und Jugendpsychiatrie

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und Jugendpsychiatrie

LeitsymptomvorlesungKinder- und JugendpsychiatriePD Dr. Georg Romer7.5.: Entwicklungspsychologie und –psychopathologie8.5.: Psychische Traumatisierungen im Kindesalter21.5.: Depressive Symptome im Kindes- und Jugendalter2.6.: Anorexia nervosa (PD Dr. phil. . U. Stuhr)


Einführung in dieEntwicklungspsychologie und –psychopathologie des Kindes- undJugendaltersPD Dr. Georg Romer & Prof. Dr. P. Riedesser


Besonderheiten der Kinder- undJugendpsychiatrie und -psychotherapie• Entwicklungsbezug• Familienbezug


Entwicklung der Familie:Familiärer Lebenszyklus


Entwicklung und Beziehung„Thereis no such thing as a baby,there is a baby and someone.“D.W. Winnicott


Es gibt das Kind für f r sich allein gesehennicht. Kindliche Entwicklung vollzieht sichstets in Wechselwirkung mit Bindungs-und Beziehungserfahrungen im sozialenKontext.


EntwicklungspsychologischeBegriffe• Entwicklungsphasen• Entwicklungslinien• Entwicklungsaufgaben• Entwicklungsrisiken• Entwicklungskrisen


Entwicklungsphasen• Schwangerschaft• Säuglingszeit (bis 12. Monat)• Kleinkindalter (13.-36. 36. Monat)• Kindergarten- und Vorschulalter (3-5 5 Jahre)• Schulalter (6 – 11 Jahre)• Pubertät t und Adoleszenz (12-18 18 Jahre)


Die PubertätSie umschreibt die biologischen undpsychischen Vorgänge, die mit der körperlichenkund sexuellen Reifung verbunden sind.Sie wird markiert durch das Auftreten derMenarche bzw. der ersten Ejakulation.


Die AdoleszenzSie umfasst mehr die psychosozialeBewältigung der körperlichen kund sexuellenReifung bzw. die Anpassung der Persönlichkeitdes Kindes an die Pubertät.t.Da die körperlichen kReifungsvorgängengegewissermaßen en den Anstoß für r alle folgendenWandlungen geben, lässt lsich die Pubertät t alsBeginn der Adoleszenz auffassen.


Entwicklungslinien (nach A. Freud)Beispiele:• von der infantilen Abhängigkeit zumerwachsenen Liebesleben• vom Egoismus zur Freundschaft undTeilnahme an der sozialen Gemeinschaft• von der Autoerotik zum Spielzeug undvom Spiel zur Arbeit


EntwicklungsaufgabenSäuglingEntwicklung der Bindung; Urvertrauen; AffektregulierungKleinkindVorschulkindSchulkindJugendliche/rStabile Bindung; Beziehungsregulation;Erkundungsverhalten; Bewegungskontrolle;Sprachentwicklung; Entdeckung der GeschlechtsdifferenzInitiatives Spiel mit Spielpartnern; Phantasie und Kreativität;t;Verstehen sozialer RegelnStabile Freundschaften; Disziplin;Körperliche und schulische Kompetenz;stabiles Selbstwertgefühl;Körperliche / Seelische Veränderungen („kein(Kind mehr“);Gemeinschaft mit Gleichaltrigen;Sexuelle Beziehungen;Moralische Wertvorstellungen; soziale Verantwortung;Eigenes Ich-Ideal Ideal und auf Selbstreflexion basierende Identität


Dichotomie: Bindung-IndividuationBindung und Individuation sind nichtaufeinanderfolgende Entwicklungsstufen, diesich ablösen, sondern Pole von interpersonellerBezogenheit, zwischen denen sich inwechselnder Ausgestaltung die gesamteEntwicklung organisiert.Prinzip der bezogenen Individuation


Bestanddteile einerhinreichend guten „sicheren Basis“• Wechselseitig regulierte Interaktion• Sicher wiederkehrende physische und emotionaleVerfügbarkeit• Feinfühligkeit hligkeit und Empathie• Zärtlichkeit, Anlehnung und Trost• Orientierung und Halt in Streßsituationen• Ermutigung zu Individuation und AutonomieModell für dyadische, triadische undfamiliäre Beziehungsgestaltung


Entwicklungrisiken• im Kind angelegte Risiken• Risiken in der Familie• Soziale Risikofaktoren


Risiken im Kind• Schwieriges Temperament im SäuglingsalterS• Genetische/erworbene Hirnfunktionsstörungenrungen(z.B. Legasthenie, Autismus, Schizophrenie,ADHS…)• Chronische körperliche kErkrankung mitsekundären psychischen Beeinträchtigungen• niedrige Intelligenz (kognitiv und emotional)


Risiken in der Familie I• Schwere chronische Familienkonflikte(Zerwürfnisse rfnisse zwischen den Eltern,Scheidung)• Psychische Erkrankung eines oder beiderElternteile (z.B. schwere neurotischeStörungen, rungen, Alkoholabhängigkeit, andereSuchtkrankheiten, Psychosen)


Risiken in der Familie I• Schwere (z.T(z.T. . unbewusste) Fehlhaltungen derEltern im Umgang mit dem Kind (von derSäuglingszeit bis ins Jugendalter)z.B.:– Unfähigkeit, die Signale von Säuglingen Szudechiffrieren– Tendenz zu chronischer Überforderung(pathologische Ehrgeizhaltung, Delegation derErfüllung eigener Wünsche Wan das Kind)– Übertriebene Verwöhnung/hnung/Überprotektivität


Risiken in der Familie II• Schwere chronische Familienkonflikte(Zerwürfnisse rfnisse zwischen den Eltern,Scheidung)• Verlust eines Elternteils durch Tod


Risiken in der Familie III• Psychische Erkrankung eines oder beiderElternteile (z.B. schwere neurotischeStörungen, Alkoholabhängigkeit, andereSuchtkrankheiten, Psychosen)• Schwere körperliche kErkrankung oder Todeines Elternteils oder eines Geschwisters


Risikofaktor psychische Erkrankungeines Elternteils• genetisches Risiko• Konfundierung mit Familienkonflikten,Zerrüttung, Alleinerziehung, materiellenProblemen• Frühe Interaktions- und Bindungsstörung• Vernachlässigung• Blockierung eigener Entwicklungsaufgabendurch Parentifizierung• Identifikation mit psychisch krankem Elternteil• Einbeziehung in elterliches Wahnsystem („Folie(àdeux“)


Risikofaktor psychisch krankerElternteil• Angststörung• Depression• Persönlichkeitsnlichkeitsstörung• Psychose• SuchtParentifizierung, Angstübertragungmangelnde Stimulation, SchuldgefühlehleParentifizierungAngst vor dem Unberechenbaren(„kissor kill“), emotionaler MissbrauchAngst for Irrationalem, Entrückung,unbegreifliche EntfremdungVernachlässigung, Misshandlung,emotionaler Missbrauch


ParentifizierungRené Magritte(*1898 † 1967)Der Geist der Geometrie (1937)


Risiken in der Familie IV• Psychische Traumatisierung durchVernachlässigung, Misshandlung,sexuellen Missbrauch


Soziale Umgebungsfaktoren• materielle Not• Berufsprobleme der Eltern(z.B. Arbeitslosigkeit, dauernde berufsbedingteAbwesenheit)• Kinder- und familienfeindliche Wohnsituation• Entwurzelung (z.B. bei Flüchtlingskindern)


Entwicklungskrisen• „Reibegeräusche“ normaler Entwicklung• An Nahtstellen und Übergängen(Reifungsschritten)• Häufig im Zusammenhang mit Loslösungsung-Individuation-Trennungz.B.:– Wochenbett– Zahnung– Trotzalter– Eingewöhnung in Kindergarten– Einschulung– Pubertät


Diagnostische„Reibegeräusche“ KriterienderderBorderline-Persönlichkeitsstörungim ErwachsenenalterPubertätsentwicklungtsentwicklung(nach DSM IV)• instabile, aber intensive zwischenmenschlicheBeziehungen mit Wechsel zwischen Idealisierung undEntwertung• Instabilität t des Selbstbildes oder der Selbstwahrnehmung• Impulsivität t in potenziell selbstschädigenden Bereichen(z.B. Drogenkonsum oder unsicherer Sex)• Affektive Instabilität t (episodische Freudlosigkeit oderReizbarkeit)• Unangemessene, heftige Wut oder Schwierigkeiten, dieWut zu kontrollieren• Vorübergehende, durch Belastungen ausgelöstesteparanoide Vorstellungen („alle(haben etwas gegenmich!“)


Die sogenannten Adoleszentenkrisenund ihr möglicher mAusgangStörungen derSexualentwicklungHeilungIdentitätskrisenAutoritätskrisenDepersonalisationssyndromeKörperlicheSelbstwertkonflikteNarzißtische Krisenund SuizidversucheDissozialität undDelinquenzAdoleszentenkriseReifungskriseNeurosePersönlichkeitsstnlichkeitsstörungPsychose


Entwicklungspsychopathologischer ReferenzrahmenEntwicklungsaufgabenEntwicklungsschwierigkeitenTraumatischeSituationenBewältigungsversucheSymptomatik Intervention PräventionSäuglingKleinkindRegulationsstörungenpsychosozialerMinderwuchsVorschulkindZwängeEinkotenSchulkindJugendliche/rSchulphobieAnorexianervosajunge/rErwachsene/r


Fallbeispiel: Entstehung einer SchulphobieEntwicklungsaufgabenEntwicklungsschwierigkeitenTraumatischeSituationenbzw. KrisenBewältigungsversucheSymptomatik Intervention PräventionSäuglingFrühesBondingKleinkindSichereBasisVorschulkindEingliederungIm KindergartenTrennungsangstStillesAnklammernsensibleEingewöhungSchulkindJugendliche/rEinschulungSchule keinautonomerSchrittÄltesterZuhauseTod desVatersgr. Bruderzieht ausRegressionfunktioniertpseudoautonomSpielunlust,kontaktarm6 Mon.TagesklinikErkennen!PubertätsreifungSchulphobieVerarbeitungshilfejunge/rErwachsene/r


Entstehung von psychopathologischenSymptomen• Wenn beim Kind/Jugendlichen und seinerFamilie seelische Risikobelastungen nichthinreichend bewältigt werden könnenk• oft „Hilferufe der Seele“ an die Umgebung• oft widersprüchliche Signale


Wann braucht ein Kind/Jugendlichertherapeutische Hilfe?• wenn der Leidensdruck zu groß wird (beimKind oder der Familie)• wenn der Alltag nicht mehr bewältigt werdenkann• wenn Entwicklungsschritte und damitverbundene Entwicklungsaufgaben nichtbewältigt werden könnenk• wenn Symptome selbstzerstörerischrerisch sind


Vielen Dank für f r die Aufmerksamkeit!PPT-Präsentation erhältlich über e-learningaaden@uke.uni-hamburg.de

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