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KontaktGeschäftsstelleGeschäftsführerin: Gerlinde FeineGrüninger Straße 25 | 70599 StuttgartTel: 0711 45804-59 | Fax: 0711 45084-77E-Mail: info@kirchengemeindetag.deVorsitzenderUlf van LuijkSchubartweg 13 | 75417 MühlackerTel.: 07041-6029 | Fax: 07041-860208,E-Mail: dekanatamt.muehlacker@elk-wue.deRechnerHerbert KehlAm Lachenrain 4 | 72172 Sulz a.N.Tel.: 07423-9509510E-Mail: herbert.kehl@elk-wue.deBankverbindungKSK LudwigsburgBLZ 604 500 50 | Konto-Nr. 2010830Internetwww.kirchengemeindetag.de2ImpressumHerausgeber: Evangelischer Kirchengemeindetag inWürttembergRedaktion: Gerlinde Feine (verantwortlich)Andrea BachmannTel: 0711 45804-59 | Fax: 0711-45804-77Layout: Evangelisches Medienhaus GmbHDruck: Grafische Werkstätten derBruderhaus Diakonie, Reutlingen


Entwicklungen erfolgen natürlich nicht überall inder Landeskirche auf die gleiche Weise. Deshalbist neben der Streichung von Pfarrstellen aucheine regionale Umverteilung nötig.Die Auswertung des PfarrPlans 2006 ergab, dassdie Verteilung von Pfarrstellen auf die Kirchenbezirkenach einheitlichen Kriterien zu größererVergleichbarkeit und gerechter Verteilung führtals eine möglichst differenzierte BerücksichtigungEinzelner. Angesichts des engen Zusammenhangsvon Personalstrukturplanung und PfarrPlan istklar: Wenn künftig mehr Pfarrstellen als bishernach einem bestimmten Kriterium – beispielsweisemoderne oder klassische Diaspora - verteiltwerden sollen, dann muss dies an anderer Stellekompensiert werden.AuswirkungenAuch in Zukunft wird jede Kirchengemeinde ihrePfarrerin oder ihren Pfarrer haben – aber in zunehmendemMaße nicht mehr für sich allein.Die Bereitschaft, dies zu akzeptieren, hat beiden Kirchengemeinden zugenommen, denn eshat sich gezeigt, dass reduzierte Dienstaufträgenicht oder nur schwer zu besetzen sind. Deshalbwird vermehrt die sinnvollere Möglichkeit derüberparochialen Zusammenarbeit genutzt. Dabeibleibt es bei einer vollen Pfarrstelle, die Pfarrerinbzw. der Pfarrer übernimmt aber auch einenDienstauftrag in der Nachbargemeinde, z. B. denKonfirmandenunterricht. Das stellt natürlich neueAnforderungen an die Zusammenarbeit unter denPfarrern und bedeutet für die Kirchengemeindenein Umdenken, was Kooperation, Begrenzung undTeilhabe angeht.Außerdem wird im Zuge der PfarrPlan-Prozessevermehrt eine Pfarrstelle für zwei oder drei Kirchengemeindenzuständig sein. Dies ist keineswegseine neue Situation in unserer Landeskirche,in den 1970er- und 1980er-Jahren war dieser Fallkeine Seltenheit. Seitdem ist das Angebot derGemeinden allerdings vielfältiger, zielgruppenorientierterund aufwändiger geworden, sodass dieRückkehr zu dem früheren Zustand nicht mehrproblemlos möglich ist.Strukturveränderungen bei KirchengemeindenWenn nur die Zahl der Pfarrstellen zurückgeht,die Zahl der Kirchengemeinden und auch der anderenStrukturen jedoch gleich bleibt, wird derVerwaltungsaufwand im Pfarrdienst immer größer.Deshalb geht es im Pfarrplan nicht nur umdie angemessene Verteilung und Sicherstellungdes Pfarrdienstes, sondern auch um die mit einerPfarrstelle verbundenen Strukturen. Sie spieleneine große Rolle bei der Leistbarkeit des Dienstes,bei der Attraktivität und damit bei der Besetzbarkeitder Stelle. Hier geht es um Dinge wie dieNutzung des Pfarrhauses, mögliche Fusionen,größere Verwaltungseinheiten oder neue Formender Kooperation. Es braucht Zeit und Geduld, umzu Ergebnissen zu kommen, die von möglichstvielen mitgetragen werden können, zumal in vielenKirchenbezirken bei diesem PfarrPlan 20185


Was sagen die Gemeinden?Theorie und Praxis: Dem Vortrag von Oberkirchenrat Wolfgang Traub folgte eine lebhafteDiskussion, die zeigte, wie vielfältig und individuell die Erfahrungen der Gemeinden mit derUmsetzung des Pfarrplan sind. Zwei Kommentare:Ewald Stingel2. Vorsitzender KGR Dürrwangen-Stockenhausen,K-Bezirk BalingenDie zentrale Aufgabe einer Kirche ist das Wirkenin der Gemeinde durch Seelsorge und Verkündigung.Aber unser Eindruck ist, dass die immerumfangreichere Kirchenleitung und Verwaltungdie eigentliche Aufgabe der Kirche immer weiterreduziert, bis die kirchliche Basis endgültigabgeschafft ist. Zum Beispiel in Dürrwangen-Stockenhausen:Das Streichen der Pfarrstelle Jugendpfarramt istkontraproduktiv. Die Jugend ist die Basis jedergut funktionierenden Gesellschaft. Dies habenKommunen und Vereine erkannt und investierensehr viel in die Jugendarbeit. Die Kirche dagegenschafft die Jugend ab.Im Referat hat Herr Traub deutlich gemacht, dassman es vermeiden würde, die schwer besetzbaren75 %-Pfarrstellen zu schaffen. Aber genaudies trifft auf die Kirchengemeinde Dürrwangen-Stockenhausen zu. Ab 2018 werden wir nur noch7


im Blickpunkteine 75 %-Pfarrstelle haben. Nach unserer Einschätzungwäre es ein Sechser im Lotto, wenndiese Stelle besetzt werden kann. Unsere Vermutung:Es wird damit gerechnet, dass keine Besetzungmöglich ist, um dann unsere Gemeinde miteiner 50 %-Stelle extern zu versorgen oder mit einerbenachbarten Gemeinde zusammen zu legen.Wir wünschen uns stattdessen eine Stärkung derGemeindepfarrstellen.Ingeborg BrehmerPfarrerin der evangelischen KirchengemeindeKreuzäcker Schwäbisch HallDie Pfarrplanberatungen im Kirchenbezirk SchwäbischHall für den PfarrPlan 2018 haben wir frühzeitigaufgenommen und dabei entsprechend demRat des damaligen Haller Dekans Richard Haugneben den aktuell anstehenden Kürzungen bereitsdie Pfarrpläne 2024 und 2030 in den Blick genommen.Der Pfarrplanausschuss hatte jeden Distriktaufgefordert, Vorschläge zu Kürzungen bzw. zurOptimierung der Zusammenarbeit zwischen denGemeinden zu erarbeiten.Im Distrikt der Stadtgemeinden SchwäbischHall wurde intensiv beraten, zwei vierstündigeSitzungen, an denen zehn Haupt- und acht Ehrenamtlichebeteiligt waren, wurden sogar vonder Gemeindeberatung moderiert. Denn, auchwenn das immer wieder dementiert wird: selbstverständlichspielen Emotionen eine große Rollein den Kürzungsberatungen, und es kann nichtausbleiben, dass eine Konkurrenz zwischen denGemeinden und auch unter den PfarrerInnen entsteht.Egal wie einleuchtend oder vernünftig einKürzungsvorschlag ist: jede Gemeinde kämpft umihr Fortbestehen, und zum guten Glück identifizierensich wir PfarrerInnen mit unserer jeweiligenGemeinde. Von Ehren- und Hauptamtlichen wirddarum in den ganzen Beratungen viel abverlangt:Zeit, Energie, Kreativität. Wenn am Ende einessolchen anstrengenden und langen Prozesses einErgebnis errungen wurde und dieses dann wenigeTage vor der entscheidenden Pfarrplanausschusssitzungvon dem zuständigen Mitarbeiter des OKRals nicht genehmigungsfähig zurückgewiesenwird, obwohl der OKR während des gesamtenProzesses über die Beratungen und Vorschlägeim Bilde war, dann ist das ein Schlag ins Gesichtall derjenigen, die sich in diese schmerzhaften Beratungendennoch mit viel Engagement begebenhaben. Dieses demütigende Vorgehen - erst sozu tun, als wären die Gemeinde selbst gefragt, siemühevoll Vorschläge erarbeiten zu lassen und amEnde zu sagen: wir haben die Kriterien geändert -unterminiert Vertrauen in die Kirchenleitung undnimmt jegliche Motivation.8


im BlickpunktWeise wieder amortisieren zu können. Die engeund gute Zusammenarbeit mit dem Umweltratund der Gemeindeberatung führt dazu, dass Fortbildungenund Tagungen stetig verbessert undoptimiert werden können. Über den KGT kannaußerdem eine Vielzahl von InteresentInnen fürsolche Fortbildungen erreicht werden.„Die Güte des Herrn ist‘s, dass wir nicht gar aussind...“ – das sei, so meinte Dekan van Luijk inseiner Ansprache, kein Pfeifen im Walde und auchkein billiger Trost, sondern die Versicherung, immerein Gegenüber zu haben, immer in Gemeinschaftleben zu dürfen. Gott in seiner grenzenlosenGüte verlässt uns nicht, wenn wir unser Herz mitihm teilen. Und natürlich ist Gott auch da, wo wirKirche gestalten. Das bedeute, dass wir uns nichtvorschnell zufrieden geben oder vertrösten lassensollten, auch wenn die täglichen Kämpfe und lähmendenAuseinandersetzungen hin und wiederden Horizont zu versperren drohen.Andrea BachmannGar kein Aktengrab – Das Landeskirchliche Archivin Stuttgart-MöhringenIm 17. Jahrhundert schrieb ein Pfarrer inWürttem berg seine Predigten in sorgfältigerSchönschrift nieder und illustrierte sie liebevollmit farbigen Tuschezeichnungen. Diese handschriftlichenPredigt texte sind natürlich nicht nurein wertvolles theologisches Dokument, sondernauch ein exklusives Stückchen Buchkunst. Blättertman durch die Seiten, fällt auf, dass einige10Illustrationen fehlen, sie sind säuberlich herausgeschnittenworden. Ein Sammler, so vermutetOberkirchenarchivdirektor Dr. Norbert Haag, hätteda nicht widerstehen können. So etwas passiere.Auch dass jemand zum farbigen Kugelschreibergreift, um in alten Kirchenbüchern ein paar Namenzu markieren, sei schon vorgekommen. SolcheGedankenlosigkeiten und Gebrauchsspuren


sind ein Grund, warum Archivare wichtige Quellenam liebsten im Achiv sehen. Hier können siesachgemäß verwahrt werden, gehen nicht verlorenund werden nicht beschädigt – dass ein Archiveinstürzt, weil eine U-Bahn gebaut wird, kommtschließlich nicht alle Tage vor.Das Landeskirchliche Archiv in Stuttgart-Möhringenversteht sich als Dienstleister für die KirchengemeindenWürttembergs. Das großzügigeGebäude einer ehemaligen Druckerei beherbergtneben der Landeskirchlichen Zentralbibliothek dieArchivbestände der Landeskirche und verfügt dafürüber mehr als 25 km Magazinkapazitäten.Wer hinter den Brandschutztüren durch die langenLagerräume mit den Schieberegalen wandert,bekommt schnell den Eindruck: was hier landet,ist so sicher verwahrt, dass es niemand mehr zuGesicht bekommen wird. Genau das ist nicht derFall. Natürlich steht die Sicherung und Bestandserhaltungdes Archivgutes an erster Stelle, mindestensgenauso wichtig ist jedoch dessenErschließung, die Inventarisierung nicht nur desSchriftgutes, sondern auch der Kirchengebäudeund der Kunstgegenstände und natürlich dieÖffentlichkeitsarbeit. Das Archiv berät bei Forschungsvorhaben,gibt genealogische Auskünfteund kuratiert Wanderausstellungen zu verschiedenenThemen. Ein besonders schönes Projektist eine Ausstellung zu der ersten für Württemberggedruckten Bibel, die Herzog Christoph1564 für alle Pfarreien anschaffen ließ und vonder nur noch vier Exemplare überliefert sind.Die Bibel verfügt über 134 wunderschöne Holzschnitte,die viel über die Vorstellungswelt unddas Bibelverständnis der Menschen in der FrühenNeuzeit aussagen. Ein Teil dieser Holzschnittesteht jetzt in Form von großformatigen Reproduktionenzur Verfügung, ein opulenter und informativerBildband begleitet die Ausstellung, dieKirchengemeinden ausleihen können. Auf dieseWeise finden Kirchen- und Glaubensgeschichteeine breite Plattform und bleiben lebendig.Außerdem betreut das Landeskirchliche Archivdas „Projekt Kirchenbuchportal“. Alle Kirchenbücherder Evangelischen Landeskirche in Württembergbis 1875 wurden zwischen 1963 und1999 vollständig mikroverfilmt und können vonInteressenten im Archiv eingesehen oder ausgeliehenwerden. Lesen kann man diese Mikrofilmeaber nur an einem speziellen Lesegerät. Deshalbsollen jetzt sämtliche Kirchenbücher aller württembergischenGemeinden eingeholt und digitalisiertwerden. Über ein Internetportal kann dann11


im Blickpunktauf die Inhalte zugegriffen werden. Die Kirchenbücherselbst werden gegebenenfalls restauriertund anschließend im Landeskirchlichen Archivverwahrt, können aber auch wieder ausgeliehenwerden, um zum Beispiel auf einer Ausstellungpräsentiert zu werden. Ganz unumstritten ist dasVorhaben nicht, viele Gemeinden tun sich schwerdamit, das „Gedächtnis“ der Pfarrei in anonymenArchivregalen verwahrt zu wissen. Denn schließlichsind die Kirchenbücher ein wichtiges StückErinnerungskultur.Damit sie das auch bleiben können, arbeitetSprengelarchivar Dr. Bertram Fink bei der archivalischenErschließung und Auswertung der Kirchenbüchereng mit den Gemeinden zusammen:interessierte Gemeindemitglieder helfen bei derEntzifferung alter Quellen, der Erstellung einesFindbuches oder der Redaktion einer Chronik.Eine Einführung in den Umgang mit solchemArchivmaterial und die Benutzung eines Archivsvermittelt die dafür nötigen Kenntnisse, die umfang-aber aufschlussreiche Arbeit wird anlässlicheines „Historischen Abends“ der Gemeindevorgestellt. Die Zusammenarbeit professionellerHistoriker und Archivare mit der Gemeinde ist einsinnvolles „Geschäft auf Gegenseitigkeit“, bei demauch ungewöhnliche Fundstücke angemessen bewertetund erschlossen werden können: „Einmalhaben wir einen ganzen Stapel Feldpostbriefe ausdem Ersten Weltkrieg in den Kirchenbüchern gefunden,die die Soldaten damals ans Pfarrhausadressiert hatten“, erzählt Bertram Fink.Natürlich wird man in Zukunft nicht mehr jedesKirchenbuch schnell einmal aus dem Schrank holenkönnen, um es der Konfirmandengruppe zuzeigen. Auch Hobbygenealogen werden es bedauern,nicht mehr den unmittelbaren Zauber der alten,handgeschriebenen Bände erleben zu können.Ihre Inhalte werden aber mit Sicherheit in Zukunftleichter zugänglich sein als zuvor.InfoWährend die Digitalisierung der Kirchenbücher generellbegrüßt wird, ist die vom OKR beschlossene Einholungund Verwahrung der Kirchenbücher durch das LandeskirchlicheArchiv für viele Kirchengemeinden problematisch.Kirchenbücher sind als pfarramtliche UrkundenEigentum der Landeskirche, gleichzeitig sind sie aberauch wichtige Dokumente zur Ortsgeschichte und vieleGemeinden fühlen sich für sie zuständig. Deshalb hat derKGT eine Stellungnahme zu dem Erlass des Oberkirchenratesüber die Digitalisierung der Kirchenbücher und denAufbau eines Kirchenbucharchivs verfasst:www.kirchengemeindetag.de/cms/startseite/aktuelles.12


im Blickpunktund für die Bedenken der Kritiker und die negativenErfahrungen aus der Praxis Lösungen gesucht. DieVorteile, Bewährtes, Hinweise und Beobachtungenaus gelungenen Planungen wurden eingearbeitet.Bausteinplanung – was bringt´s?Wie auch immer Ihre Erfahrungen mit der Bausteinplanungaussehen: Es lohnt sich, „dranzubleiben“!Denn je nachdem, wie Sie IhreBausteinplanung gestalten, können Sie in vielfacherHinsicht profitieren, z. B.:1. Grundlegende inhaltliche Auseinandersetzungmit Arbeitsbereichen der Gemeinde („Bausteine“)wie z. B. Gottesdienst oder Jugendarbeit2. Information des Gremiums, verbesserteWahrnehmung der Gemeinde, ihrer Angebote,ihrer Mitarbeitenden und des gemeinsamenAnspruchs an die Arbeit3. Weiterentwicklungsmöglichkeiten, Ziele undImpulse für die Gemeinde4. Partizipation von Gremiumsmitgliedern undMitarbeitenden, gegenseitige Wahrnehmungund KommunikationPassen Sie Ihre Bausteinplanung an IhreWünsche anDie fortentwickelte Bausteinplanung bleibt freiwillig.Da jede Gemeindesituation und jedesGremium unterschiedlich sind, ist die „neue“Bausteinplanung individueller gestaltbar und anpassungsfähig:Beispiel 1: Mit der Bausteinplanung können Siesich in Ihrer Amtszeit eine Gesamtschau der Gemeindeerarbeiten, indem Sie nach und nach alleIhre Bausteine/ Arbeitsbereiche behandeln. Es istaber auch möglich, inhaltliche Schwerpunkte zusetzen und nur einzelne Bausteine zu planen.Beispiel 2: Die Bausteinplanung hilft Ihnen, wennSie Verbesserungen oder neue Impulse in IhrerGemeinde anstreben. Sie können sie aber auchnur zu einer besseren Wahrnehmung des Arbeitsbereichsnutzen, indem Sie auf Ziel- und Maßnahmenarbeitsschritteverzichten.Beispiel 3: Eine Bausteinplanung kann lang oderkurz sein, mehr oder weniger theologisch in dieTiefe gehen, viel oder wenig Textarbeit beinhalten.Wählen Sie aus den verschiedenen Arbeitsschrittenund Fragestellungen die für Sie passenden ausoder ergänzen Sie neue.Verbessertes neues FormularGemeinden und Bausteinmoderatoren/innen findendas neue Formular praxistauglicher und verständlicher.Die Verwaltung kann es einfacher inden Plan für die kirchliche Arbeit einfügen.Diane SchneiderInfo: Das Praxisheft „Bausteinplanung neugedacht“ ist mittlerweile erschienen undsteht auch als Download im Internet zurVerfügung:http://www.kirchegestalten.de/fileadmin/mediapool/einrichtungen/E_kirchegestalten/Wirtschaftliches_Handeln/Bausteinplanung_neu_gedacht_Internet.pdf14


im KalenderAuf der Mitgliederversammlung 2012 wurde der (erweiterte) Vorstand neu gewählt: Gerlinde Feine, Dieter Oehler,Susanne Mayr, Ulf van Luijk, Dr. Henning Hoffmann, Herbert Kehl, Matthias Essig, Eva-Maria Freundenreich, Hans-JörgSchall und Rolf Krieg.VeranstaltungsübersichtDer Kirchengemeindetag unterstützt seine Mitgliederbei bestimmten Fortbildungsveranstaltungen mit einemFörderbeitrag zwischen 10 und 30 Euro pro Teilnehmer.26.-28.04.2013Stift UrachInnehalten – Auswerten – Weitergeben: DenÜbergang im Kirchengemeinderat gestaltenStift Urach, Bismarckstr. 12, 72574 Bad UrachKosten: 50 Euro plus 131 Euro (DZ) / 146 Euro(EZ) pro PersonLeitung: Annedore Beck Coach, Gomaringen, BärbelHartmann, Leiterin Stift Urach, Hans-MartinHärter, , Ev. Bildungszentrum Birkach,Förderbeitrag: 30 Euro pro Person05.10.2013, 9:30 Uhr bis 15:00 UhrRaum Stuttgart, Ort wird noch bekanntgegebenStudientag „Wechsel im Pfarramt“Kosten: 12 Euro pro PersonLeitung: N.N.Förderbeitrag: 10 Euro pro PersonInformationen und Anmeldemöglichkeit:angelika.reissing@elk-wue.de,Tel. 0711 / 45804942115


im ÜbrigenEs werde Licht!LEDs in kirchlichen RäumenEin Interview von Klaus-Peter Lüdke (KGT) mit ArchitektLudger Schmidt aus Steinenbronn. Er hat die LED-Lichtplanungin der St. Veit-Kirche Gärtringen, im Kolpinghausin Stuttgart, in der Evang. Kirche Rübgarten und in derEvang. Stephanskirche Nebringen umgesetzt(www.schmidt-steinenbronn.de)Wenn eine Gemeinde zum ersten Mal ihre LEDbeleuchteteKirche betritt …… dann kann die Gemeinde buchstäblich ein„blaues Wunder“ erleben, wenn man mit sogenanntenRGB-Leuchten farbiges Licht erzeugt.Diese Möglichkeit bieten LEDs und wir habendas bei der St. Veit-Kirche in Gärtringen bewussteingesetzt, um die Leuchten auf die vorwiegendblauen Kirchenfenster farblich abzustimmen.Das natürliche Licht, das durch die Fenster dringt,das Kerzenlicht im Raum und die künstliche Beleuchtungsollten zusammen betrachtet undbewusst gestaltet werden. Dabei bietet die LED-Technik neue Möglichkeiten durch sehr viel kompaktere,schlankere Leuchten und Leuchten mitder Möglichkeit, die Lichtfarbe zu verändern. Esgeht also um die Gestaltung des Kirchenraumesmit Licht.Gestaltungsmittel?Wir müssen uns bewusst machen, dass vieleunserer Kirchenräume gebaut wurden, als es außerKerzen und Sonnenlicht keine Möglichkeitenzur Raumbeleuchtung gab. Daraus leite ich einebesondere Verantwortung ab, die neue Techniksehr behutsam in historischen Kirchenräumeneinzusetzen. Leuchten können dabei denRaumcharakter unterstreichen, indem sie z.B. ingotischen Kirchenräumen die Jochgliederung aufnehmenoder die Vertikalität unterstreichen. Lichtkann man nutzen, um Räume an die unterschiedlichenGestimmtheiten der Kirchenbesucher anzupassen.Es gibt auch Kirchenräume, in denen dieLeuchten möglichst unsichtbar sein sollten und indenen man nur das Licht, aber nicht die Leuchtesehen möchte. So etwas geht mit LED-Technikbesser als mit den bisherigen Leuchten.Wie sieht es mit der Wirtschaftlichkeit aus?Der Stromverbrauch der Beleuchtung spielt beiKirchenräumen nur eine untergeordnete Rolle,da die Beleuchtung in den meisten Fällen nur wenigeStunden in der Woche in Betrieb ist. ÜberStromkosteneinsparungen die Umstellung aufLED-Technik finanzieren zu können, ist daherWunschdenken. Interessant ist aber der Aspektdes Leuchtmittelwechsels. Wenn LED-Leuchtenrichtig konstruiert sind, liegt die Lebensdauer derLeuchtmittel bei 15.000 bis 100.000 Stunden.17


im ÜbrigenDadurch entfällt der gerade in Kirchen oft beträchtlicheAufwand für den Austausch vonLeuchtmitteln. Man sollte aber darauf achten,dass die Vorschaltgeräte/Netzteile gut zugänglichsind (meist im Dachraum).Und jede nicht verbrauchte Kilowattstunde Stromist eine gute Kilowattstunde. Auch diese kleinenEinsparungen addieren sich in der Summe zu einerbeträchtlichen Einsparung.Wo liegt das größte Einsparpotenzial in kirchlichenRäumen?Es gibt einzelne „prominente“ Kirchen, die dieganze Woche über geöffnet sind und beleuchtetwerden. Hier kann sich die Umstellung auch über18die Stromkosten wirtschaftlich lohnen. Mit LEDskönnen aber auch Leuchten in Gemeinderäumen,und –büros kleiner und kompakter werden. DerStromverbrauch sinkt und die Leuchtmittel haltenlänger. Doch LEDs können noch mehr. Eine nochwenig genutzte Möglichkeit ist die Abstimmungder Lichtfarbe auf die Tageszeit. Man steuert dieLichtfarbe analog zum Sonnenlicht draußen, wasfür Mitarbeiter, die den ganzen Tag am Schreibtischsitzen, sehr angenehm ist. Man simuliert dienatürliche Veränderung der Farbtemperatur, alswenn man sich in der freien Natur aufhält.Ein weiteres Thema ist die Entsorgung der kaputtenLampen. Energiesparlampen enthalten giftigesQuecksilber, Blei und Chrom und sind daher


Sondermüll. LEDs enthalten Elektronikbauteileund sollten im Elektronikschrott fachgerecht entsorgtwerden.Wann ist eine professionelle Lichtplanungsinnvoll?Ich würde – ganz subjektiv – sagen: Immer! EinLichtplaner sieht eine Beleuchtungsaufgabe andersan als ein Elektriker oder ein „normaler“ Architekt.Man kann – und sollte – mit Licht Räumegestalten. Das ist ein Thema bei großen Kirchenräumen,aber auch bei einem Treppenaufgang,einem Gemeindesaal oder einem WC.Der wichtige symbolische Aspekt von „Licht“spielt natürlich bei Kirchenräumen eine großeRolle. Hier sollte man nicht nur „Licht planen“,sondern hier steht Christus als das Licht der Weltim Mittelpunkt. Da geht es auch um Lichtsymbolik,um das Licht der aufgehenden Sonne alsSymbol für den Ostermorgen und die Verheißungder Wiederkunft Christi. Da sind wir – und habenwir – nur ganz kleine Lichter.19


Gruß aus PfeffingenEnde des 19. Jahrhunderts wurde die mittelalterlicheSt. Nikolaus-Kapelle in Pfeffingen abgerissen,die seit 1575 als Pfarrkirche diente. Nachdemfünf Jahre zuvor die Kirche im Nachbarort Burgfeldendurch einen Neubau ersetzt worden war,hatte der ehemalige Pfarrer beider Gemeinden,Eduard Hauber, anscheinend Geschmack am Bauherrendaseingefunden: Für die Nikolauskirche inPfeffingen entwarf er sogar die Pläne selbst. Vonder romanischen Kapelle blieb der Unterbau desWetterturms erhalten, darüber wurde aus Tuffsteinmauerwerkund rotem Sandstein die neueKirche gebaut, die natürlich im neugotischen Stilausgefertigt wurde. Gotische Kirchen galten imKaiserreich als die deutschen Kirchen par excellence.In den 80er Jahren riss man mehrere alte Häuserab, die bis dahin vor der Kirche gestanden hattenund legte den Kirchplatz neu an. Seitdem hat maneinen wunderschönen Blick auf die am Hang liegendeKirche.Nicht zufällig sind in der Saalkirche der Taufstein,der Altar mit dem Kruzifix und das große Rosettenfensterin einer Fluchtlinie angelegt: Sie bildeneine Lebenslinie von der Taufe über die Lebensgestaltungim Angesicht des Kreuzes bis zur Vollendungdes Lebens in Jesus Christus.Die neugotischen Malereien im Chorraum undauf der Spitztonnendecke verschwanden in den1950er Jahren, den Geboten von Authentizitätund Schlichtheit folgend, unter einem braunbeigefarbenenAnstrich. Ein Holzschnitzer aus derUmgebung fertigte die Büsten der Apostel undEvangelisten an, die seitdem die Empore und denKanzelkorb schmücken.Typisch für die Frömmigkeitskultur der Aufklärungsind die Grabsteine an der Südseite rechts vomPortal: Sie dokumentieren, fast wie eine protestantischeHeiligenvita, das Leben der damaligenOrtspfarrer und ihrer Familien.Etwas Besonderes ist das Pfarrhaus neben derKirche: Bis 1719 stand das zweigeschossige Fachwerkhausin der Nähe eines Klosters im Wannental.Dann wurde das Fachwerkgerüst abgetragen,nach Pfeffingen transportiert und dort wieder aufgebaut.Markus Gneiting / Andrea Bachmann

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