung<br />
Die äußeren Wirs<strong>in</strong>gblätter, die<br />
mitunter befallen und nicht so<br />
knackig s<strong>in</strong>d, wegschmeissen<br />
und e<strong>in</strong>ige Blätter für die Rouladen<br />
aufheben. Je nach Größe<br />
kann ich 1 oder 1,5 Blätter pro<br />
Roulade rechnen. Wenn ich für<br />
die ganze Mischpoke kochen<br />
muss, kann ich den ganzen Kopf<br />
(Wirs<strong>in</strong>g) <strong>in</strong>s kochende, gesalzene<br />
Wasser geben und 5 M<strong>in</strong>uten<br />
kochen. Sonst nur die abgenommene<br />
Blätter kochen. Aus<br />
dem Wasser fischen und liegen<br />
lassen. Den Sud bitte aufbewahren,<br />
er ist wichtig.<br />
Weihnachten<br />
Kauft ihr Leute kauft geschw<strong>in</strong>d,<br />
das Christk<strong>in</strong>d ist <strong>in</strong> Sicht,<br />
wer jetzt nicht kauft,<br />
dem ist nicht mehr zu helfen,<br />
der ist bestimmt ke<strong>in</strong> guter Christ<br />
Der hohe Christbaum schmückt<br />
die gute Stube<br />
und <strong>in</strong> der Krippe liegt das K<strong>in</strong>d.<br />
Im Kaufhaus drängen sich die Leute,<br />
als wenn es Morgen nichts<br />
zu kaufen gibt<br />
E<strong>in</strong> jeder schenkt was<br />
niemand braucht<br />
und <strong>in</strong> der,Bank s<strong>in</strong>gt man e<strong>in</strong> Lied<br />
dass wir sollen hoffen, sollen glauben,<br />
denn wir haben noch Kredit<br />
Für die Füllung das Gemüse<br />
fe<strong>in</strong>hacken und mit den anderen<br />
Zutaten <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er Schale mischen,<br />
zur Seite stellen. E<strong>in</strong> Teil von<br />
den 5 verschiedenen Gemüsesorten<br />
gebe ich <strong>in</strong> den Wirs<strong>in</strong>gsud<br />
und lasse ihn10 M<strong>in</strong>uten<br />
kochen, um e<strong>in</strong>en fe<strong>in</strong>en Geschmack<br />
zu bekommen.<br />
Fischfilets frisch oder aufgetaut<br />
abwaschen, abtropfen und <strong>in</strong><br />
stabiler Folie e<strong>in</strong>geschlagen. Mit<br />
e<strong>in</strong>em schweren Gegenstand<br />
(Topf), wie Schnitzel kloppen,<br />
damit sie dünner und breiter werden.<br />
Mit Kräutersalz bestreuen<br />
und zur Seite stellen.<br />
Wirs<strong>in</strong>g, Fischfilet und dann die<br />
entsprechenden Füllungsmenge<br />
nehmen und Rouladen basteln,<br />
sodass die Seiten geschlossen<br />
s<strong>in</strong>d. Aber Vorsicht! Nicht zu fest<br />
rollen, die Hirse braucht Platz<br />
zum Quellen. Ich deponiere die<br />
Rouladen vorsichtig <strong>in</strong> e<strong>in</strong>em<br />
Kochtopf nebene<strong>in</strong>ander, damit<br />
sie beim Kochen nicht ause<strong>in</strong>ander<br />
quellen. Rouladen mit dem<br />
Sud übergiessen und daran denken,<br />
dass die Hirse m<strong>in</strong>destens das<br />
Dreifache ihrer Menge braucht<br />
und noch genügend Sud für die<br />
Sauce danach benötigt wird. Ich<br />
lege e<strong>in</strong>en Teller auf die Rouladen<br />
und lasse sie 15 bis 20 M<strong>in</strong>uten<br />
köcheln. Vom Herd nehmen<br />
und 15 M<strong>in</strong>uten ruhen lassen.<br />
Die Rouladen vorsichtig auf e<strong>in</strong>e<br />
vorgewärmte Platte packen. Bei<br />
ger<strong>in</strong>ger Hitze mit dem Mixer<br />
oder Schneebesen solange schlagen,<br />
bis e<strong>in</strong>e fe<strong>in</strong>e Sauce entsteht.<br />
Auf die Rouladen kippen<br />
und servieren. Guten Appetit!<br />
Quarkspeise mit Mandar<strong>in</strong>en<br />
und Mandeln<br />
Zutaten<br />
500g Magerquark<br />
2 EL Zucker<br />
1 Paket Vanillezucker<br />
1 Dose Mandar<strong>in</strong>e(n)<br />
3 EL Mandeln, gehackt<br />
200 ml Milch<br />
Zubereitung<br />
Mandar<strong>in</strong>en abschütten und gut<br />
abtropfen lassen. Quark mit<br />
Milch, Zucker und Vanillezucker<br />
gründlich verrühren, bis<br />
sich der Zucker völlig aufgelöst<br />
hat. Dann den größten Teil der<br />
Mandeln unterheben und zum<br />
Schluss die Mandar<strong>in</strong>en – bis<br />
auf e<strong>in</strong>en kle<strong>in</strong>en Rest – zugeben.Mit<br />
den restlichen Mandar<strong>in</strong>en<br />
und Mandeln die f<strong>in</strong>ale<br />
Dekoration gestalten.<br />
HGN<br />
Wir kaufen Gold und auch Brillanten<br />
und auf der Straße we<strong>in</strong>t e<strong>in</strong> K<strong>in</strong>d,<br />
weil se<strong>in</strong>e Mutter es vergessen,<br />
als sie den wahren Glauben<br />
suchen g<strong>in</strong>g<br />
So warten wir denn auf Erlösung,<br />
so wie wir’s tun <strong>in</strong> jedem Jahr<br />
und warten wieder nur vergebens<br />
und darum kaufen wir,<br />
was – ist egal<br />
Und <strong>in</strong> den Kirchen läuten<br />
schon die Glocken<br />
und jemand spricht von Liebe,<br />
die es gibt<br />
und vom Erlöser und vom Hoffen<br />
und <strong>in</strong> Bethlehem – ist wieder Krieg<br />
Rolf Balschun<br />
Zeichnung: HGN
Märchenautor<strong>in</strong> im Cafe Q43<br />
(K) E<strong>in</strong> W<strong>in</strong>termärchen!<br />
Präsentation des Tr<strong>in</strong>kermärchenbuches<br />
im Berl<strong>in</strong>er Café Q 43<br />
Der TrokkenPresse Verlag hatte<br />
aufgerufen, selbstgeschriebene<br />
Märchen für e<strong>in</strong> Tr<strong>in</strong>kermärchenbuch<br />
zu schreiben und<br />
e<strong>in</strong>zusenden. Die Resonanz war<br />
mehr als überraschend. Mit der<br />
Zahl von <strong>in</strong>sgesamt 70 E<strong>in</strong>sendungen<br />
hatte man wirklich<br />
nicht gerechnet. Wie schon dem<br />
letzten <strong>TP</strong>-Newsletter zu entnehmen<br />
war, fiel die Auswahl<br />
entsprechend schwer. Recht-<br />
zeitig zur Vorweihnachtszeit<br />
erschien also das dritte Buch<br />
des TrokkenPresse Verlages<br />
mit 18 Märchen und Geschichten<br />
sowie Zeichnungen von<br />
Wolfgang Hille.<br />
Am 2. Adventssonntag wurde<br />
das Buch im alkoholfreien<br />
Café Q 43 <strong>in</strong> Berl<strong>in</strong>-Tempelhof<br />
zum ersten Mal im Rahmen<br />
e<strong>in</strong>er Lesung vorgestellt. Fünf<br />
Autoren und e<strong>in</strong>e Autor<strong>in</strong> hatten<br />
sich bereit erklärt, jeweils<br />
ihren Beitrag aus dem Buch der<br />
Öffentlichkeit vorzustellen und<br />
vorzulesen.<br />
In vorweihnachtlich gemütlicher<br />
Atmosphäre wurden den<br />
Zuhörern ganz unterschiedliche<br />
Märchen vorgestellt. Die<br />
Texte be<strong>in</strong>halten teilweise autobiografische<br />
Erlebnisse, die <strong>in</strong>dividuell<br />
aufgearbeitet wurden<br />
und nun <strong>in</strong> e<strong>in</strong>em ebenso fantasievollem,<br />
wie märchenhaftem<br />
Rahmen stehen. Deshalb<br />
decken die unterschiedlichen<br />
Texte thematisch auch e<strong>in</strong> ganzes<br />
Tr<strong>in</strong>kerleben und das (abst<strong>in</strong>ente)<br />
Leben danach ab:<br />
Bücher 25<br />
Von der Verführung, der Verirrung,<br />
dem großen Rausch, dem<br />
Katzenjammer, dem Verlust,<br />
der Trauer, der Vergebung bis<br />
h<strong>in</strong> zur Wiedererlangung e<strong>in</strong>es<br />
s<strong>in</strong>nhaften Lebens jenseits<br />
der Sucht. Bei aller Verschiedenheit<br />
<strong>in</strong> Sprache und Sichtweise<br />
auf das Thema Alkoholismus<br />
wurde wieder e<strong>in</strong>mal<br />
klar, welch Potenzial zum Geschichtenerzählen<br />
<strong>in</strong> so manchem/mancher<br />
abst<strong>in</strong>enten Alkoholiker/<strong>in</strong><br />
steckt. E<strong>in</strong>e ebenso<br />
spannende wie unterhaltsame<br />
Idee mit e<strong>in</strong>er Suchterkrankung<br />
umzugehen.<br />
Das märchenhafte Taschenbuch<br />
ist über den Verlag und<br />
über den Buchhandel zum (Julklapp?-)<br />
Preis von 10,00 Euro<br />
zu beziehen und unbed<strong>in</strong>gt als<br />
Geschenk zum Fest zu empfehlen!<br />
Klaus Kl<strong>in</strong>genbach<br />
Foto: Klaus Kl<strong>in</strong>genbach
26 Bücher<br />
Peter Böttcher<br />
„Trocken, und<br />
nicht verdurstet“<br />
Hans-Jürgen Schwebke<br />
Bevor ich im Mai 2004 aus der<br />
Fontane-Kl<strong>in</strong>ik entlassen wurde,<br />
habe ich mich <strong>in</strong> der Kl<strong>in</strong>ikvollversammlung<br />
mit Worten<br />
von Thomas Mann, geschrieben<br />
1906 <strong>in</strong> e<strong>in</strong>em kle<strong>in</strong>en<br />
Aufsatz „Über Alkohol“, verabschiedet:<br />
„Stimmung ist nicht<br />
Betrunkenheit.<br />
Stimmung ist<br />
Ausgeschlafenheit, Frische,<br />
tägliche Arbeit,<br />
Spazierengehen, re<strong>in</strong>e Luft,<br />
wenig Menschen, gute Bücher,<br />
Friede, Friede…“<br />
TIPP<br />
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Und weiter: „Wie weit ich<br />
auf diesem Weg <strong>in</strong> e<strong>in</strong> Leben<br />
<strong>in</strong> Abst<strong>in</strong>enz gekommen b<strong>in</strong>,<br />
wird sich schon <strong>in</strong> der Abschiedswoche<br />
zeigen… Danke<br />
für die neue Weichenstellung<br />
und den Richtungswechsel auf<br />
diesem Weg <strong>in</strong> me<strong>in</strong>em Leben.<br />
Euch und mir Zuversicht,<br />
Kraft, Mut aber auch – oder<br />
lieber und – Spaß und Freude<br />
bei diesem Vorhaben.“ Mich<br />
plagte die Frage, ob und wie<br />
ich den Weg <strong>in</strong> die dauerhafte<br />
Abst<strong>in</strong>enz f<strong>in</strong>den würde, war<br />
ich damals doch h<strong>in</strong> und her<br />
gerissen zwischen Hoffnung<br />
und Zweifel und <strong>in</strong> völliger<br />
Unkenntnis, wie denn e<strong>in</strong> Leben<br />
ohne Alkohol aussehen<br />
könnte.<br />
Der Autor Peter Böttcher,<br />
Journalist, beendete eben mit<br />
dieser Fragestellung se<strong>in</strong> erstes<br />
Buch „Trockenzeit“ (2006).<br />
Nach dreizehn Jahren eigener<br />
Trockenheit gibt er Antworten<br />
<strong>in</strong> se<strong>in</strong>em zweiten Buch. E<strong>in</strong><br />
Buch von e<strong>in</strong>em Betroffenen<br />
für Betroffene, die mitunter<br />
ebenso unsicher <strong>in</strong> die Zukunft<br />
blickten. Und immer wieder die<br />
Frage: Wie kann man auf Dauer<br />
ohne Alkohol leben? Dazu<br />
befragt der Autor ehemalige<br />
Mitpatienten, Ärzte und Therapeuten.<br />
Zu f<strong>in</strong>den s<strong>in</strong>d unterschiedlicheLebensgeschichten,<br />
Denkanstöße und Erfahrungen.<br />
Patentlösungen sucht<br />
man erfreulicherweise vergebens,<br />
wenn auch der Drang<br />
von Betroffenen danach verständlich<br />
ist.<br />
Da ist die Geschichte von<br />
Günthers Flug <strong>in</strong> die Freiheit.<br />
Günther, Polizist, der nach der<br />
Therapie se<strong>in</strong>em Leben wieder<br />
e<strong>in</strong>en S<strong>in</strong>n gibt, weil er sich<br />
se<strong>in</strong>en Traum vom Fliegen verwirklichen<br />
kann. Die Zulassungskommission<br />
erteilt ihm,<br />
dem trockenen Tr<strong>in</strong>ker, die<br />
Fluglizenz. Für Günther e<strong>in</strong><br />
Grund mehr, nüchtern zu bleiben.<br />
Spannend und anrührend<br />
zugleich die Lebensbeichte des<br />
Chefarztes e<strong>in</strong>er Suchtkl<strong>in</strong>ik,<br />
der jahrelang e<strong>in</strong> Doppelleben<br />
als Süchtiger führte. Auf e<strong>in</strong>em<br />
Flughafen beobachtete er drei<br />
junge Männer, die gelassen<br />
und frei ihre Getränke wählten.<br />
Er hatte nur e<strong>in</strong>e Wahlmöglichkeit<br />
– den Alkohol.<br />
Fred, Förster <strong>in</strong> vierter Generation,<br />
hört wieder die Vögel<br />
s<strong>in</strong>gen. Er vernahm, dass auf<br />
ihn Wetten abgeschlossen worden<br />
seien, wie lange er es ohne<br />
Alkohol aushalten würde. „Der<br />
Tr<strong>in</strong>ker als geeignetes Wettobjekt“,<br />
unvorstellbar!<br />
Wie e<strong>in</strong> roter Faden zieht<br />
sich die Feststellung durch das<br />
ganze Buch, dass e<strong>in</strong> Tr<strong>in</strong>ker<br />
e<strong>in</strong> ganz normaler Mensch ist<br />
»und es selbst <strong>in</strong> den schlimmsten<br />
Phasen se<strong>in</strong>er Sucht bleibt«.<br />
Amüsant und doch mit der gebotenen<br />
Ernsthaftigkeit schildert<br />
der Autor die unzähligen,<br />
Jahrzehnte währenden Suchtforschungen,<br />
deren Ergebnisse<br />
den Betroffenen die stille Hoffnung<br />
geben können, dass Wunderpillen<br />
gegen die Versuchung<br />
Alkohol oder als Bremse für<br />
maßvolles Tr<strong>in</strong>ken das Licht<br />
der Welt erblicken. Würmer,<br />
Fruchtfliegen und Mäuse s<strong>in</strong>d<br />
ke<strong>in</strong>e Menschen. So bleiben die<br />
Veränderungsarbeit des Betroffenen<br />
selbst und „die Hauptlast<br />
des Therapeuten, den Abhängigen<br />
das geistige Handwerkszeug<br />
zu liefern, dauerhaft trocken<br />
zu bleiben.“<br />
Der Feststellung des Autors,<br />
der aus eigenem Erfahrungsschatz<br />
schreibt, dass derjenige,<br />
der »dem Tr<strong>in</strong>ken nicht mit aller<br />
Konsequenz E<strong>in</strong>halt gebietet,<br />
se<strong>in</strong>em Leben schlimmstenfalls<br />
viel zu früh e<strong>in</strong> Ende<br />
setzt« kann ich aus me<strong>in</strong>er beruflichen<br />
Tätigkeit nur zustimmen.<br />
Im Kapitel „Das Rätsel um<br />
e<strong>in</strong>en Rückfall aus heiterem<br />
Himmel“ f<strong>in</strong>den sich zahlreiche<br />
Denkanstöße für die Vorbeugung<br />
und Bearbeitung e<strong>in</strong>es<br />
Rückfalls und es kann durchaus<br />
für das Rückfallpräventionstra<strong>in</strong><strong>in</strong>g“<br />
(RPT) von Nutzen<br />
se<strong>in</strong>.<br />
Den Alkoholkranken gebührt<br />
Verständnis, auch wenn<br />
sie bei der Bewältigung ihrer<br />
Sucht scheitern können. Ulf,<br />
dem Versicherungsvertreter<br />
oder Christoph, dem Landwirt<br />
widmet Böttcher die letzten<br />
Seiten se<strong>in</strong>es Buches statt e<strong>in</strong>es<br />
Nachwortes Nachrufe.<br />
Ich schätze sehr, dass der<br />
Autor auf die besonders drastische<br />
Form der Darstellung<br />
se<strong>in</strong>es Schicksals sowie das der<br />
Weggefährten verzichtet. Stattdessen<br />
werden die Beobachtungen<br />
sensibel und unspektakulär<br />
erzählt.<br />
Für mich war das Buch e<strong>in</strong>e<br />
Bestätigung der eigenen Erfahrung,<br />
dass für e<strong>in</strong>en Tr<strong>in</strong>ker<br />
das Thema Alkohol auch bei<br />
anhaltender Abst<strong>in</strong>enz immer<br />
e<strong>in</strong> Thema bleibt.<br />
Peter Böttcher macht „Betroffenen<br />
Mut und regt zur<br />
offenen Selbstanalyse“ an. Er<br />
beschreibt das Leid der Angehörigen<br />
und macht <strong>in</strong> bee<strong>in</strong>druckender<br />
Weise zugleich<br />
deutlich, dass viele trockene<br />
Alkoholiker die Bewältigung<br />
ihrer Sucht <strong>in</strong> entscheidendem<br />
Maße auch ihren engsten Angehörigen<br />
verdanken.<br />
Therapeuten werden e<strong>in</strong>en<br />
Gew<strong>in</strong>n beim Lesen der Berichte<br />
der Betroffenen über ihre<br />
Sucht und die Begegnungen<br />
der Süchtigen mit Therapeuten<br />
haben. Dr. Johannes L<strong>in</strong>denmeyer,<br />
Direktor der salus kl<strong>in</strong>ik<br />
<strong>in</strong> L<strong>in</strong>dow, Brandenburg,<br />
„macht beklommen, wie ideologisch<br />
fixiert und gefühllos<br />
Suchttherapeuten auf Betroffene<br />
wirken können. Gnädiger<br />
weise (so L<strong>in</strong>denmeyer im Vorwort<br />
zum Buch) beschreibt der<br />
Autor aber auch die Erfahrungen<br />
von hilfreichen und<br />
menschlichen Begegnungen<br />
mit Therapeuten.“<br />
E<strong>in</strong> Buch, das lesenswert ist,<br />
ke<strong>in</strong> Ratgeber se<strong>in</strong> will und<br />
doch viele Denkanstöße gibt<br />
sowie auch e<strong>in</strong> Mehr an Verständnis<br />
für diese Krankheit<br />
erzeugt.<br />
„Trocken, und nicht verdurstet“<br />
von Peter Böttcher<br />
2010, Verlag edition w<strong>in</strong>terwork,<br />
218 S., pb.,17,50 Euro
Jack Kerouac<br />
„On the road“<br />
von Wolfgang Hille<br />
Es ist e<strong>in</strong> berühmtes Buch, das<br />
40 Jahre nach dem Tod des<br />
Verfassers zum ersten Mal im<br />
Orig<strong>in</strong>al ersche<strong>in</strong>t.<br />
Um den Fluss des Schreibens<br />
nicht unnötig zu stören,<br />
hatte Kerouac die Schreibmasch<strong>in</strong>enseiten<br />
zu e<strong>in</strong>er ca.<br />
40 m langen Rolle zusammengeklebt<br />
und so <strong>in</strong> die Masch<strong>in</strong>e<br />
e<strong>in</strong>geführt. Auf ihr schrieb<br />
er <strong>in</strong> 30 Tagen se<strong>in</strong>en Text <strong>in</strong><br />
dem von ihm „spontaneous<br />
Gegen den Strich<br />
prose“ genannten, nach se<strong>in</strong>en<br />
Vorbildern James Joyce und<br />
Charlie Parker gebildeten Stil.<br />
E<strong>in</strong>en Stil, der se<strong>in</strong>em Wunsch<br />
gemäß gleich den Improvisationen<br />
des Bebop e<strong>in</strong>en ununterbrochenen<br />
Fluss von Worten<br />
und Sätzen bilden sollte. Dazu<br />
ließ er alles an Kapiteln und<br />
Absätzen fort und suchte die<br />
Personen, ihre Handlungen und<br />
sich selbst wie aus der Wirklichkeit<br />
gegriffen zu schildern.<br />
Alles so pur und unverstellt<br />
wie nur möglich, ohne Scheu.<br />
Doch er fand zunächst ke<strong>in</strong>en<br />
Verleger, der se<strong>in</strong> Manuskript<br />
ohne <strong>in</strong>haltliche wie formale<br />
Änderungen akzeptieren<br />
wollte. So wurde der Text <strong>in</strong><br />
fünf Bücher untergliedert, Absätze<br />
wurden e<strong>in</strong>gefügt. Die<br />
Klarnamen von Vorbildern aus<br />
der Wirklichkeit, die Kerouac<br />
für den Roman übernommen<br />
hatte, wurden geändert. Aber<br />
auch die Sprache wurde schon<br />
mit dem ersten Satz beg<strong>in</strong>nend,<br />
geglättet und gekürzt. Aus “I<br />
first met met Neal no long after<br />
my father died ...” wurde “I first<br />
met Dean no long after my wife<br />
and I split up”.<br />
Die Veröffentlichung des<br />
Romans machte Kerouac mit<br />
e<strong>in</strong>em Schlag berühmt, jedoch<br />
ohne ihm Glück zu br<strong>in</strong>gen.<br />
Denn jene USA, die er auf se<strong>in</strong>em<br />
träumerischen Weg gen<br />
Westen gesucht hatte, gab es<br />
nicht, auch nicht <strong>in</strong> der vorgeblichen<br />
Wildheit des „Underground“<br />
von Rauschgift, Mädchen<br />
und Alkohol.Dies war nur<br />
Klischee. Ebenso wie die von<br />
ihm gesuchte Freiheit es anderswo<br />
war, ob <strong>in</strong> Mexiko, <strong>in</strong><br />
Marokko oder <strong>in</strong> Paris. Den<br />
Halt, den ihm das Schreiben,<br />
se<strong>in</strong>e Freunde, Ehe und Herkunftsfamilie<br />
boten, war zu ger<strong>in</strong>g,<br />
um ihn zu retten.<br />
Kerouac, der schon mit 19<br />
Jahren bei der Mar<strong>in</strong>e die Diagnose<br />
paranoide Schizophrenie<br />
erhalten hatte, starb 1969<br />
an Alkohol. Er wurde 47 Jahre<br />
alt.<br />
Was er an Erzählkunst h<strong>in</strong>terließ,<br />
machte se<strong>in</strong>e Bücher zu<br />
den <strong>in</strong>teressantesten der USA.<br />
E<strong>in</strong> Typ von Schriftsteller, welchen<br />
ich bei uns bis heute vermisse.<br />
Alle<strong>in</strong> bei Wolfgang Borchert,<br />
den man längst der Vergessenheit<br />
hat anheimfallen<br />
lassen, hätte ich Vergleichbares<br />
f<strong>in</strong>den können.<br />
Die US-amerikanische und<br />
die englische Ausgabe des Bu-<br />
Bücher 27<br />
ches geben wie es sche<strong>in</strong>t e<strong>in</strong>e<br />
korrekte Fassung des Orig<strong>in</strong>almanuskriptes<br />
ab. Die deutsche<br />
Fassung fällt dagegen <strong>in</strong><br />
schlimmer Weise h<strong>in</strong>ter das<br />
Orig<strong>in</strong>al zurück. Sie wiederholt<br />
die Gliederung des Textes<br />
<strong>in</strong> fünf Bücher und versucht<br />
die Brüche des vorgefundenen<br />
Manuskriptes zu glätten, den<br />
mühelosen Stil Kerouacs <strong>in</strong> e<strong>in</strong>e<br />
artig angepasste Sprache zu<br />
übersetzen, die schon mit dem<br />
Anfang des ersten Satzes des<br />
Buches beg<strong>in</strong>nt, der nun statt<br />
„I first met met Neal ...“ – „Ich<br />
traf Neal ...“ lautet. Von Rowohlt<br />
hätte man auch erwarten<br />
können, e<strong>in</strong>e Monografie<br />
Kerouacs herauszugeben. Stattdessen<br />
serviert er uns dieses<br />
eher misslungene Buch zu e<strong>in</strong>em<br />
stattlichen Preis.<br />
„On the Road“, von Jack Kerouac<br />
Urfassung, Übersetzung von Ulrich<br />
Blumenbach, Rowohlt Verlag,<br />
574 S., 24,95 Euro<br />
Heiko Gliesche-Neumann
28 Leserbriefe<br />
Die Redaktion behält sich vor,<br />
Leserbriefe zu kürzen.<br />
Zu TrokkenPresse<br />
Nr. 4<br />
Sexualität & Alkohol<br />
Genesung von Sex-und<br />
Liebessucht<br />
Vielen Dank für die Trokken-<br />
Presse „Sexualität & Alkohol“.<br />
Der Artikel von Herrn Salloch-<br />
Vogel, me<strong>in</strong> ehemaliger ambulanter<br />
Therapeut, und die Artikelüberschrift<br />
„Ich würde als<br />
Erstes immer die Selbsthilfegruppe<br />
empfehlen.“ von Herrn<br />
Dr. Fliegel haben mir Mut gemacht,<br />
was von mir als Betroffenem<br />
zu schreiben.<br />
Hallo, ich b<strong>in</strong> Alkoholiker,<br />
männlich, süchtig, Messie und<br />
skizziere hier me<strong>in</strong>en Genesungsweg.<br />
Als 4-Jähriger fühlte ich<br />
mich von me<strong>in</strong>er Mutter zurückgewiesen,<br />
als sie me<strong>in</strong>e<br />
Schwester säugte. Von da an<br />
habe ich ihr hasserfüllte Blicke<br />
nachgesandt. Mit fünf Jahren<br />
begann ich Süßigkeiten zu<br />
missbrauchen, mit sieben Jahren<br />
Alkohol, mit neun das Fernsehen.<br />
Schon als K<strong>in</strong>d habe ich<br />
mich zwanghaft mit me<strong>in</strong>em<br />
Körper beschäftigt. Zu früh entdeckte<br />
ich e<strong>in</strong> Pornografieheft.<br />
Nachdem ich Streit mit me<strong>in</strong>er<br />
Schwester hatte, wurde<br />
me<strong>in</strong> Vater mir gegenüber öfter<br />
gewalttätig. Er hatte es mit<br />
Kneipenbummel zu tun und<br />
me<strong>in</strong>e Mutter mit Gefühlen von<br />
Verlassen se<strong>in</strong>, Kopfschmerzen<br />
und Aspir<strong>in</strong>.<br />
In der Ausbildungszeit war<br />
ich überfordert. Mit Süßigkeiten,<br />
Alkohol, Automatenspiel,<br />
Fernsehen und Fantasien machte<br />
ich mich weg. Als ich den<br />
Ältesten me<strong>in</strong>er Tr<strong>in</strong>kergruppe<br />
retten wollte, der nach dem<br />
Stand se<strong>in</strong>er Leberwerte trank,<br />
wusste ich noch nichts von der<br />
Angehörigenkrankheit. Auf Feten<br />
wollte ich die Frau kennenlernen,<br />
mit der me<strong>in</strong>e Lebensprobleme<br />
gelöst se<strong>in</strong> würden.<br />
Deswegen trank ich me<strong>in</strong>e<br />
Hemmungen weg – hat nicht<br />
funktioniert. Sexuelle Erfahrungen<br />
haben me<strong>in</strong>en seelischen<br />
Hunger nicht gestillt.<br />
Nachdem ich mit me<strong>in</strong>er<br />
Frau e<strong>in</strong>e Vernunftehe e<strong>in</strong>gegangen<br />
war, weil ich nicht<br />
wusste, wie Liebe funktioniert,<br />
war sie plötzlich Alkoholiker<strong>in</strong>.<br />
Ich wurde mit ihr trocken,<br />
weil ich diese Ehe brauchte.<br />
Nach der e<strong>in</strong>vernehmlichen<br />
Scheidung acht Jahre später,<br />
hat sie sich über den Blumenstrauß<br />
von mir gefreut. Ich hatte<br />
mich anders entwickelt und sie<br />
hatte jemanden gefunden, von<br />
dem sie sich zum ersten Mal<br />
<strong>in</strong> ihrem Leben geliebt fühlte.<br />
Wunderbar für sie –, nur: Ich<br />
hatte im Trennungsjahr sie<br />
oder mich zerstörende Gefühle<br />
zu verarbeiten, sie dreizehn<br />
Jahre Angst vor U-Bahn- und<br />
Busfahrten, die sich dann e<strong>in</strong>fach<br />
auflösten.<br />
B<strong>in</strong>nen dreizehn Jahren<br />
hatte ich verschiedene anonyme<br />
Genesungsprogramme erfahren<br />
dürfen. Wiedergutmachungen<br />
haben mir Seelenfrieden<br />
gebracht. Unter anderem<br />
hat mich befreit, Mutter und<br />
Schwester um Verzeihung zu<br />
bitten und das Grab me<strong>in</strong>es Vaters<br />
zu pflegen.<br />
Dann merkte ich, trocken<br />
vom Alkohol, dass sich mir das<br />
Verliebt se<strong>in</strong> unaufhaltsam näherte<br />
<strong>in</strong> Gestalt e<strong>in</strong>er genesenden<br />
Süchtigen. Ich brauchte<br />
Hilfe und erhoffte mir Klarheit<br />
<strong>in</strong> e<strong>in</strong>er Selbsthilfegruppe zum<br />
Thema.<br />
Auch nachdem ich mich<br />
durch die Gruppenliteratur gelesen<br />
hatte, war ich nur wenig<br />
e<strong>in</strong>sichts- und handlungsfähig.<br />
Ja, da war Widerstand. Erst<br />
nach und nach konnte ich mir<br />
e<strong>in</strong>gestehen, womit ich es zu<br />
tun hatte.<br />
Handlungsorientierung bekam<br />
ich von e<strong>in</strong>em Telefon-<br />
und Briefsponsor (Förderer)<br />
aus e<strong>in</strong>er anderen Stadt. Ich<br />
schrieb viele Grenzl<strong>in</strong>ien (Bottoml<strong>in</strong>es)<br />
auf . Sie machten mir<br />
bewusst, an welchem Punkt es<br />
für mich gefährlich geworden<br />
war, sodass es wenig später ke<strong>in</strong><br />
Zurück mehr gegeben hatte –<br />
bis zur nächsten Kapitulation.<br />
Beschämt las ich die Grenzl<strong>in</strong>ien<br />
im Meet<strong>in</strong>g vor und fühlte<br />
mich von den freundlichen<br />
Augen der schweigenden Zuhörer/<strong>in</strong>nen<br />
angenommen. Zu<br />
me<strong>in</strong>er Sicherheit veränderte<br />
ich die Grenzl<strong>in</strong>ien zwischen<br />
den Meet<strong>in</strong>gs nicht. Nach wiederholtem<br />
Vorlesen verschwanden<br />
überwältigende Schamgefühle<br />
und die B<strong>in</strong>dungsfreude<br />
an die Gruppe wuchs. Für mich<br />
war das e<strong>in</strong> Wunder.<br />
Morgens las ich mir zum<br />
Wohle e<strong>in</strong>e Meditationsseite<br />
aus 'Antworten des Herzens'<br />
(Heyne Verlag, antiquarisch) =<br />
('answers <strong>in</strong> the heart', Hazelden).<br />
Ich gab me<strong>in</strong> Bestes, e<strong>in</strong> liebevolles<br />
Gefühl für mich zu<br />
fühlen und für sie ebenso – das<br />
klappte wiederholt. Ich arbeitete,<br />
das brauchte Zeit und Kraft.<br />
Die Beziehung brauchte auch<br />
Kraft und Zeit. Ich musste mir<br />
e<strong>in</strong>gestehen, dass ich von der<br />
Nähe zu ihr immer wieder<br />
überfordert war. Ich wollte<br />
nicht <strong>in</strong> ihre Nähe ziehen. Wir<br />
trennten uns nach drei Jahren<br />
<strong>in</strong> Liebe.<br />
Vor Jahren habe ich gelernt,<br />
alle<strong>in</strong> zu leben. Dafür habe ich<br />
mir zusätzliche Grenzl<strong>in</strong>ien erarbeiten<br />
dürfen. Ich fühle mich<br />
weiterh<strong>in</strong> dieser Gruppe verbunden,<br />
<strong>in</strong> der jede(r) auf se<strong>in</strong>em<br />
Weg ist.<br />
Me<strong>in</strong>e wichtigste Wiedergutmachung<br />
ist ke<strong>in</strong>e neue<br />
Wiederschlechtmachung – weder<br />
stofflich noch nichtstofflich.<br />
Sobald ich zulasse, Sexualität<br />
ohne e<strong>in</strong> liebevolles Gefühl<br />
leben zu wollen, wird das<br />
für mich über kurz oder lang<br />
zerstörend. Auch von Mediengewalt<br />
brauche ich Abstand.<br />
Zu e<strong>in</strong>er losgelösten sexuell<br />
oder gewaltbesetzten Fantasie<br />
sage / denke ich <strong>in</strong>nerhalb<br />
von drei Sekunden energisch:<br />
STOPP! – Wenn es mir möglich<br />
ist, dann entferne ich mich<br />
<strong>in</strong> der Öffentlichkeit von Bildern<br />
oder Menschen, von denen<br />
ich mich gefährdet fühle.<br />
Zu Hause ist Alkohol und Gefährdendes<br />
entfernt. Internetanschluss<br />
habe ich nicht.<br />
Gesprächskontakte s<strong>in</strong>d für<br />
mich oftmals nährend. – Sexualität<br />
nur <strong>in</strong> e<strong>in</strong>er liebevollen<br />
Beziehung zu mir zu leben und<br />
zwar maßvoll, für diese nüchterne<br />
Erfahrung b<strong>in</strong> ich dankbar,<br />
Tag für Tag und Jahr für<br />
Jahr. Für mich geht es nicht um<br />
Perfektion sondern um Fortschritt<br />
im Hier und Jetzt.<br />
Gesunde Verhaltensweisen<br />
helfen mir dabei: Zeit für Körperhygiene,<br />
morgens Spirituelles<br />
lesen, stille Zeit nehmen,<br />
Rückengymnastik, mich versorgen,<br />
nicht nur auf Anrufbeantworter<br />
sprechen, me<strong>in</strong>en<br />
Sponsor anrufen, Term<strong>in</strong>e e<strong>in</strong>halten<br />
oder rechtzeitig absagen,<br />
zu Meet<strong>in</strong>gs gehen, Summen,<br />
Lachen, Pfeifen, e<strong>in</strong>fach<br />
mal fünf M<strong>in</strong>uten lang gähnen<br />
oder so tun als ob, weil das den<br />
Druck senkt, abends oder am<br />
Wochenende rausgehen <strong>in</strong> e<strong>in</strong>en<br />
Park, mit anderen Sport<br />
treiben oder was spielen, Ordnung<br />
machen, vor dem E<strong>in</strong>schlafen<br />
was Spirituelles lesen,<br />
genügend Schlafzeit abschätzen.<br />
E<strong>in</strong> S.L.A.A. - Mitglied<br />
Kontaktaufnahme über:<br />
Anonyme Sexsüchtige und<br />
Liebessüchtige e.V.<br />
S.L.A.A.-Dienstbüro<br />
PF 1352<br />
65003 Wiesbaden<br />
0700 - 75 22 75 22<br />
E-mail: <strong>in</strong>fo@slaa.de<br />
http://www.slaa.de
Am Heiligabend, Gesprächsgruppe<br />
von 19.00 Uhr - 21.00<br />
Uhr, ab 20.00 Uhr offenes<br />
Haus, Buffet ab 21 Uhr, alles<br />
geht bis ca. 24.00 Uhr und ist<br />
natürlich ohne Alkohol.<br />
Am Silvester f<strong>in</strong>det von 19.00<br />
Uhr - 21.00 Uhr Gruppe satt,<br />
anschließend alkoholfreie Silvester-Fete<br />
bis ??<br />
Die Anonyme Alkoholkrankenhilfe<br />
Berl<strong>in</strong> e.V. ist unter<br />
der Telefonnummer 030 84 10<br />
Die Fachkl<strong>in</strong>ik für<br />
Abhängigkeitserkrankungen<br />
nahe der Stadt Römhild bietet e<strong>in</strong>e<br />
gelungene Synthese von Alt und<br />
Neu. Der e<strong>in</strong>fühlsam renovierte<br />
Fachwerkbau, die <strong>in</strong>dividuellen<br />
Villen, die modernen neuen<br />
Gebäude geben den Rahmen für<br />
e<strong>in</strong>e zeitgemäße Therapie.<br />
Sondere<strong>in</strong>richtungen:<br />
Physiotherapie, Sporthalle,<br />
Fitnessraum, Schwimmbecken,<br />
Sauna, Sportplatz, Billard,<br />
Fahrradausleihe, Cafeteria,<br />
Streichelzoo.<br />
Kontakt<br />
Telefon 03 69 48 / 87 – 0<br />
Fax 03 69 48 / 87 20 67<br />
roemhild@ahg.de<br />
www.ahg.de/roemhild<br />
Weihnachten und Silvester 2010<br />
AHG Kl<strong>in</strong>ik Römhild<br />
Fachkl<strong>in</strong>ik für Abhängigkeitserkrankungen<br />
Am Großen Gleichberg 2, 98631 Römhild<br />
Am Großen Gleichberg,<br />
<strong>in</strong>mitten von Wald und Natur<br />
E<strong>in</strong> Ort, um zur Ruhe zu kommen, um sich selbst zu f<strong>in</strong>den, um<br />
Energie zu sammeln, um mit Therapeutenhilfe neue Lösungswege<br />
zu entdecken und zu erproben<br />
Besonderheiten<br />
● Raucherentwöhnung<br />
● Aggressionsbewältigung<br />
● Angst- und Schmerzbewältigung<br />
● Computerkurs und Bewerbungstra<strong>in</strong>ig<br />
● Lebenspraktisches Tra<strong>in</strong><strong>in</strong>g und Ernährungsberatung<br />
● Hirnleistungstra<strong>in</strong><strong>in</strong>g<br />
● Kommunikative Bewegungstherapie<br />
● Lauftherapie<br />
● Therapeutisches Reiten<br />
● Aufnahme von Paaren<br />
(außer Drogenbereich)<br />
● Aufnahme von begleitenden<br />
K<strong>in</strong>dern (außer Drogenbereich)<br />
● hauseigener K<strong>in</strong>dergarten<br />
● Unterbr<strong>in</strong>gung von Haustieren<br />
(Hundezw<strong>in</strong>geranlage, Katzenhaus<br />
u. a. Möglichkeiten)<br />
● nahtloser Übergang <strong>in</strong> die<br />
Adaption möglich<br />
● familienfreundlicher Arbeigeber<br />
Veranstaltungen extra 29<br />
Wie jedes Jahr f<strong>in</strong>den Sie an dieser Stelle ausgewählte alkoholfreie Veranstaltungen und Gruppen zu<br />
Weihnachten und Silvester. Diese besondere Zeit verbr<strong>in</strong>gen mehr Menschen alle<strong>in</strong>, als Sie glauben.<br />
Aber niemand muss Weihnachten alle<strong>in</strong> bleiben. Unser Tipp: Planen Sie jetzt schon,<br />
wo Sie h<strong>in</strong>gehenkönnten. So s<strong>in</strong>d Sie vorbereitet, falls Ihnen an den<br />
Feiertagen die Decke auf dem Kopf fällt.<br />
Anonyme Alkoholkrankenhilfe<br />
Berl<strong>in</strong><br />
e.V.<br />
94 44 zu erreichen und bef<strong>in</strong>det<br />
sich <strong>in</strong> der Gustav-Meyer-<br />
Straße 7, 14195 Berl<strong>in</strong>-Zehlendorf,<br />
U-Dahlem-Dorf.<br />
Café Q 43<br />
Über die Feiertage hat das Café<br />
Q 43 zu den folgenden Zeiten<br />
geöffnet: Heiligabend 14.00 -<br />
19.00 Uhr, 1. Weihnachtstag<br />
12.00 - 19.00 Uhr, Mittagstisch<br />
von 12.30 bis 14.00 Uhr:<br />
Wildgulasch mit Klößen, W<strong>in</strong>terrotkohl,<br />
Dessert für 3,00<br />
(!!!) Euro pro Person. Es wird<br />
aber um Voranmeldung bis<br />
jeweils Donnerstag, 19.00 Uhr<br />
gebeten (Telefon 0 30 70 76<br />
73 11).<br />
Am 2. Weihnachtstag 14.00 -<br />
19.00 Uhr. Vom 27.12. – 30.12.<br />
dann von 15.00 bis 19.00 Uhr<br />
und am Silvester von 14.00 bis<br />
19.00 Uhr. Am Neujahrstag<br />
kann man sich zwischen 12.30<br />
bis 14.00 Uhr Schnitzel mit<br />
Country-Potatoes und Zigeunersoße<br />
schmecken lassen. An<br />
diesem Tag ist das Café wieder<br />
von 12.00 - 19.00 Uhr geöffnet.<br />
Das Café Q 43 bef<strong>in</strong>det sich <strong>in</strong><br />
der Kurfürstenstraße 43, <strong>in</strong><br />
12105 Berl<strong>in</strong>-Tempelhof, U-<br />
Westphalweg.<br />
Deutsche<br />
Guttempler<br />
Heiligabend ab 16.00 Uhr f<strong>in</strong>det<br />
im Guttemplerhaus e<strong>in</strong>e<br />
festliche Kaffeetafel und e<strong>in</strong><br />
Abendimbiss statt. Kosten 6,50<br />
Euro. Silvester, ebenfalls im<br />
Guttemplerhaus heißt das Motto:<br />
Mit Freunden <strong>in</strong>s neue Jahr<br />
u. „Make love not war“ - E<strong>in</strong>e<br />
Zeitreise <strong>in</strong> die sechziger Jahre<br />
mit Buffet, DJ-Mike und<br />
vieles mehr… Ab 19.00 Uhr,<br />
E<strong>in</strong>tritt: 18,50 Euro. Telefon<br />
030 68 23 76 20. Das Guttemplerhaus<br />
bef<strong>in</strong>det sich <strong>in</strong> der<br />
Haupt<strong>in</strong>dikationen<br />
Alkohol-, Medikamenten-,<br />
Drogen- und<br />
Mehrfachabhängigkeit<br />
(Polytoxikomanie)<br />
Leistungen<br />
● Stationäre Entwöhnungsbehandlung<br />
● Auffang- und Festigungstherapie<br />
● Adaption
30 Veranstaltungen extra<br />
Wildenbruchstr. 80, <strong>in</strong> 12045<br />
Berl<strong>in</strong>-Neukölln, U-Rathaus<br />
Neukölln, zehn M<strong>in</strong>uten Fußweg.<br />
Gierkezeile 42 e.V.<br />
Landesstelle Berl<strong>in</strong> für<br />
Suchtfragen<br />
Die Freitagsgruppe für Alkohol-undMedikamentenabhängige<br />
f<strong>in</strong>det auch am Heiligabend<br />
statt. Von 17.00 - 19.00<br />
Uhr <strong>in</strong> der Gierkezeile 42,<br />
10585 Berl<strong>in</strong>-Charlottenburg.<br />
U-Richard-Wagner-Platz.<br />
Kreuzbund<br />
Heiligabend ist das Begegnungszentrum<br />
des Kreuzbund<br />
<strong>in</strong> der Marthastr. 10, 13156<br />
Berl<strong>in</strong> ab 16.00 Uhr geöffnet,<br />
am 2. Weihnachtsfeiertag, 26.<br />
12. 2010, von 15.00 - 18.00<br />
Uhr.<br />
Die Silvesterfeier f<strong>in</strong>det im<br />
Geme<strong>in</strong>desaal St. Clara, Briesestr.<br />
15, 12053 Berl<strong>in</strong> ab 20.00<br />
Uhr statt, E<strong>in</strong>lass ist ab 19.00<br />
Uhr. Kartenverkauf <strong>in</strong> der Marthastraße,<br />
Tel. 030 476 28 28.<br />
Narcotics<br />
Anonymous<br />
Sprechermarathon am Neujahrstag,<br />
den 1.01.2011 um<br />
14.00 - 20.00 Uhr, E<strong>in</strong>lass:<br />
13.30 Uhr! 8 Sprecher/<strong>in</strong>nen <strong>in</strong><br />
4 Meet<strong>in</strong>gs à 80 M<strong>in</strong>uten teilen<br />
ihre Erfahrung, Kraft und<br />
Hoffnung. Ort: Turnhalle im<br />
Nachbarschaftsheim Schöneberg,<br />
Holste<strong>in</strong>ische Straße 30<br />
(Ecke Fregestraße) <strong>in</strong> 12161<br />
Berl<strong>in</strong>-Friedenau. S1 Feuerbachstraße<br />
oder Friedenau,<br />
U9 Walter-Schreiber-Platz.<br />
PBAM e.V.<br />
Hier f<strong>in</strong>den offene Selbsthilfegruppen<br />
des VAL e. V. am 1.<br />
Weihnachtstag, 16.00 - 18.00<br />
Uhr und am 2. Weihnachtstag,<br />
10.00 - 12.00 Uhr sowie 17.00<br />
- 19.00 Uhr statt. Zwischen den<br />
Feiertagen f<strong>in</strong>den auch die offenen<br />
geleiteten Gruppen mit<br />
Herrn Tarrats am Dienstag, den<br />
28. von 10.30 - 12.00 Uhr und<br />
am Mittwoch, den 29.12., von<br />
19.30 - 21.00 Uhr, statt. Die<br />
PBAM bef<strong>in</strong>det sich <strong>in</strong> der<br />
Goebenstraße 8,<br />
10783 Berl<strong>in</strong>-Schöneberg,<br />
U/S-Yorckstraße.<br />
<strong>Not</strong>falltelefone<br />
Berl<strong>in</strong>er Krisendienste, Region Südwest<br />
030 3 90 63 60 und 390 63 00<br />
Drogennotdienst<br />
1 92 37<br />
Telefonseelsorge<br />
0800-1 11 01 11 oder 0800-1 11 02 22<br />
Ärztlicher Bereitschaftsdienst<br />
31 00 31<br />
Polizei 1 10<br />
Feuerwehr/Rettungsleitstelle 1 12<br />
Weiter empfehlen wir Ihnen die Broschüre<br />
„Sucht - Drogen - Rat und Hilfe“,<br />
die unter der Telefonnummer 030 - 343 89 160<br />
oder per E-Mail buero@landesstelle-berl<strong>in</strong>.de<br />
angefordert werden oder auch bei der<br />
Landesstelle Berl<strong>in</strong> für Suchtfragen e.V.,<br />
Gierkezeile 39, 10585 Berl<strong>in</strong><br />
abgeholt werden kann:<br />
Foto: B. Balschus PBAM-Fotogruppe
Ausstellung<br />
seit 24.11. „Trockene Kunst“<br />
- neue Lichtbilder der PBAM-<br />
Fotogruppe. Besichtigung<br />
nach tel. Vere<strong>in</strong>barung.<br />
Tel. 030 216 50 08,<br />
Ort: PBAM, Berl<strong>in</strong>-Schöneberg<br />
seit 1.12.2010 - Februar 2011<br />
„Herbstliches Füllhorn“ von<br />
Bärbel Deuser-Kursawe<br />
In typisch warmen Herbstfarben<br />
wird e<strong>in</strong>e Auswahl von<br />
Bildern <strong>in</strong> unterschiedlichen<br />
Techniken gezeigt. Die vorwiegend<br />
abstrakten Bilder s<strong>in</strong>d<br />
zwischen 2006 und 2010 entstanden.<br />
E<strong>in</strong>e F<strong>in</strong>issage ist für<br />
Februar 2011 geplant. Ort:<br />
Café Seidenfaden<br />
Essen & Tr<strong>in</strong>ken<br />
Aurel<br />
Mo-Sa 9.00-13.00, Frühstück<br />
Café Q 43<br />
Mo-Fr 15.00-19.00,<br />
Sa ab 12.00 Mittagstisch,<br />
So ab 14.00, bei Brunch<br />
ab 11.30<br />
Café Seidenfaden<br />
Öffnungszeiten:<br />
Mo-Sa 12.00-20.00<br />
So geschlossen<br />
Café 157<br />
Öffnungszeiten:<br />
Mo, Sa, So 14.00-20.00<br />
Mi, Fr, 14.00-21.00<br />
Zusätzliche Öffnungen nach<br />
Term<strong>in</strong>absprache und an Feiertagen<br />
Dock Nord<br />
Öffnungszeiten:<br />
Mo-Sa 12.00-22.00 Uhr,<br />
So/Feiertage 15.00-20.00 Uhr<br />
Kontaktstelle Confamilia<br />
jed. Mi 15.00-17.00 Uhr,<br />
Kochgruppe, Kosten: 1,50<br />
Euro;<br />
Do 13.00-15.00, Brunch, Kosten:<br />
2,00 Euro<br />
Lesung<br />
So 19.12., 20.30 Carmer E<strong>in</strong>s<br />
– die literarische Lesebühne<br />
Eigene Texte – Lyrik / Prosa –<br />
lesen und diskutieren mit<br />
Sab<strong>in</strong>e Schönfeldt und Signe<br />
Ibbeken, Ort: Buchhändlerkeller<br />
Musik<br />
Fr 17.12. u. Sa 18.12.2010,<br />
immer 15.30 u. 18.30, Weihnachtskonzert<br />
des Neuen<br />
S<strong>in</strong>fonieorchesters Berl<strong>in</strong>,<br />
E<strong>in</strong>tritt jeweils 15,00 Euro,<br />
Kartenvorbestellung unter<br />
Tel.: 030 51700155 oder 030<br />
54396641, Ort: Krankenhauskirche<br />
im Wuhlgarten<br />
Radio<br />
Fr 24.12., Sa 25.12. und So<br />
26.12.,, jeweils 14.05 Uhr,<br />
Miguel de Cervantes: Don<br />
Quijote von der Mancha.<br />
Hörspiel <strong>in</strong> sechs Teilen mit<br />
Rufus Beck, Thomas Thieme<br />
und Anna Thalbach. Deutschlandfunk,<br />
<strong>in</strong> Berl<strong>in</strong> auf 97.7<br />
(UKW)<br />
Mi 05.01.2011, 21.33, Hörspiel:<br />
Thomas Bernhard:<br />
Me<strong>in</strong>e Preise, Ursendung.<br />
Ob Bremer Literaturpreis, ob<br />
Staatspreis für Roman, ob<br />
Grillparzer-Preis, ob Georg-<br />
Büchner-Preis: Als Auslöser<br />
von Skandalen dienten sie dem<br />
Geehrten allemal. Auf die gesamte<br />
Menschheit schimpfend<br />
und über sich selbst den Kopf<br />
schüttelnd, entwirft Thomas<br />
Bernhard e<strong>in</strong> Selbstporträt des<br />
Autors als Preis- und Preisgeldempfänger.Deutschlandradio<br />
Kultur, <strong>in</strong> Berl<strong>in</strong> auf<br />
UKW 89,6 MHz<br />
Sonstige Freizeitaktivitäten<br />
Kontaktstelle für Menschen<br />
mit Suchtproblemen<br />
(Die folgenden Angebote bitte<br />
tel. erfragen Tel. 323 58 82)<br />
Mo 10.00-12.00 Uhr,<br />
Die Montagsmaler<strong>in</strong>nen - Gespräch<br />
und kreatives Gestalten,<br />
Malen mit Pastell-Kreide<br />
Kontaktstelle Confamilia<br />
Jeden 1. und 3. So<br />
Spielenachmittag<br />
Do 17.00-18.00 Uhr,<br />
Gitarrengruppe II<br />
Do 18.00-19.00 Uhr,<br />
Gitarrengruppe & Rhythmusgruppe<br />
Sport und Entspannung<br />
AKB Kontakt- und<br />
Beratungsstelle<br />
jeden 2. So, 16.45 Uhr: Skat<br />
Mi 13.30-16.00 Uhr: Holzarbeitsgruppe<br />
Sa 17.50-21.00 Uhr;<br />
Canasta<br />
Fr. 10.00-12.00 Uhr,<br />
PC-Gruppe<br />
Café Seidenfaden<br />
Fr 16.00-18.00 Uhr, Yoga (für<br />
Frauen), Teilnahme auf Spendenbasis<br />
Fr 18.30-20.00 Uhr, Qi-Gong<br />
unter der Anleitung von Mart<strong>in</strong>a<br />
Zorn. Teilnahme auf Spendenbasis.<br />
Veranstaltungen 31<br />
Anmeldung: Tel. 246 40 457,<br />
Ort: Café Seidenfaden<br />
Kontaktstelle Confamilia<br />
Fr 11.00 - 13.00 Yoga- und Entspannungsgruppe<br />
jeden Montag, Lauftreff vor<br />
der Landesstelle Berl<strong>in</strong> für<br />
Suchtfragen e.V., Jugendliche<br />
bis 25 Jahre: 16.00 - 17.30 Uhr,<br />
Erwachsene von 18.00 - 19.30<br />
Uhr, Angeleitet von Reimer<br />
Siemsen. Tra<strong>in</strong><strong>in</strong>gsziel kann<br />
se<strong>in</strong>, geme<strong>in</strong>sam im nächsten<br />
Jahr an Straßenläufen teilzunehmen.<br />
Die Teilnahme am<br />
Lauftreff ist kostenfrei. Bitte<br />
anmelden s. Landesstelle Berl<strong>in</strong><br />
für Suchtfragen e.V.<br />
Vorträge<br />
09.02.2011, 19.30 - 21.00,<br />
Computerspiel- & Internetabhängigkeit,<br />
Der Vortrag soll<br />
den Teilnehmer<strong>in</strong>nen und Teilnehmern<br />
die unterschiedlichsten<br />
Anwendungsbereiche, die<br />
zu e<strong>in</strong>er Computerspiel- und<br />
Internetabhängigkeit führen<br />
können, aufzeigen. Des Weiteren<br />
wird auf mögliche Ursachen<br />
bzw. begünstigende Faktoren<br />
e<strong>in</strong>er Abhängigkeit e<strong>in</strong>-<br />
Impressum<br />
TrokkenPresse<br />
Herausgegeben von PBAM –<br />
Therapeutische Arbeitsgeme<strong>in</strong>schaft<br />
e.V. Schöneberg<br />
Goebenstraße 8, 10783 Berl<strong>in</strong><br />
Die TrokkenPresse ersche<strong>in</strong>t alle zwei<br />
Monate am Monatsanfang, beg<strong>in</strong>nend<br />
im Februar, und kostet 1 Euro.<br />
Redaktionsanschrift:<br />
Goebenstraße 8, 10783 Berl<strong>in</strong><br />
030-216 50 08<br />
Fax 030-2168013<br />
E-Mail: trokkenpresse@pbam.de<br />
www.trokkenpresse.de<br />
Redaktion:<br />
D. Heidt-Müller (V.i.S.d.P.),<br />
Wolfgang Scherreiks,<br />
Heiko Gliesche-Neumann<br />
Layout und Repro:<br />
Bodo Balschus<br />
© PBAM<br />
Bankverb<strong>in</strong>dung: Commerzbank Berl<strong>in</strong>,<br />
BLZ 100 400 00, Kto-Nr. 190 839 108<br />
Druck: Druckhaus Frankfurt GmbH
32 Veranstaltungen<br />
Verkaufsstellen<br />
der TrokkenPresse<br />
<strong>in</strong> Berl<strong>in</strong><br />
TrokkenPresse Verlag<br />
Crellestraße 26,<br />
10827 Berl<strong>in</strong>-Schöneberg<br />
Cafe Lichtblicke<br />
Tempelhofer Damm 133,<br />
12099 Berl<strong>in</strong>-Tempelhof<br />
Café Q 43<br />
Kurfürstenstraße 43,<br />
12105 Berl<strong>in</strong>-Tempelhof<br />
Cafeteria<br />
im Guttemplerhaus<br />
Wildenbruchstraße 80,<br />
12045 Berl<strong>in</strong>-Neukölln<br />
Caritas Steglitz<br />
Königsberger Straße 11,<br />
12207 Berl<strong>in</strong>-Lichterfelde<br />
Diakonie-Beratungsstelle<br />
Segitzdamm 46,<br />
10969 Berl<strong>in</strong>-Kreuzberg<br />
Dock Nord<br />
Genter Straße 56,<br />
13353 Berl<strong>in</strong>-Wedd<strong>in</strong>g<br />
Hiram-Haus<br />
Alt Tempelhof 28,<br />
12103 Berl<strong>in</strong>-Tempelhof<br />
Klärwerk - Reuterkiez<br />
MittenMang e.V.<br />
Lenaustraße 12,<br />
12047 Berl<strong>in</strong>-Neukölln<br />
Kontaktstelle Confamilia<br />
Uthmannstraße 5,<br />
12043 Berl<strong>in</strong>-Neukölln<br />
Kreuzbund<br />
Geschäftsstelle,<br />
Marthastraße 10, 13156<br />
Berl<strong>in</strong>-Niederschönhausen<br />
Landesstelle für Suchtfragen<br />
Gierkezeile 39,<br />
10585 Berl<strong>in</strong>-Charlottenburg<br />
PBAM-Beratungsstelle<br />
Goebenstraße 8,<br />
10783 Berl<strong>in</strong>-Schöneberg<br />
PBAM-Beratungsstelle<br />
Holste<strong>in</strong>ische Straße 38,<br />
10717 Berl<strong>in</strong>-Wilmersdorf<br />
Rettungsr<strong>in</strong>g<br />
Backnanger Straße 9,<br />
13467 Berl<strong>in</strong>-Hermsdorf<br />
Schlosspark-kl<strong>in</strong>ik<br />
Heubnerweg 2,<br />
14059 Berl<strong>in</strong>-Charlottenburg<br />
gegangen. Im Anschluss daran<br />
sollen praktische Tipps sowie<br />
Handlungsmethoden <strong>in</strong> der Arbeit<br />
mit Betroffenen und Angehörigen<br />
vermittelt werden.<br />
Referent<strong>in</strong>: Jannis Wlachojiannis,<br />
Lost <strong>in</strong> Space. Die Vorträge<br />
s<strong>in</strong>d kostenfrei. Bitte anmelden!<br />
Anmeldung und Ort: s.<br />
Landesstelle Berl<strong>in</strong> für Suchtfragen<br />
e.V.<br />
Mi 09.03.2011, 19.30 - 21.00,<br />
„Frauen s<strong>in</strong>d anders süchtig<br />
– Geschlechtsspezifische Unterschiede<br />
<strong>in</strong> der Sucht“, Inhalte:<br />
Bei den Suchterkrankungen<br />
s<strong>in</strong>d geschlechtsspezifische<br />
Häufigkeitsverteilungen<br />
sehr unterschiedlich je nach<br />
Suchtmittel oder -art. Zwar<br />
s<strong>in</strong>d mehr als 1/3 aller süchtigen<br />
Menschen Frauen, der Anteil<br />
der suchtkranken Frauen,<br />
die Hilfe <strong>in</strong> Beratungsstellen,<br />
stationärer und ambulanter Behandlung<br />
und der Selbsthilfe<br />
<strong>in</strong> Anspruch nehmen, ist <strong>in</strong> der<br />
Regel viel ger<strong>in</strong>ger. Der Vortrag<br />
soll <strong>in</strong>formieren zu dem<br />
Thema und sensibilisieren für<br />
Genderaspekte <strong>in</strong> der Suchthilfe,<br />
Referent<strong>in</strong> N.N. Die Vorträge<br />
s<strong>in</strong>d kostenfrei. Bitte an-<br />
melden! Anmeldung und Ort:<br />
s. Landesstelle Berl<strong>in</strong> für Suchtfragen<br />
e.V.<br />
Sem<strong>in</strong>are / Weiterbildung<br />
/ Fachkongresse<br />
Fr 4.02. u. Sa 05.02.2011, Haltung<br />
verändert Verhalten Das<br />
Sem<strong>in</strong>ar f<strong>in</strong>det mit der Grundhaltung<br />
von „open space“ statt,<br />
sodass sich die Teilnehmenden<br />
e<strong>in</strong>br<strong>in</strong>gen können. Referent<strong>in</strong>nen<br />
s<strong>in</strong>d Renate Käs (Synanon)<br />
und Ines Krahn (Landesstelle<br />
Berl<strong>in</strong> für Suchtfragen<br />
e.V.) Teilnahmegebühr: 35 Euro<br />
für Ehrenamtliche, 95 Euro<br />
für professionell Tätige. Anmeldung<br />
und Ort: s. Landesstelle<br />
Berl<strong>in</strong> für Suchtfragen e.V.<br />
Mo 14.03. u. Di 15.03.2011,<br />
Suchtkranke Eltern - Trauma<br />
oder Ressource?<br />
K<strong>in</strong>der suchtkranker Eltern<br />
erleben andere D<strong>in</strong>ge als K<strong>in</strong>der<br />
gesunder Eltern. Ihr Gefährdungspotenzial<br />
ist hoch.<br />
Wie können erwachsene K<strong>in</strong>der<br />
suchtkranker Eltern ihre<br />
Erfahrungen als Ressourcen<br />
nutzbar machen? Was ge-<br />
schieht <strong>in</strong> der Sprachlosigkeit<br />
e<strong>in</strong>er suchtkranken Familie?<br />
Diese Fragen sollen diskutiert<br />
werden. Referent<strong>in</strong>: Elvira<br />
Surrmann, Familientherapeut<strong>in</strong>,<br />
Teilnahmegebühr 35 Euro<br />
für Ehrenamtliche, 95 Euro für<br />
professionell Tätige. Term<strong>in</strong>,<br />
Anmeldung und Ort: s. Landesstelle<br />
Berl<strong>in</strong> für Suchtfragen<br />
e.V.<br />
Do 14.04. u. Fr 15.04.2011<br />
Motivierende Gesprächsführung<br />
Die motivierende<br />
Gesprächsführung ist e<strong>in</strong>e Methode,<br />
die Menschen <strong>in</strong> ihrer<br />
Motivation zu e<strong>in</strong>er Änderung<br />
ihres Verhaltens unterstützt.<br />
Aktives Zuhören, Wertschätzung<br />
und Akzeptanz von Ambivalenzen<br />
machen e<strong>in</strong>e Veränderung<br />
wahrsche<strong>in</strong>licher.<br />
Anhand konkreter Situationen<br />
wird die Umsetzung der Beratungsmethode<br />
geübt.<br />
Referent<strong>in</strong>: Mart<strong>in</strong>a Arndt-<br />
Ickert, Fachverband Drogen &<br />
Rauschmittel, Teilnahmegebühr<br />
nur für Professionelle<br />
Suchthilfe: 140 Euro, Anmeldung<br />
und Ort: s. Landesstelle<br />
Berl<strong>in</strong> für Suchtfragen e.V.<br />
Foto: B. Balschus PBAM-Fotogruppe
Veranstaltungsh<strong>in</strong>weise und Term<strong>in</strong>e von Selbsthilfegruppen<br />
werden kostenlos <strong>in</strong> der TrokkenPresse bzw. auf unserer Internetseite<br />
veröffentlicht. Möchten Sie diesen Service nutzen, wenden Sie sich<br />
bitte an: TrokkenPresse, Crellestraße 26, 10827 Berl<strong>in</strong>,<br />
Tel. 030-78 95 56 01, E-Mail: trokkenpresse@pbam.de<br />
Veranstaltungsadressen von A-Z<br />
AKB Kontakt- und<br />
Beratungsstelle<br />
Gustav-Meyer-Straße 7<br />
14195 Berl<strong>in</strong><br />
Tel. 84 10 94 44<br />
www.akb-ev.de<br />
Aurel Restaurant Café<br />
Alt-Tempelhof 28<br />
12103 Berl<strong>in</strong><br />
U 6 - Alt-Tempelhof<br />
Tel. 93 95 17 56<br />
Öffnungszeiten:<br />
Mo-Sa 11.00-19.00<br />
Buchhändlerkeller<br />
Carmerstraße 1<br />
- Parterre l<strong>in</strong>ks,<br />
10623 Berl<strong>in</strong><br />
S-Savignyplatz<br />
Café 157<br />
John Schehr Str. 24<br />
10407 Berl<strong>in</strong><br />
S-Greifswalderstraße<br />
Tel. 425 01 24<br />
www.cafe157.eu<br />
Café Q 43<br />
Kurfürstenstraße 43<br />
12105 Berl<strong>in</strong>-Tempelhof<br />
U6 Westphalweg<br />
Tel. 70 76 73 11<br />
www.cafeq43.de<br />
Öffnungszeiten:<br />
Mo-Fr 15.00-19.00<br />
Sa 12.00-19.00,<br />
So 14.00-19.00<br />
Café Seidenfaden<br />
Alkohol- und drogenfreies<br />
Frauencafé<br />
Dircksenstraße 47<br />
10178 Berl<strong>in</strong>-Mitte<br />
S-Hackescher Markt<br />
Tel. Café 283 27 83<br />
www.frausuchtzukunft.de<br />
Öffnungszeiten:<br />
Mo-Sa 12.00-20.00<br />
So geschlossen<br />
Dock Nord - Vere<strong>in</strong> für suchtfreies<br />
Leben Eigen<strong>in</strong>itiative e.V.<br />
Genther Straße 56<br />
13353 Berl<strong>in</strong><br />
U-Seestraße<br />
FrauSuchtZukunft<br />
s. Café Seidenfaden<br />
Kontaktstelle Confamilia<br />
Uthmannstraße 5<br />
12043 Berl<strong>in</strong><br />
U7-Karl-Marx-Straße<br />
Tel. 681 38 88<br />
Kontaktstelle für Menschen mit<br />
Suchtproblemen<br />
Zillestr. 66<br />
10585 Berl<strong>in</strong> Charlottenburg<br />
Tel. 323 58 82<br />
<strong>in</strong>fo@kontaktstelle-wilmersdorf.de<br />
www.kontaktstelle-wilmersdorf.de<br />
Krankenhauskirche im<br />
Wuhlgarten<br />
Brebacher Weg 15<br />
12683 Berl<strong>in</strong><br />
Tel. 5425103<br />
U / S-Bahn Wuhletal<br />
Die Fontane-Kl<strong>in</strong>ik ist Teil e<strong>in</strong>es e<strong>in</strong>zigartigen Naturparks und hat e<strong>in</strong>ige Besonderheiten:<br />
Großzügige Sportanlagen e<strong>in</strong>schließlich Schwimmbad & Sauna ⋅ Unterbr<strong>in</strong>gung von<br />
K<strong>in</strong>dern als Begleitpersonen, Betreuung <strong>in</strong> der kl<strong>in</strong>ikeigenen Tagesstätte, Beschulung ⋅<br />
erlebnispädagogische und erlebnistherapeutische Aktivitäten<br />
z. B. im Seilgarten und bei Exkursionen<br />
Entwöhnung<br />
Fontane-Kl<strong>in</strong>ik<br />
Psychosomatische Fachkl<strong>in</strong>ik<br />
Veranstaltungen 33<br />
Landesstelle für<br />
Suchtfragen e.V.<br />
Gierkezeile 39<br />
10585 Berl<strong>in</strong><br />
U7 Richard-Wagner-Platz<br />
Tel. 34 38 91 60 / Fax - 62<br />
buero@landesstelle-berl<strong>in</strong>.de<br />
www.landesstelle-berl<strong>in</strong>.de<br />
Die Vorträge <strong>in</strong> der Landesstelle<br />
s<strong>in</strong>d kostenfrei!<br />
Bitte telefonisch oder per E-Mail<br />
anmelden!<br />
PBAM<br />
Psychosoziale Beratungs- und<br />
Behandlungsstelle<br />
für Abhängige von<br />
Alkohol, Medikamenten<br />
Goebenstraße 8<br />
10783 Berl<strong>in</strong>-Schöneberg<br />
Tel. 030-216 50 08<br />
www.pbam.de<br />
Fontanestraße 5<br />
15749 Mittenwalde, OT Motzen<br />
Tel.: 01803/340086-0*, Fax: -104*<br />
<strong>in</strong>fo@fontane-kl<strong>in</strong>ik.de<br />
www.fontane-kl<strong>in</strong>ik.de<br />
Alkohol- und<br />
Medikamentenabhängigkeit<br />
Polytoxikomanie<br />
Nikot<strong>in</strong>abhängigkeit<br />
Jugendliche und junge<br />
Erwachsene<br />
mit Missbrauchs- /<br />
Abhängigkeitsproblematik<br />
Psychische Begleiterkrankungen<br />
❍<br />
❍<br />
❍<br />
❍<br />
❍<br />
*Festnetzpreis 9 ct/m<strong>in</strong>; andere Preise aus<br />
Mobilfunknetzen möglich
34 Neue Serie: Selbsthilfe<br />
I.O.G.T. – Guttempler Geme<strong>in</strong>schaften <strong>in</strong> Berl<strong>in</strong> Teil I<br />
Guttempler s<strong>in</strong>d bewusst ohne Alkohol lebende Menschen. Sie <strong>in</strong>formieren und helfen bei alkohol- und<br />
medikamentenbed<strong>in</strong>gten Suchtproblemen. Vertraulichkeit ist oberstes Gebot. Die Guttempler helfen nicht nur<br />
den unmittelbar Betroffenen, sondern auch deren Partnern, K<strong>in</strong>dern und Freunden. Darüber h<strong>in</strong>aus verfolgen<br />
Sie kulturelle sowie sozial- und gesundheitspolitische Ziele. Guttempler gibt es <strong>in</strong> Deutschland seit über 100<br />
Jahren. Guttempler gibt es sogar weltweit. Sie treten für Gleichberechtigung und e<strong>in</strong> friedliches<br />
Zusammenleben aller Menschen e<strong>in</strong>.<br />
Neukölln Tempelhof/<br />
Schöneberg<br />
Guttempler Haus<br />
Wildenbruchstr. 80<br />
12045 Berl<strong>in</strong><br />
U7 Rathaus Neukölln, Bus<br />
104, 365<br />
Tempelhof<br />
Kontakt Bernd Lehmann<br />
Dienstag 19:30 Uhr<br />
Vorgespräche ab 18:30 Uhr<br />
Richardsburg<br />
Kontakt Renate Boweleit<br />
Tel. 67 80 22 38<br />
Montag 20:00 Uhr<br />
Berol<strong>in</strong>a<br />
Kontakt Jürgen Sch<strong>in</strong>dler<br />
Tel. 618 73 74<br />
Mittwoch 20:00 Uhr<br />
Vorgespräche ab 18:45Uhr<br />
Jugendgruppe Kometen<br />
Kontakt Kathar<strong>in</strong>a Zieger<br />
Tel.706 34 28<br />
Mittwoch 19:00 Uhr<br />
Das Ziel<br />
Kontakt Martha Kuschert<br />
Tel. 336 66 26<br />
Donnerstag 17.00 Uhr<br />
Kreativ 2000<br />
Kontakt Bernd Jischke<br />
Tel.687 11 86<br />
Donnerstag 20:00 Uhr<br />
Vorgespräche ab 18.45 Uhr<br />
Bessere Zukunft<br />
Kontakt Jürgen Fahr<br />
Tel. 323 62 86<br />
Freitag 19:30 Uhr<br />
Vorgespräche ab 18.30 Uhr<br />
Zu neuen Ufern<br />
Kontakt Ernst Manke<br />
Tel. 692 46 81<br />
Freitag 20:00 Uhr<br />
Vorgespräche ab 19.00 Uhr<br />
K<strong>in</strong>dergruppe Sternchen<br />
Kontakt Silvia Ratzek<br />
Telefon: 030 -746 63 20<br />
jed. 1. u. 3. Samstag 15.00 Uhr<br />
Häuslicher Frieden<br />
Ev. Geme<strong>in</strong>dehaus<br />
Fulhamer Allee 53<br />
12359 Berl<strong>in</strong><br />
Kontakt Peter Kaestner<br />
Tel. 604 35 43<br />
Montag 19:30 Uhr<br />
Vorgespräche ab 19.00 Uhr<br />
Alt Rudow<br />
Kath. St.Joseph Kirchengeme<strong>in</strong>de<br />
Alt-Rudow 46<br />
12357 Berl<strong>in</strong><br />
Kontakt Klaus-P. Doettloff<br />
Tel. 0170 - 832 37 37<br />
Donnerstag 19:30 Uhr<br />
Vorgespräche ab 18.15 Uhr<br />
Impulse 88<br />
Seniorenclub<br />
Alt-Buckow 16-18<br />
12349 Berl<strong>in</strong> Kartenansicht<br />
Kontakt ke<strong>in</strong>e Angaben<br />
Donnerstag 20:00 Uhr<br />
Vorgespräche ab 19.00 Uhr<br />
Buckow<br />
Ev.Joh.-Christoph-Blumenhardt-Kirchengeme<strong>in</strong>de<br />
Buckower Damm 59<br />
12349 Berl<strong>in</strong><br />
Kontakt Günter Sandkühler<br />
Tel. 603 47 78<br />
Donnerstag 19:30 Uhr<br />
Vorgespräche ab 19.00 Uhr<br />
Gropiusstadt<br />
St. Dom<strong>in</strong>icus-Geme<strong>in</strong>de<br />
Lipschitzallee 74-76<br />
12353 Berl<strong>in</strong><br />
Kontakt Heidemarie Wieczorek<br />
Tel. 743 22 33<br />
Donnerstag 19:45 Uhr<br />
Vorgespräche ab 18.30 Uhr<br />
Alternativ<br />
Seniorentagesstätte Sorgenfrei<br />
Markgrafenstraße 10<br />
12105 Berl<strong>in</strong><br />
Kontakt Horst Breitenbach<br />
Tel. 705 56 23<br />
Montag 18:30 Uhr<br />
Brandenburg<br />
Seniorenfreizeitheim<br />
Holzmannstraße 18<br />
12099 Berl<strong>in</strong><br />
Kontakt Petra Pickert<br />
Tel.626 46 23<br />
Montag 20:00 Uhr<br />
Vorgespräche ab 19.00 Uhr<br />
Britz<br />
Seniorenfreizeitstätte<br />
Holzmannstr. 18<br />
12099 Berl<strong>in</strong><br />
Kontakt Sigrid Weiß<br />
Tel. 60 08 47 37<br />
Dienstag 18:00 Uhr<br />
Vorgespräche 18.00 Uhr<br />
Zum sicheren Hafen<br />
Friedensplatz , AWO Haus<br />
Albrechtstraße 110<br />
12103 Berl<strong>in</strong><br />
Kontakt Kar<strong>in</strong> Bierhals<br />
Tel. 416 34 14<br />
Dienstag 19:30 Uhr<br />
Lichtenrade<br />
Seniorenfreizeitheim<br />
Marienfelder Allee 104<br />
12277 Berl<strong>in</strong><br />
Kontakt Silvia Ratzek<br />
Tel.746 63 20<br />
Montag 19:00 Uhr<br />
Marienfelde<br />
Seniorenfreizeitheim<br />
Marienfelder Allee 104<br />
12277 Berl<strong>in</strong><br />
Kontakt ke<strong>in</strong>e Angaben<br />
Mittwoch 19:00 Uhr<br />
Aufstieg<br />
Am Mühlenberg 12<br />
10825 Berl<strong>in</strong><br />
Kontakt Brigitte Seidentoff<br />
Tel. 852 12 20<br />
Donnerstag 19:30 Uhr<br />
An der Quelle des Lebens<br />
Seniorenfreizeitstätte<br />
Am Mühlenberg 12<br />
10825 Berl<strong>in</strong><br />
Kontakt Michael Seidentoff<br />
Tel. 852 12 20<br />
Freitag 19:00 Uhr<br />
Berl<strong>in</strong>er Krisendienst<br />
Region Südwest<br />
Tel.: 390 63 60, Albrechtstr. 7,<br />
12165 Berl<strong>in</strong><br />
Täglich von 16-24 Uhr (ohne<br />
Voranmeldung, kostenlos,<br />
anonym)<br />
Überregionale Nacht- und<br />
Tagbereitschaft (0-16 Uhr)<br />
Tel.: 390 63 60<br />
Überregionale Aufnahmen<br />
DRK-Kl<strong>in</strong>iken Mark<br />
Brandenburg<br />
Drontheimerstraße 39-40<br />
13359 Berl<strong>in</strong>-Wedd<strong>in</strong>g<br />
Tel.-Hotl<strong>in</strong>e (tgl. 24 Std.)<br />
3035-6666<br />
Jüdisches Krankenhaus<br />
Iranische Straße 24<br />
13347 Berl<strong>in</strong>-Wedd<strong>in</strong>g<br />
Psychiatrisch-Psychotherapeutische<br />
Abteilung<br />
Tel.: 4994-2462<br />
<strong>Not</strong>aufnahmen<br />
Achtung! <strong>Not</strong>aufnahmen<br />
erfolgen regional<br />
<strong>in</strong> den zuständigen Krankenhäusern<br />
Sucht & Drogen<br />
Hotl<strong>in</strong>e 24h<br />
Bundesweit<br />
018 05 - 31 30 31
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die TrokkenPresse bef<strong>in</strong>det sich nunmehr im neunten Jahr ihres Bestehens.<br />
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Dadurch s<strong>in</strong>d wir umsomehr gerade auf diesen Euro angewiesen.<br />
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Widerrufsbelehrung: Ich kann diese Bestellung <strong>in</strong>nerhalb e<strong>in</strong>er Frist von zwei<br />
Wochen schriftlich widerrufen. Zur Wahrung dieser Frist genügt die rechtzeitige<br />
Absendung (Poststempel) des Widerrufs an: TrokkenPresse, Abos,<br />
Goebenstraße 8, 10783 Berl<strong>in</strong><br />
Sie können natürlich auch die TrokkenPresse persönlich bei uns <strong>in</strong> Schöneberg<br />
abonnieren und bar bezahlen: Mo-Do 10-15 Uhr und Fr 10-13 Uhr <strong>in</strong> der<br />
TrokkenPresse-Redaktion <strong>in</strong> der Crellestraße 26 oder Di 16-18 und Mi 10-<br />
12 Uhr <strong>in</strong> der PBAM-Beratungsstelle <strong>in</strong> der Goebenstraße 8.<br />
Trokkenpresse, Commerzbank Berl<strong>in</strong>, BLZ 100 400 00, Kto. 190 839 108<br />
Die Kle<strong>in</strong>anzeigen s<strong>in</strong>d kostenlos!<br />
Aber jede Spende ist natürlich willkommen! Überweisungen bitte an:<br />
TrokkenPresse, Commerzbank Berl<strong>in</strong>, BLZ 100 400 00, Kto 190 839 108<br />
E<strong>in</strong>e Spendenbesche<strong>in</strong>igung kann ausgestellt werden.<br />
Schicken Sie Ihre Kle<strong>in</strong>anzeige an:<br />
TrokkenPresse/PBAM, – Kle<strong>in</strong>anzeigen –, Crellestraße 26, 10827 Berl<strong>in</strong><br />
oder per E-Mail an: trokkenpresse@pbam.de<br />
Antworten auf Chiffre-Anzeigen werden zugeschickt oder<br />
Sie werden von uns benachrichtigt.<br />
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nicht nach Hause tragen.<br />
Nutzen Sie als Familie, Vere<strong>in</strong> oder Gruppe die bequeme Sammelbestellung!<br />
– Bei 9 Exemplaren bekommen Sie 1 Exemplar gratis.<br />
Die TrokkenPresse ersche<strong>in</strong>t alle zwei Monate am Monatsanfang beg<strong>in</strong>nend<br />
im Februar und kostet 1 Euro.<br />
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Fotogruppe-PBAM<br />
hat für Interressenten (analoge SW-Fotografie, SW-Labor,<br />
Präsentation, Foto-Exkursionen, Austellungsbesuche, etc.)<br />
noch 3 Plätze frei. Die Teilnahme ist kostenlos, Vorkenntnisse<br />
s<strong>in</strong>d nicht erforderlich und werden vermittelt. E<strong>in</strong>e Kamera kann<br />
eventuell zur Verfügung gestellt werden.<br />
Kontakt: PBAM - Therapeutische Arbeitsgeme<strong>in</strong>schaft e.V.<br />
Goebenstraße 8, 10783 Berl<strong>in</strong> Schöneberg,<br />
Tel. 030-216 50 08 oder bei der<br />
TrokkenPresse unter 030-78 95 56 01<br />
TrokkenPresse<br />
sucht Mitarbeiter/<strong>in</strong> für die Redaktion<br />
Vorkenntnisse s<strong>in</strong>d erwünscht, z. B. Erfahrungen (Ausbildung)<br />
als Journalist, gute Kenntnissen der Rechtschreibung, Befähigung<br />
zum Korrekturlesen / Lektorat, Umgang mit Adressdateien<br />
und vieles mehr. Insbesondere s<strong>in</strong>d schriftstellerische Fähigkeiten<br />
erwünscht. Da es sich noch um e<strong>in</strong>e sehr kle<strong>in</strong>e Redaktion<br />
handelt, s<strong>in</strong>d vielseitige Fähigkeiten ewünscht. Bei gleicher Eignung<br />
werden trockene Alkoholiker bevorzugt e<strong>in</strong>gestellt.<br />
Bewerbungen an TrokkenPresse-Verlag,<br />
Goebenstr. 8, 10783 Berl<strong>in</strong><br />
oder an trokkenpresse@pbam.de