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KUNSTBERICHTSchöne Aussichten:Stuttgarts neue LichtskulpturDas neue Kunstmuseum in Stuttgart ist in allerMunde - zuletzt wegen Mängeln im Kabelbereich,die die Eröffnung des Museums weiter verzögern.Dennoch können diese Negativschlagzeilen eindurchweg gelungenes Bauwerk nicht schädigen.Seite 4


Wer denkt angesichts dieses gelungenenBauwerkes noch an die Kontroversen,die sich rund um den Baubeginndes Museums rankten. Unvergessensind jedoch die Diskussionen, die dieSchließung des Stuttgarter In-Lokals,Pauls Boutique auf dem Kleinen Schlossplatzund den Abbruch der SpanischenTreppe begleiteten. Diese SpanischeTreppe sollte ursprünglich eigentlichnur den Kleinen Schlossplatz etwasbesser an die Fußgängerzone anbinden –die Stuttgarter hatten sie aber bald insHerz geschlossen und protestierten heftiggegen deren Abbruch.Dieser Abbruch des 1968 fertig gestelltenKleinen Schlossplatzes begannAnfang 2002 und einer der damaligenBaubeteiligten des Kleinen Schlossplatzeswirkte auch an dessen Beseitigungmaßgeblich mit.BELEBUNG DES PLATZESALS PLANERISCHES ZIELDer Architekt Max Bächer saß nämlicheiner Jury vor, die aus Entwürfen von340 nationalen und internationalenArchitekturbüros in einem zweistufigenVerfahren im Oktober 1999 den Entwurfdes Berliner Architekturbüros Hascher +Jehle auf den ersten Platz hob.Eine der wichtigsten planerischen Vorgabenin dem Wettbewerb war, denSchlossplatz nach Norden hin aufzubrechenund dessen Abschottung zubeseitigen.Durch den Bau eines attraktivenöffentlichen Gebäudes und der damitverbundenen Öffnung des Schlossplatzessollte insgesamt eine Belebungdes Platzes herbeigeführt werden.Menschen sollten zum Verweilen eingeladenund das Leben an dieser Stellegewissermaßen entschleunigt werden.Mit der Prämierung des Entwurfes derBerliner Architekten Prof. RainerHascher und Prof. Sebastian Jehlewurde dieses planerische Konzept konsequentumgesetzt.Ein Grund hierfür ist neben demfiligranen Bauwerk selbst mit Sicherheitauch die Tatsache, dass das beiden Stuttgartern beliebte TreppenprovisoriumEingang in den Entwurf derArchitekten gefunden hat: die Treppetaucht in Form einer ausladenden Freitreppewieder auf, die die Passantenvom Schlossplatz an beiden Seiten desKubus vorbei auf die obere Platzebeneund die Theodor-Heuss-Straße überleitetund das Publikum darüber hinausdurch großzügige Kaskaden zumVerweilen einlädt.DIE STUTTGARTER HABENEINE NEUE TREPPEFür die beiden, in Stuttgart geborenenArchitekten bedeutete der Zuschlagneben dem Triumph zugleich auch einegroße Herausforderung, den zentralenPlatz ihrer Heimatstadt zu gestalten.Denn neben dem Entwurf für die Umgestaltungdes Königsbaus in das BüroundGeschäftshaus Stilwerk stammtauch das weitere Geschäftshaus Scalaauf der Rückseite des Kunstmuseumsaus der Feder der Berliner Architekten(siehe Interview S. 10).Die Baumaßnahmen an dem neuenKunstmuseum nahmen von Anbeginnan ihren geplanten Gang und warenzumindest anfangs noch zeitlich imRahmen der Vorgaben. In den knappzweieinhalb Jahren Bauzeit wurdenunzählige Tonnen Beton verbaut undmit 2.500m² Glasflächen umfasst,Spezialglas, von denen jede einzelneder 4,2 mal 2,5 Meter großen Glasscheibenstolze 717 Kilogramm aufdie Waage bringt. Diese Glasplattenbringen eine Leichtigkeit in das lichtdurchfluteteFoyer und verwandeln dasBauwerk zugleich zu einer einzigartigenLichtskulptur, denn der mit Auerkalksteinverkleidete Kern des Gebäudeswird in der Nacht beleuchtet.In dem von Außen sichtbaren Kerndes Gebäudes werden die Wechselausstellungenstattfinden, der durcheinen großzügigen Eingangsbereichmit Museumscafe und -shop erreichbarist.DIE SCHÄTZE DER GALERIELAGERN IM UNTERGRUNDDie Leichtigkeit des Gebäudes ist Programm– dies wurde vor allem auchdadurch erreicht, dass sich der größteTeil des Museums im Verborgenen,d.h. im Erd- und Untergeschoss befindet.Von den insgesamt 5.000m² Ausstellungsflächenbefinden sich nur rund1.200m² in dem Kubus, während sichdie restlichen 3.800m² Ausstellungsflächedem Besucher erst erschließen,wenn er sich in den Untergrundbewegt.Durch ein 20 Meter langes Lichtband,welches sich hinter dem Museumauf der Fläche des früheren KleinenSchlossplatzes befindet, haben esdie Architekten verstanden, bei denBesuchern aufgrund des einfallendenTageslichtes nie den Eindruck aufkommenzu lassen, man befinde sich unterder Erde.Der besondere Clou der Planung war,Teile der früheren Planietunnel in dasBauwerk zu integrieren. So wurdenbereits vorhandene Baukörper in dasSeite 5


Gebäude eingebunden und man konnteden sichtbaren Teil des Kunstmuseumsauf einen schon fast zierlich anmutendenGlaskubus reduzieren.Die Architekten denken sogar nochein Stück weiter: aus ihrer Sicht istes durchaus vorstellbar, dass die nunnoch verbliebenen Tunnelteile, durchdie derzeit wieder die Autos fahren,später einmal ebenfalls dem Museumzugeschlagen werden, sollten sie einmalnicht mehr benötigt werden. Aufgrunddes früheren Verlaufs des Planietunnelskann der aufmerksame Museumsbesucherauch eine Aufbrechung der strengenSymmetrie der Kubatur des Würfelsentdecken.Das quadratische Äußere setzt sichnämlich im Museum selbst nicht fort,was man bereits an dem Lichtband ablesenkann, das den ursprünglichen Verlaufdes Planietunnels wiedergibt unddas nicht im rechten Winkel zu demMuseum verläuft.TUNNELSPIELENoch einen Schritt weiter gehen dieGedanken, die nun wieder voll benutzbarenTunnelteile etwa durch eineGlaswand stärker in das Museum einzubinden,also die Kraftfahrzeuge in dieKunst einzubeziehen, wenn sie durchden Tunnel an der Kunst vorbeifahren.Die besondere Lage des Museumswürde so besonders anschaulich herausgestrichenund es wäre eine letzteHommage an den Kleinen Schlossplatzals Verkehrsbauwerk. Die Umsetzungder Pläne wird aber aufgrunddes großen Aufwandes selbst von denArchitekten heute als unwahrscheinlichbezeichnet.Finanziell blieb das 67 Millionen Euroteure Bauwerk entgegen der sonstigenGewohnheiten bei öffentlichen Bauvorhabenin seinen vorgegebenen Bahnen.Die einkalkulierten 5 Millionen Euro ausder Wirtschaft konnten angesichts derteilweise schwierigen konjunkturellenVorgaben allerdings nicht vollständigaufgebracht werden.Seite 6


wie gewünscht funktioniert. Für diesenProduktionsfehler der Kabel und diedamit verbundene Verzögerung kannzwar alleine die herstellende Firmaverantwortlich gemacht werden, jedochwird der Bauablauf insgesamt zunehmendmit Verärgerung betrachtet. Soist es beispielsweise unverständlich,warum der Belag des Platzes hinterdem Kunstmuseum komplett aufgerissen,jedoch die Belagsarbeiten dannnicht unmittelbar in Angriff genommenwurden. Der Übergang vom Schlossplatzzu der Theodor-Heuss-Straße wird so zueinem äußerst unbequemen Hindernislauf.Wann auch immer die Eröffnung stattfindet,zu sehen sein werden zunächsteinmal alte Bekannte: Die neue Leiterindes Kunstmuseums, die 38-jährigepromovierte Kunsthistorikerin Frau Dr.Marion Ackermann will die Eröffnungnicht mit einer Sonderschau begleiten,sondern es werden zunächst einmal dieKernbestände des Museums gezeigt,d.h. insbesondere Dix, aber auch Hölzel,Baumeister und Winter.Neu sein wird aber nicht nur dasGebäude: auch die Verantwortlichkeitfür das Kunstmuseum wechselte nacheinem medienwirksam ausgetragenenStreit zwischen den Architekten unddem früheren Leiter der städtischenGalerie, Herrn Dr. Schmidt. Kern desStreits waren zwei verschiedene Raumkonzepte,die sich diametral gegenüberstanden. Herr Dr. Schmidt, vertrat dassog. Kartausenkonzept, d.h. die Parzellierungder Ausstellungsfläche in kleineund kleinste Kammern, die jeweils durchlange Flure miteinander verbunden seinsollten. Begründet wurde diese Konzeptionmit der Zusammensetzung derSammlung der Stadt: nachdem es sichbei dieser Sammlung um eine SchwerpunktsammlungsüdwestdeutscherMalerei handelt, also nur mit Schwierigkeitenchronologisch gehängt werdenkann, sollte nach Ansicht des Herrn Dr.Schmidt jedem Maler eine Kartausegewidmet werden. Abgelehnt wurdediese Haltung sowohl von den Architektenals auch den Museumsfachleutenmit der dann nicht mehr zeitgemäßenRaumaufteilung des Museums –zudem verliert jeder Museumsbesucherdas Interesse einer Besichtigungmit zunehmender Anzahl der Kartausen.Der Stadtrat stellte sich auf die Seiteder Architekten was zum Rücktritt desHerrn Dr. Schmidt führte. Dessen Nachfolgerinist Frau Dr. Marion Ackermann.Dass der Stadtrat mit diesen Entscheidungeninsgesamt eine glückliche Handhatte, wird der bestätigen können, derdieses auch im Untergeschoss überraschendlichtdurchflutete Museum schongesehen hat.KOMPLETTER NEUAUFTRITTDES MUSEUMSNeu ist neben dem Gebäude auch derAuftritt des Museums: die Galerie derStadt Stuttgart wurde umfirmiert inKunstmuseum Stuttgart. Begründetwurde die neue Namensgebung zumeinen mit der Verwechslungsgefahr zurnahen Staatsgalerie, zum zweiten aberauch mit der zunehmenden Kommerzialisierungdes Begriffes Galerie, vonder man sich abgrenzen wollte. Nebendem Namen wurde auch ein neues Logogefunden, das den Auftritt des Museumsin der Öffentlichkeit einprägsamermachen sollte.Am Ende bleibt zu hoffen, dass dasneue Kunstmuseum regen Zuspruch inder Bevölkerung findet. So könnte durchdie steigende Besucherzahl vielleichtauch der derzeit einkalkulierte, städtischeZuschuss von 4,5 Millionen Eurozurückgefahren werden und die so freiwerdendenHaushaltsmittel dann vielleichtin den Etat des Museums fließen,mit dem Kunstwerke angekauft werdenkönnten, denn Zukäufe insbesondereaus der zeitgenössischen Kunst fandenin den letzten Jahren nicht statt.Dass dies durchaus erstrebenswert seinkann, werden wir in den nächsten Ausgabendieses Magazins unter Beweisstellen. Grund für den äußerst spärlichenAnkaufsetat sind aber auch dieausbleibenden Zuschüsse aus denToto- und Lottoerlösen. So kann dieseso wichtige Aufgabe eines Kunstmuseums,Gegenwartskunst für die zukünftigeGeneration zu erhalten, derzeitpraktisch nicht ausgeführt werden.DER DACHGARTEN: EINBESONDERER ANZIEHUNGSPUNKTBesonderer Anziehungspunkt wirdinsbesondere auch das neue, im Obergeschossbefindliche Restaurant sein.Bei schönen Wetter können die beweglichenKlappelemente des Glasdachesgeöffnet werden, so dass die Veranstaltungbei herrlichem Blick auf denSchlossplatz und das neue Schloss zueiner Freiluftveranstaltung wird. DasRestaurant mit dem Namen Schlemmerwird von dem Sommelier Frank Kämmerbewirtschaftet, betrieben werdensoll es von der Waiblinger GastronomiegruppeRauschenberger, die unteranderem auch das Restaurant Pier 51in Stuttgart - Degerloch betreibt. Das imErdgeschoss befindliche Café mit demNamen Oskar vervollständigt die Gastronomie,die auch vor dem Museumeinige Plätze im Freien anbieten wird.An dieser Stelle sei jedoch ausdrücklichbetont, dass der Besuch des Dachgartensnicht von einem Restaurantbesuchabhängt – auch ohne etwas zu verzehrenkann der Blick über Stuttgart genossenwerden.Seite 8


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KUNSTGESPRÄCHIm Dialog mit den BaumeisternHascher? Jehle? Mit diesen Namen können wohl nur Architekturkenneretwas anfangen. Dabei sind der 1950 geborene RainerHascher und der 39 jährige Sebastian Jehle die Baumeister vonStuttgarts neuem Wahrzeichen am Schlossplatz. Rainer Haschergründete bereits 1979 sein Architekturbüro in Berlin und ging1992 mit Sebastian Jehle eine für beide Seiten fruchtbarePartnerschaft ein.Seite 10


Artinfo: Herr Professor Hascher,Herr Professor Jehle, es befandensich drei Entwürfe in der Endphasedes Wettbewerbs um den Entwurfdes neuen Kunstmuseums und alledrei kamen von Berliner Architekturbüros– muss man in Berlin tätigsein, um solche Wettbewerbe zugewinnen?Jehle: Es ist nicht ganz so, wie esauf den ersten Blick erscheint. HerrHascher und ich sind beide gebürtigeStuttgarter und auch das Büro HeinleWischer und Partner hat seinen Stammsitzin Stuttgart und kennt die Stadtsehr genau – insofern waren zwei vonden drei „Berliner Büros“ in WahrheitStuttgarter Büros. Bei der Neugestaltungdes Schlossplatzes war eine sehrstarke städtebauliche Komponente enthalten,der Wettbewerb hatte ja auchfolgerichtig zur Aufgabe, die „städtebaulicheNeuordnung des KleinenSchlossplatzes und den Neubau desMuseums“, daher war es von großemVorteil, die Stadt gut zu kennen, auchfür uns „Berliner“.Ein Konkurrenzentwurf hatte einengroßzügigen Bau in Form eines langgezogenen „S“ geplant, in dem einFlügel das Kunstmuseum und derandere Gebäudeteil Geschäftsflächenund Einkaufspassage hätten sein sollen.Ein avantgardistischer Entwurf?Hascher: Es ist richtig, bei den Konkurrenzentwürfenwar die kommerzielleSeite der Gebäude stärker ausgeprägt- konsequenterweise, weil Auslobendedes Wettbewerbs nicht die Stadt, sondernzwei Banken waren. Eine derartigstarke Kommerzialisierung kam unsaber nie in den Sinn, bei uns waren esimmer separate Inselbauten. Ich haltenichts von dem Gedanken, dass durchdie Kombination zwischen Einkaufspassageund Museum vielleicht noch dereine oder andere Besucher zusätzlichangelockt werden soll. Diese Art derVermengung von Kunst und Kommerzhat etwas von Disneyland. Das wolltenwir nicht.Zu dem Entwurf des Kunstmuseumsselbst: Ihr Bau nimmt sich sehrzurück, wenn man an die Guggenheimmuseenoder das neue Kunstmuseumin Graz mit der spektakulären Blub-Architektur denkt. Warum haben Siesich nicht an diesen Trend angehängtund dem Museum ein spektakuläreresÄußeres gegeben?Hascher: Weil wir kein Spektakel wollten.Es entspricht nicht unserer Architekturauffassung,die Form ihrer selbst willenzu inszenieren. Gleichwohl sind wirder Meinung, dass das Ergebnis nichtunspektakulär ist. Die Qualität generiertsich jedoch nicht aus einer modischenAufgeregtheit, sondern aus einer sehrgroßen Ruhe und Selbstverständlichkeitheraus. Wir wollten weder modischenoch historisierende Accessoiresund vor allem kein Gebäude, das sichselbst als Konkurrenz zu den Bildernsieht, die in dem Gebäude hängen. Eshat ja auch einige Stimmen gegeben,die sagten, man müsste das Kronprinzen-Palaiswieder aufbauen, das früheran dieser Stelle stand (siehe KunstlexikonS. 24). Diese Pläne hätten denSchlossplatz jedoch nach Norden hinerneut hermetisch abgeriegelt und diestädtebauliche Chance, das Wegenetzder Innenstadt zu stärken, ungenutztgelassen. Wir haben dagegen diesensehr markanten gläsernen Kubus alsErgänzung zu den umgebenden Gebäudenplatziert und ihn so proportioniert,dass er eben nicht die ganze Lückeschließt, sondern sich als solitärerKubus städtebaulich freispielt.Sahen Sie in der Glasoberfläche desGebäudes nicht die Gefahr, dass sichIhre Geisteshaltung ins Gegenteiligeverkehrt? Es spiegeln sich ja darindie angrenzenden Gebäude, so dassman fast sagen könnte, der Würfellöst sich durch die Spiegelungen inder Umgebung auf und verliert so dasCharakteristikum, das ihm eigentlichzugedacht ist?Jehle: Nein, der gläserne Kubus ist imStadtraum mit seinem ganzen Volumensehr präsent – nicht zuletzt durch dieBedruckung, die sich von unten nachoben in Verlaufsform auflöst. Das Spielmit der Transparenz, das Sie ansprechen,ist aber durchaus gewollt und– wie ich meine – kein Widerspruch.Es hängt sehr stark vom Licht und vomStandort des Betrachters ab, welchesBild sich ergibt. Ganz klar wird dieserWechsel in der Tag-Nacht-Wirkung deutlich.Es sind also die unterschiedlichenBlickrichtungen von außen nach innenund umgekehrt, die beim Entwurf eineRolle gespielt haben. Die Umgänge umden massiven Kubus wirken von innenwie Stadtbalkone mit einem einzigartigenBlick über den Schlossplatz unddie Stadt. Von außen bleibt der präzisegefasste, gläserne Körper aber immererhalten und je nach Lichteinfall undStandpunkt lassen sich die Vorgängeim Inneren klar erkennen oder auchnur schemenhaft erahnen.Warum haben sie eine derarttransparente Haut des Museumsgewählt?Jehle: Die Transparenz bietet die Möglichkeitdieses beschriebenen Wechselspiels.Es entspricht aber auch unsererInterpretation dieses Ortes und derAufgabe. Ganz anders als für PeterZumthor, der seine Kunsthalle in Bregenzzwar mit Glas eingekleidet hat,dabei aber keinerlei Aus- und Einblickezulässt – den Besucher also vollständigin eine eigene Welt eintauchenSeite 11


lässt – ist für uns das Wechselspiel zwischenStadt und Museum der leitendeEntwurfsgedanke gewesen. Phasen derKonzentration, ganz auf die Kunst inden Ausstellungsräumen gerichtet,wechseln sich mit Phasen der Kommunikationab. Konsequenter Weisewerden die reinen Ausstellungsflächendurch offene, weite und natürlichbelichtete Flächen wie den Umgängenergänzt. Am besten lässt sich dieserGedanke an der obersten Ebene erkennen,die ja gar nicht Bestandteil desursprünglichen Raumprogramms war,sondern von uns „dazuerfunden“ wurde.Diese freien Flächen dienen zum einender Erschließung und zum anderen derKommunikation. Dieses Wechselspielist uns wichtig, auch, weil das KunstmuseumStuttgart ein Stück öffentlicherRaum ist. Wir wollten daher ein offenesGebäude schaffen und keinen geschlossenenMusentempel, zu dem man ersteinmal eine Treppe emporsteigen muss.Das Museum zeigt ja keine Privatsammlungoder ausschließlich Wechselausstellungen,sondern die Sammlung derStadt Stuttgart. Der Bezug zur Stadt,besonders an diesem zentralen undungemein belebten Platz, war unswichtig. Die gläserne Hülle ermöglichtdiese Ein- und Ausblicke.Wie stark waren die Stimmen, diekein touristisches Gebäude, sonderneher ein gewachsenes Ensemblebestehend aus Altem Schloss, NeuemSchloss, Königsbau und eben demwieder aufgebautes Kronprinzenpalaiswollten?Jehle: Die Stimmen für rekonstruktiveLösungen sind immer da, wenn im denkmalgeschütztenKontext gebaut werdensoll. Sie begründen sich aus einer rückwärtsgewandten Sichtweise, die davonausgeht, dass moderne Architektur keinenangemessenen Beitrag für unsereStadtzentren leisten kann. Sie speisensich auch aus einer romantischen Sehnsuchtnach der „guten, alten Zeit“ – wirkennen dies aus Berlin nur zu gut – undführen zu „Stadtschloss-Debatten“, wiez. B. in Braunschweig, wo hinter „historischen“Schlossfassaden ein Shopping-Centerkaschiert werden soll. Wirerteilen mit unserer Architektur dieserHaltung eine klare Absage. Architekturist immer auch ein Spiegel ihrer Zeit.Auch das derzeit beliebte Retro-Designspiegelt diese gesellschaftliche Strömungsehr gut wieder, es offenbartaber gleichzeitig auch die Mutlosigkeit,eigenständige Lösungen findenzu wollen.Uns ist klar, dass das Gebäude durchdiese Kompromisslosigkeit stark polarisiertund es Leute geben wird, diediesen Bau ablehnen werden. Uns warjedoch diese Eindeutigkeit wichtig.Unser anfängliches Konzept sollte nichtverwässert, sondern so, wie es ursprünglichbeschlossen wurde, umgesetzt werden.Die Jury und die Stadt Stuttgartwaren derselben Ansicht, sonst hätte siesich nicht für unseren Entwurf entschieden.Ein Ensemble mit dem Königsbau,dem Alten und dem Neuen Schloss istin jedem Fall entstanden, jedoch miteinem Baustein unserer Zeit. In derjetzigen Form stellt das Gebäude eineneigenen Beitrag mit neuen Potentialendar – wie diese dann genutzt werden,wird die Zukunft zeigen.Überraschend ist neben der vonaußen ungeahnten Größe desMuseums auch das Tageslicht, daserstaunlicherweise auch im Untergeschosszu finden ist.Hascher: Ja, das Tageslicht spieltebereits in den Planungen eine wichtigeRolle, gerade weil große Teile derAusstellungsfläche unter dem KleinenSchlossplatz liegen. Psychologisch istwichtig, gar nicht erst den Eindruckentstehen zu lassen, dass man sich ineiner unterirdischen Situation befindet.Wir haben ganz gezielt darauf geachtet,dass das Tageslicht immer wieder anjeder Stelle des Museums spürbar ist.Besonders wichtig ist das Oberlichtband,dass in den kleinen Schlossplatzintegriert ist. Es liegt direkt über derHauptachse, von wo die Ausstellungsräumeerschlossen werden. Das Tageslichtdringt so bis in die untere Ebene.Diese heute so viel gelobte Offenheitund Transparenz des Museumswar der Auslöser einer heftigen Auseinandersetzungmit der früherenMuseumsleitung und insbesonderemit dem damaligen Leiter, Herrn Dr.Schmidt, der sich sehr stark für dasKartausenprinzip eingesetzt hat.Es gab damals von bedeutendenKünstlern die Aussage, dass sich dieArchitektur der Kunst unterordnensollte und die offen dieses Kartausenprinzipoder zumindest einigeKünstlerräume gefordert haben –wie stehen Sie dazu?Hascher: Das Museum hat Elementeeiner sehr klassischen Anordnung, wieman sie aus vielen Museen kennt. Esgibt natürlich hier sowohl die Möglichkeit,größere Komplexe zusammenhängendzu zeigen, als auch denKünstlerraum, einzurichten. Dies istauch wichtig für das variable Bespielender Räume. Wir wollten also durchausRäume, die der Kunst den Vortrittlassen, jedoch andererseits auch denkommunikativen Aspekt eines solchenGebäudes nicht vernachlässigen. Ichdenke, dass das Museum, so wie esjetzt angelegt ist, nicht dem Gedankeneines Künstlerraums widerspricht, aberes widerspricht ganz entschieden einerKartause, nämlich diesen einzelnenRäumen, die ja auch von ihrer Größeher deutlich kleiner hätten sein müssenals jetzt. Die Pläne gingen bis zur Zim-Seite 12


mergröße und dann die Erschließungder Kartausen: je durch eine Tür, reinund raus, rein und raus und was passiertdann auf dem Flur? Also nicht nur dieVorstellung, dass man so etwas bauensoll, sondern auch die Vorstellung, dassman durch solch ein Museum geht, istunmöglich. Spätestens nach dem 20.Raum fragt man sich, was ist denn hierpassiert.Der Streit ist bekannt – wie ging eraus?Hascher: Wir haben gegen diese Ausprägungdes Kartausenprinzips vonAnfang an unsere Bedenken geäußert,zumal es eine baulich für alle Ewigkeitfixierte Lösung gewesen wäre. Insofernmusste sich die Stadt fragen, ob manhier ein Museum für Herrn Dr. Schmidtoder aber ein Museum für die Stadtbaut. Wir waren tatsächlich drauf unddran zu sagen, wir geben den Auftragab, weil wir so ein Konzept nicht hättenbaulich verantworten können. Alswir merkten, dass wir mit unserer Auffassungnicht isoliert waren, sondern– insbesondere auch vom Galeriebeirat- zunehmend Unterstützung erfahrenhaben, sind wir an den Gemeinderatherangetreten und haben diesen umeine endgültige Entscheidung gebeten.Daraufhin gab es ein Hearing, wo sichauch die Künstler Markus Lüpperz undBen Willikens zu Wort gemeldet haben.Der Gemeinderat hat anschließend mitder Entscheidung für unser Konzept denSchlussstrich unter das Kapitel Kartausenkonzeptgesetzt.Wie hat sich die Zusammenarbeitunter der neuen Direktorin desKunstmuseums Frau Dr. Ackermann,entwickelt?Hascher: Es gab von Anbeginn einetatsächliche Zusammenarbeit und esfindet nun vor allem ein Dialog statt,der vorher nicht stattgefunden hat.Man schätzt sich auch in seiner jeweiligenFunktion und Kompetenz. DerGedankenaustausch ist sehr fruchtbar.Nachdem nun eine Vertrauensbasisgeschaffen ist, kann man auch offenmiteinander umgehen. Es ist zwar auchjetzt so, dass wir uns nicht von vornehereinin allem einig sind, aber es findeteben ein konstruktiver Dialog statt,der durchaus mit unterschiedlichenStandpunkten geführt wird, aber aufder Ebene einer konstruktiven Diskussion,das gemeinsame Ziel vor Augenund mit dem Willen, eine gute Lösungzu finden.Wie plant man ein Kunstmuseum?Muss man sich als Architektspeziell darauf vorbereiten oder istes mehr oder weniger ein öffentlichesGebäude wie so viele andere?Jehle: Natürlich muss man sich auf soein Projekt vorbereiten und bei einemKunstmuseum vielleicht noch mehr alsbei anderen Gebäuden. Nichts destotrotz ist aber auch ein Kunstmuseumein Zweckgebäude, und von der Seite hates funktionale Anforderungen, die erfülltwerden müssen. Wir müssen uns mit dergesamten räumlichen Konzeption auseinandersetzen,nicht nur mit den Ausstellungsräumen.Bei der Vorbereitunggreift man auf eigene Erfahrungen undauf die entsprechende Literatur zurück,nicht zuletzt schaut man sich auch vieleMuseen vor dem Hintergrund der eigenenEntwurfsideen an und analysiert die VorundNachteile. So kann man mancheslernen und am eigenen Entwurf verbessern.Am Ende stehen aber die eigeneArchitektur, der Raum und seine Wirkungim Zentrum unserer Überlegungen.Die Staatsgalerie ist eine so genannteArchitekturcollage, d.h. bei ihrer Planungwurden –wie beispielsweisedie Rotunde- unverkennbare Stilmittelberühmter Museumsbauten entlehnt.Haben auch Sie bei irgendeinemMuseum „geklaut“?Seite 13


Jehle: Leider konnten wir das nicht,vielleicht hätte uns dies die Arbeitetwas erleichtert – nein, Spaß beiseite.Wir leben inmitten einer Mediengesellschaftund es wäre absurd zu behaupten,man wäre nicht beeinflusst durchdie Arbeiten anderer oder auch durchden Zeitgeist. Natürlich wird angesichtsder Kubatur und auch der Abmessungender eine oder andere Betrachter vielleichtan Peter Zumthors Kunsthalle inBregenz erinnern, welche aber mit unseremGebäude, abgesehen von der Form -ich hatte vorher schon die Unterschiedeerläutert - im Grunde genommen nichtsgemein hat.Die vorgegebenen Besonderheiten desOrtes mit den Tunnelröhren ließenAnleihen nicht zu. Wir haben uns mitder tatsächlichen Situation auseinandergesetzt,dies aber nicht als Einschränkungempfunden, sondern alseine authentische Setzung der Stadtund ihrer Geschichte. Das Auto hattein Stuttgart schon immer eine herausragendeBedeutung und das Verkehrsbauwerk„Kleiner Schlossplatz“ ist Teilder Vergangenheit dieser Stadt.Insofern wollten wir hier nicht Tabularasa machen und einfach einen großenBetondeckel über die Vergangenheitlegen, um dann oben irgendetwas Hübschesdarauf zu stellen. Im Gegenteil,wir haben die alten Tunnelröhren vonAnfang an ins Konzept integriert unddie Verschwenkung gegenüber demStadtgrundriss im ganzen Haus spürbargemacht. Das alles waren jedochRandbedingungen, die den Spielraum,Architekturzitate zu verwenden, sehrstark eingeschränkt haben. Es warzudem aber auch nie unser Wunsch.Gibt es weitere Projekte in Stuttgart?Hascher: Wir sind gerade dabei, dasneue WGV Gebäude zu planen, zudemhaben wir kürzlich den Wettbewerb umdie Erweiterung des Firmensitzes vonBosch in Stuttgart Feuerbach gewonnen.Dies werden zwei Zwillingstürmemit jeweils 107 m Höhe. Stuttgart bleibtuns also als wichtiger Standort erhaltenund nachdem diese Stadt für unsbeide die Heimatstadt ist und wir starkeBeziehungen nach Stuttgart haben, sindwir sehr froh darüber, hier so erfolgreichzu sein.Herr Professor Hascher, HerrProfessor Jehle, wir bedanken unsfür das Gespräch.


KUNSTRÄTSELWer kennt dasKunstwerk -und weiss,wo es steht?Geboren wurde der Künstler 1898 inPhiladelphia. Er studierte zunächstIngenieurwissenschaften, bevor er1923 - 1926 Mal- und Zeichenkursean der New Yorker Art Student‘s Leaguebesuchte. 1926 siedelte er dann nachParis über, wo er vorerst bis 1934 blieb.In der französischen Metropole freundeteer sich unter anderem mit Joan Miró an,und es entstehen seine ersten Drahtplastiken.1931 trat er der Gruppe„Abstraction-Creation“ bei, der Künstlerwie Robert Delaunay, Jean Helion,Hans Arp, Antoine Pevsner und PietMondrian angehörten. Im gleichenJahr entstehen seine ersten Metallkonstruktionen,die später Mobiles undStabiles genannt wurden. Am meistenEinfluss hatte zu dieser Zeit Piet Mondrian.Wie der Künstler es selbst ausdrückte,schuf er „Mondrians, die sichbewegen“ und nannte sie auf AnregungMarcel Duchamps „Mobiles“.1936 machte die Ausstellung „Cubismand Abstract Art“ im Museum of ModernArt, New York, seine Arbeiten in denUSA bekannt. Ab 1941 beginnt er mitgroßen bewegten Skulpturen zu arbeiten,die er auf Anregung von Hans Arp„Stabiles“ nennt. In seinen zum Teilmonumentalen Plastiken verbinden sichElemente des abstrakten Surrealismusund des strengen Konstruktivismus. Inseinen Mobiles verleiht der Künstler dengeometrischen Grundformen wie Kreis,Dreieck, Spirale und Kugel eine spielerischeund beschwingte Dimension.In den Kunstwerken spielt nicht nurdie Räumlichkeit eine Rolle, sondernauch die kinetische Energie. In derÜberwindung der traditionellen Statikplastischer Arbeiten lag der bahnbrechendeBeitrag des gesuchten Künstlerszur Kunst des 20. Jahrhunderts.Der Künstler starb am 11. November1976 in New York.Schreiben sie den Namen des Künstlersund den Standort des Kunstwerkes aufeine Postkarte und senden diese an:art info, Stichwort: Kunsträtsel, Olgastraße58/A, 70182 Stuttgart Odersenden Sie ein Email an: info@artinfomagazin.de.UNTER ALLEN RICHTIGENEINSENDUNGEN VERLOSENWIR EINEN GUTSCHEIN FÜR ZWEIPERSONEN FÜR EIN ART & BREAK-FAST IN DER STAATSGALERIE AM31.10.2004.Stichtag für die Einsendungen ist der15. Oktober 2004, der Rechtsweg istausgeschlossen.Seite 15


KUNSTKALENDER: SEPTEMBER03.09. 16.09. 18.09.18:00-0:00 Staatsgalerie Stuttgart,Kunstnacht19:00 Villa Haiss, Zell a.H., ValeryKoshlyakov, Neue Arbeiten aufLeinwand und Papier (bis 09.01.05)Galerie Brigitte March, Ulrike Rosenbach,Neue Arbeiten (bis 15.10.04)10.09.19:00 Galerie Reinhard Hauff,Julio Rondo, The mating call(bis 23.10.04)19:00 Museum und Galerie imPrediger, Rolf Szymanski und EmilSchumacher - Ein Bildhauer und einMaler im Dialog (bis 28.11.04)20:30 Galerie der Stadt Sindelfingen,Angela Murr „Walk Stills 2“(Rauminstallation, bis 26.09.04)12.09.11:00 Galerie Andreas Henn, JosuaReichert (bis 16.10.04)17:00 Galerie Eva Maria Hill,Yves Siffer, „peintures sous - verre“(bis 22.10.04)14.09.19:00 Galerie Rainer Wehr, Emel Geris,„Halbwelten“ (bis 12.11.04)14:00-19:00 Galerie Walter Bischoff,Valery Koshlyakov (bis 16.11.04)19:00 Staatsgalerie Stuttgart, Vortrag:Bilder für Europa: Die Kupferstecherklasseder Hohen Carlsschule und ihrinternationales Bildwerk17.09.17:00 Städtische Galerie Karlsruhe,Egon Eiermann, „Die Kontinuität“(bis 09.01.04)19:00 Kunsthalle Tübingen,Ernst Ludwig Kirchner(bis 09.01.04)19:00 Fa. Sympra, Gruppenausstellungu.a. mit Mahmut Celayir, AndresSchmid (bis 15.11.04)19:00 Galerie Harthan, Bim Koehler(bis 30.10.04)19:00-open End Atelier Ingrid Vogel,Gerlingen, Kunstnacht, Ingrid Vogel undJürgen Höhn (bis 31.10.04)20:00 Kunstraum, Finissage ChristineGläser, Malerei Papierschnitt20:00 Galerie Dorn, Jan Peter Tripp,Die Schule des Sehens (bis 23.10.04)20:00 Galerie Königsblau, Kraft derFarbe, Arbeiten von Hölzel, Ackermannu.a. (bis 20.11.04)Museum Würth, André Masson, EineMythologie der Natur (bis 30.01.05)11:00 Galerie Hollenbach, RichardKirwan (bis 26.10.04)11:00-19:00 Galerie Franke, F.G.Scheuer, „Aquarelle“ und Al Taylor,„Arbeiten auf Papier“ (bis 20.11.04)11:00 Galerie Klaus Braun,„Neue Bilder“ (bis 28.10.04)11:00 Galerie Valentin, Alfred Hrdlicka„Wie ein Totentanz- Die Ereignisse des20. Juli 1944“ (bis 16.10.04)17:00 Galerie Hoss und Wollmann,Luzia Simons, „Ich spreche mit jedem,der mit mir spricht“ Fotografie undFotoinstallation (bis 30.10.04)18:00 ZKM Karlsruhe, Gruppenausstellung„Phonorama. Eine Kunstgeschichteder Stimme als Medium“(bis 30.01.05)19:00 Oberwelt e.V., Podium:„Feministische Strategien undSexismus um HipHop“19.09.11:00 Galerie Klaus Braun,Gerhard Scharnhorst, „Neue Bilder“(bis 28.10.04)11:00 Galerie SchlichtemaierStuttgart, Adolf Hölzel, „Pastelle“(bis 11.11.04)11:00 Galerie edith wahland,Hommage à Raimund Girke (bis06.11.04)Modern eingerichtetes Ferienhaus mit großem Garten in ruhiger Lage für 8-10 PersonenVerbringen Sie Ihren Urlaub mit Freunden oder Familie in entspannter, angenehmer Atmosphäre.Vogesen, Schwarzwald, Pfälzer Weinstraße oder Strassburg – egal wie Sie Ihre Ferien gestalten möchten,wir bieten Ihnen den idealen Ausgangspunkt im nördlichen Elsass – nur eine Stunde von Stuttgart entfernt.F - 67770 Stattmatten/Elsass – 0033-388869089 – info@karaxel.de – www.karaxel.de


KUNSTKALENDER: OKTOBER22.09.19:00 Museum und Galerie im Prediger,Living Khamsa, „Die Hand zumGlück“ (bis 30.01.04)24.09.18:30 Grafik-Kabinett d. Stadt Backnang,Es werde Licht – Darstellungender Genesis (bis 14.11.04)19:00 Württ. Kunstverein, BernhardKahrmann „Somewhere – Not here“ (bis31.10.04)20:00 Galerie d. Stadt Backnang,Hörner/Antifinger (bis 14.11.04)25.09.17:00 Galerie im Helferhaus, UlrichVeigel (bis 17.10.04)19:00 Galerie Reinhard Hauff, Julio(bis 23.10.04)19:00 Museum und Galerie imPrediger, Rolf Szymanski und EmilSchumacher - Ein Bildhauer und einMaler im Dialog (bis 28.11.04)26.09.10:30 Staatsgalerie Stuttgart,Art & Breakfast11:00 Galerie Schlichtenmaier SchlossDätzingen/Grafenau, Adolf Hölzel,„Wege zur Abstraktion“ (bis 11.11.04)Alle Angaben ohne Gewähr27.09.17:00 Galerie Eva Maria Hill, YvesSiffer, „peintures sous – verre“(bis 22.10.04)29.09.20:00 Galerie Rainer Wehr,Emel Geris, „Halbwelten“ (bis12.11.04)101.10.19:00 Gewölbekeller im SpendhausReutlingen, Werkstatt derruhmreichen Schätze/Holzschnittein China (02.10.04 – 24.11.04,10.12.04-09.01.05)202.10.18:00-0:00 Staatsgalerie Stuttgart,Kunstnacht303.10.11:00 Schloss Mochental,Gruppenausstellung „Künstler ausNahost“, u.a. mit Mahmut Celayir(bis 14.11.04)808.10.20:00 Oberwelt e.V, Filmpräsentation:Judith Siegmund, „Fremde Freier“13.10.19:00 Haus der Architekten,Karl-Heinz Bogner, Zeichnungen undObjekte (bis 12.11.04)15.10.Oberwelt e.V., Tina Tonagel, „Zeichenund Wunder“, Installation Video,Grafik (bis 29.10.04)Kunsthalle Würth, Anselm Kiefer (bis01.05.05)Kunsthalle Würth, Alte Meister derSammlung Würth (bis 01.05.05)18:00 Staatsgalerie Stuttgart,Europa im Umbruch, Zeichnungenund Druckgrafiken aus den GrafischenSammlungen in Budapest und Berlin1900 – 1930 (bis 23.01.05)22.10.19:00 Städt. Galerie Bietigheim Bissingen,Lüpertz, Richter, Vostell „KriegMedien Kunst“ (bis 09.01.05)19:00 Städt. Galerie Bietigheim Bissingen,KP Brehmer, Nationale Werte (bis09.01.05)19:00 Galerie im Oberlichtsaal,Mahmut Celayir (bis 14.11.04)23.10.17:00 Galerie im Helferhaus,Künstlerbund Heilbronn, Gruppenausstellung(bis 14.11.04)Staatl. Kunsthalle Baden - Baden:Eröffnung Sammlung Frieder Burda28.10.19:00 Städtische Galerie Reutlingen,Triennale des japanischen Holzschnitts(bis 16.01.05)19:00 Kunstmuseum Spendhaus Reutlingen,Shiko Munakata (bis 16.01.05)Karl-Heinz BognerBilder und ObjekteAusstellung in der RechtsanwaltskanzleiFuhrmann, Gußmann & PartnerWagrainstraße 47, 70378 StuttgartMo – Fr. 08.00 – 18.00 Uhr


KUNSTPORTRAITKünstler aus der Region: Mahmut CelayirZu Beginn unserer Reihe „Künstler ausder Region“ wollen wir Ihnen MahmutCelayir vorstellen, einen Künstler, derdas multikulturelle Bild von Stuttgartunterstreicht.1950 im Hochland über Bingöl, demkurdischen Osten der Türkei geboren,studierte Mahmut Celayir ab 1972 ander renommierten Kunstakademie inIstanbul mit dem Schwerpunkt Druckgrafik.Nach einem weiteren Studium(Design und Bühnenbild) und mehrerenBerufsjahren in Istanbul, unteranderem am dortigen Staatstheater,zog es den Künstler 1986 zum erstenMal nach Deutschland. 1998 wurdeStuttgart dann endgültig seine Heimat.Hier hat er im Atelierhaus OPNord seine Wirkungsstätte gefunden.Jedes Jahr im Sommer verbringt MahmutCelayir mehrere Monate im kurdischenHochland. Mit Fotoapparat undVideokamera ausgerüstet, zieht er vorallem früh morgens durch die kargeLandschaft, fängt unter diesen besonderenLichtverhältnissen Motive ein undholt sich die Inspiration, die er in den„Stuttgarter Monaten“ auf seine Leinwändebannt. Er ist inzwischen sowohlin seiner neuen Heimat wie auch in derTürkei mit zahlreichen Ausstellungenerfolgreich vertreten. So hatte er unteranderem im letzten Frühjahr eine vielbeachtete Gruppenausstellung im deutschenGoethe Institut in Istanbul undeine Einzelausstellung in einer renommiertenIstanbuler Galerie.Dieser Herbst gehört wieder Deutschlandund er ist gleich in drei Ausstellungenzu sehen. Im September nimmter an einer Gruppenausstellung in demGebäude der Stuttgarter Firma Symprateil. Im Oktober wird er ebenfalls an derSeite 18


Pèkerun, 1998, Öl auf Leinwand, 90x120Gruppenausstellung „Künstler aus Nahost“im Schloss Mochental teilnehmen,der bekannten Galerie von Ewald KarlSchrade, dem Veranstalter der Messe„art Karlsruhe“. Am 22. Oktober 2004wird Mahmut Celayir mit einer Einzelausstellungin der Galerie im Oberlichtsaalin Sindelfingen zu sehen sein(siehe Veranstaltungskalender). ZentralesThema aller drei Ausstellungen sindMahmut Celayir‘s Landschaften. Unterdiesem Titel stehen sowohl die fotografischenals auch die an die action paintingseines Jackson Pollock erinnerndenWerke von Mahmut Celayir.Sowohl seine fotorealistischen wieauch abstrakten Arbeiten zeigen Berge,Schluchten und weite Hochflächen seinerostanatolischen Heimat. Diese übenauf Mahmut Celayir eine rätselhafte Faszinationaus. Seit langem schon kann ersich ihrer magischen Anziehungskraftnicht entziehen. Aus dem utopischenBegehren heraus, selbst Teil der Landschaftzu sein, erwuchs eine Nähe zurihr, die ihn, auch wenn er in der Ferneweilt, mit ihrem Zauber erfüllt.Die Landschaft ist für den Künstlersomit die Verbindung zu seiner Heimat,aber auch Inspiration. Um die Berge seinerKindheit für seine Bilder festzuhalten,fotografiert Mahmut Celayir diesekargen Gebirgslandschaften. Aus dieserGedächtnisstütze entwickelten sichseine fotorealistischen Arbeiten, dieStille und Einsamkeit greifbar werdenlassen. Menschen und Tiere spielen indem Werk des Künstlers allenfalls eineuntergeordnete Rolle.Wer seine Arbeiten kennt, ahnt, dasssich der Künstler vor allem CasparDavid Friedrich und seinem Naturbildnahe fühlt. Denn die Landschaft ver-Seite 19


Seidenstraße, 1998, Öl auf Leinwand, 90x120steht Mahmut Celayir wie dieser alsMiteinander von Natur und Kultur, alsgeprägte, beseelte Welt.Aber auch wenn Mahmut Celayir sichCaspar David Friedrich nahe fühltund der Betrachter seiner Bilder dieVerwandtschaft von Jackson Pollockund Jasper Johns spürt, so sind seineBilder weit mehr als bloße Kopienbekannter Meister. Die Bilder bringenvielmehr sein Innerstes nach Außenund der Betrachter kommt unweigerlichzur Überzeugung, dass diese Bilderdie einzig mögliche Ausdrucksformdes Künstlers sind. Umschreibungendes einen Motivs, das in kleinen undkleinsten Abweichungen immer nur dasEine festschreiben will, die glücklicheVerbindung von Natur und Kultur, diezumindest äußerlich in seiner Heimatherrschen. Entwicklungsschritte desKünstlers manifestieren sich als Brüche.Aus neuen Beobachtungen undanderen Blickwinkeln entsteht das Bildder Landschaft in vielen Facetten.Auf den ersten Blick scheinen diefotorealistischen und die abstraktenLandschaftsdarstellungen nicht dieselbeLandschaft als Ausgangspunktzu haben. Feine Pinselstriche, die inder Summe den Unterschied zwischenSeite 20


Straße des Königs, 2003/2004, Öl auf Leinwand, 16-teilig (je 32 x 42)Malerei und Fotografie verwischen undandererseits die seriellen Sequenzenanstelle gegenstandsbezogener Farbfelder.Die abstrakten Bilder nehmen derLandschaft gerade die Gegenständlichkeit,die in den fotorealistischen Arbeitenschon fast manisch detailgetreuabgebildet wird. Ein Widerspruch?Nein, denn bei genauer Betrachtungnimmt Mahmut Celayir durch seine soverschiedenen Stilrichtungen eine ArtMittlerfunktion ein. Seine kurdischen,fotorealistischen Landschaften undseine „action paintings“ stehen dabeifür die so unterschiedlichen Welten,in denen der Künstler heute zu Hauseist, dem kurdischen Hochland und derwestlichen Stadt. In dem er beidesgleichrangig nebeneinander stellt, verdeutlichter, dass er in beiden Weltenangekommen ist und hier wie dort seineHeimat gefunden hat.Ausstellungen Herbst 2004:17. September Fa. Sympra03. Oktober Schloss Mochental22. Oktober Galerie im Oberlichtsaal(siehe auch Veranstaltungskalender)Literatur: Barbara Lipps Kant:Mahmut Celayir „Mythos Landschaft“,1999. 151 Seiten, gebunden,28,00 Euro (zu bestellen über Artinfo)Seite 21


KUNSTSTÄTTENDas Stuttgarter KunstgebäudeNachdem die zukünftige Nutzung desKunstgebäudes am Schlossplatz nachdem Auszug der städtischen Galerielange unklar war, ist über diese AnfangAugust durch Kabinettsbeschlussentschieden worden. Das Kunstgebäudeam Schlossplatz wird zur Kunst-Multifunktionshalle. Hauptmieter desGebäudes bleibt zwar nach wie vorder Württembergische Kunstverein;bis zu fünf Monate im Jahr muss ersich jedoch die Nutzung mit dem Landteilen. Im Detail heißt das, dass in demGebäude nahezu die Hälfte des JahresAusstellungen des WürttembergischenLandesmuseums, des Naturkunde-und Völkermuseums und des Lindenmuseumszu sehen sein werden, die inihren eigenen Häusern einen Mangelan großen Ausstellungsflächen fürSonderschauen haben. Koordiniertwird dieses neue Nutzungskonzeptvon einem neuen, bei der Staatsgalerieangestellten Mitarbeiter.Seite 22


Zwar zeigt sich der Vorsitzende desWürttembergischen Kunstvereins, HerrHans J. Baumgart, zufrieden mit dieserMischnutzung.Es bleiben aber dennoch Zweifel, obder Ruf des Stammsitzes des Kunstvereinsund damit auch der Kunstvereinselbst unter dieser Entwicklungnicht leiden wird. Eine Mischnutzungbirgt nämlich auch die Gefahr der Verwässerung.Es wird durchaus Irritationengeben, wenn sich Ausstellungen mitvöllig unterschiedlichen Ausstellungsobjektendieselbe Fläche teilen, dennselbst die angestammten Räume desKunstvereins, d.h. der Kuppel- und Vierecksaalwerden für andere Ausstellungenzur Verfügung stehen müssen. Dawird der Vorteil, dass sich die Stadt Gelddadurch spart, dass beispielsweise derNeubau des Lindenmuseums ad actagelegt wurde, schnell zum Nachteil.Zweifellos wird so die Chance vertan,den angestammten Platz für zeitgenössischeKunst einer neuen Nutzungzuzuführen. Die junge Kunst in Stuttgartund der Region würde beispielsweiseeine derartig prominente Ausstellungsflächedringend benötigen. Dass der Zugin eine andere Richtung fährt, machtschon alleine die Tatsache deutlich,dass das „neue“ Kunstgebäude nichtetwa durch eine Ausstellung zeitgenössischerKunst eröffnet werden soll,sondern durch eine große Landesausstellung.Das Land als Eigentümer gibtsomit den Weg klar vor und es bleibtallein die Hoffnung, dass sich derKunstverein dieser Entwicklung nichtkampflos fügt.Seite 23


KUNSTLEXIKONDasKronprinzenpalaisIm Zuge der Diskussionen um denNeubau des Kleinen Schlossplatzeswurden häufig Stimmen laut, die denWiederaufbau des Kronprinzenpalaisforderten. Doch was verbirgt sich hinterdiesem opulenten Namen?Um 1850 im Stil der Neurenaissancevon Hofbaumeister Ludwig Gaabgebaut, rundete das Kronprinzenpalaisden Schlossplatz nach Norden hinab und bildete insbesondere mit dembenachbarten Königsbau eine harmonischeEinheit. Der Kronprinzenpalaiswar - wie bereits der Name besagt - dasZuhause der Kronprinzen des WürttembergischenKönigshauses. 1854 wurdees von dem ersten Kronprinz Karl vonWürttemberg und seiner Ehefrau Olgabezogen.Anschließend residierte dort der spätereKönig Wilhelm II. Nach dem Auszugdiente das Palais als Handelshof undwar zwischenzeitlich auch der Sitz derstaatlichen Kunstsammlungen. Somitkehrt die Sammlung der Stadt Stuttgartjetzt zu kunsthistorischen Wurzelnzurück. 1944 wurde das Kronprinzenpalaisvon Bomben schwer getroffenund brannte aus. Nach dem Krieg folgteim Jahr 1950 der Abbruch des Gebäudes.Dieser Abbruch war jedoch durchheftige Auseinandersetzungen begleitet.Die Mehrzahl der Stuttgarter wargegen den Abbruch und die Ruine desKronprinzenpalais war neben der Ruinedes Neuen Schlosses das am meistendiskutierte Trümmergebäude.Selbst der einflussreiche StuttgarterArchitekt Bonatz warnte vor einemAbbruch, da das Palais einen nichtunerheblichen architektonischen Wertund darüber hinaus auch für das städtebaulicheBild und die Geschlossenheitdes Schlossplatzes fast unschätzbareBedeutung habe. Die warnendenStimmen sahen sich bestätigt, als imNachfolgenden der Kleine Schlossplatzerrichtet wurde, der ohne Zweifelkeine architektonische BereicherungStuttgarts war.Erst das neue Kunstmuseum vermagdie Lücke zu schließen, die der Abbruchdes Kronprinzenbaus in das Stadtbildgerissen hat – wenn auch auf eineandere Art und Weise, als sich dasvielleicht manche gewünscht haben.Seite 24


KUNSTPARTYart alarm in den Stuttgarter Galerien„Kunst wurde hier nie richtig wertgeschätzt“,so sprach einst der GaleristHans-Jürgen Müller und zog mit seinerGalerie ins Rheinland. Dass diese Aussageder Vergangenheit angehört, zeigtder am 18./19.09.04 stattfindende „artalarm“.Zum 5. Mal in Folge laden 22 StuttgarterGaleristen Besucher und Bürger Stuttgartszum Kunstgenuss in ihre Räumeein. Zur Auswahl stehen dabei drei Touren,wobei die einzelnen Galerien perShuttle Taxi angefahren werden undso einen pulsierenden Besucherflussgarantieren. Ausgangspunkt der Tourenist das Artmobil am Schlossplatz.Zur Orientierung haben die Veranstalterein Booklet herausgebracht, das überdie Touren und das Programm der teilnehmendenGalerien informiert und dasbereits seit Anfang August in den diversenKunstinstitutionen ausliegt.Initiiert wurde die Veranstaltung vor 5Jahren auf Betreiben von Galeristen.Ziel war und ist es, wie z.B. der GaleristRainer Wehr verlauten lässt, dieFangemeinden der einzelnen Galerienzu mischen, aber auch Leute für Kunstzu begeistern, die ansonsten vor einemBesuch einer kleinen, kommerziellenGalerie eher zurückschrecken. Transparenzund Übersichtlichkeit für dieÖffentlichkeit wird angestrebt, umdie geschlossene Struktur des Kunstmarktsaufzubrechen. HautnaherKontakt mit den aktuellen Strömungender Kunst wird so hergestellt, daskreative Umfeld lädt zu anregendenGesprächen ein und im Idealfall trägtsogar solch ein Ereignis dazu bei, neueSammlerkreise zu erschließen.Der Erfolg der letzten Jahre gibt den InitiatorenRecht. Der „art alarm“ ist einechter Renner und ein Highlight zumSaisonauftakt 2004/2005. Begleitetwird er von einem vielfältigen Rahmenprogramm.In der Galerie Rainer Wehrstellt sich beispielsweise der Galerist unddie Künstlerin Emel Geris den Diskussionenmit den Besuchern und die GalerieSchlichtenmaier bietet eine Galeriebarmit Erfrischungen sowie am SonntagFührungen durch Galerie und die Ausstellungdes Künstlers Adolf Hölzel an.„art alarm“ trägt dazu bei, das KunstprofilStuttgarts zu schärfen und zeigt,dass interessante Kunst auch außerhalbgroßer Museen zu finden ist. Es bleibtzu hoffen, dass auch viele Vertreter derStadt dies so sehen und wieder zahlreicham „art alarm“ teilnehmen. Denneine intakte und lebendige GalerienundKünstlerszene bringt eine Stadtvoran....mehr als so manch künstlicheWerbekampagne. Das Programm dereinzelnen Galerien finden Sie zudemauf der Website www.art-alarm.de.Stuttgarter Galerienrundgang:Sa, 18.09.2004, 11-20:00 UhrSo, 19.09.2004, 11-18:00 UhrStartpunkt der kostenlosen Taxi-Shuttlesam Alten Schloss, Taxi-Shuttle der Tour Cfährt ab der Galerie Harthan auf Abruf undwartet vor den jeweiligen Galerien.Fest im Theaterhaus zum 5-jährigenJubiläum, 18.09.2004, 20-02:00 Uhrmit Musik und Getränken/Speisen.Emel Geris in der Galerie Rainer WehrUlrike Rosenbachin der Galerie Brigitte MarchSeite 25


KUNSTEREIGNISAusstellungenKRIEG MEDIEN KUNSTStädt. Galerie Bietigheim - Bissingen23.10.2004 - 09.01.2005Krieg ist seit vielen Jahren das vorherrschendeThema in den Medien – undein Thema, mit dem sich viele Künstlerebenso lange auseinandersetzen. U.a.Anselm Kiefer, Martin Kippenberger,Markus Lüpperz und Gerhard Richter:alle in der Ausstellung vertretenenKünstler gehören der Generation an, dieden Krieg nur über die unterschiedlichstenMedien kennen gelernt hat. Es verwundertdaher nicht, dass das vorrangigeThema der Werke der durch die Medienvermittelte Krieg ist, aber auch dieMedien selbst werden zum Gegenstandder Auseinandersetzung. Einige Werkebeziehen eindeutig Stellung, anderewiederum bleiben ambivalent oder verweigernsogar einen ernsthaften Umgangmit der Thematik. Alle haben aber einesgemeinsam: sie stimmen nachdenklichund verlangen eine intensive Auseinandersetzungmit dem Thema, das diemeisten Menschen glücklicherweise nurdurch die Medien kennen: den Krieg.KP Brehmer, Farbengeographie 5, Lokalisierung von Rot/Rosa, 1971Acryl auf Kunststoff, 200x116 cmStädt. Galerie Bietigheim-Bissingen,Hauptstraße 60-64,74321 Bietigheim-BissingenÖffnungszeiten: Di-Fr 14-18:00 UhrDo 14-20:00 Uhr, WE 11-18:00 UhrSeite 26


MUNCH, NOLDE, BECKMANNStaatsgalerie Stuttgart03.07. - 07.11.2004Die letzte Ausstellung der Reihe„Präsentation von Bildern aus Privatsammlungen“umfasst 129 Werke derKlassischen Moderne, die zuvor seltenoder nie in der Öffentlichkeit gezeigtwurden. Dadurch, dass die Bilder ausPrivatsammlungen stammen, ist beider Präsentation schwerlich von einemrepräsentativen Querschnitt dieser Epochezu reden. Vielleicht macht abergerade dies die Sammlung so sehenswert– es sind eben nicht die immerwieder zu sehenden Bilder, sondern siespiegeln die Neigungen der Sammlerwieder und sind Kleinode des Privaten.Die Bilder sind in mehreren Kojenuntergebracht. Matisse‘s Bild „Blick aufNotre Dame“ hängt dabei in der Kojedes „Fauvismus und Kubismus“. Dabeiwird die Abstraktheit und Geradlinigkeitder Kubisten durch den Farbenrauschdes Franzosen umso mehr betont.Staatsgalerie, Konrad Adenauer Str. 30-32,70173 Stuttgart,Öffnungszeiten: Di, Mi, Fr-So 10-18:00 Uhr,Do 10-21:00 UhrFOTO-TRIENNALE ESSLINGENVilla Merkel Esslingen18.07. - 03.10.2004Die 6. Foto-Triennale Esslingen bringtunter dem Titel „Recherche - Entdeckt!Bildarchive der Unsichtbarkeiten“ inden Hauptspielstätten Villa Merkel undBahnwärterhaus Arbeiten von internationalbekannten sowie noch jungen Künstlernund Künstlerinnen zusammen. 16Positionen aus 8 Ländern werden vorgestellt.Die teilnehmenden Künstlerverbindet, dass sie nicht das Einzelbild inden Vordergrund rücken, sondern sich fürZusammenhänge in Serien interessieren –es geht also um das Bild, um Bilderstreckenund darum, wie diese Bedeutungtransportieren. Durch das umfangreicheRahmenprogramm wird beinahe die ganzeStadt mit in das Festival einbezogen.Dieses Rahmenprogramm orientiert sichvon dem Thema der Hauptspielstättenetwas weg und präsentiert klassischeFotografien von 27 lokalen Künstlernund Künstlergruppen.Die Triennale findet in der Villa Merkel/Bahnwärterhaus statt. Das Rahmenprogrammist in den diversen Örtlichkeitenwie Schwörhaus und Stadtmuseum überdie gesamte Innenstadt verteilt, wobei sichinsbesondere ein Besuch in der GalerieHeppacher lohnt. Weitere Informationenunter www.villa-merkel.deSeite 27


KUNSTADRESSENART GALERIEMathildenstraße 1771638 Ludwigsburg07141 / 92 23 39ATELIER BABAMASAm Schloß 1/271686 Remseck07146 / 99 07 93ATELIERHAUS F 34Filderstraße 3470180 Stuttgart0711 / 6 49 10 01ATRIUM GALERIEMax-Eyth-Straße 871686 Remseck07146 / 88 02 52GALERIEADRIANA SCHMIDTKatharinenstraße 21 B70182 Stuttgart0711 / 23 55 82GALERIEANDREAS HENNEberhardstraße 3370173 Stuttgart0711 / 2 36 26 06GALERIEANGELIKA HARTHANGerberstraße 5 C70178 Stuttgart0711 / 23 23 33GALERIE ART-THEMISPfarrstraße 770182 Stuttgart0711 / 2 48 41 60GALERIE ARTISFORMAAugustenstraße 9370197 Stuttgart0711 / 6741313GALERIE BAISCHEberhardstraße 3570173 Stuttgart0711 / 24 16 24GALERIE BREITLINGGerokstraße 1570184 Stuttgart0711 / 23 58 01GALERIE DIETERKÖNIG-GRESSELLeonhardsplatz 2270182 Stuttgart0711 / 2 36 95 76GALERIE DORNPlanckstraße 12370184 Stuttgart0711 / 46 32 80GALERIE DURRUTILerchenstraße 5670176 Stuttgart0711 / 296815GALERIE EDITHWAHLANDTHölderlinstraße 5570193 Stuttgart0711 / 2 26 18 71GALERIE EIGEN=ARTNordbahnhofstraße 4770191 Stuttgart0711 / 251599GALERIE EVA MACKHirschstraße 20/2270173 Stuttgart0711 / 85 92 42GALERIE FRANKEWeberstraße 3970182 Stuttgart0711 / 2 36 46 45GALERIE G. WÖRNERZuckerleweg 970374 Stuttgart0711 / 55 82 07GALERIEHANNELORE MAYERKatharinenstraße 3570182 Stuttgart0711 / 24 36 76GALERIE HOLLENBACHGanghoferstraße 2870192 Stuttgart0711 / 1 65 40 41GALERIE HOSS UNDWOLLMANNTalstraße 4170188 Stuttgart0711 / 26 26 139GALERIE BRIGITTE MARCHSolitudestraße 25470499 Stuttgart0711 / 8 87 45 35Seite 28


GALERIE IMOBERLICHTSAALSindelfingenRathausplatz 471063 SindelfingenGALERIE IM PREDIGERSchwäbisch GmündJohannisplatz 373525 Schwäbisch Gmünd07171 / 6 03-41 30GALERIE KAESS-WEISSGrüneisenstraße 1970184 Stuttgart0711 / 23 26 27GALERIEKAROLA KÖNIGAlexanderstraße 4270182 Stuttgart0711 / 8 60 23 26GALERIE KLAUS BRAUNChristophstraße 4070180 Stuttgart0711 / 6 40 59 89GALERIE KÖNIGSBLAUKönigstraße 2870173 Stuttgart0711 / 2 28 27 72GALERIE KEIMMarktstraße 3170372 Stuttgart0711 / 56 84 98GALERIE KLAUSPETER GÖBElRosenstraße 3770182 Stuttgart0711 / 24897130GALERIE LUTZ HEINICHKirchheimer Straße 5370619 Stuttgart0711 / 4 76 05 60GALERIE NAUMANNReinsburgstraße 11470197 Stuttgart0711 / 6 15 21 90GALERIE OBERWELTReinsburgstraße 9370197 Stuttgart0711 / 6571187GALERIE RAINER WEHRAlexanderstraße 5370182 Stuttgart0711 / 24 26 72GALERIE REINHARD HAUFFPaulinenstraße 4770178 Stuttgart0711 / 60 97 70GALERIE SCHURRBreitscheidstraße 870174 Stuttgart0711 / 8 87 80 70GALERIESCHLICHTENMAIERKleiner Schloßplatz 170173 Stuttgart0711 / 12 04 151GALERIE SCHLOSSMOCHENTAL89584 Schloss Mochental07375/418GALERIE VALENTIENGellertstraße 670184 Stuttgart0711 / 24 62 42GALERIE VOGELHofwiesenstraße 1270839 Gerlingen07156 / 43 47 77GALERIEVEREINLEONBERGZwerchstraße 2771229 LeonbergIFA - GALERIESTUTTGARTCharlottenplatz 1770173 StuttgartINTERART - GALERIERosenstraße 3770182 Stuttgart0711 / 6 49 32 86KUNST IM HEPPACHERIm Heppacher 373728 EsslingenMANUS PRESSE GMBHLieschingstraße 670567 Stuttgart0711 / 718 63 360GALERIE DER STADTBACKNANGStiftshof 271522 Backnang07191 / 340 700STÄDT. GALERIEBIETIGHEIM-BISSINGENHauptstraße 60 - 6474321 Bietigheim-Bissingen07142 / 74483STÄDT. GALERIEBÖBLINGENPfarrgasse 271032 Böblingen07031 / 669-475GALERIE DER STADTESSLINGENPulverwiesen 2573726 Esslingen am Neckar0711 / 3512-2640GALERIE DER STADTFELLBACHHintere Straße 2670734 Fellbach0711 / 5851-391STÄDT. GALERIEKARLSRUHELorenzstraße 2776135 KarlsruheSTÄDT. GALERIE IMSTADTHAUSScharnhäuser ParkGerhard-Koch-Straße 173760 Ostfildern0711 / 3404-103STÄDT. KUNSTMUSEUMSPENDHAUSSpendhausstraße 472764 Reutlingen07121 / 3032213STÄDTISCHE GALERIEREUTLINGENEberhardstraße 1472764 ReutlingenGALERIE DER STADTSINDELFINDENim Alten RathausMaichingenSindelfinger Straße 1471069 Sindelfingen07031 / 94 392GALERIE MERKLETuchmachergasse 3 A70372 Stuttgart0711 / 5 00 08 40GALERIEMICHAEL STURMWerastraße 2470182 Stuttgart0711 / 6 15 95 68GALERIE MUELLER-ROTHChristophstraße 40 - 4270180 Stuttgart0711 / 6 49 39 50Mahmut Celayir, Vernissage 22.10.2004, 19:00 Uhr,Galerie im Oberlichtsaal, Sindelfingen (bis 14.11.2004)GALERIE DER STADTSTUTTGARTSchlossplatz 270173 Stuttgart0711 / 216 2188SYMPRA P+R AGENTURStafflenbergstraße 3270184 StuttgartKUNSTHALLETÜBINGENPhiliosophenweg 7672076 Tübingen07071 / 96910Seite 29


IMPRESSUMHerausgeber:Götz Gußmann, Cornelia RiederRedaktion ArtinfoOlgastraße 58 A70182 Stuttgartwww.artinfo-magazin.deKarl-Heinz Bogner, Vernissage 13.10.2004, 19:00 Uhr,Haus der Architekten (bis 12.11.2004)Scribo VerlagWagrainstraße 4770378 StuttgartTel: 0711/389 500 28Fax: 0711/389 500 20www.scribo-verlag.deSTÄDTISCHE GALERIETUTTLINGENRathausstraße 778512 Tuttlingen07461 / 99318STÄDT. GALERIEVILLINGENSCHWENNINGENFriedrich-Ebert-Straße 3578054 Villingen Schwenningen07720 / 82 10 98GALERIE DER STADTWAIBLINGEN„Kameralamt“Lange Straße 4071332 Waiblingen07151 / 18037GALERIE DER STADTWENDLINGENWeberstraße 273240 Wendlingen07024 / 55458HAUS DER ARCHITEKTENDanneckerstr. 5470182 StuttgartSTAATSGALERIESTUTTGARTKonrad Adenauer Str. 30-3270173 Stuttgart0711 / 470 40 0VILLA HAISSa.H. Museum fürzeitgenössische Kunst,Am Park 177736 Zell a.H.07835 / 54 99 87KUNSTHALLE WÜRTHLange Straße 3574523 Schwäbisch Hall0791 / 94-6720MUSEUM WÜRTHReinhold-Würth-Straße 1574653 Künzelsau07940 / 15-2212ZKM – ZENTRUMFÜR KUNST UNDMEDIENTECHNOLOGIELorenzstraße 1976135 Karlsruhe0721 / 8100-0Gestaltung: Katja DerrQuellenhinweis S. 13:Werner Pawlok, Stuttgart.Für die angegebenen Termineund Adressen wird keineGewähr übernommen.© by Scribo Verlag,Nachdruck nur mit schriftlicherGenehmigung des Verlags,für unverlangt eingesandteManuskripte wird keineHaftung übernommen.Auflage: 5.000 Stück,Erscheinungsweise 2-monatlichjeden ersten Donnerstag.Kostenlose Verteilung in Museen,Kunstvereinen, Galerien,Hochschulen, Bibliotheken,Buchhandel und Hotels.Verbreitungsgebiet: Stuttgart,Landkreise Böblingen,Ludwigsburg, Esslingen,Rems-Murr-KreisAuf Wunsch wird Artinfoper Post zugestellt,Jahresabonnement 24 €,Info: abo@artinfo-magazin.deAnzeigen: Es gilt diePreisliste Nr. 1, 2004,weitere Informationen:werbung@artinfo-magazin.deRechtsanwälte Fuhrmann,Gußmann & PartnerWagrainstraße 4770378 StuttgartTelefon 0711 - 389 500 - 0Telefax 0711 - 389 500 - 20www.kanzlei-am-see.cominfo@kanzlei-am-see.com


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